Chapter 1
1 1 Paulus, berufener Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, und Sosthenes, der Bruder,2
- [Status: Ungeprüft]
- Präskript (Adresse) des Briefes. Im Präskript steht der Absender im Nominativ, der Adressat (s. Vers 2) im Dativ.
2 {der} [an] die1 Gemeinde Gottes2 {seiend, sich befindend} in Korinth, (gottgeweihte =) heilige3 in Christus Jesus, berufene Heilige, mit allen, die anrufen4 den Namen unseres Herrn Jesus Christus an jedem Ort, dem ihrigen und dem unsrigen5.
- Hier wird der Adressat genannt, daher wäre im Deutschen mit „an“ wiederzugeben, auch wenn die Präposition im Griechischen nicht da steht.
- Im Griechischen steht der Artikel vor Gott und Christus, wenn der bestimmte jüdische bzw. christliche Gott oder Herr gemeint ist, vgl. Blass-Debrunner-Rehkopf, Grammatik des ntl. Griechisch, 16.Aufl. 1984, §254.1. Im Deutschen benutzen wir Gott nicht mit Artikel. Ich lasse ihn deshalb weg und mache auch nicht kenntlich, wo er steht und wo nicht (es sei denn, es ist von einem anderen Gott/anderen Göttern die Rede).
- Partizip
- Partizip
- Man könnte die Possessivpronomina auch auf „Herr“ beziehen, dann würde man übersetzen: ihres und unseres Herrn, vgl. H.Conzelmann, Kommentar z.St.
3 Gnade [sei]1 mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und [dem] Herrn Jesus Christus.
- Das Hilfsverb „eiä“, sei, ist hier zu ergänzen, vgl. Blass-Debrunner-Rehkopf, Grammatik des ntl. Griechisch, 16.Aufl. 1984, §128, Anm. 8.
4 Ich danke meinem Gott jederzeit für euch wegen der Gnade Gottes, die euch gegeben wurde in Christus Jesus,
5 weil ihr in jeder Hinsicht reich gemacht wurdet in ihm, in jedem Wort (Lehre) und jeder Erkenntnis.
6 Da das Zeugnis1 von Christus befestigt (bestätigt) wurde in euch,
- D.h. die Bezeugung durch einen Zeugen.
7 so dass ihr keinen Mangel leidet an keiner(lei) Gnadengabe (Geschenk, Gefälligkeit1) (als) Erwartende2 die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus,
- Es handelt sich um von Gott geschenkte besondere Fähigkeiten: Charismen. Man kann den Begriff „charisma“ hier als terminus technicus ansehen.
- Partizip
8 der auch festmachen wird euch bis zum Ende (Endpunkt, Ziel) unbescholten am Tag unseres Herrn Jesus Christus.
9 Treu [ist] Gott, durch den ihr Gerufene1 [seid] in die Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.
- Partizip Passiv
10 Ich bitte {aber} euch, Geschwister1, durch (vermittelst, mit Hilfe von) den Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr alle dasselbe sagt und unter euch keine Spaltungen seien, seid aber Vollendete in derselben Gesinnung und in derselben Meinung (Entscheidung).
- Sg. Bruder, der Pl. kann Geschwister verschiedenen Geschlechtes bedeuten, Bauer, Wörterbuch, 5.Aufl. 1971, Sp. 31
11 Denn mir ist zur Kenntnis gelangt über euch, meine Geschwister, über (die =) [Leute] von der Chloe, dass es Streitigkeiten bei euch gibt.
12 Ich (sage =) meine aber dies, dass jeder von euch sagt: Ich {zwar} bin ([Anhänger] des Paulus =) Pauliner1 - ich aber ([Anhänger] des Apollon =) Apolliner - ich aber ([Anhänger] des Kephas =) Kephanianer - ich dagegen [bin] ([Anhänger] des Christus =) Christ!
- Es geht hier um die Bildung von Parteien, die sich auf bestimmte „Größen“ im Urchristentum zurückführen - oder sogar auf Christus selbst. Das wird am besten deutlich, wenn man nicht von Anhängern spricht, sondern den Parteien die Namen ihrer Heroen gibt
13 [Ist] Christus [etwa] zerteilt? [Oder] ist [etwa] Paulus für euch gekreuzigt worden, oder seid ihr auf den Namen des Paulus Getaufte?
14 Ich danke Gott, dass ich niemanden von euch getauft habe außer Krispus und Gaius,
15 damit keiner sagen kann, {dass} er sei auf meinen Namen getauft worden.
16 Ich habe aber auch das Haus des Stephanas getauft, weiter weiß ich nicht, ob ich einen anderen getauft habe.
17 Nicht nämlich sandte mich Christus zu taufen, sondern zu predigen, nicht in Gewandtheit (Klugheit, Geschicklichkeit, Weisheit) des Wortes, damit nicht zunichte gemacht würde das Kreuz Christi.
18 Das Wort nämlich {das} vom Kreuz denen {zwar} verloren Gehenden1 ist es eine Dummheit, denen aber gerettet Werdenden 2, uns, ist es eine Kraft (Macht, Fähigkeit) Gottes.
- Partizip Medium.
- Partizip
19 Denn es steht geschrieben (Jesaja 29,14): Vernichten (verderben) werde ich die Klugheit (Weisheit) der Klugen (Weisen)und das Verständnis der Verständigen werde ich zunichte machen.
20 Wo [ist] ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Disputierer dieser Welt? Hat Gott nicht als Torheit (Dummheit) erwiesen die Weisheit der Welt?
21 Weil denn in1 der Weisheit Gottes die Welt Gott nicht durch die Weisheit erkannte, hat es Gott gefallen, durch die Torheit (Dummheit) der Verkündigung die Glaubenden2 zu retten.
- S. Diskussion.
- Partizip
22 Denn {einerseits}1 die Juden fordern (begehren, verlangen, bitten) Zeichen, {andererseits} die Griechen suchen Weisheit,
- 'kai' … 'kai' steht hier in Korrelation, vgl. Blass-Debrunner-Rehkopf, Grammatik § 444, Anm. 4.
23 wir aber verkündigen (predigen, lehren) Christus [als] Gekreuzigten1, den Juden {zwar} [etwas] Anstößiges2, den Heiden (Völkern)3 aber eine Torheit (Dummheit),
- Partizip passiv.
- 'skandalon' ist der Stolperstein, durch den man zu Fall kommt.
- 'ethne' bezeichnet die nichtjüdischen Völker, oft synonym mit 'Griechen' gebraucht.
24 {ihnen} aber den Berufenen, Juden und auch Griechen, Christus [als] Gottes Kraft (Macht) und Gottes Weisheit.
25 Denn das Törichte (Dumme) [an] Gott1 ist weiser als die Menschen, und das Schwache (Ohnmächtige) [an] Gott ist stärker als die Menschen.
- D.h. „Was an Gott töricht erscheint“.
26 Seht {nämlich, doch} eure Berufung an, Geschwister: {nämlich} Nicht viele Weise nach (dem Fleisch1 =) der menschlichen Natur, nicht viele Starke (Mächtige), nicht viele Vornehme.
- S. Diskussion.
27 Sondern das Törichte der Welt1 erwählte sich Gott, um die Weisen zu beschämen, und das Schwache der Welt erwählte sich Gott, um das Starke zu beschämen,
- Neutrum Pl. und Genitiv bezieht sich auf eine Mehrzahl von Erscheinungen, hier: Personen, vgl. Blass-Debrunner-Rehkopf, Grammatik § 263,4.
28 und (die niedere Abkunft =) das Unedle der Welt und das Verachtete erwählte sich Gott, das nicht Seiende, um das Seiende zu vernichten (beseitigen),
29 damit sich kein (Fleisch =) Wesen rühmen1 kann vor (angesichts von) Gott.
- S. Diskussion.
30 Aus ihm1 aber seid ihr in Christus, der für uns zur Weisheit wurde von Gott, [zur] Rechtfertigung, {und auch} Heiligung und Erlösung (Freilassung),
- Gott, d.h. „aufgrund eurer Erwählung“.
31 damit, wie geschrieben steht: „Der sich Rühmende1 soll sich im Herrn rühmen.“2
- Partizip
- Jeremia 9,23
Chapter 2
1 1 Auch ich, kommend zu Euch, Geschwister [wörtl.: Brüder], bin nicht gekommen hervorragend2 in Rede oder Weisheit, verkündigend euch das Geheimnis Gottes.
- [Status: Ungeprüft]
- κατά zur Bezeichnung der Art und Weise, Bauer Wörterbuch Sp. 1665
2 Denn nicht habe ich gemeint etwas zu wissen bei euch außer Jesus Christus und diesen [als] Gekreuzigten.
3 Und ich in Schwachheit und Furcht und vielem Zittern zeigte ich1 mich bei euch,
- Partizip Aorist
4 und meine Rede1 und meine Verkündigung [zeigte sich]2 nicht in überredender, geschwätziger Weisheit3, sondern im Beweis des Geistes und der Kraft,
- λόγος (hier Sg.) hat eine breites Bedeutungsfeld: Sprechen, Ausspruch, Aussage, Rede, Gegenstand (der Rede) usw.
- der Satz ist noch abhängig vom Verb ἐγενόμην Vers 3
- Dieser Ausdruck ist textkritisch schwierig; die verschiedenen Handschriften bilden unterschiedliche Lesarten. Eine Aufstellung findet man bei Conzelmann, S. 71f. Er entscheidet aufgrund der Qualität der Handschriften für den auch im Nestle-Aland abgedruckten Text.
