Chapter 1
1 1 Im achten Monat des zweiten Jahres des Darius2 geschah das Wort JHWH s zu Sacharja, dem Sohn Berechjas, des Sohns Iddos, dem Propheten {folgendermaßen}:
- [Status: Ungeprüft]
- Datierung: Oktober/November 520 v. Chr.
2 JHWH zürnt Zorn1 gegen (über) eure Väter.
- Figura ethymologica, mögliche Übertragung: „hegt Zorn“.
3 Und du sollst zu ihnen sprechen: So spricht JHWH der Heerscharen (Zebaot): Kehrt um zu mir, Ausspruch JHWH s der Heerscharen (Zebaot), und ich kehre um zu euch, spricht JHWH der Heerscharen (Zebaot).
4 Seid nicht wie eure Väter, denen die ersten (früheren) Propheten zuriefen1 {folgendermaßen}: So spricht JHWH der Heerscharen (Zebaot): Kehrt doch um von euren bösen (schlechten) Wegen und von euren bösen (schlechten) Taten! Aber sie hörten nicht und merkten nicht auf micht, Ausspruch JHWH s.
- Wörtlich: „wovon gilt, dass (Relativpartikel) die ersten Propheten zu ihnen riefen“.
5 Eure Väter, wo [sind] sie? Und die Propheten, leben sie ewig?
6 Jedoch meine Worte und meine Ziele (Vorhaben), die ich meinen Dienern (Sklaven), den Propheten befahl, erreichten sie eure Väter nicht? Und sie kehrten um und sie sprachen: wie JHWH der Heerscharen (Zebaot) dachte (sann, trachtete) mit uns uns zu handeln (machen, tun) nach (wie) unseren Wege und nach (wie) unseren Handlungen, so tat (handelte, machte) er mit uns.
7 Am vierundzwandzigsten Tag des elften Monats, welcher ist der Monat Schebat, im zweiten Jahr des Darius1 geschah das Wort JHWH s zu Sacharja, dem Sohn Berechjas, des Sohns Iddos, dem Propheten {folgendermaßen}:
- Datierung: 15. Februar 519 v. Chr.
8 ich sah nachts (in der Nacht), und siehe, ein Mann reitend auf einem roten Pferd und er blieb stehen1 zwischen den Myrten, die aus der Tiefe (Talgrund)2, und hinter ihm [waren] rote, hellrote3 und weiße Pferde.
- Partizip mask. singl.
- Oder ein Ort bei Jerusalem.
- Hier wird ein anderes Wort für „rot“ benutzt (שְׂרֻקּׅים). ELB übersetzt mit „hellrot“. Es kann aber auch die Farbe von Blut oder einem Sonnenaufgang gemeint sein. Bei Jes 16,8 meint das Nomen „edle Trauben“.
9 Und ich sprach: Was [sind] diese, mein Herr? Und der Engel (Bote), der mit mir redete, sprach zu mir: Ich selbst zeige dir, wer diese [sind].
10 Und der Mann, der zwischen den Myrten stehen blieb, antwortete und er sprach: Diese [sind es], welche JHWH geschickt (senden) hat, um auf der Erde (Welt, Land) umherzugehen.
11 Und sie antworteten dem Engel (Boten) JHWH s, der zwischen den Myrten stehen blieb, und sie sprachen: Wir sind auf [der] Erde (Welt, Land) umhergegangen, und siehe: die ganze Erde (Welt, Land) sitzt still (ist bewohnt) und ruht.
12 Und der Engel (Bote) JHWH s antwortete und sprach: JHWH der Heerscharen (Zebaot), wie lange erbarmst du dich nicht über Jerusalem und über die Städte Judas, welchen du zürnst1 diese siebzig Jahre.
- In dem Sinne von „jmd. seinen Zorn spüren lassen“ oder auch „verwünschen“.
