reltext

Chapter 1

1 1 Zur Zeit (in den Tagen) des Richtens der Richter2 war (herrschte) eine Hungersnot im Land3 (kam eine Hungersnot über das Land). Da verließ4 ein Mann Betlehem in Juda (machte sich ein aus Betlehem in Juda [stammender] Mann auf)5, um sich in {dem Gebiet von} (bei den Feldern von)6 Moab7 niederzulassen8 - er, seine Frau und seine beiden Söhne9.

Original Hebrew

וַ/יְהִ֗יו/יה֗יוַ/יְהִיו/יהיva/y.Hiand/ it wasH9001H1961Hc+Vqw3ms
בִּ/ימֵי֙ב/ימי֙בִּ/ימֵיב/ימיbi./Meiin/ [the] days ofH9003H3117GHR+Ncmpc
שְׁפֹ֣טשפ֣טשְׁפֹטשפטshe.Fot[the] judging ofH8199HVqcc
הַ/שֹּׁפְטִ֔יםה/שפט֔יםהַ/שֹּׁפְטִיםה/שפטיםha./sho.fe.Timthe/ judgesH9009H8199HTd+Vqrmpa
וַ/יְהִ֥יו/יה֥יוַ/יְהִיו/יהיva/y.Hiand/ it wasH9001H1961Hc+Vqw3ms
רָעָ֖ברע֖ברָעָברעבra.'Ava famineH7458HNcmsa
בָּ/אָ֑רֶץב/א֑רץבָּ/אָרֶץב/ארץba./'A.retzin the/ landH9003H0776GHRd+Ncfsa
וַ/יֵּ֨לֶךְו/י֨לךוַ/יֵּלֶךְו/ילךva/i.Ye.lekhand/ he wentH9001H1980GHc+Vqw3ms
אִ֜ישׁא֜ישאִישׁאיש'isha manH0376GHNcmsa
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לֶ֣חֶםל֣חםלֶחֶםלחםLe.chem-lehemH1035GHNpl
יְהוּדָ֗היהוד֗היְהוּדָהיהודהye.hu.DahJudahH3063GHNpl
לָ/גוּר֙ל/גור֙לָ/גוּרל/גורla./Gurto/ sojournH9005H1481AHR+Vqcc
בִּ/שְׂדֵ֣יב/שד֣יבִּ/שְׂדֵיב/שדיbi/s.Deiin/ [the] region<s> ofH9003H7704GHR+Ncmpc
מוֹאָ֔במוא֔במוֹאָבמואבmo.'AvMoabH4124GHNpl
ה֥וּאה֥ואהוּאהואhu'heH1931HPp3ms
וְ/אִשְׁתּ֖/וֹו/אשת֖/ווְ/אִשְׁתּ/וֹו/אשת/וve./'ish.T/oand/ wife/ hisH9002H0802HH9023HC+Ncfsc+Sp3ms
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בָנָֽי/ו\׃בני/ו\בָנָֽי/ו\׃בני/ו\va.Na/vsons/ hisH1121AH9023\H9016HNcmpc+Sp3ms
  1. [Status: Zuverlässig]
  2. des Richtens der Richter - Die Begriffe „Richter“ und „Richten“ dürften in der LF missverständlich sein, da es sich bei den biblischen Richtern natürlich nicht um Richter im heutigen Sinn des dt. Wortes handelte, sondern um eine Art Stammesführer. Sinnvoll daher Holmstedt 2010: „Als noch die Häuptlinge regierten,...“; eleganter sicher die Paraphrase von de Waard/Nida 1992, S. 5 und T4T: „Als Israel noch keine Könige hatte...“.
  3. im Land - d.h. in Israel. Übersetze daher vielleicht besser: „...herrschte ein Hungersnot in Israel“ (de Waard/Nida 1992, S. 6).
  4. Zur Zeit des Richtens ... herrschte ... . Da verließ - Oder: Zur Zeit des Richtens der Richter, als eine Hungersnot im Land herrschte, verließ... (vgl. syntaktisch ähnlich Ex 12,41; dazu z.B. Nic §30). tFN: W.: „Und es war in den Tagen des Richtens der Richter. Und es war eine Hungersnot im Land. Und es verließ...“ - Sowohl die Zeitangabe „in den Tagen des Richtens der Richter“ als auch die Information über die Hungersnot wird eingeleitet durch das Verb wajähi („und es war“). Eine solche Doppelung von wajähi findet sich zwar sehr selten in der Bibel, ist aber unproblematisch: Das erste wajähi ist zusammen mit bime („in den Tagen von“) eine stehende Wendung für die Einführung einer neuen Erzählzeit, entsprechend einfach dem dt. „zur Zeit von...“ (vgl. z.B. Holmstedt 2010, S. 52). Und das zweite wajähi ist entweder ebenso aufzufassen (und dann nach der Auflösung in der FN zu deuten) oder ist ein Kopulaverb im Hauptsatz „[Zur Zeit des Richtens der Richter] war (=herrschte) eine Hungersnot im Land.“ (vgl. z.B. Harmelink 2011, S. 212; so die meisten Üss.) und dann aufzulösen wie in der Primärübersetzung.
  5. verließ ein Mann Betlehem in Juda (machte sich ein aus Betlehem in Juda [stammender] Mann auf) - Beide Auflösungen sind gleichermaßen möglich. Nach der primären Auflösung würde die Reise näher beschrieben („Ein Mann ging fort, und zwar ging er fort aus Betlehem in Juda“); nach der alternativen Auflösung der Mann („ein Mann ging fort, und zwar ein aus Betlehem in Juda stammender Mann“). Da die Information, die die Alternativauflösung bieten würde, aber ja in V. 2 geliefert wird, sollte man besser nach der primären Auflösung deuten.
  6. in {dem Gebiet von} (bei den Feldern von) (Vv. 1.6) + aus {dem Gebiet von} (von den Feldern von) (V. 6.22) - Heb. ßadeh (Gebiet, Feld). Mit diesem Wort wird hier - wie oft - nur angezeigt, dass es sich beim folgenden Ortsnamen um einen Ortsnamen handelt („im Gebiet Moab“, d.h. „in Moab“) und sollte dann besser unübersetzt bleiben. Fischer 2001, S. 124 dagegen deutet den Begriff als sprechenden Begriff: Elimelech und seine Familie verlassen Betlehem ob einer Hungersnot und emigrieren daher zu den [Getreide-]Feldern Moabs. Diese Deutung basiert allerdings auf einer Analyse von ßäde als Plural. Das Wort lässt sich im MT aber auch als Sg. analysieren, und weil einige Mss. - darunter auch ein Ms. aus Qumran, das älter ist als der MT - das Wort in einer Wortform bieten, die unmissverständlich Sg. ist und weil weiterhin auch die Versionen ganz einheitlich mit Sg. übersetzen, ist auch im MT die Analyse des Wortes als Sg. deutlich vorzuziehen.
  7. Moab - östlicher Nachbarstaat Israels (für näheres s. Moab / Moabiter (WiBiLex)). Wegen verschiedener kriegerischer Konflikte ist Moab im AT meist negativ belegt; auch im Richterbuch (s. Ri 3,12-30). Noch dazu ist Moab nicht einmal eine naheliegende Wahl für die Hungerflucht: Im Gegensatz zum klassischen Emigrationsland Ägypten unterliegt Moab in etwa den selben klimatischen Bedingungen wie Israel, und obwohl es wegen der gebirgigen Lage Moabs theoretisch möglich wäre, dass wegen der dortigen höheren Niederschlagsmenge Israel unter einer kurzen Hungersnot leidet, Moab aber nicht, ist es ganz unmöglich, dass Moab nicht von den klimatischen Verhältnissen betroffen wäre, die in Israel eine Hungersnot von zehn Jahren verursachen.Hinter der der Entscheidung des Erzählers für Moab stehen daher sicher andere Gründe; s. das Ende der Anmerkungen.
  8. niederzulassen - Heb. gur bedeutet nicht einfach „wohnen“, sondern bezeichnet das dauerhafte Siedeln von zugereisten Ausländern. Ebach 1998, S. 281 umschreibt seinen Status hier sehr gut mit „Hungerasylant“; dies oder ähnliches wäre wohl wirklich eine sinnvolle Übersetzung: „um in Moab Asyl zu suchen“.Ein ger („Siedler, Asylant“) hat in der Bibel häufig einen schweren Schicksalsschlag hinter sich (wegen dem er überhaupt erst ausgereist ist), ist in der Regel arm und hat rechtlich nicht den selben Status wie ein Einheimischer (so z.B. auch Würthwein 1969, S. 10 - allerdings hat er aufgrund dieses rechtlichen Sonderstatus einige Rechte eben doch - im Unterschied zum nokri, dem bloßen „Ausländer“). Elimelech und seine Familie werden also schon durch die Verwendung dieses Wortes in eine sozial sehr tief stehende Schicht eingeordnet.
  9. ein Mann ... - er, seine Frau und seine beiden Söhne (V. 1) + sie hinterblieb, sie und ihre beiden Söhne (V. 3) + es hinterblieb die Frau, ohne ihre beiden Kinder und ohne ihren Mann - Wenn im Hebräischen eine Sache von mehreren Subjekten ausgesagt werden soll, kann sie auch nur von einem Subjekt ausgesagt werden, das dann nach dieser Aussage mit einem (Pro-)Nomen noch einmal aufgegriffen und um die weiteren Subjekte erweitert wird („gespaltene Koordination“; vgl. z.B. JM §146c2; ad loc. Holmstedt 2010, S. 57f). Normalerweise sollte man im Dt. daher Vv. 1.3 besser übersetzen: „ein Mann, seine Frau und seine beiden Söhne verließen...“ (V. 1) resp. „sie und ihre beiden Söhne hinterblieben“ (V. 3); auch V. 5 würde man normalerweise natürlich besser übersetzen als „Die Frau hinterblieb“. Hier aber ist diese Konstruktion bewusst gewählt; s. die Anmerkungen.

2 Der Name des Mannes [war] Elimelech (Gott ist König) und der Name seiner Frau [war] Noomi (lieblich) und die Namen seiner beiden Söhne [waren]1 Machlon (krank?)2 und Kiljon (schwindend?). [Sie waren] Efratiter3 aus Betlehem in Juda. Und so kamen sie {in das Gebiet von} [nach] (zu den Feldern von) Moab und blieben dort.

