reltext

Chapter 1

1 1 Im (nach/vor dem) Anfang von Gottes Schöpfung (Teilung?2) von Himmel und Erde (der Welt)34

Original Hebrew

בְּ/רֵאשִׁ֖יתב/ראש֖יתבְּ/רֵאשִׁיתב/ראשיתbe./re.Shitin/ beginningH9003H7225GHR+Ncfsa
בָּרָ֣אבר֣אבָּרָאבראba.Ra'he createdH1254AHVqp3ms
אֱלֹהִ֑יםאלה֑יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
אֵ֥תא֥תאֵתאת'et<obj.>H0853HTo
הַ/שָּׁמַ֖יִםה/שמ֖יםהַ/שָּׁמַיִםה/שמיםha./sha.Ma.yimthe/ heavensH9009H8064HTd+Ncmpa
וְ/אֵ֥תו/א֥תוְ/אֵתו/אתve./'Etand/ <obj.>H9002H0853HC+To
הָ/אָֽרֶץ\׃ה/ארץ\הָ/אָֽרֶץ\׃ה/ארץ\ha./'A.retzthe/ earthH9009H0776G\H9016HTd+Ncfsa
  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Zu Teilung s. Anmerkung b.
  3. Der Merismus „Himmel und Erde“ ist im Hebräischen der Standard-Ausdruck für den Kosmos/das Universum; vgl. z.B. Sasson 1992, S. 184; Westermann 1983, S. 140f.
  4. V. 1 wird hier verstanden als temporaler Nebensatz von V. 2; so z.B. auch Di Lella 1985, S. 129; Good 2009, S. 8; Gross 1980, S. 145; Nic §18. Die Syntax von Gen 1,1-3 wird in der Exegese allerdings sehr heftig diskutiert und viele weitere Vorschläge zur Deutung sind gemacht worden; s. genauer den Exkurs zur Syntax von Gen 1,1-3.

2 war die Erde (- die Erde war)1 nicht und nichts (leer, sinnlos, zerstört?, chaotisch?)2: (stattdessen) Dunkelheit [war] über der Oberfläche (dem Gesicht) der Tiefe (Urtiefe,3 Wasser) und ein Wind Gottes stürmte (der Atem Gottes wehte, ein starker Wind stürmte, der Geist Gottes schwebte)4 über der Oberfläche (dem Gesicht) des Wassers (der Wasser).

Original Hebrew

וְ/הָ/אָ֗רֶץו/ה/א֗רץוְ/הָ/אָרֶץו/ה/ארץve./ha./'A.retzand/ the/ earthH9002H9009H0776GHC+Td+Ncfsa
הָיְתָ֥ההית֥ההָיְתָההיתהha.ye.Tah<it> wasH1961HVqp3fs
תֹ֙הוּ֙ת֙הו֙תֹהוּתהוto.huformlessnessH8414HNcmsa
וָ/בֹ֔הוּו/ב֔הווָ/בֹהוּו/בהוva./Vo.huand/ emptinessH9002H0922HC+Ncmsa
וְ/חֹ֖שֶׁךְו/ח֖שךוְ/חֹשֶׁךְו/חשךve./Cho.shekhand/ darknessH9002H2822HC+Ncmsa
עַל\־על\עַל\־על\'al-[was] overH5921A\H9014HR
פְּנֵ֣יפנ֣יפְּנֵיפניpe.Nei[the] surface ofH6440JHNcmpc
תְה֑וֹםתה֑וםתְהוֹםתהוםte.Hom[the] deepH8415HNcfsa
וְ/ר֣וּחַו/ר֣וחוְ/רוּחַו/רוחve./Ru.achand/ [the] spirit ofH9002H7307GHC+Ncfsc
אֱלֹהִ֔יםאלה֔יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
מְרַחֶ֖פֶתמרח֖פתמְרַחֶפֶתמרחפתme.ra.Che.fet[was] hoveringH7363BHVprfsa
עַל\־על\עַל\־על\'al-overH5921A\H9014HR
פְּנֵ֥יפנ֥יפְּנֵיפניpe.Nei[the] surface ofH6440JHNcmpc
הַ/מָּֽיִם\׃ה/מים\הַ/מָּֽיִם\׃ה/מים\ha./Ma.yimthe/ watersH9009H4325G\H9016HTd+Ncmpa
  1. war die Erde (- die Erde war) - Deutet man die Syntax von Gen 1,1 wie hier als temporalen Nebensatz, lassen sich Vv. 1-2 entweder auflösen als Nebensatz - Hauptsatz („Als Gott begann, Himmel und Erde zu schaffen, war die Erde...“) oder V. 2 könnte als Parenthese gedeutet werden („Als Gott begann, Himmel und Erde zu schaffen - die Erde war... - sprach Gott:“). Beide Auflösungen sind gleichermaßen möglich; s. Anmerkung c.
  2. nicht und nichts (leer, sinnlos, zerstört?, chaotisch?) - Die Bedeutung des hebräischen tohu wabohu (hier: „nicht und nichts“; meist: „wüst und leer“) ist umstritten; s. Anmerkung d. Nach unserer Auffassung ist die Wendung hier so zu verstehen, dass am Anfang von Gottes Schöpfungstat die Erde noch nicht existierte, sondern Gott zunächst das Meer verlagern muss, um den so entstehenden trockenen Boden dann zur „Erde“ machen zu können.
  3. Tiefe (Urtiefe, Wasser) - Im hebräischen Wort tehom („Tiefe“) wollen einige Exegeten Überreste mythischer Vorstellungen entdecken und es entsprechend der Chaos-/Meeresgöttin Tiamat interpretieren. Und tatsächlich wird es häufiger in Kontexten verwendet, die zumindest mythisierende Sprache verwenden; es kann aber auch einfach für große Wassermassen stehen (beides gilt genau so für das folgende majim („Wasser“). Da meist angenommen wird, der Verfasser von Gen 1 würde das ganze Kapitel hindurch Entmythisierungsstrategien anwenden (s. FN aa), ist wahrscheinlich auch hier eher Letzteres der Fall.
  4. ein Wind Gottes stürmte (der Atem Gottes wehte, ein starker Wind stürmte, der Geist Gottes schwebte) - Heb. ruach haelohim. Das hebräische ruach ließe sich sowohl lesen als „Geist“, „Hauch“ oder „Wind“; elohim kann entweder „Gottes“ heißen oder aber superlativische Bedeutung haben. Diese Vieldeutigkeit hat dazu geführt, dass jede der oben angeführten Übersetzungsmöglichkeiten mehrfach vertreten wurden. Das stärkste Indiz für die richtige Deutung ist das Verb rachaf: Früher wurde es häufig mit „brütete“ oder „schwebte“ übersetzt, aber ebenso wie verwandte syrische (racheph) und ugaritische (rchp) Wörter (-&gt; Etymologie) bezeichnet es wohl eigentlich eine schnelle Bewegung (vgl. z.B. Cassuto 2005, S. 25; Galling 1950, S. 153; Speiser 1964, S. 5) - in Dtn 32,11 beschreibt es das „Flattern“ eines Adlers (vgl. dazu z.B. Rechenmacher 2002, S. 13); in Jer 23,9 vermutlich das „Zittern“ der Knochen im Leib. Die Bedeutung „stürmen“ lässt sich mit diesem Wort vereinbaren ; „wehen“ oder „schweben“ jedoch nicht - und das weist stark in Richtung „Wind, Sturm“. Da weiterhin eine andere Bedeutung als „Gottes“ für elohim hier nicht sehr wahrscheinlich ist – bedenkt man, wie oft es sonst noch in Gen 1 in dieser Bedeutung steht – sollte man sich am ehesten für „Wind/Sturm Gottes“ entscheiden; so z.B. auch Bandstra 2008; Drouot et al. 2000; Good 2009; Merlo 2008; Wenham 1987; Westermann 1983.

3 Da1 sprach Gott: Helligkeit (Licht)2 soll (wird) entstehen (sein, werden)! Da entstand (war, wurde) Helligkeit (Licht).

Original Hebrew

וַ/יֹּ֥אמֶרו/י֥אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֖יםאלה֖יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
יְהִ֣ייה֣ייְהִייהיye.Hilet it beH1961HVqj3ms
א֑וֹרא֑וראוֹראור'orlightH0216HNcfsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
אֽוֹר\׃אור\אֽוֹר\׃אור\'orlightH0216\H9016HNcfsa
  1. Mit der hebräischen Verbform Wayyiqtol setzt in Vers 3 zum ersten Mal die Handlung ein; Vv. 1-2 geben Hintergrundinformationen. In der LF sollte man das besser ausdrücklich machen, z.B. durch die Einfügung eines solchen „Da“.
  2. Gen 1 wird u.a. beherrscht von folgendem Strukturprinzip: Gott ruft ein nur abstrakt bezeichnetes Etwas ins Sein, anschließend gibt er ihm einen Namen, unter dem es auch heute bekannt ist (etwa: „Helligkeit“ für „Tag“ und „Finsternis“ für „Nacht“; „etwas Schalenförmiges“ für „Himmel“, „etwas Trockenes“ für „Erde“ usw.; vgl. Good 2009, S. 12). In der Studienfassung haben wir versucht, dieses Muster stets ausdrücklich zu machen.

4 Gott sah, dass die Helligkeit (das Licht) gut war.1 Dann trennte (teilte, unterschied) Gott {zwischen}2 die Helligkeit (das Licht) {und} von (zwischen) der Finsternis (Dunkelheit).

Original Hebrew

וַ/יַּ֧רְאו/י֧ראוַ/יַּרְאו/יראva/i.Yar'and/ he sawH9001H7200GHc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֛יםאלה֛יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
הָ/א֖וֹרה/א֖ורהָ/אוֹרה/אורha./'Orthe/ lightH9009H0216HTd+Ncfsa
כִּי\־כי\כִּי\־כי\ki-thatH3588A\H9014HTc
ט֑וֹבט֑ובטוֹבטובTov[it was] goodH2895HVqp3ms
וַ/יַּבְדֵּ֣לו/יבד֣לוַ/יַּבְדֵּלו/יבדלva/i.yav.Deland/ he separatedH9001H0914Hc+Vhw3ms
אֱלֹהִ֔יםאלה֔יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
בֵּ֥יןב֥יןבֵּיןביןbeinbetweenH0996GHAcmsc
הָ/א֖וֹרה/א֖ורהָ/אוֹרה/אורha./'Orthe/ lightH9009H0216HTd+Ncfsa
וּ/בֵ֥יןו/ב֥יןוּ/בֵיןו/ביןu./Veinand/ betweenH9002H0996GHC+Acmsc
הַ/חֹֽשֶׁךְ\׃ה/חשך\הַ/חֹֽשֶׁךְ\׃ה/חשך\ha./Cho.shekhthe/ darknessH9009H2822\H9016HTd+Ncmsa
  1. W. „Gott sah die Helligkeit, dass gut“; zur Syntax s. Anmerkung e.
  2. {zwischen} - Das Heb. ben („zwischen“) wird im Hebräischen doppelt gesetzt („zwischen X und Y“); im Dt. kann dies ohne Bedeutungsverlust natürlicher ausgedrückt werden.

5 Gott nannte (rief) die Helligkeit (das Licht) „Tag“, die Finsternis (Dunkelheit) aber nannte (rief) er „Nacht“. Es wurde (war) Abend und es wurde Morgen: Ein „Tag“ (der erste Tag)1.

Original Hebrew

וַ/יִּקְרָ֨או/יקר֨אוַ/יִּקְרָאו/יקראva/i.yik.Ra'and/ he calledH9001H7121HHc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֤ים\׀אלה֤ים\אֱלֹהִים\׀אלהים\'E.lo.HimGodH0430G\H9015HNcmpa
לָ/אוֹר֙ל/אור֙לָ/אוֹרל/אורla./'Or<to> the/ lightH9005H0216HRd+Ncfsa
י֔וֹםי֔וםיוֹםיוםYomdayH3117GHNcmsa
וְ/לַ/חֹ֖שֶׁךְו/ל/ח֖שךוְ/לַ/חֹשֶׁךְו/ל/חשךve./la./Cho.shekhand/ <to> the/ darknessH9002H9005H2822HC+Rd+Ncmsa
קָ֣רָאק֣ראקָרָאקראKa.ra'he calledH7121HHVqp3ms
לָ֑יְלָהל֑ילהלָיְלָהלילהLai.lahnightH3915HNcmsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
עֶ֥רֶבע֥רבעֶרֶבערב'E.reveveningH6153HNcmsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
בֹ֖קֶרב֖קרבֹקֶרבקרVo.kermorningH1242HNcmsa
י֥וֹםי֥וםיוֹםיוםYomdayH3117GHNcmsa
אֶחָֽד\׃\ \פאחד\\ \פאֶחָֽד\׃\ \פאחד\\ \פ'e.ChadoneH0259\H9016\ \H9017HAcfsa
  1. Ein „Tag“ - „Tag“ wird hier näher bestimmt durch die Zahl אֶחָד „eins“, da im Heb. eine Aufzählungsreihe auch lauten kann: „Eins, zweitens, drittens...“ (vgl. z.B. Speiser 1964, S. 6). Es ist aber gut möglich, dass diese Regel hier keine Anwendung findet und der Autor aus einem anderen Grund nicht das Ordnungszahlwort, sondern das Grundzahlwort verwendet: König 1919, S. 143f.; Sasson 1992, S. 191 und Steinmann 2002, S. 583f. gehen davon aus, dass der Sinn dieser beiden Worte der ist, dass Gott nach der Definition des Unterschieds von „Tag“ und „Nacht“ gleich noch ineins damit eine „zeitliche Ordnung“ ins Sein setzt und deshalb als Grundeinheit der Zeit nun auch die zeitliche Größe „Tag“ definiert: Es muss einmal Abend werden und einmal Morgen werden, dann ist die Zeitspanne von „einem Tag“ vergangen (vgl. ähnlich Westermann 1983, S. 155).

