Chapter 1
1 DIE Sprüche Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel - /
2 dass man kennenlerne Weisheit und Zucht, / verständig zu reden verstehe, /
3 dass man Belehrung annehme, die klug macht, / Gerechtigkeit, Sinn für das Recht, Geradheit, /
4 dass die Unerfahrenen lebensklug werden / und die Jünglinge einsichtig und besonnen - /
5 wer weise ist, hört darauf und mehrt sein Wissen, / und wer verständig, lernt richtig leben -, /
6 dass man Gleichnis und Sinnspruch verstehe, / die Worte der Weisen und ihre Rätsel. /
7 Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis, / die Toren verachten Weisheit und Zucht. / (a) Spr 9:10; 15:33; Hio 28:28; Ps 111:10
8 Höre, mein Sohn, die Belehrung deines Vaters / und verwirf nicht die Weisung deiner Mutter; / (a) Spr 6:20; 23:22
9 denn sie sind deinem Haupte ein lieblicher Kranz / und ein Geschmeide für deinen Hals. /
10 Mein Sohn, wenn die Sünder dich locken, / so folge nicht; (a) Ps 1:1
11 wenn sie sagen: / "Geh mit uns, wir wollen dem Frommen auflauern, / wollen dem Unschuldigen nachstellen ohne Ursache; /
12 wir wollen sie lebendig verschlingen wie die Unterwelt, / die Gesunden denen gleich machen, die zur Grube hinabfahren; /
13 da gewinnen wir allerlei köstlichen Reichtum, / füllen unsere Häuser mit Raub; /
14 wirf dein Los unter uns, / wir alle wollen einen Beutel führen!" - / (1) d.h. mache mit uns gemeinschaftliche Sache.
15 mein Sohn, dann gehe nicht ihre Wege, / halte deinen Fuss zurück von ihrem Pfade. /
16 Denn ihre Füsse laufen zum Bösen / und eilen, Blut zu vergiessen. / (a) Jes 59:7
17 Denn vergeblich ist das Netz ausgespannt / vor den Augen alles Geflügelten. /
18 Und sie, sie lauern auf ihr eignes Blut / und stellen dem eignen Leben nach. /
19 So ergeht es allen, die nach Gewinn jagen; / er nimmt seinem Besitzer das Leben.
20 DIE Weisheit ruft auf der Gasse, / auf den freien Plätzen erhebt sie die Stimme; / (a) Spr 8:1
21 oben auf den Mauern predigt sie, / am Eingang der Stadttore spricht sie ihre Worte: /
22 "Wie lange, ihr Einfältigen, liebt ihr die Einfalt? / wie lange haben die Spötter am Spotten Gefallen / und hassen die Toren Erkenntnis? /
23 Kehret euch zu meiner Rüge! / Siehe, ich will euch meinen Geist hervorströmen lassen, / will meine Worte euch kundtun. /
24 Weil ich rief und ihr nicht wolltet, / mit der Hand winkte und niemand aufmerkte, / (a) Jes 65:12
25 weil ihr all meinen Rat in den Wind schlugt / und meine Rüge nicht annahmt, /
26 so will nun auch ich bei eurem Verderben lachen, / will spotten, wenn der Schrecken über euch kommt, /
27 wenn der Schrecken über euch kommt wie ein Wetter, / wenn euer Verderben wie Sturmwind daherfährt, / wenn Not und Drangsal euch überfällt. /
28 Alsdann werden sie mich rufen, aber ich werde nicht hören; / sie werden mich suchen, mich aber nicht finden. / (a) Jer 11:11; Mi 3:4
29 Weil sie die Erkenntnis hassten / und an der Furcht des Herrn kein Gefallen hatten, /
30 meinen Rat nicht annehmen wollten, / all meine Rüge verwarfen, /
31 darum werden sie die Frucht ihres Wandels kosten müssen / und an ihren eignen Plänen genug bekommen; / (a) Spr 14:14; Hio 4:8
32 denn die Einfältigen bringt ihr eigner Abfall um, / und den Toren wird die eigne Sorglosigkeit zum Verderben. /
33 Wer aber auf mich hört, der wohnt sicher; / er lebt ruhig und hat kein Unheil zu fürchten."
Chapter 2
1 MEIN Sohn, wenn du meine Worte annimmst, / und meine Gebote bei dir verwahrst, /
2 sodass du dein Ohr der Weisheit leihst / dein Herz der Vernunft zuneigst, /
3 ja, wenn du der Einsicht rufst, / nach der Vernunft die Stimme erhebst, /
4 wenn du nach ihr suchst wie nach Silber / und ihr nachspürst wie verborgenen Schätzen - /
5 alsdann wirst du verstehen, was Furcht des Herrn ist, / und Gotteserkenntnis finden; /
6 denn der Herr gibt Weisheit, / aus seinem Munde kommt Vernunft und Erkenntnis, / (a) Hio 32:8
7 er spart den Rechtschaffenen Heil auf, / er beschirmt die, welche unsträflich wandeln, /
8 indem er die Pfade des Rechtes behütet / und über dem Weg seiner Frommen wacht - /
9 alsdann wirst du verstehen, was Recht und Gerechtigkeit, / was Geradheit ist, jegliche Bahn des Guten; /
10 denn die Weisheit wird in dein Herz kommen / und die Erkenntnis die Lust deiner Seele sein; /
11 die Besonnenheit wird über dir wachen, / die Vernunft dich behüten, /
12 indem sie dich vor dem Wege des Bösen bewahrt, / vor dem, der Verkehrtes redet, /
13 vor denen, die die rechte Strasse verlassen, / um auf finstern Wegen zu wandeln, /
14 die sich freuen, Böses zu tun, / über böse Ränke frohlocken, /
15 die krumme Pfade einschlagen / und Irrwege gehen auf ihren Bahnen - / (a) Ps 125:5
16 indem sie dich auch bewahrt vor dem Weibe des andern, / vor der Fremden, die glatte Worte redet, / (a) Spr 5:3; 6:24; 7:5
17 die den Genossen ihrer Jugend verlässt, / sich nicht kümmert um das Gesetz ihres Gottes; /
18 denn zum Tode senkt sich ihr Pfad / und ihre Bahnen zu den Schatten; / (a) Spr 5:5; 7:27; 9:18; 21:16
19 alle, die zu ihr eingehen, kehren nicht wieder, / gelangen nicht zu den Pfaden des Lebens - /
20 damit du wandlest auf dem Wege der Guten / und auf dem Pfad der Gerechten verharrest; /
21 denn die Rechtschaffenen werden das Land bewohnen / und die Unsträflichen darin übrigbleiben; / (a) Ps 37:29
22 die Gottlosen aber werden aus dem Lande vertilgt / und die Treulosen aus ihm herausgerissen.
Chapter 3
1 MEIN Sohn, vergiss meiner Weisung nicht, / dein Herz bewahre meine Gebote; /
2 denn sie werden dir langes Leben und gute Jahre / und Wohlfahrt in Fülle bringen. / (a) Spr 4:10; 5Mo 8:1; 30:16; Ps 119:165
3 Lass Liebe und Treue nicht von dir weichen; / binde sie dir an den Hals, / schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, / (a) Spr 6:21; 7:3; 5Mo 6:8
4 so wirst du Gunst und Beifall finden / vor Gott und den Menschen. /
5 Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen, / auf deine Klugheit aber verlass dich nicht. / (a) Ps 118:8
6 Denke an ihn auf all deinen Wegen, / so wird er deine Pfade ebnen. /
7 Halte dich selbst nicht für weise, / fürchte den Herrn und meide das Böse; / (a) Jes 5:21; Rö 12:16
8 das wird deinem Leibe gesund sein / und deine Gebeine erquicken. / (a) Spr 4:22
9 Ehre den Herrn (durch Gaben) von deinen Gütern / und von den Erstlingen all deines Ertrags, / (a) 5Mo 26:2; Mal 3:10
10 so füllen sich deine Scheunen mit Überfluss, / und deine Keltern laufen über von Wein. /
11 Mein Sohn, verwirf nicht die Züchtigung des Herrn / und sei nicht unmutig ob seiner Strafe; /
12 denn wen der Herr liebhat, den züchtigt er / wie ein Vater den Sohn, dem er wohlwill. (a) Hio 5:17; Off 3:19
13 WOHL dem Menschen, der Weisheit erlangt hat, / dem Manne, der Einsicht gewinnt; /
14 denn ihr Erwerb ist besser als Erwerb von Silber, / und sie zu gewinnen ist mehr wert als Gold. / (a) Spr 8:19; 16:16; Hio 28:15; Ps 19:11
15 Sie ist kostbarer als Korallen, / und alle Kleinodien wiegen sie nicht auf. / (a) Spr 8:11
16 Langes Leben ist in ihrer Rechten, / in ihrer Linken Reichtum und Ehre. / (a) Spr 8:18
17 Ihre Wege sind Wege der Wonne, / und all ihre Pfade sind Wohlfahrt. /
18 Sie ist ein Lebensbaum denen, die sie ergreifen; / wer sie festhält, der ist beglückt. /
19 Durch Weisheit hat der Herr die Erde gegründet, / den Himmel durch Einsicht festgestellt. / (a) Spr 8:27; Ps 136:5
20 Durch seine Erkenntnis brachen die Fluten hervor / und träufeln die Wolken den Tau. /
21 Mein Sohn, verliere sie nicht aus den Augen, / halte fest an Umsicht und Besonnenheit, /
22 so werden sie Leben für dich sein, / ein anmutiger Schmuck deinem Halse. /
23 Alsdann wirst du deinen Weg sicher gehen, / und dein Fuss wird nicht anstossen. / (a) Ps 91:11 12
24 Legst du dich nieder, so schrickst du nicht auf, / und süss wird dein Schlaf sein auf deinem Lager. / (a) Ps 4:9
25 Vor plötzlichem Schrecknis musst du dich nicht fürchten, / noch vor dem Unwetter, das über die Gottlosen kommt; /
26 denn der Herr wird deine Zuversicht sein / und deinen Fuss vor der Schlinge behüten.
27 WEIGRE dich nicht, dem Bedürftigen Gutes zu tun, / wenn es in deiner Macht steht. /
28 Sprich nicht zum Nächsten: "Geh hin und komm wieder; / morgen will ich dir geben" - da du's doch jetzt kannst. /
29 Sinne nicht Böses wider den Nächsten, / während er arglos neben dir wohnt. /
30 Hadre nicht mit jemandem ohne Ursache, / wenn er dir nichts Böses getan hat. /
31 Beneide den nicht, der frevle Gewalt braucht, / und wähle dir keinen seiner Wege; /
32 denn der Verkehrte ist dem Herrn ein Greuel, / aber mit den Aufrichtigen hält er Freundschaft. / (a) Ps 25:14
33 Der Fluch des Herrn wohnt im Hause des Gottlosen, / aber die Wohnung der Frommen segnet er. /
34 Des Spötters spottet er, / aber den Demütigen gibt er Gnade. / (a) 1Pe 5:5
35 Die Weisen kommen zu Ehren, / die Toren aber tragen Schande davon.
Chapter 4
1 HÖRET, ihr Söhne, eines Vaters Mahnung, / merket auf, dass ihr Einsicht lernet; /
2 denn ich gebe euch gute Lehre, / lasst meine Weisung nicht ausser acht. /
3 Da ich noch als Sohn beim Vater war, / als zartes, einziges Kind in der Hut der Mutter, /
4 unterwies er mich und sprach zu mir: / Dein Herz halte fest meine Worte; / bewahre meine Gebote, so wirst du leben. /
5 Erwirb Weisheit, erwirb Einsicht! / Vergiss es nicht und weiche nicht vom Wort meines Mundes. /
6 Verlass sie nicht, so bewahrt sie dich; / behalte sie lieb, so behütet sie dich. /
7 Der Weisheit Anfang ist: Erwirb Weisheit, / erwirb Einsicht um all deinen Besitz! / (1) in der Originalüs. ist V. 7 dem V. 6 vorangestellt. (a) Spr 23:23
8 Halte sie hoch, so bringt sie dich hoch; / sie bringt dich zu Ehren, wenn du sie umfängst. /
9 Sie legt auf dein Haupt einen schmucken Kranz, / reicht dir eine prächtige Krone. / (a) Spr 1:9
10 Höre, mein Sohn, und nimm an meine Worte, / so wirst du lange und glücklich leben. / (a) Spr 3:2
11 Den Weg der Weisheit lehre ich dich, / heisse dich schreiten die Bahn der Geradheit. /
12 Wenn du gehst, ist dein Schritt ungehemmt, / und wenn du läufst, so strauchelst du nicht. /
13 Halte fest an der Zucht, lass nicht ab; / bewahre sie, denn sie ist dein Leben. /
14 Gehe nicht auf den Pfad der Gottlosen / und beschreite nicht den Weg der Bösen. / (a) Ps 1:1
15 Meide ihn und betritt ihn nicht; / weiche ihm aus und gehe fürbass. /
16 Denn sie können nicht schlafen, ehe sie Böses getan, / es flieht sie der Schlaf, bis sie einen zu Fall gebracht. / (a) Ps 36:5; Mi 2:1
17 Das Brot, das sie essen, ist Frevel, / und der Wein, den sie trinken, ist Gewalttat. /
18 Der Gerechten Pfad ist wie Morgenglanz, / der immer heller wird bis an den vollen Tag. (a) Spr 13:9; Hio 11:17
19 Der Weg der Gottlosen ist wie dunkle Nacht; / sie wissen nicht, woran sie straucheln. / (1) in der Originalüs. ist V. 19 dem V. 18 vorangestellt.