Original Hebrew

וְ/שֵׁ֣םו/ש֣םוְ/שֵׁםו/שםve./Shemand/ [the] name ofH9002H8034HC+Ncmsc
הָ/אִ֣ישׁה/א֣ישהָ/אִישׁה/אישha./'Ishthe/ manH9009H0376GHTd+Ncmsa
אֱֽלִימֶ֡לֶךְאלימ֡לךאֱֽלִימֶלֶךְאלימלך'eli.Me.lekh[was] ElimelechH0458HNpm
וְ/שֵׁם֩ו/שם֩וְ/שֵׁםו/שםve./Shemand/ [the] name ofH9002H8034HC+Ncmsc
אִשְׁתּ֨/וֹאשת֨/ואִשְׁתּ/וֹאשת/ו'ish.T/owife/ hisH0802HH9023HNcfsc+Sp3ms
נָעֳמִ֜ינעמ֜ינָעֳמִינעמיno.'o.Mi[was] NaomiH5281HNpf
וְ/שֵׁ֥םו/ש֥םוְ/שֵׁםו/שםve./Shemand/ [the] name ofH9002H8034HC+Ncmsc
שְׁנֵֽי\־שני\שְׁנֵֽי\־שני\she.nei-[the] twoH8147\H9014HNcbdc
בָנָ֣י/ו\׀בנ֣י/ו\בָנָי/ו\׀בני/ו\va.Na/vsons/ hisH1121AH9023\H9015HNcmpc+Sp3ms
מַחְל֤וֹןמחל֤וןמַחְלוֹןמחלוןmach.Lon[was] MahlonH4248HNpm
וְ/כִלְיוֹן֙ו/כליון֙וְ/כִלְיוֹןו/כליוןve./khil.yOnand/ KilionH9002H3630HC+Npm
אֶפְרָתִ֔יםאפרת֔יםאֶפְרָתִיםאפרתים'ef.ra.TimEphrathitesH0673HHNgmpa
מִ/בֵּ֥יתמ/ב֥יתמִ/בֵּיתמ/ביתmi./Beitfrom/ Beth-H9006H1035GHR+Npl
לֶ֖חֶםל֖חםלֶחֶםלחםLe.chem-lehemH1035GHNpl
יְהוּדָ֑היהוד֑היְהוּדָהיהודהye.hu.DahJudahH3063GHNpl
וַ/יָּבֹ֥אוּו/יב֥אווַ/יָּבֹאוּו/יבאוva/i.ya.Vo.'uand/ they cameH9001H0935GHc+Vqw3mp
שְׂדֵי\־שדי\שְׂדֵי\־שדי\se.dei-[the] region<s> ofH7704G\H9014HNcmpc
מוֹאָ֖במוא֖במוֹאָבמואבmo.'AvMoabH4124GHNpl
וַ/יִּֽהְיוּ\־ו/יהיו\וַ/יִּֽהְיוּ\־ו/יהיו\va/i.yih.yu-and/ they wereH9001H1961\H9014Hc+Vqw3mp
שָֽׁם\׃שם\שָֽׁם\׃שם\ShamthereH8033G\H9016HD
  1. tFN: die Namen seiner beiden Söhne [waren] - W. „der Name seiner beiden Söhne [war]“, aber s. JM §136l: „[... Das Hebräische hat] die Tendenz, in Fällen, in denen etwas in ähnlicher Weise für mehrere Individuen gilt, Singular statt Plural zu setzen [...].“ Übersetze daher wie angegeben.
  2. Machlon (krank?) + Kiljon (schwindend?) (V. 2) + Orpa (Nacken?, Wolke?) + Rut (Sättigung?, Freundin?) (V. 4) - Namen sind in der Bibel oft sog. „descriptive names“, d.h. sie sind sprechende Namen, die eine Bedeutung in der Erzählung haben. Weil Noomi in V. 21 selbst mit ihrem Namen spielt (der also klar ein solcher „descriptive name“ ist) und auch der Name von „Herr Irgendwer“ in Kap. 4 fast stets als sprechender Name gedeutet wird, gehen viele davon aus, dass auch obige vier Namen solche descriptive names sein müssten. Ihre Bedeutungen sind aber unklar: * Die Deutung von Machlon und Kiljon als „krank“ und „schwindend“ wäre sprachlich möglich und würde im Rahmen des Rutbuches auch Sinn machen, da sie ja tatsächlich innerhalb von nur vier Versen wieder aus der Geschichte wegsterben. Allerdings gab es diese Namen recht sicher tatsächlich, so dass schwer vorstellbar ist, dass dies wirklich die hinter diesen Namen stehende Bedeutung war (wenn man den namensgebenden Eltern nicht stets einen „grausamen Humor“ (Holmstedt 2010, S. 60) zusprechen will). Rudolph 1962, S. 38 etwa verbindet daher die Namen stattdessen mit „süß/reizend sein“ (Machlon = „der Süße/Reizende“) oder „listig sein“ (Machlon = „der Listige“) und „vollendet sein“ (Kiljon = „der Vollendete“; so auch schon König 1893, S. 287). Wahrschenlich sollte man sich besser mit dem Eingeständnis bescheiden, dass nicht gewiss ist, was die Namen bedeuten (so z.B. Campbell 1975, S. 52f). * Orpa wurde schon von den alten jüdischen Exegeten mit orep („Rücken, Nacken“) in Zusammenhang gebracht und dann so erklärt, dass sie so als die „Widerspenstige“ oder „die den Rücken Kehrende“ dargestellt werden solle,was aber recht „gekünstelt“ (Gerleman 1965) ist. Glanzmann 1959, S. 206 und Dahood 1962, S. 224 leiten außerdem ab vom Ugaritischen `rpt („Wolke“), was sprachlich wohl möglich wäre, erstens aber keine Anerkennung in der Exegese gefunden hat und zweitens in diesem Falle kein descriptive name wäre, so dass es irrelevant für die Übersetzung wäre. * Rut wurde früher meist abgeleitet von rä`ut („Freundin, Gefährtin“ - so schon Syr), was aber etymologisch nur schwer möglich ist. Seit Bruppacher 1966 wird er außerdem wieder häufiger nach der Wurzel rwy (sich sattdrinken) als „Sättigung“, „Erfrischung“ gedeutet (so schon b. Berachoth 7b; Bertholet 1898, S. 57f), was sprachlich zwar möglich wäre, aber in der Exegese dennoch keine allgemeine Anerkennung gefunden hat. Einige gehen außerdem wegen dieser Ungewissheiten davon aus, dass wir es hier mit echt moabitischen Namen zu tun haben, deren Bedeutung sich von uns daher nicht mehr erschließen lässt.
  3. Efratiter - Bedeutung unklar; vermutlich handelt es sich (1) entweder um eine Sippe, die v.a. in der Gegend in und um Betlehem siedelte, oder (2) Efrata ist eine Region, in der u.a. auch Betlehem lag, oder (3) eine alternative Bezeichnung für Betlehem selbst.Dass die Bedeutung unklar ist, ist aber nicht sehr problematisch, da der Begriff hier ohnehin mehr einem Wortspiel als der Information dient: Sowohl „Efratiter“ als auch „Betlehem“ sind sprechende Namen: „Efrata“ ist das „fruchtbare Land“ (Meister 1991, S 115) und „Betlehem“ bedeutet bekanntlich „Haus des Brotes“, „Brothausen“ (schon Luther 1535, S. 193b: „Denn Bethlehem heisst ein brod haus / und Ephrata fruchtbar / das ein fruchtbar land und gute narung darinnen gewesen ist.“). In den Ohren hebräischer Hörer musste der Satz also klingen wie „[Wegen einer Hungersnot] emigrierten sie nach Moab - obwohl sie Brothäusener aus der Fruchtgegend waren! - und blieben dort.“

3 Da starb1 Elimelech, der Mann Noomis, und sie hinterblieb, sie und ihre beiden Söhne.

Original Hebrew

וַ/יָּ֥מָתו/י֥מתוַ/יָּמָתו/ימתva/i.Ya.motand/ he diedH9001H4191Hc+Vqw3ms
אֱלִימֶ֖לֶךְאלימ֖לךאֱלִימֶלֶךְאלימלך'e.li.Me.lekhElimelechH0458HNpm
אִ֣ישׁא֣ישאִישׁאיש'ish[the] husband ofH0376HHNcmsc
נָעֳמִ֑ינעמ֑ינָעֳמִינעמיno.'o.MiNaomiH5281HNpf
וַ/תִּשָּׁאֵ֥רו/תשא֥רוַ/תִּשָּׁאֵרו/תשארva./ti.sha.'Erand/ she was leftH9001H7604Hc+VNw3fs
הִ֖יאה֖יאהִיאהיאhi'sheH1931HPp3fs
וּ/שְׁנֵ֥יו/שנ֥יוּ/שְׁנֵיו/שניu./she.Neiand/ [the] twoH9002H8147HC+Ncbdc
בָנֶֽי/הָ\׃בני/ה\בָנֶֽי/הָ\׃בני/ה\va.Nei./hasons/ herH1121AH9024\H9016HNcmpc+Sp3fs
  1. starb (V. 3) + starben (V. 5) - In der alten jüd. Exegese ist öfter der Tod Elimelechs, Machlons und Kiljons als die Strafe Gottes für ihre Sünden gedeutet worden: Elimelech wird für seine Emigration bestraft, Machlon und Kiljon für ihr Fernbleiben von Israel und ihre Mischehen. In der neueren Exegese findet sich diese Deutung nur noch selten (z.B. bei Berman 2007, S. 27-29), aber es ist doch auffällig, dass die beiden Auskünfte über das Sterben der Familienmitglieder jeweils direkt auf die Auskunft über das „Bleiben“ in Moab folgt und dass nur die ersten fünf Verse, die in Moab spielen, eine Unheilsgeschichte schildern, dagegen von V. 6 an mit Noomis Entscheidung, nach Israel zurückzukehren, eine Heilsgeschichte erzählt wird. Auf jeden Fall sollte, wenn möglich, so übersetzt werden, dass diese Bedeutungsnuance auch in der Übersetzung mitgehört werden kann - ein Leser zur mutmaßlichen Abfassungszeit jedenfalls hätte sie vermutlich mindestens mitgehört.

4 Sie nahmen sich moabitische Frauen (Sie gingen Mischehen mit moabitischen Frauen ein?)1. Der Name der einen [war] Orpa (Nacken?, Wolke?) und der Name der anderen [war] Rut (Freundin?, Sättigung?).2 Sie wohnten etwa zehn Jahre dort.

Original Hebrew

וַ/יִּשְׂא֣וּו/ישא֣ווַ/יִּשְׂאוּו/ישאוva/i.yis.'Uand/ they tookH9001H5375UHc+Vqw3mp
לָ/הֶ֗םל/ה֗םלָ/הֶםל/הםla./Hemfor <the>/ themselvesH9005H9038HRd+Sp3mp
נָשִׁים֙נשים֙נָשִׁיםנשיםna.ShimwivesH0802HHNcmpa
מֹֽאֲבִיּ֔וֹתמאבי֔ותמֹֽאֲבִיּוֹתמאביותmo.'a.vi.YotMoabiteH4125HNgfpa
שֵׁ֤םש֤םשֵׁםשםshem[the] name ofH8034HNcmsc
הָֽ/אַחַת֙ה/אחת֙הָֽ/אַחַתה/אחתha./'a.Chatthe/ oneH9009H0259HTd+Ncfsa
עָרְפָּ֔הערפ֔העָרְפָּהערפה'a.re.Pah[was] OrpahH6204HNpf
וְ/שֵׁ֥םו/ש֥םוְ/שֵׁםו/שםve./Shemand/ [the] name ofH9002H8034HC+Ncmsc
הַ/שֵּׁנִ֖יתה/שנ֖יתהַ/שֵּׁנִיתה/שניתha./she.Nitthe/ secondH9009H8145HTd+Aofsa
ר֑וּתר֑ותרוּתרותRut[was] RuthH7327HNpf
וַ/יֵּ֥שְׁבוּו/י֥שבווַ/יֵּשְׁבוּו/ישבוva/i.Ye.she.vuand/ they dweltH9001H3427Hc+Vqw3mp
שָׁ֖םש֖םשָׁםשםshamthereH8033GHD
כְּ/עֶ֥שֶׂרכ/ע֥שרכְּ/עֶשֶׂרכ/עשרke./'E.serabout/ tenH9004H6235HR+Ncmsc
שָׁנִֽים\׃שנים\שָׁנִֽים\׃שנים\sha.NimyearsH8141\H9016HNcmpa
  1. nahmen (gingen Mischehen ein) - ungewöhnlicher Begriff im Heb.: „Heiraten“ heißt dort gewöhnlich laqach ischah; hier aber - wie nur noch 2Chr 11,21; 13,21; Esr 9,2.12; Neh 13,25 - naßah ischah. Fischer 2001, S. 127 macht darauf aufmerksam, dass die drei letzten Stellen ebenfalls von Mischehen von Judäern mit Moabiterinnen handeln; es könnte sich hier also um einen terminus technicus handeln.
  2. Orpa und Rut - Chiasmus: V. 2: „Machlon und Kiljon“, V. 4: „Orpa und Rut“; dabei ist Orpa die Frau von Kiljon und Rut die von Machlon (s. Rut 4,10). Eine solche chiastische Anordnung von Namen ist ein häufigeres Stilmittel im Hebräischen (vgl. Campbell 1975, S. 151) und kann in der dt. Üs. ohne Bedeutungsverlust übergangen werden.

5 Da starben auch diese beiden - Machlon und Kiljon -, und es hinterblieb die Frau, ohne ihre beiden Kinder1 und ohne ihren Mann.

