Chapter 1
1 1 Im (nach/vor dem) Anfang von Gottes Schöpfung (Teilung?2) von Himmel und Erde (der Welt)34
- [Status: Ungeprüft]
- Zu Teilung s. Anmerkung b.
- Der Merismus „Himmel und Erde“ ist im Hebräischen der Standard-Ausdruck für den Kosmos/das Universum; vgl. z.B. Sasson 1992, S. 184; Westermann 1983, S. 140f.
- V. 1 wird hier verstanden als temporaler Nebensatz von V. 2; so z.B. auch Di Lella 1985, S. 129; Good 2009, S. 8; Gross 1980, S. 145; Nic §18. Die Syntax von Gen 1,1-3 wird in der Exegese allerdings sehr heftig diskutiert und viele weitere Vorschläge zur Deutung sind gemacht worden; s. genauer den Exkurs zur Syntax von Gen 1,1-3.
2 war die Erde (- die Erde war)1 nicht und nichts (leer, sinnlos, zerstört?, chaotisch?)2: (stattdessen) Dunkelheit [war] über der Oberfläche (dem Gesicht) der Tiefe (Urtiefe,3 Wasser) und ein Wind Gottes stürmte (der Atem Gottes wehte, ein starker Wind stürmte, der Geist Gottes schwebte)4 über der Oberfläche (dem Gesicht) des Wassers (der Wasser).
- war die Erde (- die Erde war) - Deutet man die Syntax von Gen 1,1 wie hier als temporalen Nebensatz, lassen sich Vv. 1-2 entweder auflösen als Nebensatz - Hauptsatz („Als Gott begann, Himmel und Erde zu schaffen, war die Erde...“) oder V. 2 könnte als Parenthese gedeutet werden („Als Gott begann, Himmel und Erde zu schaffen - die Erde war... - sprach Gott:“). Beide Auflösungen sind gleichermaßen möglich; s. Anmerkung c.
- nicht und nichts (leer, sinnlos, zerstört?, chaotisch?) - Die Bedeutung des hebräischen tohu wabohu (hier: „nicht und nichts“; meist: „wüst und leer“) ist umstritten; s. Anmerkung d. Nach unserer Auffassung ist die Wendung hier so zu verstehen, dass am Anfang von Gottes Schöpfungstat die Erde noch nicht existierte, sondern Gott zunächst das Meer verlagern muss, um den so entstehenden trockenen Boden dann zur „Erde“ machen zu können.
- Tiefe (Urtiefe, Wasser) - Im hebräischen Wort tehom („Tiefe“) wollen einige Exegeten Überreste mythischer Vorstellungen entdecken und es entsprechend der Chaos-/Meeresgöttin Tiamat interpretieren. Und tatsächlich wird es häufiger in Kontexten verwendet, die zumindest mythisierende Sprache verwenden; es kann aber auch einfach für große Wassermassen stehen (beides gilt genau so für das folgende majim („Wasser“). Da meist angenommen wird, der Verfasser von Gen 1 würde das ganze Kapitel hindurch Entmythisierungsstrategien anwenden (s. FN aa), ist wahrscheinlich auch hier eher Letzteres der Fall.
- ein Wind Gottes stürmte (der Atem Gottes wehte, ein starker Wind stürmte, der Geist Gottes schwebte) - Heb. ruach haelohim. Das hebräische ruach ließe sich sowohl lesen als „Geist“, „Hauch“ oder „Wind“; elohim kann entweder „Gottes“ heißen oder aber superlativische Bedeutung haben. Diese Vieldeutigkeit hat dazu geführt, dass jede der oben angeführten Übersetzungsmöglichkeiten mehrfach vertreten wurden. Das stärkste Indiz für die richtige Deutung ist das Verb rachaf: Früher wurde es häufig mit „brütete“ oder „schwebte“ übersetzt, aber ebenso wie verwandte syrische (racheph) und ugaritische (rchp) Wörter (-> Etymologie) bezeichnet es wohl eigentlich eine schnelle Bewegung (vgl. z.B. Cassuto 2005, S. 25; Galling 1950, S. 153; Speiser 1964, S. 5) - in Dtn 32,11 beschreibt es das „Flattern“ eines Adlers (vgl. dazu z.B. Rechenmacher 2002, S. 13); in Jer 23,9 vermutlich das „Zittern“ der Knochen im Leib. Die Bedeutung „stürmen“ lässt sich mit diesem Wort vereinbaren ; „wehen“ oder „schweben“ jedoch nicht - und das weist stark in Richtung „Wind, Sturm“. Da weiterhin eine andere Bedeutung als „Gottes“ für elohim hier nicht sehr wahrscheinlich ist – bedenkt man, wie oft es sonst noch in Gen 1 in dieser Bedeutung steht – sollte man sich am ehesten für „Wind/Sturm Gottes“ entscheiden; so z.B. auch Bandstra 2008; Drouot et al. 2000; Good 2009; Merlo 2008; Wenham 1987; Westermann 1983.
3 Da1 sprach Gott: Helligkeit (Licht)2 soll (wird) entstehen (sein, werden)! Da entstand (war, wurde) Helligkeit (Licht).
- Mit der hebräischen Verbform Wayyiqtol setzt in Vers 3 zum ersten Mal die Handlung ein; Vv. 1-2 geben Hintergrundinformationen. In der LF sollte man das besser ausdrücklich machen, z.B. durch die Einfügung eines solchen „Da“.
- Gen 1 wird u.a. beherrscht von folgendem Strukturprinzip: Gott ruft ein nur abstrakt bezeichnetes Etwas ins Sein, anschließend gibt er ihm einen Namen, unter dem es auch heute bekannt ist (etwa: „Helligkeit“ für „Tag“ und „Finsternis“ für „Nacht“; „etwas Schalenförmiges“ für „Himmel“, „etwas Trockenes“ für „Erde“ usw.; vgl. Good 2009, S. 12). In der Studienfassung haben wir versucht, dieses Muster stets ausdrücklich zu machen.
4 Gott sah, dass die Helligkeit (das Licht) gut war.1 Dann trennte (teilte, unterschied) Gott {zwischen}2 die Helligkeit (das Licht) {und} von (zwischen) der Finsternis (Dunkelheit).
- W. „Gott sah die Helligkeit, dass gut“; zur Syntax s. Anmerkung e.
- {zwischen} - Das Heb. ben („zwischen“) wird im Hebräischen doppelt gesetzt („zwischen X und Y“); im Dt. kann dies ohne Bedeutungsverlust natürlicher ausgedrückt werden.
5 Gott nannte (rief) die Helligkeit (das Licht) „Tag“, die Finsternis (Dunkelheit) aber nannte (rief) er „Nacht“. Es wurde (war) Abend und es wurde Morgen: Ein „Tag“ (der erste Tag)1.
- Ein „Tag“ - „Tag“ wird hier näher bestimmt durch die Zahl אֶחָד „eins“, da im Heb. eine Aufzählungsreihe auch lauten kann: „Eins, zweitens, drittens...“ (vgl. z.B. Speiser 1964, S. 6). Es ist aber gut möglich, dass diese Regel hier keine Anwendung findet und der Autor aus einem anderen Grund nicht das Ordnungszahlwort, sondern das Grundzahlwort verwendet: König 1919, S. 143f.; Sasson 1992, S. 191 und Steinmann 2002, S. 583f. gehen davon aus, dass der Sinn dieser beiden Worte der ist, dass Gott nach der Definition des Unterschieds von „Tag“ und „Nacht“ gleich noch ineins damit eine „zeitliche Ordnung“ ins Sein setzt und deshalb als Grundeinheit der Zeit nun auch die zeitliche Größe „Tag“ definiert: Es muss einmal Abend werden und einmal Morgen werden, dann ist die Zeitspanne von „einem Tag“ vergangen (vgl. ähnlich Westermann 1983, S. 155).
6 Dann sprach Gott: Ein Schalenförmiges (Gewölbe, Firmament)1 soll (wird) inmitten des Wassers entstehen (sein, werden) und es soll ein Trenner zwischen Wasser und Wasser sein (es soll Wasser von Wasser trennen). [So geschah (war) es]2.
- Schalenförmiges (Gewölbe, Firmament) - Im alten Israel stellte man sich den Himmel vor wie eine Art metallene Käseglocke, die die überirdischen Wasserfluten zurückhält (vgl. z.B. Soggin 1997, S. 33). Die Vulgata übersetzte es mit firmamentum („etwas fest Gefügtes“) - dem Etymon für unser „Firmament“, womit dieses Wort denn meist auch ins Dt. übersetzt wrd, was aber das in FN j beschriebene Textmuster verschleiert. Der hebräische Ausdruck ist in unserem Kontext gerade deshalb ungewöhnlich, weil ein Begriff „aus dem Bereich der Metallurgie“ (van Wolde 2009, S. 9) auf den Himmel angewandt wird. Man sollte daher besser nicht mit einem geläufigen Begriff übersetzen. Die Übersetzung „schalenförmig“ stammt von Good 2009, S. 12.
- Textkritik: Die meisten Exegeten folgen LXX und verschieben das „so geschah es“ vom Ende von V. 7 ans Ende von V. 6, da es auch sonst unmittelbar auf den Schöpfungsbefehl folgt; vgl. z.B. Westermann 1983, S. 109.
7 Gott machte das Schalenförmige (Gewölbe, Firmament) und trennte (teilte, schied) [so] {zwischen} das Wasser {welches} unterhalb des Schalenförmigen (Gewölbes, Firmaments) {und zwischen} [vom] Wasser {welches} über dem Schalenförmigen (Gewölbe, Firmament).1 {So geschah (war) es.}
- V. 7: W.: „das Wasser, das unterhalb des Schalenförmigen [war/ist/sein würde] und das Wasser, das oberhalb des Schalenförmigen [war/ist/sein würde].“
8 Gott nannte das Schalenförmige (Gewölbe, Firmament) „Himmel“. Es wurde (war) Abend und es wurde Morgen: Ein zweiter Tag.
9 Dann sprach Gott: Das Wasser (die Wasser) soll sich von unter dem Himmel [weg] an (zu … hin) einen Ort sammeln (gesammelt werden) und Trockenes (das Festland) soll zum Vorschein kommen (erscheinen, sich zeigen). So geschah (war) es.
10 Gott nannte (rief) das Trockene (das Festland) „Erde“ und den Ort des Wassers nannte (rief) er „Meer“. Gott sah, dass [es] gut [war].
11 Weiterhin sprach Gott: Die Erde soll auf Erden Grünes grünen lassen:1 Samen tragendes Getreide (Pflanzen)2 und 3 verschiedenste Arten von4 Frucht tragenden Fruchtbäumen, {die} [deren Früchte] ihren Samen in sich haben. So geschah es.
- Grünes grünen lassen: - Theoretisch ließe sich im MT auch ein Dreischritt lesen: „Die Erde soll grünen lassen: (1) Grünes, (2) Getreide und (3) Fruchtbäume“. Vermutlich ist aber דֶּשֶׁא Grünes als Oberbegriff von „Getreide“ und „Fruchtbäumen“ zu verstehen; vgl. z.B. Bandstra 2008, S. 65; Cassuto 2005, S. 40; Wenham 1987.
- Getreide (Pflanzen) - Meist allgemein übersetzt als „Pflanzen“ oder „Kraut“. Hier ist es aber näher bestimmt dadurch, dass es zera` tragen soll. Dies steht in der Bibel sehr eindeutig für Samen und Saatgut. Entsprechend wird es sich wohl auch hier sehr sicher um eine Nutzpflanzen handeln: `eßeb mazrij`a zera` ist das „Frucht bringende Getreide“; `ets peri sind (unbestritten) die Fruchtbäume - Gott lässt zu Schöpfungsbeginn ausschließlich „sinnvolle“ Pflanzen sprießen.
- Textkritik: Ergänze mit Soggin 1997, S. 36; Westermann 1983, S. 110 vor `ets („Bäume“) die Konjunktion we („und“) (so auch viele Manuskripte), da sonst „Bäume“ in Apposition zu „Getreide“ stünde.
- verschiedenste Arten von - das i.d.R. mechanisch übersetzte „nach ihrer Art“ ist sehr wahrscheinlich adjektivisch als Ausdruck für „jeglicher Art“ bzw. „verschiedenste Arten von...“ zu verstehen; so zuletzt wieder Neville 2011, S. 216; ähnlich auch schon Driver 1905, S. 9. Sehr gut übersetzt es Speiser 1964 („various kinds“).
12 Die Erde lies Grünes grünen: verschiedenste Arten von Samen tragendem Getreide und verschiedenste Arten von Frucht tragenden Fruchtbäumen, {die} [deren Früchte] ihren Samen in sich haben. Gott sah, dass es gut war (ist).
13 Es wurde (war) Abend und es wurde Morgen: Ein dritter Tag.
14 Dann1 sprach Gott: Lichter sollen am Schalenförmigen (Gewölbe, Firmament) des Himmels (, das der Himmel ist)2 entstehen (sein), um (so dass) {zwischen} den Tag {und} von (zwischen) der Nacht zu trennen (teilen, scheiden). Sie sollen als Zeichen für (und als)3 Festzeiten (Jahreszeiten)4 und für (als) Tage und Jahre dienen (sein)
- Vv. 14-18: Für gewöhnlich geht man davon aus, dass die Funktion von Vv. 14-18 eine polemische ist: Der Autor von Gen 1 schreibt gegen die verbreitete Vorstellung an, die Himmelskörper seien göttliche oder göttergleiche Wesen und macht aus ihnen stattdessen „Lichter“, die er am Himmel „befestigt“. Von hier aus entdeckt man dann auch in V. 21 eine „Entmythologisierungsstrategie“: Die „Seeungeheuer“ sind keine mythischen Wesen mehr, sondern werden in einem Atemzug mit den anderen Geschöpfen Gottes genannt. Notwendig ist das nicht: Cooley 2013 z.B. geht davon aus, dass es „zu keinem Zeitpunkt von der Bronzezeit bis zur Zeit des Zweiten Tempels der Fall gewesen sei, dass die Einwöhner der südlichen Levante die himmlichen Heerscharen nicht als beseelt und belebt verstanden.“ (Cooley 2014, S. 183) - auch nicht in Gen 1. Dass die Himmelskörper in V. 14 zunächst als „Lichter/Lampen“ bezeichnet werden, ließe sich auch einfach mit dem in FN j beschriebenen Strukturprinzip, und es ist ja doch auffällig, dass der Autor von Gen 1 die mythischen Vorstellungen der „Urtiefe“ (V. 2), der den Himmel „beherrschenden“ Himmelskörper (Vv. 15f) und der „Seeungeheuer“ (V. 21) nicht ausschweigt, sondern gerade explizit in die Schöpfungserzählung aufnimmt. Dem folgend ließe sich das Anliegen von Vv. 14-18 auch so verstehen, dass der Abschnitt zwar durchaus noch von mythischen Vorstellungen geprägt ist und besagte „Wesen“ - Sonne, Mond, Sterne und Seeungeheuer - durchaus noch mythisch verstanden werden, aber eben bewusst als Gott untergebene Geschöpfe dargestellt werden sollen. Doch ist das eine Minderheitenmeinung; man sollte besser mit dem größten Teil der Exegeten von einem „Entmythologisierungsanliegen“ des Autors ausgehen.
- wohl zu lesen als epexegetische Constructus-Verbindung (also „am Schalenförmigen, d.h. am Himmel“); übersetze in der LF besser schlicht „Himmel“.
- wohl explikatives Waw; siehe nächste Fußnote. vgl. auch Cassuto 2005, S. 44; Cole 2007; König 1919, S. 149; Speiser 1964, S. 6.
- מוֹעֲדִים ließe sich sowohl als Ausdruck für „Jahreszeiten“ als auch für „Festzeiten“ lesen. Die erste Lesart vertritt z.B. Soggin 1997. Die Reihung „Jahreszeiten, Tage und Jahre“ ist aber merkwürdig „chaotisch“; aus diesem Grunde sollte man wohl eher die zweite Lesart wählen (vgl. dazu auch Rudolph 2003, dessen Untersuchung ergibt, dass „the plural form of mô`êd means 'festivals' one hundred percent of the time in the Torah.“ (S. 40)) - die Planeten sind Zeichen sowohl für die kultische als auch die weltliche Zeitordnung („Tage und Jahre“ ist wohl ein stehender Ausdruck für eine unbestimmte Zeitspanne; vgl. noch 1Sam 29,3 und 4Q385, Frg. 3 („Ich messe die Zeit / und verkürze Tage und Jahre.“). Möglich wäre außerdem, nicht zu lesen als „Zeichen für Festzeiten...“, sondern als „Sie sollen dienen als Zeichen, als Festzeiten, als...“; so z.B. Tigchelaar 2005. Während aber einleuchtend ist, wie Planeten als „Zeichen“ dienen sollen (etwa als „Omen“), ist nicht ersichtlich, wie Planeten „als Jahreszeiten, Tage und Jahre“ dienen wollen; vorzuziehen ist daher wohl doch die traditionelle Übersetzungsweise
15 und sie sollen als Lichter1 am Schalenförmigen (Gewölbe, Firmament) des Himmels (, das der Himmel ist) dienen (sein), um (so dass) über der Erde zu scheinen (leuchten). So geschah (war) es.
- Textkritik: Ehrlich 1908 schlägt die Textkorrektur von למערת zu המערת vor; המערת müsste dann als Subjekt des Satzes gelesen werden („Die Lichter am Himmel sollen dazu dienen, über der Erde zu leuchten.“), da sonst „das, wozu das Subjekt werden soll [=Lichter] sich [...] von dessen vorläufiger Beschaffenheit [=Lichter] durch nichts unterscheide[n würde]; vgl. Saadja.“ Das ist ein sehr sinnvoller Vorschlag; allerdings weist Wenham 1987 auf eine ähnliche Tautologie in Num 15,39 hin, so dass er wohl nicht nötig ist.
16 Gott machte die beiden großen Lichter: das größere (große)1 Licht zur Herrschaft (Beherrschung) über den Tag (am Tag)2 und das kleinere Licht zur Herrschaft (Beherrschung) über die Nacht (zur Nacht); auch die Sterne3.
- W. „das große Licht“, aber Adjektive mit Artikel dient im Hebräischen u.a. auch zur Wiedergabe des Komparativs; vgl. ad loc. z.B. HKL III §308a.
- über den Tag (am Tag) + über die Nacht (zur Nacht) - Bandstra bezweifelt, dass „Tag“ und „Nacht“ Entitäten seien, die „beherrscht“ werden könnten und liest daher die Präpositionalphrase בַּיּוֹם nicht als „zur Herrschaft über den Tag...“, sondern so, dass sie „the range or domain over which rule is exercised“ (S. 79) angeben würden (also „zur Herrschaft bei Tag und bei Nacht“). Grammatisch ist das möglich; dann wäre aber zu fragen, wen Sonne und Mond denn dann beherrschen sollen, wenn nicht Tag und Nacht? Zum Anliegen der Aussage vgl. FN aa
- Oder: „das kleinere Licht und die Sterne zur Herrschaft über die Nacht“ (nach Driver 1885, S. 33: „Wenn hebräische Autoren einen Satz mit doppeltem Subjekt (oder Objekt) konstruieren, tun sie dies gewöhnlich - und sogar recht häufig -, indem sie den Satzteil, der eines der beiden Subjekte (oder Objekte) enthält, zu Ende führen und dann das zweite an diesen Satzteil anhängen.“ (meine Üs.); ebenso z.B. Michel 1997b, S. 171) Diese Beobachtung Drivers ist recht sicher richtig (ein deutliches Beispiel ist Num 16,18: „Jedermann nahm seine Räucherpfanne ...; ebenso Moses und Aaron“ = „Jeder - unter anderem auch Moses und Aaron - nahm seine Räucherpfanne...“). Es ist uns aber keine Übersetzung bekannt, die so übersetzt; für Gen 1,16 wäre das also eine Minderheitenmeinung.
17 Gott setzte (gab) sie an (in) das Schalenförmige (Gewölbe, Firmament) des Himmels (, das der Himmel ist), damit (so dass) sie über der Erde schienen (leuchteten)
18 und damit (so dass) sie über den Tag und die Nacht herrschten und damit (so dass) sie {zwischen} die Helligkeit (das Licht) {und} von (zwischen) der Finsternis (Dunkelheit) trennten (teilten, schieden). Gott sah, dass [es] gut [war].
19 Es wurde (war) Abend und es wurde Morgen: Ein vierter Tag.
20 Dann sprach Gott: Das Wasser (die Wasser) soll schwärmen mit Schwärmen lebendiger Wesen (Seelen, Leben) und Vögel (fliegende Tiere)1 sollen über der Erde unter (an)2 dem Schalenförmigen (Gewölbe, Firmament) des Himmels (, das der Himmel ist) fliegen.3
- Schließt auch Insekten mit ein (DBL Hebrew 6416); Satzstruktur: Nomen - Verb; wohl wieder eine Topikalisierungsstrategie - Versteil 1 handelt von den „Schwärmen lebendiger Wesen“; von den „Vögeln“ dagegen handelt Versteil 2.
- Ein etwas eigentümlicher Ausdruck, w.: „Auf/Über/An der Erde, auf/über/an dem Schalenförmigen des Himmels“. Da der Himmel als feste Barriere gedacht ist, kann hier nur „zwischen dem Gewölbe und der Erde“ gemeint sein; übersetze daher „unter dem Himmel“.
- Textkritik: LXX ergänzt: „So geschah es“; ihr folgt z.B. Scharbert 1990, S. 40. Vergleiche aber dazu Fußnote t.
21 Gott erschuf die großen Meereslebewesen (Seeungeheuer, Seeschlangen, das Seeungeheuer)1 und all die verschiedenen Lebewesen, die im Wasser schwärmen (wimmeln) und all die verschiedenen geflügelten Tiere2. Gott sah, dass [es] gut [war].
- Mit den תַּנִּינִם werden sehr häufig mythische Meereswesen bezeichnet. BerR deutet sie auch hier als Behemoth und Leviathan, und es scheint tatsächlich so, dass v.a. תַּנִּינִם und Leviathan häufig synonym verwendet werden (der Plural wäre z.B. erklärbar als pluralis intensivus; „die Tanninim“ könnten dann übertragen werden etwa mit „das große Monster“ o.Ä. (vgl. z.B. Ember 1905, S. 202)). Hier aber werden die תַּנִּינִם wohl entmythisiert (allerdings vgl. FN aa): ebenso wie Sonne und Mond gehören auch sie zu Gottes Geschöpfen (vgl. Vogels 2011). Man sollte תַּנִּינִם daher am Besten so unbestimmt übersetzen, wie das oben vorgeschlagen wurde.
- so KBL3, S. 463 ad loc.; wörtlich „Vögel des Flügels“; wohl attributive Constructus-Verbindung.
22 Und Gott segnete sie folgendermaßen (indem er sprach)1: „Seid fruchtbar und vermehrt euch (werdet zahlreich)2 und füllt das Wasser im Meer (in den Meeren), und die Vögel sollen sich über (auf, in) der Erde vermehren (zahlreich werden)!“
- das Hebräische leitet des Öfteren Zitate mit mehreren Verba dicendi ein; in einer Übersetzung ins Deutsche kann das zweite Verb dann ohne Bedeutungsverlust gestrichen werden.
- Wortspiel im Hebräischen: perû ûrevû. Möglicherweise als Hendiadyoin aufzufassen: »Seid höchst fruchtbar« (so Wenham 1987). Das ließe sich sogar historisch erklären; im Alten Israel war offenbar die Ansicht verbreitet, dass »das Fischgeschlecht sehr geil ist« (so Lewysohn 1858, S. 355, zum Talmud).
23 Es wurde (war) Abend und es wurde Morgen: Ein fünfter Tag.
24 Dann sprach Gott: Die Erde soll verschiedenste Arten von Lebewesen hervorbringen: Verschiedenste Arten von Vieh, Reptilien (kriechende Tiere)1 und wilden Tieren2 (Tieren des Feldes).3 So geschah (war) es.
- Zur Übersetzung mit „Reptilien“ vgl. die übernächste Fußnote.Im MT werden diese Reptilien in fünf verschiedenen Versen jeweils anders bezeichnet: {| class="wikitable" |-class="hintergrundfarbe5 ! Vers || Hebräisch || Deutsch |- | V. 24 || רֶמֶשׂ|| Reptilien |- | V. 25 || כָּל-רֶמֶשׂ הָאֲדָמָה || Alle Boden-Reptilien |- | V. 26 || כָל-הָרֶמֶשׂ הָרֹמֵשׂ עַל-הָאָרֶץ || Alle Reptilien, die auf der Erde kriechen |- | V. 28 || כָל-חַיָּה הָרֹמֶשֶׂת עַל-הָאָרֶץ || Alle Lebewesen, die auf der Erde kriechen |- | V. 30 || כֹל רוֹמֵשׂ עַל-הָאָרֶץ || Alles auf der Erde kriechende |- |} Sinndifferenzierend scheint das nicht zu sein, und es ist uns auch noch keine Auslegung untergekommen, die auf diese Merkwürdigkeit überhaupt eingegangen wäre. Westermann weist zumindest darauf hin, dass die Tierarten in V. 24 und V. 25 unterschiedlich und in unterschiedlicher Reihenfolge bezeichnet werden; er führt das aber darauf zurück, dass „der klassifizierende Zug, der sich durch Gn 1 hindurchzieht, den Schöpfungserzählungen ursprünglich fremd ist [... und] die hier genannten drei Arten der Landtiere nicht eine alte, fest geprägte und vorgegebene Gruppierung darstellen, sondern eher einen tastenden Versuch, die Fülle der Landtiere in Hauptarten zu gliedern.“ (S. 197). Aber mindestens das obige Phänomen scheint viel zu bewusst gestaltet, als dass diese Erklärung wirklich einleuchtend wäre; wahrscheinlich handelt es sich eher um eine stilistische Variation. Das selbe gilt wohl auch für die von Westermann genannte Reihenfolge der Nennung der Landtiere: (1) V. 24: Vieh - Reptilien - wilde Tiere; (2) V. 25: Wilde Tiere - Vieh - Reptilien; (3) V. 26: Vieh - wilde Tiere - Reptilien. Das einfachste wird wohl sein, es in der Lesefassung jedes Mal schlicht mit „Reptilien“ zu übersetzen.
- Im MT ist an „Tiere“ ein „überflüssiges“ Waw angehängt, das wohl als (bedeutungsloses) paragogisches Waw aufzufassen ist; so z.B. Wenham 1987.
- Sg., da Kollektivnomen. So auch in den folgenden Versen. Zur „Gattung“ der bezeichneten Tiere vgl. Scharbert 1990, S. 44: „Von den verschiedenen Tiergattungen werden nur die für den Menschen wichtigsten und auffälligsten aufgezählt. Das mit »Vieh« in der EÜ wiedergegeben Wort bezeichnet in H nicht nur die Haustiere, sondern alle größeren Säugetiere; die »Tiere des Feldes« sind im AT in der Regel das jagdbare Wild; die »Kriechtiere« sind die Landreptilien.“
25 Gott machte verschiedenste Arten von wilden Tieren (Tieren des Feldes), verschiedenste Arten von Vieh und all die verschiedenen Arten von Reptilien (kriechenden Tiere). Gott sah, dass [es] gut [war].
26 Weiterhin sprach Gott: Ich will (Wir wollen/werden, Lasst uns)1 Menschen (die Menschheit, Adam)2 als mir (uns) ähnliches3 Bildnis (Stellvertreter, Widerpart)4 machen! (Damit)5 Sie sollen über die Fische {des Meers} und über die Vögel {des Himmels}6 und über das Vieh und über die ganze Erde (alle wilden Tiere)7 und über alle auf der Erde kriechenden Reptilien (kriechenden Tiere) herrschen (knechten).8
- Es gibt verschiedene Theorien, warum Gott hier im Plural spricht; die meisten werden gut von Clines 1968 wiederlegt. Eine gute Übersicht über die Positionen gibt Westermann 1983, S. 200f. Am meisten Anhänger hat heute wohl die Position, die im Plural einen plural deliberationis sieht (vergleichbar dem deutschen „Dann wollen wir mal X tun“ der Selbstermunterung; im Deutschen aber wahrscheinlich mehr der Umgangssprache zuzuordnen als im Hebräischen, daher keine gute Übersetzung. Übersetze: „Ich will“); vgl. Cassuto 2005, S. 55; Clines 1968, S. 68 (mit Einschränkung); JM §114; Junker 1953, S. 13; Koehler 1969, S. 9; König 1919, S. 154f.; Scharbert 1990, S. 44; Westermann 1983, S. 201. Ähnlich schon BerR: „Nach R. Ami berieth sich Gott mit seinem Herzen.“ (Üs. nach Wünsche 1881, S. 31)
- Das im Hebräischen häufige Wort für Mensch ist zugleich der Name des ersten Menschen Adam (אָדָם), hier wird es aber vermutlich nicht als Personenname, sondern als Gattungsbezeichnung verwendet, da im Folgevers mit Artikel auf das Wort Bezug genommen wird. אָדָם ist von dem Wort אֲדָמָה („Erdboden“) abgeleitet, das etwa in V. 25 verwendet wurde („Boden“). S.a. NET.
- W. auf den ersten Blick: „als unsere Statue als unsere Ähnlichkeit“ (zu den Präpositionen vergleiche gut Clines 1968, S. 75f.; dass beide Präpositionen die selbe Bedeutung haben ist heute die Mehrheitsmeinung); meist wird das zweite Glied כִּדְמוּתֵנוּ „als unsere Ähnlichkeit“ so aufgefasst, dass es das erste Glied בְּצַלְמֵנוּ „als unsere Statue“ näher bestimmt; daher „uns ähnliches“ - vgl. Clines 1968, S. 70; Koehler 1969, S. 7f.; König 1919, S. 156; Schellenberg 2011, S. 82f.; Wenham 1987.
- צֶּלֶם Bildnis wird in der Bibel v.a. dann verwendet, wenn von einer Statue nicht als bloßer Statue, sondern als wirkmächtiger Entität die Rede ist - v.a. im Zhg. mit Götzenbildern, die ein Götze sich als „Körper“ auserkoren hat. Entsprechend muss es dann wohl auch hier gedeutet werden; das Wort stellt den Menschen in eine Relation zu Gott: Der Mensch ist insofern צֶּלֶם Gottes, als Gott in ihm und durch ihn auf Erden wirkt (so z.B. auch Clines 1968, S. 88: „According to Genesis 1:26f. man is set on earth in order to be the representative there of the absent God who is nevertheless present by His image.“). So wird das Motiv dann ja auch im Neuen Testament aufgegriffen: Jesus ist „als Ebenbild des unsichtbaren Gottes die Erscheinung, die Sichtbarwerdung Gottes selbst.“ (Schlink 1969, S. 97). Gen 1 greift damit auf ein Motiv zurück, das man v.a. im Zhg. mit dem ägyptischen und babylonischen Königtum kennt: Dort ist es der König, der als „Bild Gottes“ auf Erden regieren soll. Die übliche Übersetzung mit „Bildnis“ macht das nicht klar; die am leichtesten verständliche Entsprechung dazu wäre wohl das alte „Stellvertreter Gottes“. Wenn darauf folgend auch noch betont wird, dass der Mensch nicht nur Stellvertreter Gottes, sondern sogar ein Gott ähnlicher Stellvertreter Gottes ist, stellt dies nur noch eine Steigerung der mit צֶּלֶם ausgedrückten, ohnehin schon engen Mensch-Gott-Relation dar.Für andere Übersetzungs- und Deutungsweisen vgl. Westermann 1983, der dazu einen elfseitigen Überblick über die Forschungsgeschichte bringt.
- Ob das Herrschen Sinn und Inhalt der Gottesebenbildlichkeit ist oder ob es sich nur sozusagen nebenbei daraus ergibt ist in der Forschung umstritten; „... machen, damit sie herrschen“ oder „... machen. Sie sollen herrschen“ ist beides gleich wahrscheinlich.
- Die Kollokationen „Fische des Meeres“ und „Vögel des Himmels“ bezeichnen einfach nur „Fische“ und „Vögel“; „des Meeres/Himmels“ kann in der Übersetzung ausgespart werden
- Textkritik: „über die ganze Erde“ fügt sich hier recht schlecht in den Textzusammenhang; viele (z.B. Drouot et al. 2000, S. 369; Speiser 1964, S. 7 und Westermann 1983, S. 110) ergänzen daher הית, so dass der Text „Tiere des Feldes“ lauten würde. Alternativ könnte man deuten als Anakoluth und das Waw als Waw emphaticum lesen: „über die Fische, über die Vögel, über das Vieh - ja!, über die ganze Erde! - und über alle Reptilien, die auf der Erde kriechen.“ Von diesen beiden Möglichkeiten ist aber entschieden Variante 1 vorzuziehen.
- Die genaue Bedeutung von רדה herrschen ist umstritten. Es scheint einige Kognate (->Etymologie) mit der Bedeutung „gehen, treten“ zu haben; daraus wird häufig die Grundbedeutung „niedertreten“ => „gewaltsam beherrschen“ abgeleitet. Ingressiv hat es wohl die Bedeutung „unterjochen“ (s. z.B. Zorell 758); durativ listen die meisten Lexika schlicht „herrschen“ fügen dann aber hinzu, dass es auch dann den „Nebensinn des Unterdrückens“ (so z.B. KBL3, S. 1110) habe (vgl. ähnlich z.B. Alter 1996, S. 5; Westermann 1983, S. 222). Einige Exegeten wollen demgegenüber רדה sogar eine besonders sanfte Art des Leitens bedeuten lassen, so z.B. Zenger 1983, S. 91: „Das Wort bezeichnet eigentlich das Umherziehen des Hirten mit seiner Herde, der seine Herde auf gute Weide führt, der die Tiere gegen alle Gefahren schützt, sie vor Raubtieren verteidigt und die schwachen Tiere seiner Herde gegen die starken schützt und dafür sorgt, daß auch sie genügend Wasser und Nahrung finden.“ Gegen eine solche „sanfte“ Interpretation wendet aber neuerdings wieder überzeugend Schellenberg 2011 ein: <blockquote>„Gegen eine zu friedliche Interpretation spricht vorab das im gleichen Kontext gebrauchte Verb כבש, das - trotz gegenteiliger Beteuerungen v.a. von Lohfink und Koch - klar gewalttätig konnotiert ist [...]. Im Deutschen trifft man die Konnotation all der verschiedenen Verwendungszusammenhänge von כבש wohl am besten mit der Übersetzung »unterwerfen.« Dass hinter den Herrschaftsaussagen von 1,26.28 nicht ein besonders friedliches Bild des Mensch-Tier-Verhältnisses stehen kann, zeigt auch die Reihe der dabei genannten Tiere: Sie umschliesst neben dem Vieh auch die Fische, die Vögel, das Kriechgetier und die wilden Tiere, die der Mensch weder »hüten« noch »domestizieren« kann.“ (S. 54f.)</blockquote> Vor diesem Hintergrund scheint uns die Bedeutung „knechten“ eigentlich wahrscheinlicher als das allgemeine „herrschens“. Dies noch mehr, da die Priesterschrift (zu der auch Gen 1 gehört) Gott darstellt als transzendenten und „absoluten Herrscher“ - sogar so sehr, dass er zwei Kapitel später sozusagen einfach mal die ganze Erde vernichten kann, weil ihm nicht passt, wie sie sich entwickelt hat. Wenn richtig ist, was wir eben zur Gottesebenbildlichkeit des Menschen geschrieben haben, legt sich רדה als ein Ausdruck einer absoluten (Gewalt-)Herrschaft gleich noch mal so nahe. Wir haben dennoch „herrschen“ als primäre Alternative angegeben, da diese Übersetzung am ehesten beiden Lagern gerecht werden kann.
27 Gott schuf den Menschen als1 sein Bildnis (Widerpart, Stellvertreter), als Gottes (göttliches) Bildnis (Widerpart, Stellvertreter) schuf er ihn, männlich und weiblich2 schuf er sie.3
- wie V. 26 recht sicher Beth essentiae
- Die beiden Termini zur Geschlechterdifferenzierung lassen sich auch auf Tiere anwenden; Scharbert 1990, S. 45 kommentiert daher, dass sie richtiger eigentlich mit „Männchen und Weibchen“ zu übersetzen wären. König 1919, S. 159 wählt diese Übersetzung dann auch tatsächlich. Da dies aber sehr unnatürlich klänge, sollte man die beiden Substantive in der LF doch besser als Adjektive übertragen.
- zur Struktur des Minigedichts vgl. Andersen 1995, S. 60; Cassuto 2005, S. 57; Polak 2002, S. 15; Kselman 1978, S. 165f. Kselman identifiziert noch weitere Minigedichte in Gen 1; Polak 2002 geht sogar davon aus, dass es sich beim gesamten ersten Kapitel der Genesis um Poesie handle. Bis auf V. 27 ist das eine starke Minderheitenmeinung; auch wir fassen daher nur diesen Vers als Poesie auf.
28 Dann segnete Gott sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch (werdet zahlreich)1; füllt die Erde, unterwerft sie und herrscht über (unterjocht, macht euch Untertan)2 die Fische {des Meeres}, über die Vögel {des Himmels} und über alle Reptilien (alle Lebewesen, die auf der Erde kriechen)!
- Wortspiel im Hebräischen: perû ûrevû. Möglicherweise als Hendiadyoin aufzufassen: „Seid höchst fruchtbar“ (so Wenham 1987)
- Die Vokabel dient wohl ebenfalls (vgl. vgl. Fußnote ba) zum Ausdruck der Gewaltherrschaft. Hier ist das sogar noch wahrscheinlicher: רְדוּ „herrscht/unterjocht“ folgt direkt auf כִבְשֻׁהָ „unterwerft sie euch“. Zudem folgt direkt auf V. 28 V. 29: Die beiden Verse klären das Verhältnis des Menschen zu seiner Um- und Mitwelt. Die Pflanzen gibt Gott dem Menschen schon selbst (mit einem performativen Qatal: „Hiermit gebe ich euch“; s. dort) zu Eigen; Subjekt des Verbs ist Gott. Das Verhältnis von Mensch zu Welt und Tieren dagegen ist formuliert in Form eines Auftrags und Subjekt der Imperative ist der Mensch. Zudem - s. das obige Zitat Schellenbergs - ist Objekt der Imperative gerade nicht das „Vieh“, sondern die nicht domestizierbaren „Vögel, Fische und Reptilien“. Daher ist es sinnvoll, den Vers so zu verstehen, dass רְדוּ „herrscht/unterjocht“ ebenso wie כִבְשֻׁהָ „unterwerft“ und im Gegensatz zu נָתַתִּי „Ich gebe euch“ nicht durative, sondern terminative Bedeutung hat und man richtiger übersetzen muss mit „unterwerft euch die Erde und macht euch Fische, Vögel und alle Reptilien Untertan!“ - so auch gut BigS: „Füllt die Erde und bemächtigt euch ihrer. Zwingt nieder die Fische des Meeres“; Kirchentags-Übersetzung: „Füllt die Erde und bemächtigt euch ihrer. Bezwingt die Fische des Meeres...“; ähnlich auch Alter 1996 („hold sway“), Delitzsch 1887 („bezwingt die Erde und unterwerft euch...“); Good 2009 („subdue“); Speiser 1964 („subject“).
