reltext

Chapter 1

21 Wie wurde zur Hure die zuverlässige (treue/beständige) Stadt. Sie war voll von Recht. Richtigkeit (Korrektheit) wohnte in ihr und jetzt Mörder.

22 Dein Silber ist zu Schlacke geworden und Dein Bier (Getränk) mit Wasser verfälscht (gepanscht/geschwächt).

23 Deine Obersten (Adeligen) sind abtrünnig (gesetzlos/fühlen sich nicht an das Gesetz gebunden) und Diebesgesellen und jeder liebt Bestechungsgeschenke und ist gierig (jagt) nach Bestechung[sgeld] (Vergütungen/„Boni“). Der Waise verschaffen sie kein Recht und der Rechtsstreit der Witwe kommt nicht zu ihnen.

24 Deshalb, Spruch des Herrn1 JHWH s der Heerscharen (Zebaot), des Starken Israels: Wehe, ich werde mir Genugtuung an denen verschaffen, die mich anfeinden und mich rächen an meinen Feinden.

  1. Genau diese Bezeichnung findet sich auch für den Herr eines Rechtsverfahrens

25 Ich werde meine Hand gegen dich wenden (zurückbringen) und deine Schlacke verfeinern (ausschmelzen, reinigen) wie mit Pottasche und alle deine Schlacke wegnehmen.

26 Ich werde zurückbringen deine Richter wie in der ersten Zeit und deine Ratgeber wie am Anfang. Danach wird man dich Stadt der Gerechtigkeit nennen, treue Stadt.

Chapter 4

1 1 Und sieben Frauen werden einen Mann festhalten (ergreifen, nötigen) an jeden Tag mit den Worten: „Wir [wollen weiterhin] unser [eigenes] Brot essen und unsere [eigenen] Kleider tragen, nur deinen Namen [wollen] wir tragen (mit deinem Namen nur rufen sie uns). Entferne [so] unsere Schande!“

  1. [Status: Ungeprüft]

2 An jenem Tag wird der Sproß JHWH s zur Pracht (Zierde) und zur Herrlichkeit werden und und die Frucht des Landes zur Hoheit (zum Stolz) und Schmuck (Pracht 1) für die Entkommenen (Entronnenen) Israels.

  1. Im Hebräischen steht hier ein anderes Wort als im ersten Halbsatz

3 Und es wird geschehen: Was Rest (Zurückgelassenes) ist in Zion und was übrig ist in Jerusalem, die wird man heilig nennen (heilig wird man zu ihnen sagen). Ein jeder wird aufgeschrieben bei denen die leben in Jerusalem.

4 Wenn der Herr 1 abwäscht den Unrat der Töchter Zion und das Blut Jerusalems herausspült (wegspült) aus der Mittedurch den Geist des Rechts und den Geist der Säuberung

  1. hier steht nicht der Gottesname, sondern Adonai: אֲדֹנָ֗י

5 dann schafft (erschafft) JHWH auf dem gesamten Platz des Berges Zion und auf seinen Versammlungsstätten eine Wolke am Tag und Rauch und feuerscheinende (Glanz von Feuer) Lohe bei Nacht. Fürwahr, über aller Herrlichkeit wird ein Schutzdach sein.

6 Und es wird eine Hütte geben als Schatten am Tag und als Zuflucht (Obdach) vor Regen und Unwetter.

Chapter 5

1 Ich will von meinem Geliebten singen, ein Lied meines Freundes von seinem Weinberg; einen Weinberg hatte mein Geliebter auf einem fruchtbaren (fetten) Berggipfel.

2 Und ich werde ihn umgraben, und ich werde ihn entsteinen und ich werde ihn bepflanzen mit edlen Trauben und er baute einen Turm in seine Mitte und haute auch einen Kelter in ihm aus und er wartete, dass er Weintrauben macht (trägt, bringt), aber er machte schlechte Trauben1

  1. D.h. herbe, säuerliche Trauben.

3 Und nun, Bewohner Jerusalems und Mann Judas, richte doch zwischen mir und zwischen meinem Weinberg!

4 Was [ist] noch zu machen an (für) meinem Weinberg und habe ich nicht gemacht mit ihm? Warum habe ich gewartet, dass er Weintrauben macht (trägt, bringt), aber er machte schlechte Trauben?

5 Nun aber will ich euch kundtun (mitteilen), was ich mit meinem Weinberg machen werde! Wegnehmen seine Dornhecke (Umzäunung) und werde [ihn] niederbrennen (wegräumen), einreißen seine Mauer und werde [sie] zertreten.

Chapter 6

1 1 Im Jahr des Todes des Königs Usija und ich sah den Herrn sitzend auf einem hohen und erhabenen Thron und der Saum [seines Kleides](die Schleppe)2 füllte (erfüllte) denTempel (die Tempelhalle).

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. wörtlich: seine Schleppe/sein Saum, gewöhnlich wird aber das Kleid mitübersetzt, deshalb ist vermutlich „der Saum seines Kleides“ die beste Variante.

2 Serafim standen1 über ihm (oberhalb von ihm). Sechs Flügel {sechs Flügel2} [hatte] einjeder, mit zwei [Flügeln] bedeckt er sein Gesicht, mit zwei [Flügeln] bedeckt er seine Scham (seinen Fuß, sein Bein), mit zwei [Flügeln] fliegt er.

  1. Partizip: sind sich aufstellende, aufgrund des Plurals ist das Partizip aber eindeutig auf die Serafim bezogen
  2. Eine Wiederholung, die nicht mitübersetzt werden muss

3 Und es ruft dieser zu diesem und sagt: Heilig, heilig, heilig ist JHWH der Heerscharen (Zebaot), voll ist das ganze Land (die ganze Welt) von seiner Herrlichkeit.

4 Und es erbebten die Türpfosten (Zapfen) der Schwellen von der Stimme des Rufenden (des Rufers) und das Haus füllte sich an mit Rauch.

5 Und ich sage: Wehe mir, denn ich bin verloren (ich muss vergehen, ich muss schweigen)1 denn ein Mann unreiner Lippen bin ich und inmitten eines Volkes mit unreinen Lippen wohne ich. Führwahr (Ja, Denn) den König JHWH der Heerscharen (Zebaot) haben gesehen meine Augen.

  1. das Wort נִדְמֵ֗יתִי ist ein gebräuchlicher Ausdruck eines Menschen vor Gott. (nach Beuken)

6 Und es flog zu mir einer von den Serafim und in seiner Hand war glühende Kohle in einer Zange, die er nam vom Altar.

7 Und er berührte (erreichte) meinen Mund und sagte: Siehe dies hat berührt deine Lippen gewichen ist deine Schuld und deine Sünde gesühnt.

8 Und ich hörte die Stimme des Herrn der sprach: Wen soll ich schicken und wer geht für uns? Und ich sagte: Hier bin ich, schicke mich.

9 Und er sagte: Geh zu und sage zu diesem Volk: Hört, ihr sollt hören1 und sollt nicht verstehen und seht, ihr sollt sehen aber nicht sollt ihr erkennen.

  1. Diese grammatisch interessante Stelle lässt mehrere Interpretationen zu. Die Infinitive in den beiden Konstruktionen „Hört, ihr sollt hören“ und „Seht, ihr sollt sehen“ sind recht sicher als postpositive Infinitive zu verstehen, die die vorangehenden Infinitive verstärken (vgl. JM §123n1): „Hört gut zu!“ resp. „Schaut gut hin!“ Eigentlich besteht der Teilvers also auf zwei aufeinanderfolgenden und einander entgegengesetzten Imperativen. Möglich ist dann: (1) Die Interpretation als „gewöhnliche Imperative“: „Hört gut zu, aber versteht nichts! / Schaut gut hin, aber erkennt nichts!“ oder aber (2) die Interpretation des jeweils ersten Imperativs als Pseudo-Imperativ und des jeweils zweiten als Konsequenz-Imperativ: „Und wenn ihr noch so gut hinhört - ihr werdet nichts verstehen. / Und wenn ihr noch so genau hinseht - ihr werdet nichts erkennen.“

10 Mache fett (träge) das Herz dieses Volkes und seine Ohren mache schwer und seine Augen verklebe, damit es nicht sieht mit seinen Augen und mit seinen Ohren nicht hört und sein Herz nicht einsichtig wird und es nicht umkehrt und es sich nicht heilt.

11 Und ich sage: Wie lange Herr? und er sagte: Bis dann, wenn verwüstet sind die Städte ohne Einwohner und die Häuser menschenleer (ohne Mensch) und der Ackerboden verwüstet ist zur Wüste.

12 Und es wird weit fortschicken JHWH die Menschen und die Verlorenheit wird groß sein in Mitten des Landes.

13 Und noch darin ist ein Zehntel und es wird umkehren und werden zum Brand wie die Terebinte und die Eiche. In ihrem Fällen ist (bleibt) ein Stumpf bei ihnen, ein heiliger Same ist der Stumpf.

Chapter 7

1 1 Und es geschah in den Tagen [von] Ahas, Sohn des Jotam, Sohn des Usija, König von Juda, dass heraufzog Rezin, König von Aram und Pekach, Sohn Remaljas, König von Israel nach Jerusalem zum Kampf gegen es, aber er konnte es nicht (vermochte nicht es zu) bekämpfen (ihm zu obsiegen){gegen es}.

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Und es wurde gemeldet (angesagt) dem Haus Davids: Niedergelassen hat sich Aram auf Ephraim (im Gebiet von Ephraim). Und es bebte sein Herz und das Herz seines Volkes, gleich dem (wie das) Beben der Bäume des Waldes (der Waldbäume) vor dem Wind.