5 damit euer Glaube nicht in menschlicher Weisheit [sei =] bestünde, sondern in der Kraft Gottes.
6 Weisheit aber reden wir zu den Vollkommenen (Vollendeten, Volljährigen, Eingeweihten), eine Weisheit aber nicht dieses Weltalters (Äons) noch der Herrscher dieses Weltalters (Äons), des vergänglichen;
7 sondern wir reden von Gottes Weisheit im Geheimnis, dem geheimgehaltenen1, das vorherbestimmt hat Gott vor aller Weltzeit (Äonen) zu unserer Herrlichkeit,
- Bauer, Wörterbuch Sp. 1049 übersetzt den Satz: "wir reden Gottes Weisheit in Form eines Geheimnisses (ἐν μυστηρίῳ = in geheimnisvoller Weise oder = heimlich, so dass es kein Unbefugter vernimmt"
8 das keiner der Herrscher dieses Weltalters (Äons) erkannt hat. Wenn1 nämlich sie es erkannt hätten, hätten sie nicht den Herrn der Herrlichkeit gekreuzigt.
- Irrealis der Vergangenheit
9 Aber (sondern) wie geschrieben steht:1 was2 das Auge nicht sah und das Ohr nicht hörte und auf das Herz des Menschen nicht aufstieg3,[das ist,] was bereitete Gott denen, die ihn lieben4.
- "Das Zitat kann weder im AT noch im außerkanonischen jüdischen Schrifttum nachgewiesen werden. Nach Origenes stammt es aus der Elia-Apokalypse", Conzelmann, S. 81 und Anm. 70
- ἃ ist sowohl Subjekt als auch Objekt. "Angesichts der Doppelrolle von ἃ als Subjekt und Objekt sind alle Versuche, den Satzbau zu retten, vergeblich" Conzelmann, S. 73 und S. 82
- gemeint ist: ein Gedanke steigt in uns auf, weil das Herz als Sitz des Denkens galt, Bauer, Wörterbuch Sp. 100
- Partizip
10 Uns aber offenbarte [es] Gott durch den Geist; denn der Geist erforscht (ergründet) alles, auch die Tiefe1 Gottes.
- Bauer, Wörterbuch Sp. 259: "Die Abgründe des göttlichen Wesens"
11 Wer denn kennt von den Menschen das [Wesen] des Menschen wenn nicht der Geist des Menschen, der in ihm ist? So auch das [Wesen] Gottes kennt keiner außer der Geist Gottes.
12 Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott [ist], damit wir wissen1 [das uns von Gott Geschenkte =] was uns von Gott geschenkt wurde.
- Einige sehr alte Handschriften, darunter der Papyrus 46, bieten die Lesart ίδωμεν, wir sehen; diese Lesart läst sich als Verschreibung aufgrund Itazismus erklären (εἰ und ἰ wurden in der Konine gleich ausgesprochen)
13 Das1 reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit beigebracht (gelehrt) sind, sondern vom Geist beigebracht (gelehrt), als geistliche [Menschen] Geistliches deutend (auslegend).2
- Relativpronomen, schließt an τὰ χαρισθέντα = das [von Gott] Geschenkte Vers 12 an
- συγκρίνω kann auch "vergleichen" bedeuten. Bauer, Wörterbuch Sp. 1534 gibt als Übersetzungsalternative an: "indem wir mit Geistesgaben und Offenbarungen (die wir schon besitzen) Geistesgaben und Offenbarungen (die wir erhalten) vergleichen (und sie danach beurteilen)". Es kommt darauf an, ob man πνευματικοῖς als Instrumentalis bzw. freieren Dativus sociativus ansieht, der die Art und Weise bezeichnet (Blass-Debrunner-Rehkopf § 195 bzw. § 198) = mit Geistesgaben, oder ob man ihn als Dativ der Person ansieht = als geistliche [Menschen]
14 Ein diesseitiger1 Mensch aber nimmt nicht das [Wesen?] des Geistes Gottes an; denn ihm [ist =] erscheint es als Torheit, und er kann nicht erkennen, weil [es] geistlich2 beurteilt wird3.
- Bauer, Wörterbuch Sp. 1768: "ein Mensch, der nur über eine irdische ψυχή verfügt, ohne von Gottes Geist berührt zu sein" - ψυχή kann mit Seele, aber auch mit (irdisches) Leben übersetzt werden
- Adverb
- vllt kann man sogar übersetzen ... werden muss, vgl. Conzelmann, S. 73). In der Gnosis hat die ψυχή eine negative Bedeutung - sie steht dem πνεῦμα gegenüber (Trennung des Menschen in Leib und Seele). Bei Paulus ist diese Stufe noch nicht erreicht, zumal er seine These nicht aus der dichotomischen Beschaffenheit des Menschen begründet wie die Gnosis, sondern aus der Begegnung mit der Offenbarung, vgl. Conzelmann, S. 86f
15 Aber der geistliche [Mensch] beurteilt Alles, er selbst aber wird von niemandem beurteilt.
16 Denn „wer hat den Ratschluss des Herrn erkannt, der ihn belehre?“ (Jesaja 40,13) Wir aber haben die Gesinnung (den Verstand, die Vernunft, die Meinung, den Ratschluss)1 Christi.
- wie im atl. Zitat steht hier νοῦς, man kann es aber m.E. nicht mit der gleichen Vokabel übersetzen
Chapter 3
1 1 Ich aber, Brüder, vermochte (konnte) nicht mit euch zu reden wie zu Geistlichen2, sondern wie zu Fleichschlichen3, wie zu Kindern (Unreifen, Unmündigen) in Bezug auf Christus.
- [Status: Ungeprüft]
- gemeint sind natürlich nicht kirchliche Amtsträger, sondern solche, die den Hl. Geist haben
- ein unglücklicher Ausdruck; gemeint ist: sie gehören der Sphäre des σάρξ, des "Fleisches" an, dem Paulus das πνεύμα gegenüberstellt. Es geht nicht um eine Dichotomie zwischen Leib und Seele, sondern um die göttliche und die menschliche Sphäre. Vllt. ist der Begriff "Materialisten" angemessener, aber er ist durch die philosoph. Theorie vorbelastet
2 Milch ließ ich euch trinken, nicht [feste] Speise; denn ihr konntet [sie] noch nicht [essen, verdauen]. Aber nicht einmal jetzt könnt ihr,
3 noch nämlich seid ihr fleischlich (materialistisch). Da1 nämlich in euch Aggressivität (Streitlust)2 und Zorn (ist =) herrscht, seid ihr da nicht fleischlich (materialistisch) und lebt nach menschlicher Weise (Stil)?
- ὅπου kausal = ἐπεί, Conzelmann S. 88 Anm. 7
- Aggressivität (Streitlust) - meist: „Eifersucht“, doch das Wort bezeichnet hier - wie oft - eine leidenschaftliche feindselige Einstellung gegenüber anderen, die die menschliche Gemeinschaft vergiftet (EWNT II, S. 248f). Treffender daher „Aggressivität/Streitlust/...“.
4 Denn wenn einer sagt: Ich bin Pauliner1, ein anderer aber: ich Apolliner, seid ihr dann nicht Menschen?
- wörtl.: des Paulus - es geht um verschiedene "Parteien", die sich nach den Personen benennen, die sie getauft haben
5 Was ist denn Apollos? Was aber ist Paulus? Diener (Helfer), durch die ihr gläubig geworden seid, und jeder [so], wie der Herr gab.
6 Ich habe angepflanzt, Apollos hat gegossen (bewässert), aber Gott hat wachsen lassen.
7 Sodass weder der etwas ist, der pflanzt, noch der, der begießt, sondern der, der wachsen lässt, Gott.
8 Wer anpflanzt (wörtl.: der Anpflanzende) aber und wer gießt (wörtl.: der Gießende) sind eins, jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen gemäß der eigenen Arbeit (Mühe).
9 Gottes Mithelfer nämlich sind wir, Gottes Ackerfeld, Gottes Bau (Gebäude) seid ihr.
10 Nach der Gnade Gottes, die mir gegeben (geschenkt) wurde, habe ich wie ein weiser (sachverständiger) Baumeister den Grundstein (das Fundament) gelegt, ein anderer aber baut darauf auf. Jeder aber sehe, wie er darauf aufbaut.
11 Denn einen anderen Grundstein (ein anderes Fundament) kann niemand legen als das (Liegende =), das gelegt ist, das ist Jesus Christus.
12 Wenn aber jemand auf den Grundstein (das Fundament) Gold, Silber, Edelstein, Holz, Gras (Heu)1, Stroh aufbaut,
- als Baustoff, z.B. Grashütte
13 wird das Werk eines jeden offenbar (sichtbar, kenntlich, bekannt) werden, denn der Tag1 wird es offenbar machen (kundtun), denn (weil) im Feuer wird es offenbart (aufgedeckt, ans Licht gebracht). Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, wird das Feuer prüfen.
- Paulus meint den "Tag des Herrn", nicht wie im Sprichwort: "Die Sonne bringt es an den Tag"
14 Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er aufgebaut hat, wird er Lohn empfangen.
15 Wenn jemandes Werk verbrennen wird, wird er Schaden leiden (bestraft werden), er selbst aber wird gerettet werden, aber so (derartig) wie durch Feuer.