6 Dann sprach Gott: Ein Schalenförmiges (Gewölbe, Firmament)1 soll (wird) inmitten des Wassers entstehen (sein, werden) und es soll ein Trenner zwischen Wasser und Wasser sein (es soll Wasser von Wasser trennen). [So geschah (war) es]2.

Original Hebrew

וַ/יֹּ֣אמֶרו/י֣אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֔יםאלה֔יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
יְהִ֥ייה֥ייְהִייהיye.Hilet it beH1961HVqj3ms
רָקִ֖יעַרק֖יערָקִיעַרקיעra.Ki.a'a firmamentH7549HNcmsa
בְּ/ת֣וֹךְב/ת֣וךבְּ/תוֹךְב/תוךbe./Tokhin/ [the] middle ofH9003H8432HR+Ncmsc
הַ/מָּ֑יִםה/מ֑יםהַ/מָּיִםה/מיםha./Ma.yimthe/ watersH9009H4325GHTd+Ncmpa
וִ/יהִ֣יו/יה֣יוִ/יהִיו/יהיvi./Hiand/ let it beH9002H1961HC+Vqj3ms
מַבְדִּ֔ילמבד֔ילמַבְדִּילמבדילmav.DilseparatingH0914HVhrmsa
בֵּ֥יןב֥יןבֵּיןביןbeinbetweenH0996GHAcmsc
מַ֖יִםמ֖יםמַיִםמיםMa.yimwatersH4325GHNcmpa
לָ/מָֽיִם\׃ל/מים\לָ/מָֽיִם\׃ל/מים\la./Ma.yimto/ watersH9005H4325G\H9016HR+Ncmpa
  1. Schalenförmiges (Gewölbe, Firmament) - Im alten Israel stellte man sich den Himmel vor wie eine Art metallene Käseglocke, die die überirdischen Wasserfluten zurückhält (vgl. z.B. Soggin 1997, S. 33). Die Vulgata übersetzte es mit firmamentum („etwas fest Gefügtes“) - dem Etymon für unser „Firmament“, womit dieses Wort denn meist auch ins Dt. übersetzt wrd, was aber das in FN j beschriebene Textmuster verschleiert. Der hebräische Ausdruck ist in unserem Kontext gerade deshalb ungewöhnlich, weil ein Begriff „aus dem Bereich der Metallurgie“ (van Wolde 2009, S. 9) auf den Himmel angewandt wird. Man sollte daher besser nicht mit einem geläufigen Begriff übersetzen. Die Übersetzung „schalenförmig“ stammt von Good 2009, S. 12.
  2. Textkritik: Die meisten Exegeten folgen LXX und verschieben das „so geschah es“ vom Ende von V. 7 ans Ende von V. 6, da es auch sonst unmittelbar auf den Schöpfungsbefehl folgt; vgl. z.B. Westermann 1983, S. 109.

7 Gott machte das Schalenförmige (Gewölbe, Firmament) und trennte (teilte, schied) [so] {zwischen} das Wasser {welches} unterhalb des Schalenförmigen (Gewölbes, Firmaments) {und zwischen} [vom] Wasser {welches} über dem Schalenförmigen (Gewölbe, Firmament).1 {So geschah (war) es.}

Original Hebrew

וַ/יַּ֣עַשׂו/י֣עשוַ/יַּעַשׂו/יעשva/i.Ya.'asand/ he madeH9001H6213HHc+Vqw3ms
אֱלֹהִים֮אלהים֮אֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
הָ/רָקִיעַ֒ה/רקיע֒הָ/רָקִיעַה/רקיעha./ra.ki.a'the/ firmamentH9009H7549HTd+Ncmsa
וַ/יַּבְדֵּ֗לו/יבד֗לוַ/יַּבְדֵּלו/יבדלva/i.yav.Deland/ he separatedH9001H0914Hc+Vhw3ms
בֵּ֤יןב֤יןבֵּיןביןbeinbetweenH0996GHAcmsc
הַ/מַּ֙יִם֙ה/מ֙ים֙הַ/מַּיִםה/מיםha./Ma.yimthe/ watersH9009H4325GHTd+Ncmpa
אֲשֶׁר֙אשר֙אֲשֶׁראשר'a.SherwhichH0834AHTr
מִ/תַּ֣חַתמ/ת֣חתמִ/תַּחַתמ/תחתmi./Ta.chat[were] from/ underH9006H8478GHR+Ncmsc
לָ/רָקִ֔יעַל/רק֔יעלָ/רָקִיעַל/רקיעla./ra.Ki.a'to the/ firmamentH9005H7549HRd+Ncmsa
וּ/בֵ֣יןו/ב֣יןוּ/בֵיןו/ביןu./Veinand/ betweenH9002H0996GHC+Acmsc
הַ/מַּ֔יִםה/מ֔יםהַ/מַּיִםה/מיםha./Ma.yimthe/ watersH9009H4325GHTd+Ncmpa
אֲשֶׁ֖ראש֖ראֲשֶׁראשר'a.SherwhichH0834AHTr
מֵ/עַ֣למ/ע֣למֵ/עַלמ/עלme./'Al[were] from/ <above>H9006H5921AHR+R
לָ/רָקִ֑יעַל/רק֑יעלָ/רָקִיעַל/רקיעla./ra.Ki.a'<to> the/ firmamentH9005H7549HRd+Ncmsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ it wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
כֵֽן\׃כן\כֵֽן\׃כן\KhensoH3651C\H9016HD
  1. V. 7: W.: „das Wasser, das unterhalb des Schalenförmigen [war/ist/sein würde] und das Wasser, das oberhalb des Schalenförmigen [war/ist/sein würde].“

8 Gott nannte das Schalenförmige (Gewölbe, Firmament) „Himmel“. Es wurde (war) Abend und es wurde Morgen: Ein zweiter Tag.

Original Hebrew

וַ/יִּקְרָ֧או/יקר֧אוַ/יִּקְרָאו/יקראva/i.yik.Ra'and/ he calledH9001H7121HHc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֛יםאלה֛יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
לָֽ/רָקִ֖יעַל/רק֖יעלָֽ/רָקִיעַל/רקיעla./ra.Ki.a'<to> the/ firmamentH9005H7549HRd+Ncmsa
שָׁמָ֑יִםשמ֑יםשָׁמָיִםשמיםsha.Ma.yimheavenH8064HNcmpa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
עֶ֥רֶבע֥רבעֶרֶבערב'E.reveveningH6153HNcmsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
בֹ֖קֶרב֖קרבֹקֶרבקרVo.kermorningH1242HNcmsa
י֥וֹםי֥וםיוֹםיוםYoma dayH3117GHNcmsa
שֵׁנִֽי\׃\ \פשני\\ \פשֵׁנִֽי\׃\ \פשני\\ \פshe.NisecondH8145\H9016\ \H9017HAomsa

9 Dann sprach Gott: Das Wasser (die Wasser) soll sich von unter dem Himmel [weg] an (zu … hin) einen Ort sammeln (gesammelt werden) und Trockenes (das Festland) soll zum Vorschein kommen (erscheinen, sich zeigen). So geschah (war) es.

Original Hebrew

וַ/יֹּ֣אמֶרו/י֣אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֗יםאלה֗יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
יִקָּו֨וּיקו֨ויִקָּווּיקווyi.ka.Vulet them gatherH6960BHVNi3mp
הַ/מַּ֜יִםה/מ֜יםהַ/מַּיִםה/מיםha./Ma.yimthe/ watersH9009H4325GHTd+Ncmpa
מִ/תַּ֤חַתמ/ת֤חתמִ/תַּחַתמ/תחתmi./Ta.chatfrom/ underH9006H8478GHR+Ncmsc
הַ/שָּׁמַ֙יִם֙ה/שמ֙ים֙הַ/שָּׁמַיִםה/שמיםha./sha.Ma.yimthe/ heavensH9009H8064HTd+Ncmpa
אֶל\־אל\אֶל\־אל\'El-toH0413\H9014HR
מָק֣וֹםמק֣וםמָקוֹםמקוםma.Koma placeH4725HNcmsa
אֶחָ֔דאח֔דאֶחָדאחד'e.ChadoneH0259HAcfsa
וְ/תֵרָאֶ֖הו/תרא֖הוְ/תֵרָאֶהו/תראהve./te.ra.'Ehand/ let it appearH9002H7200GHC+VNu3fs
הַ/יַּבָּשָׁ֑הה/יבש֑ההַ/יַּבָּשָׁהה/יבשהhai./ya.ba.Shahthe/ dry groundH9009H3004HTd+Ncfsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ it wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
כֵֽן\׃כן\כֵֽן\׃כן\KhensoH3651C\H9016HD

10 Gott nannte (rief) das Trockene (das Festland) „Erde“ und den Ort des Wassers nannte (rief) er „Meer“. Gott sah, dass [es] gut [war].

Original Hebrew

וַ/יִּקְרָ֨או/יקר֨אוַ/יִּקְרָאו/יקראva/i.yik.Ra'and/ he calledH9001H7121HHc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֤ים\׀אלה֤ים\אֱלֹהִים\׀אלהים\'E.lo.HimGodH0430G\H9015HNcmpa
לַ/יַּבָּשָׁה֙ל/יבשה֙לַ/יַּבָּשָׁהל/יבשהla/i.ya.ba.Shah<to> the/ dry groundH9005H3004HRd+Ncfsa
אֶ֔רֶץא֔רץאֶרֶץארץ'E.retzearthH0776GHNcfsa
וּ/לְ/מִקְוֵ֥הו/ל/מקו֥הוּ/לְ/מִקְוֵהו/ל/מקוהu./le./mik.Vehand/ <to>/ [the] collection ofH9002H9005H4723CHC+R+Ncmsc
הַ/מַּ֖יִםה/מ֖יםהַ/מַּיִםה/מיםha./Ma.yimthe/ watersH9009H4325GHTd+Ncmpa
קָרָ֣אקר֣אקָרָאקראka.Ra'he calledH7121HHVqp3ms
יַמִּ֑יםימ֑יםיַמִּיםימיםya.MimseasH3220GHNcmpa
וַ/יַּ֥רְאו/י֥ראוַ/יַּרְאו/יראva/i.Yar'and/ he sawH9001H7200GHc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֖יםאלה֖יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
כִּי\־כי\כִּי\־כי\ki-thatH3588A\H9014HTc
טֽוֹב\׃טוב\טֽוֹב\׃טוב\Tov[it was] goodH2895\H9016HVqp3ms

11 Weiterhin sprach Gott: Die Erde soll auf Erden Grünes grünen lassen:1 Samen tragendes Getreide (Pflanzen)2 und 3 verschiedenste Arten von4 Frucht tragenden Fruchtbäumen, {die} [deren Früchte] ihren Samen in sich haben. So geschah es.