Original Hebrew

וַ/יָּמ֥וּתוּו/ימ֥ותווַ/יָּמוּתוּו/ימותוva/i.ya.Mu.tuand/ they diedH9001H4191Hc+Vqw3mp
גַם\־גם\גַם\־גם\gam-alsoH1571\H9014HD
שְׁנֵי/הֶ֖םשני/ה֖םשְׁנֵי/הֶםשני/הםshe.nei./Hemboth of/ themH8147H9028HNcbdc+Sp3mp
מַחְל֣וֹןמחל֣וןמַחְלוֹןמחלוןmach.LonMahlonH4248HNpm
וְ/כִלְי֑וֹןו/כלי֑וןוְ/כִלְיוֹןו/כליוןve./khil.Yonand/ KilionH9002H3630HC+Npm
וַ/תִּשָּׁאֵר֙ו/תשאר֙וַ/תִּשָּׁאֵרו/תשארva./ti.sha.'Erand/ she was leftH9001H7604Hc+VNw3fs
הָֽ/אִשָּׁ֔הה/אש֔ההָֽ/אִשָּׁהה/אשהha./'i.Shahthe/ womanH9009H0802GHTd+Ncfsa
מִ/שְּׁנֵ֥ימ/שנ֥ימִ/שְּׁנֵימ/שניmi./she.Neifrom/ bothH9006H8147HR+Ncbdc
יְלָדֶ֖י/הָילד֖י/היְלָדֶי/הָילדי/הye.la.Dei./hachildren/ herH3206H9024HNcmpc+Sp3fs
וּ/מֵ/אִישָֽׁ/הּ\׃ו/מ/איש/ה\וּ/מֵ/אִישָֽׁ/הּ\׃ו/מ/איש/ה\u./me./'i.Sha/hand/ from/ husband/ herH9002H9006H0376HH9024\H9016HC+R+Ncmsc+Sp3fs
  1. Kinder - Machlon und Kiljon werden hier - im Gegensatz zum vorherigen „Söhne“ - mit jeled („Kind“) bezeichnet, das sonst nie für Erwachsene verwendet wird. Vermutlich soll diese Wortwahl das Unglück der Frau unterstreichen, die nun nach ihrem Mann auch noch ihre beiden Kinder zu Grabe tragen muss (so auch Zakovitch 1999, S. 82). Zudem wird so bereits vorverwiesen auf Rut 4,16, wo Ruts „Kind“ Obed als Naomis Ersatz für ihre beiden gestorbenen „Kinder“ dargestellt wird.

6 Und sie begann, zurückzukehren1 - sie und ihre Schwiegertöchter2 - aus {dem Gebiet von} (von den Feldern von) Moab, weil sie in {dem Gebiet von} (bei den Feldern von) Moab gehört hatte3, dass JHWH sein Volk besucht hatte4, indem er ihm Brot5 gegeben hatte.

Original Hebrew

וַ/תָּ֤קָםו/ת֤קםוַ/תָּקָםו/תקםva./Ta.komand/ she aroseH9001H6965BHc+Vqw3fs
הִיא֙היא֙הִיאהיאhi'sheH1931HPp3fs
וְ/כַלֹּתֶ֔י/הָו/כלת֔י/הוְ/כַלֹּתֶי/הָו/כלתי/הve./kha.lo.Tei./haand/ daughters-in-law/ herH9002H3618HH9024HC+Ncfpc+Sp3fs
וַ/תָּ֖שָׁבו/ת֖שבוַ/תָּשָׁבו/תשבva./Ta.shovand/ she returnedH9001H7725GHc+Vqw3fs
מִ/שְּׂדֵ֣ימ/שד֣ימִ/שְּׂדֵימ/שדיmi./se.Deifrom/ [the] region<s> ofH9006H7704GHR+Ncmpc
מוֹאָ֑במוא֑במוֹאָבמואבmo.'AvMoabH4124GHNpl
כִּ֤יכ֤יכִּיכיkiifH3588AHTc
שָֽׁמְעָה֙שמעה֙שָֽׁמְעָהשמעהsha.me.'Ahshe had heardH8085GHVqp3fs
בִּ/שְׂדֵ֣הב/שד֣הבִּ/שְׂדֵהב/שדהbi/s.Dehin/ [the] region ofH9003H7704GHR+Ncmsc
מוֹאָ֔במוא֔במוֹאָבמואבmo.'AvMoabH4124GHNpl
כִּֽי\־כי\כִּֽי\־כי\ki-thatH3588A\H9014HTc
פָקַ֤דפק֤דפָקַדפקדfa.Kadhe had visitedH6485IHVqp3ms
יְהוָה֙יהוה֙יְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
עַמּ֔/וֹעמ֔/ועַמּ/וֹעמ/וa.M/opeople/ hisH5971AH9023HNcmsc+Sp3ms
לָ/תֵ֥תל/ת֥תלָ/תֵתל/תתla./Tetby/ givingH9005H5414GHR+Vqcc
לָ/הֶ֖םל/ה֖םלָ/הֶםל/הםla./Hemto <the>/ themH9005H9038HRd+Sp3mp
לָֽחֶם\׃לחם\לָֽחֶם\׃לחם\La.chemfoodH3899G\H9016HNcmsa
  1. tFN: begann, zurückzukehren - W. „Da stand sie auf, sie und ihre Schwiegertöchter, um zurückzukehren...“; ein solches vorgeschaltetes „aufstehen“ hat aber häufig nur die Bedeutung „mit etwas beginnen“ (vgl. de Waard/Nida 1992, S. 9; Dobbs-Allsopp 1995, S. 47). Übersetze besser: „Und sie machte sich auf den Rückweg“.
  2. sie und ihre Schwiegertöchter - die selbe Konstruktion wie in FN h beschrieben; normalerweise würde man auch hier übersetzen: „Da machten sie und ihre Schwiegertöchter sich auf den Rückweg“. In unserem Falle spielt es aber zusammen mit den obigen Versen: Nach Noomis Verlust von Ehemann und Söhnen eröffnet der zweite Erzählabschnitt von Kap. 1 mit der neuen Personenkonstellation Noomi + Rut und Orpa; beinahe wie ein „Neue Runde, neues Glück!“: Ihre ersten drei Begleiter hat Noomi verloren - was wird mit den beiden neuen Begleiterinnen geschehen?
  3. tFN: gehört hatte - Nach sog. „gespaltenen Koordinationen“ wie sie - sie und ihre Schwiegertöchter wird im Heb. meist mit Pluralverben angeschlossen (hier also: „sie hatten gehört“); hier aber steht ein Sg.-verb. Diese Konstruktion mit Sg. findet sich noch häufiger (vgl. z.B. Revell 1993, S. 76f.) und soll das Singularsubjekt (hier also Noomi) statt beiden koordinierten Subjekten ins Zentrum der Leseraufmerksamkeit stellen: Handelnde ist hier zuvorderst Noomi; erst ab V. 8 treten auch die beiden Schwiegertöchter als handelnde Subjekte in Aktion (ähnlich Campbell 1975, S. 63).
  4. besucht - Heb. Idiom für „sich um etwas kümmern“ (so z.B. Loretz 1963, S. 44). Gut daher EEB, EVD, GN, T4T: „dass er seinem Volk geholfen hatte“; HfA: „dass er sich über sein Volk erbarmt hatte“; NL: „dass er sich seinem Volk wieder gnädig zugewandt hatte“. „Sein Volk“ = Israel; übersetze daher vielleicht: „dass er seinem Volk Israel geholfen hatte und...“
  5. ihm Brot - Klangspiel: lahem lachem. „Brot“ steht im Heb. fast stets pars pro toto für Nahrung im Allgemeinen (vgl. z.B. de Waard/Nida 1992, S. 9; Zakovitch 1999, S. 83); übersetze daher besser „Nahrung“.

7 Und sie verließ den Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter [waren] bei ihr (standen unter ihrer Aufsicht?1). Und sie gingen auf dem Weg (zogen des Weges), um in das Land Juda zurückzukehren.

Original Hebrew

וַ/תֵּצֵ֗או/תצ֗אוַ/תֵּצֵאו/תצאva./te.Tze'and/ she went outH9001H3318GHc+Vqw3fs
מִן\־מן\מִן\־מן\min-fromH4480A\H9014HR
הַ/מָּקוֹם֙ה/מקום֙הַ/מָּקוֹםה/מקוםha./ma.kOmthe/ placeH9009H4725HTd+Ncmsa
אֲשֶׁ֣ראש֣ראֲשֶׁראשר'a.SherwhereH0834AHTr
הָיְתָה\־היתה\הָיְתָה\־היתה\ha.ye.tah-she had beenH1961\H9014HVqp3fs
שָׁ֔מָּ/הש֔מ/השָׁמָּ/השמ/הSha.ma/hthere/ <towards>H8033GH9011HD+Sd
וּ/שְׁתֵּ֥יו/שת֥יוּ/שְׁתֵּיו/שתיu./she.Teiand/ [the] twoH9002H8147HC+Ncfdc
כַלֹּתֶ֖י/הָכלת֖י/הכַלֹּתֶי/הָכלתי/הkha.lo.Tei./hadaughters-in-law/ herH3618HH9024HNcfpc+Sp3fs
עִמָּ֑/הּעמ֑/העִמָּ/הּעמ/ה'i.Ma/h[were] with/ herH5973AH9034HRd+Sp3fs
וַ/תֵּלַ֣כְנָהו/תל֣כנהוַ/תֵּלַכְנָהו/תלכנהva./te.Lakh.nahand/ they wentH9001H1980GHc+Vqw3fp
בַ/דֶּ֔רֶךְב/ד֔רךבַ/דֶּרֶךְב/דרךva./De.rekhon the/ wayH9003H1870LHRd+Ncbsa
לָ/שׁ֖וּבל/ש֖ובלָ/שׁוּבל/שובla./Shuvto/ returnH9005H7725GHR+Vqcc
אֶל\־אל\אֶל\־אל\'el-toH0413\H9014HR
אֶ֥רֶץא֥רץאֶרֶץארץ'E.retz[the] land ofH0776GHNcfsc
יְהוּדָֽה\׃יהודה\יְהוּדָֽה\׃יהודה\ye.hu.DahJudahH3063G\H9016HNpl
  1. standen unter ihrer Aufsicht - so kürzlich Schipper 2013. Doch das ist wahrscheinlich falsch; Schwiegertöchter waren im hebräischen Haushalt zwar hierarchisch ihren Schwiegermüttern untergeordnet, doch hatten diese keine Autorität über sie (um mit Exum 1997 zu sprechen: Ganz allgemein hatten Frauen im Alten Israel zwar - im familiären Rahmen des Haushalts - „Macht“, aber keine „Autorität“ (vgl. S. 136f)).Vielleicht auch: wo sie gewesen war, und [wo auch] ihre beiden Schwiegertöchter bei ihr [gewesen waren].

8 Da sagte Noomi zu ihren beiden Schwiegertöchtern: „Geht! Kehrt zurück1, jede in das Haus ihrer2 Mutter3!4 JHWH erweise euch Güte5, so wie ihr sie den Toten und mir erwiesen habt:

Original Hebrew

וַ/תֹּ֤אמֶרו/ת֤אמרוַ/תֹּאמֶרו/תאמרva./To.merand/ she saidH9001H0559Hc+Vqw3fs
נָעֳמִי֙נעמי֙נָעֳמִינעמיno.'o.MiNaomiH5281HNpf
לִ/שְׁתֵּ֣יל/שת֣ילִ/שְׁתֵּיל/שתיli/sh.Teito/ [the] twoH9005H8147HR+Ncfdc
כַלֹּתֶ֔י/הָכלת֔י/הכַלֹּתֶי/הָכלתי/הkha.lo.Tei./hadaughters-in-law/ herH3618HH9024HNcfpc+Sp3fs
לֵ֣כְנָהל֣כנהלֵכְנָהלכנהLe.khe.nahgoH1980GHVqv2fp
שֹּׁ֔בְנָהש֔בנהשֹּׁבְנָהשבנהShoe.nahreturnH7725GHVqv2fp
אִשָּׁ֖האש֖האִשָּׁהאשה'i.Shah[each] womanH0802IHNcfsa
לְ/בֵ֣יתל/ב֣יתלְ/בֵיתל/ביתle./Veitto/ [the] house ofH9005H1004MHR+Ncmsc
אִמָּ֑/הּאמ֑/האִמָּ/הּאמ/ה'i.Ma/hmother/ herH0517H9024HNcfsc+Sp3fs
יַ֣עַשׂי֣עשיַעַשׂיעשya.'a.sehmay he dealH6213AHVqj3ms
יְהוָ֤היהו֤היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
עִמָּ/כֶם֙עמ/כם֙עִמָּ/כֶםעמ/כם'i.ma./Khemwith/ youH5973AH9036HRd+Sp2mp
חֶ֔סֶדח֔סדחֶסֶדחסדChe.sedcovenant loyaltyH2617AHNcmsa
כַּ/אֲשֶׁ֧רכ/אש֧רכַּ/אֲשֶׁרכ/אשרka./'a.Sherjust/ asH9004H0834DHR+Tr
עֲשִׂיתֶ֛םעשית֛םעֲשִׂיתֶםעשיתם'a.si.Temyou have dealtH6213AHVqp2mp
עִם\־עם\עִם\־עם\'im-withH5973A\H9014HR
הַ/מֵּתִ֖יםה/מת֖יםהַ/מֵּתִיםה/מתיםha./me.Timthe/ deadH9009H4191HTd+Vqrmpa
וְ/עִמָּדִֽ/י\׃ו/עמד/י\וְ/עִמָּדִֽ/י\׃ו/עמד/י\ve./'i.ma.D/iand/ with/ meH9002H5973AH9030\H9016HC+R+Sp1bs
  1. Geht!, kehrt zurück - Oder: »Los, kehrt zurück« (Geht gelesen als sog. »Vorbereitungs-Imperativ«; vgl. z.B. Jenni 2005, S. 242f.; ad loc. ähnlich Zakovitch 1999, S. 89). Geht! Kehrt zurück... bildet aber einen Chiasmus mit Kehrt zurück! Geht... in V. 12, die man nicht so deuten kann; daher sollte man besser auch hier nicht als Vorbereitungsimperativ deuten.
  2. ihrer (V. 8) + euch (V. 8.9) + eure (V. 11) + euretwillen (V. 13) + beiden (V. 19) + Diese [beiden] (V. 22) - Das Hebräische kennt neben dem Singular und dem Plural auch einen »Dual« - eine Form, mit der exakt zwei Referenten bezeichnet werden. Z.B. würde entsprechend im Deutschen Apfel in »Ein Apfel« im Singular, »zwei Äpfel« im Dual und »drei Äpfel« im Plural stehen. Diese Form ist sehr selten und findet sich hier so häufig wie fast nirgends sonst; dahinter steckt wohl der bewusste Gestaltungswille des Autors, s. die Anmerkungen.tFN: Genauer: Im Rutbuch findet sich mehrere Male das Phänomen, dass statt den weiblichen - auf -n endenden - Plural-pronomina scheinbar männliche - auf -m endende - Pronomina verwendet werden. Der Grund dafür ist stark umstritten. Vorgeschlagen wurde, dass es sich hier (1) um eine besonders alte hebräische Konstruktion (eine archaische »Dual-Form«; vgl. bes. Campbell 1975, S. 25.65; auch Lim 2011, S. 110f; Michel 2004, S. 86f; Rendsburg 2013, S. 635; Sasson 1979, S. 23; Tropper 1992, S. 208; zu hemma in Rut 1,22 Bush 1996, S. S. 94f; Christian 1953, S. 39; Couprie 1952, S. 153; Rendsburg 1982, S.&amp;nbsp;40; NET; noch Fontinoy 1969, S. 59f.), (2) um eine Ausprägung eines regionalen Dialekts (ein »Betlehemismus«; vgl. Gow 1992, S. 195; Young 1997, S. 10f) oder (3) um gewöhnliche hebräische Genus-Inkongruenzen (vgl. Holmstedt 2010, S. 24; offenbar auch schon Levi 1987) handle. Möglich wäre wohl außerdem, (4) es als gewöhnliches Merkmal des postexilischen Hebräisch zu erklären: Die Verwechslung von -m und -n findet sich häufiger im späten Hebräisch und nimmt spätestens von der Zeit des zweiten Tempels an immer mehr zu (vgl. z.B. HDSS § 200.142; zu hemma in Rut 1,22 noch Schattner-Rieser 1994, S. 196f; ad loc. ähnlich Bar-Asher 2008; Bar-Asher 2009, S. 44).Das Phänomen findet sich hier aber so gehäuft, dass man es wohl auf den bewussten Gestaltungswillen des Autors zurückführen muss (gegen (4)), und da sich keine Motivierung für etwaige Genus-inkongruenzen finden lassen (gegen (3)) und die Deutung als Dialekt ausscheidet, da sich das Phänomen in 1,19 auch im Mund des Autors findet (gegen (2)), sollte man recht sicher doch Deutung (1) den Vorzug geben.
  3. Haus ihrer Mutter - ungewöhnlicher Ausdruck; für gewöhnlich spricht man im Hebräischen vom »Haus des Vaters«. Campbell 1975, S. 64; Hajek 1962, S. 28f.; Zakovitch 1999, S. 89 haben erwägenswert vorgeschlagen, dass man vom »Haus der Mutter« regelmäßig dann gesprochen habe, wenn persönliche Angelegenheiten wie etwa die nächste Heirat besprochen werden sollten. Dann wäre die Stelle so zu verstehen: Das Rutbuch ist deutlich in Anlehnung an Gen 38 verfasst (dazu bes. van Wolde 1997; s. auch bes. Rut 4,12). Dort sagt Juda in V. 11 zu Tamar: »Wohne als Witwe im Haus deines Vaters, bis mein Sohn Schela erwachsen ist!«. In unserem Vers wäre also das »Haus des Vaters« durch »das Haus der Mutter« - den Ort, wo die nächste Heirat geregelt wird - ausgetauscht und bewusst das »als Witwe« ausgespart.Vielleicht aber auch einfach so: Der Ausdruck »Haus des Vaters« steht in der Bibel selten für das Gebäude, sondern i.S.v. »Haushalt« für die Familie des Vaters. Das ist wohl auch hier der Sinn: »Kehrt zurück zu den Familien eurer Mütter, statt als meine Angehörigen mit mir - eurer Schwiegermutter - nach Juda zurückzukehren.« (vgl. ähnlich Levine 1983, S. 98f, FN 7).So und so wäre die Intention hinter Noomis Aufforderung die selbe: Sie löst die Familienbande, die Rut und Orpa noch mit ihr verbinden, und gibt sie so frei zu einer neuerlichen Heirat.
  4. Wahrscheinlich durfte Noomi ihre Schwiegertöchter rechtlich gesehen gar nicht zurückschicken; s. die Anmerkungen.
  5. Güte - Heb. chesed, ein Schlüsselwort im Buch. Einige Exegeten gehen sogar - gar nicht unwahrscheinlich - davon aus, dass »um dieses Wort herum« das ganze Buch gebaut sei und die Gesamtaussage des Buches die sei, dass man weniger »legalistisch« (d.h. übertrieben ausgerichtet an den vielen Geboten des AT), sondern mehr geleitet von chesed leben solle (vgl. z.B. bes. gut LaCocque 2004, S. 28-32). Die Übersetzung dieses vieldeutigen Wortes ist also so zentral, dass Alfredo 2013 kürzlich ein ganzes Buch zu dieser Frage vefasst hat.Im Buch Rut findet sich das Wort drei Mal: Hier, in Rut 2,20 und in Rut 3,10; als Ausprägungen von chesed werden oft außerdem Ruts Handlung in Vv. 14-17 und Boaz' Handlungen in Rut 2,8f.15f und in Rut 3,11-15; 4,1-10 gesehen; ich würde außerdem durchaus ergänzen: Noomis Handeln in V. 8 (s. FN y + Anmerkungen). Will man sich auf nur einen Begriff festlegen - was sehr wünschenswert wäre, da es sich eben um das Schlüsselwort des Rutbuches handelt -, muss dieser also beschreiben: (a) Die vorbildliche Gesinnung einer Ehefrau gegenüber ihrem Ehemann und ihrer Schwiegermutter, (b) eine Haltung, die so gut ist, dass sie das gesetzlich und moralisch Gebotene so sehr übertreffen kann, dass sich selbst widervernünftige und sogar illegale Handlungen daraus ergeben können und (c) die Handlungsweise Gottes, wenn er sich dem schweren Geschick von Menschen gnädig erbarmt. Wäre ich (S.W.) LF-Übersetzer, würde ich »Güte« wählen, da diese Wiedergabe am ehesten zu allen drei Stellen passt. Auch die meisten Üss. haben entweder dies oder »Liebe«.

9 JHWH vergelte es euch damit, dass (JHWH gebe, dass) ihr Ruhe1 findet2 - jede im Haus ihres Mannes3!“ - und sie küsste sie. Da erhoben sie ihre Stimmen, weinten4

Original Hebrew

יִתֵּ֤ןית֤ןיִתֵּןיתןyi.Tenmay he giveH5414GHVqi3ms
יְהוָה֙יהוה֙יְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
לָ/כֶ֔םל/כ֔םלָ/כֶםל/כםla./Khemto <the>/ youH9005H9036HRd+Sp2mp
וּ/מְצֶ֣אןָו/מצ֣אןוּ/מְצֶאןָו/מצאןu./me.Tze.naand/ findH9002H4672HC+Vqv2fp
מְנוּחָ֔המנוח֔המְנוּחָהמנוחהme.nu.ChahrestH4496HHNcfsa
אִשָּׁ֖האש֖האִשָּׁהאשה'i.Shah[each] womanH0802IHNcfsa
בֵּ֣יתב֣יתבֵּיתביתbeit[the] house ofH1004MHNcmsc
אִישָׁ֑/הּאיש֑/האִישָׁ/הּאיש/ה'i.Sha/hhusband/ herH0376HH9024HNcmsc+Sp3fs
וַ/תִּשַּׁ֣קו/תש֣קוַ/תִּשַּׁקו/תשקva./ti.Shakand/ she kissedH9001H5401AHc+Vqw3fs
לָ/הֶ֔ןל/ה֔ןלָ/הֶןל/הןla./Hen<to> <the>/ themH9005H9039HRd+Sp3fp
וַ/תִּשֶּׂ֥אנָהו/תש֥אנהוַ/תִּשֶּׂאנָהו/תשאנהva./ti.Se.nahand/ they raisedH9001H5375NHc+Vqw3fp
קוֹלָ֖/ןקול֖/ןקוֹלָ/ןקול/ןko.La/nvoice/ theirH6963AH9029HNcmsc+Sp3fp
וַ/תִּבְכֶּֽינָה\׃ו/תבכינה\וַ/תִּבְכֶּֽינָה\׃ו/תבכינה\va./tiv.Kei.nahand/ they weptH9001H1058\H9016Hc+Vqw3fp
  1. Ruhe - schönes Wort: Heb. mänuchah ist (1) »Ruhe, Erholung«, (2) der Ort, wo man sich zur Erhohlung niederlassen kann, wo »Wohlsein« ist, und dann (3) allgemein die »Heimstatt«. Hier drückt es also gleichzeitig etwa das selbe wie das folgende im Haus ihres Mannes aus (»Jede von euch soll eine Heimstatt im Haus ihres Mannes finden«) als auch einen Gegensatz zur aktuellen leidvollen Situation des verwitwet-Seins und wandern-Müssens: Noomi segnet ihre Schwiegertöchter mit dem Wunsch eines angenehmen Ehelebens.
  2. tFN: JHWH vergelte es euch damit, dass (JHWH gebe, dass) ihr Ruhe findet - W.: »JHWH gebe euch, und findet Ruhe!«; mehrdeutige Syntax. Das Wort natan (»geben, vergelten«) kann u.a. (1) als zweiwertiges Verb (AGENS vergilt [es] REZIPIENT, s. z.B. Jer 17,10: JHWH vergilt es JEDEM (nach seinen Wegen)) und (2) als dreiwertiges Verb (AGENS vergilt REZIPIENT [etwas mit] PATIENS / AGENS gibt REZIPIENT PATIENS; s. z.B. Jos 15,19: DU gibst MIR DEN NEGEV) verwendet werden. Klar ist, dass in unserem Satz JHWH Agens und euch Rezipient ist; unklar ist, wie hier der folgende Imperativsatz findet Ruhe! hineinpasst. Möglich wäre: * (1) konsekutiver Imperativ: JHWH möge es euch vergelten, so dass ihr Ruhe findet...! (z.B. GKC §110i) * (2) gewöhnlicher Imperativ; das Waw (»und«) ist ein explikatives Waw: JHWH möge es euch vergelten: Ihr sollt Ruhe finden...! * (3) Der Imperativsatz übernimmt als Substantivsatz die Rolle des Patiens: JHWH möge euch geben / es euch damit vergelten, dass ihr Ruhe findet...! (z.B. JM §177h; Sasson 1979, S. 22-24) * (4) Der erste Satz ist ein Anakoluth: JHWH möge euch geben... - Findet Ruhe...! (z.B. Holmstedt 2010, S. 75; Schipper 2012, S. 645 sogar: JHWH möge euch geben... [Ach, vergesst es!] Findet Ruhe...!) * (5) Der erste Satz ist unvollständig und man muss textkritisch ein Patiens ergänzen (so ernsthaft Campbell 1975, S. 66). Analysiert man nach (1), (2) oder (3), ist diese Strittigkeit unerheblich für die Übersetzung, und ich sehe keinen Anlass, warum man nach (4) oder (5) analysieren sollte. Am wahrscheinlichsten ist Analyse (2), da »JHWH möge geben« eine häufige Einleitung für Segenssprüche ist (s. auch Rut 4,11; so ad loc. auch Zakovitch 1999, S. 90). Der Imperativ ist gewählt, um den Satz zu parallelisieren mit Geht! Kehrt zurück - jede in das Haus ihrer Mutter!, wo sich ebenfalls zwei Aufforderungen finden.
  3. Haus ihres Mannes - Klangspiel: ´ischah beth ´ischah. Gemeint ist auch hier nicht das Gebäude, sondern die neue Familie, in die die beiden eingegliedert werden sollen (s. FN x).
  4. Da erhoben sie ihre Stimmen, weinten - =„Da begannen sie zu weinen“.

