reltext

Chapter 4

1 1 Boas aber ging ins Tor2 hinauf und setzte sich dort hin. Und, siehe da!,3 der Löser4 kam vorüber, von dem Boas gesprochen hatte. Da sagte er: „Bieg ab!5 Setz dich hier irgendwo hin (setz dich hier hin, Soundso)!“6 Und dieser bog ab und setzte sich hin.

Original Hebrew

וּ/בֹ֨עַזו/ב֨עזוּ/בֹעַזו/בעזu./Vo.'azand/ BoazH9002H1162GHC+Npm
עָלָ֣העל֣העָלָהעלה'a.Lahhe went upH5927GHVqp3ms
הַ/שַּׁעַר֮ה/שער֮הַ/שַּׁעַרה/שערha./sha.'Arthe/ gateH9009H8179GHTd+Ncmsa
וַ/יֵּ֣שֶׁבו/י֣שבוַ/יֵּשֶׁבו/ישבva/i.Ye.shevand/ he sat downH9001H3427Hc+Vqw3ms
שָׁם֒שם֒שָׁםשםshamthereH8033GHD
וְ/הִנֵּ֨הו/הנ֨הוְ/הִנֵּהו/הנהve./hi.Nehand/ there!H9002H2009HC+Tj
הַ/גֹּאֵ֤לה/גא֤להַ/גֹּאֵלה/גאלha./go.'Elthe/ kinsman-redeemerH9009H1350AHTd+Vqrmsa
עֹבֵר֙עבר֙עֹבֵרעבר'o.Ver[was] passing byH5674AHVqrmsa
אֲשֶׁ֣ראש֣ראֲשֶׁראשר'a.SherwhomH0834AHTr
דִּבֶּר\־דבר\דִּבֶּר\־דבר\di.ber-he had spokenH1696G\H9014HVpp3ms
בֹּ֔עַזב֔עזבֹּעַזבעזBo.'azBoazH1162GHNpm
וַ/יֹּ֛אמֶרו/י֛אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
ס֥וּרָ/הס֥ור/הסוּרָ/הסור/הSu.ra/hturn aside/ !H5493IH9012HVqv2ms+Sh
שְׁבָ/ה\־שב/ה\שְׁבָ/ה\־שב/ה\she.va/h-sit/ !H3427H9012\H9014HVqv2ms+Sh
פֹּ֖הפ֖הפֹּהפהpohhereH6311HD
פְּלֹנִ֣יפלנ֣יפְּלֹנִיפלניpe.lo.Nia certain oneH6423HNcmsc
אַלְמֹנִ֑יאלמנ֑יאַלְמֹנִיאלמני'al.mo.Nia certain oneH0492HNcmsa
וַ/יָּ֖סַרו/י֖סרוַ/יָּסַרו/יסרva/i.Ya.sarand/ he turned asideH9001H5493IHc+Vqw3ms
וַ/יֵּשֵֽׁב\׃ו/ישב\וַ/יֵּשֵֽׁב\׃ו/ישב\va/i.ye.Shevand/ he sat downH9001H3427\H9016Hc+Vqw3ms
  1. [Status: Zuverlässig]
  2. ins Tor - Mit dem „Tor“ ist in biblischen Texten nicht nur die Tür gemeint, die das Innere einer Stadt vom Äußeren einer Stadt abgrenzt, sondern ein größerer Platz, der im Alten Israel die selbe Funktion hatte wie z.B. die griechische Agora: Ein Versammlungsplatz, auf dem Handel getrieben wurde, auf dem die städtische Selbstverwaltung „tagte“ und wo - bes. wichtig für unsere Stelle - v.a. auch Recht gesprochen wurde. Das kleine Dorf Betlehem hatte wahrscheinlich überhaupt keine Tore; dass „Boas zum Tor geht“, ist wohl eine Anspielung auf Dtn 25,7.
  3. siehe da! - Wie in Rut 2,4 (s. FN m) drückt auch hier das „siehe da!“ aus, dass überraschenderweise genau das richtige passiert. Gut daher OEB: „Just then the [Löser] came along“; „Und zufällig kam just in diesem Moment auch der Löser vorbei...“
  4. Löser - Zum „Löser“ s. die Anmerkungen.
  5. Bieg ab - nämlich auf die Seite zu den auf dem Torplatz stehenden Bänken. Die meisten Üss. übersetzen sinnvoll: »Komm her!«; am besten EÜ, HfA, NL: »Komm herüber!«
  6. irgendwo hin (hier hin, Soundso) - Umstrittener Ausdruck. In der LF sollte er am Besten mit HfA, NL u.a. Üss. ausgespart werden, da er sich nicht wirklich erklären lässt.W. etwa „bestimmt stumm“. Der Ausdruck findet sich sonst nur noch zweimal in der Bibel und steht dort für einen nicht näher spezifizierten Ort (s. 1 Sam 21,3; 2 Kön 6,8). Vergleichbar ist eine Passage im ägyptischen Archivdokument 17.2, wo in einem Streitgespräch zweier Schreiber der erste den zweiten mit „du leerer, sinnloser Name!“ beschimpft und der zweite Schreiber den ersten mit „Du Wer-ist-es“ beleidigt. Schon LXX, und VL verstanden entsprechend auch hier das peloni almoni („irgendwo / Soundso“) als Bezeichnung des Lösers und übersetzen ho deina („der So-und-So“, so einige LXX-Mss), kruphie („du Verborgener“, so andere LXX-Mss) oder quicumque es („wer auch immer du bist“, VL). Dem folgend wird dann auch hier in allen modernen Kommentaren und Übersetzungen das peloni almoni so verstanden, dass damit der Löser bezeichnet, sein Name aber aus irgendeinem Grund verschwiegen werden solle: „Der und der“, „So-und-so“; „Herr Dingsbums“ (Hajek 1962, S. 77), „mein Lieber“ (diese häufige Übersetzung soll eine freie Übersetzung dieses „So-und-so“ sein, die schwerlich zu rechtfertigen ist). Der Grund dafür ist dann ganz rätselhaft; warum er den Löser gleich zur Eröffnung des Gesprächs beleidigen sollte, ist nicht einzusehen. Man hat also nach anderen Erklärungen zu suchen.Knight/Levine 2011, S. 115 und Sasson 2012, S. 255f. haben daher kürzlich geleitet von 1 Sam 21,3; 2 Kön 6,8 vorgeschlagen, dass man auch hier den Ausdruck besser als Ortsbezeichnung verstehen und daher besser mit „hier irgendwo“ übersetzen solle; in Ermangelung eines anderen Vorschlags haben wir dies als Primärübersetzung angegeben.

2 Dann nahm [Boas] sich zehn Männer von den Ältesten1 der Stadt und sagte: „Setzt euch hier hin!“ Und sie setzten sich.

Original Hebrew

וַ/יִּקַּ֞חו/יק֞חוַ/יִּקַּחו/יקחva/i.yi.Kachand/ he tookH9001H3947GHc+Vqw3ms
עֲשָׂרָ֧העשר֧העֲשָׂרָהעשרה'a.sa.RahtenH6235HNcfsa
אֲנָשִׁ֛יםאנש֛יםאֲנָשִׁיםאנשים'a.na.ShimmenH0582HNcmpa
מִ/זִּקְנֵ֥ימ/זקנ֥ימִ/זִּקְנֵימ/זקניmi./zik.Neifrom/ [the] elders ofH9006H2205GHR+Aampc
הָ/עִ֖ירה/ע֖ירהָ/עִירה/עירha./'Irthe/ cityH9009H5892BHTd+Ncfsa
וַ/יֹּ֣אמֶרו/י֣אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
שְׁבוּ\־שבו\שְׁבוּ\־שבו\she.vu-sitH3427\H9014HVqv2mp
פֹ֑הפ֑הפֹהפהFohhereH6311HD
וַ/יֵּשֵֽׁבוּ\׃ו/ישבו\וַ/יֵּשֵֽׁבוּ\׃ו/ישבו\va/i.ye.She.vuand/ they sat downH9001H3427\H9016Hc+Vqw3mp
  1. zehn Männer von den Ältesten der Stadt - gemeint sind nicht die ältesten Bürger der Stadt, sondern Familienoberhäupter, die im Alten Israel in derartigen Fällen als eine Art Schöffen fungierten. „Die Zehnzahl ist symbolisch zu verstehen, zumindest gibt es keine Bestimmungen in den Gesetzen des AT, die vorschreiben würden, daß ein Gericht mit genau 10 Ältesten besetzt sein muß. Die Zehnzahl unterstreicht vielmehr die Vollständigkeit des Gerichts am Tor. Boas Vorgehen ist ‚lupenrein‘ und ohne ‚Verfahrensfehler‘ [...].“ (Frevel 1992, S. 129).

3 Dann sagte er zum Löser: „[Das] Feldstück,1 das unserem Bruder2, dem Elimelech, [war (gehörte)], verkauft3 Noomi, die zurückgekehrt ist aus {dem Gebiet von} (dem Feld von)4 Moab.

