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Chapter 4

1 1 Und es wird in zukünftigen (späteren, letzten) Tagen (zu einer späteren Zeit, am Ende der Zeit)2 geschehen: Der Berg [mit dem] Haus3 JHWH s wird als Herausragender (Wichtigster, Höchster, Gipfel, Anführer) der Berge4 gefestigt sein (feststehen, festgelegt/eingesetzt sein)5 und höher [wird] er sein (erhöht werden) als [die] Hügel. Und (dann) Völker werden auf (zu) ihn strömen (sehen)

Original Hebrew

וְ/הָיָ֣ה\׀ו/הי֣ה\וְ/הָיָה\׀ו/היה\ve./ha.Yahand/ it will beH9001H1961\H9015Hc+Vqq3ms
בְּ/אַחֲרִ֣יתב/אחר֣יתבְּ/אַחֲרִיתב/אחריתbe./'a.cha.Ritat/ [the] end ofH9003H0319HR+Ncfsc
הַ/יָּמִ֗יםה/ימ֗יםהַ/יָּמִיםה/ימיםhai./ya.Mimthe/ daysH9009H3117GHTd+Ncmpa
יִ֠הְיֶהי֠היהיִהְיֶהיהיהYih.yehit will beH1961HVqi3ms
הַ֣רה֣רהַרהרhar[the] mountain ofH2022GHNcmsc
בֵּית\־בית\בֵּית\־בית\beit-[the] house ofH1004Q\H9014HNcmsc
יְהוָ֤היהו֤היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
נָכוֹן֙נכון֙נָכוֹןנכוןna.khOnestablishedH3559HHVNrmsa
בְּ/רֹ֣אשׁב/ר֣אשבְּ/רֹאשׁב/ראשbe./Roshat/ [the] head ofH9003H7218IHR+Ncmsc
הֶ/הָרִ֔יםה/הר֔יםהֶ/הָרִיםה/הריםhe./ha.Rimthe/ mountainsH9009H2022GHTd+Ncmpa
וְ/נִשָּׂ֥או/נש֥אוְ/נִשָּׂאו/נשאve./ni.Sa'and/ it will be lifted upH9002H5375GHC+VNrmsa
ה֖וּאה֖ואהוּאהואhu'itH1931HPp3ms
מִ/גְּבָע֑וֹתמ/גבע֑ותמִ/גְּבָעוֹתמ/גבעותmi./ge.va.'otmore than/ [the] hillsH9006H1389IHR+Ncfpa
וְ/נָהֲר֥וּו/נהר֥ווְ/נָהֲרוּו/נהרוve./na.ha.Ruand/ they will streamH9001H5102AHc+Vqq3cp
עָלָ֖י/ועל֖י/ועָלָי/ועלי/ו'a.La/vto/ itH5921AH9033HRd+Sp3ms
עַמִּֽים\׃עמים\עַמִּֽים\׃עמים\'a.MimpeoplesH5971A\H9016HNcmpa
  1. [Status: Zuverlässig]
  2. in zukünftigen (späteren, letzten) Tagen (zu einer späteren Zeit, am Ende der Zeit) Die so übersetzte Phrase בְּאַחֲרִ֣ית הַיָּמִ֗ים kommt im AT 13 mal vor. Entgegen der aus der LXX übernommenen geläufigen Übersetzung „in den letzten Tagen“ bezeichnet sie an keiner Stelle eine „letzte“ Zeit, sondern eher allgemein eine zukünftige, „spätere“ Zeit im Vergleich zur Gegenwart. Diese Zukunft folgt in den Prophetentexten auf eine von Gott durch sein aktives Wirken herbeigeführte Wende der Geschichte (Andersen, Micah, S. 401. Vgl. Kessler, Micha, S. 183; Waltke, Micah, S. 192f.). Auch hier in Mi 4 ist Gottes Handeln zunächst nur implizit, dann ganz deutlich die Ursache für die heilvolle Zeit, die Micha Israel in Aussicht stellt. In anderen, nichtprophetischen Kontexten, so in Gen 49,1; Dtn 4,30; 31,29 und evtl. auch Num 24,14, kommen dagegen Voraussagen in den Blick, die innerhalb des AT schon eingetroffen sind.