10 und sagten zu ihr: „Nein! ({Nein!})1 Mit ''dir'' wollen wir zu deinem Volk zurückkehren!“

Original Hebrew

וַ/תֹּאמַ֖רְנָה\־ו/תאמ֖רנה\וַ/תֹּאמַרְנָה\־ו/תאמרנה\va./to.Mar.nah-and/ they saidH9001H0559\H9014Hc+Vqw3fp
לָּ֑/הּל֑/הלָּ/הּל/הLa/hto <the>/ herH9005H9034HRd+Sp3fs
כִּי\־כי\כִּי\־כי\ki-thatH3588A\H9014HTc
אִתָּ֥/ךְאת֥/ךאִתָּ/ךְאת/ך'i.Ta/khwith/ youH0854H9032HRd+Sp2fs
נָשׁ֖וּבנש֖ובנָשׁוּבנשובna.Shuvwe will returnH7725GHVqi1cp
לְ/עַמֵּֽ/ךְ\׃ל/עמ/ך\לְ/עַמֵּֽ/ךְ\׃ל/עמ/ך\le./'a.Me/khto/ people/ yourH9005H5971AH9022\H9016HR+Ncmsc+Sp2fs
  1. tFN: Nein! ({Nein!}) - Entweder adversatives ki, mit dem der vorangehenden Aufforderung Noomis emphatisch wiedersprochen werden soll (so z.B. Niccacci 1995, S. 74) oder ki zur Einleitung direkter Rede (weniger wahrscheinlich). Im letzteren Falle müsste man es unübersetzt lassen.

11 Da sagte Noomi: „Kehrt zurück, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Sind mir [etwa] noch mehr Söhne im Leib, sodass sie eure Männer werden könnten?

Original Hebrew

וַ/תֹּ֤אמֶרו/ת֤אמרוַ/תֹּאמֶרו/תאמרva./To.merand/ she saidH9001H0559Hc+Vqw3fs
נָעֳמִי֙נעמי֙נָעֳמִינעמיno.'o.MiNaomiH5281HNpf
שֹׁ֣בְנָהש֣בנהשֹׁבְנָהשבנהShoe.nahgo backH7725GHVqv2fp
בְנֹתַ֔/יבנת֔/יבְנֹתַ/יבנת/יve.no.Ta/iO daughters/ myH1323GH9020HNcfpc+Sp1bs
לָ֥/מָּהל֥/מהלָ/מָּהל/מהLa./mah<to>/ why?H9005H4100HR+Pi
תֵלַ֖כְנָהתל֖כנהתֵלַכְנָהתלכנהte.Lakh.nahwill you goH1980GHVqi2fp
עִמִּ֑/יעמ֑/יעִמִּ/יעמ/י'i.M/iwith/ meH5973AH9030HRd+Sp1bs
הַֽ/עֽוֹד\־ה/עוד\הַֽ/עֽוֹד\־ה/עוד\ha./'od-¿/ stillH9008H5750\H9014HTi+Acmsa
לִ֤/יל֤/ילִ/יל/יl/i[belong] to <the>/ meH9005H9030HRd+Sp1bs
בָנִים֙בנים֙בָנִיםבניםva.Nim[do] sonsH1121AHNcmpa
בְּֽ/מֵעַ֔/יב/מע֔/יבְּֽ/מֵעַ/יב/מע/יbe./me.'A/iin/ inward parts/ myH9003H4578H9020HR+Ncmpc+Sp1bs
וְ/הָי֥וּו/הי֥ווְ/הָיוּו/היוve./ha.Yuand/ they will becomeH9001H1961Hc+Vqq3cp
לָ/כֶ֖םל/כ֖םלָ/כֶםל/כםla./Khemof/ youH9005H9036HRd+Sp2mp
לַ/אֲנָשִֽׁים\׃ל/אנשים\לַ/אֲנָשִֽׁים\׃ל/אנשים\la./'a.na.Shim<into>/ husbandsH9005H0582\H9016HR+Ncmpa

12 Kehrt zurück, meine Töchter, geht! Denn ich bin zu alt, um [die Frau] eines Mannes1 zu werden. [Selbst,] wenn ich sagte: »Es gibt [noch] Hoffnung für mich«... ja,2 [selbst, wenn]3 ich [noch] diese Nacht [die Frau] eines Mannes würde... ja, [selbst, wenn] ich sogar [bereits] Söhne geboren hätte (gebären würde) -

Original Hebrew

שֹׁ֤בְנָהש֤בנהשֹׁבְנָהשבנהShoe.nahgo backH7725GHVqv2fp
בְנֹתַ/י֙בנת/י֙בְנֹתַ/יבנת/יve.no.Ta/iO daughters/ myH1323GH9020HNcfpc+Sp1bs
לֵ֔כְןָל֔כןלֵכְןָלכןLe.khe.nagoH1980GHVqv2fp
כִּ֥יכ֥יכִּיכיkiforH3588AHTc
זָקַ֖נְתִּיזק֖נתיזָקַנְתִּיזקנתיza.Kan.tiI am [too] oldH2204HVqp1cs
מִ/הְי֣וֹתמ/הי֣ותמִ/הְיוֹתמ/היותmi/h.Yotfor/ belongingH9006H1961HR+Vqcc
לְ/אִ֑ישׁל/א֑ישלְ/אִישׁל/אישle./'Ishto/ a husbandH9005H0376HHR+Ncmsa
כִּ֤יכ֤יכִּיכיkiifH3588AHTc
אָמַ֙רְתִּי֙אמ֙רתי֙אָמַרְתִּיאמרתי'a.Mar.tiI saidH0559HVqp1cs
יֶשׁ\־יש\יֶשׁ\־יש\yesh-thereH3426\H9014HAcbsa
לִ֣/יל֣/ילִ/יל/יl/ifor <the>/ meH9005H9030HRd+Sp1bs
תִקְוָ֔התקו֔התִקְוָהתקוהtik.Vah[is] hopeH8615BHNcfsa
גַּ֣םג֣םגַּםגםgamalsoH1571HD
הָיִ֤יתִיהי֤יתיהָיִיתִיהייתיha.Yi.tiI belongedH1961HVqp1cs
הַ/לַּ֙יְלָה֙ה/ל֙ילה֙הַ/לַּיְלָהה/לילהha./Lay.lahthis/ nightH9009H3915HTd+Ncmsa
לְ/אִ֔ישׁל/א֔ישלְ/אִישׁל/אישle./'Ishto/ a husbandH9005H0376HHR+Ncmsa
וְ/גַ֖םו/ג֖םוְ/גַםו/גםve./Gamand/ alsoH9002H1571HC+D
יָלַ֥דְתִּייל֥דתייָלַדְתִּיילדתיya.Lad.tiI boreH3205HVqp1cs
בָנִֽים\׃בנים\בָנִֽים\׃בנים\va.NimsonsH1121A\H9016HNcmpa
  1. [die Frau] eines Mannes - W. »um einem Mann zu sein«; Idiom für die Ehe.
  2. tFN: ja + ja...sogar - potenzierendes gam (vgl. schon Jacob 1912, S. 279; Labuschagne 1966).
  3. [selbst, wenn] - Brachylogie aus dem letzten Satz.

13 würdet ihr deshalb (darauf, auf diese)1 warten wollen, bis sie erwachsen sein würden? Würdet ihr an deshalb (darauf, an diese) gebunden sein wollen2, indem ihr nicht [die Frau] eines Mannes seid?3 Nein, meine Töchter! Ach, mir ist es um euretwillen sehr bitter, dass4 die Hand JHWH s gegen mich ging5.

Original Hebrew

הֲ/לָהֵ֣ן\׀ה/לה֣ן\הֲ/לָהֵן\׀ה/להן\ha./la.Hen¿/ thereforeH9008H3860\H9015HTi+C
תְּשַׂבֵּ֗רְנָהתשב֗רנהתְּשַׂבֵּרְנָהתשברנהte.sa.Be.re.nahwill you waitH7663BHVpi2fp
עַ֚דע֚דעַדעד'aduntilH5704HR
אֲשֶׁ֣ראש֣ראֲשֶׁראשר'a.SherthatH0834AHTr
יִגְדָּ֔לוּיגד֔לויִגְדָּלוּיגדלוyig.Da.luthey will grow upH1431HVqi3mp
הֲ/לָהֵן֙ה/להן֙הֲ/לָהֵןה/להןha./la.Hen¿/ thereforeH9008H3860HTi+C
תֵּֽעָגֵ֔נָהתעג֔נהתֵּֽעָגֵנָהתעגנהte.'a.Ge.nahwill you shut yourselves offH5702HVNi2fp
לְ/בִלְתִּ֖יל/בלת֖ילְ/בִלְתִּיל/בלתיle./vil.Tito/ notH9005H1115HR+Ncbsa
הֱי֣וֹתהי֣ותהֱיוֹתהיותhe.Yotto belongH1961HVqcc
לְ/אִ֑ישׁל/א֑ישלְ/אִישׁל/אישle./'Ishto/ a husbandH9005H0376HHR+Ncmsa
אַ֣לא֣לאַלאל'almay not [it be]H0408HTn
בְּנֹתַ֗/יבנת֗/יבְּנֹתַ/יבנת/יbe.no.Ta/iO daughters/ myH1323GH9020HNcfpc+Sp1bs
כִּֽי\־כי\כִּֽי\־כי\ki-forH3588A\H9014HTc
מַר\־מר\מַר\־מר\mar-it is bitterH4843\H9014HVqp3ms
לִ֤/יל֤/ילִ/יל/יl/ito <the>/ meH9005H9030HRd+Sp1bs
מְאֹד֙מאד֙מְאֹדמאדme.'OdveryH3966HAcmsa
מִ/כֶּ֔םמ/כ֔םמִ/כֶּםמ/כםmi./Kemmore than/ youH9006H9036HRd+Sp2mp
כִּֽי\־כי\כִּֽי\־כי\ki-thatH3588A\H9014HTc
יָצְאָ֥היצא֥היָצְאָהיצאהya.tze.'Ahit has gone forthH3318GHVqp3fs
בִ֖/יב֖/יבִ/יב/יv/ion <the>/ meH9003H9030HRd+Sp1bs
יַד\־יד\יַד\־יד\yad-[the] hand ofH3027G\H9014HNcbsc
יְהוָֽה\׃יהוה\יְהוָֽה\׃יהוה\Yah.wehYahwehH3068G\H9016HNpt
  1. deshalb (darauf, auf diese) + deshalb (darauf, an diese) - Heb. lahen; ein Aramäismus mit der Bedeutung »deshalb«. Weil der Aramäismus einigen problematisch scheint, deuten sie stattdessen entweder als la (»auf«, »an«) + hen (»dieses« - fem. für neutr.) = darauf oder emendieren gar zu lahem (»auf diese« - m.pl). Das ist unnötig; die zweite Lösung hat aber den starken Rückhalt von LXX, Syr, Tg, Altlatein und VUL.
  2. gebunden sein wollen - Bed. unsicher (-&gt; Hapax legomenon). Wörtlich wohl »gefangen sein«. Das Wort findet sich erst wieder in den Schriftrollen von Qumran und in der Mischna und bezeichnet dort die rechtliche Situation einer Frau, deren Mann verschollen ist und die deshalb an einen abwesenden Mann gebunden und so nicht heiratsfähig ist - ein komplexes rechtliches Konzept, das man so oder so frei wiedergeben muss. »An sie gebunden sein« nach Ehrlich 1914, S. 21; andere Wiedergabemöglichkeiten: Brichto 1973, S. 12 sehr gut: »endure hubandlessness«; GN: »allein bleiben«; Würthwein 1969, S. 8: »enthaltsam leben«. Ähnlich OEB »remain single«, doch das würde bei deutschen Lesern die falschen Assoziationen wecken.
  3. Noomis Worte müssen wohl so erklärt werden: Sie hat ihren Schwiegertöchtern in V. 9 eine Wiederheirat gewünscht und diese haben dagegen ihrem Wunsch Ausdruck verliehen, bei Noomi bleiben und zu ihrem Volk gehören zu dürfen. Beides ginge nur ineins, wenn besagte künftige Ehemänner die Söhne Noomis wären - die sie aber ja leider nicht hat.Die Annahme ist ganz unnötig, aus Noomi Worten spräche hier eine schiefe - oder gar: rechtskritische (Fischer 2001, S. 140f) - Vorstellung der Institution »Schwagerehe« (zu dieser Institution s. die Erläuterungen zu Kap. 4).
  4. Ach, mir ist es um euretwillen sehr bitter, dass - so z.B. Würthwein 1969, S. 8. Oder: Denn für mich ist es bitterer als für euch, dass.../, denn.../. Ach,... (so z.B. Campbell 1975, S. 61; Niccacci 1995, S. 75); oder: Denn meine Bitterkeit ist zu groß für euch (=zu groß, als dass ich sie euch zumuten wollte) (so z.B. Brichto 1973, S. 12; Holmstedt 2010; Loretz 1963, S. 44).
  5. dass die Hand JHWHs gegen mich ging - Zum Ausdruck s. ähnlich Ex 9,3; Dtn 2,15; Ri 2,15; 1Sam 5,6.9; 7,13; 12,15; (Jes 19,16; 25,10); der Sinn ist dann wohl etwa: »dass mich JHWH gestraft hat« (vgl. bes. Huntley 2013, S. 9-11).

