reltext

Chapter 1

1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sunder, noch sitzt, da die Spotter sitzen,

2 sondern hat Lust zum Gesetz des HERRN und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht.

3 Der ist wie ein Baum, gepflanzet an den Wasserbachen, der seine Frucht bringet zu seiner Zeit, und seine Blatter verwelken nicht, und was er macht, das gerat wohl.

4 Aber so sind die Gottlosen nicht, sondern wie Spreu, die der Wind verstreuet.

5 Darum bleiben die Gottlosen nicht im Gerichte, noch die Sunder in der Gemeine der Gerechten.

6 Denn der HERR kennet den Weg der Gerechten, aber der Gottlosen Weg vergehet.

Chapter 2

1 Warum toben die Heiden, und die Leute reden so vergeblich?

2 Die Konige im Lande lehnen sich auf, und die Herren ratschlagen miteinander wider den HERRN und seinen Gesalbten:

3 Lasset uns zerreilien ihre Bande und von uns werfen ihre Seile!

4 Aber der im Himmel wohnet, lachet ihrer, und der HERR spottet ihrer.

5 Er wird einst mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken.

6 Aber ich habe meinen Konig eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.

7 Ich will von einer solchen Weise predigen, daß der HERR zu mir gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute hab ich dich gezeuget.

8 Heische von mir, so will ich dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Ende zum Eigentum.

9 Du sollst sie mit einem eisernen Zepter zerschlagen; wie Topfe sollst du sie zerschmeilien.

10 So lalit euch nun weisen, ihr Konige, und lalit euch zuchtigen, ihr Richter auf Erden!

11 Dienet dem HERRN mit Furcht und freuet euch mit Zittern!

12 Küssetden Sohn, daß er nicht zurne und ihr umkommet auf dem Wege; denn sein Zorn wird bald anbrennen. Aber wohl alien, die auf ihn trauen!

Chapter 3

1 Ein Psalm Davids, da er floh vor seinem Sohn Absalom.

2 Ach, HERR, wie ist meiner Feinde so viel, und setzen sich so viele wider mich!

3 Viele sagen von meiner Seele: Sie hat keine Hilfe bei Gott. Sela.

4 Aber du, HERR, bist der Schild fur mich, und der mich zu Ehren setzet und mein Haupt aufrichtet.

5 Ich rufe an mit meiner Stimme den HERRN, so erhoret er mich von seinem heiligen Berge. Sela.

6 Ich liege und schlafe und erwache; denn der HERR halt mich.

7 Ich furchte mich nicht vor viel Hunderttausenden, die sich umher wider mich legen.

8 Auf HERR, und hilf mir, mein Gott; denn du schlagst alle meine Feinde auf den Backen und zerschmetterst der Gottlosen Zahne.

9 Bei dem HERRN findet man Hilfe und deinen Segen uber dein Volk. Sela.

Chapter 4

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen auf Saitenspielen.

2 Erhore mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich trostest in Angst; sei mir gnadig und erhore mein Gebet!

3 Liebe Herren, wie lange soil meine Ehre geschandet werden? Wie habt ihr das Eitle so lieb und die Lügen so gerne! Sela.

4 Erkennet doch daß der HERR seine Heiligen wunderlich fuhret! Der HERR horet, wenn ich ihn anrufe.

5 Zürnet ihr, sundiget nicht! Redet mit eurem Herzen auf eurem Lager und harret. Sela.

6 Opfert Gerechtigkeit und hoffet auf den HERRN.

7 Viele sagen: Wie sollt uns dieser weisen, was gut ist? Aber, HERR, erhebe uber uns das Licht deines Antlitzes!

8 Du erfreuest mein Herz, ob jene gleich viel Wein und Korn haben.

9 Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, daß ich sicher wohne.

Chapter 5

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen fur das Erbe.

2 HERR, hore meine Worte, merke auf meine Rede!

3 Vernimm mein Schreien, mein Konig und mein Gott; denn ich will vor dir beten.

4 HERR, frühe wollest du meine Stimme horen; fruhe will ich mich zu dir schicken und drauf merken.

5 Denn du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefallt; wer bose ist, bleibet nicht vor dir.

6 Die Ruhmredigen bestehen nicht vor deinen Augen; du bistfeind alien Ubeltatern.

7 Du bringest die Lugner urn; der HERR hat Greuel an den Blutgierigen und Falschen.

8 Ich aber will in dein Haus gehen auf deine grofte Gute und anbeten gegen deinem heiligen Tempel in deiner Furcht.

9 HERR, leite mich in deiner Gerechtigkeit urn meiner Feinde willen; richte deinen Weg vor mir her.

10 Denn in ihrem Munde ist nichts Gewisses, ihr Inwendiges ist Herzeleid, ihr Rachen ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen heucheln sie.

11 Schuldige sie, Gott, daß sie fallen von ihrem Vornehmen! Stofte sie aus urn ihrergroften Ubertretung willen; denn sie sind dirwiderspenstig.

12 Laft sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich laft sie ruhmen, denn du beschirmest sie; frohlich laft sein in dir, die deinen Namen lieben!

13 Denn du, HERR, segnest die Gerechten; du kronest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.

Chapter 6

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen auf acht Saiten.

2 Ach, HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und zuchtige mich nicht in deinem Grimm!

3 HERR, sei mir gnadig, denn ich bin schwach; heile mich, HERR, denn meine Gebeine sind erschrocken,

4 und meine Seele ist sehr erschrocken. Ach, du HERR, wie lange!

5 Wende dich, HERR, und errette meine Seele; hilf mir urn deiner Gute willen!

6 Denn im Tode gedenkt man dein nicht; wer will dir in der Holle danken?

7 Ich bin so mude vom Seufzen, ich schwemme mein Bette die ganze Nacht und netze mit meinen Tranen mein Lager.

8 Meine Gestalt ist verfallen vor Trauern und ist alt worden; denn ich allenthalben geangstet werde.

9 Weichet von mir, alle Ubeltater; denn der HERR horet mein Weinen,

10 der HERR horet mein Flehen, mein Gebet nimmt der HERR an.

11 Es mussen alle meine Feinde zuschanden werden und sehr erschrecken, sich zuruckkehren und zuschanden werden plotzlich.

Chapter 7

1 Die Unschuld Davids, davon ersang dem HERRN von wegen der Worte des Mohren, des Jeminiten.

2 Auf dich, HERR, traue ich, mein Gott! Hilf mir von alien meinen Verfolgern und errette mich,

3 daß sie nicht wie Lowen meine Seele erhaschen und zerreiften, weil kein Erretter da ist.

4 HERR, mein Gott, hab ich solches getan, und ist Unrecht in meinen Handen;

5 hab ich Boses vergolten denen, so friedlich mit mir lebten, Oder die, so mir ohne Ursache feind waren, beschadiget,

6 so verfolge mein Feind meine Seele und ergreife sie und trete mein Leben zu Boden und lege meine Ehre in den Staub. Sela.

7 auf, HERR, in deinem Zorn, erhebe dich uber den Grimm meiner Feinde und hilf mir wieder in das Amt, das du mir befohlen hast,

8 daß sich die Leute wieder zu dir sammeln; und um derselben willen komm wieder empor.

9 Der HERR ist Richter fiber die Leute. Richte mich, HERR, nach meiner Gerechtigkeit und Frommigkeit.

10 Lali der Gottlosen Bosheit ein Ende werden und fordere die Gerechten; denn du, gerechter Gott, prufest Herzen und Nieren.

11 Mein Schild ist bei Gott, der den frommen Herzen hilft.

12 Gott ist ein rechter Richter und ein Gott, der taglich drauet.

13 Will man sich nicht bekehren, so hatersein Schwert gewetzt und seinen Bogen gespannet und zielet,

14 und hat drauf gelegt todlich Geschoü; seine Pfeile hat er zugerichtet zu verderben.

15 Siehe, der hat Boses im Sinn, mit Ungluck ist er schwanger; erwird aber einen Fehl gebaren.

16 Er hat eine Grube gegraben und ausgefuhrt und ist in die Grube gefallen, die er gemacht hat.

17 Sein Ungluck wird auf seinen Kopf kommen und sein Frevel auf seine Scheitel fallen.

18 Ich danke dem HERRN um seiner Gerechtigkeit willen und will loben den Namen des HERRN, des Allerhochsten.

Chapter 8

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen auf der Githith.

2 HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in alien Landen, da man dir danket im Himmel!

3 dem Munde der jungen Kinder und Sauglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dafi du vertilgest den Feind und den Rachgierigen.

4 Denn ich werde sehen die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitest.

5 Was ist der Mensch, dafi du sein gedenkest; und des Menschen Kind, dafi du dich sein annimmst?

6 Du wirst ihn lassen eine kleine Zeit von Gott verlassen sein. Aber mit Ehren und Schmuck wirst du ihn kronen.

7 Du wirst ihn zum Herrn machen uber deiner Hande Werk; alles hast du unter seine Fülie getan:

8 Schafe und Ochsen allzumal, dazu auch die wilden Tiere,

9 die Vogel unter dem Himmel und die Fische im Meer und was im Meer gehet.

10 HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in alien Landen!

Chapter 9

1 Ein Psalm Davids von der schonen Jugend, vorzusingen.

2 Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen und erzahle alle deine Wunder.

3 Ich freue mich und bin frohlich in dir und lobe deinen Namen, du Allerhochster,

4 dafi du meine Feinde hinter sich getrieben hast; sie sind gefallen und umkommen vordir.

5 Denn du fuhrest mein Recht und Sache aus; du sitzest auf dem Stuhl ein rechter Richter.

6 Du schiltst die Heiden und bringest die Gottlosen um; ihren Namen vertilgest du immer und ewiglich.

7 Die Schwerter des Feindes haben ein Ende; die Stadte hast du umgekehret; ihr Gedachtnis ist umkommen samt ihnen.

8 Der HERR aber bleibt ewiglich; er hat seinen Stuhl bereitet zum Gericht.

9 Und er wird den Erdboden recht richten und die Leute regieren rechtschaffen.

10 Und der HERR ist des Armen Schutz, ein Schutz in der Not.

11 Darum hoffen auf dich, die deinen Namen kennen; denn du verlassest nicht, die dich, HERR, suchen.

12 Lobetden HERRN, der zu Zion wohnet; verkundiget unter den Leuten sein Tun!

13 Denn ergedenkt und fragt nach ihrem Blut; er vergisset nicht des Schreiens der Armen.

14 HERR, sei mir gnadig; siehe an mein Elend unter den Feinden, der du mich erhebest aus den Toren des Todes,

15 auf dafi ich erzahle all deinen Preis in den Toren der Tochter Zion, dafi ich frohlich sei uber deine Hilfe.

16 Die Heiden sind versunken in der Grube, die sie zugerichtet hatten; ihr Fuli ist gefangen im Netz, das sie gestellet hatten.

17 So erkennet man, daß der HERR Recht schaffet. Der Gottlose ist verstrickt in dem Werk seiner Hande durchs Wort. Sela.

18 Ach, dafi die Gottlosen müfiten zur Holle gekehret werden, alle Heiden, die Gottes vergessen!

19 Denn erwird des Armen nicht so ganz vergessen, und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich.

20 HERR, stehe auf, daü Menschen nicht Uberhand kriegen; lali alle Heiden vor dir gerichtet werden!

21 Gib ihnen, HERR, einen Meister, dafi die Heiden erkennen dafi sie Menschen sind. Sela.

Chapter 10

1 HERR, warum trittst du so feme, verbirgest dich zur Zeit der Not?

2 Weil der Gottlose Ubermut treibet, mufi der Elende leiden. Sie hangen sich aneinander und erdenken bose Tücke.

3 Denn der Gottlose ruhmet sich seines Mutwillens, und der Geizige segnet sich und lasted den HERRN.

4 Der Gottlose ist so stolz und zornig, daü er nach niemand fraget; in alien seinen Tücken halt er Gott fur nichts.

5 Er fahret fort mit seinem Tun immerdar; deine Gerichte sind feme von ihm; er handelt trotzig mit alien seinen Feinden.

6 Er spricht in seinem Herzen: Ich werde nimmermehr daniederliegen; es wird fur und fur keine Not haben.

7 Sein Mund ist voll Fluchens, Falsches und Trugs; seine Zunge richtet Mühe und Arbeit an.

8 Er sitzt und lauert in den Hofen; er erwurget die Unschuldigen heimlich; seine Augen halten auf die Armen.

9 Er lauert im Verborgenen, wie ein Lowe in der Hohle; er lauert, daß er den Elenden erhasche, und erhaschet ihn, wenn er ihn in sein Netz zeucht.

10 Er zerschlagt und drucket nieder und stofit zu Boden den Armen mit Gewalt.

11 Er spricht in seinem Herzen: Gott hat's vergessen; er hat sein Antlitz verborgen, erwird's nimmermehr sehen.

12 Stehe auf, HERR Gott, erhebe deine Hand; vergili der Elenden nicht!

13 Warum soil der Gottlose Gott lastern und in seinem Herzen sprechen: Du fragst nicht danach?

14 Du siehest ja, denn du schauestdas Elend und Jammer; es stehet in deinen Handen. Die Armen befehlen's dir; du bist der Waisen Heifer.

15 Zerbrich den Arm des Gottlosen und suche das Bose, so wird man sein gottlos Wesen nimmer finden.

16 Der HERR ist Konig immer und ewiglich; die Heiden mussen aus seinem Land umkommen.

17 Das Verlangen der Elenden horestdu, HERR; ihr Herz ist gewifi, daß dein Ohr drauf merket,

18 daß du Recht schaffest dem Waisen und Armen, daß der Mensch nicht mehr trotze auf Erden.

Chapter 11

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. Ich traue auf den HERRN. Wie saget ihr denn zu meiner Seele, sie soil fliegen wie ein Vogel auf eure Berge?

2 Denn siehe, die Gottlosen spannen den Bogen und legen ihre Pfeile auf die Sehne, damit heimlich zu schielien die Frommen.

3 Denn sie reilien den Grund urn; was soil der Gerechte ausrichten?

4 Der HERR ist in seinem heiligen Tempel, des HERRN Stuhl ist im Himmel; seine Augen sehen drauf, seine Augenlider prufen die Menschenkinder.

5 Der HERR prufet den Gerechten; seine Seele hasset den Gottlosen und die gerne freveln.

6 Er wird regnen lassen uber die Gottlosen Blitz, Feuer und Schwefel und wird ihnen ein Wetter zu Lohn geben.

7 Der HERR ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb, darum daß ihre Angesichte schauen auf das da recht ist.

Chapter 12

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen auf acht Saiten.

2 Hilf, HERR, die Heiligen haben abgenommen, und der Glaubigen istwenig unterden Menschenkindern.

3 Einer redet mit dem andern unnutze Dinge und heucheln und lehren aus uneinigem Herzen.

4 Der HERR wolle ausrotten alle Heuchelei und die Zunge, die da stolz redet,

5 die da sagen: Unsere Zunge soil uberhand haben, uns gebuhrt zu reden; wer ist unser HERR?

6 Weil denn die Elenden verstoret werden und die Armen seufzen, will ich auf, spricht der HERR; ich will eine Hilfe schaffen, daß man getrost lehren soil.

7 Die Rede des HERRN ist lauter, wie durchlautert Silber im irdenen Tiegel, bewahret siebenmal.

8 Du, HERR, wollest sie bewahren und uns behuten vor diesem Geschlecht ewiglich.

9 Denn es wird allenthalben voll Gottloser, wo solche lose Leute unterden Menschen herrschen.

Chapter 13

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2 HERR, wie lange willst du mein so gar vergessen? Wie lange verbirgest du dein Antlitz vor mir?

3 Wie lange soil ich sorgen in meiner Seele und mich angsten in meinem Herzen taglich? Wie lange soil sich mein Feind uber mich erheben?

4 Schaue doch und erhore mich, HERR, mein Gott! Erleuchte meine Augen, daß ich nicht im Tode entschlafe,

5 daß nicht mein Feind rühme, ersei mein machtig worden, und meine Widersacher sich nicht freuen, daß ich niederliege.

6 Ich hoffe aber darauf, daß du so gnadig bist; mein Herz freuet sich, daß du so gerne hilfest. Ich will dem HERRN singen, daß er so wohl an mir tut.

Chapter 14

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts und sind ein Greuel mit ihrem Wesen. Da ist keiner, der Gutes tue.

2 Der HERR schauet vom Himmel auf der Menschen Kinder, daß er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.

3 Aber sie sind alle abgewichen und allesamt unttichtig; da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.

4 Will denn der Ubeltater keiner das merken, die mein Volk fressen, daß sie sich nahren, aber den HERRN rufen sie nicht an?

5 Daselbst furchten sie sich; aber Gott ist bei dem Geschlecht der Gerechten.

6 Ihr schandet des Armen Rat; aber Gott ist seine Zuversicht.

7 Ach, daß die Hilfe aus Zion uber Israel kame, und der HERR sein gefangen Volk erlosete! So würde Jakob frohlich sein und Israel sich freuen.

Chapter 15

1 Ein Psalm Davids. HERR, wer wird wohnen in deiner Hütte? Wer wird bleiben auf deinem heiligen Berge?

2 Wer ohne Wandel einhergehet und recht tut und redet die Wahrheit von Herzen;

3 wer mit seiner Zunge nicht verleumdet und seinem Nachsten kein Arges tut und seinen Nachsten nicht schmahet;

4 wer die Gottlosen nichts achtet, sondern ehret die Gottesfurchtigen; wer seinem Nachsten schworet und halt es;

5 wer sein Geld nicht auf Wucher gibt und nimmt nicht Geschenke uber den Unschuldigen: wer das tut, der wird wohl bleiben.

Chapter 16

1 Ein gulden Kleinod Davids. Bewahre mich, Gott; denn ich traue auf dich.

2 Ich habe gesagtzu dem HERRN: Du bistja der HERR, ich muft urn deinetwillen leiden.

3 Fur die Heiligen, so auf Erden sind, und fur die Herrlichen; an denen habe ich all mein Gefallen.

4 Aber jene, die einem andern nacheilen, werden graft Herzeleid haben. Ich will ihres Trankopfers mit dem Blut nicht opfern, noch ihren Namen in meinem Munde führen.

5 Der HERR aber ist mein Gut und mein Teil; du erhaltst mein Erbteil.

6 Das Los ist mir gefallen aufs Liebliche; mir ist ein schon Erbteil worden.

7 Ich lobe den HERRN, der mir geraten hat; auch zuchtigen mich meine Nieren des Nachts.

8 Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; denn er ist mir zur Rechten, darum werde ich wohl bleiben.

9 Darum freuet sich mein Herz, und meine Ehre ist frohlich, auch mein Fleisch wird sicher liegen.

10 Denn du wirst meine Seele nicht in der Holle lassen und nicht zugeben, daß dein Heiliger verwese.

11 Du tust mir kund den Weg zum Leben; vor dir ist Freude die Fülle und lieblich Wesen zu deiner Rechten ewiglich.

Chapter 17

1 Ein Gebet Davids. HERR, erhore die Gerechtigkeit, merke auf mein Geschrei, vernimm mein Gebet, das nicht aus falschem Munde gehet.

2 Sprich du in meiner Sache und schaue du aufs Recht!

3 Du prufest mein Herz und besuchest es des Nachts und lauterst mich und findest nichts. Ich habe mir vorgesetzt, daß mein Mund nicht soil ubertreten.

4 Ich bewahre mich in dem Wort deiner Lippen vor Menschenwerk auf dem Wege des Morders.

5 Erhalte meinen Gang auf deinen Fuftsteigen, daß meine Tritte nicht gleiten!

6 Ich rufe zu dir, daß du, Gott, wollest mich erhoren; neige deine Ohren zu mir, hore meine Rede!

7 Beweise deine wunderliche Güte, du Heiland derer, die dir vertrauen, wider die, so sich wider deine rechte Hand setzen.

8 Behüte mich wie einen Augapfel im Auge; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flugel

9 vor den Gottlosen, die mich verstoren, vor meinen Feinden, die urn und urn nach meiner Seele stehen.

10 Ihre Fetten halten zusammen; sie reden mit ihrem Munde stolz.

11 Wowirgehen so umgeben sie uns; ihre Augen richten sie dahin, daß sie uns zur Erde sturzen,

12 gleichwie ein Lowe, der des Raubes begehrt, wie ein junger Lowe, der in der Hohle sitzt.

13 HERR, mache dich auf, überwaltige ihn und demutige ihn; errette meine Seele von dem Gottlosen mit deinem Schwert,

14 von den Leuten deiner Hand, HERR, von den Leuten dieser Welt, welche ihr Teil haben in ihrem Leben, welchen du den Bauch fullest mit deinem Schatz, die da Kinder die Fülle haben und lassen ihr übriges ihren Jungen.

15 Ich aber will schauen dein Antlitz in Gerechtigkeit; ich will satt werden, wenn ich erwache nach deinem Bilde.

Chapter 18

1 Ein Psalm vorzusingen, Davids, des HERRN Knechts, welcher hat dem HERRN die Worte dieses Liedes geredet zur Zeit, da ihn der HERR errettet hatte von der Hand seiner Feinde und von der Hand Sauls,

2 und sprach: Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Starke,

3 HERR, mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils, und mein Schutz!

4 Ich will den HERRN loben und anrufen, so werde ich von meinen Feinden erloset.

5 Denn es umfingen mich des Todes Bande, und die Bache Belials erschreckten mich;

6 der Hollen Bande umfingen mich, und des Todes Stricke uberwaltigten mich.

7 Wenn mir angst ist, so rufe ich den HERRN an und schreie zu meinem Gott, so erhoret er meine Stimme von seinem Tempel, und mein Geschrei kommt vor ihn zu seinen Ohren.

8 Die Erde bebete und ward bewegt, und die Grundfesten der Berge regeten sich und bebeten, da er zornig war.

9 Dampf ging auf von seiner Nase und verzehrend Feuer von seinem Munde, daß es davon blitzete.

10 Er neigete den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unterseinen Füften.

11 Und erfuhr auf dem Cherub und flog daher; er schwebete auf den Fittichen des Windes.

12 Sein Gezeltum ihn herwarfinsterund schwarze dicke Wolken, darin er verborgen war.

13 Vom Glanz vor ihm trenneten sich die Wolken mit Hagel und Blitzen.

14 Und der HERR donnerte im Himmel, und der Hochste lieft seinen Donner aus mit Hagel und Blitzen.

15 Er schofi seine Strahlen und zerstreuete sie; er lieli sehr blitzen und schreckte sie.

16 Da sah man Wassergusse, und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt, HERR, von deinem Schelten, von dem Odem und Schnauben deiner Nase.

17 Er schickte aus von der Hohe und holete mich und zog mich aus grolien Wassern.

18 Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die mirzu machtig waren,

19 Die mich überwaltigten zur Zeit meines Unfalls; und der HERR ward meine Zuversicht.

20 Und er fuhrete mich aus in den Raum, errüi mich heraus; denn er hatte Lust zu mir.

21 Der HERR tutwohl an mir nach meiner Gerechtigkeit; er vergilt mir nach der Reinigkeit meiner Hande.

22 Denn ich halte die Wege des HERRN und bin nicht gottlos wider meinen Gott.

23 Denn alle seine Rechte hab ich vor Augen und seine Gebote werfe ich nicht von mir,

24 sondern ich bin ohne Wandel vor ihm und hute mich vorßunden.

25 Darum vergilt mir der HERR nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinigkeit meiner Hande vor seinen Augen.

26 Beiden Heiligen bistdu heilig und bei den Frommen bist du fromm

27 und bei den Reinen bist du rein und bei den Verkehrten bist du verkehrt.

28 Denn du hilfst dem elenden Volk und die hohen Augen niedrigest du.

29 Denn du erleuchtest meine Leuchte; der HERR, mein Gott, macht meine Finsternis licht.

30 Denn mit dir kann ich Kriegsvolk zerschmeilien und mit meinem Gott fiber die Mauern springen.

31 Gottes Wege sind ohne Wandel; die Reden des HERRN sind durchlautert. Er istein Schild alien, die ihm vertrauen.

32 Denn wo istein Gott ohne dem HERRN? Oder ein Hort ohne unsern Gott?

33 Gott rustet mich mit Kraft und macht meine Wege ohne Wandel.

34 Er macht meine Fülie gleich den Hirschen und stellet mich auf meine Hohe.

35 Er lehret meine Hand streiten und lehret meinen Arm einen ehernen Bogen spannen.

36 Und gibst mir den Schild deines Heils, und deine Rechte starket mich; und wenn du mich demutigest, machst du mich graft.

37 Du machst unter mir Raum zu gehen, daß meine Knochel nicht gleiten.

38 Ich will meinen Feinden nachjagen und sie ergreifen und nicht umkehren, bis ich sie umgebracht habe.

39 Ich will sie zerschmeilien, und sollen mir nicht widerstehen; sie mussen unter meine Fülie fallen.

40 Du kannst mich rüsten mit Starke zum Streit; du kannst unter mich werfen, die sich wider mich setzen:

41 Du gibst mir meine Feinde in die Flucht, daß ich meine Hasser verstore.

42 Sie rufen, aber da ist kein Heifer; zum HERRN, aber er antwortet ihnen nicht.

43 Ich will sie zerstoften wie Staub vor dem Winde; ich will sie wegraumen wie den Kot auf der Gasse.

44 Du hilfst mir von dem zankischen Volk und machst mich ein Haupt unter den Heiden; ein Volk, das ich nicht kannte, dienet mir.

45 Es gehorchet mir mit gehorsamen Ohren; ja, den fremden Kindern hat's wider mich gefehlet.

46 Die fremden Kinder verschmachten und zappeln in ihren Banden:

47 Der HERR lebet, und gelobet sei mein Hort; und der Gott meines Heils müsse erhaben werden,

48 der Gott, der mir Rache gibt und zwinget die Volker unter mich,

49 der mich errettet von meinen Feinden und erhohet mich aus denen, die sich wider mich setzen. Du hilfst mir von den Frevlern.

50 Darum will ich dir danken, HERR, unter den Heiden und deinem Namen lobsingen,

51 der seinem Konige graft Heil beweiset und wohltut seinem Gesalbten, David, und seinem Samen ewiglich.

Chapter 19

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2 Die Himmel erzahlen die Ehre Gottes, und die Feste verkundiget seiner Hande Werk.

3 Ein Tag sagt's dem andern, und eine Nacht tut's kund der andern.

4 Es ist keine Sprache noch Rede, da man nicht ihre Stimme hore.

5 Ihre Schnur gehet aus in alle Lande und ihre Rede an der Welt Ende; er hat der Sonne eine Hütte in denselben gemacht.

6 Und dieselbe gehet heraus, wie ein Brautigam aus seiner Kammer, und freuet sich wie ein Held, zu laufen den Weg.

7 Sie gehet auf an einem Ende des Himmels und lauft urn bis wieder an dasselbe Ende; und bleibt nichts vor ihrer Hitze verborgen.

8 Das Gesetz des HERRN ist ohne Wandel und erquicket die Seele. Das Zeugnis des HERRN ist gewiß und macht die Albernen weise.

9 Die Befehle des HERRN sind richtig und erfreuen das Herz. Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen.

10 Die Furchtdes HERRN ist rein und bleibt ewiglich. Die Rechte des HERRN sind wahrhaftig, allesamt gerecht.

11 Sie sind kostlicher denn Gold und viel feines Gold; sie sind sußerdenn Honig und Honigseim.

12 Auch wird dein Knecht durch sie erinnert; und wer sie halt, der hat großen Lohn.

13 Wer kann merken, wie ofterfehlet? Verzeihe mir die verborgenen Fehle!

14 Bewahre auch deinen Knecht vor den Stolzen, daß sie nicht uber mich herrschen; so werde ich ohne Wandel sein und unschuidig bleiben großer Missetat.

15 Laß dir wohlgefallen die Rede meines Mundes und das Gesprach meines Herzens vor dir, HERR, mein Hort und mein Erloser!

Chapter 20

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2 Der HERR erhore dich in der Not; der Name des Gottes Jakobs schutze dich!

3 Er sende dir Hilfe vom Heiligtum und starke dich aus Zion!

4 Er gedenke all deines Speisopfers, und dein Brandopfer musse fett sein. Sela.

5 Er gebe dir, was dein Herz begehret, und erfülle alle deine Anschlage!

6 Wir rühmen, daß du uns hilfst; und im Namen unsers Gottes werfen wir Panier auf. Der HERR gewahre dir alle deine Bitte!

7 Nun merke ich, daß der HERR seinem Gesalbten hilft und erhoret ihn in seinem heiligen Himmel; seine rechte Hand hilft gewaltiglich.

8 Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des HERRN, unsers Gottes.

9 Sie sind niedergesturzt und gefallen; wir aber stehen aufgerichtet.

10 Hilf, HERR! Der Konig erhore uns, wenn wir rufen!

Chapter 21

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2 HERR, der Konig freuet sich in deiner Kraft, und wie sehrfrohlich ist er uber deine Hilfe!

3 Du gibst ihm seines Herzens Wunsch und weigerst nicht, was sein Mund bittet. Sela.

4 Denn du uberschuttest ihn mit gutem Segen; du setzest eine güldene Krone auf sein Haupt.

5 Er bittet dich urns Leben, so gibst du ihm langes Leben immer und ewiglich.

6 Er hatgroße Ehre an deiner Hilfe; du legest Lob und Schmuck auf ihn.

7 Denn du setzest ihn zum Segen ewiglich, du erfreuest ihn mit Freuden deines Antlitzes.

8 Denn der Konig hoffet auf den HERRN und wird durch die Gute des Hochsten festbleiben.

9 Deine Hand wird finden alle deine Feinde; deine Rechte wird finden, die dich hassen.

10 Du wirstsie machen wie einen Feuerofen, wenn du dreinsehen wirst; der HERR wird sie verschlingen in seinem Zorn; Feuerwird sie fressen.

11 Ihre Frucht wirst du umbringen vom Erdboden und ihren Samen von den Menschenkindern.

12 Denn siegedachten dir Ubelszu tun, und machten Anschlage, die sie; nicht konnten ausfuhren.

13 Denn du wirst sie zur Schulter machen; mit deiner Sehne wirst du gegen ihr Antlitz zielen.

14 HERR, erhebe dich in deiner Kraft, sowollen wirsingen und loben deine Macht.

Chapter 22

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, von der Hindin, die fruhe gejagt wird.

2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Ich heule, aber meine Hilfe ist feme.

3 Mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du nicht; und des Nachts schweige ich auch nicht.

4 Aber du bist heilig, der du wohnest unter dem Lob Israels.

5 Unsere Vater hofften auf dich, und da sie hofften, halfest du ihnen aus.

6 Zu dir schrieen sie und wurden errettet; sie hofften auf dich und nicht zuschanden.

7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks.

8 Alle, die mich sehen, spotten mein, sperren das Maul auf und schutteln den Kopf.

9 Er klage es dem HERRN, der helfe ihm aus und errette ihn, hat er Lust zu ihm!

10 Denn du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen; du warest meine Zuversicht, da ich, noch an meiner Mutter Brusten war.

11 Auf dich bin ich geworfen aus Mutterleibe; du bist mein Gott von meiner Mutter Leib an.

12 Sei nicht feme von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hie kein Heifer.

13 Große Farren haben mich umgeben, fette Ochsen haben mich umringet;

14 ihren Rachen sperren sie auf wider mich wie ein brullender und reißender Lowe.

15 Ich bin ausgeschuttet wie Wasser; alle meine Gebeine haben sich zertrennet; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzen Wachs.