3 Und es sprach JHWH zu Jesaja: Gehe doch hinaus Ahas entgegen (zu Ahas), du und Schear-Jaschub („Ein Rest kehrt um“), dein Sohn, zum Ende der Wasserleitung des oberen Teiches zur Straße des Walkerfeldes (Walkerfeldstraße)1,

  1. Nördlich des Tempelberges.

4 und sage zu ihm: Hüte dich und halte dich ruhig. Fürchte dich nicht und dein Herz soll nicht verzagen vor diesen rauchenden Brandscheitstümpfen, vor dem Brand des Zorns Rezins und Arams und des Sohnes Remaljas.

5 Denn Aram hat gegen dich Böses geplant (beschlossen). Ephraim und der Sohn Remaljas folgendermaßen:

6 Laßt uns heraufziehen gegen Juda und ihm Angst einjagen und es erobern (aufspalten/aufbrechen) für uns und zum König machen dort (inmitten/in der Mitte) den Sohn Tabeals1

  1. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name „Gutnicht“ oder „Tunichtgut“.

7 So spricht der Herr JHWH: Nicht wird es kommen und nicht geschehen.

8 Denn das Haupt (der Kopf) Arams ist Damaskus und das Haupt (der Kopf) von Damaskus ist Rezin und in fünfundsechzig Jahren wird abgebrochen sein Ephraim vom Volk.

9 Und das Haupt (der Kopf) von Ephraim ist Samaria und das Haupt (der Kopf) von Samaria ist der Sohn Remaljas. Wenn ihr nicht glaubt, dann habt ihr keinen Bestand (bleibt ihr nicht)1.

  1. „Glauben“ und „Bestand“ haben im Hebräischen die gleiche Wurzel: אמן.

10 Und JHWH sprach erneut zu Ahas:

11 Erbitte dir ein Zeichen von JHWH, deinem Gott, gehe tief in die Unterwelt oder gehe hoch nach oben.

12 Da sagte Ahas: Ich will es nicht erbitten und ich will JHWH nicht versuchen.

13 Darauf sagte er: Höre, Haus Davids: Ist es euch zu wenig, Menschen zu ermüden, dass ihr auch meinen Gott ermüdet?

14 Deshalb wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die junge Frau ist schwanger und sie wird einen Sohn gebären und sie wird ihn „Immanu-El“ nennen.

15 Butter und Honig wird er essen, bis er lernt Böses zu verwerfen und Gutes zu wählen.

16 Denn bevor der Knabe lernt, Böses zu verwerfen und Gutes zu wählen, wird das Land verlassen sein, vor dessen beiden Königen die graut.

17 JHWH wird über dich und dein Volk und das Haus deines Vaters Tage kommen lassen, die nicht gekommen sind seit dem Tag des Abfalls Ephraims von Juda durch den König von Assur.

18 Und an jenem Tag wird JHWH zu den Fliegen pfeifen, die am Ende der Ströme Ägyptens sind und zu den Bienen, die im Land Assur sind.

19 Und sie werden kommen und sie werden sich alle niederlassen in den Tälern der Schluchten und den Spalten der Felsen und in allen Dornbüschen und an allen Tränkstellen.

20 An jenem Tag wird der Herr mit dem Schermesser, das er im Land jenseits des Stroms geliehen hat, mit dem König von Assur, den Kopf und die Beinbehaarung scheren und auch den Bart wird es wegnehmen.

21 Und an jenem Tag wird ein Mann ein Rind und zwei Ziegen aufziehen.

22 Und wegen der Menge Milch, die sie geben, wird Butter und Honig essen der ganze Rest im Innern des Landes.

23 Und an jenem Tag werden an jedem Ort, dort, wo tausend Rebstöcke sind, tausend Silberlinge wert, Dornen und Disteln sein.

24 Mit Pfeil und Bogen wird man dorthin kommen, denn Disteln und Dornen werden im ganzen Land sein.

25 Und zu allen Bergen die man mit der Hacke beharkt, wird man nicht kommen aus Furcht vor Dornen und Disteln. Und es wird zur Weide für Stiere und zum Ort, der von Schafen zertreten wird.

Chapter 8

1 Und JHWH sagte zu mir: Nimm dir eine große Tafel und schreibe auf sie mit einem Menschengriffel (Griffel eines Menschen): Eilebeute Raubeschnell (Raubebald/Maher Schalal Chasch Bas).

2 Und ich bestellte mir zuverlässige Zeugen, Uriah den Priester und Secharja1, Sohn des Jeberechjas.

  1. Schwiegervater von Ahas

3 Und ich kam zur Prophetin und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Und JHWH sagte zu mir: Gib ihm den Namen Eilebeute Raubeschnell (Raubebald/Maher Schalal Chasch Bas)!

4 Denn noch bevor der Junge zu rufen weiß: Mein Vater und meine Mutter, wird man tragen den Reichtum (das Vermögen) von Damaskus und die Beute von Samaria vor {das Angesicht des} den König vom Assur.

12 Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dieses Volk Verschwörung nennt. Ihre Furcht sollt ihr nicht fürchten und nicht erschrecken.

13 JHWH der Heerscharen (Zebaot), ihn sollt ihr heiligen und er sei eure Furcht und euer Schrecken.

Chapter 9

1 Das Volk, das wandelt1 in Dunkelheit (Finsternis)2, sie sehen ein großes Licht, die Wohnenden im Land des Todesschattens3, ein Licht leuchtet (strahlt) über ihnen.

  1. Wörtlich: „das Volk, die wandeln“ (Part. Pl.; constructio ad sensum)
  2. Hier wird das gleiche Wort für Dunkelheit verwendet, wie in Genesis 1.
  3. Ein aus den Wörtern Schatten und Tod zusammengesetztes Wort.

2 Du vermehrst (machst zahlreich) das Volk, für es hast du die Freude groß gemacht. Sie haben sich gefreut vor dir (deinem Angesicht) wie die Freude in der Erntezeit (Ernte), sie jubeln wie in ihrem Teilen der Beute.

3 Denn das Joch seiner1 Fronarbeit (Last, Bürde) und den Stab seiner Schulter [und] das Zepter (den Stock) ihres Treibers (Antreibers) zerbrichst du wie am Tag Midians.

  1. Hier ist immer noch das Volk gemeint, das wechselseitig mit dem Sg und dem Pl bezeichnet wird.

4 Denn (Fürwahr) jeder Stiefel, der in Dröhnen auftritt und der Mantel (die Uniform), der gewälzt ist in Blut, ist geworden zum Brand, ein Fraß des Feuers.

5 Denn (Fürwahr) ein Kind ist geboren (gezeugt) worden für uns, ein Sohn ist uns gegeben und es kam die Herrschaft auf seine Schulter. Und er hat ihn genannt (gerufen) Wunder Rat (Ratgeber), Gott (ist) Held (stark), ewig Vater, Friedefürst.

6 Reich (Erfüllt) ist die Herrschaft und der Frieden wird nicht enden auf dem Thron Davids und in seinem Königreich. Möge es Bestand haben (er festigt)1 und möge er es stützen (er stützt) durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit, [der] Eifer JHWH Zebaots wird dies tun.

  1. Hi. Inf.

Chapter 11

1 Und es wuchs (geht hervor) ein Zweig (Sproß) von dem Baumstumpf des Stammes Isai1 und ein Sprössling aus seinen Wurzeln (seines Stammes) wird fruchtbar sein (Frucht bringen).

  1. Isai ist der Vater von David

2 Und es wird sich (Und es ruht auf ihm) der Geist JHWH s auf ihn niederlassen, [der] Geist [der] Weisheit und [des] Verstandes (Einsicht), [der] Geist [des] Planes [der Lehre/des Rates] und [der] Kraft, [der] Geist [des] Wissens (der Erkenntnis) und [der] Furcht JHWH s.

3 Und sein riechen lassen ist die Furcht JHWH s1 (Und er wird seinen Wohlgefallen haben in der Furcht JHWH s/Was man von ihm riecht ist „Gottesfurcht“2)3, und nicht im (nach dem) Sehen seiner Augen wird er richten, und nicht in dem was er mit seinen Ohren hört (nach Hörensagen), wird er entscheiden (richten).

  1. komplizierter hebräischer Ausdruck, wörtl.: Und sein riechen lassen ist die Furcht JHWHs. D.h., dass er JHWH nicht durch Rauchopfer gefällt, sondern allein durch Furcht vor ihm
  2. natürlich wäre JHWH-Furcht genauer, allerdings kaum verständlich
  3. AK Hifil von ריח

4 Und er wird mit Gerechtigkeit [die] Armen richten, und er wird mit Gerechtigkeit die sich unterordnenden auf [der] Erde (die Armen des Landes) richten, und er wird das Land mit dem Szepter (Stab) seines Mundes schlagen, und mit [dem] Geist (Hauch) seiner Lippen wird er die Schuldigen (Bösen/Ungläubigen) töten.

5 Und [die] Gerechtigkeit wird der Gürtel seiner Hüften sein, und die Treue (Sicherheit/Festigkeit/Glaube/Wahrhaftigkeit) [wird] der Gürtel seiner Hüften [sein].

6 Und ein Wolf wird sich mit einem Lamm niederlassen (weilen), und eine Raubkatze (Panther/Leopard/Pardel) wird sich mit einem Böckchen (einer Ziege) hinlegen, und ein Kalb und ein junger Löwe und [das] Mastvieh [sind] zusammen, und ein kleiner Knabe treibt (führt) sie [hinauf].

7 Und eine junge Kuh und eine Bärin werden weiden, zusammen werden sie ihre Kinder lagern (weiden), und [der] Löwe wird wie das Rind Stroh fressen.

8 Und es wird sich ein Säugling an der Höhle der Cobra (Viper/Natter/Otter) vergnügen (spielen/Spass haben), und zum Höhlenloch einer Schlange streckt ein Entwöhnter seine Hand aus.