16 Wisst ihr nicht, dass ihr ein Tempel Gottes seid und der Geist Gottes in euch wohnt?
17 Wenn jemand den Tempel Gottes vernichtet (zerstört, verdirbt, zugrunde richtet), wird Gott diesen vernichten (zerstören, verderben, zugrunde richten); denn der Tempel des Herrn ist heilig - das seid ihr!
18 Keiner soll sich selbst betrügen: wenn jemand als Weise gilt bei euch in dieser Weltzeit (Äon), soll er ein Narr werden, damit er weise wird (um weise zu werden).
19 Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott. Denn es steht geschrieben (Hiob 5,12f): „Der die Weisen fängt in ihrer Verschlagenheit“,
20 und wiederum (Psalm 93,11): „Der Herr (er)kennt die Gedanken der Weisen, dass sie nichtig (eitel) sind“.
21 So soll sich keiner rühmen bei den Menschen. Denn alles ist euer,
22 ob Paulus, Apollos, Kephas, die Welt, das Leben, der Tod, Gegenwärtiges oder Zukünftiges: alles ist euer,
23 ihr aber seid Christi, Christus aber ist Gottes.
Chapter 4
1 1 So2 soll man (wörtl.: Mensch) uns ansehen (bewerten) als Diener (Gehilfen) Christi und Verwalter der Geheimnisse (Mysterien) Gottes.
- [Status: Ungeprüft]
- οὓτως fasst zusammen, weist nicht auf das folgende ὡς voraus … ὡς ist dann natürlich nicht zurückweisend, sondern gleichbedeutend mit dem doppelten Akkusativ, Conzelmann, S. 101, Anm. 1
2 Hierbei weiterhin (also) verlangt (fordert) man von den Verwaltern, dass einer treu (zuverlässig) sich zeigt (erscheint, sich erweist, erfunden wird).
3 Mir aber ist es völlig gleichgültig1, ob2 ich von euch beurteilt werde oder von einem menschlichen [Gerichts-]Tag. Und nicht nur das, sondern3 ich beurteile auch mich selbst nicht.
- wörtl.: mir wird es zu etwas ganz Geringfügigem
- ἳνα hier nicht final; es vertritt den Infinitiv, Blass-Debrunner-Rehkopf § 393
- ἀλλά führt Hinzukommends stark ein, Blass-Debrunner-Rehkopf § 448,6
4 Denn ich bin mir nichts1 bewusst, aber dadurch (damit) bin ich nicht gerechtfertigt; der mich aber beurteilt, ist der Herr.
- i.S. von: keiner Schuld
5 Deshalb (daher) richtet (nicht etwas =) nichts vor der Zeit1 bis der Herr kommen wird, der auch ans Licht bringen (aufdecken) wird das im Finsteren Verborgene und offenbaren wird die Absichten der Herzen2. Und dann wird Anerkennung (Lob) werden jedem von Gott.
- καιρός = die Endzeit, die mit dem Kommen Jesu das Gericht bringt
- das Herz als Sitz des Willens und der Gedanken
6 Dies aber, Brüder, bringe ich zur Darstellung (exemplifiziere) an mir und Apollon um euretwillen, damit ihr an uns lernt das1 „Nicht über [das hinaus], was geschrieben steht“, damit ihr euch nicht einer für den einen aufbläht2 gegen den anderen3.
- τὸ weist auf einen anerkannten Grundsatz hin. Was der aber bedeutet, ist unverständlich. Handelt es sich evtl. um eine Glosse (i.S. von: du sollst nicht über die Spalte hinaus schreiben)? vgl. Conzelmann, S. 105
- i.S. von hochmütig sein
- gemeint ist: damit ihr euch nicht aufbläht, der einzelne (Korinther) für den einen (Apostel, dem er anhängt, und damit) gegen den anderen, Bauer, Wörterbuch Sp. 1719
7 Denn wer räumt dir einen Vorrang ein? Was aber hast (besitzt) du, was du nicht [als Geschenk] empfingst? Wenn du es aber auch [als Geschenk] empfangen hast, was rühmst du dich, als hättest du es nicht [als Geschenk] empfangen1?
- ergänze: sondern dir selbst erworben
8 Schon seid ihr satt!1Schon seid ihr reich! Ohne uns kamt ihr zur Herrschaft! Und wenn ihr doch wenigstens zur Herrschaft gekommen wäret, damit auch wir an eurer Herrschaft teilnähmen!
- ihr glaubt, nichts mehr an geistlicher Nahrung nötig zu haben, Bauer, Wörterbuch Sp. 879. Es handelt sich um ironische Feststellungen
9 Ich meine (glaube) nämlich, Gott hat uns, die Apostel, als geringste (unterste) hingestellt, wie dem Tode Verfallene1, weil wir ein Schauspiel geworden sind der Welt und Engeln und Menschen.
- Bild aus dem Gladiatorenkampf
10 Wir [sind] töricht um Christi willen, ihr [seid] klug (verständig) in Christus; wir [sind] schwach, ihr [seid] stark; ihr [seid] vornehm (berühmt), wir [sind] ungeehrt (unansehnlich).
11 Bis zur jetzigen Stunde hungern wir, {und} dürsten wir, {und} sind wir schlecht gekleidet, {und} werden geohrfeigt, {und} sind unstet
12 und mühen (plagen) uns, Arbeitende mit den eigenen Händen. Geschmäht werdend segnen wir, verfolgt werdend dulden wir,
13 verlästert werdend trösten wir. Wir sind gleichsam zum Abschaum (zu Sündenböcken)1 der Welt geworden, der Unrat (Schmutz, Abschaum)2 aller bis heute.
- der Begriff περικαθάρμα bedeutet wörtlich "von allen Seiten reinigen" und bezeichnet das, was bei einer Generalreinigung entfernt wird = den Schmutz, den Auswurf, den Unrat, auch als Bezeichnung eines "Auswurfs der Menschheit" bei Epiktet (3,22,78). Da durch Entfernung des Auswurfs Reinigung erzielt wird, kann das Wort auch den Sinn von "das Sühnofper, das Lösegeld" gewinnen; deshalb kann man es hier, v.a. wg. des folgenden περιψήμα, mit "Sündenböcken" übersetzen, Bauer, Wörterbuch, Sp. 1284
- die selbe Bedeutung wie das vorige Wort: das, was beim Reinigungsprozess abgeht
14 Nicht euch beschämend schreibe ich das, sondern wie meine geliebten Kinder euch zurechtweisend (weise ich euch zurecht)1.
- Nestle-Aland hat das Partizip; einige gewichtige Handschriften bezeugen aber auch die 1.Sg.
15 Wenn ihr nämlich [auch] unzählige Pädagogen (Knabenführer, Hofmeister)1 in Christus habt,2 [habt] ihr aber nicht viele Väter: denn in Christus Jesus durch das Evangelium habe ich euch gezeugt!
- nicht zu verwechseln mit dem Lehrer! Den Pädagogen unterstand die äußere Erziehung der Knaben und Jünglinge, nicht jedoch der eigentliche Unterricht, Bauer, Wörterbuch Sp. 1195f
- Iterativus der Gegenwart: so oft = wenn
16 Ich bitte euch nun: werdet meine Nachahmer!
17 Deshalb habe ich euch Timotheus geschickt, der ist mein geliebtes Kind und treu im Herrn, der wird euch erinnern an meine Wege (Wandel, Handlungsweise) in Christus Jesus, wie ich überall in jeder Gemeinde lehre.
18 Dass ich aber nicht zu euch kommen würde, haben sich einige aufgeblasen (gebrüstet);
19 ich werde aber bald (schnell, eilig, sofort) zu euch kommen, wenn der Herr will1, und ich will erkunden nicht nur das Wort der Aufgeblasenen, sondern auch die Kraft (Vollmacht).
- Futuralis
20 Denn das Reich Gottes [besteht] nicht im Wort1, sondern in der Kraft (Vollmacht).
- oder: beruht auf dem Wort
21 Was wollt ihr? Soll ich mit der Rute zu euch kommen, oder in der Liebe und mit dem Geist der Sanftmut?
Chapter 6
4 Wenn ihr nun Fälle des alltäglichen Lebens zu entscheiden habt, dann setzt die Übergangenen in der Gemeinde ein, diese und nicht die Ungläubigen!
Chapter 7
1 1 Zu dem, was ihr schriebt2, es ist gut für einen Mann3, eine Frau nicht zu berühren4
- [Status: Ungeprüft]
- Paulus bezieht sich hier zum ersten Mal auf Fragen der Korinther, die ihm von den Korinthern in einem Brief gestellt wurden. Weitere Stellen: 7,25; 8,1; 12,1.
- Wörtl.: Menschen
- Das griechische Verb απτομαι (haptomai) meint nicht eine spezielle, z.B. sexuelle Form der Berührung, sondern das Berühren (= Anfassen) überhaupt.
2 Um der Unzucht1 willen soll jeder [Mann] seine eigene Frau haben und jede [Frau] ihren eigenen Mann.
- Gemeint ist: außerehelicher Geschlechtsverkehr
3 Der Mann soll seine Pflicht der Frau gegenüber erfüllen1, ebenso (in gleicher Weise) die Frau dem Mann gegenüber.
- Der Ausdruck "seine Pflicht erfüllen" bezieht sich nicht auf eine spezifische Pflicht, z.B. die sog. "ehelichen Pflichten", d.h. die Bereitschaft zum Geschlechtsverkehr, könnte aber im Zusammenhang hier gemeint sein.