29 Weiterhin sprach Gott: Hiermit (siehe) gebe ich euch1 euch alles Samen tragende Getreide2, das auf der Oberfläche (dem Gesicht) der ganzen Erde [ist], und alle Bäume, die in ihren Baumfrüchten (Früchten des Baums) Samen tragen (samen). Sie sollen (werden) euch als (zur) Nahrung dienen (gehören, sein).3
- Durch הִנֵּה siehe markiertes performatives Qatal (vgl. z.B. JM §112f; Nic §67) zum Ausdruck eines Sprechakts; es wird damit ausgedrückt, dass mit dem Moment der Äußerung das Geäußerte bereits Realität wird (vergleichbar z.B. mit: „Hiermit erkläre ich euch zu Mann und Frau.“). Vgl. ad loc. auch Zenger 1983, S. 97.
- Zur Übersetzung „Getreide“ s. FN x
- Viele Exegeten halten für wahrscheinlich, dass in diesem Vers der Mensch als Vegetarier vorgestellt wird. Er wirkt auch tatsächlich so, allerdings hat Wenham 1987 ihn auf bedenkenswerte Weise kommentiert: <blockquote>„Genesis 1 verbietet nicht den Verzehr von Fleisch, und es ist gut möglich, dass der Verzehr von Fleisch schon seit der Zeit der Ursünde ins Auge gefasst ist. Der Herr stattete Adam mit Kleidung aus Fell aus (3,21). Abel hütete und opferte Schafe (4,2-4) und Noah unterschied zwischen reinen und unreinen Tieren (7,2). Gispen könnte daher recht damit haben, wenn er vorschlägt, dass 9,3 nicht die nach-ursündliche Praxis des Fleischverzehrs einführt, sondern bloß billigt.“ (unsere Übersetzung)</blockquote>
30 Auch allen wilden Tieren (Tieren des Feldes), allen Vögeln {des Himmels} und allen Reptilien (allen Tieren, die auf der Erde kriechen) [, allem]1 das in sich Lebensatem (lebenden Atem) hat (das lebt), [gebe ich (sollen sein)]2 alle Pflanzen (Getreide?)3 als Nahrung [sein (dienen)]. So geschah (war) es.
- Der Nebensatz „... das Lebensatem in sich hat (=das lebt)“ könnte sich sowohl nur auf die letzte Tiergruppe als auch auf alle drei Tiergruppen beziehen. Uns scheint letzteres wahrscheinlicher; in diesem Falle müsste man im Deutschen aber mit einem weiteren „allem“ neu einsetzen.
- Dieser Satz hat kein Verb; man muss daher aus dem vorangehenden Satz ein Verb als double duty-Prädikat ergänzen (->Brachylogie). Die absolute Mehrheit ergänzt „ich gebe euch“; Bandstra 2008 schlägt aber vor: „sie sollen sein“ (=dienen). Das ist wahrscheinlich richtig: Vers 29 besteht aus zwei Sätzen: Im ersten gibt Gott dem Menschen die Pflanzen, im zweiten erklärt er, dass sie des Menschen Speise sein sollen. V. 30 steht parallel zum zweiten Satz und das letzte finite Verb ist nicht „ich gebe“, sondern „sie sollen sein“; zudem ist das folgende „So geschah es“ semantisch schwerlich kompatibel mit „Ich gebe ihnen die Pflanzen“ (Ehrlich 1908, S. 6 kommentiert es daher sogar mit „ויהי כן [»so geschah es«] kann an dieser Stelle nur so verstanden werden, dass sich der Mensch und alle lebenden Wesen nach erhaltener Erlaubnis gleich über ihre Mahlzeit hermachen.“). Man sollte daher besser mit Bandstra „sie sollen sein“ ergänzen. Dem steht auch der folgende Objekt-Marker אֶת nicht im Wege, da אֶת nicht nur Objekte, sondern bisweilen auch Subjekte markieren kann (vgl. z.B. Rogland 2007, S. 411; ähnlich z.B. auch schon HKL III §270a; Wilson 1890, S. 221). Grammatisch möglich ist Bandstras Vorschlag allemal.
- Anders als in Vv. 11.29 ist עֵשֶׂב hier nicht durch מַזְרִיעַ זֶרַע näher bestimmt; man dürfte es daher hier anders als in den beiden obigen Versen als Oberbegriff für „Pflanzen“ und nicht als „Getreide“ verstehen müssen.
31 Gott betrachtete (sah), dass1 alles, was er gemacht hatte (machte), sehr gut war. Es wurde (war) Abend und es wurde (war) Morgen: Der sechste2 Tag.
- Nach Verben des Wahrnehmens kann הִנֵּה wohl auch als emphatische Relativpartikel dienen; vgl. KBL3, S. 242; ad loc. auch JM §177i. S. auch Gen 19,28: „Er sah, dass Rauch aufstieg.“; 22,13: „Er sah, dass ein Widder sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte.“; Ex 3,2: „Er sah, dass der Busch im Feuer brannte“ (LUT) u.ö. Das Waw ist entweder als emphatisches Waw, als pleonastisches Waw oder als Satztrennungs-Waw zu interpretieren; s. Lexikon / Lemma וְ. Der Teilsatz ist damit Gen 1,4 parallel strukturiert: {| class="wikitable" |-class="hintergrundfarbe5 ! Gen 1,4 || Gen 1,31 |- | וַיַּרְא אֱלֹהִים אֶת-הָאוֹר כִּי-טוֹב || וַיַּרְא אֱלֹהִים אֶת-כָּל-אֲשֶׁר עָשָׂה וְהִנֵּה-טוֹב |- | Gott sah das Licht, dass es gut war. || Gott sah alles, was er gemacht hatte, dass es gut war. |- |}
- Für die Tage 2-5 werden zwar Ordnungszahlwörter verwendet; allerdings ohne Artikel. Ab Tag 6 dagegen wird auch noch der Artikel verwendet; vermutlich soll dies die Tage 6-7 besonders hervorheben.
Chapter 2
1 1 (So)2 Vollendet war (wurde) die Welt (Himmel und Erde)3 und ihr ganzes Heer (alles darauf und darin)4,
- [Status: Ungeprüft]
- Nach Zenger 1983, S. 67 (der hier Steck folgt) ist V. 1 nicht Einleitung von Gen 2,2-3, sondern rückblickende Unterschrift von Gen 1,1-31. Das ist aber sehr unwahrscheinlich, da V. 1 durch die wiederholte Verwendung des Wortes כלה „vollenden“ viel zu sehr mit den folgenden Versen zusammenhängt, als dass man es ohne schwerwiegende Indizien aus diesem Zusammenhang herausreißen dürfte. Ohnehin ist man in der hebräischen Philologie spätestens seit Jennis Arbeit zum Piel eher der Ansicht, dass das Piel Handlungsergebnisse gerade in Absehung des Handlungshergangs ausdrückt - daher auch besser „war vollendet“ statt „wurde vollendet“ -, was den Rückbezug auf den in Gen 1,1-31 geschilderten Handlungshergang gerade durch ein Piel-Verb gleich noch mal so unwahrscheinlich macht.
- Der Merismus „Himmel und Erde“ ist der im Hebräischen übliche Ausdruck für den Kosmos/das Universum; vgl. Fußnote c zu Gen 1,1.
- Das „Heer des Himmels“ sind nach Jes 40,26 die Sterne; entsprechend wird das „Heer von Himmel und Erde“ alles bezeichnen, was sich im Himmel und auf der Erde befindet (vgl. Scharbert 1990, S. 47). Äquivalente Formeln existieren im Assyrischen und Babylonischen, die in etwa das selbe bezeichnen (so z.B. schon Delitzsch 1887, S. 69).
2 Darum1 erklärte (erachtete als)2Gott am siebten Tag3 sein Werk (seine Arbeit), das er gemacht hatte, als vollendet; und er ruhte (hörte auf, feierte, arbeitete nicht)4 am siebten Tag von seinem ganzen Werk (seiner ganzen Arbeit), das er gemacht hatte.
- Waw kann auch eine Folgerung einleiten; vgl. Lexikon / Lemma וְ
- Der folgende Text zeigt deutlich, dass Gott am siebten Tag eben nicht mehr an der Welt arbeitet; das Piel ist daher wohl am besten mit König 1919, S. 164 und Heidel 1964, S. 127 als deklaratives - vielleicht auch ästimatives - Piel zu bestimmen.
- Textkritik: Sam, LXX, Syr, die gr. Torah v. Ptolemäus Philadelphus und Jub 2,16 lesen: „am sechsten Tag“. Meist wird davon ausgegangen, dass es sich hier um eine theologische Korrektur handle, damit nicht der Eindruck entstünde, Gott habe auch am Sabbat noch gearbeitet (vgl. z.B. Soggin 1997, S. 47f.; Westermann 1983, S. 110).
- Mit dem Verb שבת (schabat) wird häufig die konstitutive Tätigkeit bezeichnet, die man am Sabbat begeht und beide Wörter hängen etymologisch zusammen. Zusammen mit der Nennung des „siebten Tages“ (יוֹם שְבִיעִי jom schebii) muss sich einem hebräischen Hörer ganz notwendig die Assoziation des Sabbats aufdrängen (vgl. z.B. Scharbert 1990, S. 47). Dennoch wollen neuerdings einige Exegeten merkwürdigerweise den Bezug der Verse 1-3 zum Sabbat herunterspielen. Das ist entschieden abzulehnen; hier einen engen Zusammenhang mit dem Sabbat zu verneinen ist, als würde man einem deutschen Text, in dem es heißt, jemand würde „am siebten Tag der Woche sonntagen“ den Bezug zum Sonntag absprechen. Dass gerade dem Gott JHWH, der nach dem Talmud (Berachoth 6a.7a) Sabbats sogar Tephilin trägt, der Sabbat verwehrt sein sollte, ist durchaus nicht einzusehen. Vgl. ebenso Cole 2003. Jede der obigen Übersetzungsalternativen ist in der Forschung mehrfach vertreten worden; wir haben uns nur deshalb für „ruhen“ entschieden, da das Ruhen des Schöpfergottes nach Vollendung der Schöpfung ein verbreitetes Motiv in altorientalischen Schöpfungsmythen ist (vgl. z.B. Atwell 2000, S. 445).
3 Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig (heiligte ihn)1, da er an ihm von seinem ganzen Werk (all seiner Arbeit), das er arbeitend (indem er es gemacht hatte)2 geschaffen hatte, geruht hatte3.4
- auch hier ist entweder die faktitive oder die deklarative Piel-Deutung möglich. Da hier aber offensichtlich eine Ätiologie (=Ursprungsmythos) des Sabbats vorliegt, die als Text v.a. für den Rezipienten des Textes gedacht und als Ätiologie damit auch zunächst für diesen relevant ist, liegt wohl auch hier die deklarative Deutung näher.
- Der Ausdruck אֲשֶׁר-בָּרָא אֱלֹהִים לַעֲשׂוֹת (wörtl.: „[das Werk], das Gott geschaffen hatte, indem er es gemacht hatte“) scheint den meisten Exegeten ein Rätsel gewesen zu sein; darauf deuten zumindest die verschiedenen Übersetzungsweisen (Bspp.: Delitzsch: „das er schöpferisch ausgeführt hatte“, König: „das Gott geschaffen hatte, indem er (es) machte“, Soggin: „das Gott durch sein Wirken geschaffen hatte“. Zenger, BigS und Kirchentagsübersetzung sogar „das Gott geschaffen hat, um zu machen“, was immer das heißen soll. Viele Übersetzungen streichen daher entweder eines der Verben (z.B. Alter: „that He had done“) oder formulieren komplett um (z.B. EÜ: „nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte“)) So rätselhaft ist der Versteil aber wohl gar nicht: „denn an ihm hatte er geruht“ berichtet von Gottes Ruhen, „von seinem Werk, dass er geschaffen hatte, indem er es machte“ blickt dagegen zurück auf die diesem Ruhen entgegengesetzte erste Arbeitswoche Gottes. Das „indem er es gemacht hatte“ unterstreicht dabei nur noch zusätzlich diesen Gegensatz. Wir haben versucht, dies durch die Umformulierung „arbeitend geschaffen“ ausdrücklich zu machen.
- Der Qatal ist hier wegen des rückblickenden Charakters der Textsorte „Ätiologie“ sehr sicher plusquamperfektisch zu übersetzen.
- Die Aufteilung der Bibel in Kapitel wurde erst im 14. Jh. von der Vulgata übernommen und in den hebräischen Text eingefügt. Im Falle von Gen 1-2 ist man sich in der Exegese einig, dass hier die Kapitelaufteilung nicht die Struktur des hebräischen Textes trifft. Uneinigkeit allerdings besteht darin, ob der Text stattdessen richtiger zwischen Gen 2,3 und Gen 2,4, zwischen Gen 2,4a und Gen 2,4b oder zwischen Gen 2,4 und Gen 2,5 (diese letzte Variante haben wir bisher nur bei Collins 1999 und bei Delitzsch 1887 entdeckt) anzusetzen wäre. Klares Indiz dabei ist der Einsatz von Gen 2,4 mit der sog. Toledot-Formel „Dies ist die Geschichte“, die sonst in der sog. „Priesterschrift“ noch weitere 10 Male vorkommt und bis auf Gen 36,9 stets als Überschrift fungiert. Wenn keine starken Argumente für eine andere Aufteilung vorgebracht werden - und derart schlagende Argumente haben wir bisher nirgends entdecken können - muss daher auch hier Kap. 1 mit Gen 2,3 enden und Gen 2,4 das nächste Kapitel einleiten; so z.B. auch Bandstra 2008; Junker 1953; König 1919; Lode 2002; NET; Wenham 1987. Dafür spricht außerdem, dass der MT nach Gen 2,3 den Sektionsmarker Petucha hat, nach Gen 2,4a und Gen 2,4b dagegen nicht.
4 Dies [ist] das Hervorbringen [Erzeugnis] des Himmels und der Erde (des Landes), durch das sie geschaffen wurden.12 Zu dieser Zeit (Am Tag), machte JHWH Gott Erde (Land) und Himmel,
- Möglich ist auch: bei ihrer Schöpfung.
- Im ersten Satzteil steht das Substantiv תוֹלְד֧וֹת, im zweiten das Verb ברא im Inf. cs.
5 Und alle Sträucher der Steppe waren noch nicht auf dem Land und alle Kräuter des Feldes wuchsen noch nicht (sprossen noch nicht empor), weil JHWH Gott es nicht regnen ließ über (auf) der Erde und es keinen Menschen [gab], um den Ackerboden zu bestellen (bearbeiten).1
- Hier wird mit der Verwandtschaft der Wörter Mensch (Adam) und Ackerboden (Adamah) gespielt.
6 Und Nebel (Wolken) stiegen auf vom Land und tränkten (gaben zu trinken) das ganze Angesicht (die Oberfläche) des Ackerbodens.
7 Und JHWH Gott bildete (gestaltete, formte) den Menschen [aus] loser Erde (Staub, Stoff) vom Ackerboden und er blies (atmete) in seine Nase Lebensatem (Lebenshauch) und der Mensch wurde [zu] einer lebendigen Seele (Person)(Lebewesen).
8 Und JHWH Gott pflanzte einen Garten in Eden im Osten (von Osten her) und er setzte den Menschen, den er gebildet (gestaltet, geformt) hatte, dort [hin].
9 Und JHWH Gott ließ aus der Erde alle Bäume sprießen, schön anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten in den Garten und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.
10 Nun war da ein Strom, der von Eden ausging, um den Garten zu bewässern, und von dort aus begann er sich zu teilen, und er wurde gleichsam zu vier Hauptflüssen.
11 Der Name des ersten ist Pischon; es ist der, der das ganze Land Hawịla umfließt, wo es Gold gibt.
12 Und das Gold jenes Landes ist gut. Dort gibt es auch das Bdelliumharz und den Onyxstein.
13 Und der Name des zweiten Stromes ist Gihon; es ist der, der das ganze Land Kusch umfließt.
14 Und der Name des dritten Stromes ist Hiddekel; es ist der, der östlich von Assyrien fließt. Und der vierte Strom ist der Eufrat.
15 Und JHWH Gott nahm dann den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit (um zu) er ihn bewirtschaftete und pflegte.
16 Und JHWH Gott gab den Menschen ein Gebot: Von jedem Baum darf man essen, bis man satt ist.
17 Was aber den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse betrifft, Finger weg! Denn am selben Tag wird man noch sterben, wenn man davon isst.
18 Und JHWH Gott sagte: Es ist für den Menschen nicht gut, dass er weiterhin allein sei. Ich werde ihm eine Hilfe (einen Helfer, einen Beistand)1 machen als sein Gegenstück (die ihm ähnlich sei).
- Das Wort עֶ֫זֶר („Hilfe“) beschreibt ein Zu-Hilfe-Kommen angesichts der Einsamkeit. Es geht also weniger um Arbeitsentlastung als um die gegenseitige Unterstützung, die sich aus Gemeinsamkeit ergibt. (Siehe Wenham, Gordon J.: Genesis 1–15, WBC 1, Nashville 1987, S. 68.)
19 Und JHWH Gott bildete aus dem Erdboden jedes wild lebende Tier des Feldes und jedes fliegende Geschöpf der Himmel, und er begann sie zu dem Menschen zu bringen, um zu sehen, wie er jedes nennen würde; und wie immer der Mensch sie, [nämlich] jede lebende Seele, nennen würde, das sei ihr Name.
20 So (und) gab (nannte, rief) der Mensch allen Tieren und den Vögeln [am] Himmel und allen Tieren (jedem Tier) des Feldes Namen. Aber (und) für Adam (Mensch)1 fand sich (er) keine Hilfe (Helfer) als sein Gegenstück2.
- Die Entscheidung zwischen „Adam“ und „Mensch“ wird hier nur durch das Vorhandensein oder Fehlen des Artikels bestimmt. Eigennamen weisen keine Artikel auf. Hier wird der Mensch zum ersten Mal „Adam“ genannt.
- Viele Übersetzungen: „die zu ihm passte“ oder „die ihm entsprach“.
21 Da (dann, deshalb, und) ließ (versetzte) JHWH Gott einen tiefen Schlaf über Adam fallen (kommen), so dass (und) er schlief. Dann (und) nahm1 er eine {von} seiner Rippen (Seiten)2 und verschloss [die Stelle] darunter3 (unter ihr) [mit] Fleisch.
- Alternative Deutung: „und während er schlief, nahm Gott“ (SLT, NET).
- Alternativ zu verstehen als „einen Teil seiner Seite“, was die Schöpfung der Frau „aus Fleisch und Blut“ (V. 23) besser erklärt (NET Gen 2:21 Fußnote 64).
- Vgl. DBL Hebrew 9393.
22 Dann (und) machte (erschuf, bildete, baute) JHWH Gott die Rippe (Seite), die er vom (aus dem) Menschen genommen hatte (nahm), zu einer Frau und brachte sie zu dem Menschen.
23 Da (und) sagte der Mensch: Dies (diese)1 endlich (diesmal) [ist] Gebein (Bein, Knochen) von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Zu dieser wird „Frau“2 gesagt (Sie wird „Frau“ genannt/gerufen) werden, weil diese vom Mann genommen wurde.
- Das Pronomen ist zwar feminin, kann sich aber entweder auf „Knochen“ (f) oder die Frau beziehen und muss entsprechend übersetzt werden.
- Im Hebräischen ein Wortspiel, da das Wort für „Frau“ (אִשָּׁה) die weibliche Version des Worts für Mann (אִישׁ) ist. Luther führte darum die etwas missverständliche Übersetzung „Männin“ ein. Es ist das erste Mal, dass die beiden Begriffe zur Kennzeichnung der beiden Geschlechter gebraucht werden.
24 Darum verlässt (lässt zurück; wird verlassen)1 ein Mann seinen Vater und seine Mutter und (um) vereint sich (bleiben bei, festhalten an; wird sich vereinen) mit seiner Frau, und (so dass, dann) sie werden (werden sein) zu einem Fleisch.2
- Gnomisches Ipf.: Die Verben in diesem Vers stehen im Imperfekt, aber die Aussage ist so allgemein, dass sie eher präsentisch als futurisch verstanden werden sollte.
- Epheser 5,31; Markus 10,7; Matthäus 19,5
25 {und} Sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, aber (und) sie schämten1 sich nicht vor einander2.
- Das Wort steht im Ipf., ist aber durativ zu verstehen.
- „vor einander“ ist aufgrund der Bedeutung der Stammesmodifikation Hitpael ergänzt.
Chapter 3
1 1 Die Schlange nun erwies sich als das vorsichtigste aller wildlebenden Tiere des Feldes, die JHWH Gott gemacht hatte. So begann sie zur Frau zu sprechen: Sollte Gott wirklich gesagt haben: Ihr dürft nicht von jedem Baum des Gartens essen?
- [Status: Ungeprüft]
2 Darauf sprach die Frau zur Schlange: Von der Frucht der Bäume des Gartens dürfen wir essen.
3 Aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Ihr sollt nicht davon essen, nein, ihr sollt sie nicht anrühren, damit ihr nicht sterbt.
4 Darauf sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet ganz bestimmt nicht sterben.
5 Denn Gott weiß, dass an demselben Tag, an dem ihr davon eßt, euch ganz bestimmt die Augen geöffnet werden, und ihr werdet ganz bestimmt sein wie Gott, erkennend Gut und Böse.
6 Danach sah die Frau, dass der Baum gut war zur Speise und dass er etwas war, wonach die Augen Verlangen hatten, ja der Baum war begehrenswert zum Anschauen. So begann sie von seiner Frucht zu nehmen und zu essen. Danach gab sie davon auch ihrem Mann, als er bei ihr war, und er begann davon zu essen.
7 Dann wurden ihnen beiden die Augen geöffnet, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren. Daher nähten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Lendenschurze.
8 Später hörten sie die Stimme JHWH Gottes, der um die Tageszeit der Brise im Garten wandelte, und der Mensch und seine Frau versteckten sich nun vor dem Angesicht JHWH Gottes inmitten der Bäume des Gartens.
9 Da rief JHWH mehrmals zum Menschen (Adam) und er sprach: Wo bist du?
10 Und er sprach: Deine Stimme hörte ich im Garten, aber ich fürchtete mich, weil ich nackt war, und so versteckte ich mich.
11 Und er sprach: Wer hat dir mitgeteilt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem nicht zu essen ich dir geboten hatte?
12 Und der Mensch (Adam) sagte: Die Frau, die du mir beigegeben hast, sie gab mir [Frucht] von dem Baum, und so aß ich.
13 JHWH Gott sprach zur Frau: Was hast du da getan? Und die Frau sprach: Die Schlange — sie betrog mich, und so aß ich.
14 JHWH sprach zur Schlange: Weil du das getan hast, verfluche ich dich unter allen Tieren (Haustieren) und unter allen wildenlebenden Tieren des Feldes. Auf deinem Bauch wirst du kriechen, und Staub wirst du fressen alle Tage deines Lebens.
15 Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen.
16 Zur Frau sagte er: Ich werde die Mühsal deiner Schwangerschaft sehr mehren; mit Geburtsschmerzen wirst du Kinder hervorbringen, und dein tiefes Verlangen wird nach deinem Mann sein, und er wird über dich herrschen.
17 Und zum Menschen (Adam) sprach er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört hast und darangegangen bist, von dem Baum zu essen, von dem ich dir geboten habe: Du sollst nicht davon essen, so ist der Erdboden deinetwegen verflucht. In Mühsal wirst du seinen Ertrag essen alle Tage deines Lebens.
18 Und Dornen und Disteln wird er dir wachsen lassen, und du sollst die Pflanzen des Feldes essen.
19 Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, denn aus ihm wurdest du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren.
20 Danach gab der Mensch (Adam) seiner Frau den Namen Eva, weil sie die Mutter aller Lebenden werden sollte.
21 Und JHWH machte Kleider aus Fell für Adam und Eva.
22 Und JHWH sprach: Sieh, der Mensch erkennt jetzt Gut und Böse, er ist jetzt einer von uns geworden und nun, dasser seine Hand nicht ausstreckt und tatsächlich auch Frucht vom Baum des Lebens nimmt und ißt und auf unabsehbare Zeit lebt.
23 Daraufhin verweiste JHWH die beiden aus dem Garten Eden, damit er Ackerbau betreibe (Erdboden bebaue) aus dem Boden aus dem er genommen worden ist.
24 Und so trieb er den Menschen hinaus und stellte im Osten des Gartens Eden die Cherube auf und die flammende Klinge eines sich fortwährend drehenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.
Chapter 4
1 1 Adam und Eva bekamen ihr erstes Kind, einen Sohn Kain. Und sie sprach: Ich habe einen Mann hervorgebracht mit [Hilfe] JHWH s.
- [Status: Ungeprüft]
2 Später wurde wieder ein Sohn geboren, sein Bruder Abel.
3 Jahre Später opferte Kain JHWH einige Früchte von der letzten Ernte.
4 Abel brachte auch Opfer dar, einige Jungtiere von seiner Kleinviehherde, ja die besten (die Fettstücke). Während JHWH nun wohlwollend auf Abels Opfergabe blickte,
5 blickte er keineswegs wohlwollend auf Kains Opfergabe. Dadurch wurde Kain sehr wütend und er senkte seinen Blick.
6 Da sagte JHWH zu Kain: Warum bist du in Zorn entbrannt, und warum hat sich dein Angesicht gesenkt?
7 Wird es nicht Erhebung geben, wenn du darangehst, gut zu handeln? Wenn du aber nicht darangehst, gut zu handeln, so kauert die Sünde am Eingang, und nach dir steht ihr tiefes Verlangen; und wirst du, ja du, die Herrschaft über sie erlangen?
8 Danach sagte Kain zu seinem Bruder Abel: Lass uns auf das Feld hinübergehen. So geschah es, als sie auf dem Feld waren, dass Kain dann über Abel, seinen Bruder, herfiel und ihn tötete.
9 Später fragte JHWH den Kain: Wo ist dein Bruder? und er antwortete: Ich weiß nicht - bin ich meines Bruders Hüter?
10 Und er sprach: Was hast du getan? Hör mir zu wenn ich mit dir rede1 Das Blut deines Bruders schreit vom Erdboden her zu mir.
- Ist diese Übersetzung so korrekt?
11 Und nun bist du zur Verbannung vom Erdboden verflucht, der seinen Mund aufgetan hat, um das Blut deines Bruders aus deiner Hand zu empfangen.
12 Wenn du den Erdboden bebaust, wird er dir seine Kraft nicht wiedergeben. Ein Umherirrender und ein Flüchtling wirst du auf der Erde werden
13 Und Kain sprach zu JHWH: Meine Strafe (schuld) ist [zu] groß, ich ertrage es nicht (mehr als zu tragen ist, mehr als ic htragen kann).
14 Du vertreibst mich [tatsächlich] an diesem Tag von der Oberfläche des Ackerbodens, und vor deinem Angesicht werde ich verborgen sein (verberge ich mich); und ich muss ein Umherirrender (Unsteter) und ein Flüchtling (Wanderer) auf der Erde werden, und {es wird [so] sein} wer mich findet, wird (kann) mich [sicherlich] töten.
15 Und JHWH sprach zu ihm: Darum (Führwahr), jeder Mörder Kains (jeder, der Kain tötet) wird siebenmal Rache erleiden. Und JHWH setzte (legte) für Kain ein Zeichen, damit ihn keiner erschlage, der ihm begegnet (trifft, findet).
16 Und Kain ging von JHWH weg und ließ sich nieder (wohnte) im Land Nod (der Flüchtlingschaft)1, das östlich von Eden lag.
- Der Name des Landes „Nod“ und der Begriff aus Vers 14 für Flüchtling/Wanderer gehen auf die selbe Wurzel zurück.
17 Und Kain erkannte seiner Frau, und sie wurde schwanger und gebar Henoch. Und er war Erbauer einer Stadt, und der Name der Stadt war, nach dem Namen seines Sohnes, Henoch.
18 Und Henoch wurde Irad geboren. Und Irad zeugte Mehujaël, und Mehujaël zeugte Metuschaël, und Metuschaël zeugte Lamech.
19 Und Lamech nahm sich zwei Frauen. Der Name der ersten war Ada, und der Name der zweiten war Zilla.
20 Und Ada gebar Jabal. Er wurde der Stammvater derer, die [im] Zelt und [bei] Vieh wohnen.
21 Und der Name seines Bruders war Jubal. Er wurde der Stammvater all derer, die Harfe (Zither, Leier) und Pfeife (Flöte) spielen.
22 Was Zilla betrifft, sie gebar ebenfalls, [nämlich] Tubal-Kain, [er wurde der Stammvater all derer] die Kupfer und Eisen schmieden.1 Und die Schwester Tubal-Kains war Naama.
- Hier wird der textkritischen Meinung gefolgt, die einen parallelen Aufbau wie im vorhergehenden Vers vermutet, also „er wurde Stammvater all derer“ (u.a. Westermann, Genesis, 1. Teilband Genesis 1-11, 1974, S. 451). Eine wörtliche Übersetzung ist kaum möglich. Westermann geht davon aus, dass durch die Hinzufügung von לֹטֵ֕שׁ (was evtl. auf Waffenschmiede hindeutet) jene Phrase Wegfiel.
23 Und Lamech sprach zu seinen Frauen: Ada und Zilla, hört meine Stimme,ihr Frauen Lamechs, hört meine Rede: Einen Mann habe ich getötet, weil er mich verwundete (für meine Wunde),einen Jüngling, weil er mir eine Strieme (Beule) [machte] (für eine Strieme).
24 Wenn Kain siebenmal zu rächen ist (gerächt wird),dann Lamech siebenundsiebzigmal.
25 Und Adam hatte dann wieder Verkehr mit seiner Frau, und so gebar sie einen Sohn und gab ihm den Namen Seth, denn wie sie sagte: Gott hat an Stelle Abels einen anderen Samen gesetzt, weil Kain ihn getötet hat.
26 Und auch dem Seth wurde ein Sohn geboren, und er gab ihm dann den Namen Enosch. Zu jener Zeit fing man an, den Namen JHWH zu rufen.
Chapter 5
1 1 Dies [ist] das Buch der Nachkommen (Geschichte) Adams. Am Tag Gottes Erschaffens [von] Adam machte er ihn im Abbild (Bild, in der Ähnlichkeit) Gottes.
- [Status: Ungeprüft]
2 Männlich und weiblich (Als Mann und Frau) erschuf er sie, und er segnete sie und nannte sie1 „Mensch“ (Adam) am Tag ihres Geschaffenwerdens.
- Wörtlich: „rief ihren Namen“
3 Und Adam war einhundertdreißig Jahre [alt] und er zeugte (wurde Vater) in seinem Abbild (ihm gleich) wie sein Bild und nannte ihn1 Set.
- Wörtlich: „rief seinen Namen“
4 Und es waren die Tage Adams nach der Zeugung Sets achthundert Jahre, und er zeugte (wurde Vater) Söhne und Töchter.
5 Und es waren alle Tage Adams, die er lebte, neunhundertdreißig Jahre und er starb.
6 Und Set war einhundertundfünf Jahre [alt] und er zeugte Enosch.
7 Und {es war} Set [lebte] nach seiner Zeugung des Enosch [noch] achthundertsieben Jahre und er zeugte Söhne und Töchter.
8 Und es waren alle Tage Sets neunhundertzwölf Jahre und er starb.
9 Und Enosch war neunzig Jahre [alt] und er zeugte Kenan.
10 Und {es war} Enosch [lebte] nach seiner Zeugung Kenans [noch] achthundertfünfzehn Jahre und er zeugte Söhne und Töchter.
11 Und es waren alle Tage des Enosch neunhundertfünf Jahre und er starb.
12 Und es war Kenan siebzig Jahre [alt] und er zeugte Mahalalel.
13 Und {es war} Kenan [lebte] nach seiner Zeugung Mahalalels achthundertvierzig Jahre und er zeugte Töchter und Söhne.
14 Und es waren alle Tage Kenans neunhundertzehn Jahre und er starb.
15 Und es war Mahalalel fünfundsechzig Jahre [alt] und er zeugte Jered.
16 Und {es war} Mahalalel [lebte] nach seiner Zeugung Jereds achthundertdreißig Jahre und er zeugte Söhne und Töchter.
17 Und es waren alle Tage Mahalalels achthundertfünfundneunzig Jahre und er starb.
18 Und es war Jered einhundertzweiundsechzig Jahre [alt] und er zeugte Henoch.
19 Und {es war} Jered [lebte] nach seiner Zeugung Henochs achthundert Jahre und er zeugte Söhne und Töchter.
20 Und es waren alle Tage Jereds neunhundertzweiundsechzig Jahre und er starb.
21 Und es war Henoch fünfundsechzig Jahre [alt] und er zeugte Metuschelach.
22 Und es ging (lebte, wandelte) beständig Henoch mit Gott nach seiner Zeugung Metuschelachs dreihundert Jahre und er zeugte Söhne und Töchter.
23 Und es waren alle Tage Henochs dreihundertfünfundsechzig Jahre.
24 Und Henoch ging beständig (wandelte) mit Gott und es gab ihn nicht [mehr], denn genommen hatte ihn Gott.
25 Und es war Metuschelach einhundertsiebenundachtzig Jahre [alt] und er zeugte Lamech.
26 Und es war Metuschelach nach seiner Zeugung Lamechs siebenhundertzweiundachtzig Jahre und er zeugte Söhne und Töchter.
27 Und es waren alle Tage Metuschelachs neunhundertneunundsechzig Jahre und er starb.
28 Und es war Lamech einhundertzweiundachtzig Jahre [alt] und er zeugte einen Sohn.
29 Und er nannte ihn1 Noach, indem er sagte (sagend): Dieser wird uns trösten von unserer Arbeit (Taten) und {unserer} Mühe unserer Hände von dem Erdboden, den JHWH verflucht hat.
- Wörtlich: „rief seinen Namen“
30 Und {es war} Lamech [lebte] nach seiner Zeugung Noachs fünfhundertfünfundneunzig Jahre und er zeugte Söhne und Töchter.
31 Und es waren alle Tage Lamechs siebenhundertsiebenundsiebzig Jahre und er starb.
32 Und es war Noach [ein] Sohn [von] fünfhundert Jahren und Noach zeugte Sem, Ham und Jafet.
Chapter 6
1 1 Da vermehrten sich die Menschen über das Angesicht der Erde und ihnen wurden Töchter geboren.
- [Status: Ungeprüft]
2 Da sahen die Gottessöhne die Menschentöchter dass sie schön anzusehen waren und sie nahmen sich Frauen von welchen sie sich auswählten.
3 Da sprach JHWH: Mein Geist (Leben, Lebensgeist) wird (soll) nicht für immer (alle Zeit) im Menschen bleiben1, weil auch er Fleisch (vergänglich, sterblich) ist; {und} seine Tage werden (sollen) 120 Jahre sein.
- Das hebräische Verb דון ist in seiner Bedeutung nicht gesichert: Die Bedeutung „bleiben“ stützt sich auf die LXX, die es mit καταμένειν übersetzt hat. Andere vermuten die Bedeutung „herrschen, walten“ oder sehen in דון ein Synonym zu דין und übersetzen: Mein Geist soll nicht immer den Menschen strafen (richten).
4 Die Riesen (Heroen) waren (entstanden) in jenen Tagen auf der Erde (im Land) - und auch danach - als die Gottessöhne zu den Menschentöchtern hineingingen und sie ihnen [Nachkommen] gebaren. Das (sie) sind die Starken (Mächtigen, die Kämpfer) aus alter Zeit, die Männer mit Namen1.
- wörtlich: die Männer des Namens, was soviel wie berühmte Männer bedeutet.
5 Und JHWH sah, dass viel Schlechtes auf der Erde [war] und alles Formen des Planens des Herzens nur schlecht [war] den ganzen Tag.
6 Und JHWH ließ es sich leid tun, dass er den Menschen machte auf der Erde und er ergrimmte in seinem Herzen.
7 Und JHWH sprach: Ich will den Menschen ausrotten, den ich geschaffen habe, von der Oberfläche der Erde. Von Menschen zu den Kriechtieren zu den Vögeln im Himmel, weil es mich gereut, dass ich sie schuf.
8 Und Noah fand Gnade vor den Augen des Herrn.
9 Dies [sind] die Geschlechter Noahs. Noah [war] ein gerechter Mann in seinen Geschlechtern und mit Gott ging Noah.
10 Und Noah zeugte drei Söhne: Sem, Ham und Jafet.
11 Und die Erde war verdorben vor dem Herrn und sie war voller Gewalt.
12 Und Gott sah die Erde und siehe, sie war verdorben, denn alles Fleisch war verdorben in seinem Lebenswandel auf der Erde.
13 Und der Herr sprach zu Noah: Das Ende allen Fleisches tritt vor mein Angesicht, denn die Erde ist voller Gewalt vor ihren Angesichtern und siehe, ich verderbe sie [auf] der Erde.
14 Mache dir einen Kasten [aus]1 Gopherbäumen2; [als] Nester (d.h. Kabinen) sollst du den Kasten machen und sollst ihn verpichen von innen und außen mit Pech.
- Die sog. Construktusverbindung bezeichnet die enge Zusammengehörigkeit von zwei oder mehr Substantiven; ihre Bedeutung ergibt sich aus dem Kontext (vgl. Gopherholzkasten). Die Übersetzung durch ein Genitivattribut ist nicht die einzige Möglichkeit, oft bieten sich auch Präpositionalausdrücke an.
- unbekannte Baumart; die LXX deutete גפר als „vierkantig“, die Vulgata als „geglättet“
15 Und dies [ist], wie du ihn machen sollst: 300 Ellen [sei] die Länge des Kastens, 50 Ellen seine Breite und 30 Ellen seine Höhe.
16 Ein Dach1 sollst du für den Kasten machen - und im Ellenmaß sollst du [alles] vollenden2 - oben; und das Tor (den Eingang) des Kastens sollst du an seiner Seite anbringen; untere zweite und dritte [Stockwerke] sollst du machen.3
- Das hebräische Wort צׂהָר ist in seiner Bedeutung nicht gesichert; andere übersetzen „Fenster“.
- Vielleicht ist diese Parenthese an das Ende des Verses 15 zu versetzen (so O. Eißfeldt im Apparat der BHS).
- Vers 16b (untere ... machen) ist vielleicht hinter Vers 14b (... machen) zu versetzen (so O. Eißfeldt im Apparat der BHS).
17 Und ich, siehe ich bin im Begriff1 den Himmelsozean2 [als] Wasser auf die Erde kommen zu lassen, um alles Fleisch (alle Lebewesen) unter dem Himmel, in dem Lebensatem (Lebensgeist) ist, zu vernichten; alles, was auf der Erde [ist], wird (soll) umkommen.
- הִנֵּה mit Part. in der Funktion des futurum instans, der unmittelbar bevorstehenden Zukunft.
- Ps 29,10 zeigt, dass die traditionelle Übersetzung „Sintflut“ dem Sinn des hebräischen Wortes nicht ganz gerecht wird, da מָבּוּל nicht per se eine Flut bezeichnet. Diese Beobachtung wird auch durch den erklärenden Zusatz „als Wasser auf die Erde“ in unserem Vers gestützt.
18 Und ich verpflichte mich dir gegenüber1, dass2 du in den Kasten gehen wirst, du und deine Söhne und deine Frau und die Frauen deiner Söhne mit dir.