9 Sie werden nicht schlecht handeln (Man wird nicht Böses tun) und sie werden nicht (man wird nicht zerstören) auf dem meinem ganzen heiligen Berg verderben, denn das Land wird voll von Erkenntnis von JHWH sein, wie das (die) Wasser das Meer bedeckt (bedecken).

10 Und es wird an diesem Tag geschehen: [Die] Wurzel Isais, die als Feldzeichen (Zeichen) für die Völker steht, nach ihr werden die [fremden] Völker fragen (suchen), und ihre Stätte (ihr Ruheort) wird Heiligkeit sein.

Chapter 14

9 Der Scheol ist erschüttert (erregt) von unten deinetwegen (für dich), um dein Kommen auszurufen. Er erregt (beunruhigt, stört) deinetwegen (für dich) die Refaim (Totengeister, Schatten), alle Führer (Leitböcke) der Erde, er lässt von ihren Thronen aufstehen (er erhebt aus ihren Thronen) alle Könige der Völker.

10 Sie alle antworten und sprechen zu dir: „Auch du bist schwach (kraftlos) geworden wie wir, uns gleich (ähnlich).“

11 Hinabgestürzt [in den] Scheol [ist] deine Herrlichkeit (Stolz, Majestät), das Rauschen (Geräusch) deiner Harfe. Unter dir ist Gewürm zum Lager ausgebreitet, und deine Decke [ist] ein Wurm.

Chapter 35

1 1 Es werden sich freuen2 Wüste und trockene Gegend3,und die Steppe (Wüste)4 wird jauchzen und aufblühen wie eine Lilie5.

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Die Verben dieses Verses stehen im Imperfekt. Da es sich um einen Blick in die Zukunft handelt, ist das Imperfekt hier futurisch zu übersetzen
  3. ציה ist ein Synonym für Wüste (מדבר)
  4. ein weiteres Synonym
  5. Es handelt sich um ein Affodill, s. http://de.wikipedia.org/wiki/Affodill

2 Ja, aufblühen wird sie1 und frohlocken. Sogar jauchzen {wird sie} und jubeln.Die Herrlichkeit des Libanon2 ist ihr gegeben,die Pracht von Karmel3 und Scharon4.Wir sehen die Herrlichkeit JHWH s,die Pracht5 unseres Gottes.

  1. Die Kombination von absolutem Infinitiv und finitem Verb bezeichnet man als figura etymologica, s. Schneider, Grammatik, 50.4.2, die dem Verbalausdruck besonderen Nachdruck gibt, hier mit Ja wiederzugeben versucht
  2. Es handelt sich hier natürlich um das Gebirge, http://de.wikipedia.org/wiki/Libanon_(Gebirge)
  3. s. http://de.wikipedia.org/wiki/Karmel_(Gebirge)
  4. im Ggs. zu den beiden Bergzügen ein Tal, s. http://de.wikipedia.org/wiki/Scharonebenea
  5. Synonym zu כבוד, Herrlichkeit

3 Macht stark (fest) die {beiden} Hände1, die kraftlosen (schlaffen),und die {beiden} Knie, die stolpern2 (erschöpft sind), stärkt.

  1. Dual, auch im Folgenden: es geht um die zwei Hände eines Menschen
  2. Partizip

4 Sprecht (sagt) zu den furchtsamen1 Herzen:seid stark (fest), fürchtet euch nicht.Seht: Euer Gott, [zur] Rache wird er kommen;Vergeltung Gottes; er [Gott] wird kommen und euch helfen (retten).

  1. eigentlich: sich überstürzenden = Herzrasen, z.B. vor Furcht

5 Dann werden geöffnet werden [die] Augen der Blinden und [die] Ohren der Tauben werden geöffnet werden1.

  1. synonymer Ausdruck zur ersten Hälfte des Verses

6 Dann wird springen wie der Hirsch [der] (ein) Lahme(r),und jubeln wird die Zunge [des] (eines) Stummen.Denn es brechen hervor in der Wüste Wasser(läufe),und Bäche (Wasserläufe) in der Steppe.

7 Und es wird das Hitzeflirren1 zum [echten] Schilftümpel werden und wasserloses Gebiet2 zu Wasserquellen.Statt3 Revier4 der Schakale, [ihrem] Lagerplatz Schilf für Schilfrohre5, und Papyrus.

  1. שרב bezeichnet das Flirren, das bei Sonnenhitze entsteht (Fata Morgana). Es erweckt den Eindruck von Wasserflächen in der Wüste
  2. das Wort leitet sich von Durst her, also etwa: dürstendes Land
  3. Präposition בְ
  4. eig.: Weideplatz, Stätte
  5. als Schreibgerät? als Dachbedeckung, vgl. Reet?

8 Und es wird dort eine Straße und ein Weg sein,und „heiliger Weg“ wird man ihn nennen;nicht [dürfen] auf ihm gehen Unreine sondern1 er [ist bestimmt] für sie2, die gehen3 auf dem Weg,aber 4 die Toren werden nicht [auf ihm] umherirren.

  1. das waw וְ ist hier adversativ zu übersetzen, vgl. Schneider, Grammatik 53.1.1.2
  2. für die Übersetzung von וְהוּא־לָמוֹ werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert. D. Winton Thomas, der den Text für die BHS kommentiert, schlägt vor, „und [nicht] Törichte wandeln auf seinem Weg“; HALOT schlägt vor, לְעֵמּוׁׂ zu lesen, „für sein Volk“ und zitiert Driver, ATO 126, der liest: „it shall become a processional road“. Ich würde versuchen, bei der wörtlichen Übersetzung zu bleiben
  3. Partizip, relativisch aufgelöst
  4. wieder: adversatives waw

9 Es wird dort kein Löwe sein und Raubtiere1 werden nicht hinaufsteigen,sie werden dort nicht gefunden,sondern2 es gehen die Erlösten3 [auf ihm].

  1. wörtl.: räuberische Lebewesen
  2. adversatives waw
  3. Partizip

10 Und die Losgekauften JHWH s kehren um und kommen zum Zion mit Jubel und ewige Freude [wird] auf ihren Häuptern [sein].Jubel und Freude wird sie einholen1,aber2 fliehen werden Kummer (Qual) und Seufzen (Stöhnen).

  1. das Verb steht im Ggs. zum folgenden Verb (fliehen)
  2. waw adversativ gebraucht

Chapter 38

18 Denn die Unterwelt lobt dich nicht und der Tod preist dich nicht, nicht warten die, die in die Grube hinabsteigen, auf deine Treue.

19 Allein Lebendige loben dich, wie ich heute. Ein Vater vermittelt den Kindern deine Treue.

Chapter 40

1 1 Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott.

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Redet zum Herzen Jerusalems und ruft zu ihm, dass sein Frondienst (Heeresdienst) vollendet (erfüllt) ist, dass seine Schuld abgetragen ist, dass es bekommen hat aus der Hand JHWH das Doppelte für alle seine Sünden.

3 [Es erschallt] der Ruf (die Stimme) eines Rufenden: Räumt in der Steppe (Wüste) den Weg JHWH s frei!Ebnet in der Wüste (Steppe) eine Straße für unseren Gott!

4 Jedes Tal soll (wird) sich erhöhen und jeder Berg und Hügel einsinken.1Dann wird das Zerklüftete (Höckerige, Unebene) zu einer Ebene werden und der steile Pass (der Bergsattel) zu einem weiten Tal (einer Talebene).2

  1. Nominalsatz (Perfekt): Vorausschau/Aufforderung
  2. Konsekutivperfekt: Folgerung/Vorausschau

5 Dann wird sich die Herrlichkeit (die Ehre, der Ruhm) JHWH s zeigen,und alles Sterbliche (alles Fleisch, jeder Mensch) wird ihn sehen,denn ja1, der Mund JHWH s hat [es] gesagt.

  1. Das hebräische Wort כִּי markiert u.A. Bekräftigungen und Folgerungen.

6 Eine Stimme sagt: „Rufe!“ Und ich sagte: „Was soll ich rufen?“ Alles Fleisch [ist] Gras und alle seine Güte [ist] wie eine Blume des Feldes.

7 Trocken [ist] das Gras; es ist verdorrt eine Blume, denn der Geist JHWH s kehrte um zu ihm (wehte hindurch). Wahrlich, das Gras [ist] das Volk.

8 Trocken ist das Gras; verdorrt eine Blume, aber das Wort unseres Gottes wird aufstehen (bestehen) in Ewigkeit.

9 Auf einen hohen Berg Berg steige hinauf, gute Botschaft bringendes Zion, mein Wildstier mit Kraft deine Stimme gute Botschaft bringendes Jerusalem [?], ohne Furcht sage zu den Städten Judas: „Siehe euer Gott!“

10 Siehe, der Herr JHWH, mit Kraft wird er kommen und sein Arm wird für ihn befehlen. Siehe, sein Lohn [ist] mit ihm und sein Gemachtes [?] vor ihm.

11 Er wird weiden seine Herde; es wird fürchten mit seinem Arm; er wird sammeln die Gefleckten und in seinem Schoß wird er sie tragen.

12 Wer hat abgemessen in seiner hohlen Hand Wassermassen, und hat die Himmel mit dem Maß gemessen? Und ganz im Drittelmaß ist der Stab der Erde und er wiegt mit der Waage die Berge, und die Hügel mit Gewichten.

13 Wer wird feststellen den Geist JHWH s, und [wer ist] ein Mann, den er (der ihn) seinen Beschluss wissen lassen wird?

14 Mit wem hat er sich beraten und er hat ihn (es) verstanden, und hat ihn gelehrt den Weg des Rechts (Gerichts, Urteils), und hat ihn Erkenntnis gelehrt und wird ihn erkennen lassen einen Weg der Einsichten?

15 Da: Völker [sind] wie ein Tropfen aus einem Eimer, und wie Staubwolken [auf] der Waage werden sie gerechnet. Da: Inseln wird er wie Staubpartikel aufheben.

