Chapter 1
2 Hört, Völker ihr alle, merke auf Erde und was sie füllt. Der Herr JHWH wird1 Zeuge sein gegen euch, der Herr aus seinem heiligen Palast.
- Hier sind drei Übersetzungvarianten des Prädikats denkbar: 1. Der Jussiv vertritt hier metrri causa einen Imperfekt „wird als Zeuge“. 2. Ein Jussiv nach Imperativ kann konsekutiv oder final aufgefasst werden „Sodass/Damit der Herr…“ 3. Andere Vokalisation mit der das Prädikat zum Narrativ wird „Und der Herr JHWH war Zeuge…“
3 Führwar siehe: JHWH ist einer, der ausgeht von seiner Stätte, hinabsteigt und schreitet auf den Höhen der Erde.
4 Und die Gipfel schmelzen unter ihm und die Täler spalten sich, wie Wachs im Angesicht des Feuers, wie Wasser ausgeschüttet am Abgrund.
5 Wegen des Verbrechens Jakobs [geschieht] all dies und wegen der Sünde des Hauses Israels. Was1 ist das Verbrechen Jakobs? Ist es nicht Samaria? Und was sind die Anhöhen Judas? Ist es nicht Jerusalem?
- Hier und im folgenden ist wörtlich eigentlich „Wer“ zu übersetzeten. In der Verwendung von „Wer“ anstatt was kommt die Denweise zum Ausdruck, dass der Täter personell mitgedacht wird.
6 Und ich werde machen Samria zum Trümmerfeld, zu einer Weinbergpflanzung und ich werde stoßen ins Tal seine Steine und seine Grundfesten offenlegen.
7 Und alle ihre Kultbilder (Schnitzbilder) werden zerschlagen werden und alle ihre Geschenke (Löhne) werden verbrannt werden mit Feuer und alle seine Götzenbilder werde ich verwüsten, denn von Hurengeschenk hat sie gesammelt und zu Hurengeschenk sollen sie wieder werden.
8 Über dies (Darüber) will ich wehklagen und heulen, ich will gehen barfuß und nackt. Ich will Totenklage halten wie die Schakale und Trauer wie die Töchter der Strauße.
9 Denn unheilbar ist ihr Schlag, ja, er ist bis nach Juda gekommen, er reicht bis an das Tor meines Volkes, bis Jerusalem.
Chapter 3
1 1 Ich aber sprach: Hört doch, ihr Häupter Jakobs und Anführer des Hauses Israel! Ist es nicht an euch, zu kennen das Recht
- [Status: Ungeprüft]
2 Die Gutes hassen und Böses lieben, und ihnen die Haut abziehen und das Fleisch von ihren Gebeinen.
3 Und jene, die fressen das Fleisch meines Volkes und ihre Haut von ihnen abziehen und ihnen die Gebeine zerschlagen und zerteilen wie etwas in einem Topf, wie Fleisch mitten im Kessel,
4 Wenn sie dann nach JHWH schreien, wird er ihnen nicht antworten. Und er wird sein Gesicht vor ihnen verbergen in dieser Zeit, denn böse sind ihre Taten.
5 So spricht JHWH über die Propheten, die mein Volk irreführen: Wenn sie mit ihren Zähnen etwas zu beißen haben, verkündigen sie Heil Wenn aber einer nicht nach ihrem Wunsch gibt, eröffnen sie den Krieg gegen ihn.
6 Darum wird es Nacht für euch, ohne Schauung, bricht Finsternis für euch herein, ohne Wahrsagung Die Sonne geht für die Propheten unter, und der Tag wird über ihnen schwarz.
7 Dann werden die Seher zuschanden werden und die Wahrsager sich schämen. Sie verhüllen alle ihren Bart, denn es gibt keine Antwort Gottes.
8 Ich dagegen bin erfüllt mit dem Geist JHWH s und Recht und Stärke, um Jakob sein Verbrechen und Israel seine Sünde vorzuhalten
9 Hört doch dies, ihr Häupter des Hauses Jakobs und Anführer des Hauses Israel, die ihr das Recht schändet und alles gerade krümmt.
10 Der Zion mit Blut baut und Israel mit Schlechtigkeit
11 Ihre Häupter richten für Bestechung, und ihre Priester lehren für Gegenwert, und ihre Propheten wahrsagen für Silber. Dennoch stützen sie sich auf JHWH und sagen: „Ist JHWH nicht in unserer Mitte? Unheil wird nicht über uns kommen“
12 Darum – wegen Euch – wird Zion wie ein (zu einem, als ein) Feld gepflügt, Jerusalem wird zur Ruine, und der Tempelberg (Berg des Hauses) zur verwilderten Höhe (Anhöhe des Gestrüpps)1.