16 Meine Krafte sind vertrocknet wie ein Scherben, und meine Zunge klebet an meinem Gaumen; und du legest mich in des Todes Staub.

17 Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bosen Rotte hat sich urn mich gemacht; sie haben meine Hande und Fulie durchgraben.

18 Ich mochte alle meine Beine zahlen. Sie aber schauen und sehen ihre Lust an mir.

19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand.

20 Aber du, HERR, sei nicht feme; meine Starke, eile, mirzu helfen!

21 Errette meine Seele vom Schwert, meine Einsame von den Hunden!

22 Hilf mir aus dem Rachen des Lowen und errette mich von den Einhomem.

23 Ich will deinen Namen predigen meinen Brüdern, ich will dich in der Gemeine rühmen.

24 Rühmet den HERRN, die ihr ihn furchtet; es ehre ihn aller Same Jakobs, und vor ihm scheue sich aller Same Israels!

25 Denn er hat nicht verachtet noch verschmahet das Elend des Armen und sein Antlitz vor ihm nicht verborgen, und da er zu ihm schrie horete er's.

26 Dich will ich preisen in der groften Gemeine; ich will meine Gelubde bezahlen vor denen, die ihn fürchten.

27 Die Elenden sollen essen, daß sie satt werden, und die nach dem HERRN fragen, werden ihn preisen; euer Herz soil ewiglich leben.

28 Es werde gedacht aller Welt Ende, daß sie sich zum HERRN bekehren, und vor ihm anbeten alle Geschlechter der Heiden.

29 Denn der HERR hat ein Reich, und er herrschet unter den Heiden.

30 Alle Fetten auf Erden werden essen und anbeten; vor ihm werden Kniee beugen alle, die im Staube liegen, und die, so kümmerlich leben.

31 Er wird einen Samen haben, der ihm dienet; vom HERRN wird man verkündigen zu Kindeskind.

32 Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit predigen dem Volk, das geboren wird, daß er's tut.

Chapter 23

1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Hide; mir wird nichts mangeln.

2 Er weidet mich auf einer grünen Aue und fuhret mich zum frischen Wasser.

3 Er erquicket meine Seele; er fuhret mich auf rechter Strafte um seines Namens willen.

4 Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, furchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trosten mich.

5 Du bereitest vor mir einen Tisch gegen meine Feinde. Du salbest mein Haupt mit 01 und schenkest mirvoll ein.

6 Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Chapter 24

1 Ein Psalm Davids. Die Erde ist des HERRN, und was drinnen ist, der Erdboden, und was drauf wohnet.

2 Denn er hat ihn an die Meere gegrundet und an den Wassern bereitet.

3 Wer wird auf des HERRN Berg gehen? und wer wird stehen an seiner heiligen Statte?

4 Der unschuldige Hande hat und reines Herzens ist; der nicht Lust hat zu loser Lehre und schworet nicht falschlich.

5 Der wird den Segen vom HERRN empfahen und Gerechtigkeit von dem Gott seines Heils.

6 Das ist das Geschlecht, das nach ihm fraget, das da suchet dein Antlitz, Jakob. Sela.

7 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der Konig der Ehren einziehe!

8 Wer ist derselbe Konig der Ehren? Es ist der HERR, stark und machtig, der HERR, machtig im Streit.

9 Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, daß der Konig der Ehren einziehe!

10 Wer ist derselbe Konig der Ehren? Es ist der HERR Zebaoth, er ist der Konig der Ehren. Sela.

Chapter 25

1 Ein Psalm Davids. Nach dir, HERR, verlanget mich.

2 Mein Gott, ich hoffe auf dich. Laft mich nicht zuschanden werden, daß sich meine Feinde nicht freuen über mich!

3 Denn keinerwird zuschanden, der dein harret; aber zuschanden müssen sie werden, die losen Verachter.

4 HERR, zeige mirdeine Wege und lehre mich deine Steige!

5 Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich; denn du bist der Gott, der mir hilft; taglich harre ich dein.

6 Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von der Welt her gewesen ist.

7 Gedenke nicht der Sunden meiner Jugend und meiner Ubertretung; gedenke aber mein nach deiner Barmherzigkeit um deiner Güte willen!

8 Der HERR ist gut und fromm, darum unterweiset er die Sunder auf dem Wege.

9 Er leitet die Elenden recht und lehret die Elenden seinen Weg.

10 Die Wege des HERRN sind eitel Güte und Wahrheit denen, die seinen Bund und Zeugnis halten.

11 Um deines Namens willen, HERR, sei gnadig meiner Missetat, die da graft ist!

12 Wer ist der, der den HERRN fürchtet? Er wird ihn unterweisen den besten Weg.

13 Seine Seele wird im Guten wohnen, und sein Same wird das Land besitzen.

14 Das Geheimnis des HERRN ist unter denen, die ihn furchten, und seinen Bund laftt er sie wissen.

15 Meine Augen sehen stets zu dem HERRN denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.

16 Wende dich zu mir und sei mir gnadig; denn ich bin einsam und elend.

17 Die Angst meines Herzens ist groß; führe mich aus meinen Noten!

18 Siehe an meinen Jammer und Elend und vergib miralle meine Sunde!

19 Siehe, daß meiner Feinde so viel ist und hassen mich aus Frevel.

20 Bewahre meine Seele und errette mich; laß mich nicht zuschanden werden, denn ich traue auf dich.

21 Schlecht und recht, das behute mich; denn ich harre dein.

22 Gott, erlose Israel aus aller, seiner Not!

Chapter 26

1 Ein Psalm Davids. HERR, schaffe mir Recht, denn ich bin unschuldig. Ich hoffe auf den HERRN, darum werde ich nicht fallen.

2 Prüfe mich, HERR, und versuche mich; lautere meine Nieren und mein Herz!

3 Denn deine Güte ist vor meinen Augen, und ich wandele in deiner Wahrheit.

4 Ich sitze nicht bei den eiteln Leuten und habe nicht Gemeinschaft mit den Falschen.

5 Ich hasse die Versammlung der Boshaftigen und sitze nicht bei den Gottlosen.

6 Ich wasche meine Hande mit Unschuld und halte mich, HERR, zu deinem Altar,

7 da man horet die Stimme des Dankens und da man prediget alle deine Wunder.

8 HERR, ich habe lieb die Statte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnet.

9 Raffe meine Seele nicht hin mit den Sundern, noch mein Leben mit den Blutdurstigen,

10 welche mit bosen Tucken umgehen und nehmen gerne Geschenke.

11 Ich aber wandele unschuldig. Erlose mich und sei mir gnadig!

12 Mein Fuß gehet richtig. Ich will dich loben, HERR, in den Versammlungen.

Chapter 27

1 Ein Psalm Davids. Der HERR ist mein Licht und mein Heil; vorwem sollt ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Kraft; vorwem sollte mirgrauen?

2 Darum, so die Bosen, meine Widersacher und Feinde, an mich wollen, mein Fleisch zu fressen, müssen sie anlaufen und fallen.

3 Wenn sich schon ein Heer wider mich legt, so furchtet sich dennoch mein Herz nicht; Wenn sich Krieg wider mich erhebt, so verlasse ich mich auf ihn.

4 Eins bitte ich vom HERRN, das hatte ich gerne, daß ich im Hause des HERRN bleiben moge mein Leben lang, zu schauen die schonen Gottesdienste des HERRN und seinen Tempel zu besuchen.

5 Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bosen Zeit, erverbirget mich heimlich in seinem Gezelt und erhohet mich auf einem Felsen;

6 und wird nun erhohen mein Haupt über meine Feinde, die urn mich sind; so will ich in seiner Hütte Lob opfern, ich will singen und lobsagen dem HERRN.

7 HERR, hore meine Stimme, wenn ich rufe; sei mir gnadig und erhore mich!

8 Mein Herz halt dir vor dein Wort: Ihr sollt mein Antlitz suchen. Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz.

9 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir und verstofte nicht im Zorn deinen Knecht; denn du bist meine Hilfe. Laft mich nicht und tu nicht von mir die Hand ab, Gott, mein Heil!

10 Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich; aber der HERR nimmt mich auf.

11 HERR weise mir deinen Weg und leite mich auf richtiger Bahn urn meiner Feinde willen.

12 Gib mich nicht in den Willen meiner Feinde; denn es stehen falsche Zeugen wider mich und tun mir unrecht ohne Scheu.

13 Ich glaube aber doch, daß ich sehen werde das Gute des HERRN im Lande der Lebendigen.

14 Harre des HERRN! Sei getrost und unverzagt und harre des HERRN!

Chapter 28

1 Ein Psalm Davids. Wenn ich rufe zur dir, HERR, mein Hort, so schweige mir nicht, auf daß nicht, wo du schweigest, ich gleich werde denen, die in die Holle fahren.

2 Hore die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dirschreie, wenn ich meine Hande aufhebe zu deinem heiligen Chor.

3 Zeuch mich nicht hin unter den Gottlosen und unter den Ubeltatern, die freundlich reden mit ihrem Nachsten und haben Boses im Herzen.

4 Gib ihnen nach ihrer Tat und nach ihrem bosen Wesen; gib ihnen, nach den Werken ihrer Hande; vergilt ihnen, was sie verdienet haben!

5 Denn sie wollen nicht achten auf das Tun des HERRN noch auf die Werke seiner Hande; darum wird er sie zerbrechen und nicht bauen.

6 Gelobet sei der HERR; denn er hat erhoret die Stimme meines Flehens.

7 Der HERR ist meine Starke und mein Schild; auf ihn hoffet mein Herz, und mir ist geholfen; und mein Herz istfrohlich, und ich will ihm danken mit meinem Liede.

8 Der HERR ist ihre Starke; er ist die Starke, die seinem Gesalbten hilft.

9 Hilf deinem Volk und segne dein Erbe; und weide sie und erhohe sie ewiglich!

Chapter 29

1 Ein Psalm Davids. Bringet her dem HERRN, ihr Gewaltigen bringet her dem HERRN Ehre und Starke!

2 Bringet dem HERRN Ehre seines Namens; betet an den HERRN in heiligem Schmuck!

3 Die Stimme des HERRN gehet auf den Wassern; der Gott der Ehren donnert, der HERR auf großen Wassern.

4 Die Stimme des HERRN gehet mit Macht; die Stimme des HERRN gehet herrlich.

5 Die Stimme des HERRN zerbricht die Zedern; der HERR zerbricht die Zedern im Libanon

6 und machet sie locken wie ein Kalb, Libanon und Sirion wie ein junges Einhorn.

7 Die Stimme des HERRN hauet wie Feuerflammen.

8 Die Stimme des HERRN erreget die Wüste; die Stimme des HERRN erreget die Wuste Kades.

9 Die Stimme des HERRN erreget die Hindinnen und entblofiet die Walder. Und in seinem Tempel wird ihm jedermann Ehre sagen.

10 Der HERR sitzt, eine Sintflut anzurichten. Und der HERR bleibt ein Konig in Ewigkeit.

11 Der HERR wird seinem Volk Kraft geben; der HERR wird sein Volk segnen mit Frieden.

Chapter 30

1 Ein Psalm, zu singen von der Einweihung des Hauses Davids.

2 Ich preise dich, HERR, denn du hast mich erhohet und lassest meine Feinde sich nicht fiber mich freuen.

3 HERR, mein Gott, da ich schrie zu dir, machtest du mich gesund.

4 HERR, du hast meine Seele aus der Holle gefuhret; du hast mich lebendig behalten, da die in die Holle fuhren.

5 Ihr Heiligen, lobsinget dem HERRN; danket und preiset seine Heiligkeit!

6 Denn sein Zorn wahret einen Augenblick, und er hat Lust zum Leben; den Abend lang wahret das Weinen, aber des Morgens die Freude.

7 Ich aber sprach, da mir's wohl ging: Ich werde nimmermehr daniederliegen.

8 Denn, HERR, durch dein Wohlgefallen hast du meinen Berg stark gemacht. Aber da du dein Antlitz verbargest, erschrak ich.

9 Ich will, HERR, rufen zu dir; dem HERRN will ich flehen.

10 Was ist nütze an meinem Blut, wenn ich tot bin? Wird dir auch der Staub danken und deine Treue verkundigen?

11 HERR, hore und sei mir gnadig; HERR, sei mein Heifer!

12 Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen; du hast meinen Sack ausgezogen und mich mit Freuden gegurtet,

13 auf daß dir lobsinge meine Ehre und nicht stille werde. HERR, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.

Chapter 31

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2 HERR, auf dich traue ich. Lafi mich nimmermehr zuschanden werden; errette mich durch deine Gerechtigkeit!

3 Neige deine Ohren zu mir, eilend hilf mir! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß du mir helfest.

4 Denn du bist mein Fels und meine Burg, und urn deines Namens willen wollest du mich leiten und fuhren.

5 Du wollest mich aus dem Netze ziehen, das sie mir gestellet haben; denn du bist meine Starke.

6 In deine Hande befehle ich meinen Geist; du hast mich erloset, HERR, du treuer Gott.

7 Ich hasse, die da halten auf lose Lehre; ich hoffe aber auf den HERRN.

8 Ich freue mich und bin frohlich uber deiner Güte, daß du mein Elend ansiehest und erkennest meine Seele in der Not

9 und übergibst mich nicht in die Hande des Feindes; du stellest meine Fulie auf weiten Raum.

10 HERR, sei mir gnadig, denn mir ist angst; meine Gestalt ist verfallen vor Trauern, dazu meine Seele und mein Bauch.

11 Denn mein Leben hat abgenommen vor Trubnis und meine Zeit vor Seufzen; meine Kraft ist verfallen vor meiner Missetat, und meine Gebeine sind verschmachtet.

12 Es gehet mir so libel, daß ich bin eine grofie Schmach worden meinen Nachbarn und eine Scheu meinen Verwandten; die mich sehen auf der Gasse, fliehen vor mir.

13 Mein ist vergessen im Herzen wie eines Toten; ich bin worden wie ein zerbrochen Gefali.

14 Denn viele schelten mich libel, daß jedermann sich vor mir scheuet; sie ratschlagen miteinander fiber mich und denken mir das Leben zu nehmen.

15 Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott.

16 Meine Zeit stehet in deinen Handen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen.

17 Lali leuchten dein Antlitz liber deinen Knecht; hilf mir durch deine Güte!

18 HERR, lali mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. Die Gottlosen müssen zuschanden und geschweiget werden in der Holle.

19 Verstummen müssen falsche Mauler, die da reden wider den Gerechten, steif, stolz und hohnisch.

20 Wie grofi ist deine Güte, die du verborgen hast denen, die dich fürchten, und erzeigest denen, die vor den Leuten auf dich trauen.

21 Du verbirgest sie heimlich bei dir vor jedermanns Trotz; du verdeckest sie in der Hutte vor den zankischen Zungen.

22 Gelobet sei der HERR, daü er hat eine wunderliche Gute mir bewiesen in einer festen Stadt!

23 Denn ich sprach in meinem Zagen: Ich bin von deinen Augen verstoften; dennoch horetest du meines Flehens Stimme, da ich zu dir schrie.

24 Liebet den HERRN, alle seine Heiligen! Die Glaubigen behutet der HERR und vergilt reichlich dem, der Hochmut übet.

25 Seid getrost und unverzagt, alle, die ihrdes HERRN harret!

Chapter 32

1 Eine Unterweisung Davids. Wohl dem, dem die Gbertretungen vergeben sind, dem die Sunde bedecket ist!

2 Wohl dem Menschen, dem der HERR die Missetat nicht zurechnet, in des Geist kein Falsch ist!

3 Denn da ich's wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein taglich Heuien.

4 Denn deine Hand war Tag und Nacht schwer auf mir, daß mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. Sela.

5 Darum bekenne ich dir meine Sunde und verhehle meine Missetat nicht. Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Ubertretung bekennen. Da vergabest du mir die Missetat meiner Sunde. Sela.

6 Dafür werden dich alle Heiligen bitten zur rechten Zeit; darum, wenn grofte Wasserfluten kommen, werden sie nicht an dieselbigen gelangen.

7 Du bist mein Schirm; du wollest mich vor Angst behüten, daü ich errettet, ganz frohlich rühmen konnte. Sela.

8 Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.

9 Seid nicht wie Rosse und Mauler, die nicht verstandig sind, welchen man Zaum und Gebift muft ins Maul legen, wenn sie nicht zu dirwoilen.

10 Der Gottlose hat viel Plage; wer aber auf den HERRN hoffet, den wird die Gute umfahen.

11 Freuet euch des HERRN und seid frohlich, ihr Gerechten, und ruhmet, alle ihr Frommen!

Chapter 33

1 Freuet euch des HERRN, ihr Gerechten! Die Frommen sollen ihn schon preisen.

2 Danket dem HERRN mit Harfen und lobsinget ihm auf dem Psalter von zehn Saiten!

3 Singet ihm ein neues Lied; machet es gut auf Saitenspielen mit Schalle!

4 Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig, und was er zusagt, das halt er gewift.

5 Er liebet Gerechtigkeit und Gericht. Die Erde ist vollder Gute des HERRN.

6 Der Himmel ist durchs Wort des HERRN gemacht und all sein Heer durch den Geist seines Mundes.

7 Er halt das Wasser im Meer zusammen wie in einem Schlauch und legt die Tiefe ins Verborgene.

8 Alle Welt furchte den HERRN, und vor ihm scheue sich alles, was auf dem Erdboden wohnet!

9 Denn er spricht, so geschieht's; so er gebeut, so stehet's da.

10 Der HERR macht zunichte der Heiden Rat und wendet die Gedanken der Volker.

11 Aber der Rat des HERRN bleibet ewiglich, seines Herzens Gedanken fur und fur.

12 Wohl dem Volk, des der HERR ein Gott ist, das Volk, das er zum Erbe erwahlet hat!

13 Der HERR schauet vom Himmel und siehet aller Menschen Kinder.

14 Von seinem festen Thron siehet er auf alle, die auf Erden wohnen.

15 Er lenket ihnen alien das Herz, er merket auf alle ihre Werke.

16 Einem Konige hilft nicht seine grolie Macht; ein Riese wird nicht errettet durch seine grolie Kraft;

17 Rosse helfen auch nicht, und ihre grolie Starke errettet nicht.

18 Siehe, des HERRN Auge siehet auf die, so ihn furchten, die auf seine Gute hoffen,

19 daß er ihre Seele errette vom Tode und ernahre sie in der Teurung.

20 Unsere Seele harret auf den HERRN; er ist unsere Hilfe und Schild.

21 Denn unser Herz freuet sich sein, und wir trauen auf seinen heiligen Namen.

22 Deine Güte, HERR, sei über uns, wie wir auf dich hoffen.

Chapter 34

1 Ein Psalm Davids, da er seine Gebarde verstellete vor Abimelech, der ihn von sich trieb, und erwegging.

2 Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soil immerdar in meinem Munde sein.

3 Meine Seele soil sich rühmen des HERRN, daß die Elenden horen und sich freuen.

4 Preiset mit mir den HERRN und lalit uns miteinander seinen Namen erhohen!

5 Da ich den HERRN suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht.

6 Welche ihn ansehen und aniaufen, deren Angesicht wird nicht zuschanden.

7 Da dieser Elende rief, horete der HERR und half ihm aus alien seinen Noten.

8 Der Engel des HERRN lagert sich urn die her, so ihn furchten, und hilft ihnen aus.

9 Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist! Wohl dem, der auf ihn trauet!

10 Furchtet den HERRN, ihr seine Heiligen; denn die ihn furchten, haben keinen Mangel.

11 Die Reichen müssen darben und hungern; aber die den HERRN suchen, haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.

12 Kommt her, Kinder, horetmirzu! Ich will euch die Furcht des HERRN lehren.

13 Wer ist, der gut Leben begehrt und gerne gute Tage hatte?

14 Behute deine Zunge vor Bosem und deine Lippen, daß sie nicht falsch reden.

15 Laß vom Bosen und tue Gutes, suche Frieden und jage ihm nach.

16 Die Augen des HERRN sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien.

17 Das Antlitz aber des HERRN stehet uber die, so Boses tun, daß er ihr Gedachtnis ausrotte von der Erde.

18 Wenn die (Gerechten) schreien, so horet der HERR und errettet sie aus all ihrer Not.

19 Der HERR ist nahe bei denen, die zerbrochenes Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagen Gemüt haben.

20 Der Gerechte muß viel leiden; aber der HERR hilft ihm aus dem allem.

21 Er bewahret ihm alle seine Gebeine, daß deren nicht eins zerbrochen wird.

22 Den Gottlosen wird das Ungluck toten, und die den Gerechten hassen, werden Schuld haben.

23 Der HERR erloset die Seele seiner Knechte, und alle, die auf ihn trauen, werden keine Schuld haben.

Chapter 35

1 Ein Psalm Davids. HERR, hadere mit meinen Haderern; streite wider meine Bestreiter!

2 Ergreife den Schild und Waffen und mache dich auf, mir zu helfen!

3 Zucke den Spieß und schütze mich wider meine Verfolger! Sprich zu meiner Seele: Ich bin deine Hilfe.

4 Es mussen sich schamen und gehohnet werden, die nach meiner Seele stehen; es mussen zurückkehren und zuschanden werden, die mir ubelwollen.

5 Sie mussen werden wie Spreu vor dem Winde, und der Engel des HERRN stolie sie weg.

6 Ihr Weg müsse finster und schlupfrig werden, und der Engel des HERRN verfolge sie.

7 Denn sie haben mir ohne Ursache gestellet ihre Netze, zu verderben, und haben ohne Ursache meiner Seele Gruben zugerichtet.

8 Er müsse unversehens uberfallen werden, und sein Netz, das er gestellet hat, müsse ihn fahen und müsse drinnen uberfallen werden.

9 Aber meine Seele müsse sich freuen des HERRN und frohlich sein auf seine Hilfe.

10 Alle meine Gebeine müssen sagen: HERR, wer ist deinesgleichen? Der du den Elenden errettest von dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen von seinen Raubern.

11 Es treten frevele Zeugen auf, die zeihen mich, des ich nicht schuldig bin.

12 Sie tun mir Arges urn Gutes, mich in Herzeleid zu bringen.

13 Ich aber, wenn sie krankwaren, zog einen Sack an, tat mir wehe mit Fasten und betete von Herzen stets.

14 Ich hielt mich, als ware es mein Freund und Bruder; ich ging traurig wie einer, der Leid tragt über seine Mutter.

15 Sie aber freuen sich über meinen Schaden und rotten sich; es rotten sich die Hinkenden wider mich ohne meine Schuld; sie reißen und horen nicht auf.

16 Mit denen, die da heucheln und spotten urn des Bauchs willen, beilien sie ihre Zahne zusammen über mich.

17 HERR, wie lange willst du zusehen? Errette doch meine Seele aus ihrem Getümmel und meine Einsame von den jungen Lowen.

18 Ich will dir danken in der großen Gemeine und unter viel Volks will ich dich rühmen.

19 Laß sich nicht fiber mich freuen, die mir unbillig feind sind, noch mit den Augen spotten, die mich ohne Ursache hassen.

20 Denn sie trachten, Schaden zu tun und suchen falsche Sachen wider die Stillen im Lande;

21 und sperren ihr Maul weit auf wider mich und sprechen: Da, da! das sehen wir gerne.

22 HERR, du siehest es, schweige nicht; HERR, sei nicht feme von mir!

23 Erwecke dich und wache auf zu meinem Recht und zu meiner Sache, mein Gott und HERR!

24 HERR, mein Gott, richte mich nach deiner Gerechtigkeit, daß sie sich über mich nicht freuen.

25 Laß sie nicht sagen in ihrem Herzen: Da, da! das wollten wir. Laß sie nicht sagen: Wir haben ihn verschlungen.

26 Sie mussen sich schamen und zu Schanden werden, alle, die sich meines libels freuen; sie mussen mit Schande und Scham gekleidet werden, die sich wider mich rühmen.

27 Rühmen und freuen müssen sich, die mir gonnen, daß ich recht behalte, und immer sagen: Der HERR müsse hoch gelobet sein, der seinem Knechte wohl will!

28 Und meine Zunge soli reden von deiner Gerechtigkeit und dich taglich preisen.

Chapter 36

1 Ein Psalm Davids, des HERRN Knechts, vorzusingen.

2 Es ist von Grund meines Herzens von der Gottlosen Wesen gesprochen, daß keine Gottesfurcht bei ihnen ist.

3 Sie schmücken sich untereinander selbst, daß sie ihre bose Sache fordern und andere verunglimpfen.

4 Alle ihre Lehre ist schadlich und erlogen; sie lassen sich auch nicht weisen, daß sie Gutes taten,

5 sondern sie trachten auf ihrem Lager nach Schaden und stehen test auf dem bosen Wege und scheuen kein Arges.

6 HERR, deine Gute reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.

7 Deine Gerechtigkeit stehet wie die Berge Gottes und dein Rechtwie grolie Tiefe. HERR, du hilfst Menschen und Vieh.

8 Wie teuer ist deine Gute, Gott, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flugel trauen!

9 Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses, und du trankest sie mit Wollust als mit einem Strom.

10 Denn bei dir ist die lebendige Quelle, und in deinem Licht sehen wir das Licht.

11 Breite deine Gute uber die, die dich kennen, und deine Gerechtigkeit uber die Frommen.

12 Laß mich nicht von den Stolzen untertreten werden, und die Hand der Gottlosen sturze mich nicht,

13 sondern laßsie, die Ubeltater, daselbst fallen, daß sie verstoßen werden und nicht bleiben mogen.

Chapter 37

1 Ein Psalm Davids. Erzurne dich nicht uber die Bosen; sei nicht neidisch uber die Ubeltater!

2 Denn wie das Gras werden sie bald abgehauen und wie das grüne Kraut werden sie verwelken.

3 Hoffe auf den HERRN und tue Gutes; bleibe im Lande und nahre dich redlich.

4 Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wunschet.

5 Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn; erwird'swohl machen

6 und wird deine Gerechtigkeit hervor bringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.

7 Sei stille dem HERRN und warte auf ihn! Erzurne dich nicht uber den, dem sein Mutwille glücklich fortgehet,

8 Stehe ab vom Zorn und laß den Grimm; erzurne dich nicht, daß du auch ubel tust.

9 Denn die Bosen werden ausgerottet; die aber des HERRN harren, werden das Land erben.

10 Es ist noch urn ein kleines, so ist der Gottlose nimmer; und wenn du nach seiner Statte sehen wirst, wird erweg sein.

11 Aber die Elenden werden das Land erben und Lust haben in großem Frieden.

12 Der Gottlose drauet dem Gerechten und beifiet seine Zahne zusammen uber ihn.

13 Aber der HERR lachet sein; denn er siehet, daß sein Tag kommt.

14 Die Gottlosen ziehen das Schwert aus und spannen ihren Bogen, dafi sie fallen den Elenden und Armen und schlachten die Frommen.

15 Aber ihr Schwert wird in ihr Herz gehen, und ihr Bogen wird zerbrechen.

16 Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser denn das grolie Gut vieler Gottlosen.

17 Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen; aber der HERR erhalt die Gerechten.

18 Der HERR kennet die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben.

19 Sie werden nicht zuschanden in der bosen Zeit, und in der Teurung werden sie genug haben.

20 Denn die Gottlosen werden umkommen, und die Feinde des HERRN, wenn sie gleich sind wie eine kostliche Aue, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergehet.

21 Der Gottlose borget und bezahlet nicht; der Gerechte aber ist barmherzig und milde.

22 Denn seine Gesegneten erben das Land; aber seine Verfluchten werden ausgerottet.

23 Von dem HERRN wird solches Mannes Gang gefordert und hat Lust an seinem Wege.

24 Fallt er, so wird er nicht weggeworfen; denn der HERR erhalt ihn bei der Hand.

25 Ich bin jung gewesen und alt worden und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen Oder seinen Samen nach Brot gehen.

26 Er ist allezeit barmherzig und leihet gerne; und sein Same wird gesegnet sein.

27 Lali vom Bosen und tue Gutes, und bleibe immerdar.

28 Denn der HERR hat das Recht lieb und verlalit seine Heiligen nicht; ewiglich werden sie bewahret; aber der Gottlosen Same wird ausgerottet.

29 Die Gerechten erben das Land und bleiben ewiglich drinnen.

30 Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehret das Recht.

31 Das Gesetz seines Gottes ist, in seinem Herzen, seine Tritte gleiten nicht.

32 Der Gottlose lauert auf den Gerechten und gedenkt ihn zu toten.

33 Aber der HERR lalit ihn nicht in seinen Handen und verdammt ihn nicht, wenn er verurteilt wird.

34 Harre auf den HERRN und halte seiner Weg, so wird er dich erhohen, dafi du das Land erbest; du wirst's sehen, daß die Gottlosen ausgerottet werden.

35 Ich habe gesehen einen Gottlosen, der war trotzig und breitete sich aus und grunete wie ein Lorbeerbaum.

36 Da man voruberging, siehe, da war er dahin; ich fragte nach ihm, da ward er nirgend funden.

37 Bleibe fromm und halte dich recht, denn solchem wird's zuletzt wohlgehen.

38 Die Ubertreter aber werden vertilget miteinander, und die Gottlosen werden zuletzt ausgerottet.

39 Aber der HERR hilft den Gerechten; der ist ihre Starke in der Not.

40 Und der HERR wird ihnen beistehen und wird sie erretten; erwird sie von den Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.

Chapter 38

1 Ein Psalm Davids zum Gedachtnis.

2 HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und zuchtige mich nicht in deinem Grimm!

3 Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drucket mich.

4 Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe vor deinem Drauen, und ist kein Friede in meinen Gebeinen vor meiner Sunde.

5 Denn meine Sünden gehen uber mein Haupt, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer worden.

6 Meine Wunden stinken und eitern vor meiner Torheit.

7 Ich gehe krumm und sehr gebuckt; den ganzen Tag gehe ich traurig.

8 Denn meine Lenden verdorren ganz, und ist nichts Gesundes an meinem Leibe.

9 Es ist mit mir gar anders und bin sehr zerstoden. Ich heule vor Unruhe meines Herzens.

10 HERR, vor dir ist alle meine Begierde und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.

11 Mein Herz bebet, meine Kraft hat mich verlassen, und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir.

12 Meine Lieben und Freunde stehen gegen mich und scheuen meine Plage, und meine Nachsten treten feme.

13 Und die mir nach der Seele stehen, stellen mir; und die mir ubel wollen, reden, wie sie Schaden tun wollen, und gehen mit eitel Listen urn.

14 Ich aber mud sein wie ein Tauber und nicht horen, und wie ein Stummer, derseinen Mund nicht auftut.

15 Und mud sein wie einer, der nicht horet und der keine Widerrede in seinem Munde hat.

16 Aber ich harre, HERR, auf dich; du, HERR, mein Gott, wirst erhoren.

17 Denn ich denke, daß sieja sich nicht uber mich freuen. Wenn mein Fufi wankete; würden sie sich hoch rühmen wider mich.

18 Denn ich bin zu Leiden gemacht, und mein Schmerz ist immer vor mir.

19 Denn ich zeige meine Missetat an und sorge fur meine Sunde.

20 Aber meine Feinde leben und sind machtig; die mich unbillig hassen, sind grod.

21 Und die mir Arges tun urn Gutes, setzen sich wider mich, darum dad ich ob dem Guten halte.

22 Verlafi mich nicht, HERR, mein Gott; sei nicht feme von mir!

23 Eile mir beizustehen, HERR, meine Hilfe!

Chapter 39

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen, fur Jeduthun.