16 Und der Libanon ist nicht genug zum Ausplündern (Niederbrennen), und seine Tiere 1 nicht genug als Brandopfer.

  1. wörtl. Singular „Getier“

17 All die Völker sind wie nichts vor ihm, als Ende und Öde werden sie betrachtet von ihm.

18 Mit wem wollt ihr Gott vergleichen? Und welches Abbild ihm zuordnen?

19 Das Kultbild hat ein Handwerker gegossen, und ein Goldschmied 1 wird es mit Gold beschlagen, und [es hat] Silberketten (Silberdrähte) eines Goldschmieds.

  1. wörtl. Brenner, Schmelzer

20 Der Verarmte [gibt ein] Hebopfer1: Er wird ein Holz auswählen, das nicht faulen wird, [und] einen geschickten Handwerker für sich suchen, um ein Kultbild aufzustellen, das nicht wackeln wird.

  1. Andere Deutung aufgrund der akkadischen Vokabel musukkannu: „Das Sissoo-Holz als Podest“ – Bei dem Holz der Dalbergia Sissoo handelt es sich um ein sehr wertvolles Material, das im Alten Orient u. a. für feine Schnitzereien und im Bereich der Medizin verwendet wurde und sich durch seine hohe Beständigkeit auszeichnet.

21 Erkennt ihr nicht? Hört (gehorcht) ihr nicht? Ist euch nicht von Beginn verkündet worden? Habt ihr nicht Einsicht erhalten von (seit) den Grundfesten der Erde?

22 [Er ist] der, der auf dem Kreis der Erde sitzt – und die auf ihr sitzen, sind wie Heuschrecken –, der ausspannt wie einen Schleier den Himmel und hat ihn ausgebreitet wie ein Zelt zum Ausruhen.

23 Der die Fürsten zu nichts macht, hat Richter der Erde zu Öde gemacht.

24 Noch werden sie nicht eingepflanzt, noch werden sie nicht ausgesät, noch hat keiner Wurzeln geschlagen im Land ihres Wurzelstammes, da hat er auf sie geblasen, und sie sind vertrocknet, und ein Sturm wird sie wie Strohhalme hochheben.

25 Und mit wem wollt ihr mich vergleichen und ich wäre ähnlich? Es spricht der Heilige1.

  1. Wörtl. „ein Heiliger“

26 Hebt zur Höhe eure Augen und seht: Wer hat diese erschaffen?Der, der ihr Heer an der Zahl hervortreten lässt, der ruft sie alle mit Namen,wegen der Fülle der Kraft und der starken Macht. Keiner von ihnen fehlt.

27 Warum sagst du, Jakob, und sprichst du, Israel: „Verborgen ist mein Weg vor JHWH und an meinem Gott geht mein Recht vorüber“?

28 Hast du nicht erkannt? Oder hast du nicht gehört? Ein Gott der Ewigkeit ist JHWH, Schöpfer der Enden der Erde. Er ermüdet nicht und er ermattet nicht. Unerforschlich ist seine Einsicht.

29 Er gibt dem Müden Kraft und dem Kraftlosen mehrt er Stärke.

30 Und es ermüden Jünglinge und ermatten. Und junge Männer straucheln erschöpft.

31 Aber die, die auf JHWH warten, gewinnen neue Kraft. Ihnen werden Flügel wachsen wie Adlern. Sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.

Chapter 41

6 Einer stand seinem Freund bei und sagte zu seinem Bruder: Sei stark!

7 Und der Arbeiter bekräftigte den Goldschmied, der mit dem Hammer glättet [bekräftigte] den, der den Amboss schlägt, er sagt über die Haftung: „Sie ist gut.“ Und er macht es fest mit Nägeln, es wankt nicht.

Chapter 43

13 Auch von nun an (fortan) bin ich1 es und es ist nichts2 das aus meiner Hand rettet (entreißt); ich tue (führe aus) und wer macht [es] rückgängig?

  1. Betontes „ich“.
  2. Auch: „niemand“.

Chapter 44

9 Die, die Kultbilder erschaffen sind alle nichtig und was sie verehren nützt nichts und ihre Zeugen, sie sehen nicht und sie erkennen nicht, deswegen schämen sie sich.

10 Wer erschafft einen Gott und gießt ein Kultbild, ohne dass es hilft?

11 Siehe, alle seine Gefährten schämen sich und die Arbeiter, sie sind aus dem Menschengeschlecht, sie versammeln sich alle, sie stellen sich hin, sie erschrecken sich, sie schämen sich zusammen.

12 Ein Eisenschmied der Dexel arbeitet mit der Glut und mit Hämmern formt er es und er macht es mit seinem starken Arm, auch hungert er und hat keine Kraft, Wasser trinkt er nicht und er ermüdet.

13 Der Schreiner spannt die Messschnur, er umzeichnet es mit einem Rotstift, er arbeitet mit dem Schabwerkzeug und mit einem Zirkel umzeichnet er es und er arbeitet es nach dem Modell eines Mannes, nach einem geschmückten Menschen, um ihn im Haus wohnen zu lassen.

14 Was das Fällen von Zedern für ihn betrifft: Er nimmt eine Steineiche und eine Eiche und er festigt einen unter den Bäumen des Waldes, er pflanzt eine Zeder und der Regen lässt sie wachsen.1

  1. Vermutlich ein casus pendens.

15 Es ist für den Menschen zum Feuer machen und er nimmt davon und wärmt sich, auch zündet er es an und backt Brot, sogar einen Gott macht er und betet an, er arbeitet daraus ein Kultbild und fällt vor ihm nieder.

16 Seine eine Hälfte verbrennt er im Feuer, von seiner [anderen] Hälfte isst er Fleisch, er bereitet Gebratenes zu und wird satt, auch wärmt er sich und sagt: „Ha, ich bin warm geworden, ich sehe Feuer.“1

  1. Wortspiel: das hebräische Wort für Feuer erinnert an das positiv konnotierte Wort für Licht.

17 Und den Rest davon arbeitet er zu einem Gott, zu seinem Kultbild, er fällt vor ihm nieder und betet an und fleht zu ihm und sagt: „Rette mich, denn du bist mein Gott.“

18 Nicht kennen sie und nicht verstehen sie, denn verklebt sind ihre Augen, dass sie nicht sehen, ihre Herzen, dass sie nicht verständnisvoll sind.

19 Und nicht kehrt einer um zu seinem Herzen und es ist nicht Wissen und nicht Verstand, indem er sagt: „Seine eine Hälfte habe ich verbrannt im Feuer und sogar Brot habe ich gebacken auf seiner Glut, ich briet Fleisch und habe gegessen und den Rest davon soll ich zu einem Gräuel machen, vor dem Erzeugnis eines Baumes soll ich niederfallen?“

20 Der Asche hütet – ein irregeleitetes Herz verführt ihn und er rettet nicht sein Leben und er sagt nicht: „Ist es nicht Betrug in meinen Händen?“1

  1. Die Erwähnung der Hand erinnert an die rechte Hand JHWHs.

Chapter 45

15 Gewiss, du bist ein verborgener Gott, der Gott Israels, Retter.

16 Sie schämen sich und werden auch alle beschämt, zusammen gehen sie in Schmach, die Hersteller von Bildern.

17 Israel wird gerettet durch JHWH, ewige Hilfe, nicht werdet ihr euch schämen und nicht beschämt werden bis in ewige Zeiten.

Chapter 46

5 Mit wem wollt ihr mich vergleichen und ähnlich machen und mich gleichstellen, dass wir uns ähneln?1

  1. Jesaja 40,18; Jesaja 40,25

6 Die Gold aus einem Beutel schütten und Silber auf der Waage abwiegen, sie engagieren einen Goldschmied und er soll daraus einen Gott machen, sie fallen nieder, sie beten ihn sogar an.

7 Sie heben ihn auf die Schulter, sie tragen ihn und lassen ihn ruhen an seinem Platz und er steht, von seinem Platz weicht er nicht, man schreit sogar zu ihm und er antwortet nicht, aus seiner Not rettet er ihn nicht.

Chapter 50

4 Der Herr JHWH hat mir die Zunge eines Schülers (Jüngers, Unterrichteten) gegeben, um den Müden zu helfen [mit einem (durch ein)] Wort. Er weckt jeden Morgen (Morgen für Morgen), weckt mir das Ohr, damit [ich] höre1 wie die Schüler (Jünger, Unterrichteten).

  1. Inf. constr.

5 Der Herr JHWH öffnete mir das Ohr und ich war nicht ungehorsam (widerspenstig), ich ging (wich) nicht zurück.

6 Meinen Rücken gab ich {hin zu} den Schlagenden, und meine Wangen den [Haare] Ausreißenden1.Mein Gesicht verbarg (versteckte) ich nicht vor Beleidigungen (Beschimpfungen, Kränkungen, Tadel) und Speichel (Sprucke).

  1. Hier empfielt sich eine genauere Wortstudie, es könnte auch „bloßstellen“ oder „blank machen“ (sowas wie rund machen, verprügeln im deutschen?) bedeuten

7 Aber (Und) der Herr JHWH hilft mir, darum wurde ich nicht gedemütigt (zuschanden, erniedrigt)1Darum setzte (stellte) ich mein Gesicht gemäß dem Kieselstein2, ich wusste, dass ich nicht in Schande geraten3 werde.

  1. Oder: „darum fühlte ich mich nicht gedemütigt“.
  2. Etwas freier: „Ich machte mein Gesicht hart wie einen Kieselstein“.
  3. Die beiden Wörter, die im Deutschen Schande ausdrücken sind im Hebräischen verschieden. Im ersten Versteil geht es um ein subjektives Empfinden (die Peiniger wollen, dass sich der Gottesknecht gedemütigt fühlt), im zweiten Versteil geht es um „objektive“ Schande (vor Gott).