Original Hebrew

וַ/יֹּ֣אמֶרו/י֣אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֗יםאלה֗יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
תַּֽדְשֵׁ֤אתדש֤אתַּֽדְשֵׁאתדשאtad.She'let it sproutH1876HVhj3fs
הָ/אָ֙רֶץ֙ה/א֙רץ֙הָ/אָרֶץה/ארץha./'A.retzthe/ earthH9009H0776GHTd+Ncfsa
דֶּ֔שֶׁאד֔שאדֶּשֶׁאדשאDe.she'vegetationH1877HNcmsa
עֵ֚שֶׂבע֚שבעֵשֶׂבעשב'E.sevplant[s]H6212HNcmsa
מַזְרִ֣יעַמזר֣יעמַזְרִיעַמזריעmaz.Ri.a'[which] bears seedH2232HVhrmsa
זֶ֔רַעז֔רעזֶרַעזרעZe.ra'seedH2233GHNcmsa
עֵ֣ץע֣ץעֵץעץ'etztree[s] ofH6086HHNcmsc
פְּרִ֞יפר֞יפְּרִיפריpe.RifruitH6529HNcmsa
עֹ֤שֶׂהע֤שהעֹשֶׂהעשה'O.sehproducingH6213HHVqrmsa
פְּרִי֙פרי֙פְּרִיפריpe.RifruitH6529HNcmsa
לְ/מִינ֔/וֹל/מינ֔/ולְ/מִינ/וֹל/מינ/וle./mi.N/oto/ kind/ itsH9005H4327H9023HR+Ncmsc+Sp3ms
אֲשֶׁ֥ראש֥ראֲשֶׁראשר'a.SherwhichH0834AHTr
זַרְע/וֹ\־זרע/ו\זַרְע/וֹ\־זרע/ו\zar.'o/v-seed/ itsH2233GH9023\H9014HNcmsc+Sp3ms
ב֖/וֹב֖/וב/וֹב/וv/o[is] in <the>/ itH9003H9033HRd+Sp3ms
עַל\־על\עַל\־על\'al-onH5921A\H9014HR
הָ/אָ֑רֶץה/א֑רץהָ/אָרֶץה/ארץha./'A.retzthe/ earthH9009H0776GHTd+Ncfsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ it wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
כֵֽן\׃כן\כֵֽן\׃כן\KhensoH3651C\H9016HD
  1. Grünes grünen lassen: - Theoretisch ließe sich im MT auch ein Dreischritt lesen: „Die Erde soll grünen lassen: (1) Grünes, (2) Getreide und (3) Fruchtbäume“. Vermutlich ist aber דֶּשֶׁא Grünes als Oberbegriff von „Getreide“ und „Fruchtbäumen“ zu verstehen; vgl. z.B. Bandstra 2008, S. 65; Cassuto 2005, S. 40; Wenham 1987.
  2. Getreide (Pflanzen) - Meist allgemein übersetzt als „Pflanzen“ oder „Kraut“. Hier ist es aber näher bestimmt dadurch, dass es zera` tragen soll. Dies steht in der Bibel sehr eindeutig für Samen und Saatgut. Entsprechend wird es sich wohl auch hier sehr sicher um eine Nutzpflanzen handeln: `eßeb mazrij`a zera` ist das „Frucht bringende Getreide“; `ets peri sind (unbestritten) die Fruchtbäume - Gott lässt zu Schöpfungsbeginn ausschließlich „sinnvolle“ Pflanzen sprießen.
  3. Textkritik: Ergänze mit Soggin 1997, S. 36; Westermann 1983, S. 110 vor `ets („Bäume“) die Konjunktion we („und“) (so auch viele Manuskripte), da sonst „Bäume“ in Apposition zu „Getreide“ stünde.
  4. verschiedenste Arten von - das i.d.R. mechanisch übersetzte „nach ihrer Art“ ist sehr wahrscheinlich adjektivisch als Ausdruck für „jeglicher Art“ bzw. „verschiedenste Arten von...“ zu verstehen; so zuletzt wieder Neville 2011, S. 216; ähnlich auch schon Driver 1905, S. 9. Sehr gut übersetzt es Speiser 1964 („various kinds“).

12 Die Erde lies Grünes grünen: verschiedenste Arten von Samen tragendem Getreide und verschiedenste Arten von Frucht tragenden Fruchtbäumen, {die} [deren Früchte] ihren Samen in sich haben. Gott sah, dass es gut war (ist).

Original Hebrew

וַ/תּוֹצֵ֨או/תוצ֨אוַ/תּוֹצֵאו/תוצאva./to.Tze'and/ <it> brought forthH9001H3318MHc+Vhw3fs
הָ/אָ֜רֶץה/א֜רץהָ/אָרֶץה/ארץha./'A.retzthe/ earthH9009H0776GHTd+Ncfsa
דֶּ֠שֶׁאד֠שאדֶּשֶׁאדשאDe.she'vegetationH1877HNcmsa
עֵ֣שֶׂבע֣שבעֵשֶׂבעשב'E.sevplant[s]H6212HNcmsa
מַזְרִ֤יעַמזר֤יעמַזְרִיעַמזריעmaz.Ri.a'[which] bears seedH2232HVhrmsa
זֶ֙רַע֙ז֙רע֙זֶרַעזרעze.ra'seedH2233GHNcmsa
לְ/מִינֵ֔/הוּל/מינ֔/הולְ/מִינֵ/הוּל/מינ/הוle./mi.Ne./huto/ kind/ itsH9005H4327H9023HR+Ncmsc+Sp3ms
וְ/עֵ֧ץו/ע֧ץוְ/עֵץו/עץve./'Etzand/ tree[s]H9002H6086HHC+Ncmsa
עֹֽשֶׂה\־עשה\עֹֽשֶׂה\־עשה\'o.seh-producingH6213H\H9014HVqrmsa
פְּרִ֛יפר֛יפְּרִיפריpe.RifruitH6529HNcmsa
אֲשֶׁ֥ראש֥ראֲשֶׁראשר'a.SherwhichH0834AHTr
זַרְע/וֹ\־זרע/ו\זַרְע/וֹ\־זרע/ו\zar.'o/v-seed/ itsH2233GH9023\H9014HNcmsc+Sp3ms
ב֖/וֹב֖/וב/וֹב/וv/o[was] in <the>/ itH9003H9033HRd+Sp3ms
לְ/מִינֵ֑/הוּל/מינ֑/הולְ/מִינֵ/הוּל/מינ/הוle./mi.Ne./huto/ kind/ itsH9005H4327H9023HR+Ncmsc+Sp3ms
וַ/יַּ֥רְאו/י֥ראוַ/יַּרְאו/יראva/i.Yar'and/ he sawH9001H7200GHc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֖יםאלה֖יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
כִּי\־כי\כִּי\־כי\ki-thatH3588A\H9014HTc
טֽוֹב\׃טוב\טֽוֹב\׃טוב\Tov[it was] goodH2895\H9016HVqp3ms

13 Es wurde (war) Abend und es wurde Morgen: Ein dritter Tag.

Original Hebrew

וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
עֶ֥רֶבע֥רבעֶרֶבערב'E.reveveningH6153HNcmsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
בֹ֖קֶרב֖קרבֹקֶרבקרVo.kermorningH1242HNcmsa
י֥וֹםי֥וםיוֹםיוםYoma dayH3117GHNcmsa
שְׁלִישִֽׁי\׃\ \פשלישי\\ \פשְׁלִישִֽׁי\׃\ \פשלישי\\ \פshe.li.ShithirdH7992\H9016\ \H9017HAomsa

14 Dann1 sprach Gott: Lichter sollen am Schalenförmigen (Gewölbe, Firmament) des Himmels (, das der Himmel ist)2 entstehen (sein), um (so dass) {zwischen} den Tag {und} von (zwischen) der Nacht zu trennen (teilen, scheiden). Sie sollen als Zeichen für (und als)3 Festzeiten (Jahreszeiten)4 und für (als) Tage und Jahre dienen (sein)

Original Hebrew

וַ/יֹּ֣אמֶרו/י֣אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֗יםאלה֗יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
יְהִ֤ייה֤ייְהִייהיye.Hilet it beH1961HVqj3ms
מְאֹרֹת֙מארת֙מְאֹרֹתמארתme.'o.RotluminariesH3974HNcmpa
בִּ/רְקִ֣יעַב/רק֣יעבִּ/רְקִיעַב/רקיעbi/r.Ki.a'in/ [the] firmament ofH9003H7549HR+Ncmsc
הַ/שָּׁמַ֔יִםה/שמ֔יםהַ/שָּׁמַיִםה/שמיםha./sha.Ma.yimthe/ heavensH9009H8064HTd+Ncmpa
לְ/הַבְדִּ֕ילל/הבד֕יללְ/הַבְדִּילל/הבדילle./hav.Dilto/ separateH9005H0914HR+Vhcc
בֵּ֥יןב֥יןבֵּיןביןbeinbetweenH0996GHAcmsc
הַ/יּ֖וֹםה/י֖וםהַ/יּוֹםה/יוםhai./Yomthe/ dayH9009H3117GHTd+Ncmsa
וּ/בֵ֣יןו/ב֣יןוּ/בֵיןו/ביןu./Veinand/ betweenH9002H0996GHC+Acmsc
הַ/לָּ֑יְלָהה/ל֑ילההַ/לָּיְלָהה/לילהha./La.ye.lahthe/ nightH9009H3915HTd+Ncmsa
וְ/הָי֤וּו/הי֤ווְ/הָיוּו/היוve./ha.Yuand/ they will becomeH9001H1961Hc+Vqq3cp
לְ/אֹתֹת֙ל/אתת֙לְ/אֹתֹתל/אתתle./'o.Tot<into>/ signsH9005H0226HHR+Ncfpa
וּ/לְ/מ֣וֹעֲדִ֔יםו/ל/מ֣ועד֔יםוּ/לְ/מוֹעֲדִיםו/ל/מועדיםu./le./Mo.'a.Dimand/ <into>/ appointed timesH9002H9005H4150GHC+R+Ncmpa
וּ/לְ/יָמִ֖יםו/ל/ימ֖יםוּ/לְ/יָמִיםו/ל/ימיםu./le./ya.Mimand/ <into>/ daysH9002H9005H3117GHC+R+Ncmpa
וְ/שָׁנִֽים\׃ו/שנים\וְ/שָׁנִֽים\׃ו/שנים\ve./sha.Nimand/ yearsH9002H8141\H9016HC+Ncmpa
  1. Vv. 14-18: Für gewöhnlich geht man davon aus, dass die Funktion von Vv. 14-18 eine polemische ist: Der Autor von Gen 1 schreibt gegen die verbreitete Vorstellung an, die Himmelskörper seien göttliche oder göttergleiche Wesen und macht aus ihnen stattdessen „Lichter“, die er am Himmel „befestigt“. Von hier aus entdeckt man dann auch in V. 21 eine „Entmythologisierungsstrategie“: Die „Seeungeheuer“ sind keine mythischen Wesen mehr, sondern werden in einem Atemzug mit den anderen Geschöpfen Gottes genannt. Notwendig ist das nicht: Cooley 2013 z.B. geht davon aus, dass es „zu keinem Zeitpunkt von der Bronzezeit bis zur Zeit des Zweiten Tempels der Fall gewesen sei, dass die Einwöhner der südlichen Levante die himmlichen Heerscharen nicht als beseelt und belebt verstanden.“ (Cooley 2014, S. 183) - auch nicht in Gen 1. Dass die Himmelskörper in V. 14 zunächst als „Lichter/Lampen“ bezeichnet werden, ließe sich auch einfach mit dem in FN j beschriebenen Strukturprinzip, und es ist ja doch auffällig, dass der Autor von Gen 1 die mythischen Vorstellungen der „Urtiefe“ (V. 2), der den Himmel „beherrschenden“ Himmelskörper (Vv. 15f) und der „Seeungeheuer“ (V. 21) nicht ausschweigt, sondern gerade explizit in die Schöpfungserzählung aufnimmt. Dem folgend ließe sich das Anliegen von Vv. 14-18 auch so verstehen, dass der Abschnitt zwar durchaus noch von mythischen Vorstellungen geprägt ist und besagte „Wesen“ - Sonne, Mond, Sterne und Seeungeheuer - durchaus noch mythisch verstanden werden, aber eben bewusst als Gott untergebene Geschöpfe dargestellt werden sollen. Doch ist das eine Minderheitenmeinung; man sollte besser mit dem größten Teil der Exegeten von einem „Entmythologisierungsanliegen“ des Autors ausgehen.
  2. wohl zu lesen als epexegetische Constructus-Verbindung (also „am Schalenförmigen, d.h. am Himmel“); übersetze in der LF besser schlicht „Himmel“.
  3. wohl explikatives Waw; siehe nächste Fußnote. vgl. auch Cassuto 2005, S. 44; Cole 2007; König 1919, S. 149; Speiser 1964, S. 6.
  4. מוֹעֲדִים ließe sich sowohl als Ausdruck für „Jahreszeiten“ als auch für „Festzeiten“ lesen. Die erste Lesart vertritt z.B. Soggin 1997. Die Reihung „Jahreszeiten, Tage und Jahre“ ist aber merkwürdig „chaotisch“; aus diesem Grunde sollte man wohl eher die zweite Lesart wählen (vgl. dazu auch Rudolph 2003, dessen Untersuchung ergibt, dass „the plural form of mô`êd means 'festivals' one hundred percent of the time in the Torah.“ (S. 40)) - die Planeten sind Zeichen sowohl für die kultische als auch die weltliche Zeitordnung („Tage und Jahre“ ist wohl ein stehender Ausdruck für eine unbestimmte Zeitspanne; vgl. noch 1Sam 29,3 und 4Q385, Frg. 3 („Ich messe die Zeit / und verkürze Tage und Jahre.“). Möglich wäre außerdem, nicht zu lesen als „Zeichen für Festzeiten...“, sondern als „Sie sollen dienen als Zeichen, als Festzeiten, als...“; so z.B. Tigchelaar 2005. Während aber einleuchtend ist, wie Planeten als „Zeichen“ dienen sollen (etwa als „Omen“), ist nicht ersichtlich, wie Planeten „als Jahreszeiten, Tage und Jahre“ dienen wollen; vorzuziehen ist daher wohl doch die traditionelle Übersetzungsweise

15 und sie sollen als Lichter1 am Schalenförmigen (Gewölbe, Firmament) des Himmels (, das der Himmel ist) dienen (sein), um (so dass) über der Erde zu scheinen (leuchten). So geschah (war) es.