  3. Berg [mit dem] Haus Appositiver Genitiv, der das Objekt näher identifiziert.
  4. als Herausragender (Wichtigster, Höchster, Gipfel, Anführer) der Berge Die Präposition בְּ „als“ ist „Bet essentiae“, bezeichnet also eine Subjekts-Identifikationsergänzung. Die Constructus-Verbindung רֹאשׁ הֶהָרִ֔ים bezeichnet im AT sonst einfach einen Berggipfel, aber dass der Tempelberg zum Berggipfel der übrigen Berge wird (oder, als Lokalangabe verstanden, auf ihnen zu ruhen kommt), ist ein etwas unsinniger Gedanke, der schon aufgrund des Subjekts, des Bergs Zion, unwahrscheinlich wird. So wird aus dem Kontext klar, dass das Wort hier nicht „Gipfel“ heißt, sondern in seiner häufigen übertragenen Bedeutung vorkommt. Dieser Berggipfel Zion wird souverän über den übrigen stehen (vgl. Waltke, Micah, S. 194.). höher unterstützt dieses Wortspiel, denn auch diese Wurzel kann sowohl wörtlich „Höhe“ als auch übertragen „Bedeutung“ ausdrücken. Mit dem Vergleich „höher als die Hügel“ polemisiert Micha gegen die Götterberge anderer Völker, wie sie aus dem ganzen alten vorderen Orient (etwa aus Sumer und Ugarit) bekannt sind (Wolff, Micha, S. 91; Kessler, Micha, S. 183f.; Waltke, Micah, S. 194f.). Michas Prophetie zielt also nicht auf die faktische Höhe des Bergs Zion, sondern symbolisiert die Macht des Gottes, der darauf wohnt. Wo die Hügelgottheiten im AVO oft nur lokal wirkten, ist Zion im AT Symbol von Gottes Allherrschaft (Ps 48,3; 68,15-18) (zum damaligen kulturellen Hintergrund schreibt Keel, Bildsymbolik, S. 100f.). Wenn nun der Tempelberg über alle Hügel erhoben wird und Völker zu ihm strömen, drückt das aus, dass JHWHs endgültig seine Überlegenheit gegenüber den anderen Göttern gezeigt hat – und die Völker nun nicht mehr ihre eigenen Götter verehren, sondern ihn (Waltke, Micah, S. 195; vgl. Jeremias, Micha, S. 172).
  5. wird … gefestigt sein Die meisten Übersetzungen formulieren „fest stehen“ oder „fest gegründet sein“. Der Gebrauch des Partizips mit einer Futurform hebt die Dauerhaftigkeit des Vorgangs hervor (Joüon/Muraoka, §121e). Theoretisch möglich wäre auch die im Kontext jedoch unsinnige Übersetzung „sich auf dem Gipfel/Wichtigsten der Berge befinden“ (dazu s. die vorige Fußnote).