8 Nahe ist, der mir Recht schafft. Wer will mit mir streiten (einen Rechtsstreit beginnen)? Lasst uns zusammen stehen.Wer ist Herr (Besitzer, Baal) über mein Recht? Er soll (möge) zu mir (in meine Nähe) kommen.

9 Siehe! Der Herr JHWH hilft mir. Wer ist der, der mich schuldig sprechen (verdammen) will?Siehe! Sie alle werden wie {das}[ein] Gewand zermürbt (zerfallen, zerschlissen), eine Motte frisst sie.

Chapter 52

13 1 „Siehe ({Siehe})2, mein Getreuer (Diener, Knecht, Sklave)3 wird Erfolg haben (klug handeln, verständig sein),erhöht wird er sein, erhoben und sehr erhaben.

  1. [Status: Zuverlässig]
  2. Siehe übersetzt die hebräischen Fokuspartikel הִנֵּה, die das Hebräische häufig setzt, wo das Deutsche keine Fokuspartikel setzen würde. Hier ist ihre Funktion wohl nur, den Beginn des Abschnitts Jes 52,13-53,12 zu markieren (vgl. z.B. Gentry 2007, S. 26) und könnte in der LF ohne Bedeutungsverlust ausgespart werden.
  3. Das hebräische Wort עַבְדִּי kann sowohl Sklaven bezeichnen als auch hochgestellte Persönlichkeiten (etwa im Dienst eines Königs) und Propheten (Gottesdiener). Zur Übersetzung mit »Getreuer« siehe Schmidt 2013, S. 115. Es gibt zahlreiche verschiedene Thesen zur Person des Dieners/Getreuen. Im Neuen Testament werden Jes 52,13–53,12 auf Jesus Christus bezogen. Andere Deutungen sind: Das jüdische Volk, die kleine Gruppe der Frommen inmitten der Unfrommen, ein konkreter einzelner Mensch, der Messias, Jeremia, Mose. (Vgl. Berlin/Brettler 2004, S. 891)Für die Interpretation des Textes ist die Festlegung auf eine bestimmte Deutung nicht notwendig (Schmidt 2013, S. 119-120).

14 Wie viele Menschen über dich (ihn)1 entsetzt waren!So entstellt im Vergleich zu einem [gewöhnlicher] Mann (Mensch)2 war sein Aussehen,seine Gestalt im Vergleich zu einem Menschenkind (einem Sohn eines Menschen).3

  1. Textkritik: Einige hebräische Handschriften lesen ihn, andere dich. Die Lesart dich ist besser bezeugt. Da dieser Perspektivwechsel den Text sperriger macht, wurde vermutlich in den übrigen Handschriften zu ihm geändert (Schmidt 2013, S. 225). Es ist die einzige Stelle in diesem Text, an dem JHWH den Diener anspricht und nicht über ihn redet (Schmidt 2013, S. 225) – sofern man den Personenwechsel nicht als bedeutungslose und unübersetzbare Eigenheit der hebräischen Sprache deutet (Kaiser 1959, S. 85f; North 1964, S. 227; Nyberg 1942, S. 48; vgl. GKC §144p).
  2. generisches Maskulinum
  3. Vers 14bc wird in der wissenschaftlichen Literatur verschieden in das Satzgefüge des Textes eingeordnet. Unsere Übersetzung folgt Schmidt 2013, 224. Es sind aber auch andere Deutungen möglich. Die meisten verstehen Vers 14bc als Einschub; dann wäre zu übersetzen: Ebensosehr, wie viele über dich (ihn) entsetzt waren – so entstellt … war sein Aussehen … – ebensosehr wird er viele Völker aufschrecken. Andere übersetzen die Abfolge כִּי - כן - כן als Ebensosehr - ebensosehr - ebensosehr (Bartélemy 1986, 386; Gentry 2007, S. 26; Schenker 2001, 67): Ebensosehr, wie viele über dich (ihn) entsetzt waren, ebenso entstellt … war sein Aussehen …, ebensosehr wird er viele Völker aufschrecken. Diskutiert wird auch, ob die Textüberlieferung an dieser Stelle fehlerhaft ist. Dann wäre entweder 14bc hinter Vers 53,2 zu verschieben (BHS, Blenkinsopp 2002, Westermann 1966) oder כן ebenso nach כִּי denn zu korrigieren: So viele Menschen waren über dich (ihn) entsetzt, denn … denn … (Barré 2000, S. 25; Ziegler 1958, S. 173; so schon Duhm). Da sich diese Vermutungen eines ursprünglich anderen Textes nicht überprüfen lassen, müssen sie jedoch als sehr unsicher eingeordnet werden.

15 So sehr wird er viele Völker (Leute) aufschrecken (er wird viele Völker besprengen/verwundern; viele Völker werden verwundert/erregt/erfreut sein über ihn; viele Völker verachten ihn)1,über ihn (ihm gegenüber) werden Könige ihren Mund verschließen.2Denn was ihnen nicht erzählt worden ist – sie werden es sehen (dann gesehen haben),und was sie nicht gehört haben – sie werden es verstehen (dann verstanden haben).“ 3 4

  1. Die genaue Übersetzung dieser Stelle ist unklar. Der Urtext hat hier das Wort יַזֶּה (besprengen), was in diesem Zusammenhang nicht viel Sinn ergibt. Die griechische Übersetzung LXX hat θαυμάσονται (sie staunen). Der Kontext legt die Aussageabsicht nahe, dass viele Völker von dem erfolgreichen (V. 13) Menschen Notiz nehmen – ebenso wie die Könige. Für die Übersetzung des Wortes werden vier Lösungen diskutiert: (i) Es wird ein dem arab. nazâ analoges נזה II aufspringen machen angesetzt, das dann entweder bewundern, verwundert sein über (was mit LXX zusammenstimmen würde: θαυμάσονται sie staunen) oder aufschrecken heißen soll (der häufigste Alternativvorschlag, z.B. Blenkinsopp 2002, Childs 2001, Oswalt 1998, Watts 1987 u.a.) - allerdings ist hiergegen eingewendet worden, dass das arab. nazâ gar nicht die Bedeutung »verwundert sein« habe, vgl. z.B. Gentry 2007, S. 27; Smith 2009, S. 440. (ii) Man emendiert nach יִרְגְּזוּ sie werden erstaunt sein (Westermann 1966), aber eigentlich bedeutet רגז gar nicht »erstaunt sein«, sd. »erregt sein, unruhig sein«; vgl. ad loc. auch Ges18, S. 798. Außerdem ist (iii) vorgeschlagen worden, zu emendieren nach יִזְהוּ sie werden sich freuen (Barré 2000, S. 10f.) - allerdings ist dieses Wort ein wenig unsicher - oder (iv) nach יִבְזֻהוּ sie verachten (vgl. BHS). Trotz Widersprüchen ist die erste Lösung (a) die verbreitetste und (b) die unproblematischste, weshalb auch wir ihr hier den Vorzug gegeben haben.
  2. »Den Mund verschließen« ist wohl als Geste der Verehrung zu verstehen; vgl. Ijob 29,9; 40,4 (; Mic 7,16).
  3. Vers 15 ist hier als prophetisches Perfekt übersetzt (vgl. Childs 2001, S. 407); alternativ möglich: Futur II. Eine weitere Übersetzungmöglichkeit ist: „so sehr schreckt er [nun] … auf, denn … sie haben es gesehen … sie haben es verstanden“.
  4. Römer 15,21

Chapter 53

1 1 „Wer hat geglaubt (glaubt, hätte geglaubt, hat vertraut auf) die Kunde (das Gehörte, Offenbarte, Verkündigte)2 an uns (von uns)3,4 5und JHWH s Macht (Arm) - {an} wem (an wem) ist (wurde) sie enthüllt (offenbar)?

  1. [Status: Zuverlässig]
  2. die Kunde (das Gehörte, Offenbarte, Verkündigte) - wg. dem folgenden Sticho (»Wem ist JHWHs Macht enthüllt« -> JHWHs Tun wird gerade als verborgen vorgestellt) sind die »theologischeren« Alternativen »Offenbartes« und »Verkündigtes« eher unwahrscheinlich; vgl. Kaiser 1959, S. 95; KBL3, S. 1439.
  3. Die Identität des »wir« in Vers 1–6 ist unklar. Zwei mögliche Deutungen sind Identifizierungen mit dem Volk Israel oder mit benachbarten Völkern. (Vgl. Berlin/Brettler 2005, S. 891.) Siehe auch die Fußnote zu »Diener« in Jes52,13.
  4. Johannes 12,38
  5. Römer 10,16

2 Er wuchs wie ein junger Spross vor ihm (vor seinen Augen, vor unseren Augen, trieb empor)1,wie ein Schössling (eine Wurzel)2 aus trockenem (dürrem) Land (Boden).3Er hatte ([Drum] hatte er; [Denn] er hatte) keine Gestalt und keine Schönheit (keinen Schmuck),4 dass wir ihn [gerne] angesehen (genossen) hätten (ansehen hätten können), und kein Aussehen, dass er uns gefallen hätte (hätte können):

  1. vor ihm - BHS vermutet einen Überlieferungsfehler und hält לְפָנֵינוּ vor uns, vor unseren Augen für urspünglich. So z.B. auch Barré 2000, S. 25; Kaiser 1959, S. 86. Anders Allen 1971; Driver 1968b; Ehrlich 1912; Gordon 1970; North 1964, die übersetzen mit »gerade(wegs) nach oben« (»right up«): vor sich bezieht sich ihnen zufolge auf den Wachsenden selbst, vor sich selbst hinaufziehen soll dann meinen: »emporschießen, emporwachsen«. Diese Deutung ist plausibel; da aber die wörtliche Übersetzung mit »vor ihm« immer noch weitaus mehr Anhänger hat, haben auch wir diese Lösung gewählt.
  2. »Schössling« nach Baltzer 1999; Blenkinsopp 2002; Edel 1964; Niccacci 2005; vgl. auch ZLH, S. 882 ad loc..
  3. Jesaja 11,1
  4. keine Gestalt und keine Schönheit - Hendiadyoin. Das Hendiadyoin (=Ausdruck eines Konzeptes durch zwei durch »und« verbundene Wörter) ist im (adjektiv-armen) Hebräisch sehr viel häufiger als im Deutschen und fungiert oft ähnlich der deutschen Konstruktion [Adjektiv-Substantiv] oder dem deutsche Wortbildungsmodell »Komposition« (=Wortzusammensetzung, z.B. »Gast« + »Arbeiter« = »Gastarbeiter)«; sinngemäß daher statt »Gestalt und Schönheit«: »schöne Gestalt«.

