Chapter 2
4 1 Da (und) sprachen die Chaldäer (Wahrsager, Sterndeuter)2 zum König [auf] Aramäisch:3 „Ewig lebe der König!4 Erzähle (sage) deinen Sklaven (Dienern, Knechten) den Traum, dann (und) werden wir [seine] Bedeutung (Deutung) erzählen (erklären).“
- [Status: Ungeprüft]
- Die Chaldäer waren ein Volksstamm aus dem Umland von Babylon, der ab dem 8. Jh. in Babylon großen Einfluss gewann, später wird der Name „Chaldäer“ praktisch zum Synonym für „Babylonier“. Sie schafften es in dieser Zeit auch, praktisch alle Wahrsage-Priester im Bel-Tempel von Babel zu stellen, sodass „Chaldäer“ („Kasdäer“) hier referenzidentisch für diese auf die Wahrsagerei und Gelehrsamkeit spezialisierten Kleriker gebraucht wird (Koch 2005, 45f; vgl. dort den Exkurs 45-66).
- Von hier an ist der Text Aramäisch (Dan 2,4b-7,28). Neben diesem Abschnitt aus dem Danielbuch sind auch Esra 4,8-6,18; 7,12-26 auf Aramäisch verfasst bzw. aus aramäischen Quellen zitiert (zudem Jer 10,11 und ein Teil von Gen 31,47).
- W. »Oh König, lebe {für} ewig!«
5 Der König antwortete {und sagte zu} den Chaldäern (Wahrsagern, Sterndeutern): „Mein Wort ist unwiderruflich:1 Wenn ihr mir den Traum und seine Bedeutung (Deutung) nicht mitteilen könnt (mitteilt), werdet ihr zu Körperteilen (Gliedern) gemacht2 und eure Häuser in Müllhaufen (Latrinen; Trümmerhaufen)3 verwandelt werden!
- W. etwa »Das Wort von mir [ist] unwiderruflich«. von mir ist eine Formulierung, die das Pronomen betont (Koch 2005, 89). unwiderruflich oder »bekannt« (Koch 2005, 90, vgl. GesD). Fast sicher falsch ist dagegen das ältere Verständnis, wonach diese Phrase sinngemäß als »Ich habe den Traum vergessen« übersetzt wurde (so etwa KJV). Vielmehr möchte der König sich der Zuverlässigkeit seiner Wahrsager dadurch vergewissern, dass er ihnen in der Wiedergabe seines Trauminhalts eine verifizierbare Testaufgabe stellt (NET Dan 2,5, Fußnote 14; s.a. V. 9).
- D.h. »werdet ihr in Stücke gerissen/gehauen werden« (vgl. Koch 2005, 90).
- Müllhaufen (Latrinen, Trümmerhaufen) Die Übersetzung dieses unbekannten Worts beruht auf Herleitungen, die auf einen widerwärtigen Ort wie einen Müllhaufen oder eine öffentliche Latrine schließen lassen. Die eigentliche Bedeutung könnte ganz anders lauten (Koch 2005, 90).
6 Aber (und) wenn ihr den Traum und seine Bedeutung (Deutung) erklären könnt, werdet ihr von mir Geschenke, {und} Belohnungen (Geschenke, Kostbarkeiten)1 und große Ehre empfangen. Darum (nur wenn) erklärt mir den Traum und seine Bedeutung (Deutung)!“
- Ein unbekanntes Wort (Sg.). Belohnungen nach DBL Aramaic, GesD tendiert zu »Geschenk, Gabe«, Koch 2011, 90 übersetzt »Ehrenurkunden/Kostbarkeiten«.
7 Sie antworteten noch einmal (ein zweites Mal) {und sagten}: „Der König möge seinen Sklaven (Dienern, Knechten) den Traum sagen, danach (und) werden wir die Bedeutung (Deutung) erklären!“
8 Der König antwortete {und sagte}: „[Jetzt] weiß ich ganz sicher, dass ihr [versucht] Zeit [zu] kaufen,1 weil [ihr] seht (gesehen habt), dass mein Wort unwiderruflich ist2:
- Die Einfügung von »jetzt« und »versucht« ist aufgrund des Partizips sowie sinngemäß angebracht. Der König erkennt also, was gerade vor sich geht: Die Wahrsager versuchen Zeit zu gewinnen.