2 und große (viele) Nationen (Völker) werden kommen und sagen: „Kommt, {und} lasst uns doch zum Berg JHWH s hinaufgehen (hinaufziehen; pilgern) und zum Haus von Jakobs Gott, damit (und) er uns anhand seiner (etwas von seinen) Wege unterweist (lehrt, zeigt) und (sodass) wir nach seiner Art leben (auf seinen Pfaden gehen/wandeln)1 können!“2 Denn (ja) von Zion her wird Weisung (Tora) ausgehen (kommen) und JHWH s Botschaft (Wort) von Jerusalem her.

Original Hebrew

וְֽ/הָלְכ֞וּו/הלכ֞ווְֽ/הָלְכוּו/הלכוve./ha.le.Khuand/ they will comeH9001H1980HHc+Vqq3cp
גּוֹיִ֣םגוי֣םגּוֹיִםגויםgo.YimnationsH1471AHNcmpa
רַבִּ֗יםרב֗יםרַבִּיםרביםra.BimmanyH7227AHAampa
וְ/אָֽמְרוּ֙ו/אמרו֙וְ/אָֽמְרוּו/אמרוve./'a.me.Ruand/ they will sayH9001H0559Hc+Vqq3cp
לְכ֣וּ\׀לכ֣ו\לְכוּ\׀לכו\le.KhucomeH1980K\H9015HVqv2mp
וְ/נַעֲלֶ֣הו/נעל֣הוְ/נַעֲלֶהו/נעלהve./na.'a.Lehso/ we may go upH9002H5927GHC+Vqu1cp
אֶל\־אל\אֶל\־אל\'el-toH0413\H9014HR
הַר\־הר\הַר\־הר\har-[the] mountain ofH2022G\H9014HNcmsc
יְהוָ֗היהו֗היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
וְ/אֶל\־ו/אל\וְ/אֶל\־ו/אל\ve./'el-and/ toH9002H0413\H9014HC+R
בֵּית֙בית֙בֵּיתביתbeit[the] house ofH1004QHNcmsc
אֱלֹהֵ֣יאלה֣יאֱלֹהֵיאלהי'e.lo.Hei[the] God ofH0430GHNcmpc
יַעֲקֹ֔ביעק֔ביַעֲקֹביעקבya.'a.KoJacobH3290HNpm
וְ/יוֹרֵ֙/נוּ֙ו/יור֙/נו֙וְ/יוֹרֵ/נוּו/יור/נוve./yo.Re./nuso/ he may teach/ usH9002H3384BH9035HC+Vhu3ms+Sp1bp
מִ/דְּרָכָ֔י/ומ/דרכ֔י/ומִ/דְּרָכָי/ומ/דרכי/וmi./de.ra.Kha/vfrom/ ways/ hisH9006H1870GH9023HR+Ncmpc+Sp3ms
וְ/נֵלְכָ֖הו/נלכ֖הוְ/נֵלְכָהו/נלכהve./ne.le.Khahso/ we may walkH9002H1980IHC+Vqc1cp
בְּ/אֹֽרְחֹתָ֑י/וב/ארחת֑י/ובְּ/אֹֽרְחֹתָי/וב/ארחתי/וbe./'o.re.cho.Ta/vin/ paths/ hisH9003H0734H9023HR+Ncfpc+Sp3ms
כִּ֤יכ֤יכִּיכיkiforH3588AHTc
מִ/צִּיּוֹן֙מ/ציון֙מִ/צִּיּוֹןמ/ציוןmi./tzi.yOnfrom/ ZionH9006H6726HR+Npl
תֵּצֵ֣אתצ֣אתֵּצֵאתצאte.Tze'it will go outH3318GHVqi3fs
תוֹרָ֔התור֔התוֹרָהתורהto.RahinstructionH8451HNcfsa
וּ/דְבַר\־ו/דבר\וּ/דְבַר\־ו/דבר\u./de.var-and/ [the] word ofH9002H1697G\H9014HC+Ncmsc
יְהוָ֖היהו֖היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
מִ/ירוּשָׁלִָֽם\׃מ/ירושלם\מִ/ירוּשָׁלִָֽם\׃מ/ירושלם\mi./ru.sha.Limfrom/ JerusalemH9006H3389\H9016HR+Npl
  1. anhand seiner Wege und nach seiner Art leben/auf seinen Pfaden wandeln sind parallel und sagen mit anderen Worten das gleiche aus. Die beiden Zeilen sind wiederum parallel zu den beiden folgenden Zeilen, wo (wiederum mit gleicher Aussage in anderen Worten) von Weisung/Torah und JHWHs Botschaft aus Jerusalem die Rede ist. Weil diese Parallelität beachtet werden muss, ist es nicht wahrscheinlich, dass hier von der Torah als dem jüdischen Gesetz die Rede ist (wie Utzschneider, Micha, S. 89f.). Allgemeiner wird von göttlichem Unterricht zur Lebensführung und Konfliktlösung die Rede sein. Diese Deutung passt besonders gut in den Kontext, wo nichts von Gesetzesauflagen zu finden ist, sondern beschrieben wird, wie sich ganze Nationen Gottes vermittelnden Entscheidungen unterordnen (V. 3). Sie wird gerade von jüdischen Auslegern vertreten (Ben Zvi, Micah, S. 98; Schwartz, Torah, S. 16f.). Wer diese Prophezeiung aus christlicher Sicht auch als deutliche Anspielung auf die Erhöhung Christi am Kreuz und die weltverändernde Wirkung seines Heil bringenden Todes verstehen möchte, wird die von Jerusalem ausgehende Weisung natürlich als das sich seit Pfingsten ausbreitende Evangelium bzw. die christliche Lehre verstehen (so vielleicht Lk 24,47).
  2. Zum Schlusszeichen: Ob die Aussage der Pilger vor oder hinter die letzten beiden Zeilen von V. 2 endet, ist inhaltlich unerheblich. Sie liefern (mit כִּי denn) die Grundlage für den in so großen Worten beschriebenen prophetischen Völkerzug zum Zion. Beide Möglichkeiten sind denkbar: dass die Angehörigen der anderen Völker sich auch diese Begründung zurufen, oder dass der Prophet sie als Erklärung für ihr Verhalten festhält.