Original Hebrew

וְ/הָי֤וּו/הי֤ווְ/הָיוּו/היוve./ha.Yuand/ they will becomeH9001H1961Hc+Vqq3cp
לִ/מְאוֹרֹת֙ל/מאורת֙לִ/מְאוֹרֹתל/מאורתli/m.'o.Rot<into>/ luminariesH9005H3974HR+Ncmpa
בִּ/רְקִ֣יעַב/רק֣יעבִּ/רְקִיעַב/רקיעbi/r.Ki.a'in/ [the] firmament ofH9003H7549HR+Ncmsc
הַ/שָּׁמַ֔יִםה/שמ֔יםהַ/שָּׁמַיִםה/שמיםha./sha.Ma.yimthe/ heavensH9009H8064HTd+Ncmpa
לְ/הָאִ֖ירל/הא֖ירלְ/הָאִירל/האירle./ha.'Irto/ give lightH9005H0215HR+Vhcc
עַל\־על\עַל\־על\'al-onH5921A\H9014HR
הָ/אָ֑רֶץה/א֑רץהָ/אָרֶץה/ארץha./'A.retzthe/ earthH9009H0776GHTd+Ncfsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ it wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
כֵֽן\׃כן\כֵֽן\׃כן\KhensoH3651C\H9016HD
  1. Textkritik: Ehrlich 1908 schlägt die Textkorrektur von למערת zu המערת vor; המערת müsste dann als Subjekt des Satzes gelesen werden („Die Lichter am Himmel sollen dazu dienen, über der Erde zu leuchten.“), da sonst „das, wozu das Subjekt werden soll [=Lichter] sich [...] von dessen vorläufiger Beschaffenheit [=Lichter] durch nichts unterscheide[n würde]; vgl. Saadja.“ Das ist ein sehr sinnvoller Vorschlag; allerdings weist Wenham 1987 auf eine ähnliche Tautologie in Num 15,39 hin, so dass er wohl nicht nötig ist.

16 Gott machte die beiden großen Lichter: das größere (große)1 Licht zur Herrschaft (Beherrschung) über den Tag (am Tag)2 und das kleinere Licht zur Herrschaft (Beherrschung) über die Nacht (zur Nacht); auch die Sterne3.

Original Hebrew

וַ/יַּ֣עַשׂו/י֣עשוַ/יַּעַשׂו/יעשva/i.Ya.'asand/ he madeH9001H6213HHc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֔יםאלה֔יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
שְׁנֵ֥ישנ֥ישְׁנֵישניshe.Nei[the] twoH8147HAcbdc
הַ/מְּאֹרֹ֖תה/מאר֖תהַ/מְּאֹרֹתה/מארתha./me.'o.Rotthe/ luminariesH9009H3974HTd+Ncmpa
הַ/גְּדֹלִ֑יםה/גדל֑יםהַ/גְּדֹלִיםה/גדליםha./ge.do.Lim<the>/ greatH9009H1419AHTd+Aampa
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
הַ/מָּא֤וֹרה/מא֤ורהַ/מָּאוֹרה/מאורha./ma.'orthe/ luminaryH9009H3974HTd+Ncmsa
הַ/גָּדֹל֙ה/גדל֙הַ/גָּדֹלה/גדלha./ga.Dol<the>/ greatH9009H1419AHTd+Aamsa
לְ/מֶמְשֶׁ֣לֶתל/ממש֣לתלְ/מֶמְשֶׁלֶתל/ממשלתle./mem.She.letfor/ [the] dominion ofH9005H4475HR+Ncfsc
הַ/יּ֔וֹםה/י֔וםהַ/יּוֹםה/יוםhai./Yomthe/ dayH9009H3117GHTd+Ncmsa
וְ/אֶת\־ו/את\וְ/אֶת\־ו/את\ve./'Etand/ <obj.>H9002H0853\H9014HC+To
הַ/מָּא֤וֹרה/מא֤ורהַ/מָּאוֹרה/מאורha./ma.'orthe/ luminaryH9009H3974HTd+Ncmsa
הַ/קָּטֹן֙ה/קטן֙הַ/קָּטֹןה/קטןha./ka.Ton<the>/ smallH9009H6996BHTd+Aamsa
לְ/מֶמְשֶׁ֣לֶתל/ממש֣לתלְ/מֶמְשֶׁלֶתל/ממשלתle./mem.She.letfor/ [the] dominion ofH9005H4475HR+Ncfsc
הַ/לַּ֔יְלָהה/ל֔ילההַ/לַּיְלָהה/לילהha./Lay.lahthe/ nightH9009H3915HTd+Ncmsa
וְ/אֵ֖תו/א֖תוְ/אֵתו/אתve./'Etand/ <obj.>H9002H0853HC+To
הַ/כּוֹכָבִֽים\׃ה/כוכבים\הַ/כּוֹכָבִֽים\׃ה/כוכבים\ha./ko.kha.Vimthe/ starsH9009H3556\H9016HTd+Ncmpa
  1. W. „das große Licht“, aber Adjektive mit Artikel dient im Hebräischen u.a. auch zur Wiedergabe des Komparativs; vgl. ad loc. z.B. HKL III §308a.
  2. über den Tag (am Tag) + über die Nacht (zur Nacht) - Bandstra bezweifelt, dass „Tag“ und „Nacht“ Entitäten seien, die „beherrscht“ werden könnten und liest daher die Präpositionalphrase בַּיּוֹם nicht als „zur Herrschaft über den Tag...“, sondern so, dass sie „the range or domain over which rule is exercised“ (S. 79) angeben würden (also „zur Herrschaft bei Tag und bei Nacht“). Grammatisch ist das möglich; dann wäre aber zu fragen, wen Sonne und Mond denn dann beherrschen sollen, wenn nicht Tag und Nacht? Zum Anliegen der Aussage vgl. FN aa
  3. Oder: „das kleinere Licht und die Sterne zur Herrschaft über die Nacht“ (nach Driver 1885, S. 33: „Wenn hebräische Autoren einen Satz mit doppeltem Subjekt (oder Objekt) konstruieren, tun sie dies gewöhnlich - und sogar recht häufig -, indem sie den Satzteil, der eines der beiden Subjekte (oder Objekte) enthält, zu Ende führen und dann das zweite an diesen Satzteil anhängen.“ (meine Üs.); ebenso z.B. Michel 1997b, S. 171) Diese Beobachtung Drivers ist recht sicher richtig (ein deutliches Beispiel ist Num 16,18: „Jedermann nahm seine Räucherpfanne ...; ebenso Moses und Aaron“ = „Jeder - unter anderem auch Moses und Aaron - nahm seine Räucherpfanne...“). Es ist uns aber keine Übersetzung bekannt, die so übersetzt; für Gen 1,16 wäre das also eine Minderheitenmeinung.

17 Gott setzte (gab) sie an (in) das Schalenförmige (Gewölbe, Firmament) des Himmels (, das der Himmel ist), damit (so dass) sie über der Erde schienen (leuchteten)

Original Hebrew

וַ/יִּתֵּ֥ןו/ית֥ןוַ/יִּתֵּןו/יתןva/i.yi.Tenand/ he setH9001H5414HHc+Vqw3ms
אֹתָ֛/םאת֛/םאֹתָ/םאת/ם'o.Ta/m<obj.>/ themH0853H9038HTo+Sp3mp
אֱלֹהִ֖יםאלה֖יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
בִּ/רְקִ֣יעַב/רק֣יעבִּ/רְקִיעַב/רקיעbi/r.Ki.a'in/ [the] firmament ofH9003H7549HR+Ncmsc
הַ/שָּׁמָ֑יִםה/שמ֑יםהַ/שָּׁמָיִםה/שמיםha./sha.Ma.yimthe/ heavensH9009H8064HTd+Ncmpa
לְ/הָאִ֖ירל/הא֖ירלְ/הָאִירל/האירle./ha.'Irto/ give lightH9005H0215HR+Vhcc
עַל\־על\עַל\־על\'al-onH5921A\H9014HR
הָ/אָֽרֶץ\׃ה/ארץ\הָ/אָֽרֶץ\׃ה/ארץ\ha./'A.retzthe/ earthH9009H0776G\H9016HTd+Ncfsa

18 und damit (so dass) sie über den Tag und die Nacht herrschten und damit (so dass) sie {zwischen} die Helligkeit (das Licht) {und} von (zwischen) der Finsternis (Dunkelheit) trennten (teilten, schieden). Gott sah, dass [es] gut [war].

Original Hebrew

וְ/לִ/מְשֹׁל֙ו/ל/משל֙וְ/לִ/מְשֹׁלו/ל/משלve./li/m.Sholand/ to/ ruleH9002H9005H4910HC+R+Vqcc
בַּ/יּ֣וֹםב/י֣וםבַּ/יּוֹםב/יוםba/i.Yomover the/ dayH9003H3117GHRd+Ncmsa
וּ/בַ/לַּ֔יְלָהו/ב/ל֔ילהוּ/בַ/לַּיְלָהו/ב/לילהu./va./Lay.lahand/ over the/ nightH9002H9003H3915HC+Rd+Ncmsa
וּֽ/לֲ/הַבְדִּ֔ילו/ל/הבד֔ילוּֽ/לֲ/הַבְדִּילו/ל/הבדילu./la./hav.Diland/ to/ separateH9002H9005H0914HC+R+Vhcc
בֵּ֥יןב֥יןבֵּיןביןbeinbetweenH0996GHAcmsc
הָ/א֖וֹרה/א֖ורהָ/אוֹרה/אורha./'Orthe/ lightH9009H0216HTd+Ncfsa
וּ/בֵ֣יןו/ב֣יןוּ/בֵיןו/ביןu./Veinand/ betweenH9002H0996GHC+Acmsc
הַ/חֹ֑שֶׁךְה/ח֑שךהַ/חֹשֶׁךְה/חשךha./Cho.shekhthe/ darknessH9009H2822HTd+Ncmsa
וַ/יַּ֥רְאו/י֥ראוַ/יַּרְאו/יראva/i.Yar'and/ he sawH9001H7200GHc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֖יםאלה֖יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
כִּי\־כי\כִּי\־כי\ki-thatH3588A\H9014HTc
טֽוֹב\׃טוב\טֽוֹב\׃טוב\Tov[it was] goodH2895\H9016HVqp3ms

19 Es wurde (war) Abend und es wurde Morgen: Ein vierter Tag.

Original Hebrew

וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
עֶ֥רֶבע֥רבעֶרֶבערב'E.reveveningH6153HNcmsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
בֹ֖קֶרב֖קרבֹקֶרבקרVo.kermorningH1242HNcmsa
י֥וֹםי֥וםיוֹםיוםYoma dayH3117GHNcmsa
רְבִיעִֽי\׃\ \פרביעי\\ \פרְבִיעִֽי\׃\ \פרביעי\\ \פre.vi.'IfourthH7243\H9016\ \H9017HAomsa

20 Dann sprach Gott: Das Wasser (die Wasser) soll schwärmen mit Schwärmen lebendiger Wesen (Seelen, Leben) und Vögel (fliegende Tiere)1 sollen über der Erde unter (an)2 dem Schalenförmigen (Gewölbe, Firmament) des Himmels (, das der Himmel ist) fliegen.3

Original Hebrew

וַ/יֹּ֣אמֶרו/י֣אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֔יםאלה֔יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
יִשְׁרְצ֣וּישרצ֣ויִשְׁרְצוּישרצוyish.re.Tzulet them swarmH8317HVqi3mp
הַ/מַּ֔יִםה/מ֔יםהַ/מַּיִםה/מיםha./Ma.yimthe/ watersH9009H4325GHTd+Ncmpa
שֶׁ֖רֶץש֖רץשֶׁרֶץשרץShe.retzswarming thing[s]H8318HNcmsc
נֶ֣פֶשׁנ֣פשנֶפֶשׁנפשNe.feshcreature[s]H5315KHNcfsa
חַיָּ֑החי֑החַיָּהחיהchai.YahlivingH2416AHAafsa
וְ/עוֹף֙ו/עוף֙וְ/עוֹףו/עוףve./'Ofand/ bird[s]H9002H5775HC+Ncmsa
יְעוֹפֵ֣ףיעופ֣ףיְעוֹפֵףיעופףye.'o.Feflet it flyH5774AHVpi3ms
עַל\־על\עַל\־על\'al-aboveH5921A\H9014HR
הָ/אָ֔רֶץה/א֔רץהָ/אָרֶץה/ארץha./'A.retzthe/ earthH9009H0776GHTd+Ncfsa
עַל\־על\עַל\־על\'al-onH5921A\H9014HR
פְּנֵ֖יפנ֖יפְּנֵיפניpe.Nei[the] surface ofH6440JHNcmpc
רְקִ֥יעַרק֥יערְקִיעַרקיעre.Ki.a'[the] firmament ofH7549HNcmsc
הַ/שָּׁמָֽיִם\׃ה/שמים\הַ/שָּׁמָֽיִם\׃ה/שמים\ha./sha.Ma.yimthe/ heavensH9009H8064\H9016HTd+Ncmpa
  1. Schließt auch Insekten mit ein (DBL Hebrew 6416); Satzstruktur: Nomen - Verb; wohl wieder eine Topikalisierungsstrategie - Versteil 1 handelt von den „Schwärmen lebendiger Wesen“; von den „Vögeln“ dagegen handelt Versteil 2.
  2. Ein etwas eigentümlicher Ausdruck, w.: „Auf/Über/An der Erde, auf/über/an dem Schalenförmigen des Himmels“. Da der Himmel als feste Barriere gedacht ist, kann hier nur „zwischen dem Gewölbe und der Erde“ gemeint sein; übersetze daher „unter dem Himmel“.
  3. Textkritik: LXX ergänzt: „So geschah es“; ihr folgt z.B. Scharbert 1990, S. 40. Vergleiche aber dazu Fußnote t.

