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Chapter 2

1 Hanna betete {und sprach}: Mein Herz freut sich (jauchzt, frohlockt, triumphiert) über JHWH,erhoben (siegreich) ist mein Horn1 wegen JHWH.Weit offen ist mein Mund gegen meine Gegner (Feinde),denn ich habe mich über deine Hilfe gefreut (= deiner Hilfe erfreut).

  1. Das Horn ist ein Symbol der Kraft, des Wohlseins. Das dte. "den Kopf hoch tragen", "erhobenen Hauptes" gibt das gemeinte wieder.

2 Keiner [ist] heilig wie JHWH,denn außer dir [ist] keiner,und [es gibt] keinen Fels1 wie unseren Gott.

  1. Der Fels ist Zufluchtstätte.

6 JHWH tötet (lässt sterben) und erhält am Leben (macht lebendig), er lässt herabsteigen (bringt hinab) in den Scheol1 und er lässt hinaufsteigen (bringt hinauf).

  1. Das Totenreich, die Unterwelt, tief unter der Erdscheibe gelegen.

7 JHWH macht arm (lässt verarmen) und macht reich, er erniedrigt (demütigt) und1 erhöht.

  1. אף dient zu Betonung des Gesagten, wird oft mit „und“ wiedergegeben, Gesenius S. 86.

8 Er stellt auf (richtet auf) aus dem Staub den Hilflosen, aus der Abfallgrube (dem Aschehaufen) erhöht er den Armen, um [ihn] unter Fürsten zu setzen, und den Thron (Sessel) der Ehre (des Ruhms, des Reichtums) teilt er ihnen als Erbschaft aus. Denn für JHWH [sind] (JHWH gehören) die Säulen der Erde, und auf sie hat er gesetzt das Festland.

9 Die Füße seiner Frommen1 wird er bewachen (behüten) und die Frevler (Gottlosen) werden umkommen (verstummen) in der Finsternis. Denn nicht aus [eigener] Kraft wird ein Mann (Mensch) stark.

  1. An anderen Stellen (z.B. Ps. 50,5) ist mit den „Frommen JHWHs“ vermutlich ganz Israel gemeint.

Chapter 3

1 1 Nun (und)2 diente der Junge (Jugendliche) Samuel JHWH vor (unter der Aufsicht) Eli. Und das Wort JHWH s war selten (kostbar) in jenen Tagen; es gab keine häufigen Offenbarungen (Erscheinungen, Visionen)3.

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Die beiden Sätze dieses Verses sind Ergänzungen (markiert durch Satzfolgeunterbrechung), die die Situation zwischen den beiden Erzählungen erklären.
  3. Eigentlich ein Sg.

2 Und {es geschah} an jenem Tag –1 {und}2 Eli lag (schlief, ruhte) [gerade] an (in) seinem Platz (Ort, Privatraum). {und} Seine Augen hatten begonnen (begannen) schwach zu werden. Er konnte nicht [mehr] sehen.

  1. Oder: „Und an jenem Tag geschah [folgendes]:“. S. V. 4.
  2. Durch Satzfolgeunterbrechung markierte, eingeschobene Erklärung (bis V. 4).

3 {und} die Lampe Gottes war noch nicht (bevor) ausgegangen (gelöscht worden)1,2 {und} Samuel lag (schlief, ruhte) im Heiligtum (Tempel)3 JHWH s, wo die Lade Gottes [war]

  1. „bevor“ steht im Hebräischen mit Ipf.
  2. Oder: „{und} Bevor die Lampe Gottes ausging/gelöscht wurde“. Die gewählte Variante bietet sich aber wegen der Satzfolgeunterbrechung an.
  3. Gemeint ist hier die „Stiftshütte“.

4 {und}1 rief JHWH {zu} Samuel. {und} [Dieser] sagte: Hier bin ich!

  1. Dies ist semantisch gesehen die Fortsetzung des Anfangs von V. 2: „Und an jenem Tag … rief JHWH Samuel“. Die dazwischen liegenden Teile sind Anmerkungen, die den Hintergrund der Erzählung wiedergeben.

5 {und} Er rannte (lief) zu Eli und sagte: Hier bin ich, {denn} du hast mich gerufen! {und} [Dieser] antwortete (sagte): Ich habe dich nicht gerufen. Geh zurück (kehre um) [und] leg dich [wieder] hin (schlaf [weiter])! Also (und) ging er [zurück] und legte sich [wieder] hin.

6 Da rief JHWH erneut (weiterhin)1 {wieder}: Samuel! Also (und) stand Samuel auf, {und} lief (ging) zu Eli und sagte: Hier bin ich, {denn} du hast mich gerufen! Doch (und) [dieser] sagte: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn! Geh zurück (kehre um) [und] leg dich [wieder] hin (schlaf [weiter])!