2 Ich habe mir vorgesetzt, ich will mich hüten, daß ich nicht sundige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund zaumen, weil ich mud den Gottlosen so vor mir sehen.

3 Ich bin verstummet und still und schweige der Freuden und mull mein Leid in mich fressen.

4 Mein Herz ist entbrannt in meinem Leibe, und wenn ich dran gedenke, werde ich entzundet; ich rede mit meiner Zunge.

5 Aber, HERR, lehre doch mich, daß es ein Ende mit mir haben mud, und mein Leben ein Ziel hat und ich davon mud.

6 Siehe, meine Tage sind einer Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! Sela.

7 Sie gehen daher wie ein Schemen und machen ihnen viel vergeblicher Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es kriegen wird.

8 Nun, HERR, wes soil ich mich trdsten? Ich hoffe auf dich.

9 Errette mich von alter meiner Sunde und lad mich nicht den Narren ein Spott werden.

10 Ich will schweigen und meinen Mund nicht auftun; du wirst's wohlmachen.

11 Wende deine Plage von mir; denn ich bin verschmachtet von der Strafe deiner Hand.

12 Wenn du einen zuchtigest urn der Sunde willen, so wird seine Schdne verzehret wie von Motten. Ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen! Sela.

13 Hore mein Gebet, HERR, und vernimm mein Schreien und schweige nicht uber meinen Tranen; denn ich bin beides, dein Pilgrim und dein Burger, wie alle meine Vater.

14 Lad ab von mir, dad ich mich erquicke, ehe denn ich hinfahre und nicht mehr hie sei.

Chapter 40

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2 Ich harrete des HERRN; und er neigete sich zu mir und horete mein Schreien

3 und zog mich aus der grausamen Grube und aus dem Schlamm und stellete meine Füde auf einen Fels, dad ich gewid treten kann;

4 und hat mir ein neu Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und den HERRN furchten und auf ihn hoffen.

5 Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den HERRN und sich nicht wendet zu den Hoffartigen, und die mit Lugen umgehen.

6 HERR, mein Gott, grod sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest. Dir ist nichts gleich. Ich will sie verkundigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zahlen sind.

7 Opfer und Speisopfer gefallen dir nicht; aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sundopfer.

8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben.

9 Deinen Willen, mein Gott, tu ich gerne und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen.

10 Ich will predigen die Gerechtigkeit in der grolien Gemeine; siehe, ich will mirmeinen Mund nicht stopfen lassen, HERR, das weiliest du.

11 Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht in meinem Herzen; von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich; ich verhehle deine Gute und Treue nicht vor der grol Len Gemeine.

12 Du aber, HERR, wollest deine Barmherzigkeit von mir nicht wenden; laft deine Gute und Treue allewege mich behuten!

13 Denn es hat mich umgeben Leiden ohne Zahl; es haben mich meine Sünden ergriffen, daß ich nicht sehen kann; ihrer ist mehr denn Haare auf meinem Haupt, und mein Herz hat mich verlassen.

14 Laß dir's gefallen, HERR, da(S du mich errettest; eile, HERR, mirzu helfen!

15 Schamen müssen sich und zuschanden werden, die mir nach meiner Seele stehen, daß sie die umbringen; zurück müssen sie fallen und zuschanden werden, die mir Ubels gonnen.

16 Sie müssen in ihrer Schande erschrecken, die über mich schreien: Da, da!

17 Es müssen sich freuen und frohlich sein alle, die nach dirfragen; und die dein Heil lieben, müssen sagen allewege: Der HERR sei hochgelobt!

18 Denn ich bin arm und elend; der HERR aber sorget fur mich. Du bist mein Heifer und Erretter; mein Gott, verzeuch nicht!

Chapter 41

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2 Wohi dem, der sich des Durftigen annimmt! Den wird der HERR erretten zur bosen Zeit.

3 Der HERR wird ihn bewahren und beim Leben erhalten und ihm lassen wohlgehen auf Erden und nicht geben in seiner Feinde Willen.

4 Der HERR wird ihn erquicken auf seinem Siechbette; du hilfst ihm von aller seiner Krankheit.

5 Ich sprach: HERR, sei mir gnadig, heile meine Seele; denn ich habe an dir gesündiget.

6 Meine Feinde reden Arges wider mich: Wann wird er sterben und sein Name vergehen?

7 Sie kommen, daß sie schauen, und meinen's doch nicht von Herzen, sondern suchen etwas, daß sie lastern mogen, gehen hin und tragen's aus.

8 Alle, die mich hassen, raunen miteinander wider mich und denken Boses über mich.

9 Sie haben ein Bubenstuck über mich beschlossen: Wenn er liegt, soli er nicht wieder aufstehen!

10 Auch mein Freund, dem ich mich vertrauete, der mein Brot ali, tritt mich unter die Futie.

11 Du aber, HERR, sei mir gnadig und hilf mir auf, so will ich sie bezahlen.

12 Dabei merke ich, dati du Gefallen an mir hast, daß mein Feind über mich nicht jauchzen wird.

13 Mich aber erhaltst du urn meiner Frommigkeit willen und stellest mich vor dein Angesicht ewiglich.

14 Gelobtsei der HERR, der Gott Israels, von nun an bis in Ewigkeit! Amen, Amen.

Chapter 42

1 Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen.

2 Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreiet meine Seele, Gott, zu dir.

3 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, daß ich Gottes Angesicht schaue?

4 Meine Tranen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man taglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?

5 Wenn ich denn des inne werde, so schutte ich mein Herz heraus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mitdem Haufen und mit ihnen wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken unter dem Haufen, die dafeiern.

6 Was betrubest du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er mir hilft mit seinem Angesicht.

7 Mein Gott, betrubt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berg.

8 Deine Fluten rauschen daher, daß hie eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.

9 Der HERR hat des Tages verheifien seine Gute, und des Nachts singe ich ihm und bete zu Gott meines Lebens.

10 Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum muü ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dranget?

11 Es ist als ein Mord in meinen Beinen, daß mich meine Feinde schmahen, wenn sie taglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?

12 Was betrubest du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Chapter 43

1 Richte mich, Gott, und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich von den falschen und bosen Leuten.

2 Denn du bist der Gott meiner Starke; warum verstofiest du mich? Warum lassest du mich so traurig gehen, wenn mich mein Feind dranget?

3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

4 daß ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott; auf der Harfe danke, mein Gott!

5 Was betrubest du dich, meine Seele, und bistso unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, daß er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Chapter 44

1 Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen,

2 Gott, wir haben mit unsern Ohren gehoret, unsere Vater haben uns erzahlet, was du getan hast zu ihren Zeiten vor alters.

3 Du hast mit deiner Hand die Heiden vertrieben, aber sie hast du eingesetzt; du hast die Volker verderbet, aber sie hast du ausgebreitet.

4 Denn sie haben das Land nicht eingenommen durch ihr Schwert, und ihr Arm half ihnen nicht, sondern deine Rechte, dein Arm und das Licht deines Angesichts; denn du hattest Wohlgefallen an ihnen.

5 Gott, du bist derselbe mein Konig, der du Jakob Hilfe verheiftest.

6 Durch dich wollen wir unsere Feinde zerstoften; in deinem Namen wollen wir untertreten, die sich wider uns setzen.

7 Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen,

8 sondern du hilfst uns von unsern Feinden und machest zuschanden, die uns hassen.

9 Wir wollen taglich rühmen von Gott und deinem Namen danken ewiglich. Sela.

10 Warum verstoftest du uns denn nun und lassest uns zuschanden werden und zeuchst nicht aus unter unserm Heer?

11 Du lassest uns fliehen vor unserm Feinde, daß uns berauben, die uns hassen.

12 Du lassest uns auffressen wie Schafe und zerstreuest uns unter die Heiden.

13 Du verkaufest dein Volk umsonst und nimmst nichts drum.

14 Du machst uns zur Schmach unsern Nachbarn, zum Spott und Hohn denen, die urn uns her sind.

15 Du machst uns zum Beispiel unter den Heiden, und daß die Volker das Haupt uber uns schutteln.

16 Taglich ist meine Schmach vor mir, und mein Antlitz ist voller Schande,

17 daß ich die Schander und Lasterer horen und die Feinde und Rachgierigen sehen muft.

18 Dies alles ist uber uns kommen, und haben doch dein nicht vergessen, noch untreulich in deinem Bunde gehandelt;

19 unser Herz ist nicht abgefallen, noch unser Gang gewichen von deinem Wege,

20 daß du uns so zerschlagest unter den Drachen und bedeckest uns mit Finsternis.

21 Wenn wir des Namens unsers Gottes vergessen hatten und unsere Hande aufgehoben zum fremden Gott,

22 das mochte Gottwohl finden; nun kenneterja unsers Herzens Grund.

23 Denn wir werden ja urn deinetwillen taglich erwürget und sind geachtet wie Schlachtschafe.

24 Erwecke dich, HERR, warum schlafst du? Wache auf und verstofte uns nicht so gar!

25 Warum verbirgest du dein Antlitz, vergissest unsers Elends und Dranges?

26 Denn unsere Seele ist gebeuget zur Erde; unser Bauch klebet am Erdboden.

27 Mache dich auf, hilf uns und erlose uns urn deiner Gutewillen!

Chapter 45

1 Ein Brautlied und Unterweisung der Kinder Korah von den Rosen, vorzusingen.

2 Mein Herz dichtet ein feines Lied ich will singen von einem Konige; meine Zunge ist ein Griffel eines guten Schreibers.

3 Du bist der Schonste unter den Menschenkindern; holdselig sind deine Lippen; darum segnet dich Gott ewiglich.

4 Gurte dein Schwert an deine Seite, du Held, und schmucke dich schon!

5 Es musse dir gelingen, in deinem Schmuck. Zeuch einher der Wahrheit zu gut, und die Elenden bei Recht zu behalten, so wird deine rechte Hand Wunder beweisen.

6 Scharf sind deine Pfeile, daß die Volker vor dir niederfallen mitten unter den Feinden des Konigs.

7 dein Stuhl bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reichs ist ein gerades Zepter.

8 Du liebest Gerechtigkeit und hassest gottlos Wesen; darum hat dich, Gott, dein Gott gesalbet mit Freudenole, mehr denn deine Gesellen.

9 Deine Kleider sind eitel Myrrhen, Aloe und Kezia, wenn du aus den elfenbeinernen Palasten dahertrittst in deiner schonen Pracht.

10 In deinem Schmuck gehen der Konige Tochter; die Braut stehet zu deiner Rechten in eitel kostlichem Goide.

11 Hore, Tochter, schaue drauf und neige deine Ohren; vergift deines Volks und deines Vaters Haus,

12 so wird der Konig Lust an deiner Schone haben; denn er ist dein HERR, und solist ihn anbeten.

13 Die Tochter Zor wird mit Geschenk da sein, die Reichen im Volk werden vor dir flehen.

14 Des Konigs Tochter ist ganz herrlich inwendig; sie ist mit guldenen Stricken gekleidet.

15 Man fuhret sie in gestickten Kleidern zum Konig; und ihre Gespielen, die Jungfrauen, die ihr nachgehen, führet man zu dir.

16 Man führet sie mit Freuden und Wonne, und gehen in des Konigs Palast.

17 Anstatt deiner Vater wirst du Kinder kriegen; die wirst du zu Fursten setzen in aller Welt.

18 Ich will deines Namens gedenken von Kind zu Kindeskind; darum werden dir danken die Volker immer und ewiglich.

Chapter 46

1 Ein Lied der Kinder Korah von der Jugend, vorzusingen.

2 Gott ist unsere Zuversicht und Starke, eine Hilfe in den grolien Noten, die uns getroffen haben.

3 Darum furchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sanken,

4 wenngleich das Meer wütete und wallete und von seinem Ungestum die Berge einfielen. Sela.

5 Dennoch soil die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brunnlein, da die heiligen Wohnungen des Hochsten sind.

6 Gott ist bei ihr drinnen, darum wird sie wohl bleiben; Gott hilft ihr fruhe.

7 Die Heiden müssen verzagen und die Konigreiche fallen; das Erdreich muli vergehen, wenn er sich horen lafit.

8 Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela.

9 Kommt her und schauet die Werke des HERRN, der auf Erden solch Zerstoren anrichtet,

10 der den Kriegen steuert in aller Welt, der Bogen zerbricht, Spielie zerschlagt und Wagen mit Feuer verbrennt.

11 Seid stille und erkennet, daü ich Gott bin! Ich will Ehre einlegen unter den Heiden, ich will Ehre einlegen auf Erden.

12 Der HERR Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz. Sela.

Chapter 47

1 Ein Psalm, vorzusingen, der Kinder Korah.

2 Frohlocket mit Handen, alle Volker, und jauchzet Gott mit frbhlichem Schall!

3 Denn der HERR, der Allerhochste, ist erschrecklich, ein grower Konig auf dem ganzen Erdboden.

4 Er wird die Volker unter uns zwingen und die Leute unter unsere Fülie.

5 Er erwahlet uns zum Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er liebet. Sela.

6 Gott fahret auf mit Jauchzen und der HERR mit heller Posaune.

7 Lobsinget, lobsinget Gott; lobsinget, lobsinget unserm Konige!

8 Denn Gott ist Konig auf dem ganzen Erdboden; lobsinget ihm kluglich!

9 Gott ist Konig uber die Heiden; Gott sitzt auf seinem heiligen Stuhl.

10 Die Fursten unter den Volkern sind versammelt zu einem Volk dem Gott Abrahams; denn Gott ist sehr erhohet bei den Schilden auf Erden.

Chapter 48

1 Ein Psalmlied der Kinder Korah.

2 Groli ist der HERR und hoch beruhmt in der Stadt unsers Gottes, auf seinem heiligen Berge.

3 Der Berg Zion ist wie ein schon Zweiglein, des sich das ganze Land trostet; an der Seite gegen Mitternacht liegt die Stadt des grolien Konigs.

4 Gott ist in ihren Palasten bekannt, daß er der Schutz sei.

5 Denn siehe, Konige sind versammelt und miteinander vorübergezogen .

6 Sie haben sich verwundert, da sie solches sahen; sie haben sich entsetzt und sind gesturzt.

7 Zittern ist sie daselbst angekommen, Angst wie eine Gebarerin.

8 Du zerbrichst Schiffe im Meer durch den Ostwind.

9 Wie wir gehoret haben, so sehen wir's an der Stadt des HERRN Zebaoth, an der Stadt unsers Gottes; Gott erhalt dieselbige ewiglich. Sela.

10 Gott, wir warten deiner Güte in deinem Tempel.

11 Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm, bis an der Welt Ende; deine Rechte ist voll Gerechtigkeit.

12 Es freue sich der Berg Zion, und die Tochter Judas seien frohlich urn deiner Rechte willen.

13 Macht euch urn Zion und umfahet sie; zahlet ihre Turme!

14 Leget Fleili an ihre Mauern und erhohet ihre Palaste, auf daß man davon verkundige bei den Nachkommen,

15 daß dieser Gott sei unser Gott immer und ewiglich. Er führet uns wie die Jugend.

Chapter 49

1 Ein Psalm der Kinder Korah, vorzusingen.

2 Horet zu, alle Volker; merket auf, alle, die in dieser Zeit leben,

3 beide gemein Mann und Herren, beide reich und arm miteinander.

4 Mein Mund soli von Weisheit reden und mein Herz von Verstand sagen.

5 Wirwollen einen guten Spruch horen und ein fein Gedicht auf der Harfe spielen.

6 Warum sollt ich mich furchten in bosen Tagen, wenn mich die Missetat meiner Ubertreter umgibt?

7 Die sich verlassen auf ihr Gut und trotzen auf ihren grolien Reichtum.

8 Kann doch ein Bruder niemand erlosen noch Gott jemand versohnen;

9 denn es kostet zu viel, ihre Seele zu erlosen, daß er's muß lassen anstehen ewiglich,

10 ob er auch gleich lange lebet und die Grube nicht siehet.

11 Denn man wird sehen, daß solche Weisen doch sterben, sowohl als die Toren und Narren umkommen, und mussen ihr Gut andern lassen.

12 Das ist ihr Herz, daß ihre Hauser wahren immerdar, ihre Wohnungen bleiben fur und fur und haben große Ehre auf Erden.

13 Dennoch konnen sie nicht bleiben in solcher Wurde, sondern müssen davon wie ein Vieh.

14 Dies ihr Tun isteitel Torheit; noch loben's ihre Nachkommen mit ihrem Munde Sela.

15 Sie liegen in der Holle wie Schafe, der Tod naget sie; aber die Frommen werden gar bald uber sie herrschen, und ihr Trotz muß vergehen, in der Holle mussen sie bleiben.

16 Aber Gott wird meine Seele erlosen aus der Holle Gewalt; denn er hat mich angenommen. Sela.

17 Laü dich's nicht irren, ob einer reich wird, ob die Herrlichkeit seines Hauses groß wird.

18 Denn erwird nichts in seinem Sterben mitnehmen, und seine Herrlichkeit wird ihm nicht nachfahren.

19 sondern er trostet sich dieses guten Lebens und preisetes, wenn einer nach guten Tagen trachtet.

20 So fahren sie ihren Vatern nach und sehen das Licht nimmermehr.

21 Kurz, wenn ein Mensch in der Wurde ist und hat keinen Verstand, so fahret er davon wie ein Vieh.

Chapter 50

1 Ein Psalm Assaphs. Gott der HERR, der Machtige, redet und ruft der Welt von Aufgang der Sonne bis zum Niedergang.

2 Aus Zion bricht an der schone Glanz Gottes.

3 Unser Gott kommt und schweiget nicht. Fressend Feuer gehet vor ihm her und urn ihn her ein groß Wetter.

4 Er ruft Himmel und Erde, daß er sein Volk richte.

5 Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mehr achten denn Opfer.

6 Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkundigen; denn Gott ist Richter. Sela.

7 Hore, mein Volk, laß mich reden, Israel; laß mich unterdirzeugen: Ich, Gott, bin dein Gott.

8 Deines Opfers halben strafe ich dich nicht; sind doch deine Brandopfer sonst immer vor mir.

9 Ich will nicht von deinem Hause Farren nehmen, noch Bocke aus deinen Stallen;

10 denn alle Tiere im Walde sind mein und Vieh auf den Bergen, da sie bei tausend gehen.

11 Ich kenne alles Gevogel auf den Bergen, und allerlei Tier auf dem Felde ist vor mir.

12 Wo mich hungerte, wollt ich dir nicht davon sagen; denn der Erdboden ist mein und alles, was drinnen ist.

13 Meinest du, daß ich Ochsenfleisch essen wolle, Oder Bocksblut trinken?

14 Opfere Gott Dank und bezahle dem Hochsten deine Gelubde!

15 Und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, so sollst du mich preisen.

16 Aber zum Gottlosen spricht Gott: Was verkundigest du meine Rechte und nimmst meinen Bund in deinen Mund,

17 so du doch Zucht hassest und wirfst meine Worte hinter dich?

18 Wenn du einen Dieb siehest, so laufst du mit ihm und hast Gemeinschaft mit den Ehebrechern.

19 Dein Maul lassestdu Boses reden, und deine Zunge treibet Falschheit.

20 Du sitzest und redest wider deinen Bruder, deiner Mutter Sohn verleumdest du.

21 Das tust du, und ich schweige. Da meinest du, ich werde sein gleich wie du. Aber ich will dich strafen und will dir's unter Augen stellen.

22 Merket doch das, die ihr Gottes vergesset, daß ich nicht einmal hinreiße, und sei kein Retter mehr da.

23 Wer Dank opfert, der preiset mich; und da ist der Weg, daß ich ihm zeige das Heil Gottes.

Chapter 51

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen,

2 da der Prophet Nathan zu ihm kam, als er war zu Bathseba eingegangen.

3 Gott, sei mir gnadig nach deiner Gute und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit!

4 Wasche mich wohl von meiner Missetat und reinige mich von meiner Sünde!

5 Denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sunde ist immer vor mir.

6 An dir allein hab ich gesundiget und übel vor dir getan, auf daß du recht behaltest in deinen Worten und rein bleibest, wenn du gerichtet wirst.

7 Siehe, ich bin aus sundlichem Samen gezeuget, und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.

8 Siehe, du hast Lust zur Wahrheit, die im Verborgenen liegt; du lassest mich wissen die heimliche Weisheit.

9 Entsündige mich mit Ysopen, daß ich rein werde; wasche mich, daß ich schneeweiß werde.

10 Laß mich horen Freude und Wonne, daß die Gebeine frohlich werden, die du zerschlagen hast.

11 Verbirg dein Antlitzvon meinen Sünden und tilge alle meine Missetat.

12 Schaffe in mir, Gott, ein rein Herz und gib mir einen neuen, gewissen Geist.

13 Verwirf mich nicht von deinem Angesichte und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.

14 Troste mich wieder mit deiner Hilfe, und der freudige Geist enthalte mich.

15 Denn ich will die Ubertreter deine Wege lehren, daß sich die Sunder zu dir bekehren.

16 Errette mich von den Blutschulden, Gott, der du mein Gott und Heiland bist, daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.

17 HERR, tue meine Lippen auf, daß mein Mund deinen Ruhm verkundige!

18 Denn du hast nicht Lust zum Opfer, ich wollte dir's sonst wohl geben; und Brandopfer gefallen dir nicht.

19 Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geangsteter Geist; ein geangstet und zerschlagen Herz wirst du, Gott, nicht verachten.

20 Tue wohl an Zion nach deiner Gnade; baue die Mauern zu Jerusalem!

21 Dann werden dir gefallen die Opfer der Gerechtigkeit, die Brandopfer und ganzen Opfer; dann wird man Farren auf deinem Altar opfern.

Chapter 52

1 Eine Unterweisung Davids, vorzusingen,

2 da Doeg, der Edomiter, kam und sagte Saul an und sprach: David ist in Ahimelechs Haus kommen.

3 Was trotzest du denn, du Tyrann, daß du kannst Schaden tun, so doch Gottes Güte noch taglich wahret?

4 Deine Zunge trachtet nach Schaden und schneidet mit Lugen wie ein scharf Schermesser.

5 Du redest lieber Boses denn Gutes und falsch denn recht. Sela.

6 Du redest gem alles, was zu Verderben dienet, mit falscher Zunge.

7 Darum wird dich Gott auch ganz und gar zerstoren und zerschlagen und aus der Hütte reilien und aus dem Lande der Lebendigen ausrotten. Sela.

8 Und die Gerechten werden's sehen und sich furchten und werden sein lachen:

9 Siehe, das ist der Mann, der Gott nicht fur seinen Trost hielt, sondern verliefi sich auf seinen grolien Reichtum und war machtig, Schaden zutun.

10 Ich aber werde bleiben wie ein gruner Olbaum im Hause Gottes, verlasse mich auf Gottes Güte immer und ewiglich.

11 Ich danke dir ewiglich, denn du kannst's wohl machen; und will harren auf deinen Namen, denn deine Heiligen haben Freude dran.

Chapter 53

1 Eine Unterweisung Davids, im Chor umeinander vorzusingen.

2 Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott. Sie taugen nichts und sind ein Greuel worden in ihrem bosen Wesen. Da ist keiner, der Gutes tut.

3 Gott schauet vom Himmel auf der Menschen Kinder, daß er sehe, ob jemand klug sei, der nach Gott frage.

4 Aber sie sind alle abgefallen und allesamt untuchtig. Da ist keiner, der Gutes tue, auch nicht einer.

5 Wollen denn die Ubeltater ihnen nicht sagen lassen, die mein Volk fressen, daß sie sich nahren? Gott rufen sie nicht an.

6 Da furchten sie sich aber, da nicht zu furchten ist; denn Gott zerstreuet die Gebeine der Treiber. Du machst sie zuschanden; denn Gott verschmahet sie.

7 Ach, daß die Hilfe aus Zion liber Israel kame, und Gott sein gefangen Volk erlosete! So würde sich Jakob freuen und Israel frohlich sein.

Chapter 54

1 Eine Unterweisung Davids, vorzusingen auf Saitenspielen,

2 da die von Siph kamen und sprachen zu Saul: David hat sich bei uns verborgen.

3 Hilf mir, Gott, durch deinen Namen und schaffe mir Recht durch deine Gewalt.

4 Gott, erhore mein Gebet; vernimm die Rede meines Mundes!

5 Denn Stolze setzen sich wider mich, und Trotzige stehen mir nach meiner Seele und haben Gott nicht vor Augen. Sela.

6 Siehe, Gott stehet mir bei; der HERR erhalt meine Seele.

7 Erwird die Bosheit meinen Feinden bezahlen. Zerstore sie durch deine Treue!

8 So will ich dir ein Freudenopfer tun und deinem Namen, HERR, danken, dad er so trostlich ist.

9 Denn du errettest mich aus aller meiner Not, daß mein Auge an meinen Feinden Lust siehet.

Chapter 55

1 Eine Unterweisung Davids, vorzusingen auf Saitenspielen.

2 Gott, hore mein Gebet und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.

3 Merke auf mich und erhore mich, wie ich so klaglich zage und heule,

4 daß der Feind so schreiet, und der Gottlose dranget; denn sie wollen mir einen Tuck beweisen und sind mirheftig gram.

5 Mein Herz angstet sich in meinem Leibe, und des Todes Furcht ist auf mich gefallen.

6 Furcht und Zittern ist mich ankommen, und Grauen hat mich uberfallen.

7 Ich sprach: 0, hatte ich Flugel wie Tauben, daß ich floge und etwa bliebe!

8 Siehe, so wollt ich mich feme weg machen und in der Wüste bleiben. Sela.

9 Ich wollt eilen, daß ich entronne vor dem Sturmwind und Wetter.

10 Mache ihre Zunge uneins, HERR, und lali sie untergehen; denn ich sehe Frevel und Hader in der Stadt.

11 Solches gehet Tag und Nacht um und um in ihren Mauern; es ist Muhe und Arbeit drinnen.

12 Schadentun regieret drinnen, Lugen und Trugen laftt nicht von ihrer Gasse.

13 Wenn mich doch mein Feind schandete, wollt ich's leiden, und wenn mir mein FHasser pochte, wollt ich mich vor ihm verbergen;

14 du aber bist mein Geselle, mein Pfleger und mein Verwandter,

15 diewirfreundlich miteinander waren unteruns; wirwandelten im Hause Gottes zu Haufen.

16 Der Tod ubereile sie, und müssen lebendig in die Holle fahren; denn es ist eitel Bosheit unter ihrem Haufen.

17 Ich aber will zu Gott rufen, und der HERRwird mirhelfen.

18 Des Abends, Morgens und Mittags will ich klagen und heulen, so wird er meine Stimme horen.

19 Er erloset meine Seele von denen, die an mich wollen, und schaffet ihr Ruhe; denn ihrer ist viel wider mich.

20 Gott wird horen und sie demutigen, der allwege bleibt. Sela. Denn sie werden nicht anders und furchten Gott nicht.

21 Denn sie legen ihre Hande an seine Friedsamen und entheiligen seinen Bund.

22 Ihr Mund ist glatter denn Butter und haben doch Krieg im Sinn; ihre Worte sind gelinder denn 01 und sind doch blofte Schwerter.

23 Wirf dein Anliegen aufden HERRN! Der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen.

24 Aber, Gott, du wirst sie hinunterstoften in die tiefe Grube. Die Blutgierigen und Falschen werden ihr Leben nicht zur Halfte bringen. Ich aber hoffe auf dich.

Chapter 56

1 Ein gulden Kleinod Davids von der stummen Taube unter den Fremden, da ihn die Philister griffen zu Gath.

2 Gott, sei mir gnadig, denn Menschen wollen mich versenken; taglich streiten sie und angsten mich.

3 Meine Feinde versenken mich taglich; denn viele streiten wider mich stolziglich.

4 Wenn ich mich furchte, hoffe ich auf dich.

5 Ich will Gottes Wort ruhmen; auf Gott will ich hoffen und mich nicht furchten; was sollte mir Fleisch tun?

6 Taglich fechten sie meine Worte an; all ihre Gedanken sind, daß sie mir ubel tun.

7 Sie halten zuhauf und lauern und haben acht auf meine Fersen, wie sie meine Seeie erhaschen.

8 Was sie Boses tun, das ist schon vergeben. Gott, stofte solche Leute ohne alle Gnade hinunter!

9 Zahle meine Flucht, fasse meine Tranen in deinen Sack! Ohne Zweifel, du zahlest sie.

10 Dann werden sich meine Feinde müssen zuruckkehren, wenn ich rufe; so werde ich inne, daß du mein Gott bist.

11 Ich will ruhmen Gottes Wort, ich will ruhmen des HERRN Wort.

12 Auf Gott hoffe ich und furchte mich nicht; was konnen mir die Menschen tun?

13 Ich habe dir, Gott, gelobet, daß ich dir danken will.

14 Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, meine Füfte vom Gleiten, daß ich wandeln mag vor Gott im Licht der Lebendigen.

Chapter 57

1 Ein gulden Kleinod Davids, vorzusingen, daß er nicht umkame, da er vor Saul floh in die Hdhle.

2 Sei mir gnadig, Gott, sei mir gnadig! Denn auf dich trauet meine Seele und unter dem Schatten deiner Flugel habe ich Zuflucht, bis daß das Unglück vorubergehe.

3 Ich rufe zu Gott, dem Allerhochsten, zu Gott, der meines Jammers ein Ende macht.

4 Er sendet vom Himmel und hilft mir von der Schmach meines Versenkers. Sela. Gott sendet seine Gute und Treue.

5 Ich liege mit meiner Seele unter den Lowen. Die Menschenkindersind Flammen; ihre Zahne sind Spiefte und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter.

6 Erhebe dich, Gott, uber den Himmel und deine Ehre uber alle Welt!

7 Sie stellen meinem Gange Netze und drucken meine Seele nieder; sie graben vor mir eine Grube und fallen selbst drein. Sela.

8 Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, daß ich singe und lobe.

9 Wach auf, meine Ehre, wach auf, Psalter und Harfe! Fruhe will ich aufwachen.

10 HERR, ich will dir danken unter den Volkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten.

11 Denn deine Gute ist, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.

12 Erhebe dich, Gott, uber den Himmel und deine Ehre uber alle Welt!

Chapter 58

1 Ein gulden Kleinod Davids, vorzusingen, daß er nicht umkame.

2 Seid ihr denn stumm, daß ihr nicht reden wollt, was recht ist; und richten, was gleich ist, ihr Menschenkinder?

3 Ja, mutwillig tut ihr unrecht im Lande und gehet stracks durch mit euren Handen zu freveln.

4 Die Gottlosen sind verkehrt von Mutterleibe an; die Lugner irren von Mutterleib an.

5 Ihr Wüten ist gleich wie das Wüten einer Schlange, wie eine taube Otter, die ihr Ohr zustopft,

6 daß sie nicht hore die Stimme des Zauberers, des Beschworers, der wohl beschworen kann.

7 Gott, zerbrich ihre Zahne in ihrem Maul; zerstofte, HERR, die Backenzahne der jungen Lowen!

8 Sie werden zergehen wie Wasser, das dahinfleuftt. Sie zielen mit ihren Pfeilen, aber dieselben zerbrechen.

9 Sie vergehen, wie eine Schnecke verschmachtet; wie eine unzeitige Geburt eines Weibes sehen sie die Sonne nicht.

10 Ehe eure Dornen reif werden am Dornstrauche, wird sie ein Zorn so frisch wegreiften.

11 Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache siehet, und wird seine Füfte baden in des Gottlosen Blut,

12 daß die Leute werden sagen: Der Gerechte wird sein ja genieften; es ist ja noch Gott Richter auf Erden.