- S. die Fußnote in V. 5. Der Satz wird in V. 9 fortgesetzt (Koch 2005, 91). NLB (vgl. GNB): »dass ich meine Drohungen wahr machen werde.«
9 {dass} Wenn ihr mir den Traum nicht mitteilt, gibt es [nur] ein Urteil (Beschluss, Strafe, Gesetz) [über] euch:1 {und} Ihr habt euch abgesprochen (verschworen, entschlossen), falsche und verlogene (verdorbene) Worte (Sache) vor mir zu sprechen (mir zu sagen), bis die Zeit sich ändert (ändern wird).2 Deshalb (Wenn) sagt mir den Traum, dann (und) werde ich wissen, dass ihr mir seine Bedeutung (Deutung) erklären könnt!“
- D.h. »kann das nur eines heißen«. Oder: »dass es nur ein … gibt, wenn ihr … nicht mitteilt. Aber (und) ihr habt euch [offenbar] abgesprochen...« Der Vorwurf der bewussten Lüge ab 9b wäre dann nicht das Urteil, sondern eine daran angeschlossene Vermutung (so Koch 2005, 91, Zür).
- Oder »bis die Zeit (=diese Audienz?) verstrichen ist« (so ähnlich Koch 2005, 91). HfA: »So meint ihr, mich hinhalten zu können, bis mein Zorn sich gelegt hat.« NLB: »in der Hoffnung, mich damit hinhalten zu können«. GNB lässt den Halbsatz aus und kommentiert, er sei schwer verständlich; NEÜ meint »Damit verdächtigte er sie wahrscheinlich, Umsturzpläne zu verfolgen.« Es erscheint aber wahrscheinlicher, dass die Wahrsager (mit Koch) angesichts der ob der Regierungsgeschäfte sicher knappen Zeit des Königs (vgl. die Anmerkung zu V. 16) auf ein ergebnisloses Ende der ungeplanten Audienz spekulieren, als dass sie auf einen Umsturz oder eine sonst veränderte Lage (EÜ) hoffen. Für eine solche Hoffnung bräuchten sie nämlich einen unmittelbaren Anlass, der zumindest im Kontext unserer Erzählung nicht erkennbar ist.
10 Die Chaldäer (Wahrsager, Sterndeuter) antworteten {vor} dem König {und sagten}: „Es gibt keinen Menschen auf dem trockenen Land (der Erde)1, der erklären könnte, was der König verlangt (sagt)!2 Entsprechend (Deshalb) hat noch kein großer und mächtiger (herrschender) König (großer König oder (und) Herrscher) eine solche Tat3 von einem Wahrsager, Beschwörer oder Chaldäer (Wahrsager, Sterndeuter) verlangt (gefordert, erbeten).
- auf dem trockenen Land Eine emphatische Metonymie des Subjekts für »auf der ganzen (bewohnbaren) Erde«.
- W. »die Aufgabe (Wort, Sache) des Königs« GNB: »diese Forderung erfüllen«
- W. »eine Aufgabe (Sache, Wort) wie diese (eine solche)« EÜ: »ein solches Ansinnen«
11 Was der König fordert,1 [ist uns] zu schwierig (schwierig; unmöglich, zu hoch), und es gibt niemand anderen, der {vor} dem König [das Geforderte] mitteilen (erklären) könnte außer Göttern (Gott)2, deren Wohnung nicht beim Fleisch ist!“3
- W. »Die Sache (Aufgabe, das Wort), die der König verlangt (fordert)«
- Hier sind wohl die babylonischen Götter gemeint, es lässt sich jedoch nicht ausschließen (und ist auch grammatisch denkbar), dass von JHWH die Rede ist.
- Fleisch Metonymie der Adjunktion für die Sterblichen, d.h. „die Götter leben nicht unter den Menschen (Sterblichen)“.