Original Hebrew

וַ/יֹּ֙אמֶר֙ו/י֙אמר֙וַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
לַ/גֹּאֵ֔לל/גא֔ללַ/גֹּאֵלל/גאלla./go.'Elto the/ kinsman redeemerH9005H1350AHRd+Vqrmsa
חֶלְקַת֙חלקת֙חֶלְקַתחלקתchel.Kat[the] portion ofH2513AHNcfsc
הַ/שָּׂדֶ֔הה/שד֔ההַ/שָּׂדֶהה/שדהha./sa.Dehthe/ fieldH9009H7704GHTd+Ncmsa
אֲשֶׁ֥ראש֥ראֲשֶׁראשר'a.SherwhichH0834AHTr
לְ/אָחִ֖י/נוּל/אח֖י/נולְ/אָחִי/נוּל/אחי/נוle./'a.Chi./nu[belonged] to/ brother/ ourH9005H0251HH9025HR+Ncmsc+Sp1bp
לֶ/אֱלִימֶ֑לֶךְל/אלימ֑לךלֶ/אֱלִימֶלֶךְל/אלימלךle./'e.li.Me.lekhto/ ElimelechH9005H0458HR+Npm
מָכְרָ֣המכר֣המָכְרָהמכרהma.khe.Rahshe has soldH4376HVqp3fs
נָעֳמִ֔ינעמ֔ינָעֳמִינעמיno.'o.MiNaomiH5281HNpf
הַ/שָּׁ֖בָהה/ש֖בההַ/שָּׁבָהה/שבהha./Sha.vahwho/ <she> returnedH9009H7725GHTd+Vqp3fs
מִ/שְּׂדֵ֥המ/שד֥המִ/שְּׂדֵהמ/שדהmi./se.Dehfrom/ [the] region ofH9006H7704GHR+Ncmsc
מוֹאָֽב\׃מואב\מוֹאָֽב\׃מואב\mo.'AvMoabH4124G\H9016HNpl
  1. Feldstück - s. zum Begriff FN e zu Rut 2,2.
  2. Bruder - Hier im Sinne von »Verwandter«; dass gerade »Bruder« verwendet wird, ist wahrscheinlich eine Anspielung auf Dtn 25,5 (vgl. z.B. Fischer 2001, S. 158; Zakovitch 1999 S. 154).
  3. verkauft - »Verkaufen« trifft die Rechtslage nicht gut, denn Land war im Alten Israel eigentlich nur für eine begrenzte Zeit »verkäuflich« und würde dann wieder an die Familie zurückfallen, die es verkauft hat (vgl. z.B. Lipiński 1976, S. 126; ThWAT IV, S. 871). Strenggenommen müsste man hier mit »verpfänden« o.Ä. übersetzen, doch würde das die LF wohl nur unnötig verkomplizieren; auch fast alle neueren Üss. übersetzen daher mit »verkaufen«.
  4. {dem Gebiet von} (dem Feld von) - Zum Ausdruck s. FN e zu Rut 1,1.

4 Und ich habe gesagt ([mir] gedacht),1 ich will dir folgendes zu Gehör bringen:2 Kaufe [es] in Gegenwart der Sitzenden und in Gegenwart der Ältesten meines Volkes3 - wenn du lösen willst, dann löse.4 Wenn aber niemand lösen will (wenn du aber nicht lösen willst),5 dann verrate es mir, damit ich es weiß! Denn [es ist (es gibt)] niemanden außer dir, der lösen [könnte]. Und ich [bin (komme)] nach dir.“Da sagte er: „Ich will lösen“.

Original Hebrew

וַ/אֲנִ֨יו/אנ֨יוַ/אֲנִיו/אניva./'a.Niand/ IH9002H0589HC+Pp1bs
אָמַ֜רְתִּיאמ֜רתיאָמַרְתִּיאמרתי'a.Mar.tiI saidH0559HVqp1cs
אֶגְלֶ֧האגל֧האֶגְלֶהאגלה'eg.LehI will uncoverH1540HHVqi1cs
אָזְנְ/ךָ֣אזנ/ך֣אָזְנְ/ךָאזנ/ך'a.ze.ne./Khaear/ yourH0241IH9021HNcfsc+Sp2ms
לֵ/אמֹ֗רל/אמ֗רלֵ/אמֹרל/אמרle./Mor<to>/ sayingH9005H0559HR+Vqcc
קְ֠נֵהק֠נהקְנֵהקנהKe.nehacquire [it]H7069HVqv2ms
נֶ֥גֶדנ֥גדנֶגֶדנגדNe.gedbeforeH5048HAcmsc
הַֽ/יֹּשְׁבִים֮ה/ישבים֮הַֽ/יֹּשְׁבִיםה/ישביםhai./yo.she.Vimthe/ [ones] sittingH9009H3427HTd+Vqrmpa
וְ/נֶ֣גֶדו/נ֣גדוְ/נֶגֶדו/נגדve./Ne.gedand/ beforeH9002H5048HC+Acmsc
זִקְנֵ֣יזקנ֣יזִקְנֵיזקניzik.Nei[the] elders ofH2205GHAampc
עַמִּ/י֒עמ/י֒עַמִּ/יעמ/י'a.M/ipeople/ myH5971AH9020HNcmsc+Sp1bs
אִם\־אם\אִם\־אם\'im-ifH0518A\H9014HTc
תִּגְאַל֙תגאל֙תִּגְאַלתגאלtig.'Alyou will redeemH1350AHVqi2ms
גְּאָ֔לגא֔לגְּאָלגאלge.'AlredeemH1350AHVqv2ms
וְ/אִם\־ו/אם\וְ/אִם\־ו/אם\ve./'im-and/ ifH9002H0518A\H9014HC+Tc
לֹ֨אל֨אלֹאלאlo'notH3808HTn
יִגְאַ֜ליגא֜ליִגְאַליגאלyig.'Alhe will redeemH1350AHVqi3ms
הַגִּ֣ידָ/ההג֣יד/ההַגִּידָ/ההגיד/הha.Gi.da/htell/ !H5046H9012HVhv2ms+Sh
לִּ֗/יל֗/ילִּ/יל/יL/ito <the>/ meH9005H9030HRd+Sp1bs
וְ/אֵֽדְעָה֙ו/אדעה֙וְ/אֵֽדְעָהו/אדעהve./'e.da'so/ let me knowH9002H3045HC+Vqc1cs
כִּ֣יכ֣יכִּיכיkithatH3588AHTc
אֵ֤יןא֤יןאֵיןאין'einthere notH0369HNcmsc
זוּלָֽתְ/ךָ֙זולת/ך֙זוּלָֽתְ/ךָזולת/ךzu.la.te./Khaexcept/ youH2108H9031HNcfsc+Sp2ms
לִ/גְא֔וֹלל/גא֔וללִ/גְאוֹלל/גאולli/g.'ol[is] to/ redeemH9005H1350AHR+Vqcc
וְ/אָנֹכִ֖יו/אנכ֖יוְ/אָנֹכִיו/אנכיve./'a.no.Khiand/ IH9002H0595HC+Pp1bs
אַחֲרֶ֑י/ךָאחר֑י/ךאַחֲרֶי/ךָאחרי/ך'a.cha.Rei./kha[am] after/ youH0310AH9031HAcmpc+Sp2ms
וַ/יֹּ֖אמֶרו/י֖אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
אָנֹכִ֥יאנכ֥יאָנֹכִיאנכי'a.no.KhiIH0595HPp1bs
אֶגְאָֽל\׃אגאל\אֶגְאָֽל\׃אגאל\'eg.'AlI will redeemH1350A\H9016HVqi1cs
  1. gesagt ([mir] gedacht) - Meist übersetzt als »Ich habe mir gedacht«; naheliegender aber: Frauen wurden im Alten Israel vor Gericht in der Regel durch Männer vertreten; Boas - der ja ganz offensichtlich im Namen von Noomi handelt - gibt also wohl hier kund, dass er ihr diese Rechtsvertretung zugesichert habe: »Ich habe ihr versprochen, dir folgendes zu Gehör zu bringen: ...«
  2. zu Gehör bringen - Heb. Idiom, s. z.B. 1 Sam 20,2.12f. Außer in Ijob 36,10.15 steht es stets für Privatmitteilungen: Was Boas hier verkünden will, ist speziell für die Ohren des Löser bestimmt, da eben dieser und kein anderer der Löser ist (s. Anmerkungen).
  3. der Sitzenden und der Ältesten meines Volkes - Wahrscheinlich entspr. der Interpretation von SLT zu verstehen: »In Gegenwart der hier sitzenden Bürger (die sich inzwischen neugierig am Verhandlungsort niedergelassen haben) und der Ältesten meines Volkes«.Genauer: Nach V. 2 müsste sich schon »die Sitzenden« auf die Ältesten beziehen; hier scheinen aber mit den »Sitzenden« und den »Ältesten« zwei us. Gruppen gemeint zu sein. Zakovitch 1999, S. 156 denkt daher, das »und« sei hier als ein sog. Waw explicativum zu verstehen und man müsste übersetzen: »in Gegenart der [hier] Sitzenden, nämlich in Gegenwart der Ältesten meines Volkes«, und Campbell 1975, S. 145 denkt, die »Sitzenden« meine die zehn Ältesten, die Boas sich in V. 2 »genommen« hat, die »Ältesten« dagegen sämtliche Älteste Bethlehems, die hier durch die zehn ausgewählten Ältesten repräsentiert seien. Diese sämtlichen Ältesten sind hier aber eben nicht anwesend und daher nicht gut mit dem »in Gegenart von« vereinbar und die Deutung als Waw explicativum ist wegen der Wiederholung des neged (»in Gegenwart von«) nicht gut möglich, daher meint »die Sitzenden« wohl das übrige Volk, das sich mittlerweile im Tor niedergelassen hat und das später noch in Aktion treten wird.
  4. wenn du lösen willst, dann löse - Der Nachsatz hat offenbar die Funktion, den »Kauf« des Lösers speziell als »Lösung« zu bestimmen, nämlich als pflichtgemäße Inanspruchnahme des Vorverkaufsrechts (s. die Anmerkungen). Einfacher also z.B. nach NL: »Wenn du das Land auslösen willst, dann kaufe es jetzt in der Gegenwart ... . Wenn du es jedoch nicht auslösen willst ...«
  5. Textkritik: Wenn aber niemand lösen will (wenn du aber nicht lösen willst) - Die besten Handschriften haben hier das Verb in der 3. Pers. Sg.: »Wenn er nicht lösen will«. Viele heb. Handschriften, LXX, VUL und Tg korrigieren daher zu 2. Pers. Sg. und dem folgen alle modernen Üss. und Kommentare: »Wenn du nicht lösen willst«. Wie aber die 3.-Pers.-Version als Schreibfehler entstanden sein sollte, ist nicht erklärlich und daher wahrscheinlich doch die ursprüngliche Version; BHQ belässt daher auch diese Version, die dann mit Niccacci 1995, S. 97 und schon Ibn Ezra als impersonale Konstruktion erklärt werden muss: »Wenn er nicht lösen will« = »Wenn niemand lösen will«.Diese Deutung ist sogar effektvoller: Die Lösung wird fast völlig in die Verantwortung des Lösers gestellt, »es gibt niemand außer ihm, der lösen könnte« (4b); die Alternative dazu, dass der Löser löst, ist also, dass »niemand löst« (4a). Die Formulierung schlägt offenbar in die selbe Kerbe, in die auch der Ausdruck »zu Gehör bringen« schlägt (s.o.): Es ist speziell der Löser, der hier in Verantwortung steht. Und erst ganz am Ende seiner langen Rede zeigt Boas eine weitere Alternative auf, die im heb. Text nur aus zwei Worten besteht: »Und-ich nach-dir«. Boas will den Löser anscheinend durch diese Formulierung geradezu zur Zusage »verführen«.