4 Die Frau verfügt nicht (hat keine Verfügungsgewalt) über ihren {eigenen} Körper, sondern der Mann, ebenso (in gleicher Weise) verfügt der Mann nicht (hat keine Verfügungsgewalt) über seinen {eigenen} Körper, sondern die Frau.
5 Entzieht euch nicht1 einander, außer in gegenseitigem Einvernehmen (nach Übereinkunft) für einen begrenzten Zeitraum (für den gegenwärtigen Augenblick), um euch dem Gebet zu widmen und dann wieder zusammen zu sein, damit euch der Satan nicht versucht durch eure Geilheit (Zügellosigkeit).
- Wörtlich: beraubt nicht
6 Dies aber sage ich als Zugeständnis, nicht als Befehl.
7 Ich wollte {aber}, dass alle Menschen (Männer?) wie ich wären; aber jeder hat seine eigene Gabe von Gott, der eine so, der andere so.
8 Den Unverheirateten1 und den Witwen sage ich, dass es gut wäre, wenn sie blieben wie ich.
- Auch: Geschiedenen
9 Wenn sie aber nicht enthaltsam sein können, sollen sie heiraten, denn es ist besser, zu heiraten als zu brennen1.
- Gemeint ist: vor Lust.
10 Den Verheirateten aber befehle {ich,} nicht ich, sondern der Herr, dass eine Frau sich vom Mann nicht scheiden soll1
- Eine der wenigen Stellen, an denen Paulus ein Jesuswort ("Herrenwort") überliefert, vgl. 9,14 und 1.Thessalonicher 4,15.
11 - falls sie aber geschieden ist1, soll sie unverheiratet bleiben oder sich mit dem Mann aussöhnen -, und der Mann soll die Frau nicht verstoßen2
- Nicht Einräumung einer Ausnahme ("falls sie sich doch scheidet"), BDR § 373.
- (Aus einem Rechtsverhältnis entlassen) Hier zeigt sich die Gleichstellung der Geschlechter bei Paulus, so auch in den Versen 13 und 15; das entspricht dem griechischen und römischen Recht, im Gegensatz dazu das jüdische Recht (Conzelmann, S. 145).
12 Den übrigen1 aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine nichtgläubige Frau hat, und (diese) sie willigt ein, mit ihm (ehelich) zusammenzuleben, soll er sie nicht verstoßen.
- Nämlich denen, die in christlich-heidnischer Mischehe leben.
13 Und die Frau, wenn sie einen nichtgläubigen Mann hat, und (dieser) er willigt ein, mit ihr (ehelich) zusammenzuleben, soll sie ihn nicht verstoßen.
14 Denn der nichtgläubige Mann wird durch die Frau geheiligt, und die nichtgläubige Frau durch den Bruder; denn sonst sind demnach ihre Kinder unrein1, jetzt aber sind sie heilig.
- Im kultischen Sinn unrein ist, was mit der Gottheit nicht in Berührung gebracht werden darf.
15 Wenn aber der Nichtgläubige sich scheiden will, soll er sich scheiden. Der Bruder oder die Schwester ist in diesem Fall nicht [dem Eheversprechen] unterworfen. Gott hat euch zum (im) Frieden berufen.
16 Denn {was} weißt du, Frau, ob du den Mann retten wirst? Oder {was} weißt du, Mann, ob du die Frau retten wirst?
17 Doch (Sondern)1 jeder soll so leben (wandeln), wie der Herr es ihm zugeteilt, jeder, wie der Herr ihn berufen hat. {Und} so ordne ich es in allen Gemeinden an.
- Kann sowohl das Bisherige zusammenfassen (= doch) als auch einen Neueinsatz einleiten (= sondern), Conzelmann, S. 150.
18 Wer als Beschnittener berufen wurde, soll nicht die Vorhaut überziehen1; wer als Unbeschnittener berufen wurde, soll sich nicht beschneiden lassen.
- Um die Beschneidung zu verdecken.
19 Die Beschneidung ist nichts und die Unbeschnittenheit ist nichts, sondern die Beachtung der Gebote Gottes.
20 Jeder soll in der Berufung (dem Beruf) bleiben, in der er berufen wurde (in dem ihn der Ruf Gottes traf).
21 Du wurdest als Sklave berufen; das soll dich nicht kümmern. Aber wenn du auch Freiheit1 erlangen kannst, gebrauche sie (die Sklaverei? die Freiheit?)2 um so mehr.
- Es handelt sich um bürgerliche Freiheit, die in der Gemeinde keinen Wert darstellt, da dort nicht zwischen frei und unfrei unterschieden wird.
- Bezieht sich "sie" auf die Sklaverei oder die Freiheit? Im Griechischen fehlt das Bezugswort, sodass beides möglich wäre. Conzelmann, S. 153, meint, dass "die Sklaverei" gemeint ist, weil es sich um ein Trostwort handelt und wegen einer Parallele bei Epiktet (II,6,18): "Was kümmert es dich, welchen Weg zum Hades du nimmst? Alle sind gleich".
22 Denn der Sklave, der durch den (im) Herrn berufen wurde, ist ein Freigelassener des Herrn1, wie (in gleicher Weise) der Freie, der berufen wurde, ein Sklave Christi ist.
- Vgl. Römer 6,18; 8,2;Galater 5,1.
23 Ihr seid bar bezahlt worden (wurdet gegen Barzahlung erworben); werdet nicht Sklaven von Menschen.
24 Jeder soll darin bleiben, Brüder, worin er von Gott berufen wurde.
25 Über die Jungfrauen1 {aber} besitze ich kein Gebot des Herrn. Ich bin aber der Meinung2, dass ich ein Vertrauensmann bin3, weil4 ich vom Herrn begnadigt wurde (Erbarmen fand).
- Der Begriff bezeichnet Männer und Frauen, die Jungfräulichkeit gelobt haben.
- Wörtl.: Die Meinung "abgeben".
- πιστος heißt hier schwerlich "gläubig", sondern der Apostel Paulus fühlt sich in besonderer Weise vom Herrn berufen und beauftragt, das Adjektiv ist also hier eher ein Titel: "Vertrauensmann", vgl. 1.Thessalonicher 2,4, "Beauftragter" - oft in Inschriften BW Sp. 1318.
- Part. coni., kausal aufgelöst.
26 Ich meine nun, dies sei gut (dass dies gut sei) wegen der bevorstehenden Not1, dass es für den Menschen gut ist, wenn er bleibt, wie er ist.
- Die Endzeit, die Paulus als unmittelbar bevorstehend annahm.
27 Wurde dir eine Frau gegeben, suche nicht die Scheidung (Trennung); hast du dich von einer Frau getrennt (frei gemacht), suche keine Frau.
28 Wenn du aber heiratest, sündigst du nicht, und wenn die Jungfrau1 heiratet, sündigt sie nicht. Leibliche Bedrängnis werden diese aber (haben =) erleben, ich aber schone euch (= würde euch gern schonen?).
- Im oben V. 25 gemeinten Sinn
29 Dies aber sage ich, Brüder, die Zeit ist zusammengedrängt (beschränkt). Hinfort (zukünftig) sollen1 die Frauen haben sein, als hätten sie keine,
- ινα mit Konjunktiv ersetzt den Imperativ, BDR § 387,3a.
30 und die weinen, als weinten sie nicht, und die sich freuen, als freuten sie sich nicht, und die kaufen, als besäßen sie nicht,
31 und die die Welt gebrauchen, als missbrauchten1 sie sie nicht, denn diese Welt selbst (die Gestalt, das Wesen dieser Welt) vergeht.
- Die Präposition κατα gibt dem Verb χραομαι (gebrauchen) eine besondere Färbung im Sinne von "ganz und gar verbrauchen", "missbrauchen", "ausnutzen".
32 Ich möchte aber, dass ihr sorglos (sorgenfrei) seid. Der Unverheiratete sorgt für (trägt Sorge für) die Angelegenheiten des Herrn, wie er dem Herrn gefallen (zu Gefallen sein) kann.
33 Der Verheiratete aber sorgt sich um (trägt Sorge um) die Welt, wie er der Frau gefallen (zu Gefallen sein) kann,
34 und ist in sich gespalten1. Und die Frau, die Unverheiratete und die Jungfrau, sorgt für (trägt Sorge für) die Angelegenheiten des Herrn, damit sie heilig ist sowohl körperlich als auch geistig (geistlich). Aber die Verheiratete sorgt sich um (trägt Sorge um) die Welt, wie sie dem Mann gefallen (zu Gefallen sein) kann.
- Vgl. 1.Korinther 1,13
35 Dies aber sage ich zu eurem eigenen Vorteil (Nutzen), nicht, um euch eine Schlinge überzuwerfen, sondern damit ihr ungestört (nicht abgelenkt) anständig und beharrlich im Herrn [seid].
36 Wenn aber einer glaubt, sich unanständig gegenüber seiner Jungfrau1 zu benehmen (sich seiner Jungfrau gegenüber schämen zu müssen), wenn er überreif2 ist und so geschehen muss, was er tun will, sündigt er nicht; sie sollen heiraten.
- Gemeint ist die Verlobte eines Bräutigams, Conzelmann S. 160
- Ein zusammengesetztes Verb; ακμος bezeichnet den Höhepunkt einer Entwicklung; υπερακμος ist also ein Überschreiten dieses Höhepunktes. Ist hier auf das Begehren angespielt, also UGS "spitz, scharf sein"?