  1. Der verbale Hendiadyoin hier drückt das Moment des „erneut“, „wieder“, „weiterhin“ durch ein Verb aus.

7 {und}1 Samuel hatte (kannte, erkannte) JHWH noch nicht (bevor) erkannt und das Wort JHWH s war ihm noch nicht (bevor) offenbart worden.

  1. Ergänzende Anmerkung mit Satzfolgeunterbrechung.

8 Da rief JHWH Samuel erneut (weiterhin)1 zum dritten Mal, und [wieder] stand er auf, {und} lief (ging) zu Eli und sagte: Hier bin ich, {denn} du hast mich gerufen! Da (und) merkte Eli, dass [es] JHWH [war, der] den Jungen (Jugendlichen) rief.

  1. S. Anm. V. 6.

9 Deshalb (und, also, da) sagte Eli zu Samuel: Geh [und] leg dich [wieder] hin! {Und es wird geschehen} Wenn er dich [wieder] ruft, dann (und) antworte (sage): Sprich, JHWH, {denn} dein Diener (Knecht) hört! Da (also, darauf, und) ging Samuel [zurück] und legte sich [wieder] an seinen Platz.

10 Nun (und) kam JHWH, {und} trat heran und rief wie die vorigen Male1: Samuel, Samuel! Da (und) antwortete (sagte) Samuel: Sprich, {denn} dein Diener (Knecht) hört!

  1. Idiom. Wörtlich etwa „wie mal in mal“.

11 Da (und) sagte JHWH zu Samuel: Schau (Siehe), ich tue1 etwas (Sache, Wort) in Israel, so dass (wenn; das) jedem, der davon hört,2 beide Ohren gellen werden.

  1. Partizip, das auch progressiv (?) wiedergegeben werden könnte: „Ich bin dabei...“
  2. Aufgelöstes substantiviertes Partizip.

12 An jenem Tag werde ich gegenüber (gegen, an) Eli all das zu Ende bringen (erfüllen, verwirklichen), was ich gegen (gegenüber) sein Haus angekündigt (gesprochen) habe, vom Anfang bis zum Ende ([ich will es] anfangen und vollenden)1.

  1. Eigentlich zwei Inf. abs. Wörtlich „anfangen und beenden“.

13 {und} Ich habe ihm [immer wieder] angekündigt (gesagt)1 (werde ihm ankündigen; du sollst ihm sagen)2, dass ich sein Haus (Familie) für alle Zeiten richte für sein Vergehen (Schuld), das er kennt (erkannt hat); denn (denn er weiß, dass) seine Söhne verfluchen (verfluchten) Gott3 und er hat sie nicht zurechtgewiesen.

  1. Ein konsekutives Perfekt, das hier vermutlich nicht futurisch, sondern durativ verwendet wird (LBBH).
  2. Alternativ zu dem in der vorigen Fußnote erklärten Verständnis kann hier vielleicht ein Schreibfehler angenommen werden, obwohl es keine textkritischen Hinweise darauf gibt. „Du sollst zu ihm sagen“ würde mehr Sinn ergeben und lediglich das Weglassen eines Jods und eine geringfügige Änderung der Vokalisierung erfordern als die masoretische Form (NET 1Sam 3:13 Fußnote 6).
  3. So LXX. Der MT bezeugt „(zu) ihnen“ (לָהֶם), was als „sie brachten einen Fluch über sich“ gedeutet werden kann; dies ist jedoch grammatikalisch und semantisch problematisch. Vermutlich wollte ein Kopist die Stelle aus Gottesfurcht abmildern und ließ ein Alef und ein Jod des Wortes „Gott“ weg, was dann zu der bezeugten Form führt (vgl. NET 1Sam 3:13 Fußnote 8).

14 Und darum habe ich dem Haus (Familie) Elis geschworen: Das Vergehen (Schuld) des Hauses (Familie) Elis wird nicht durch ein Schlachtopfer noch (und) durch ein Speiseopfer gesühnt werden für alle Zeiten (in Ewigkeit).

15 Danach (und) lag (legte sich hin) Samuel bis zum Morgen, dann (und) öffnete er die Tür zum (des) Haus (Zeltes) JHWH s. Aber (und) Samuel fürchtete sich davor, Eli die Vision zu erzählen (berichten).

16 Da (und) Eli rief Samuel und sagte: Samuel, mein Sohn! {Und} Er antwortete (sagte): Hier bin ich.

17 Darauf (und) sagte [Eli]: Was [war] das Wort (Gesagte, Redeinhalt), das er zu dir gesprochen hat? Verbirg (du wirst/darfst … verbergen) [es] doch nicht vor mir! Das (so) soll dir Gott tun und so weiter (noch einmal)1,2 wenn du vor mir [auch nur] ein Wort von allem {Gesagten}, was er zu dir gesagt hat, verbirgst!

  1. „weiter“ wird durch das Verb הוֹסִיף („erneut tun“) ausgedrückt (verbaler Hendiadyoin).
  2. Hebräische Schwurformel.