3 Dann (und) wird er zwischen großen (vielen) Völkern schlichten (Recht sprechen, Richter sein) und für mächtige Nationen (Völker) weit entfernt Recht vermitteln (schlichten, Recht sprechen), so dass (dann, und) sie ihre Schwerter zu Hacken (Pflugscharen, Pickeln) hämmern (umschmieden) werden und ihre Speerspitzen (Speere) zu Winzermessern (Hippen, Rebmessern, Sicheln). Eine Nation (Volk) wird [das] Schwert nicht mehr gegen eine [andere] Nation (Volk) erheben1, und sie werden [das] Kriegshandwerk (Krieg) nicht mehr lernen (den Krieg nicht mehr erleben).

Original Hebrew

וְ/שָׁפַ֗טו/שפ֗טוְ/שָׁפַטו/שפטve./sha.Fatand/ he will judgeH9001H8199Hc+Vqq3ms
בֵּ֚יןב֚יןבֵּיןביןbeinbetweenH0996GHAcmsc
עַמִּ֣יםעמ֣יםעַמִּיםעמים'a.MimpeoplesH5971AHNcmpa
רַבִּ֔יםרב֔יםרַבִּיםרביםra.BimmanyH7227AHAampa
וְ/הוֹכִ֛יחַו/הוכ֛יחוְ/הוֹכִיחַו/הוכיחve./ho.Khi.achand/ he will decideH9001H3198Hc+Vhq3ms
לְ/גוֹיִ֥םל/גוי֥םלְ/גוֹיִםל/גויםle./go.Yimfor/ nationsH9005H1471AHR+Ncmpa
עֲצֻמִ֖יםעצמ֖יםעֲצֻמִיםעצמים'a.tzu.MimmightyH6099HAampa
עַד\־עד\עַד\־עד\'ad-toH5704\H9014HR
רָח֑וֹקרח֑וקרָחוֹקרחוקra.Chokfar awayH7350HAamsa
וְ/כִתְּת֨וּו/כתת֨ווְ/כִתְּתוּו/כתתוve./khi.te.Tuand/ they will beatH9001H3807Hc+Vpq3cp
חַרְבֹתֵי/הֶ֜םחרבתי/ה֜םחַרְבֹתֵי/הֶםחרבתי/הםchar.vo.tei./Hemswords/ theirH2719H9028HNcfpc+Sp3mp
לְ/אִתִּ֗יםל/את֗יםלְ/אִתִּיםל/אתיםle./'i.Timinto/ plowsharesH9005H0855HR+Ncmpa
וַ/חֲנִיתֹֽתֵי/הֶם֙ו/חניתתי/הם֙וַ/חֲנִיתֹֽתֵי/הֶםו/חניתתי/הםva./cha.ni.to.tei./Hemand/ spears/ theirH9002H2595H9028HC+Ncfpc+Sp3mp
לְ/מַזְמֵר֔וֹתל/מזמר֔ותלְ/מַזְמֵרוֹתל/מזמרותle./maz.me.Rotinto/ pruning knivesH9005H4211HR+Ncfpa
לֹֽא\־לא\לֹֽא\־לא\lo'-notH3808\H9014HTn
יִשְׂא֞וּישא֞ויִשְׂאוּישאוyis.'Uthey will lift upH5375RHVqi3mp
גּ֤וֹיג֤ויגּוֹיגויGoynationH1471AHNcmsa
אֶל\־אל\אֶל\־אל\'el-againstH0413\H9014HR
גּוֹי֙גוי֙גּוֹיגויgoynationH1471AHNcmsa
חֶ֔רֶבח֔רבחֶרֶבחרבChe.reva swordH2719HNcfsa
וְ/לֹא\־ו/לא\וְ/לֹא\־ו/לא\ve./lo'-and/ notH9002H3808\H9014HC+Tn
יִלְמְד֥וּ/ןילמד֥ו/ןיִלְמְדוּ/ןילמדו/ןyil.me.Du/nthey will learn/ !H3925HH9013HVqi3mp+Sn
ע֖וֹדע֖ודעוֹדעודodagainH5750HAcmsa
מִלְחָמָֽה\׃מלחמה\מִלְחָמָֽה\׃מלחמה\mil.cha.MahwarfareH4421\H9016HNcfsa
  1. [das] Schwert erheben Es handelt sich um eine Metonymie der Adjunktion für die Provokation oder das Führen eines Kriegs. Dazu passt der parallele zweite Versteil.