12 Darüber wurde (war) der König wütend und sehr zornig1 und gebot, alle Weisen2 Babels umzubringen.
- wütend und sehr zornig Die Dopplung und Steigerung zum besonders intensiven קצף drücken zusammen mit שַׂגִּיא sehr eine sehr große Wut aus, die sich auch an seinem folgenden Befehl erkennen lässt.
- Weisen Nicht nur die Wahrsager und Sterndeuter, sondern gleich alle Weisen – wie die folgenden Verse zeigen, also einschließlich der Judäer – trifft der Zorn des Königs. Dennoch kommt es nicht zu einem Pogrom, sondern ein rechtlich ordentlicher Erlass (V. 13) stellt sicher, dass die Sache geordnet abläuft – und gibt Daniel Zeit für seine Rettungsaktion (V. 14ff.)(Koch 2005, 153f.).
13 Bald (und) erging das [entsprechende] Gesetz und die Weisen sollten hingerichtet (getötet) werden. Auch (und) Daniel und seine Freunde (Gefährten) suchte man,1 um [sie] hinzurichten (zu töten).
- Unpersönlich formuliert, oder: „suchten sie (3. Pl. m.)“ (vgl. Koch 2005, 92). Wie hier wird die 3. Person Perfekt des aramäischen Verbs gelegentlich ohne erkennbares Subjekt unpersönlich gebraucht. Das Subjekt ist unwichtig und wird nicht genannt, wichtig ist die Handlung (Muraoka, Notes on the Syntax of Biblical Aramaic, in: JSS 11/2 1966, 164f.).
14 Da übermittelte Daniel einen Rat und Vorschlag (einen verständigen Rat)1 an Arioch, den Obersten der Leibgarde (Scharfrichter)2 des Königs, der unterwegs (aufgebrochen, sich aufgemacht, losgegangen) war, um die Weisen Babels hinzurichten (zu töten).
- übermittelte einen Rat und Vorschlag nach Koch 2005, 92f. („einen Rat und Verfahrensvorschlag“). einen verständigen Rat So GesD, תוב; NET, dabei werden die beiden Nomina als Hendiadyoin aufgefasst, allerdings muss dabei טְעֵם „Beschluss, Befehl“ eine sonst unbezeugte zusätzliche Bedeutung „Verstand, Klugheit“ zugeschrieben werden (Koch 2005, 93). Oder, wie die meisten Übers.: „wandte/sprach sich vorsichtig und verständig“ (so oder ähnlich Lut, EÜ, GNB, SLT, Zür; HALAT, תוב) Die beiden Nomina werden (wie oft Hebr.) adjektivisch übersetzt. Neben der fraglichen Übersetzung „verständig“ ist aber vor allem das Prädikat viel eher als „übermitteln“ zu übersetzen (GesD, תוב; Koch 2005, 92f.).
- Obersten W. „den Größten (Großen) der Leibgarde“ Die Alternative „Scharfrichter“ wird in DBL Aramaic als solche genannt (vgl. Zür, SLT, NET). Das Wort heißt ursprünglich „Schlächter, Koch“, aber wurde wegen dessen Nähe zum König (er wagt es, dessen Befehl nicht unmittelbar auszuführen, sondern erst nachzuforschen, V. 15f.) schon früh als Bezeichnung des Obersten der Leibwache verstanden (Koch 2005, 93).
15 Er fragte (antwortete) {und sagte zu} Arioch: „Du Mächtiger (Bevollmächtigter; mächtigster [Mann]) des Königs (Arioch, den Bevollmächtigten des Königs)1, warum [dieses] strenge (übereilte, dringliche)2 Gesetz von seiten des Königs (warum ist das Gesetz … [so] streng)?“3 Da klärte (informierte über, berichtete von, weihte ein in) Arioch Daniel [über] die Angelegenheit (Sache) auf,4
- Die Lesart als Vokativ »Du Mächtiger des Königs« wurde gewählt, um die doppelte Betitelung Ariochs zu vermeiden. Sie ist auch bei anderen Exegeten seit der griechischen Übersetzung Theodotions (der den Vers mit »du Mächtiger/Bevollmächtigter« beginnen lässt), gegen den masoretischen Akzent, verbreitet, weil »eine Rede Vorgesetzten gegenüber mit Nennung des Titels zu beginnen pflegt« (Koch 2005, 93). Koch glaubt aber, der Text sei gekürzt und eine solche Anrede darum ausgelassen, und folgt MT und den dt. Übersetzungen. Die Doppelung und Variation des Titels wäre jedoch ein ausschlaggebendes Gegenargument, auf das er nicht eingeht.