37 Wer aber in seinem Herz fest steht, ohne Zwang, aber Macht hat über seinen Willen und dies in seinem Herzen beschließt, seine Jungfrau zu bewahren (= unberührt zu lassen), tut recht [daran].
38 So tut auch recht, wer seine Jungfrau heiratet, aber wer nicht heiratet, tut Besseres.
39 Eine Frau ist (gegeben =) gebunden, solange ihr Mann lebt; wenn aber der Mann entschlafen ist, ist sie frei, zu heiraten, wen sie will, allein1 [dass es] im Herrn [geschieht].
- D.h. unter der Voraussetzung, dass
40 Glücklicher (seliger) aber ist sie, wenn sie so1 bleibt, meiner Meinung nach. Ich meine aber, dass auch ich den Geist Gottes habe.
- D.h. unverheiratet
Chapter 9
19 Denn weil (obwohl) 1 ich frei bin allen gegenüber, habe ich mich allen zum Sklaven gemacht, damit ich möglichst viele gewinne.
- Hier wird eine Ptz.-Konstruktion aufgelöst. Hier wird kausal übersetzt: nur ein freier Mensch kann sich zum Sklaven machen (vgl. Schnabel 2010, S. 500; Wolff 1996, S. 201). ELB, NGÜ, SCHL2000, LUT2017 übersetzen alle konzessiv („obwohl“, „doch“), vermutlich da „frei“ und „Sklave“ ein antithetisches Begriffspaar darstellt.
20 [ Das heißt:] für die Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich [die] Juden gewinne; für die unter dem Gesetz [des Mose] bin ich wie einer unter dem Gesetz geworden – auch wenn ich selbst nicht unter dem Gesetz bin – damit ich die unter dem Gesetz gewinne;
21 für die ohne Gesetz wie einer ohne Gesetz – auch wenn ich nicht ohne Gesetz Gottes bin, sondern [ich bin] im Gesetz Christi – damit ich die ohne Gesetz gewinne;
22 für die Schwachen bin ich schwach geworden, damit ich die Schwachen gewinne; für alle [diese] bin ich alles geworden, damit ich von allen welche errette.
23 Alle diese Dinge tue ich um des Evangeliums willen, damit auch ich Anteil am Evangelium habe.
24 Wisst ihr [denn] nicht, dass zwar alle Athleten am Wettkampf teilnehmen1, aber nur einer den Siegeskranz2 bekommt?
- w. "im Stadium laufen". Das (τρέχω ἐν σταδίῳ) war ein terminus technikus für Kurzstreckenlauf: bis zu 12 Läufer liefen gegeneinander eine Runde (ca. 200m) vor bis zu 21 000 Zuschauern (Schnabel 2010, S. 511f)
- Der Sieger bekam einen Siegeskranz aus Fichtenholz oder Eppich (so ähnlich wie Sellerie), und wurde zusätzlich von seiner Heimatstadt materiell und durch ein einflussreiches politisches Amt belohnt (Schnabel 2010, S. 512, 514)
25 Jeder aber, der kämpft, übt sich in Verzicht (Selbstbeherrschung)1 in allen [Lebensbereichen]. Die Athleten tun es, damit sie einen Siegeskranz bekommen, der doch vergänglich ist2; wir aber für einen unvergänglichen.
- Verzicht/Selbstbeherrschung (ἐγκράτεια) ist ein Teil der Frucht des Geistes (Gal 5,23). Sein Wortstamm enthält den Begriff "Askese": Die griechischen Stoiker sahen die Bezähmung ihrer Leidenschaften als Lebensziel an. Jesus und Paulus dagegen fordern diese Selbstbeherrschung nicht als „allg. gültige asketische Verhaltensethik“, sondern als Mittel der Nachfolge (Baltensweiler &Wibbing 1997, 408). In unserem Kontext handelt es sich also um einen „Verzicht auf eigentliche berechtigte Ansprüche.“ (Wolff 1996, 206)
- Wenn der Siegeskranz aus Sellerie ist (s.o.), verwelkt er recht schnell. Selbst wenn es sich um Fichtenholz handelt, vergeht der Ruhm in kurzer Zeit.
26 [Das gilt] auch für mich1: Ich laufe nicht wie einer, der ziellos umherirrt, ich boxe nicht wie einer, der wild um sich haut2;
- Durch das ἐγὼ τοίνυν wird ein Perspektivwechsel eingeleitet: jetzt geht es wieder um das Vorbild Paulus (vgl. 11,1).
- Der Begriff δέρω wird hier bewusst mit dem etwas saloppen Wort „hauen“ wiedergegeben: Es handelt sich hier nicht um einen terminus technicus, sondern bedeutet eher umgangsprachlich „prügeln“ (Schnabel 2010, S. 516)
27 sondern ich führe einen harten Kampf1 gegen mich selbst und zwinge meinen Körper, mir zu gehorchen2, damit ich nicht an dem, was ich anderen gepredigt habe, selbst untauglich werde (scheitere).
- w. „unter das Auge schlagen“: also brutal und effektiv kämpfen (Haubeck &Siebenthal 2007, 976)
- w. versklave meinen Körper
Chapter 10
1 Ich will nämlich nicht, dass ihr nicht wisst (versteht), dass eure Väter alle unter der Wolke waren und alle durch das Meer zogen
2 und alle auf (in) {den} Moses (hinein) getauft wurden in der Wolke und in dem Meer
3 und alle dieselbe geistliche Nahrung aßen
4 und alle denselben geistlichen Trank tranken: Sie tranken nämlich aus einem geistlichen Felsen, der nachfolgte, der Fels aber war {der} Christus.
5 Aber Gott fand nicht an (in) den meisten von ihnen Wohlgefallen, denn sie wurden in der Wüste getötet (niedergestreckt).
13 ... treu aber [ist] Gott, welcher nicht zulassen wird, dass ihr über das Vermögen (Können) versucht werdet, sondern mit der Versuchung macht er auch den Ausgang, dass ihr [es] ertragen könnt.
31 Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgendetwas tut (macht), alles tut (macht) zur Ehre (Herrlichkeit) Gottes.
Chapter 11
23 Ich nämlich nahm in Empfang von dem Herrn, was ich auch euch übergeben (weitergeben) habe, dass der Herr Jesus in der Nacht, in der er übergeben (ausgeliefert) wurde, [das] Brot (in die Hand) nahm (ergriff),
24 {und} dankte (Dank sagte) und [es (das Brot)] brach und sprach: Dies ist mein Leib (Körper), der für (zum Vorteil von) euch [ist], dies tut zur Erinnerung an mich.
25 In gleicher Weise (ebenso) auch das Becherchen (Kelchlein, Trinkgefäßchen) nach dem Essen (Speisen) und sagte: Dieses Becherchen ist das neue Testament (Vertrag, Bund) in meinem Blut. Dies tut so oft ihr trinkt zur Erinnerung an mich.
Chapter 12
1 Über die der Geistgaben, Brüder, will ich euch nicht im Unwissen lassen.
2 Ihr wisst, dass, als ihr Heiden1 wart, ihr schon zu den stummen Götzenbildern weggeführt wurdet, dass ihr schon geführt wurdet.
- eig.: Volk
3 Deshalb offenbare ich euch, dass niemand im Geist Gottes schwätzend sagt: „Verflucht1 [sei] Jesus“, und keiner ist fähig zu sagen: „Herr ist Jesus“, wenn nicht im Heiligen Geist.
- Wörtlich: »Fluch, Bann«
4 Es gibt Zuteilungen aber der Gnadengaben, der Geist aber ist derselbe;
5 Und es gibt Unterscheidungen der Diakonie, und der Herr ist derselbe;
6 Und es gibt Unterscheidungen in der Wirkung, der Gott aber ist derselbe, der wirkt alles in allen.
7 Jedem ist es gegeben, die Offenbarung des Geistes zusammenzutragen.
8 Denn nämlich dem einen ist durch den Geist gegeben das Wort der Weisheit, dem anderen aber das Wort der Erkenntnis gemäß demselben Geist,
9 Dem einen der Glaube in demselben Geist, dem anderen aber die Gabe der Heilung in dem einen Geist,
10 Dem anderen aber die Wirkungen der Kräfte, dem anderen aber die Prophetie, dem anderen aber die Unterscheidung der Geister, einem anderen die Sprache der Zungen, einem anderen aber die Auslegung der Zungen;
11 Alles aber wirkt der eine Geist, der zuteilt einem jeden Einzelnen, genau wie er will.
Chapter 13
1 1 Wenn ich (einer)2 in den Sprachen der Menschen3 spräche (spreche)4 oder (und [selbst]) [in der] der Engel5, aber keine Liebe hätte (habe, nicht liebte6), dann wäre (bin) ich (er) ein schallender Gong (Kupfer)7 oder eine klingende (lärmende)8 Zimbel9 {geworden}10.