- Bei dem Wort für „Anhöhe“ hat der hebräische Text sprachliche Anklänge an das Wort מ֥וֹת (Tod).
Chapter 4
1 1 Und es wird in zukünftigen (späteren, letzten) Tagen (zu einer späteren Zeit, am Ende der Zeit)2 geschehen: Der Berg [mit dem] Haus3 JHWH s wird als Herausragender (Wichtigster, Höchster, Gipfel, Anführer) der Berge4 gefestigt sein (feststehen, festgelegt/eingesetzt sein)5 und höher [wird] er sein (erhöht werden) als [die] Hügel. Und (dann) Völker werden auf (zu) ihn strömen (sehen)
- [Status: Zuverlässig]
- in zukünftigen (späteren, letzten) Tagen (zu einer späteren Zeit, am Ende der Zeit) Die so übersetzte Phrase בְּאַחֲרִ֣ית הַיָּמִ֗ים kommt im AT 13 mal vor. Entgegen der aus der LXX übernommenen geläufigen Übersetzung „in den letzten Tagen“ bezeichnet sie an keiner Stelle eine „letzte“ Zeit, sondern eher allgemein eine zukünftige, „spätere“ Zeit im Vergleich zur Gegenwart. Diese Zukunft folgt in den Prophetentexten auf eine von Gott durch sein aktives Wirken herbeigeführte Wende der Geschichte (Andersen, Micah, S. 401. Vgl. Kessler, Micha, S. 183; Waltke, Micah, S. 192f.). Auch hier in Mi 4 ist Gottes Handeln zunächst nur implizit, dann ganz deutlich die Ursache für die heilvolle Zeit, die Micha Israel in Aussicht stellt. In anderen, nichtprophetischen Kontexten, so in Gen 49,1; Dtn 4,30; 31,29 und evtl. auch Num 24,14, kommen dagegen Voraussagen in den Blick, die innerhalb des AT schon eingetroffen sind.
- Berg [mit dem] Haus Appositiver Genitiv, der das Objekt näher identifiziert.
- als Herausragender (Wichtigster, Höchster, Gipfel, Anführer) der Berge Die Präposition בְּ „als“ ist „Bet essentiae“, bezeichnet also eine Subjekts-Identifikationsergänzung. Die Constructus-Verbindung רֹאשׁ הֶהָרִ֔ים bezeichnet im AT sonst einfach einen Berggipfel, aber dass der Tempelberg zum Berggipfel der übrigen Berge wird (oder, als Lokalangabe verstanden, auf ihnen zu ruhen kommt), ist ein etwas unsinniger Gedanke, der schon aufgrund des Subjekts, des Bergs Zion, unwahrscheinlich wird. So wird aus dem Kontext klar, dass das Wort hier nicht „Gipfel“ heißt, sondern in seiner häufigen übertragenen Bedeutung vorkommt. Dieser Berggipfel Zion wird souverän über den übrigen stehen (vgl. Waltke, Micah, S. 194.). höher unterstützt dieses Wortspiel, denn auch diese Wurzel kann sowohl wörtlich „Höhe“ als auch übertragen „Bedeutung“ ausdrücken. Mit dem Vergleich „höher als die Hügel“ polemisiert Micha gegen die Götterberge anderer Völker, wie sie aus dem ganzen alten vorderen Orient (etwa aus Sumer und Ugarit) bekannt sind (Wolff, Micha, S. 91; Kessler, Micha, S. 183f.; Waltke, Micah, S. 194f.). Michas Prophetie zielt also nicht auf die faktische Höhe des Bergs Zion, sondern symbolisiert die Macht des Gottes, der darauf wohnt. Wo die Hügelgottheiten im AVO oft nur lokal wirkten, ist Zion im AT Symbol von Gottes Allherrschaft (Ps 48,3; 68,15-18) (zum damaligen kulturellen Hintergrund schreibt Keel, Bildsymbolik, S. 100f.). Wenn nun der Tempelberg über alle Hügel erhoben wird und Völker zu ihm strömen, drückt das aus, dass JHWHs endgültig seine Überlegenheit gegenüber den anderen Göttern gezeigt hat – und die Völker nun nicht mehr ihre eigenen Götter verehren, sondern ihn (Waltke, Micah, S. 195; vgl. Jeremias, Micha, S. 172).