4 Dann (und) werden sie jeder unter seinem Weinstock sitzen und unter seinem Feigenbaum, und es wird niemanden geben, der [ihnen] Angst einflößt ([sie] aufstört, zum Zittern bringt)1, denn (wenn, ja) der Mund JHWH s Zebaot hat gesprochen ([es so] gesagt).

Original Hebrew

וְ/יָשְׁב֗וּו/ישב֗ווְ/יָשְׁבוּו/ישבוve./ya.she.Vuand/ they will dwellH9001H3427Hc+Vqq3cp
אִ֣ישׁא֣ישאִישׁאיש'isheveryoneH0376IHNcmsa
תַּ֧חַתת֧חתתַּחַתתחתTa.chatunderH8478GHNcmsc
גַּפְנ֛/וֹגפנ֛/וגַּפְנ/וֹגפנ/וgaf.N/oown vine/ hisH1612H9023HNcbsc+Sp3ms
וְ/תַ֥חַתו/ת֥חתוְ/תַחַתו/תחתve./Ta.chatand/ underH9002H8478GHC+Ncmsc
תְּאֵנָת֖/וֹתאנת֖/ותְּאֵנָת/וֹתאנת/וte.'e.na.T/oown fig tree/ hisH8384H9023HNcfsc+Sp3ms
וְ/אֵ֣יןו/א֣יןוְ/אֵיןו/איןve./'Einand/ there notH9002H0369HC+Ncmsc
מַחֲרִ֑ידמחר֑ידמַחֲרִידמחרידma.cha.Rid[will be one who] terrifiesH2729HVhrmsa
כִּי\־כי\כִּי\־כי\ki-forH3588A\H9014HTc
פִ֛יפ֛יפִיפיfi[the] mouth ofH6310GHNcmsc
יְהוָ֥היהו֥היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
צְבָא֖וֹתצבא֖ותצְבָאוֹתצבאותtze.va.'otof hostsH6635BHNcfpa
דִּבֵּֽר\׃דבר\דִּבֵּֽר\׃דבר\di.Berit has spokenH1696G\H9016HVpp3ms
  1. niemanden, der [ihnen] Angst einflößt ([sie] aufstört, zum Zittern bringt) Dieses als Nebensatz aufgelöste substantivierte Partizip Hifil bedeutet in der Grundform (Qal) „zittern“. Die ungefähre Bedeutung im Hifil, „Angst einflößen“, lässt sich nur daraus ableiten. Zwar ist hier kein Objekt vorhanden, aber weil das Hifil kausativ ist, sollte man dennoch transitiv „der [sie] zittern macht“ → „der [sie] aufschreckt/erschreckt“ oder „der Angst macht“ übersetzen, nicht intransitiv „der aufschreckt/erschrickt“. Die wahrscheinliche Bedeutung „aufschrecken/Angst machen“ wäre eine metonymische (Wirkung für Ursache) Verwendung der ursprünglichen Bedeutung „zittern machen“ für emotionale Verstörung oder Angst. Kessler bewertet die Konnotation etwas anders und übersetzt den Begriff transitiv mit „aufstören“ (Kessler, Micha, S. 186f.). Das passt zumindest an den Stellen, wo von Tieren die Rede ist, besonders gut (Dtn 28,26; Jer 7,23; Jes 17,2; Zef 3,13; Nah 2,12), macht in der Praxis aber keinen großen Unterschied.

5 Denn alle Völker mögen jedes im (mit dem) Namen ihres Gottes leben (gehen), aber (und) wir leben (gehen; wollen/werden leben) im (mit dem) Namen JHWH s, unseres Gottes, für immer und ewig!