- Die Bedeutung des Adjektivs muss rekonstruiert werden. übereilte ist die bevorzugte Herleitung Kochs, der für die vermutete Bedeutung »streng« (die meisten Übersetzungen) zu wenig Belege findet (Koch 2005, 93).
- Ohne die vokativische Übersetzung (vgl. erste Fußnote) ist es auch möglich, die Frage indirekt zu übersetzen (EÜ, vgl. GNB).
- Daniel kennt also den Erlass, erfährt aber erst jetzt die Geschichte, die dahinter steht, und kann die richtige Entscheidung treffen (vgl. Koch 2005, 157f.).
16 und Daniel trat ein und erbat vom König, dass er ihm eine Audienz (Frist)1 gewähre,2 dann (und) werde [er] dem König die Bedeutung (Deutung) erklären.
- Audienz So sonst nur ESV, alle anderen Übers. Frist oder „Zeit“. Anders als in Dan 2,8-9 wird hier זְמַן „Zeit(punkt), Termin, Augenblick“ (GesD) gebraucht (dort für die Zeit, die die Wahrsager zu gewinnen versuchen, עִדָּן „Zeit“), was die Interpretation als „Audienz“ untermauert. Auf die von GesD angegebene Übersetzung passt „Audienz“ zudem besser als „Frist“. Wenn Daniel wirklich um eine Audienz bittet, dann zeigt das sogar noch mehr Kühnheit und Gottvertrauen als die Bitte um eine Fristverlängerung. Entweder hat er dabei darauf vertraut, dass diese nicht sofort erfolgt, oder er hat nach der Bekanntgabe des Termins die Gelegenheit genutzt, um noch einmal sein Haus aufzusuchen und sich die Unterstützung seiner Freunde zu sichern. Für dieses Gesuch müsste er übrigens in keinem Fall persönlich vorsprechen (vgl. Koch 2005, 94.159).
- Oder schöner „ersuchte beim König um eine Audienz“.
17 Daraufhin (sofort) begab sich Daniel zu seinem Haus (nach Hause) und klärte (informierte über, berichtete von, weihte ein in) seine Freunde (Gefährten) Hananja, Mischaël und Asarja [über] die Angelegenheit (Sache) auf.
18 {und} Er [bat sie], angesichts dieser unlösbaren Aufgabe (dieses Geheimnisses)1 vor dem Gott des Himmels um Erbarmen zu bitten, damit (sodass) man Daniel und seine Freunde (Gefährten) nicht mit den übrigen Weisen Babels umbrächte2.
- Meist als Geheimnis übersetzt, doch vgl. DBL Aramaic, רָז: „mystery, secret, i.e., information or omens so enigmatic or baffling that only revelation from God can make it understandable “ Es geht hier also vordergründig um unerreichbares, rätselhaftes Wissen, nicht um ein Geheimnis (das ja nur eins des Königs wäre).
- Unpersönliche Formulierung. Vgl. Fußnote in V. 13.
19 Da wurde (dem) Daniel in einer nächtlichen Erscheinung das Geheimnis offenbart. Da lobte Daniel den Gott des Himmels.
20 Daniel hob an und sagte: Der Name Gottes soll gelobt sein von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn die Weisheit und die Stärke – sein sind sie.
21 Denn er ändert die Jahre und die Fristen, er setzt Könige ab und setzt Könige ein, er gibt den Weisen die Weisheit und den Verstand denen, die Verstand kennen.
22 Er offenbart die Tiefen und die verborgenen Dinge; er weiß, was im Dunkeln (geschieht), und das Licht wohnt bei ihm.
23 Dich, Gott meiner Väter, lobe und preise ich, denn die Weisheit und die Stärke hast du mir gegeben, und nun hast du mich wissen lassen, was wir von dir erbeten haben; denn du hast uns die Sache des Königs wissen lassen.