14 Und noch einmal erhoben sie ihre Stimme und weinten1.Dann küsste Orpa ihre Schwiegermutter und (aber) Rut hängte sich an sie.2

Original Hebrew

וַ/תִּשֶּׂ֣נָהו/תש֣נהוַ/תִּשֶּׂנָהו/תשנהva./ti.Se.nahand/ they raisedH9001H5375NHc+Vqw3fp
קוֹלָ֔/ןקול֔/ןקוֹלָ/ןקול/ןko.La/nvoice/ theirH6963AH9029HNcmsc+Sp3fp
וַ/תִּבְכֶּ֖ינָהו/תבכ֖ינהוַ/תִּבְכֶּינָהו/תבכינהva./tiv.Kei.nahand/ they weptH9001H1058Hc+Vqw3fp
ע֑וֹדע֑ודעוֹדעודodagainH5750HAcmsa
וַ/תִּשַּׁ֤קו/תש֤קוַ/תִּשַּׁקו/תשקva./ti.Shakand/ she kissedH9001H5401AHc+Vqw3fs
עָרְפָּה֙ערפה֙עָרְפָּהערפה'a.re.PahOrpahH6204HNpf
לַ/חֲמוֹתָ֔/הּל/חמות֔/הלַ/חֲמוֹתָ/הּל/חמות/הla./cha.mo.Ta/h<to>/ mother-in-law/ herH9005H2545H9024HR+Ncfsc+Sp3fs
וְ/ר֖וּתו/ר֖ותוְ/רוּתו/רותve./Rutand/ RuthH9002H7327HC+Npf
דָּ֥בְקָהד֥בקהדָּבְקָהדבקהDa.ve.kahshe clungH1692HVqp3fs
בָּֽ/הּ\׃ב/ה\בָּֽ/הּ\׃ב/ה\Ba/hto/ herH9003H9034\H9016HRd+Sp3fs
  1. Und noch einmal erhoben sie ihre Stimme und weinten - =»Und noch einmal begannen sie, zu weinen«.
  2. Dann küsste Orpa ihre Schwiegermutter und (aber) Rut hängte sich an sie - Wohl bewusst mehrdeutig formuliert. Die meisten Übersetzungen vereindeutigen, z.B. de Waard/Nida 1992, S. 9: »Dann gab Orpa ihrer Schwiegermutter einen Abschiedskuss und kehrte nach Hause zurück; Rut aber blieb bei ihr«; ähnlich z.B. GN, HfA, NeÜ, NL. Das aber steht hier gerade nicht. Der Satzbau - ein sog. »invertierter Verbalsatz« (VERB-SUBJEKT - SUBJEKT-VERB: Und-es-küsste Orpa ihre-Schwiegermutter, und-Rut fiel-um-den-Hals ihr), von dem es oft heißt, in ihm komme schon der Kontrast der Reaktionen von Orpa und Rut zum Ausdruck (»Orpa tat X, Rut jedoch tat Y«) - kann auch nur ausdrücken, dass Orpa das eine und Rut das andere tut, ohne dass diese Taten notwendig einander gegenübersetehen müssten (»Orpa tat X und Rut tat Y«). Und was sie tun, ist naschaq (»küssen«) und dabaq (W.: »an etwas kleben«; erst sekundär übertragen »jmdm anhangen«, »jmdn lieben«). Dass der Kuss Orpas als Abschiedskuss verstanden werden muss, wird erst aus dem nächsten Vers klar, und auch dies dabaq könnte nur heißen, dass Rut Noomi umarmte (gut Loretz 1963, S. 44: »Orpa küßte ihre Schwiegermutter, während Rut sich an sie klammerte«; vgl. auch Zenger 1986, S. 40.).Die Reaktion der Schwiegertöchter in V. 14 auf den zweiten Redegang Noomis in Vv. 11-13 wird ebenso eingeleitet wie ihre Reaktion in V. 10 auf Noomis ersten Redegang in Vv. 8f: »Da erhoben sie ihre Stimmen und weinten«. Darauf folgt in V. 10 die Weigerung, Noomi zu verlassen; gespannt wartet also der Leser darauf, wie sie in V. 14 auf den zweiten Redegang Noomis reagieren werden - und genau das hält der Vers in der Schwebe; es ist hier eben noch nicht sicher, ob das »küssen« und »sich-anhängen« die Einleitung für den Abschied der beiden ist, oder Einleitung für eine noch emphatischere Willensbekundung, bei Noomi bleiben zu wollen (à la »Orpa küsste sie, Rut fiel ihr um den Hals, und beide riefen: ‚Nein, keinesfalls wollen wir dich verlassen!‘«). Es wäre sehr schade, wenn das durch eine Vereindeutigung der Übersetzung verloren ginge.

15 Da sagte sie: »{Siehe}1, deine Schwägerin kehrt zu ihrem Volk und ihrem Gott (ihren Göttern) zurück2 - kehre [also] [auch du] mit (hinter) deiner Schwägerin zurück!«

Original Hebrew

וַ/תֹּ֗אמֶרו/ת֗אמרוַ/תֹּאמֶרו/תאמרva./To.merand/ she saidH9001H0559Hc+Vqw3fs
הִנֵּה֙הנה֙הִנֵּההנהhi.Nehthere!H2009HTj
שָׁ֣בָהש֣בהשָׁבָהשבהSha.vahshe has returnedH7725GHVqp3fs
יְבִמְתֵּ֔/ךְיבמת֔/ךיְבִמְתֵּ/ךְיבמת/ךye.vim.Te/khsister-in-law/ yourH2994H9022HNcfsc+Sp2fs
אֶל\־אל\אֶל\־אל\'el-toH0413\H9014HR
עַמָּ֖/הּעמ֖/העַמָּ/הּעמ/ה'a.Ma/hpeople/ herH5971AH9024HNcmsc+Sp3fs
וְ/אֶל\־ו/אל\וְ/אֶל\־ו/אל\ve./'el-and/ toH9002H0413\H9014HC+R
אֱלֹהֶ֑י/הָאלה֑י/האֱלֹהֶי/הָאלהי/ה'e.lo.Hei./hagods/ herH0430JH9024HNcmpc+Sp3fs
שׁ֖וּבִיש֖ובישׁוּבִישוביShu.vigo backH7725GHVqv2fs
אַחֲרֵ֥יאחר֥יאַחֲרֵיאחרי'a.cha.ReiafterH0310AHAcmpc
יְבִמְתֵּֽ/ךְ\׃יבמת/ך\יְבִמְתֵּֽ/ךְ\׃יבמת/ך\ye.vim.Te/khsister-in-law/ yourH2994H9022\H9016HNcfsc+Sp2fs
  1. tFN: {Siehe} + [also] - W. »Siehe«, doch das heb. hinneh signalisiert nur, dass die folgende Aussage direkt relevant ist für die aktuelle Situation oder eine folgende Äußerung. Treffender daher eine Übersetzung mit »also« o.Ä.
  2. kehrt ... zurück + hinter - theoretisch auch möglich: »ist zurückgekehrt«; doch das würde nur Sinn machen, wenn wir zwischen Vv. 14.15 eine längere Zeitspanne vergehen lassen. Dass das so ist, folgt auch nicht aus dem Ausdruck hinter deiner Schwägerin, denn das heb. achar (»hinter«) kann auch nur »mit« bedeuten (vgl. z.B. Scott 1949, S. 178f). Besser als »Deine Schwägerin ist zurückgekehrt... Kehre [auch du] zurück, hinter deiner Schwägerin her« daher »Deine Schwägerin kehrt zurück ... Kehre [auch du] zusammen mit deiner Schwägerin zurück.«

16 Da sagte Rut: »Bestürme mich nicht, dich zu verlassen, vom mit-dir-[Sein]1 zurückzukehren! Nein! (Denn) Dahin, wohin du gehen wirst, will ich gehen, und da, wo du rasten wirst, will ich rasten; dein Volk [sei] mein Volk ([denn] dein Volk [ist] mein Volk) und dein Gott [sei] mein Gott (und dein Gott [ist] mein Gott);

Original Hebrew

וַ/תֹּ֤אמֶרו/ת֤אמרוַ/תֹּאמֶרו/תאמרva./To.merand/ she saidH9001H0559Hc+Vqw3fs
רוּת֙רות֙רוּתרותrutRuthH7327HNpf
אַל\־אל\אַל\־אל\'al-may notH0408\H9014HTn
תִּפְגְּעִי\־תפגעי\תִּפְגְּעִי\־תפגעי\tif.ge.'i-you entreatH6293\H9014HVqj2fs
בִ֔/יב֔/יבִ/יב/יV/i<on> <the>/ meH9003H9030HRd+Sp1bs
לְ/עָזְבֵ֖/ךְל/עזב֖/ךלְ/עָזְבֵ/ךְל/עזב/ךle./'a.ze.Ve/khto/ abandon/ youH9005H5800AH9032HR+Vqcc+Sp2fs
לָ/שׁ֣וּבל/ש֣ובלָ/שׁוּבל/שובla./Shuvto/ turn backH9005H7725IHR+Vqcc
מֵ/אַחֲרָ֑יִ/ךְמ/אחר֑י/ךמֵ/אַחֲרָיִ/ךְמ/אחרי/ךme./'a.cha.Ra.yi/khfrom/ after/ youH9006H0310AH9032HR+Acmpc+Sp2fs
כִּ֠יכ֠יכִּיכיkiforH3588AHTc
אֶל\־אל\אֶל\־אל\'el-toH0413\H9014HR
אֲשֶׁ֨ראש֨ראֲשֶׁראשר'a.SherwhereH0834AHTr
תֵּלְכִ֜יתלכ֜יתֵּלְכִיתלכיte.le.Khiyou will goH1980GHVqi2fs
אֵלֵ֗ךְאל֗ךאֵלֵךְאלך'e.LekhI will goH1980GHVqi1cs
וּ/בַ/אֲשֶׁ֤רו/ב/אש֤רוּ/בַ/אֲשֶׁרו/ב/אשרu./va./'a.Sherand/ at/ whereH9002H9003H0834BHC+R+Tr
תָּלִ֙ינִי֙תל֙יני֙תָּלִינִיתליניta.Li.niyou will lodgeH3885AHVqi2fs
אָלִ֔יןאל֔יןאָלִיןאלין'a.LinI will lodgeH3885AHVqi1cs
עַמֵּ֣/ךְעמ֣/ךעַמֵּ/ךְעמ/ך'a.Me/khpeople/ yourH5971AH9022HNcmsc+Sp2fs
עַמִּ֔/יעמ֔/יעַמִּ/יעמ/י'a.M/i[will be] people/ myH5971AH9020HNcmsc+Sp1bs
וֵ/אלֹהַ֖יִ/ךְו/אלה֖י/ךוֵ/אלֹהַיִ/ךְו/אלהי/ךve./lo.Ha.yi/khand/ God/ yourH9002H0430GH9022HC+Ncmpc+Sp2fs
אֱלֹהָֽ/י\׃אלה/י\אֱלֹהָֽ/י\׃אלה/י\'e.lo.Ha/i[will be] God/ myH0430GH9020\H9016HNcmpc+Sp1bs
  1. vom mit-dir-[Sein] - die selbe Präposition wie in V. 15. Noomi fordert Rut auf zum »mit-Orpa-Sein« und zum Zurückkehren zu deren Volk und deren Gott. Rut stellt dem das »mit-Noomi-Sein« entgegen und entscheidet sich ineins damit auch für deren Volk und Gott.