Original Hebrew

כִּ֚יכ֚יכִּיכיkiforH3588AHTc
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-allH3605\H9014HNcmsc
הָ֣/עַמִּ֔יםה֣/עמ֔יםהָ/עַמִּיםה/עמיםha./'a.Mimthe/ peoplesH9009H5971AHTd+Ncmpa
יֵלְכ֕וּילכ֕ויֵלְכוּילכוye.le.Khuthey walkH1980IHVqi3mp
אִ֖ישׁא֖ישאִישׁאיש'isheveryoneH0376IHNcmsa
בְּ/שֵׁ֣םב/ש֣םבְּ/שֵׁםב/שםbe./Shemin/ [the] name ofH9003H8034HR+Ncmsc
אֱלֹהָ֑י/ואלה֑י/ואֱלֹהָי/ואלהי/ו'e.lo.Ha/vown god/ hisH0430GH9023HNcmpc+Sp3ms
וַ/אֲנַ֗חְנוּו/אנ֗חנווַ/אֲנַחְנוּו/אנחנוva./'a.Nach.nuand/ weH9002H0587HC+Pp1bp
נֵלֵ֛ךְנל֛ךנֵלֵךְנלךne.Lekhwe will walkH1980IHVqi1cp
בְּ/שֵׁם\־ב/שם\בְּ/שֵׁם\־ב/שם\be./shem-in/ [the] name ofH9003H8034\H9014HR+Ncmsc
יְהוָ֥היהו֥היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
אֱלֹהֵ֖י/נוּאלה֖י/נואֱלֹהֵי/נוּאלהי/נו'e.lo.Hei./nuGod/ ourH0430GH9025HNcmpc+Sp1bp
לְ/עוֹלָ֥םל/עול֥םלְ/עוֹלָםל/עולםle./'o.Lamfor/ everH9005H5769GHR+Ncmsa
וָ/עֶֽד\׃\ \פו/עד\\ \פוָ/עֶֽד\׃\ \פו/עד\\ \פva./'Edand/ everH9002H5703\H9016\ \H9017HC+Ncmsa

6 An jenem Tag, Ausspruch JHWH s (erklärt JHWH), will (werde) ich die Hinkenden (Lahmen) zusammenführen (zurückholen) und die Vertriebenen (Verstreuten, Verbannten)1 sammeln2 sowie (und) [diejenigen], denen ich Schlimmes angetan habe.3

Original Hebrew

בַּ/יּ֨וֹםב/י֨וםבַּ/יּוֹםב/יוםba/i.Yomin the/ dayH9003H3117GHRd+Ncmsa
הַ/ה֜וּאה/ה֜ואהַ/הוּאה/הואha./Hu'<the>/ thatH9009H1931HTd+Pp3ms
נְאֻם\־נאם\נְאֻם\־נאם\ne.'um-[the] utterance ofH5002\H9014HNcmsc
יְהוָ֗היהו֗היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
אֹֽסְפָה֙אספה֙אֹֽסְפָהאספה'o.se.FahI will gatherH0622HVqc1cs
הַ/צֹּ֣לֵעָ֔הה/צ֣לע֔ההַ/צֹּלֵעָהה/צלעהha./Tzo.le.'Ahthe/ [one who is] lameH9009H6760HTd+Vqrfsa
וְ/הַ/נִּדָּחָ֖הו/ה/נדח֖הוְ/הַ/נִּדָּחָהו/ה/נדחהve./ha/n.ni.da.Chahand/ the/ [one who is] outcastH9002H9009H5080HC+Td+VNrfsa
אֲקַבֵּ֑צָהאקב֑צהאֲקַבֵּצָהאקבצה'a.ka.Be.tzahI will assembleH6908HVpc1cs
וַ/אֲשֶׁ֖רו/אש֖רוַ/אֲשֶׁרו/אשרva./'a.Sherand/ [those] whomH9002H0834AHC+Tr
הֲרֵעֹֽתִי\׃הרעתי\הֲרֵעֹֽתִי\׃הרעתי\ha.re.'O.tiI have done harm toH7489A\H9016HVhp1cs
  1. die Hinkenden und die Vertriebenen Es handelt sich jeweils um ein Ptz. Qal bzw. Nifal fem. Sg., einen Sammelbegriff wie auf Deutsch etwa „das Hinkende“ (das wäre hier jedoch missverständlich formuliert). Er bezeichnet metonymisch (abstractum pro concreto) die verstreuten Mitglieder Israels. Beide machen symbolische Anspielungen an hilfsbedürftige Herdentiere, die die Hilfe des Schäfers benötigen (vgl. schon Mi 2,12 und Zef ; Kessler, Micha, S. 194).
  2. will ich zusammenführen … sammeln Kohortativ (Imperativ der 1. Person), hier modal übersetzt.
  3. Micha 2,12; Zefanja 3,19

7 Dann (und) will (werde) ich [die] Humpelnden (Lahmen) zu einem Überrest machen (einsetzen) und die Entfernten (Ermüdeten; Vertriebenen)1 zu einer mächtigen Nation (Volk)2.3 Und JHWH wird auf dem Berg Zion als König über sie herrschen von nun an und für immer (bis [in] Ewigkeit).