21 Gott erschuf die großen Meereslebewesen (Seeungeheuer, Seeschlangen, das Seeungeheuer)1 und all die verschiedenen Lebewesen, die im Wasser schwärmen (wimmeln) und all die verschiedenen geflügelten Tiere2. Gott sah, dass [es] gut [war].

Original Hebrew

וַ/יִּבְרָ֣או/יבר֣אוַ/יִּבְרָאו/יבראva/i.yiv.Ra'and/ he createdH9001H1254AHc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֔יםאלה֔יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
הַ/תַּנִּינִ֖םה/תנינ֖םהַ/תַּנִּינִםה/תנינםha./ta.ni.Nimthe/ sea monstersH9009H8577NHTd+Ncmpa
הַ/גְּדֹלִ֑יםה/גדל֑יםהַ/גְּדֹלִיםה/גדליםha./ge.do.Lim<the>/ greatH9009H1419AHTd+Aampa
וְ/אֵ֣תו/א֣תוְ/אֵתו/אתve./'Etand/ <obj.>H9002H0853HC+To
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-everyH3605\H9014HNcmsc
נֶ֣פֶשׁנ֣פשנֶפֶשׁנפשNe.feshcreatureH5315KHNcfsa
הַֽ/חַיָּ֣ה\׀ה/חי֣ה\הַֽ/חַיָּה\׀ה/חיה\ha./chai.Yah<the>/ livingH9009H2416A\H9015HTd+Aafsa
הָֽ/רֹמֶ֡שֶׂתה/רמ֡שתהָֽ/רֹמֶשֶׂתה/רמשתha./ro.Me.setwhich/ creepsH9009H7430HTd+Vqrfsa
אֲשֶׁר֩אשר֩אֲשֶׁראשר'a.SherwhichH0834AHTr
שָׁרְצ֨וּשרצ֨ושָׁרְצוּשרצוsha.re.Tzuthey swarmedH8317HVqp3cp
הַ/מַּ֜יִםה/מ֜יםהַ/מַּיִםה/מיםha./Ma.yimthe/ watersH9009H4325GHTd+Ncmpa
לְ/מִֽינֵ/הֶ֗םל/מינ/ה֗םלְ/מִֽינֵ/הֶםל/מינ/הםle./mi.ne./Hemto/ kind/ theirH9005H4327H9028HR+Ncmsc+Sp3mp
וְ/אֵ֨תו/א֨תוְ/אֵתו/אתve./'Etand/ <obj.>H9002H0853HC+To
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-everyH3605\H9014HNcmsc
ע֤וֹףע֤וףעוֹףעוףofbird ofH5775HNcmsc
כָּנָף֙כנף֙כָּנָףכנףka.NafwingH3671HNcfsa
לְ/מִינֵ֔/הוּל/מינ֔/הולְ/מִינֵ/הוּל/מינ/הוle./mi.Ne./huto/ kind/ itsH9005H4327H9023HR+Ncmsc+Sp3ms
וַ/יַּ֥רְאו/י֥ראוַ/יַּרְאו/יראva/i.Yar'and/ he sawH9001H7200GHc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֖יםאלה֖יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
כִּי\־כי\כִּי\־כי\ki-thatH3588A\H9014HTc
טֽוֹב\׃טוב\טֽוֹב\׃טוב\Tov[it was] goodH2895\H9016HVqp3ms
  1. Mit den תַּנִּינִם werden sehr häufig mythische Meereswesen bezeichnet. BerR deutet sie auch hier als Behemoth und Leviathan, und es scheint tatsächlich so, dass v.a. תַּנִּינִם und Leviathan häufig synonym verwendet werden (der Plural wäre z.B. erklärbar als pluralis intensivus; „die Tanninim“ könnten dann übertragen werden etwa mit „das große Monster“ o.Ä. (vgl. z.B. Ember 1905, S. 202)). Hier aber werden die תַּנִּינִם wohl entmythisiert (allerdings vgl. FN aa): ebenso wie Sonne und Mond gehören auch sie zu Gottes Geschöpfen (vgl. Vogels 2011). Man sollte תַּנִּינִם daher am Besten so unbestimmt übersetzen, wie das oben vorgeschlagen wurde.
  2. so KBL3, S. 463 ad loc.; wörtlich „Vögel des Flügels“; wohl attributive Constructus-Verbindung.

22 Und Gott segnete sie folgendermaßen (indem er sprach)1: „Seid fruchtbar und vermehrt euch (werdet zahlreich)2 und füllt das Wasser im Meer (in den Meeren), und die Vögel sollen sich über (auf, in) der Erde vermehren (zahlreich werden)!“

Original Hebrew

וַ/יְבָ֧רֶךְו/יב֧רךוַ/יְבָרֶךְו/יברךva/y.Va.rekhand/ he blessedH9001H1288Hc+Vpw3ms
אֹתָ֛/םאת֛/םאֹתָ/םאת/ם'o.Ta/m<obj.>/ themH0853H9038HTo+Sp3mp
אֱלֹהִ֖יםאלה֖יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
לֵ/אמֹ֑רל/אמ֑רלֵ/אמֹרל/אמרle./Mor<to>/ sayingH9005H0559HR+Vqcc
פְּר֣וּפר֣ופְּרוּפרוpe.Rube fruitfulH6509HVqv2mp
וּ/רְב֗וּו/רב֗ווּ/רְבוּו/רבוu./re.Vuand/ multiplyH9002H7235AHC+Vqv2mp
וּ/מִלְא֤וּו/מלא֤ווּ/מִלְאוּו/מלאוu./mil.'Uand/ fillH9002H4390HC+Vqv2mp
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
הַ/מַּ֙יִם֙ה/מ֙ים֙הַ/מַּיִםה/מיםha./Ma.yimthe/ watersH9009H4325GHTd+Ncmpa
בַּ/יַּמִּ֔יםב/ימ֔יםבַּ/יַּמִּיםב/ימיםba/i.ya.Mimin the/ seasH9003H3220GHRd+Ncmpa
וְ/הָ/ע֖וֹףו/ה/ע֖וףוְ/הָ/עוֹףו/ה/עוףve./ha./'ofand/ the/ bird[s]H9002H9009H5775HC+Td+Ncmsa
יִ֥רֶבי֥רביִרֶבירבYi.revlet it multiplyH7235AHVqj3ms
בָּ/אָֽרֶץ\׃ב/ארץ\בָּ/אָֽרֶץ\׃ב/ארץ\ba./'A.retzon the/ earthH9003H0776G\H9016HRd+Ncfsa
  1. das Hebräische leitet des Öfteren Zitate mit mehreren Verba dicendi ein; in einer Übersetzung ins Deutsche kann das zweite Verb dann ohne Bedeutungsverlust gestrichen werden.
  2. Wortspiel im Hebräischen: perû ûrevû. Möglicherweise als Hendiadyoin aufzufassen: »Seid höchst fruchtbar« (so Wenham 1987). Das ließe sich sogar historisch erklären; im Alten Israel war offenbar die Ansicht verbreitet, dass »das Fischgeschlecht sehr geil ist« (so Lewysohn 1858, S. 355, zum Talmud).

23 Es wurde (war) Abend und es wurde Morgen: Ein fünfter Tag.

Original Hebrew

וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
עֶ֥רֶבע֥רבעֶרֶבערב'E.reveveningH6153HNcmsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
בֹ֖קֶרב֖קרבֹקֶרבקרVo.kermorningH1242HNcmsa
י֥וֹםי֥וםיוֹםיוםYoma dayH3117GHNcmsa
חֲמִישִֽׁי\׃\ \פחמישי\\ \פחֲמִישִֽׁי\׃\ \פחמישי\\ \פcha.mi.ShififthH2549\H9016\ \H9017HAomsa

24 Dann sprach Gott: Die Erde soll verschiedenste Arten von Lebewesen hervorbringen: Verschiedenste Arten von Vieh, Reptilien (kriechende Tiere)1 und wilden Tieren2 (Tieren des Feldes).3 So geschah (war) es.

Original Hebrew

וַ/יֹּ֣אמֶרו/י֣אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֗יםאלה֗יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
תּוֹצֵ֨אתוצ֨אתּוֹצֵאתוצאto.Tze'let it produceH3318MHVhj3fs
הָ/אָ֜רֶץה/א֜רץהָ/אָרֶץה/ארץha./'A.retzthe/ earthH9009H0776HHTd+Ncfsa
נֶ֤פֶשׁנ֤פשנֶפֶשׁנפשNe.feshcreature[s]H5315KHNcfsa
חַיָּה֙חיה֙חַיָּהחיהchai.YahlivingH2416AHAafsa
לְ/מִינָ֔/הּל/מינ֔/הלְ/מִינָ/הּל/מינ/הle./mi.Na/hto/ kind/ itsH9005H4327H9024HR+Ncmsc+Sp3fs
בְּהֵמָ֥הבהמ֥הבְּהֵמָהבהמהbe.he.MahlivestockH0929HNcfsa
וָ/רֶ֛מֶשׂו/ר֛משוָ/רֶמֶשׂו/רמשva./Re.mesand/ creeping thing[s]H9002H7431HC+Ncmsa
וְ/חַֽיְתוֹ\־ו/חיתו\וְ/חַֽיְתוֹ\־ו/חיתו\ve./chay.tov-and/ animal[s] ofH9002H2416C\H9014HC+Ncfsc
אֶ֖רֶץא֖רץאֶרֶץארץ'E.retz[the] earthH0776HHNcfsa
לְ/מִינָ֑/הּל/מינ֑/הלְ/מִינָ/הּל/מינ/הle./mi.Na/hto/ kind/ itsH9005H4327H9024HR+Ncmsc+Sp3fs
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ it wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
כֵֽן\׃כן\כֵֽן\׃כן\KhensoH3651C\H9016HD
  1. Zur Übersetzung mit „Reptilien“ vgl. die übernächste Fußnote.Im MT werden diese Reptilien in fünf verschiedenen Versen jeweils anders bezeichnet: {| class="wikitable" |-class="hintergrundfarbe5 ! Vers || Hebräisch || Deutsch |- | V. 24 || רֶמֶשׂ|| Reptilien |- | V. 25 || כָּל-רֶמֶשׂ הָאֲדָמָה || Alle Boden-Reptilien |- | V. 26 || כָל-הָרֶמֶשׂ הָרֹמֵשׂ עַל-הָאָרֶץ || Alle Reptilien, die auf der Erde kriechen |- | V. 28 || כָל-חַיָּה הָרֹמֶשֶׂת עַל-הָאָרֶץ || Alle Lebewesen, die auf der Erde kriechen |- | V. 30 || כֹל רוֹמֵשׂ עַל-הָאָרֶץ || Alles auf der Erde kriechende |- |} Sinndifferenzierend scheint das nicht zu sein, und es ist uns auch noch keine Auslegung untergekommen, die auf diese Merkwürdigkeit überhaupt eingegangen wäre. Westermann weist zumindest darauf hin, dass die Tierarten in V. 24 und V. 25 unterschiedlich und in unterschiedlicher Reihenfolge bezeichnet werden; er führt das aber darauf zurück, dass „der klassifizierende Zug, der sich durch Gn 1 hindurchzieht, den Schöpfungserzählungen ursprünglich fremd ist [... und] die hier genannten drei Arten der Landtiere nicht eine alte, fest geprägte und vorgegebene Gruppierung darstellen, sondern eher einen tastenden Versuch, die Fülle der Landtiere in Hauptarten zu gliedern.“ (S. 197). Aber mindestens das obige Phänomen scheint viel zu bewusst gestaltet, als dass diese Erklärung wirklich einleuchtend wäre; wahrscheinlich handelt es sich eher um eine stilistische Variation. Das selbe gilt wohl auch für die von Westermann genannte Reihenfolge der Nennung der Landtiere: (1) V. 24: Vieh - Reptilien - wilde Tiere; (2) V. 25: Wilde Tiere - Vieh - Reptilien; (3) V. 26: Vieh - wilde Tiere - Reptilien. Das einfachste wird wohl sein, es in der Lesefassung jedes Mal schlicht mit „Reptilien“ zu übersetzen.
  2. Im MT ist an „Tiere“ ein „überflüssiges“ Waw angehängt, das wohl als (bedeutungsloses) paragogisches Waw aufzufassen ist; so z.B. Wenham 1987.
  3. Sg., da Kollektivnomen. So auch in den folgenden Versen. Zur „Gattung“ der bezeichneten Tiere vgl. Scharbert 1990, S. 44: „Von den verschiedenen Tiergattungen werden nur die für den Menschen wichtigsten und auffälligsten aufgezählt. Das mit »Vieh« in der EÜ wiedergegeben Wort bezeichnet in H nicht nur die Haustiere, sondern alle größeren Säugetiere; die »Tiere des Feldes« sind im AT in der Regel das jagdbare Wild; die »Kriechtiere« sind die Landreptilien.“