3 [Er ist (war)] verachtet (ein Verachteter) und von dem Menschen (Männern)1 verlassen (fernbleibend/missachtet, ein von den Menschen Verlassener/Fernbleibender/Missachteter),ein Mensch (Mann) von Schmerzen (Leiden) und mit der Krankheit (dem Übel, dem Leiden) Vertrauter(von Krankheit Gedemütigter, mit Krankheit Gestrafter),2wie jemand, vor dem man das Gesicht verhüllt.3 Er war [ist] ein Verachteter4. Wir haben ihn nicht geschätzt (geachtet).

  1. Generisches Maskulinum
  2. In der wissenschaftlichen Literatur werden verschiedene sprachliche Deutungen des hebräischen Textes diskutiert (vgl. CDCH 147). Neben der von uns gewählten Übersetzung werden auch ידע II (demütigen) und ידע IV (strafen) vorgeschlagen. Beides ist aber nicht allgemein anerkannt.
  3. W. Und [er war] wie ein Verbergen der Gesichter (des Gesichts) vor ihm (uns). Wer Subjekt des Gesicht-Verbergens ist und ob er sein Gesicht vor »ihm«=dem Gottesknecht oder dem nicht identifizierten »uns« verbirgt, ist im heb. Text nicht ausgedrückt. Möglich wären die Deutungen: (a) Impersonal: Man verbirgt sein Gesicht vor ihm; (b) Wir verbergen unsere Gesichter vor ihm; (c) Gott verbirgt sein Gesicht vor ihm; (d) Er verbirg sein Gesicht vor uns. Rein sprachlich betrachtet am naheliegendsten - da dann das Fehlen eines expliziten Subjekts keiner ad-hoc-Erklärung bedarf - ist (a). Dass aber die Rede vom »Verbergen des Gesichtes« in der Bibel ein häufiges Idiom für den »Gnaden-Entzug JHWHs« ist (JHWH verbirgt sein Gesicht vor X = JHWH schaut X nicht mehr gnädig an; vgl. Friedman 1977, bes. 146f; s. auch FN u zu Ps 30,8), spricht für (c). Der Gottesknecht ist die »konzentrierte Gesichtsverbergung«; er wirkt wie der Inbegriff dessen, was das Gesichts-verbergen JHWHs mit sich bringt - nämlich Schmerzen, Krankheit, Missachtung und Geringschätzung. Die meisten Übersetzungen und Kommentare übersetzen so wie wir. (Ausnahmen: JPS 1985/1999 übersetzt: »As one who hid his face from us« und Buber: »wie wenn das Antlitz sich vor uns verbergen muß«.) Möglicherweise liegt hier eine Anspielung auf Aussatz vor. (Vgl. Berlin/Brettler 2005, S. 891; Lev 13,45ff.)
  4. Textkritik: eine Handschrift: »und wir haben ihn ausgeplündert«

4 Es ist wahr (sicherlich, jedoch, dennoch): Unsere Krankheiten – er hat sie getragen (unter unseren Krankheiten hat er gelitten, unsere Krankheiten hat er auf sich geladen); unsere Schmerzen (Leiden) – er hat sie gestemmt (ertragen, erduldet).12''Wir'' hielten ihn für geschlagen,für von Gott getroffen und gedemütigt (geplagt).

  1. In V. 4a-c finden sich einige sprachliche Auffälligkeiten. (1) Die Objekte unsere Krankheiten und unsere Leiden sind hier emphatisch (->Emphase) vorangestellt; (2) Sticho a steht ein redundantes Pronomen er, das so eigentlich schon in der Flexionsendung von er hat getragen enthalten wäre; streng wörtlich also: »Jedoch unsere Krankheiten: Er, er hat sie getragen«. (3) Ähnlich ist in Sticho b das unsere Leiden überflüssigerweise noch einmal enthalten in er hat sie ertragen - streng wörtlich also »unsere Leiden, sie hat er ertragen« - und (4) wird in Sticho c das wir ebenfalls durch ein redundantes Pronomen ausgedrückt; streng wörtlich also: »und wir, wir hielten ihn...«. Durch diese doppelte Hervorhebung von »unsere Krankheiten« und »unsere Leiden« und die Betonung von »er«, »sie« und »wir« wird sprachlich eine doppelte Gegensätzlichkeit markiert: (a) Die Tatsache, dass er nicht etwa seine, sondern unsere Leiden trug und (b) dass er sie selbst auf sich geladen hat, während wir dachten, er sei mit ihnen von Gott gestraft worden.Daher am sinngemäßesten etwas wie: »Dabei waren es unsere Krankheiten, die er auf sich geladen hat - unsere Leiden hat er erduldet! - während wir dachten, er sei von Gott geschlagen« (vgl. ähnlich Edel 1964, S. 128; Joachimsen 2011, S. 109-112; North 1964, S. 238f; Paul 2012, S. 404. Sehr gut die Üss. von Baltzer 1999 (»Fürwahr, unsere Krankheit hat jener getragen, / und unsere Leiden - er hat sie aufgeladen! / Wir aber haben ihn für einen gehalten...«) und North 1964 (»But ours were the sicknesses that he bore / ours the sorrows he carried; / while we supposed him stricken, / smitten by God, and afflicted.«).
  2. Matthäus 8,17

5 ''Er'' ist verwundet (durchbohrt)1 wegen (durch, in Folge) unseres Unrechts (Sünde, abtrünnigen Verhaltens),zerstört (verletzt, zerrüttet)2 wegen (durch, in Folge) unserer Vergehen (Schuld).Für unser Wohlergehen (Frieden, Heil) traf ihn unsere Züchtigung,3durch seine (bei seinen) Wunden gab es Heilung für uns4.5

  1. Textkritik: BHS, Baltzer 1999, S. 518 u.a. punktieren mit Aq und Tg Jes um von מְחֹלָל durchbohrt, verwundet nach מְחֻלָּל entweiht, da חלל II verwunden, durchbohren in der Regel die tödliche Verwundung meint, der Gottesknecht aber ja offensichtlich »lebend leidet.« MT ist beizubehalten; das Wort kann vereinzelt auch allgemein für das Verwunden stehen.
  2. »verletzt« nach Joachimsen 2011; Watts 1987; »zerrüttet« nach ZLH, S. 172.
  3. Wörtlich: »Die Züchtigung unseres Heils (Glücks, Friedens) auf ihm«. Textkritik: Torczyner 1912 hat sinnvoll vorgeschlagen, hier nach Ps 90,8 (dazu BHS) statt שלומנו für unser Heil zu lesen עלומינו für unsere (verborgenen) Sünden. Der Sticho wäre dann parallel nicht zu Sticho d, sondern zu den Stichos a.b. Nötig ist das allerdings nicht, weshalb man von dieser Maßnahme besser absehen sollte.
  4. Fast alle Kommentare und Übersetzungen deuten das Verben als impersonales Passiv: »es war Heilung, es gab Heilung« (gut K/D + Westermann 1966: »Durch seine Striemen ward uns Heilung«); vgl. Joachimsen 2011, S. 116f. Die meisten Übersetzungen umschreiben diesen Satz mit einer freieren Formulierung im Sinne von »durch seine Wunden wurden wir geheilt« (vgl. JPS 1985/1999); theoretisch wäre außerdem möglich: »an seinen Wunden wurde er für uns geheilt« (vgl. JPS 1917).
  5. 1 Petrus 2,24

6 Wir alle1 hatten uns verlaufen wie Schafe (Vieh),2jeder ging seinen eigenen Weg (in seine Richtung, in eine andere Richtung)3.Doch (und darum) JHWH lässt ihn treffen (bürdet ihm auf, bekämpft ihn mit)4 unserer aller Sünden (was wir alle verschuldet haben).

  1. Wir alle: »Wir« wird hier extra (unnötigerweise) gesetzt und zudem noch beschwert durch »wir alle«, um den Gegensatz zw. Sticho ab und Sticho c zu betonen: Dass JHWH unsere Sünden auf ihn treffen ließ, weil wir alle uns wie Schafe verlaufen hatten. Zusätzlich wird dies dadurch verstärkt, dass exakt das selbe Wort (כֻּלָּֽנוּ) - im hebräischen Text das erste des Verses - als letztes Wort des Verses noch einmal wiederholt wird: »die Sünden von uns allen«. Dorthinein spielt außerdem, dass Sticho 2 noch einmal emphatisch (->Emphase) das אִישׁ jeder dem Satz voransteht. Wollte man das im Dt. einigermaßen nachahmen, etwa so: »Wir, allesamt, hatten uns wie Vieh verlaufen; / jeder [von uns] lief in eine andere Richtung, / und auf ihn ließ Gott treffen die Sünden von uns allen«
  2. 1 Petrus 2,25
  3. Ehrlich 1912 und Paul 2012 wollen diesen Ausdruck nach Jes 56,11 als einen Ausdruck für »seinen eigenen materiellen Interessen nachgehen« deuten. Der Parallelismus macht aber deutlich, dass »jeder wendete sich (ging) auf seinem Weg« hier als ein alternativer Ausdruck für das »Umherirren« zu lesen ist, daher vielleicht näher am Sinn: »jeder lief in eine andere Richtung«.
  4. Vgl. Vers 12.