13 Und JHWH antwortete dem Engel (Boten), der mit mir redete, Worte des Guten, Worte der (von) Tröstungen.
14 Und der Engel (Bote), der mit mir redete, sprach zu mir: Rufe (Schreie) {folgendermaßen}: So spricht JHWH der Heerscharen (Zebaot): Ich eifere für Jerusalem und für Zion [mit] großer Leidenschaft.
15 und [mit] großem Zorn zürne ich über (gegen) die stolzen (sorglosen, übermütigen) Völker, die, [als] ich wenig zürnte, aber haben jenen zur Bosheit (Unheil) geholfen.
16 Deshalb, so spricht JHWH: Ich bin umgekehrt zu Jerusalem in Erbarmen1; mein Haus werde ich darin bauen, Ausspruch JHWH s der Heerscharen (Zebaot), und die Messschnur ausbreiten (erstrecken) über Jerusalem.
- Eigentliche Bedeutung des Nomens: „in Mutterleibern“, wobei sich die Wortwurzel von „sich erbarmen“ ableitet.
17 Rufe (Schreie) weiter {folgendermaßen}: So spricht JHWH der Heerscharen (Zebaot): Meine Stadt soll doch wieder überfließen von Gutem; und JHWH tröstet1 [immer] noch Zion, und erwählt [immer] noch {aus} Jerusalem.
- Die LXX liest „erbarmen“; eine ähnliche Übersetzung lässt auch die Nif'al-Form des Verbs zu.
Chapter 2
1 1 Und ich erhob (tat auf) meine Augen und ich sah und siehe: vier Hörner.
- [Status: Zuverlässig]
2 Und ich sprach zu dem Engel (Boten), der mit mir redete: „Was [sind] diese?“ Und er sprach zu mir: „Dies [sind] die Hörner, die Juda, Israel und Jerusalem zerstreut1 haben.“
- Kann auch »worfeln« bedeuten; vgl. Koh 20,8.
3 Und JHWH ließ mich vier Handwerker (Schmiede, Arbeiter) sehen.
4 Und ich sprach: „Was wollen diese tun (machen)?“ Und er sprach {folgendermaßen}: „Dies [sind] die Hörner, die Juda [so] zerstreut haben, dass1 kein Mann (niemand) seinen Kopf erhob; und diese kamen um sie zu schrecken (in Schrecken zu versetzen), um niederzuwerfen2 die Hörner der Völker3, die ein Horn zum Land Juda tragen um es zu zerstreuen.“
- Gesenius übersetzt hier »dermaßen dass« und J. Wellhausen ändert אִישׁ in אֲשֶׁר um.
- Auch: mit Steinen beschmeißen.
- הַגֹּויִם meint die fremden, nicht jüdischen Völker.
5 Und ich erhob (tat auf) meine Augen und sah und siehe: ein Mann und in seiner Hand [war] eine Messschnur.
6 Und ich sprach zu ihm: „Wohin gehst du?“ Und er sprach zu mir: „Jerusalem einzuüben (zu lernen)1 um zu sehen wie groß seine Breite und wie groß seine Länge [ist].“
- Die anderen dt. Übersetzungen sagen: »zu messen«; die hier verwendete Übersetzung folgt Gesenius17, S. 387.
7 Und siehe: ein Engel (Bote), der mit mir redete, ging hinaus. Und ein zweiter Engel (Bote) ging hinaus ihm entgegen.
8 Und er sprach zu ihm: „Laufe, rede zu diesem Jungen {folgendermaßen}: »Jerusalem soll ein offenes Land bleiben wegen der vielen Menschen und Vieh in seiner Mitte.
9 Und ich werde für es1, Ausspruch JHWH s, eine Feuermauer ringsumher sein und ich werde zur Herrlichkeit in seiner Mitte.
- Also für Jerusalem.
10 Auf (Wehe), auf (wehe), {und} flieht aus dem Land des Nordens1, Ausspruch JHWH s! Denn wie (mit, gemäß) [die] vier Winde des Himmel habe ich euch zerstreut (ausgebreitet), Ausspruch JHWH s.