20 Mein Sohn, merke auf meine Rede / und neige dein Ohr meinen Worten. /
21 Lass sie nie aus den Augen, / bewahre sie im innersten Herzen. / (a) 5Mo 11:18
22 Denn sie sind Leben dem, der ihrer teilhaft wird, / und seinem ganzen Leib eine Arznei. / (a) Spr 3:8
23 Wachsam behüte dein Herz; / denn daraus quillt glückliches Leben. /
24 Halte fern von dir Falschheit des Mundes / und meide Trug der Lippen. /
25 Lass deine Augen geradeaus schauen / und deine Wimpern stracks vor dich hin sehen. /
26 Geh immer zu auf gerader Bahn, / und alle deine Wege seien bestimmt. /
27 Weiche weder zur Rechten noch zur Linken, / halte deinen Fuss vom Bösen zurück. (a) 5Mo 5:32; Ps 119:101
Chapter 5
1 MERKE, mein Sohn, auf meine Weisheit, / meiner Einsicht neige dein Ohr, /
2 dass du kluge Ratschläge behaltest / und deine Lippen Erkenntnis bewahren. /
3 Denn von Honigseim triefen die Lippen der Fremden, / und glätter als Öl ist ihr Gaumen. / (1) gemeint ist die Ehefrau eines andern. (a) Spr 2:16; 6:24
4 Zuletzt aber ist sie bitter wie Wermut, / scharf wie ein zweischneidig Schwert. /
5 Ihre Füsse gehen hinunter zum Tod, / ihre Schritte streben der Unterwelt zu. / (a) Spr 7:27
6 Den geraden Weg des Lebens schlägt sie nicht ein, / ihre Pfade gehen irre, ohne dass sie es merkt. /
7 So höre mich denn, mein Sohn, / und weiche nicht von den Worten meines Mundes. /
8 Halte fern von ihr deinen Weg / und nahe dich nicht der Tür ihres Hauses, /
9 damit du nicht andern dein Gut geben musst, / einem Grausamen (den Ertrag) deiner Jahre, /
10 dass nicht Fremde sich sättigen an deinem Vermögen / und dein sauer Erworbenes ins Haus eines andern komme, /
11 dass du nicht zuletzt seufzen müssest, / wenn dir Leib und Fleisch dahinschwindet, /
12 und sagest: "Ach, dass ich die Zucht gehasst habe, / dass mein Herz die Warnung missachtet hat! /
13 dass ich nicht auf meine Erzieher gehört / und meinen Lehrern das Ohr nicht geliehen! /
14 Beinahe wäre ich ganz ins Unglück geraten / inmitten der Versammlung und der Gemeinde."
15 Trinke Wasser aus deiner Zisterne / und frischen Trunk aus dem eignen Brunnen. /
16 Sollen deine Quellen auf die Gasse strömen, / auf die freien Plätze deine Wasserbäche?
17 Dir allein sollen sie gehören, / nicht Fremden zugleich mit dir. /
18 Dein Brunnquell sei gesegnet, / und du freue dich des Weibes deiner Jugend! /
19 Die liebliche Hindin, die anmutige Gazelle, / sie sei deine Genossin! / Ihre Liebe soll dich allezeit sättigen, / an ihrer Liebkosung magst du dich immer berauschen. / (a) Pre 9:9
20 Warum wolltest du dich an einer andern berauschen, / den Busen einer Fremden umfangen? /
21 Denn eines jeden Weg ist dem Herrn offenbar, / er hat acht auf alle seine Bahnen. / (a) Hio 34:21
22 Der Gottlose verfängt sich in seiner eignen Schuld, / wird festgehalten von den Stricken seiner Sünde. /
23 Aus Mangel an Zucht geht er zugrunde, / ob seiner grossen Torheit taumelt er hin.
Chapter 6
1 MEIN Sohn, wenn du gebürgt hast für deinen Nächsten, / Handschlag geleistet hast für einen andern, / (a) Spr 11:15; 17:18; 20:16
2 wenn du dich durch deine Lippen verstrickt, / zum Gefangenen eigner Worte gemacht hast, /
3 so tue doch dies, mein Sohn, damit du wieder frei wirst - / denn du bist in des andern Gewalt -: / Gehe hin und lass nicht ab / und dringe in deinen Nächsten! /
4 Gönne deinen Augen keinen Schlaf, / lass deine Wimpern nicht schlummern. /
5 Rette dich wie eine Gazelle vor dem Jäger, / wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers.
6 Gehe hin zur Ameise, du Fauler, / betrachte ihre Weise, dass du klug werdest. /
7 Sie hat keinen Fürsten, / keinen Vogt und keinen Gebieter, /
8 und doch rüstet sie ihre Speise im Sommer / und trägt in der Ernte ihre Nahrung zusammen. /
9 Wie lange, du Fauler, willst du noch liegen? / wann willst du aufstehen von deinem Schlafe? /
10 "Noch ein bisschen schlafen, ein bisschen schlummern, / ein bisschen die Hände ineinanderlegen im Bett" - /
11 da kommt über dich wie ein Räuber die Armut, / der Mangel wie ein gewappneter Mann. (1) V. 10-11: Spr 24:33
12 Ein Taugenichts ist, ein heilloser Mensch, / wer Falschheit im Munde führt, /
13 mit den Augen zwinkert, mit den Füssen scharrt / und Zeichen gibt mit den Fingern, / (a) Spr 10:10
14 wer im Herzen Hinterlist hegt und Böses schmiedet / und allezeit Händel stiftet. /
15 Darum wird plötzlich das Verderben über ihn kommen, / unheilbar wird er zerschmettert im Nu.
16 Sechs Dinge sind es, die der Herr hasst, / sieben sind seiner Seele ein Greuel: /
17 hochmütige Augen, eine falsche Zunge, / Hände, die unschuldiges Blut vergiessen, / (a) Spr 12:22; 30:13; Jes 1:15
18 ein Herz, das arge Ränke schmiedet, / Füsse, die eilends dem Bösen nachlaufen, / (a) Jes 59:7
19 wer Lügen vorbringt als falscher Zeuge, / wer Händel stiftet zwischen Brüdern.
20 MEIN Sohn, bewahre das Gebot deines Vaters, / verwirf nicht die Weisung deiner Mutter; / (a) Spr 1:8
21 binde sie dir aufs Herz allerwegen / und winde sie dir um den Hals. / (a) Spr 3:3
22 Wenn du einhergehst, wird sie dich geleiten, / wird über dir wachen, wenn du schläfst, / und wenn du erwachst, wird sie zu dir reden. /
23 Denn eine Leuchte ist das Gebot und die Weisung ein Licht, / und ein Weg des Lebens sind Rüge und Zucht, / (a) Ps 119:105
24 indem sie dich vor dem argen Weibe bewahren, / vor der glatten Zunge der Fremden. / (1) gemeint ist die Ehefrau eines andern. (a) Spr 2:16
25 Lass dich nicht im Herzen nach ihrer Schönheit gelüsten / und lass dich nicht fangen durch ihre Augen. / (a) Mt 5:28
26 Bei einer Dirne steht ein Stück Brot auf dem Spiel, / ein Eheweib aber jagt nach dem kostbaren Leben. /
27 Kann man Feuer im Bausche (des Gewandes) tragen, / ohne dass die Kleider versengt werden? /
28 Kann man auf glühenden Kohlen gehen, / ohne die Füsse sich wund zu brennen? /
29 So, wer zum Weibe des Nächsten geht: / wer sie berührt, bleibt nicht ungestraft. /
30 Verachtet man nicht den Dieb, / auch wenn er stiehlt, den Hunger zu stillen, /
31 und obschon er, ertappt, es siebenfältig ersetzen, / alles Gut seines Hauses geben kann? / (a) 2Mo 22:1
32 Wer aber Ehebruch treibt, ist Verstandes bar; / nur der tut's, der sich selber verderben will. /
33 Schläge und Schande werden sein Teil sein, / unaustilgbar ist seine Schmach. /
34 Denn stammt aus Eifersucht der Grimm des Mannes, / so kennt er keine Schonung am Tag der Rache. /
35 Er sieht kein Lösegeld an; / wie viel du auch schenken willst, er nimmt es nicht.
Chapter 7
1 Mein Sohn, behalte meine Worte, / und meine Gebote bewahre bei dir. /
2 Bewahre meine Gebote, so wirst du leben, / und hüte meine Weisung wie deinen Augapfel. /
3 Binde sie dir um die Finger / und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens. / (a) Spr 3:3
4 Sage zur Weisheit: "Du bist meine Schwester", / und heisse die Einsicht deine Vertraute, /
5 dass sie dich bewahre vor dem Weibe des andern, / vor der Fremden, die glatte Worte gibt. / (a) Spr 2:16; 5:3; 6:24
6 Denn sie schaut im Fenster ihres Hauses / hinter dem Gitter hervor. /
7 Da sieht sie unter den Einfältigen einen Jüngling, / bemerkt einen Unverständigen unter den Jungen, /
8 der an einer Ecke in die Gasse einlenkt / und gegen ihr Haus zuschreitet /
9 in der Dämmerung, bei der Neige des Tages, / zur Zeit der Nacht und des Dunkels. /
10 Siehe, da läuft ihm das Weib entgegen, / im Aufzug einer Dirne und verschmitzten Herzens. /
11 Aufgeregt ist sie und unbändig, / ihre Füsse finden im Haus keine Ruhe. /
12 Bald (ist sie) auf der Gasse, bald auf den Plätzen, / an allen Ecken lauert sie. /
13 Die fasst ihn und küsst ihn, / und mit frecher Miene spricht sie zu ihm: /
14 "Ich war ein Heilsopfer schuldig; / heute habe ich meine Gelübde erfüllt. /
15 Darum bin ich ausgegangen, / dir entgegen, um dich zu suchen, / und nun habe ich dich gefunden. /
16 Mit Teppichen habe ich mein Lager bedeckt, / mit bunten Tüchern von ägyptischem Linnen. /
17 Ich habe mein Bette mit Myrrhen besprengt, / mit Aloe und mit Zimmet. /
18 Komm, wir wollen uns an Wollust berauschen bis zum Morgen, / wollen miteinander schwelgen in Liebe; /
19 denn der Mann ist nicht zu Hause, / er ist fernhin auf Reisen gegangen. /
20 Er hat den Geldbeutel mit sich genommen; / erst am Vollmond kommt er wieder heim."
21 Sie bringt ihn herum mit dem vielen Zuspruch, / mit dem glatten Geschwätz reisst sie ihn fort. /
22 Einfältiglich läuft er hinter ihr drein / wie ein Ochs, der zur Schlachtung geht, / wie ein Hund, der zur Kette geführt wird, /
23 wie ein Vogel ins Garn eilt, / und merkt nicht, dass es sein Leben gilt, / bis der Pfeil ihm die Leber durchbohrt. /
24 Nun denn, mein Sohn, höre auf mich, / merke auf die Worte meines Mundes. /
25 Lass dein Herz nicht abweichen auf ihre Wege, / irre nicht ab auf ihre Pfade. /
26 Denn viel sind der Erschlagenen, die sie gefällt, / und die sie gemordet, sind zahlreich. /
27 Ihr Haus ist ein Weg zur Unterwelt, / der hinabführt zu den Kammern des Todes. (a) Spr 2:18; 5:5; 9:18; 21:16
Chapter 8
1 RUFT nicht die Weisheit vernehmlich? / erhebt nicht die Einsicht ihre Stimme? / (a) Spr 1:20
2 Oben auf den Höhen am Wege, / da wo die Pfade sich kreuzen, steht sie. /
3 Zur Seite der Tore am Ausgang der Stadt, / am Eingang der Pforten ruft sie laut: /
4 "Euch, ihr Männer, gilt meine Predigt, / an die Menschenkinder ergeht mein Ruf. /
5 O ihr Einfältigen, lernet Klugheit, / ihr Toren, nehmet Verstand an! /
6 Höret zu! Vortreffliches rede ich, / recht und gerade ist, was meine Lippen eröffnen. /
7 Ja, Wahrheit redet mein Gaumen, / und Frevel ist meinen Lippen ein Greuel. /
8 Rechtbeschaffen sind alle Worte meines Mundes; / es ist nichts Krummes, Verkehrtes darin. /
9 Klar sind sie alle für den Verständigen / und richtig für den, der Erkenntnis besitzt. /
10 Nehmt lieber Belehrung an als Silber / und Erkenntnis eher als köstliches Gold. /
11 Denn Weisheit ist wertvoller als Korallen, / und alle Kleinodien wiegen sie nicht auf. / (a) Spr 3:15; Hio 28:15
12 Ich, die Weisheit, pflege der Klugheit, / verfüge über Erkenntnis und guten Rat. /
13 Den Herrn fürchten heisst das Böse hassen; / Hoffart und Hochmut und bösen Wandel / und trugvolle Rede hasse ich. /
14 Bei mir ist Rat und Tüchtigkeit; / mein ist Einsicht und mein auch Stärke. /
15 Durch mich herrschen die Könige / und entscheiden die Machthaber gerecht. /
16 Durch mich regieren Fürsten und Edle, / wer immer auf Erden Gewalt hat. /
17 Ich habe lieb, die mich lieben, / und die nach mir suchen, werden mich finden. / (a) Spr 2:4 5
18 Reichtum und Ehre ist bei mir, / stattliches Gut und gerechter Lohn. / (a) Spr 3:16
19 Meine Frucht ist besser als Gold, als gediegenes Gold, / mein Ertrag besser als köstliches Silber. / (a) Spr 3:14; 16:16
20 Ich wandle auf dem Pfad der Gerechtigkeit, / mitten auf den Bahnen des Rechten, /
21 dass ich denen, die mich lieben, Reichtum gebe / und ihre Schatzkammern fülle.
22 Der Herr schuf mich, seines Waltens Erstling, / als Anfang seiner Werke, vorlängst. /
23 Von Ewigkeit her bin ich gebildet, / von Anbeginn, vor dem Ursprung der Welt. /
24 Noch ehe die Meere waren, ward ich geboren, / noch vor den Quellen, reich an Wasser. /
25 Bevor die Berge eingesenkt wurden, / vor den Hügeln ward ich geboren, /
26 ehe er die Erde gemacht und die Fluren / und die ersten Schollen des Erdreichs. /
27 Als er den Himmel baute, war ich dabei, / als er das Gewölbe absteckte über der Urflut, / (a) 1Mo 1:7 8
28 als er die Wolken droben befestigte / und die Quellen der Urflut stark machte, /
29 als er dem Meer seine Schranke setzte, / dass die Wasser seinem Befehle gehorchten, / als er die Grundfesten der Erde legte, / (a) 1Mo 1:9; Hio 38:10; Ps 104:9
30 da war ich als Liebling ihm zur Seite, / war lauter Entzücken Tag für Tag / und spielte vor ihm allezeit, / (1) and: "Werkmeister".
31 spielte auf seinem Erdenrund / und hatte mein Ergötzen an den Menschenkindern.
32 So höret denn auf mich, meine Söhne, /
33 höret auf Mahnung, dass ihr weise werdet, / und schlagt sie nicht in den Wind! /
34 Wohl dem Menschen, der auf mich hört, / wohl denen, die meine Wege einhalten, / an meinem Tore wachen Tag für Tag / und meine Türpfosten hüten! /
35 Denn wer mich findet, der findet das Leben / und er erlangt Wohlgefallen beim Herrn. /
36 Wer mich aber verfehlt, der schädigt sich selber; / alle, die mich hassen, lieben den Tod."
Chapter 9
1 FRAU Weisheit hat ihr Haus gebaut, / ihre sieben Säulen aufgerichtet, /
2 das Schlachtvieh geschlachtet, den Wein gemischt, / hat schon den Tisch gedeckt. /
3 Sie hat die Mägde ausgeschickt, / lässt rufen auf der Höhe der Stadt: /
4 "Wer unerfahren ist, der kehre hier ein!" / Zum Unverständigen spricht sie: /
5 "Kommt, nehmet teil an meinem Mahl / und trinkt von dem Wein, den ich gemischt! /
6 Lasst fahren die Torheit, auf dass ihr lebet, / und geht einher auf dem Wege der Einsicht!" /
7 Wer den Spötter zurechtweist, der holt sich Schimpf, / wer den Gottlosen rügt, der erntet Schande. /
8 Rüge den Spötter nicht, dass er dich nicht hasse; / rüge den Weisen, der wird dich lieben. / (a) Spr 23:9; Ps 141:5; Mt 7:6
9 Gib dem Weisen, so wird er noch weiser; / belehre den Frommen, so lernt er noch mehr. /
10 Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn, / und die Erkenntnis des Heiligen ist Verstand. / (a) Spr 1:7; Hio 28:28; Ps 111:10
11 Denn durch mich werden deine Tage sich mehren, / werden Jahre sich fügen zu deinem Leben. / (a) Spr 3:16; 10:27
12 Bist du weise, so bist du weise für dich; / bist du ein Spötter, so hast du's allein zu tragen. /
13 Frau Torheit ist ein erregtes Ding, / voll Unverstand, und kennt keine Scham. /
14 Sie sitzt vor der Tür ihres Hauses / auf einem Stuhl auf der Höhe der Stadt /
15 und ruft denen zu, die vorüberwandern, / die ihre gerade Strasse gehen: /
16 "Wer unerfahren ist, der kehre hier ein!" / Zum Unverständigen spricht sie: /
17 "Gestohlenes Wasser ist süss, / und heimliches Brot schmeckt gut." (a) Spr 20:17
18 Und er weiss nicht, dass die Schatten dort hausen, / dass ihre Gäste in den Tiefen der Unterwelt lagern. (a) Spr 2:18; 21:16
Chapter 10
1 DIE Sprüche Salomos. Ein weiser Sohn macht dem Vater Freude, / aber ein törichter Sohn ist seiner Mutter ein Herzeleid. / (a) Spr 15:20; 17:25; 29:3
2 Schätze, durch Unrecht erworben, nützen nichts, / Wohltun aber errettet vom Tode. / (a) Spr 11:4; 21:6; Hes 7:19
3 Der Herr lässt den Hunger des Frommen nicht ungestillt, / die Gier des Gottlosen aber stösst er zurück. / (a) Ps 37:19 25
4 Lässige Hand bringt Armut, / fleissige Hand schafft Reichtum. / (a) Spr 12:24; 19:15; 20:13
5 Wer im Sommer einsammelt, handelt klug, / wer aber schläft in der Ernte, handelt schändlich. /
6 Segnungen kommen vom Haupte des Frommen, / aber der Gottlosen Mund birgt Gewalttat. /
7 Das Gedächtnis des Frommen bleibt gesegnet, / der Name der Gottlosen aber vermodert. / (a) Hio 18:17; Ps 112:2
8 Wer weisen Herzens ist, nimmt die Gebote an, / der törichte Schwätzer aber kommt zu Fall. /
9 Wer unsträflich wandelt, der wandelt sicher, / wer krumme Wege geht, wird ertappt. /
10 Wer mit den Augen hämisch zwinkert, verursacht Leid; / wer aber freimütig rügt, schafft Heil. /
11 Eine Quelle des Lebens ist der Mund des Frommen, aber der Gottlosen Mund birgt Gewalttat. (a) Spr 13:14
12 Hass weckt Streit, / Liebe deckt alle Vergehen zu. / (a) 1Kor 13:5; 1Pe 4:8
13 Auf den Lippen des Verständigen findet man Weisheit, / die Rute gehört auf den Rücken des Toren. /
14 Die Weisen halten mit der Erkenntnis zurück, / der Mund des Toren ist nahes Verderben. / (a) Spr 12:23
15 Dem Reichen sind seine Güter eine feste Burg, / den Dürftigen wird ihre Armut zum Verderben. / (a) Spr 18:11
16 Der Erwerb des Frommen gereicht zum Leben, / das Einkommen des Gottlosen aber zur Sünde. /
17 Wer Zucht bewahrt, geht den Pfad zum Leben, / wer aber Rüge missachtet, der geht in der Irre. /
18 Gerechte Lippen begraben den Hass; / wer aber Verleumdung aussprengt, ist ein Tor. /
19 Wo viel geredet wird, bleibt Verfehlung nicht aus; / wer aber seine Lippen im Zaum hält, handelt klug. / (a) Spr 17:27; Mt 12:36; Jak 3:2
20 Köstliches Silber ist die Rede des Frommen, / der Verstand der Gottlosen ist wenig wert. /
21 Die Lippen des Frommen erquicken viele, / die Toren sterben durch Unverstand. /
22 Der Segen des Herrn, der allein macht reich, / eignes Mühen tut nichts hinzu. / (a) Ps 37:22; 127:2
23 Schandtaten machen dem Toren Vergnügen, / Weisheit aber dem einsichtigen Mann. / (a) Spr 14:9
24 Wovor dem Gottlosen graut, das trifft ihn; / den Frommen aber wird gegeben, was sie begehren. /
25 Wenn der Sturm einherfährt, ist's mit dem Gottlosen aus, / der Fromme aber hat ewig Bestand. / (a) Spr 12:3
26 Was Essig für die Zähne und Rauch für die Augen, / das ist der Faule für den, der ihn ausschickt. /
27 Die Furcht des Herrn verlängert das Leben, / aber die Jahre des Gottlosen werden verkürzt. / (a) Spr 9:11; 14:27
28 Das Harren der Frommen endet in Freude, / aber die Hoffnung der Gottlosen wird zunichte. /
29 Das Walten des Herrn ist dem Unsträflichen Zuflucht, / den Übeltätern aber Verderben. /
30 Der Fromme wird nimmermehr wanken, / aber die Gottlosen bleiben nicht wohnen im Lande. /
31 Weisheit entspriesst dem Munde des Frommen, / aber die trugvolle Zunge wird abgehauen. /
32 Die Lippen des Frommen wissen, was wohlgefällig, / der Mund der Gottlosen nur, was verkehrt ist. /
Chapter 11
1 Falsche Waage ist dem Herrn ein Greuel, / aber volles Gewicht gefällt ihm wohl. / (a) Spr 16:11; 20:10; 3Mo 19:36; Mi 6:11
2 Kommt Übermut, so kommt auch Schande, / bei den Demütigen aber ist Weisheit. / (a) Spr 16:18; 18:12
3 Die Redlichen leitet ihre Unschuld, / die Treulosen aber richtet ihre Falschheit zugrunde. /
4 Reichtum hilft nicht am Tage des Zorns, / Gerechtigkeit aber errettet vom Tode. / (a) Spr 10:2; Hes 7:19; Zef 1:18
5 Dem Frommen ebnet seine Gerechtigkeit den Weg, / der Böse aber kommt durch seine Bosheit zu Fall. /
6 Die Redlichen errettet ihre Gerechtigkeit, / aber die Treulosen werden durch die eigne Gier gefangen. / (a) Spr 5:22
7 Wenn der Gottlose stirbt, so ist es aus mit der Hoffnung, / die Erwartung der Frevler wird zunichte. /
8 Der Fromme wird aus der Not errettet, / und an seinen Platz muss der Gottlose treten. / (a) Spr 21:18; Ps 34:18
9 Vom Munde des Ruchlosen droht dem Nächsten Verderben, / durch die Einsicht der Frommen aber wird er gerettet. /
10 Ob dem Glück der Frommen frohlockt die Stadt, / und sie jauchzt, wenn die Gottlosen umkommen. /
11 Durch den Segen der Redlichen kommt die Stadt empor, / durch den Mund der Gottlosen wird sie zerstört. /
12 Der Unverständige begegnet dem Nächsten verächtlich, / der einsichtige Mann aber schweigt. /
13 Wer als Schwätzer umhergeht, plaudert Geheimnisse aus; / wer zuverlässigen Sinnes ist, behält die Sache für sich. / (a) Spr 20:19
14 Wo richtige Führung fehlt, kommt ein Volk zu Fall; / doch wo viele sind, die Rat wissen, steht es wohl. / (a) Spr 15:22
15 Wer für einen Fremden bürgt, dem geht es gar übel; / wer das Bürgen meidet, der geht sicher. / (a) Spr 6:1-5; 20:16
16 Ein anmutiges Weib gewinnt Ehre, / einen Thron der Schande jedoch die Feindin der Sitten. / Die Faulen ermangeln der Güter, / die Fleissigen aber gewinnen Reichtum. /
17 Der Gütige tut sich selber Gutes, / der Hartherzige schneidet ins eigne Fleisch. /
18 Der Gottlose erwirbt trügerischen Lohn, / doch wahrhaften Gewinn, wer Gerechtigkeit sät. / (a) Hos 10:12; Ga 6:8
19 Wer feststeht in der Gerechtigkeit, dem gereicht es zum Leben, / wer dem Bösen nachjagt, dem gereicht es zum Tode. /
20 Dem Herrn sind ein Greuel, die falschen Herzens sind; / die unsträflich wandeln, gefallen ihm wohl. /
21 Die Hand darauf! der Böse bleibt nicht ungestraft, / das Geschlecht der Frommen aber wird errettet. /
22 Wie ein goldener Ring am Rüssel des Schweins, / so ein schönes Weib ohne Sitte. /
23 Der Frommen Begehren führt zu lauter Glück, / der Gottlosen Hoffnung zum Strafgericht. /
24 Mancher gibt viel und wird doch noch reicher, / mancher kargt über Gebühr und wird nur ärmer. /
25 Die Seele, die wohltut, wird reichlich gesättigt; / wer (andre) erquickt, wird auch selber erquickt. / (a) Ps 112:9
26 Wer Getreide zurückhält, dem fluchen die Leute; / wer es aber auf den Markt bringt, dessen Haupt wird gesegnet. / (a) Lu 12:16-21
27 Wer auf das Gute bedacht ist, der sucht (Gottes) Wohlgefallen; / wer nach Bösem trachtet, den trifft es selbst. / (a) Ps 7:17
28 Wer auf seinen Reichtum vertraut, welkt dahin; / die Gerechten aber grünen wie junges Laub. /
29 Wer sein Haus zerrüttet, wird Wind erben, / und der Tor wird ein Sklave des Weisen. /
30 Des Rechttuns Frucht ist ein Baum des Lebens, / Unrechttun aber nimmt das Leben. /
31 Wenn dem Frommen auf Erden vergolten wird, / wieviel mehr dem Frevler und Sünder! /
Chapter 12
1 Zucht hat lieb, wer Erkenntnis liebt; / wer die Rüge hasst, der ist dumm. /
2 Der Gute erlangt Wohlgefallen beim Herrn, / den Ränkeschmied aber verdammt er. /
3 Durch Gottlosigkeit kommt der Mensch zu keinem festen Bestand, / die Wurzel der Frommen aber wankt nicht. /
4 Ein wackeres Weib ist des Gatten Krone, / ein schandbares aber wie Frass in seinen Gebeinen. / (a) 1Kor 11:7
5 Die Frommen denken auf das, was recht ist, / das Sinnen der Gottlosen geht auf Trug. /
6 Die Reden der Gottlosen bedrohen der Menschen Leben, / der Mund der Redlichen aber errettet sie. / (a) Spr 1:11
7 Umgestürzt werden die Gottlosen und sind nicht mehr, / das Haus der Frommen aber hat Bestand. / (a) Spr 10:25; Ps 37:37 38
8 Nach seiner Einsicht wird der Mann gelobt; / wer verkehrten Sinnes ist, verfällt der Verachtung. /
9 Besser gering sein und für sich arbeiten, / als vornehm tun und des Brotes ermangeln. /
10 Der Gerechte hat Verständnis für das Verlangen seines Viehs, / aber das Herz der Gottlosen ist grausam. /
11 Wer sein Feld bebaut, der hat Brot genug; / wer nichtigen Dingen nachjagt, der leidet Mangel. / (a) Spr 28:19
12 Unrechttun ist ein Netz für die Bösen, / die Frommen aber wurzeln in festem Grund. /
13 Der Böse verstrickt sich in Verfehlung der Lippen, / der Gerechte aber entgeht der Not. / (a) Spr 13:3; 18:7
14 An der Frucht seines Mundes muss einer sich satt essen; / was seine Hände tun, das wird ihm vergolten. / (a) Spr 18:20
15 Den Toren dünkt sein Weg der rechte; / wer aber auf guten Rat hört, der ist weise.
16 Ein Tor, wer seinen Ärger auf der Stelle zeigt; / wer den Schimpf einsteckt, der ist klug.
17 Wer die Wahrheit spricht, sagt aus, was recht ist, / der falsche Zeuge aber bringt Lügen vor. / (a) Spr 14:5
18 Manches Mannes Geschwätz verwundet wie Schwertstich, / aber die Zunge der Weisen bringt Heilung. / (a) Ps 55:22; 57:5; 59:8; 64:4
19 Wahrhafter Mund hat für immer Bestand, / lügnerische Zunge nur einen Augenblick. /
20 Tücke wohnt im Herzen derer, die Böses schmieden, / die aber Heilsames raten, erleben Freude. /
21 Dem Frommen widerfährt kein Leid, / den Gottlosen aber Unheils die Fülle. /
22 Lügnerische Lippen sind dem Herrn ein Greuel; / die aber Treue üben, gefallen ihm wohl. / (a) Spr 6:17
23 Der kluge Mann hält mit der Erkenntnis zurück, / das Herz der Albernen schreit Torheit aus. / (a) Spr 10:14; 13:16; 15:2
24 Die Hand der Fleissigen kommt zur Herrschaft, / die lässige aber muss Frondienst tun. / (a) Spr 10:4
25 Gram im Herzen eines Mannes beugt ihn nieder, / ein freundliches Wort macht ihn wieder froh. / (a) Spr 15:13
26 Der Fromme erspäht seine Weide, / die Gottlosen führt ihr Weg in die Irre. /
27 Der Lässige holt sein Wild nicht ein, / aber kostbares Gut wird dem fleissigen Mann. /
28 Auf dem Pfad der Gerechtigkeit ist Leben, / schandbarer Weg aber führt zum Tode. /
Chapter 13
1 Der weise Sohn liebt Zucht, / aber der Spötter hört nicht auf Schelte. /
2 Von der Frucht der Gerechtigkeit geniesst einer Gutes, / die Begierde der Treulosen ist Gewalttat. /
3 Wer seinen Mund hütet, bewahrt sein Leben; / wer seine Lippen aufreisst, dem ist es Verderben. (a) Spr 12:13; 18:7; 21:23
4 Der Faule ist voller Gier und hat doch nichts, / das Verlangen der Fleissigen wird reichlich gestillt. /
5 Lügenrede hasst der Fromme, / der Gottlose handelt schandbar und schimpflich. /
6 Frömmigkeit behütet den, der unsträflich wandelt, / Gottlosigkeit bringt den Sünder zu Fall. / (a) Spr 11:3
7 Mancher stellt sich reich und hat doch nichts, / mancher stellt sich arm und hat viel Gut. /
8 Lösegeld für das Leben ist manchem sein Reichtum, / der Arme aber hört keine Drohung. /
9 Das Licht der Frommen brennt fröhlich, / aber die Leuchte der Gottlosen erlischt. / (a) Spr 4:18 19; 24:20; Hio 18:5
10 Durch Übermut stiftet der Böse Zank, / bei den Demütigen aber ist Weisheit. /
11 Erhasteter Reichtum vermindert sich; / wer allmählich sammelt, vermehrt ihn. / (a) Spr 20:21; 28:20
12 Hingehaltene Hoffnung bringt Herzeleid; / erfülltes Verlangen aber ist ein Baum des Lebens. /
13 Wer das Wort verachtet, der geht zugrunde, / wer aber das Gebot fürchtet, bleibt wohlbehalten. /
14 Die Lehre des Weisen ist eine Quelle des Lebens, / sodass man den Schlingen des Todes entgeht. / (a) Spr 10:11; 14:27; 16:22
15 Gute Einsicht bringt Gunst, / aber der Weg der Treulosen ist ihr Verderben. /
16 Der Kluge tut alles mit Vorbedacht, / aber der Narr kramt Torheit aus. / (a) Spr 12:23; 15:2
17 Ein schurkischer Bote führt ins Unglück, / aber ein treuer Gesandter bringt Heilung. /
18 In Armut und Schande fällt, wer Zucht in den Wind schlägt; / wer aber Rüge beachtet, der wird geehrt. / (a) Spr 12:1
19 Erfülltes Verlangen tut dem Herzen wohl; / das Böse meiden ist den Toren ein Greuel. /
20 Gehe mit Weisen um, so wirst du weise; / wer sich zu den Toren gesellt, dem geht es schlimm. /
21 Die Sünder verfolgt das Unheil, die Frommen aber belohnt Er mit Glück. /
22 Der Gute vererbt seine Habe auf Kindeskinder; / der Reichtum des Sünders ist aufgespart für den Frommen. / (a) Spr 28:8; Hio 27:17
23 Der Neubruch der Armen gibt reichliche Nahrung; / manch einer dagegen wird hingerafft durch Unrecht. /
24 Wer die Rute spart, der hasst seinen Sohn; / wer ihn liebhat, der züchtigt ihn beizeiten. / (a) Spr 23:13; 29:15
25 Der Fromme kann sich satt essen nach Lust, / der Bauch der Gottlosen muss darben. /
Chapter 14
1 Frau Weisheit hat ihr Haus gebaut; / Frau Torheit reisst es mit eignen Händen nieder. / (a) Spr 9:1 13
2 Wer in Geradheit wandelt, fürchtet den Herrn; / wer verkehrte Wege geht, verachtet ihn. /
3 Im Munde des Toren ist eine Rute für seinen Rücken, / den Weisen aber behüten seine Lippen. /
4 Wo keine Rinder sind, da gibt es kein Korn; / aber reicher Ertrag kommt durch des Stieres Kraft. /
5 Ein wahrhaftiger Zeuge lügt nicht; / aber ein falscher Zeuge bringt Lügen vor. / (a) Spr 12:17; 2Mo 23:1
6 Der Spötter sucht Weisheit und findet sie nicht; / dem Einsichtigen aber ist Erkenntnis ein leichtes. /
7 Von dem Toren hält sich jedermann fern, / aber ein Gefäss der Erkenntnis sind verständige Lippen. /
8 Das ist die Weisheit des Klugen, dass er seinen Weg verstehe; / aber die Torheit der Narren führt irre. /
9 Die Toren spotten der Schuld; / zwischen Redlichen herrscht gutes Einvernehmen. /
10 Das Herz allein kennt seinen Kummer, / und seine Freude kann kein Fremder teilen. /
11 Das Haus der Gottlosen wird vernichtet; / das Zelt des Redlichen aber blüht auf. /
12 Manch ein Weg dünkt den Menschen der rechte, / zuletzt aber ist es ein Weg des Todes. / (a) Spr 16:25
13 Auch beim Lachen kann das Herz voll Gram sein, / und die Freude kann enden in Leid. /
14 Von seinem Wandel bekommt genug, wer abtrünnigen Herzens ist, / der gute Mensch aber geniesst die Frucht seiner Taten. / (a) Spr 1:31
15 Der Einfältige glaubt jedem Wort, / aber der Kluge achtet auf seine Schritte. /
16 Der Weise fürchtet Gott und meidet das Böse, / der Tor aber lässt sich sorglos darauf ein. /
17 Der Zornmütige begeht Torheit, / der besonnene Mann bleibt ruhig. /
18 Die Einfältigen vererben Torheit, / aber die Klugen hinterlassen Erkenntnis. /
19 Die Bösen müssen vor den Guten sich bücken / und die Gottlosen an den Türen des Frommen stehen. /
20 Der Arme ist auch seinem Nächsten verhasst, / der Reiche aber hat viele Freunde. / (a) Spr 19:4 7
21 Wer seinen Nächsten verachtet, der sündigt, / aber wohl dem, der sich der Elenden erbarmt! / (a) Ps 41:2; 112:9
22 Gehen nicht irre, die auf Böses sinnen? / Die aber auf Gutes sinnen, erfahren Huld und Treue. /
23 Bei aller sauren Arbeit stellt sich Gewinn ein; / aber leeres Geschwätz bringt nur Verlust. /
24 Die Krone der Weisen ist Klugheit, / der Kranz der Narren ist Torheit. /
25 Ein wahrhaftiger Zeuge errettet Leben; / wer aber Lügen vorbringt, ist ein Verräter. /
26 In der Furcht des Herrn liegt ein starker Verlass; / noch den Kindern ist er eine Zuflucht. /
27 Die Furcht des Herrn ist eine Quelle des Lebens, / sodass man den Schlingen des Todes entgeht. / (a) Spr 13:14
28 Auf der Menge des Volkes beruht des Königs Hoheit; / doch fehlt es an Leuten, so ist es des Fürsten Sturz. /
29 Der Langmütige ist reich an Einsicht, / aber der Jähzornige treibt die Torheit auf die Spitze. / (a) Spr 19:11
30 Ein gelassenes Herz ist Leben für den Leib; / Leidenschaft aber ist Wurmfrass in den Gebeinen. /
31 Wer den Geringen bedrückt, der schmäht dessen Schöpfer; / doch ehrt ihn, wer sich des Armen erbarmt. / (a) Spr 17:5
32 Der Gottlose wird durch seine Bosheit gestürzt; / des Frommen Zuflucht ist seine Redlichkeit. /
33 Im Herzen des Einsichtigen ruht die Weisheit, / aber im Innern der Toren ist sie nicht zu finden. /
34 Die Gerechtigkeit erhöht ein Volk, / aber die Sünde ist der Völker Schmach. /
35 Ein kluger Diener hat des Königs Gunst; / sein Zorn aber trifft den, der schändlich handelt. /
Chapter 15
1 Gelinde Antwort stillt den Grimm; / kränkende Rede erregt den Zorn. / (a) Spr 16:14; 25:15
2 Die Zunge der Weisen träufelt Erkenntnis; / der Mund der Narren lässt Torheit sprudeln. / (a) Spr 12:23
3 Allüberall sind die Augen des Herrn, / überwachen Böse und Gute. / (a) 2Ch 16:9; Ps 11:4 5
4 Gelassene Zunge ist ein Baum des Lebens; / falsche Zunge bringt Herzeleid. / (a) Spr 12:18
5 Der Tor verschmäht die Zucht seines Vaters; / wer aber Rüge beachtet, der handelt klug. /
6 Im Hause des Frommen ist grosser Reichtum; / das Einkommen des Gottlosen aber wird zerrüttet. /
7 Die Lippen der Weisen bewahren Erkenntnis, / das Herz des Toren aber ist verkehrt. /
8 Das Opfer der Gottlosen ist dem Herrn ein Greuel; / das Gebet der Redlichen gefällt ihm wohl. / (a) Spr 21:27; Jes 1:13
9 Ein Greuel ist dem Herrn der Weg der Gottlosen; / wer der Gerechtigkeit nachjagt, den hat er lieb. /
10 Böse Strafe trifft den, der vom Pfad abweicht, / wer die Rüge hasst, geht zugrunde. /
11 Unterwelt und Abgrund liegen offen vor dem Herrn, / wieviel mehr die Herzen der Menschenkinder! / (a) 1Sa 16:7; Hio 26:6
12 Der Spötter lässt sich nicht gerne rügen, / er gesellt sich nicht zu den Weisen. / (a) Spr 9:8
13 Ein frohes Herz macht das Angesicht heiter; / bei Kummer im Herzen ist der Geist gedrückt. / (a) Spr 12:25; 17:22
14 Das Herz des Einsichtigen sucht Erkenntnis; / der Mund der Narren aber ist auf Torheit aus. /
15 Der Gebeugte hat lauter böse Tage, / der Wohlgemute hat allezeit Fest. /
16 Besser wenig mit Gottesfurcht / als grosse Schätze mit Unruhe. / (a) Spr 16:8; Ps 37:16
17 Besser ein Gericht Gemüse mit Liebe / als ein gemästeter Ochse mit Hass. / (a) Spr 17:1
18 Der Jähzornige erregt Zank, / der Langmütige beschwichtigt den Streit. / (a) Spr 29:22
19 Der Weg des Faulen ist wie eine Dornhecke, / der Pfad der Fleissigen ist gebahnt. /
20 Ein weiser Sohn macht dem Vater Freude, / aber ein törichter Mensch verachtet seine Mutter. / (a) Spr 10:1
21 Torheit ist des Unverständigen Freude; / der einsichtige Mann aber geht geradeaus. / (a) Spr 10:23
22 Ohne Ratschlag misslingen die Pläne; / wo viele Rat wissen, da ist Erfolg. / (a) Spr 11:14
23 Freude erfährt der Mann, der zu antworten weiss, / und wie gut ist ein Wort zur rechten Zeit! /
24 Der Weg des Lebens führt den Verständigen aufwärts, / damit er fernbleibe vom Totenreich drunten. /
25 Der Herr reisst weg das Haus der Stolzen, / aber die Grenze der Witwe setzt er fest. / (a) Spr 12:7; 14:11
26 Böse Anschläge sind dem Herrn ein Greuel, / aber rein sind ihm wohlmeinende Worte. / (a) Spr 6:18
27 Wer sich bestechen lässt, zerrüttet sein Haus; / wer Geschenke hasst, der hat Gedeihen. / (a) Ps 15:5
28 Das Herz des Frommen überdenkt, was es antworte, / der Mund der Gottlosen sprudelt Bosheit hervor. /
29 Der Herr ist fern von den Gottlosen, / das Gebet der Frommen erhört er. / (a) Ps 34:16; 145:19 20
30 Fröhlicher Blick erfreut das Herz, / gute Botschaft erquickt das Gebein. / (a) Spr 25:25
31 Ein Ohr, das auf heilsame Rüge hört, / weilt gern inmitten der Weisen. /
32 Wer Zucht in den Wind schlägt, verachtet sein Leben, / wer auf Rüge hört, der erwirbt Verstand. /
33 Die Furcht des Herrn ist die Schule der Weisheit, / und der Ehre geht Demut voran. / (a) Spr 1:7; 9:10; 18:12
Chapter 16
1 Der Mensch kann wohl bei sich überlegen, / aber das rechte Wort gibt ihm der Herr ein. /
2 Den Menschen dünken alle seine Wege rein, / aber der Herr prüft die Geister. / (a) Spr 21:2
3 Befiehl dem Herrn deine Werke, / so werden deine Pläne gelingen. / (a) Ps 37:5
4 Alles hat der Herr zu bestimmtem Zweck geschaffen, / so auch den Gottlosen für den Tag des Unheils. / (a) Rö 9:22
5 Jeder Hochmütige ist dem Herrn ein Greuel; / die Hand darauf! er bleibt nicht ungestraft. /
6 Durch Güte und Treue wird Schuld gesühnt, / und durch Gottesfurcht bleibt man dem Bösen fern. /
7 Wenn eines Menschen Wege dem Herrn gefallen, / so versöhnt er auch seine Feinde mit ihm. /
8 Besser wenig mit Gerechtigkeit / als grosses Einkommen mit Unrecht. / (a) Spr 15:16; Ps 37:16
9 Des Menschen Herz denkt sich einen Weg aus, / aber der Herr lenkt seinen Schritt. / (a) Spr 19:21
10 Gottesspruch ist auf des Königs Lippen; / wenn er Urteil spricht, greift er nicht fehl. /
11 Schnellwaage und Waagschalen sind des Herrn, / alle Gewichtsteine sind sein Werk. / (a) Spr 11:1
12 Frevles Tun ist den Königen ein Greuel; / denn durch Gerechtigkeit wird der Thron befestigt. / (a) Spr 25:5
13 Wahrhaftige Lippen gefallen dem König, / und wer aufrichtig redet, den hat er lieb. /
14 Des Königs Grimm bedeutet Todesboten, / aber der Weise kann ihn besänftigen. / (a) Spr 19:12; 20:2
15 Das heitre Antlitz des Königs bedeutet Leben, / und sein Wohlgefallen ist wie die Regenwolke im Frühling. /
16 Besser ist's, Weisheit zu erwerben als Gold, / und erwünschter, Einsicht zu erwerben als Silber. / (a) Spr 3:14; 8:19
17 Der Redlichen Bahn ist Meiden des Bösen; / wer seines Weges achtet, bewahrt sein Leben. /
18 Hochmut kommt vor dem Verderben, / und hoffärtiger Sinn vor dem Fall. / (a) Spr 11:2; 17:19; 18:12; 29:23
19 Besser demütig sein mit Gebeugten / als Beute teilen mit Stolzen. /
20 Wer auf das Wort (des Herrn) achtet, der findet Glück, / und wer auf den Herrn vertraut - wohl ihm! /
21 Wer ein weises Herz hat, den nennt man verständig, / und liebliche Rede mehrt die Belehrung. /
22 Wer Verstand hat, dem ist er eine Quelle des Lebens, / aber die Strafe der Toren ist die Torheit. / (a) Spr 10:11; 13:14; 14:27
23 Das Herz des Weisen macht seinen Mund klug / und mehrt auf seinen Lippen die Belehrung. /
24 Liebliche Reden sind Honigwaben, / süss für die Seele und eine Arznei dem Gebein. /
25 Manch ein Weg dünkt den Menschen der rechte, / zuletzt aber ist es ein Weg des Todes. / (a) Spr 14:12
26 Der Hunger hilft dem Arbeiter bei der Arbeit; / denn sein Mund treibt ihn an. /
27 Ein Bösewicht gräbt Gruben des Unheils, / und auf seinen Lippen ist's wie brennendes Feuer. /
28 Ein ränkesüchtiger Mensch stiftet Hader, / und ein Verleumder vertreibt den Freund. /
29 Der Gewalttätige beschwatzt seinen Nächsten / und führt ihn auf einen Weg, der nicht gut ist. /
30 Wer die Augen zukneift, sinnt auf Ränke, / wer die Lippen hämisch verzieht, hat Böses vollbracht. /
31 Graues Haar ist eine herrliche Krone; / auf dem Weg der Gerechtigkeit wird sie gefunden. / (a) Spr 20:29
32 Besser langmütig sein als ein Kriegsheld, / besser sich selbst beherrschen als Städte bezwingen. /
33 Das Los wird im Gewandbausch geschüttelt, / aber all sein Entscheid kommt vom Herrn. /
Chapter 17
1 Besser ein trocken Stück Brot mit Frieden / als ein Haus voll Opferfleisch mit Zank. / (a) Spr 15:17
2 Ein kluger Sklave wird Herr werden über den liederlichen Sohn / und inmitten der Brüder das Erbe teilen. /
3 Wie der Schmelztiegel das Silber und der Ofen das Gold, / so prüft der Herr die Herzen. / (a) Ps 7:10; 66:10; Jer 17:10
4 Der Bösewicht achtet auf heillose Lippe, / und Falschheit horcht auf verderbliche Zunge. /
5 Wer des Armen spottet, der schmäht dessen Schöpfer, / und wer sich an Unglück freut, bleibt nicht ungestraft. / (a) Spr 14:31
6 Die Krone der Alten sind Kindeskinder, / und der Stolz der Kinder sind ihre Väter. /
7 Treffliche Rede passt nicht zum Toren, / wieviel weniger Lügenrede zum Edlen. /
8 Als Glücksstein gilt das Bestechungsgeschenk dem Geber; / wohin er sich wendet, da hat er Erfolg. / (1) Edelsteinen wurde im Altertum vielfach Zauberwirkung zugeschrieben. (a) Spr 18:16
9 Wer Liebe sucht, deckt Fehler zu; / wer eine Sache weiter erzählt, vertreibt den Freund. /
10 Beim Verständigen wirkt der Tadel tiefer / als hundert Stockschläge beim Toren. /
11 Nur nach Empörung trachtet der Böse; / aber ein grausamer Bote wird ihm gesandt. /
12 Lieber einer Bärin begegnen, der man die Jungen geraubt, / als einem Toren in seinem Unverstand. /
13 Wer Gutes mit Bösem vergilt, / von dessen Haus weicht das Unglück nicht. /
14 Wer Streit anfängt, ist wie einer, der Wasser ausbrechen lässt; / drum, ehe der Streit losbricht, lass ab! /
15 Wer den Schuldigen freispricht und wer den Unschuldigen verdammt, / ein Greuel sind sie dem Herrn alle beide. / (a) 2Mo 23:7; Jes 5:23
16 Was soll auch in der Hand des Toren das Geld, um Weisheit zu kaufen, / wo er doch keinen Verstand hat? /
17 Zu jeder Zeit liebt der (wahre) Freund; / in der Not wird er als Bruder geboren. /
18 Ein Mensch ohne Verstand ist, wer sich durch Handschlag verpflichtet, / wer Bürgschaft leistet bei seinem Nächsten. / (a) Spr 6:1-5
19 Wer Zank liebt, der liebt Frevel; / wer seine Türe zu hoch macht, will den Einsturz. / (a) Spr 11:2; 16:18; 18:12
20 Wer falschen Herzens ist, findet kein Glück; / ins Unglück gerät, wer arglistig ist mit der Zunge. /
21 Wer einen Narren erzeugt, dem gereicht es zum Kummer; / keine Freude erlebt der Vater eines Toren. /
22 Ein fröhliches Herz ist die beste Arznei; / ein gedrücktes Gemüt dörrt das Gebein aus. / (a) Spr 12:25
23 Verstohlene Geschenke nimmt der Gottlose an, / den Gang des Rechtes zu beugen. /
24 Das Angesicht des Verständigen schaut auf die Weisheit, / die Augen des Toren schweifen ans Ende der Welt. /
25 Ein törichter Sohn ist ein Verdruss für den Vater / und für die Mutter ein bitterer Gram. / (a) Spr 10:1; 17:21; 19:13
26 Den Unschuldigen zu büssen, schon das ist nicht gut; / Edle zu schlagen, geht wider das Recht. /
27 Wer Einsicht hat, hält mit seinen Worten zurück, / und der Kaltblütige ist ein verständiger Mann. / (a) Spr 10:19
28 Auch der Tor kann für weise gelten, solange er schweigt, / für verständig, wenn er seine Lippen verschliesst. /
Chapter 18
1 Nach einem Vorwand sucht, wer sich absondert; / wider alles, was glückhaft, bricht er los. /
2 Der Tor hat kein Gefallen an Einsicht, / sondern daran, seine Gedanken auszukramen. /
3 Auf den Frevel folgt die Verachtung, / und neben der Schandtat steht die Schmach. /
4 Tiefe Wasser sind die Worte aus manches Munde, / ein sprudelnder Bach ist der Quell der Weisheit. /
5 Es ist nicht gut, die Person des Schuldigen anzusehen, / um die Sache des Schuldlosen im Gericht zu beugen. / (a) Spr 24:23; 28:21; 5Mo 1:17
6 Die Lippen des Toren bringen Streit, / und sein Mund ruft nach Schlägen. /
7 Der Mund des Toren wird ihm selbst zum Verderben, / und seine Lippen sind seinem Leben ein Fallstrick. / (a) Spr 12:13; 13:3
8 Die Worte des Verleumders gehen wie Leckerbissen ein; / sie gleiten hinab in das Innerste des Leibes. / (a) Spr 26:22
9 Schon wer nachlässig ist bei seinem Geschäfte, / der ist ein Bruder des Verderbers. /
10 Der Name des Herrn ist ein starker Turm; / dorthin eilt der Fromme und ist geborgen. / (a) Ps 61:4
11 Dem Reichen sind seine Güter eine feste Burg, / sind wie eine hohe Mauer - in seiner Einbildung. /
12 Manch einer überhebt sich vor dem Sturz; / doch der Ehre geht Demut voran. / (a) Spr 11:2; 15:33; 16:18; 29:23
13 Wer antwortet, ehe er gehört hat, / dem ist es Torheit und Schande. /
14 Ein mutiger Mann erträgt sein Leiden; / aber gedrücktes Gemüt, wer richtet es auf? / (1) aÜs: "Den Zorn eines Mannes erträgt, wer ihn besänftigt."
15 Das Herz des Einsichtigen will Weisheit erwerben, / und das Ohr der Weisen sucht nach Erkenntnis. /
16 Geschenke schaffen dem Menschen Raum / und bringen ihn vor die Grossen. / (a) Spr 17:8
17 Wer vor Gericht zuerst auftritt, hat Recht; / da kommt der andre und ergründet ihn. /
18 Das Los macht Streitigkeiten ein Ende, / und zwischen Mächtigen entscheidet es. /
19 Ein verratener Bruder widersteht mehr als eine Festung, / und (sein) Hader ist wie der Riegel eines Palastes. / (1) ganz unsichere Üs. In der grÜs., die einen zum Teil andern hebrT. voraussetzt, heisst es: "Ein Bruder, dem der Bruder beisteht, ist wie eine feste, hohe Stadt; / er ist stark wie ein wohlgegründetes Schloss."
20 An der Frucht seines Mundes muss einer sich satt essen; / was seine Lippen anrichten, das muss er auskosten. / (a) Spr 12:14
21 Tod und Leben steht in der Gewalt der Zunge; / wer sie im Zaum hält, geniesst ihre Frucht. / (a) Spr 21:23
22 Wer ein Weib gefunden, der hat etwas Gutes gefunden / und Wohlgefallen beim Herrn erlangt. / (a) Spr 19:14
23 Flehentlich redet der Arme, / der Reiche antwortet hart. /
24 Es gibt Gefährten, die gereichen zum Verderben; / mancher Freund aber ist anhänglicher als ein Bruder. / (a) Spr 17:17; 27:10
Chapter 19
1 Besser ein Armer, der unsträflich wandelt / als ein Reicher, der krumme Wege geht. / (a) Spr 28:6
2 Schon in unvernünftiger Begierde liegt nichts Gutes, / und wer dahinstürmt, der tritt fehl. /
3 Den Menschen führt seine eigne Torheit irre, / und dann zürnt er im Herzen über den Herrn. /
4 Reichtum verschafft viel neue Freunde; / aber der Arme wird von seinem Freunde verlassen. / (a) Spr 14:20
5 Der falsche Zeuge bleibt nicht ungestraft, / und wer Lügen vorbringt, entrinnt nicht. / (a) Spr 21:28; 5Mo 19:18 19
6 Viele umschmeicheln den Freigebigen, / und jedermann ist des Schenkenden Freund. /
7 Den Armen hassen all seine Brüder; / wieviel mehr bleiben seine Freunde ihm fern! /
8 Wer Verstand erwirbt, der liebt sein Leben, / und wer Einsicht bewahrt, der findet Glück. /
9 Der falsche Zeuge bleibt nicht ungestraft, / und wer Lügen vorbringt, der geht zugrunde. /
10 Dem Toren kommt nicht Wohlleben zu, / wieviel weniger dem Sklaven, über Fürsten zu herrschen! / (a) Spr 30:22
11 In der Langmut zeigt sich die Einsicht des Menschen, / und Unbill zu übersehen, ist sein Ruhm. /
12 Wie Knurren eines Jungleuen ist des Königs Groll, / und seine Gunst ist wie Tau auf dem Grase. / (a) Spr 16:14; 20:2
13 Ein törichter Sohn ist ein Unglück für seinen Vater, / und das Gezänk des Weibes ein beständiges Tropfen. / (a) Spr 17:25; 27:15
14 Haus und Habe kann man von den Vätern ererben, / aber ein verständiges Weib ist eine Gabe des Herrn. / (a) Spr 18:22
15 Faulheit versenkt in tiefen Schlaf, / und ein lässiger Mensch muss Hunger leiden. / (a) Spr 10:4; 20:13; 23:21
16 Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben; / wer das Wort verachtet, kommt um. /
17 Wer sich des Armen erbarmt, leiht dem Herrn; / der wird ihm seine Wohltat vergelten. / (a) 2Kor 9:6
18 Züchtige deinen Sohn, denn es ist noch Hoffnung; / lass dir nicht beikommen, ihn dem Verderben preiszugeben. / (a) Spr 13:24
19 Wer stark zum Zorn neigt, muss Busse zahlen; / und wenn du helfen willst, machst du's noch ärger. / (1) die Üs. der zweiten Hälfte des V. ist ganz unsicher.
20 Höre auf Rat und nimm Zucht an, / auf dass du in Zukunft weise seiest.
21 Viel sind der Pläne im Herzen des Mannes, / aber der Ratschluss des Herrn kommt zustande. / (a) Spr 16:9
22 Ein Gewinn für den Menschen ist seine Güte, / und ein Armer ist besser als ein Lügner. /
23 Die Furcht des Herrn führt zum Leben; / da schläft man gesättigt, erfährt kein Unheil. / (a) Spr 14:27
24 Der Träge steckt seine Hand in die Schüssel / und bringt sie nicht einmal zum Munde zurück. / (a) Spr 26:15
25 Schlägst du den Spötter, so wird der Unverständige gewitzigt; / und weist man den Verständigen zurecht, so gewinnt er Einsicht. /
26 Wer den Vater misshandelt und die Mutter verstösst, / der ist ein schändlicher, verworfener Sohn. /
27 Höre auf, mein Sohn, die Zucht zu verwerfen, / abzuirren von den Lehren der Weisheit! / um (dann doch) / abzuirren von den Lehren der Weisheit." (1) der überlieferte Text wird gew. üs: "Lass ab, mein Sohn, Zurechtweisung zu hören,
28 Ein nichtswürdiger Zeuge spottet des Rechts, / und der Mund der Gottlosen lässt Unrecht sprudeln. /
29 Für die Spötter sind Ruten bereit / und Streiche für den Rücken der Toren. /
Chapter 20
1 Ein Spötter ist der Wein, ein Lärmer der Rauschtrank; / keiner, den er taumeln gemacht, wird weise. /
2 Wie Knurren eines Jungleuen ist des Königs Drohen; / wer ihn reizt, sündigt gegen das eigne Leben. / (a) Spr 16:14; 19:12
3 Dem Streite fernzubleiben, ist dem Mann eine Ehre; / ein jeder Tor aber bricht los. /
4 Der Faule mag zur Herbstzeit nicht pflügen; / sucht er dann in der Ernte, so ist nichts da. /
5 Ein tiefes Wasser ist das Vorhaben im Herzen des Menschen; / ein kluger Mann aber weiss es zu schöpfen. /
6 Manch einer heisst ein gütiger Mann; / einen getreuen Mann aber, wer findet den? /
7 Der Fromme geht unsträflich seinen Weg; / wohl seinen Kindern, die nach ihm kommen! /
8 Ein König, der auf dem Richterstuhl sitzt, / findet mit sichtendem Auge alles Arge heraus. /
9 Wer darf sagen: "Ich habe mein Herz geläutert, / bin rein geworden von meiner Sünde"? / (a) 1Kön 8:46; Hio 14:4
10 Zweierlei Gewicht und zweierlei Mass, / das ist beides dem Herrn ein Greuel. / (a) Spr 11:1; 5Mo 25:13
11 Schon an des Knaben Tun lässt sich erkennen, / ob sein Charakter rein und gerade sei. /
12 Das hörende Ohr und das sehende Auge, / alle beide hat sie der Herr gemacht. / (a) 2Mo 4:11; Ps 94:9
13 Liebe den Schlaf nicht, dass du nicht verarmest; / tue die Augen auf, so hast du genug zu essen. / (a) Spr 6:10 11; 19:15; 23:21
14 Schlecht! schlecht! sagt der Käufer; / ist er aber weg, so rühmt er sich. /
15 Hat man auch Gold und Korallen die Menge, / das köstlichste Gerät sind doch verständige Lippen. / (a) Spr 3:15
16 Wer für einen andern bürgt, dem nimm den Rock, / und um Fremder willen pfände ihn. / (a) Spr 6:1-5; 11:15; 17:18; 27:13
17 Süss schmeckt dem Menschen erschlichenes Brot; / hinterher aber hat er den Mund voll Kies. / (a) Spr 9:17
18 Wenn man Rat einholt, haben Pläne Erfolg; / nur unter kluger Lenkung führe Krieg. / (a) Spr 24:6
19 Wer als Schwätzer umhergeht, plaudert Geheimnisse aus; / drum lass dich nicht ein mit dem, der viel redet. / (a) Spr 11:13
20 Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, / dessen Leuchte erlischt in der Zeit der Finsternis. / (a) 2Mo 21:17
21 Ein Erbe, das anfänglich erhastet worden, / wird hinterher ohne Segen sein. / (a) Spr 13:11; 28:20
22 Sprich nicht: "Ich will das Böse vergelten"; / warte auf den Herrn, er wird dir helfen. / (a) Spr 24:29; 1Th 5:15
23 Zweierlei Gewicht ist dem Herrn ein Greuel, / und falsche Waage ist nicht vom guten. / (a) Spr 11:1
24 Die Schritte des Mannes lenkt der Herr; / wie könnte der Mensch seinen Weg verstehen? / (a) Ps 37:23; Jer 10:23
25 Es ist für den Menschen ein Fallstrick, unbedacht zu geloben / und erst nach dem Gelübde zu überlegen. / (a) Pre 5:1
26 Ein weiser König worfelt die Gottlosen / und lässt das Rad (des Dreschwagens) über sie hingehen. /
27 Der Odem des Menschen ist eine Leuchte des Herrn; / sie durchspäht alle Kammern des Leibes. /
28 Güte und Treue bewahren den König, / durch Gerechtigkeit stützt er seinen Thron. / (a) Spr 16:12
29 Der Jünglinge Zier ist ihre Kraft, / und der Schmuck der Greise das graue Haar. / (a) Spr 16:31
30 Blutige Striemen treffen den Bösewicht / und Schläge das Innerste des Leibes. /
Chapter 21
1 Wasserbächen gleicht das Herz des Königs in der Hand des Herrn; / er leitet es, wohin er nur will. /
2 Den Menschen dünkt sein Weg stets recht; / aber der Herr prüft die Herzen. / (a) Spr 16:2
3 Recht und Gerechtigkeit üben / gefällt dem Herrn besser als Opfer. / (a) 1Sa 15:22; Hos 6:6
4 Hochmütig die Augen und aufgeblasen der Sinn - / die Leuchte der Gottlosen ist Sünde. /
5 Die Pläne des Fleissigen bringen lauter Gewinn; / wer sich übereilt, hat nur Verlust. / (a) Spr 10:4; 13:4
6 Wer Schätze erwirbt mit falscher Zunge, / jagt Nichtigem nach hinein in Fallstricke des Todes. - (a) Spr 10:2
7 Die Gottlosen reisst ihre Gewalttätigkeit mit fort; / denn sie wollen nicht tun, was recht ist. /
8 Vielgewunden ist der Weg des schuldbelasteten Mannes, / aber das Tun des Reinen ist gerade. /
9 Besser auf der Zinne des Daches wohnen / als mit einem zänkischen Weib in gemeinsamem Hause. / (a) Spr 25:24; 27:15
10 Die Gier des Gottlosen trachtet nach Bösem, / und sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen. /
11 Büsst man den Spötter, so werden Unverständige weise; / ein Weiser aber nimmt schon Einsicht an, wenn er belehrt wird. / (a) Spr 19:25
12 Der Gerechte hat acht auf sein Haus, / Frevel aber stürzt die Frevler ins Verderben. /
13 Wer sein Ohr verschliesst vor dem Schreien der Armen, / der wird auch nicht erhört, wenn er selber schreit. /
14 Eine heimliche Gabe beschwichtigt den Zorn, / ein verstohlenes Geschenk den heftigsten Grimm. / (a) Spr 17:8; 18:16
15 Dem Gerechten ist's Freude, wenn Recht geschafft wird, / den Übeltätern aber ist es ein Schrecken. /
16 Ein Mensch, der abirrt vom Wege der Einsicht, / wird (bald) in der Versammlung der Schatten ruhen. /
17 Wer Lustbarkeit liebt, verfällt dem Mangel; / wer Wein und Salböl liebt, wird nicht reich. / (a) Spr 23:21
18 Der Gottlose wird Lösegeld für den Frommen, / an die Stelle der Redlichen muss der Treulose treten. / (a) Spr 11:8
19 Besser in der Einöde hausen / als bei zänkischem, grämlichem Weibe. / (a) Spr 25:24; 27:15
20 Ein köstlicher Schatz bleibt in der Behausung des Weisen, / aber der törichte Mensch vergeudet ihn. /
21 Wer sich der Frömmigkeit und Güte befleisst, / der findet Leben und Ehre. /
22 Ein Weiser ersteigt die Stadt der Starken / und stürzt die Wehr, auf die sie vertraut. /
23 Wer seinen Mund und seine Zunge behütet, / der behütet sein Leben vor mancher Gefahr. /
24 Spötter wird genannt, wer übermütig, vermessen ist, / wer in masslosem Übermut handelt. /
25 Dem Faulen bringt sein Wünschen den Tod; / denn seine Hände wollen nicht arbeiten. /
26 Der Ungerechte ist immer voll Gier, / der Gerechte gibt und hält nicht zurück. /
27 Das Opfer der Gottlosen ist ein Greuel; / wieviel mehr, wenn es einer für eine Schandtat bringt. / (a) Spr 15:8
28 Der falsche Zeuge soll umkommen; / wer Ohrenzeuge gewesen ist, mag immerzu reden. / (a) Spr 19:5 9
29 Der Gottlose zeigt ein starkes Gesicht, / der Fromme aber einen festen Wandel. / (1) d.h. freches.
30 Keine Weisheit, keine Einsicht, kein Ratschlag kann bestehen / gegenüber dem Herrn. /
31 Das Ross ist gerüstet für den Tag der Schlacht; / aber der Sieg kommt vom Herrn. /
Chapter 22
1 Ein guter Name ist köstlicher als viel Reichtum, / und Gunst ist besser als Silber und Gold. / (a) Pre 7:2
2 Reich und arm begegnen einander, / sie sind alle das Werk des Herrn. / (a) Spr 29:13
3 Der Kluge sieht das Unglück kommen und birgt sich; / die Einfältigen gehen fürbass und müssen es büssen. / (a) Spr 27:12
4 Der Lohn der Demut und Gottesfurcht / ist Reichtum und Ehre und Leben. /
5 Angeln und Schlingen sind auf dem Wege des Falschen; / wer sein Leben erhalten will, bleibt ihnen fern. /
6 Gewöhne den Knaben nach dem, was sein Weg erheischt, / so geht er auch im Alter nicht davon ab. /
7 Der Reiche hat die Armen in seiner Gewalt, / und der Schuldner ist des Gläubigers Knecht. /
8 Wer Unrecht sät, der erntet Unheil, / und der Stecken seines Übermutes bricht entzwei. / (a) Hio 4:8
9 Wer gütig blickt, wird gesegnet werden; / denn er gibt dem Armen von seiner Speise. /
10 Jage den Spötter hinaus, so geht auch der Zank, / und Hadern und Schmähen hört auf. /
11 Wer reines Herzens ist, den liebt der Herr; / wes Lippen voll Anmut sind, des Freund ist der König. /
12 Die Augen des Herrn bewahren, was sie gesehen, / und so bringt er des Treulosen Worte zu Fall. /
13 Der Faule spricht: "Ein Löwe ist draussen, / ich könnte mitten auf der Strasse erwürgt werden." / (a) Spr 26:13
14 Eine tiefe Grube ist der Buhlerinnen Mund; / wem der Herr zürnt, der fällt hinein. / (a) Spr 23:27
15 Die Torheit steckt dem Knaben im Herzen; / aber die Rute der Zucht vertreibt sie daraus. / (a) Spr 29:15
16 Wenn man den Armen bedrückt, so hilft's ihm zum Reichtum; / wenn man dem Reichen gibt, so hilft's ihm nur zur Verarmung. /
17 WORTE von Weisen. Neige dein Ohr und höre auf meine Worte; / sei darauf bedacht, zu erkennen, wie lieblich sie sind. /
18 Wenn du sie in deinem Innern bewahrst, / so werden sie allzumal auf deinen Lippen bereit sein. /
19 Damit du dein Vertrauen auf den Herrn setzest, / belehre ich dich heute über deinen Weg. /
20 Schon gestern habe ich dir geschrieben, / schon ehegestern, mit kundigen Ratschlägen, /
21 dich Wahrheit zu lehren, zuverlässige Worte, / dass du dem, der dich fragt, richtig antworten kannst.
22 Beraube nicht den Geringen, weil er gering ist, / und zertritt nicht den Elenden vor Gericht; / (a) 2Mo 22:23 24
23 denn der Herr wird ihre Sache führen / und, die sie berauben, des Lebens berauben. /
24 Mache nicht Freundschaft mit dem Zornmütigen, / mit dem Jähzornigen gehe nicht um, /
25 dass du dich nicht an seine Pfade gewöhnest / und dir einen Fallstrick für dein Leben holest. /
26 Sei nicht unter denen, die sich durch Handschlag verpflichten, / unter denen, die sich für Schulden verbürgen; / (a) Spr 6:1-5
27 wenn du dann nicht zu zahlen vermagst, / so wird man dir das Bett unter dem Leib wegnehmen. /
28 Verrücke nicht die uralte Grenze, / die deine Väter gesetzt haben. / (a) Spr 23:10; 5Mo 19:14
29 Siehst du einen Mann geschickt in seinem Berufe - / in Königsdienst darf er treten, / Niedrigen wird er nicht dienen. /
Chapter 23
1 Wenn du zu Tische sitzest bei einem grossen Herrn, / so beachte wohl, was du vor dir hast! /
2 Du setzest dir ein Messer an die Kehle, / wenn du allzu gierig bist. /
3 Lass dich nicht nach seinen Leckerbissen gelüsten; / denn es ist eine betrügliche Speise. /
4 Mühe dich nicht ab um den Reichtum, / lass ab von solcher Klugheit!
5 Willst du nach ihm sehen, so ist er verschwunden; / denn er verschafft sich Flügel / wie ein Adler, der sich gen Himmel schwingt. /
6 Iss nicht am Tische des Missgünstigen / und lass dich nicht nach seinen Leckerbissen gelüsten. /
7 Denn er ist wie einer, der bei sich nachrechnet; / "iss und trink!" sagt er zu dir, / da doch sein Herz es nicht gut mit dir meint. /
8 Den Bissen, den du gegessen, musst du wieder ausspeien, / und deine schönen Worte hast du vergeudet. /
9 Rede nicht vor den Ohren des Toren; / denn er wird deine klugen Worte missachten. /
10 Verrücke nicht die Grenze der Witwe / und dringe nicht ein in die Äcker der Waisen. / (a) Spr 22:28; 5Mo 19:14
11 Denn ihr Beschützer ist stark; / er wird ihre Sache wider dich führen. /
12 Wende dein Herz der Belehrung zu / und dein Ohr den Worten der Einsicht. /
13 Du darfst dem Knaben die Zucht nicht ersparen; / schlägst du ihn mit der Rute, so verdirbt er nicht. /
14 Wohl schlägst du ihn mit der Rute, / dafür wirst du sein Leben vom Tode erretten. /
15 Mein Sohn, wenn dein Herz weise wird, / so freue auch ich mich von Herzen, /
16 und mein Innerstes wird frohlocken, / wenn deine Lippen reden, was recht ist. /
17 Dein Herz ereifre sich nicht um die Sünder, / sondern um die Furcht des Herrn allezeit; /
18 denn wenn du sie bewahrst, hast du eine Zukunft, / und deine Hoffnung wird nicht zunichte. / (a) Spr 24:14
19 Höre zu, mein Sohn, dass du weise werdest, / und lenke dein Herz auf den geraden Weg! /
20 Halte dich nicht zu den Trunkenbolden, / zu denen, die mit Prassen sich gütlich tun! / (a) Jes 5:22
21 Denn Säufer und Prasser geraten in Armut, / und Schläfrigkeit kleidet in Lumpen. / (a) Spr 21:17
22 Höre auf deinen Vater, der dich gezeugt hat, / und verachte nicht deine alte Mutter. / (a) Spr 1:8
23 Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, / Weisheit und Zucht und Einsicht. /
24 Frohlocken kann der Vater eines Gerechten; / wer einen weisen Sohn hat, darf seiner sich freuen. / (a) Spr 10:1
25 Möge dein Vater sich freuen und deine Mutter! / Die dich geboren hat, möge frohlocken!
26 Gib mir Gehör, mein Sohn, / und lass deine Augen achten auf meine Wege! /
27 Denn eine tiefe Grube ist die Buhlerin / und ein enger Brunnen die Fremde. / (1) gemeint ist die Ehefrau eines andern. (a) Spr 22:14
28 Ja, wie ein Räuber lauert sie auf / und vermehrt die Treulosen unter den Menschen.
29 Bei wem ist Wehe? bei wem ist Ach? / bei wem ist Zank? bei wem ist Klage? / Wer kriegt Schläge ohne Ursache? / wer hat rote Augen? /
30 Die bis spät beim Weine sitzen, / die kommen, den Mischtrank zu kosten. /
31 Schau nicht nach dem Wein, wie er rötlich spielt, / wie er im Becher so herrlich funkelt! / Glatt und angenehm geht er ein, /
32 hinterher aber beisst er wie eine Schlange, / spritzt sein Gift aus wie eine Natter. /
33 Da werden deine Augen Seltsames sehen, / und dein Herz wird verkehrte Dinge reden. /
34 Du wirst sein wie einer, der dahinfährt auf hoher See, / wie ein Schiffer im heftigen Sturm. /
35 "Sie haben mich geschlagen - es tat mir nicht weh, / haben mich geprügelt - ich hab's nicht gespürt. / Wann werde ich aufwachen? - / dann will ich ihm wieder nachgehen." (1) d.h. dem Wein.
Chapter 24
1 Sei nicht neidisch auf böse Menschen / und begehre nicht, in ihrer Gesellschaft zu sein! / (a) Spr 3:31
2 Denn ihr Herz sinnt auf Gewalttat, / und Unheil reden ihre Lippen. /
3 Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, / und durch Klugheit gewinnt es Bestand, /
4 und durch Einsicht werden die Kammern gefüllt / mit allerlei kostbarer, lieblicher Habe. /
5 Der Weise vermag mehr als der Starke, / und der Einsichtige mehr als der Kraftvolle. /
6 Denn unter kluger Leitung kannst du Krieg führen, / und wo viele Rat wissen, ist der Sieg. / (a) Spr 11:14; 20:18
7 Weisheit ist für den Toren zu hoch; / im Rate tut er den Mund nicht auf. /
8 Wer darauf sinnt, Böses zu tun, / den nennt man einen Ränkeschmied. /
9 Ein törichtes Unterfangen ist die Sünde, / und der Spötter ist den Menschen ein Greuel. /
10 Zeigst du dich lässig in guten Tagen, / so ist knapp dein Gut in der Zeit der Not. /
11 Befreie, die zum Tode geschleppt werden, / und die zur Schlachtbank wanken, rette sie doch! / (a) Ps 82:4
12 Wolltest du sagen: "Wir wussten das nicht!" - / wird er, der die Herzen prüft, dich nicht durchschauen? / Er, der auf deine Seele achtet, er weiss es / und vergilt dem Menschen nach seinem Tun. / (a) Hio 34:11
13 Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gut, / und süss ist Honigseim für deinen Gaumen. /
14 So ist auch, wisse, die Weisheit für deine Seele. / Findest du sie, so hast du noch eine Zukunft, / und deine Hoffnung wird nicht zunichte. / (a) Spr 23:18
15 Belaure nicht die Wohnstatt des Frommen, / verstöre sein Ruhelager nicht! /
16 Denn fällt der Fromme auch siebenmal, er steht wieder auf; / aber die Gottlosen stürzen, wenn Unheil kommt. /
17 Freue dich nicht über den Fall deines Feindes, / und dein Herz frohlocke nicht, wenn er strauchelt; /
18 der Herr könnte es sehen und Missfallen daran finden / und seinen Zorn von ihm wenden. /
19 Erhitze dich nicht über die Bösewichte / und ereifre dich nicht über die Gottlosen! / (a) Ps 37:1; 73:3
20 Denn der Böse hat keine Zukunft, / und die Leuchte der Gottlosen erlischt. / (a) Spr 13:9
21 Fürchte den Herrn, mein Sohn, und den König, / gegen beide überhebe dich nicht! /
22 Denn urplötzlich lassen sie das Verderben erstehen, / unversehens verhängen sie beide das Unheil.
23 AUCH diese (Sprüche) sind von Weisen: Es ist nicht gut, die Person anzusehen im Gericht. / (a) Spr 18:5; 28:21; 5Mo 1:17
24 Wer zum Schuldigen sagt: "Du bist im Recht", / den verfluchen die Menschen, verwünschen die Leute. /
25 Doch denen, die (das Unrecht) strafen, ergeht es wohl, / über sie kommt Segen und Glück. /
26 Ein richtige Antwort / ist ein Kuss auf die Lippen. /
27 Verrichte erst deine Arbeit draussen / und bestelle für dich dein Feld; / darnach magst du deinen Hausstand gründen. /
28 Sei nicht grundlos Ankläger wider den Nächsten, / sodass du irreführst mit deinen Lippen. /
29 Sage nicht: "Wie er mir getan, so will ich ihm tun, / will dem Mann vergelten nach seinen Taten." (a) Spr 20:22; 1Th 5:15
30 Ich ging am Acker des Faulen vorüber / und am Weinberg des unverständigen Menschen; /
31 siehe, da war er ganz überwuchert von Disteln, / sein Boden war mit Nesseln bedeckt, / und die steinerne Mauer war eingerissen. /
32 Ich ward es gewahr und nahm mir's zu Herzen, / ich sah es und zog daraus eine Lehre, /
33 "Noch ein bisschen schlafen, ein bisschen schlummern, / ein bisschen die Hände ineinander legen im Bett" -
34 da kommt über dich wie ein Räuber die Armut, / der Mangel wie ein gewappneter Mann. (1) V. 33-34: Spr 6:10 11
Chapter 25
1 AUCH dies sind Sprüche Salomos, welche die Männer Hiskias, des Königs von Juda, gesammelt haben.
2 Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen; / der Könige Ehre ist es, eine Sache zu ergründen. /
3 Wie die Höhe des Himmels und die Tiefe der Erde, / so ist auch der Könige Herz unergründlich. /
4 Werden die Schlacken vom Silber geschieden, / so gelingt dem Goldschmied ein Gerät: /
5 wird der Frevler beseitigt durch königlichen Spruch, / so gewinnt der Thron Bestand durch Gerechtigkeit. / (a) Spr 16:12
6 Masse dir nicht Ehre an vor dem König, / und stelle dich nicht an den Platz der Grossen; /
7 denn besser, man sagt zu dir: "Komm hier herauf!" / als dass man dich vor dem Fürsten herabsetzt. / Wenn deine Augen etwas gesehen haben, / (a) Lu 14:8-10
8 bringe es nicht alsbald vor Gericht; / denn was willst du zuletzt machen, / wenn dich der andre beschämt? /
9 Mache deinen Handel aus mit deinem Nächsten, / aber eines andern Geheimnis verrate nicht, /
10 damit dich nicht schmähe, wer es hört, / und nicht böse Nachrede auf dir bleibe. /
11 Wie goldene Äpfel in silbernen Schalen / ist ein Wort, geredet zur rechten Zeit. / (1) die Wiedergabe des V. ist unsicher. Andre übertragen, z.T. nach der grÜs: "Wie goldene Zieraten auf silbernen Schmuckstücken / ist ein Wort, geredet zu Zuverlässigen." (a) Spr 15:23
12 Ein goldener Ring, ein kostbares Kleinod / ist ein weiser Warner dem hörenden Ohr. /
13 Wie kühlender Schnee am Erntetag / ist ein zuverlässiger Bote dem, der ihn sendet; / er erquickt das Herz seines Herrn. /
14 Wolken und Wind, und doch kein Regen - / so ist ein Mann, der mit Gaben prahlt und nie gibt. /
15 Mit Langmut kann man den Fürsten bereden, / und eine gelinde Zunge zerbricht Knochen. / (a) Spr 15:1; 16:14
16 Findest du Honig, so iss nicht mehr, als für dich hinreicht; / sonst bekommst du ihn satt und speist ihn aus. /
17 Setze nur selten den Fuss ins Haus deines Nächsten; / sonst bekommt er dich satt und hasst dich. /
18 Hammer und Schwert und scharfer Pfeil - / so ist ein Mann, der den Nächsten falsch anklagt. /
19 Ein böser Zahn und ein wankender Fuss - / so ist der Treulose am Tage der Not. /
20 Wie Essig, auf eine Wunde gegossen, / so wirkt, wer Lieder singt einem missmutigen Herzen. / (1) die grÜs. fügt hier noch folgenden Vers bei: "Wie die Motte am Kleid und der Wurm am Holz, / so frisst der Kummer am Herzen des Mannes."
21 Wenn deinen Feind hungert, so speise ihn, / dürstet ihn, so gib ihm zu trinken; / (a) Mt 5:44
22 so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln, / und der Herr wird es dir vergelten. /
23 Der Nordwind bringt Regen, / heimliches Geschwätz verdriessliche Gesichter. /
24 Besser auf der Zinne des Daches wohnen / als mit einem zänkischen Weib im gemeinsamen Hause. / (a) Spr 21:9 19
25 Kühler Trunk für eine lechzende Seele / ist gute Kunde aus fernem Lande. /
26 Wie ein getrübter Quell, ein verdorbener Brunnen, / so der Fromme, der vor dem Gottlosen wankt. /
27 Zuviel Honig essen ist nicht gut; / drum sei sparsam mit ehrenden Worten. /
28 Wie eine Stadt mit durchbrochenem Wall / ist der Mann, der sich selbst nicht beherrscht. /
Chapter 26
1 So wenig wie Schnee zum Sommer und Regen zur Ernte, / so wenig passt Ehre zum Toren. /
2 Wie der Sperling wegflattert und die Schwalbe entfliegt, / so ein unverdienter Fluch: er trifft nicht ein. /
3 Dem Pferd die Peitsche, dem Esel der Zaum / und dem Rücken der Toren die Rute. / (a) Spr 10:13; Ps 32:9
4 Antworte dem Toren nicht nach seiner Torheit, / dass nicht auch du ihm gleich werdest. /
5 Antworte dem Toren nach seiner Torheit, / dass er sich nicht weise dünke. /
6 Die Füsse haut sich ab, Unbill muss schlucken, / wer Botschaft sendet durch einen Toren. /
7 Wie das Hüpfen der Beine beim Krüppel, / so der weise Spruch im Munde der Toren. /
8 Wie ein Beutel mit Edelsteinen auf einem Steinhaufen, / so ist's, wenn man einem Toren Ehre antut. /
9 Wie ein Dornzweig, der in die Hand eines Trunkenen gerät, / so ist ein weiser Spruch im Munde der Toren. /
10 Vielfach verwunden ein Tor und ein Trunkener die Vorübergehenden. / (1) die gegebene Üs. dieses V. beruht auf der Annahme, dass er ursprünglich eine beigeschriebene Erläuterung zu V. 9 war.
11 Wie ein Hund, der zu seinem Gespei zurückkehrt, / so ist der Tor, der seine Torheit wiederholt. /
12 Siehst du einen Menschen, der sich selbst weise dünkt - / ein Tor darf mehr hoffen als er. / (a) Spr 29:20
13 Der Faule spricht: "Ein Leu ist auf der Strasse, / ein Löwe ist auf den Gassen." / (a) Spr 22:13
14 Wie die Tür in der Angel sich dreht, / so der Faulenzer auf seinem Lager. /
15 Der Träge steckt seine Hand in die Schüssel; / doch er ist zu faul, sie zum Munde zu führen. / (a) Spr 19:24
16 Der Faule dünkt sich weiser als sieben, / die kluge Antworten geben. /
17 Einen streifenden Hund packt bei den Ohren, / wer sich in einen Streit mischt, der ihn nichts angeht. /
18 Wie einer, der sich wahnsinnig stellt / und Brandpfeile und tödliche Geschosse schleudert, /
19 so ist, wer falsch handelt gegen den Nächsten / und dann spricht: "Ich scherze doch nur." /
20 Wenn das Holz ausgeht, erlischt das Feuer; / wo kein Verleumder ist, da ruht der Streit. /
21 Kohlen schüren die Glut und Holz das Feuer; / so schürt ein zänkischer Mensch den Streit. / (a) Spr 15:18; 16:28; 29:22
22 Die Worte des Verleumders gehen wie Leckerbissen ein; / sie gleiten hinab ins Innerste des Leibes. / (a) Spr 18:8
23 Wie eine Scherbe, mit Silberschaum überzogen, / so sind glatte Lippen und ein böses Herz. /
24 Mit seinen Lippen verstellt sich der Hasser; / aber in seinem Innern hegt er Trug. /
25 Wenn er freundlich redet, traue ihm nicht; / denn sieben Greuel sind in seinem Herzen. /
26 Mag sich der Hass in Täuschung hüllen, / seine Bosheit wird vor Gericht offenbar. /
27 Wer eine Grube gräbt, fällt darein, / und wer einen Stein wälzt, auf den rollt er zurück. / (a) Spr 28:10; Ps 7:16; Pre 10:8
28 Eine lügnerische Zunge hasst, die von ihr zermalmt sind, / und ein schmeichlerischer Mund bereitet Verderben. /
Chapter 27
1 Rühme dich nicht des morgenden Tages; / denn du weisst nicht, was ein Tag bringen wird. / (a) Jak 4:13-15
2 Ein andrer rühme dich, und nicht dein eigener Mund, / ein Fremder, und nicht deine eigenen Lippen! /
3 Schwer ist der Stein, eine Last der Sand; / doch Ärger wegen des Toren ist schwerer als beide. /
4 Grimmig mag die Wut sein, überwallen der Zorn - / aber wer besteht vor der Eifersucht? /
5 Besser Tadel, der offen sich ausspricht, / als Liebe, die schweigt. /
6 Treuer gemeint sind Schläge vom Freunde / als freigebige Küsse des Feindes. / (a) Ps 141:5
7 Wer gesättigt ist, der zertritt Honigwaben; / wer hungert, dem schmeckt alles Bittre süss. /
8 Wie der Vogel, der fern irrt von seinem Neste, / so ein Mann, der fern irrt von seiner Heimat. /
9 Salböl und Räucherwerk erfreuen das Herz; / doch zerrissen wird die Seele von Leiden. /
10 Gib deinen und deines Vaters Freund nicht auf; / geh nicht in des Bruders Haus, wenn du in Not bist. / Besser ein Nachbar in der Nähe / als ein Bruder in der Ferne. / (a) Spr 17:17; 18:24
11 Sei weise, mein Sohn, so erfreust du mein Herz, / und ich kann antworten dem, der mich schmäht. /
12 Der Kluge sieht das Unglück kommen und birgt sich; / die Einfältigen gehen fürbass und müssen es büssen. / (a) Spr 22:3
13 Wer für einen andern bürgt, dem nimm den Rock, / und um Fremder willen pfände ihn. / (a) Spr 20:16
14 Wer gar zu laut Glück wünscht am frühen Morgen, / dem wird es als Verwünschung angerechnet. / (a) Spr 26:25
15 Beständiges Tropfen am Regentage / und ein zänkisches Weib sind einander gleich. / (a) Spr 19:13
16 (1) Vers 16 ist unübersetzbar
17 Eisen wird durch Eisen geschärft; / so schärft ein Mann den andern. /
18 Wer einen Feigenbaum hütet, geniesst seine Frucht; / und wer seines Herrn wartet, der wird geehrt. /
19 Wie Angesicht neben Angesicht, / so sind der Menschen Herzen verschieden. /
20 Wie Totenreich und Abgrund unersättlich sind, / so werden des Menschen Augen nicht satt. / (a) Pre 1:8
21 Für das Silber der Schmelztiegel und für das Gold der Ofen, / über den Mann aber entscheidet sein Ruf. /
22 Zerstampfst du gleich den Toren im Mörser / samt den Körnern mit dem Kolben, / seine Torheit weicht nicht von ihm. /
23 Achte wohl auf das Aussehen deiner Schafe / und trage Sorge zu deiner Herde; /
24 denn kein Reichtum bleibt ewig, / kein Vorrat für alle Zeiten. /
25 Ist das Gras geschwunden und das Grün abgeweidet, / sind die Kräuter der Berge gesammelt, /
26 dann hast du Lämmer zu deiner Bekleidung / und Böcke als Kaufpreis für einen Acker, /
27 hast Ziegenmilch genug zur Nahrung für dich und dein Haus / und zum Unterhalt für deine Mägde. /
Chapter 28
1 Der Frevler flieht, auch wenn ihn niemand verfolgt, / der Gerechte aber ist unerschrocken wie ein Löwe. / (a) 3Mo 26:36; Jes 30:17
2 Durch (eigne) Schuld bekommt ein Land viele Herren, / aber durch einen Mann von Vernunft und Einsicht gewinnt das Recht langen Bestand. (1) die grÜs., der ein nur wenig verschiedener hebrT. zugrunde liegt, lautet: "Durch die Schuld des Ruchlosen werden Streitigkeiten entfacht, / ein verständiger Mann aber löscht sie."
3 Ein gottloser Mensch, der die Geringen bedrückt, / ist wie ein Regen, der wegschwemmt, aber kein Brot bringt. /
4 Die von der Belehrung lassen, preisen den Gottlosen; / die aber die Belehrung bewahren, bekämpfen ihn. /
5 Böse Menschen verstehen nicht, was recht ist; / die aber den Herrn suchen, verstehen alles. /
6 Besser ein Armer, der unsträflich wandelt, / als ein Reicher, der krumme Wege geht. / (a) Spr 19:1
7 Wer die Belehrung bewahrt, ist ein verständiger Sohn; / wer aber mit Schlemmern umgeht, macht seinem Vater Schande. /
8 Wer sein Vermögen durch Zins und Zuschlag vermehrt, / sammelt es für den, der sich der Armen erbarmt. / (a) Spr 13:22; 3Mo 25:37; Ps 15:5; 39:7; Hes 18:17
9 Wer sein Ohr abwendet, um die Belehrung nicht zu hören, / dessen Gebet sogar ist ein Greuel. / (a) Spr 15:8
10 Wer Rechtschaffene irreführt auf bösen Weg, / der fällt in die eigne Grube, / die Unsträflichen aber gelangen zu Glück. / (a) Spr 26:27; Pre 10:8
11 Der Reiche dünkt sich selbst weise zu sein; / aber ein Geringer, der einsichtig ist, ergründet ihn. /
12 Wenn die Frommen triumphieren, so ist es ein herrliches Fest; / wenn aber die Gottlosen hochkommen, / halten sich die Leute versteckt. / (a) Spr 11:10; V 28; 29:2
13 Wer seine Sünden verhehlen will, kommt nicht zum Ziel, / wer sie aber bekennt und lässt, der findet Erbarmen. / (a) Ps 32:3-5
14 Wohl dem Menschen, der allezeit in der Furcht (Gottes) bleibt! / Wer aber sein Herz verhärtet, gerät ins Unglück. /
15 Ein knurrender Löwe, ein gieriger Bär / ist ein gottloser Herrscher für ein armes Volk. /
16 Je ärmer ein Fürst an Verstand ist, / desto reicher ist er an Bedrückung; / der aber Erpressung hasst, wird lange leben. /
17 Ein Mensch, der von Blutschuld gedrückt ist, / flieht zur Grube; man helfe ihm nicht auf. /
18 Wer unsträflich wandelt, erfährt (göttliche) Hilfe; / wer krumme Wege geht, fällt in die Grube. /
19 Wer sein Feld bebaut, der hat Brot die Fülle; / doch Armut die Fülle hat, wer nichtigen Dingen nachjagt. / (a) Spr 12:11
20 Ein Mann von Treu und Glauben wird vielfach gesegnet; / wer aber schnell reich werden will, bleibt nicht ungestraft. / (a) Spr 13:11; 20:21
21 Es ist nicht gut, die Person anzusehen, / schon für einen Bissen Brot kann sich einer verfehlen. / (a) Spr 18:5; 24:23
22 Nach Reichtum hastet ein scheelsüchtiger Mann / und bedenkt nicht, dass Mangel über ihn kommen wird. /
23 Wer einen andern zurechtweist, der findet zuletzt / mehr Dank als der Schmeichler. /
24 Wer Vater oder Mutter beraubt und meint, / er tue nicht Unrecht, der ist ein Geselle des Bösewichts. /
25 Der Habgierige erregt Streit; / wer aber auf den Herrn vertraut, wird reichlich gelabt. /
26 Wer sich auf seinen Verstand verlässt, ist ein Tor; / wer aber in Weisheit wandelt, der wird gerettet. / (a) Spr 3:5
27 Wer dem Armen gibt, muss nicht Mangel leiden; / wer aber seine Augen verhüllt, wird viel verflucht. / (a) Spr 19:17; 22:9; 5Mo 15:7
28 Wenn die Gottlosen hochkommen, verbergen sich die Leute; / gehen sie aber zugrunde, so gelangen die Frommen zur Macht. / (1) V. 12
Chapter 29
1 Wer trotz aller Zurechtweisung halsstarrig bleibt, / der wird plötzlich, unheilbar zerschmettert. /
2 Gelangen die Frommen zur Macht, so freut sich das Volk; / regiert aber der Gottlose, so seufzen die Leute. / (a) Spr 11:10; 28:12 28
3 Wer die Weisheit liebhat, der macht seinem Vater Freude, / wer aber an Dirnen sich hängt, der bringt sein Vermögen durch. / (a) Spr 10:1
4 Durch Recht gibt der König dem Lande Bestand; / wer aber viel Steuern erhebt, richtet es zugrunde. /
5 Wer seinem Nächsten schmeichelt, / der breitet ihm ein Netz vor die Füsse. /
6 Der Böse verstrickt sich in seiner Sünde; / aber der Fromme darf jubeln und fröhlich sein. /
7 Der Fromme kümmert sich um das Recht der Geringen; / der Gottlose aber will nichts davon wissen. /
8 Spötter bringen eine Stadt in Aufruhr, / Weise aber stillen den Zorn. /
9 Wenn ein Weiser rechtet mit einem Toren, / so zürnt oder lacht der, und es gibt keine Ruhe. /
10 Die Blutdürstigen hassen den Redlichen, / aber die Rechtschaffenen nehmen sich seiner an. /
11 Der Tor lässt all seinem Zorn den Lauf; / aber der Weise beschwichtigt ihn zuletzt. /
12 Wenn ein Herrscher auf Lügen hört, / so werden alle seine Diener zu Schurken. /
13 Der Arme und der Bedrückte begegnen einander; / den Augen beider gibt der Herr das Licht. / (a) Spr 22:2
14 Ein König, der in Treuen den Armen Recht schafft, / dessen Thron hat ewig Bestand. / (a) Spr 16:12; 20:28
15 Rute und Rüge verleihen Weisheit; / ein Junge, sich selbst überlassen, bringt seiner Mutter Schande. / (a) Spr 17:25; 22:15
16 Wenn die Gottlosen zur Macht kommen, wird auch die Sünde mächtig; / die Frommen aber werden ihrem Falle zuschauen. /
17 Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Erquickung schaffen / und deiner Seele Wonne bereiten. /
18 Ohne Offenbarung verwildert das Volk, / wohl dem, der das Gesetz hält! /
19 Durch Worte wird ein Sklave nicht gebessert; / er versteht sie zwar, aber er fügt sich nicht. /
20 Siehst du einen, der hastig ist in seinem Reden - / ein Tor darf mehr hoffen als er. / (a) Spr 26:12
21 Wer von Jugend auf verzärtelt wird, muss dienen / und endet schliesslich im Elend. /
22 Der Zornmütige erregt Streit, / und der Hitzige begeht viel Sünde. / (a) Spr 15:18
23 Hochmut bringt den Menschen herunter; / der Demütige aber kommt zu Ehren. / (a) Spr 16:18; 18:12; Mt 23:12
24 Wer mit Dieben teilt, der hasst sich selbst; / er hört die Verfluchung und zeigt es doch nicht an. / (a) 3Mo 5:1
25 Menschenfurcht bringt leicht zu Falle; / wer aber auf den Herrn vertraut, der wird beschützt. /
26 Viele suchen Hilfe beim Herrscher; / aber der Herr schafft einem jeden sein Recht. /
27 Ein Greuel ist den Frommen, wer Unrecht tut, / dem Gottlosen ein Greuel, wer redlich wandelt.
Chapter 30
1 DIE Worte Agurs, des Sohnes Jakes, von Massa: / Es spricht der Mann: Ich mühte mich ab um Gott, / ich mühte mich ab um Gott und bin am Ende. /
2 Zu stumpf bin ich, um ein Mensch zu sein, / und Menschenverstand besitze ich nicht. /
3 Und Weisheit habe ich nicht gelernt, / sodass ich den Heiligen zu erkennen vermöchte. /
4 Wer ist in den Himmel hinaufgestiegen und wieder herab? / Wer hat den Wind in seine Fäuste gefasst? / Wer hat die Wasser in ein Gewand gebunden? / wer festgestellt alle Enden der Erde? / Wie ist sein Name, wie der seines Sohnes? / (a) Hio 38:4 5; Jes 40:12
5 Alle Rede Gottes ist lauter. / Er ist ein Schild denen, die bei ihm sich bergen. / (a) Ps 12:7; 18:31
6 Tue nichts zu seinen Worten hinzu, / dass er dich nicht rüge und du als Lügner dastehest. /
7 Zweierlei erbitte ich mir von dir - / versage mir's nicht, bevor ich sterbe -: /
8 Falschheit und Lüge halte fern von mir! / Gib mir weder Armut noch Reichtum; / lass mir die Speise werden, die mir beschieden ist! / (a) 1Ti 6:8
9 Ich könnte sonst in Sattheit dich verleugnen / und sprechen: Wer ist der Herr? / oder ich könnte aus Armut stehlen / und mich an dem Namen meines Gottes vergreifen. /
10 Verleumde nicht den Sklaven bei seinem Herrn, / damit er dir nicht fluche und du es büssest. /
11 (Da ist) ein Geschlecht, das dem Vater flucht / und die Mutter nicht segnet; /
12 ein Geschlecht, das sich selber rein dünkt / und doch nicht sauber ist von seinem Unrat; /
13 ein Geschlecht - weiss wunder wie hochmütig / und hochgezogen die Wimpern! / (a) Spr 6:17
14 ein Geschlecht, dessen Zähne Schwerter sind / und dessen Gebisse Messer, / die Elenden von der Erde wegzufressen, / hinweg aus der Menschheit die Armen.
15 DER Blutegel hat zwei Töchter: Gib her! Gib her! / Drei Dinge sind es, die nicht satt werden, / ja viere, die nie sprechen: Genug! - /
16 die Unterwelt und die Unfruchtbare, / die Erde, die des Wassers nicht satt wird, / und das Feuer, das nie spricht: Genug! /
17 Das Auge, das des Vaters spottet / und die greise Mutter verachtet, / das werden die Raben im Tale aushacken, / das werden die jungen Adler fressen. / (a) Spr 20:20; 5Mo 27:16
18 Drei Dinge sind mir zu hoch, / ja viere sind's, die ich nicht verstehe: /
19 der Weg des Adlers am Himmel, / der Weg der Schlange auf dem Felsen, / der Weg des Schiffes mitten im Meer / und der Weg des Mannes beim Weibe. /
20 So ist der Weg der Ehebrecherin: / sie isst und wischt sich den Mund / und spricht: "Ich habe nichts Böses getan." /
21 Unter dreien erzittert das Land, / ja unter vieren wird es ihm unerträglich: /
22 unter einem Sklaven, der König wird, / unter einem Toren, der im Überfluss lebt, /
23 unter einer Verschmähten, die einen Mann bekommt, / unter einer Sklavin, die ihre Herrin verdrängt. /
24 Vier (Tiere) gehören zu den kleinsten auf Erden / und sind doch weiser als die Weisen: /
25 die Ameisen sind ein schwaches Völklein / und rüsten doch im Sommer ihre Speise; / (a) Spr 6:6
26 die Klippdachse sind ein Volk ohne Stärke / und bauen doch ihre Wohnungen in den Fels; /
27 die Heuschrecken haben keinen König / und ziehen doch alle geordnet daher; /
28 die Eidechse kann man mit der Hand greifen, / und doch ist sie in Königspalästen zu finden. /
29 Dreie sind es, die stattlich schreiten, / ja viere, die stattlich einhergehen: /
30 der Löwe, das mächtigste unter den Tieren, / der vor niemandem zurückweicht; /
31 der Hahn, der hochgemut unter den Hennen schreitet, / der Bock, der vor seiner Herde einhergeht, / und der König, der vor dem Volk auftritt. /
32 Magst du töricht auffahren / oder mit Überlegung - die Hand auf den Mund! /
33 Denn Druck auf die Milch erzeugt Butter, / und Druck auf die Nase erzeugt Blut, / und Druck auf den Zorn erzeugt Streit.
Chapter 31
1 WORTE an Lemuel, den König von Massa, wie ihn seine Mutter ermahnt hat.
2 Was (soll ich dir raten), mein Sohn, / du Sohn meines Leibes, Sohn meiner Gelübde? /
3 Gib nicht deine Kraft den Weibern preis, / verdirb nicht deinen Wandel bei Königsgelagen! /
4 Nicht ziemt es einem Könige, Wein zu trinken, / noch einem Fürsten, nach Rauschtrank zu verlangen. /
5 Er könnte über dem Trinken des Gesetzes vergessen / und die Rechtssache der Elenden verdrehen. /
6 Den Unglücklichen gebet Getränk / und Wein den Seelenbetrübten, /
7 dass sie trinken und ihrer Armut vergessen / und ihrer Mühsal nicht mehr gedenken. /
8 Öffne deinen Mund für die Witwe, / schaffe Recht allen verwaisten Kindern. /
9 Öffne deinen Mund zu gerechtem Spruch / und schaffe Recht dem Elenden und Armen. (a) 3Mo 19:15; Jes 1:17; Jer 22:15 16
10 AN einem wackern Weibe - wer findet es? - / hat man weit höhern Wert als an Korallen. / (a) Spr 12:4
11 Bei ihr steht vertrauend des Gatten Herz, / des Gewinnes ermangelt er nicht. /
12 Denn sie erweist ihm Gutes und nichts Böses / die ganze Zeit ihres Lebens. /
13 Emsig tut sie sich um nach Wolle und Flachs / und schafft mit arbeitsfreudigen Händen. /
14 Fernher gleich Kaufmannsschiffen / holt sie ihre Nahrung. /
15 Gar frühe, noch bei Nacht, steht sie auf, / gibt ihrem Hause die Speise / und bestimmt das Tagewerk für ihre Mägde. /
16 Hätte sie gern einen Acker, sie kauft ihn, / und vom Ertrag ihrer Hände einen Weinberg. /
17 In Kraft gürtet sie ihre Lenden, / und rüstig regt sie die Arme. /
18 Ja, sie erfährt, dass ihr Gewerbe gedeiht; / auch bei Nacht erlischt ihre Lampe nicht. /
19 Kundig legt sie die Hand an den Rocken, / und ihre Finger ergreifen die Spindel. /
20 Liebreich bietet sie ihre Hand dem Elenden, / streckt sie dem Armen entgegen. /
21 Muss vom Schnee nichts fürchten für ihre Leute; / denn ihr ganzes Haus trägt zwiefache Kleidung. /
22 Näht sich selber die Decken, / feinstes Linnen und Purpur ist ihr Gewand. /
23 Oben im Tor ist ihr Mann geachtet, / wenn er bei des Landes Ältesten sitzt. /
24 Prachthemden macht und verkauft sie, / und Gürtel gibt sie an den Händler ab. /
25 Rüstige Kraft und Hoheit ist ihr Gewand; / sie lacht des künftigen Tages. /
26 Sie öffnet den Mund zu verständiger Rede, / und freundliche Weisung ist auf ihrer Zunge. /
27 Tun und Treiben im Haus überwacht sie; / Brot des Müssiggangs isst sie nicht. /
28 Und ihre Söhne treten auf und preisen sie glücklich; / ihr Gatte ist voll ihres Lobes: /
29 "Viele Töchter halten sich wacker, / doch du übertriffst sie alle." /
30 Wandelbar ist die Anmut, ein flüchtiger Hauch die Schönheit; / aber ein gottesfürchtiges Weib ist des Ruhmes wert. /
31 Zollt ihr, was sie verdient hat! / Ihre Werke verkünden ihr Lob in den Toren.