- [Status: Ungeprüft]
- Im Griechischen lässt sich eine Rede auch in der 1. Person Singular formulieren, wenn man damit generelle Aussagen aus der Perspektive einer exemplarischen 3. Person zu machen will (vgl. z.B. Pappas 2013, S. 81; Wallace, S. 391f - wie man das ja z.B. auch aus der dt. Umgangssprache kennt: „Wenn ich jetzt hergehe und behaupte, das sei eine generelle Aussage, muss ich dafür auch Argumente bringen.“ = „Wenn man behauptet, das sei...“). Die ersten drei Verse könnten also auch nicht aus der Perspektive speziell von Paulus, sondern aus der einer nicht näher bestimmten exemplarischen Person gesprochen sein (so z.B. auch Fitzmyer 2008, S. 492; Lang 1994, S. 182): „Gesetzt, es gäbe einen, der die Sprachen der Menschen spräche und die der Engel...“ usw. Das ist hier gar nicht unwahrscheinlich (s. 1 Kor 12,31: Kap. 13 ist ein allgemeines Lehrstück), allerdings könnte V. 11 nahelegen, dass Paulus das ganze Lehrstück an seinem Beispiel entwickelt (so z.B. Collins 1999b, S. 472 - vielleicht aber auch nicht, s. FN w); in der LF sollte man daher zumindest vorerst wohl eher beim „ich“ bleiben.
- in den Sprachen der Menschen spräche - Der Ausdruck „die Sprachen (Plural!) der Menschen“ steht wohl nicht für bloße Eloquenz (so z.B. B/N, KAR), sondern für die Gabe der „Xenoglossie“, wie sie z.B. in Apg 2,4 beschrieben wird - also die Gabe, in fremden Sprachen sprechen zu können, ohne diese gelernt zu haben. Gemeint ist also: „Wenn ich die Gabe hätte, in allen Sprachen der Erde sprechen zu können“.
- spräche (spreche) - Wenn es richtig ist, dass Paulus hier sein Lehrstück an seinem Beispiel vorführt (s. FN a), könnte man überlegen, die Verben in den drei Bedingungen je nicht als Irrealis („spräche [- was nicht so ist]“), sondern als reale Bedingung („spreche [- wie das gelegentlich der Fall ist]“) zu lesen (so zumindest im ersten Vers einige; z.B. Grosvenor/Zerwick): Paulus gibt selbst an, nicht nur prinzipiell ebenfalls über die Gabe der Zungenrede zu verfügen, sondern sogar noch viel ausgeprägter als die Korinther (s. 1 Kor 14,18), und in seiner Wundermacht steht er den Aposteln in nichts nach (s. 2 Kor 12,12). Aber spätestens V. 3 zeigt deutlich, dass hier von rein hypothetischen Bedingungen auszugehen ist. Übersetze daher jeweils im Irrealis: „spräche“ statt „spreche“ etc.
- [in der] der Engel soll die Rede von der Gabe der Xenoglossie entweder noch einmal steigern - also etwa „Wenn ich die Gabe hätte, in allen Sprachen der Erde sprechen zu können - ja, selbst in der der Engel...“ (so z.B. Fitzmyer 2008, S. 491f; s. z.B. GN, HfA, KAM), oder es ist hier die Gabe der „Glossolalie“ gemeint, von der auch 1 Kor 12 und 1 Kor 14 sprechen. Als „Glossolalie“ bezeichnet man die Gabe, in Ekstase unzusammenhängende Silben von sich zu geben, die als von Gott eingegebenes Sprechen angesehen wurden (zum Phänomen vgl. z.B. Hempelmann 2010). In diesem Falle würde Paulus also nacheinander die beiden verschiedenen mit Sprache zusammenhängenden Gnadengaben Xenoglossie und Glossolalie nennen (so z.B. Fee 1987, S. 630). Letzteres ist wahrscheinlicher, weil eben von Glossolalie direkt zuvor die Rede war und im folgenden Kapitel zum Hauptthema werden wird.
- keine Liebe hätte (nicht liebte) + Prophetie hätte (prophezeite) + Glauben hätte (glaubte) - Die Ausdrücke „Liebe/Prophetie/Glauben haben“ sind wohl nicht nur gehobene Ausdrücke für „lieben/prophezeien/glauben“ (so z.B. Fee 1987, S. 631; auch B/N: „wenn ich nicht liebte“), sondern sollen zum Ausdruck bringen, dass die Liebe, Prophetie und Glaube zu den Gnadengaben gehören, von denen in 1 Kor 12; 14 die Rede ist (Conzelmann 1981, S. 270: „Sie [=die Liebe] ist eine Grund-Eigenschaft [...]: Man »hat« sie [...].“). V. 1 etwa meint also: „Gesetzt, ich hätte die Gabe der Xenoglossie oder die der Glossolalie, nicht aber die Gabe der Liebe...“.
- Gong (Kupfer) - W. „schallendes Kupfer“, gemeint ist ein Lärm- oder Musikinstrument: ein „Becken aus Erz“ (EWNT III, S. 1086). „Gong“ gut nach BB, GN, NGÜ, NL u.a. Das Verb für „schallen“ ist nicht negativ konnotiert, wie einige Üss. das nahelegen könnten (z.B. BigS, NeÜ: „ein schepperndes Blech“) - im Griechischen können etwa auch Hymnen, Loblieder oder Zimbeln „erschallen“. Gemeint ist also nicht: „Wenn ich lieblos rede, klinge ich hässlich“, sondern „Wenn ich lieblos rede, bin ich nicht mehr als ein Musikinstrument [das aber durchaus schön klingen kann]“ = „Dann gebe ich nur leeres Gebrabbel und Gebabbel von mir.“
- klingende (lärmende) - auch das Wort für „klingen“ ist nicht negativ konnotiert (so die meisten Üss: „lärmend“); die „klingende Zimbel“ stammt aus Ps 150,5 LXX, wo es sogar im Parallelismus zur „schön schallenden (NETS: melodischen) Zimbel“ steht. Konnotiert ist aber stets die Lautheit des Klingens. Paulus hat hier im Griechischen ein kleines Wortspiel eingebaut: Wenn er selbst in den Sprachen der Menschen und der Engel lalo („spräche“), wäre er nicht mehr als eine alalazon („klingende“) Zimbel; und dies alalazon klingt ähnlich wie alalon („nicht sprechend, sprachlos“) - was die Inhaltslosigkeit der Laute von Gong und Handbecken noch unterstreicht.
- Zimbel - metallene Handbecken, s. Wikipedia/Zimbel.
- {geworden} - nicht: „wäre geworden“: das Perfekt markiert hier keinen Tempus, sd. markiert den Satz als hypothetisch (vgl. BDR §344).
2 Und wenn ich (einer) Prophetie hätte (habe, prophezeite) und alle Geheimnisse und jede Erkenntnis (Wissen)1 wüsste (weiß), und wenn ich (einer) allen (genügend) Glauben hätte (habe, glaubte), um Berge zu versetzen, aber keine Liebe hätte (habe, liebte), dann wäre (bin) ich (er) nichts.
- Erkenntnis (Wissen) ist nicht im Sinne von „(Gewinnung von) Sachwissen“ zu verstehen, sondern meint die Gabe der „Einsicht“ (s. 1 Kor 12,8), „[...] weil diese den Inhalt der Prophetie bilden. Der Prophet redet auf Grund göttlicher Offenbarung durch den Geist, der ihm Einblick in den Heilsplan Gottes gewährt und situationserhellende Weisungen für den Weg der Gemeinde schenkt.“ (Lang 1994, S. 182).
3 Und wenn ich (einer) all meine (seine) Besitztümer austeilen würde (austeilt) und wenn ich (er) meinen (seinen) Körper ausliefern würde (ausliefert), damit ich verbrannt (so dass ich gerühmt)1 würde, aber keine Liebe hätte (habe, liebte ), dann würde es mir (ihm) nichts nützen (nützt es mir nichts).
- Textkritik: Beide Varianten sich recht stark bezeugt und einander so ähnlich, dass sie sich auch als Abschreibefehler erklären lassen würden (kauthesomai: „damit ich verbrannt würde“ - kauchesomai: damit ich gerühmt würde). Zu Argumenten für die zweite Lesart vgl. gut Metzger 1994, S. 498; auch Fitzmyer 2008, S. 494 - aber was sollte denn der Sinn dieser Lesart sein (vgl. Fee 1987, S. 629: „the basic difficulty that anyone has ever had with [this] reading [....] is to find an adequate sense for it.“)? „Wenn ich all meine Besitztümer austeilen und meinen Körper ausliefern würde, um anzugeben...“? Der Sinn von Lesart 1 dagegen ist klar; bezeichnet würde mit „damit ich verbrannt würde“ der Feuertod des Märtyrers (s. z.B. Dan 3,19; Heb 11,34) und fügte sich so gut in den Rest des Abschnittes; so deshalb auch Collins 1999b, S. 476f; Fee 1987, S. 629; Lang 1994, S. 183. „Verbrannt werden“ ist daher wohl vorzuziehen.
4 Die Liebe ist sanftmütig (langmütig)1, mild (freundlich)2 {ist die Liebe}3; die Liebe ist nicht aggressiv (ereifert sich nicht?)4, sie ist nicht prahlsüchtig, sie ist nicht hochmütig (arrogant),
- sanftmütig (langmütig) - Oft auch: „geduldig“; vgl. z.B. auch Lang 1994, S. 184: „Sie gibt nicht nach dem ersten Fehlschlag auf, sondern ist geduldig und hat den langen Atem [...]“ - also wohl „beharrlich“. Die makrothumia ist in LXX und NT aber fast stets entweder eine Eigenschaft Gottes - nämlich seine „Charaktereigenschaft“, nicht gleich die verdiente Strafe über Menschen zu verhängen, sondern „nachsichtig, langmütig“ zu sein - oder eine christliche Tugend - nämlich die, aufwallendem Zorn nicht nachzugeben (EWNT II, S. 937), also die, „sanftmütig“ zu sein. Als „sanftmütig“ passt es auch besser zum folgenden „mild“ und „nicht jähzornig“, mit denen sie ohnehin häufiger in einem Atemzug genannt wird (s. z.B. 2 Kor 6,6; Gal 5,22; Kol 3,12).