- Das Wort Zaphon bedeutet »Norden«, es ist aber auch der Eigenname des kanaanitischen Weltenberges Zaphon (Ṣāpôn), auf dem Ba'al wohnt (vgl. Jes 14,13 und Ps 48,2). Hier bezeichnet »Land des Nordens« allerdings Babylon (vgl. V. 11). In Jer 25,9 (Sacharja bezieht sich immer wieder auf Jer 25) wird Babylon als Feind aus dem Norden identifiziert. Obwohl Babylon östlich von Israel liegt, muss man auf der Reise dorthin die arabische Wüste weiträumig nördlich umgehen. Entscheidend ist dabei also, woher man von dort aus nach Israel kommt, nicht die absolute Richtung.
11 Auf (Wehe), Zion, entkomme (rette dich)1, die du [bei der] Tochter Babels wohnst (lebst, sitzt)!2
- Alternativübersetzung: »[nach] Zion entkomme« (Menge, GNB, ESV, NRSV).
- Attributives Ptz..
12 Denn so spricht JHWH Zebaot: Zur (nachdem, nach, mit, dessen)1 Herrlichkeit (Wichtigkeit) hat (hatte) er mich zu den Völkern gesandt, die euch geplündert hatten (ausplündern, berauben). Denn (ja) wer (diejenigen, die) {in} euch schlägt (anrührt)2, schlägt (rührt an)3 {in} seinen [eigenen] Augapfel4.
- Das Wort »nach« (אחר) stellt Ausleger vor große Probleme. Manche gehen von einer Textverderbnis aus und lesen »dessen Herrlichkeit« (dann Relativpronomen אשׁר; so LUT, EÜ?), andere deuten den Abschnitt als Glosse (dann »nachdem«; Satz als Einschub; so NRSV). Eine modale (»mit Nachdruck«, nicht »mit Herrlichkeit«; vgl. Ps 73,24), temporale (»nachdem« (REB, Zür, SLT, ESV, TNIV), »später« (Tiemeyer)) oder finale (»zu [seiner] Herrlichkeit«; LXX (»εἰς δόξαν«, NET; vgl. Jes 49,37) Deutung ist mit demselben Recht vertretbar. Menge: »nach Herrlichem«. Hier wurde die finale Deutung (wg. LXX) gewählt.
- Subst. Ptz. Pl.
- Attributives Ptz..
- Wörtlich: »Zentrum/Pupille seines Auges«.
13 Denn {siehe}1, [ich] schüttle (schwinge, erhebe)2 meine Hand gegen sie3, so dass (und) sie eine Beute4 für ihre Sklaven (Knechte, die ihnen dienen) werden {werden}, damit (so dass, dann, und) ihr erkennen (wissen) werdet, dass JHWH Zebaot mich gesandt hat. Rufe laut aus und freue dich, Tochter Zions, denn {siehe}5, ich komme (werde kommen), um (und)6 in eurer Mitte zu bleiben (wohnen), Ausspruch JHWH s. Dann (und) werden sich viele Völker {zu} JHWH [gemeinsam] anschließen an jenem Tag, und (dann, so dass) sie werden mein Volk sein (werden) und (dann, so dass; aber) ich werde in deiner Mitte wohnen und (dann, so dass) du wirst erkennen (wissen), dass JHWH Zebaot mich zu dir gesandt hat. Dann (und) wird JHWH Juda in Besitz nehmen (erben) [als] seinen Anteil (Erbe, Gebiet, Belohnung) in (auf) dem heiligen Land, und er wird {in} Jerusalem wieder (erneut) erwählen.7 Pst ([Sei] still), alles Fleisch, vor (in der Gegenwart, vor dem Gesicht) JHWH! Denn er hat sich von seinem heiligen Wohnort aufgemacht (macht sich auf)!«“
- »Siehe« wirkt hier als Marker einer Ankündigung. Könnte den Aspekt der Unmittelbarkeit der angekündigten Handlung ausdrücken, steht hier wohl hauptsächlich zwecks Nachdruck.