5 Da sagte Boas: „An dem Tag, an dem du das Feld von Noomi kaufst, kaufst1 du auch die (kaufe ich die, kaufst du es auch von der, kaufe ich es von der) Moabiterin Rut,2 die Frau des Toten, um den Namen des Toten auf seinem Erbbesitz [wieder] aufzurichten.“3

Original Hebrew

וַ/יֹּ֣אמֶרו/י֣אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
בֹּ֔עַזב֔עזבֹּעַזבעזBo.'azBoazH1162GHNpm
בְּ/יוֹם\־ב/יום\בְּ/יוֹם\־ב/יום\be./yom-on/ [the] dayH9003H3117G\H9014HR+Ncmsc
קְנוֹתְ/ךָ֥קנות/ך֥קְנוֹתְ/ךָקנות/ךke.not./Chaacquiring/ youH7069H9041HVqcc+Sp2ms
הַ/שָּׂדֶ֖הה/שד֖ההַ/שָּׂדֶהה/שדהha./sa.Dehthe/ fieldH9009H7704GHTd+Ncmsa
מִ/יַּ֣דמ/י֣דמִ/יַּדמ/ידmi./Yadfrom/ [the] hand ofH9006H3027GHR+Ncbsc
נָעֳמִ֑ינעמ֑ינָעֳמִינעמיno.'o.MiNaomiH5281HNpf
וּ֠/מֵ/אֵתו֠/מ/אתוּ/מֵ/אֵתו/מ/אתU./me./'etand/ from/ withH9002H9006H0854HC+R+R
ר֣וּתר֣ותרוּתרותrutRuthH7327HNpf
הַ/מּוֹאֲבִיָּ֤הה/מואבי֤ההַ/מּוֹאֲבִיָּהה/מואביהha./mo.'a.vi.Yahthe/ Moabite [woman]H9009H4125HTd+Ngfsa
אֵֽשֶׁת\־אשת\אֵֽשֶׁת\־אשת\'e.shet-[the] wife ofH0802H\H9014HNcfsc
הַ/מֵּת֙ה/מת֙הַ/מֵּתה/מתha./Metthe/ dead [man]H9009H4191HTd+Vqrmsa
קָנִ֔יתָהקנ֔יתהקָנִיתָהקניתהka.ni.tiyou have acquiredH7069HVqp2ms
לְ/הָקִ֥יםל/הק֥יםלְ/הָקִיםל/הקיםle./ha.Kimto/ raise upH9005H6965IHR+Vhcc
שֵׁם\־שם\שֵׁם\־שם\shem-[the] name ofH8034\H9014HNcmsc
הַ/מֵּ֖תה/מ֖תהַ/מֵּתה/מתha./Metthe/ dead [man]H9009H4191HTd+Vqrmsa
עַל\־על\עַל\־על\'al-overH5921A\H9014HR
נַחֲלָתֽ/וֹ\׃נחלת/ו\נַחֲלָתֽ/וֹ\׃נחלת/ו\na.cha.la.T/oinheritance/ hisH5159H9023\H9016HNcfsc+Sp3ms
  1. kaufst - Dass nach der Primärübersetzung Rut anscheinend das Objekt eines »Kaufs« ist, ist unproblematisch; es ist dies ein bloß stilistisches Phänomen: Weil auch zuvor von »kaufen« die Rede ist, wird hier das »normalerweise« verwendete Verb (z.B.: »heiraten«) an das vorige Verb angeglichen (vgl. bes. Weiss 1964, S. 247f.; z.B. auch Campbell 1975, S. 147; Levine 1983, S. 101f.). Im Deutschen ist eine wörtliche Übersetzung nicht möglich. Am besten wohl wieder HfA: »Wenn du von Noomi das Grundstück erwirbst, musst du auch die Moabiterin Ruth heiraten.«
  2. kaufst du auch die (kaufe ich die, kaufst du es auch von der, kaufe ich es von der) Moabiterin Rut - Die schwierigste und umstrittenste Stelle im Rutbuch. Wahrscheinlich ist sie so zu verstehen: Aus irgendeinem Grund ist die »Lösung« von Elimelechs Feld rechtlich gekoppelt an die »Schwagerehe« des Lösenden mit Rut (zu beidem s. die Anmerkungen). Und unter diesen Umständen - s. den nächsten Vers - ist der Löser nicht mehr zur Lösung bereit.Genauer: Der heb. Text liegt in zwei Versionen vor: (1) »kaufe ich es von der Moabiterin Rut«, (2) »kaufst du es auch von der Moabiterin Rut«. Da beide Versionen mit »von« nicht viel Sinn zu machen scheinen, wird meist der Text ume´et (»(und) von«) geändert (=&gt; Textkritik) zu we´et oder gam et (»(auch) die«). U.U. ist für diese Deutung auch gar keine Textänderung nötig, vgl. z.B. Bush 1996, S. 217; Campbell 1975, S. 146; Korpel 2011, S. 2. Weitere mögliche Übersetzungen sind dann daher (3) »kaufe ich/habe ich die Moabiterin Rut gekauft« und (4) »kaufst du auch die Moabiterin Rut«. Das ergibt vier mögliche Übersetzungen; einen fünften Vorschlag hat Holmstedt 2010 gemacht: # »An dem Tag, an dem du das Feld von Noomi kaufst, kaufe ich es von der Moabiterin Rut, der Frau des Toten« # »An dem Tag, an dem du das Feld von Noomi kaufst, kaufst du es auch von der Moabiterin Rut, der Frau des Toten« # »An dem Tag, an dem du das Feld von Noomi kaufst, kaufe ich/habe ich gekauft die Moabiterin Rut, die Frau des Toten« # »An dem Tag, an dem du das Feld von Noomi kaufst, kaufst du auch die Moabiterin Rut, die Frau des Toten« # »An dem Tag, an dem du das Feld von Noomi und von der Moabiterin Rut kaufst, kaufe ich die Frau des Toten« (1) und (2) ergeben nicht viel Sinn, weshalb ja auch in der Regel der Text geändert wird. Holmstedt 2010 muss für Deutung (5) die Akzente des heb. Textes sowie die Tatsache, dass zwei unterschiedliche Präpositionen vor »Noomi« und »Rut« verwendet werden, ignorieren. Bleiben daher als ernstzunehmende Alternativen (3) und (4).Die rechtlichen Zusammenhänge erschließen sich uns nicht mehr vollständig (s. Anmerkungen), daher muss eine Argumentation zunächst einmal unabhängig von diesen Hintergründen laufen. Für (4) sprechen dann zwei Dinge: Erstens ist nur nach dieser Deutung die in Rut 3,13 erwähnte Option, der Löser könne Rut »lösen«, eine reale Option, die auch in Rut 4 eine Rolle spielt (so richtig Zenger 1986, S. 83). Und zweitens und wichtiger: In Rut 4 wird mehrfach deutlich die Textstelle Dtn 25,5-10 zitiert (s. FNn a.h.p), in der von der Verweigerung der Schwagerehe die Rede ist (dazu s. die Anmerkungen). Wenn hier aber der Löser gar nicht die Option hätte, die Schwagerehe mit Rut einzugehen, weil Boas Rut für sich beansprucht oder die Schwagerehe gar schon vollzogen hat, macht diese Zitation keinen Sinn. Der Text ist also sehr wahrscheinlich wie oben gesagt zu verstehen und es ist dies ohnehin die häufigste Übersetzung des Verses.
  3. um den Namen des Toten auf seinem Erbbesitz aufzurichten - Ein Zitat von Dtn 25,7; zu den Hintergründen s. die Anmerkungen. Eine sinngemäße Übersetzung wäre etwas wie „damit der Erbbesitz des Verstorbenen in seiner Familie bleibt“ (ähnlich HfA).

6 Da sagte der Löser: „Ich vermag [es] nicht, {für mich}1 zu lösen, sonst verdürbe ich [ja] meinen [eigenen] Erbbesitz. Löse du {für dich} das [eigentlich] von mir zu Lösende, denn ich vermag es nicht, zu lösen.“

Original Hebrew

וַ/יֹּ֣אמֶרו/י֣אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
הַ/גֹּאֵ֗לה/גא֗להַ/גֹּאֵלה/גאלha./go.'Elthe/ kinsman-redeemerH9009H1350AHTd+Vqrmsa
לֹ֤אל֤אלֹאלאlo'notH3808HTn
אוּכַל֙אוכל֙אוּכַלאוכל'u.KhalI am ableH3201HVqi1cs
לִ/גְאָלל/גאללִ/גְאָלל/גאלli/g.'ol-to/ redeem [it]H9005H1350AHR+Vqcc
לִ֔/יל֔/ילִ/יל/יl/ifor <the>/ myselfH9005H9030HRd+Sp1bs
פֶּן\־פן\פֶּן\־פן\pen-lestH6435\H9014HTc
אַשְׁחִ֖יתאשח֖יתאַשְׁחִיתאשחית'ash.ChitI should ruinH7843HVhi1cs
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
נַחֲלָתִ֑/ינחלת֑/ינַחֲלָתִ/ינחלת/יna.cha.la.T/iown inheritance/ myH5159H9020HNcfsc+Sp1bs
גְּאַל\־גאל\גְּאַל\־גאל\ge.'al-redeemH1350A\H9014HVqv2ms
לְ/ךָ֤ל/ך֤לְ/ךָל/ךle./Khafor <the>/ yourselfH9005H9031HRd+Sp2ms
אַתָּה֙אתה֙אַתָּהאתה'a.TahyouH0859AHPp2ms
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
גְּאֻלָּתִ֔/יגאלת֔/יגְּאֻלָּתִ/יגאלת/יge.'u.la.T/iright of redemption/ myH1353H9020HNcfsc+Sp1bs
כִּ֥יכ֥יכִּיכיkiforH3588AHTc
לֹא\־לא\לֹא\־לא\lo'-notH3808\H9014HTn
אוּכַ֖לאוכ֖לאוּכַלאוכל'u.KhalI am ableH3201HVqi1cs
לִ/גְאֹֽל\׃ל/גאל\לִ/גְאֹֽל\׃ל/גאל\li/g.'Olto/ redeem [it]H9005H1350A\H9016HR+Vqcc
  1. tFN: {für mich} + {für dich} - Sog. Dativi ethici; in einer dt. Üs. zu ignorieren.