- Die wörtliche Übersetzung lautet: Und ich werde [als] meine Verpflichtung mit dir aufrichten, dass ... . vgl. Gesenius-Donner בְּרִית II.1.b.
- Perf. cons. mit konsekutivem Sinn; wörtl.: und du wirst hineingehen ...
19 Und von allem Lebendigen, von allem Fleisch (allen Lebewesen), zwei von allem sollst du in den Kasten hineingehen lassen (hineinbringen), um [sie] weiterleben zu lassen mit dir; männlich und weiblich sollen sie sein.
20 Von allen Vögeln1 nach ihren Arten und von allen Landtieren2 nach ihren Arten, von allem Kriechgetier3 des Erdbodens nach seinen Arten, zwei von allen [Arten] sollen zu dir kommen, um [sie] weiter leben zu lassen.
- Im Hebräischen ein Kollektivbegriff, der alles umfasst, was fliegen kann.
- Im Hebräischen ein Kollektivbegriff, der alles umfasst, was auf vier Beinen geht.
- Im Hebräischen ein Kollektivbegriff, der alles umfasst, was sich nicht auf vier Beinen fortbewegt und nicht fliegt.
21 Und du, nimm dir von allem Essbaren, das gegessen wird, und sammle es bei dir, und es soll dir und euch zur Nahrung sein (als Nahrung dienen).
22 Und Noach tat nach allem, was Gott ihm befohlen hatte, so tat er.
Chapter 7
1 1 Da sprach JHWH zu Noach: Geh du und dein ganzes Haus (deine ganze Familie) in den Kasten hinein, denn dich habe ich als gerecht vor mir wahrgenommen (ersehen, erkannt) in dieser Generation.
- [Status: Ungeprüft]
2 Von allen reinen Landtieren sollst du dir je sieben nehmen, ein Männchen und sein Weibchen; und von allen Landtieren, die nicht rein sind, zwei, ein Männchen und sein Weibchen;
3 auch von den Vögeln des Himmels je sieben, männlich und weiblich, um Nachkommenschaft ins Leben zu rufen auf der ganzen Erde.
4 Denn nach [nur] noch sieben Tagen, werde ich es auf die Erde vierzig Tage und vierzig Nächte [lang] regnen lassen und werde den gesammten Bestand, den ich gemacht habe, vom Erdboden auslöschen (wegwischen, tilgen).
5 Und Noach tat nach allem, was JHWH ihm befohlen hatte.
6 Und Noach war 600 Jahre [alt], als der Himmelsozean zu Wasser auf der Erde wurde.
7 Da ging[en] Noach und seine Söhne und seine Frau und die Frauen seiner Söhne mit ihm in den Kasten hinein, [fort] vor dem Wasser des Himmelsozeans.
8 Von den reinen Landtieren und von den Landtieren, die nicht rein sind, und von den Vögeln und allem, was auf dem Erdboden kriecht,
9 gingen je zwei zu Noach in den Kasten, männlich und weiblich, wie Gott Noach befohlen hatte.
10 Und es geschah nach den sieben Tagen, da kam1 das Wasser des Himmelsozeans auf die Erde.
- Wörtlich übersetzt lautet die Stelle entweder: das wurde das Wasser des Himmelsozeans auf die Erde, oder: da war das Wasser des Himmelsozeans auf der Erde. Das Verb היה kann eine Entwicklung oder einen Zustand beschreiben.
11 Im Jahr des sechshundertsten Lebensjahrs Noachs, im zweiten Monat, am 17. Tag des Monats, an diesem Tag brachen alle Quellen des großen Weltozeans auf, und die Luken des Himmels öffneten sich.
12 Und der Regen kam auf die Erde vierzig Tage und vierzig Nächte [lang].
13 Genau an diesem Tag ging[en] Noach und Sem und Ham und Jafet, die Söhne Noachs, und die Frau Noachs, und die drei Frauen seiner Söhne mit ihnen in den Kasten hinein;
14 sie und alle Tiere nach ihren Arten, und (zwar) alle Landtiere (alles Vieh) nach ihren Arten und alles Kriechgetier, das auf der Erde kriecht, nach seinen Arten und alle fliegenden Tiere nach ihren Arten, alle Vögel, alle[s] [mit] Flügel[n].
15 Und sie gingen zu Noach in den Kasten hinein, je zwei von allem Fleisch (allen Lebewesen), in dem Lebensatem (Lebensgeist) [war].
16 Und die, welche hineingingen, [waren] männlich und weiblich, von allem Fleisch (allen Lebewesen) gingen sie hinein, wie Gott ihm befohlen hatte; und JHWH schloss hinter ihm zu.
17 Und der Himmelsozean kam 40 Tage [lang] über die Erde1, und das Wasser wurde viel und hob den Kasten an, und er erhob sich von der Erde2.
- oder: war 40 Tage auf der Erde
- Narrativ mit konsekutivem Nebensinn: so dass er sich von der Erde erhob.
18 Hoch (mächtig) wurde das Wasser und sehr viel auf der Erde, und der Kasten schwamm (ging) auf der Wasseroberfläche1.
- Narrativ mit konsekutivem Nebensinn: so dass der Kasten auf der Wasseroberfläche schwamm.
19 Das Wasser war [schließlich] sehr sehr (überaus) hoch (mächtig) auf der Erde, und alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel wurden bedeckt1.
- Narrativ mit konsekutivem Nebensinn: so dass alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden.
20 Fünfzehn Ellen oberhalb war das Wasser hoch (gestiegen) und bedeckte die Berge.
21 Da kam alles Fleisch (jedes Lebewesen) um, das auf der Erde kroch, mit den Vögeln und mit den Landtieren (dem Vieh) und mit den Tieren und all dem Gekrabbel, das auf der Erde krabbelte, und die gesamte Menschheit:
22 alles, in dessen Nase der Hauch des Lebensatems [war]1, und zwar alles, was auf dem Trockenen [lebte], starb.
- etwas freier übersetzt: in (durch) dessen Nase der Lebensatem strömte.
23 Und er löschte (wischte weg, tilgte) den gesamten Bestand aus, der auf dem Erdboden [war], vom Menschen bis zu den Landtieren (Vieh), bis zum Kriechgetier und bis zu den Vögeln des Himmels; und sie wurden von der Erde weggewischt (ausgelöscht, getilgt); übrig blieb nur Noach und, wer mit ihm im Kasten [war].
24 Hoch (mächtig) war das Wasser auf der Erde 150 Tage [lang].
Chapter 8
1 1 Und Gott gedachte an2 Noach und alle Tiere (Lebewesen) und alles Vieh3, das mit ihm im Kasten [war]; [darum] (und) führte Gott einen Wind über die Erde (das Land), damit4 das Wasser sinke.
- [Status: Ungeprüft]
- freiere Übersetzung: wandte sich zu: זכר (sich erinnern, denken an) ist in der hebräischen Bibel oft Ausdruck der Treue Gottes, der sich aktiv den Menschen zuwendet (Gen 30,22; Ex 2,24; 1Sam 1,19-20 u.v.a.) und ihm direkt oder indirekt Hilfe zukommen lässt.
- Vieh: בְּהֵמָה bezeichnet das Tier im Unterschied zum Menschen, das Vieh (genauer: domestiziertes Tier) im Unterschied zum wilden Tier (חַיָּה), große Landtiere im Unterschied zu den kleinen kriechenden Tieren (רֶמֶשׂ): vgl. Gen 2,20, 3,14, 6,7.20
- damit: wörtl. und das Wasser sank. Das Hebräische bevorzugt beiordnende Hauptsätze, das Deutsche unterordnende Nebensätze, deren Sinnrichtung sich aus dem Zusammenhang ergibt.
2 Da schlossen sich1 (wurden verschlossen) die Quellen des Weltozeans2 und die Luken3 des Himmels, und der Regen aus dem Himmel wurde zurückgehalten.
- wörtl.: wurden verstopft. Man erinnere sich, dass das atl. Weltbild sich das Firmament wie eine Käseglocke vorstellte, in der die Löcher buchstäblich verstopft wurden
- des Weltozeans: תְּהוׂם (tehôm) ist im Hebräischen der Name für das große Urmeer (vgl. Gen 1,2), auf dem nach antiker Vorstellung die Erde ruht und woher alle Wasser kommen (Gesenius, S. 871)
- Luken des Himmels: אֲרֻבָה (ªrubâ) bezeichnet verschiedene Öffnungen, durch die etwas oder jemand hinaus- bzw. hineingelangt: die Luke im Taubenschlag (Jes 60,8), den Abzug über einer Feuerstelle im Haus (Hos 13:3), in metaphorischer Sprache die Augenöffnungen (Eccl 12,3); am häufigsten die Himmelsfenster, durch die in naiv anschaulicher Sprache der Regen auf die Erde fällt (Gen 7,11, 2Ki 7,2,19, Mal 3,10).
3 Da wichen1 allmählich2 die Wasser von der Erde. Und die Wasser nahmen ab nach Verlauf von 150 Tagen.
- wörtl.: kehrten um
- Der Inf.abs. הלוך tritt zum Verb ושוב, um es zu verstärken, Brockelmann, Syntax §93a.
4 Da ließ sich nieder der Kasten im siebten Monat, am 17. Tag des Monats, auf dem Gebirge1 Ararat.
- hier Plural; im Sg. "Berg"
5 Und die Wasser nahmen immer mehr ab1 bis zum zehnten Monat. Am ersten Tag des zehnten Monats wurden die Gipfel der Berge sichtbar (zeigten sich).
- wie in V. 3 wird dieser Ausdruck mit dem Inf.abs. הלוך gebildet. Das Hebr. kennt kein Adverb; dazu dient dieser Verbalausdruck, vgl. Brockelmann, Syntax §93g.
6 {Und es war} am Ende von 40 Tagen öffnete Noach die Fensteröffnung des Kastens, die er angefertigt (gemacht) hatte.
7 Und er ließ den Raben losfliegen, [der] flog hin und her1, bis das Wasser von der Erde getrocknet war.
- das Verb יצא, ausziehen, hier wohl: losfliegen, herausfliegen wird erweitert durch seinen Inf.abs. und das Verb ושוב, wodurch das herausfliegen näher bestimmt wird als ein hin und herfliegen, vgl. Gesenius S. 810
8 Und er ließ die Taube von ihm1 wegfliegen, (um zu sehen =) um herauszufinden, ob die Wasser geringer geworden [seien] (vermindert [wären]) von der Oberfläche der Erde.
- anders als beim Raben wird hier betont, dass die Taube םֵאִתּוׂ von Noach weg fliegt - ob hier an eine an den Menschen gewöhnte Taube (Brieftaube) gedacht ist?
9 Aber die Taube fand keinen Ruheplatz für ihre Krallen1 und kehrte zu ihm in den Kasten zurück. Denn Wasser [war] auf der (= bedeckte die) Oberfläche der ganzen Erde. Und er streckte seine Hand aus und (nahm sie =) fing sie ein und brachte sie zu sich in den Kasten.
- wörtl.: Fußsohle
10 Und er wartete1 noch weitere sieben Tage, und erneut2 ließ er die Taube vom Kasten losfliegen.
- Die hier vorliegende Form וַיָּחֶל könnte auf חלל hi. anfangen oder auf חיל q. beben (vor Angst) zurückgehen; beides ergibt hier keinen Sinn. Deshalb ist analog zu Vers 12 das pi. von יחל zu lesen, וַיִּיׇּחֶל, vgl. den Apparat z.St.
- wörtl.: er fuhr fort, fliegen zu lassen
11 Und die Taube kehrte zu ihm zurück zur Abendzeit. Und da! (siehe!), frisch gepflücktes Laub vom Ölbaum in ihrem Schnabel. Da erkannte Noach, dass die Wasser von der Erde verschwunden waren1.
- wörtl.: gering sein, vermindert werden
12 Und er wartete noch weitere sieben Tage, dann ließ er die Taube losfliegen. Aber sie kam nicht wieder zu ihm zurück1.
- wörtl.: fuhr nicht mehr fort, zu ihm zurückzukommen
13 Es war im 601. Jahr1, im ersten Monat, am ersten Tag des Monats, da trockneten die Wasser auf der Erde. Da nahm Noach die Plane2 vom Kasten. Da sah er, und da! (siehe!), die Erdoberfläche trocknete.
- Die Zählung bezieht sich offenbar auf die Lebensjahre Noahs
- Es handelt sich um eine Zeltplane, vgl. Ex 26,14; 35,11; 36,19; 39,34; 40,19 u.ö. Entweder hatte der Autor des Textes keine Erfahrung mit größeren Schiffen und stellte sich ein offenes Boot vor, das mit einer Art Plane vor dem Regen geschützt war, oder es war tatsächlich üblich, Boote mit einer Plane abzudecken
14 Und im zweiten Monat, am 27. Tag des Monats, war die Erde trocken.
15 Da sprach Gott zu Noach {folgendermaßen}:
16 Geh aus dem Kasten, du und deine Frau und deine Söhne und die Frauen deiner Söhne (= deine Schwiegertöchter) mit dir.
17 Alle Lebewesen, die bei dir sind, (alles Fleisch =) die Tierwelt mit den Vögeln und mit dem Vieh und mit allen Kriechtieren, die auf der Erde kriechen1 lass herausgehen2 mit dir, damit sie wimmeln (sich vervielfältigen, sich stark fortpflanzen) auf der Erde und fruchtbar sind und zahlreich werden auf Erden.
- im Hebr. haben Verb und Nomen den selben Stamm
- Die Form הַוְצֵה bereitet einige Schwierigkeiten. Das Qere will הַיְצֵה lesen, doch was ist das für eine Form? Köhler-Baumgärtner schlägt deshalb vor, הוֹצֵה zu lesen, den Imperativ hi. von יצא, herausgehen lassen
18 Da ging Noach hinaus und seine Söhne und seine Frau und die Frauen seiner Söhne mit ihm.
19 Alle Lebewesen: alle Kriechtiere und alle Vögel, alles, was sich regt auf der Erde nach seinen Gattungen ging aus dem Kasten heraus.
20 Und Noah baute einen Altar für JHWH und er nahm von allem reinen Tier und von allem reinen Geflügel und ließ Brandopfer aufsteigen1 auf dem Altar.
- kann auch als: „brachte als Brandopfer dar“ übersetzt werden.
21 Und JHWH roch den angenehmen Geruch1 und JHWH sprach zu seinem Herzen: ich will nicht fortfahren zu verfluchen wieder die Menschheit um des Menschen willen, denn das Sinnen des Herzens des Menschen [ist] schlecht, von seiner Jugend an. Und ich werde nicht fortfahren zu schlagen wieder das ganze Leben, wie ich getan habe.
- wörtlich: den Geruch des Wohlgefallens.
22 Fortan solange die Erde besteht1 Saat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht werden nicht aufhören
- Gesenius, S. 569; wörtl.: Bis zu allen Tagen der Erde
Chapter 9
1 1 Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihm: Seid fruchbar und mehrt euch und füllt die Erde.2
- [Status: Ungeprüft]
- Genesis 1,28
2 Und Furcht vor euch und Schrecken vor euch wird sein bei allen Tieren (Lebewesen) der Erde und bei allen Vögeln des Himmels, bei allem, das sich regt auf dem Erdboden und bei allen Fischen des Meeres - in Eure Hand wurden sie gegeben.
3 Alles, was sich regt, das lebendig ist, soll eure Speise sein. Wie das Grüne Kraut habe ich euch alles gegeben.
4 Nur das Fleisch mit der Lebenskraft (Seele) seines Blutes sollt ihr nicht essen.
5 Und gewiss werde ich ihr Blut, in dem ihre Lebenskraft (Seele) [ist] fordern. Von der Hand aller Lebewesen werde ich sie fordern. Und von der Hand des Menschen, von der Hand des Mannes, seines Bruders (Verwandten, Stammesgenossen) werde ich die Lebenskraft (Seele) des Menschen fordern.
6 Wer Menschenblut vergießt1, durch einen Menschen wird sein Blut vergossen.Denn zum Bilde Gottes machte er den Menschen.
- Partizip
7 Und ihr sollt fruchtbar sein und euch vermehren. Ihr sollt wimmeln auf der Erde und viel werden (groß werden)1 auf ihr.
- in Gen 1,28 hat der Segen Gottes als letztes Glied die Verheißung des Herrschens über alle Geschöpfe, deshalb schlägt der Apparat z.St. vor, hier וּרְדוּ zu lesen
8 Da sprach Gott zu Noach und zu seinen Söhnen bei ihm {folgendermaßen}:
9 Und ich, seht!, schließe1 den Bund mit euch und eurer Nachkommenschaft nach euch.
- Partizip
10 Und mit jeder lebenden Seele, die bei euch ist: mit den Vögeln und mit dem Vieh und mit allen Lebenwesen der Erde bei euch. Von allem, was den Kasten verließ1, allen Lebewesen der Erde.
- Partizip
11 Und ich schließe den Bund mit euch, dass nicht wieder ausgerottet wird (vertilgt wird) alles Fleisch (alle Lebewesen) von den Wassern der Sintflut. Und es wird nicht wieder eine Sintflut geben, zu verderben die Erde.
12 Und Gott sprach: Dies ist das Zeichen des Bundes, das ich gebe (setze)1 zwischen mir und {zwischen} euch und {zwischen} jeder lebenden Seele, die bei euch ist, für zukünftige Generationen.
- Partizip
13 Meinen Bogen stelle ich in die Wolken, und er ist das Zeichen des Bundes zwischen mir und {zwischen} der Erde.
14 Und es soll geschehen, wenn ich Wolken versammle über der Erde, dann lässt sich auch der Bogen in den Wolken sehen.
15 Dann werde ich gedenken des Bundes zwischen mir und {zwischen} euch und {zwischen} jeder lebenden Seele in allem Fleisch (allen Lebewesen). Und es sollen nicht wieder (sein =) kommen die Wasser der Sintflut, zu verderben alles Fleisch (alle Lebewesen).
16 [Wenn] der Bogen in den Wolken ist, dann sehe ich ihn und gedenke1 des ewigen Bundes zwischen Gott und {zwischen} jeder lebenden Seele in allem Fleisch (allen Lebewesen), die auf der Erde [sind].
- wörtl.: Infinitiv: zu gedenken
17 Und Gott sprach zu Noach: Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich schloss zwischen mir und {zwischen} allem Fleisch (allen Lebewesen), die auf der Erde [sind].
18 Und es waren die Söhne Noachs, die herausgingen1 aus dem Kasten Schem und Ham und Japhet. {Und} Ham [war] der Vater Kanaans.
- Partizip
19 Diese drei [waren] die Söhne Noachs und von diesen breiteten sich aus (die ganze Welt =) alle Erdbewohner1.
- vgl. Gesenius, S. 68
20 Und Noach fing an Landmann (Landwirt) [zu sein]1 und pflanzte einen Weingarten (Weinberg).
- Gemeint ist: Noach war der erste Landwirt
21 Als er vom Wein trank, berauschte er sich (betrank er sich) und entblößte sich in einem Zelt.
22 Da sah Ham, der Vater Kanaans, das Glied (die Scham, das Geschlechtsteil, den Penis) seines Vaters und berichtete seinen beiden (zwei) Brüdern draußen.
23 Da nahmen Schem und Japhet den Mantel (das Obergewand) und legten ihn um ihre beiden Schultern (Nacken) und gingen rückwärts und bedeckten (deckten zu) das Glied (die Scham, das Geschlechtsteil, den Penis) ihres Vaters, und ihre Gesichter [waren] abgewandt1, und das Glied (die Scham, das Geschlechtsteil, den Penis) ihres Vaters sahen sie nicht.
- wörtl.: rückwärts
24 Und es erwachte Noach von seinem Weinrausch und er erfuhr (erkannte) das, was ihm angetan hatte sein Sohn, der Jüngste.
25 Und er sprach: Verflucht sei Kanaan, ein Knecht von Knechten sei er für seine Brüder.
26 Und er sprach: Gesegnet sei JHWH, Gott Schems, und es sei Kanaan sein Knecht.
27 Weit mache (weiten Raum schaffe) Gott für Jafet1 und er soll wohnen2 in den Zelten Schems, und es sei Kanaan sein Knecht.
- Ein Wortspiel: das Verb hat die selben Konsonanten wie der Name Japhet
- Genesis 10,5
28 Und es lebte Noach nach der Wasserflut (Sintflut) [noch] 350 Jahre.
29 Und alle [Erden]Tage Noachs [sind] 950 Jahre, bis er starb.
Chapter 10
1 1 Und diese2 [sind] Genealogien3 [der] Söhne4 Noachs Sem 5Ham und6 Jafet und es wurden7 geboren für sie Söhne nach der Wasserflut.
- [Status: Ungeprüft]
- Demonstrativpronomen im Plural.
- Der Plural von „Werdegang“, im Hebräischen hier ohne Artikel da solche im voraufgegangenen Text noch nie erwähnt.
- Im Hebräischen eine Constructus-Verbindung (Sprech- und Bedeutungseinheit) mit dem nachfolgenden Personennamen: Die korrekte Übersetzung davon ins Deutsche ist der Personenname mit Genitiv-s (nicht: „Söhne von ...“).
- So die traditionelle Schreibweise an dieser Stelle nach der Masora, dem Samaritanus, der Septuaginta und Hieronymus / mehrere Fragmente aus der Geniza von Kairo und viele hebräische Handschriften schreiben hier aber „und Ham“.
- So der Masoretische Text und der Samaritanus / Septuaginta und Hieronymus ohne Konjunktion; s. 1 Chronik 1,4.
- 3. Person Plural (m) Imperfekt als hebräische Aktionsart „Nifal“ (Passiv).
2 [Die] Söhne Jafets [sind] Gomer und Magog und Madai und Jawan und Tubal und Meschech und Tiras.
3 Und [die] Söhne Gomers [sind] Aschkenas und Rifat12 und Togarma.
- So der Masoretische Text, zusammen mit dem Samaritanus, der Septuaginta und Hieronymus; s. zu 1 Chronik 1,6 „Difat“.
- 1 Chronik 1,6
4 Und [die] Söhne Jawans [sind] Elischa und Tarschisch [die] Kittäer1 und [die] Dodaniter234.
- Im Hebräischen mit Mehrzahlendung ים als Plural und daher eher als Name eines Volksstammes zu verstehen; Jeremia 2,10.
- Im Hebräischen mit Mehrzahlendung ים als Plural und daher eher als Name eines Volksstammes zu verstehen.
- So der Masoretische Text aber nur an dieser Stelle. Vermutlich eine Verwechslung der in der Quadratschrift ähnlichen Schriftzeichen ד und ר wie bei Delitzsch „Die Lese- und Schreibfehler im Alten Testament“ S. 106. Samaritanischer Pentateuch, Septuaginta und nur wenige hebräische Handschriften bieten hier „Rodaniter“, wie auch der Masoretische Text „Rodaniter“ an der Parallelstelle 1 Chronik 1,7. Hieronymus hatte an beiden Stellen „Dodaniter“ gelesen.
- 1 Chronik 1,7
5 Von diesen waren verteilt1 worden [die] Inseln2 der Völker3 in ihre Länder4 jedes (jeder?) nach seiner Sprache nach ihren Stammesverbänden5 in ihrem Volk6.
- 3. Person (m) Plural Perfekt von „verstreuen“ in der hebräischen Aktionsart „Nifal“ (Passiv). Muss sich, zurückblickend aus der Sicht des Schreibers, nicht unbedingt auf die Babylonische Zerstreuung im folgenden Kapitel Genesis 11,8 bezogen haben.
- Genesis 9,27
- Plural (m), bildet im Hebräischen einen „Status constructus“, eine Sprech- und Bedeutungseinheit mit den Inseln.
- Der Masoretische Text versteht diese Ortsangabe in Verbindung mit dem „Verstreuen der Völkerinseln/Inselvölker“. Einige Bibelkritiken fordern (mit Verweis auf die Verse 20 und 31) die Einfügung der Formel „Diese [sind die] Söhne Jafets“ und die Ortsangabe dann als „in ihren Ländern“ zu lesen.
- Plural (f)
- Singular (m)
6 Und [die] Söhne Hams [sind] Kusch1 und Mizrajim2 und3 Put4 und Kanaan5.
- Hier im Kontext als Personenname erkennbar; auch Name eines Landes Genesis 2,13 und 2 Könige 19,9 etc.
- Hier im Kontext als Personenname erkennbar; auch der Name eines Landes Genesis 12,10 etc. (Ägypten). Im Masoretischen Text zwar mit Mehrzahlendung יִם aber als Dual punktiert; muss sich nicht unbedingt auf „Ober- und Unterägypten“ beziehen.
- So der Masoretische Text und Hieronymus (mit Konjunktion) / Samaritanus und Septuaginta ohne Konjunktion; s. 1 Chronik 1,8.
- Hier im Kontext als Personenname erkennbar; auch der Name eines Landes Jeremia 46,9 etc.
- Hier im Kontext als Personenname erkennbar; auch der Name eines Landes Genesis 11,31 etc.
7 Und [die] Söhne Kuschs [sind] Seba und Hawila und Sabta und Ragma und Sabtecha und [die] Söhne Ragmas [sind] Saba und Dedan.
8 Und Kusch hatte1 (hat) gezeugt den2 Nimrod jener3 hat [dann] angefangen zu werden ein Machthaber auf [der]4 Erde.
- 3. Person Singular (m) Perfekt, hier mit Plusquamperfekt wiedergegeben wegen der nachfolgenden Geschichte Nimrods im selben Vers.
- Im Hebräischen steht hier nur die Akkusativpartikel אֶת־ und kein Artikel.
- Personalpronomen: 3. Singular (m).
- Die Machtbestrebungen Nimrods beschränkten sich nicht nur auf die heimische Region (Schinar), sondern umfassten auch einen Neuerwerb von Gebieten; im Masoretischen Text wäre der Artikel (im Hebräischen für ein bereits bekanntes bzw. im Text zuvor schon mal erwähntes Land) nur nachträglich hineinpunktiert.
9 Jener war ein siegreicher Jäger vor1 [dem] Angesicht2 (in den Augen) JHWH s wegen dem sagt man Wie Nimrod, ein siegreicher Jäger vor [dem] Angesicht3 (in den Augen) JHWH s.
- Einige christliche Bibelkommentare weisen darauf hin, dass die Präposition ל nicht nur „vor“ bedeuten kann, sondern manchmal mit „gegen“ übersetzt wird (entsprechend dem Zusammenhang auch als „für“ oder „von“) und Nimrod ein Frevler gewesen sei. Der Auftrag Gottes an die Menschen bestand aber unverändert und es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass sich die Gewalt Nimrods gegen Menschen gerichtet hat.
- Im Hebräischen eine Constructus-Verbindung (Sprech- und Bedeutungseinheit) mit dem nachfolgenden Eigennamen: Die korrekte Übersetzung davon ins Deutsche ist der Name mit Genitiv-s (nicht: „Angesicht von ...“).
- Im Hebräischen eine Constructus-Verbindung (Sprech- und Bedeutungseinheit) mit dem nachfolgenden Eigennamen: Die korrekte Übersetzung davon ins Deutsche ist der Name mit Genitiv-s (nicht: „Angesicht von ...“).
10 Und es wurde1 [der] Anfang seiner Herrschaft Babel und Erech und Akkad und Kalne im Lande Schinar.
- 3. Person Singular (f) Imperfekt, bezieht sich auf die „Herrschaft“
11 Von jenem1 Land war [er?] 2ausgegangen [nach?] Assur3 und er4 baute das Ninive und das Rehobot-Ir und das Kelach.
- Personalpronomen 3. Singular (verschrieben als masc. / punktiert als fem.) mit Artikel als Demonstrativpronomen, bezieht sich auf das Land (f) „Schinar“.
- 3. Person Singular (m) Perfekt; bezieht sich nach dem geschriebenen Text auf „Assur“ (als Person) / der Kontext verlangt aber einen Bezug zu „Nimrod“.
- Geschrieben als Personenname אשור / der Kontext verlangt aber den Ländernamen mit angehängtem, richtungsweisenden He-Locale אשורה „nach Assur“; s. Micha 5,6.
- 3. Person Singular (m) Imperfekt; der Kontext verlangt einen Bezug zu „Nimrod“, nicht zu einem „Assur“.
12 Und das Resen zwischen Ninive und 1zwischen Kelach jenes [ist] die2 Stadt, die3 Große.
- So wörtlich; im Hebräischen eine Formel zur genauen Bestimmung, bedeutet nur „zwischen Ninive und Kelach“.
- Mit Artikel.
- Mit Artikel, kein „Status constructus“ mit der Stadt.
13 Und Mizrajim hat1 gezeugt die 2Luditer und die Anamiter und die Lehabiter und die Naftuhiter.
- 3. Person Singular (m) Perfekt
- Im Hebräischen mit Pluralendung ים und daher als Volksstamm zu verstehen
14 Und die Patrositer und die Kasluhiter, dass1 ausgegangen sind2 von dort [die]3 4Philister,5 und die Kaftoriter.
- Unrichtige Hilfsübersetzung des hebräischen Demonstrativpronomens אשר zur Einleitung von Relativsätzen, das in Verbindung mit der Ortsangabe „von dort“ i.d.R. aber unübersetzt bleibt, mit dieser zusamenfließt.
- 3. Person Plural (m) Perfekt
- Masoretischer Text weder mit Akkusativpartikel אֶת־ noch mit Artikel vor dem Namen.
- Im Hebräischen mit Pluralendung ים geschrieben, daher als Volksstamm zu verstehen. Die vom übrigen Text abweichende Wortwahl und die unpassende Stellung im Vers nach den Kasluhitern lassen einen frühen (enthalten auch im Samaritanus, Septuaginta und bei Hieronymus), trotzdem aber nachträglichen Zusatz vermuten (den Namen „Philister“ gab es unter Moses noch nicht: Deuteronomium 2,23); richtig wäre nach den Kaftoritern (Jeremia 47,4, Amos 9,7).
- 1 Chronik 1,12
15 Und Kanaan hat gezeugt den Sidon, seinen Erstgeborenen [Sohn], und den Het.
16 Und den1 2Jebusiter und den3 4Amoriter und den5 6Girgaschiter.
- Masoretischer Text sowohl mit Akkusativpartikel אֶת־ als auch mit Artikel vor dem Namen.
- Im Masoretischen Text als Constructus (Genitiv) geschrieben, daher als Angehöriger des Volksstammes zu verstehen
- Masoretischer Text sowohl mit Akkusativpartikel אֶת־ als auch mit Artikel vor dem Namen.
- Im Masoretischen Text als Constructus (Genitiv) geschrieben, daher als Angehöriger des Volksstammes zu verstehen
- Masoretischer Text sowohl mit Akkusativpartikel אֶת־ als auch mit Artikel vor dem Namen.
- Im Masoretischen Text als Constructus (Genitiv) geschrieben, daher als Angehöriger des Volksstammes zu verstehen
17 Und den1 2Hiwiter und den3 4Arkiter und den5 6Siniter.
- Masoretischer Text sowohl mit Akkusativpartikel אֶת־ als auch mit Artikel vor dem Namen.
- Im Masoretischen Text als Constructus (Genitiv) geschrieben, daher als Angehöriger des betreffenden Volksstammes zu verstehen
- Masoretischer Text sowohl mit Akkusativpartikel אֶת־ als auch mit Artikel vor dem Namen.
- Im Masoretischen Text als Constructus (Genitiv) geschrieben, daher als Angehöriger des Volksstammes zu verstehen
- Masoretischer Text sowohl mit Akkusativpartikel אֶת־ als auch mit Artikel vor dem Namen.
- Im Masoretischen Text als Constructus (Genitiv) geschrieben, daher als Angehöriger des Volksstammes zu verstehen
18 Und den1 2Arwaditer und den3 4Zemariter und den5 6Hamatiter und danach [haben?] zerstreut? [sich?] [die] Stammesverbände der Kanaaniter.
- Masoretischer Text sowohl mit Akkusativpartikel אֶת־ als auch mit Artikel vor dem Namen.
- Im Masoretischen Text als Constructus (Genitiv) geschrieben, daher als Angehöriger des Volksstammes zu verstehen
- Masoretischer Text sowohl mit Akkusativpartikel אֶת־ als auch mit Artikel vor dem Namen.
- Im Masoretischen Text als Constructus (Genitiv) geschrieben, daher als Angehöriger des Volksstammes zu verstehen
- Masoretischer Text sowohl mit Akkusativpartikel אֶת־ als auch mit Artikel vor dem Namen.
- Im Masoretischen Text als Constructus (Genitiv) geschrieben, daher als Angehöriger des Volksstammes zu verstehen
20 1 Dies [sind die] Söhne Hams nach ihren 2Stammesverbänden, nach ihren Sprachen in ihren Ländern, in ihrem 3Volk.
- [Status: Ungeprüft]
- Plural
- Singular
22 1 [Die] Söhne Sems [sind] Elam und Assur und Arpachschad und Lud und Aram.
- [Status: Ungeprüft]
23 Und [die] Söhne Arams [sind] Uz und Hul und Geter und Masch.
24 Und Arpachschad hatte1 (hat) gezeugt den Schelach und Schelach hat gezeugt [dann] den Eber.
- 3. Person Singular (m) Perfekt, hier mit Plusquamperfekt wiedergegeben wegen der nachfolgenden Familiengeschichte Schelachs im selben Vers.
26 1 Und Joktan hat gezeugt den Almodad und den Schelef und den Hazarmawet und den Jerach.
- [Status: Ungeprüft]
27 Und den Hadoram und den Usal und den Dikla.
28 Und den Obal und den Abimaël und den Saba.
29 Und den Ofir und den Hawila und den Jobab alle diese [sind] Söhne Joktans.
31 1 Diese [sind die] Söhne Sems nach ihren Geschlechtern, nach ihren Sprachen in ihren Ländern, nach ihrem Volk.
- [Status: Ungeprüft]
32 Diese [sind die] Stammesverbände [der] Söhne Noachs, nach ihren Genealogien [jeweils?] in ihrem Volk und von diesen sind abgesondert worden die 1Völker auf [der] Erde nach der Wasserflut.
- Plural mit Artikel.
Chapter 11
1 1 Und es war der ganzen Erde eine Sprache und diesselben Worte.
- [Status: Ungeprüft]
2 Und es geschah bei ihrem Aufbrechen von Osten her, und sie fanden eine Talebene im Land Schinar, und sie ließen sich dort nieder.
3 Und sie sprachen ein Mann zum anderen: „Auf, lasst uns Ziegel ziegeln und zum Brand brennen.“ Und der Ziegel war ihnen als Baustein und das Erdpech1 war ihnen als Lehm.
- mit Erdpech ist Bitumen oder Asphalt gemeint, der in dieser Gegend natürlich vorkommt.
4 Und sie sprachen: „Auf, wir bauen uns eine Stadt und einen Turm und seine Spitze1 bis in den Himmel, und lasst uns uns einen Namen machen, damit wir nicht zerstreut werden über die ganze Erde.“
- Wörtlich: »sein Haupt«.
5 Und JHWH stieg herab, um die Stadt zu sehen und den Turm, den die Menschensöhne bauten.
6 Und JHWH sprach: „Siehe: Ein Volk, und eine Sprache für sie alle. Und dies [ist] der Anfang ihres Tuns, und jetzt [ist] für sie nichts mehr unausführbar von dem, was sie sinnen zu tun.
7 Auf, lasst uns hinabsteigen und dort ihre Sprache vermengen, damit sie nicht einer die Sprache des anderen hören.“
8 Und JHWH zerstreute sie von dort über die ganze Erde, und sie hörten auf, die Stadt zu bauen.
9 Darum nannte man ihren Namen Babel1, denn dort vermengte JHWH die Sprache der ganzen Erde, und von dort zerstreute JHWH sie über die ganze Erde.
- Im Hebräischen steht hier ein Wortspiel aus dem Namen der Stadt „Babel“ und dem Verb balal, das im Deutschen schwer nachgeahmt werden kann.
10 Dies [ist] die Geschlechterfolge.1 Sems. Sem, Sohn von hundert Jahren, zeugte Arpachschad, zwei Jahre nach der Flut.
- eigentlich: Zeugungen (Gesenius, 17. Auflage).
11 Und Sem lebte nach seiner Zeugung des Arpachschad fünfhundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter
12 Und Arpachschad lebte 35 Jahre und er zeugte den Schelach.
13 Und Arpachschad lebte nach seiner Zeugung Schelachs 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
14 Und Schelach lebte dreißig Jahre und zeugte den Eber.
15 Und Schelach lebte nach seiner Zeugung Ebers 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
16 Und Eber lebte 34 Jahre und er zeugte Peleg.
17 Und Eber lebte nach seiner Zeugung Pelegs 430 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
18 Und Peleg lebte 30 Jahre und zeugte Regu.
19 Und Peleg lebte nach seiner Zeugung des Regu 209 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
20 Und Regu lebte 32 Jahre und zeugte Serug.
21 Und Regu lebte nach seiner Zeugung des Serug 207 Jahre und zeugte Söhne und Töchter
22 Und Serug lebte 30 Jahre und zeugte den Nahor.
23 Und Serug lebte nach seiner Zeugung des Nahors 200 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
24 Und Nahor lebte 29 Jahre und zeugte den Terach.
25 Und Nahor lebte nach seiner Zeugung Terachs 119 Jahre und zeugte Söhne und Töchter.
26 Und Terrach lebte 70 Jahre und er zeugte Abram, Nahor und Haran.
27 Und dies [ist] die Geschlechterfolge Terachs: Terach zeugte Abram, Nahor und Haran und Haran zeugte Lot.
28 Und Haran starb vor dem Angesichts Terachs, seinem Vaters im Land seiner Geburt in Ur [in] Chaldäa.
29 Und es nahm[en] Abram und Nahor Frauen zu sich, der Name der Frau Abrams [war] Sarai und der Name der Frau Nahors [war] Milka, Tochter des Harans, Vater der Milka und Vater des Jiska.
30 Und Sarai war unfruchtbar, ihr [war] kein Kind.
31 Und Terach nahm Abram, seinen Sohn und Lot, den Sohn seines Sohnes Haran, und Sarai, seine Schwiegertochter, die Frau Abrams, seines Sohnes und sie zogen mit ihnen hinaus aus Ur, [aus] Chaldäa, um in das Land Kanaan zu gehen und sie kamen nach Haran und ließen sich dort nieder.
32 Und Terachs Lebenstage waren 205 Jahre und er starb in Haran.
Chapter 12
1 1 Und JHWH sprach zu Abram: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in (nach) das Land, das ich dir zeigen werde!
- [Status: Ungeprüft]
2 Dann (und)1 ich werde dich zu einem großen Volk machen und (ich werde) dich segnen und (ich werde) deinen Namen groß (mächtig) machen und du [sollst] ([wirst]) ein Segen sein2!
- Die folgenden Sätze (bis V. 3) sind so formuliert, dass der Befehl aus V. 1 als Bedingung für ihr Eintreffen verstanden wird.
- Der Imperativ könnte auch schlicht mit: Sei ein Segen! übersetzt werden
3 Und (dann)1 ich werde segnen, die dich segnen und den der dich schmäht (deine Ehre mindert, verflucht), werde ich verfluchen2. Und gesegnet sind durch dich (in dir) alle Sippen (Völker) der Erde!3
- Immer noch ein Teil der bedingten Verheißung (s. V. 2).