Chapter 59

1 Ein gulden Kleinod Davids, daß er nicht umkame, da Saul hinsandte und lieft sein Haus bewahren, daß er ihn totete.

2 Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden und schutze mich vor denen, so sich wider mich setzen!

3 Errette mich von den Ubeltatern und hilf mir von den Blutgierigen!

4 Denn siehe, HERR, sie lauern auf meine Seele; die Starken sammeln sich wider mich ohne meine Schuld und Missetat.

5 Sie laufen ohne meine Schuld und bereiten sich. Erwache und begegne mir und siehe drein!

6 Du, HERR, Gott Zebaoth, Gott Israels, wache auf und suche heim alle Heiden; sei der keinem gnadig, die so verwegene Ubeltater sind! Sela.

7 Des Abends laft sie wiederum auch heulen wie die Hunde und in der Stadt umherlaufen.

8 Siehe, sie plaudern miteinander; Schwerter sind in ihren Lippen: Wer sollt es horen?

9 Aber du, HERR, wirst ihrer lachen und aller Heiden spotten.

10 Vor ihrer Macht halt ich mich zu dir; denn Gott ist mein Schutz.

11 Gott erzeigt mir reichlich seine Gute; Gott laftt mich meine Lust sehen an meinen Feinden.

12 Erwürge sie nicht, daß es mein Volk nicht vergesse; zerstreue sie aber mitdeiner Macht, HERR, unser Schild, und stofte sie hinunter!

13 Ihre Lehre ist eitel Sünde, und verharren in ihrer Hoffart und predigen eitel Fluchen und Widersprechen.

14 Vertilge sie ohne alle Gnade! Vertilge sie, daß sie nichts seien und inne werden, daß Gott Herrscher sei in Jakob, in aller Welt. Sela.

15 Des Abends laft sie wiederum auch heulen wie die Hunde und in der Stadt umherlaufen.

16 Laft sie hin und herlaufen urn Speise und murren, wenn sie nicht satt werden.

17 Ich aber will von deiner Macht singen und des Morgens ruhmen deine Gute; denn du bist mein Schutz und Zuflucht in meiner Not.

18 Ich will dir, mein Hort, lobsingen; denn du, Gott, bist mein Schutz und mein gnadiger Gott.

Chapter 60

1 Ein gulden Kleinod Davids, vorzusingen, von einem güldenen Rosenspan zu lehren,

2 da er gestritten hatte mit den Syrern zu Mesopotamien und mit den Syrern von Zoba; da Joab umkehrete und schlug der Edomiter im Salztal zwolftausend.

3 Gott, der du uns verstoften und zerstreuet hast und zornig warest, troste uns wieder!

4 Der du die Erde bewegt und zerrissen hast, heile ihre Bruche, die so zerschellet ist.

5 Denn du hast deinem Volk ein Hartes erzeigt; du hast uns einen Trunk Weins gegeben, daß wir taumelten.

6 Du hast aber doch ein Zeichen gegeben denen, die dich furchten, welches sie aufwarfen und sie sicher machte. Sela.

7 Auf daß deine Lieben erledigt werden, so hilf nun mit deiner Rechten und erhore uns!

8 Gott redet in seinem Heiligtum, des bin ich froh, und will teilen Sichem und abmessen das Tal Suchoth.

9 Gilead ist mein, mein ist Manasse, Ephraim ist die Macht meines Haupts, Juda ist mein Fürst,

10 Moab ist mein Waschtopfen, meinen Schuh strecke ich uber Edom, Philistaa jauchzet zu mir.

11 Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer geleitet mich bis nach Edom?

12 Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstoftest und zeuchst nicht aus, Gott, auf unser Heer?

13 Schaff uns Beistand in der Not; denn Menschenhilfe ist kein nutze.

14 Mit Gott wollen wir Taten tun. Er wird unsere Feinde untertreten.

Chapter 61

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen auf einem Saitenspiel.

2 Hore, Gott, mein Geschrei und merke auf mein Gebet!

3 Hienieden auf Erden rufe ich zu dir, wenn mein Herz in Angst ist, du wollest mich fuhren auf einen hohen Felsen.

4 Denn du bist meine Zuversicht, ein starker Turm vor meinen Feinden.

5 Ich will wohnen in deiner Hütte ewiglich und trauen unter deinen Fittichen. Sela.

6 Denn du, Gott, horest meine Gelubde; du belohnest die wohl, die deinen Namen furchten.

7 Du gibsteinem Konige langes Leben, dafi seine Jahre wahren immer fur und fur,

8 daß er immer sitzen bleibet vor Gott. Erzeige ihm Gute und Treue, die ihn behuten.

9 So will ich deinem Namen lobsingen ewiglich, daß ich meine Gelubde bezahle taglich.

Chapter 62

1 Ein Psalm Davids fur Jeduthun, vorzusingen.

2 Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.

3 Denn er ist mein Hort, meine Hilfe, mein Schutz, daß mich kein Fall sturzen wird, wie graft er ist.

4 Wie lange stellet ihr alle einem nach, daß ihr ihn erwurget, als eine hangende Wand und zerrissene Mauer?

5 Sie denken nur, wie sie ihn dampfen, fleiftigen sich der Luge, geben gute Worte, aber im Herzen fluchen sie. Sela.

6 Aber meine Seele harret nur auf Gott; denn er ist meine Hoffnung.

7 Er ist mein Hort, meine Hilfe und mein Schutz, daß ich nicht fallen werde.

8 Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Starke; meine Zuversicht ist auf Gott.

9 Hoffet auf ihn allezeit, lieben Leute, schuttet euer Herz vor ihm aus! Gott ist unsere Zuversicht. Sela.

10 Aber Menschen sind doch ja nichts, grofte Leute fehlen auch; sie wagen weniger denn nichts, soviel ihrer ist.

11 Verlasset euch nicht auf Unrecht und Frevel; haltet euch nicht zu solchem, das nichts ist. Fallt euch Reichtum zu, so hanget das Herz nicht dran.

12 Gott hat ein Wort geredet, das habe ich etlichemal gehoret, daß Gott allein machtig ist.

13 Und du, HERR, bistgnadig und bezahlest einem jeglichen, wie er's verdienet.

Chapter 63

1 Ein Psalm Davids, da er war in der Wuste.

2 Gott, du bist mein Gott; frühe wache ich zu dir. Es durstet meine Seele nach dir, mein Fleisch verlanget nach dir, in einem trockenen und durren Lande, da kein Wasser ist.

3 Daselbst sehe ich nach dir in deinem Heiligtum, wollte gerne schauen deine Macht und Ehre.

4 Denn deine Gute ist besser denn Leben. Meine Lippen preisen dich.

5 Daselbst wollte ich dich gerne loben mein Leben lang und meine Hande in deinem Namen aufheben.

6 Das ware meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit frohlichem Munde loben sollte.

7 Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir.

8 Denn du bist mein Heifer, und unter dem Schatten deiner Flügel ruhme ich.

9 Meine Seele hanget dir an; deine rechte Hand erhalt mich.

10 Sie aberstehen nach meiner Seele, michzu uberfallen; sie werden unter die Erde hinunterfahren.

11 Sie werden ins Schwert fallen und den Fuchsen zuteil werden.

12 Aber der Konig freuet sich in Gott. Wer bei ihm schworet, wird geruhmet werden; denn die Lügenmauler sollen verstopft werden.

Chapter 64

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2 Hore, Gott, meine Stimme in meiner Klage; behute mein Leben vor dem grausamen Feinde!

3 Verbirg mich vor der Sammlung der Bosen, vor dem Haufen der Ubeltater,

4 welche ihre Zunge scharfen wie ein Schwert, die mit ihren giftigen Worten zielen wie mit Pfeilen,

5 daß sie heimlich schieften den Frommen; plotzlich schieften sie auf ihn ohne alle Scheu.

6 Sie sind kuhn mit ihren bosen Anschlagen und sagen, wie sie Stricke legen wollen, und sprechen: Wer kann sie sehen?

7 Sie erdichten Schalkheit und halten's heimlich, sind verschlagen und haben geschwinde Ranke.

8 Aber Gott wird sie plotzlich schieften, daß ihnen wehe tun wird.

9 Ihre eigene Zunge wird sie fallen, daß ihrer spotten wird, wer sie siehet.

10 Und alle Menschen, die es sehen, werden sagen: Das hat Gott getan, und merken, daß es sein Werk sei.

11 Die Gerechten werden sich des HERRN freuen und auf ihn trauen und alle frommen Herzen werden sich des rühmen.

Chapter 65

1 Ein Psalm Davids, zum Lied vorzusingen.

2 Gott, man lobet dich in der Stille zu Zion und dir bezahlt man Gelubde.

3 Du erhorest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir.

4 Unsere Missetat drucket uns hart; du wollest unsere Sunde vergeben.

5 Wohl dem, den du erwahlest und zu dir lassest, daß er wohne in deinen Hofen! Der hat reichen Trost von deinem Hause, deinem heiligen Tempel.

6 Erhore uns nach derwunderlichen Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist Zuversicht aller auf Erden und feme am Meer;

7 der die Berge fest setzt in seiner Kraft und gerustet ist mit Macht;

8 der du stillest das Brausen des Meers, das Brausen seiner Wellen, und das Toben der Volker,

9 daß sich entsetzen, die an denselben Enden wohnen, vor deinen Zeichen. Du machst frohlich, was da webet, beide des Morgens und Abends.

10 Du suchest das Land heim und wasserst es und machest es sehr reich. Gottes Brunnlein hat Wassers die Fulle. Du lassest ihr Getreide wohlgeraten, denn also bauest du das Land.

11 Du trankest seine Furchen und feuchtest sein Gepflugtes; mit Regen machst du es weich und segnest sein Gewachs.

12 Du kronest das Jahr mit deinem Gut und deine Fulitapfen triefen von Fett.

13 Die Wohnungen in der Wuste sind auch fett, daß sie triefen, und die Füigel sind umher lustig.

14 Die Anger sind voll Schafe, und die Auen stehen dick mit Korn, daß man jauchzet und singet.

Chapter 66

1 Ein Psalmlied, vorzusingen. Jauchzet Gott, alle Lande!

2 Lobsinget zu Ehren seinem Namen; ruhmet ihn herrlich!

3 Sprechet zu Gott: Wie wunderlich sind deine Werke! Es wird deinen Feinden fehlen vor deiner grolien Macht.

4 Alles Land bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen. Sela.

5 Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderlich ist mit seinem Tun unter den Menschenkindern.

6 Er verwandelt das Meer ins Trockne, daß man zu Fuli uber das Wasser gehet; des freuen wir uns in ihm.

7 Er herrschet mit seiner Gewalt ewiglich; seine Augen schauen auf die Volker. Die Abtrunnigen werden sich nicht erhohen konnen. Sela.

8 Lobet, ihr Volker, unsern Gott; lasset seinen Ruhm weit erschallen,

9 der unsere Seelen im Leben behalt und lalit unsere Fulie nicht gleiten.

10 Denn, Gott, du hast uns versucht und gelautert, wie das Silber gelautert wird.

11 Du hast uns lassen in den Turm werfen; du hast auf unsere Lenden eine Last gelegt;

12 du hast Menschen lassen uber unser Haupt fahren; wir sind in Feuer und Wasser kommen; aber du hast uns ausgefuhrt und erquicket.

13 Darum will ich mit Brandopfern gehen in dein Haus und dir meine Gelubde bezahlen,

14 wie ich meine Lippen habe aufgetan und mein Mund geredet hat in meiner Not.

15 Ich will dir feiste Brandopfer tun von gebrannten Widdern; ich will opfern Rinder mit Bocken. Sela.

16 Kommt her, horet zu, alle, die ihr Gott furchtet; ich will erzahlen, was er an meiner Seele getan hat.

17 Zu ihm rief ich mitmeinem Munde und preisete ihn mit meiner Zunge.

18 Wo ich Unrechts vorhatte in meinem Herzen, so wurde der HERR nicht horen.

19 Darum erhoret mich Gott und merket auf mein Flehen.

20 Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Gute von mir wendet.

Chapter 67

1 Ein Psalmlied, vorzusingen auf Saitenspielen.

2 Gott sei uns gnadig und segne uns; er lasse uns sein Antlitz leuchten, Sela,

3 daß wir auf Erden erkennen seinen Weg, unter alien Heiden sein Heil.

4 Es danken dir; Gott, die Volker; es danken dir alle Volker.

5 Die Volker freuen sich und jauchzen, daß du die Leute recht richtest und regierest die Leute auf Erden. Sela.

6 Es danken dir, Gott, die Volker; es danken dir alle Volker.

7 Das Land gibt sein Gewachs. Es segne uns Gott, unser Gott!

8 Es segne uns Gott, und alle Welt furchte ihn!

Chapter 68

1 Ein Psalmlied Davids, vorzusingen.

2 Es stehe Gott auf, daü seine Feinde zerstreuet werden, und die ihn hassen, vor ihm fliehen.

3 Vertreibe sie, wie der Rauch vertrieben wird; wie das Wachs zerschmilzt vom Feuer, so müssen umkommen die Gottlosen vor Gott.

4 Die Gerechten aber müssen sich freuen und frohlich sein vor Gott und von Herzen sich freuen.

5 Singet Gott, lobsinget seinem Namen! Machet Bahn dem, der da sanft herfahrt! Er heifit HERR; und freuet euch vor ihm,

6 der ein Vater ist der Waisen und ein Richter der Witwen. Er ist Gott in seiner heiligen Wohnung,

7 ein Gott, der den Einsamen das Haus voll Kinder gibt, der die Gefangenen ausfuhret zu rechter Zeit und lalit die Abtrunnigen bleiben in der Durre.

8 Gott, da du vor deinem Volk herzogest, da du einhergingest in der Wuste, Sela,

9 da bebete die Erde, und die Himmel troffen vor diesem Gott in Sinai, vor dem Gott, der Israels Gott ist.

10 Nun aber gibst du, Gott, einen gnadigen Regen, und dein Erbe, das durre ist, erquickestdu,

11 daß deine Tiere drinnen wohnen konnen. Gott, du labest die Elenden mit deinen Gutern.

12 Der HERR gibt das Wort mit grolien Scharen Evangelisten.

13 Die Konige der Heerscharen sind untereinander Freunde, und die Hausehre teilet den Raub aus.

14 Wenn ihr zu Felde lieget, so glanzet es als der Tauben Flügel, die wie Silber und Gold schimmern.

15 Wenn der Allmachtige hin und wieder unter ihnen Konige setzet, so wird es helle, wo es dunkel ist.

16 Der Berg Gottes ist ein fruchtbarer Berg, ein groß und fruchtbar Gebirge.

17 Was hüpfet ihr grotien Gebirge? Gott hat Lust, auf diesem Berge zu wohnen, und der HERR bleibt auch immer daselbst.

18 Der Wagen Gottes ist viel tausendmal tausend; der HERR ist unter ihnen im heiligen Sinai.

19 Du bist in die Hohe gefahren und hast das Gefangnis gefangen; du hast Gaben empfangen fur die Menschen, auch die Abtrunnigen, daß Gott der HERR dennoch daselbst bleiben wird.

20 Gelobet sei der HERR taglich! Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Sela.

21 Wir haben einen Gott, der da hilft, und den HERRN Herrn, dervom Tode errettet.

22 Aber Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmeiften samt ihrem Haarschadel, die da fortfahren in ihrer Sünde.

23 Doch spricht der HERR: Ich will unter den Fetten etliche holen; aus der Tiefe des Meers will ich etliche holen.

24 Darum wird dein Fuft in der Feinde Blut gefarbet werden, und deine Hunde werden es lecken.

25 Man siehet, Gott, wie du einherzeuchst, wie du, mein Gott und Konig, einherzeuchst im Heiligtum.

26 Die Sanger gehen vorher, danach die Spielleute unter den Magden, die da pauken.

27 Lobet Gott den HERRN in den Versammlungen fur den Brunn Israels.

28 Da herrschet unter ihnen der kleine Benjamin, die Fursten Judas mit ihren Haufen, die Fursten Sebulons, die Fursten Naphthalis.

29 Dein Gott hat dein Reich aufgerichtet. Dasselbe wollest du, Gott, uns starken; denn es ist dein Werk.

30 Um deines Tempels willen zu Jerusalem werden dir die Konige Geschenke zuführen.

31 Schilt das Tier im Rohr, die Rotte der Ochsen unter ihren Kalbern, die da zertreten um Geldes willen. Er zerstreuet die Volker, die da gerne kriegen.

32 Die Fursten aus Agypten werden kommen, Mohrenland wird seine Hande ausstrecken zu Gott.

33 Ihr Konigreiche auf Erden, singet Gott, lobsinget dem HERRN, Sela,

34 dem, der da fahrt im Himmel allenthalben von Anbeginn. Siehe, erwird seinem Donner Kraft geben.

35 Gebt Gott die Macht! Seine Herrlichkeit ist in Israel und seine Macht in den Wolken.

36 Gott istwundersam in seinem Heiligtum. Er ist Gott Israels; er wird dem Volk Macht und Kraft geben. Gelobt sei Gott!

Chapter 69

1 Ein Psalm Davids von den Rosen, vorzusingen.

2 Gott, hilf mir; denn das Wasser gehet mir bis an die Seele.

3 Ich versinke in tiefem Schlamm, da kein Grund ist; ich bin im tiefen Wasser, und die Flut will mich ersaufen.

4 Ich habe mich müde geschrieen, mein Hals ist heisch; das Gesicht vergehet mir, daß ich so lange muft harren auf meinen Gott.

5 Die mich ohne Ursache hassen, der ist mehr, denn ich Haare auf dem Haupt habe. Die mir unbillig feind sind und mich verderben, sind machtig. Ich muft bezahlen, das ich nicht geraubt habe.

6 Gott, du weiftest meine Torheit, und meine Schulden sind dir nicht verborgen.

7 La(S nicht zuschanden werden an mir, die dein harren, Herr, HERR Zebaoth! Laft nicht schamrot werden an mir, die dich suchen, Gott Israels!

8 Denn um deinetwillen trage ich Schmach, mein Angesicht ist voller Schande.

9 Ich bin fremd worden meinen Brudern und unbekannt meiner Mutter Kindern.

10 Denn ich eifere mich schierzu Tod um dein Haus; und die Schmach derer, die dich schmahen, fallen auf mich.

11 Und ich weine und faste bitterlich; und man spottet mein dazu.

12 Ich hab einen Sack angezogen; aber sie treiben das Gespott draus.

13 Die im Tor sitzen, waschen von mir, und in den Zechen singet man von mir.

14 Ich aber bete, HERR, zu dirzur angenehmen Zeit. Gott, durch deine grofte Gute, erhore mich mit deiner treuen Hilfe!

15 Errette mich aus dem Kot, daß ich nicht versinke, daß ich errettet werde von meinen Hassern und aus dem tiefen Wasser,

16 daß mich die Wasserflut nicht ersaufe und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch der Grube nicht uber mir zusammengehe.

17 Erhore mich, HERR, denn deine Gute ist trostlich; wende dich zu mir nach deiner groften Barmherzigkeit

18 und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte; denn mir ist angst; erhore mich eilend!

19 Mache dich zu meiner Seele und erlose sie; erlose mich um meiner Feinde willen!

20 Du weiftest meine Schmach, Schande und Scham; meine Widersacher sind alle vor dir.

21 Die Schmach bricht mir mein Herz und kranket mich. Ich warte, ob es jemand jammerte, aber da ist niemand; und auf Troster, aber ich finde keine.

22 Und sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken in meinem groften Durst.

23 Ihr Tisch rnüsse vor ihnen zum Strick werden, zur Vergeltung und zu einer Falle!

24 Ihre Augen müssen finster werden, daß sie nicht sehen; und ihre Lenden laft immer wanken!

25 Geuft deine Ungnade auf sie, und dein grimmiger Zorn ergreife sie!

26 Ihre Wohnung müsse wüste werden, und sei niemand, der in ihren Hütten wohne!

27 Denn sie verfolgen, den du geschlagen hast, und rühmen, daß du die Deinen libel schlagest.

28 La(J sie in eine Sunde über die andere fallen, daß sie nicht kommen zu deiner Gerechtigkeit.

29 Tilge sie aus dem Buch der Lebendigen, daß sie mit den Gerechten nicht angeschrieben werden.

30 Ich aber bin elend, und mir istwehe. Gott, deine Hilfe schütze mich!

31 Ich will den Namen Gottes loben mit einem Liede und will ihn hoch ehren mit Dank.

32 Daswird dem HERRN bad gefallen denn ein Farr, der Horner und Klauen hat.

33 Die Elenden sehen und freuen sich; und die Gott suchen, denen wird das Herz leben.

34 Denn der HERR horet die Armen und verachtet seine Gefangenen nicht.

35 Es lobe ihn Himmel, Erde und Meer und alles, was sich drinnen reget.

36 Denn Gott wird Zion helfen und die Stadte Judas bauen, daß man daselbst wohne und sie besitze.

37 Und der Same seiner Knechte wird sie ererben, und die seinen Namen lieben, werden drinnen bleiben.

Chapter 70

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen zum Gedachtnis.

2 Eile, Gott, mich zu erretten, HERR, mirzu helfen!

3 Es müssen sich schamen und zuschanden werden, die nach meiner Seele stehen; sie müssen zurückkehren und gehohnet werden, die mir übels wünschen,

4 daß sie müssen wiederum zu Schanden werden, die da über mich schreien: Da, da!

5 Freuen und frohlich müssen sein an dir, die nach dir fragen; und die dein Heil lieben, immersagen: Hochgelobt sei Gott!

6 Ich aber bin elend und arm. Gott, eile zu mir, denn du bist mein Heifer und Erretter; mein Gott, verzeuch nicht!

Chapter 71

1 HERR, ich traue auf dich; laft mich nimmermehr zuschanden werden!

2 Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir aus; neige deine Ohren zu mir und hilf mir!

3 Sei mir ein starker Hort, dahin ich immerfliehen moge, derdu zugesagt hast, mirzu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg.

4 Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und Tyrannen.

5 Denn du bist meine Zuversicht, Herr HERR, meine Hoffnung von meiner Jugend an.

6 Auf dich habe ich mich verlassen von Mutterleibe an; du hast mich aus meiner Mutter Leibe gezogen. Mein Ruhm ist immer von dir.

7 Ich bin vor vielen wie ein Wunder; aber du bist meine starke Zuversicht.

8 Laft meinen Mund deines Ruhmes und deines Preises voll sein taglich.

9 Verwirfmich nicht in meinem Alter; verlaft mich nicht, wenn ich schwach werde.

10 Denn meine Feinde reden wider mich, und die auf meine Seele halten, beraten sich miteinander

11 und sprechen: Gott hat ihn verlassen; jaget nach und ergreifet ihn, denn da ist kein Erretter!

12 Gott, sei nicht feme von mir; mein Gott, eile mir zu helfen!

13 Schamen müssen sich und umkommen, die meiner Seele wider sind; mit Schande und Hohn müssen sie überschüttet werden, die mein Unglück suchen.

14 Ich aber will immer harren und will immer deines Ruhmes mehr machen.

15 Mein Mund soil verkündigen deine Gerechtigkeit, taglich dein Heil, die ich nicht alle zahlen kann.

16 Ich gehe einher in der Kraft des Herrn HERRN; ich preise deine Gerechtigkeit allein.

17 Gott, du hast mich von Jugend auf gelehret; darum verkündige ich deine Wunder.

18 Auch verlaft mich nicht, Gott, im Alter, wenn ich grau werde, bis ich deinen Arm verkündige Kindeskindern und deine Kraft alien, die noch kommen sollen.

19 Gott, deine Gerechtigkeit ist hoch, der du grofte Dinge tust. Gott, wer ist dir gleich?

20 Denn du lassest mich erfahren viel und grofte Angst und machst mich wieder lebendig und holest mich wieder aus der Tiefe der Erde herauf.

21 Du machst mich sehr graft und trostest mich wieder.

22 So danke ich auch dir mit Psalterspiel fur deine Treue, mein Gott; ich lobsinge dir auf der Harfe, du Heiliger in Israel.

23 Meine Lippen und meine Seele, die du erloset hast, sind frohlich und lobsingen dir.

24 Auch dichtet meine Zunge taglich von deiner Gerechtigkeit. Denn schamen müssen sich und zuschanden werden, die mein Unglück suchen.

Chapter 72

1 Des Salomo. Gott, gib dein Gericht dem Konige und deine Gerechtigkeit des Konigs Sohne,

2 daß er dein Volk bringe zur Gerechtigkeit und deine Elenden rette.

3 Laft die Berge den Frieden bringen unter das Volk und die Hügel die Gerechtigkeit.

4 Er wird das elende Volk bei Recht erhalten und den Armen helfen und die Lasterer zerschmeiften.

5 Man wird dich furchten, solange die Sonne und der Mond wahret, von Kind zu Kindeskindern.

6 Er wird herabfahren, wie der Regen auf das Fell, wie die Tropfen, die das Land feuchten.

7 Zu seinen Zeiten wird bluhen der Gerechte und großer Friede, bis dafi der Mond nimmer sei.

8 Er wird herrschen von einem Meer bis ans andere und von dem Wasser an bis zur Welt Ende.

9 Vor ihm werden sich neigen die in der Wüste; und seine Feinde werden Staub lecken.

10 Die Konige am Meer und in den Inseln werden Geschenke bringen; die Konige aus Reicharabien und Seba werden Gaben zufuhren.

11 Alle Konige werden ihn anbeten, alle Heiden werden ihm dienen.

12 Denn erwird den Armen erretten, der da schreiet, und den Elenden, der keinen FHelfer hat.

13 Erwird gnadig sein den Geringen und Armen, und den Seelen der Armen wird er helfen.

14 Er wird ihre Seele aus dem Trug und Frevel erlosen, und ihr Blut wird teuer geachtet werden vor ihm.

15 Er wird leben, und man wird ihm vom Gold aus Reicharabien geben. Und man wird immerdar vor ihm beten, taglich wird man ihn loben.

16 Auf Erden, oben auf den Bergen, wird das Getreide dick stehen; seine Frucht wird beben wie Libanon und wird grünen in den Stadten wie Gras auf Erden.

17 Sein Name wird ewiglich bleiben; solange die Sonne wahret, wird sein Name auf die Nachkommen reichen, und werden durch denselben gesegnet sein; alle Heiden werden ihn preisen.

18 Gelobet sei Gottder HERR, der Gott Israels, der alleine Wunder tut;

19 und gelobet sei sein herrlicher Name ewiglich; und alle Lande mussen seiner Ehre voll werden! Amen, Amen.

20 Ein Ende haben die Gebete Davids, des Sohns Isais.

Chapter 73

1 Ein Psalm Assaphs. Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist.

2 Ich aber hatte schier gestrauchelt mit meinen Fußen, mein Tritt hatte beinahe geglitten.

3 Denn es verdroß mich auf die Ruhmredigen, da ich sah, daß es den Gottlosen so wohl ging.

4 Denn sie sind in keiner Fahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast.

5 Sie sind nicht in Ungluck wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.

6 Darum muß ihr Trotzen kostlich Ding sein, und ihr Frevel muß wohlgetan heißen.

7 Ihre Person brustet sich wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken.

8 Sie vemichten alles und reden übel davon, und reden und lastern hoch her.

9 Was sie reden, das muß vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das muß gelten auf Erden.

10 Darum fallt ihnen ihr Pobel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser

11 und sprechen: Was sollte Gott nach jenen fragen? Was sollte der Hochste ihrer achten?

12 Siehe, das sind die Gottlosen; die sind gluckselig in der Welt und werden reich.

13 Soil's denn umsonst sein, daß mein Herz unstraflich lebt und ich meine Hande in Unschuld wasche

14 und bin geplagt taglich, und meine Strafe ist alle Morgen da?

15 Ich hatte auch schier so gesagt wie sie; aber siehe, damit hatte ich verdammt alle deine Kinder, die je gewesen sind.

16 Ich gedacht ihm nach, daß ich's begreifen mochte; aber es war mir zu schwer

17 bis daß ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.

18 Aberdu setzest sie aufs Schlupfrige und sturzestsie zu Boden.

19 Wie werden sie so plotzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.

20 Wie ein Traum, wenn einer erwachet, so machst du, HERR, ihr Bild in der Stadt verschmahet.

21 Aber es tut mirwehe im Herzen und sticht mich in meinen Nieren,

22 daß ich muß ein Narr sein und nichts wissen und muß wie ein Tier sein vor dir.

23 Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du haltst mich bei meiner rechten Hand,

24 du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich mit Ehren an.

25 Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.

26 Wenn mirgleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.

27 Denn, siehe, die von dirweichen, werden umkommen; du bringest urn alle, die wider dich huren.

28 Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf den Herm HERRN, daß ich verkundige all dein Tun.

Chapter 74

1 Eine Unterweisung Assaphs. Gott, warum verstoßest du uns so gar und bist so grimmig zornig über die Schafe deiner Weide?

2 Gedenk an deine Gemeine, die du vor alters erworben und dir zum Erbteil erloset hast, an den Berg Zion, da du auf wohnest.

3 Tritt auf sie mit Fußen und stoße sie gar zu Boden. Der Feind hat alles verderbet im Heiligtum.

4 Deine Widerwartigen brullen in deinen Hausern und setzen ihre Gotzen drein.

5 Man siehet die Axte oben her blicken, wie man in einen Wald hauet,

6 und zerhauen alle seine Tafelwerke mit Beil und Barten.

7 Sie verbrennen dein Heiligtum, sie entweihen die Wohnung deines Namens zu Boden.

8 Sie sprechen in ihrem Herzen: Lal Jt uns sie plundern! Sie verbrennen alle Hauser Gottes im Lande.

9 Unsere Zeichen sehen wir nicht, und kein Prophet predigt mehr, und kein Lehrer lehret uns mehr.

10 Ach, Gott, wie lange soil der Widerwartige schmahen und der Feind deinen Namen so gar verlastern?

11 Warum wendest du deine Hand ab und deine Rechte von deinem Schol L so gar?

12 Aber Gott ist mein Konig von alters her, der alle Hilfe tut, so auf Erden geschieht.

13 Du zertrennest das Meer durch deine Kraft und zerbrichst die Kopfe der Drachen im Wasser.

14 Du zerschlagst die Kopfe der Walfische und gibst sie zur Speise dem Volk in der Einode.

15 Du lassest quellen Brunnen und Bache; du lassest versiegen starke Strome.

16 Tag und Nacht ist dein; du machest, dafi beide Sonn und Gestirn ihren gewissen Lauf haben.

17 Du setzest einem jeglichen Lande seine Grenze; Sommer und Winter machest du.

18 So gedenke doch des, daß der Feind den HERRN schmahet, und ein toricht Volk lasted deinen Namen.

19 Du wollest nicht dem Tier geben die Seele deiner Tudeltaube und deiner elenden Tiere nicht so garvergessen.

20 Gedenk an den Bund; denn das Land ist allenthalben jammerlich verheeret, und die Hauser sind zerrissen.

21 Laß den Geringen nicht mit Schanden davongehen, denn die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.

22 Mache dich auf, Gott, und führe aus deine Sache; gedenk an die Schmach, die dir taglich von den Toren widerfahret.

23 Vergili nicht des Geschreies deiner Feinde; das Toben deiner Widerwartigen wird je langer je grolier.

Chapter 75

1 Ein Psalm und Lied Assaphs, daß er nicht umkame, vorzusingen.

2 Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, daß dein Name so nahe ist.