- wird … gefestigt sein Die meisten Übersetzungen formulieren „fest stehen“ oder „fest gegründet sein“. Der Gebrauch des Partizips mit einer Futurform hebt die Dauerhaftigkeit des Vorgangs hervor (Joüon/Muraoka, §121e). Theoretisch möglich wäre auch die im Kontext jedoch unsinnige Übersetzung „sich auf dem Gipfel/Wichtigsten der Berge befinden“ (dazu s. die vorige Fußnote).
2 und große (viele) Nationen (Völker) werden kommen und sagen: „Kommt, {und} lasst uns doch zum Berg JHWH s hinaufgehen (hinaufziehen; pilgern) und zum Haus von Jakobs Gott, damit (und) er uns anhand seiner (etwas von seinen) Wege unterweist (lehrt, zeigt) und (sodass) wir nach seiner Art leben (auf seinen Pfaden gehen/wandeln)1 können!“2 Denn (ja) von Zion her wird Weisung (Tora) ausgehen (kommen) und JHWH s Botschaft (Wort) von Jerusalem her.
- anhand seiner Wege und nach seiner Art leben/auf seinen Pfaden wandeln sind parallel und sagen mit anderen Worten das gleiche aus. Die beiden Zeilen sind wiederum parallel zu den beiden folgenden Zeilen, wo (wiederum mit gleicher Aussage in anderen Worten) von Weisung/Torah und JHWHs Botschaft aus Jerusalem die Rede ist. Weil diese Parallelität beachtet werden muss, ist es nicht wahrscheinlich, dass hier von der Torah als dem jüdischen Gesetz die Rede ist (wie Utzschneider, Micha, S. 89f.). Allgemeiner wird von göttlichem Unterricht zur Lebensführung und Konfliktlösung die Rede sein. Diese Deutung passt besonders gut in den Kontext, wo nichts von Gesetzesauflagen zu finden ist, sondern beschrieben wird, wie sich ganze Nationen Gottes vermittelnden Entscheidungen unterordnen (V. 3). Sie wird gerade von jüdischen Auslegern vertreten (Ben Zvi, Micah, S. 98; Schwartz, Torah, S. 16f.). Wer diese Prophezeiung aus christlicher Sicht auch als deutliche Anspielung auf die Erhöhung Christi am Kreuz und die weltverändernde Wirkung seines Heil bringenden Todes verstehen möchte, wird die von Jerusalem ausgehende Weisung natürlich als das sich seit Pfingsten ausbreitende Evangelium bzw. die christliche Lehre verstehen (so vielleicht Lk 24,47).
- Zum Schlusszeichen: Ob die Aussage der Pilger vor oder hinter die letzten beiden Zeilen von V. 2 endet, ist inhaltlich unerheblich. Sie liefern (mit כִּי denn) die Grundlage für den in so großen Worten beschriebenen prophetischen Völkerzug zum Zion. Beide Möglichkeiten sind denkbar: dass die Angehörigen der anderen Völker sich auch diese Begründung zurufen, oder dass der Prophet sie als Erklärung für ihr Verhalten festhält.
3 Dann (und) wird er zwischen großen (vielen) Völkern schlichten (Recht sprechen, Richter sein) und für mächtige Nationen (Völker) weit entfernt Recht vermitteln (schlichten, Recht sprechen), so dass (dann, und) sie ihre Schwerter zu Hacken (Pflugscharen, Pickeln) hämmern (umschmieden) werden und ihre Speerspitzen (Speere) zu Winzermessern (Hippen, Rebmessern, Sicheln). Eine Nation (Volk) wird [das] Schwert nicht mehr gegen eine [andere] Nation (Volk) erheben1, und sie werden [das] Kriegshandwerk (Krieg) nicht mehr lernen (den Krieg nicht mehr erleben).
- [das] Schwert erheben Es handelt sich um eine Metonymie der Adjunktion für die Provokation oder das Führen eines Kriegs. Dazu passt der parallele zweite Versteil.
4 Dann (und) werden sie jeder unter seinem Weinstock sitzen und unter seinem Feigenbaum, und es wird niemanden geben, der [ihnen] Angst einflößt ([sie] aufstört, zum Zittern bringt)1, denn (wenn, ja) der Mund JHWH s Zebaot hat gesprochen ([es so] gesagt).