- Die Segnenden stehen im Plural, der Schmähende aber nur im Singular.
- wörtlicher: „Segen [haben] ... alle Sippen... .“ oder „Segen ist ... allen Sippen ... .“
4 Und (also, da) Abram ging wie JHWH zu ihm geredet hatte – und Lot ging mit ihm. Und Abram war fünfundsiebzig Jahre alt (ein Sohn [von] fünfundsiebzig Jahren) als sie aus Haran auszogen.
5 Und Abram nahm Sarai, seine Frau, und Lot, den Sohn seines Bruders, und alle Güter, die er erworben hatte, und die Seelen, die sie in Haran erworben hatten1 – und sie zogen aus, um in das Land Kanaan zu gehen und sie kamen in das Land Kanaan.
- d.h. Sklaven
6 Und Abram zog durch1 das Land bis zu dem Ort Sichem, bis zur Eiche More. {und}2 Damals [waren] die Kanaaniter im Land.
- Nach BDB, עָבַר, Punkt 3.
- Die Satzfolgeunterbrechung zeigt an, dass dieser Satz ein informativer Einschub ist.
7 Und JHWH zeigte sich (erschien) Abram und sprach: Ich werde deiner Nachkommenschaft dieses Land geben! Da (Und) baute er dort einen Altar für JHWH, der sich ihm gezeigt hatte (zeigte; ihm erschienen war, erschien).
8 Und er zog von dort in das Hügelland (Gebirge) im Osten von Bethel und er baute (streckte aus) sein Zelt auf – im Westen [war] Bethel und im Osten [war] Ai. Und er baute dort einen Altar für JHWH und er rief JHWHs Namen an.
9 Und Abram brach auf (riss [die Zeltpflöcke] heraus) und zog immer weiter Richtung Negev (Südland).1
- Wörtlich: „er brach auf gehen und aufbrechen Richtung Negev.“ Die beiden Inf. abs. drücken hier eine fortschreitende Handlung aus - Abrams Sippe zog also Stück für Stück in die genannte Richtung.
10 Und es war (enstand) eine Hungersnot im Land. Da (und es) zog Abram hinab nach Ägypten, um sich als Gast dort niederzulassen, denn schwer [war (drückte)] die Hungersnot im Land.
11 Und {es geschah,} als er sich anschickte hineinzukommen nach Ägypten, sagte er zu seiner Frau Sarai: Hör [mir] bitte zu!1 Ich bin mir bewusst, dass du eine Frau schön von Gestalt bist.
- Mit הִנֵה soll die Dringlichkeit der Bitte unterstrichen werden.
12 Und {es wird geschehen,} wenn die Ägypter dich sehen, werden sie sagen (denken): Dies{e} [ist] seine Frau! Und sie werden mich töten, dich aber werden sie leben lassen.
13 Sag’ bitte, du [seiest] meine Schwester, damit es mir gut geht deinetwegen und ich selbst1 leben bleibe deinethalben.
- נֶפֶשׁ - traditionell Seele - bezeichnet hier abgeschwächt die eigene Person,
14 Und {es geschah,} als Abram hineinkam nach Ägypten, sahen die Ägypter die Frau, dass sie sehr schön [war].
15 Dann (und es) sahen die Höflinge (Obersten)1 des Pharao sie und priesen sie beim Pharao; da nahm man die Frau [in] das Haus (den Palast) des Pharao.
- Mit שָֹׁרִים werden hohe Amts- und Würdenträger bezeichet; hier sicherlich solche am Hof des Pharao.
16 Und Abram ging es gut ihretwegen; und er bekam1 Kleinvieh (Schafe und Ziegen), Rindvieh, Esel, Sklaven, Sklavinnen , Eselinnen und Kamele.
- Wörtlich: und ihm wurden
17 Da schlug JHWH den Pharao und seinen Hofstaat1 [mit] großen (schweren) Plagen (Schlägen) Sarais wegen, der Frau Abrams.
- Mit בית könnte auch die königliche Familie gemeint sein. Da vermutlich eine Krankheit im Palast gemeint ist, wird der damalige Leser auch an den Hofstaat gedacht haben.
18 Da (und es) rief [der] Pharao nach Abram und sagte: „Was hast du mir da angetan? Warum hast du mir nicht mitgeteilt, dass sie deine Frau ist?
19 Warum hast du gesagt: Sie [ist] meine Schwester, [so dass]1 ich sie mir zur Frau nahm? Und nun, bitte, [da ist] deine Frau! Nimm [sie] und geh!“
- Impf. cons. zum Ausdruck einer Folge. Vgl. W.Gesenius, E.Kautzsch: Hebräische Grammatik, § 111 l.
20 Und seinetwegen beauftragte [der] Pharao Männer, ihn, seine Frau und alles, was ihm [gehörte], [hinaus]zugeleiten.
Chapter 13
1 1 Und Abram zog hinauf aus Ägypten, er und seine Frau und alles, was ihm [gehörte], und Lot mit ihm in den Negeb (das Südland)2.
- [Status: Ungeprüft]
- d.i. der wasserarme Süden Kanaans
2 Und Abram [war]1 sehr reich durch das Vieh, durch das Silber und durch das Gold.2
- Im Hebräischen ist Vers 2 ein Nominalsatz (Satz ohne verbales Prädikat), der den Texthintergrund markiert. Er ist wichtig, um den nun folgenden Konflikt zu verstehen.
- So übersetzt nach der masoretischen Punktation. Durch die Artikel soll wohl an den erworbenen Wohlstand aus Gen 12,16 erinnert werden. Der Konsonantentext kann auch ohne Artikel gelesen werden: ... war reich an Vieh, an Silber und an Gold.
3 Und er ging zu seinen Stationen1 vom Negeb (Südland) bis Bet-El, bis zu dem Ort, wo anfangs sein[e] Zelt[e] gewesen war[en]2 zwischen Bet-El und Ai,3
- Gemeint sind die Reisestationen auf seinen bisherigen Wanderungen durch Kanaan.
- Abrams Zelt steht hier stellvertretend für alle Zelte seiner Sippe.
- vgl. Gen 12,8{{par|Gen|12|8}}
4 an den Ort, wo er früher den Altar1 errichtet (gemacht) hatte: Und Abram rief dort den Namen JHWH s an.2
- Wörtl.: an den Ort des Altars, wo ... (Vorwegnahme des Nebensatzobjekts im Hauptsatz).
- Der Name Gottes kann für Gott selbst stehen. Daher heißt den Namen JHWHs anrufen nichts anderes als JHWH anrufen, aber mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass dies unter Nennung seines Namens geschieht. Das ist für den Israeliten wichtig, da Kenntnis des Namens Vertrautheit und Nähe beinhaltet.
5 {Und} auch Lot, der mit Abram zog (ging)1, hatte Kleinvieh (Schafe, Ziegen), Rindvieh (Rinder) und Zelte2.3
- attributives Partizip (der mit Abram gehende), übersetzt durch einen Attributsatz.
- Zelte steht hier natürlich für deren Bewohner, nämlich Lots Sippe, die auch seine Sklaven einschloss.
- Vers 5 eröffnet eine Reihe von Sätzen, welche die eigentliche Erzählung unterbrechen und über die Hintergründe eines Streites berichten, der in der Wiederaufnahme der Erzählung in Vers 7 dem Leser mitgeteilt wird.
6 Doch das Land ertrug es1 nicht (gab nicht genug her), dass sie beide zusammen blieben (wohnten), denn ihr Viehbesitz war groß; {und} sie konnten nicht zusammen bleiben (wohnen).
- Wörtl.: ertrug sie nicht, dass sie ... Erneute Vorwegnahme eines Satzgliedes. Vgl. Vers 4.
7 So (und es) enstand Streit zwischen den Hirten (Hütenden) des Viehs Abrams und {zwischen} den Hirten (Hütenden) des Viehs Lots; sowohl die Kanaaniter als auch die Perisiter wohnten1 damals im Land.
- ישׁב (bleiben/wohnen) ist Leitwort in Kapitel 13 (sechsmal in den Versen 6, 7, 12 und 18); in ihm spiegelt sich das Thema dieser Erzählung wider: Wer darf bleiben? Wem gehört das Land?
8 Da sagte Abram zu Lot: Es darf doch kein Hader1 sein zwischen mir und {zwischen} dir, {und} zwischen meinen Hirten und {zwischen} deinen Hirten; denn {Menschen,}2 Brüder [sind] wir.
- מְרִיבָה (Hader/Streit) ist ein sehr seltenes Wort (Gen 13,8 und Num 27,14)
- איש (Mann/Mensch) kann im Hebräischen mit einer Apposition versehen werden, die das allgemeine איש konkretisiert. Im Deutschen bleibt איש am besten unübersetzt.
9 [Ist] nicht das ganze Land vor dir?1 Trenne dich doch von mir2. Wenn die linke Seite [deine ist], will ich mich nach rechts wenden3, und wenn die rechte Seite [deine ist], will ich mich nach links wenden.
- d.h. Dir steht doch das ganze Land offen; du kannst gehen, wohin du willst.
- Das Hebräische kennt die Verbindung zweier Präpositionen, in der die zweite, die das räumliche Verhältnis angibt, meist unübersetzt bleibt - מֵעַל: von + bei.
- אֵימִנָה und אַשְׂמְאִילָה sind Selbstaufforderungen (Korhortative); sie unterstreichen Abrams Bereitschaft, Lots Entscheidung anzuerkennen.
10 Da (und es) erhob Lot seine Augen1 (ließ Lot seinen Blick kreisen) und sah den ganzen Umkreis des Jordan (die ganze Jordangegend), dass er (sie) ausnahmslos2 wasserreich [war], bevor JHWH Sodom und Gomorra zerstört hatte3, wie der Garten JHWH s, wie das Land Ägypten, [und zwar] bis nach Zoar4.5
- „Augen“ steht im Hebräischen in der Zweizahl (Dual).
- wörtlich: seine Gesamtheit
- wörtlich: vor dem Zerstören (Inf. constr.)
- wörtlich: [bis zu] deinem Kommen nach Zoar, d.h. bis man nach Zoar kommt (Inf. constr. von בא mit Suffix der 2. Sg., eine im Hebräischen gebräuchliche Art der Richtungsangabe).
- Zoar war eine moabitische Stadt an der süd-östlichen Spitze des Toten Meeres. Der Verfasser nahm an, dass das Tote Meer erst nach der Zerstörung von Sodom und Gomorra enstanden ist, dass dort vorher eine fruchtbare Ebene war.
11 Und Lot wählte für sich den ganzen Umkreis des Jordan (die ganze Jordangegend); dann brach Lot auf nach Osten1, so dass sie sich einer vom anderen trennten2.
- מִקֶּדֶם heißt eig. von Osten; die sicherlich richtige Bedeutung nach Osten lässt sich vielleicht so erklären: Lot brach (dorthin, woher man) von Osten (kommt,) auf.
- Das hebräische Idiom אִישׁ מֵעַל אָחִיו heißt wörtlich übersetzt: Mann von {bei} seinem Bruder.
12 Abram blieb (wohnte) [also]1 im Land Kanaan und Lot blieb (wohnte) in den Städten (Stadtgebieten) 2 des Umkreises [des Jordan] (der Jordangegend)3 im Osten4 und zeltete (und kam auf seinen Wanderungen) bis nach Sodom.
- Hier wird die Erzählung durch zwei invertierte Verbalsätze (Verse 12 und 14), einen Nominalsatz (Vers 13) und die Gottesrede (Verse 14aβ-17) unterbrochen. Jeder dieser Sätze beginnt mit der Person, die für den Fortgang von Bedeutung ist: Abram (Vers 12), die Bewohner Sodoms (Vers 13) und Gott (Vers 14). Erst in Vers 18 wird die Erzählung wieder aufgegriffen und zum Abschluss gebracht. Das eingefügte „also“ soll verdeutlichen, dass hier nicht weitererzählt, sondern resümiert wird.
- Die Städte in dieser Gegend waren Stadtstaaten, die aus einer befestigten Stadt und dem sie umgebenden Land samt Siedlungen und Dörfern bestanden. בְּעָרֵי הַכִּכָּר wird sich auf dieses Umland beziehen.
- Der Jordan trennt das Ostjordanland (Transjordanien) vom Westjordanland, dem biblischen Kanaan. Die schmale Jordansenke selbst bildet einen eigenen Bereich, den man „kikkār“ (d.h. Kreis) nannte.
- wörtlich: von Osten; vgl. dazu die Fußnote von Vers 11.
13 Und die Männer (Menschen/Einwohner) Sodoms [waren] böse und sündig bezüglich JHWH s 1 in hohem Maß.
- Mit der Präposition לְ wird nur sehr allgemein die Beziehung zu etwas bzw. einer Person ausgedrückt; das Spektrum reicht hier von „gegen JHWH“ bis „in den Augen JHWHs“.
14 Aber (und) JHWH sagte zu Abram nach der Trennung (dem Trennen1) Lots von ihm:2 „Erhebe bitte deine Augen (lass bitte deinen Blick kreisen)3und schaue von dem Ort aus, wo du stehst, nach Norden und zum Negeb (nach Süden) und nach Osten und meerwärts (nach Westen).
- Inf. constr.
- zusammengesetzte Präposition: von + mit/bei
- Der Vers ist in ganz deutlicher Anspielung auf Vers 10 formuliert.
15 Denn das ganze Land1, das du siehst2: dir werde (will) ich es geben und deiner Nachkommenschaft für immer.
- hervorhebende Vorwegnahme des Hauptsatzobjekts
- im Hebräischen ein Part. zum Ausdruck von Dauer und Beharren
16 Und ich werde deine Nachkommenschaft [zahlreich] wie den Staub der Erde machen, {wovon gilt}: wenn ein Mensch (Mann) den Staub der Erde zählen kann, wird (kann) er auch deine Nachkommenschaft zählen.
17 Steh auf (los)! Geh umher1 im Land nach seiner Länge und nach seiner Breite; denn dir werde (will) ich es geben.
- Anders als im Qal bezeichnet הלך im Hithpa῾el ein Gehen ohne konkretes Ziel. Vgl. insbes. Sach 6,7, wo beide Stämme nebeneinander stehen.
18 Also (und es) zeltete Abram (zog Abram umher) 1 und kam und blieb (wohnte) bei den großen Bäumen23 Mamres4 in [dem Gebiet] Hebron[s]; {und} dort baute (errichtete) er JHWH einen Altar. “
- אהל bezeichnet die nomadische Lebensweise Abrams, die mit »zelten« nur unzureichend wiedergegeben wird.
- Welche Baumart אֵלוֹן bezeichnet, ist unklar; LXX überliefert δρῦς/Eiche
- Textkritik: Die griechischen (LXX), syrischen und lateinischen (Vulgata) Übersetzungen überliefern den Singular (vgl. Gen 12,6 אֵלוֹן מוֹרֶה), so dass Mamre dann ein Baumheiligtum wäre, was jedoch nicht gesichert ist; vgl. Detlef Jericke: Hebron 3.4 (2006), in: WiBiLex, URL: http://www.bibelwissenschaft.de/de/stichwort/20809/
- Wird in Gen 14,13 mit einem Amoriter namens Mamre identifiziert.
Chapter 14
1 1 Und es begab sich in den Tagen Amrafels, des Königs von Babylon (Schinar), Arjochs, des Königs von Ellasar, Kedarlaomers, des Königs von Elam und Tidals, des Königs von Völkern2,
- [Status: Ungeprüft]
- Im Text steht גוים ohne Artikel; es ist offenbar nicht an bestimmte Völker gedacht.
2 da führten sie Krieg gegen Bera, den König von Sodom, und gegen Birscha, den König von Gomorra, Schinaw, den König von Edom, und Schemewer, den König von Zebojim, und den König von Bela, das ist Zoar1.
- Eine moabitische Stadt an der Spitze des Toten Meeres.
3 Diese alle hatten sich verbündet im Tal Sidim, das ist das Salzmeer (das Tote Meer).
4 Zwölf Jahre hatten sie Kedarlaomer gedient (waren sie Vasallen gewesen), und (aber) im dreizehnten Jahr hatten sie sich empört (sich aufgelehnt, waren abgefallen).
5 Aber im vierzehnten Jahr kamen1 Kedarlaomer und die Könige, die mit ihm [verbündet] waren. Und sie schlugen die Refaiter2 bei (in) Aschterot3 Karnim4, und die Susiter bei (in) Ham und die Emäer5 in der Ebene Kirjatim
- Im Hebr. steht der Sg., im Dt. muss der Pl. stehen.
- Ein Hauptstamm der Urbevölkerung Palästinas
- Eine Stadt in Basan; das Wort bezeichnet auch die kanaanäische Fruchtbarkeits- und Kriegsgöttin Astarte
- Das Wort ist der Dual von קֶרֶן, Horn.
- Die Ureinwohner des moabitischen Gebietes.
6 und die Horiter1 auf ihrem Gebirge Seir bis nach El2 Paran3 (Eilat), das an der Wüste [liegt].
- Die "Höhlenbewohner", von חור, Höhle.
- bezeichnet einen großen Baum (Eiche, Terebinthe oder Palme), daher der Name der Stadt Eilat, אילת, weil in der Nähe ein großer Palmenhain war. Früher hieß Eilat El Paran, איל פארן.
- Eine zwischen Ägypten und Edom gelegene Wüste.
7 Dann machten sie kehrt1 und kamen nach Ein Mischpat („Gerichtsbrunnen“)2, das ist Kadesch. Und sie schlugen das ganze Gebiet der Amalekiter und auch (sogar) die Amoriter, die3 in (bei) Hazezon Tamar (En-Gedi) wohnten.
- Weil sie am südlichsten Zipfel Palästinas angekommen waren; jetzt ziehen sie wieder nach Norden
- עין bedeutet Quelle, Brunnen; משפט bedeutet Gericht.
- Partizip, relativisch aufgelöst
8 Da zogen1 aus der König von Sodom und der König von Gomorra, {und} der König von Adma, {und} der König von Zebojim und der König von Bela, das ist Zoar. Und sie stellten sich in Schlachtordnung2 auf im Tal Siddim
- Im Hebr. steht der Sg., im Dt. muss der Pl. stehen.
- wörtl.: die Schlacht rüsten, ordnen.
9 gegen Kedarlaomer, den König von Elam, und Tidal, den König von Völkern, {und} Amrafel, den König von Sinar und Arjoch, den König von Ellasar, vier Könige gegen diese1 fünf.
- Der Artikel tritt vor das unbenannte Zahlwort, Brockelmann Syntax § 85b.
10 Aber (und) das Tal Sidim [hatte] viele1 Bitumengruben. Und als2 die Könige von Sodom und Gomorra flohen, da fielen sie dort hinein; die übrig blieben3 flohen zum (auf's) Gebirge.
- Im Hebr. steht zweimal das Wort באר, Brunnen - hier: Grube, im Plural. Die doppelte Anführung wird im Dt. durch das Wort "viel" widergegeben.
- Waw consecutivum
- Partizip
11 Da nahmen (konfiszierten, erbeuteten) sie alle Habe (Güter, Besitz) Sodoms und Gomorras und alle Vorräte1 und zogen fort.
- Wörtl.: Essen. Bei den Vorräten handelt es sich besonders um Getreide.
12 Sie nahmen aber auch Lot [gefangen, als Geisel] (verschleppten Lot) und seinen Besitz (Habe, Güter), den Brudersohn (= Neffen) Abrams, und zogen fort. Er aber hatte in Sodom gewohnt.
13 Da kam ein Entkommener und erzählte (gab Nachricht) dem Abram. Der wohnte bei (unter) den heiligen Bäumen (großen Bäumen, Terebinthen) Mamres, des Amoriters, ein Bruder von Eschkol und Aner; die waren Verbündete1 Abrams.
- Wörtl.: Herren des Bundes
14 Als1 Abram hörte, dass sein Neffe (Verwandter) gefangen weggeführt worden war, da führte er zum Kampf2 seine Bewährten (Erfahrenen) [Knechte], die3 in seinem Haus geboren worden waren, 318 [Mann], und verfolgte [die Angreifer] bis Dan4
- Waw consecutivum
- Der Samaritanus und die Septuaginta lesen statt dessen: er musterte, וַיָדֶק
- Partizip, relativisch aufgelöst
- Das Stammesgebiet eines der zwölf Söhne Jakobs, der wiederum Abrahams Enkel war.
15 Da teilte er (sich =) seine Schar [und fiel] über sie [her] bei Nacht, er und seine Knechte, und schlug sie. Und er verfolgte sie bis Hoba, das nördlich von Damaskus [liegt].
16 Und er brachte zurück alle Habe (Besitz, Güter), und auch Lot, seinen Neffen (Verwandten) und seinen Besitz (Habe, Güter) brachte er zurück, und auch die Frauen und das Volk.
17 Da zog aus der König von Sodom, ihm entgegen, nachdem er zurückgekehrt war vom (Schlagen =) Sieg über Kedar-Laomer1, und die Könige, die mit ihm [verbündet] waren, ins Tal „Tal“ (Schawe), das ist das Königstal.
- Hier wird der Name getrennt geschrieben, während er in den vorigen Versen zusammengeschrieben ist.
18 Aber Melchi-zedek1, der König von Salem, brachte Brot und Wein heraus. Er aber war ein Priester des höchsten Gottes2.
- Der Name heißt übersetzt: Gerechter König
- Vgl. Ps 78,35
19 {Und} Er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram vom höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde.
20 Und gepriesen sei der höchste Gott, der deine Feinde in deine Hand gegeben hat. Und er (= Abram) gab ihm den Zehnten von allem.
21 Da sprach der König von Sodom zu Abram: Gib mir die Leute, aber die Güter (Habe, Besitz) nimm dir.
22 Da sprach Abram zum König von Sodom: Ich erhebe meine Hand1 zu JHWH, dem höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde:
- Das Perfekt steht hier für den Zusammenfall (Koinzidenz) von Aussage und Handlung. Abram hebt die Hand zum Schwur.
23 (Weder einen Faden noch einen Sandalenriemen =) Nicht1 das Geringste [werde ich nehmen], und nicht werde ich nehmen von allem, was dein [ist]. Und du sollst nicht sagen [können]: Ich habe den Abram reich gemacht.
- Ellipse, beim Schwur sehr verbreitet. Weggefallen ist eine Verwünschung, etwa: "Gott tue mir dies und das, wenn …", geblieben ist nur die Wunschpartikel אם. Verneint erhält der Bedingungssatz einen positiven, sonst einen negativen Sinn, vgl. Brockelmann, Syntax § 170c.
24 Außer1 nur [das], was die Knechte aßen, und der (Beute)Anteil der Männer, die mit mir gingen: Aner, Eschkol und Mamre: Sie sollen (lass) ihren (An)Teil nehmen.
- Gesenius übersetzt diese Präposition mit "Ich komme nicht in Betracht"
Chapter 15
1 1 (Nach diesen Angelegenheiten =) Darauf geschah das Wort JHWH s zu Abram in einer Vision {folgendermaßen}: Fürchte dich nicht, Abram. Ich bin dein Schild. Dein Lohn ist sehr reich 2.
- [Status: Ungeprüft]
- Nominalsatz. Man kann auch übersetzen: Wird sehr reich sein.
2 Da sprach Abram: Mein Herr JHWH, was wirst du mir geben? Denn ich (wandle =) bin1 kinderlos. Besitzer2 meines Hauses, dieser [wird sein] der Damaszener Elieser.
- Ptz.
- Das Wort "Sohn", בֶן, bezeichnet auch die Zugehörigkeit, wörtlich: „Sohn des Besitzes“. Das hebräische Wort מֶשֶׁק ist ein hapax legomenon, d.h. es kommt nur einmal im AT vor. Seine Übersetzung mit "Besitz" ist nicht sicher.
3 Da sprach Abram: Sieh, mir hast du keinen Nachkommen gegeben, und siehe!, ein „Sohn des Hauses“1 wird mich beerben.
- Ein im Haus geborener Sklave
4 Und siehe!, das Wort JHWH s [geschah] zu ihm {folgendermaßen}: Dieser wird dich nicht beerben. Sondern der von dir abstammt1, der wird dich beerben.
- Wörtl.: der aus deinem Leibensinneren herausgeht
5 Und er ließ ihn nach draußen gehen und sprach: Blicke {doch} auf zum Himmel und zähle die Sterne! Kannst du sie zählen? Und er sprach: Nein. - So wird deine Nachkommenschaft sein.
6 Und er traute JHWH, und der rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.
7 Und er sprach zu ihm: Ich bin JHWH, der dich herausgeführt hat aus Ur der Kaldäer, um dir dies Land als rechtmäßigem Besitzer zu geben.
8 Da sprach er: Mein Herr JHWH, woran soll (werde) ich erkennen, dass ich es besitzen werde?
9 Da sprach er zu ihm: bring mir eine dreijährige Färse1 {und} eine dreijährige Ziege {und} einen Widder {und} eine Turteltaube und eine Jungtaube.
- Eine Färse ist eine Kuh, die noch nicht gekalbt hat und daher noch keine Milch gibt.
10 Da brachte er ihm diese alle und er zerteilte sie in der Mitte und er legte jedes Teil gegenüber seinem Widerpart1, aber die Vögel zerteilte er nicht.
- Wörtl.: Genossen
11 Und als die Raubvögel1 herabstießen auf die Kadaver, da verscheuchte sie Abram.
- Das Wort steht ihm Hebr. im Singular, weshalb auch das Verb im HS im Sg. steht, meint aber einen Plural, weshalb das Akkusativzeichen im NS im Pl. steht.
12 Und als die Sonne unterging (am Untergehen war), da fiel ein tiefer Schlaf auf Abram, und siehe!, ein Schrecken [und] große Finsternis fielen auf ihn.
13 Da sprach er zu Abram: Du sollst wissen1, dass deine Nachkommenschaft Fremdling sein wird in einem Land, das ihm nicht gehört (nicht sein Land ist). Und sie werden ihnen dienen, und sie werden von ihnen schlecht behandelt werden 400 Jahre [lang].
- Im Hebr. steht hier eine sog. "figura etymologica": Zu einer finiten Verbform tritt der absolute Infinitiv desselben Verbs. Durch diese Fügung erhält der Verbalausdruck besonderen Nachdruck. (Schneider, Grammatik, Nr. 50.4.2). Man könnte dies durch "genau wissen" hervorheben, aber m.E. stellt "wissen" schon die höchste Steigerungsform einer Erkenntnis dar.
14 Doch das Volk, dem sie gedient haben, strafe ich. Und hierauf werden sie ausziehen mit großen Gütern (Habe, Besitz).
15 Und du sollst (wirst) gehen zu deinen Vätern in Frieden. Und du wirst begraben werden in einem (guten =) hohen Alter.
16 Und [erst] in der vierten Generation sollen (werden) sie hierher zurückkommen, denn nicht vollständig sind die Sünden der Amoriter bis jetzt.
17 Und als die Sonne untergegangen war, da (geschah eine dichte Finsternis =) wurde es sehr finster, und siehe!, ein rauchender Ofen und eine Feuerfackel, die ging zwischen diesen abgeschnittenen Stücken hin.
18 An diesem Tag schloss JHWH mit Abram einen Bund {sprechend}: Deinen Nachkommen habe ich dies Land gegeben vom Fluss Ägyptens bis zum großen Fluss, dem Fluss Eufrat:
19 Die Keniter {und} die Kenisiter {und} die Kadmonäer
20 {und} die Hittiter {und} die Perisiter {und} die Refaiter
21 {und} die Ammoniter {und} die Kanaaniter {und} die Girgasiter und die Jebusiter.
Chapter 16
1 1 Und Sarai, die Frau Abrams, gebar nicht für ihn. Und sie hatte eine ägyptische Sklavin und (ihr Name war =) sie hieß Hagar.
- [Status: Ungeprüft]
2 Und Sarai sagte zu Abram: Sieh doch, JHWH hat mich verschlossen vom Gebären, schlafe1 doch mit meiner Sklavin, vielleicht erhalte ich ein Kind durch sie. Und Abram hörte auf die Stimme Sarais.
- Wörtl.: gehe hinein zu, aber i.S. des Beischlafs
3 Und Sarai, die Frau Abrams, nahm Hagar, ihre ägyptische Sklavin, am Ende von zehn Jahren, die1 Abram im Land Kanaan gewohnt hatte. Und sie gab sie Abram, ihrem Mann, zur Frau.
- Im Hebr. steht das Verb im Infintiv, also wörtl. vielleicht "des Wohnens"
4 Da schlief1 er mit Hagar und sie wurde schwanger. Als sie aber bemerkte (sah), dass sie empfangen hatte, da war ihre Herrin verachtet (gering geschätzt) in ihren Augen.
- S.o. Anm. zu Vers 2
5 Da sagte Sarai zu Abram: das mir zugefügte Leid1 [komme] über dich! Ich gab dir meine Sklavin in deinen Schoß. Doch als2 sie sah, dass sie empfangen hatte, da wurde ich verachtet (gering geschätzt) in ihren Augen. JHWH möge richten3 zwischen mir und {zwischen} dir.
- Wörtl.: mein Unrecht
- Waw-Perfekt
- Verbaler Wunschsatz, Brockelmann, Syntax § 8a.
6 Da sagte Abram zu Sarai: Siehe, deine Magd ist in deiner Hand. Tu ihr was gut ist (das Gute) in deinen Augen. Da demütigte (erniedrigte, behandelte schlecht) Sarai sie, und sie brannte durch1 (floh) (von ihrem Angesicht =) vor ihr.
- Das Verb meint "fliehen" i.S. von durchbrennen, also einer übereilten, kopflosen Flucht, vgl. Gesenius z.St.
7 Und der Bote JHWH s fand sie an einem Wasserbrunnen (einer Wasserquelle) in der Wüste, am Brunnen (an der Quelle) auf dem Weg nach Schur.
8 Und er sprach (Da sprach er): Hagar, Magd der Sarai (Sarais Magd), woher kommst? Und wohin gehst du? Sie aber1 sprach: (Von dem Angesicht =) Vor Sarai, meiner Herrin, bin ich durchgebrannt (geflohen).
- Waw-Perfekt
9 Da sprach zu ihr der Bote JHWH s: Kehre zurück zu deiner Herrin und beuge dich unter ihre Hände!
10 Und es sprach zu ihr der Bote JHWH s: überaus zahlreich1 werde ich deine Nachkommen machen, dass sie wegen der Menge nicht zu zählen sind.
- Figura Etymologica: Indem Infinitiv und finite Form des selben Verbs zusammengestellt werden, wird das Verb verstärkt.
11 Und es sprach zu ihr der Bote JHWH s: Sieh! du bist schwanger und du wirst einen Sohn gebären und du sollst (wirst) ihn Ismael nennen1, denn JHWH hat auf dein Leiden (Elend) gehört.
- Wörtl.: Du wirst seinen Namen Jischmael rufen. Jischma El = Gott wird hören.
12 Und er wird ein Wildmensch1 sein, seine Hand gegen alle, und aller Hände gegen ihn2, und vor {das Gesicht} allen seinen Brüdern3 wird er wohnen.
- Wörtl.: Wildesel-Mensch
- Auch im Hebr. ein Wortspiel
- "Vor" ist hier i.S. eines Vorrangs gemeint. Luther übersetzt: Seinen Brüdern zum Trotz, aber diese Bedeutung für עַל־פְנֵי kann ich nicht verifizieren.
13 Da (rief =) nannte sie den Namen JHWH s, der1 geredet hatte mit ihr: Du bist „El-Roi“ (Der Gott, der mich sieht). Denn sie fragte [sich] (sagte): Ob ich auch hier hinter dem her gesehen habe, der mich sieht?
- Ptz., relativisch aufgelöst
14 Darum nennt man den Brunnen „Beer-Lachaj-Roi“ (Brunnen des Lebendigen, der mich sieht). Siehe1, er liegt zwischen Kadesch und Bered.
- Das „Siehe!“ wirkt hier deplaziert; man könnte mit dem Targum הִיא lesen: er.
15 Und Hagar gebar dem Abram einen Sohn. Und Abram (rief den Namen des Sohnes =) nannte den Sohn, den ihm Hagar geboren hatte, Ismael.
16 Und Abram war 86 Jahre alt, als Hagar Ismael dem Abram gebar.
Chapter 17
1 1 Und Abram war 99 Jahre [alt], da erschien JHWH dem Abram. Und er sprach (da sprach er) zu ihm: ich bin „El Schaddai“2 Hab Gemeinschaft mit mir3 und sei vollkommen (fehlerfrei).
- [Status: Ungeprüft]
- Die Bedeutung von שַׁדַּי ist strittig. Wenn man es vom Verb שׁדד ableitet, würde es "Verwüster", "Verheerer", "Vernichter" bedeuten. Die LXX übersetzt παντωκράτωρ, Allmächtiger. Auf diese Bedeutung weisen Stellen wie Jes 13,6; Jos 1,15 hin. Vgl. Gesenius z.St.
- Wörtl.: Wandle vor mir. "Wandeln" ist hier i.S. von "Umgang haben mit", "verkehren mit" gemeint, u.zw. die Gemeinschaft des Frommen mit Gott, vgl. Gesenius z.St.
2 Und ich werde festsetzen (geben, schenken) meinen Bund zwischen mir und {zwischen} dir. Und ich werde dich zahlreich (groß) machen im höchsten Grade (überaus).
3 Da fiel Abram auf sein Angesicht. Da sprach Gott zu ihm {folgendermaßen}:
4 Ich, siehe, [schließe, habe] meinen Bund mit dir1 und du wirst zum Vater einer lärmenden Menge von Völkern.
- Nominalsatz; ein (Hilfs)Verb muss ergänzt werden; der Satz kann auch im Futur stehen: Ich werde meinen Bund mit dir haben.
5 Und dein Name soll nicht mehr „Abram“ genannt werden, sondern dein Name soll sein „Abraham“1, denn ich habe dich zum Vater einer lärmenden Menge von Völkern gemacht.
- Beim alten und neuen Namen handelt es sich um ein Wortspiel: Abram bedeutet m.W. "Vater des Stiers", Abraham "Vater des großen Volkes" (wenn er aus אב רב עם zusammengezogen sein sollte, wie die folgende Deutung des Namens nahelegt).
6 Und ich werde dich überaus (über die Maßen) fruchtbar machen, und ich mache dich zu Völkern, und Könige werden aus dir hervorgehen.
7 Und ich habe meinen Bund (errichtet =) geschlossen zwischen mir und {zwischen} dir und {zwischen} deinen Nachkommen nach dir für ihre Nachkommenschaft1 zu einem ewigen Bund, um dein Gott zu sein und [Gott] deiner Nachkommen nach dir.
- Der Plural von דוֹר, Generation, bedeutet "Nachkommenschaft". Mit לְ steht er zum Ausdruck einer bleibenden Bestimmung (vgl. Gesenius z.St.). Man könnte also etwas freier übersetzen: Für alle kommenden Generationen.
8 Und ich werde dir geben und deinen Nachkommen nach dir das Land (deines Aufenthaltes in der Fremde =), wo du als Fremdling lebst, das ganze Land Kanaan, zur ewigen Besitzung. Und ich werde ihr Gott sein.
9 Und Gott sprach zu Abraham: Und du, du sollst meinen Bund halten (beobachten, beachten); du und deine Nachkommen nach dir für ihre Nachkommenschaft1.
- S.o. zu Vers 7.
10 Dies [ist] mein Bund, den sie halten (beachten, beobachten) sollen, zwischen mir und {zwischen} euch und {zwischen} deinen Nachkommen nach dir: ihr sollt euch beschneiden lassen, alles (männliche =), was männlich ist.
11 Und ihr sollt beschneiden das Fleisch eurer Vorhaut. Und es soll geschehen zum Zeichen meines Bundes zwischen mir und {zwischen} euch.
12 Ist einer1 acht Tage alt, soll er sich beschneiden lassen, alles männliche bei euch in eurer Nachkommenschaft, (im Haus Geborener =) Haussklave und mit Geld Erworbener [Sklave] von allen Fremden (Ausländern), die nicht von deiner Nachkommenschaft sind.
- Das Hebräische בֶן bedeutet "Sohn", drückt aber auch die Zugehörigkeit aus: ein "Sohn von 500 Jahren" ist 500 Jahre alt (Gen 5,32). Hier kann man also sowohl vom "Achttägigen" sprechen als auch vom Sohn, der acht Tage alt ist.
13 Undbedingt1 beschneiden lassen soll sich (der in deinem Haus Geborene =) dein Haussklave und der mit deinem Geld Erworbene [Sklave]. Und es soll sein mein Bund an eurem Glied2 ein ewiger Bund.
- Figura Etymologica
- Das Wort "Leib" oder "Fleisch" wird euphemistisch für das Genital verwendet.
14 Und unbeschnittenes Männliches, das nicht beschneiden lässt das Fleisch seiner Vorhaut, ausgerottet werden soll jenes Wesen aus meinem Volk. Es hat meinen Bund gebrochen.
15 Da sprach Gott zu Abraham: Sarai, deine Frau, (du sollst nicht ihren Namen rufen =) sollst du nicht nennen „Sarai“, denn Sara1 ist ihr Name.
- Der Name bedeutet „vornehme Frau“, „Fürstin“. שָׂרַה ist das Femininum von שַׂר, Fürst.
16 Und ich werde sie segnen. Und auch von ihr werde ich dir einen Sohn geben. Und ich werde sie segnen, und sie wird Völker haben (hervorbringen?); Könige der Völker werden aus ihr hervorgehen.
17 Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte. Und er sprach (zu seinem Herzen =) zu sich: Soll mir Hundertjährigem [ein Kind] geboren werden? Und soll Sara, die Neunzigjährige, gebären?
18 Und Abraham sprach zu Gott: Wenn doch Ismael vor dir leben könnte!
19 Da sprach Gott: Nein, vielmehr: Sara, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären. Und du sollst (seinen Namen rufen =) ihn Isaak nennen. Und ich werde meinen Bund mit ihm schließen, einen ewigen Bund mit seinem Nachkommen nach ihm.
20 Doch wegen Ismael habe ich dich erhört. Sieh, ich habe ihn gesegnet, und ich werde ihn fruchtbar machen und {ihn} zahlreich {machen} über alle Maßen (überaus). Zwölf (Stammes)Fürsten wird er zeugen, und ich werde ihn zu einem großen Volk machen.
21 Aber meinen Bund (richte ich auf =) schließe ich mit Isaak, den dir Sara gebären wird um diese Zeit im nächsten (folgenden) Jahr.
22 Und er beendete (zu reden =) sein Gespräch mit ihm, und Gott stieg auf von Abraham.
23 Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle Haussklaven und alle von seinem Geld Erworbenen, alles Männliche unter den Menschen im Hause Abrahams. Und er beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut an eben diesem Tag, wie Gott ihm gesagt hatte.
24 Abraham war 99 Jahre [alt], als er sich am Fleisch seiner Vorhaut beschneiden ließ.
25 Und Ismael, sein Sohn, war 13 Jahre [alt], als er sich am Fleisch seiner Vorhaut beschneiden ließ.
26 An eben diesem Tag ließ sich Abraham beschneiden und sein Sohn Ismael.
27 Und alle Männer seines Hauses, Hausgeborene und für Geld Erworbene von Ausländern (Fremden) ließen sich mit (von?) ihm beschneiden.