7 Er wurde getrieben (misshandelt) und ''er'' war gedemütigt (wurde gedemütigt, ließ sich demütigen, wurde geplagt, erniedrigte sich),und er öffnete seinen Mund nicht – wie das Schaf (Lamm) zum Schlachten gebracht wird, und wie ein Mutterschaf (Schaf) vor1 seinen Scherern verstummt. Und er öffnete seinen Mund nicht.2

  1. das hebräische Wort für »vor« (לִפְנֵי) hat bisweilen einen drohenden Unterton (vgl. z.B. Dahood 1965, S. 133f; Sabottka 1972, S. 32) und ist daher hier höchst treffend: Auch der Scherer wird als etwas Schreckliches für die Schafe dargestellt und kann daher sinnvoll mit der Schlachtung parallelisiert werden.
  2. Textkritik: Manche Exegeten vermuten, dass der letzte Sticho nicht ursprünglich ist, sondern als Schreibfehler (Dittographie) zu streichen ist, so z.B. BHS (»prb«), Box/Driver, Budde, Driver, Duhm, Giesebrecht, Haller, Kaiser, Lagarde, Marti, Stark, Volz u.a. Allerdings sind Wiederholungen in Deuterojesaja nicht selten, so dass das wohl nicht nötig ist (so auch North 1964, S. 229). Ohne die Verdoppelung wäre der Text zwar etwas sprachlich glatter, was aber bei diesem insgesamt sprachlich komplexen Text eher für die Ursprünglichkeit der Wiederholung sprechen dürfte.

8 Ohne [ordnungsgemäße] Verhaftung (Bedrängnis) und Verurteilung wurde er weggennommen (nach/durch Haft und Urteil wurde er fortgerafft; aus Bedrängnis und Verbrechen wurde er herausgeholt; aus dem Gefängnis und dem Gericht wurde er fortgeführt).1 Wer kümmert sich um seine Generation (wer denkt an sein Schicksal; bei seinen Zeitgenossen – wen kümmert es)2? Ach (dass er, denn) abgeschnitten (weggerrissen) wurde er vom Land der Lebenden.3Wegen des Unrechts meines (seines)4 Volkes wurde er geschlagen (erschlagen, verprügelt)5.

  1. Die Übersetzung dieses Verses wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Vgl. Childs 2001, S. 416 und Kraus 1990, S. 150. Die folgenden Deutungen sind theoretisch möglich: 1. Er wurde fortgerafft (starb), und zwar a) ohne Haft und Urteil, b) durch Haft und Strafe, oder c) nach Haft und Urteil. 2. Er wurde fortgeführt aus dem Gefängnis und aus dem Gericht. 3. Er wurde weggenommen (befreit, erlöst) aus Bedrängnis und strafbarem Verbrechen.
  2. Die wörtliche Übersetzung ist inhaltlich unklar. Es werden darum zwei verschiedene Arten diskutiert, diesen Vers anders zu deuten:1. »Wer denkt an sein Schicksal«: Hierzu muss man »Schicksal« als eine sonst unbelegte weitere Bedeutung von dôr postulieren (analog zu Akk. dûru and Arab dauru), so z.B. Blenkinsopp 2002, S. 345; Driver 1968, S. 95; Ehrlich 1912, S. 192 (!); Hermisson 1996, S. 8.9; Kaiser 1959, S. 85; North 1964, S. 230; Nyberg 1942, S. 53; Paul 2012, S. 102.408; Soggin 1975; Watts 1987.2. »Bei seinen Zeitgenossen – wen kümmert es«: Hier muss man entweder eine Textverderbnis annehmen oder אֶת als bei/neben übersetzen, was beides ebenfalls nicht unproblematisch ist.Die JPS 1985/1999 übersetzt: »Who could describe his abode?«
  3. Apostelgeschichte 8,32
  4. Textkritik: Die hebräischen Handschriften unterscheiden sich an dieser Stelle. Besser in den Kontext passt »seines Volkes« (NET Bible). Das bedeutet jedoch nicht, dass sie ursprünglich sein muss, da es sich um die leichter zu erklärende Lesart handelt.
  5. Textkritik: Wörtlich Wegen des Unrechts meines Volkes [war] ihm ein Schlag; ungrammatisch. Lies mit BHS, Blenkinsopp, Box/Driver, Driver, Duhm, Elliger, Hermisson, Paul, Schenker, Westermann, Whybry, Ziegler nach Syr, VUL, 1QIsaa statt נֶגַע ein Schlag besser נֻגַּע er wurde geschlagen und nach LXX statt לָֽמו ihm besser לַמָּוֶת zu Tode, also er wurde zu Tode geprügelt oder – wenn hyperbatisch gedeutet – er wurde schrecklich verprügelt.

9 Dann gab man1 ihm bei Frevlern2 sein Grab und (doch) bei einem Reichen3 nach seinem Tod4,5obwohl (weil)6 er keine Gewalttat verübt hatte und kein Betrug in seinem Mund war.7 8

  1. Textkritik: MT hat »er gab«; viele lesen daher statt וַיִּתֵּן er gab וַיֻּתַּן es wurde gegeben. Das ist unnötig, 3. Pers. sg. mask. kann im Hebräischen auch als impersonaler Singular verwendet werden: »Man gab...« (vgl. GKC §144d; Joachimsen 2011, S. 132; North 1964, S. 231; Soggin 1975, S. 348). Zum Sinn vgl. Barré 2000, S. 20: »V. 9ab meint nicht, dass der Knecht begraben worden wäre oder dass sein Grab gegraben worden wäre. Diese Bedeutung hat der Ausdruck ntn qeber nie. Es meint vielmehr, dass ein Grab (oder ein Begräbnisort) angelegt oder jemandem zugewiesen wird.«
  2. Ein nicht-standesgemäßes Begräbnis galt im Alten Israel als ein schwerer Fluch; das Begräbnis bei Frevlern stimmt also gut zusammen mit dem furchtbaren Leben des Gottesknechts; aus diesem Grund ist im hebräischen Text bei Frevlern auch emphatisch (->Emphase) vorangestellt.
  3. Viele Kommentare nehmen an dieser Stelle eine Text-Verderbnis an und schlagen verschiedene Konjekturen vor, z.B. »[Man gab ihm] sein Grabmal bei Übeltätern.« (Ehrlich 1912; Touzard 1920; Ziegler 1958, S. 174; zu weiteren Vertretern siehe Joachimsen 2011, S. 132). Hierüber gibt es jedoch keinen wissenschaftlichen Konsens (Childs 2001, S. 417). Eine Änderung wäre an dieser Stelle zwar aus inhaltlichen Gründen erfreulich, denn »Reiche« wurden in Felsengräbern begraben, »Frevler« entweder gar nicht oder mit Erdbegräbnis, so dass man nicht gleichzeitig bei »Frevlern und Reichen« begraben werden kann. Andererseits lässt sich dies aber textkritisch nicht belegen, und gerade bei wünschenswerten Eingriffen in den Text ist besondere Vorsicht geboten.
  4. Wörtlich: nach seinen Toden (Pl. von »Tod«); vermutlich (bedeutungsloser, in der hebräischen Poesie typischer) N-Shift; vgl. z.B. Alexander 1865, S. 301. Alternativ zu erklären als abstrakter Plural mit Sg.-Bedeutung (North 1964, S. 231); übersetze: »nach seinem Tod«. Textkritik: Viele wollen emendieren zu von בְּמֹתָיו nach seinem Tod zu בָּמָתוׂ sein Grabmal (BHS; Barré 2000; Barthélemy 1986, S. 400; Blenkinsopp 2002; Driver 1968, S. 95f; Ehrlich 1912; Paul 2012; Soggin 1975, S. 348; Westermann 1966; Ziegler 1958, S. 174)
  5. Matthäus 15,42
  6. Zu על mit dem Sinn »obwohl« vgl. noch Ijob 16,17 (North 1964, S. 231); Esra 10,2 (Paul 2012, S. 409); so fast alle Üss.
  7. 1 Petrus 2,22
  8. Offenbarung 14,5

10 Dennoch wollte JHWH seine Zerstörung, er ließ ihn leiden (krank werden).“ [Doch auch] wenn (weil, obwohl) du1 sein Leben als (er sein Leben als; er sich sich selbst als; er selbst eine; seine Seele eine) Schuldtilgung (Schuldopfer) einsetzt (eingesetzt hast/hättest),wird (würde) er Nachkommen sehen, wird (würde) er lange leben.Und (aber) was JHWH will, gelingt durch seine Hand (durch ihn)2.

  1. Statt »du« ließe sich auch »sie« übersetzen (so z.B. Barthélemy 1986; Delitzsch 1889; Edel 1964; Gentry 2007; LEB; Niccacci 2005; North 1964); dann: »Wenn seine Seele eine Schuldtilgung einsetzt«. Die meisten Exegeten nehmen eine Textverderbnis an und ändern entweder in »ihn« oder nehmen größere Änderungen am Text vor. Beides ist jedoch unnötig, wenn man den Wechsel der Sprecher von dem »Wir« zu JHWH bereits an dieser Stelle ansetzt (so Schmidt 2014, 227 und 232). Diese Lösung hat zwar die Schwierigkeit, dass der Name JHWH in Stichto d in der dritten Person steht, aber es gibt auch andere Bibelstellen mit demselben Phänomen (233, Fußnote 50). Inhaltliche Aussage ist dann: Auch wenn dieser Tod dir als Schuldtilgung zugute kommt, so sorgt JHWH dennoch für das Wohlergehen dieses seines Getreuen – und schenkt ihm somit trotz seines Todes neue Zukunft.
  2. Analog dem Akkadischen (vgl. CAD 13, S. 192) und dem Ugaritischen (vgl. Tropper § 82.411) fungiert das Hebräische בְּיָד oft nur als »verstärktes בְּ« (KBL3, S. 371) zum Ausdruck der Mediation; also ein stärkeres »durch ihn«.