- Prädikatives Ptz.; auch futurisch »werde schütteln«.
- D.h. »ich werde sie bestrafen« (s. NET Sach 2,9 Fußnote 12).
- Direkter Rückbezug zu »ausplündern« in V. 12 durch Verwendung derselben Wurzel (שלל).
- »Siehe« wirkt hier als Marker einer Ankündigung. Könnte den Aspekt der Unmittelbarkeit der angekündigten Handlung ausdrücken, steht hier wohl hauptsächlich zwecks Nachdruck.
- Ptz. und Pf. cons. hat – wie hier – eine stark finale Ausrichtung. Alternativübersetzung (mit בָא nicht als Ptz., sondern als Pf.): »Ich bin gekommen und werde wohnen« (so NET).
- Selbe Wendung wie in 1,17; wirkt als Klammer um die Kapitel 1-2.
Chapter 3
1 1 Und er ließ mich sehen (zeigte mir)2 Jeschua, den Hohenpriester, der stand3 vor {dem Angesicht} dem Engel (Bote) JHWH s; und auch {der} Satan4 stand5 auf seiner rechten Seite (zu seiner Rechten) um ihn anzuklagen6.7
- [Status: Ungeprüft]
- Hif'il Impf. Cons. mit Suff. 1. Pers. Sg. von ראה.
- Kal Pt. m. von עמד.
- Das Wort הַשָּׂטָן wird hier als Eigenname wiedergegeben. Die Bedeutung kann mit „Widersacher“, „Gegner“ oder „Ankläger“ übersetzt werden.
- Kal Pt. m. von עמד, parataktisch aufgelöst mit „und“. Die Kopula wurde darum mit „auch“ übersetzt.
- Kal Inf. mit Suff. 3. Pers. Sg. von שׂטן; aus dieser Wurzel stammt auch das Wort „Satan“.
- 1 Chronik 21,1
2 Und JHWH sprach zu {dem} Satan: JHWH bedrohe (schelte, schreie dich an)1 dich, Satan! {Und} JHWH bedrohe (schelte, schreie dich an)2 dich, der auserwählt hat (erwählt hat)3 Jerusalem! Ist dieser nicht ein Holzscheit (Brandscheit), das herausgezogen4 wurde vom Feuer?5
- Kal Impf. von גער, ist wie Jussiv zu übersetzen.
- Kal Impf. Cons. von גער.
- Kal Pt. m. von בחר.
- Hof'al Pt. m. von נצל.
- Amos 4,11
3 Aber Jeschua war bekleidet (angezogen)1 mit schmutzigen2 Gewändern (Kleidern); und er stand vor {dem Angesicht} dem Engel (Bote).
- Verbaladjektiv von לבשׁ.
- Adj. zu צֵאָה. Die Bedeutung lautet eigentlich: „kotig“.
4 Und er1 antwortete und sprach zu denen, die vor ihm (vor seinem Angesicht) standen2 {folgendermaßen}: Entfernt (lasst weichen)3 die schmutzigen Gewänder (Kleider) von ihm! Und er sprach zu ihm: Schau (siehe)!4 Ich habe weggenommen (hinübergehen lassen, vergeben)5 von dir deine Sünde und bekleide (ziehe dich an)6 dich mit Festgewändern (Feierkleidern)7.
- Ob das Subjekt JHWH oder der angelus interpres aus Vers 3 ist, wird in der exegetischen Literatur unterschiedlich beantwortet.
- Kal Pt. Pl. m. von עמד.
- Hif'il Imp. Pl. von סור.
- Kal Imp. Sg. von ראה.
- Hif'il Pf. von עבר.
- Hif'il Inf abs. von לבשׁ.