Original Hebrew

וְ/שַׂמְתִּ֤יו/שמת֤יוְ/שַׂמְתִּיו/שמתיve./sam.Tiand/ I will makeH9001H7760AHc+Vqq1cs
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
הַ/צֹּֽלֵעָה֙ה/צלעה֙הַ/צֹּֽלֵעָהה/צלעהha./tzo.le.'Ahthe/ [one who was] lameH9009H6760HTd+Vqrfsa
לִ/שְׁאֵרִ֔יתל/שאר֔יתלִ/שְׁאֵרִיתל/שאריתli/sh.'e.Ritinto/ a remnantH9005H7611HR+Ncfsa
וְ/הַ/נַּהֲלָאָ֖הו/ה/נהלא֖הוְ/הַ/נַּהֲלָאָהו/ה/נהלאהve./ha./na.ha.la.'Ahand/ the/ [one who was] strayingH9002H9009H1972HC+Td+VNrfsa
לְ/ג֣וֹיל/ג֣וילְ/גוֹיל/גויle./Goyinto/ a nationH9005H1471AHR+Ncmsa
עָצ֑וּםעצ֑וםעָצוּםעצום'a.TzummightyH6099HAamsa
וּ/מָלַ֨ךְו/מל֨ךוּ/מָלַךְו/מלךu./ma.Lakhand/ he will reignH9001H4427AHc+Vqq3ms
יְהוָ֤היהו֤היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
עֲלֵי/הֶם֙עלי/הם֙עֲלֵי/הֶםעלי/הם'a.lei./Hemover/ themH5921AH9038HR+Sp3mp
בְּ/הַ֣רב/ה֣רבְּ/הַרב/הרbe./Harin/ [the] mountain ofH9003H2022GHR+Ncmsc
צִיּ֔וֹןצי֔וןצִיּוֹןציוןtzi.YonZionH6726HNpl
מֵ/עַתָּ֖המ/עת֖המֵ/עַתָּהמ/עתהme./'a.Tahfrom/ nowH9006H6258HR+D
וְ/עַד\־ו/עד\וְ/עַד\־ו/עד\ve./'ad-and/ untilH9002H5704\H9014HC+R
עוֹלָֽם\׃\ \פעולם\\ \פעוֹלָֽם\׃\ \פעולם\\ \פo.LamperpetuityH5769G\H9016\ \H9017HNcmsa
  1. Entfernten (Ermüdeten; Vertriebenen) Das Wort נַהֲלָאָה ist nur hier bezeugt, deshalb ist seine Bedeutung unbekannt. Der Targum wiederholt aus V. 6 „das Vertriebene“. Auch die alten Übersetzungen sind sich uneinig (LXX: τὴν ἀπωσμένην „das Abgelehnte“, Peschitta: „das Entfernte“ (ebenfalls aus V. 6), Vulg: eam quæ laboraverat „diejenige, die gearbeitet hat“) Es gibt mehrere Deutungsmöglichkeiten, von denen die meisten von einem determinierten Ptz. Nifal fem. ausgehen: 1. Es könnte sich um ein funktionales Synonym zu הַנִּדָּחָה (V. 6) handeln und würde dann ebenfalls „das Vertriebene“ bezeichnen (Waltke, Micah, S. 222 übersetzt so, lässt die Entscheidung aber offen; DBL Hebrew. So auch der Targum Jonathan, vgl. LXX). 2. Es könnte, ebenfalls parallel zu הַנִּדָּחָה (V. 6), von der Wurzel הלא mit der mutmaßlichen Bedeutung „weit entfernt sein“ abstammen (DCH; Wolff, Micha, 84; Kessler, Micha, S. 191; Ges18). Sie ist in der Phrase הָלְאָה „darüber hinaus/weiter weg/jenseits“ (Num 32,19; 1Sam 10,3; 20,22.37) oder „Weg mit dir!“ o.ä. (Gen 19,9) „weit weg“ (Num 17,2) immerhin 16 mal belegt (vgl. Ges18 und DCH). 3. Es könnte als funktionales Synonym zu הַצֹּֽלֵעָה „das Humpelnde“ (V. 7a) aufzufassen sein. Dann könnte es sich von einer unbezeugten Wurzel הלא (oder לאה) „ermüden“ o.ä. ableiten (Ges18, vgl. DCH und Waltke, Micah, 222; sowie die Vulgata-Übersetzung). 4. Auch eine Konjektur von הַנַּהֲלָאָה zu dem undeterminierten Adjektiv חַנַּהֲלָאָ֖ה („das Erkrankte“ von חָלָא) wäre denkbar (Wellhausen; So Waltke, Micha, S. 222, und Wolff, Micha, S. 84, ohne nähere bibliographische Angaben). Die zweite Option wird vorgezogen, weil sie lexikalisch noch am besten gestützt ist und zudem am besten zur strukturellen Parallele הַנִּדָּחָה die Vertriebenen (V. 6) passt (So Kessler, Micha, 191).
  2. mächtigen Nation Hier wird die Formulierung aus V. 3 aufgegriffen.
  3. Zefanja 3,19