3 Denn zu seiner Zeit so werde ich recht richten.

4 Das Land zittert und alle, die drinnen wohnen; aber ich halte seine Saulen test. Sela.

5 Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmet nicht so! und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt!

6 Pochet nicht so hoch auf eure Gewalt, redet nicht halsstarrig,

7 es habe keine Not, weder von Aufgang noch von Niedergang, noch von dem Gebirge in der Wuste.

8 Denn Gott ist Richter, der diesen niedriget und jenen erhohet.

9 Denn der HERR hat einen Becher in der Hand und mit starkem Wein voll eingeschenkt und schenkt aus demselben; aber die Gottlosen müssen alle trinken und die Hefen aussaufen.

10 Ich aber will verkundigen ewiglich und lobsingen dem Gott Jakobs.

11 Und will alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen, daß die Gewalt des Gerechten erhohet werde.

Chapter 76

1 Ein Psalmlied Assaphs, auf Saitenspiel vorzusingen.

2 Gott ist in Juda bekannt, in Israel ist sein Name herrlich.

3 Zu Salem ist sein Gezelt und seine Wohnung zu Zion.

4 Daselbst zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Streit. Sela.

5 Du bist herrlicher und machtiger denn die Raubeberge.

6 Die Stolzen müssen beraubet werden und entschlafen, und alle Krieger müssen die Hande lassen sinken.

7 Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinkt in Schlaf beide Roß und Wagen.

8 Du bist erschrecklich. Wer kann vor dir stehen, wenn du zümest?

9 Wenn du das Urteil lassest horen vom Himmel, so erschrickt das Erdreich und wird still,

10 wenn Gott sich aufmacht, zu richten, dafi er helfe alien Elenden auf Erden. Sela.

11 Wenn Menschen wider dich wüten, so legest du Ehre ein; und wenn sie noch mehr wüten, bist du auch noch gerüstet.

12 Gelobet und haltet dem HERRN eurem Gott, alle, die ihr urn ihn her seid; bringet Geschenke dem Schrecklichen,

13 der den Fürsten den Mut nimmt und schrecklich ist unter den Konigen auf Erden.

Chapter 77

1 Ein Psalm Assaphs fur Jeduthun, vorzusingen.

2 Ich schreie mit meiner Stimme zu Gott; zu Gott schreie ich, und er erhoret mich.

3 In der Zeit meiner Not suche ich den HERRN; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und lafit nicht ab; denn meine Seele will sich nicht trosten lassen.

4 Wenn ich betrübt bin, so denke ich an Gott; wenn mein Herz in Angsten ist; so rede ich. Sela.

5 Meine Augen haltstdu, daß sie wachen; ich bin so ohnmachtig, daß ich nicht reden kann.

6 Ich denke der alten Zeit, der vorigen Jahre.

7 Ich denke des Nachts an mein Saitenspiel und rede mit meinem Herzen; mein Geist muli forschen.

8 Wird denn der HERR ewiglich verstolien und keine Gnade mehr erzeigen?

9 Ist's denn ganz und gar aus mit seiner Gute? und hat die Verheitiung ein Ende?

10 Hat denn Gott vergessen, gnadig zu sein, und seine Barmherzigkeit vor Zorn verschlossen? Sela.

11 Aber doch sprach ich: Ich muli das leiden; die rechte Hand des Hochsten kann alles andern.

12 Darum gedenk ich an die Taten des HERRN; ja, ich gedenke an deine vorigen Wunder

13 und rede von alien deinen Werken und sage von deinem Tun.

14 Gott dein Weg istheilig. Wo ist so ein machtiger Gott, als du, Gott, hist?

15 Du hist der Gott, der Wunder tut; du hast deine Macht beweiset unter den Volkern.

16 Du hast dein Volk erloset gewaltiglich, die Kinder Jakobs und Josephs. Sela.

17 Die Wasser sahen dich, Gott; die Wasser sahen dich und angsteten sich, und die Tiefen tobeten.

18 Die dicken Wolken gossen Wasser; die Wolken donnerten, und die Strahlen führen daher.

19 Es donnerte im Himmel; deine Blitze leuchteten auf dem Erdboden; das Erdreich regte sich und bebete davon.

20 Dein Weg war im Meer und dein Pfad in grofien Wassern, und man spurete doch deinen Fufi nicht.

21 Du fuhretest dein Volk wie eine Herde Schafe durch Mose und Aaron.

Chapter 78

1 Eine Unterweisung Assaphs. Hore, mein Volk, mein Gesetz; neiget eure Ohren zu der Rede meines Mundes!

2 Ich will meinen Mund auftun zu Spruchen und alte Geschichte aussprechen,

3 die wir gehoret haben und wissen und unsere Vater uns erzahlet haben,

4 daß wir's nicht verhalten sollen ihren Kindern, die hernach kommen, und verkundigen den Ruhm des HERRN und seine Macht und Wunder, die er qetan hat.

5 Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Israel, das er unsern Vatern gebot, zu lehren ihre Kinder,

6 auf daß die Nachkommen lerneten und die Kinder, die noch sollten geboren werden, wenn sie aufkamen, daß sie es auch ihren Kindern verkundigten,

7 daß sie setzten auf Gott ihre Hoffnung und nicht vergalien der Taten Gottes und seine Gebote hielten,

8 und nicht wurden wie ihre Vater, eine abtrunnige und ungehorsame Art, welchen ihr Herz nicht test war, und ihr Geist nicht treulich hielt an Gott;

9 wie die Kinder Ephraim, so geharnischt den Bogen führeten, abfielen zur Zeit des Streits.

10 Sie hielten den Bund Gottes nicht und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln,

11 und vergalien seiner Taten und seiner Wunder, die er ihnen erzeiget hatte.

12 Vor ihren Vatern tat er Wunder in Agyptenland, im Felde Zoan.

13 Er zerteilete das Meer und lieli sie durchhin gehen; und stellete das Wasser wie eine Mauer.

14 Er leitete sie des Tages miteiner Wolke und des Nachts mit einem hellen Feuer.

15 Er rili die Felsen in der Wuste und trankete sie mit Wasser die Fulle;

16 und lieli Bache aus dem Felsen flielien, daß sie hinabflossen wie Wasserstrome.

17 Noch sündigten sie weiter wider ihn und erzurneten den hochsten in der Wuste;

18 und versuchten Gott in ihrem Herzen, daß sie Speise forderten fur ihre Seelen;

19 und redeten wider Gott und sprachen: Ja, Gott sollte wohl konnen einen Tisch bereiten in der Wuste!

20 Siehe, er hat wohl den Felsen geschlagen, daß Wasser flossen und Bache sich ergossen; aber wie kann er Brot geben und seinem Volk Fleisch verschaffen?

21 Da nun das der HERR horete, entbrannte er, und Feuer ging an in Jakob und Zorn kam uber Israel,

22 daß sie nicht glaubeten an Gott und hoffeten nicht auf seine Hilfe.

23 Und er gebot den Wolken droben und tat auf die Türen des Himmels;

24 und lieli das Man auf sie regnen, zu essen, und gab ihnen Himmelbrot.

25 Sie alien Enqelbrot; ersandte ihnen Speise die Fulle.

26 Er lieli weben den Ostwind unter dem Himmel und erregte durch seine Starke den Sudwind.

27 Und lieli Fleisch auf sie regnen wie Staub und Vogel wie Sand am Meer;

28 und lieli sie fallen unter ihr Lager allenthalben, da siewohneten.

29 Da alien sie und wurden allzu satt; er lieli sie ihre Lust bulien.

30 Da sie nun ihre Lust gebuliet hatten und sie noch davon alien,

31 da kam der Zorn Gottes uber sie und erwürgete die Vornehmsten unter ihnen und schlug danieder die Besten in Israel.

32 Aber fiber das alles sündigten sie noch mehr und glaubten nicht an seine Wunder.

33 Darum lieli er sie dahinsterben, daß sie nichts erlangeten, und muliten ihr Leben lang geplaget sein.

34 Wenn er sie erwürgete, suchten sie ihn und kehreten sich fruhe zu Gott

35 und gedachten, daß Gott ihr Hort ist und Gott der Hochste ihr Erloser ist,

36 und heuchelten ihm mit ihrem Munde und logen ihm mit ihrer Zunge.

37 Aber ihr Herz war nicht test an ihm und hielten nicht treulich an seinem Bunde.

38 Er aber war barmherzig und vergab die Missetat und vertilgte sie nicht; und wendete oft seinen Zorn ab und liefi nicht seinen ganzen Zorn gehen.

39 Denn ergedachte, dafi sie Fleisch sind, ein Wind, der dahinfahret und nicht wiederkommt.

40 Sie erzurneten ihn gar oft in der Wuste und entrusteten ihn in der Einode.

41 Sie versuchten Gott immer wieder und meisterten den Heiligen in Israel.

42 Sie dachten nicht an seine Hand des Tages, da er sie erlosete von den Feinden,

43 wie er denn seine Zeichen in Agypten getan hatte und seine Wunder im Lande Zoan,

44 da er ihr Wasser in Blut wandelte, daß sie ihre Bache nicht trinken konnten;

45 da er Ungeziefer unter sie schickte, die sie fraßen, und Kroten, die sie verderbeten,

46 und gab ihr Gewachs den Raupen und ihre Saat den Heuschrecken;

47 da er ihre Weinstocke mit Hagel schlug und ihre Maulbeerbaume mit Schlotien;

48 da er ihr Vieh schlug mit Hagel und ihre Herden mit Strahlen;

49 da er bose Engel unter sie sandte in seinem grimmigen Zorn und lieti sie toben und wuten und Leid tun;

50 da er seinen Zorn lieti fortgehen und ihre Seelen vor dem Tode nicht verschonete und lieli ihr Vieh an der Pestilenz sterben;

51 da er alle Erstgeburt in Agypten schlug, die ersten Erben in den Hütten Hams.

52 Und lieli sein Volk ausziehen wie Schafe und fuhrete sie wie eine Herde in der Wuste.

53 Und er leitete sie sicher, dafi sie sich nicht furchteten; aber ihre Feinde bedeckte das Meer.

54 Und brachte sie in seine heilige Grenze, zu diesem Berge, den seine Rechte erworben hat.

55 Und vor ihnen her die Volker und liefi ihnen das Erbe austeilen und lieli in jener Hutten die Stamme Israels wohnen.

56 Aber sie versuchten und erzurneten Gott, den Hochsten, und hielten seine Zeugnisse nicht;

57 und fielen zurück und verachteten alles, wie ihre Vater, und hielten nicht, gleichwie ein loser Bogen;

58 und erzurneten ihn mit ihren Hohen und reizeten ihn mit ihren Gotzen.

59 Und da das Gott horete, entbrannte er und verwarf Israel sehr,

60 daß er Seine Wohnung zu Silo ließ fahren, die Hutte, da er unter Menschen wohnete;

61 und gab ihre Macht ins Gefangnis und ihre Herrlichkeit in die Hand des Feindes;

62 und ubergab sein Volk ins Schwert und entbrannte uber sein Erbe.

63 Ihre junge Mannschaft fra IS das Feuer, und ihre Jungfrauen muliten ungefreiet bleiben.

64 Ihre Priester fielen durchs Schwert, und waren keine Witwen, die da weinen sollten.

65 Und der HERR erwachte wie ein Schlafender, wie ein Starker jauchzet, der vom Wein kommt,

66 und schlug seine Feinde von hinten und hangete ihnen eine ewige Schande an.

67 Und verwarf die Hutte Josephs und erwahlte nicht den Stamm Ephraim,

68 sondern erwahlete den Stamm Juda, den Berg Zion, welchen er liebte.

69 Und bauete sein Heiligtum hoch, wie ein Land, das ewiglich fest stehen soil.

70 Und erwahlete seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafstallen;

71 von den saugenden Schafen holte er ihn, daß er sein Volk Jakob weiden sollte und sein Erbe Israel.

72 Und er weidete sie auch mit aller Treue und regierte sie mit allem Fleiß.

Chapter 79

1 Ein Psalm Assaphs. HERR, es sind Heiden in dein Erbe gefallen, die haben deinen heiligen Tempel verunreiniget und aus Jerusalem Steinhaufen gemacht.

2 Sie haben die Leichname deiner Knechte den Vogeln unter dem Himmel zu fressen gegeben und das Fleisch deiner Heiligen den Tieren im Lande.

3 Sie haben Blut vergossen urn Jerusalem her wie Wasser; und war niemand, der begrub.

4 Wir sind unsern Nachbarn eine Schmach worden, ein Spott und Hohn denen, die urn uns sind.

5 HERR, wie lange willst du so gar zurnen und deinen Eifer wie Feuer brennen lassen?

6 Schutte deinen Grimm auf die Heiden, die dich nicht kennen, und auf die Konigreiche, die deinen Namen nicht anrufen.

7 Denn sie haben Jakob aufgefressen und seine Hauser verwustet.

8 Gedenke nicht unserer vorigen Missetat; erbarm dich unser bald, denn wir sind fast dünne worden.

9 Hilf du uns, Gott, unser Heifer, urn deines Namens Ehre willen; errette uns und vergib uns unsere Sunde urn deines Namens willen!

10 Warum lassest du die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott? Laß, unter den Heiden vor unsern Augen kund werden die Rache des Bluts deiner Knechte, das vergossen ist.

11 Lafi vor dich kommen das Seufzen der Gefangenen; nach deinem grolien Arm behalte die Kinder des Todes.

12 Und vergilt unsern Nachbarn siebenfaltig in ihren Busen ihre Schmach, damit sie dich, HERR, geschmahet haben.

13 Wir aber, dein Volk und Schafe deiner Weide, danken direwiglich und verkundigen deinen Ruhm fur und fur.

Chapter 80

1 Ein Psalm Assaphs von den Spanrosen, vorzusingen.

2 Du Hirte Israels, hore, der du Joseph hütest wie der Schafe; erscheine, der du sitzest liber Cherubim!

3 Erwecke deine Gewalt, der du vor Ephraim, Benjamin und Manasse bist, und komm uns zu Hilfe!

4 Gott, troste uns und lali leuchten dein Antlitz, so genesen wir.

5 HERR, Gott Zebaoth, wie lange willst du zlirnen uber dem Gebet deines Volks?

6 Du speisest sie mit Tranenbrot und trankest sie mit groliem Mali voll Tranen.

7 Du setzest uns unsern Nachbarn zum Zank, und unsere Feinde spotten unser.

8 Gott Zebaoth, troste uns! Lali leuchten dein Antlitz, so genesen wir.

9 Du hast einen Weinstock aus Agypten geholet und hast vertrieben die Heiden und denselben gepflanzet.

10 Du hast vor ihm die Bahn gemacht und hast ihn lassen einwurzeln, daß erdas Land erfullet hat.

11 Berge sind mit seinem Schatten bedeckt und mit seinen Reben die Zedern Gottes.

12 Du hast sein Gewachs ausgebreitet bis ans Meer und seine Zweige bis ans Wasser.

13 Warum hast du denn seinen Zaun zerbrochen, daß ihn zerreiliet alles, das vorubergehet?

14 Es haben ihn zerwühlet die wilden Saue, und die wilden Tiere haben ihn verderbet.

15 Gott Zebaoth, wende dich doch, schaue vom Himmel und siehe an und suche heim diesen Weinstock

16 und halt ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzet hat, und den du dir festiglich erwahlet hast.

17 Siehe drein und schilt, daß des Brennens und Reiliens ein Ende werde!

18 Deine Hand schutze das Volk deiner Rechten und die Leute, die du dir festiglich erwahlet hast,

19 so wollen wir nichtvon dirweichen. Lali uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.

20 HERR, Gott Zebaoth, troste uns! Lali dein Antlitz leuchten, so genesen wir.

Chapter 81

1 Auf der Githith vorzusingen: Assaph.

2 Singet frdhlich Gott, der unsere Starke ist; jauchzet dem Gott Jakobs!

3 Nehmet die Psalmen und gebet her die Pauken, liebliche Harfen mit Psalter.

4 Blaset im Neumonden die Posaunen, in unserm Fest der Laubruste.

5 Denn solches isteine Weise in Israel und ein Recht des Gottes Jakobs.

6 Solches hat er zum Zeugnis gesetzt unter Joseph, da sie aus Agyptenland zogen, und fremde Sprache gehoret hatten,

7 da ich ihre Schulter von der Last entlediget hatte, und ihre Hande der Topfe los wurden.

8 Da du mich in der Not anriefest, half ich dir aus; und erhorete dich, da dich das Wetter überfiel, und versuchte dich am Haderwasser. Sela.

9 Hore, mein Volk, ich will unter dir zeugen; Israel, du sollst mich horen,

10 daß unter dir kein anderer Gott sei, und du keinen fremden Gott anbetest.

11 Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus Agyptenland gefuhret hat. Tue deinen Mund weit auf, lali mich ihn fullen!

12 Aber mein Volk gehorcht nicht meiner Stimme, und Israel will mein nicht.

13 So hab ich sie gelassen in ihres Herzens Dünkel, daß sie wandeln nach ihrem Rat.

14 Wollte mein Volk mirgehorsam sein und Israel auf meinem Wege gehen,

15 so wollte ich ihre Feinde bald dampfen und meine Hand liber ihre Widerwartigen wenden;

16 und die den HERRN hassen, müliten an ihm fehlen; ihre Zeit aber würde ewiglich wahren.

17 Und ich würde sie mit dem besten Weizen speisen und mit Honig aus dem Felsen sattigen.

Chapter 82

1 Ein Psalm Assaphs. Gott stehet in der Gemeine Gottes und ist Richter unter den Gottern.

2 Wie lange wollt ihr unrecht richten und die Person der Gottlosen vorziehen? Sela.

3 Schaffet Recht dem Armen und dem Waisen und helfet dem Elenden und Durftigen zum Recht!

4 den Geringen und Armen und erloset ihn aus der Gottlosen Gewalt!

5 Aber sie lassen ihnen nicht sagen und achten's nicht; sie gehen immer hin im Finstern; darum müssen alle Grundfesten des Landes fallen.

6 Ich habe wohl gesagt: Ihr seid Gotter und allzumal Kinder des Hochsten;

7 aber ihrwerdet sterben wie Menschen und wie ein Tyrann zugrunde gehen.

8 Gott, mache dich auf und richte das Land; denn du bist Erbherr fiber alle Heiden.

Chapter 83

1 Ein Psalmlied Assaphs.

2 Gott, schweige doch nicht also und sei doch nicht so stille; Gott, halte doch nicht so inne!

3 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, richten den Kopf auf.

4 Sie machen listige Anschlage wider dein Volk und ratschlagen wider deine Verborgenen.

5 Wohl her! sprechen sie, ladt uns sie ausrotten, dad sie kein Volk seien, daß des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!

6 Denn sie haben sich miteinander vereiniget und einen Bund wider dich gemacht:

7 die Hütten der Edomiter und Ismaeliter, der Moabiter und Hagariter,

8 der Gebaliter, Ammoniter und Amalekiter, die Phüister, samt denen zu Tyrus;

9 Assur hat sich auch zu ihnen geschlagen und helfen den Kindern Lot. Sela.

10 Tu ihnen wie den Midianitern, wie Sissera, wie Jabin am Bach Kison,

11 die vertilget wurden bei Endor und wurden zu Kot auf Erden.

12 Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, alle ihre Obersten wie Sebah und Zalmuna,

13 die da sagen: Wirwollen die Hauser Gottes einnehmen.

14 Gott, mache sie wie einen Wirbel, wie Stoppeln vor dem Winde!

15 Wie ein Feuer den Wald verbrennet, und wie eine Flamme, die Berge anzundet,

16 also verfolge sie mit deinem Wetter und erschrecke sie mit deinem Ungewitter.

17 Mache ihr Angesicht voll Schande, daß sie nach deinem Namen fragen müssen.

18 Schamen müssen sie sich und erschrecken immer mehr und mehr und zuschanden werden und umkommen.

19 So werden sie erkennen, dad du mit deinem Namen heidest HERR alleine und der Hochste in aller Welt.

Chapter 84

1 Ein Psalm der Kinder Korah, auf der Githith vorzusingen.

2 Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth!

3 Meine Seele verlanget und sehnet sich nach den Vorhofen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.

4 Denn der Vogel hat ein Haus funden und die Schwalbe ihr Nest, da sie Junge hecken, namlich deine Altare, HERR Zebaoth, mein Konig und mein Gott!

5 Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. Sela.

6 Wohl den Menschen, die dich fur ihre Starke halten und von Herzen dir nach wandeln,

7 die durch das Jammertal gehen und machen daselbst Brunnen. Und die Lehrer werden mit viel Segen geschmuckt.

8 Sie erhalten einen Sieg nach dem andern, daß man sehen muli, der rechte Gott sei zu Zion.

9 HERR, Gott Zebaoth, hore mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs! Sela.

10 Gott, unser Schild, schaue doch; siehe an das Reich deines Gesalbten!

11 Denn ein Tag in deinen Vorhofen ist besser denn sonst tausend. Ich will lieber der Tur hüten in meines Gottes Hause, denn lange wohnen in der Gottlosen Hütten.

12 Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild, der HERRgibt Gnade und Ehre; erwird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.

13 HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verladt!

Chapter 85

1 Ein Psalm der Kinder Korah, vorzusingen.

2 HERR, der du bist vormals gnadig gewesen deinem Lande und hast die Gefangenen Jakobs erloset;

3 der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und alle ihre Sünde bedecket, Sela;

4 der du vormals hast all deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimm deines Zorns;

5 troste uns, Gott, unser Heiland, und lad ab von deiner Ungnade uber uns!

6 Willst du denn ewiglich uber uns zurnen und deinen Zorn gehen lassen immer fur und fur?

7 Willst du uns denn nicht wieder erquicken, dad sich dein Volk uber dir freuen moge?

8 HERR, erzeige uns deine Gnade und hilf uns!

9 Ach, dad ich horen sollte, das Gott der HERR redet, dad er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf dad sie nicht auf eine Torheit geraten!

10 Doch istja seine Hilfe nahe denen, die ihn furchten, dad in unserm Lande Ehre wohne;

11 dad Gute und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich kussen;

12 dad Treue auf der Erde wachse, und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;

13 dad uns auch der HERR Gutes tue, damit unser Land sein Gewachs gebe;

14 dad Gerechtigkeit dennoch vor ihm bleibe und im Schwange gehe.

Chapter 86

1 Ein Gebet Davids. HERR, neige deine Ohren und erhore mich; denn ich bin elend und arm.

2 Bewahre meine Seele; denn ich bin heilig. Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verladt auf dich!

3 HERR, sei mir gnadig; denn ich rufe taglich zu dir.

4 Erfreue die Seele deines Knechts; denn nach dir, HERR, verlanget mich.

5 Denn du, HERR, bist gut und gnadig, von großer Gute alien, die dich anrufen.

6 Vernimm, HERR, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens.

7 In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhoren.

8 HERR, es ist dir keiner gleich unter den Gottern und ist niemand, der tun kann wie du.

9 Alle Heiden, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, HERR, und deinen Namen ehren,

10 daß du so graft bist und Wunder tust und alleine Gott bist.

11 Weise mir, HERR, deinen Weg, daß ich wandele in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen furchte!

12 Ich danke dir, HERR, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich.

13 Denn deine Gute ist graft uber mich, und hast meine Seele errettet aus der tiefen Holle.

14 Gott, es setzen sich die Stolzen wider mich, und der Haute der Tyrannen stehet mir nach meiner Seele und haben dich nichtvor Augen.

15 Du aber, HERR Gott, bist barmherzig und gnadig, geduldig und von großer Gute und Treue.

16 Wende dich zu mir, sei mir gnadig; starke deinen Knecht mit deiner Macht und hilt dem Sohn deiner Magd!

17 Tu ein Zeichen an mir, daß mifs wohlgehe, daß es sehen, die mich hassen, und sich schamen müssen, daß du mir beistehest, HERR, und trostest mich.

Chapter 87

1 Ein Psalmlied der Kinder Korah. Sie ist test gegrundet auf den heiligen Bergen.

2 Der HERR liebet die Tore Zions uber alle Wohnungen Jakobs.

3 Herrliche Dinge werden in dir geprediget, du Stadt Gottes. Sela.

4 Ich will predigen lassen Rahab und Babel, daß sie mich kennen soilen. Siehe, die Philister und Tyrer samt den Mohren werden daselbst geboren.

5 Man wird zu Zion sagen, daß allerlei Leute drinnen geboren werden, und daß er, der Hochste, sie baue.

6 Der HERR wird predigen lassen in allerlei Sprachen, daß deren etliche auch daselbst geboren werden. Sela.

7 Und die Sanger, wie am Reigen, werden alle in dir singen, eins urns andere.

Chapter 88

1 Ein Psalmlied der Kinder Korah, vorzusingen, von der Schwachheit der Elenden. Eine Unterweisung Hemans, des Esrahiten.

2 HERR Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nachtvordir.

3 Laft mein Gebet vor dich kommen; neige deine Ohren zu meinem Geschrei!

4 Denn meine Seele istvoll Jammers, und mein Leben ist nahe bei der Holle.

5 Ich bin geachtet gleich denen, die zur Holle fahren; ich bin wie ein Mann, der keine Hilfe hat.

6 Ich liege unter den Toten verlassen, wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, deren du nicht mehr gedenkest, und sie von deiner Hand abgesondert sind.

7 Du hast mich in die Grube hinuntergelegt, in die Finsternis und in die Tiefe.

8 Dein Grimm drucket mich, und drangest mich mit alien deinen Fluten. Sela.

9 Meine Freunde hast du feme von mir getan; du hast mich ihnen zum Greuel gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht auskommen.

10 Meine Gestalt ist jammerlich vor Elend. HERR, ich rufe dich an taglich; ich breite meine Hande aus zu dir.

11 Wirst du denn unter den Toten Wunder tun, Oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? Sela.

12 Wird man in Grabern erzahlen deine Gute und deine Treue im Verderben?

13 Mogen denn deine Wunder in Finsternis erkannt werden, Oder deine Gerechtigkeit im Lande, da man nichts gedenket?

14 Aber ich schreie zu dir, HERR, und mein Gebet kommt fruhe vor dich,

15 Warum verstoftest du, HERR, meine Seele und verbirgest dein Antlitz vor mir?

16 Ich bin elend und ohnmachtig, daß ich so verstoften bin, und leide dein Schrecken, daß ich schier verzage.

17 Dein Grimm gehet uber mich, dein Schrecken drucket mich.

18 Sie umgeben mich taglich wie Wasser und umringen mich miteinander.

19 Du machest, daß meine Freunde und Nachsten und meine Verwandten sich feme von mir tun urn solches Elendes willen.

Chapter 89

1 Eine Unterweisung Ethans, des Esrahiten.

2 Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich und seine Wahrheit verkundigen mit meinem Munde fur und fur,

3 und sage also: Daft eine ewige Gnade wird aufgehen, und du wirst deine Wahrheit treulich halten im Himmel.

4 Ich habe einen Bund gemacht mit meinem Auserwahlten, ich habe David, meinem Knechte, geschworen:

5 Ich will dir ewiglich Samen verschaffen und deinen Stuhl bauen fur und fur. Sela.

6 Und die Himmel werden, HERR, deine Wunder preisen und deine Wahrheit in der Gemeine der Heiligen.

7 Denn wer mag in den Wolken dem HERRN gleich gelten und gleich sein unter den Kindern der Gotter dem HERRN?

8 Gott istfast machtig in der Sammlung der Heiligen und wunderbarlich uber alle, die um ihn sind.

9 HERR, Gott, Zebaoth, wer istwie du, ein machtiger Gott? Und deine Wahrheit ist um dich her.

10 Du herrschest uber das ungestume Meer; du stillest seine Wellen, wenn sie sich erheben.

11 Du schlagst Rahab zu Tode; du zerstreuest deine Feinde mit deinem starken Arm.

12 Himmel und Erde ist dein; du hastgegrundet den Erdboden, und was drinnen ist.

13 Mitternacht und Mittag hast du geschaffen; Thabor und Hermon jauchzen in deinem Namen.

14 Du hast einen gewaltigen Arm; stark ist deine Hand und hoch ist deine Rechte.

15 Gerechtigkeit und Gericht ist deines Stuhls Festung; Gnade und Wahrheit sind vor deinem Angesichte.

16 Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln.

17 Sie werden uber deinem Namen taglich frohlich sein und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein.

18 Denn du bistder Ruhm ihrer Starke und durch deine Gnade wirst du unser Horn erhohen.

19 Denn der HERR ist unser Schild, und der Heilige in Israel ist unser Konig.

20 Dazumal redetest du im Gesichte zu deinem Heiligen und sprachest: Ich habe einen Held erwecket, der helfen soli; ich habe erhohet einen Auserwahlten aus dem Volk;

21 ich habe funden meinen Knecht David, ich habe ihn gesalbet mit meinem heiligen Ole.

22 Meine Hand soil ihn erhalten, und mein Arm soil ihn starken.

23 Die Feinde sollen ihn nicht uberwaltigen, und die Ungerechten sollen ihn nicht dampfen,

24 sondern ich will seine Widersacher schlagen vor ihm her, und die ihn hassen, will ich plagen.

25 Aber meine Wahrheit und Gnade soil bei ihm sein, und sein Horn soli in meinem Namen erhaben werden.

26 Ich will seine Hand ins Meer stellen und seine Rechte in die Wasser.

27 Erwird mich nennen also: Du bist mein Vater, mein Gott und Hort, der mir hilft.

28 Und ich will ihn zum ersten Sohn machen, allerhochst unter den Konigen auf Erden.

29 Ich will ihm ewiglich behalten meine Gnade, und mein Bund soil ihm fest bleiben.

30 Ich will ihm ewiglich Samen geben und seinen Stuhl, solange der Himmel wahret, erhalten.

31 Wo aber seine Kinder mein Gesetz verlassen und in meinen Rechten nicht wandeln,

32 so sie meine Ordnungen entheiligen und meine Gebote nicht halten,

33 will ich ihre Sünde mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Plagen.

34 Aber meine Gnade will ich nicht von ihm wenden und meine Wahrheit nicht lassen fehlen.

35 Ich will meinen Bund nicht entheiligen und nicht andern, was aus meinem Munde gegangen ist.

36 Ich habe einst geschworen bei meiner Heiligkeit: Ich will David nicht lugen.

37 Sein Same soil ewig sein und sein Stuhl vor mir wie die Sonne;

38 wie der Mond soil er ewiglich erhalten sein und gleichwie der Zeuge in den Wolken gewüi sein. Sela.

39 Aber nun verstoßest du und verwirfest und zürnest mit deinem Gesalbten.

40 Du verstorest den Bund deines Knechtes und trittst seine Krone zu Boden.

41 Du zerreißest alle seine Mauern und lassest seine Festen zerbrechen.

42 Es rauben ihn alle, die vorübergehen; er ist seinen Nachbarn ein Spott worden.

43 Du erhohest die Rechte seiner Widerwartigen und erfreuest alle seine Feinde.

44 Auch hast du die Kraft seines Schwerts weggenommen und lassest ihn nicht siegen im Streit.

45 Du zerstorest seine Reinigkeit und widest seinen Stuhl zu Boden.

46 Du verkurzest die Zeit seiner Jugend und bedeckest ihn mit Hohn. Sela.

47 HERR, wie lange willst du dich so gar verbergen und deinen Grimm wie Feuer brennen lassen?

48 Gedenke, wie kurz mein Leben ist! Warum willst du alle Menschen umsonst geschaffen haben?

49 Wo istjemand, der da lebet und den Tod nicht sehe, der seine Seele errette aus der Holle Hand? Sela.

50 HERR, wo ist deine vorige Gnade, die du David geschworen hast in deiner Wahrheit?

51 Gedenke, HERR, an die Schmach deiner Knechte, die ich trage in meinem Schoß von so vielen Volkern alien,

52 damit dich, HERR, deine Feinde schmahen, damit sie schmahen die Fußtapfen deines Gesalbten.