7 In Israel [war (galt)] früher dies bezüglich Lösung und Tauschgeschäft,1 um irgendetwas2 Gültigkeit zu verleihen: Man zog seinen Schuh aus und gab ihn dem anderen (man zog seinen seinen Schuh aus und gab ihn einander). Und dies [war (galt)] [dann] in Israel [als] Bezeugung.3

Original Hebrew

וְ/זֹאת֩ו/זאת֩וְ/זֹאתו/זאתve./zoTand/ thisH9002H2063HC+Tm
לְ/פָנִ֨יםל/פנ֨יםלְ/פָנִיםל/פניםle./fa.Nim<to>/ beforeH9005H6440GHR+Ncmpa
בְּ/יִשְׂרָאֵ֜לב/ישרא֜לבְּ/יִשְׂרָאֵלב/ישראלbe./Yis.ra.'El[was] in/ IsraelH9003H3478HR+Npl
עַל\־על\עַל\־על\'al-onH5921A\H9014HR
הַ/גְּאוּלָּ֤הה/גאול֤ההַ/גְּאוּלָּהה/גאולהha./ge.'u.Lahthe/ redemptionH9009H1353HTd+Ncfsa
וְ/עַל\־ו/על\וְ/עַל\־ו/על\ve./'al-and/ onH9002H5921A\H9014HC+R
הַ/תְּמוּרָה֙ה/תמורה֙הַ/תְּמוּרָהה/תמורהha./te.mu.Rahthe/ exchangeH9009H8545HTd+Ncfsa
לְ/קַיֵּ֣םל/קי֣םלְ/קַיֵּםל/קיםle./kai.Yemto/ confirmH9005H6965IHR+Vpcc
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-everyH3605\H9014HNcmsc
דָּבָ֔רדב֔רדָּבָרדברda.VarmatterH1697LHNcmsa
שָׁלַ֥ףשל֥ףשָׁלַףשלףsha.Lafhe took offH8025HVqp3ms
אִ֛ישׁא֛ישאִישׁאיש'ishanyoneH0376IHNcmsa
נַעֲל֖/וֹנעל֖/ונַעֲל/וֹנעל/וna.'a.L/osandal/ hisH5275H9023HNcfsc+Sp3ms
וְ/נָתַ֣ןו/נת֣ןוְ/נָתַןו/נתןve./na.Tanand/ he gave [it]H9001H5414GHc+Vqq3ms
לְ/רֵעֵ֑/הוּל/רע֑/הולְ/רֵעֵ/הוּל/רע/הוle./re.'E./huto/ neighbor/ hisH9005H7453H9023HR+Ncmsc+Sp3ms
וְ/זֹ֥אתו/ז֥אתוְ/זֹאתו/זאתve./Zotand/ thisH9002H2063HC+Tm
הַ/תְּעוּדָ֖הה/תעוד֖ההַ/תְּעוּדָהה/תעודהha./te.'u.Dah[was] the/ attestationH9009H8584HTd+Ncfsa
בְּ/יִשְׂרָאֵֽל\׃ב/ישראל\בְּ/יִשְׂרָאֵֽל\׃ב/ישראל\be./Yis.ra.'Elin/ IsraelH9003H3478\H9016HR+Npl
  1. Lösung und Tauschgeschäft - Oder zu verstehen als Hendiadyoin: „bezüglich des Tauschs von Löserechten“ (so Berlin 2010, S. 11; Brichto 1973, S. 18; Bush 1996, S. 234).
  2. irgendetwas - W. „jede Sache“.
  3. Eine Abwandlung des in Dtn 25,9 geschilderten Schuhritus. Dieser ist im Judentum noch heute in der Variante von Dtn gebräuchlich und also offensichtlich nicht in Vergessenheit geraten. Außerdem findet er sich gerade an der Dtn-Stelle, die in den ersten Versen dieses Kapitels sehr oft und deutlich zitiert werden; er ist also dem idealen Leser des Rutbuches definitiv bekannt. Dass er hier dennoch erklärt werden muss, heißt dann wohl, dass er hier irregulär angewandt wird, dass diese irreguläre Anwendung als reguläre Anwendung ausgegeben wird und deshalb erklärt wird (so z.B. Berlin 2010, S. 11; Fischer 2001, S. 241) - ein weiteres Indiz dafür, dass offenbar irgend etwas hier nicht mit rechten Dingen zugeht (s. Anmerkungen). In die selbe Richtung weist die alternativer Auslegung von Speiser 1940, der Schuhritus diene regulär speziell dazu, eigentlich illegale Abmachungen legal zu machen.

8 Der Löser sprach [also] zu Boas: „Kaufe {für dich}!“ und zog (und dieser zog)1 seinen Schuh aus.

Original Hebrew

וַ/יֹּ֧אמֶרו/י֧אמרוַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.Yo.merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
הַ/גֹּאֵ֛לה/גא֛להַ/גֹּאֵלה/גאלha./go.'Elthe/ kinsman-redeemerH9009H1350AHTd+Vqrmsa
לְ/בֹ֖עַזל/ב֖עזלְ/בֹעַזל/בעזle./Vo.'azto/ BoazH9005H1162GHR+Npm
קְנֵה\־קנה\קְנֵה\־קנה\ke.neh-acquire [it]H7069\H9014HVqv2ms
לָ֑/ךְל֑/ךלָ/ךְל/ךLa/khfor <the>/ yourselfH9005H9032HRd+Sp2ms
וַ/יִּשְׁלֹ֖ףו/ישל֖ףוַ/יִּשְׁלֹףו/ישלףva/i.yish.Lofand/ he took offH9001H8025Hc+Vqw3ms
נַעֲלֽ/וֹ\׃נעל/ו\נַעֲלֽ/וֹ\׃נעל/ו\na.'a.L/osandal/ hisH5275H9023\H9016HNcfsc+Sp3ms
  1. und zog (und dieser zog) - Wer Subjekt des Schuh-Ausziehens ist, ist nicht ganz klar. Dafür, dass es der Löser ist, spricht aber, dass der Hintergrund des Schuhritus wohl der war, dass der Schuh ein Symbol für Besitz war und das Ausziehen des Schuhs damit ein Symbol für Besitzverzicht (vgl. z.B. gut Thompson/Thompson 1968, S. 92f.).

9 Da sprach Boas zu den Ältesten und zum ganzen Volk: „Ihr seid heute Zeugen, dass ich von Noomi alles gekauft habe, was dem Elimelech [war (gehörte)] und alles, was dem Kiljon und Machlon [war (gehörte)].

Original Hebrew

וַ/יֹּאמֶר֩ו/יאמר֩וַ/יֹּאמֶרו/יאמרva/i.yo.Merand/ he saidH9001H0559Hc+Vqw3ms
בֹּ֨עַזב֨עזבֹּעַזבעזBo.'azBoazH1162GHNpm
לַ/זְּקֵנִ֜יםל/זקנ֜יםלַ/זְּקֵנִיםל/זקניםla./ze.ke.Nimto the/ eldersH9005H2205GHRd+Aampa
וְ/כָל\־ו/כל\וְ/כָל\־ו/כל\ve./kholand/ allH9002H3605\H9014HC+Ncmsc
הָ/עָ֗םה/ע֗םהָ/עָםה/עםha./'Amthe/ peopleH9009H5971AHTd+Ncmsa
עֵדִ֤יםעד֤יםעֵדִיםעדים'e.Dim[are] witnessesH5707HNcmpa
אַתֶּם֙אתם֙אַתֶּםאתם'a.TemyouH0859DHPp2mp
הַ/יּ֔וֹםה/י֔וםהַ/יּוֹםה/יוםhai./Yomthis/ dayH9009H3117LHTd+Ncmsa
כִּ֤יכ֤יכִּיכיkithatH3588AHTc
קָנִ֙יתִי֙קנ֙יתי֙קָנִיתִיקניתיka.Ni.tiI acquireH7069HVqp1cs
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-allH3605\H9014HNcmsa
אֲשֶׁ֣ראש֣ראֲשֶׁראשר'a.SherthatH0834AHTr
לֶֽ/אֱלִימֶ֔לֶךְל/אלימ֔לךלֶֽ/אֱלִימֶלֶךְל/אלימלךle./'e.li.Me.lekh[belonged] to/ ElimelechH9005H0458HR+Npm
וְ/אֵ֛תו/א֛תוְ/אֵתו/אתve./'Etand/ <obj.>H9002H0853HC+To
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-allH3605\H9014HNcmsa
אֲשֶׁ֥ראש֥ראֲשֶׁראשר'a.SherthatH0834AHTr
לְ/כִלְי֖וֹןל/כלי֖וןלְ/כִלְיוֹןל/כליוןle./khil.Yon[belonged] to/ KilionH9005H3630HR+Npm
וּ/מַחְל֑וֹןו/מחל֑וןוּ/מַחְלוֹןו/מחלוןu./mach.Lonand/ MahlonH9002H4248HC+Npm
מִ/יַּ֖דמ/י֖דמִ/יַּדמ/ידmi./Yadfrom/ [the] hand ofH9006H3027GHR+Ncbsc
נָעֳמִֽי\׃נעמי\נָעֳמִֽי\׃נעמי\no.'o.MiNaomiH5281\H9016HNpf