- niemanden, der [ihnen] Angst einflößt ([sie] aufstört, zum Zittern bringt) Dieses als Nebensatz aufgelöste substantivierte Partizip Hifil bedeutet in der Grundform (Qal) „zittern“. Die ungefähre Bedeutung im Hifil, „Angst einflößen“, lässt sich nur daraus ableiten. Zwar ist hier kein Objekt vorhanden, aber weil das Hifil kausativ ist, sollte man dennoch transitiv „der [sie] zittern macht“ → „der [sie] aufschreckt/erschreckt“ oder „der Angst macht“ übersetzen, nicht intransitiv „der aufschreckt/erschrickt“. Die wahrscheinliche Bedeutung „aufschrecken/Angst machen“ wäre eine metonymische (Wirkung für Ursache) Verwendung der ursprünglichen Bedeutung „zittern machen“ für emotionale Verstörung oder Angst. Kessler bewertet die Konnotation etwas anders und übersetzt den Begriff transitiv mit „aufstören“ (Kessler, Micha, S. 186f.). Das passt zumindest an den Stellen, wo von Tieren die Rede ist, besonders gut (Dtn 28,26; Jer 7,23; Jes 17,2; Zef 3,13; Nah 2,12), macht in der Praxis aber keinen großen Unterschied.
5 Denn alle Völker mögen jedes im (mit dem) Namen ihres Gottes leben (gehen), aber (und) wir leben (gehen; wollen/werden leben) im (mit dem) Namen JHWH s, unseres Gottes, für immer und ewig!
6 An jenem Tag, Ausspruch JHWH s (erklärt JHWH), will (werde) ich die Hinkenden (Lahmen) zusammenführen (zurückholen) und die Vertriebenen (Verstreuten, Verbannten)1 sammeln2 sowie (und) [diejenigen], denen ich Schlimmes angetan habe.3
- die Hinkenden und die Vertriebenen Es handelt sich jeweils um ein Ptz. Qal bzw. Nifal fem. Sg., einen Sammelbegriff wie auf Deutsch etwa „das Hinkende“ (das wäre hier jedoch missverständlich formuliert). Er bezeichnet metonymisch (abstractum pro concreto) die verstreuten Mitglieder Israels. Beide machen symbolische Anspielungen an hilfsbedürftige Herdentiere, die die Hilfe des Schäfers benötigen (vgl. schon Mi 2,12 und Zef ; Kessler, Micha, S. 194).
- will ich zusammenführen … sammeln Kohortativ (Imperativ der 1. Person), hier modal übersetzt.
- Micha 2,12; Zefanja 3,19
7 Dann (und) will (werde) ich [die] Humpelnden (Lahmen) zu einem Überrest machen (einsetzen) und die Entfernten (Ermüdeten; Vertriebenen)1 zu einer mächtigen Nation (Volk)2.3 Und JHWH wird auf dem Berg Zion als König über sie herrschen von nun an und für immer (bis [in] Ewigkeit).
- Entfernten (Ermüdeten; Vertriebenen) Das Wort נַהֲלָאָה ist nur hier bezeugt, deshalb ist seine Bedeutung unbekannt. Der Targum wiederholt aus V. 6 „das Vertriebene“. Auch die alten Übersetzungen sind sich uneinig (LXX: τὴν ἀπωσμένην „das Abgelehnte“, Peschitta: „das Entfernte“ (ebenfalls aus V. 6), Vulg: eam quæ laboraverat „diejenige, die gearbeitet hat“) Es gibt mehrere Deutungsmöglichkeiten, von denen die meisten von einem determinierten Ptz. Nifal fem. ausgehen: 1. Es könnte sich um ein funktionales Synonym zu הַנִּדָּחָה (V. 6) handeln und würde dann ebenfalls „das Vertriebene“ bezeichnen (Waltke, Micah, S. 222 übersetzt so, lässt die Entscheidung aber offen; DBL Hebrew. So auch der Targum Jonathan, vgl. LXX). 2. Es könnte, ebenfalls parallel zu הַנִּדָּחָה (V. 6), von der Wurzel הלא mit der mutmaßlichen Bedeutung „weit entfernt sein“ abstammen (DCH; Wolff, Micha, 84; Kessler, Micha, S. 191; Ges18). Sie ist in der Phrase הָלְאָה „darüber hinaus/weiter weg/jenseits“ (Num 32,19; 1Sam 10,3; 20,22.37) oder „Weg mit dir!“ o.ä. (Gen 19,9) „weit weg“ (Num 17,2) immerhin 16 mal belegt (vgl. Ges18 und DCH). 3. Es könnte als funktionales Synonym zu הַצֹּֽלֵעָה „das Humpelnde“ (V. 7a) aufzufassen sein. Dann könnte es sich von einer unbezeugten Wurzel הלא (oder לאה) „ermüden“ o.ä. ableiten (Ges18, vgl. DCH und Waltke, Micah, 222; sowie die Vulgata-Übersetzung). 4. Auch eine Konjektur von הַנַּהֲלָאָה zu dem undeterminierten Adjektiv חַנַּהֲלָאָ֖ה („das Erkrankte“ von חָלָא) wäre denkbar (Wellhausen; So Waltke, Micha, S. 222, und Wolff, Micha, S. 84, ohne nähere bibliographische Angaben). Die zweite Option wird vorgezogen, weil sie lexikalisch noch am besten gestützt ist und zudem am besten zur strukturellen Parallele הַנִּדָּחָה die Vertriebenen (V. 6) passt (So Kessler, Micha, 191).