53 Gelobet sei der HERR ewiglich! Amen, Amen.

Chapter 90

1 Ein Gebet Moses, des Mannes Gottes.

2 HERR Gott, du bist unsere Zuflucht fur und fur. Ehe denn die Berge worden und die Erde und die Welt geschaffen worden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit,

3 der du die Menschen lassest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!

4 Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.

5 Du lassest sie dahinfahren wie einen Strom, und sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welkwird,

6 das da frühe blühet und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und verdorret.

7 Das macht dein Zorn, daß wir so vergehen, und dein Grimm, daß wir so plotzlich dahin müssen.

8 Denn unsere Missetat stellest du vor dich, unsere unerkannte Sunde ins Licht vor deinem Angesichte.

9 Darum fahren alle unsere Tage dahin durch deinen Zorn; wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwatz.

10 Unser Leben wahret siebenzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre; und wenn's kostlich gewesen ist, so ist's Mühe und Arbeit gewesen; denn es fahret schnell dahin, als flogen wir davon.

11 Wer glaubt es aber, daß du so sehr zurnest? und wer furchtet sich vor solchem deinem Grimm?

12 Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden.

13 HERR, kehre dich doch wiederzu uns und sei deinen Knechten gnadig!

14 Fulle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und frohlich sein unser Leben lang.

15 Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden.

16 Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Ehre ihren Kindern!

17 Und der HERR, unser Gott, sei uns freundlich und fordere das Werk unserer Hande bei uns; ja das Werk unserer Hande wolle er fordern!

Chapter 91

1 Wer unter dem Schirm des Hochsten sitzt und unter dem Schatten des Allmachtigen bleibt,

2 der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe!

3 Denn er errettet mich vom Strick des Jagers und von der schadlichen Pestilenz.

4 Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und deine Zuversicht wird sein unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,

5 daß du nicht erschrecken müssest vor dem Grauen des Nachts, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen,

6 vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die im Mittag verderbet.

7 Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen.

8 Ja, du wirst mit deinen Augen deine Lust sehen und schauen, wie es den Gottlosen vergolten wird.

9 Denn der HERR ist deine Zuversicht, der Hochste ist deine Zuflucht.

10 Es wird dir kein Ubels begegnen, und keine Plage wird zu deiner Hutte sich nahen.

11 Denn er hat seinen Engeln befohlen uber dir, daß sie dich behuten auf alien deinen Wegen,

12 daß sie dich auf den Handen tragen und du deinen Fuft nicht an einen Stein stoftest.

13 Auf den Lowen und Ottern wirst du gehen und treten auf den jungen Lowen und Drachen.

14 Er begehrt mein, so will ich ihm aushelfen; er kennet meinen Namen, darum will ich ihn schützen;

15 er rufet mich an, so will ich ihn erhoren. Ich bin bei ihm in der Not; ich will ihn herausreiften und zu Ehren machen.

16 Ich will ihn sattigen mit langem Leben und ihm zeigen mein Heil.

Chapter 92

1 Ein Psalmlied auf den Sabbattag.

2 Das ist ein kostlich Ding, dem HERRN danken und lobsingen deinem Namen, du Hdchster,

3 des Morgens deine Gnade und des Nachts deine Wahrheit verkundigen,

4 auf den zehn Saiten und Psalter, mit Spielen auf der Harfe.

5 Denn, HERR, du lassest mich frohlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Geschafte deiner Hande.

6 HERR, wie sind deine Werke so graft! Deine Gedanken sind so sehr tief.

7 Ein Torichter glaubt das nicht, und ein Narr achtet solches nicht.

8 Die Gottlosen grunen wie das Gras, und die Ubeltater blühen alle, bis sie vertilget werden immer und ewiglich.

9 Aberdu, HERR, bistder Hochste und bleibest ewiglich.

10 Denn siehe, deine Feinde, HERR, siehe, deine Feinde werden umkommen; und alle Ubeltater müssen zerstreuet werden.

11 Aber mein Horn wird erhohet werden wie eines Einhorns, und werde gesalbet mit frischem Ole.

12 Und mein Auge wird seine Lust sehen an meinen Feinden; und mein Ohrwird seine Lust horen an den Boshaftigen, die sich wider mich setzen.

13 Der Gerechte wird grunen wie ein Palmbaum; er wird wachsen wie eine Zeder auf Libanon.

14 Die gepflanzt sind in dem Hause des HERRN, werden in den Vorhofen unsers Gottes grunen.

15 Und wenn sie gleich alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein,

16 daß sie verkundigen, daß der HERR so fromm ist, mein Hort, und ist kein Unrecht an ihm.

Chapter 93

1 Der HERR ist Konig und herrlich geschmuckt; der HERR ist geschmückt und hat ein Reich angefangen, soweit die Welt ist, und zugerichtet, daß es bleiben soli.

2 Von dem an stehet dein Stuhl test; du bist ewig.

3 HERR, die Wasserstrome erheben sich, die Wasserstrbme erheben ihr Brausen, die Wasserstrome heben empor die Wellen.

4 Die Wasserwogen im Meer sind grofi und brausen greulich; der HERR aber ist noch grower in der Hohe.

5 Dein Wort ist eine rechte Lehre. Heiligkeit ist die Zierde deines Hauses ewiglich.

Chapter 94

1 HERR Gott, des die Rache ist, Gott, des die Rache ist, erscheine!

2 Erhebe dich, du Richter der Welt; vergilt den Hoffartigen, was sie verdienen!

3 HERR, wie lange sollen die Gottlosen, wie lange sollen die Gottlosen prahlen

4 und so trotziglich reden, und alle Ubeltater sich so rühmen?

5 HERR, sie zerschlagen dein Volk und plagen dein Erbe.

6 Witwen und Fremdlinge erwurgen sie und tdten die Waisen

7 und sagen: Der HERR siehet's nicht und der Gott Jakobs achtet's nicht.

8 Merket doch, ihr Narren unter dem Volk, und ihr Toren, wann wollt ihr klug werden?

9 Der das Ohr gepflanzet hat, sollte der nicht horen? Der das Auge gemacht hat, sollte der nicht sehen?

10 Der die Heiden zuchtiget, sollte der nicht strafen? der die Menschen lehret, was sie wissen.

11 Aber der HERR weiß die Gedanken der Menschen, daß sie eitel sind.

12 Wohl dem, den du, HERR, zuchtigest und lehrest ihn durch dein Gesetz,

13 daß er Geduld habe, wenn's ubel gehet, bis dem Gottlosen die Grube bereitet werde.

14 Denn der HERR wird sein Voik nicht verstoßen noch sein Erbe verlassen.

15 Denn Recht muß doch Recht bleiben, und dem werden alle frommen Herzen zufallen.

16 Wer stehet bei mir wider die Boshaftigen? Wer tritt zu mir wider die Ubeltater?

17 Wo der HERR mir nicht hulfe, so lage meine Seele schier in der Stille.

18 Ich sprach: Mein Fuß hat gestrauchelt; aber deine Gnade, HERR, hielt mich.

19 Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen; aber deine Trostungen ergotzeten meine Seele.

20 Du wirst ja nimmer eins mit dem schadlichen Stuhl, der das Gesetz ubel deutet.

21 Sie rüsten sich wider die Seele des Gerechten und verdammen unschuldig Blut.

22 Aber der HERR ist mein Schutz; mein Gott ist der Hort meiner Zuversicht.

23 Und er wird ihnen ihr Unrecht vergelten und wird sie um ihre Bosheit vertilgen; der HERR, unser Gott, wird sie vertilgen.

Chapter 95

1 Kommt herzu, lafit uns dem HERRN frohlocken und jauchzen dem Hort unsers Heils!

2 Lasset uns mit Danken vor sein Angesicht kommen und mit Psalmen ihm jauchzen!

3 Denn der HERR ist ein grower Gott und ein großer Konig uber alle Gotter.

4 Denn in seiner Hand ist, was die Erde bringet; und die Hohen der Berge sind auch sein.

5 Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht; und seine Hande haben das Trockne bereitet.

6 Kommt, laßt uns anbeten und knieen und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat!

7 Denn er ist unser Gott, und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand. Heute, so ihr seine Stimme horet,

8 so verstocket euer Herz nicht, wie zu Meriba geschah, wie zu Massa in der Wuste,

9 da mich eure Vater versuchten, fühleten und sahen mein Werk,

10 daß ich vierzig Jahre Mühe hatte mit diesem Volk und sprach: Es sind Leute, deren Herz immer den Irrweg will, und die meine Wege nicht lernen wollen;

11 daß ich schwur in meinem Zorn: Sie sollen nicht zu meiner Ruhe kommen!

Chapter 96

1 Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt!

2 Singet dem HERRN und lobet seinen Namen; prediget einen Tag am andern sein Heil!

3 Erzahlet unter den Heiden seine Ehre, unter alien Volkern seine Wunder!

4 Denn der HERR ist groß und hoch zu loben, wunderbarlich uber alle Gotter.

5 Denn alle Gotter der Vdlker sind Gotzen; aber der HERR hat den Himmel gemacht.

6 Es stehet herrlich und prachtig vor ihm und gehet gewaltiglich und loblich zu in seinem Heiligtum.

7 Ihr Volker, bringet her dem HERRN, bringet her dem HERRN Ehre und Macht!

8 Bringet her dem HERRN die Ehre seinem Namen; bringet Geschenke und kommt in seine Vorhofe!

9 Betet an den HERRN in heiligem Schmuck; es furchte ihn alle Welt!

10 Sagt unter den Heiden, daß der HERR Konig sei und habe sein Reich, soweit die Welt ist, bereitet, dafi es bleiben soil, und richtet die Volker recht

11 Himmel freue sich, und Erde sei frohlich; das Meer brause, und was drinnen ist;

12 das Feld sei frohlich und alles, was drauf ist; und lasset ruhmen alle Baume im Walde

13 vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Erwird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit und die Volker mit seiner Wahrheit.

Chapter 97

1 Der HERR ist Konig; des freue sich das Erdreich, und seien frohlich die Inseln, soviel ihrer ist.

2 Wolken und Dunkel ist um ihn her. Gerechtigkeit und Gericht ist seines Stuhles Festung:

3 Feuer gehet vor ihm her und zündet an umher seine Feinde.

4 Seine Blitze leuchten auf den Erdboden; das Erdreich siehet und erschrickt.

5 Berge zerschmelzen wie Wachs vor dem HERRN, vor dem Herrscher des ganzen Erdbodens.

6 Die Himmel verkundigen seine Gerechtigkeit, und alle Volker sehen seine Ehre.

7 Schamen mussen sich alle, die den Bildern dienen und sich der Gotzen ruhmen. Betet ihn an, alle Gotter!

8 Zion horetes und istfroh; und die Tochter Judas sind frohlich, HERR über deinem Regiment.

9 Denn du, HERR, bist der Hochste in alien Landen; du bist sehr erhohet über alle Gotter.

10 Die ihrden HERRN liebet, hasset das Arge! Der HERR bewahret die Seelen seiner Heiligen; von der Gottlosen Hand wird er sie erretten.

11 Dem Gerechten muß das Licht immer wieder aufgehen und Freude den frommen Herzen.

12 Ihr Gerechten, freuet euch des HERRN; und danket ihm und preiset seine Heiligkeit!

Chapter 98

1 Ein Psalm. Singet dem HERRN ein neues Lied; denn er tut Wunder. Er sieget mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.

2 Der HERR laßt sein Heil verkundigen, vor den Volkern laßt er seine Gerechtigkeit offenbaren.

3 Er gedenket an seine Gnade und Wahrheit dem Hause Israel. Aller Welt Enden sehen das Heil unsers Gottes.

4 Jauchzet dem HERRN, alle Welt; singet, rühmet und lobet!

5 Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Psalmen;

6 mit Trommeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem Konige!

7 Das Meer brause, und was drinnen ist, der Erdboden, und die drauf wohnen.

8 Die Wasserstrome frohlocken, und alle Berge seien frohlich

9 vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten. Er wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit und die Volker mit Recht.

Chapter 99

1 Der HERR ist Konig, darum toben die Volker; er sitzet auf Cherubim, darum reget sich die Welt.

2 Der HERR ist groß zu Zion und hoch über alle Volker.

3 Man danke deinem großen und wunderbarlichen Namen, der da heilig ist.

4 Im Reich dieses Konigs hat man das Recht lieb. Du gibst Frommigkeit; du schaffest Gericht und Gerechtigkeit in Jakob.

5 Erhebet den HERRN, unsern Gott, betet an zu seinem Fußschemel; denn er ist heilig.

6 Mose und Aaron unter seinen Priestern und Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen; sie riefen an den HERRN, und ererhorete sie.

7 Er redete mit ihnen durch eine Wolkensaule. Sie hielten seine Zeugnisse und Gebote, die er ihnen gab.

8 HERR, du bist unser Gott, du erhoretest sie; du, Gott, vergabest ihnen und straftest ihr Tun:

9 Erhohet den HERRN, unsern Gott, und betet an zu seinem heiligen Berge; denn der HERR, unser Gott, ist heilig:

Chapter 100

1 Ein Dankpsalm. Jauchzet dem HERRN, alle Welt!

2 Dienet dem HERRN mit Freuden; kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!

3 Erkennet, daß der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.

4 Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhofen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!

5 Denn der HERR istfreundlich, und seine Gnade wahret ewig und seine Wahrheit fur und fur.

Chapter 101

1 Ein Psalm Davids. Von Gnade und Recht will ich singen und dir, HERR, lobsagen.

2 Ich handle vorsichtig und redlich bei denen, die mirzugehoren, und wandle treulich in meinem Hause.

3 Ich nehme mir keine bose Sache vor. Ich hasse den Ubertreter und lasse ihn nicht bei mir bleiben.

4 Ein verkehret Herz muß von mirweichen; den Bosen leide ich nicht.

5 Der seinen Nachsten heimlich verleumdet, den vertilge ich. Ich mag des nicht, der stolze Gebarden und hohen Mut hat.

6 Meine Augen sehen nach den Treuen im Lande, dafi sie bei mirwohnen, und habe gerne fromme Diener.

7 Falsche Leute halte ich nicht in meinem Hause; die Lugner gedeihen nicht bei mir.

8 Fruhe vertilge ich alle Gottlosen im Lande, daß ich alle Ubeltater ausrotte aus der Stadt des HERRN.

Chapter 102

1 Ein Gebet des Elenden, so er betrubt ist und seine Klage vor dem HERRN ausschuttet.

2 HERR, hore mein Gebet und laß mein Schreien zudirkommen!

3 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not; neige deine Ohren zu mir; wenn ich dich anrufe, so erhore mich bald!

4 Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch, und meine Gebeine sind verbrannt wie ein Brand.

5 Mein Herz ist geschlagen und verdorret wie Gras, daß ich auch vergesse, mein Brot zu essen.

6 Mein Gebein klebt an meinem Fleisch vor Heulen und Seufzen.

7 Ich bin gleich wie eine Rohrdommel in der Wüste; ich bin gleich wie ein Kauzlein in den verstorten Statten.

8 Ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.

9 Taglich schmahen mich meine Feinde; und die mich spotten, schworen bei mir.

10 Denn ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Weinen

11 vordeinem Drauen und Zorn, daß du mich aufgehoben und zu Boden gestoßen hast.

12 Meine Tage sind dahin wie ein Schatten; und ich verdorre wie Gras.

13 Du aber, HERR, bleibest ewiglich und dein Gedachtnis fur und fur.

14 Du wollest dich aufmachen und fiber Zion erbarmen; denn es ist Zeit, daß du ihrgnadig seiest, und die Stunde ist kommen.

15 Denn deine Knechte wollten gerne, daß sie gebauet wurde, und sahen gerne, daß ihre Steine und Kalk zugerichtet würden;

16 daß die Heiden den Namen des HERRN furchten und alle Konige auf Erden deine Ehre;

17 daß der HERR Zion bauet und erscheinet in seiner Ehre.

18 Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmahet ihr Gebet nicht.

19 Daswerde geschrieben auf die Nachkommen; und das Volk, das geschaffen soil werden, wird den HERRN loben.

20 Denn er schauet von seiner heiligen Hohe, und der HERR siehet vom Himmel auf Erden,

21 daß er das Seufzen des Gefangenen hore und losmache die Kinder des Todes,

22 auf daß sie zu Zion predigen den Namen des HERRN und sein Lob zu Jerusalem,

23 wenn die Volkerzusammenkommen und die Konigreiche, dem HERRN zu dienen.

24 Er demutiget auf dem Wege meine Kraft; er verkürzet meine Tage.

25 Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Halfte meiner Tage! Deine Jahre wahren fur und fur.

26 Du hast vorhin die Erde gegrundet, und die Himmel sind deiner Hande Werk.

27 Sie werden vergehen, aber du bleibest. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; sie werden verwandelt wie ein Kleid, wenn du sie verwandeln wirst.

28 Du aber bleibest, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.

29 Die Kinder deiner Knechte werden bleiben, und ihr Same wird vor dir gedeihen.

Chapter 103

1 Ein Psalm Davids. Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!

2 Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat,

3 der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen,

4 der dein Leben vom Verderben erloset, der dich kronet mit Gnade und Barmherzigkeit,

5 der deinen Mund frohlich machet, und du wieder jung wirst wie ein Adler.

6 Der HERR schaffet Gerechtigkeit und Gericht alien, die Unrecht leiden.

7 Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun.

8 Barmherzig und gnadig ist der HERR, geduldig und von großer Gute.

9 Erwird nicht immerhadern, noch ewiglich Zorn halten.

10 Er handelt nicht mit uns nach unsern Sunden und vergilt uns nicht nach unserer Missetat.

11 Denn so hoch der Himmel uber der Erde ist, laßt er seine Gnade walten uber die, so ihn furchten.

12 So feme der Morgen ist vom Abend, lasset er unsere Ubertretung von uns sein.

13 Wie sich ein Vater uber Kinder erbarmet, so erbarmet sich der HERR uber die, so ihn furchten.

14 Denn er kennet, was fur ein Gemachte wir sind; er gedenket daran, daß wir Staub sind.

15 Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras; er bluhet wie eine Blume auf dem Felde.

16 Wenn der Wind daruber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Statte kennet sie nicht mehr.

17 Die Gnade aber des HERRN wahretvon Ewigkeit zu Ewigkeit uber die, so ihn furchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind

18 bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie danach tun.

19 Der HERR hat seinen Stuhl im Himmel bereitet, und sein Reich herrschet uber alles.

20 Lobet den HERRN, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, daß man hore die Stimme seines Worts.

21 Lobet den HERRN, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!

22 Lobet den HERRN, alle seine Werke, an alien Orten seiner Herrschaft! Lobe den HERRN, meine Seele!

Chapter 104

1 Lobe den HERRN, meine Seele! HERR, mein Gott, du bist sehr herrlich; du bist schon und prachtig geschmuckt.

2 Licht ist dein Kleid, das du anhast. Du breitest aus den Himmel wie einen Teppich;

3 du wdlbest es oben mit Wasser; du fahrest auf den Wolken wie auf einem Wagen und gehest auf den Fittichen des Windes

4 der du machest deine Engel zu Winden und deine Diener zu Feuerflammen;

5 derdu das Erdreich grundest auf seinen Boden, dafi es bleibt immer und ewiglich.

6 Mit der Tiefe deckest du es wie mit einem Kleid, und Wasser stehen uber den Bergen.

7 Aber von deinem Schelten fliehen sie, von deinem Donnerfahren sie dahin.

8 Die Berge gehen hoch hervor, und die Breiten setzen sich herunter zum Ort, den du ihnen gegrundet hast.

9 Du hast eine Grenze gesetzt, daruber kommen sie nicht, und müssen nicht wiederum das Erdreich bedecken.

10 Du lassest Brunnen quellen in den Grunden, daß die Wasser zwischen den Bergen hinflieften,

11 daß alle Tiere auf dem Felde trinken und das Wild seinen Durst losche.

12 An denselben sitzen die Vogel des Himmels und singen unter den Zweigen.

13 Du feuchtest die Berge von oben her; du machest das Land voll Fruchte, die du schaffest.

14 Du lassest Gras wachsen fur das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, daß du Brot aus der Erde bringest,

15 und daß der Wein erfreue des Menschen Herz und seine Gestalt schon werde von Ol, und das Brot des Menschen Herz starke;

16 daß die Baume des HERRN voll Safts stehen, die Zedern Libanons, die er gepflanzet hat.

17 Daselbst nisten die Vogel, und die Reiher wohnen auf den Tannen.

18 Die hohen Berge sind der Gemsen Zuflucht und die Steinklufte der Kaninchen.

19 Du machest den Mond, das Jahrdanach zu teilen; die Sonne weift ihren Niedergang.

20 Du machest Finsternis, daß Nacht wird; da regen sich alle wilden Tiere,

21 die jungen Lowen, die da brüllen nach dem Raub und ihre Speise suchen von Gott.

22 Wenn aber die Sonne aufgehet, heben sie sich davon und legen sich in ihre Locher.

23 So gehet denn der Mensch aus an seine Arbeit und an sein Ackerwerk bis an den Abend.

24 HERR, wie sind deine Werke so graft und viel! Du hast sie alle weislich geordnet und die Erde ist voll deiner Guter.

25 Das Meer, das so graft und weit ist, da wimmelt's ohne Zahl, beide grofte und kleine Tiere.

26 Daselbst gehen die Schiffe; da sind Walfische, die du gemacht hast, daß sie drinnen scherzen.

27 Es wartet alles auf dich, daß du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit.

28 Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gut gesattiget.

29 Verbirgest du dein Angesicht, so erschrecken sie; du nimmst weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder zu Staub.

30 Du lassest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und verneuerst die Gestalt der Erde.

31 Die Ehre des HERRN ist ewig; der HERR hat Wohlgefallen an seinen Werken.

32 Er schauet die Erde an, so bebet sie; er rühret die Berge an, so rauchen sie.

33 Ich will dem HERRN singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.

34 Meine Rede musse ihm wohlgefallen. Ich freue mich des HERRN.

35 Der Sunder musse ein Ende werden auf Erden, und die Gottlosen nicht mehr sein! Lobe den HERRN, meine Seele! Halleluja!

Chapter 105

1 Danket dem HERRN und prediget seinen Namen; verkundiget sein Tun unter den Volkern;

2 singet von ihm und lobet ihn; redet von alien seinen Wundern;

3 ruhmet seinen heiligen Namen; es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen!

4 Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht; suchet sein Antlitz allewege!

5 Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat, seiner Wunder und seines Worts,

6 ihr, der Same Abrahams, seines Knechts, ihr Kinder Jakobs, seine Auserwahlten!

7 Er ist der HERR, unser Gott; er richtet in aller Welt.

8 Er gedenket ewiglich an seinen Bund, des Worts, das erverheiften hat auf viel tausend fur und fur

9 den er gemacht hat mit Abraham, und des Eides mit Isaak,

10 und stellete dasselbige Jakob zu einem Recht und Israel zum ewigen Bunde

11 und sprach: Dir will ich das Land Kanaan geben, das Los eures Erbes,

12 da siewenig und geringewaren und Fremdlinge drinnen.

13 Und sie zogen von Volk zu Volk, von einem Konigreiche zum andern Volk.

14 Er liefi keinen Menschen ihnen Schaden tun und strafte Konige um ihretwillen.

15 Tastet meine Gesalbten nichtan und tut meinen Propheten kein Leid!

16 Und er ließ eine Teurung ins Land kommen und entzog alien Vorrat des Brots.

17 Er sandte einen Mann vor ihnen hin; Joseph ward zum Knechte verkauft.

18 Sie zwangen seine Fufie im Stock, sein Leib mußte in Eisen liegen,

19 bis daß sein Wort kam und die Rede des HERRN ihn durchlauterte.

20 Da sandte der Konig hin und lieli ihn losgeben, der Herr über Vblker hieß ihn auslassen.

21 Ersetzte ihn zum Herrn uber sein Haus, zum Herrscher uber alle seine Güter,

22 daß er seine Fursten unterweisete nach seiner Weise und seine Altesten Weisheit lehrete.

23 Und Israel zog nach Agypten, und Jakob ward ein Fremdling im Lande Hams.

24 Und er lieli sein Volk sehr wachsen und machte sie machtiger denn ihre Feinde.

25 Er verkehrete jener Herz, daß sie seinem Volk gram wurden und dachten seine Knechte mit List zu dampfen.

26 Er sandte seinen Knecht Mose, Aaron, den er hatte erwahlet.

27 Dieselben taten seine Zeichen unter ihnen und seine Wunder im Lande Hams.

28 Er lieli Finsternis kommen und machte es finster; und waren nicht ungehorsam seinen Worten.

29 Er verwandelte ihre Wasser in Blut und totete ihre Fische.

30 Ihr Land wimmelte Kroten heraus in den Kammern ihrer Konige.

31 Er sprach, da kam Ungeziefer, Lause, in alien ihren Grenzen.

32 Er gab ihnen Hagel zum Regen, Feuerflammen in ihrem Lande;

33 und schlug ihre Weinstocke und Feigenbaume und zerbrach die Baume in ihren Grenzen.

34 Er sprach, da kamen Heuschrecken und Kafer ohne Zahl.

35 Und sie fralien alles Gras in ihrem Lande und fraßen die Fruchte auf ihrem Felde.

36 Und schlug alle Erstgeburt in Agypten, alle ihre ersten Erben.

37 Und fuhrete sie aus mit Silber und Golde; und war kein Gebrechlicher unter ihren Stammen.

38 Agypten ward froh, dafi sie auszogen; denn ihre Furcht war auf sie gefallen.

39 Er breitete eine Wolke aus zur Decke und ein Feuer des Nachts zu leuchten.

40 Sie baten, da liefi er Wachteln kommen; und er sattigte sie mit Himmelbrot.

41 Er offnete den Felsen, dafiossen Wasser aus, daß Bache liefen in der dürren Wuste.

42 Denn er gedachte an sein heiliges Wort, Abraham, seinem Knechte, geredet.

43 Also fuhrete er sein Volk aus mit Freuden und seine Auserwahlten mit Wonne

44 und gab ihnen die Lander der Heiden, dafi sie die Güter der Volker einnahmen

45 auf daü sie halten sollten seine Rechte und seine Gesetze bewahren. Halleluja!

Chapter 106

1 Halleluja! Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte wahret ewiglich.

2 Wer kann die graven Taten des HERRN ausreden und alle seine loblichen Werke preisen?

3 Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!

4 HERR, gedenke mein nach der Gnade, die du deinem Volk verheilien hast; beweise uns deine Hilfe,

5 dafi wir sehen mogen die Wohlfahrt deiner Auserwahlten und uns freuen, daü es deinem Volk wohlgehet, und uns rühmen mit deinem Erbteil.

6 Wir haben gesundiget samt unsern Vatern; wir haben mifigehandelt und sind gottlos gewesen.

7 Unsere Vater in Agypten wollten deine Wunder nicht verstehen; sie gedachten nicht an deine grolie Güte und waren ungehorsam am Meer, namlich am Schilfmeer.

8 Er half ihnen aber um seines Namens willen, dafi er seine Macht beweisete.

9 Und er schalt das Schilfmeer, da ward's trocken; und fuhrete sie durch die Tiefe wie in einer Wuste;

10 und half ihnen von der Hand des, der, sie hassete, und erlosete sie von der Hand des Feindes.

11 Und die Wasser ersauften ihre Widersacher, dafi nicht einer überblieb.

12 Da glaubten sie an seine Worte und sangen sein Lob.

13 Aber sie vergafien bald seiner Werke; sie warteten nicht seines Rats.

14 Und sie wurden lüstem in der Wuste und versuchten Gott in der Einode.

15 Er aber gab ihnen ihre Bitte und sandte ihnen genug, bis ihnen davor ekelte.

16 Und sie emporten sich wider Mose im Lager, wider Aaron, den Heiligen des HERRN.

17 Die Erde tat sich auf und verschlang Dathan und deckte zu die Rotte Abirams.

18 Und Feuer ward unter ihrer Rotte angezündet; die Flamme verbrannte die Gottlosen.

19 Sie machten ein Kalb in Horeb und beteten an das gegossene Bild;

20 und verwandelten ihre Ehre in ein Gleichnis eines Ochsen, der Gras isset.

21 Sie vergaüen Gottes, ihres Heilandes, der so grofie Dinge in Agypten getan hatte,

22 Wunder im Lande Hams und schreckliche Werke am Schilfmeer.

23 Und er sprach, er wollte sie vertilgen, wo nicht Mose, sein Auserwahlter, den Rili aufgehalten hatte, seinen Grimm abzuwenden, auf dafi er sie nicht gar verderbete.

24 Und sie verachteten das liebe Land; sie glaubten seinem Wort nicht

25 und murreten in ihren Hutten; sie gehorchten der Stimme des HERRN nicht.

26 Und er hub auf seine Hand wider sie, daß er sie niederschlüge in der Wüste

27 und wurfe ihren Samen unterdie Heiden und streuete sie in die Lander.

28 Und sie hingen sich an den Baal Peor und alien von den Opfern der toten Gotzen

29 und erzurneten ihn mit ihrem Tun; da rili auch die Plage unter sie.

30 Da tratzu Pinehas und schlichtete die Sache; da ward der Plage gesteuert,

31 und ward ihm gerechnet zur Gerechtigkeit fur und fur ewiglich.

32 Und sie erzurneten ihn am Haderwasser; und sie zerplagten den Mose ubel.

33 Denn sie betrubten ihm sein Herz, daß ihm etliche Worte entfuhren.

34 Auch vertilgten sie die Volker nicht, wie sie doch der HERR geheifien hatte,

35 sondern sie mengeten sich unter die Heiden und lernten derselben Werke

36 und dieneten ihren Gotzen, die gerieten ihnen zum Argernis.

37 Und sie opferten ihre Sohne und ihre Tochter den Teufeln

38 und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Sohne und ihrer Tochter, die sie opferten den Gotzen Kanaans, daü das Land mit Blutschulden befleckt ward;

39 und verunreinigten sich mit ihren Werken und hureten mit ihrem Tun.

40 Da ergrimmete der Zorn des HERRN fiber sein Volk und gewann einen Greuel an seinem Erbe

41 und gab sie in die Hand der Heiden, daü über sie herrscheten, die ihnen gram waren.

42 Und ihre Feinde angsteten sie; und wurden gedemütiget unter ihre Hande.

43 Er errettete sie oftmals; aber sie erzurneten ihn mit ihrem Vornehmen und wurden wenig urn ihrer Missetat willen.

44 Und er sah ihre Not an, da er ihre Klage horete,

45 und gedachte an seinen Bund, mit ihnen gemacht. Und reuete ihn nach seiner grofien Gute

46 und liefi sie zur Barmherzigkeit kommen vor alien, die sie gefangen hatten.

47 Hilf uns, HERR, unser Gott, und bringe uns zusammen aus den Heiden, daß wir danken deinem heiligen Namen und rühmen dein Lob!

