Chapter 2
1 1 Und ich erhob (tat auf) meine Augen und ich sah und siehe: vier Hörner.
- [Status: Zuverlässig]
2 Und ich sprach zu dem Engel (Boten), der mit mir redete: „Was [sind] diese?“ Und er sprach zu mir: „Dies [sind] die Hörner, die Juda, Israel und Jerusalem zerstreut1 haben.“
- Kann auch »worfeln« bedeuten; vgl. Koh 20,8.
3 Und JHWH ließ mich vier Handwerker (Schmiede, Arbeiter) sehen.
4 Und ich sprach: „Was wollen diese tun (machen)?“ Und er sprach {folgendermaßen}: „Dies [sind] die Hörner, die Juda [so] zerstreut haben, dass1 kein Mann (niemand) seinen Kopf erhob; und diese kamen um sie zu schrecken (in Schrecken zu versetzen), um niederzuwerfen2 die Hörner der Völker3, die ein Horn zum Land Juda tragen um es zu zerstreuen.“
- Gesenius übersetzt hier »dermaßen dass« und J. Wellhausen ändert אִישׁ in אֲשֶׁר um.
- Auch: mit Steinen beschmeißen.
- הַגֹּויִם meint die fremden, nicht jüdischen Völker.
5 Und ich erhob (tat auf) meine Augen und sah und siehe: ein Mann und in seiner Hand [war] eine Messschnur.
6 Und ich sprach zu ihm: „Wohin gehst du?“ Und er sprach zu mir: „Jerusalem einzuüben (zu lernen)1 um zu sehen wie groß seine Breite und wie groß seine Länge [ist].“
- Die anderen dt. Übersetzungen sagen: »zu messen«; die hier verwendete Übersetzung folgt Gesenius17, S. 387.
7 Und siehe: ein Engel (Bote), der mit mir redete, ging hinaus. Und ein zweiter Engel (Bote) ging hinaus ihm entgegen.
8 Und er sprach zu ihm: „Laufe, rede zu diesem Jungen {folgendermaßen}: »Jerusalem soll ein offenes Land bleiben wegen der vielen Menschen und Vieh in seiner Mitte.
9 Und ich werde für es1, Ausspruch JHWH s, eine Feuermauer ringsumher sein und ich werde zur Herrlichkeit in seiner Mitte.
- Also für Jerusalem.
10 Auf (Wehe), auf (wehe), {und} flieht aus dem Land des Nordens1, Ausspruch JHWH s! Denn wie (mit, gemäß) [die] vier Winde des Himmel habe ich euch zerstreut (ausgebreitet), Ausspruch JHWH s.
- Das Wort Zaphon bedeutet »Norden«, es ist aber auch der Eigenname des kanaanitischen Weltenberges Zaphon (Ṣāpôn), auf dem Ba'al wohnt (vgl. Jes 14,13 und Ps 48,2). Hier bezeichnet »Land des Nordens« allerdings Babylon (vgl. V. 11). In Jer 25,9 (Sacharja bezieht sich immer wieder auf Jer 25) wird Babylon als Feind aus dem Norden identifiziert. Obwohl Babylon östlich von Israel liegt, muss man auf der Reise dorthin die arabische Wüste weiträumig nördlich umgehen. Entscheidend ist dabei also, woher man von dort aus nach Israel kommt, nicht die absolute Richtung.
11 Auf (Wehe), Zion, entkomme (rette dich)1, die du [bei der] Tochter Babels wohnst (lebst, sitzt)!2
- Alternativübersetzung: »[nach] Zion entkomme« (Menge, GNB, ESV, NRSV).
- Attributives Ptz..
12 Denn so spricht JHWH Zebaot: Zur (nachdem, nach, mit, dessen)1 Herrlichkeit (Wichtigkeit) hat (hatte) er mich zu den Völkern gesandt, die euch geplündert hatten (ausplündern, berauben). Denn (ja) wer (diejenigen, die) {in} euch schlägt (anrührt)2, schlägt (rührt an)3 {in} seinen [eigenen] Augapfel4.
- Das Wort »nach« (אחר) stellt Ausleger vor große Probleme. Manche gehen von einer Textverderbnis aus und lesen »dessen Herrlichkeit« (dann Relativpronomen אשׁר; so LUT, EÜ?), andere deuten den Abschnitt als Glosse (dann »nachdem«; Satz als Einschub; so NRSV). Eine modale (»mit Nachdruck«, nicht »mit Herrlichkeit«; vgl. Ps 73,24), temporale (»nachdem« (REB, Zür, SLT, ESV, TNIV), »später« (Tiemeyer)) oder finale (»zu [seiner] Herrlichkeit«; LXX (»εἰς δόξαν«, NET; vgl. Jes 49,37) Deutung ist mit demselben Recht vertretbar. Menge: »nach Herrlichem«. Hier wurde die finale Deutung (wg. LXX) gewählt.
- Subst. Ptz. Pl.
- Attributives Ptz..
- Wörtlich: »Zentrum/Pupille seines Auges«.
13 Denn {siehe}1, [ich] schüttle (schwinge, erhebe)2 meine Hand gegen sie3, so dass (und) sie eine Beute4 für ihre Sklaven (Knechte, die ihnen dienen) werden {werden}, damit (so dass, dann, und) ihr erkennen (wissen) werdet, dass JHWH Zebaot mich gesandt hat. Rufe laut aus und freue dich, Tochter Zions, denn {siehe}5, ich komme (werde kommen), um (und)6 in eurer Mitte zu bleiben (wohnen), Ausspruch JHWH s. Dann (und) werden sich viele Völker {zu} JHWH [gemeinsam] anschließen an jenem Tag, und (dann, so dass) sie werden mein Volk sein (werden) und (dann, so dass; aber) ich werde in deiner Mitte wohnen und (dann, so dass) du wirst erkennen (wissen), dass JHWH Zebaot mich zu dir gesandt hat. Dann (und) wird JHWH Juda in Besitz nehmen (erben) [als] seinen Anteil (Erbe, Gebiet, Belohnung) in (auf) dem heiligen Land, und er wird {in} Jerusalem wieder (erneut) erwählen.7 Pst ([Sei] still), alles Fleisch, vor (in der Gegenwart, vor dem Gesicht) JHWH! Denn er hat sich von seinem heiligen Wohnort aufgemacht (macht sich auf)!«“
- »Siehe« wirkt hier als Marker einer Ankündigung. Könnte den Aspekt der Unmittelbarkeit der angekündigten Handlung ausdrücken, steht hier wohl hauptsächlich zwecks Nachdruck.
- Prädikatives Ptz.; auch futurisch »werde schütteln«.
- D.h. »ich werde sie bestrafen« (s. NET Sach 2,9 Fußnote 12).
- Direkter Rückbezug zu »ausplündern« in V. 12 durch Verwendung derselben Wurzel (שלל).
- »Siehe« wirkt hier als Marker einer Ankündigung. Könnte den Aspekt der Unmittelbarkeit der angekündigten Handlung ausdrücken, steht hier wohl hauptsächlich zwecks Nachdruck.
- Ptz. und Pf. cons. hat – wie hier – eine stark finale Ausrichtung. Alternativübersetzung (mit בָא nicht als Ptz., sondern als Pf.): »Ich bin gekommen und werde wohnen« (so NET).
- Selbe Wendung wie in 1,17; wirkt als Klammer um die Kapitel 1-2.