17 da, wo du sterben wirst, will ich sterben und dort will ich begraben werden! Solches tue mir JHWH und solches füge er hinzu, wenn nicht [einzig]1 der Tod uns scheiden wird.2«

Original Hebrew

בַּ/אֲשֶׁ֤רב/אש֤רבַּ/אֲשֶׁרב/אשרba./'a.Sherat/ whereH9003H0834BHR+Tr
תָּמ֙וּתִי֙תמ֙ותי֙תָּמוּתִיתמותיta.Mu.tiyou will dieH4191HVqi2fs
אָמ֔וּתאמ֔ותאָמוּתאמות'a.MutI will dieH4191HVqi1cs
וְ/שָׁ֖םו/ש֖םוְ/שָׁםו/שםve./Shamand/ thereH9002H8033GHC+D
אֶקָּבֵ֑ראקב֑ראֶקָּבֵראקבר'e.ka.VerI will be buriedH6912HVNi1cs
כֹּה֩כה֩כֹּהכהkohthusH3541HD
יַעֲשֶׂ֨היעש֨היַעֲשֶׂהיעשהya.'a.Sehmay he doH6213AHVqi3ms
יְהוָ֥היהו֥היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
לִ/י֙ל/י֙לִ/יל/יl/ito <the>/ meH9005H9030HRd+Sp1bs
וְ/כֹ֣הו/כ֣הוְ/כֹהו/כהve./Khohand/ thusH9002H3541HC+D
יֹסִ֔יףיס֔יףיֹסִיףיסיףyo.Sifmay he addH3254HHVhi3ms
כִּ֣יכ֣יכִּיכיkiifH3588AHTc
הַ/מָּ֔וֶתה/מ֔ותהַ/מָּוֶתה/מותha./Ma.vet<the>/ deathH9009H4194HTd+Ncmsa
יַפְרִ֖ידיפר֖ידיַפְרִידיפרידyaf.Ridit will separateH6504HVhi3ms
בֵּינִ֥/יבינ֥/יבֵּינִ/יבינ/יbei./Nibetween/ meH0996GH9030HAcmsc+Sp1bs
וּ/בֵינֵֽ/ךְ\׃ו/בינ/ך\וּ/בֵינֵֽ/ךְ\׃ו/בינ/ך\u./vei.Ne/khand/ between/ youH9002H0996GH9032\H9016HC+Acmsc+Sp2fs
  1. [einzig] - Fokuspartikel wie »nur«, »selbst« etc. werden im Heb. häufig nicht gesetzt, wo das Dt. sie setzen würde; im Dt. muss man sie sich daher dazudenken (ad loc. vgl. z.B. Ehrlich 1914, S. 22).
  2. Solches tue mir JHWH und solches füge er hinzu, wenn nicht [einzig] der Tod uns scheiden wird - Häufige Schwurformel in Form einer Selbstverfluchung (vgl. z.B. Campbell 1975, S. 74; JM §165a; Zakovitch 1999, S. 98): Der erste, stets konstante, Teil dieser Formel ist »Solches tue mir Gott und solches füge er hinzu«. Er entspricht in seiner Funktion etwa dem dem Deutschen »Ich will auf der Stelle tot umfallen, wenn...«; das »solches ... und solches« ist dabei vermutlich nur ein Ersatz für die eigentliche Selbstverfluchung, die im Bibeltext nicht wörtlich ausgeführt wird. Der zweite Teil wird entweder mit heb. ´im oder mit heb. ´im lo oder - wie hier - ki eingeleitet; im ersteren Fall ist die Bedeutung des Nachsatzes »wenn X geschieht«, im zweiten Fall »wenn nicht X geschieht« (s. noch 1 Sam 14,44; 20,13; 2 Sam 3,9; 1Kön 2,23; 19,2). Hier würde man also im Dt. etwa formulieren »Nichts als allein der Tod wird mich von dir trennen können; das schwöre ich - und wenn es nicht stimmt, will ich auf der Stelle tot umfallen«. Keinesfalls kann man hier wörtlich übersetzen, da einem deutschen Leser diese wörtliche Übersetzung ganz unverständlich bleiben müsste. de Waard/Nida 1992, S. 18 schlagen daher vor: »May the Lord's worst punishment come upon me« (so auch GN, HfA, NL, TEV); ähnlich Moffatt.Ein wichtiger Unterschied zwischen der Standardform dieser Selbstverfluchung und unserer Stelle ist, dass nicht wie sonst die Gottesbezeichnung elohim, sondern der Gottesname JHWH vewendet wird. Wie schon in ihrem Ausspruch »dein Gott sei mein Gott« kommt hier zum Ausdruck: Rut schließt sich hier nicht nur Noomi, sondern ihrem Volk und damit den Reihen der JHWH-Verehrer an.

18 Da sah sie, wie entschlossen1 sie war, mit ihr zu gehen. Da hörte sie auf, zu ihr zu sprechen.

Original Hebrew

וַ/תֵּ֕רֶאו/ת֕ראוַ/תֵּרֶאו/תראva./Te.re'and/ she sawH9001H7200GHc+Vqw3fs
כִּֽי\־כי\כִּֽי\־כי\ki-thatH3588A\H9014HTc
מִתְאַמֶּ֥צֶתמתאמ֥צתמִתְאַמֶּצֶתמתאמצתmit.'a.Me.tzet[was] determinedH0553HVtrfsa
הִ֖יאה֖יאהִיאהיאhi'sheH1931HPp3fs
לָ/לֶ֣כֶתל/ל֣כתלָ/לֶכֶתל/לכתla./Le.khetto/ goH9005H1980GHR+Vqcc
אִתָּ֑/הּאת֑/האִתָּ/הּאת/ה'i.Ta/hwith/ herH0854H9034HRd+Sp3fs
וַ/תֶּחְדַּ֖לו/תחד֖לוַ/תֶּחְדַּלו/תחדלva./tech.Daland/ she ceasedH9001H2308Hc+Vqw3fs
לְ/דַבֵּ֥רל/דב֥רלְ/דַבֵּרל/דברle./da.Berto/ speakH9005H1696GHR+Vpcc
אֵלֶֽי/הָ\׃אלי/ה\אֵלֶֽי/הָ\׃אלי/ה\'e.Lei./hato/ herH0413H9034\H9016HRd+Sp3fs
  1. tFN: wie entschlossen - gut analysiert von Holmstedt 2010, S. 93: W.: »Und sie sah, dass sie-war-entschlossen sie«. Das zweite »sie« ist eigentlich unnötig und würde häufiger vor dem »sie-war-entschlossen« gesetzt werden. Hier ist es dennoch gesetzt und das »sie-war-entschlossen« vor das »sie« gezogen, um es besonders zu betonen; besser daher nicht: »Da sah sie, dass sie entschlossen war«, sondern »Da sah sie, wie entschlossen sie war«.

19 Und so gingen die beiden [gemeinsam]1, bis sie nach Betlehem kamen. {Und es war,} Als sie nach Betlehem kamen, geriet die ganze Stadt wegen ihnen außer sich. Doch dann sagten sie2 (und sie sagten): »Ist das [nicht] ([wirklich]) Noomi?«3

Original Hebrew

וַ/תֵּלַ֣כְנָהו/תל֣כנהוַ/תֵּלַכְנָהו/תלכנהva./te.Lakh.nahand/ they wentH9001H1980GHc+Vqw3fp
שְׁתֵּי/הֶ֔םשתי/ה֔םשְׁתֵּי/הֶםשתי/הםshe.tei./Hem[the] two of/ themH8147H9028HNcfdc+Sp3mp
עַד\־עד\עַד\־עד\'ad-untilH5704\H9014HR
בֹּאָ֖/נָהבא֖/נהבֹּאָ/נָהבא/נהbo.'A./nahcame/ theyH0935GH9049HVqcc+Sp3fp
בֵּ֣יתב֣יתבֵּיתביתbeitBeth-H1035GHNpl
לָ֑חֶםל֑חםלָחֶםלחםLa.chem-lehemH1035GHNpl
וַ/יְהִ֗יו/יה֗יוַ/יְהִיו/יהיva/y.Hiand/ it wasH9001H1961Hc+Vqw3ms
כְּ/בֹאָ֙/נָה֙כ/בא֙/נה֙כְּ/בֹאָ/נָהכ/בא/נהke./vo.'A./nahwhen/ came/ theyH9004H0935GH9049HR+Vqcc+Sp3fp
בֵּ֣יתב֣יתבֵּיתביתbeitBeth-H1035GHNpl
לֶ֔חֶםל֔חםלֶחֶםלחםLe.chem-lehemH1035GHNpl
וַ/תֵּהֹ֤םו/תה֤םוַ/תֵּהֹםו/תהםva./te.Homand/ it was excitedH9001H1949Hc+VNw3fs
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-allH3605\H9014HNcmsc
הָ/עִיר֙ה/עיר֙הָ/עִירה/עירha./'Irthe/ cityH9009H5892BHTd+Ncfsa
עֲלֵי/הֶ֔ןעלי/ה֔ןעֲלֵי/הֶןעלי/הן'a.lei./Henon/ themH5921AH9039HRd+Sp3fp
וַ/תֹּאמַ֖רְנָהו/תאמ֖רנהוַ/תֹּאמַרְנָהו/תאמרנהva./to.Mar.nahand/ they [fem] saidH9001H0559Hc+Vqw3fp
הֲ/זֹ֥אתה/ז֥אתהֲ/זֹאתה/זאתha./Zot¿/ [is] thisH9008H2063HTi+Tm
נָעֳמִֽי\׃נעמי\נָעֳמִֽי\׃נעמי\no.'o.MiNaomiH5281\H9016HNpf
  1. die beiden [gemeinsam] - Das Dual-pronomen ist auch hier wieder bewusst gewählt (s. Anmerkungen). Im Dt. sollte man das besser durch die Einfügung eines »gemeinsam« o.Ä. ausdrücklich machen.
  2. sie - ungewöhnlicherweise Femininum; nur die Frauen Betlehems scheinen hier gemeint zu sein.
  3. geriet außer sich + Doch dann sagten sie (und sie sagten) + Ist das [nicht] ([wirklich]) Noomi? - Warum die ganze Stadt in Aufregung gerät, ist nicht näher ausgeführt. Viele mutmaßen, dass die Frauen der Stadt mitleidig-schockiert seien, weil Noomi so abgehärmt aussehe. In diesem Falle wäre zu übersetzen: »...geriet die ganze Stadt in Aufruhr, und die Frauen riefen aus: ‚Ist das wirklich Noomi!?‘«.Es heißt aber: Die ganze Stadt gerät in Aufregung »wegen ihnen«; Anlass der Aufregung ist also die ganze Zweiergruppe (so auch Fischer 2001, S. 151). Vielleicht also besser so: Die ganze Stadt gerät in Aufruhr, weil sie zunächst beide Frauen für Moabiterinnen gehalten haben - und dann kommt Erleichterung auf: Die eine Frau ist gar keine Moabiterin, sondern ein bekanntes Gesicht! In diesem Fall wäre zu übersetzen: »...geriet die ganze Stadt in Aufruhr - doch dann riefen die Frauen: ‚Ach, das ist doch Noomi!‘« (zur Deutung als Ausruf vgl. z.B. Jongeling 1978). Doch natürlich ist auch das nur eine Spekulation; genau so gut könnte etwa Schadenfreude aus dem Ausruf der Frauen sprechen (s. Jes 27,7; Klg 2,15) und Noomi will im Folgenden mit ihrem Schuldeingeständnis und ihrer Leidensschilderung diese Schadenfreude unterlaufen. Der Text bietet hier einfach zu wenig Anhaltspunkte.