24 Deshalb ging Daniel hinein zu Arjoch, den der König beauftragt hatte, die Weisen Babels umzubringen; er ging hinein und so sprach er zu ihm: Bringe die Weisen Babels nicht um! Führe mich hinein vor den König und ich werde dem König die Deutung kundtun!
25 Daraufhin führte Arjoch Daniel eilends für den König und sprach zu ihm so: Ich habe einen Mann gefunden von den Söhnen der Gefangenschaft Judas, der dem König die Deutung mitteilen wird/kann/will.
26 Der König hob an und sagte zu Daniel, dessen Name Beltschazar ist: Du vermagst, mich den Traum wissen zu lassen, den ich gesehen habe, und seine Deutung?
27 Daniel antwortete (vor) dem König und sagte: Das Geheimnis, das der König verlangt, können Weise, Wahrsager, Magier, Zeichendeuter dem König nicht kundtun.
28 Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart, und er ließ den König Nebukadnezar wissen, was am Ende der Tage geschehen wird. Dein Traum und die Erscheinungen deines Kopfes auf deinem Lager waren dies:
29 Dir, König, stiegen auf deinem Lager deine Gedanken auf, was nach diesem geschehen werde, und der, der die Geheimnisse offenbart, hat dich wissen lassen, was geschehen wird.
30 Aber mir wurde dieses Geheimnis nicht offenbart durch die Weisheit, die in mir vor (mehr als in) allen Lebewesen ist, sondern damit sie/man den König die Deutung wissen lasse(n) und du die Gedanken deines Herzens verstehst.
31 Du, König, hast gesehen, und siehe, ein großes Bild. Jenes Bild war groß und sein Glanz war außerordentlich. Es stand vor dir und sein Aussehen war fürchterlich.
32 Das Bild (von diesem Bild gilt): sein Kopf war aus gutem/reinem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Hüfte aus Bronze;
33 seine Schenkel (waren) aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton.
34 Du hast gesehen, bis sich ein Stein nicht durch Hände löste und das Bild an seinen Füßen aus dem Eisen und dem Ton traf und sie zermalmte.
35 Dann wurden zugleich zermalmt das Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold und wurden wie Spreu von den Tennen des Sommers und der Wind verwehte sie und keine Spur von ihnen wurde (mehr) gefunden. Und der Stein, der das Bild traf, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde.
36 Dies war der Traum. Auch seine Deutung werden/wollen wir vor dem König sagen.
37 Du, König, bist der König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Kraft und die Stärke und die Ehre gegeben hat,
38 und in allem (überall), wo die Söhne des Menschen wohnen, hat er das Tier (die Tiere) des Feldes und die Vögel des Himmels in deine Hand gegeben, und hat dich als Herrscher über sie alle eingesetzt. Du bist der Kopf aus Gold.
39 Und nach dir wird ein anderes Königreich aufstehen, geringer als du, und ein anderes drittes Königreich aus Bronze, das über die ganze Erde herrschen wird.
40 Und ein viertes Königreich wird hart sein wie Eisen, weil Eisen alles zermalmt und zerschmettert, und wie das Eisen, das zertrümmert, wird es diese alle zermalmen und zertrümmern.
41 Und dass du die Füße und die Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen gesehen hast, (das) wird ein geteiltes Königreich sein. Und von der Härte des Eisens wird (etwas) in ihm sein, weil du das Eisen mit Ton aus Lehm gemischt gesehen hast.
42 Und die Zehen der Füße waren teils aus Eisen und teils aus Ton: Zum Teil wird das Königreich mächtig sein und zum Teil wird es zerbrechlich sein.
43 Dass du das Eisen mit Ton aus Lehm gemischt gesehen hast: Sie werden vermischt sein im Samen des Menschen und/aber sie werden nicht untereinander haften so wie das Eisen sich nicht vermischen lässt mit dem Ton.