25 Gott machte verschiedenste Arten von wilden Tieren (Tieren des Feldes), verschiedenste Arten von Vieh und all die verschiedenen Arten von Reptilien (kriechenden Tiere). Gott sah, dass [es] gut [war].

Original Hebrew

וַ/יַּ֣עַשׂו/י֣עשוַ/יַּעַשׂו/יעשva/i.Ya.'asand/ he madeH9001H6213HHc+Vqw3ms
אֱלֹהִים֩אלהים֩אֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
חַיַּ֨תחי֨תחַיַּתחיתchai.Yat[the] animal[s] ofH2416CHNcfsc
הָ/אָ֜רֶץה/א֜רץהָ/אָרֶץה/ארץha./'A.retzthe/ earthH9009H0776GHTd+Ncfsa
לְ/מִינָ֗/הּל/מינ֗/הלְ/מִינָ/הּל/מינ/הle./mi.Na/hto/ kind/ itsH9005H4327H9024HR+Ncmsc+Sp3fs
וְ/אֶת\־ו/את\וְ/אֶת\־ו/את\ve./'Etand/ <obj.>H9002H0853\H9014HC+To
הַ/בְּהֵמָה֙ה/בהמה֙הַ/בְּהֵמָהה/בהמהha./be.he.Mahthe/ livestockH9009H0929HTd+Ncfsa
לְ/מִינָ֔/הּל/מינ֔/הלְ/מִינָ/הּל/מינ/הle./mi.Na/hto/ kind/ itsH9005H4327H9024HR+Ncmsc+Sp3fs
וְ/אֵ֛תו/א֛תוְ/אֵתו/אתve./'Etand/ <obj.>H9002H0853HC+To
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-everyH3605\H9014HNcmsc
רֶ֥מֶשׂר֥משרֶמֶשׂרמשRe.mes<the> creeping thing ofH7431HNcmsc
הָֽ/אֲדָמָ֖הה/אדמ֖ההָֽ/אֲדָמָהה/אדמהha./'a.da.Mahthe/ groundH9009H0127GHTd+Ncfsa
לְ/מִינֵ֑/הוּל/מינ֑/הולְ/מִינֵ/הוּל/מינ/הוle./mi.Ne./huto/ kind/ itsH9005H4327H9023HR+Ncmsc+Sp3ms
וַ/יַּ֥רְאו/י֥ראוַ/יַּרְאו/יראva/i.Yar'and/ he sawH9001H7200GHc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֖יםאלה֖יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
כִּי\־כי\כִּי\־כי\ki-thatH3588A\H9014HTc
טֽוֹב\׃טוב\טֽוֹב\׃טוב\Tov[it was] goodH2895\H9016HVqp3ms

26 Weiterhin sprach Gott: Ich will (Wir wollen/werden, Lasst uns)1 Menschen (die Menschheit, Adam)2 als mir (uns) ähnliches3 Bildnis (Stellvertreter, Widerpart)4 machen! (Damit)5 Sie sollen über die Fische {des Meers} und über die Vögel {des Himmels}6 und über das Vieh und über die ganze Erde (alle wilden Tiere)7 und über alle auf der Erde kriechenden Reptilien (kriechenden Tiere) herrschen (knechten).8

Original Hebrew

וַ/יֹּ֣אמֶרו/י֣אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֔יםאלה֔יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
נַֽעֲשֶׂ֥הנעש֥הנַֽעֲשֶׂהנעשהna.'a.Sehlet us makeH6213HHVqi1cp
אָדָ֛םאד֛םאָדָםאדם'a.DamhumankindH0120GHNcmsa
בְּ/צַלְמֵ֖/נוּב/צלמ֖/נובְּ/צַלְמֵ/נוּב/צלמ/נוbe./tzal.Me./nuin/ image/ ourH9003H6754H9025HR+Ncmsc+Sp1bp
כִּ/דְמוּתֵ֑/נוּכ/דמות֑/נוכִּ/דְמוּתֵ/נוּכ/דמות/נוki/d.mu.Te./nuaccording to/ likeness/ ourH9004H1823H9025HR+Ncfsc+Sp1bp
וְ/יִרְדּוּ֩ו/ירדו֩וְ/יִרְדּוּו/ירדוve./yir.Duand/ they may ruleH9002H7287AHC+Vqu3mp
בִ/דְגַ֨תב/דג֨תבִ/דְגַתב/דגתvi/d.Gatover/ [the] fish ofH9003H1710HR+Ncfsc
הַ/יָּ֜םה/י֜םהַ/יָּםה/יםhai./Yamthe/ seaH9009H3220GHTd+Ncmsa
וּ/בְ/ע֣וֹףו/ב/ע֣וףוּ/בְ/עוֹףו/ב/עוףu./ve./'ofand/ over/ [the] bird[s] ofH9002H9003H5775HC+R+Ncmsc
הַ/שָּׁמַ֗יִםה/שמ֗יםהַ/שָּׁמַיִםה/שמיםha./sha.Ma.yimthe/ heavensH9009H8064HTd+Ncmpa
וּ/בַ/בְּהֵמָה֙ו/ב/בהמה֙וּ/בַ/בְּהֵמָהו/ב/בהמהu./va./be.he.Mahand/ over the/ livestockH9002H9003H0929HC+Rd+Ncfsa
וּ/בְ/כָל\־ו/ב/כל\וּ/בְ/כָל\־ו/ב/כל\u./ve./Khol-and/ over/ allH9002H9003H3605\H9014HC+R+Ncmsc
הָ/אָ֔רֶץה/א֔רץהָ/אָרֶץה/ארץha./'A.retzthe/ earthH9009H0776GHTd+Ncfsa
וּ/בְ/כָל\־ו/ב/כל\וּ/בְ/כָל\־ו/ב/כל\u./ve./Khol-and/ over/ everyH9002H9003H3605\H9014HC+R+Ncmsc
הָ/רֶ֖מֶשׂה/ר֖משהָ/רֶמֶשׂה/רמשha./Re.mes<the>/ creeping thingH9009H7431HTd+Ncmsa
הָֽ/רֹמֵ֥שׂה/רמ֥שהָֽ/רֹמֵשׂה/רמשha./ro.Meswhich/ creepsH9009H7430HTd+Vqrmsa
עַל\־על\עַל\־על\'al-onH5921A\H9014HR
הָ/אָֽרֶץ\׃ה/ארץ\הָ/אָֽרֶץ\׃ה/ארץ\ha./'A.retzthe/ earthH9009H0776H\H9016HTd+Ncfsa
  1. Es gibt verschiedene Theorien, warum Gott hier im Plural spricht; die meisten werden gut von Clines 1968 wiederlegt. Eine gute Übersicht über die Positionen gibt Westermann 1983, S. 200f. Am meisten Anhänger hat heute wohl die Position, die im Plural einen plural deliberationis sieht (vergleichbar dem deutschen „Dann wollen wir mal X tun“ der Selbstermunterung; im Deutschen aber wahrscheinlich mehr der Umgangssprache zuzuordnen als im Hebräischen, daher keine gute Übersetzung. Übersetze: „Ich will“); vgl. Cassuto 2005, S. 55; Clines 1968, S. 68 (mit Einschränkung); JM §114; Junker 1953, S. 13; Koehler 1969, S. 9; König 1919, S. 154f.; Scharbert 1990, S. 44; Westermann 1983, S. 201. Ähnlich schon BerR: „Nach R. Ami berieth sich Gott mit seinem Herzen.“ (Üs. nach Wünsche 1881, S. 31)
  2. Das im Hebräischen häufige Wort für Mensch ist zugleich der Name des ersten Menschen Adam (אָדָם), hier wird es aber vermutlich nicht als Personenname, sondern als Gattungsbezeichnung verwendet, da im Folgevers mit Artikel auf das Wort Bezug genommen wird. אָדָם ist von dem Wort אֲדָמָה („Erdboden“) abgeleitet, das etwa in V. 25 verwendet wurde („Boden“). S.a. NET.
  3. W. auf den ersten Blick: „als unsere Statue als unsere Ähnlichkeit“ (zu den Präpositionen vergleiche gut Clines 1968, S. 75f.; dass beide Präpositionen die selbe Bedeutung haben ist heute die Mehrheitsmeinung); meist wird das zweite Glied כִּדְמוּתֵנוּ „als unsere Ähnlichkeit“ so aufgefasst, dass es das erste Glied בְּצַלְמֵנוּ „als unsere Statue“ näher bestimmt; daher „uns ähnliches“ - vgl. Clines 1968, S. 70; Koehler 1969, S. 7f.; König 1919, S. 156; Schellenberg 2011, S. 82f.; Wenham 1987.
  4. צֶּלֶם Bildnis wird in der Bibel v.a. dann verwendet, wenn von einer Statue nicht als bloßer Statue, sondern als wirkmächtiger Entität die Rede ist - v.a. im Zhg. mit Götzenbildern, die ein Götze sich als „Körper“ auserkoren hat. Entsprechend muss es dann wohl auch hier gedeutet werden; das Wort stellt den Menschen in eine Relation zu Gott: Der Mensch ist insofern צֶּלֶם Gottes, als Gott in ihm und durch ihn auf Erden wirkt (so z.B. auch Clines 1968, S. 88: „According to Genesis 1:26f. man is set on earth in order to be the representative there of the absent God who is nevertheless present by His image.“). So wird das Motiv dann ja auch im Neuen Testament aufgegriffen: Jesus ist „als Ebenbild des unsichtbaren Gottes die Erscheinung, die Sichtbarwerdung Gottes selbst.“ (Schlink 1969, S. 97). Gen 1 greift damit auf ein Motiv zurück, das man v.a. im Zhg. mit dem ägyptischen und babylonischen Königtum kennt: Dort ist es der König, der als „Bild Gottes“ auf Erden regieren soll. Die übliche Übersetzung mit „Bildnis“ macht das nicht klar; die am leichtesten verständliche Entsprechung dazu wäre wohl das alte „Stellvertreter Gottes“. Wenn darauf folgend auch noch betont wird, dass der Mensch nicht nur Stellvertreter Gottes, sondern sogar ein Gott ähnlicher Stellvertreter Gottes ist, stellt dies nur noch eine Steigerung der mit צֶּלֶם ausgedrückten, ohnehin schon engen Mensch-Gott-Relation dar.Für andere Übersetzungs- und Deutungsweisen vgl. Westermann 1983, der dazu einen elfseitigen Überblick über die Forschungsgeschichte bringt.
  5. Ob das Herrschen Sinn und Inhalt der Gottesebenbildlichkeit ist oder ob es sich nur sozusagen nebenbei daraus ergibt ist in der Forschung umstritten; „... machen, damit sie herrschen“ oder „... machen. Sie sollen herrschen“ ist beides gleich wahrscheinlich.
  6. Die Kollokationen „Fische des Meeres“ und „Vögel des Himmels“ bezeichnen einfach nur „Fische“ und „Vögel“; „des Meeres/Himmels“ kann in der Übersetzung ausgespart werden
  7. Textkritik: „über die ganze Erde“ fügt sich hier recht schlecht in den Textzusammenhang; viele (z.B. Drouot et al. 2000, S. 369; Speiser 1964, S. 7 und Westermann 1983, S. 110) ergänzen daher הית, so dass der Text „Tiere des Feldes“ lauten würde. Alternativ könnte man deuten als Anakoluth und das Waw als Waw emphaticum lesen: „über die Fische, über die Vögel, über das Vieh - ja!, über die ganze Erde! - und über alle Reptilien, die auf der Erde kriechen.“ Von diesen beiden Möglichkeiten ist aber entschieden Variante 1 vorzuziehen.
  8. Die genaue Bedeutung von רדה herrschen ist umstritten. Es scheint einige Kognate (-&gt;Etymologie) mit der Bedeutung „gehen, treten“ zu haben; daraus wird häufig die Grundbedeutung „niedertreten“ =&gt; „gewaltsam beherrschen“ abgeleitet. Ingressiv hat es wohl die Bedeutung „unterjochen“ (s. z.B. Zorell 758); durativ listen die meisten Lexika schlicht „herrschen“ fügen dann aber hinzu, dass es auch dann den „Nebensinn des Unterdrückens“ (so z.B. KBL3, S. 1110) habe (vgl. ähnlich z.B. Alter 1996, S. 5; Westermann 1983, S. 222). Einige Exegeten wollen demgegenüber רדה sogar eine besonders sanfte Art des Leitens bedeuten lassen, so z.B. Zenger 1983, S. 91: „Das Wort bezeichnet eigentlich das Umherziehen des Hirten mit seiner Herde, der seine Herde auf gute Weide führt, der die Tiere gegen alle Gefahren schützt, sie vor Raubtieren verteidigt und die schwachen Tiere seiner Herde gegen die starken schützt und dafür sorgt, daß auch sie genügend Wasser und Nahrung finden.“ Gegen eine solche „sanfte“ Interpretation wendet aber neuerdings wieder überzeugend Schellenberg 2011 ein: &lt;blockquote&gt;„Gegen eine zu friedliche Interpretation spricht vorab das im gleichen Kontext gebrauchte Verb כבש, das - trotz gegenteiliger Beteuerungen v.a. von Lohfink und Koch - klar gewalttätig konnotiert ist [...]. Im Deutschen trifft man die Konnotation all der verschiedenen Verwendungszusammenhänge von כבש wohl am besten mit der Übersetzung »unterwerfen.« Dass hinter den Herrschaftsaussagen von 1,26.28 nicht ein besonders friedliches Bild des Mensch-Tier-Verhältnisses stehen kann, zeigt auch die Reihe der dabei genannten Tiere: Sie umschliesst neben dem Vieh auch die Fische, die Vögel, das Kriechgetier und die wilden Tiere, die der Mensch weder »hüten« noch »domestizieren« kann.“ (S. 54f.)&lt;/blockquote&gt; Vor diesem Hintergrund scheint uns die Bedeutung „knechten“ eigentlich wahrscheinlicher als das allgemeine „herrschens“. Dies noch mehr, da die Priesterschrift (zu der auch Gen 1 gehört) Gott darstellt als transzendenten und „absoluten Herrscher“ - sogar so sehr, dass er zwei Kapitel später sozusagen einfach mal die ganze Erde vernichten kann, weil ihm nicht passt, wie sie sich entwickelt hat. Wenn richtig ist, was wir eben zur Gottesebenbildlichkeit des Menschen geschrieben haben, legt sich רדה als ein Ausdruck einer absoluten (Gewalt-)Herrschaft gleich noch mal so nahe. Wir haben dennoch „herrschen“ als primäre Alternative angegeben, da diese Übersetzung am ehesten beiden Lagern gerecht werden kann.