- Gesenius17 übersetzt „köstliche Kleider“; vgl. S. 414.
5 Und ich1 sprach: Man setze2 {ihm} einen reinen3 Kopfbund (Turban)4 auf seinen Kopf (Haupt)! Und sie setzten den reinen Kopfbund (Turban) auf seinen Kopf (Haupt) und bekleideten ihn mit Gewändern (Kleidern); während auch der Engel (Bote) JHWH s [dabei] stand5.
- So die Lesart des Marotetischen Textes. Andere Textzeugen (S, T, V und LXX) lesen: „Und er sprach: ...“
- Kal Jussiv von שׂים.
- Im Sinne von „kultisch rein“.
- Gemeint ist wohl die Kopfbedeckung des Hohenpriesters.
- Das Partizip wurde paraktisch mit „während“ übersetzt. Die Kopula zu Beginn wurde mit „auch“ aufgelöst.
6 Und der Engel (Bote) JHWH s versicherte (beteuerte, bezeugte)1 Jeschua {folgendermaßen}:
- Hif'il Impf. Cons. von עוד.
7 So spricht JHWH der Heerscharen (Zebaot): Wenn du auf meinen Wegen gehen wirst1 und wenn du meine Anordnungen ausführen (befolgen, bewahren) wirst, [dann] wirst du sowohl richten (zu seinem Recht verhelfen) mein Haus als auch behüten (schützen, bewachen) meine Vorhöfe und ich werde dir geben Zugang2 zwischen diesen, die [hier] stehen.
- Kal Impf. von הלך.
- Im MT eine unsichere Pluralform.
8 Höre doch, Jeschua, Hoherpriester - du und deine Freunde (Standesgenossen, Gefährten), die vor dir sitzen! Denn Männer des Wunders [sind] diese. Denn siehe, ich lasse meinen Knecht, den Spross kommen!
9 Denn siehe, der Stein, den ich vor Jeschua gegeben habe: auf einem Stein [sind] sieben Augen. Siehe, ich graviere eine Gravur in (auf) ihn ein, Ausspruch JHWH s der Heerscharen (Zebaot), und ich lasse von der Sünde dieses Landes ab an einem Tag.
10 An einem Tag, Ausspruch JHWH s der Heerscharen (Zebaot), werdet ihr einander einladen1 unter einem Weinstock und unter einem Feigenbaum.
- Kann auch mit „begegnen“ übersetzt werden.
Chapter 4
1 1 Und der Engel (Bote), der mit mir redete, kehrte zurück und er weckte mich, wie einen Mann, der aus seinem Schlaf erweckt wurde.
- [Status: Ungeprüft]
2 Und er sprach zu mir: Was siehst du? Und ich sprach: Ich sehe und siehe, ein Leuchter ganz aus Gold und seine Schale (Ölgefäß) auf seinem Haupt (Kopf) und seine sieben Lampen auf ihm, sieben und (mal) sieben Schnauzen (Gießgefäße) für die Lampen, die auf seinem Haupt (Kopf) [sind].
3 Und zwei Ölbäume über ihm, einer zur Rechten der Schale (Ölgefäß) und einer an seiner Linken.
4 Und ich antwortete und sprach zu dem Engel (Bote), der mit mir redete, {folgendermaßen}: Was [sind] diese, mein Herr?
5 Und der Engel (Bote), der mit mir redete, antwortete und er sprach zu mir: Hast du nicht erkannt (Weißt du nicht), was diese [sind]1? Und ich sprach: Nein, mein Herr.
- Wörtlich: „…, was jene diese?“.
6 Und er antwortete und er sprach zu mir {folgendermaßen}: Dies ist das Wort JHWH s an Serubbabel {folgendermaßen}: Nicht durch {ein} Heer und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht JHWH Zebaot.
7 Wer bist du, großer Berg? Vor Serubbabel [wirst du] zur Ebene. Und er bringt hervor den Schlussstein1, [unter] Zuruf (Lärm, Geschrei): Gnade, Gnade für ihn!