44 Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich errichten, das in Ewigkeit nicht zugrunde gehen wird, und das Königreich wird nicht einem anderen Volk überlassen werden. Es wird alle jene Königreiche zermalmen und (ihnen) ein Ende machen. Und es (selbst) wird bestehen in Ewigkeit.
45 Weil du gesehen hast, dass sich von dem Berg nicht durch Hände ein Stein gelöst und das Eisen, die Bronze, den Ton, das Silber und das Gold zermalmt hat: Ein großer Gott hat den König wissen lassen, was danach geschehen wird; und der Traum ist sicher und seine Deutung zuverlässig.
46 Da fiel der König Nebukadnezar auf sein Angesicht und huldigte Daniel und befahl, ihm ein Opfer und ein Rauchopfer darzubringen.
47 Der König antwortete (dem) Daniel und sagte: Von Wahrheit (Wahrhaftig) ist euer Gott Gott von Göttern und Herr von Königen und einer, der Geheimnisse offenbart, denn du konntest dieses Geheimnis offenbaren.
48 Da verlieh der König (dem) Daniel einen hohen Rang und gab ihm viele große Geschenke und setzte ihn als Herrscher ein über die ganze Provinz Babel und zum obersten Statthalter über alle Weisen Babels.
49 Und Daniel bat den König (von dem König), und er (dass er…) beauftragte mit der Verwaltung der Provinz Babel Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Und Daniel war (blieb) im Tor (am Hof) des Königs.
Chapter 3
1 1 Nebukadnezar, der König, machte ein Bild aus Gold. Seine Höhe (war) sechzig Ellen. Seine Breite (war) sechs Ellen. Er errichtete es in der Ebene Dura, in der Provinz Babel.
- [Status: Ungeprüft]
2 Und Nebukadnezar, der König, sandte hin um die Satrapen, die Statthalter und die Verwalter, die Ratgeber, die Schatzmeister, die Richter, die Polizeiobersten und alle Befehlshaber der Provinzen zu versammeln, damit sie zur Einweihung des Bildes kämen, das der König Nebukadnezar errichtet hatte.
3 Da versammelten sich die Satrapen, die Statthalter und die Verwalter, die Ratgeber, die Schatzmeister, die Richter, die Polizeiobersten und alle Befehlshaber der Provinzen zur Einweihung des Bildes, das der König Nebukadnezar errichtet hatte, und sie standen vor dem Bild, das Nebukadnezar errichtet hatte.
4 Und der Herold rief mit Stärke (laut): Euch, den Völkern, den Nationen und den Sprachgruppen, befehlen sie (befiehlt man/wird befohlen):
5 Zu der Zeit, zu der ihr den Klang des Horns, der Pfeife, einer Zither, der Harfe, einer Laute, einer Sackpfeife und/oder jeder Art Instrument hören werdet, sollt ihr niederfallen und das Bild aus Gold anbeten, das der König Nebukadnezar errichtet hat.
6 Und wer nicht niederfallen und anbeten wird, der wird/soll in diesem Augenblick in den brennenden Feuerofen geworfen werden.
7 Deshalb, zu der Zeit, als alle Völker den Klang des Horns, der Pfeife, einer Zither, der Harfe, einer Laute und/oder jeder Art Instrument hörten, fielen alle Völker, Nationen und Sprachgruppen nieder (und) beteten das Bild aus Gold an, das der König Nebukadnezar errichtet hatte.
8 Deshalb näherten sich zu der Zeit Männer, Sterndeuter, und sie verklagten die Juden.
9 Sie hoben an und sagten zu dem König Nebukadnezar: König, lebe ewig!
10 Du, König, hast Befehl gegeben, dass jeder Mensch, der den Klang des Horns, der Pfeife, einer Zither, der Harfe, einer Laute, einer Sackpfeife und/oder jeder Art Instrument hören wird, niederfallen und das Bild aus Gold anbeten soll.
11 Und wer nicht niederfallen und anbeten wird, der soll in den brennenden Feuerofen geworfen werden.
12 Es gibt jüdische Männer, die du beauftragt hast mit der Verwaltung der Provinz Babel, Schadrach, Meschach und Abed-Nego; diese Männer haben dir, König, keine Beachtung geschenkt; deinen Göttern dienen sie nicht und vor dem Bild aus Gold, das du errichtet hast, beten sie nicht an.