48 Gelobet sei der HERR, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Amen, Halleluja!

Chapter 107

1 Danketdem HERRN; denn eristfreundlich, und seine Gute wahret ewiglich.

2 Saget, die ihr erloset seid durch den HERRN, die er aus der Not erloset hat

3 und die er aus den Landern zusammengebracht hat vom Aufgang, vom Niedergang, von Mitternacht und vom Meer;

4 die irregingen in der Wüste, in ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, da sie wohnen konnten,

5 hungrig und durstig und ihre Seele verschmachtet;

6 und sie zum HERRN riefen in ihrer Not, und er sie errettete aus ihren Angsten

7 und fuhrete sie einen richtigen Weg, daü sie gingen zur Stadt, da sie wohnen konnten:

8 die sollen dem HERRN danken urn seine Gute und urn seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,

9 daß er sattiget die durstige Seele und füllet die hungrige Seele mit Gutem.

10 Die da sitzen muüten in Finsternis und Dunkel, gefangen im Zwang und Eisen,

11 darum daß sie Gottes Geboten ungehorsam gewesen waren und das Gesetz des Hochsten geschandet hatten;

12 darum mulite ihr Herz mit Unglück geplagt werden, daß sie dalagen, und ihnen niemand half;

13 und sie zum HERRN riefen in ihrer Not, und er ihnen half aus ihren Angsten

14 und sie aus der Finsternis und Dunkel fuhrete und ihre Bande zerrili:

15 die sollen dem HERRN danken urn seine Gute und urn seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,

16 daü er zerbricht eherne Türen und zerschlagt eiserne Riegel.

17 Die Narren, so geplaget waren urn ihrer Ubertretung willen und urn ihrer Sunde wilien,

18 daü ihnen ekelte vor aller Speise und wurden todkrank;

19 und sie zum HERRN riefen in ihrer Not, und er ihnen half aus ihren Angsten;

20 er sandte sein Wort und machte sie gesund und errettete sie, daü sie nicht starben:

21 die sollen dem HERRN danken urn seine Gute und urn seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,

22 und Dank opfern und erzahlen seine Werke mit Freuden.

23 Die mit Schiffen aufdem Meer fuhren und trieben ihren Handel in groften Wassern;

24 die des HERRN Werke erfahren haben und seine Wunder im Meer,

25 wenn ersprach und einen Sturmwind erregte, der die Wellen erhub,

26 und sie gen Himmel fuhren und in den Abgrund fuhren, daß ihre Seele vor Angst verzagte,

27 daß sie taumelten und wankten wie ein Trunkener und wuftten keinen Rat mehr;

28 und sie zum HERRN schrieen in ihrer Not, und er sie aus ihren Angsten führete

29 und stillete das Ungewitter, daß die Wellen sich legten,

30 und sie froh wurden, daß es stille worden war, und er sie zu Lande brachte nach ihrem Wunsch:

31 die sollen dem HERRN danken um seine Gute und um seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,

32 und ihn bei der Gemeine preisen und bei den Alten rühmen.

33 Die, weichen ihre Bache vertrocknet und die Wasserquellen versieget waren,

34 daß ein fruchtbar Land nichts trug um der Bosheit willen derer, die drinnen wohneten;

35 und er das Trockne wiederum wasserreich machte und im durren Lande Wasserquellen;

36 und die Hungrigen dahin gesetzt hat, daß sie eine Stadt zurichteten, da sie wohnen konnten,

37 und Acker besaen und Weinberge pflanzen mochten und die jahrlichen Fruchte kriegten;

38 und er sie segnete, daß sie sich fast mehreten, und ihnen viel Viehes gab;

39 die, welch niedergedruckt und geschwacht waren von dem Bosen, der sie gezwungen und gedrungen hatte,

40 da Verachtung auf die Fürsten geschuttet war, daß alles irrig und wüste stund;

41 und erden Armen schutzte vor Elend und sein Geschlecht wie eine Herde mehrete.

42 Solches werden die Frommen sehen und sich freuen; und aller Bosheit wird das Maul gestopft werden.

43 Wer ist weise und behalt dies? So werden sie merken, wieviel Wohltat der HERR erzeiget.

Chapter 108

1 Ein Psalmlied Davids.

2 Gott, es ist mein rechter Ernst; ich will singen und dichten, meine Ehre auch.

3 Wohlauf, Psalter und Harfen! Ich will früh auf sein.

4 Ich will dir danken, HERR, unter den Vblkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten.

5 Denn deine Gnade reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.

6 Erhebe dich, Gott, uber den Himmel und deine Ehre uber alle Lande,

7 auf daß deine lieben Freunde erlediget werden. Hilf mit deiner Rechten und erhore mich!

8 Gott redet in seinem Heiligtum; des bin ich froh und will Sichem teilen und das Tal Suchoth abmessen.

9 Gilead ist mein, Manasse ist auch mein und Ephraim ist die Macht meines Haupts, Juda ist mein Fürst,

10 Moab ist mein Waschtopfen; ich will meinen Schuh uber Edom strecken; fiber die Philister will ich jauchzen.

11 Wer will mich fuhren in eine feste Stadt? Wer wird mich leiten nach Edom?

12 Wirst du es nicht tun, Gott, der du uns verstoftest und zeuchst nicht aus, Gott, mit unserm Heer?

13 Schaffe uns Beistand in der Not, denn Menschenhilfe ist kein nutze.

14 Mit Gott wollen wir Taten tun. Erwird unsere Feinde untertreten.

Chapter 109

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. Gott, mein Ruhm, schweige nicht!

2 Denn sie haben ihr gottloses und falsches Maul wider mich aufgetan und reden wider mich mit falscher Zunge.

3 Und sie reden giftig wider mich allenthalben und streiten wider mich ohne Ursache.

4 Dafür, daß ich sie liebe, sind sie wider mich; ich aber bete.

5 Sie beweisen mir Boses um Gutes und Haft um Liebe.

6 Setze Gottlose fiber ihn; und der Satan müsse stehen zu seiner Rechten!

7 Wer sich denselben lehren laftt, des Leben müsse gottlos sein, und sein Gebet müsse Sünde sein.

8 Seiner Tage müssen wenig werden, und sein Amt müsse ein anderer empfangen.

9 Seine Kinder müssen Waisen werden und sein Weib eine Witwe.

10 Seine Kinder müssen in der Irre gehen und betteln und suchen, als die verdorben sind.

11 Es müsse der Wucherer aussaugen alles, was er hat; und Fremde müssen seine Güter rauben.

12 Und niemand müsse ihm Gutes tun, und niemand erbarme sich seiner Waisen.

13 Seine Nachkommen müssen ausgerottet werden; ihr Name müsse im andern Glied vertilget werden.

14 Seiner Vater Missetat müsse gedacht werden vordem HERRN, und seiner Mutter Sunde musse nicht ausgetilget werden.

15 Der HERR musse sie nimmer aus den Augen lassen, und ihr Gedachtnis musse ausgerottet werden auf Erden,

16 darum daß er so gar keine Barmherzigkeit hatte, sondern verfolgte den Elenden und Armen und den Betrubten, daß er ihn totete.

17 Und erwollte den Fluch haben, derwird ihm auch kommen; erwollte des Segens nicht, so wird er auch feme von ihm bleiben.

18 Und zog an den Fluch wie sein Hemd; und ist in sein Inwendiges gegangen wie Wasser und wie 01 in seine Gebeine.

19 So werde er ihm wie ein Kleid, das eranhabe, und wie ein Gürtel, da er sich aliewege mit gurte.

20 So geschehe denen vorn HERRN, die mir wider sind, und reden Boses wider meine Seele.

21 Aberdu, HERR Herr, sei du mit mir urn deines Namens willen; denn deine Gnade ist mein Trost; errette mich!

22 Denn ich bin arm und eiend; mein Herz ist erschlagen in mir.

23 Ich fahre dahin wie ein Schatten, der vertrieben wird, und werde verjaget wie die Heuschrecken.

24 Meine Kniee sind schwach von Fasten; und mein Fleisch ist mager und hat kein Fett.

25 Und ich muft ihr Spott sein; wenn sie mich sehen, schutteln sie ihren Kopf.

26 Stehe mir bei, HERR, mein Gott; hilf mir nach deiner Gnade,

27 daß sie inne werden, dad dies sei deine Hand, daß du, HERR, solches tust.

28 Fluchen sie, so segne du. Setzen sie sich wider mich, so müssen sie zuschanden werden; aber dein Knecht musse sich freuen.

29 Meine Widersacher müssen mit Schmach angezogen werden und mit ihrer Schande bekleidet werden wie mit einem Rock.

30 Ich will dem HERRN sehrdanken mit meinem Munde und ihn rühmen untervielen;

31 denn er stehet dem Armen zur Rechten, dad er ihm helfe von denen, die sein Leben verurteilen.

Chapter 110

1 Ein Psalm Davids. Der HERR sprach zu meinem HERRN: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füde lege.

2 Der HERR wird das Zepter deines Reichs senden aus Zion. Herrsche unterdeinen Feinden!

3 Nach deinem Sieg wird dir dein Volk williglich opfern in heiligem, Schmuck. Deine Kinder werden dir geboren wie der Tau aus der Morgenrote.

4 Der HERR hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen; Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedechs.

5 Der HERR zu deiner Rechten wird zerschmeiften die Konige zur Zeit seines Zorns.

6 Er wird richten unter den Heiden; er wird grofte Schlacht tun; erwird zerschmeiften das Haupt fiber grotie Lande.

7 Er wird trinken vom Bach auf dem Wege; darum wird er das Haupt emporheben.

Chapter 111

1 Halleluja! Segen. Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen im Rat der Frommen und in der Gemeine.

2 Groß sind die Werke des HERRN; wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran.

3 Was er ordnet, das ist loblich und herrlich, und seine Gerechtigkeit bleibet ewiglich.

4 Er hat ein Gedachtnis gestiftet seiner Wunder, der gnadige und barmherzige HERR.

5 Er gibt Speise denen, so ihn furchten; er gedenket ewiglich an seinen Bund.

6 Er laftt verkundigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden.

7 Die Werke seiner Hande sind Wahrheit und Recht; alle seine Gebote sind rechtschaffen.

8 Sie werden erhalten immer und ewiglich und geschehen treulich und redlich.

9 Er sendet eine Erlosung seinem Volk; er verheiftet, daß sein Bund ewiglich bleiben soli. Heilig und hehr ist sein Name.

10 Die Furchtdes HERRN ist der Weisheit Anfang; das ist eine feine Klugheit; wer danach tut, des Lob bleibet ewiglich.

Chapter 112

1 Halleluja! Wohl dem, der den HERRN furchtet, der grofte Lust hat zu seinen Geboten!

2 Des Same wird gewaltig sein auf Erden; das Geschlecht der Frommen wird gesegnet sein.

3 Reichtum und die Fulle wird in ihrem Hause sein, und ihre Gerechtigkeit bleibet ewiglich.

4 Den Frommen gehet das Licht auf in der Finsternis von dem Gnadigen, Barmherzigen und Gerechten.

5 Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leihet und richtet seine Sachen aus, daß er niemand unrecht tue!

6 Denn erwird ewiglich bleiben; des Gerechten wird nimmermehr vergessen.

7 Wenn eine Plage kommen will, so furchtet er sich nicht; sein Herz hoffet unverzagt auf den HERRN.

8 Sein Herz ist getrost und furchtet sich nicht, bis er seine Lust an seinen Feinden siehet.

9 Er streuet aus und gibt den Armen; seine Gerechtigkeit bleibet ewiglich; sein Horn wird erhohet mit Ehren.

10 Der Gottlose wird's sehen, und wird ihn verdriefien; seine Zahne wird erzusammenbeißen und vergehen. Denn was die Gottlosen gerne wollten, das ist verloren.

Chapter 113

1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN!

2 Gelobet sei des HERRN Name von nun an bis in Ewigkeit!

3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!

4 Der HERR ist hoch über alle Heiden; seine Ehre gehet, soweit der Himmel ist.

5 Wer ist, wie der HERR, unser Gott? Der sich so hoch gesetzt hat

6 und auf das Niedrige siehet im Himmel und auf Erden;

7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhohet den Armen aus dem Kot,

8 dati er ihn setze neben die Fursten, neben die Fursten seines Volks;

9 der die Unfruchtbare im Hause wohnen macht, dalj sie eine frohliche Kindermutter wird. Halleluja!

Chapter 114

1 Da Israel aus Agypten zog, das Haus Jakob aus dem fremden Volk,

2 da ward Juda sein Heiligtum, Israel seine Herrschaft.

3 Das Meer sah und floh; der Jordan wandte sich zuruck;

4 die Berge hupfeten wie die Lammer, die Hugel wie die jungen Schafe.

5 Was war dir, du Meer, dati du flohest, und du Jordan, daß du dich zurückwandtest;

6 ihr Berge, daß ihr hupfetet wie die Lammer, ihr Hugel, wie die jungen Schafe?

7 Vor dem HERRN bebete die Erde, vor dem Gott Jakobs,

8 der den Fels wandelte in Wassersee und die Steine in Wasserbrunnen.

Chapter 115

1 Nicht uns, HERR, nichtuns, sondern deinem Namen gib Ehre urn deine Gnade und Wahrheit!

2 Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott?

3 Aber unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.

4 Jenerßotzen abersind Silberund Gold, von Menschenhanden gemacht.

5 Sie haben Mauler und reden nicht; sie haben Augen und sehen nicht;

6 sie haben Ohren und horen nicht; sie haben Nasen und riechen nicht;

7 sie haben Hande und greifen nicht; Fütße haben sie und gehen nicht und reden nicht durch ihren Hals.

8 Die solche machen, sind gleich also, und alle, die auf sie hoffen.

9 Aber Israel hoffe auf den HERRN; der ist ihre Hilfe und Schild.

10 Das Haus Aaron hoffe auf den HERRN; der ist ihre Hüfe und Schild.

11 Die den HERRN furchten, hoffen auch auf den HERRN; der ist ihre Hilfe und Schild.

12 Der HERR denketan uns und segnetuns. Er segnet das Haus Israel; er segnet das Haus Aaron;

13 er segnet, die den HERRN furchten, beide Kleine und Grolie.

14 Der HERR segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder!

15 Ihrseid die Gesegneten des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

16 Der Himmel allenthalben ist des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.

17 Die Totenwerden dich, HERR, nicht loben, noch die hinunterfahren in die Stille,

18 sondern wir loben den HERRN von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja!

Chapter 116

1 Das ist mir lieb, daß der HERR meine Stimme und mein Flehen horet,

2 daß er sein Ohr zu mir neiget; darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.

3 Stricke des Todes hatten mich umfangen, und Angst der Holle hatte mich getroffen; ich kam in Jammer und Not.

4 Aber ich rief an den Namen des HERRN: 0 HERR, errette meine Seele!

5 Der HERR ist gnadig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig.

6 Der HERR behutet die Einfaltigen. Wenn ich unterliege, so hilft er mir.

7 Sei nun wiederzufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.

8 Denn du hast meine Seele aus dem Tode gerissen, mein Auge von den Tranen, meinen Fu(i vom Gleiten.

9 Ich will wandeln vor dem HERRN im Lande der Lebendigen.

10 Ich glaube, darum rede ich. Ich werde aber sehrgeplagt.

11 Ich sprach in meinem Zagen: Alle Menschen sind Lügner.

12 Wie soil ich dem HERRN vergelten alle seine Wohltat, die er an mir tut?

13 Ich will den heilsamen Kelch nehmen und des HERRN Namen predigen.

14 Ich will meine Gelubde dem HERRN bezahlen vor all seinem Volk.

15 Der Tod seiner Heiligen ist wert gehalten vor dem HERRN.

16 0 HERR, ich bin dein Knecht; ich bin dein Knecht, deiner Magd Sohn. Du hast meine Bande zerrissen.

17 Dir will ich Dankopfern und des HERRN Namen predigen.

18 Ich will meine Gelubde dem HERRN bezahlen vor all seinem Volk,

19 in den Hofen am Hause des HERRN, in dir, Jerusalem. Halleluja!

Chapter 117

1 Lobetden HERRN, alle Heiden; preisetihn, alle Volker!

2 Denn seine Gnade und Wahrheit waltet uber uns in Ewigkeit. Halleluja!

Chapter 118

1 Danketdem HERRN; denn eristfreundlich, und seine Gute wahret ewiglich.

2 Es sage nun Israel: Seine Gute wahret ewiglich.

3 Es sage nun das Haus Aaron: Seine Gute wahret ewiglich.

4 Es sagen nun, die den HERRN furchten: Seine Gute wahret ewiglich.

5 In der Angst rief ich den HERRN an, und der HERR erhorete mich und trostete mich.

6 Der HERR ist mit mir, darum furchte ich mich nicht; was konnen mir Menschen tun?

7 Der HERR ist mit mir, mirzu helfen; und ich will meine Lust sehen an meinen Feinden.

8 Es ist gut auf den HERRN vertrauen und sich nicht verlassen auf Menschen.

9 Es ist gut auf den HERRN vertrauen und sich nicht verlassen auf Fursten.

10 Alle Heiden umgeben mich; aber im Namen des HERRN will ich sie zerhauen.

11 Sie umgeben mich allenthalben ; aber im Namen des HERRN will ich sie zerhauen.

12 Sie umgeben mich wie Bienen, siedampfen wie ein Feuer in Dornen; aber im Namen des HERRN will ich sie zerhauen.

13 Man stofiet mich, daß ich fallen soil; aber der HERR hilft mir.

14 Der HERR ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.

15 Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten. Die Rechte des HERRN behalt den Sieg;

16 die Rechte des HERRN isterhohet; die Rechte des HERRN behalt den Sieg.

17 Ich werde nicht sterben, sondern ieben und des HERRN Werk verkundigen.

18 Der HERR zuchtiget mich wohl, aberergibt mich dem Tode nicht.

19 Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dafi ich dahin eingehe und dem HERRN danke.

20 Das ist das Tor des HERRN; die Gerechten werden dahin eingehen.

21 Ich danke dir, daß du mich demutigest und hilfst mir.

22 Der Stein, den die Bauleute verworfen, ist zum Eckstein worden.

23 Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.

24 Dies ist der Tag, den der HERR macht; lalit uns freuen und frohlich drinnen sein!

25 0 HERR, hilf, o HERR, lafi wohlgelingen!

26 Gelobet sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch, die ihr vom Hause des HERRN seid.

27 Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. Schmucket das Fest mit Maien bis an die Horner des Altars;

28 Du hist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.

29 Danketdem HERRN; denn eristfreundlich, und seine Gute wahret ewiglich.

Chapter 119

1 Wohl denen, die ohne Wandel Ieben, die im Gesetz des HERRN wandeln!

2 Wohl denen, die seine Zeugnisse halten, die ihn von ganzem Herzen suchen!

3 Denn welche auf seinen Wegen wandeln, die tun kein Ubels.

4 Du hast geboten, fleifüg zu halten deine Befehle.

5 O daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte!

6 Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zuschanden.

7 Ich danke dir von rechtem Herzen, daß du mich lehrest die Rechte deiner Gerechtigkeit.

8 Deine Rechte will ich halten; verlafi mich nimmermehr!

9 Wie wird ein Jungling seinen Weg unstraflich gehen? Wenn er sich halt nach deinen Worten.

10 Ich suchedich von ganzem Herzen; lali mich nicht fehlen deiner Gebote!

11 Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, auf daß ich nicht wider dich sundige.

12 Gelobet seiestdu, HERR! Lehre mich deine Rechte!

13 Ich will mit meinen Lippen erzahlen alle Rechte deines Mundes.

14 Ich freue mich des Weges deiner Zeugnisse als uber allerlei Reichtum.

15 Ich rede, was du befohlen hast, und schaue auf deine Wege.

16 Ich habe Lustzu deinen Rechten und vergesse deine Worte nicht.

17 Tu wohl deinem Knechte, dafi ich lebe und dein Wort halte.

18 Offne mir die Augen, daß ich sehe die Wunder an deinem Gesetze.

19 Ich bin ein Gast auf Erden; verbirg deine Gebote nicht vor mir!

20 Meine Seele ist zermalmet vor Verlangen nach deinen Rechten allezeit.

21 Du schiltstdie Stolzen; verflucht sind, die deiner Gebote fehlen.

22 Wende von mir Schmach und Verachtung; denn ich halte deine Zeugnisse.

23 Es sitzen auch die Fursten und reden wider mich; aber dein Knecht redet von deinen Rechten.

24 Ich habe Lust zu deinen Zeugnissen; die sind meine Ratsleute.

25 Meine Seele liegt im Staube; erquicke mich nach deinem Wort!

26 Ich erzahle meine Wege, und du erhorest mich; lehre mich deine Rechte!

27 Unterweise mich den Weg deiner Befehle, so will ich reden von deinen Wundern.

28 Ich grame mich, daß mir das Herz verschmachtet; starke mich nach deinem Wort!

29 Wende von mir den falschen Weg und gonne mir dein Gesetz.

30 Ich habe den Weg der Wahrheit erwahlet; deine Rechte hab ich vor mich gestellet.

31 ich hange an deinen Zeugnissen; HERR, laft mich nicht zuschanden werden!

32 Wenn du mein Herz trostest, so laufe ich den Weg deiner Gebote.

33 Zeige mir, HERR, den Weg deiner Rechte, daß ich sie bewahre bis ans Ende.

34 Unterweise mich, daß ich bewahre dein Gesetz und halte es von ganzem Herzen.

35 Führe mich auf dem Steige deiner Gebote; denn ich habe Lustdazu.

36 Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zum Geiz.

37 Wende meine Augen ab, daß sie nicht sehen nach unnutzer Lehre, sondern erquicke mich auf deinem Wege.

38 Laft deinen Knecht dein Gebot festiglich fur dein Wort halten, daß ich dich furchte!

39 Wende von mir die Schmach, die ich scheue; denn deine Rechte sind lieblich.

40 Siehe, ich begehre deiner Befehle; erquicke mich mit deiner Gerechtigkeit!

41 HERR, laft mir deine Gnade widerfahren, deine Hilfe nach deinem Wort,

42 daß ich antworten moge meinem Lasterer; denn ich verlasse mich auf dein Wort.

43 Und nimm ja nicht von meinem Munde das Wort der Wahrheit; denn ich hoffe auf deine Rechte.

44 Ich will dein Gesetz halten allewege, immer und ewiglich.

45 Und ich wandle frohlich; denn ich suche deine Befehle.

46 Ich rede von deinen Zeugnissen vor Konigen und schame mich nicht;

47 und habe Lust an deinen Geboten, und sind mirlieb;

48 und hebe meine Hande auf zu deinen Geboten, die mir lieb sind, und rede von deinen Rechten.

49 Gedenke deinem Knechte an dein Wort, auf welches du mich lassest hoffen:

50 Das ist mein T rost in meinem Elende; denn dein Wort erquicket mich.

51 Die Stolzen haben ihren Spottan mir; dennoch weiche ich nicht von deinem Gesetz.

52 HERR, wenn ich gedenke, wie du von der Welt her gerichtet hast, so werde ich getrostet.

53 Ich bin entbrannt uber die Gottlosen, die dein Gesetz verlassen.

54 Deine Rechte sind mein Lied in dem Hause meiner Wallfahrt.

55 HERR, ich gedenke des Nachts an deinen Namen und halte dein Gesetz.

56 Das ist mein Schatz, daß ich deine Befehle halte.

57 Ich habe gesagt, HERR, das soil mein Erbe sein, daß ich deine Wege halte.

58 Ich flehe vor deinem Angesichte von ganzem Herzen; sei mir gnadig nach deinem Wort!

59 Ich betrachte meine Wege und kehre meine Füfte zu deinen Zeugnissen.

60 Ich eile und saume mich nicht, zu halten deine Gebote.

61 Der Gottlosen Rotte beraubet mich; aber ich vergesse deines Gesetzes nicht.

62 Zur Mitternacht stehe ich auf, dirzu danken fur die Rechte deiner Gerechtigkeit.

63 Ich halte mich zu denen, die dich fürchten und deine Befehle halten.

64 HERR, die Erde ist voll deiner Güte; lehre mich deine Rechte!

65 Du tust Gutes deinem Knechte, HERR, nach deinem Wort.

66 Lehre mich heilsame Sitten und Erkenntnis; denn ich glaube deinen Geboten.

67 Ehe ich gedemutiget ward, irrete ich; nun aber halte ich dein Wort.

68 Du bistgütig und freundlich; lehre mich deine Rechte!

69 Die Stolzen erdichten Lugen uber mich; ich aber halte von ganzem Herzen deine Befehle.

70 Ihr Herz ist dick wie Schmeer; ich aber habe Lust an deinem Gesetz.

71 Es ist mir lieb, daß du mich gedemutiget hast, daß ich deine Rechte lerne.

72 Das Gesetz deines Mundes ist mir lieber denn viel tausend Stuck Gold und Silber.

73 Deine Hand hat mich gemacht und bereitet; unterweise mich, daß ich deine Gebote lerne.

74 Die dich furchten, sehen mich und freuen sich; denn ich hoffe auf dein Wort.

75 HERR, ich weift, daß deine Gerichte recht sind und hast mich treulich gedemütiget.

76 Deine Gnade müsse mein T rest sein, wie du deinem Knechte zugesagt hast.

77 Laft mir deine Barmherzigkeit widerfahren, daß ich lebe; denn ich habe Lustzu deinem Gesetz.

78 Ach, daß die Stolzen mußten zuschanden werden, die mich mit Lugen niederdrucken! Ich aber rede von deinem Befehl.

79 Ach, daß sich müliten zu mir halten, die dich furchten und deine Zeugnisse kennen!

80 Mein Herz bleibe rechtschaffen in deinen Rechten, daß ich nicht zuschanden werde.

81 Meine Seele verlanget nach deinem Heil; ich hoffe auf dein Wort.

82 Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort und sagen: Wann trostest du mich?

83 Denn ich bin wie eine Haut im Rauch; deiner Rechte vergesse ich nicht.

84 Wie lange soil dein Knecht warten? Wann willst du Gericht halten uber meine Verfolger?

85 Die Stolzen graben mir Gruben, die nicht sind nach deinem Gesetz.

86 Deine Gebote sind eitel Wahrheit. Sie verfolgen mich mit Lugen; hilf mir!

87 Sie haben mich schier umgebracht auf Erden; ich aberverlasse deine Befehle nicht.

88 Erquicke mich durch deine Gnade, daß ich halte die Zeugnisse deines Mundes.

89 HERR, dein Wort bleibt ewiglich, soweit der Himmel ist;

90 deine Wahrheit wahret fur und fur. Du hast die Erde zugerichtet, und sie bleibt stehen.

91 Es bleibet taglich nach deinem Wort; denn es muß dir alles dienen.

92 Wo dein Gesetz nicht mein T rost gewesen ware, so ware ich vergangen in meinem Elende.

93 Ich will deine Befehle nimmermehrvergessen; denn du erquickest mich damit.

94 Ich bin dein, hilf mir; denn ich suche deine Befehle.

95 Die Gottlosen warten auf mich, daß sie mich umbringen; ich aber merke auf deine Zeugnisse.

96 Ich habe alles Dinges ein Ende gesehen; aber dein Gebot wahret.

97 Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Taglich rede ich davon.

98 Du machst mich mit deinem Gebot weiser, denn meine Feinde sind; denn es ist ewiglich mein Schatz.

99 Ich bin gelehrter denn alle meine Lehrer; denn deine Zeugnisse sind meine Rede.

100 Ich bin klugerdenn die Alten; denn ich halte deine Befehle.

101 Ich wehre meinem Fuft alle bosen Wege, daß ich dein Wort halte.

102 Ich weiche nicht von deinen Rechten; denn du lehrest mich.

103 Dein Wort ist meinem Munde sulierdenn Honig.

104 Dein Wort macht mich klug; darum hasse ich alle falschen Wege,

105 Dein Wort istmeines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

106 Ich schwore und will's halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will.

107 Ich bin sehr gedemütiget; HERR, erquicke mich nach deinem Wort!

108 Laft dir gefallen, HERR, das willige Opfer meines Mundes und lehre mich deine Rechte.

109 Ich trage meine Seele immer in meinen Handen und ich vergesse deines Gesetzes nicht.

110 Die Gottlosen legen mirßtricke; ich aberirre nicht von deinem Befehl.

111 Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe; denn sie sind meines Herzens Wonne.

112 Ich neige mein Herz, zu tun nach deinen Rechten immer und ewiglich.

113 Ich hasse die Flattergeister und liebedein Gesetz.

114 Du bist mein Schirm und Schild; ich hoffe auf dein Wort.

115 Weichet von mir, ihr Boshaftigen; ich will halten die Gebote meines Gottes.

116 Erhalte mich durch dein Wort, daß ich lebe, und laft mich nicht zuschanden werden uber meiner Hoffnung.

117 Starke mich, daß ich genese, so will ich stets meine Lust haben an deinen Rechten.

118 Du zertrittst alle, die deiner Rechte fehlen; denn ihre Trugerei ist eitel Luge.

119 Du wirfst alle Gottlosen auf Erden weg wie Schlacken; darum liebe ich deine Zeugnisse.

120 Ich furchte mich vor dir, daß mir die Haut schauert, und entsetze mich vor deinen Rechten.

121 Ich halte überdem Recht und Gerechtigkeit; ubergib mich nicht denen, die mir wollen Gewalt tun!

122 Vertritt du deinen Knecht und troste ihn, daß mir die Stolzen nicht Gewalt tun.

123 Meine Augen sehnen sich nach deinem Heil und nach dem Wort deiner Gerechtigkeit.

124 Handle mit deinem Knechte nach deiner Gnade und lehre mich deine Rechte!

125 Ich bin dein Knecht; unterweise mich, daß ich erkenne deine Zeugnisse!

126 Es ist Zeit, daß der HERR dazu tue; sie haben dein Gesetz zerrissen.

127 Darum liebe ich dein Gebot uber Gold und uber fein Gold.

128 Darum halte ich stracks alle deine Befehle; ich hasse alien falschen Weg.

129 Deine Zeugnisse sind wunderbarlich; darum halt sie meine Seele.

130 Wenn dein Wort offenbar wird, so erfreuet es und macht klug die Einfaltigen.

131 Ich tue meinen Mund auf und begehre deine Gebote; denn mich verlanget danach.

132 Wende dich zu mir und sei mir gnadig, wie du pflegst zu tun denen, die deinen Namen lieben.

133 Laß, meinen Gang gewiß sein in deinem Wort und laß kein Unrecht uber mich herrschen!

134 Erlose mich von der Menschen Frevel, so will ich halten deine Befehle.

135 Laß dein Antlitz leuchten uber deinen Knecht und lehre mich deine Rechte!

136 Meine Augen fließen mit Wasser, daß man dein Gesetz nicht halt.

137 HERR, du bistgerecht und dein Wort ist recht.

138 Du hast die Zeugnisse deiner Gerechtigkeit und die Wahrheit hart geboten.

139 Ich habe mich schierzu Tode geeifert, daß meine Widersacher deiner Worte vergessen.

140 Dein Wort ist wohl gelautert, und dein Knecht hat es lieb.

141 Ich bin gering und verachtet, ich vergesse aber nicht deines Befehls.

142 Deine Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.

143 Angst und Not haben mich getroffen; ich habe aber Lust an deinen Geboten.

144 Die Gerechtigkeit deiner Zeugnisse ist ewig; unterweise mich, so lebe ich.

145 Ich rufe von ganzem Herzen; erhore mich, HERR, daß ich deine Rechte halte!

146 Ich rufe zu dir; hilf mir, daß ich deine Zeugnisse halte!

147 Ich komme frühe und schreie; auf dein Wort hoffe ich.

148 Ich wache frühe auf, daß ich rede von deinem Wort.

149 Hore meine Stimme nach deiner Gnade; HERR, erquicke mich nach deinen Rechten!

150 Meine boshaftigen Verfolger wollen mirzu und sind feme von deinem Gesetz.

151 HERR, du bist nahe, und deine Gebote sind eitel Wahrheit.

152 Zuvor weiß ich aber, daß du deine Zeugnisse ewiglich gegrundet hast.

153 Siehe mein Elend und errette mich; hilf mir aus, denn ich vergesse deines Gesetzes nicht.

154 Führe meine Sache und erlose mich; erquicke mich durch dein Wort!

155 Das Heil ist feme von den Gottlosen; denn sie achten deine Rechte nicht.

156 HERR, deine Barmherzigkeit ist groß; erquicke mich nach deinen Rechten!

157 Meiner Verfolger und Widersacher ist viel; ich weiche aber nicht von deinen Zeugnissen.

158 Ich sehe die Verachter, und tut mirwehe, daß sie dein Wort nicht halten.

159 Siehe, ich liebe deine Befehle; HERR, erquicke mich nach deiner Gnade!

160 Dein Wort ist nichts denn Wahrheit; alle Rechte deiner Gerechtigkeit wahren ewiglich.

161 Die Fursten verfolgen mich ohne Ursache und mein Herz furchtet sich vor deinen Worten.

162 ich freue mich uber dein Wort wie einer, der eine große Beute kriegt.