- Wörtlich: „oberster/erster/höchster Stein“.
8 Und das Wort JHWH s geschah zu mir {folgendermaßen}:
9 Die Hände Serubbabels haben dieses Haus gegründet und seine Hände werden [es] vollenden und du wirst erkennen, dass JHWH Zebaot mich zu euch gesandt hat.
10 Denn wer verachtet den Tag der Kleinen (Kleinigkeiten)? Und sie werden sich freuen1 und den Stein des Bleilots (Senkblei) sehen in der Hand Serubbabels. Diese sieben [sind] die Augen JHWH s - jene schweifen auf der ganzen Erde (Land) umher.
- Streng genommen müsste durch das Waw-Konsekutivum „und sie freuten sich“ übersetzt werden.
11 Und ich antwortete und sprach zu ihm: Was [sind] diese zwei Ölbäume auf der Rechten des Leuchters und auf seiner Linken?
12 Und ich antwortete zum zweiten Mal und ich sprach zu ihm: Was [sind] die zwei Ähren (Zweigspitzen) der Ölbäume, die in der Hand der zwei goldenen Röhren [sind], die das Gold aus ihnen gießen?
13 Und er sprach zu mir: Erkennst du nicht, was diese [sind]? Und ich sprach: Nein, mein Herr.
14 Und er sprach: Diese zwei [sind] die Söhne des Öls1, die beim Herrn der ganzen Erde (Land) stehen.
- ELB und LUT übersetzen „Gesalbte“, hier wird jedoch die wörtliche Bedeutung von בְנֵֽי־הַיִּצְהָר wiedergegeben. Zudem ist hier frisch gepresstes Öl gemeint und nicht das Nomen für Salböl verwendet worden.
Chapter 6
1 1 Und ich kehrte um (kehrte zurück, wendete mich) und ich erhob (tat auf) meine Augen und ich sah und siehe: vier Wagen, die herausfuhren (hinausgingen)2 zwischen zwei Bergen und die Berge der Schlangenberge.
- [Status: Ungeprüft]
- Qal Part. Pl. fem.
2 Am ersten Wagen [waren] rote Pferde und am zweiten Wagen [waren] schwarze Pferde.
3 Und am dritten Wagen [waren] weiße Pferde und am vierten Wagen [waren] gefleckte (scheckige), starke (kräftige)1 Pferde.
- Die Bedeutung des Wortes אֲמֻצִּֽים ist umstritten. Hier wurde von einer Verbindung mit dem Verb אמצִ (Qal: stark sein) ausgegangen. Der textkritische Apparat der BHS5 geht bei diesem Wort von einer Glosse aus.
4 Und ich antwortete und sprach zu dem Engel (Boten), der mit mir redete: Was [sind] diese, mein Herr?
5 Der Engel (Bote) antwortete und sprach zu mir: Diese [sind die] vier Winde des Himmels,1 die ausgehen2 und stehen (hintreten)3 vor dem Herrn der ganzen Erde (Land),
- Sacharja 2,10
- Qal Part. Pl. fem.
- Hitpa'el Part. Pl. fem., hier parataktisch übersetzt.
6 die auf ihr,1 und die schwarzen Pferde laufen hinaus2 zum Land des Nordens und die weißen laufen hinaus3 hinter ihnen her4 und die gefleckten (scheckigen) laufen hinaus zum Land des Südens
- Siehe Diskussionseite.
- Qal Part. Pl. fem., hier parataktisch übersetzt.
- Perfekt consecutivum, ebenso die nachfolgenden Verben.
- Die Wortverbindung kann evtl. auch „westlich“ oder „Westen“ bedeuten; vgl. Gesenius17 S. 26.
7 und die starken (kräftigen) laufen hinaus; und sie wollten1 umhergehen (umherlaufen) auf dem Land (Erde). Und er sprach: Geht, geht umher auf dem Land (Erde)! Und sie gingen auf dem Land (Erde) umher.