27 Gott schuf den Menschen als1 sein Bildnis (Widerpart, Stellvertreter), als Gottes (göttliches) Bildnis (Widerpart, Stellvertreter) schuf er ihn, männlich und weiblich2 schuf er sie.3

Original Hebrew

וַ/יִּבְרָ֨או/יבר֨אוַ/יִּבְרָאו/יבראva/i.yiv.Ra'and/ he createdH9001H1254AHc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֤ים\׀אלה֤ים\אֱלֹהִים\׀אלהים\'E.lo.HimGodH0430G\H9015HNcmpa
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
הָֽ/אָדָם֙ה/אדם֙הָֽ/אָדָםה/אדםha./'a.Dam<the>/ humankindH9009H0120GHTd+Ncmsa
בְּ/צַלְמ֔/וֹב/צלמ֔/ובְּ/צַלְמ/וֹב/צלמ/וbe./tzal.M/oin/ own image/ hisH9003H6754H9023HR+Ncmsc+Sp3ms
בְּ/צֶ֥לֶםב/צ֥לםבְּ/צֶלֶםב/צלםbe./Tze.lemin/ [the] image ofH9003H6754HR+Ncmsc
אֱלֹהִ֖יםאלה֖יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
בָּרָ֣אבר֣אבָּרָאבראba.Ra'he createdH1254AHVqp3ms
אֹת֑/וֹאת֑/ואֹת/וֹאת/ו'o.T/o<obj.>/ itH0853H9033HTo+Sp3ms
זָכָ֥רזכ֥רזָכָרזכרza.KharmaleH2145HAamsa
וּ/נְקֵבָ֖הו/נקב֖הוּ/נְקֵבָהו/נקבהu./ne.ke.Vahand/ femaleH9002H5347HC+Aafsa
בָּרָ֥אבר֥אבָּרָאבראba.Ra'he createdH1254AHVqp3ms
אֹתָֽ/ם\׃את/ם\אֹתָֽ/ם\׃את/ם\'o.Ta/m<obj.>/ themH0853H9038\H9016HTo+Sp3mp
  1. wie V. 26 recht sicher Beth essentiae
  2. Die beiden Termini zur Geschlechterdifferenzierung lassen sich auch auf Tiere anwenden; Scharbert 1990, S. 45 kommentiert daher, dass sie richtiger eigentlich mit „Männchen und Weibchen“ zu übersetzen wären. König 1919, S. 159 wählt diese Übersetzung dann auch tatsächlich. Da dies aber sehr unnatürlich klänge, sollte man die beiden Substantive in der LF doch besser als Adjektive übertragen.
  3. zur Struktur des Minigedichts vgl. Andersen 1995, S. 60; Cassuto 2005, S. 57; Polak 2002, S. 15; Kselman 1978, S. 165f. Kselman identifiziert noch weitere Minigedichte in Gen 1; Polak 2002 geht sogar davon aus, dass es sich beim gesamten ersten Kapitel der Genesis um Poesie handle. Bis auf V. 27 ist das eine starke Minderheitenmeinung; auch wir fassen daher nur diesen Vers als Poesie auf.

28 Dann segnete Gott sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch (werdet zahlreich)1; füllt die Erde, unterwerft sie und herrscht über (unterjocht, macht euch Untertan)2 die Fische {des Meeres}, über die Vögel {des Himmels} und über alle Reptilien (alle Lebewesen, die auf der Erde kriechen)!

Original Hebrew

וַ/יְבָ֣רֶךְו/יב֣רךוַ/יְבָרֶךְו/יברךva/y.Va.rekhand/ he blessedH9001H1288Hc+Vpw3ms
אֹתָ/ם֮את/ם֮אֹתָ/םאת/ם'o.Ta/m<obj.>/ themH0853H9038HTo+Sp3mp
אֱלֹהִים֒אלהים֒אֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
וַ/יֹּ֨אמֶרו/י֨אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
לָ/הֶ֜םל/ה֜םלָ/הֶםל/הםla./Hemto <the>/ themH9005H9038HRd+Sp3mp
אֱלֹהִ֗יםאלה֗יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
פְּר֥וּפר֥ופְּרוּפרוpe.Rube fruitfulH6509HVqv2mp
וּ/רְב֛וּו/רב֛ווּ/רְבוּו/רבוu./re.Vuand/ multiplyH9002H7235AHC+Vqv2mp
וּ/מִלְא֥וּו/מלא֥ווּ/מִלְאוּו/מלאוu./mil.'Uand/ fillH9002H4390HC+Vqv2mp
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
הָ/אָ֖רֶץה/א֖רץהָ/אָרֶץה/ארץha./'A.retzthe/ earthH9009H0776GHTd+Ncfsa
וְ/כִבְשֻׁ֑/הָו/כבש֑/הוְ/כִבְשֻׁ/הָו/כבש/הve./khiv.Shu./haand/ subdue/ itH9002H3533H9034HC+Vqv2mp+Sp3fs
וּ/רְד֞וּו/רד֞ווּ/רְדוּו/רדוu./re.Duand/ ruleH9002H7287AHC+Vqv2mp
בִּ/דְגַ֤תב/דג֤תבִּ/דְגַתב/דגתbi/d.Gatover/ [the] fish ofH9003H1710HR+Ncfsc
הַ/יָּם֙ה/ים֙הַ/יָּםה/יםhai./Yamthe/ seaH9009H3220GHTd+Ncmsa
וּ/בְ/ע֣וֹףו/ב/ע֣וףוּ/בְ/עוֹףו/ב/עוףu./ve./'ofand/ over/ [the] bird[s] ofH9002H9003H5775HC+R+Ncmsc
הַ/שָּׁמַ֔יִםה/שמ֔יםהַ/שָּׁמַיִםה/שמיםha./sha.Ma.yimthe/ heavensH9009H8064HTd+Ncmpa
וּ/בְ/כָל\־ו/ב/כל\וּ/בְ/כָל\־ו/ב/כל\u./ve./Khol-and/ over/ everyH9002H9003H3605\H9014HC+R+Ncmsc
חַיָּ֖החי֖החַיָּהחיהchai.YahanimalH2416AHNcfsa
הָֽ/רֹמֶ֥שֶׂתה/רמ֥שתהָֽ/רֹמֶשֶׂתה/רמשתha./ro.Me.setwhich/ creepsH9009H7430HTd+Vqrfsa
עַל\־על\עַל\־על\'al-onH5921A\H9014HR
הָ/אָֽרֶץ\׃ה/ארץ\הָ/אָֽרֶץ\׃ה/ארץ\ha./'A.retzthe/ earthH9009H0776H\H9016HTd+Ncfsa
  1. Wortspiel im Hebräischen: perû ûrevû. Möglicherweise als Hendiadyoin aufzufassen: „Seid höchst fruchtbar“ (so Wenham 1987)
  2. Die Vokabel dient wohl ebenfalls (vgl. vgl. Fußnote ba) zum Ausdruck der Gewaltherrschaft. Hier ist das sogar noch wahrscheinlicher: רְדוּ „herrscht/unterjocht“ folgt direkt auf כִבְשֻׁהָ „unterwerft sie euch“. Zudem folgt direkt auf V. 28 V. 29: Die beiden Verse klären das Verhältnis des Menschen zu seiner Um- und Mitwelt. Die Pflanzen gibt Gott dem Menschen schon selbst (mit einem performativen Qatal: „Hiermit gebe ich euch“; s. dort) zu Eigen; Subjekt des Verbs ist Gott. Das Verhältnis von Mensch zu Welt und Tieren dagegen ist formuliert in Form eines Auftrags und Subjekt der Imperative ist der Mensch. Zudem - s. das obige Zitat Schellenbergs - ist Objekt der Imperative gerade nicht das „Vieh“, sondern die nicht domestizierbaren „Vögel, Fische und Reptilien“. Daher ist es sinnvoll, den Vers so zu verstehen, dass רְדוּ „herrscht/unterjocht“ ebenso wie כִבְשֻׁהָ „unterwerft“ und im Gegensatz zu נָתַתִּי „Ich gebe euch“ nicht durative, sondern terminative Bedeutung hat und man richtiger übersetzen muss mit „unterwerft euch die Erde und macht euch Fische, Vögel und alle Reptilien Untertan!“ - so auch gut BigS: „Füllt die Erde und bemächtigt euch ihrer. Zwingt nieder die Fische des Meeres“; Kirchentags-Übersetzung: „Füllt die Erde und bemächtigt euch ihrer. Bezwingt die Fische des Meeres...“; ähnlich auch Alter 1996 („hold sway“), Delitzsch 1887 („bezwingt die Erde und unterwerft euch...“); Good 2009 („subdue“); Speiser 1964 („subject“).