Chapter 18
1 1 Und es erschien (ließ sich sehen, wurde sichtbar) {zu} ihm2 JHWH bei den Terebinten3 von Mamre; während er gerade [am] Eingang des Zeltes saß4, als der Tag heiß war5.
- [Status: Ungeprüft]
- ihm: d.h. Abraham
- den Terebinten: LXX, Peschitta, Vulgata überliefern den Sing., der in der BHS als ursprüngl. angesehen wird (vgl. Apparat zu Gen. 13,18), während die meisten Übersetzungen dem Pl. des masoretischen Textes folgen.
- gerade ... saß: Part. Qal Akt. (war) sitzend, aufgelöst mit Hilfe eines temporalen Nebensatzes.
- als ... heiß war: Inf. cs. aufgelöst mit Hilfe eines kondit. Gliedsatzes.
2 Und er erhob seine Augen (blickte auf) und sah, dass da1 drei Männer vor ihm standen; und als er [sie] sah, lief er2 ihnen vom Eingang des Zeltes entgegen und warf sich nieder3 auf die Erde.
- dass da: wörtl. und siehe
- und als er [sie] sah, lief er: wörtl. und er sah und lief (mit der im Hebr. üblichen Beiordnung, wo das Deutsche Nebensätze verwendet).
- warf sich nieder: im Orient Zeichen höchster Ehrerbietung
3 Und er sagte: Bitte Herr1, wenn ich Gunst (Gnade, Zuneigung, Freundlichkeit) in deinen Augen gefunden habe2, gehe bitte nicht vorbei an deinem Diener (Knecht, Sklaven).
- Herr: Nach masoretischer Vokalisierung (אֲדֹנָי = Herr) erkennt Abraham in dem Besucher sofort Gott. Der Konsonantentext lässt aber auch die Deutung אֲדֹנִי d.h. mein Herr als ehrerbietige Anrede an einen Menschen zu.
- wenn ich ... gefunden habe: formelhafte Wendung, die sich auch noch in Gen 30,27; 47,29; 50,4 findet. Nach Gesenius-Donner (s.v. חֵן) abgeblasst i.S.v. bitte.
4 Lasst1 euch doch ein wenig Wasser bringen, damit2 ihr eure Füße waschen und euch unter den Baum legen könnt.
- lasst euch ... bringen: eig. Pass. Qal: es werde euch gebracht
- damit ihr ... könnt: im Hebr. Beiordnung: und ihr könnt (sollt) waschen ... und euch legen.
5 Und ich will einen Bissen Brot holen, damit ihr euch stärken1 könnt; danach könnt ihr weiterziehen. Denn dazu2 seid ihr [doch] bei eurem Diener vorbeigekommen. Und sie sagten: Mach es3 so, wie du gesagt (geredet) hast.
- euch stärken: wörtl. euer Herz (i.S.v. Lebenskraft; vgl. THAT 862) stärken
- denn dazu: Gesenius-Donner (s.v. עבר Qal 2.) schlagen vor: warum denn sonst
- mach es: im Hebr. kein Imperativ, sondern Imperfekt: du wirst/kannst/sollst/magst tun
6 Da eilte Abraham ins Zelt zu Sara und sagte: Hole rasch drei Sea1 Mehl, [und zwar] feinen Weizengrieß2, knete es und mache Brotfladen.
- Sea: ein Trockenmaß für Getreide und Mehl; entspricht nach rabbinischer Tradition 1/3 Epha, also ~ 11,63l (vgl. Gesenius-Donner s.v. חֹמֶר)
- Mehl, [und zwar] feinen Weizengrieß: die LXX überliefert σπεῦσον καὶ φύρασον τρία μέτρα σεμιδάλεως beeile dich und knete drei Maß Feinmehl, lässt also Mehl (קֶמַח) aus. Die Notiz im Apparat der BHS behauptet irrtümlich, dass in der LXX das Äquivalent für סֹלֶת (feiner Weizengrieß) fehle, in der irrigen Annahme, dass σεμιδάλεως die Übersetzung für קֶמַח sei, das mit einer Ausnahme (1Sam 1,24) in der LXX jedoch mit ἄλευρον übersetzt ist; σεμίδαλις jedoch ist die Standartübersetzung für סֹלֶת (feiner Weizengrieß/Feinmehl). Die leichter verständliche Lesart der LXX dürfte kaum ursprünglich sein; vermutlich ist feiner Weizengrieß (סֹלֶת) eine Erläuterung des allgemeineren Wortes Mehl (קֶמַח).
7 Auch (und) zu den Rindern lief Abraham1, und nahm ein Rind2, zart (jung) und gut, und gab es {zu} dem Diener, der es3 eilig zubereitete4.
- jedoch ... Abraham: im Hebr. ein invertierter Verbalsatz anstelle des zu erwartenden Narrativs (וַיָּרָץ אַבְרָהָם אֶל־הַבָּקָר); dieser Satz soll dem Leser inmitten der Narrative von Vers 6-10 auffallen.
- ein Rind: wörtl. einen Sohn von den Rindern; בֶּן־ vor Kollektivbegriffen bezeichnet einen einzelnen Vertreter der Gesamtheit
- der es: im Hebr. beigeordnet: und er ...
- eilig zubereitete: wörtl. sich beeilte es zuzubereiten
8 Und er nahm Dickmilch (Butter, Rahm), Milch und das Rind, das er hatte zubereitet lassen1, und setzte [es] ihnen vor2; er aber stand bei ihnen unter dem Baum, während sie aßen3.
- hatte zubereiten lassen: wörtl. zubereitet hatte
- setzte [es] ihnen vor: wörtl. gab [es] vor sie
- während sie aßen: im Hebr. beigeordnet: und sie aßen
9 Und sie fragten ihn (sagten zu ihm): Wo [ist] deine Frau Sara? {Und} er antwortete (sagte): Da (siehe), im Zelt.
10 {Und} er sagte: Ich werde auf jeden Fall1 zu dir zurückkehren im nächsten Jahr2; und dann (siehe) [wird] deine Frau Sara einen Sohn [haben]3. {Und} Sara hörte [am] Eingang des Zeltes [zu], das hinter ihm war4.
- auf jeden Fall: wörtl. Zurückkehren werde ich zurückkehren; Inf. abs. mit wurzelgleichem Verb zur Verstärkung der Aussage.
- im nächsten Jahr: ein hebr. Idiom, das man nicht wörtlich übersetzen kann (etwa: um die Zeit eines Jahres).
- [wird] deine Frau einen Sohn [haben]: eig. [wird] deiner Frau Sara ein Sohn [sein]
- das ... war: im Hebr. beigeordnet: und es war ...; möglicherweise muss man übersetzen: denn (und) sie war hinter ihm, wenn הוא, wie oft im Pentateuch, Femininum ist. Die freie Übersetzung der LXX (οὖσα ὄπισθεν αυτοῦ = seiend - fem.! - hinter ihm) könnte in diese Richtung weisen.
11 {Und} Abraham und Sara [waren] alt, fortgeschritten in [ihren] Tagen (hochbetagt); ein Leben1 wie das der Frauen hatte es für Sara nicht gegeben (gab es für Sara nicht mehr)2.
- Leben: wörtl. Weg; hier in Bezug auf Fruchtbarkeit, Kinder mit all den sozialen Implikationen.
- hatte es nicht gegeben: wörtl. war ausgeblieben zu sein, oder: hatte aufgehört zu sein. Letztere Übersetzung bezöge sich auf die Altersunfruchtbarkeit. Da Sara aber zeitlebens unfruchtbar war, scheint mir die erste Übersetzung passender (zu חדל in d. Bed. ausbeiben vgl. Hi 14,7; 19,14; Prov 10,19)
12 Da lachte Sara in ihrem Inneren1, indem sie dachte2: Nachdem ich alt geworden bin3, soll mir Lust werden4?
- in ihrem Inneren: d.h. in sich hinein und damit für andere nicht hörbar
- dachte: im Hebr. dasselbe Wort wie sagen (אמר); die Form des Verbs (לֵאמֹר Inf. cs. + לְ) leitet i.d.R. wörtliche Rede ein.
- nachdem ... bin: wörtl. nach meinem Altern (Inf. cs.); das hebr. Verb (בלה) dient zur Bezeichnung abgetragener Kleidung.
- soll mir werden: wörtl. ist mir geworden; Sara versetzt sich gedanklich in die verheißene Zukunft und blickt von dort zurück (in die Vergangenheit).
13 Da sagte JHWH zu Abraham: Warum hat Sara denn gelacht, indem sie sagte: Werde (kann) ich denn wirklich [noch] gebären, obwohl1 ich alt bin?
- obwohl: im Hebr. Beiordnung: und ich bin alt
14 Kann (wird, sollte) etwas unmöglich (wunderbar, rätselhaft, außergewöhnlich) sein für JHWH1? Zur bestimmten (vereinbarten) Zeit werde ich zu dir zurückkehren im nächsten Jahr, dann2 wird Sara einen Sohn haben3.
- für JHWH: Die Präposition מִן hat separativen Sinn, also etwa: kann sich JHWH etwas als Unmöglich entziehen.
- dann wird Sara: wörtl. und Sara wird ...
- Sara wird haben: wörtl. Sara (Dat.) wird sein
15 Da leugnete (log) Sara, indem sie sagte: Ich habe nicht gelacht. Sie hatte nämlich Angst. {Und} er sagte: Doch1, du hast gelacht.
- doch: wörtl. nein, vielmehr hast du gelacht.
16 Und die Männer erhoben sich von dort und schauten hinaus gen Sodom1; Abraham ging aber2 mit ihnen um sie zu entlassen (begleiten).
- schauten hinaus gen Sodom: so mit Gesenius 17. Aufl. S. 649. Vielleicht kann man aber auch übersetzen: hatten freien Blick auf Sodom; שׁקף (nif. und hif.) bezeichnet nämlich den Blick von einer erhöhten Position aus, so z.B. oft von Gott, der aus dem Himmel herabschaut. an allen Stellen ist dabei an einen ungehinderten Überblick gedacht.
- Abraham ging aber: wörtl. und Abraham gehend; der Partizipialsatz unterbricht die Erählung und beschreibt die Voraussetzung für das folgende Gespräch.
17 Und JHWH [war es, der] sagte (dachte)1: Bin ich einer, der vor Abraham verheimlicht2, was ich zu tun gedenke?3
- und JHWH [war es, der] sagte: ein invertierter Verbalsatz, der den Partizipialsatz aus Vers 16 aufgreift: Und Abraham ... und JHWH - die beiden Protagonisten der folgenden Erzählung werden an ihrem Beginn nebeneinander gestellt.
- bin ich einer, der verheimlicht: wörtl. [ein] verheimlichend[er] ich?
- ich zu tun gedenke: wörtl. ich tuend [bin]
18 Abraham wird doch1 auf jeden Fall2 zu einem großen und mächtigen (starken) Volk werden und Segen werden sich zuschreiben seinetwegen3 alle Völker der Erde.
- Abraham wird doch: invertierter Verbalsatz, der das Subjekt (Abraham) hervorhebt.
- auf jeden Fall: Inf. abs. zur Verstärkung der finiten Verbform (הָיוׂ יִהְיֶה)
- Segen werden sich zuschreiben seinetwegen: od. segnen werden sich in ihm; od. gesegnet werden in ihm.
19 Denn ich habe ihn erwählt (erkannt; kümmere mich um ihn; achte auf ihn), damit er seinen Kindern (Söhnen) und seinen Angehörigen (seinem Haus) nach ihm befiehlt, den Weg (die Handlungsweise, Lebensweise) JHWH s1 zu bewahren (hüten; beachten), indem2 sie gerecht (richtig, wahrhaftig, aufrichtig) und rechtmäßig (gebührend) handeln3 damit JHWH auf (über) Abraham kommen lässt (bringt), was er über ihn geredet hat (ihm versprochen hat).
- den Weg JHWHs: d.h. entweder den Weg, den JHWH geht oder den Weg, den JHWH vorschreibt
- indem sie ... handeln: wörtl. zu tun (Inf. cs. in modaler Funktion)
- gerecht und rechtmäßig handeln: wörtl. Gerechtigkeit und Recht tun (das Hebräische bevorzugt Nomina gegenüber Adjektiven bzw. Adverbien),
20 Da sagte JHWH: Das Klagegeschrei [über]1 Sodom und Gomorra [ist] in der Tat zahlreich und ihre Sünde ist in der Tat sehr schwer.
- die Klagegeschrei über: Das hebr. Wort (זְעָקָה) bezeichnet an allen atl. Stellen das laute Klagen über drohendes bzw. hereinbrechendes Unheil und den daraus resultieren Hilferuf. Einzige Ausnahme ist evtl. Koh 9,17. Darum wird in Gen 18,20 sicherlich das Klageschrei derer gemeint sein, die unter Sodom und Gomorra leiden.
21 Ich will herabsteigen1 und sehen, ob sie entsprechend dem Klagegeschrei über sie, das zu mir kommt2, tun, sie alle3; und wenn nicht, will ich es wissen4.
- ich will herabsteigen: eine kaum zu übersetzende Partikel ־נָא unterstreicht die Selbstaufforderung. Vgl. auch Gen 11,5.7
- das zu mir kommt: nach masoretischer Punktation müsste übersetzt werden: das zu mir gekommen ist. Der bloße Konsonantentext legt allerdings die oben gewählte Übersetzung nahe.
- sie alle: das hebr. Wort ist nach masoretischer Punktation (כָּלָה = Vernichtung) unverständlich. Die Übersetzung folgt einer Konjektur (כֻּלָּהּ)
- und wenn nicht, will ich es wissen: das zweite Glied der Doppelfrage ist durch das redundante "will ich es wissen" stark betont.
22 Und die [zwei] Männer wandten sich von dort um (ab, weg) und gingen [in Richtung] Sodom1; Abraham aber stand noch2 vor JHWH.
- in Richtung Sodom: eig. Sodom-wärts
- Abraham aber stand noch: wörtl. und Abraham, er [war] stehend (Satzfolge unterbrechender Nominalsatz).
23 Da kam Abraham näher und fragte (sagte): Wirst du etwa den Gerechten mitsamt dem Ungerechten (Frevler, Gottlosen) dahinraffen?
24 Vielleicht gibt es 50 Gerechte in{mitten} der Stadt; wirst du [sie] etwa dahinraffen und dem Ort nicht um der 50 Gerechten willen, die in ihm1 [sind], vergeben?
- in ihm: wörtl. im Innern von ihr (mit Bezug auf das Wort Stadt)
25 Abstand [sei] dir von solchem Tun1, einen Gerechten mitsamt einem Ungerechten zu töten! Dann wird {wie} der Gerechte wie der Ungerechte sein; Abstand [sei] dir [davon]! Wird der Richter der ganzen Erde nicht Recht tun2?
- solchem Tun: wörtl. entsprechend diesem Wort (dieser Sache) zu tun
- Recht tun: möglich sind auch die Übersetzungen: tun, was [dem Gerechten] gebührt oder: zum Recht verhelfen
26 Da sagte JHWH: Wenn ich in Sodom 50 Gerechte inmitten der Stadt finde, dann1 werde ich dem ganzen Ort um ihretwillen vergeben.
- dann werde ich vergeben: im Hebr. Beiordnung: und ich werde vergeben
27 Darauf hob (antwortete) Abraham an und sagte: Sieh doch, ich habe begonnen (in Angriff genommen, mich entschlossen) zum Herrn zu reden, obwohl1 ich Erdenstaub2 [bin].
- obwohl: im Hebr. Beiordnung: und
- Erdenstaub: im Hebr. ein Hendiadyoin aus עָפָר und אֵפֶר, die beide Staub bedeuten, wobei אֵפֶר stärker das Verächtliche anzuhaften scheint.
28 Vielleicht werden [an] den fünfzig Gerechten fünf fehlen. Wirst du [dann] wegen fünf [Menschen] die ganze Stadt vernichten? {Und} er antwortete (sagte): Ich werde [sie] nicht vernichten, wenn ich dort 45 [Gerechte] finde.
29 Und er fuhr weiterhin fort zu ihm zu reden und sagte: Vielleicht werden dort [nur] vierzig gefunden. {Und} er antwortete (sagte): Ich werde [es] nicht tun1 um der Vierzig willen.
- [es] nicht tun: nämlich Sodom vernichten
30 Da sagte [Abraham]: Der Herr zürne bitte nicht1, wenn (dass) ich [wieder] rede2. Vielleicht werden dort [nur] 30 [Gerechte] gefunden. {Und} er antwortete (sagte): Ich werde es nicht tun, wenn ich dort [nur] 30 finde.
- der Herr zürne nicht: wörtl. es entbrenne dem Herrn nicht [der Zorn]
- wenn ich rede: im Hebr. Beiordnung: und ich rede
31 Da sagte [Abraham]: Sieh doch, ich habe begonnen (in Angriff genommen, mich entschlossen) zum Herrn zu reden. Vielleicht werden dort [nur] 20 [Gerechte] gefunden. {Und} er antwortete (sagte): Ich werde [auch] um der 20 [Gerechten] willen [die Stadt] nicht vernichten.
32 Da sagte [Abraham]: Der Herr zürne bitte nicht, wenn ich nur diesmal [noch] rede. Vielleicht werden dort [nur] zehn [Gerechte] gefunden. {Und} er antwortete (sagte): Ich werde [auch] um der zehn [Gerechten] willen [die Stadt] nicht vernichten.
33 Und JHWH ging, als er alles zu Abraham geredet hattet1; Abraham aber kehrte zu seinem [Wohn-]Ort zurück.
- als er vollendet hatte zu reden zu Abraham
Chapter 19
1 1 Und die Boten (Engel) kamen am Abend nach Sodom, als Lot gerade im Tor2 Sodoms saß3; {und} Lot sah [sie], stand auf, [ging] ihnen entgegen und warf sich [mit dem] Gesicht zur Erde nieder.
- [Status: Ungeprüft]
- Das Stadttor war der Ort, wo man sich traf, zu Gericht saß, Verträge abschloss, Handel trieb u.dgl.m. Die Begegnung der beiden Männer mit Lot geschah demnach in aller Öffentlichkeit.
- als Lot gerade saß: wörtl. und Lot sitzend
2 Und er sagte: Bitte1, meine Herren, kommt2 doch zum Haus eures Dieners (Sklaven, Knechts), übernachtet [dort] und wascht eure Füße; dann (und)3 könnt (werdet) ihr euch [morgen] früh aufmachen und eures Weges gehen (weitergehen). Aber (und) sie sagten: Nein, sondern im Torplatz4 werden (wollen) wir übernachten.
- wörtl.: sieh/seht doch
- wörtl. weicht, d.h. sie sollen ihren eingeschlagenen Weg verlassen
- Die hebr. Verbform (perf. cons.) drückt als Fortsetzung der Imperative deren Folge aus.
- Der רְחֹב ist ein freier Platz beim Stadttor innerhalb oder außerhalb der Stadt.
3 Da drang er sehr in sie (nötigte er sie sehr), so dass sie [schließlich] zu ihm kamen1 (wichen) und in sein Haus hineingingen; dort (und) machte er für sie ein Festmahl; außerdem2 buk er Mazzen3 und sie aßen.
- so dass sie kamen: wörtl. und sie kamen. Das Hebräische bevorzugt die Beiordnung durch Hauptsätze, wo das Deutsche die Unterordnung durch Nebensätze hat.
- außerdem buk er Mazzen: wörtl. und Mazzen buk er; im Hebr. ein invertierter Verbalsatz, der die Erzählung unterbricht.
- Festmahl … Mazzen: מִשְׁתֶּה bezeichnet vorwiegend ein profanes Fest (Gen 21,8; 29,22; 40;20; Ri 14,10; Est 1,3) bei dem neben dem Essen auch Getränke gereicht wurden (שׁתה bedeutet trinken). Hiermit wird Lots Gastfreunschaft unterstrichen. Die auffällige Erwähnung der Mazzen mag Eile in die Erzählung hineintragen, da ungesäuertes Brot schnell hergestellt werden konnte (vgl. Dtn 16,3).
4 Noch ehe sie sich schlafen legten, hatten die Männer1 der Stadt, die Männer Sodoms, sich [schon] rings gegen das Haus versammelt, vom Jungen {und} bis zum Alten, die ganze Bevölkerung, ohne Ausnahme2.
- wörtl.: Sie legten sich noch nicht schlafen und die Männer hatten … (Beiordnung statt Unterordnung)
- Ausnahme: wörtl. Ende/Grenze
5 Und sie riefen nach Lot und fragten ihn (sagten ihm): Wo [sind] die Männer, die heute Nacht1 zu dir hineingegangen sind (bei dir eingekehrt sind)? Bring sie hinaus zu uns {und} wir werden es ihnen [schon] besorgen2.
- heute Nacht: wörtl. die[se] Nacht; der Artikel hat hier noch seine ursprüngliche demonstrative Funktion.
- es ihnen besorgen: wörtl. sie erkennen; hier ein euphemistischer Ausdruck für den Geschlechtsverkehr, der hier ein Akt der Demütigung sein soll.
6 Da ging Lot zu ihnen hinaus [vor] den Eingang, aber (und) die Tür verschloss er hinter sich.1
- Das heißt vermutlich, dass er die im Haus Verbliebenen angewiesen hat die Tür hinter ihm zu verriegeln.
7 Und er sagte: Tut doch nicht[s] Böse[s]1, meine Brüder!2
- wörtl. ihr mögt/dürft doch nicht böse handeln. Lot befiehlt nicht, sondern fordert sie höflich - vgl. die Anrede! - auf.
- Brüder: hier wohl im Sinne von Freunde (vgl. Ges. s.v. אָח
8 Seht doch, mir [gehören] zwei Töchter, die [noch] keinem Mann beigewohnt1 haben: Lasst mich doch sie zu euch hinausbringen, und tut ihnen wie [es] gut in euren Augen [ist]2; nur diesen Männern mögt (sollt, dürft) ihr nichts tun, denn deshalb sind sie in den Schutz meines Hauses3 gekommen.
- keinem Mann beigewohnt: wörtl. keinen Mann erkannt; im Hebräischen eine Umschreibung für den Geschlechtsverkehr
- d.h. macht mit ihnen, was ihr wollt.
- Schutz meines Hauses: wörtl. Schatten meines Gebälks
9 Sie aber sagten: Mach, dass du wegkommst!1 Und sie fuhren fort (sagten): Dieser Ein[zeln]e ist [doch] gekommen [um] unseren Schutz zu genießen!2 Und nun will er in der Tat das Sagen haben.3 Wir werden dir ihretwegen4 übel mitspielen5. Und sie drangen sehr gegen (in) den Mann, gegen (in) Lot, und kamen näher um die Tür aufzubrechen.
- Mach, dass du wegkommst: wörtl. tritt näher (komm) dorthin (i.S.v. weg)
- [um] unseren Schutz zu genießen: wörtl. Schutzbürger zu sein
- in der Tat das Sagen haben: wörtl. ein Richten richten (Inf. abs. mit Prädikat gleicher Wurzel); שפט umfasst die Bedeutungen von richten, entscheiden, herrschen
- ihretwegen: oder mehr als ihnen
- übel mitspielen: wörtl. Böses tun
10 Da ergriffen die Männer [Lot von drinnen] 1 und zogen (brachten) ihn (Lot) zu sich ins Haus hinein, {und} die Tür verschlossen sie [wieder].
- ergriffen die Männer: wörtl. streckten die Männer ihre Hand aus
11 {Und} die Männer {die} [vor dem] Eingang des Hauses schlugen sie mit völliger Blindheit1, von jung bis alt2, so dass sie’s müde wurden3 den Eingang zu finden.
- völliger Blindheit: eig. steht das Wort im Plural, der sich vielleicht auf die Mehrzahl der Männer bezieht. Das Wort erscheint nur noch in 2Kö 6,18
- d.h. ausnahmslos jeden
- so dass sie's müde wurden: wörtl. und sie wurden‘s müde; Beiordnung statt Unterordnung; לאה (müde werden) kann man auch als "sich vergeblich abmühen", "nicht können" übersetzen
12 Dann sagten die Männer zu Lot: Wer noch hier [zu] dir [gehört], ein Schwiegersohn, deine Söhne und deine Töchter und alles, was dir in der Stadt [gehört] 1, [die] bring hinaus aus dem Ort!
- oder: alle, die dir … gehören
13 Denn wir sind dabei diesen Ort zu vernichten1, weil die Klage über sie (die Bewohner) groß geworden ist vor JHWH2, da hat JHWH uns geschickt sie (die Stadt) zu vernichten.
- wir sind dabei zu vernichten: wörtl. wir [sind] vernichtend; das aktive Partizip markiert den (beginnenden) Vollzug einer Handlung.
- wörtl. beim Angesicht JHWHs
14 Da ging Lot hinaus [in die Stadt] und redete zu (mit) seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter nehmen würden (sollten)1 und sagte: {Steht} auf, geht hinaus aus diesem Ort, denn JHWH ist im Begriff die Stadt zu vernichten 2. Da war er in den Augen seiner Schwiegersöhne wie ein Scherzender.
- die seine Töchter nehmen würden: wörtl. den seine Töchter Nehmenden
- JHWH ist im Begriff zu vernichten: wörtl. vernichtend JHWH
15 Als das Morgenrot aufstieg, da drängten die Boten1 auf (in) Lot ein: 2 {Steh} auf (los), nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die sich [hier] befinden, damit nicht du weggerafft wirst in der Sünde3 der Stadt.
- da drängten die Boten: wörtl. und die Boten drängten (Beiordnung statt Unterordnung)
- Im Hebräischen, das ursprünglich keine Satzzeichen kannte, wurde wörtl. Rede durch idiomatisches לֵאמֹר (wörtl.: zu sagen) eingeleitet. Diese Funktion übernimmt bei uns der Doppelpunkt.
- in der Sünde: d.h. vielleicht „samt der Sünde“ (doch würde man dann eher „samt den Bewohnern“ erwarten) oder „wegen der Sünde“. Die Neue Zürcher Bibel übersetzt „im Strafgericht“
16 Als er zögerte1 ergriffen die Männer seine Hand und die Hand seiner Frau und die Hand seiner zwei Töchter, weil JHWH Mitleid mit ihm hatte,2 und sie führten ihn hinaus und brachten ihn [zu einem Ort] außerhalb der Stadt.
- als er zögerte: wörtl. und er zögerte und es ergriffen ihn …
- weil JHWH Mitleid mit ihm hatte: wörtl. im Mitleid JHWHs auf ihm
17 {Und es geschah,} als sie sie nach draußen hinausgeführt hatten, da sagte [einer der Männer]1: Rette dich um deines Lebens willen2! Blicke nicht hinter dich und bleib nicht irgendwo im Umkreis [der Stadt]3 stehen; ins Gebirge rette dich, sonst wirst du umkommen (weggerafft)4.
- da sagte [einer der Männer]: wörtl. und er sagte
- um deines Lebens willen: wörtl. auf dein Leben
- irgendwo im Umkreis: wörtl. in all dem Umkreis
- sonst wirst du: od. damit du nicht
18 Und Lot sagte zu ihnen: Bloß nicht, bei allem Respekt!1!
- bei allem Respekt: wörtl. meine Herren
19 Sieh doch, dein Knecht hat Gnade (Beachtung, Gunst, Wohlwollen) gefunden in deinen Augen und du hast mir große Güte (Liebe, Treue, Solidarität) erwiesen1, indem du mich (meine Seele) am leben lässt2: aber (und) ich kann mich nicht ins Gebirge retten, sonst werde ich das Unheil nicht mehr los3 und ich werde sterben.
- du hast mir große Güte erwiesen: wörtl. du hast deine Güte groß gemacht, die du erwiesen (gemacht) hast an (mit, bei) mir
- indem du mich am leben lässt: wörtl. am leben zu lassen meine Seele
- werde ich das Unheil nicht mehr los: od. holt mich das Unheil ein. Wörtl. klebt das Unheil an mir. Entweder befürchtet Lot, dass ihm im Gebirge Unheil droht, oder dass er auf der Flucht ins entfernte Gebirge doch noch vom Untergang Sodoms ereilt wird.
20 Siehe, diese Stadt [da liegt] nahe [genug], [um] dorthin zu fliehen, und sie [ist] klein. Lass mich doch dorthin entkommen1, klein wie sie ist2, dann bleibe ich am leben3.
- od. Ich will mich dorthin retten
- klein wie sie ist: [ist] sie nicht klein?
- dann bleibe ich am leben: wörtl. und am leben bleibt meine Seele
21 Da sagte [der Mann] zu ihm: Siehe, auch in dieser Sache1 habe ich dein Angesicht erhoben2, so dass ich die Stadt nicht verwüsten werde3, [von] der du geredet hast.
- in dieser Sache: od. in diesem Wort
- „jmds Angesicht erheben“ ist im Hebräischen ein Idiom für vielfältige Formen freundlicher Zuwendung, hier etwa „auf jmd. Rücksicht nehmen“
- so dass ich die Stadt nicht verwüsten werde: wörtl. nicht umzuwenden meiner die Stadt
22 Beeile dich dorthin zu entkommen, denn ich kann nichts1 tun, bis du dorthin gekommen bist2. Deshalb hat man3 die Stadt Zoar (klein) genannt4.
- wörtl. nicht etwas; „etwas“ ist im Hebräischen dieselbe Vokabel wie „Wort“, דָּבָר
- bis du dorthin gekommen bist: wörtl. [bis] zu deinem Kommen dorthin
- od. er
- die Stadt Zoar genannt: wörtl. den Namen der Stadt Zoar gerufen
23 Die Sonne war über (auf) dem Land (der Gegend, der Erde) aufgegangen1, als Lot nach Zoar2 kam.
- wörtl. hinausgegangen
- als Lot kam: wörtl. und Lot kam
24 Und JHWH ließ es regnen auf Sodom und {auf} Gomorra, Schwefel und Feuer von1 JHWH aus dem (vom) Himmel.
- von: wörtl. von-bei מֵאֵת; das Hebräische kann zwei Präpositionen zusammensetzen (hier מִן und אֵת), von denen die zweite den Ort angibt, wo sich jmd. bzw. etwas vorher befand.
25 Und [so] verwüstete er diese Städte und den gesamten Umkreis (die gesamte Umgebung) und alle Bewohner der Städte und das Gewächs1 des Erdbodens (Ackerlandes).
- Textkritik: LXX und Vulgata überliefern „alles Gewächs“, allerdings ist der lectio brevior (d.h. kürzeren Lesart) des MTs der Vorzug zu geben.
26 Und seine Frau blickte hinter1 sich2 und wurde eine Salzsäule.
- hinter: wörtl. von-hinter
- hinter sich: wörtl. hinter ihm; allerdings handelt es sich hier sehr wahrscheinlich um eine Nachlässigkeit oder Unsicherheit im Genus der Pronominalsuffixe, wie dies öfter zu beobachten ist (vgl. Gesenius/Kautzsch §135 o, wo weitere Vorkommen belegt sind.). Die NZB übersetzt „Lots Frau aber, hinter ihm …“
27 Und Abraham machte sich früh am Morgen zu dem Ort auf, wo er vor dem (beim) Angesicht JHWH s gestanden hatte. 1
- Die Vulgata überliefert „ubi steterat prius cum Domino“ d.h. wo er zuvor mit (bei) dem Herrn gestanden hatte. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen erklärenden Zusatz (vgl. MT und Vulgata in Lev 16,23; Num 5,25; 31,12; Ri 18,14).
28 Und er schaute auf Sodom und Gomorra1 hinab und auf das ganze2 Umland3 und sah: {und siehe} es stieg Rauch (Qualm) vom Land auf4 wie der Rauch (Qualm) eines Schmelzofens (Brennofens)5.
- auf Sodom und Gomorra: wörtl. auf die Fläche (das Angesicht) Sodoms und Gomorras
- Textkritik: „ganze“ fehlt in der LXX, was als Haplographie von על־כל erklärt werden kann.
- das ganze Umland: wörtl. die ganze Fläche des Landes des Umkreises
- Rauch vom Land: wörtl. der Rauch des Landes
- wörtl. des Schmelzofens
29 Und {es geschah} als Gott die umliegenden Städte vernichtete1, da gedachte Gott Abrahams2 und ließ Lot mitten aus (aus der Mitte) der Zerstörung ziehen3 als er die Städte zerstörte4, in denen Lot wohnte.
- als Gott die umliegenden Städte vernichtete: wörtl. im Vernichten Gottes die Städte des Umkreises
- gedachte: im Sinn von "wandte sich gnädig zu"
- ließ Lot ... ziehen: od. schickte Lot
- als er die Städte zerstörte: wörtl. im Zerstören der Städte
30 {Und} Lot zog hinauf von Zoar und ließ sich (wohnte) im Gebirge nieder, und seine zwei Töchter mit ihm; denn er fürchtete sich in Zoar zu wohnen; so wohnte er1 in einer Höhle,2 er und seine zwei Töchter.
- so wohnte er: wörtl. und er wohnte
- in einer Höhle: wörtl. in der Höhle; Artikel vor allgemein bekannten Gattungsbegriffen (vgl. er ging in die Berge/ins Gebirge; er fuhr auf das Meer hinaus; viele Menschen leben auf dem Land)
31 Nun sagte die ältere [Tochter] zu der jüngeren1: „Unser Vater [ist] alt und da ist kein Mann im Land um sich mit uns zu verbinden2 wie das in aller Welt geschieht3.
- die ältere [Tochter] zu der jüngeren: wörtl. die Erstgeborene zu der Jungen; das Hebräische kennt keine Steigerungsformen des Adjektivs.
- sich mit uns zu verbinden: wörtl. hineinzugehen zu (od. auf) uns
- wie das in aller Welt geschieht: wörtl. wie es der Weg der ganzen Erde [ist]
32 Komm, wir machen unseren Vater betrunken1 um mit ihm zu schlafen (liegen) und um [so] von unserem Vater Nachkommenschaft (Samen) ins Leben zu rufen.“2
- betrunken machen - wörtl.: Wein trinken lassen
- um …zu und um ... zu - oder und wir werden ... und wir werden ...
33 In jener Nacht machten sie ihren Vater betrunken; da ging die Ältere [zu ihm] hinein und schlief (lag) mit ihrem Vater; er aber bemerkte nicht, wie (als) sie mit ihm schlief (lag) und wie (als) sie [wieder] aufstand.
34 {Und es geschah} am folgenden Tag sagte die Ältere zur Jüngeren: „Hör zu (siehe), letzte Nacht habe ich mit meinem Vater geschlafen (gelegen). Wir werden ihn auch heute Nacht1 betrunken machen; [dann] geh [du zu ihm] hinein und schlaf (lieg) mit ihm, damit wir [so] von unserem Vater Nachkommenschaft (Samen) ins Leben zu rufen.“
- heute Nacht - wörtl. die Nacht = diese Nacht; der Artikel hat hier noch seine ursprüngliche demonstraktive Funktion.
35 Und auch in jener Nacht machten sie ihren Vater betrunken; da stand die Jüngere auf1 und schlief mit ihm; er aber bemerkte nicht, wie (als) sie mit ihm schlief (lag) und wie (als) sie [wieder] aufstand.
- Textkritik: stand ... auf - LXX und Vulgata hatten in ihrer hebräischen Vorlage offensichtlich וַתָּבֹא (wattăbō und sie ging hinein); es handelt sich um eine Angleichung an Vers 33 und das masoretische וַתָּקָם (wattāqŏm und sie stand auf) hat den ursprünglichen Text bewahrt.
36 Beide Töchters Lots wurden schwanger von ihrem Vater.
37 Die Ältere gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Moab1; er ist der [Stamm]vater der Moabiter (Moabs) bis zum [heutigen] Tag.2
- מוֹאָב (môʾāb) klingt so ähnlich wie מֵאָב (mēʾāb) d.h. vom Vater
- d.h. der heutigen Moabiter
38 Auch die Jüngeregebar einen Sohn und nannte seinen Namen Ben-Ammi1; er ist der [Stamm]vater der Ammoniter2 bis zum [heutigen] Tag.3
- d.h. Sohn meines (nächsten) Verwandten
- Hebräisch בְנֵי־עַמּוֹן (bənê-ʿammôn) d.h. der Söhne Ammon
- d.h. der heutigen Ammoniter
Chapter 20
1 1 Da brach Abraham von dort auf ins Südland, und er wohnte zwischen Kadesch und {zwischen} Sur und hielt sich als Fremdling (Schutzbürger) in Gerar auf.
- [Status: Ungeprüft]
2 Und Abraham sagte über Sara, seine Frau: Sie ist meine Schwester. Da sandte Abimelech, der Stadtfürst1 von Gerar, und holte Sara [zu sich].
- Wörtl.: König. Die kanaanäischen Stadtfürsten wurden als מֶלֶך, König, bezeichnet.
3 Da kam Gott zu Abimelech im Traum bei Nacht und sprach zu ihm: Pass auf! Du stirbst wegen der Frau, die du dir genommen hast. Denn sie ist verheiratet1.
- Wörtl.: zur Frau genommen von einem Eheherrn
4 Da näherte sich Abimelech ihr nicht. Und er sprach: Mein Herr1, willst du ein Volk, noch dazu ein rechtschaffenes (gerechtes), töten?
- Viele Handschriften haben hier das Tetragramm; dann wäre zu übersetzen: Und er sprach zu JHWH. Abimelech redet mit Gott im Traum, das geht aus dem Kontext hervor. Die Anrede אֲדֹנָי, mein Herr, ist das Qere perpetuum zum Tetragramm. Insofern handelt es sich bei den Handschriften, die das Tetragramm haben, um sekundäre Lesarten; die ursprüngliche Lesart wird "mein Herr" sein.
5 Hat er nicht zu mir gesagt: Sie ist meine Schwester? Und sie, auch sie1 sprach: Er ist mein Bruder. Mit arglosem Herzen und schuldloser Hand habe ich so gehandelt.
- Es steht da: הוא, er, aber vokalisiert ist das Femininum.
6 Da sprach Gott zu ihm im Traum: Auch ich habe erkannt, dass du mit arglosem Herzen so gehandelt hast, und ich will dich sogar zurückhalten, an mir zu sündigen. Darum habe ich dir nicht erlaubt, sie anzutasten (zu berühren).
7 Und nun: führe (bringe) zurück die Frau dieses Mannes, denn er ist ein Prophet. Und er wird für dich beten, und du sollst1 leben. Führst (bringst ) du sie aber nicht zurück, erkenne, dass du ganz gewiss2 stirbst und alles, was dein ist.
- Imperativ
- figura etymologica
8 Da stand Abimelech früh am Morgen auf und rief alle seine Knechte (Diener, Sklaven) und erzählte ihnen all diese Worte 1. Und die Männer erschreckten sehr.
- Wörtl.: Erzählte all diese Worte vor ihren Ohren
9 Da rief Abimelech Abraham und sprach zu ihm: Warum hast du uns das [an]getan? Und was habe ich dir Böses getan (gesündigt), dass du über mich und meine Sippe eine so große Verfehlung (Sünde) gebracht hast? Taten, die nicht getan werden dürfen, hast du an mir getan.
10 Und Abimelech sprach zu Abraham: Was hast du gesehen1, dass du diese Sache getan hast?
- Der Bearbeiter des Buches Genesis schlägt vor, hier "was fürchtest du" zu lesen. Er vermutet eine Verwechslung von ראה,sehen mit ירא,fürchten.