10 Und auch die Moabiterin Rut, die Frau Machlons, habe ich mir zur Frau gekauft,1 um [wieder] aufzurichten den Namen des Toten auf seinem Erbbesitz, so dass nicht ausgerottet werde der Name des Toten2 aus dem Volk seiner Brüder und aus dem Tor seines Ortes.3 Ihr seid heute Zeugen!“

Original Hebrew

וְ/גַ֣םו/ג֣םוְ/גַםו/גםve./Gamand/ alsoH9002H1571HC+D
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
ר֣וּתר֣ותרוּתרותrutRuthH7327HNpf
הַ/מֹּאֲבִיָּה֩ה/מאביה֩הַ/מֹּאֲבִיָּהה/מאביהha./mo.'a.vi.Yahthe/ Moabite [woman]H9009H4125HTd+Ngfsa
אֵ֨שֶׁתא֨שתאֵשֶׁתאשת'E.shet[the] wife ofH0802HHNcfsc
מַחְל֜וֹןמחל֜וןמַחְלוֹןמחלוןmach.LonMahlonH4248HNpm
קָנִ֧יתִיקנ֧יתיקָנִיתִיקניתיka.Ni.tiI acquireH7069HVqp1cs
לִ֣/יל֣/ילִ/יל/יl/ifor <the>/ myselfH9005H9030HRd+Sp1bs
לְ/אִשָּׁ֗הל/אש֗הלְ/אִשָּׁהל/אשהle./'i.Shahto/ a wifeH9005H0802HHR+Ncfsa
לְ/הָקִ֤יםל/הק֤יםלְ/הָקִיםל/הקיםle./ha.Kimto/ raise upH9005H6965IHR+Vhcc
שֵׁם\־שם\שֵׁם\־שם\shem-[the] name ofH8034\H9014HNcmsc
הַ/מֵּת֙ה/מת֙הַ/מֵּתה/מתha./Metthe/ dead [man]H9009H4191HTd+Vqrmsa
עַל\־על\עַל\־על\'al-overH5921A\H9014HR
נַ֣חֲלָת֔/וֹנ֣חלת֔/ונַחֲלָת/וֹנחלת/וna.cha.la.T/oinheritance/ hisH5159H9023HNcfsc+Sp3ms
וְ/לֹא\־ו/לא\וְ/לֹא\־ו/לא\ve./lo'-and/ notH9002H3808\H9014HC+Tn
יִכָּרֵ֧תיכר֧תיִכָּרֵתיכרתyi.ka.Retit will be cut offH3772IHVNi3ms
שֵׁם\־שם\שֵׁם\־שם\shem-[the] name ofH8034\H9014HNcmsc
הַ/מֵּ֛תה/מ֛תהַ/מֵּתה/מתha./Metthe/ dead [man]H9009H4191HTd+Vqrmsa
מֵ/עִ֥םמ/ע֥םמֵ/עִםמ/עםme./'Imfrom/ withH9006H5973BHR+R
אֶחָ֖י/ואח֖י/ואֶחָי/ואחי/ו'e.Cha/vbrothers/ hisH0251HH9023HNcmpc+Sp3ms
וּ/מִ/שַּׁ֣עַרו/מ/ש֣ערוּ/מִ/שַּׁעַרו/מ/שערu./mi./Sha.'arand/ from/ [the] gate ofH9002H9006H8179GHC+R+Ncmsc
מְקוֹמ֑/וֹמקומ֑/ומְקוֹמ/וֹמקומ/וme.ko.M/oplace/ hisH4725H9023HNcmsc+Sp3ms
עֵדִ֥יםעד֥יםעֵדִיםעדים'e.Dim[are] witnessesH5707HNcmpa
אַתֶּ֖םאת֖םאַתֶּםאתם'a.TemyouH0859DHPp2mp
הַ/יּֽוֹם\׃ה/יום\הַ/יּֽוֹם\׃ה/יום\hai./Yomthis/ dayH9009H3117L\H9016HTd+Ncmsa
  1. gekauft - Zu »kaufen« s. FN o.
  2. um [wieder] aufzurichten den Namen des Toten auf seinem Erbbesitz, so dass nicht ausgerottet werde der Name des Toten - s. hierzu wieder FN r und die Anmerkungen: Weil JHWH es war, der den Israeliten ihr Land gegeben hat, sollte der Status quo der Grundbesitzverhältnisse nach Möglichkeit auf ewig weiterbestehen, das heißt: Familien durften nicht aussterben und ihr Erbbesitz sollte immer in ihrem Besitz bleiben. Dies zu gewährleisten war Aufgabe von Löserinstitution und Schwagerehe, und von beidem ist hier die Rede: Boas kauft (1) das Land von Noomi, damit dieses Land in der Familie bleibt - er fungiert als »Löser« - und »kauft« (2) Rut, um mit ihr durch eine »Schwagerehe« einen Nachkommen Machlons zu zeugen, damit »der Name des Verstorbenen auf seinem Erbbesitz wieder aufgerichtet werde und der Name des Toten nicht ausgerottet wird«, d.h., damit überhaupt Nachkommen Elimelechs und Machlons existieren, die als Erben ihres Familienbesitzes fungieren können.
  3. Tor seines Ortes - d.h. von innerhalb seiner Stadttore. Die ersten beiden Begriffe haben eine soziale, die zweiten beiden eine lokale Ausrichtung: Machlons Familie soll nicht ausgerottet werden »aus seinem Volk und aus seinem Ort«. Recht gut daher EÜ: »damit sein Name unter seinen Verwandten und innerhalb der Mauern seiner Stadt nicht erlischt.«; NeÜ: »So wird der Name des Verstorbenen in seiner Sippe und in seinem Heimatort nicht vergessen werden.« (obwohl »vergessen werden« eher unglücklich ist)

11 Und das ganze Volk, das im Tor [war], antwortete, und die Ältesten: 1 „[Wir sind] Zeugen! JHWH gebe, [dass] (JHWH mache) diese Frau,Die in dein Haus kommt,Wie Rahel und wie Lea2 [werde],Die beide3 das Haus Israel erbauten!4Vollbringe (erzeuge) Tüchtiges5 in EphratahUnd rufe [einen] Namen6 in Bethlehem!