29 Weiterhin sprach Gott: Hiermit (siehe) gebe ich euch1 euch alles Samen tragende Getreide2, das auf der Oberfläche (dem Gesicht) der ganzen Erde [ist], und alle Bäume, die in ihren Baumfrüchten (Früchten des Baums) Samen tragen (samen). Sie sollen (werden) euch als (zur) Nahrung dienen (gehören, sein).3

Original Hebrew

וַ/יֹּ֣אמֶרו/י֣אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
אֱלֹהִ֗יםאלה֗יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
הִנֵּה֩הנה֩הִנֵּההנהhi.Nehhere!H2009HTj
נָתַ֨תִּינת֨תינָתַתִּינתתיna.Ta.tiI giveH5414GHVqp1cs
לָ/כֶ֜םל/כ֜םלָ/כֶםל/כםla./Khemto <the>/ youH9005H9036HRd+Sp2mp
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-everyH3605\H9014HNcmsc
עֵ֣שֶׂב\׀ע֣שב\עֵשֶׂב\׀עשב\'E.sevplantH6212\H9015HNcmsa
זֹרֵ֣עַזר֣עזֹרֵעַזרעzo.Re.a'[which] bears seedH2232HVqrmsa
זֶ֗רַעז֗רעזֶרַעזרעZe.ra'seedH2233GHNcmsa
אֲשֶׁר֙אשר֙אֲשֶׁראשר'a.SherwhichH0834AHTr
עַל\־על\עַל\־על\'al-[is] onH5921A\H9014HR
פְּנֵ֣יפנ֣יפְּנֵיפניpe.Nei[the] surface ofH6440JHNcmpc
כָל\־כל\כָל\־כל\khol-allH3605\H9014HNcmsc
הָ/אָ֔רֶץה/א֔רץהָ/אָרֶץה/ארץha./'A.retzthe/ earthH9009H0776GHTd+Ncfsa
וְ/אֶת\־ו/את\וְ/אֶת\־ו/את\ve./'Etand/ <obj.>H9002H0853\H9014HC+To
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-everyH3605\H9014HNcmsc
הָ/עֵ֛ץה/ע֛ץהָ/עֵץה/עץha./'Etz<the>/ treeH9009H6086HHTd+Ncmsa
אֲשֶׁר\־אשר\אֲשֶׁר\־אשר\'a.Sher-whichH0834A\H9014HTr
בּ֥/וֹב֥/ובּ/וֹב/וb/oin <the>/ itH9003H9033HRd+Sp3ms
פְרִי\־פרי\פְרִי\־פרי\fe.ri-[is the] fruit ofH6529\H9014HNcmsc
עֵ֖ץע֖ץעֵץעץ'etza treeH6086HHNcmsa
זֹרֵ֣עַזר֣עזֹרֵעַזרעzo.Re.a'[which] bears seedH2232HVqrmsa
זָ֑רַעז֑רעזָרַעזרעZa.ra'seedH2233GHNcmsa
לָ/כֶ֥םל/כ֥םלָ/כֶםל/כםla./Khemto <the>/ youH9005H9036HRd+Sp2mp
יִֽהְיֶ֖היהי֖היִֽהְיֶהיהיהyih.Yeh<it> will be[long]H1961HVqi3ms
לְ/אָכְלָֽה\׃ל/אכלה\לְ/אָכְלָֽה\׃ל/אכלה\le./'okh.Lahto/ foodH9005H0402\H9016HR+Ncfsa
  1. Durch הִנֵּה siehe markiertes performatives Qatal (vgl. z.B. JM §112f; Nic §67) zum Ausdruck eines Sprechakts; es wird damit ausgedrückt, dass mit dem Moment der Äußerung das Geäußerte bereits Realität wird (vergleichbar z.B. mit: „Hiermit erkläre ich euch zu Mann und Frau.“). Vgl. ad loc. auch Zenger 1983, S. 97.
  2. Zur Übersetzung „Getreide“ s. FN x
  3. Viele Exegeten halten für wahrscheinlich, dass in diesem Vers der Mensch als Vegetarier vorgestellt wird. Er wirkt auch tatsächlich so, allerdings hat Wenham 1987 ihn auf bedenkenswerte Weise kommentiert: &lt;blockquote&gt;„Genesis 1 verbietet nicht den Verzehr von Fleisch, und es ist gut möglich, dass der Verzehr von Fleisch schon seit der Zeit der Ursünde ins Auge gefasst ist. Der Herr stattete Adam mit Kleidung aus Fell aus (3,21). Abel hütete und opferte Schafe (4,2-4) und Noah unterschied zwischen reinen und unreinen Tieren (7,2). Gispen könnte daher recht damit haben, wenn er vorschlägt, dass 9,3 nicht die nach-ursündliche Praxis des Fleischverzehrs einführt, sondern bloß billigt.“ (unsere Übersetzung)&lt;/blockquote&gt;

30 Auch allen wilden Tieren (Tieren des Feldes), allen Vögeln {des Himmels} und allen Reptilien (allen Tieren, die auf der Erde kriechen) [, allem]1 das in sich Lebensatem (lebenden Atem) hat (das lebt), [gebe ich (sollen sein)]2 alle Pflanzen (Getreide?)3 als Nahrung [sein (dienen)]. So geschah (war) es.

Original Hebrew

וּֽ/לְ/כָל\־ו/ל/כל\וּֽ/לְ/כָל\־ו/ל/כל\u./le./khol-and/ to/ everyH9002H9005H3605\H9014HC+R+Ncmsc
חַיַּ֣תחי֣תחַיַּתחיתchai.Yat<the> animal ofH2416CHNcfsc
הָ֠/אָרֶץה֠/ארץהָ/אָרֶץה/ארץHa./'a.retzthe/ earthH9009H0776HHTd+Ncfsa
וּ/לְ/כָל\־ו/ל/כל\וּ/לְ/כָל\־ו/ל/כל\u./le./khol-and/ to/ everyH9002H9005H3605\H9014HC+R+Ncmsc
ע֨וֹףע֨וףעוֹףעוףof<the> bird ofH5775HNcmsc
הַ/שָּׁמַ֜יִםה/שמ֜יםהַ/שָּׁמַיִםה/שמיםha./sha.Ma.yimthe/ heavensH9009H8064HTd+Ncmpa
וּ/לְ/כֹ֣ל\׀ו/ל/כ֣ל\וּ/לְ/כֹל\׀ו/ל/כל\u./le./Kholand/ to/ everyH9002H9005H3605\H9015HC+R+Ncmsc
רוֹמֵ֣שׂרומ֣שרוֹמֵשׂרומשro.Mescreeping [thing]H7430HVqrmsa
עַל\־על\עַל\־על\'al-onH5921A\H9014HR
הָ/אָ֗רֶץה/א֗רץהָ/אָרֶץה/ארץha./'A.retzthe/ earthH9009H0776HHTd+Ncfsa
אֲשֶׁר\־אשר\אֲשֶׁר\־אשר\'a.Sher-whichH0834A\H9014HTr
בּ/וֹ֙ב/ו֙בּ/וֹב/וb/o[is] in <the>/ itH9003H9033HRd+Sp3ms
נֶ֣פֶשׁנ֣פשנֶפֶשׁנפשNe.feshlifeH5315HHNcfsa
חַיָּ֔החי֔החַיָּהחיהchai.YahlivingH2416AHAafsa
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-allH3605\H9014HNcmsc
יֶ֥רֶקי֥רקיֶרֶקירקYe.rekgreenery ofH3418HNcmsc
עֵ֖שֶׂבע֖שבעֵשֶׂבעשב'E.sevplant[s]H6212HNcmsa
לְ/אָכְלָ֑הל/אכל֑הלְ/אָכְלָהל/אכלהle./'okh.Lahto/ foodH9005H0402HR+Ncfsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ it wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
כֵֽן\׃כן\כֵֽן\׃כן\KhensoH3651C\H9016HD
  1. Der Nebensatz „... das Lebensatem in sich hat (=das lebt)“ könnte sich sowohl nur auf die letzte Tiergruppe als auch auf alle drei Tiergruppen beziehen. Uns scheint letzteres wahrscheinlicher; in diesem Falle müsste man im Deutschen aber mit einem weiteren „allem“ neu einsetzen.
  2. Dieser Satz hat kein Verb; man muss daher aus dem vorangehenden Satz ein Verb als double duty-Prädikat ergänzen (-&gt;Brachylogie). Die absolute Mehrheit ergänzt „ich gebe euch“; Bandstra 2008 schlägt aber vor: „sie sollen sein“ (=dienen). Das ist wahrscheinlich richtig: Vers 29 besteht aus zwei Sätzen: Im ersten gibt Gott dem Menschen die Pflanzen, im zweiten erklärt er, dass sie des Menschen Speise sein sollen. V. 30 steht parallel zum zweiten Satz und das letzte finite Verb ist nicht „ich gebe“, sondern „sie sollen sein“; zudem ist das folgende „So geschah es“ semantisch schwerlich kompatibel mit „Ich gebe ihnen die Pflanzen“ (Ehrlich 1908, S. 6 kommentiert es daher sogar mit „ויהי כן [»so geschah es«] kann an dieser Stelle nur so verstanden werden, dass sich der Mensch und alle lebenden Wesen nach erhaltener Erlaubnis gleich über ihre Mahlzeit hermachen.“). Man sollte daher besser mit Bandstra „sie sollen sein“ ergänzen. Dem steht auch der folgende Objekt-Marker אֶת nicht im Wege, da אֶת nicht nur Objekte, sondern bisweilen auch Subjekte markieren kann (vgl. z.B. Rogland 2007, S. 411; ähnlich z.B. auch schon HKL III §270a; Wilson 1890, S. 221). Grammatisch möglich ist Bandstras Vorschlag allemal.
  3. Anders als in Vv. 11.29 ist עֵשֶׂב hier nicht durch מַזְרִיעַ זֶרַע näher bestimmt; man dürfte es daher hier anders als in den beiden obigen Versen als Oberbegriff für „Pflanzen“ und nicht als „Getreide“ verstehen müssen.

31 Gott betrachtete (sah), dass1 alles, was er gemacht hatte (machte), sehr gut war. Es wurde (war) Abend und es wurde (war) Morgen: Der sechste2 Tag.

Original Hebrew

וַ/יַּ֤רְאו/י֤ראוַ/יַּרְאו/יראva/i.Yar'and/ he sawH9001H7200GHc+Vqw3ms
אֱלֹהִים֙אלהים֙אֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimGodH0430GHNcmpa
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-allH3605\H9014HNcmsa
אֲשֶׁ֣ראש֣ראֲשֶׁראשר'a.SherthatH0834AHTr
עָשָׂ֔העש֔העָשָׂהעשה'a.Sahhe had madeH6213HHVqp3ms
וְ/הִנֵּה\־ו/הנה\וְ/הִנֵּה\־ו/הנה\ve./hi.neh-and/ there!H9002H2009\H9014HC+Tj
ט֖וֹבט֖ובטוֹבטובTov[it was] goodH2896AHAamsa
מְאֹ֑דמא֑דמְאֹדמאדme.'OdveryH3966HAcmsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
עֶ֥רֶבע֥רבעֶרֶבערב'E.reveveningH6153HNcmsa
וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\וַֽ/יְהִי\־ו/יהי\va/y.hi-and/ there wasH9001H1961\H9014Hc+Vqw3ms
בֹ֖קֶרב֖קרבֹקֶרבקרVo.kermorningH1242HNcmsa
י֥וֹםי֥וםיוֹםיוםYom[the] dayH3117GHNcmsc
הַ/שִּׁשִּֽׁי\׃\ \פה/ששי\\ \פהַ/שִּׁשִּֽׁי\׃\ \פה/ששי\\ \פha./shi.Shi<the>/ sixthH9009H8345\H9016\ \H9017HTd+Aomsa
  1. Nach Verben des Wahrnehmens kann הִנֵּה wohl auch als emphatische Relativpartikel dienen; vgl. KBL3, S. 242; ad loc. auch JM §177i. S. auch Gen 19,28: „Er sah, dass Rauch aufstieg.“; 22,13: „Er sah, dass ein Widder sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte.“; Ex 3,2: „Er sah, dass der Busch im Feuer brannte“ (LUT) u.ö. Das Waw ist entweder als emphatisches Waw, als pleonastisches Waw oder als Satztrennungs-Waw zu interpretieren; s. Lexikon / Lemma וְ. Der Teilsatz ist damit Gen 1,4 parallel strukturiert: {| class="wikitable" |-class="hintergrundfarbe5 ! Gen 1,4 || Gen 1,31 |- | וַיַּרְא אֱלֹהִים אֶת-הָאוֹר כִּי-טוֹב || וַיַּרְא אֱלֹהִים אֶת-כָּל-אֲשֶׁר עָשָׂה וְהִנֵּה-טוֹב |- | Gott sah das Licht, dass es gut war. || Gott sah alles, was er gemacht hatte, dass es gut war. |- |}
  2. Für die Tage 2-5 werden zwar Ordnungszahlwörter verwendet; allerdings ohne Artikel. Ab Tag 6 dagegen wird auch noch der Artikel verwendet; vermutlich soll dies die Tage 6-7 besonders hervorheben.