11 Und Abraham sagte: Weil ich [mir] sagte: Gewiss gibt es keine Gottesfurcht (Furcht Gottes) an diesem Ort. Da werden sie mich töten wegen meiner Frau.
12 Und auch in Wahrheit ist sie meine Schwester. Sie ist die Tochter meines Vaters, jedoch nicht die Tochter meiner Mutter. Und sie wurde meine Frau.
13 Und es geschah, wie (weil) Gott mich herumirren ließ aus dem Haus meines Vaters, so sprach ich zu ihr: Das sei deine Liebe, die du mir tust: an jedem Ort, zu dem wir kommen, sag über mich: Er ist mein Bruder.
14 Da nahm Abimelech Kleinvieh und Rinder und Sklaven (Knechte, Diener) und Sklavinnen und gab sie Abraham. Und er führte (brachte) zu ihm Sara, seine Frau, zurück.
15 Da sprach Abimelech: Sieh, mein Land [liegt offen] vor dir1. Wo es dir gut scheint2, lass dich nieder.
- Gemeint ist: Mein Land steht dir offen
- Wörtl.: Wo es in deinen Augen gut ist
16 Und zu Sara sprach er: Sieh, ich gab 1000 [Schekel] Silber deinem Bruder. Sieh, das soll für dich ein Sühnegeschenk1 sein für alle, die bei dir sind. Und bei allen bist du [dadurch] gerechtfertigt worden.
- Wörtl.: eine Decke der Augen
17 Da betete Abraham für Abimelech. Da heilte Gott Abimelech und seine Frau und seine Sklavinnen, und sie gebaren.
18 Denn fest verschlossen1 hatte JHWH den Zugang zu jedem Mutterleib (jeder Gebärmutter) des Hauses Abimelechs wegen Saras, der Frau Abrahams.
- figura etymologica
Chapter 21
1 1 Da2 suchte JHWH Sara auf, wie er gesagt hatte. Und JHWH tat für (an) Sara, wie er geredet hatte.
- [Status: Ungeprüft]
- Im Hebräischen steht überall, wo ich Sätze mit „da“ oder „und“ einleite, das Imperfekt mit waw = der Narrativ. In der Übersetzung hat man die Freiheit, den Narrativ temporal (als, während, nachdem), konditional (denn, weil), relativisch etc. wiederzugeben. Das muss in der Lesefassung entschieden werden. Hier markiere ich nur, wo solche Entscheidungen nötig sind.
2 Da wurde sie schwanger. Und Sara gebar dem Abraham einen Sohn in seinem Greisenalter, zu der Zeit, die ihm Gott genannt hatte.
3 Und Abraham (nannte =) gab seinem Sohn, der ihm geboren wurde, den Sara ihm gebar, den Namen Isaak.
4 Und Abraham beschnitt seinen Sohn Isaak, als er acht Tage alt war, wie ihm Gott geboten hatte.
5 Und Abraham war hundert Jahre alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren wurde.
6 Da sprach Sara: Gott hat mich zum Narren (Spott, Gelächter) gemacht; jeder, der [davon] hört, wird über mich lachen.
7 Und sie sprach: Wer [hätte] zu Abraham gesagt, Sara stillt Kinder (Söhne)? Und doch1 habe ich [ihm in] seinem Greisenalter einen Sohn geboren.
- Die Partikel כִי führt nach einem negativen Satz das Positive ein: vielmehr, sondern, vgl. Gesenius S. 341
8 Das Kind wuchs heran und wurde entwöhnt. Da (machte =) veranstaltete Abraham ein großes Gastmahl am Tag, als Isaak entwöhnt wurde.
9 Da sah Sara, dass der Sohn Hagars, der Ägypterin, den sie Abraham geboren hatte, gemein war (Blödsinn machte)1.
- Wörtl.: tändeln, scherzen - hier im negativen Sinn. Das Verb (hier: Partizip) ist dasselbe, das Vers 6 für das Lachen gebraucht ist, nur steht es dort im Qal (der Grundform) und hier im Piel (der Intensivform). Macht sich Ismael über Sara lustig? Ärgert er Isaak? Das wird hier nicht gesagt. Der unmittelbare Kontext legt nahe, dass er Isaak ärgerte; der Rückbezug auf das Verb Vers 6 könnte auch auf eine Verspottung Saras deuten.
10 Da sprach sie zu Abraham: Vertreibe diese Sklavin (Magd) und ihren Sohn. Denn nicht erben soll der Sohn dieser Sklavin (Magd) mit meinem Sohn, mit Isaak.
11 Doch Abraham missfiel die Rede sehr {in seinen Augen} wegen seines Sohnes.
12 Da sprach Gott zu Abraham: {in deinen Augen =} dir soll nicht missfallen, {alles} was Sara zu dir über den Jungen (Knaben) und über deine Sklavin (Magd) gesagt hat. Höre auf ihre Worte (Stimme), denn nach Isaak soll deine Nachkommenschaft (dein Geschlecht) genannt werden.
13 Aber auch den Sohn der Sklavin (Magd) will ich zu einem Volk machen, denn er ist dein Nachkomme.
14 Da stand Abraham früh am Morgen auf, nahm Brot und einen Schlauch Wasser und gab ihn Hagar. Er legte es auf ihre Schulter und auch das Kind [setzte er auf ihre Schulter] und schickte sie fort. Da ging sie und irrte umher in der Wüste bei Beer-Scheba.
15 Da ging das Wasser im Schlauch aus. Da (warf =) setzte sie das Kind ab unter einem Strauch1.
- Im Syrischen wird mit diesem Wort der Beifuß, Artemisia, bezeichnet. Beifuß ist kein Strauch, sondern eine Staude, die nicht viel Schatten hergibt.
16 Da ging sie und setzte sich gegenüber von ferne, einen Bogenschuss weit1 , denn sie sprach: Ich will den Tod des Kindes nicht sehen. Und sie setzte sich [ihm] gegenüber und (erhob ihre Stimme =) fing an (und weinte =) zu weinen.
- Das Verb טחה kommt nur an dieser Stelle in der Bibel vor. Es steht im Partizip Pilel. Als wörtliche Übersetzung wird vorgeschlagen: „den Werfenden des Bogens“. Wahrscheinlich ist damit eine Distanz gemeint: Eine Bogenschussweite.
17 Da hörte Gott die Stimme des Knaben. Da rief der Bote Gottes vom Himmel nach Hagar und sprach zu ihr: Was ist [mit] dir, Hagar? Fürchte dich nicht! Denn Gott hat auf die Stimme des Jungen (Knaben) gehört, der da [liegt].
18 Steh auf, heb den Jungen (Knaben) auf und nimm ihn bei der Hand, denn ich will ihn zu einem großen Volk machen.
19 Da öffnete Gott ihre Augen, und sie sah einen Brunnen [mit] Wasser (einen Wasserbrunnen). Da ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Jungen (Knaben) zu trinken.
20 Und Gott war mit dem Jungen (Knaben), und er wuchs heran. Und er wohnte in der Wüste und war ein Bogenschütze.
21 Und er wohnte in der Wüste Paran. Da nahm ihm seine Mutter eine Frau aus {dem Land} Ägypten.
22 Es begab sich aber zu jener Zeit, da sprachen Abimelech und Pichol, sein Heerführer, zu Abraham {folgendermaßen}: Gott ist mit dir in allem, was du tust.
23 Darum schwöre mir bei diesem1 Gott, dass du mich nicht täuschen wirst, noch meine Nachkommen, noch mein Geschlecht. Wie ich dir Gnade (Gunst, Treue) (getan =) erwiesen habe, so sollst du [sie] auch mir erweisen und dem Land, in dem du dich als Fremdling aufhältst.
- Wörtl.: hier, eine Ortsangabe. Ich denke, es ist auf Gott zu beziehen.
24 Da sprach Abraham: Ich schwöre.
25 Und Abraham zog Abimelech zur Rechenschaft wegen des Wasserbrunnens, den die Knechte Abimelechs mit Gewalt genommen hatten.
26 Da sprach Abimelech: Ich weiß nicht, wer (diese Sache =) das getan hat. Auch du hast sie mir nicht angezeigt (gemeldet), und ich habe nichts [davon] gehört (außer =) bis heute.
27 Da nahm Abraham Kleinvieh1 und Rinder und gab sie Abimelech. Und die beiden schlossen einen Bund.
- Das sind Ziegen und Schafe
28 Aber Abraham stellte sieben Lämmer vom Kleinvieh (allein =) für sich hin.
29 Da (sagte =) fragte Abimelech Abraham: Warum [sind] hier diese sieben Lämmer, die du (allein =) für sich hingestellt hast1?
- Also: Warum hast du diese sieben Lämmer für sich hingestellt?
30 Und er (sprach =) antwortete: 1 Die sieben Lämmer nimm aus meiner Hand, damit sie für mich zum (Zeichen =) Beweis (sind =) dienen, dass ich diesen Brunnen gegraben habe.
- כִי steht hier zur Einführung der direkten Rede, vgl. Gesenius S. 342
31 Darum nennt man diesen Ort „Schwurbrunnen“ (Beerscheba), denn dort schworen die beiden.
32 Und sie schlossen einen Bund am Schwurbrunnen (Beerscheba). Dann standen Abimelech und sein Heerführer Pichol auf und kehrten zurück ins Land der Philister.
33 Und er pflanzte eine Tamariske am Schwurbrunnen (Beerscheba) und rief dort den Namen JHWH s an, des ewigen Gottes.
34 Und Abraham lebte im Land der Philister viele Jahre als Fremdling.
Chapter 22
1 1 Und {es geschah} nach diesen Dingen {da} stellte Gott Abraham auf die Probe und sagte zu ihm: Abraham! Und er sagte: Hier bin ich!
- [Status: Ungeprüft]
2 Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, und geh doch ins Land Morija, und bringe ihn dort zum Brandopfer dar (und lasse ihn dort ein Brandopfer darbringen1) auf einem der Berge, den ich dir nenne (nennen werde).
- Das Verb kann im Hif'il sowohl „darbringen“ als auch „darbringen lassen“ bedeuten. Auch wenn durch den Kontext die Opferung des Sohnes vorgegeben ist, sollte man die Doppeldeutigkeit der Ankündigung bestehen lassen (vielleicht kann das im endgültigen Text durch eine Fußnote geschehen), weil der Auftrag Gottes an Abraham eben in dieser Doppeldeutigkeit gehört werden konnte.
3 Und Abraham machte sich früh auf am Morgen und sattelte seinen Esel und nahm seine zwei Knechte (Knaben)1 mit sich und Isaak, seinen Sohn. Und er spaltete Holz(scheite) [zum] Brandopfer (Brandopferholz2), {und} stand (machte sich) auf und ging zum Ort, den Gott ihm genannt hatte (nannte).
- „naar“ - im Unterschied zu „äbäd“ - heißt auch Knabe; Isaak wird in V. 5 so bezeichnet.
- Kann man „aze ola“ als Constructusverbindung ansprechen? Dann wäre es am besten als Compositum „Brandopferholz“ wiederzugeben.
4 Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von fern.
5 Und Abraham sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel. {Und} Ich aber und der Knabe gehen dorthin und (werden) (uns neigen, niederwerfen) beten an und (werden) zurückkehren zu euch.
6 Da nahm Abraham das Holz [zum] Brandopfer (Brandopferholz) und legte es auf Isaak, seinen Sohn. {Und} Er aber nahm in seine Hand das Feuer und das Messer. Und sie gingen beide miteinander.
7 Da sprach Isaak zu Abraham, seinem Vater {und er sprach}: Mein Vater! Und er sprach: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Sieh, [hier ist] das Feuer und das Holz, aber (und) wo [ist] das Schaf1 zum Brandopfer?
- „Sä“ ist Schaf oder Ziege; die Übersetzung „Lamm“ (so die Einheitsübersetzung) geht zu weit.
8 Da sprach Abraham: Gott wird sich auswählen1 (sehen) das Schaf zum Brandopfer, mein Sohn. Und sie gingen beide miteinander.
- Eine der vielen Bedeutungen von „raah“, sehen, das in diesem Text ein Schlüsselwort ist, vgl. Vers 14.
9 Und sie kamen an den Ort, den Gott ihm genannt (hatte). Und Abraham baute dort den Altar und schichtete das Holz auf. Und er fesselte Isaak, seinen Sohn, und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz.
10 Und Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten (zu töten).
11 Da rief (schrie) zu ihm ein Bote JHWH s vom Himmel {und sagte}: Abraham, Abraham! Und er sprach: Hier bin ich!
12 Und er sprach: Strecke nicht deine Hand aus gegen den Jungen und tu ihm nichts an! Denn jetzt habe ich erkannt, dass du Gott fürchtest und hast nicht zurückgehalten (geschont) deinen einzigen Sohn vor mir.
13 Und Abraham hob seine Augen auf und sah {und siehe} einen Widder hinten (hinter ihm?). Er wurde festgehalten im Dickicht (Gestrüpp) an seinen Hörnern. Und Abraham ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer anstelle seines Sohnes.
14 Und Abraham (be)nannte den Namen dieses Ortes: „JHWH sieht“, wie man sagt bis heute über [diesen] Berg: „JHWH lässt sich sehen“1.2
- Man beachte den Wechsel ins Hif'il und die Parallelstelle 2.Chronik 3,1, das einzige andere Vorkommen des Namens Morija im Ersten Testament: Der Berg Morija wird dort mit dem Jerusalemer Tempelberg identifiziert.
- 2 Chronik 3,1
15 Da rief (schrie) der Bote JHWH s ihn zum zweiten Mal vom Himmel.
16 Und sprach: Ich schwöre1 bei mir, Spruch JHWH s, fürwahr!2, weil du das getan hast und hast nicht geschont (zurückgehalten) deinen einzigen Sohn,
- Im Schwursatz steht das Verb im konstatierenden Perfekt, weil Aussage und Vollzug der Handlung zusammenfallen (Brockelmann, Syntax, § 41 d.).
- כי hat im Schwursatz die Funktion einer Bekräftigung.
17 darum will ich segnen1 und zahlreich machen deine Nachkommenschaft (deinen Samen) wie die Sterne am Himmel und wie der Sand, der am Saum (Ufer) des Meeres [ist]. Und in Besitz nehmen wird deine Nachkommenschaft (dein Same) das Tor seiner Feinde.
- figura etymologica: Das finite Verb wird durch den Inf. abs. verstärkt.
18 Und durch deine Nachkommenschaft sollen gesegnet werden1 alle Völker der Erde dafür, dass du auf (meine Stimme =) mich gehört hast.
- Das Hitpa'el bedeutet, dass man in der Segensformel als Vorbild genannt wird, also: "Du sollst gesegnet sein wie die Nachkommen Abrahams", vgl. Gen 26,4, Psalm 72,17. D.h. die Nachkommen segnen nicht selbst, sondern sie sind gesegnet, und man wünscht, so gesegnet zu sein wie sie.
19 Da kehrte Abraham zu seinen Knechen (Dienern) zurück, und sie standen auf und gingen (zogen) gemeinsam nach Beerscheba. Und Abraham wohnte in Beerscheba.
20 Und es geschah nach diesen Begebenheiten, dass Abraham gemeldet wurde {folgendermaßen}: Sieh da, geboren hat auch Milka Söhne dem Nahor, deinem Bruder.
21 Uz, seinen Erstgeborenen, und Buz, dessen Bruder, und Kemuel, den Vater (Arams =) der Aramäer.
22 {Und} Kesed und Hazo, {und} Pildasch, {und} Jidlaf und Betuel.
23 Betuel aber zeugte Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor, dem Bruder Abrahams.
24 Und seine Nebenfrau („Kebse“) (ihr Name war =) hieß Reuma. Auch sie gebar Tebach, {und} Gaham, {und} Tahasch und Maacha.
Chapter 23
1 1 Und es (war =) währte Saras Leben 127 Jahre; [das waren] die Lebensjahre Saras.
- [Status: Ungeprüft]
2 Da starb Sara in Krijat-Arba1, das ist Hebron im Land Kanaan. Da kam Abraham, um die Totenklage für Sara zu halten und um sie zu beweinen.
- קִרְיָה bedeutet „Stadt, Ortschaft“, אַרְבַּע ist „vier“, also wörtlich: Vierstadt.
3 Anschließend1 erhob sich Abraham von {vom Angesicht weg} seiner Toten und sprach zu den (Söhnen Chets =) Hetitern {folgendermaßen}:
- Waw-Perfekt (Narrativ), wörtlich: Und Abraham erhob sich.
4 Ein Fremdling und Beisasse1 bin ich bei euch. Gebt mir einen Grabbesitz2 bei euch, damit3 ich meine Tote {von mir weg} begrabe.
- = ohne Bürgerrechte
- Wörtl.: ein Grundbesitz-Grab
- Waw-Perfekt, wörtlich: und ich werde begraben.
5 Da antworteten die (Söhne Chets =) Hetiter Abraham {folgendermaßen} {ihm}:
6 Höre (auf) uns, Herr; du [bist] ein Fürst Gottes unter uns (in unserer Mitte): Im besten (vornehmsten) unserer Gräber begrabe deine Tote. (Jeder von uns wird sein Grab nicht vor dir zurückhalten =) Keiner von uns wird sein Grab vor dir zurückhalten, damit1 du deine Tote begraben kannst.
- Partizip
7 Daraufhin1 erhob Abraham sich und verneigte sich vor den Alteingesessenen (den Landbewohnern, der Landbevölkerung)2, den (Söhnen Chets =) Hetitern.
- Waw-Perfekt, wörtlich: da
- עַם־הָאָרֶץ (wörtl.: Volk/ Bevölkerung des Landes) ist ein feststehender Ausdruck, der das Volk des Landes bzw. die Landbevölkerung im Gegensatz zu den Fremden bezeichnet, Gesenius S. 977.
8 Dann verhandelte (sprach) er mit ihnen {folgerndermaßen}: Wenn es in eurem Sinne ist, dass ich meine Verstorbene {von mir weg} begrabe, dann hört mich (an) und bittet für mich (legt für mich Fürsprache ein bei) Efron, dem Sohn Zohars:
9 Er soll (möchte) mir geben die Höhle Machpela1, die ihm gehört, die am Rand (in der Ecke) seines Feldes [liegt], für den vollen Kaufpreis (Betrag) soll (möchte) er sie mir geben, mitten unter euch (in eurer Mitte) zum Grabbesitz2.
- „Das Doppelte“ oder „Das Geteilte“
- Wörtl.: ein Grundbesitz-Grab
10 Efron aber saß mitten unter den (inmitten der) (Söhne Chets =) Hetitern. Da antwortete Efron, der Hetiter, Abraham vor den Ohren der (Söhne Chets =) Hetiter, vor allen, die gekommen waren1 zum Tor2 seiner Stadt {folgendermaßen}:
- Partizip
- Das Tor ist der Ort, wo Recht gesprochen wird und Verträge abgeschlossen werden.
11 Nein, mein Herr, höre mich (an, höre mir zu): Das Feld schenke (gebe) ich dir, und die Höhle {die} darauf {ist}, schenke (gebe) ich dir; vor den Augen (der Söhne meines Volkes =) meiner Mitbürger (Volksgenossen) schenke (gebe) ich sie dir, um deine Verstorbene zu begraben.
12 Daraufhin1 verneigte sich Abraham vor den Alteingesessenen (den Landbewohnern, der Landbevölkerung).
- Waw-Perfekt, wörtlich: da
13 Dann sprach er zu Efron vor den Ohren der Alteingesessenen (der Landbewohner, der Landbevölkerung) {folgendermaßen}: Ach, wenn du doch auf mich hören wolltest! Ich zahle (gebe) den Preis des Feldes; nimm ihn von mir [an], dann kann (werde) ich dort meine Tote begraben.
14 Daraufhin antwortete Efron Abraham {folgendermaßen} {ihm}:
15 Mein Herr, höre mich (an), ein (Land von 400 Silberschekeln =) Land, das 400 Silberschekel wert ist, was ist das zwischen mir und dir? {Und} Begrabe deine Tote!
16 Da hörte Abraham auf Efron, und Abraham bezahlte Efron das Geld, (von dem er gesprochen =) das er verlangt hatte vor den Ohren der (Söhne Chets =) Hetiter, 400 Silberschekel (, wie sie beim Kaufmann gangbar sind =) gangbare Münze.
17 So fiel (ging in Besitz über) das Feld Efrons, das in (bei) Machpela [ist], das gegenüber von Mamre [liegt], das Feld und die Höhle, die darauf [ist], und alle Bäume, die auf dem Feld [wachsen], die auf seiner ganzen Grenze (seinem ganzen Gebiet) ringsum [stehen],
18 an Abraham als Erwerb (Kauf) vor den Augen der (Söhne Chets =) Hetiter, allen die ins Tor seiner Stadt gekommen waren.
19 Danach (hierauf) begrub Abraham Sara, seine Frau, in der Höhle [auf dem] Acker Machpela, das vor Mamre [liegt], das ist Hebron, im Land Kanaan.
20 So fielen (gingen in Besitz über) das Feld und die Höhle auf ihm an Abraham, zum (als) Grabbesitz von den (Söhnen Chets =) Hetitern.
Chapter 24
1 1 {Und} Abraham [war] alt, hochbetagt. Und JHWH hatte Abraham in allem gesegnet.
- [Status: Ungeprüft]
2 Da sprach Abraham zu seinem Knecht (Diener), dem Hausältesten, der herrschte über alles, was ihm gehörte: Lege deine Hand unter meine Hüfte1,
- Euphemismus für die Genitalien, auf die man beim Schwur die Hand legt, Gesenius S. 498.
3 damit1 ich dich schwören lasse bei JHWH, dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde, dass du nicht nehmen wirst eine Frau für meinen Sohn von den Töchtern der Kanaanäer, in deren Mitte ich wohne.
- waw-perfekt
4 Sondern in mein Land und zu meiner Verwandtschaft sollst du ziehen (gehen) und eine Frau für meinen Sohn Isaak nehmen (holen).
5 Da sprach der Knecht (Diener) zu ihm: Vielleicht will die Frau nicht mit mir in dieses Land gehen1. MUSS2 ich dann deinen Sohn in das Land bringen, aus (von) dem du ausgezogen bist?
- Wörtl.: Zu gehen hinter mir in dieses Land
- fig. etym.: Zu einer finiten Verform tritt der absolute Infinitiv desselben Verbs. Durch diese Fügung erhält der Verbalausdruck besonderen Nachdruck, Schneider, Grammatik § 50.4.2.
6 Da sprach zu ihm Abraham: Hüte dich, dass du nicht meinen Sohn dorthin zurückbringst!
7 JHWH, Gott des Himmels, der mich nahm aus dem Haus meines Vaters und aus dem Land meiner Verwandtschaft, der zu mir sprach und der mir schwor {folgendermaßen}: Deiner Nachkommenschaft (deinem Samen) werde ich dieses Land geben, er wird seinen Boten (Engel) vor dir her senden, damit1 du meinem Sohn eine Frau von dort nehmen kannst.
- Waw-Perfekt
8 Wenn aber die Frau nicht mit dir kommen will, dann bist du ledig1 dieses Eides, [den du mir geschworen hast]2. Nur bringe meinen Sohn nicht dorthin zurück.
- Wörtl. rein, unschuldig sein von den Folgen eines Eides
- Wörtl.: meines Eides = des Eides, den du mir geschworen hast.
9 Da legte der Knecht (Diener) seine Hand unter die Hüfte Abrahams, seines Herrn, und schwor ihm auf dieses Wort.
10 Dann nahm der Knecht (Diener) zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und zog los (ging hin), und verfügte 1 über allerhand (allerlei) Güter (Kostbarkeiten) seines Herrn. Er machte sich also2 auf und zog (ging) nach Aram Naharaim3 zur Stadt Nahors.
- wörtl.: hatte in seiner Hand
- Waw-Perfekt
- Das Gebiet der Aramäerstaaten im Euphratknie zwischen Euphrat und Balihu, später auf Nordsyrien ausgedehnt, Gesenius S. 790.
11 Da ließ er die Kamele knien außerhalb der Stadt an einem Wasserbrunnen zur Abendzeit, zur Zeit, wo die Frauen zum Schöpfen (die Schöpferinnen) hinausgehen.
12 Und er sprach: JHWH, Gott meines Herrn Abraham, füge es bitte heute für mich und erweise Gnade (Huld) {mit} meinem Herrn Abraham.
13 Sieh, ich will mich an die Wasserquelle stellen, wenn1 die Töchter der Stadtbewohner herauskommen, um Wasser zu schöpfen.
- Waw-Perfekt; wörtl.: und die Töchter … werden herauskommen.
14 Sollte1 ein Mädchen, zu dem ich sage: Neige doch deinen Krug, damit2 ich trinken kann, antworten3: Trink! Und auch deine Kamele will (werde) ich tränken: Die hast du bestimmt für deinen Knecht, für Isaak, und durch sie (daran) werde (will) ich erkennen, dass du {mit} meinem Herrn Gnade erwiesen hast (gnädig bist).
- Waw-Perfekt, wörtl.: Und es wird geschehen: …
- Waw-Perfekt, wörtl.: und ich werde trinken
- Wörtl.: und sie antwortet
15 Und es geschah, er hatte noch nicht zuende geredet1, sieh!, Rebekka kommt heraus2, die geboren wurde dem Betuel, dem Sohn Milkas, der Frau Nahors, des Bruders Abrahams, (und ein Krug auf ihrer Schulter =) mit einem Krug auf der Schulter.
- Wörtl.: Beendet zu reden
- Partizip
16 Und das Mädchen war sehr schön anzusehen, eine Jungfrau, und ein Mann hatte sie noch nicht erkannt1, die stieg hinab2 zur Quelle, füllte ihren Krug und stieg [wieder] hinauf.
- Euphemismus für Geschlechtsverkehr
- Im Orient sind viele Brunnen tiefe Schächte; über eine in ihren Rand gehauene Treppe gelangt man zum Wasser.
17 Da lief (eilte) der Knecht (Diener) ihr entgegen und bat (sprach): Lass mich bitte ein wenig Wasser aus deinem Krug schlürfen.
18 Da sprach sie: Trink, mein Herr. Sie nahm schnell den Krug herunter auf ihre Hand und ließ ihn trinken.
19 Nachdem1 sie ihm genug zu trinken gegeben hatte, sagte sie: Auch deinen Kamelen will ich schöpfen, bis sie sich satt getrunken haben2.
- Waw-Perfekt
- Wörtl.: voll sind zu trinken
20 Da goß sie schnell ihren Krug in die Tränke und lief noch einmal zum Brunnen, um zu schöpfen, und schöpfte für alle seine Kamele.
21 Der Mann aber schaute ihr zu, schweigend, um zu erkennen, ob JHWH seinen Plan (Weg, Reise) gelingen ließ oder nicht.
22 Als sich aber die Kamele satt getrunken hatten1, da nahm der Mann einen goldenen [Nasen-]Ring, einen Halbschekel schwer, und zwei Armspangen für ihre Hand, zehn Goldschekel schwer,
- Wörtl.: als die Kamele voll waren zu trinken
23 und sprach: Wessen Tochter bist du? Sag mir bitte, gibt es für uns Platz im Haus deines Vaters zum Übernachten?
24 Da sprach sie zu ihm: Ich bin die Tochter Betuels, der Sohn Milkas, den sie dem Nahor gebar.
25 Und sie sprach [weiter] zu ihm: Wir haben eine Menge (viel) {sowohl} Häcksel {als auch} [und] Futter, auch Platz zum Übernachten.
26 Da warf sich der Mann auf die Knie1 und betete zu JHWH
- Wörtl.: „neigte sich“, aber dieses „Neigen“ geschieht so, dass man sich auf die Knie wirft, so dass die Stirn den Boden berührt, vgl. das Gebet im Islam.
27 und sprach: Gepriesen sei JHWH, der Gott meines Herrn Abraham, der nicht (abgelassen =) entzogen hat seine Gnade und Treue meinem Herrn. Mich hat JHWH auf meinem Weg geführt [ins] Haus des Bruders meines Herrn.
28 Da lief das Mädchen und erzählte (meldete) dem Haus ihrer Mutter diese Dinge.
29 Rebekka hatte aber einen Bruder, der hieß Laban. *Da lief Laban zum Mann außerhalb der Stadt*1
- Dieser Satz muss vielleicht an der mit ** bezeichneten Stelle in Vers 30 eingefügt werden, so der Apparat der BHS.
30 Und es geschah, als er1 sah den [Nasen-]Ring und die Armspangen an den Händen seiner Schwester, und als er hörte die Worte Rebekkas, seiner Schwester {folgendermaßen}: So sprach der Mann zu mir, ** und als er kam zu dem Mann: Sieh, da steht2 er bei den Kamelen an der Quelle.
- So der Apparat der BHS; im Text steht der Inf.constr., wörtl.: beim Sehen.
- Partizip
31 Und er sprach: Komm [herein], Gesegneter JHWH s! Warum stehst du draußen? Ich habe das Haus aufgeräumt und Platz [ist] für die Kamele.
32 Da kam der Mann ins Haus und (band los =) schirrte ab die Kamele und man gab Häcksel und Futter für die Kamele und Wasser, um seine Füße zu waschen und die Füße der Männer, die mit ihm waren.
33 Und es wurde ihm zu Essen vorgelegt, er aber sprach: Ich will (werde) nicht essen, bis ich mein Anliegen (meine Sache, Rede) vorgetragen (geredet) habe. Da sprach er1: Rede!
- Die Septuaginta hat hier den Plural, s. Apparat BHS
34 Da sagte er: Ein Knecht Abrahams [bin] ich.
35 Und JHWH hat meinen Herrn sehr gesegnet, so dass er groß wurde (und er wurde groß). Und er gab ihm Kleinvieh und Rinder, {und} Silber und Gold, {und} Knechte (Diener, Sklaven) und Sklavinnen, {und} Kamele und Esel.
36 Und Sara, die Frau meines Herrn, gebar meinem Herrn einen Sohn, nachdem sie alt geworden war, und er (gab =) übergab ihm alles, was ihm gehört.
37 Und mein Herr ließ mich schwören {folgendermaßen}: Du sollst meinem Sohn keine Frau nehmen von den Töchtern des Kanaanäers, in dessen Land ich wohne.
38 Sondern1 du sollst (wirst) zum Haus meines Vaters gehen und zu meiner Verwandtschaft und eine meinem Sohn eine Frau nehmen.
- In einer Schwurformel hat אִם־לאֹ positiven Sinn, vgl. Brockelmann, Syntax § 170c.
39 Da sprach ich zu meinem Herrn: Vielleicht will (wird) die Frau nicht mitgehen1?
- wörtl.: Hinter mir gehen.
40 Da sprach er zu mir: JHWH, vor dem ich wandelte, wird seinen Boten (Engel) mit dir senden, und er wird deinen Auftrag (Weg) gelingen lassen, so dass du meinem Sohn eine Frau nehmen kannst aus meiner Sippe und aus dem Haus meines Vaters.
41 Dann wirst du frei sein von meinem1 Eid, wenn du zu meiner Verwandtschaft kommen wirst, und wenn sie [sie] dir nicht geben, dann bist du frei von meinem Eid.
- D.h. dem mir geschworenen
42 So komme1 ich heute zum Brunnen und ich sage: JHWH, Gott meines Herrn Abraham, bitte lass meinen Plan (Weg) gelingen2, den ich vor dir ausführe3:
- Alle folgenden Verbformen in der wörtlichen Rede des Knechtes stehen im Imperfekt. Ich gebe sie im Deutschen mit dem Präsens wieder.
- Wörtl.: „Wenn es bitte Gelingen gibt für meinen Weg“; der Nachsatz einer real gedachten Bedingung fehlt öfter, wenn eine Bitte ausgesprochen werden soll, vgl. Brockelmann, Syntax § 170a.
- Partizip, wörtl.: gehe
43 Sieh, ich stelle mich an die Wasserquelle. Wenn nun die junge Frau herauskommen wird, um zu schöpfen, dann werde ich zu ihr sagen: lass mich bitte ein wenig Wasser trinken aus deinem Krug.
44 Wenn sie dann zu mir sagen wird: {Sowohl} du sollst trinken1 und {als auch} deinen Kamelen werde ich schöpfen: [dann ist] sie die Frau, die JHWH dem Sohn meines Herrn bestimmt hat.
- Imperativ
45 Bevor ich vollende, zu (meinem Herzen =) mir selbst zu sprechen, sieh!, Rebekka kommt heraus1, und ihr Krug [ist] auf ihrer Schulter. Dann steigt sie in den Brunnen und schöpft, und ich sage zu ihr: Lass mich bitte trinken!
- Partizip
46 Da nimmt sie schnell ihren Krug von ihrer Schulter und sagt: Trink! Und auch deine Kamele will ich trinken lassen. Und ich trinke, und auch die Kamele lässt sie trinken.
47 Und ich frage sie und sage: Wessen Tochter bist du? Da sagt sie: Die Tochter Betuels, Sohn Nahors, den ihm Milka geboren hat, und ich stecke den Ring durch ihre Nase und die Armspangen an ihre Hände.
48 Und ich werfe mich nieder und bete zu JHWH und ich preise JHWH, den Gott meines Herrn Abraham, der mich auf dem Weg der Treue geführt hat, um [zur Frau] zu nehmen die Tochter des Bruders meines Herrn für seinen Sohn.
49 Und nun, wenn ihr meinem Herrn Gnade und Treue (tun =) erweisen könnt, sagt es mir; und wenn nicht, sagt es mir, und ich werde mich rechts oder links wenden.
50 Da antworteten Laban und Betuel und sprachen: Von JHWH kommt das {Wort}; wir können dir (weder Böses noch Gutes =) gar nichts [dazu] sagen.
51 Sieh, Rebekka [steht] vor dir: Nimm sie und geh, sie soll die Frau des Sohnes deines Herrn werden, wie JHWH gesagt hat.
52 Als aber der Knecht Abrahams ihre Worte gehört hatte, da warf er sich für JHWH zur Erde nieder.
53 Und der Knecht holte hervor silberne Geräte (Gefäße, Geschirr) und goldene {Geräte} und Kleider und gab sie Rebekka, und Kostbarkeiten gab er ihrem Bruder und ihrer Mutter.
54 Darauf aßen und tranken sie, er und die Männer, die mit ihm waren. Nachdem sie übernachtet hatten, standen sie am Morgen auf, und er sprach: Lasst mich zu meinem Herrn gehen.
55 Da sprachen ihr Bruder und ihre Mutter: Das Mädchen wird bei uns bleiben [einige] Tage oder zehn, danach (wird =) kann sie gehen.
56 Er aber sprach zu ihnen: Haltet mich nicht auf! JHWH hat meinen Weg gelingen lassen (Gelingen gegeben). Lasst mich gehen, dann werde ich zu meinem Herrn gehen.
57 Da sprachen sie: Wir wollen das Mädchen rufen und ihren Mund (= sie selbst) befragen.
58 Darauf riefen sie Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Mann gehen? Und sie sprach: Ich will gehen.
59 Da ließen sie Rebekka, ihre Schwester, los (gaben sie frei, entließen sie) und ihre Amme und den Knecht Abrahams und seine Männer.
60 Und sie segneten Rebekka und sagten zu ihr: Unsere Schwester, du sollst werden zu vielen Tausenden und du sollst in Besitz nehmen die Tore deiner Feinde.
61 Da brach Rebekka auf und ihre Mägde und sie ritten auf Kamelen und folgten dem Mann. Da nahm der Knecht Rebekka und zog los (ging).
62 Isaak aber kam …1 [vom] Brunnen Lachai-roi2, und er wohnte im Südland.
- Im Hebr. steht hier בָא מִבּוֹא, das finite Verb in der 3. Pers. Sg. und der Infinitiv (cstr./abs.) mit der Präposition מיִן, von - er kam vom Kommen? Ist evtl. gemeint, dass Isaak zurückkam? Der Apparat der BHS vermutet eine Verschreibung und schlägt vor, mit der Septuaginta מִדְבַּר zu lesen: Er kam aus der Wüste (wo der Brunnen Lachai-roi liegt, vgl. Gen 16,13f).
- „Des Lebendigen, der mich sieht“.
63 Isaak ging gerade auf das Feld um zu …1 gegen Abend. Als er seine Augen erhob (= aufblickte), da sah er, und sieh! Kamele kommen!
- Das Verb שׂוּחַ kommt nur einmal im AT vor; seine Bedeutung ist unklar. Man vermutet „sich ergehen, umherstreifen“, aber auch urinieren, vgl. Gesenius S. 1279.
64 Und als Rebekka ihre Augen erhob (= aufblickte), da sah sie Isaak. Da stieg sie ab vom Kamel.
65 Und sie sprach zu dem Knecht (Diener): Wer ist der Mann, der da, der uns entgegen kommt auf dem Feld? Da sprach der Knecht (Diener): Das ist mein Herr. Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich.
66 Der Knecht aber erzählte Isaak (alle Dinge, die =) alles, was er getan hatte.
67 Da führte Isaak sie in das Zelt von Sara, seiner Mutter. Und er nahm Rebekka und sie wurde seine Frau, und er liebte sie. So wurde Isaak getröstet nach [dem Tode] seiner Mutter.
Chapter 25
19 Dies [ist] die Geschlechtsgeschichte Isaaks, des Sohnes Abrahams. Abraham zeugte Isaak.
20 Isaak [war]vierzig Jahre alt 1, als er nahm 2 Rebekka, die Tochter Betuels des Aramäers aus Padan-Aram, die Schwester Labans des Aramäers, für sich zur Frau.
- wörtlich: Isaak [war] ein Sohn von vierzig Jahren
- wörtlich: bei seinem Nehmen
21 Isaak betete zu JHWH für 1 seine Frau, denn unfruchtbar [war] sie. Ihn erhörte JHWH und schwanger wurde Rebekka, seine Frau.
- vgl. Gesenius unter נׂכֵח
22 Die Kinder stießen sich 1 (sprangen, hüpften) 2 in ihrem Inneren und sie sagte: Wenn [das] so [ist], warum [geschieht] dies mir? 3 (Wenn [das] so [ist], warum [ist] dieses Leben mir?) Und sie ging um zu befragen JHWH.
- vgl. Gesenius unter רצץ
- vgl. LXX und dazu Benseler unter σκαίρω
- möglicherweise חַיׇּה einzufügen vgl. Apparat der BHS
23 JHWH sagte ihr: Zwei Völker [sind] in deinem Leib und zwei Nationen von deinem Mutterleib werden sie sich zerstreuen (sich verteilen, sich trennen). Eine Nation wird stärker sein als [die andere] Nation (eine Nation wird [die andere] Nation überwältigen), und [der] Große wird dienen [dem] Kleinen ([der] Ältere wird dienen [dem] Jüngeren).
24 Als erfüllt waren ihr Tage um zu gebären, siehe, Zwillinge [waren] in ihrem Leib.
25 Der Erste kam heraus rotbraun (rot)und sein Ganzes [war] wie ein Haarmantel (Pelzmantel)und sie riefen 1 seinen Namen Esau.
- die LXX, die syrische Übersetzung und die Vulgata setzen diese Verbform in den Singular, wie in Vers 26.