- mild (freundlich) - meist: „freundlich“; oft auch: „gütig“. Das Verb chresteuomai ist in der Bibel ein Hapax legomenon; die Bed. lässt sich aber erschließen aus dem verwandten Wort chrestotes, das bes. mit Gott als Subjekt oft (wie hier) zusammen mit makrothumia („Sanftmut, Langmut“) und als Gegenbegriff von orge („Zorn“) verwendet wird: Es ist die Freundlichkeit, in der kein Zorn aufkommt, oder die Milde, in der man seinen Zorn zurückhält (vgl. EWNT III, S. 1140f).
- Die Liebe ist sanftmütig, die Liebe ist mild, die Liebe ereifert sich nicht - In einigen Handschriften fehlt das dritte „die Liebe“; das zweite und dieses eventuelle dritte „die Liebe“ ließe sich jeweils entweder dem vorigen oder dem folgenden Verb zuordnen. Möglich wäre also jede der folgenden Auflösungen: # Die Liebe ist sanftmütig; mild ist die Liebe. Es ist nicht aggressiv die Liebe, ist nicht prahlsüchtig, ist nicht hochmütig... # Die Liebe ist sanftmütig, mild, die Liebe ist nicht aggressiv, die Liebe ist nicht prahlsüchtig, ist nicht hochmütig... # Die Liebe ist sanftmütig; mild ist die Liebe, ist nicht aggressiv, ist nicht prahlsüchtig, ist nicht hochmütig... # Die Liebe ist sanftmütig, mild; die Liebe ist nicht aggressiv, ist nicht prahlsüchtig, ist nicht hochmütig... Insgesamt ist eine Entscheidung hier nicht wirklich möglich; auch die wissenschaftlichen Editionen entscheiden sich nicht. Anm. d. Üs. (S.W.): Wäre ich Paulus, hätte ich wegen der Gleichmäßigkeit eher (4) als (1) und eher (1) als (2) und (3) gewählt (ähnlich z.B. Zuntz 1953, S. 68). Wäre ich LF-Übersetzer, würde ich mich daher für Version (4) entscheiden, aber das ist wohl ganz subjektiv (vielleicht aber dennoch hilfreich für einen LF-Übersetzer).
- ist nicht aggressiv (ereifert sich nicht?) - Eher nicht: „ist nicht neidisch/eifersüchtig“ (so die meisten); das Wort bezeichnet hier - wie auch in anderen Lasterkatalogen im NT - eine leidenschaftliche feindselige Einstellung gegenüber anderen, die die menschliche Gemeinschaft vergiftet (EWNT II, S. 248f) und die offenbar unter den Korinthern recht verbreitet war (s. 1 Kor 3,3). Besser daher „ist nicht aggressiv/streitlustig/...“. Das „eifert nicht“ in vielen Üss. ist darauf zurückzuführen, dass das Wort im Gr. auch im positiven Sinne für „Eifrigkeit“ stehen kann und viele Übersetzungen offenbar glaubten, mit der Übersetzung „sich ereifern“ eine gemäßigte Konkordanz wahren zu können. Das ist hier nicht ratsam.
5 sie ist nicht unsittlich (schamlos), sie strebt nicht nach dem Ihrigen1, sie ist nicht [leicht] reizbar, sie rechnet das Schlechte (Böse) nicht an2.
- strebt nicht nach dem Ihrigen, d.h. sie „verfolgt nicht ihre eigenen Interessen“, „ist nicht selbstsüchtig“ (s. 1 Kor 10,24; Phil 2,4).
- sie rechnet das Schlechte nicht an - Recht gut viele Üss: „sie ist nicht nachtragend“, „trägt das Böse nicht nach“. Sinngemäßer viele eng. Üss.: „It doesn't keep record of wrongs“; denn gemeint ist eher: „Über Böses sieht sie (von vornherein) hinweg“ (EWNT II, S. 865f; Fee 1987, S. 639): Die Liebe ist nachsichtig.
6 Sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit1, sondern sie freut sich über2 die Wahrheit;
- Litotes: Nicht i.S.v. „sie ist nicht gerade ein Sadist“, sd. von „Ungerechtigkeit ist ihr absolut verhasst“ (Fee 1987, S. 639: „Love absolutely rejects that most pernicious form of rejoicing over evil...“
- über - nicht: „freut sich mit der Wahrheit“; s. BDAG: „In this case the compound has the same mng. as the simple verb [...:] it does not rejoice over injustice, but rejoices in the truth 1 Cor 13:6 [...]“.
7 sie bedeckt (vergibt, erträgt)1 alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.
- bedeckt (vergibt, erträgt) - wohl Semitismus: Das hebräische kasah („bedecken“) bezeichnet einen Akt des „Vergebens“; so daher z.B. auch HfA: „Sie ist immer bereit, zu verzeihen“; MEN: „Sie deckt alles zu (=entschuldigt alles)“; ähnlich B/N. Vgl. auch Lang 1994, S. 185: „»Die Liebe deckt auch der Sünden Menge« (1 Pet 4,8; vgl. Spr 10,12; Jak 5,20). Sie trägt angetanes Unrecht nicht nach, sondern ermöglicht einen Neuanfang durch Vergebung, die aus der göttlichen Liebe und Vergebung erwächst (vgl. Mt 6,12; Kol 3,13).“. Alternativ: „Sie erträgt alles“ (s. 1 Thess 3,1.5; so die meisten) - was aber ja schon durch das „sie erduldet alles“ am Ende von V. 7 abgedeckt ist.
8 Die Liebe kommt niemals zu Fall1. Ob es dagegen Prophetien [seien] - sie werden vergehen; ob es Sprachen [seien] - sie werden aufhören; ob es Erkenntnis (Wissen) [sei] - sie wird vergehen.
- kommt niemals zu Fall - W.: „fällt niemals“; Wortspiel im Griechischen: Der Ausdruck ist sowohl lesbar als „sie hört niemals auf“, ist unvergänglich (EWNT III, S. 215) oder als stehende Wendung für „sie sündigt niemals“ (vgl. EWNT III, S. 215). Gelesen nach der ersten Bedeutung fällt hier zum ersten Mal die zentrale Aussage der folgenden Verse, gelesen nach der zweiten Bedeutung wird die Aussage zur Spitzenaussage der vorangegangenen Charakterisierung der Liebe. Dahin, dass die Aussage wohl bewusst mehrdeutig formuliert ist, weist auch schon die Struktur des Kapitels: V. 8a steht im Zentrum der „quer“ zur Kapitelstruktur verlaufenden Konstrastierung der drei Gnadengaben „Glaube“, „Hoffnung“ und „Liebe“ einerseits und „Sprachen“, „Prophetie“ und „Einsicht“ andererseits (s. hier). „Die Liebe kommt niemals zu Fall“ ist also die zentrale Brückenaussage des Kapitels.
9 Denn [nur] bruchstückhaft erkennen wir (haben wir Einsicht) und bruchstückhaft prophezeien wir,
10 aber sobald das Vollkommene (Vollständige)1 kommt, wird das Bruchstückhafte vergehen.
- das Vollkommene (Vollständige) - gemeint ist sehr wahrscheinlich das Ende der Zeiten (vgl. z.B. Fitzmyer 2008, S. 498); hier nicht als „das Letzte“ (to telos), sondern als „das Vollkommene/Vollständige“ (to teleion) bezeichnet, um es mit dem „Bruchstückhaften“ zu kontrastieren. Collins 1999b übersetzt denn auch einfach: „When the end comes the partial will pass away.“; ähnlich BB: „das Endgültige“; EÜ, HER05, JJ, R-S: „Das Vollendete“, KAR, PAT, Pfäfflin, WIL: „Die Vollendung“.
11 1 Als ich ein Kind2 war, redete ich wie ein Kind, dachte ich wie ein Kind, urteilte (argumentierte) ich wie ein Kind; seit ich ein Mann geworden bin (nun, da ich ein Mann bin), habe ich die [Dinge] des3 Kindes vergehen lassen.
- V. 11 und V. 12b tragen nichts inhaltlich Neues zum Kapitel bei, sondern sind zu verstehen als erläuternde Analogien (vgl. Fee 1987, S 646): „Sprachengabe, Prophetie und Einsicht sind Brüchstückhaftes, und alles Bruchstrückhafte wird am Ende der Zeiten vergehen. [Das kann man sich so veranschaulichen:] Als ich ein Kind war...“ und „Jetzt sehen wir nur indirekt - wie in einem Spiegel -, dann aber von Angesicht zu Angesicht - [ungefähr so, wie z.B. auch] ich jetzt bruchstückhaft erkenne, dann aber so erkennen werde, wie auch ich erkannt worden bin.“Die Argumentationsstruktur des letzten Abschnittes geht also in etwa so: „Prophetie, Sprachengabe und Einsicht sind so toll nicht, denn sie werden vergehen, und ohnehin erkennen wir Gott vermittels dieser Gaben zwar bereits jetzt, aber nur bruchstückhaft (Vv. 8b-10). 2: Später aber - nämlich: wenn das Vollkommene kommt - werden wir Gott vollständig und von Angesicht zu Angesicht erkennen (Vv. 10.12a). 3: Ergo bleiben uns/haben Bestand (s. FN ac) einzig Glaube, Hoffnung und Liebe (V. 13).“
- Kind - W. „kindlich“; das Kind steht im NT häufiger übertragen für Unwissenheit und meint ursprünglich den, der noch nicht in der Lage war, zu sprechen. Zusammen mit „sprechen wie ein nepios“ und „urteilen/argumentieren wie ein nepios“ weckt das Wort in einem griechischen Leser also die Assoziation eines lallenden Kleinkinds, das Unsinn von sich gibt.