- Die eigentliche Wortbedeutung ist „suchen“. Um eine etwas antiquierte Wendung wie „sie suchten zu erreichen“ oder „trachteten“, wurde das Wort mit „wollen“ übertragen.
8 Und er rief mir zu (schrie mich an) und er redete zu mir {folgendermaßen}: Sieh, die, welche hinaus liefen zum Land des Nordens, lassen meinen Geist ruhen (verschaffen ... Ruhe, machen ... zufrieden) im Land des Nordens.
9 Und das Wort JHWH s geschah zu mir {folgendermaßen}:
10 Nimm von den Exulanten (Weggeführten)1, von Heldai und von Tobija und von Jedaja und gehe2 du an jenem Tag und gehe [zum] Haus Joschijas, des Sohnes Zefanjas, die aus Babel kamen.
- Im Hebräischen steht hier das Wort הַגֹּולָה, das „Exil“ und als Kollektivbezeichnung auch „Exulanten“ bedeutet.
- Perfekt consecutivum mit Bezug auf den Imperativ von Vers 10aα. Dasselbe gilt für die nachfolgenden Imperative.
11 Und nimm Silber und Gold und mache Kronen1 und setze [sie] auf den Kopf (Haupt) Jeschuas, des Sohnes Jozadaks, dem Hohenpriester.
- Der Numerus ist hier strittig. Grammatikalisch steht עֲטָרֹות im Plural, vom Sinn her kommt aber nur der Singular in Frage (LXX, Syriaca und Targumim bezeugen deshalb auch den Singular). Freilich ist für weisheitliche Literatur auch belegt, dass der Singular in einer Pluralform ausgedrückt werden kann. Neben der Bedeutung „Kronen“ ist die Pluralform zudem der Eigenname der Gaditer-Stadt „Atarot“ (vgl. Num 32,3).
12 Und sage (sprich) zu ihm {folgendermaßen}: So spricht JHWH Zebaot: Siehe, ein Mann, Spross [ist] sein Name; unter ihm aber wird [es] hervorsprossen1 und er wird den Tempel JHWH s bauen.
- Dieses Verb hat dieselbe Wurzel wie der „Spross“ (צֶמַח).
13 Und jener wird den Tempel JHWH s bauen und jener wird Hoheit (Majestät, Glanz, Pracht) tragen und er wird sitzen und herrschen auf seinem Thron, auch (und) wird1 ein Priester auf seinem Thron sein2 und [der] Rat (Ermahnung, Entschluss, Plan) des Friedens wird zwischen ihnen beiden sein.
- An dieser Stelle steht die finite Verbform הָיָה.
- Andere Übersetzungsmöglichkeit: „auch (und) wird er Priester auf seinem Thron sein“.
14 Und die Kronen sind (sollen sein)1 der Heldai2 und dem Tobija und dem Jedaja und der Gnade des Sohnes Zefanjas zum Andenken (Gedenken, Erinnerung) im Tempel JHWH s.
- „Kronen“ steht im Plural, das Verb jedoch im Singular. Hier wurde es pluralisch wiedergegeben, obwohl wörtlich dort steht: „die Kronen ist“.
- Im MT steht nicht dieser Name wie in Vers 10, sondern לְחֵלֶם. Es könnte sich um eine korrupte Stelle handeln, da die nachfolgende Namensreihung Heldai sinvoll nahelegt.
15 Und Ferne1 werden kommen und den Tempel JHWH s bauen und ihr werdet erkennen, dass JHWH Zebaot mich zu euch gesandt hat; und es wird geschehen, wenn ihr ganz gewiss hört auf die Stimme (Ruf) JHWH s, eures Gottes.
- Also diejenigen, die weit entfernt sind. Gemeint sind die Exulanten. Eine andere Übersetzungsmöglichkeit ist: „Und [von] ferne werden…“