Original Hebrew

וַ/יֹּ֨אמְר֜וּו/י֨אמר֜ווַ/יֹּאמְרוּו/יאמרוva/i.Yo.me.Ruand/ they saidH9001H0559Hc+Vqw3mp
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-allH3605\H9014HNcmsc
הָ/עָ֧םה/ע֧םהָ/עָםה/עםha./'Amthe/ peopleH9009H5971AHTd+Ncmsa
אֲשֶׁר\־אשר\אֲשֶׁר\־אשר\'a.Sher-whichH0834A\H9014HTr
בַּ/שַּׁ֛עַרב/ש֛ערבַּ/שַּׁעַרב/שערba./Sha.'ar[was] at the/ gateH9003H8179GHRd+Ncmsa
וְ/הַ/זְּקֵנִ֖יםו/ה/זקנ֖יםוְ/הַ/זְּקֵנִיםו/ה/זקניםve./ha./ze.ke.Nimand/ the/ eldersH9002H9009H2205GHC+Td+Aampa
עֵדִ֑יםעד֑יםעֵדִיםעדים'e.Dim[we are] witnessesH5707HNcmpa
יִתֵּן֩יתן֩יִתֵּןיתןyi.Tenmay he makeH5414IHVqi3ms
יְהוָ֨היהו֨היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
אֶֽת\־את\אֶֽת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
הָ/אִשָּׁ֜הה/אש֜ההָ/אִשָּׁהה/אשהha./'i.Shahthe/ womanH9009H0802GHTd+Ncfsa
הַ/בָּאָ֣הה/בא֣ההַ/בָּאָהה/באהha./ba.'Ahwho/ is about to comeH9009H0935GHTd+Vqrfsa
אֶל\־אל\אֶל\־אל\'el-intoH0413\H9014HR
בֵּיתֶ֗/ךָבית֗/ךבֵּיתֶ/ךָבית/ךbei.Te./khahouse/ yourH1004MH9021HNcmsc+Sp2ms
כְּ/רָחֵ֤ל\׀כ/רח֤ל\כְּ/רָחֵל\׀כ/רחל\ke./ra.Chellike/ RachelH9004H7354\H9015HR+Npf
וּ/כְ/לֵאָה֙ו/כ/לאה֙וּ/כְ/לֵאָהו/כ/לאהu./khe./le.'Ahand/ like/ LeahH9002H9004H3812HC+R+Npf
אֲשֶׁ֨ראש֨ראֲשֶׁראשר'a.SherwhoH0834AHTr
בָּנ֤וּבנ֤ובָּנוּבנוba.Nuthey builtH1129HVqp3cp
שְׁתֵּי/הֶם֙שתי/הם֙שְׁתֵּי/הֶםשתי/הםshe.tei./Hem[the] two of/ themH8147H9028HNcfdc+Sp3mp
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
בֵּ֣יתב֣יתבֵּיתביתbeit[the] house ofH1004MHNcmsc
יִשְׂרָאֵ֔לישרא֔ליִשְׂרָאֵלישראלYis.ra.'ElIsraelH3478HNpl
וַ/עֲשֵׂה\־ו/עשה\וַ/עֲשֵׂה\־ו/עשה\va./'a.seh-and/ makeH9002H6213A\H9014HC+Vqv2ms
חַ֣יִלח֣ילחַיִלחילCha.yilwealthH2428IHNcmsa
בְּ/אֶפְרָ֔תָהב/אפר֔תהבְּ/אֶפְרָתָהב/אפרתהbe./'ef.Ra.tahin/ EphrathahH9003H0672HHR+Npf
וּ/קְרָא\־ו/קרא\וּ/קְרָא\־ו/קרא\u./ke.ra'-and/ proclaimH9002H7121H\H9014HC+Vqv2ms
שֵׁ֖םש֖םשֵׁםשםshema nameH8034HNcmsa
בְּ/בֵ֥יתב/ב֥יתבְּ/בֵיתב/ביתbe./Veitin/ Beth-H9003H1035GHR+Npl
לָֽחֶם\׃לחם\לָֽחֶם\׃לחם\La.chem-lehemH1035G\H9016HNpl
  1. das ganze Volk, das im Tor [war], antwortete, und die Ältesten - eine sog. „gespaltene Koordination“; sinngemäß wäre die Üs. „Das ganze Volk, das im Tor war, und die Ältesten antworteten:...“ Der Erzähler greift deshalb hier zu dieser Konstruktion, um zu betonen, dass tatsächlich das ganze Volk, das sich dort aufhielt, die vorigen Vorgänge für rechtmäßig erklärten.
  2. Rahel, Lea und Tamar sind drei der »Erzmütter«, die nach biblischer Vorstellung Vorfahrinnen des ganzen Volkes Israel waren - Tamar übrigens ebenso wie Rut infolge einer Schwagerehe. Spätestens in diesem Segensspruch wird also Rut endgültig vom »ganzen Volk« in die »Gemeinde des Herrn« aufgenommen (s. die Anmerkungen zu Kap. 1).
  3. tFN: beide - Eine seltene Dualform, wie sie sich häufiger auch im 1. Kapitel fand (s. dort FN w).
  4. das Haus Israel Israel erbauten - D.h., auf deren Nachkommen sich nach bib. Vorstellung ganz Israel zurückführt. Sinngemäß gut daher HfA: »von denen alle Israeliten abstammen«; NeÜ: »von denen das Volk Israel abstammt«; NL: »aus denen das ganze Volk Israel hervorgegangen ist«
  5. Vollbringe Tüchtiges - Eigentlich ein Idiom für »siegen, mächtig werden« oder »Reichtum erlangen«; beides wird auch hier oft als Übersetzung gewählt. Besser aber: (1) Das verwendete Substantiv ist chajil, das in Rut 2,1 den Boas und in 3,11 die Rut näher charakterisierte. Rut und Boas sollen hier also etwas »erzeugen«, was so ist, wie sie sind. (2) Dass direkt davor und direkt danach vom Nachwuchs, der Rut und Boas gewünscht wird, die Rede ist, macht es wahrscheinlich, dass auch hier das chajil ein Ausdruck für Nachwuchs sein soll. Wahrscheinlich also zu verstehen als abstractum pro concreto: »Erzeuge Tüchtiges« = »Erzeuge tüchtige Nachkommen« (vgl. ähnlich Holmstedt 2010, S. 203; sinngemäß auch Köhlmoos 2010, S. 78). In die selbe Richtung geht der Deutungsvorschlag von Campbell 1975, S. 152; Labuschagne 1967, S. 365f. und Parker 1976, S. 23f., chajil habe hier die Bedeutung »Fortpflanzungskraft«: »Vollbringe Fortpflanzungskraft« = »Pflanze dich kräftig fort«.
  6. rufe [einen] Namen - sonst ungebräuchlicher Ausdruck im Heb.; demgemäß umstritten ist die Bed. Früher wurde häufig der Text korrigiert, z.B. bei Rudolph 1962, S. 60: »Dein Name werde gerufen« (=»Mögest du gefeiert werden«); offenbar noch heute Köhlmoos 2010, S. 69. Aus den selben Gründen wie in der vorigen Zeile geht es aber wohl hier um Nachwuchs (so z.B. auch Parker 1976, S. 24, FN 3; Zakovitch 1999, S. 165); daher besser: »Rufe Namen« = »Werde Namens-geber«, d.h. »Zeuge viel Nachwuchs, denen du dann Namen geben kannst« (so Campbell 1975, S. 153f.; Labuschagne 1967, S. 366). Die alternative Erklärung, »Name« habe hier die Bedeutung »Nachwuchs«, taugt nicht viel, da Boas ja dann dennoch aufgefordert würde, seinen Nachwuchs zu »rufen« - und was das bedeuten soll, ist nur schwer verständlich.

12 Es sei dein Haus wie das Haus des Perez, 1 Den Tamar dem Juda gebar Durch den Nachwuchs,Den JHWH dir gebe2 durch diese junge Frau!“

Original Hebrew

וִ/יהִ֤יו/יה֤יוִ/יהִיו/יהיvi./Hiso/ may it beH9002H1961HC+Vqj3ms
בֵֽיתְ/ךָ֙בית/ך֙בֵֽיתְ/ךָבית/ךvei.te./Khahousehold/ yourH1004MH9021HNcmsc+Sp2ms
כְּ/בֵ֣יתכ/ב֣יתכְּ/בֵיתכ/ביתke./Veitlike/ [the] household ofH9004H1004MHR+Ncmsc
פֶּ֔רֶץפ֔רץפֶּרֶץפרץPe.retzPerezH6557HNpm
אֲשֶׁר\־אשר\אֲשֶׁר\־אשר\'a.Sher-whomH0834A\H9014HTr
יָלְדָ֥הילד֥היָלְדָהילדהYal.dahshe boreH3205HVqp3fs
תָמָ֖רתמ֖רתָמָרתמרta.MarTamarH8559GHNpf
לִֽ/יהוּדָ֑הל/יהוד֑הלִֽ/יהוּדָהל/יהודהli./hu.Dahto/ JudahH9005H3063GHR+Npl
מִן\־מן\מִן\־מן\min-fromH4480A\H9014HR
הַ/זֶּ֗רַעה/ז֗רעהַ/זֶּרַעה/זרעha./Ze.ra'the/ offspringH9009H2233HHTd+Ncmsa
אֲשֶׁ֨ראש֨ראֲשֶׁראשר'a.SherwhichH0834AHTr
יִתֵּ֤ןית֤ןיִתֵּןיתןyi.Tenhe will giveH5414GHVqi3ms
יְהוָה֙יהוה֙יְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
לְ/ךָ֔ל/ך֔לְ/ךָל/ךle./Khato <the>/ youH9005H9031HRd+Sp2ms
מִן\־מן\מִן\־מן\min-fromH4480A\H9014HR
הַֽ/נַּעֲרָ֖הה/נער֖ההַֽ/נַּעֲרָהה/נערהha./na.'a.Rahthe/ young womanH9009H5291HTd+Ncfsa
הַ/זֹּֽאת\׃ה/זאת\הַ/זֹּֽאת\׃ה/זאת\ha./Zot<the>/ thisH9009H2063\H9016HTd+Tm
  1. Es sei dein Haus wie das Haus des Perez - bajit (»Haus«) hat hier wie häufig die Bedeutung »Familie«; sinngemäß daher »mögest du so viele Nachkommen haben, wie Perez sie hatte.« Richtig z.B. wieder NeÜ: »Durch die Nachkommen, die Jahwe dir von dieser jungen Frau geben wird, soll deine Familie so werden wie die des Perez...«
  2. Den JHWH dir gebe - Eine sog. »Inclusio«; der Segensspruch wird eröffnet und geschlossen durch die selbe Formulierung: »JHWH gebe« - ein schöner Kontrapunkt zu Rut 1,21, wo Noomi JHWH beschuldigt hatte, dass er sie ihrer Kinder beraubt habe.

13 Boas nahm Rut,1 sie wurde seine Frau,2 er ging zu ihr,3 JHWH gab ihr Schwangerschaft, sie gebar einen Sohn

Original Hebrew

וַ/יִּקַּ֨חו/יק֨חוַ/יִּקַּחו/יקחva/i.yi.Kachand/ he tookH9001H3947GHc+Vqw3ms
בֹּ֤עַזב֤עזבֹּעַזבעזBo.'azBoazH1162GHNpm
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
רוּת֙רות֙רוּתרותrutRuthH7327HNpf
וַ/תְּהִי\־ו/תהי\וַ/תְּהִי\־ו/תהי\va./te.hi-and/ she becameH9001H1961\H9014Hc+Vqw3fs
ל֣/וֹל֣/ול/וֹל/וl/oof/ himH9005H9033HRd+Sp3ms
לְ/אִשָּׁ֔הל/אש֔הלְ/אִשָּׁהל/אשהle./'i.Shah<into>/ a wifeH9005H0802HHR+Ncfsa
וַ/יָּבֹ֖או/יב֖אוַ/יָּבֹאו/יבאva/i.ya.Vo'and/ he wentH9001H0935GHc+Vqw3ms
אֵלֶ֑י/הָאל֑י/האֵלֶי/הָאלי/ה'e.Lei./hainto/ herH0413H9034HRd+Sp3fs
וַ/יִּתֵּ֨ןו/ית֨ןוַ/יִּתֵּןו/יתןva/i.yi.Tenand/ he gaveH9001H5414GHc+Vqw3ms
יְהוָ֥היהו֥היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
לָ֛/הּל֛/הלָ/הּל/הla/hto <the>/ herH9005H9034HRd+Sp3fs
הֵרָי֖וֹןהרי֖וןהֵרָיוֹןהריוןhe.ra.YonconceptionH2032HNcmsa
וַ/תֵּ֥לֶדו/ת֥לדוַ/תֵּלֶדו/תלדva./Te.ledand/ she boreH9001H3205Hc+Vqw3fs
בֵּֽן\׃בן\בֵּֽן\׃בן\Bena sonH1121A\H9016HNcmsa
  1. Boas nahm Rut - d.h., er heiratete sie.
  2. Boas nahm Rut, sie wurde seine Frau - Doppelausdruck, der wohl (wie auch in Gen 24,67) einfach nur bedeutet: Boas heiratete sie (daher lassen etwa einige LXX-Handschriften und Äth den zweiten Satz ganz weg und einige Syr-Handschriften ziehen zusammen zu „Boas nahm Rut zur Frau“). Hier statt einer kürzeren Alternative verwendet, um den Staccato-Eindruck dieses Verses noch zu steigern: Was geschieht, kommt Schlag auf Schlag, und ohnehin lassen sich die Ereignisse hier schnell übergehen, denn der Hauptfokus dieses Abschnitts liegt klar auf den beiden Äußerungen des Frauenchors.
  3. ging zu ihr - heb. Idiom für Geschlechtsverkehr, vgl. z.B. Schorch 2000, S. 96.