11 Aus dem Elend (mehr als das Elend / die Mühe / das Leid; wegen des Elends; nach dem [Ende des] Elends) seines Lebens (seiner selbst, seiner Seele, seines innersten Elends) sieht er ([Licht])1,und satt (befriedigt) werden an seiner Erkenntnis (seinem Wissen).Der Gerechte (Rechtschaffene, im Recht), mein Getreuer,2 macht die Vielen gerecht (erklärt die Vielen für gerecht, gibt den Vielen recht)– und ihre Vergehen (Schuld, Schuldfolge): ''Er'' trägt sie.

  1. Die meisten Exegeten ergänzen nach 1QJesab, 4QJesd und LXX das Objekt »Licht«, einige aber nicht (z.B. Childs 2001, 409; Schmidt 2013, 227; Seeligmann 2004).
  2. Oder: »Er wird satt. In seiner Erkenntnis macht er gerecht, der Gerechte, mein Getreuer, für die Vielen.« Zu עַבְדִּי (mein Getreuer/Diener/Knecht) siehe die Fußnote in Jes52,13.

12 Deshalb (Ich verspreche)1 teile ich ihm ([Beute]2) zu unter den Vielen (gemeinsam mit Starken; ich teile ihm die Vielen/Starken [als Beute] zu; ich werde ihm … zuteilen)und mit Mächtigen (Zahlreichen) teilt er Beute (die Zahlreichen / Mächtigen teilt er als Beute; wird er … teilen),3dafür, dass (weil) er sein Leben in den Tod geleert (ausgegossen) hat4 und zu den Untreuen (Sündern, Abtrünnigen) gezählt wurde (sich zählte, sich zählen lassen hat).5 6Er, er hat den Vielen ihre Verfehlung abgenommen (auf sich genommen),7 8und für die Untreuen (Sünder, Abtrünnigen) ließ (lässt) er sich treffen (ließ/lässt er sich aufbürden; kämpft er; bittet er dringlich)9 10

  1. V. 12a wird eingeleitet mit einer Heilszusage; לָכֵן ist daher wohl am Besten so zu deuten, dass es diese Heilszusage nur markieren soll und nicht übersetzt werden muss (vgl. z.B. Paul 2012: »Assuredly, ...«)
  2. [Beute] - double-duty-Objekt (->Brachylogie) aus Sticho b; vgl. z.B. Dillmann 1898, S. 457
  3. Wir haben V. 12ab hier sehr wörtlich übersetzt (wie Schmidt 2013, 227; Childs 2001, 408). Möglich wären aber auch die folgenden Übersetzungen. (i) »Deshalb werde ich ihm die Beute gemeinsam mit den Starken zuteilen, und mit den Mächtigen wird er die Beute teilen« (so z.B. Alexander 1864; Baltzer 1999; Barré 2000; Blenkinsopp 2002; Dillmann 1898; Driver 1968; Edel 1964; Oswalt 1998; Smith 2009; Watts 1987; Westermann 1966) (ii) »Deshalb werde ich ihm Viele als Beute zuteilen, und Zahlreiche wird er als Beute teilen.« (so z.B. Ehrlich 1912; Joachimsen 2011; North 1964; Ziegler 1958) – Driver 1968, S. 102 emendiert von יְחַלֵּק er wird teilen nach יַחֲלּׂק er wird empfangen. Ziegler übersetzt so, ohne zu emendieren. Weil all diese Varianten gleich metaphorisch sind, ist die Entscheidung zwischen ihnen mehr oder weniger unmöglich (so auch Oswalt 1998, S. 405f). Paul 2012 bietet denn einfach beide Versionen aus dieser Fußnote in seiner Übersetzung an.
  4. »Leben ausgießen« ist ein hebräisches (auch: akkadisches) Idiom für »sterben« (vgl. Ps 141,8; Ges18, S. 1012; hier ist es zusätzlich erweitert durch »in den Tod«; sinngemäß also einfach: »Dafür, dass er den Tod auf sich genommen hat«
  5. Lukas 22,37
  6. Markus 15,28
  7. Matthäus 26,28
  8. 1 Petrus 2,24
  9. An dieser Stelle steht dasselbe Wort wie in Vers 6 (פָּגַע), das sowohl »angreifen« als auch »dringlich bitten« bedeuten kann. Vermutlich beschreibt es denselben Sachverhalt wie der vorangehende Sticho. Es steht in einer anderen Zeitstufe, was wohl ein (bedeutungsloser) T-Shift ist. Alternativ kann man den Vers so deuten, dass mit dem letzten Sticho ein neuer Gedanke in das Lied gebracht wird: Nicht nur hat der Gottesknecht die Sünden der Vielen auf sich genommen, sondern zusätzlich tritt er auch jetzt noch und immer (habituelles Yiqtol) für sie ein.
  10. Lukas 23,34

Chapter 58

7 Brichst du nicht1 dem Hungrigen dein Brot und führst den armen (unglücklichen) Heimatlosen ins Haus?Wenn du einen unbekleidet siehst, (bedecke ihn =) gib ihm etwas zum Anziehen und entziehe dich nicht deinem (Fleisch =) Angehörigen.

  1. Infinitiv absolutus, steht hier als Aufforderung und suggeriert eine bejahende Antwort, vgl. Carl Brockelmann, Hebräische Syntax, Neukirchen 1956, S. 54 (§ 54c)

8 Dann wird dein Licht hervorbrechen wie der Morgen und deine heilende Haut wird schnell nachwachsen1 und deine Gerechtigkeit wird vor dir her gehen und die Herrlichkeit JHWH s wird deinen Zug beschließen.

  1. Vgl. Brockelmann, a.a.O., S. 95)

9 Dann wirst du rufen und JHWH wird antworten;du wirst um Hilfe rufen und er wird sagen: Hier bin ich.Wenn du aus deiner Mitte wegschaffst (entfernst): das Jochholz,mit dem Finger zeigen und Böses reden;

10 wenn du den Hungrigen dein Herz1 finden lässt und die Seele2 des Gebeugten (Gedrückten) sättigst,dann wird dein Licht in der Finsternis hervorbrechen,und dein Dunkel wird sein wie die Mittagszeit (der Mittag).

  1. Hebr. näphäsch: der Sitz der Empfindungen und Gefühle, lat. animus, Gesenius, Wörterbuch z.St. (S. 514)
  2. Hebr. näphäsch: Bezeichnung desjenigen, was einen Menschen lebendig macht, Gesenius, Wörterbuch z.St. (S. 514)

11 Und JHWH wird dich ständig führen und deine Seele sättigen in der Verwüstung1 und deinen Körper2 rüstig machen.Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten,und wie ein Ort, wo Wasser quillt,dessen Wasser nicht (trügen =) versiegen.

  1. wörtl.: kahles, verbranntes Gelände = von Menschenhand verursachte Verwüstung, keine Wüste
  2. wörtl.: Gebein. „Häufig vertreten die Gebeine, als das Festeste, den ganzen Körper“, Gesenius, Wörterbuch z.St. (S. 611)

12 Und die uralten (ewigen) Trümmerstätten werden von dir aufgebaut werden,du wirst die (von Geschlecht zu Geschlecht =) altehrwürdigen Fundamente (Grundmauern) aufrichten.Und man wird dich nennen:Maurer1 der Lücken,Wiederhersteller2 der Pfade zum Wohnen (Bleiben)3.

  1. Partizip q.
  2. Partizip pi.
  3. Inf. constructus

Chapter 60

1 Richte dich auf (erhebe dich)1, [Zion]2, werde hell3,denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit JHWH s geht auf (bricht hervor) über dir.

  1. Imperativ
  2. Angeredet ist hier eine 2.Person Sg. fem. Aus dem Kontext (Jes 59,20) geht hervor, dass damit Zion (Jerusalem) angesprochen ist.
  3. Imperativ

2 Denn sieh(e):Die Dunkelheit bedeckt die Erde und Wolkendunkel (Dunkel) die Völker.Aber über dir geht auf JHWH und seine Herrlichkeit erscheint (sichtbar werden/ sein, sich zeigen) über dir.

3 Und die Völker werden kommen1 zu deinem Licht und die Könige zum Glanz (hellen Schein), der [über]2 dir aufgeht.

  1. Perfekt consecutivum, kann im Dt. als Präsens oder Futur wiedergegeben werden, vgl. Schneider, Grammatik, § 27.4. Der Kontext legt nahe, es hier als Futur wiederzugeben.
  2. Hier steht nicht die Präposition על wie in Vers 1b

4 Erhebe ringsum deine Augen und sieh: alle haben sich versammelt (wurden gesammelt) [und] kommen zu dir.Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter werden auf der Hüfte (Seite, Flanke) getragen werden.

5 Dann wirst du sehen und aufspringen und hüpfen, und dein Herz wird weit werden,dass (wenn) sich wenden wird zu dir der Reichtum des Meeres,das Vermögen der Völker zu dir kommen wird.

6 Die Menge der Kamele wird dich bedecken,die jungen Kamelhengste Midians und Efas1,alle werden aus Saba kommen,Gold und Weihrauch werden sie tragen und Lobpreis (Lobgesang, Ruhm) JHWH s werden sie verkündigen.

  1. vgl. Gen 25,4, wo Efa als Sohn Midians genannt wird - midianitische Gegend

Chapter 66

18 Und ich [kenne] ihre Werke (Taten) und ihre Gedanken und ich kam um zu versammeln alle Völker und Zungen (Sprachen) und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen.