Chapter 1
1 Paulus, von Gott, unserem Retter, und von Christus Jesus, der unsere Hoffnung ist, zum Apostel Christi Jesu bestellt,
2 entbietet seinem echten Glaubenssohn Timotheus seinen Gruß. Gnade, Barmherzigkeit und Friede sei mit dir von Gott dem Vater und dem Herrn Christus Jesus!
3 Wie ich dich einst bei meiner Abreise nach Mazedonien gebeten habe, in Ephesus zu bleiben, (so ermahne ich dich nun), gewissen Leuten (dort) einzuschärfen, nicht anderes (als die gesunde Lehre) zu verkündigen
4 und sich nicht mit Fabeln und endlosen Geschlechterreihen zu befassen.1 Das gibt nur Anlaß zu allen möglichen Streitfragen und hindert die Wirksamkeit eines Haushalters Gottes, die den Glauben fördern soll.
- Vgl. Tit 1:14, 3:9.
5 Und was ist das Ziel der rechten Unterweisung? Liebe, die aus reinem Herzen fließt und aus einem guten Gewissen und ungeheucheltem Glauben.
6 Davon sind manche abgeirrt und haben sich leerem Geschwätz zugewandt.
7 Sie wollen Gesetzeslehrer sein und verstehen selbst nicht recht, was sie reden und behaupten.1
- Die Irrlehrer scheinen behauptet zu haben, auch die Christen müßten das mosaische Gesetz halten.
8 Nun wissen wir, daß das Gesetz heilsam ist, wenn ein Lehrer (im Unterricht) den rechten Gebrauch davon macht.
9 Dann muß er aber die Erkenntnis haben, daß das Gesetz nicht für den Gerechten da ist, sondern für Frevler und Ungehorsame, für Gottlose und Sünder, für Unheilige und Ruchlose, für solche, die sich an Vater und Mutter vergreifen, für Mörder,
10 Hurer, Knabenschänder, Seelenverkäufer, Lügner, Meineidige und alle, die sonst noch der gesunden Lehrer zuwiderhandeln.
11 Diese Erkenntnis1 steht im Einklang mit der Frohen Botschaft, wodurch die Herrlichkeit2 des seligen3 Gottes kundgemacht wird, und womit ich betraut worden bin.
- "Diese Erkenntnis" von der Bedeutung des Gesetzes; vgl. Rö 6:14, Ga 5:18.
- Herrlichkeit ist hier wohl die ganze Gnadenfülle Gottes.
- "Selig" heißt hier vielleicht so viel wie: in sich selbst allgenugsam.
12 Unserem Herrn Christus Jesus, der mir Kraft verliehen hat,1 schulde ich Dank. Denn er hat mich für treu erachtet2 und zu seinem Dienst bestellt,
- Zum Apostelamt.
- D.h.: er hat mich als einen angesehen, der Treue beweisen würde.
13 obwohl ich (ihn) früher gelästert und (seine Jünger) verfolgt und mißhandelt habe. Doch mir ist Erbarmen widerfahren; denn ich habe in Unwissenheit gehandelt, weil ich ungläubig war.
14 Und die Gnade unseres Herrn hat sich überschwenglich reich (an mir) bewiesen: sie hat in mir jenen Glauben und jene Liebe erweckt, die sich in Christus Jesus finden.1
- Hier ist nicht nur von Christi Glauben, sondern auch von Christi Liebe die Rede; denn nur der Glaube gilt, "der sich durch Liebe wirksam zeigt." Ga 5:6 Vgl. 2Ti 1:13, 3:15. Auch R.F. Weymouth übersetzt hier in seinem New Testament in modern speech, London 1910: Be true to the faith and the love which are in Christ Jesus.
15 Es ist ein wahres Wort1 und allgemeiner Anerkennung wert: "Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um Sünder zu erretten." Ich bin der größte unter ihnen.2
- Diese Ausdrucksweise findet sich in den Pastoralbriefen noch 1Ti 3:1, 4:9, 2Ti 2:11, Tit 3:8.
- Vgl. 1Kor 15:9, Eph 3:8.
16 Aber gerade deshalb ist mir Erbarmen widerfahren, weil Christus Jesus an mir, dem größten Sünder, den ganzen Reichtum seiner Langmut offenbaren und ein Beispiel davon geben wollte, was für Menschen durch den Glauben an ihn zum ewigen Leben kommen sollen.
17 Ihm aber, dem König des Weltalls,1 dem unvergänglichen, unsichtbaren, alleinigen Gott, sei Ehre und Preis in alle Ewigkeit! Amen.
- Tob 13:6,10.
18 Im Blick auf die Weissagungen, die früher über dich ergangen sind,1 ermahne ich dich herzlich, mein Sohn Timotheus: sei ihrer eingedenk und kämpfe so den herrlichen Kampf;
- Wahrscheinlich bei seiner Berufung zum geistlichen Amt (vgl. Apg 20:28, auch 13,2).
19 halte fest am Glauben und erhalte dein Gewissen rein! Auf dessen warnende Stimme haben einige nicht hören wollen, und darum hat ihr Glauben Schiffbruch gelitten.
20 Zu diesen Leuten gehören Hymenäus1 und Alexander,2 die ich dem Satan übergeben habe,3 damit ihnen unter seiner Züchtigung das Lästern vergehe.4
- 2Ti 2:17.
- 2Ti 4:14 (?).
- Vgl. 1Kor 5:5.
- Sie lästerten durch Irrlehre.
Chapter 2
1 Ich verordne nun vor allem: Es sollen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen dargebracht werden für alle Menschen,
2 (besonders) für die Könige und alle (anderen) Machthaber, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.
3 Solches (Gebet) geziemt sich, und es gefällt (auch) Gott, unserem Retter, wohl.
4 Er will ja, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
5 Denn es gibt (für alle Menschen und Völker) nur einen Gott, und es gibt auch nur einen Mittler zwischen Gott und Menschen: das ist der Mensch Christus Jesus,
6 der sich für alle zum Lösegeld dahingegeben hat.1 Dies sollte zu der (von Gott) bestimmten Zeit bezeugt werden.
- Vgl. Mr 10:45.
7 Dazu bin ich — das ist die Wahrheit und keine Lüge — zum Herold und Apostel bestellt worden, um die Heiden den Glauben und die Wahrheit zu lehren.
8 Ich bestimme nun: die Männer sollen an jedem (gottesdienstlichen) Versammlungsort die Gebete sprechen; dabei sollen sie heilige1 Hände (zu Gott) erheben2 und sich von Zorn und Streitsucht fernhalten.
- "Heilige" Hände: frei von Schuld; das Gegenteil in Jes 1:15.
- Die Hände wurden im Altertum beim Gebet erhoben, nicht gefaltet.
9 Auch die Frauen sollen beim Gebet zugegen sein[3]. Aber sie sollen in würdiger Tracht erscheinen, sich sittsam und bescheiden benehmen1 und nicht prunken mit künstlichen Haarflechten, Goldgeschmeide, Perlenschmuck oder kostbarer Kleidung.
- Vgl. 1Kor. 11,5ff.
10 Sie sollen sich vielmehr durch den Schmuck guter Werke auszeichnen; denn das ziemt sich für Frauen, die in Gottesfurcht wandeln wollen.
11 Die Frau soll (beim Gottesdienst) in aller Unterordnung still zuhören.
12 Ich erlaube keiner Frau, (öffentlich) zu lehren oder sich über den Mann zu stellen; sondern sie soll sich still verhalten.
13 Denn Adam ist zuerst geschaffen worden, danach Eva.
14 Auch hat sich Adam nicht verführen lassen, sondern das Weib ist verführt worden und in Übertretung gefallen.
15 Die Frauen sollen aber (trotz Evas Übertretung) das Heil erlangen, wenn sie (in Erfüllung ihres Mutterberufs) Kinder gebären (und erziehen); nur müssen sie dabei auch mit aller Sittsamkeit in Glauben, Liebe und Heiligung beharren.1
- Nicht im Haschen nach einer ihnen versagten Wirksamkeit, sonder in der Erfüllung ihres natürlichen Berufs werden die Frauen das Heil erlangen, vorausgesetzt, daß sie auch die für alle Menschen unerläßlichen Heilsbedingungen erfüllen.
Chapter 3
1 Es ist ein wahres Wort: "Wer seine Hand nach dem Bischofsamt ausstreckt, der begehrt ein köstliches Arbeitsfeld."
2 Ein Bischof muß nun ohne Tadel sein, eines Weibes Mann,1 ernst, besonnen, gesetzt, gastfrei, lehrtüchtig.
- "Eines Weibes Mann" kann nichts anderes bedeuten als "nur einmal verheiratet." vgl. 1Ti 3:12, 5:10, Tit 1:6 Der Apostel will hier eine zweite Ehe der Diener der Kirche nicht als Sünde erklären. Seine Worte sagen nur, daß sie der Würde und Ehrbarkeit widerstreite, die man bei den Ältesten oder Bischöfen und den Diakonen finden soll. Damit spräche der Apostel keine strengere Ansicht aus, als sie uns auch im israelitischen römischen Altertum begegnet. Dem Hohenpriester in Israel war es verboten, eine Witwe zu heiraten, 3Mo 21:13-14 und bestimmten Priestern im alten heidnischen Rom, den Flamines, war die zweite Ehe und die Ehescheidung untersagt. In der alten Kirche hat die zweite Ehe für unvereinbar mit dem Priestertum gegolten, und in der morgenländischen Kirche dürfen die Priester bis auf den heutigen Tag keine zweite Ehe eingehen.
3 Er darf kein Trinker und kein Händelsucher sein; er muß vielmehr sanftmütig sein und allem Streit aus dem Weg gehen. Er darf nicht geldgierig sein.
4 Er muß seinem eigenen Haus gut vorstehen und seine Kinder zum Gehorsam und zu einem ehrbaren Lebenswandel anhalten.
5 Denn wer sein eigenes Haus nicht in Ordnung halten kann, wie ist der fähig, für die Gemeinde Gottes zu sorgen?
6 Kein Neugetaufter (soll sofort Bischof werden, damit er nicht, von Stolz verblendet, einem ähnlichen Strafgericht verfalle, wie es den Teufel getroffen hat.1
- Aus diesen Worten scheint zu folgen, daß der Teufel durch Hochmut gefallen ist. So könnte auch jemand, der schnell zum Bischofsamt befördert wird, leicht hochmütig werden und dadurch demselben Gericht verfallen wie der Teufel.
7 Der Bischof muß sich auch eines guten Rufs erfreuen bei denen, die außerhalb (der Kirche) stehen, damit er nicht dem Teufel Anlaß gebe, ihn zu verleumden und in seine Schlinge zu ziehen.1
- Kann einem Bischof wegen seines früheren Lebenswandels Böses nachgesagt werden, so bekommt dadurch der Teufel Anlaß, ihn bei der Gemeinde zu verleumden. Der Verleumdete kann dann leicht im Glauben schwach werden oder abfalle und so in des Teufels Schlinge geraten.
8 Die Diakonen sollen gleichfalls achtbare Männer sein.1 Sie müssen sich hüten vor Doppelzüngigkeit,2 übermäßigem Weingenuß und schmutziger Gewinnsucht.
- Wie die Bischöfe oder Ältesten. Vgl. auch noch Anm. [a] zu Apg 6:3
- Vielleicht geht dies auf den Verkehr der Diakonen mit den Gemeindegliedern: sie sollen nicht mit den einen so, mit den anderen anders reden.
9 Denn sie sollen das Geheimnis des Glaubens1 in einem reinen Gewissen bewahren.
- Sind mit dem Geheimnis des Glaubens die geheimnisvollen Glaubenswahrheiten gemeint, die nicht mit dem Verstand begriffen werden können?
10 Auch sie sollen1 zunächst (auf ihre Würdigkeit) geprüft und erst dann zum Dienst zugelassen werden, wenn keine Beschwerde gegen sie erhoben worden ist.
- Ebenso wie die Bischöfe.
11 Auch die Diakonissen müssen achtbar sein. Sie dürfen nicht klatschen und verleumden, sondern sie müssen ernst sein und in jeder Hinsicht zuverlässig.1
- Vgl. Rö 16:1. Die Diakonissen sollten als erfahrene und in allen weiblichen Verhältnissen erprobte christliche Hausfrauen und Mütter die jüngeren Frauen der Gemeinde mit ihrem Rat und Zuspruch unterstützen (Tert. de virgin. vel. c.9). Im Abendland wurde durch Kirchenversammlungen des 5. und 6. Jahrhunderts die Anstellung von Diakonissen verboten, z.B. durch die französischen Synoden zu Orange (441) und Epaon (517). Im Morgenland dagegen hielten sich die Diakonissen bis ins 12. Jahrhundert. Hier hatten sie auch die Aufgabe, die auf dem Land wohnenden Frauen zur Taufe vorzubereiten und bei ihrer Taufe zugegen zu sein.
12 Die Diakonen sollen jeder eines Weibes Mann sein1 und ihre Kinder und Häuser gut in Ordnung halten.
- 3:2, Tit 1:6.
13 Denn solche Diakonen, die ihr Amt gut ausrichten, gewinnen eine ehrenvolle Stellung1 und können im Vertrauen auf Christus Jesus mit großer Zuversichtlichkeit (in der Gemeinde) auftreten.
- Dies bedeutet wohl: sie gewinnen eine ehrenvolle Stellung durch das Vertrauen und die Hochschätzung der Gemeinde.
14 Dies schreibe ich dir, obwohl ich hoffe, recht bald zu dir zu kommen.
15 Sollte sich aber meine Ankunft verzögern, so weißt du nun, wie du dich zu verhalten hast in dem Haus Gottes, das da ist die Kirche des lebendigen Gottes, die Säule und Grundfeste der Wahrheit.
16 Und wahrlich, etwas Großes ist's um das Geheimnis der Gottseligkeit!1 Der2 offenbart ist im Fleisch,3 der ist gerechtfertigt worden durch den Geist:4 Er ist erschienen seinen Boten,5 gepredigt unter den Völkern, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.6
- Das nun folgende liedähnliche sechsgliedrige Satzgefüge soll von der Größe und Erhabenheit des Geheimnisses der Gottseligkeit Zeugnis geben.
- Das Wort "Gott" statt "der" ist allen alten Zeugen unbekannt; es findet sich erst gegen das Ende des vierten Jahrhunderts.
- In der sterblichen Menschheit. Joh 1:14, 1Jo 4:2, 2Jo 1:7
- Durch den Heiligen Geist wurde Christus als Sohn gerechtfertigt oder beglaubigt, vgl. Rö 1:4. Im folgenden werden dann vier Tatsachen genannt, wodurch er als Gottes Sohn beglaubigt worden ist.
- Gemeint sind hier wohl nicht Engel, sondern die Apostel, denen der Auferstandene erschienen ist, und die dann durch ihre Predigt unter den Völkern die Menschen zum glauben an Christus gebracht haben.
- Diese Worte werden am einfachsten auf die Himmelfahrt bezogen.
Chapter 4
1 Der Geist verkündigt ganz ausdrücklich,1 daß in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, weil sie irreführenden Geistern folgen und Teufelslehren,
- Durch Worte der Weissagung.
2 die von heuchlerischen Lügnern ausgehen: Von Menschen, die in ihrem Gewissen (gleich Verbrechern) ein Brandmal ihrer Schuld tragen.1
- Die Irrlehrer sind sich ihrer Sünden wohl bewußt, aber sie wollen sie unter dem Schein der Frömmigkeit, namentlich einer falschen Enthaltsamkeit, verbergen.
3 Diese Leute verbieten die Ehe und den Genuß von Speisen, die doch Gott geschaffen hat, damit sie von den Gläubigen, die die Wahrheit erkannt haben, mit Danksagung genossen werden.1
- In der nachapostolischen Zeit waren Saturnin, Marzion und die Enkratiten Feinde der Ehe und des Fleischgenusses.
4 Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut; und (darum) braucht man auch kein Nahrungsmittel (als böse) zu verwerfen, wenn man's mit Danksagung genießt.
5 Es wird ja geheiligt durch Gottes Wort, das in dem Tischgebet zum Ausdruck kommt.
6 Wenn du so die Brüder unterweist, wirst du ein trefflicher Diener Christi Jesu sein; denn dann nährst du dich mit den Worten des Glaubens und der heilsamen Lehre, der du bisher gefolgt bist.
7 Jene Fabeleien1 aber, die mit dem Heiligen nichts zu tun haben, und die nur leeres Geschwätz sind, die laß beiseite! Hingegen übe dich, in der Frömmigkeit zu wachsen!
- Die Fabeleien sind die Behauptungen der Irrlehrer.
8 Denn die leibliche Übung bringt wenig Nutzen. die Frömmigkeit aber ist zu allem nütze, denn sie hat eine Verheißung für dieses Leben1 und das zukünftige.2
- Vgl. Mt 6:33.
- Die leibliche Übung erzielt nur Kraft und Gewandtheit des Körpers. Dem Frommen aber wird durch Gottes Gnade das ewige Heil zuteil.
9 Das ist ein wahres Wort1 und allgemeiner Anerkennung wert.2
- Nämlich: das V8 Gesagte.
- Vgl. 1,15.
10 Wir nehmen ja deshalb Mühe und Schande auf uns, weil wir auf den lebendigen Gott vertrauen: der ist der Retter aller Menschen und ganz besonders der Gläubigen.
11 Dies1 schärfe ein und lehre!
- Wahrscheinlich alles, was der Apostel bisher in seinem Brief dem Timotheus ans Herz gelegt hat.
12 Damit niemand deiner Jugend wegen1 gering von dir denke, so sei in Wort und Wandel, in Liebe, Glauben und Sittenreinheit den Gläubigen ein Vorbild!
- War Timotheus, als ihn Paulus im Jahr 49 als seinen Mitarbeiter aufnahm, vgl. Apg 16:1-3 etwa 25 Jahre alt, so zählte er damals, als Paulus Ende 62 oder Anfang 63 an ihn schrieb, etwa 38 Jahre; er war also für seine umfassende Aufgabe wirklich noch ein junger Mann.
13 Bis zu meiner Ankunft sorge dafür, daß die heiligen Schriften vorgelesen werden, und daß die Gemeinde Ermahnung und Belehrung empfange!
14 Versäume nicht,1 die Gnadengabe zu betätigen, die in dir wohnt, und die dir nach vorausgegangener Weissagung2 unter Handauflegung der Ältestenschaft (von mir) zuteil geworden ist.3
- Etwa aus Schüchternheit.
- Vgl. 1,18.
- Vgl. 2Ti 1:6.
15 Dies1 laß deine Sorge sein; dem gibt dich hin, damit alle deutlich sehen, wie du (im geistlichen Leben) fortschreitest!
- Das V12-14 Gesagte.
16 Achte beharrlich auf dein Verhalten und auf die Lehre, (die du vorträgst)! Tust du das, so wirst du dich und deine Hörer zum Heil führen.
Chapter 5
1 Auf einen älteren Mann schlage nicht (mit harten Worten) los, sondern sprich ihm zu, als wäre er dein Vater; jüngere Männer behandle wie Brüder,
2 ältere Frauen wie Mütter, jüngere wie Schwestern, jedoch mit aller Sittsamkeit!1
- Und nicht mit verdächtiger Vertraulichkeit.
3 Unterstütze solche Witwen, die wirklich hilfsbedürftig sind!
4 Hat aber eine Witwe Kinder oder Enkel, so sollen diese zunächst1 lernen, ihren Angehörigen Liebe zu beweisen und ihren Müttern und Großmüttern die empfangenen Wohltaten zu vergelten. Denn das ist Gott wohlgefällig.
- Ehe die Gemeinde helfend eintritt.
5 Eine wirklich hilfsbedürftige Witwe, die ganz allein steht, die setzt ihre Hoffnung auf Gott und fleht und betet unablässig Tag und Nacht.1
- Wie Hanna Luk. 2,36f.
6 Eine Witwe aber, die ein ausschweifendes Leben führt, ist bei lebendigem Leib tot.
7 Dies1 schärfe ihnen2 ein, damit man ihnen3 nicht vorwerfen könne!
- Das V5 und 6 Gesagte.
- Den Witwen.
- Den Witwen.
8 Sorgt ein Hausvater nicht für seine Hausgenossen1 und namentlich nicht für seine nächsten Verwandten, so hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Heide.2
- Zum Haushalt gehörten auch die Sklaven. Der Bischof Cyprian verlangte von den christlichen Herren, sich auch der Pflege ihrer Sklaven anzunehmen. Das tat schon der Hauptmann in Kapernaum. Mt 8:5-10
- Jeder Hausvater soll nach Kräften so für seine Angehörigen sorgen, daß sie nicht nach seinem Tod hilflos dastehen und der Gemeinde zur Last fallen.
9 Eine Witwe darf nur dann in das Witwenverzeichnis aufgenommen werden, wenn sie mindestens sechzig Jahre alt ist.1 Sie muß eines Mannes Ehefrau gewesen2 sein
- Die Witwen, die in die Witwenklasse aufgenommen wurden, empfingen ihren Unterhalt von der Gemeinde und hatten dafür bestimmte Dienste zu leisten. Die alten Kirchenväter reden von Witwen, die eine Art Aufsicht über die weiblichen Gemeindeglieder, besonders die Witwen und Waisen führten; sie wurden durch Handauflegung eingesegnet und gelobten, nicht wieder zu heiraten. D.h. nur einmal verheiratet gewesen.
- D.h. nur einmal verheiratet gewesen.
10 und sich durch gute Werke ein ehrenvolles Zeugnis erworben haben. Dahin gehört, daß sie Kinder großgezogen, Gastfreundschaft geübt, den Heiligen die Füße gewaschen, den Bedrängten geholfen, kurz, sich an allen möglichen Liebeswerken beteiligt hat.
11 Jüngere Witwen weise ab!1 Denn wenn sie im Widerspruch mit dem Dienst Christi2 von Liebeslust gereizt werden, so wollen sie (wieder) heiraten.
- Nimm sie nicht in das Witwenverzeichnis auf!
- Dem sie sich angelobt haben.
12 Damit setzen sie sich dann aber dem Vorwurf aus, daß sie ihr früher gegebenes Wort1 gebrochen haben.
- Sich dem Dienst der Gemeinde zu widmen.
13 Zugleich gewöhnen sie sich daran,1 in trägem Nichtstun von Haus zu Haus zu laufen; und nicht nur das, sondern bei ihrer Geschwätzigkeit und Neugier führen sie auch ungehörige Reden.
- Wenn sie infolge der Unterstützung der Gemeinde nicht für ihren Lebensunterhalt zu sorgen haben.
14 Darum halte ich's für ratsam, daß jüngere Witwen (wieder) heiraten, Kinder gebären und das Hauswesen besorgen, so daß sie den Widersachern1 keinen Anlaß zu übler Nachrede geben.
- Der Frohen Botschaft.
15 Denn manchen1 haben sich schon vom rechten Weg2 abgewandt und sind dem Satan nachgefolgt.
- Von den jüngeren Witwen.
- Von dem Weg der Tugend und Keuschheit.
16 Hat irgendein weibliches Gemeindeglied Witwen (zu seiner Pflege und Handreichung), so soll es auch für sie sorgen. In solchem Fall darf die Gemeinde nicht beschwert werden, damit sie den wirklich bedürftigen Witwen ausreichend helfen könne.1
- Eine Witwe also, die ganz im Dienst einer weiblichen Privatperson steht, soll auch von dieser unterhalten werden; eine solche Witwe soll nicht von zwei Seiten Unterstützung empfangen: von der Privatperson und von der Gemeinde.
17 Die Ältesten, die als Vorsteher Tüchtiges leisten, ganz besonders solche, die sich's bei der Predigt und Belehrung (der Gemeinde) sauer werden lassen, die sollen durch eine doppelte Gabe geehrt werden.1
- Nach der alten Kirchenordnung der sogenannten apostolischen Konstitutionen sollte der Älteste von den Gaben der Gemeinde doppelt soviel erhalten wie die Witwen.
18 Denn die Schrift sagt: Du sollst einem dreschenden Ochsen nicht das Maul verbinden,1 und: "Der Arbeiter ist seines Lohnes wert."2
- 5Mo 25:4.
- Vgl. Lu 10:7.
19 Gegen einen Ältesten nimm keine Klage an, wenn nicht zwei oder drei Zeugen vorhanden sind.1
- Die die Anklage bestätigen können. 5Mo 19:15
20 Die (Ältesten), deren Schuld erwiesen ist, weise in Gegenwart aller1 zurecht, damit auch die anderen gewarnt werden!2
- Aller Ältesten.
- Sinn: damit auch die anderer Ältesten vor ähnlichen Vergehen gewarnt werden.
21 Vor Gott, dem Herrn Jesus Christus und den auserwählten Engeln ermahne ich dich ernstlich: führe diese Anweisungen1 ohne Vorurteil2 aus und tue nichts nach Gunst!
- In V19 und 20.
- Also nicht nach willkürlicher Meinung, ehe die Sache spruchreif ist.
22 Lege niemand übereilt die Hände auf und mache dich nicht an den Sünden anderer mitschuldig!1 Halte dich rein!2
- Es läßt sich nicht bestimmt sagen, welche Handauflegung bei der Einsetzung zum Amt oder an die Handauflegung bei der Erteilung der Absolution? In diesem Fall wäre die Meinung, daß die Absolution nur dann erteilt werden dürfe, wenn bei dem Büßenden gründliche Reue vorhanden sei.
- Aber übertreibe die Enthaltsamkeit nicht, sondern nimm Rücksicht auf deine Gesundheit (V23).
23 Trinke nicht mehr ausschließlich Wasser, sondern wegen deines Magens und deiner häufigen Kränklichkeit genieße etwas Wein!
24 Bei manchen Menschen liegen die Sünden so klar zutage, daß sie ihnen wie Vorboten auf dem Weg zum Gericht1 voraneilen; bei anderen treten sie erst später ans Licht.2
- Gemeint ist jedenfalls das göttliche Gericht. Es handelt sich um himmelschreiende Sünden.
- Nämlich an dem göttlichen Gerichtstag. vgl. 1Kor 4:5
25 Ebenso ist's auch mit den guten Werken: einige sind ganz offenkundig; doch auch solche, mit denen sich's anders verhält, können nicht verborgen bleiben.1
- Wenn auch nicht auf Erden, so werden sie doch am göttlichen Gerichtstag offenbar. — Sollen V24 und 25 das einleiten, was 6,1-2 den Sklaven eingeschärft wird? Die Fehler der Sklaven werden leicht offenbar, ihre guten Werke dagegen bleiben leicht verborgen, während es bei ihren Herren in der Regel umgekehrt ist. Da sollen nun die Sklaven dessen eingedenk sein, daß Gott alle richtet.
Chapter 6
1 Alle, die als Sklaven unter einem Joch schmachten, sollen ihre Herren in jeder Weise ehren, damit der Name Gottes und die Lehre1 nicht verlästert werden.2
- Der Frohen Botschaft.
- Einer der besten Kenner des römischen Altertums, Theodor Mommsen, hat es für möglich erklärt, daß die Summe aller Leiden der Negersklaven, mit denen der römischen Sklavenschaft verglichen, nur ein Tropfen sei.
2 Die Sklaven aber, die Gläubige zu Herren haben, sollen deshalb, weil die Herren (christliche) Brüder sind, nicht geringere Ehrfurcht vor ihnen haben. Im Gegenteil, sie sollen ihnen um so williger dienen; denn sie haben es mit Gläubigen und Freunden zu tun, die ihre Wohltäter heißen wollen. Dies lehre und schärfe ein!
3 Wer anders lehrt und sich nicht hält an die gesunden Aussprüche unseres Herrn Jesus Christus und an die Lehre, die der Frömmigkeit entspricht,
4 der ist (von Hochmut) verblendet und hat kein rechtes Verständnis. Er krankt vielmehr an der Sucht, sich mit (müßigen) Streitfragen und Wortgezänk zu befassen. Daraus entstehen nur Neid, Hader, Schmähungen, aller mögliche schlimme Argwohn
5 und fortwährende Reibereien. So sieht es aus bei Menschen, deren ganze Denkart verderbt ist, und die den Sinn für die Wahrheit verloren haben, so daß sie die Frömmigkeit nur als ein Mittel zum Gelderwerb betrachten.
6 Allerdings liegen reiche Schätze in der Frömmigkeit, wenn sie mit Genügsamkeit verbunden ist.1
- Und sollten wir nicht genügsam sein? Wir haben ja usw. (V7).
7 Wir haben ja1 nichts mit in die Welt gebracht, und wir können auch nichts mit hinausnehmen.
- Bei unserer Geburt.
8 Haben wir Nahrung und Kleidung, so ist das für uns genug.
9 Die nach Reichtum trachten, fallen in Versuchung und Schlingen und viel unvernünftige und schädliche Begierden, die die Menschen in den Abgrund des Verderbens stürzen.
10 Denn die Geldgier ist eine Wurzel aller Übel. Gar manche, die ihre Hand nach dem Geld ausgestreckt haben, sind von dem Weg des Glaubens abgeirrt und haben sich selbst in bitteres Leid gebracht.
11 Du, Mann Gottes,1 fliehe dieses Laster!2 Trachte vielmehr nach der Gerechtigkeit und Frömmigkeit, nach dem Glauben und der Liebe, nach der Geduld und Sanftmut!
- D.h. Knecht, Diener Gottes; 2Pe 1:21 werden die Propheten des Alten Bundes Männer Gottes oder "gottgesandte Männer" genannt.
- Die Geldgier mit ihren schlimmen Folgen.
12 Kämpfe den herrlichen Kampf des Glaubens, erringe das ewige Leben als Siegespreis! Dazu bist du berufen und hast in Gegenwart vieler Zeugen das herrliche Bekenntnis (deines Glaubens) abgelegt.1
- Gemeint ist hier wohl die Ablegung des Glaubensbekenntnisses bei der Taufe.
13 Vor Gott, der allen Dingen Leben gibt,1 und vor Christus Jesus, der unter Pontius Pilatus sein herrliches Bekenntnis mit dem Tod besiegelt hat, ermahne ich dich:
- Ein Hinweis auf die Auferstehung und zugleich eine Mahnung für Timotheus, um des Glaubens willen auch den Tod zu erleiden (vgl. V14 und 15).
14 Bewahre meine Lehre fleckenlos und unversehrt bis auf die Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus!
15 Die wird uns zur rechten Zeit schauen lassen der selige und alleinige Machthaber, der König der Könige und Herr der Herren — er,
16 der allein Unsterblichkeit hat, der in einem unzugänglichen Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Ihm sei Ehre und Gewalt in Ewigkeit! Amen.
17 Die Reichen in dieser Welt warne vor Hochmut! Sie sollen ihre Hoffnung nicht auf den unsicheren Reichtum setzen, sondern auf Gott, der uns alles, was wir nötig haben, in reicher Fülle schenkt.
18 Sie sollen wohltun, an guten Werken reich werden, freigebig und mildtätig sein
19 und sich so einen herrlichen Schatz für die Zukunft sammeln, damit sie das wahre Leben erlangen.1
- Vgl. Mt 5:7.
20 O Timotheus, bewahre das dir anvertraute Gut;1 wende dich ab von dem unreinen, leeren Geschwätz und den Streitsätzen der fälschlich sogenannten Erkenntnis!
- Die christliche Heilswahrheit.
21 Denn manche, die sich mit ihr eingelassen haben, sind vom Glauben abgeirrt. Die Gnade sei mit dir!