- die [Dinge] des - W.: „das des Kindes“ = „diese kindlichen Eigenschaften“.
12 Denn wir sehen jetzt in einem Rätsel (indirekt, undeutlich)1 durch einen (in einem)2 Spiegel, dann aber (und erst dann) von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich bruchstückhaft, dann aber (und erst dann) werde ich [so] erkennen, wie auch ich erkannt worden bin3.
- in einem Rätsel (indirekt, undeutlich) - „indirekt“ gut nach BDAG. Dies ist hier vermutlich gemeint: Korinth war berühmt für seine Kupferprodukte; u.a. auch für seine qualitativ hochwertigen Bronzespiegel. Gemeint ist also wohl weniger „verzerrt wie in einem Spiegel“, sondern „nicht direkt (von »Angesicht zu Angesicht«), sondern indirekt - wie in einem Spiegel“. Objekt dieses „Sehens“ ist sicher Gott: Im Bild vom „Spiegel“, in der Wendung „von Angesicht zu Angesicht“ und dem Ausdruck „erkennen, wie ich erkannt worden bin“ kommt jeweils eine Reziprozität zum Ausdruck: Man blickt auf einen Zurückblickenden.
- durch einen (in einem) - Gr. Idiom; im Gr. sieht man etwas nicht „in einem“, sd. „durch einen“ Spiegel. Übersetze „in einem Spiegel“.
- wie auch ich erkannt worden bin - Paulinische „Sondertheologie“: Dass ein Mensch Gott erkennen kann, erfordert, dass zuvor Gott diesen Menschen „erkannt“ hat; s. 1 Kor 8,3; Gal 4,9. Dieses Theologumenon arbeitet mit einem Wortspiel: Im Hebräischen meint der Ausdruck, dass Gott einen Menschen „erkennt“, dass er fürsorglich an ihm handelt (THAT I, S. 691f; s. z.B. Ex 33,12; Ps 1,6; Nah 1,7): Gott muss zunächst einen Menschen „erkennen“ - d.h. hier: die Gnade gewähren, dass dieser Mensch ihn erkennen könne - bevor dieser ihn erkennen kann (vgl. z.B. Conzelmann 1981, S. 279; Lang 1994, S. 188; Fitzmyer 2008, S. 500f).
13 Jetzt aber bleiben1 Glaube, Hoffnung, Liebe – diese drei; und (aber) die Größte von ihnen [ist] die Liebe.
- bleiben - Wortspiel im Griechischen: # „bleiben“ i.S.v. „übrig bleiben“: Selbst die Gaben der Prophetie und der Einsicht vermitteln nur bruchstückhaftes Wissen; erst am Ende der Zeiten werden wir Gott „von Angesicht zu Angesicht“ erkennen können. Was also „übrig bleibt“ - da ja Einsicht, Prophetie etc. soeben für unzureichend erklärt worden sind - sind Glaube, Hoffnung, Liebe. -> „Und damit (zum logischen nuni de (»Jetzt aber«) vgl. BDAG, S. 682; Fitzmyer 2008, S. 501 u.ö.) bleiben uns einzig Glaube, Hoffnung und Liebe - diese drei.“ # „bleiben“ i.S.v. „Bestand haben“: Alles Bruchstückhafte wird vergehen; das aktuell einzig Existierende, das dauerhaft Bestand haben wird, sind Glaube, Hoffnung und Liebe. -> „Das aktuell einzig Unvergängliche sind Glaube, Hoffnung und Liebe - diese drei.“.
Chapter 15
1 Ich lasse euch aber, [Schwestern und] Brüder, die Frohbotschaft (die gute Nachricht, das Evangelium) wissen (mache kund, offenbare), die ich euch predigte, die ihr auch annahmt, in der ihr auch fest steht,
2 durch die ihr auch gerettet werdet, in welchem Wortlaut ich sie euch predigte, wenn ihr sie festhaltet,1 es sei denn, ihr glaubtet ohne Sinn und Verstand (ihr wäret umsonst gläubig geworden).
- Entweder handelt es sich hier um eine Voranstellung des Nebensatzes vor den Hauptsatz: κατέχετε, τίνι λόγῳ …: „Haltet fest, in welchem Wortlaut ich euch das Evangelium gepredigt habe“, dann wäre εἰ zu streichen, wofür es aber keinen Anhalt in der Textkritik gibt. Oder es handelt sich um eine Parenthese, und der eigentliche Satz lautete: δι᾽ οὗ καὶ σῴζεσθε, εἰ κατέχετε: „Durch welches ihr auch gerettet werdet (wie ich euch verkündigt habe), wenn ihr festhaltet“, BDR § 478.1
3 Denn ich habe euch in erster Linie (unter den wichtigsten Stücken) überliefert, was ich ich angenommen habe: „Dass Christus für unsere Sünden starb gemäß der Schrift,
4 {und} dass er begraben wurde,{und} dass er am dritten Tag auferweckt wurde gemäß der Schrift,
5 und dass er Kephas erschien (sich zeigte), darauf den Zwölfen“.
6 Darauf erschien er mehr als 500 [Schwestern und] Brüdern auf einmal, von denen die meisten (bis jetzt bleiben =) noch leben, einige aber sind entschlafen.
7 Darauf erschien er Jakobus, dann allen Aposteln.
8 Als letztem von allen aber, quasi wie (gleichsam als) einer Fehlgeburt, erschien er auch mir.
9 Ich bin ja (nämlich) der geringste der Apostel, {der ich} nicht einmal geeignet {bin}, Apostel genannt zu werden, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgte.
10 Gott sei Dank (durch Gottes Gnade) aber bin ich, was ich bin, und seine Gnadengabe1 für mich (geschah =) blieb nicht ohne Erfolg, sondern mehr als alle anderen plagte ich mich (arbeitete ich mich ab), aber nicht ich, sondern Gottes Gnabengabe, die mit2 mir ist.
- Im Griech. steht hier zweimal χάρις, das sowohl „Dank“ als auch „Gnadengabe“, „Gnade“ sein kann.
- Mit, griech. σύν, bezieht sich nicht auf „plagen“, so als hätte die Gnadengabe bei der Arbeit geholfen, sondern auf Paulus: er wird von dieser Gnadengabe angetrieben; sie ist das Subjekt seiner Leistung (Conzelmann, S. 292 und 308)
11 Ob nun ich oder {ob} jene, so predigen wir, und so habt ihr geglaubt.
12 Wenn aber Christus verkündigt wird, dass er aus den Toten1 auferstanden (auferweckt) ist2, wie sagen einige bei euch:3 Es gibt keine Auferstehung der Toten (Totenauferweckung)?
- Hier und 1.Korinther 15,16.29.32 fehlt im Griech. der Artikel, weil es auf den Begriff, nicht die Vollzahl ankommt; im Dt. steht der Artikel, BDR § 254.7
- Paulus verwendet „Auferweckung“ und „Auferstehung“ synonym, Conzelmann, S. 313.
- ὅτι citativum
13 Wenn es aber keine Auferstehung der Toten (Totenauferweckung) gibt, ist auch Christus nicht auferstanden (auferweckt).
14 Wenn aber Christus nicht auferstanden (auferweckt) ist, ist folglich auch unsere Verkündigung (leer =) inhaltsleer (hohl), leer auch euer Glaube.
15 (Wir werden aber auch gefunden =) Wir stehen aber auch da als falsche Zeugen Gottes, denn wir haben Zeugnis (gegen =) im Widerspruch zu Gott abgelegt, dass er Christus auferweckt habe, den er nicht auferweckte, wenn (anders= ), wie sie sagen,1 die Toten nicht auferstehen (auferweckt werden).
- Hypothetische Konstruktion, BDR § 454.2 und § 451,2
16 Denn wenn die Toten nicht auferstehen (auferweckt werden), dann ist auch Christus nicht auferstanden (auferweckt worden).
17 Wenn aber Christus nicht auferstand (auferweckt wurde), ist euer Glaube nichtig (eitel)1, dann seid ihr noch in euren Sünden,
- nichtig = ohne Inhalt, oder eitel = ohne Wahrheit
18 folglich sind auch die in Christus Entschlafenen1 (verloren =) der Macht des Todes verfallen.
- Ptz., substantiviert
19 Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus hoffen1, sind wir bemitleidenswerter als alle anderen Menschen.
- Ptz., wörtlich: Hoffende sind.
20 Nun (jetzt) aber ist Christus auferstanden (auferweckt worden) von den Toten als Erster (Erstling)1 der Entschlafenen.
- Im AT meint άπαρχἠ den (Gott geweihten) Erstgeborenen; hier ist nicht darauf abgezielt, sondern dass Christus der Erste einer Anzahl ist. Dass Paulus ihn den Ersten der Entschlafenen nennt, betont, dass er bisher auch der Einzige ist, Conzelmann, S. 317.