14 und die Frauen sagten zu Noomi: „ Gepriesen sei JHWH,Der1 dir heute einen Löser nicht hat fehlen lassen,Sein Name werde gerufen2 in Israel!

Original Hebrew

וַ/תֹּאמַ֤רְנָהו/תאמ֤רנהוַ/תֹּאמַרְנָהו/תאמרנהva./to.Mar.nahand/ they saidH9001H0559Hc+Vqw3fp
הַ/נָּשִׁים֙ה/נשים֙הַ/נָּשִׁיםה/נשיםha./na.Shimthe/ womenH9009H0802GHTd+Ncmpa
אֶֽל\־אל\אֶֽל\־אל\'el-toH0413\H9014HR
נָעֳמִ֔ינעמ֔ינָעֳמִינעמיno.'o.MiNaomiH5281HNpf
בָּר֣וּךְבר֣וךבָּרוּךְברוךba.Rukh[be] blessedH1288HVqsmsa
יְהוָ֔היהו֔היְהוָהיהוהYah.wehYahwehH3068GHNpt
אֲ֠שֶׁרא֠שראֲשֶׁראשר'a.SherwhoH0834AHTr
לֹ֣אל֣אלֹאלאlo'notH3808HTn
הִשְׁבִּ֥יתהשב֥יתהִשְׁבִּיתהשביתhish.Bithe has caused to ceaseH7673AHVhp3ms
לָ֛/ךְל֛/ךלָ/ךְל/ךla/khto <the>/ youH9005H9032HRd+Sp2fs
גֹּאֵ֖לגא֖לגֹּאֵלגאלgo.'Ela kinsman-redeemerH1350AHVqrmsa
הַ/יּ֑וֹםה/י֑וםהַ/יּוֹםה/יוםhai./Yomthis/ dayH9009H3117LHTd+Ncmsa
וְ/יִקָּרֵ֥או/יקר֥אוְ/יִקָּרֵאו/יקראve./yi.ka.Re'and/ may it be proclaimedH9002H7121HHC+VNu3ms
שְׁמ֖/וֹשמ֖/ושְׁמ/וֹשמ/וshe.M/oname/ hisH8034H9023HNcmsc+Sp3ms
בְּ/יִשְׂרָאֵֽל\׃ב/ישראל\בְּ/יִשְׂרָאֵֽל\׃ב/ישראל\be./Yis.ra.'Elin/ IsraelH9003H3478\H9016HR+Npl
  1. Gepriesen sei JHWH, der ist eine Formel für » Gott sei dafür gedankt, dass... « (vgl. Lande 1949, S. 106f.).
  2. Sein Name werde gerufen - D.h. » er werde verehrt «: » Name « ist hier wie oft (bes. wenn von Gott » im Menschenmund « die Rede ist) Wechselbegriff für den Namensträger selbst.

15 Möge er dir (er wird dir) [der] sein, [der] Lebenskraft zurückkehren lässt1 Und [der] dein Alter erhält! Ja!, (denn)2 deine Schwiegertochter, die dich liebt, hat ihn geboren,Sie, die besser für dich [ist] als sieben Söhne! “

Original Hebrew

וְ/הָ֤יָהו/ה֤יהוְ/הָיָהו/היהve./Ha.yahand/ he will becomeH9001H1961Hc+Vqq3ms
לָ/ךְ֙ל/ך֙לָ/ךְל/ךlo/Khfor <the>/ youH9005H9032HRd+Sp2fs
לְ/מֵשִׁ֣יבל/מש֣יבלְ/מֵשִׁיבל/משיבle./me.Shiv<into>/ [one who] restoresH9005H7725HHR+Vhrmsc
נֶ֔פֶשׁנ֔פשנֶפֶשׁנפשNe.feshlifeH5315HHNcfsa
וּ/לְ/כַלְכֵּ֖לו/ל/כלכ֖לוּ/לְ/כַלְכֵּלו/ל/כלכלu./le./khal.Keland/ to/ sustainH9002H9005H3557HC+R+Vpcc
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
שֵׂיבָתֵ֑/ךְשיבת֑/ךשֵׂיבָתֵ/ךְשיבת/ךsei.va.Te/khold age/ yourH7872H9022HNcfsc+Sp2fs
כִּ֣יכ֣יכִּיכיkiforH3588AHTc
כַלָּתֵ֤/ךְכלת֤/ךכַלָּתֵ/ךְכלת/ךkha.la.Te/khdaughter-in-law/ yourH3618HH9022HNcfsc+Sp2fs
אֲֽשֶׁר\־אשר\אֲֽשֶׁר\־אשר\'asher-whoH0834A\H9014HTr
אֲהֵבַ֙תֶ/ךְ֙אהב֙ת/ך֙אֲהֵבַתֶ/ךְאהבת/ך'a.he.Va.te/khshe loves/ youH0157GH9032HVqp3fs+Sp2fs
יְלָדַ֔תּ/וּילד֔ת/ויְלָדַתּ/וּילדת/וye.la.Da.t/ushe has given birth to/ himH3205H9033HVqp3fs+Sp3ms
אֲשֶׁר\־אשר\אֲשֶׁר\־אשר\'a.Sher-whoH0834A\H9014HTr
הִיא֙היא֙הִיאהיאhi'sheH1931HPp3fs
ט֣וֹבָהט֣ובהטוֹבָהטובהToah[is] goodH2896AHAafsa
לָ֔/ךְל֔/ךלָ/ךְל/ךLa/khto <the>/ youH9005H9032HRd+Sp2fs
מִ/שִּׁבְעָ֖המ/שבע֖המִ/שִּׁבְעָהמ/שבעהmi./shiv.'Ahmore than/ sevenH9006H7651HR+Ncbsa
בָּנִֽים\׃בנים\בָּנִֽים\׃בנים\ba.NimsonsH1121A\H9016HNcmpa
  1. Lebenskraft zurückkehren lässt - heb. Idiom für Wiederbelebung, Lebensrettung und am-Leben-Erhaltung; sicher ist hier Letzteres gemeint, s. nächste Zeile. Fast stets ist JHWH das Subjekt dieses Ausdrucks (1 Kön 17,21f; Ijob 33,30; Ps 23,3; 35,17; Klg 1,19). Wir haben also eine ähnliche Ambivalenz wie in Rut 2,20 (s. FN ax und die Anmerkungen zu Kap. 3) vor uns: Wegen V. 14 und diesem Ausdruck sollte man meinen, dass hier und in der nächsten Zeile noch von JHWH die Rede ist und erst in der vorletzten Zeile wird klar, dass tatsächlich von Ruts Kind die Rede ist.
  2. Ja!, (denn) - Ein sog. » exklamatives ki « , das hier wie öfter den Abschluss eines Preises einleitet (wie z.B. auch in Ps 100,5, so aber offenbar nur Brichto 1973, S. 21). Im Dt. am besten auszusparen.Der Minihymnus des Frauenchors schließt mit einem durch das ki und durch die Verslänge hervorgehobenen Lobpreis auf die (Moabiterin!) Rut, die » besser ist als sieben Söhne «.

16 Noomi nahm den Säugling, hob ihn an ihre Brust,1 wurde seine Kinderfrau

Original Hebrew

וַ/תִּקַּ֨חו/תק֨חוַ/תִּקַּחו/תקחva./ti.Kachand/ she tookH9001H3947GHc+Vqw3fs
נָעֳמִ֤ינעמ֤ינָעֳמִינעמיno.'o.MiNaomiH5281HNpf
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
הַ/יֶּ֙לֶד֙ה/י֙לד֙הַ/יֶּלֶדה/ילדhai./Ye.ledthe/ childH9009H3206HTd+Ncmsa
וַ/תְּשִׁתֵ֣/הוּו/תשת֣/הווַ/תְּשִׁתֵ/הוּו/תשת/הוva./te.shi.Te./huand/ she placed/ himH9001H7896HH9033Hc+Vqw3fs+Sp3ms
בְ/חֵיקָ֔/הּב/חיק֔/הבְ/חֵיקָ/הּב/חיק/הve./chei.Ka/hon/ bosom/ herH9003H2436GH9024HR+Ncmsc+Sp3fs
וַ/תְּהִי\־ו/תהי\וַ/תְּהִי\־ו/תהי\va./te.hi-and/ she becameH9001H1961\H9014Hc+Vqw3fs
ל֖/וֹל֖/ול/וֹל/וl/oof/ himH9005H9033HRd+Sp3ms
לְ/אֹמֶֽנֶת\׃ל/אמנת\לְ/אֹמֶֽנֶת\׃ל/אמנת\le./'o.Me.net<into>/ a nurseH9005H0539\H9016HR+Vqrfsa
  1. hob ihn an ihre Brust - sicher nicht im Sinn von „säugte ihn“, sd. i.S.v. „nahm ihn auf den Arm (wie eine liebende Großmutter das nun mal so tut)“, s. 1 Kön 3,20 (wo das Kind ja wohl nicht von einer Schlafenden gestillt wird) und 17,19 (wo doch wohl die Mutter nicht vor den Augen des Elija ihr Kind stillt); auch Frauen, Männer, Brüder, Neffen, Nichten und sogar Schafe können „an jemandes - auch eines Mannes - Brust“ sein, s. Gen 16,5; Dtn 13,7; 28,54.56; 2 Sam 12,3.8; 1 Kön 1,2; Est 2,7; Jes 40,11). Einige denken wg. V. 17, dass es sich hier um einen Adoptionsgestus handelt, aber das wäre eine überwörtliche Interpretation des Folgeverses und würde doch sehr viel in diese Geste hineinlesen (so auch Rudolph 1962, S. 71; Zakovitch 1999, S. 170; Zenger 1986, S. 97).