26 Danach kam heraus sein Bruder und seine Hand hielt an der Ferse Esaus und er rief 1 seinen Namen Jakob (man rief seinen Namen Jakob). Isaak war sechzig Jahre alt 2 bei ihrer Geburt3.
- einige hebräische Handschriften ergänzen hier einen Plural, vgl Anm. zu Vers 25.
- vgl. Anm. zu Vers 20.
- Wörtlich: bei ihrem Gebären.
27 Die Jungen wurden groß und Esau [war] ein jagdkundiger Mann, ein Mann des Feldes und Jakob [war] ein häuslicher Mann (ein gesitteter Mann), wohnend (sitzend, bleibend) [bei (in) den] Zelten.
28 Isaak liebte Esau, denn Wild [war] in seinem Mund (Wild [war] nach seinem Mund)und Rebekka liebte 1 Jakob.
- Partizip
Chapter 26
1 Und es war eine Hungersnot im Land - es war nicht die frühere Hungersnot in den Tagen Abrahams - und Isaak zog zu Abimelech, dem König der Philister, nach Gerar.
2 Und der Herr erschien ihm und sprach: „Ziehe nicht nach Ägypten hinunter, (sondern) lebe in dem Land, das ich dir nennen werde.
3 Bleibe als Schutzbürger in diesem Land und ich werde mit dir sein und dich segnen. Denn ich werde dir und deinen Nachkommen all diese Länder geben und werde den Eid halten, den ich Abraham, deinem Vater, geschworen habe.
4 Und ich will deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und deinen Nachkommen all diese Länder geben und durch deine Nachkommen werden alle Völker der Erde gesegnet werden.
5 Denn Abraham hat meine Stimme gehört und meine Gebote, meine Anordnungen, meine Gesetze und meine Weisungen geachtet.“
6 So ließ sich Isaak in Gerar nieder.
7 Als ihn die Männer des Ortes nach seiner Frau fragten, antwortete er: „Sie ist meine Schwester“, weil er sich fürchtete zu sagen: „Sie ist meine Frau“; (denn er dachte:) „Die Männer des Ortes könnten mich sonst um Rebbekas Schönheit willen töten.“
8 Als er nun eine Zeit lang dort verweilt hatte, sah Abimelech, der König der Philister, durchs Fenster und wurde überrascht gewahr, dass Isaak mit Rebbeka koste, seiner Frau.
9 Da rief Abimelech nach Isaak und sprach: „Sieh an, bestimmt ist sie deine Frau. Wie konntest du sagen: Sie ist meine Schwester?“ Da entgegnete ihm Isaak: „Gewiss, ich habe es gesagt, damit ich nicht ihretwillen sterbe.“
10 Da sprach Abimelech: „Wie kannst du uns das antun? Wie leicht hätte einer aus dem Volk mit deiner Frau schlafen können und du hättest Schuld auf uns kommen lassen.“
11 Nun befahl Abimelech dem gesamten Volk, indem er sprach: „Wer diesen Mann oder seine Frau antastet, wird mit dem Tod bestraft.“
Chapter 27
1 1 (Und es begab sich, dass =) Als Isaak alt [geworden war] und seine Augen nachgelassen hatten, sodass er nicht mehr sehen konnte2, rief er Esau, seinen älteren Sohn. Und er sprach zu ihm: Mein Sohn! Und er (sprach =) antwortete: Ja?3
- [Status: Ungeprüft]
- Wörtl.: „weg vom Sehen“
- Wörtl.: Hier [bin] ich.
2 Und {er} [Isaak] sprach: Du weißt1, ich bin alt geworden. Ich weiß nicht (den Tag meines Todes =), wann ich sterben werde.
- Wörtlich: Sieh doch!
3 Darum nimm deine Ausrüstung, dein Wehrgehänge1 und deinen Bogen, geh hinaus aufs Feld und (jage =) erlege mir ein Wildpret2.
- Der Köcher mit den Pfeilen
- Der hebräische Text markiert hier eine Verschreibung: Geschrieben (Ketib) steht צידה, Nahrung, Reiseproviant, zu Lesen (Qere) ist ציד, Wild, Jagdbeute, vgl. Vers 5.
4 Und bereite mir einen Leckerbissen zu, wie ich es (ihn?)1 liebe, bringe ihn mir, und ich esse2 ihn, damit (meine Seele =) ich dich segne, bevor ich sterbe.
- Es steht kein Suffix, daher ist unklar, worauf sich das „ich liebe“ bezieht.
- Partizip
5 Aber Rebekka hörte1 die Worte Isaaks an seinen Sohn Esau. Da ging Esau aufs Feld, um ein Wildpret zu jagen, um es zu bringen2
- Partizip
- Die Septuaginta ergänzt: τω πατρι αυτου, seinem Vater.
6 Rebekka sprach zu Jakob, ihrem Sohn {folgendermaßen}: (Siehe =) Pass auf, ich habe deinen Vater reden1 hören zu Esau, deinen Bruder {folgendermaßen}:
- Partizip
7 Bring mir ein Wildpret und und bereite mir einen Leckerbissen zu, und ich esse ihn. Dann werde ich dich segnen vor JHWH vor meinem Tod.
8 Und nun, mein Sohn, höre auf (meine Stimme =) mich, was ich dir befehle (anordne):
9 Geh zum Kleinvieh und nimm dir von (dort =) der Herde zwei schöne Ziegenböckchen. Ich werde sie zu einem Leckerbissen für deinen Vater zubereiten, wie er es (ihn?) liebt.
10 Und du sollst [ihn] deinem Vater bringen, und er wird [ihn] essen, damit er dich segnet vor seinem Tod.
11 Da sprach Jakob zu seiner Mutter Rebekka: Sieh, mein Bruder Esau ist ein haariger Mann, aber ich bin ein glatter1 Mann.
- Das Adjektiv bedeutet auch einschmeichelnd, trügerisch.
12 Vielleicht betastet mich mein Vater (und ich werde in seinen Augen wie einer, der Spott treibt =) und er glaubt, ich will ihn verspotten, und er bringt über mich Fluch und nicht Segen.
13 Da sprach seine Mutter zu ihm: Über mich [komme] dein Fluch, mein Sohn. Doch höre auf (meine Stimme =) mich und geh, bring mir.
14 Da ging Jakob und nahm und brachte seiner Mutter. Und seine Mutter bereitete einen Leckerbissen zu, wie ihn (es?) sein Vater liebte.
15 Und Rebekka nahm die gute Kleidung ihres älteren Sohnes Esau, die bei ihr im Haus [war], und bekleidete [damit] ihren jüngeren Sohn Jakob.
16 Und die Felle der Ziegenböckchen legte sie seinen Händen an und auf seinen glatten Hals.
17 Und sie gab den Leckerbissen und das Brot, die sie zubereitet hatte, ihrem Sohn Jakob in die Hand.
18 Er ging zu seinem Vater und sprach: Mein Vater! Und er sprach: (hier bin ich! =) Ja? Wer [bist] du, mein Sohn?
19 Jakob (sprach =) antwortete seinem Vater: Ich bin Esau, dein Erstgeborener. Ich habe getan, (wie du mir gesagt =) worum du mich gebeten hast. (Steh auf =) Komm, setz dich und iss von meinem Wildpret, damit (deine Seele =) du mich segnest.
20 Da sprach Isaak zu seinem Sohn: Wie hast du so schnell [Wild] gefunden, mein Sohn? Er (sprach =) antwortete: JHWH, dein Gott, hat es für mich [so] gefügt.
21 Da sprach Isaak zu Jakob: Komm her, damit1 ich dich betaste, mein Sohn, ob das mein Sohn Esau [ist] oder nicht.
- Waw-Perfekt
22 Jakob trat zu seinem Vater Isaak, und er betastete ihn. Und er sprach: Die Stimme ist die Stimme Jakobs, aber die Hände sind die Hände Esaus.
23 Aber er erkannte ihn nicht, denn er hatte behaarte Hände wie die Hände Esaus, seines Bruders, und er segnete ihn.
24 Und er (sprach =) fragte: [Bist] du mein Sohn Esau? Und er (sagte =) antwortete: Ich [bin es].
25 Und er sprach: Bringe mir, damit ich esse vom Wildpret meines Sohnes, damit (meine Seele =) ich dich segne. Und er brachte ihm, und er aß. Und er brachte ihm Wein, und er trank.
26 Und sein Vater Isaak sprach zu ihm: Komm her und küsse mich, mein Sohn.
27 Da trat Jakob zu [ihm] und küsste ihn. Und er roch den Geruch seiner Kleidung und segnete ihn. Er sprach: Ich nehme wahr1 den Geruch meines Sohnes.[Er ist] wie der Geruch des Feldes,das JHWH gesegnet hat.
- Wörtlich: Sehe
28 Gott gebe dir vom Tau des Himmels und (von der Fettigkeit =) vom Ertrag der Erde,und (Fülle =) viel Getreide (Korn) und Wein.
29 Völker sollen dir dienen und Stämme sollen sich dir beugen1.Sei Herr über deine Brüder,und die Söhne deiner Mutter sollen sich dir beugen.Wer dich verflucht, sei verflucht,und wer dich segnet, sei gesegnet.
- Hier liegt eine Verschreibung vor. Geschrieben (Ketib) steht das Imperfekt וישתחו, sie werden sich beugen, zu lesen (Qere) ist der Imperativ וישתחוו, sie sollen sich beugen.
30 Und es geschah, als Isaak (fertig war, Jakob zu segnen =) den Segen für Jakob beendet hatte, da geschah es jedoch, dass Jakob schleunigst wegging1 (vom Angesicht =) von Isaak, seinem Vater, und Esau, sein Bruder, kam von seiner Jagd.
- Wörtlich: Im Weggehen ging er weg. Es handelt sich um eine Figura Etymologica: Zu der finiten Verbform tritt der Infinitv desselben Verbs. Durch diese Fügung erhält der Verbalausdruck besonderen Nachdruck (Schneider, Grammatik 50.4.2).
31 Auch er hatte einen Leckerbissen zubereitet und brachte [ihn] seinem Vater und sprach zu seinem Vater: Steh auf, mein Vater, und iss vom Wilpret deines Sohnes, damit (deine Seele =) du mich segnest.
32 Da (sprach =) fragte ihn Isaak, sein Vater: Wer [bist] du? Und er (sprach =) antwortete: Ich bin dein erstgeborener Sohn Esau.
33 Da erschrak Isaak heftig1 und (sagte =) fragte: Wer war denn das, der das Wildpret jagte und [es] mir brachte, und ich aß von allem, bevor du kamst, und segnete ihn? Er wird auch gesegnet bleiben.
- Figura Etymologica, vgl. Gesenius 394. Wörtlich: Isaak erschreckte einen überaus großen Schrecken (Entsetzen)
34 Als Esau (die Worte seines Vaters hörte =) hörte, was sein Vater sagte, brach er in heftiges Klagegeschrei aus, und sein Kummer war sehr groß. Und er sprach zu seinem Vater: Segne auch mich, mein Vater!
35 Und [Isaak] sprach: Dein Bruder kam mit List (Betrug, Verrat) und (nahm =) stahl deinen Segen.
36 Und [Esau] sprach: (Wird denn sein Name genannt =) Heißt er [nicht] Jakob?1 Und (dieser =) er hat mich zweimal hintergangen (betrogen)2: Meine Erstgeburt hat er (genommen =) gestohlen, und (siehe =) da, jetzt (nimmt =) stiehlt er meinen Segen! Und er (sprach =) fragte: Hast du für mich keinen Segen übrig gelassen (zurückbehalten)?
- Ein im Deutschen nicht wiederzugebendes Wortspiel: Der Name יעקב ist auch die 3.Sg. Impf. Qal des Verbs עקב = er betrügt. Gen 25,26 leitet den Namen vom Nomen עקב, Ferse, ab, das mit dem Verb eine gemeinsame Wurzel bildet: auf dem Fuße folgen, an die Ferse fassen.
- Das Verb ist עקב, s. vorige Anmerkung.
37 Isaak antwortete {und sprach zu} Esau: Sieh mal, ich habe ihn zum Herrn über dich gemacht (eingesetzt), alle seine Brüder habe ich ihm als Diener (Knechte, Sklaven) gegeben, mit Getreide und Wein habe ich ihn versehen (ausgestattet). Was kann ich noch für dich tun, mein Sohn?
38 Da sprach Esau zu seinem Vater: Hast du nicht einen Segen für mich, mein Vater? Segne auch mich, mein Vater! Und Esau (erhob seine Stimme und weinte =) fing an zu weinen.
39 Da antwortete sein Vater Isaak {und sprach zu ihm}: Sieh, (fettes Land der Erde =) [un]fruchtbare Landstriche1 werden dein Wohnsitz sein,und ohne Tau vom Himmel.
- Im hebräischen Text steht „fettes Land“, aber das hat Isaak ja schon Jakob versprochen. Der dritte Versteil macht klar, dass Esau das Gegenteil erhält. Im Hebräischen steht dafür מן, ohne. Das Wort משמני könnte man auch מן שצמי lesen; bei der Zusammenziehung beider Worte würde das Nun wegfallen, und im Schin müsste ein Punkt (Dagesch) stehen, dann würde es „ohne Fett der Erde“ heißen. Es steht aber so nicht im Text.
40 Von deinem Schwert wirst du leben und deinem Bruder wirst du dienen.Aber es soll geschehen, wenn du dich anstrengst1,wirst du sein Joch losreißen von deinem Nacken.
- So Gesenius, S. 1224. Die Wurzel רוד im Hif'il kommt nur an dieser Stelle und in Psalm 55,3 vor, das Qal nur Hosea 12,1 und Jeremia 2,31; an allen Stellen ist der Text unsicher. An den drei genannten Stellen hat das Verb die Bedeutung „umherschweifen“, aber diese Bedeutung ergibt hier keinen Sinn. Deshalb werden im Apparat der BHS verschiedene andere Möglichkeiten vorgeschlagen: Der samaritanische Pentateuch hat hier das Imperfekt Nif'al von אדר, „du wirst dich verherrlichen“. Die Septuaginta (und ihr folgend die Vulgata) übersetzen καθελης (von καθαιρεω, herunternehmen, niederreißen) = „du wirst herunterreißen“. Der Bearbeiter schlägt vor, ארך hif'il zu lesen, „du wirst lange leben“, oder מרד Qal, „du wirst dich auflehnen“.
41 Esau feindete Jakob an wegen des Segens (mit dem ihn sein Vater gesegnet hatte =) den ihm sein Vater erteilt hatte. Und Esau sprach (in seinem Herzen =) zu sich: Es nähern sich die Tage der Trauer um meinen Vater. Dann werde ich meinen Bruder Jakob töten (totschlagen).
42 Als Rebekka die Worte Esaus, ihres älteren Sohnes, hinterbracht wurden (man hinterbrachte Rebekka Esaus ... Worte), sandte sie und rief nach Jakob, ihrem jüngeren Sohn, und sprach zu ihm: (Siehe =) Pass auf! Dein Bruder Esau will sich an dir rächen (Rache nehmen)1, er will dich töten.
- Partizip
43 Pass auf, mein Sohn, höre auf (meine Stimme =) mich: Mach dich auf und fliehe zu Laban, meinem Bruder, nach Haran.
44 Du sollst bei ihm einige Tage (wohnen =) bleiben, bis sich der Zorn deines Bruders (gewendet =) gelegt hat.
45 Wenn der Zorn deines Bruders sich (von dir gewendet =) gelegt hat und er vergessen hat, was du ihm angetan hast, werde ich [nach dir] schicken und dich von dort holen. Warum soll ich (der Kinder beraubt werden =) euch beide verlieren1 an einem Tag?
- Esau müsste als Mörder seine Familie verlassen.
46 Und Rebekka sprach zu Isaak: Ich bin lebensüberdrüssig (ekle mich vor dem Leben) wegen der (Töchter Chets =) Hetiterinnen. Wenn Jakob eine Frau von den (Töchtern Chets =) Hetiterinnen nimmt wie jener1 [sich eine Frau] von den Töchtern des Landes [nahm], was soll mir das Leben (warum soll ich noch leben)?
- Gemeint ist Esau
Chapter 29
1 Und Jakob hob seine Füße und er ging zur Erde der Söhne des Morgenlandes (Osten).
2 Und er sah und siehe, [da war] ein Brunnen auf dem Feld und siehe, dort waren drei Herden [von] Kleinvieh, [das] lagerte an ihm, denn aus dem Brunnen tränkte man die Herden. Und der Fels auf der Öffnung des Brunnen war groß.
3 Und sie versammelten dort alle Herden und wälzten den Fels von der Öffnung des Brunnen und sie tränkten das Kleinvieh und sie brachten den Fels zurück auf die Öffnung des Brunnen zu seinem Platz.
4 Und Jakob sprach zu ihnen: „Meine Brüder, woher [seid] ihr?“ Und sie sagten: „Wir [sind] aus Haran.“
5 Und er sprach zu ihnen: „Kennt ihr Laban, den Sohn Nahors?“ Und sie sagten: „Wir kenne ihn!“
6 Und er sprach zu ihnen: „Geht es ihm gut?“ Und sie sagten: „Es geht ihm gut! Und siehe, [da] ist Rahel, seine Tochter; sie begleitet das Kleinvieh.“
10 Und es begab sich, als Jakob Rahel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter und das Kleinvieh Labans, des Bruders seiner Mutter sah, [da] kam er hinzu, und Jakob wälzte den Stein von der Öffnung des Brunnens, und tränkte das Kleinvieh Labans, des Bruders seiner Mutter.
13 Und es geschah, als Laban die Nachricht von Jakob, dem Sohn seiner Schwester hörte, [da] lief er hin, um ihn (für ihn) zu treffen und umarmte ihn und küsste ihn und brachte ihn in sein Haus. Und er sagte ihm all diese Worte.
Chapter 32
23 Und er erhob sich in der Nacht, und nahm seine zwei Frauen (Weiber) und seine zwei Sklavinnen1 und seine ein zehn (elf) Kinder. Und sie gingen durch den Übergang des Jabbok.
- Gesenius: Sklavin der Frau, die sie ihm als Kebsweib geben konnte
24 Und er nahm sie und er führte sie durch das Tal. Und er brachte auch das hinüber, was ihm war.
25 Und Jakob blieb zurück, alleine für sich. Und es rang ein Mann mit ihm bis zum aufgehen der Morgenröte.
26 Und er sah, dass er nicht zu ihm konnte, und er berührte [ihn] an seiner Hüftpfanne. Und die Hüftpfanne Jakobs verrenkte sich in seinem Kampf mit sich.
27 Und er sagte: „Lass mich los, weil die Morgenröte aufgeht.“ Und er sagte: „Ich lasse dich nicht los, als wenn du mich segnest.“
28 Und er sagte zu ihm: „Was ist dein Name?“ Und er sagte: „Jakob“
29 Und er sagte: „Nicht länger soll dein Name Jakob sein (gesagt werden), sondern er sei Israel. Denn du hast gestritten mit Gott und mit Menschen und du hast obsiegt.“
30 Und Jakob fragte, und er sagte: „Erzähle doch deinen Namen.“ Und er sagte: „Warum fragst du {dies}[nach] meinen Namen?“ Und er segnete ihn dort.
31 Und Jakob sagte den Namen der Stätte: Penuel. Denn ich habe Gott gesehen, Angesicht zu Angesicht und meine Seele wurde gerettet.
32 Und es ging die Sonne zu ihm auf, als er vorbeizog an Penuel. Und er hinkte an der Hüftpfanne. Deswegen essen die Israeliten nicht die Sehne der Hüfte 1, die auf der Hüftpfanne ist, bis zu diesem Tag. Denn Jakobs Hüftpfanne berührte sie an der Sehne der Hüfte.
- Gesenius: nervus ischiadicus
Chapter 37
1 1 Und es ließ sich nieder (wohnte) Jakob im Land der Fremdlingschaft (des Gastaufenthalts) seines Vaters, im Land Kanaan.
- [Status: Ungeprüft]
2 Dies [ist] die Familiengeschichte Jakobs. Josef, als Siebzenjähriger,1 hütete2 mit seinen Brüdern das Kleinvieh3 – {und} er war [noch] ein junger Bursche –, [das heißt] (er war ein Gehilfe (wie ein Gehilfe; junger Bursche)) mit (bei) den Söhnen Bilhas und mit den Söhnen Silpas, der Frauen seines Vaters. Und Josef brachte einen bösen Berichten (Gerücht)4 [über] sie zu ihrem Vater.
- Wörtlich: „ein Sohn von 17 Jahren“. Oder: „sein siebzehnjähriger Sohn“. Im Hebräischen wird das Wort בֵּן „Sohn“ auch im übertragenen Sinne zur Bildung von Einzelbegriffen aus Kollektivbegriffen benutzt. Ein „Sohn von 17 Jahren“ ist demnach jemand, der 17 Jahre alt ist bzw. ein 17-Jähriger.
- Wörtlich „war hütend“.
- Das sind Schafe und Ziegen.
- Es wirkt hier so, als ob Josef seine Brüder anschwärzt, aber die Wortbedeutung ist nicht so klar. In Jer 20,10 und Hes 36,4 bedeutet es neutral „Tratsch“, in den Psalmen (25,10; 31,14) „Gerücht“ (bes. negativ in 10,18). Aber im Pentateuch kommt es nur noch in Num 13,32; 14,36f. vor, wo die israelitischen Kundschafter einen Bericht über das eigentlich gute Land Kanaan negativ wiedergeben. Er stellt also womöglich nur Tatsachen negativ dar oder liefert einen neutralen Bericht böser Taten.
3 {Und} Israel liebte Josef mehr als alle seine Brüder, denn ein im Alter geborener Sohn (ein Sohn des Alters, Alterssohn) war er ihm. Und er machte ihm ein langärmeliges Hemd (Tunika).
4 Und es sahen seine Brüder, dass ihr Vater ihn mehr als alle seine Brüder liebte. Und sie hassten ihn, sodass sie nicht friedlich (zum Frieden) mit ihm zu reden vermochten.
5 Und es träumte Josef einen Traum, und er erzählte [ihn] seinen Brüdern. Da hassten sie ihn noch mehr.1.
- Wörtlich: „fügten sie noch hinzu, ihn zu hassen“
6 Und er sagte zu ihnen: Hört doch diesen Traum, den ich geträumt habe.
7 {Und} Siehe, wir waren [gerade] am Garben binden inmitten des Feldes, und siehe, meine Garbe stieg empor (erhob sich) und stellte sich sogar hin. Und siehe, es umrundeten eure Garben [meine Garbe] (es stellten sich eure Garben im Kreis auf) und warfen sich vor meiner Garbe nieder!
8 Da sagten ihm seine Brüder: Willst du etwa1 König über uns sein, {oder}2 willst du {etwa} über uns herrschen? Und sie hassten sie ihn noch mehr3 wegen seiner Träume und wegen seiner Reden.
- Die Fragepartikel „etwa“ übersetzt den infinitivus absolutus מָלֹךְ, der bei Fragen die Funktion hat, die Eindringlichkeit der Frage zu verstärken (Gesenius/Kautzsch 1909: § 113q).
- Die Kombination הֲ … אִם leitet normalerweise eine Doppelfrage mit dem Sinn „entweder...oder“ ein. Die beiden Frageglieder müssen sich aber nicht gegenseitig ausschließen, sondern können auch – wie im vorliegenden Vers – alternative Formulierungen des gleichen Sachverhalts sein (Gesenius/Kautzsch 1909: § 115h)
- Wörtlich: „fügten sie noch hinzu, ihn zu hassen“
9 Er träumte noch einen anderen Traum. Er erzählte ihn seinen Brüdern und sagte: Siehe, ich habe noch einen Traum geträumt. {Und} Siehe, die Sonne und der Mond und elf Sterne warfen sich vor mir nieder.1
- Wörtlich: „[waren] sich vor mir Niederwerfende“
10 Und er erzählte [den Traum] seinem Vater und seinen Brüdern. Da schimpfte sein Vater mit ihm: Was [soll] dieser Traum, den du geträumt hast? Sollen etwa ich und deine Mutter und deine Brüder kommen, um uns vor dir niederzuwerfen auf den Boden?
11 Und seine Brüder waren neidisch auf ihn. Sein Vater behielt (bewahrte) die Sache (das Wort) [im Gedächtnis].
12 [Eines Tages] gingen seine Brüder das Kleinvieh ihres Vaters in Sichem hüten.
13 Da sagte Israel zu Josef: Hüten deine Bruder nicht [gerade] [das Kleinvieh] in Sichem? Geh [doch bitte], ich will dich zu ihnen senden. Da sagte er (Josef) ihm: Ich bin bereit! (Hier bin ich!)
14 Und er (Israel) sagte ihm: Geh doch, sieh [nach dem] Wohlbefinden deiner Brüder und [nach dem] Wohlbefinden des Kleinviehs, und erstatte mir Bericht.1 So entsandte (schickte) er ihn aus dem Tal [von] Hebron, und er kam nach Sichem.
- Wörtlich: „bring mir Nachricht zurück“
15 Und es fand ihn ein Mann, als (wie) 1 [er] auf dem Feld herumirrte2. Da (und) fragte ihn der Mann {folgendermaßen}: Was suchst du?
- Die präsentative Partikel הִנֵּה bedeutet nicht nur „Siehe!“, sondern dient auch zur Herstellung temporaler und kausaler Verknüpfungen („als“, „weil“ etc.).
- Auflösung eines Ptz.
16 Und er sagte: Meine Brüder suche ich. Sag (erzähle) mir doch [bitte], wo sie weiden!
17 Und es sagte der Mann: Sie sind von hier aufgebrochen, denn ich habe sie sagen gehört: Lasst uns nach Dotan gehen! Und es ging Josef nach seinen Brüdern (hinter seinen Brüdern her), und er fand sie in Dotan.
18 Als sie ihn von der Ferne kommen sahen, {und} bevor er ihnen nahe kam, fassten sie den {arglistigen} Plan, ihn zu töten.
19 Und sie sagten einer zum anderen (zueinander): Seht, dieser Träumer1 kommt (ist am Kommen).
- Wörtlich: „Herr der Träume“. Laut Gesenius bezeichnet hebr. בַּעַל „Herr“ in Verbindung mit bestimmten Substantiven eine Person, „mit dem die Sache irgendwie verbunden ist“. So ist ein „Herr der Pfeile“ zum Beispiel ein Bogenschütze (Gen 49:23) und ein „Herr der Träume“ ein Träumer.
20 Jetzt aber los! (Und jetzt auf!) Lasst1 ihn uns erschlagen (töten) und in eine der Zisternen werfen! Dann werden wir [unserem Vater] sagen, ein wildes (böses) Tier habe ihn gefressen. {Und} Wir werden sehen, was aus seinen Träumen wird.2
- Die beiden Verben in diesem Satz scheinen ihre auffordernde (kohortative) Bedeutung vom vorausgehenden Imperativ לְכוּ (hier übersetzt als „los“) zu „erben“. Der Form nach sind die Verben nicht kohortativ. Beide Verben weisen die allgemeine Form weyiqtol auf (ו + Imperfekt). Die Bedeutung dieser Form wird in der Forschung kontrovers diskutiert (William's Hebrew Syntax, §180).
- Wörtlich: „was seine Träume werden“.
21 Als Ruben [das] hörte, wollte er ihn aus ihrer Hand (Gewalt) retten (entreißen) und sagte: Wir dürfen (lasst uns) sein Leben nicht nehmen.1
- Wörtlich: „Wir werden ihn nicht schlagen [in Bezug auf sein] Leben.“
22 {Und es sagte Ruben:} Vergießt kein Blut! Werft ihn in die Zisterne dort (diese Zisterne) in der Wüste, [die] Hand aber streckt nicht gegen ihn aus. [Ruben sagte das,] um ihn (Josef) aus ihrer Hand (Gewalt) zu retten (entreißen) {um} und ihn zu seinem Vater zurückkehren zu lassen (zurückzubringen).
23 Als Josef schließlich bei seinen Brüdern angekommen war,1 [da] zogen sie Josef sein Hemd aus, das langärmelige Hemd, das er anhatte.
- Wörtlich: „Und es geschah, als Josef zu seinen Brüdern gekommen war“.
24 Und sie nahmen (ergriffen) ihn und warfen ihn die Zisterne. {Und} Die Zisterne war [übrigens] leer, es war kein Wasser in ihr.
25 Und sie setzten sich hin, um etwas (Brot, Speise) zu essen. Als sie die (ihre) Augen erhoben (aufblickten), [da] sahen sie {siehe!} eine Karawane von Ismaelitern, die [gerade] aus Gilead kam. Ihre Kamele trugen Tragakant,1 Balsam und Ladanum.2 [Sie] waren unterwegs nach Äypten, um [ihre Waren dorthin] zu bringen.3
- Tragakant ist eine pflanzlich gewonnene, gummiartige Substanz, die im Altertum u.a. bei der Herstellung von Räucherwerk, Arzneien und Kosmetikprodukten Verwendung fand.
- Ladanum ist ein Pflanzenharz, das u.a. als Heilmittel für Atem- und Verdauungsprobleme verwendet wurde.
- Wörtlich: „Sie gingen, um [ihre Waren] nach Ägypten hinabzubringen“.
26 Und es sagte Juda zu seinen Brüdern: Was [ist der] Gewinn (was gewinnen wir damit), wenn wir unseren Bruder töten (erschlagen) und sein Blut (seinen Tod) verbergen (bedecken, zudecken)?1
- Vgl. Gen 4:10, wo nach Abels Tod die „Stimme seines Blutes“ vom Ackerboden her den Klageruf erhebt und von Gott erhört wird.
27 Los (Auf), verkaufen wir ihn an die Ismaeliter! Unsere Hand aber sei nicht (soll nicht sein) gegen ihn (an ihm). Denn unser Bruder, unser Fleisch [ist] er. Und es hörten seine Brüder [auf ihn].
28 Und es kamen midianitische Männer vorbei, die [durch das Land] zogen (umherreisten). Und sie zogen Josef aus der Zisterne nach oben,1 und sie verkauften Josef (ihn) an die Ismaeliter für zwanzig Silber[stücke]. Und sie brachten Josef nach Ägypten.
- Im hebräischen Original stehen zwei koordinierte Verben, „zogen [heraus]“ und „brachten nach oben“, die denselben Vorgang bezeichnen und daher mittels eines einzigen Verbs wiedergegeben werden können (vgl. Williams' Hebrew Syntax §223).
29 Als Ruben zur Zisterne zurückkam, {und} siehe, Josef war nicht [mehr] in der Zisterne (darin). Und er zerriss seine Kleidung.
30 Und er kehrte zu seinen Brüdern zurück und sagte: Der Junge (das Kind) ist nicht [mehr] da! {Und ich} Was soll ich [jetzt] machen?1
- Wörtlich: „Wohin komme (part.) ich ?“
31 Und sie nahmen das Hemd Josefs, und sie schlachteten einen Ziegenbock, und sie tauchten das Hemd in das Blut.
32 Und sie ließen das langärmelige Hemd ihrem Vater bringen1 und sagten [ihm] (ließen [ihm] sagen): Das haben wir gefunden. Prüfe (betrachte, erkenne) doch [bitte], ob es das Hemd deines Sohnes [ist] oder nicht!
- Wörtlich: „Und sie schickten das langärmelige Hemd und sie brachten ihrem Vater“. Die zwei Verben des hebr. Originals „schickten“ und „brachten“ beschreiben denselben Vorgang und wurden daher als eine Verbalgruppe übersetzt: „ließen...bringen“ (vgl. die Anmerkung zu Vers 28).
33 Und er prüfte (betrachtete, erkannte) es und sagte: [Es ist] das Hemd meines Sohnes! Ein wildes (böses) Tier hat ihn gefressen (verschlungen). Josef ist eindeutig (wahrlich) gerissen (zerrissen) worden!1
- Wörtlich: „Wahrlich ein Zerrissener [ist] Josef.“
34 Und es zerriss Jakob seine Kleider, und er legte Sack[tuch] um seine Lenden (Hüften). Und er trauerte viele Tage um seinen Sohn.
35 Und es machten sich auf (standen auf) alle seine Söhne und alle seine Töchter, um ihn zu trösten. Und er weigerte sich, getröstet (bemitleidet) zu werden. Und er sagte {dass}: Ich will (werde) zu meinem Sohn trauernd (in Trauer) in den Scheol (in das Totenreich) hinabsteigen. Und es beweinte ihn sein Vater.
36 Und die Midianiter1 verkauften ihn nach Ägypten, an Potifar, einen Beamten des Pharaoh, den Hauptmann (Führer) der Leibwächter (Leibwache).
- Im hebräischen Original (d.h. im masoretischen Text) steht „Medaniter“ (wahrscheinlich ein Schreibfehler).
Chapter 38
1 1 Und es geschah zu (in) jener (dieser) Zeit, dass Juda hinabging (hinabstieg) von {mit} seinen Brüdern. Und er kehrte zu (bei) einem adullamitischen Mann ein. Sein (dessen) Name [war] Hira.2
- [Status: Ungeprüft]
- Oder: „Und er zeltete / schlug sein Zelt auf in der Nähe eines adullamitischen Mannes.“
2 Und es sah dort Juda die Tochter eines eines kanaanäischen Mannes. Sein (dessen) Name war Schua. Und er nahm sie [sich zur Frau] und kam zu ihr.1
- Die Wendung „zu einer Frau kommen“ ist im Hebräischen ein Euphemismus für „mit einer Frau Geschlechtsverkehr haben“.
3 Und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Und er (Juda) nannte seinen Namen Er.
4 Und sie wurde wieder (noch einmal) schwanger und gebar einen Sohn. Und er (Juda) nannte seinen Namen Onan.
5 Und sie wurde noch einmal1 schwanger und gebar einen Sohn. Und er (Juda) nannte seinen Namen Schela. {Und} Er war2 in Kesib, als sie ihn gebar.
- Wörtlich: „Und sie fügte noch hinzu [schwanger zu werden]“ (verbaler Hendiadyoin)
- Es mutet etwas merkwürdig an, dass Judas Aufenthaltsort zum Zeitpunkt der Geburt erwähnt wird. Zudem wirkt der hebräische Satzbau sehr eigenartig. Im kritischen Apparat der Biblia Hebraica wird daher vorgeschlagen, „war“ als „sie“ zu lesen -- die beiden Wörter unterscheiden sich im Hebräischen nur durch einen Buchstaben, d.h. hier könnte ein Schreibfehler im masoretischen Text vorliegen. Dann würde der vorliegende Satz lauten: „Sie [war] in Kesib, als sie ihn gebar“.
6 Und es nahm (fand) Juda eine Frau für Er, seinen Erstgeborenen. {Und} Ihr Name [war] Tamar.
7 Und es war Er (Und es begab sich, dass...), der Erstgeborene Judas, böse (schlecht) in den Augen JHWH s, und es tötete ihn JHWH.
8 Und es sagte Juda zu Onan: Geh (gehe ein, komm) zur Frau deines Bruders1 und gehe mit ihr die Schwagerehe ein2 und bringe hervor (stelle auf) Nachkommen (Samen) für deinen Bruder.
- Gemeint ist: „Vollziehe Beischlaf mit der Frau deines Bruders“. Der unmittelbar folgende Teilsatz stellt klar, dass der Beischlaf im gesetzlichen Rahmen der Schwagerehe erfolgen soll.
- Starb ein verheirateter Mann, ohne mit seiner Frau einen Erben gezeugt zu haben, musste dies nach Dtn 25,5-6 „nachgeholt“ werden, indem einer der Brüder des Verstorbenen mit der Witwe die sogenannte Schwagerehe (Levirat) einging.
9 Und es wusste Onan, dass die Nachkommen (der Same) nicht für ihn sein würden, sodass, wann immer er zur Frau seines Bruders kam, er [seinen Samen] auf dem Boden (auf den Boden) verderben ließ (vernichtete), ohne seinem Bruder [einen] Nachkommen (Samen) zu geben.
10 Und es war böse (schlecht) in den Augen JHWH s, was er (Onan) getan hatte, und er tötete auch ihn.
11 Und es sagte Juda zu Tamar, seiner Schwiegertochter: Bleibe (wohne, lass dich nieder) als Witwe [im] Haus deines Vaters, bis mein Sohn Schela erwachsen (groß) ist. Denn er sagte [sich]: Dass er nicht auch noch stirbt wie seine Brüder! Und es ging Tamar und ließ sich nieder (wohnte) im Haus ihres Vaters.
12 Und es häuften sich die Tage (es vergingen viele Tage), und es starb die Tochter Schuas, die Frau Judas. Und es beendete Juda die Trauerzeit (war getröstet), und er ging hinauf zu1 den Schafscherern nach Timna, er und Hira, sein Freund der Adullamiter.
- Im hebräischen Original steht „auf“ statt „zu“, was wahrscheinlich ein Schreibfehler ist (vgl. den kritischen Apparat der Biblia Hebraica).
13 Und es wurde Tamar folgendes erzählt (berichtet): Siehe, dein Schwiegervater geht [gerade] hinauf (ist unterwegs hinauf) nach Timna, um seine Schafe (sein Kleinvieh) zu scheren.
14 Und sie zog ihre Witwenkleider (die Kleiner ihrer Witwenschaft) aus {von auf ihr}, und sie bedeckte [sich] mit einem (dem) Schleier und verhüllte sich. Und sie setzte sich in den [Orts]eingang von Enajim, das auf dem Weg nach Timna [liegt]. Denn sie hatte gesehen, dass Schela groß (erwachsen) geworden war. Sie war ihm aber nicht als Frau gegeben worden.
15 Und es sah sie Juda und hielt sie für eine Prostituierte (Dirne, Hure), denn sie hatte ihr Gesicht bedeckt (verdeckt).
16 Und er bog zu ihr ab an den Weg und sagte: {Auf} Ich will zu dir kommen! Denn er wusste nicht, dass es (sie) seine Schwiegertochter [war]. Und sie sagte: Was gibst du mir (wirst du mir geben), wenn du zu mir kommen darfst (kommst)?
17 Und er sagte: Ich werde (will) dir einen jungen (kleinen) Ziegenbock (Ziegenböckchen, Ziegenböcklein) von der Herde schicken. Und sie sagte: Wenn du mir ein Pfand gibst, bis du [ihn] schickst!
18 Und er sagte: Was [ist] das Pfand, das ich dir geben soll? Und sie sagte: Deinen Siegel(ring) und deine Schnur1 und deinen Stab, der in deiner Hand ist. Und er gab ihr [alles]. Und er kam zu ihr, und sie wurde schwanger von ihm.
- Das Siegel wurde an einer Schnur um den Hals gehängt getragen.
19 Und sie {stand auf und} ging [weg] und legte ihren Schleier ab {von auf ihr} und zog ihre Witwenkleider (die Kleider ihrer Witwenschaft) an.
20 Und es schickte Juda den jungen Ziegenbock in (mit) der Hand (vermittels) seines Freundes, des Adullamiters, um das Pfand aus der Hand (von) der Frau zu holen (nehmen). Er fand sie aber nicht.
21 Und er (der Adullamiter) fragte die Männer ihres (des) Ortes {Folgendes}: Wo ist die (jene) Tempelprostituierte, die in Enajim am Weg (an der Straße) [war, saß]? Und sie sagten: Hier ist keine Tempelprosituierte gewesen.
22 Und er kehrte zurück zu Juda und sagte: Ich habe sie nicht gefunden! Und auch (sogar) die Männer des Ortes haben gesagt: Hier ist keine Tempelprostituierte gewesen.