13 Da befahl Nebukadnezar in Zorn und Wut, Schadrach, Meschach und Abed-Nego herzubringen. Da wurden diese Männer hergebracht vor den König.
14 Nebukadnezar hob an und sagte zu ihnen: Ist es wahr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, dass ihr meinen Göttern nicht dient und vor dem Bild aus Gold, das ich errichtet habe, nicht anbetet?
15 Nun, wenn ihr bereit seid zu der Zeit, zu der ihr den Klang des Horns, der Pfeife, einer Zither, der Harfe, einer Laute und einer Sackpfeife und/oder jeder Art Instrument hören werdet, niederzufallen und das Bild anzubeten, das ich gemacht habe… Aber wenn ihr nicht anbeten werdet, werdet ihr in dem Augenblick in den brennenden Feuerofen geworfen werden. Und wer ist ein Gott, der euch aus meiner Hand retten wird?
16 Schadrach, Meschach und Abed-Nego antworteten und sagten zu dem König: Nebukadnezar, wir haben es nicht nötig, dir auf dieses Wort zu antworten.
17 Wenn unser Gott, dem wir dienen, uns retten kann, wird er uns aus dem brennenden Feuerofen und aus deiner Hand, König, retten.
18 Und wenn nicht, dann sollst du wissen, König, dass wir nicht deinen Göttern dienen und nicht vor dem Bild aus Gold, das du errichtet hast, anbeten werden.
19 Da wurde Nebukadnezar erfüllt mit Zorn und der Ausdruck seines Gesichts veränderte sich wegen/gegenüber Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Er hob an und befahl, den Ofen zu heizen auf ein Siebenfaches von dem, was gewöhnlich war ihn zu heizen.
20 Und Männern, starken Männern/Kriegern in seinem Heer, befahl er, Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu binden, um (sie) in den brennenden Feuerofen zu werfen.
21 Da wurden diese Männer mit ihren Mänteln, ihren Hosen und ihren Mützen und ihren (sonstigen) Kleidern gebunden und in den brennenden Feuerofen geworfen.
22 Deshalb, weil die Sache des Königs streng und der Ofen außerordentlich geheizt war, tötete jene Männer, die Schadrach, Meschach und Abed-Nego hinaufbrachten, die Flamme des Feuers.
23 Und jene drei Männer, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, fielen gebunden in den brennenden Feuerofen.
24 Da erschrak der König Nebukadnezar und stand in Eile auf; er hob an und sagte zu seinen Räten: Haben wir nicht drei Männer gebunden in das Feuer geworfen? Sie antworteten und sagten zu dem König: Sicher, König!
25 Er antwortete und sagte: Siehe, ich sehe vier Männer frei im Feuer umhergehen und keine Verletzung ist an ihnen und das Aussehen des Vierten ist ähnlich einem Sohn der Götter.
26 Da trat Nebukadnezar hinzu an die Öffnung des brennenden Feuerofens. Er hob an und sagte: Schadrach, Meschach und Abed-Nego, Diener des höchsten Gottes, geht heraus und kommt! Da gingen Schadrach, Meschach und Abed-Nego heraus aus dem Feuer.
27 Und es versammelten sich die Satrapen, die Statthalter und die Verwalter und die Räte des Königs; sie sahen jene Männer an, über deren Leib das Feuer keine Macht hatte, und das Haar ihres Kopfes war nicht versengt worden und ihre Mäntel waren unverändert und an sie war kein Geruch von Feuer gekommen.
28 Und Nebukadnezar hob an und sagte: Gepriesen sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos, der seinen Boten geschickt und seine Knechte gerettet hat, die sich auf ihn verlassen und das Wort des Königs übertreten haben und ihre Leiber gegeben haben, dass sie nicht irgendeinem (=keinem) Gott dienten und ihn anbeteten außer ihren Gott.
29 Und von mir ist ein Befehl ergangen an jedes Volk, jede Nation und Sprachengruppe, dass, wer etwas Verächtliches sagen wird über den Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos, in Stücke gemacht werden soll und sein Haus soll einem Trümmerhaufen gleichgemacht werden, weil es keinen anderen Gott gibt, der retten kann wie dieser.