17 und die Bürgerinnen (Nachbarinnen) gaben ihm einen Namen (riefen), indem sie sagten (wie folgt): „Ein Sohn ist der Noomi geboren!“, und sie nannten seinen Namen „Obed (Diener)“.1 Dieser war der Vater von Isai, dem Vater Davids.

Original Hebrew

וַ/תִּקְרֶאנָה֩ו/תקראנה֩וַ/תִּקְרֶאנָהו/תקראנהva./tik.re.Nahand/ they calledH9001H7121HHc+Vqw3fp
ל֨/וֹל֨/ול/וֹל/וl/o<to> <the>/ himH9005H9033HRd+Sp3ms
הַ/שְּׁכֵנ֥וֹתה/שכנ֥ותהַ/שְּׁכֵנוֹתה/שכנותha./she.khe.Notthe/ [female] neighborsH9009H7934HTd+Ncfpa
שֵׁם֙שם֙שֵׁםשםshema nameH8034HNcmsa
לֵ/אמֹ֔רל/אמ֔רלֵ/אמֹרל/אמרle./Mor<to>/ sayingH9005H0559HR+Vqcc
יֻלַּד\־ילד\יֻלַּד\־ילד\yu.lad-he has been bornH3205\H9014HVPp3ms
בֵּ֖ןב֖ןבֵּןבןbena sonH1121AHNcmsa
לְ/נָעֳמִ֑יל/נעמ֑ילְ/נָעֳמִיל/נעמיle./no.'o.Mito/ NaomiH9005H5281HR+Npf
וַ/תִּקְרֶ֤אנָֽהו/תקר֤אנהוַ/תִּקְרֶאנָֽהו/תקראנהva./tik.Re.nahand/ they calledH9001H7121HHc+Vqw3fp
שְׁמ/וֹ֙שמ/ו֙שְׁמ/וֹשמ/וshe.M/oname/ hisH8034H9023HNcmsc+Sp3ms
עוֹבֵ֔דעוב֔דעוֹבֵדעובדo.VedObedH5744GHNpm
ה֥וּאה֥ואהוּאהואhu'heH1931HPp3ms
אֲבִי\־אבי\אֲבִי\־אבי\'a.vi-[was] [the] father ofH0001G\H9014HNcmsc
יִשַׁ֖ייש֖ייִשַׁיישיyi.ShaiJesseH3448HNpm
אֲבִ֥יאב֥יאֲבִיאבי'a.Vi[the] father ofH0001GHNcmsc
דָוִֽד\׃\ \פדוד\\ \פדָוִֽד\׃\ \פדוד\\ \פda.VidDavidH1732\H9016\ \H9017HNpm
  1. Ein weiterer umstrittener Vers. Dass offenbar die Bürgerinnen das Kind benennen, ist gar nicht so problematisch, s. Lk 1,58. Alternativ, aber weniger wahrscheinlich, könnte man dies mit Bush 1996b, S. 12 auch einfach so verstehen, dass die Bürgerinnen mit ihrem Ausruf Anlass für den Namen des Kindes waren und ihm in diesem Sinne „einen Namen gaben“.Schwierig ist aber, dass es zunächst so scheint, als wäre der Name des Kindes „Ein Sohn ist der Noomi geboren!“. Entweder ist mit Würthwein 1969, S. 20 das erste „Name“ zu streichen, so dass der Text lauten würde „Und die Bürgerinnen riefen über ihn: ‚Ein Sohn ist der Noomi geboren!‘, und sie nannten...“ oder das „wie folgt (indem sie sagten)“ wird so verstanden, dass es gar nicht den Namen einleitet, sondern die „Begleitumstände“ der Namensgabe, so dass man übersetzen müsste: „Und die Bürgerinnen gaben ihm einen Namen, indem sie sagten: ‚Ein Sohn ist der Noomi geboren!‘ - und der Name, den sie ihm gaben, war ‚Obed‘“ (so viele Üss., daher in der LF vorzuziehen). Gut dann z.B. NL: „Die Nachbarinnen sagten: ‚Jetzt hat Noomi endlich wieder einen Sohn!‘ Und sie nannten ihn Obed.“Der Zusammenhang zwischen dem Ausruf der Bürgerinnen und dem Namen „Obed“, also „Diener“, ist wohl der, dass Noomi nun mit ihrem Enkel eine „Altersvorsorge“ hat (s. die Anmerkungen), Obeds Geburt also der Noomi „dienlich“ ist (vgl. Bush 1996b, S. 13).

18 Dies [also] sind die Zeugungen von Perez:1 Perez zeugte den Hezron,

Original Hebrew

וְ/אֵ֙לֶּה֙ו/א֙לה֙וְ/אֵלֶּהו/אלהve./'E.lehand/ theseH9002H0428HC+Tm
תּוֹלְד֣וֹתתולד֣ותתּוֹלְדוֹתתולדותtol.Dot[are] [the] descendants ofH8435HNcfpc
פָּ֔רֶץפ֔רץפָּרֶץפרץPa.retzPerezH6557HNpm
פֶּ֖רֶץפ֖רץפֶּרֶץפרץPe.retzPerezH6557HNpm
הוֹלִ֥ידהול֥ידהוֹלִידהולידho.Lidhe fatheredH3205HVhp3ms
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
חֶצְרֽוֹן\׃חצרון\חֶצְרֽוֹן\׃חצרון\chetz.RonHezronH2696H\H9016HNpm
  1. dies sind die Zeugungen von Perez - Übliche Einleitung für einen Stammbaum; gut z.B. GN, T4T: „Dies ist die Liste der Nachkommen von Perez“.

19 Hezron zeugte Ram, Ram zeugte Amminadab,

Original Hebrew

וְ/חֶצְרוֹן֙ו/חצרון֙וְ/חֶצְרוֹןו/חצרוןve./chetz.rOnand/ HezronH9002H2696HHC+Npm
הוֹלִ֣ידהול֣ידהוֹלִידהולידho.Lidhe fatheredH3205HVhp3ms
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
רָ֔םר֔םרָםרםRamRamH7410GHNpm
וְ/רָ֖םו/ר֖םוְ/רָםו/רםve./Ramand/ RamH9002H7410GHC+Npm
הוֹלִ֥ידהול֥ידהוֹלִידהולידho.Lidhe fatheredH3205HVhp3ms
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
עַמִּֽינָדָֽב\׃עמינדב\עַמִּֽינָדָֽב\׃עמינדב\'a.Mi.na.DavAmminadabH5992G\H9016HNpm

20 Amminadab zeugte Nachschon, Nachschon zeugte Salmon,

Original Hebrew

וְ/עַמִּֽינָדָב֙ו/עמינדב֙וְ/עַמִּֽינָדָבו/עמינדבve./'a.mi.na.Davand/ AmminadabH9002H5992GHC+Npm
הוֹלִ֣ידהול֣ידהוֹלִידהולידho.Lidhe fatheredH3205HVhp3ms
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
נַחְשׁ֔וֹןנחש֔וןנַחְשׁוֹןנחשוןnach.ShonNahshonH5177HNpm
וְ/נַחְשׁ֖וֹןו/נחש֖וןוְ/נַחְשׁוֹןו/נחשוןve./nach.Shonand/ NahshonH9002H5177HC+Npm
הוֹלִ֥ידהול֥ידהוֹלִידהולידho.Lidhe fatheredH3205HVhp3ms
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
שַׂלְמָֽה\׃שלמה\שַׂלְמָֽה\׃שלמה\sal.MahSalmahH8009\H9016HNpm

21 Salmon zeugte Boas, Boas zeugte Obed,

Original Hebrew

וְ/שַׂלְמוֹן֙ו/שלמון֙וְ/שַׂלְמוֹןו/שלמוןve./sal.mOnand/ SalmonH9002H8012HC+Npm
הוֹלִ֣ידהול֣ידהוֹלִידהולידho.Lidhe fatheredH3205HVhp3ms
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
בֹּ֔עַזב֔עזבֹּעַזבעזBo.'azBoazH1162GHNpm
וּ/בֹ֖עַזו/ב֖עזוּ/בֹעַזו/בעזu./Vo.'azand/ BoazH9002H1162GHC+Npm
הוֹלִ֥ידהול֥ידהוֹלִידהולידho.Lidhe fatheredH3205HVhp3ms
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
עוֹבֵֽד\׃עובד\עוֹבֵֽד\׃עובד\o.VedObedH5744G\H9016HNpm

22 Obed zeugte Isai, Isai zeugte David.1

Original Hebrew

וְ/עֹבֵד֙ו/עבד֙וְ/עֹבֵדו/עבדve./'o.Vedand/ ObedH9002H5744GHC+Npm
הוֹלִ֣ידהול֣ידהוֹלִידהולידho.Lidhe fatheredH3205HVhp3ms
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
יִשָׁ֔ייש֔ייִשָׁיישיyi.ShaiJesseH3448HNpm
וְ/יִשַׁ֖יו/יש֖יוְ/יִשַׁיו/ישיve./yi.Shaiand/ JesseH9002H3448HC+Npm
הוֹלִ֥ידהול֥ידהוֹלִידהולידho.Lidhe fatheredH3205HVhp3ms
אֶת\־את\אֶת\־את\'et-<obj.>H0853\H9014HTo
דָּוִֽד\׃דוד\דָּוִֽד\׃דוד\da.VidDavidH1732\H9016HNpm
  1. De Waard/Nida 1992, S. 78 haben einen sehr guten Vorschlag für eine zeitgemäße Übersetzung gemacht: „Dies [also] ist die Abstammungslinie von Perez bis zu David: Perez, Hezron, Ram, Amminadab, Nachschon, Salmon, Boaz, Obed, Jesse, David.“