18 Also (da, und) berichtete Samuel ihm alle Worte, und er verbarg nichts ([sie] nicht) vor ihm. Da (und) sagte [Eli]: Er [ist] JHWH, das Gute in seinen Augen soll (möge, wird) er tun (tue/tut er).

Chapter 9

1 1 Und es war ein Mann aus dem Stamm Benjamin (von Benjamin) und sein Name war Kisch, Sohn Abijels, Sohn Zerors, Sohn Bekorats, Sohn Afiachs, Sohn eines Benjaminiten. Er war ein starker Mächtiger.

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Und er hatte einen Sohn und sein Name war Saul. Er war ein junger Mann und er war gut und kein Mann von den Söhnen Israels war [so] gut (schön) wie er. Er war eine Schulter (einen Nacken, einen Kopf) höher hoch, als das ganze Volk.

3 Es waren aber verloren seine Eselinnen für Kisch, den Vater Sauls. Und es sprach Kisch zu seinem Sohn: Nimm dir doch von den Knechten (jungen Männern) und mach dich auf, suche die Eselinnen.

4 Und sie durchzogen das Gebirge Efraim und {sie durchzogen} das Land Schalischah, aber sie fanden [die Eselinnen] nicht. Und sie durchzogen das Land Schaalim, aber [sie fanden] nichts. Und sie durchzogen das Land der Benjaminiter, aber sie fanden [sie] nicht.

5 Sie kamen durch das Land Zuf und er fragte und sagte zu seinem Knecht, der bei ihm war: Lass uns gehen, lass uns umkehren, damit mein Vater nicht aufhöre von den Eselinnen und sich um uns sorge.

6 Da sprach er zu ihm: Siehe doch, ein Mann Gottes in dieser Stadt und der Mann ist schwer (wird respektiert) in allem. Alles, wovon er sagt, [dass] es kommt, kommt. Jetzt lass uns dort hingehen, vielleicht wird er uns unseren Weg erklären, den wir hoch gehen sollen.

10 1 Und Saul sprach zu seinem Diener: Gut sind deine Worte. Wohlan (Komm), lass uns gehen! Und sie gingen zu (nach) der Stadt, wo (in der) der Mann Gottes war.

  1. [Status: Ungeprüft]

Chapter 10

1 1 Und Samuel ergriff den Krug mit Öl (Ölkrug) und er goss2 [es] auf (über) sein Haupt (Kopf) und er küsste ihn und sprach: [Ist es] nicht [so], dass JHWH3 dich über seinm Erbe (Besitz) gesalbt hat zum König?

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Es wird bei dieser Lesart Codex L (Petropolitanus) gefolgt.
  3. Vetus Latina fügt hier weitere Textteile ein.

Chapter 17

4 Da kam ein Vorkämpfer1 aus dem Lager der Philister hervor. Sein Name [war] Goliat aus Gat. Seine Größe [war] sechs Ellen und eine Handspanne2.

  1. Vorkämpfer, vielleicht „Meisterkämpfer“, möglicherweise auch einfach „Fußsoldat“, w. „Mann des Dazwischen“, das bezieht sich wohl auf einen besonders starken Kämpfer, der zwischen feindlichen Heeren Entscheidungskämpfe Mann gegen Mann austrägt. Goliat war also ein Spezialist für die Art von Kampf, zu der er Israel herausforderte (Bergen 1996, 188f.; Omanson 2001, 351f.). Einige Übersetzungen übersetzen dieses Wort einfach mit „Riese“.
  2. sechs Ellen und eine Handspanne Das sind etwa drei Meter. Eine Elle (der Abstand zwischen Ellbogen und Mittelfingerspitze bei einem erwachsenen Mann) entspricht etwa 50 cm, eine Handspanne ist eine knappe halbe Elle (d.h. die Spanne zwischen der Daumenspitze und der des kleinen Fingers, wenn man die Finger spreizt). Einige überlieferte Handschriften geben seine größe nicht mit sechs, sondern mit vier Ellen und einer Handspanne an, das wären etwa 2 Meter. Auch das wäre im Vergleich mit den kleinwüchsigen Menschen der damaligen Zeit noch ungewöhnlich. Vermutlich handelt es sich dabei um eine Korrektur mit dem Ziel, den Text glaubwürdiger erscheinen zu lassen (Bergen 1996, 189; Omanson 2001, 352).

Chapter 20

1 1 Und David floh von Najot in Rama und er kam und sprach vor (zu) Jonatan: Was habe ich gemacht? Was ist meine Sünde (Schuld)? Und wie habe ich vor (gegen) deinen Vater gesündigt, dass er mein Leben will (trachten)?

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Er aber sprach zu ihm: Das sei ferne1! Du stirbst nicht. Siehe, mein Vater macht nichts Großes oder (noch) Kleines und offenbart (zeigen) es mir nicht. Und warum würde mein Vater diese Sache vor mir verbergen? Dies ist nicht [so].

  1. Im MT heißt es חָלִילָה.