- mächtigen Nation Hier wird die Formulierung aus V. 3 aufgegriffen.
- Zefanja 3,19
8 Und du, Wachtturm (Garten) der Herde (Migdal Eder), Ophel (Hügelfestung, Hügel), Tochter Zions (der Tochter Zions),1 zu dir wird [sie] gelangen, {und} [zu dir] die einstmalige (frühere) Herrschaft kommen, die Königswürde zur Tochter Jerusalems2.
- Turm der Herde (Migdal Eder) (Hebr. מִגְדַּל־עֵדֶר) Je nach Interpretation ein poetischer Name für Jerusalem oder ein entsprechender Ortsname (wie in Gen 35,21). In dieser dreifachen Anrede scheint es jedoch am einfachsten und logischsten anzunehmen, dass sich wie Tochter Zions auch Turm der Herde und Ophel auf Jerusalem beziehen (bzw. metonymisch auf den israelitischen König; so Waltke, Micah, S. 229-31; Kessler, Micha, S. 199; Andersen, Micah, S. 439). Das AT bezeichnet den König häufiger als Hirten seines Volkes. Der Turm Davids aus Hld 4,4 könnte Ophel (Hebr. עֹפֶל) kommt im AT achtmal vor und bezeichnet einen Ort in Jerusalem, nämlich eine Hügelfestung in der alten Davidsstadt (Wolff, Micha, S. 96). Obwohl der Bezug nicht ganz sicher ist, ist er der am besten belegte. Tochter Zions Eine im AT häufige poetische Bezeichnung Jerusalems. Zion ist der Tempelhügel.
- Tochter Jerusalems Wie Tochter Zions eine poetische Bezeichnung Jerusalems (s. vorige Fußnote).
Chapter 5
1 1 Und du, Bethlehem Efrata, das du klein bist unter den Tausendschaften Judas, aus dir wird mir der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein wird; Und seine Ursprünge sind aus Vorzeit, von den Tagen der Ewigkeit her.
- [Status: Ungeprüft]
2 Deshalb wird er sie dahingeben bis zu der Zeit, da eine Gebärende gebar und der Rest seiner Brüder zu den Israeliten zurückkehrt.
3 Und er wird sich hinstellen und weiden in der Kraft JHWH s, in der Hoheit des Namens JHWHs, seines Gottes; und sie werden wohnen, Ja, jetzt wird er groß sein bis an die Grenzen der Welt.
4 Dieser wird das Heil sein, - Assur, wenn es in unser Land kommt und wenn es in unsere Paläste tritt, dann haben wir sieben Hirten dagegen aufgestellt und acht Menschenfürsten
5 Und sie werden das Land Assur mit dem Schwert weiden und das Land Nimrods in seinen Toren – und er wird aus/vor Assur erretten, wenn es in unser Land kommt und wenn es unser Gebiet trifft.
6 Der Rest Jakobs inmitten vieler Völker wird wie Tau von JHWH her sein, wie Regen auf grünem Kraut, der nicht auf den Mensch hofft und nicht auf Menschenkinder wartet.
7 Der Rest Jakobs unter den Völkern inmitten vieler Völker wird sein wie ein Löwe unter dem Wild des Waldes, wie ein Jungleu unter den Kleinviehherden, der wenn er hindurchzieht und niedertritt, reißt und keiner rettet.
8 Erhebe deine Hande gegen deine Feinde, dass alle deine Feinde ausgerottet werden.
9 An jenem Tag – Spruch JHWH s- werde ich deine Rosse aus deiner Mitte ausrotten und deine Streitwagen vernichten.
10 Ich werde die Städte deines Landes ausrotten und all deine Festungen niederreißen
11 Ich rotte aus die Zaubermittel aus deiner Hand, so dass du keine Wahrsager mehr hast
12 Ich rotte aus deine Götterbilder und eine Masseben aus deiner Mitte, sodass du nicht mehr niederfallen kannst vor dem Werk deiner Hände
13 Ich reiße aus deine Ascheren aus deiner Mitte und zerstöre deine Städte
14 Ich werde in Zorn und Grimm Rache üben an den Völkern, die nicht gehört haben.