23 Und es sagte Juda: Sie soll [das Pfand] für sich nehmen (behalten),1 damit wir nicht zum Gespött (zum Verachtung, zu Verachteten) werden.2 Siehe, ich habe einen jungen (kleinen) Ziegenbock (Ziegenböckchen, Ziegenböcklein) geschickt, aber du hast sie nicht gefunden.3
- Das von Juda hinterlegte Pfand (Siegelring samt Band und Stab) war sicherlich mehr wert als der Ziegenbock, den Juda der Prostituierten als Lohn versprochen hatte.
- Gemeint ist: „damit wir nicht durch weitere peinliche Nachforschungen zum Gespött der Leute werden“.
- Mit dieser Aussage rechtfertigt Juda seine Entscheidung zusätzlich, keine weiteren Nachforschungen anzustellen: Er hat das Nötige getan, um seinen Teil der Abmachung mit der Prostituierten einzuhalten. Dass die Frau sich nicht auffinden ließ, ist nicht seine Schuld.
24 Und es geschah nach ungefähr (etwa) drei Monaten, dass Juda Folgendes berichtet (erzählt) wurde: Deine Schwiegertochter hat Hurerei (Unzucht) getrieben und {Siehe!} ist sogar (auch) schwanger von der Hurerei! Und es sagte Juda: Führt sie hinaus, damit (dass) sie verbrannt wird (sie soll verbrannt werden)!
25 {Und} Sie wurde [gerade] hinausgeführt (Als sie hinausgeführt wurde...) und sie schickte (ließ schicken) ihrem Schwiegervater Folgendes: Von dem Mann, dem diese [Dinge gehören], bin ich schwanger geworden. Untersuche (prüfe, betrachte) doch [bitte], wem dieser Siegelring und diese Schnur (Schnüre) und dieser Stab gehören!
26 Und Juda betrachtete (prüfte, untersuchte) [die Sachen] und sagte: Sie ist im Recht mir gegenüber (gerechter als ich), weil (insofern als, in Anbetracht der Tatsache, dass) ich sie nicht [an] meinen Sohn Schela gegeben habe. Und er schlief nicht (hatte keinen Geschlechtsverkehr)1 mehr mit ihr.
- Im hebräischen Original steht „er erkannte sie nicht mehr“, ein Euphemismus für „er hatte keinen Geschlechtsverkehr mehr mit ihr“.
27 Und es geschah (begab sich, war) zu der Zeit ihres Gebärens (ihrer Entbindung): {Und} Siehe, [da waren] Zwillinge in ihrem Mutterleib (Bauch).
28 Und es geschah (begab sich, war), als (während) sie gebar, dass [einer] die Hand herausstreckte (gab). Und es nahm (ergriff, griff zu) die Hebamme [die Hand] und band [einen] roten [Faden] um (auf) seine Hand (sein Handgelenk), mit den Worten (und sagte): Dieser (er) ist zuerst herausgekommen.
29 Und es geschah (begab sich, war), als er [gerade] seine Hand zurückzog, {und} siehe, [da] kam sein Bruder heraus. Und sie sagte: Warum hast du für dich (zu deinem Vorteil) einen Durchbruch gemacht (Riss gerissen)? Und man (Juda) nannte seinen Namen Perez.1
- Hebr. perez bedeutet „Riss, Durchbruch“
30 Und danach kam sein Bruder heraus, um dessen Hand (Handgelenk) der rote [Faden war]. Und man (Juda) nannte seinen Namen Serach.1
- Hebr. serach bedeutet „Sonnenaufgang“
Chapter 39
1 1 Und Josef wurde nach Ägypten hinabgebracht, und es kaufte ihn Potifar, ein Beamter (Hofbeamter, Eunuch) [des] Pharaos, der Anführer (Führer) der Leibwächter, ein ägyptischer Mann (Ägypter), aus der Hand der Ismaeliter, die ihn dorthin hinabgebracht hatten.
- [Status: Ungeprüft]
2 Und es war JHWH mit Josef, und er (Josef) wurde ein erfolgreicher (Erfolg habender) Mann. Und er war im Haus seinen Herren, des Ägypters (seines ägyptischen Herrn).
3 Und es sah sein Herr, dass JHWH mit ihm war. {Und} Alles, was er machte (tat), ließ JHWH {in seiner Hand} gelingen (glücken, erfolgreich sein).
4 Und es fand Josef Gnade in seinen1 Augen, und er diente ihm. Und er machte ihn zum Aufseher (ließ ihn beaufsichtigen) über sein Haus. {Und} Alles, was ihm gehörte, gab er in seine Hand.
- D.h. Potifars.
5 Und es war (begab sich) damals (von da an, seitdem, nachdem), als er ihn zum Aufseher machte über sein Haus (in seinem Haus) und über alles, was ihm gehörte, [da] segnete JHWH das Haus des Ägypters wegen Josef. Und es war der Segen JHWHs auf (mit, in) allem, was ihm gehörte, im Haus und auf dem Feld.
6 Und er ließ alles, was er hatte (besaß), in der Hand Josefs (überließ alles ... der Aufsicht Josefs). Und er wusste mit ihm (seitdem/da er ihn hatte) nichts [mehr von seinen eigenen Angelegenheiten], außer [von] dem Brot, das er [gerade] aß.1 Und es war Josef schön von Statur (Gestalt) und {schön von} Aussehen.
- Für die Lesefassung bietet sich eine freie Übersetzung der hebräischen Ausdrucksweise an, z.B.: „Seitdem er Josef hatte, brauchte Potifar sich um nichts mehr zu kümmern, außer um seine intimsten Angelegenheiten.“
7 Und {es begab sich (geschah, war)} nach diesen Ereignissen (Begebenheiten) {dass} erhob (fand Gefallen an Josef, begehrte Josef, betrachtete mit Begehren) die Frau seines Herrn ihre Augen zu Josef. Und sie sagte zu ihm: Schlaf [doch] mit mir!
8 Und er weigerte sich und sagte zur Frau seines Herrn: Siehe, mein Herr weiß mit mir (seitdem er mich hat) nicht [mehr], was im Haus[halt] [Sache ist / geschieht]. {Und} Alles, was ihm gehört, hat er in meine Hand gegeben (unter meine Aufsicht gestellt).
9 Er ist nicht größer (mächtiger) in diesem Haus als ich, und er verweigert mir nichts (enthält mir nichts vor) außer dir, weil du seine Frau [bist]. {Und} Wie könnte (kann) ich [also] diese (eine solch) große Boshaftigkeit tun und vor Gott sündigen?
10 [So] begab es sich (geschah es), dass sie Tag zu Tag zu Josef redete (versuchte, Josef zu überreden), er aber nicht auf sie hörte [und sich weigerte], neben ihr zu liegen (mit/neben ihr zu schlafen), mit ihr zu sein.
11 Und {es geschah (begab sich)} an seinem solchen Tag (an diesem Tag) kam er nach Hause (ins Haus), um seine Arbeit (seinen Dienst) zu tun, und es [war] niemand von den Männern (Dienern) des Hauses dort {im Haus}.
12 Und sie ergriff (hielt) ihn an seinem Gewand (seiner Kleidung) und sagte: Schlaf [doch] mit mir! Und er ließ sein Gewand in ihrer Hand (bei ihr) und floh (flüchtete) und zog (ging) hinaus auf die Straße.1
- Die beiden Verben „floh“ und „zog hinaus“ bezeichnen unterschiedliche Aspekte des gleichen Vorgangs (Art der Bewegung und Richtung der Bewegung) und müssen daher nicht beide als Verben übersetzt werden (vgl. Williams' Hebrew Syntax §223). Für die Lesefassung bietet sich z.B. an: „und floh hinaus auf die Straße“.
13 Und {es geschah (begab sich),} als sie sah, dass er sein Gewand in ihrer Hand ließ und [hinaus] auf die Straße floh (flüchtete),
14 da rief sie die Männer ihres Hauses und sagte zu ihnen {Folgendes}: Seht, er1 hat zu uns einen Hebräer gebracht, damit er2 uns verhöhnt (mit uns Scherze/Mutwillen treibt, sich über uns lustig macht)! Er ist zu mir gekommen, um mit mir zu schlafen, und (aber) ich rief mit lauter (großer) Stimme [um Hilfe]!
- D.h. Potifar.
- D.h. Potifar oder Hebräer, vgl. Fußnote in 17.
15 Und {es geschah,} als er hörte, dass ich meine Stimme erhob und rief (schrie), da ließ er sein Gewand neben mir zurück und floh und zog hinaus auf die Straße.
16 Und sie ließ sein Gewand bei (neben) ihr liegen (bewahrte sein Gewand auf), bis sein Herr in sein Haus kam.
17 Und sie sprach zu ihm nach diesen Worten1 {folgendermaßen}: Es ist zu mir gekommen der hebräische Sklave, den du zu uns gebracht (geholt) hast, um mich zu verhöhnen.2
- D.h. „erzählte ihm die gleiche Geschichte“.
- Der Bezug des Teilsatzes „um mich zu verhöhnen“ wird nicht klar. (In V. 14 besteht ein ähnliches Problem.) Erste Interpretationsmöglichkeit: Potifar hat den Sklaven ins Haus gebracht, um seine Frau zu verhöhnen. Zweite Interpretationsmöglichkeit: Der Sklave ist zu Potifar gekommen, um sie zu verhöhnen. Der Teilsatz „um mich zu verhöhnen“ lässt beide Interpretationen zu, da er kein explizites Subjekt beinhaltet. Das Subjekt des Teilsatzes muss somit aus dem Kontext erschlossen werden. Da „verhöhnen“ eine arg verharmlosende Bezeichnung für eine versuchte Vergewaltigung wäre, scheint die erste Interpretationsmöglichkeit plausibler, auch wenn viele bekannte Bibelübersetzungen die zweite Möglichkeit wählen.
18 Und {es geschah,} [gleich] nachdem ich meine Stimme erhoben und gerufen hatte, da ließ er sein Gewand neben mir [zurück] und floh (flüchtete) [hinaus] auf die Straße.
19 Und {es geschah,} als sein Herr die Worte seiner Frau hörte, die sie zu ihm gesagt hatte {folgendermaßen}: So (gemäß diesen Worten) ist dein Sklave mit mir umgegangen (hat dein Sklave mir getan)!, da entbrannte sein Zorn.
20 Und der Herr Josefs ergriff ihn (ließ ihn ergreifen) und gab ihn (ließ ihn bringen/werfen) ins Gefängnis, den Ort, wo die Gefangenen des Königs (Pharaos) festgehalten (in Haft gehalten) wurden. [So] war er dort im Gefängnis.
21 Und es war JHWH mit (bei) Josef und wendete [sich] ihm [in] Güte (Treue) zu, und er gab (schenkte) ihm Gnade (Wohlwollen) in den Augen des Gefängnisvorstehers (Gefängnisleiters, Kerkermeisters)1
- Wörtlich: „Er gab seine Gnade in den Augen des Gefängnismeisters“.
22 Und es gab (stellte) der Gefängnisvorsteher alle Häftlinge (Gefangenen), die im Gefängnis waren, in die Hand (unter die Aufsicht) Josefs: {Und} Alles, was man dort tat (dort getan wurde), geschah unter Josefs Aufsicht (Leitung).1
- Wörtlich: „Und alles, was sie dort Tuende waren: Er war der Tuende“.
23 Der Gefängnisvorsteher [brauchte] nichts davon zu sehen (überwachen), [was] in seiner (Josefs) Hand [war], denn JHWH war mit ihm. Und was [auch immer] er tat: JHWH ließ es gelingen (brachte es zum Erfolg).
Chapter 40
1 Und es geschah nach diesen Ereignissen (Dingen, Worten), dass sich der Mundschenk des Königs Ägyptens und der Bäcker verfehlten (versündigten) gegenüber ihrem (gegen ihren) Herrn, {gegenüber} dem König Ägyptens.
2 Und es zürnte (war ärgerlich, wütend) [der] Pharao über zwei seiner Beamten (Hofbeamten), {über} den obersten Mundschenk und {über} den obersten Bäcker.1
- Wörtlich: „Anführer/Obersten der Mundschenke“ bzw. „Anführer/Obersten der Bäcker“.
3 Und er gab sie in Bewachung (Aufsicht, Haft) [im/ins] Haus des obersten Leibwächters (Anführers der Leibwächter), ins (zum) Gefängnis, {[den] Ort} wo [auch] Josef gefangen gehalten wurde.
4 Und der oberste Leibwächter betraute Josef mit ihnen (ordnete Josef ihnen zu), und er (Josef) bediente sie (diente ihnen, kümmerte sich um sie). Und sie waren [einige] Tage (einige Zeit) in Bewachung (Aufsicht, Haft).
5 Und es träumten beide von ihnen (sie beide) einen Traum, jeder seinen Traum, in einer (derselben) Nacht, jeder gemäß der Bedeutung (Auslegung, Deutung) seines Traums, der Mundschenk und der Bäcker des Königs Ägyptens, die im Gefängnis gefangen gehalten wurden (inhaftiert waren).
6 Und es kam zu ihnen Josef am Morgen, und er sah {sie}, {und siehe} dass sie schlecht gelaunt (verdrossen, wütend) waren.
7 Und er fragte die Beamten [des] Pharaos, die mit ihm in Bewachung [im] Haus seines Herren waren {Folgendes}: Warum schaut ihr heute so übel drein?1
- Wörtlich: „Warum sind eure Gesichter heute so schlecht?“
8 Und sie sagten zu ihm: Einen Traum haben wir geträumt, aber (und) es ist niemand da (es gibt niemanden), der ihn auslegt. Und es sagte zu ihnen Josef: Sind Auslegungen (Interpretationen, Deutungen) nicht Sache Gottes (der Götter)?1 Erzählt [ihn] mir doch!
- Die Ägypter glaubten, Träume wären ein Medium, durch das Götter mit den Menschen kommunizierten. Josefs Idee, Gott könne ihm bei der Interpretation des Traumes helfen, entspricht dieser Auffassung.
9 Und es erzählte der oberste Mundschenk seinen Traum Josef {und er sagte ihm}: In meinem Traum {siehe, da} war eine Weinrebe (Weinstock) vor mir (mir gegenüber).
10 Und an der Weinrebe [waren] drei Weinranken (Sprosse, Zweige). Und als sie spross (Triebe hervorbrachte), [da] stand sie [auch schon] in voller Blüte.1 Ihre Trauben brachten Beeren zur Reife.2
- Wörtlich: „stieg ihre Blüte auf“
- Trauben sind die beerenhaltigen Büschel der Weinrebe. Umgangssprachlich wird nicht zwischen Trauben und Beeren unterschieden
11 Und (aber) der Becher des Pharaos [war] in meiner Hand. Und ich nahm die Beeren und ich presste sie aus (zerdrückte sie) in den Becher des Pharaos. Und ich gab den Becher in die Hand des Pharaos.
12 Und es sagte ihm Josef: Dies ist seine Bedeutung (die Bedeutung des Traums): Die drei Weinranken, sie [bedeuten] drei Tage.
13 In {noch} drei Tagen wird der Pharao dich begnadigen1 und dich in (auf) dein Amt zurückkehren lassen (zurückbringen). Und du wirst den Becher des Pharaos in seine Hand geben, gemäß der früheren (vorherigen) Sitte (Gewohnheit, Recht),2 als du sein Mundschenk warst.
- Wörtlich: „deinen Kopf erheben“
- Gemeint ist: „wie du vorher zu tun pflegtest“
14 Aber [bitte] erinnere dich an mich, wenn es dir gut geht, und tue (erweise) mir doch Gnade (Barmherzigkeit), und erwähne mich gegenüber dem Pharao und hole (bringe) mich aus diesem Haus (heraus).
15 Denn ich bin aus dem Land der Hebräer geraubt (entführt) worden. Außerdem (auch) habe ich hier nichts getan, dass man mich hätte ins Gefängnis stecken müssen (werfen müsste).
16 Und es sah der oberste Bäcker, dass er [den Traum] gut (positiv) gedeutet (ausgelegt, interpretiert) hatte. Und er sagte zu Joseph: Genau (ganz, so) wie ich in meinem Traum! Da waren (und siehe) drei Körbe [mit] Weißbrot auf meinem Kopf.1
- Im alten Ägypten trug man Speisen in Körben gestapelt auf dem Kopf zu Tisch.
17 Und im obersten Korb vom ganzen Essen des Pharaos war Backwerk. Und die Vögel fraßen sie (die Brote) vom Korb auf meinem Kopf.
18 Und es antwortete Josef {und er sagte}: Dies ist seine Bedeutung (die Bedeutung des Traums): Die drei Körbe, sie [bedeuten] drei Tage.
19 In {noch} drei Tagen wird der Pharao dich enthaupten1 [lassen] und dich an einem Holzpfahl (Baum, Holz) aufhängen [lassen], so dass die Vögel dein Fleisch von dir abfressen werden.
- Wörtlich: „deinen Kopf erheben von (auf) dir“. Dies ist ein etwas makaberes Wortspiel. In Vers 13 hatte Josef dem obersten Mundschenk gesagt, der Pharao würde seinen „Kopf erheben“, also ihn begnadigen. Beim obersten Bäcker verwendet Josef die gleichen Worte, fügt aber hinzu: „von auf dir“ - das heißt, der Kopf des Bäckers wird entfernt.
20 Und es geschah am dritten Tag, am Geburtstag des Pharaos, als er (der Pharaoh) ein Festmahl für alle seine Untergebenen (Diener, Knechte) veranstaltete, dass er den Kopf des obersten Mundschenks und den Kopf des obersten Bäckers inmitten seiner Untergebenen erhob.
21 Und er machte den obersten Mundschenk wieder zu seinem Mundschenk (brachte zurück als seinen Mundschenk), sodass er den Becher [wieder] in die Hand des Pharaos gab.
22 Den obersten Bäcker hingegen [ließ] er aufhängen, wie Josef [es] ihnen gedeutet (ausgelegt) hatte.
23 Der oberste Mundschenk dachte (erinnerte sich) aber nicht an Josef, sondern vergaß ihn.
Chapter 41
1 Und es geschah, nachdem zwei Jahre vergangen waren,1 dass auch der Pharaoh einen Traum hatte. Und siehe, er stand er am Fluss.2
- Wörtlich: „am Ende von zwei Jahren Tagen“. Der Zusatz des Wortes „Tage“ dient der Verdeutlichung.
- Gemeint ist sicher der Nil, da ein hebräisches Wort ägyptischer Herkunft verwendet wird.
2 Und siehe, aus dem Fluss stiegen sieben Kühe, schön (hübsch) [vom] Aussehen und fett (dick) [vom] Fleisch. Und sie weideten im Gras.
3 Und siehe, sieben andere Kühe stiegen nach ihnen aus dem Fluss, schlecht [vom] Aussehen und mager (dünn) [vom] Fleisch. Und sie stellten sich neben die [anderen] Kühe am Ufer des Flusses.
4 Und es fraßen die Kühe von schlechtem Aussehen und magerem Fleisch die sieben dicken Kühe von schönem Aussehen. [Da] wachte der Pharaoh auf.
5 Als er [wieder] einschlief, träumte er ein zweites Mal. Und siehe, sieben Ähren wuchsen an einem Halm, [sie waren] fett (dick) und gut [aussehend].
6 Und siehe, sieben [weitere] Ähren, mager (dünn) und versengt [vom] Ostwind, sprossen nach ihnen.
7 Und es verschlangen (verschluckten) die sieben mageren Ähren die sieben fetten und vollen Ähren. [Da] wachte der Pharaoh auf und siehe, [es war ein] Traum (und bemerkte, dass es ein Traum war).
8 {Es geschah} Am nächsten Morgen war das Gemüt (Geist, Seele) des Pharaohs beunruhigt. Und er sandte [Boten] aus und rief (ließ rufen) alle Weissager Ägyptens und alle seine (Ägyptens) Gelehrten (Zauberer). Es gab aber niemanden, der sie (die Träume) dem Pharaoh deuten (auslegen) konnte.
9 Da sprach der oberste Mundschenk mit dem Pharaoh {wie folgt}: Ich habe mich heute an meine Verfehlungen (Sünden) erinnert.
10 Damals zürnte (war ärgerlich, wütend) der Pharaoh über seinen Diener, so dass er mich in Bewachung (Aufsicht, Haft) [ins] Haus des obersten Leibwächters (Anführers der Leibwächter) gab, mich und den obersten Bäcker.
11 Und wir träumten in der Nacht einen Traum, ich und er, jeder gemäß der Bedeutung (Auslegung, Deutung) seines Traums haben wir geträumt.
12 Und dort mit uns [war] ein hebräischer Junge, [ein] Diener des obersten Leibwächters. Als wir ihm [davon] erzählten, deutete er uns unsere Träume. Jedem [von uns] gemäß seinem Traum hat er gedeutet.
13 Und {es geschah} wie er uns gedeutet hatte, so geschah es: Mich hat man in mein Amt zurückkehren lassen (zurückgebracht), ihn aber hat man aufgehängt.
14 Und es sandte der Pharaoh aus und ließ Josef rufen (rief Josef). Und sie ließen ihn laufen (holten ihn schnell) aus dem Gefängnis. Und er rasierte sich, wechselte seine Kleider (zog sich um) und kam zum Pharaoh.
15 Und es sprach der Pharaoh zu Josef: Ich habe einen Traum geträumt. Es gibt aber niemanden, der ihn deuten kann (deutet). Ich habe über dich (von dir) gehört {Folgendes}: Wenn du einen Traum hörst, kannst du ihn deuten.
16 Und es antwortete Josef dem Pharaoh {Folgendes}: Ich komme nicht in Betracht.1 Gott wird zum Wohlergehen (Frieden) des Pharaos antworten.
- Wörtlich: „ohne mich“.
17 Und es sprach der Pharaoh zu Josef: In meinem Traum, siehe, da stand ich am Ufer des Flusses (Nils).
18 Und siehe, aus dem Fluss stiegen Kühe, fett [vom] Fleisch und schön [von] Gestalt, und sie weideten im Gras.
19 . Und siehe, sieben andere Kühe stiegen nach ihnen [aus dem Fluss], sehr schwach (elend) und hässlich (schlecht) [von] Gestalt, und mager [vom] Fleisch. Im ganzen Land Ägypten habe ich nicht so schlecht [aussehende] (hässliche) wie sie gesehen.
20 Und es fraßen die mageren und hässlichen Kühe die sieben ersteren, fetten Kühe.
21 Und sie (die fetten Kühe) gelangten in ihren Leib (den Leib der mageren Kühe)1, aber es war nicht erkennbar, dass sie in ihren Leib gelangt waren, denn (und) ihr Aussehen war [immer noch genauso] schlecht wie am Anfang. Da wachte ich auf.
- Wörtlich: „in ihre Mitte“
22 Und ich sah (lies: fand mich wieder) in meinem Traum. Und siehe, sieben Ähren wuchsen (stiegen auf) an einem Halm, voll(e) und schön(e) (gute).
23 Und siehe, sieben unfruchtbare (harte), dünne, [vom] Ostwind versengte Ähren sprossen nach ihnen.
24 Und es verschlangen (verschluckten) die dünnen Ähren die sieben schönen Ähren. Und ich erzählte [den Traum] den Gelehrten (Zauberern), es gab (gibt) aber keinen, der mir Klarheit verschaffen konnte (kann, könnte).
25 Und es sagte Josef dem Pharaoh: [Der] Traum (lies vielleicht besser: die Träume) des Pharao, er ist ein einziger (einer). Was Gott im Begriff ist zu tun, hat er dem Pharaoh [damit] offenbart (erzählt, kundgetan).
26 Die sieben schönen Kühe, sie [bedeuten] sieben Jahre. Und die sieben schönen Ähren, sie [bedeuten] sieben Jahre. Es ist ein [einziger] Traum.
27 Und die sieben mageren und hässlichen Kühe, die nach ihnen aufgestiegen sind, sie [bedeuten] sieben Jahre. Und die sieben leeren, vom Ostwind versengten Ähren, sie werden sieben Jahre der Hungersnot sein.
28 Das [meinte ich mit] dem Wort, das ich dem Pharaoh gesagt habe: Was Gott im Begriff ist zu tun, hat er den Pharaoh sehen lassen (dem Pharaoh gezeigt).
29 Siehe, sieben Jahre kommen von großer Fülle (Überfluss, Reichtum) im ganzen Land Ägypten.
30 Und es werden nach ihnen sieben Jahre der Hungersnot entstehen (bestehen), und es wird die ganze Fülle vergessen sein im Land Ägypten, und die Hungersnot wird das Land vertilgen.
31 Und die Fülle wird nicht [mehr] erkennbar sein (erkannt werden) im Land1 angesichts jener Hungersnot danach (nach ihr), denn sehr schwer (schwerwiegend, groß) wird sie sein.
- D.h. von der Fülle wird keine Spur mehr zu finden sein.
32 Und dass sich der Traum dem Pharaoh {zweimal} wiederholt hat, [bedeutet], dass die Sache (das Wort) feststeht (beschlossen ist) bei Gott und [dass] Gott sich beeilt, [sie] auszuführen.
33 Jetzt aber möge der Pharaoh einen verständigen (klugen) und weisen Mann ausersehen (auswählen, ausfindig machen) und ihn über das Land Ägypten setzen.
34 Der Pharao möge es [so] tun, dass er Aufseher (Gouverneure, Verwalter) über das Land bestimme. Und er möge das Land Ägypten [mit dem] fünften [Teil der Ernte als Steuer belegen]1 in den sieben Jahren der Fülle.
- Wörtlich: „er möge das Land Ägypten fünfteln“
35 Und sie (die Aufseher) sollen die ganzen Nahrungsmittel (Nahrung, Essen, Vorräte) dieser kommenden guten Jahre sammeln und sie sollen Getreide anhäufen unter der Verfügung (Hand, Autorität) des Pharaos [als] Nahrungsmittel in den Städten und [es] (auf)bewahren.
36 Und die Nahrungsmittel sollen dem Land zum Vorrat sein für die sieben Jahre der Hungersnot, die im Land Ägypten sein werden, so dass das Land in der Hungersnot nicht verwüstet werden wird.
37 Und das (Josefs) Wort war gut in den Augen des Pharaoh und den Augen aller seiner Untergebenen.
38 Und der Pharaoh sagte zu seinen Untergebenen: Ist [jemals] ein Mann wie dieser gefunden worden, in dem der Hauch (Geist) Gottes ist?
39 Und der Pharaoh sagte zu Josef: Nachdem Gott dich das alles wissen (erkennen) lassen hat, gibt es niemanden, der verständig und weise ist wie du.
40 Du sollst über meinem Haus sein und deinem Wort soll mein ganzes Volk gehorchen1 Nur [um] den Thron soll (will, werde) ich größer sein als du.
- Wörtlich: „deinen Mund soll mein ganzes Volk küssen“.
41 Und der Pharaoh sagte zu Josef: Siehe, hiermit setze ich dich über das ganze Land Ägypten.
42 Und der Pharaoh zog seinen Siegelring von der Hand und er setzte ihn auf die Hand Josefs. Und er kleidete ihn in ein Gewand (Kleider) aus Leinen und legte ihm eine goldene Kette um den Hals.
43 Und er ließ ihn auf seinem zweiten Wagen (Prunkwagen) fahren, und sie (seine Diener) riefen vor ihm [her]: Kniet nieder! Und [so] setzte er ihn über das ganze Land Ägypten.
44 Und der Pharaoh sagte zu Josef: Ich bin der Pharaoh, aber ohne dich soll niemand seine Hand und seinen Fuß heben im ganzen Land Ägypten.
45 Und der Pharaoh gab Josef den Namen (Titel) Zafenat-Paneach1, und er gab ihm Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On (Heliopolis), zur Frau. Und Josef zog hinaus über das Land Ägypten.
- Der offenbar ägyptische Name bedeutet möglicherweise, „Gott spricht: er lebt/lebe!“, die Etymologie ist jedoch umstritten (Gesenius 18. Auflage)
46 Und Josef war 30 Jahre alt, als er vor dem Pharaoh stand (vor den Pharaoh trat), dem König Ägyptens. Und Josef zog hinaus vom Pharaoh und durchquerte (reiste durch) das ganze Land Ägypten.
47 Und die Erde schuf in sieben Jahren {die} Fülle im Überfluss (wörtlich: Handvoll).
48 Und er sammelte die ganzen Nahrungsmittel der sieben Jahre, die im Land Ägypten vergingen. Und er deponierte Nahrungsmittel in den Städten. Nahrungsmittel [von] den Feldern, die in der Umgebung der Stadt waren, deponierte er in ihrer (der Stadt) Mitte.
49 Und Josef häufte Getreide an wie Sand am Meer, in riesiger Menge (massenhaft), bis man aufhörte, es zu zählen, weil es nicht mehr zählbar war.1
- Wörtlich: „weil es keine Zahl mehr gab“.
50 Und dem Josef wurden zwei Söhne geboren - bevor das Jahr der Hungersnot kam -, die ihm Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On, gebar.
51 Und Josef nannte den Namen seines Erstgeborenen Manasse („der vergessen lässt“), denn [er sagte]: Gott hat mich meine ganze Mühsal vergessen lassen und das ganze Haus meines Vaters.
52 Und den Namen des zweiten nannte er Efraim („der Fruchtbare“),1 denn [er sagte]: Denn Gott hat mich im Land meines Elends fruchtbar gemacht.
- Es ist umstritten, ob die Volksetymologie „der Fruchtbare“ korrekt ist.
53 Und es vergingen die sieben Jahre der Fülle, die im Land Ägypten gewesen waren.
54 Und es begannen die sieben Jahres der Hungersnot zu kommen (hielten Einzug o.ä.), wie Josef gesagt hatte. Und es gab eine Hungersnot in allen Ländern. Aber im ganzen Land Ägypten gab es Brot.
55 Und das ganze Land Ägypten hungerte. Und das Volk erhob den Klageruf zum Pharaoh nach Brot. Und der Pharaoh sagte zu ganz Ägypten: Geht zu Josef! Was er euch sagt, [das] führt aus (tut)!
56 Und die Hungersnot war (herrschte) über dem ganzen Angesicht des Landes (war über das ganze Land verbreitet). Und Josef öffnete alles, was bei ihnen war (d.h. alle Speicher des Landes), und er verkaufte es den Ägyptern. Und die Hungersnot wurde stärker (nahm zu) im Land Ägypten.
57 Und alle Welt kam nach Ägypten, um Getreide zu kaufen, zu Josef. Denn die Hungersnot war stark geworden auf der ganzen Erde.
Chapter 42
18 Josef sagte zu ihnen am dritten Tag: Tut dies, damit ihr am Leben bleibt! Ich fürchte JHWH.
Chapter 44
18 Da (und) trat Juda an ihn heran und sagte: Bitte, mein Herr, lass doch deinen Knecht (möge doch dein Knecht) ein Wort (Sache) in die Ohren meines Herrn sagen. Und werde nicht zornig (lass deinen Zorn nicht brennen) auf (über) deinen Knecht, denn du [bist] wie [der] Pharao.
19 Mein Herr fragte seine Knechte: Habt ihr einen Vater oder einen Bruder?
20 {Und} Wir sagten zu meinem Herrn: Wir haben einen greisen (alten) Vater (Vater, einen alten Mann) und einen kleinen Jungen, [den er im] Alter [bekommen hat]1. {und} Sein Bruder [ist] gestorben und er blieb [als] Einziger von seiner Mutter übrig, und sein Vater liebt ihn.
- Wörtlich: „kleinen Jungen des Alters“.
21 Aber (und) du sagtest zu deinen Knechten: Bringt ihn {herab} zu mir, damit ich meine Augen auf ihn legen kann.1
- Satzreihe mit Imperativ + Waw consecutivum, final aufgelöst.
22 {Und} Wir sagten zu meinem Herrn: Der Junge kann (darf, will) seinen Vater nicht verlassen. Wenn er seinen Vater verließe, würde er sterben.1
- Konditionalsatz, der auf einer Waw-Satzfolge mit modalem Pf. cons. beruht.
23 Doch (und) du sagtest zu deinen Knechten: Wenn euer jüngster1 Bruder nicht mit euch {herab}kommen wird, werdet (dürft) ihr mein Gesicht nicht wieder sehen.
- Superlativ durch Determination.
24 {es geschah} Als wir dann (und) zu deinem Knecht, unserem Vater, {hinauf}gekommen waren, da1 berichteten wir ihm die Worte meines Herrn.
- Wörtlich „und“. Satzreihe wegen כִּי temporal übersetzt.
25 Doch (und, als) unser Vater sagte: Kehrt um [und] kauft uns ein wenig Getreide [als] Nahrung!
26 Da (und) sagten wir: Wir können nicht {hinab}gehen. Wenn unser jüngster Bruder bei uns ist (wenn wir … haben), dann1 werden (können) wir {hinab}gehen. Denn wir werden das Gesicht des Mannes nicht [wieder]sehen, wenn2 unser jüngster Bruder nicht bei uns ist.
- Wörtlich: „und“. Wegen אִם kausal zu deuten.
- Wörtlich: „und“. Wegen כִּי konditional.
27 Und (da) dein Knecht, mein Vater sagte zu uns: Ihr wisst, dass meine Frau mir zwei [Söhne] geboren hat.
28 {und} Der eine ist von mir gegangen (hat mich verlassen) und ich sagte: Sicherlich wurde er zerrissen1! Und ich habe ihn bis jetzt nicht gesehen.
- D.h. von wilden Tieren.
29 Und (doch; wenn) ihr wollt (werdet) auch diesen von mir (meinem Gesicht) wegnehmen! Wenn ihm ein Unglück zustößt (begegnet)1, dann bringt2 ihr mein graues Haar in Unheil (Kummer; Bösem) hinab ins Totenreich (Scheol)!3
- Eigentlich futurisch zu übersetzen.
- Eigentlich futurisch zu übersetzen.
- Aus Waw-Satzfolge gebildeter Konditionalsatz. Der erste Satzteil kann wahlweise eigenständig übersetzt oder mit in das „Wenn“ hineingenommen werden.
30 Und jetzt, wenn ich zu deinem Knecht, meinem Vater komme und der Junge ist nicht bei uns – {und} seine Seele (Leben) ist mit seiner Seele (Leben) verbunden1 –
- Also die des Vaters mit der des Sohnes. Zu verstehen als „er hängt ja sehr an ihm“ o.ä.
31 und {es wird geschehen} wenn er sieht1, dass der Junge nicht bei uns ist, dann wird er sterben, und (dann) deine Knechte bringen2 das graue Haar deines Knechtes, unseres Vaters, mit Kummer hinab ins Totenreich (Scheol).
- Eigentlich futurisch zu übersetzen.
- Eigentlich futurisch zu übersetzen.
32 Denn dein Knecht bürgte (hat sich verbürgt) für den Jungen vor meinem Vater mit den Worten (indem ich sagte): Wenn ich ihn nicht zu dir zurückbringe, dann werde ich gegenüber meinem Vater alle Tage (mein Leben lang) die Schuld dafür auf mich nehmen (sündigen)1.
- Wörtlich: „sündigen“. Hier muss es jedoch entsprechend dieser Übersetzung verstanden werden.
33 Deshalb (Und nun) lass doch deinen Knecht (möge doch dein Knecht) anstelle des Jungen als Sklave (Knecht) meines Herrn [hier] bleiben! Aber (und) der Junge soll (möge) mit seinen [anderen] Brüdern {hinauf}gehen.
34 Denn wie kann ich zu meinem Vater {hinauf} zurückkehren, wenn (und) der Junge nicht bei mir ist? Sonst muss (müsste) ich das Unglück (Kummer, Böse) sehen, das meinen Vater treffen wird (würde).
Chapter 48
14 Und Israel streckte seine rechte Hand aus und legte sie auf Ephraims Kopf, obwohl (und) dieser der Jüngere (Junge, Jüngste) war; seine linke Hand [legte er]1 auf Manasses Kopf. Er hatte Verständnis (bewies Verständnis, sollte Verständnis beweisen)2 an seinen Händen (er überkreuzte seine Hände)3, obwohl (weil) Manasse der Erstgeborene [war].
- double duty-Prädikat aus der ersten Vershälfte
- zur letzten Alternative: Qatal kann auch für vergangenes Futur stehen (vgl. z.B. JM §112i). Da sich die Tatsache, dass Israels Handeln wider Erwarten („obwohl Manasse der Erstgeborene war“) sinnvoll ist, erst künftig herausstellen sollte, ist dies hier wohl die naheliegendste Bedeutung: „Obwohl Manasse doch der Erstgeborene war, sollte Israel damit Verständnis an den Händen beweisen“=„verständig gehandelt haben.“
- Die Alternativübersetzung ist die in beinahe sämtlichen deutschen Übersetzungen gewählte; sie basiert auf einem שכל II „überkreuzen“, das etliche Lexika nur für und wegen Gen 48,14 neben dem üblichen שכל I „verstehen, verständig sein, Verständnis beweisen (so schön KBL3 für 2Chr 30,22)“ annehmen. Die Annahme eines solchen שכל II ist unnötig: In V. 19 erklärt Israel selbst, warum er ganz bewusst die Hände so legt, wie er sie legt; dies rechtfertigt für V. 14 die Deutung, dass er mit seinem Handeln „Verständnis an den Händen beweist“ (אֶת-יָדָיו gelesen als adverbialer Akkusativ der Spezifikation/Begrenzung). Besser daher viele englische Übersetzungen (obwohl die obige Deutung auch in einigen englischen Bibeln zu finden ist), z.B. Darby: „guiding his hands intelligently“; KJV: „guiding his hands wittingly“; TS98: „consciously directing his hands“; WEB: „guiding his hands knowingly“; Young: „he guided his hands wisely“ etc.
Chapter 50
15 Und die Brüder des Josef fürchteten sich, denn ihr Vater war gestorben. Und sie sprachen: „O, wenn Josef uns gram sein wird und er wird gewiss die ganze Bosheit zu uns zurückführen, die wir ihm angetan haben.“
16 Und sie ließen Josef befehlen: Dein Vater hat vor seinem Tod folgendermaßen befohlen:
17 „So sollt ihr zu Josef sprechen: 'Ach! Hebe doch die Missetat deiner Brüder auf und ihre Verfehlung, denn Bosheit haben sie dir angetan und nun hebe auf die Missetat der Diener Gottes deines Vaters.'“ Und Josef weinte als sie das sagten (durch ihre Worte zu ihm).
18 Und auch seine Brüder gingen und sie fielen vor sein Angesicht und sie sprachen: „Siehe zu dir, zu den Dienern!“
19 Und Josef sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, denn ich bin unter Gott!
20 Aber ihr habt die Bosheit auf mich zurückgeführt. Gott wird sie zurückführen zum Guten um zu machen wie es jetzt ist: um das Leben des großen Volks zu retten.
21 Und nun fürchtet euch nicht! Ich werde euch und eure Kinder erhalten.“ Und er tröstete sie und redete zu ihrem Herzen.
22 Und Josef lebte in jenem Ägypten und das Haus seines Vaters. Und Josef lebte hundertzehn Jahre.
23 Und Josef sah von (zu) Ephraim drei Söhne; sogar die Söhne Machirs, dem Sohn Manasses: er wurde geboren auf den Knien Josefs.