20 Da sagte sie zu ihnen: »Nennt mich nicht »Noomi« (lieblich), nennt mich »Mara« (bitter) - denn Schaddai1 hat mich sehr verbittert!

Original Hebrew

וַ/תֹּ֣אמֶרו/ת֣אמרוַ/תֹּאמֶרו/תאמרva./To.merand/ she saidH9001H0559Hc+Vqw3fs
אֲלֵי/הֶ֔ןאלי/ה֔ןאֲלֵי/הֶןאלי/הן'a.lei./Hento/ themH0413H9039HRd+Sp3fp
אַל\־אל\אַל\־אל\'al-may notH0408\H9014HTn
תִּקְרֶ֥אנָהתקר֥אנהתִּקְרֶאנָהתקראנהtik.Re.nahyou callH7121HHVqj2fp
לִ֖/יל֖/ילִ/יל/יl/i<to> <the>/ meH9005H9030HRd+Sp1bs
נָעֳמִ֑ינעמ֑ינָעֳמִינעמיno.'o.MiNaomiH5281HNpf
קְרֶ֤אןָקר֤אןקְרֶאןָקראןke.Re.nacallH7121HHVqv2fp
לִ/י֙ל/י֙לִ/יל/יl/i<to> <the>/ meH9005H9030HRd+Sp1bs
מָרָ֔אמר֔אמָרָאמראma.Ra'MaraH4755HAafsa
כִּי\־כי\כִּי\־כי\ki-forH3588A\H9014HTc
הֵמַ֥רהמ֥רהֵמַרהמרhe.Marhe has caused bitternessH4843HVhp3ms
שַׁדַּ֛ישד֛ישַׁדַּישדיsha.Dai[the] AlmightyH7706HNpt
לִ֖/יל֖/ילִ/יל/יl/ito <the>/ meH9005H9030HRd+Sp1bs
מְאֹֽד\׃מאד\מְאֹֽד\׃מאד\me.'OdexceedinglyH3966\H9016HAcmsa
  1. Schaddai - Eine alte Bezeichnung für Gott; bes. häufig wird sie verwendet, wenn JHWH als strafender Gott dargestellt werden soll - fast 2/3 der Belegstellen finden sich daher im Buch Ijob. Die wörtliche Bedeutung ist unsicher; recht hoch im Kurs stehen in der Diskussion die beiden Vorschläge »Der vom Berge« und »Gott der Wildnis« (vgl. DDD, S. 749f). Die beiden Gottesnamen bilden einen Chiasmus: Schaddai hat mich sehr verbittert [...] : Leer lässt mich JHWH zurückkehren. [...] : JHWH hat mich gedemütigt und Schaddai hat mir Böses angetan. (vgl. Hongisto 1985, S. 21)JHWH wird durch diese Struktur und durch die Gleichschaltung mit der Bezeichnung »Schaddai« als strafender Gott vorgestellt.

21 Ich [war] voll1, als ich ging (Voll ging ich), doch leer lässt mich JHWH zurückkehren (bringt mich JHWH zurück, ließ mich JHWH zurückkehren). Warum [also] nennt ihr mich »Noomi«, obwohl JHWH mich erniedrigt hat (gedemütigt hat, gegen mich Zeugnis abgelegt hat)2; obwohl Schaddai mir Leid zugefügt (Böses angetan) hat!?«

Original Hebrew

אֲנִי֙אני֙אֲנִיאני'a.NiIH0589HPp1bs
מְלֵאָ֣המלא֣המְלֵאָהמלאהme.le.'AhfullH4392HAafsa
הָלַ֔כְתִּיהל֔כתיהָלַכְתִּיהלכתיha.Lakh.tiI wentH1980GHVqp1cs
וְ/רֵיקָ֖םו/ריק֖םוְ/רֵיקָםו/ריקםve./rei.Kamand/ emptyH9002H7387HC+D
הֱשִׁיבַ֣/נִיהשיב֣/ניהֱשִׁיבַ/נִיהשיב/ניhe.shi.Va./nihe has brought back/ meH7725GH9030HVhp3ms+Sp1bs
יְהוָ֑היהו֑היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
לָ֣/מָּהל֣/מהלָ/מָּהל/מהLa./mah<to>/ why?H9005H4100HR+Pi
תִקְרֶ֤אנָהתקר֤אנהתִקְרֶאנָהתקראנהtik.Re.nahdo you callH7121HHVqi2fp
לִ/י֙ל/י֙לִ/יל/יl/i<to> <the>/ meH9005H9030HRd+Sp1bs
נָעֳמִ֔ינעמ֔ינָעֳמִינעמיno.'o.MiNaomiH5281HNpf
וַֽ/יהוָה֙ו/יהוה֙וַֽ/יהוָהו/יהוהva./Yah.wehand/ YahwehH9002H3068GHC+Npt
עָ֣נָהע֣נהעָנָהענה'A.nahhe has testifiedH6030BHVqp3ms
בִ֔/יב֔/יבִ/יב/יV/iagainst <the>/ meH9003H9030HRd+Sp1bs
וְ/שַׁדַּ֖יו/שד֖יוְ/שַׁדַּיו/שדיve./sha.Daiand/ [the] AlmightyH9002H7706HC+Npt
הֵ֥רַֽעה֥רעהֵרַֽעהרעHe.ra'he has done harmH7489AHVhp3ms
לִֽ/י\׃ל/י\לִֽ/י\׃ל/י\L/ito <the>/ meH9005H9030\H9016HRd+Sp1bs
  1. Voll + leer bezieht sich offensichtlich auf die drei verlorenen Familienmitglieder Noomis (vgl. auch TgRut 1,21: »Ich ging voll weg - mit meinem Mann und meinen Söhnen; und der Herr hat mich zurückgebracht - leer von ihnen« (Üs. nach Levine 1973, S. 24); RutR 1,21: »‚Voll ging ich von hier‘ d.i. voll mit Söhnen und Töchtern« (Üs.: Wünsche 1883, S. 30) u.ö.) und ihre Besitzlosigkeit (s. Anmerkungen).Wörtlich lässt sich das nicht übertragen; ganz gut gelöst bei GN: »Mit meinem Mann und mit zwei Söhnen bin ich von hier weggezogen; arm und ohne Beschützer lässt der Herr mich heimkehren.«
  2. Textkritik: mich erniedrigt hat (gedemütigt hat, gegen mich Zeugnis abgelegt hat) - Heb. `anah b-. Im Hebräischen gibt es mehrere `anah lautende Wörter mit us. Bedeutung; hier kommen in Frage `anah I (»Zeugnis ablegen«) und `anah II (»erniedrigen, demütigen«); dies zweite müsste zudem als `innah punktiert werden (=&gt; Textkritik). MT und Tg deuten als `anah I, LXX, Syr, VUL als `anah II.Beide Wörter sind aber problematisch: `anah I ist semantisch schwierig, da es nie von JHWH ausgesagt wird - vor wem schließlich sollte JHWH als Zeuge auftreten? - und keinen guten Parallelismus mit der folgenden Zeile bildet, `anah II dagegen steht sonst nie mit b-. Die meisten Exegeten gewichten das zweite Problem merkwürdigerweise höher als das erste; dabei handelt es sich hier um ein argumentum ex silentio (so auch Moore 1997, S. 236 - allerdings kein schwaches; `anah II findet sich recht häufig in der Bibel). Dennoch sollte man daher wohl doch besser als `anah II lesen; so z.B. auch Gray 1967, S. 378.389; Hamlin 1996, S. 22 (?); Köhlmoos 2010, S. 24; LaCocque 2004, S. 58; Levine 1973, S. 63; Linafelt 1999, S. 19; Morris 1968, S. 263; Myers 1955, S. 22.

22 So also1 kehrte Noomi zurück. Und Rut, die Moabiterin, ihre Schwiegertochter, [war] bei ihr, die zurückkehrte2 aus {dem Gebiet} (von den Feldern von) Moab. Diese [beiden] kamen nach Betlehem zu Beginn der Gerstenernte. “

Original Hebrew

וַ/תָּ֣שָׁבו/ת֣שבוַ/תָּשָׁבו/תשבva./Ta.shovand/ she returnedH9001H7725GHc+Vqw3fs
נָעֳמִ֗ינעמ֗ינָעֳמִינעמיno.'o.MiNaomiH5281HNpf
וְ/ר֨וּתו/ר֨ותוְ/רוּתו/רותve./Rutand/ RuthH9002H7327HC+Npf
הַ/מּוֹאֲבִיָּ֤הה/מואבי֤ההַ/מּוֹאֲבִיָּהה/מואביהha./mo.'a.vi.Yahthe/ Moabite [woman]H9009H4125HTd+Ngfsa
כַלָּתָ/הּ֙כלת/ה֙כַלָּתָ/הּכלת/הkha.la.Ta/hdaughter-in-law/ herH3618HH9024HNcfsc+Sp3fs
עִמָּ֔/הּעמ֔/העִמָּ/הּעמ/ה'i.Ma/h[was] with/ herH5973AH9034HRd+Sp3fs
הַ/שָּׁ֖בָהה/ש֖בההַ/שָּׁבָהה/שבהha./Sha.vahwho/ returnedH9009H7725GHTd+Vqp3fs
מִ/שְּׂדֵ֣ימ/שד֣ימִ/שְּׂדֵימ/שדיmi./se.Deifrom/ [the] region<s> ofH9006H7704GHR+Ncmpc
מוֹאָ֑במוא֑במוֹאָבמואבmo.'AvMoabH4124GHNpl
וְ/הֵ֗מָּהו/ה֗מהוְ/הֵמָּהו/המהve./He.mahand/ theyH9002H1992HC+Pp3mp
בָּ֚אוּב֚אובָּאוּבאוBa.'uthey cameH0935GHVqp3cp
בֵּ֣יתב֣יתבֵּיתביתbeitBeth-H1035GHNpl
לֶ֔חֶםל֔חםלֶחֶםלחםLe.chem-lehemH1035GHNpl
בִּ/תְחִלַּ֖תב/תחל֖תבִּ/תְחִלַּתב/תחלתbi/t.chi.Latat/ [the] beginning ofH9003H8462HR+Ncfsc
קְצִ֥ירקצ֥ירקְצִירקצירke.Tzir[the] harvest ofH7105AHNcmsc
שְׂעֹרִֽים\׃שערים\שְׂעֹרִֽים\׃שערים\se.'o.Rimbarley<s>H8184\H9016HNcmpa
  1. tFN: So also - W. »Und sie kehrte zurück«; einer der seltenen Fälle, in denen die Verbform Wayyiqtol als zusammenfassender Abschluss einer Erzählung verwendet wird (»summierendes Wayyiqtol«; vgl. JM §117i).
  2. die zurückkehrte - theoretisch auch möglich: »Und Rut, die Moabiterin, ihre Schwiegertochter, [war] bei ihr - [sie], die zurückkehrte...«; d.h. »die zurückkehrte« wäre nicht auf Noomi, sd. auf Rut zu beziehen. So merkwürdigerweise z.B. Holmstedt 2010, S. 95, weil »Relativsätze überwiegend den nächstmöglichen Referenten modifizieren« - aber das ist doch das ihr (=Noomi) in bei ihr, und nicht Rut? tFN: zum Artikel als Relativpartikel vgl. IBHS §19.7.d; JM §145e.