8 Und du, Wachtturm (Garten) der Herde (Migdal Eder), Ophel (Hügelfestung, Hügel), Tochter Zions (der Tochter Zions),1 zu dir wird [sie] gelangen, {und} [zu dir] die einstmalige (frühere) Herrschaft kommen, die Königswürde zur Tochter Jerusalems2.

Original Hebrew

וְ/אַתָּ֣הו/את֣הוְ/אַתָּהו/אתהve./'a.Tahand/ youH9002H0859AHC+Pp2ms
מִגְדַּל\־מגדל\מִגְדַּל\־מגדל\mig.dal-O MigdalH4029\H9014HNpl
עֵ֗דֶרע֗דרעֵדֶרעדר'E.derEderH4029HNpl
עֹ֛פֶלע֛פלעֹפֶלעפל'O.felO hill ofH6076AHNcmsc
בַּת\־בת\בַּת\־בת\bat-[the] daughter ofH1323G\H9014HNcfsc
צִיּ֖וֹןצי֖וןצִיּוֹןציוןtzi.YonZionH6726HNpl
עָדֶ֣י/ךָעד֣י/ךעָדֶי/ךָעדי/ך'a.Dei./khato/ youH5704H9031HR+Sp2ms
תֵּאתֶ֑התאת֑התֵּאתֶהתאתהte.Tehit will comeH0857HVqi3fs
וּ/בָאָ֗הו/בא֗הוּ/בָאָהו/באהu./va.'Ahand/ it will comeH9001H0935GHc+Vqq3fs
הַ/מֶּמְשָׁלָה֙ה/ממשלה֙הַ/מֶּמְשָׁלָהה/ממשלהha./mem.sha.Lahthe/ dominionH9009H4475HTd+Ncfsa
הָ/רִ֣אשֹׁנָ֔הה/ר֣אשנ֔ההָ/רִאשֹׁנָהה/ראשנהha./Ri.sho.Nah<the>/ formerH9009H7223HHTd+Aofsa
מַמְלֶ֖כֶתממל֖כתמַמְלֶכֶתממלכתmam.Le.kheta kingdomH4467HNcfsc
לְ/בַ֥ת\־ל/ב֥ת\לְ/בַת\־ל/בת\le./Vat-to/ [the] daughter ofH9005H1323G\H9014HR+Ncfsc
יְרוּשָׁלִָֽם\׃ירושלם\יְרוּשָׁלִָֽם\׃ירושלם\ye.ru.sha.LimJerusalemH3389\H9016HNpl
  1. Turm der Herde (Migdal Eder) (Hebr. מִגְדַּל־עֵדֶר) Je nach Interpretation ein poetischer Name für Jerusalem oder ein entsprechender Ortsname (wie in Gen 35,21). In dieser dreifachen Anrede scheint es jedoch am einfachsten und logischsten anzunehmen, dass sich wie Tochter Zions auch Turm der Herde und Ophel auf Jerusalem beziehen (bzw. metonymisch auf den israelitischen König; so Waltke, Micah, S. 229-31; Kessler, Micha, S. 199; Andersen, Micah, S. 439). Das AT bezeichnet den König häufiger als Hirten seines Volkes. Der Turm Davids aus Hld 4,4 könnte Ophel (Hebr. עֹפֶל) kommt im AT achtmal vor und bezeichnet einen Ort in Jerusalem, nämlich eine Hügelfestung in der alten Davidsstadt (Wolff, Micha, S. 96). Obwohl der Bezug nicht ganz sicher ist, ist er der am besten belegte. Tochter Zions Eine im AT häufige poetische Bezeichnung Jerusalems. Zion ist der Tempelhügel.
  2. Tochter Jerusalems Wie Tochter Zions eine poetische Bezeichnung Jerusalems (s. vorige Fußnote).