30 Daraufhin ließ der König es Schadrach, Meschach und Abed-Nego gut ergehen in der Provinz Babel (= der König beförderte…). Der König Nebukadnezar an alle Völker und Nationen und Sprachengruppen, die auf der ganzen Erde wohnen: Euer Friede soll groß werden! Die Zeichen und Wunder, die der höchste Gott an mir getan hat, gefiel/gefällt es mir kundzutun. Groß wie was (=wie groß) sind seine Zeichen und mächtig wie was (=wie mächtig) seine Wunder!? Sein Königreich ist ein ewiges Königreich und seine Herrschaft (ist/bleibt) von Generation zu Generation.
Chapter 4
1 Ich, Nebukadnezar, war ruhig in meinem Haus und glücklich in meinem Palast.
2 Ich sah einen Traum und er wird mich erschrecken (erschreckte mich) und Gedanken auf meinem Lager und die Erscheinungen meines Kopfes werden mich erschrecken (erschreckten mich).
Chapter 12
1 1 Und in dieser Zeit wird Michael stehen, der große Führer, der einsteht über die Söhne deines Volkes. Und es wurde eine Zeit der Not, die [noch] nie geschah, vom Sein des Volkes bis zu dieser Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk gerettet werden, alle die gefunden werden, geschrieben in dem Buch.
- [Status: Ungeprüft]
2 Und viele im Staub der Erde Schlafende1 werden aufwachen, diese zum ewigen Leben und diese zu ewiger Schmach, zu Abscheu.
- Übersetzung stammt aus Gesesius.
3 Und die Weisen werden scheinen wie der Glanz der festen Himmelswölbung1 und die vielen Gerechten wie die Sterne für immer und ewig (für Ewigkeit und immer).
- Übersetzung stammt aus Gesesius.
4 Und du, Daniel, halte die Worte geheim und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes. Viele werden nachforschen (umhergehen) und das Wissen wird groß sein.
5 Und ich, Daniel, sah zwei andere, die standen. Der eine hier am Ufer des Flusses, und der andere hier am Ufer des Flusses.
6 Und er1 sagte zu dem Mann, bekleidet in {den} Leinen 2, der oberhalb von den Wassern des Stromes war: Bis wann ist das Ende der Wunder?
- Hier stellt sich die Frage, wer mit er gemeint ist. Ist es einer der Männer oder Daniel selbst?
- Gesenius übersetzt „Linnen“.
7 Und ich hörte den Mann, bekleidet in {den} Leinen 1, der oberhalb von den Wassern des Stromes war. Und es erhob sich seine rechte Hand und seine linke zu den Himmeln und schwor auf das ewige Leben, dass es eine verabredete Zeit und verabredete Zeiten und eine halbe2 sein soll. Und wenn die Zerstreuung [der Hand] des heiligen Volkes beendet ist, wird dies alles vollendet werden.
- Gesenius übersetzt „Linnen“.
- Ges: „ein Jahr und zwei Jahre“.
8 Und ich hörte, und ich verstand nicht. Und ich sagte1: Herr, was wird der Ausgang von diesem sein?
- Hier steht eigentlich ein Kohortativ. Wie ist der genau zu übersetzen?
9 Und er sagte: Geh, Daniel, denn die Worte sind verschlossen und versiegelt bis zum Ende der Zeit.
10 Und viele werden sich reinigen und werden gereinigt und werden geläutert. Und die Gottlosen werden freveln und alle Gottlosen werden nicht verstehen und die Verständnisvollen werden verstehen.
11 Und von der Zeit, [seit] das tägliche Opfer abgeschafft und die Abscheu der Verwüstung aufgestellt wurde, sind es eintausendzweihundertneunzig Tage.
12 Wohl dem, der wartet und gelangt zu den tausenddreihundertfünfunddreißig Tagen!
13 Und du, geh zum Ende und ruhe und stehe auf, zu deinem Los1 am Ende der Tage.
- Gesesius: „Anteil am Messiasreich“