163 Lugen bin ich gram und habe Greuel daran; aber dein Gesetz habe ich lieb.

164 Ich lobe dich des Tages siebenmal urn der Rechte willen deiner Gerechtigkeit.

165 Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und werden nicht straucheln.

166 HERR, ich warte auf dein Heil und tue nach deinen Geboten.

167 Meine Seele halt deine Zeugnisse und liebet sie fast.

168 Ich halte deine Befehle und deine Zeugnisse; denn alle meine Wege sind vor dir.

169 HERR, laß meine Klage vor, dich kommen; unterweise mich nach deinem Wort!

170 Laß mein Flehen vor dich kommen; errette mich nach deinem Wort!

171 Meine Lippen sollen toben, wenn du mich deine Rechte lehrest.

172 Meine Zunge soil ihrßesprach haben von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind recht.

173 Laß mir deine Hand beistehen; denn ich habe erwahlet deine Befehle.

174 HERR, mich verlanget nach deinem Heil und habe Lust an deinem Gesetz.

175 Laß meine Seele leben, daßsie dich lobe, und deine Rechte mir helfen.

176 Ich bin wie ein verirret und verloren Schaf; suche deinen Knecht; denn ich vergesse deiner Gebote nicht.

Chapter 120

1 Ein Lied im hohern Chor. Ich rufe zu dem HERRN in meiner Not, und ererhoret mich.

2 HERR, errette meine Seele von den Lugenmaulern und von den falschen Zungen!

3 Was kann dir die falsche Zunge tun? und was kann sie ausrichten?

4 Sie ist wie scharfe Pfeile eines Starken, wie Feuer in Wacholdern.

5 Wehe mir, daß ich ein Fremdling bin unter Mesech! Ich muß wohnen unter den Hütten Kedars.

6 Es wird meiner Seele lange, zu wohnen bei denen, die den Frieden hassen.

7 Ich halte Frieden; aber wenn ich rede, sofahen sie Krieg an.

Chapter 121

1 Ein Lied im hohern Chor. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt.

2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

3 Erwird deinen Fuß nichtgleiten lassen; und der dich behutet, schlaft nicht.

4 Siehe, der Hüter Israels schlaft noch schlummert nicht.

5 Der HERR behutet dich; der HERR ist dein Schatten uber deiner rechten Hand,

6 daß dich des Tages die Sonne nicht steche, noch der Mond des Nachts.

7 Der HERR behute dich vorallem Ubel; er behute deine Seele!

8 Der HERR behute deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Chapter 122

1 Ein Lied Davids im hohern Chor. Ich freue mich des, das mir geredet ist, daß wir werden ins Haus des HERRN gehen,

2 und daß unsere Füße werden stehen in deinen Toren, Jerusalem.

3 ist gebauet, daß es eine Stadt sei, da man zusammenkommen soli,

4 da die Stamme hinaufgehen sollen, namlich die Stamme des HERRN, zu predigen dem Volk Israel, zu danken dem Namen des HERRN.

5 Denn daselbst sitzen die Stühle zum Gericht, die Stühle des Hauses David.

6 Wünschet Jerusalem Gluck! Es müsse wohlgehen denen, die dich lieben!

7 Es müsse Friede sein inwendig in deinen Mauern und Glück in deinen Palasten!

8 Urn meiner Brüder und Freunde willen will ich dir Frieden wünschen.

9 Urn des Hauses willen des HERRN, unsers Gottes, will ich dein Bestes suchen.

Chapter 123

1 Ein Lied im hohern Chor. Ich hebe meine Augen auf zu dir, derdu im Himmel sitzest.

2 Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hande ihrer Herren sehen, wie die Augen der Magd auf die Hande ihrer Frauen, also sehen unsere Augen auf den HERRN, unsern Gott, bis er uns gnadig werde.

3 Sei uns gnadig, HERR, sei uns gnadig; denn wir sind sehr voll Verachtung.

4 Sehr voll ist unsere Seele der Stolzen Spott und der Hoffartigen Verachtung.

Chapter 124

1 Ein Lied Davids im hohern Chor. Wo der HERR nicht bei uns ware, so sage Israel,

2 wo der HERR nicht bei uns ware, wenn die Menschen sich wider uns setzen,

3 so verschlangen sie uns lebendig, wenn ihr Zorn fiber uns ergrimmete,

4 so ersaufte uns Wasser, Strome gingen fiber unsere Seele;

5 es gingen Wasser allzu hoch fiber unsere Seele.

6 Gelobet sei der HERR, daß er uns nicht gibt zum Raube in ihre Zahne!

7 Unsere Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Stricke des Voglers. Der Strick ist zerrissen, und wir sind los.

8 Unsere Hilfe stehet im Namen des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

Chapter 125

1 Ein Lied im hohern Chor. Die auf den HERRN hoffen, die werden nicht fallen, sondern ewiglich bleiben wie der Berg Zion.

2 Urn Jerusalem her sind Berge; und der HERR ist urn sein Volk her von nun an bis in Ewigkeit.

3 Denn der Gottlosen Zepter wird nicht bleiben fiber dem Hauflein der Gerechten, auf dafi die Gerechten ihre Hand nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit.

4 HERR, tu wohl den guten und frommen Herzen!

5 Die aber abweichen auf ihre krummen Wege, wird der HERR wegtreiben mit den Ubeltatern. Aber Friede sei fiber Israel!

Chapter 126

1 Ein Lied im hohern Chor. Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlosen wird, so werden wir sein wie die Traumenden.

2 Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unterden Heiden: Der HERR hat Großes an ihnen getan.

3 Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wirfrohlich.

4 HERR, wende unser Gefangnis, wie du die Wasser gegen Mittag trocknest!

5 Die mit Tranen saen, werden mit Freuden ernten.

6 Sie gehen hin und weinen und tragen edlen Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.

Chapter 127

1 Ein Lied Salomos im hohern Chor. Wo der HERR nicht das Haus bauet, so arbeiten umsonst, die dran bauen. Wo der HERR nicht die Stadt behutet, so wachet der Wachter umsonst.

2 Es istumsonst, daß ihrfruhe aufstehet und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er's schlafend.

3 Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.

4 Wie die Pfeile in der Hand eines Starken, also geraten diejungen Knaben.

5 Wohl dem, der seinen Kocher derselben voll hat! Sie werden nicht zuschanden, wenn sie mit ihren Feinden handeln im Tor.

Chapter 128

1 Ein Lied im hohern Chor. Wohl dem, der den HERRN furchtet und auf seinen Wegen gehet!

2 Du wirst dich nahren deiner Hande Arbeit; wohl dir, du hast's gut!

3 Dein Weib wird sein wie ein fruchtbarer Weinstock urn dein Haus herum, deine Kinder wie die Olzweige um deinen Tisch her.

4 Siehe, also wird gesegnet der Mann, der den HERRN furchtet.

5 Der HERR wird dich segnen aus Zion, daß du sehest das Gluck Jerusalems dein Leben lang

6 und sehest deiner Kinder Kinder. Friede uber Israel!

Chapter 129

1 Ein Lied im hohern Chor. Sie haben mich oft gedranget von meiner Jugend auf, so sage Israel;

2 sie haben mich oft gedranget von meiner Jugend auf; aber sie haben mich nicht ubermocht.

3 Die Pfluger haben auf meinem Rucken geackert und ihre Furchen lang gezogen.

4 Der HERR, der gerecht ist, hat der Gottlosen Seile abgehauen.

5 Ach; daß müliten zuschanden werden und zurückkehren alle, die Zion gram sind!

6 Ach, daß sie müßten sein wie das Gras auf den Dachern, welches verdorret, ehe man es ausrauft,

7 von welchem der Schnitter seine Hand nicht fullet, noch der Garbenbinder seinen Arm voll,

8 und die vorubergehen, nicht sprechen: Der Segen des HERRN sei uber euch; wir segnen euch im Namen des HERRN!

Chapter 130

1 Ein Lied im hohern Chor. Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir.

2 HERR, hore meine Stimme; lali deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens!

3 So du willst, HERR, Sünde zurechnen, HERR, wer wird bestehen?

4 Denn bei dir ist die Vergebung, daß man dich furchte.

5 Ich harre des HERRN; meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort.

6 Meine Seele wartet auf den HERRN von einer Morgenwache bis zur andern.

7 Israel hoffe auf den HERRN; denn bei dem HERRN ist die Gnade und viel Erlosung bei ihm;

8 und erwird Israel erlosen aus alien seinen Sunden.

Chapter 131

1 Ein Lied Davids im hohern Chor. HERR, mein Herz ist nicht hoffartig, und meine Augen sind nicht stolz, und wandle nicht in graven Dingen, die mir zu hoch sind.

2 Wenn ich meine Seele nicht setzte und stillete, so ward meine Seele entwohnet, wie einer von seiner Mutter entwohnet wird.

3 Israel hoffe auf den HERRN von nun an bis in Ewigkeit!

Chapter 132

1 Ein Lied im hohern Chor. Gedenke, HERR, an David und an all sein Leiden,

2 der dem HERRN schwur und gelobte dem Machtigen Jakobs:

3 Ich will nicht in die Hütte meines Hauses gehen, noch mich aufs Lager meines Bettes legen,

4 ich will meine Augen nicht schlafen lassen, noch meine Augenlider schlummern,

5 bis ich eine Statte finde fur den HERRN; zur Wohnung dem Machtigen Jakobs.

6 Siehe, wir horen von ihr in Ephratha, wir haben sie funden auf dem Felde des Waldes.

7 Wirwollen in seine Wohnung gehen und anbeten vor seinem Fußschemel.

8 HERR, mache dich auf zu deiner Ruhe, du und die Lade deiner Macht!

9 Deine Priester laß, sich kleiden mit Gerechtigkeit und deine Heiligen sich freuen.

10 Nimm nicht weg das Regiment deines Gesaibten um deines Knechts Davids willen.

11 Der HERR hat David einen wahren Eid geschworen, davon wird er sich nicht wenden: Ich will dir auf deinen Stuhl setzen die Frucht deines Leibes.

12 Werden deine Kinder meinen Bund halten und mein Zeugnis, das ich sie lehren werde, so sollen auch ihre Kinder auf deinem Stuhl sitzen ewiglich.

13 Denn der HERR hat Zion erwahlet und hat Lust, daselbst zu wohnen.

14 Dies ist meine Ruhe ewiglich, hie will ich wohnen, denn es gefallt mir wohl.

15 Ich will ihre Speise segnen und ihren Armen Brots genug geben.

16 Ihre Priester will ich mit Heil kleiden, und ihre Heiligen sollen frdhlich sein.

17 Daselbst soil aufgehen das Horn Davids; ich habe meinem Gesaibten eine Leuchte zugerichtet.

18 Seine Feinde will ich mit Schanden kleiden; aber uber ihm soil bluhen seine Krone.

Chapter 133

1 Ein Lied Davids im hohern Chor. Siehe, wie fein und lieblich ist's, daß Brüder eintrachtig beieinanderwohnen!

2 Wie der kostliche Balsam ist, dervom Haupt Aarons herabfleuüt in seinen ganzen Bart, der herabfleufit in sein Kleid,

3 wie der Tau, der von Hermon herabfallt auf die Berge Zion. Denn daselbst verheilit der HERR Segen und Leben immerund ewiglich.

Chapter 134

1 Ein Lied im hohern Chor. Siehe, lobet den HERRN, alle Knechte des HERRN, die ihr stehet des Nachts im Hause des HERRN.

2 Hebet eure Hande auf im Heiligtum und lobet den HERRN!

3 Der HERR segne dich aus Zion, der Himmel und Erde gemacht hat!

Chapter 135

1 Halleluja! Lobet den Namen des HERRN, lobet, ihr Knechte des HERRN,

2 die ihr stehet im Hause des HERRN, in den Hdfen des Hauses unsers Gottes!

3 Lobet den HERRN, denn der HERR ist freundlich; lobsinget seinem Namen, denn er ist lieblich.

4 Denn der HERR hat ihm Jakob erwahlet, Israel zu seinem Eigentum.

5 Denn ich weili, daß der HERR groli ist und unser HERR vor alien Gottern.

6 Alles, was er will, das tuter, im Himmel, auf Erden, im Meer und in alien Tiefen;

7 der die Wolken lalit aufgehen vom Ende der Erde, der die Blitze samt dem Regen macht, der den Wind aus heimlichen Ortern kommen lalit;

8 der die Erstgeburten schlug in Agypten, beide der Menschen und des Viehes,

9 und lieli seine Zeichen und Wunder kommen uber dich, Agyptenland, uber Pharao und alle seine Knechte;

10 der viel Vdlker schlug und totete machtige Konige,

11 der Amoriter Konig, und Og, den Konig zu Basan, und alle Konigreiche in Kanaan;

12 und gab ihr Land zum Erbe, zum Erbe seinem Volk Israel.

13 HERR, dein Name wahret ewiglich; dein Gedachtnis, HERR, wahret fur und fur.

14 Denn der HERR wird sein Volk richten und seinen Knechten gnadig sein.

15 Der Heiden Gotzen sind Silber und Gold, von Menschenhanden gemacht.

16 Sie haben Mauler und reden nicht; sie haben Augen und sehen nicht;

17 sie haben Ohren und horen nicht; auch ist kein Odem in ihrem Munde.

18 Die solche machen, sind gleich also, alle, die auf solche hoffen.

19 Das Haus Israel lobe den HERRN. Lobet den HERRN, ihr vom Hause Aaron;

20 ihr vom Hause Levi, lobet den HERRN; die ihr den HERRN furchtet, lobet den HERRN!

21 Gelobet sei der HERR aus Zion, der zu Jerusalem wohnet! Halleluja!

Chapter 136

1 Danketdem HERRN, denn er ist freundlich; denn seine Güte wahret ewig.

2 Danket dem Gott aller Gotter; denn seine Güte wahret ewiglich.

3 Danket dem HERRN aller Herren; denn seine Güte wahret ewiglich.

4 Der grolie Wunder tut alleine; denn seine Güte wahret ewiglich.

5 Der die Himmel ordentlich gemacht hat; denn seine Güte wahret ewiglich.

6 Der die Erde auf Wasser ausgebreitet hat; denn seine Güte wahret ewiglich.

7 Der grolie Lichter gemacht hat; denn seine Güte wahret ewiglich;

8 die Sonne, dem Tage vorzustehen; denn seine Güte wahret ewiglich;

9 den Mond und Sterne, der Nacht vorzustehen; denn seine Güte wahret ewiglich.

10 Der Agypten schlug an ihren Erstgeburten; denn seine Güte wahret ewiglich;

11 und fuhrete Israel heraus; denn seine Güte wahret ewiglich;

12 durch machtige Hand und ausgereckten Arm; denn seine Güte wahret ewiglich.

13 Der das Schilfmeer teilete in zwei Teile; denn seine Güte wahret ewiglich;

14 und lieli Israel hindurchgehen; denn seine Güte wahret ewiglich.

15 Der Pharao und sein Heer ins Schilfmeer stieli; denn seine Güte wahret ewiglich.

16 Der sein Volk fuhrete durch die Wüste; denn seine Güte wahret ewiglich.

17 Der grolie Konige schlug; denn seine Güte wahret ewiglich;

18 und erwürgete machtige Konige; denn seine Güte wahret ewiglich;

19 Sihon, der Amoriter Konig; denn seine Güte wahret ewiglich;

20 und Og, den Konig zu Basan; denn seine Güte wahret ewiglich;

21 und gab ihr Land zum Erbe; denn seine Güte wahret ewiglich;

22 zum Erbe seinem Knechte Israel; denn seine Gute wahret ewiglich.

23 Denn er dachte an uns, da wir untergedrückt waren; denn seine Gute wahret ewiglich;

24 und erlosete uns von unsern Feinden; denn seine Gute wahret ewiglich.

25 Der allem Fleisch Speise gibt; denn seine Gute wahret ewiglich.

26 Danket dem Gott vom Himmel; denn seine Gute wahret ewiglich.

Chapter 137

1 An den Wassern zu Babel saften wir und weineten, wenn wir an Zion gedachten.

2 Unsere FHarfen hingen wir an die Weiden, die drinnen sind.

3 Denn daselbst hieften uns singen, die uns gefangen hielten, und in unserm Heulen frohlich sein: Lieber, singet uns ein Lied von Zion!

4 Wie sollten wir des HERRN Lied singen in fremden Landen?

5 Vergesse ich dein, Jerusalem, so werde meiner Rechten vergessen!

6 Meine Zunge musse an meinem Gaumen kleben, wo ich dein nicht gedenke, wo ich nicht lasse Jerusalem meine hochste Freude sein.

7 HERR, gedenke der Kinder Edom am Tage Jerusalems, die da sagen: Rein ab, rein ab, bis auf ihren Boden!

8 Du verstorte Tochter Babel, wohl dem, der dir vergelte, wie du uns getan hast!

9 Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und zerschmettert sie an den Stein!

Chapter 138

1 Davids. Ich danke dir von ganzem Flerzen; vor den Gottern will ich dir lobsingen.

2 Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel und deinem Namen danken um deine Gute und Treue; denn du hast deinen Namen uber alles herrlich gemacht durch dein Wort.

3 Wenn ich dich anrufe, so erhore mich und gib meiner Seele grofte Kraft.

4 Es danken dir, HERR, alle Konige auf Erden, daß sie horen das Wort deines Mundes,

5 und singen auf den Wegen des HERRN, da(5 die Ehre des HERRN grofi sei.

6 Denn der HERR ist hoch und siehet auf das Niedrige und kennet den Stolzen von feme.

7 Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickest du mich und streckest deine Hand uber den Zorn meiner Feinde und hilfst mir mit deiner Rechten.

8 Der HERR wird's ein Ende machen um meinetwillen. HERR, deine Güte istewig. Das Werk deiner Hande wollest du nicht lassen!

Chapter 139

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. HERR, du erforschest mich und kennest mich.

2 Ich sitze Oder stehe auf, so weiftest du es: du verstehest meine Gedanken von feme.

3 Ich gehe Oder liege, so bist du um mich und siehest alle meine Wege.

4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht ailes wissest.

5 Du schaffest es, was ich vor Oder hernach tue, und haltst deine Hand uber mir.

6 Solche Erkenntnis ist mir zu wunderlich und zu hoch; ich kann's nicht begreifen.

7 Wo soil ich hingehen vor deinem Geist und wo soli ich hinfliehen vor deinem Angesicht?

8 Fuhre ich gen Himmel, so bist du da. Bettete ich mir in die Holle, siehe, so bist du auch da.

9 Nahme ich Flügel der Morgenrote und bliebe am auftersten Meer,

10 so würde mich doch deine Hand daselbst fuhren und deine Rechte mich halten.

11 Sprache ich: Finsternis moge mich decken, so muft die Nacht auch Licht um mich sein;

12 denn auch Finsternis nicht finster ist bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht.

13 Denn du hast meine Nieren in deiner Gewalt, du warest uber mir in Mutterleibe.

14 Ich danke dir daruber, daß ich wunderbarlich gemacht bin; wunderbarlich sind deine Werke, und das erkennet meine Seele wohl.

15 Es war dir mein Gebein nicht verhohlen, da ich im Verborgenen gemacht ward, da ich gebildet ward unten in der Erde.

16 Deine Augen sahen mich, da ich noch unbereitet war, und waren alle Tage auf dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, und derselben keiner da war.

17 Aberwie kostlich sind vor mir, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihrer so eine grofte Summa!

18 Sollt ich sie zahlen, so würde ihrer mehr sein denn des Sandes. Wenn ich aufwache, bin ich noch bei dir.

19 Ach, Gott, daß du totetest die Gottlosen, und die Blutgierigen von mirweichen muftten!

20 Denn sie reden von dir lasterlich, und deine Feinde erheben sich ohne Ursache.

21 Ich hasse ja, HERR, die dich hassen, und verdreuftt mich auf sie, daß sie sich wider dich setzen.

22 Ich hasse sie in rechtem Ernst; darum sind sie mirfeind.

23 Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prufe mich und erfahre, wie ich's meine;

24 und siehe, ob ich auf bosem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.

Chapter 140

1 Ein Psalm Davids, vorzusingen.

2 Errette mich, HERR, von den bosen Menschen; behüte mich vor den freveln Leuten,

3 die Boses gedenken in ihrem Herzen und taglich Krieg erregen.

4 Sie scharfen ihre Zunge wie eine Schlange; Otterngift ist unter ihren Lippen. Sela.

5 Bewahre mich, HERR, vorder Hand der Gottlosen; behüte mich vor den freveln Leuten, die meinen Gang gedenken umzustoften.

6 Die Hoffartigen legen mir Stricke und breiten mir Seile aus zum Netz und stellen mir Fallen an den Weg. Sela.

7 Ich aber sage zum HERRN: Du bist mein Gott; HERR, vernimm die Stimme meines Flehens!

8 HERR Herr, meine starke Hilfe, du beschirmest mein Haupt zur Zeit des Streits.

9 HERR, laft dem Gottlosen seine Begierde nicht; starke seinen Mutwillen nicht; sie mochten sich's erheben. Sela.

10 Das Ungluck, davon meine Feinde ratschlagen, müsse auf ihren Kopf fallen.

11 Erwird Strahlen über sie schütten; erwird sie mit Feuer tief in die Erde schlagen, daß sie nimmer nicht aufstehen.

12 Ein boses Maul wird kein Gluck haben auf Erden; ein frevelboser Mensch wird verjagt und gestürzt werden.

13 Denn ich weift, dafi der HERR wird des Elenden Sache und der Armen Recht ausfuhren.

14 Auch werden die Gerechten deinem Namen danken, und die Frommen werden vor deinem Angesichte bleiben.

Chapter 141

1 Ein Psalm Davids. HERR, ich rufe zu dir; eile zu mir, vernimm meine Stimme, wenn ich dich anrufe!

2 Mein Gebet müsse vor dir taugen wie ein Rauchopfer, mein Handeaufheben wie ein Abendopfer.

3 HERR, behute meinen Mund und bewahre meine Lippen!

4 Neige mein Herz nicht auf etwas Boses, ein gottlos Wesen zu führen mit den Ubeltatern, dafi ich nicht esse von dem, das ihnen geliebt.

5 Der Gerechte schlage mich freundlich und strafe mich; das wird mir so wohl tun als ein Balsam auf meinem Haupt. Denn ich bete stets, daß sie mir nicht Schaden tun.

6 Ihre Lehrer müssen gesturzt werden über einen Fels; so wird man denn meine Lehre horen, daß sie lieblich sei.

7 Unsere Gebeine sind zerstreuet bis zur Holle, wie einer das Land zerreiftt und zerwuhlet.

8 Denn auf dich, HERR Herr, sehen meine Augen; ich traue auf dich; verstofte meine Seele nicht!

9 Bewahre mich vor dem Stricke, den sie mir gelegt haben, und vor der Falle der Ubeltater.

10 Die Gottlosen mussen in ihr eigen Netz fallen miteinander, ich aber immervorübergehen.

Chapter 142

1 Eine Unterweisung Davids zu beten, da er in der Hohle war.

2 Ich schreie zum HERRN mit meiner Stimme; ich flehe dem HERRN mit meiner Stimme;

3 ich schutte meine Rede vor ihm aus und zeige an vor ihm meine Not.

4 Wenn mein Geist in Angsten ist, so nimmst du dich meiner an. Sie legen mir Stricke auf dem Wege, da ich auf gehe.

5 Schaue zur Rechten, und siehe, da will mich niemand kennen. Ich kann nicht entfliehen; niemand nimmt sich meiner Seele an.

6 HERR, zu dir schreie ich und sage: Du bist meine Zuversicht, mein Teil im Lande der Lebendigen.

7 Merke auf meine Klage, denn ich werde sehr geplagt; errette mich von meinen Verfolgern, denn sie sind mirzu machtig.

8 Führe meine Seele aus dem Kerker, daß ich danke deinem Namen. Die Gerechten werden sich zu mirsammeln, wenn du mirwohltust.

Chapter 143

1 Ein Psalm Davids. HERR, erhore mein Gebet; vernimm mein Flehen urn deiner Wahrheit willen, erhore mich urn deiner Gerechtigkeit willen!

2 Und gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht.

3 Denn der Feind verfolget meine Seele und zerschlagt mein Leben zu Boden; er legt mich ins Finstere, wie die Toten in der Welt.

4 Und mein Geist ist in mir geangstet; mein Herz ist mir in meinem Leibe verzehret.

5 Ich gedenke an die vorigen Zeiten; ich rede von alien deinen Taten und sage von den Werken deiner Hande.

6 Ich breite meine Hande aus zu dir; meine Seele durstet nach dir wie ein dürres Land. Sela.

7 HERR, erhore mich bald, mein Geist vergehet; verbirg dein Antlitz nicht von mir, daß ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren.

8 Laß mich frühe horen deine Gnade; denn ich hoffe auf dich. Tu mir kund den Weg, darauf ich gehen soil; denn mich verlanget nach dir.

9 Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden; zu dir hab ich Zuflucht.

10 Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn.

11 HERR, erquicke mich urn deines Namens willen führe meine Seele aus der Not um deiner Gerechtigkeit willen;

12 und verstore meine Feinde um deiner Güte willen und bringe um alle, die meine Seele angsten; denn ich bin dein Knecht.

Chapter 144

1 Ein Psalm Davids. Gelobet sei der HERR, mein Hort, der meine Hande lehret streiten und meine Fauste kriegen,

2 meine Güte und meine Burg, mein Schutz und mein Erretter, mein Schild, auf den ich traue, der mein Volk unter mich zwinget.

3 HERR, was istder Mensch, dafi du dich sein so annimmst, und des Menschen Kind, daß du ihn so achtest?

4 1st doch der Mensch gleichwie nichts; seine Zeit fahret dahin wie ein Schatten.

5 HERR, neige deine Himmel und fahre herab; taste die Berge an, daß sie rauchen!

6 Laß blitzen und zerstreue sie; schiefie deine Strahlen und schrecke sie!

7 Sende deine Hand von der Hohe und erlose mich und errette mich von großen Wassern, von der Hand derfremden Kinder,

8 welcher Lehre ist kein nutze, und ihre Werke sind falsch.

9 Gott, ich will direin neues Lied singen; ich will dir spielen auf dem Psalter von zehn Saiten

10 der du den Konigen Sieg gibst und erlosest deinen Knecht David vom morderischen Schwert des Bosen.

11 Erlose mich auch und errette mich von der Hand der fremden Kinder, welcher Lehre ist kein nutze, und ihre Werke sind falsch,

12 daß unsere Sohne aufwachsen in ihrer Jugend wie die Pflanzen und unsere Tochterwie die ausgehauenen Erker, gleichwie die Palaste,

13 und unsere Kammern voll seien, die herausgeben konnen einen Vorrat nach dem andern; daß unsere Schafe tragen tausend und hunderttausend auf unsern Dorfern;

14 daß unsere Ochsen viel erarbeiten; daß kein Schade, kein Verlust noch Klage auf unsern Gassen sei.

15 Wohl dem Volk, dem es also gehet! Aber wohl dem Volk, des der HERR ein Gott ist!

Chapter 145

1 Ein Lob Davids. Ich will dich erhohen, mein Gott, du Konig, und deinen Namen loben immer und ewiglich.

2 Ich will dich taglich loben und deinen Namen ruhmen immer und ewiglich.

3 Der HERR ist groß und sehr loblich, und seine Große ist unaussprechlich.

4 Kindeskinder werden deine Werke preisen und von deiner Gewalt sagen.

5 Ich will reden von deiner herrlichen, schonen Pracht und von deinen Wundern,

6 daß man solle reden von deinen herrlichen Taten und daß man erzahle deine Herrlichkeit,

7 daß man preise deine große Güte und deine Gerechtigkeit ruhme.

8 Gnadig und barmherzig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.

9 Der HERR ist alien gütig und erbarmet sich aller seiner Werke.

10 Es sollen dir danken, HERR, alle deine Werke, und deine Heiligen dich loben

11 und die Ehre deines Konigreichs ruhmen und von deiner Gewalt reden,

12 daß den Menschenkindern deine Gewalt kund werde und die ehrliche Pracht deines Konigreichs.

13 Dein Reich ist ein ewiges Reich, und deine Herrschaft wahret fur und fur.

14 Der HERR erhalt alle, die da fallen, und richtet auf alle, die niedergeschlagen sind.

15 Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit.

16 Du tust deine Hand auf und erfüllest alles, was lebet, mit Wohlgefallen.

17 Der HERR ist gerecht in alien seinen Wegen und heilig in alien seinen Werken.

18 Der HERR ist nahe alien, die ihn anrufen, alien, die ihn mit Ernst anrufen.

19 Ertut, was die Gottesfu rchtige n begehren, und horet ihrßchreien und hilft ihnen.

20 Der HERR behutet alle, die ihn lieben, und wird vertilgen alle Gottlosen.

21 Mein Mund soil des HERRN Lob sagen, und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen immer und ewiglich!

Chapter 146

1 Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele!

2 Ich will den HERRN loben, so lange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, weil ich hie bin.

3 Verlasset euch nicht auf Fursten; sie sind Menschen, die konnen ja nicht helfen.

4 Denn des Menschen Geist muß davon, und er muß wieder zu Erde werden; alsdann sind verloren alle seine Anschlage.

5 Wohl dem, des Hilfe der Gott Jakobs ist, des Hoffnung auf dem HERRN, seinem Gott, stehet,

6 der Himmel, Erde, Meer und alles, was drinnen ist, gemacht hat; der Glauben halt ewiglich;

7 der Recht schaffet denen, so Gewalt leiden; der die Hungrigen speiset. Der HERR loset die Gefangenen.

8 Der HERR macht die Blinden sehend. Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind. Der HERR liebet die Gerechten.

9 Der HERR behutet Fremdlinge und Waisen und erhalt die Witwen; und kehret zuruck den Weg der Gottlosen.

10 Der HERR ist Konig ewiglich, dein Gott, Zion, fur und fur. Halleluja!

Chapter 147

1 Lobet den HERRN; denn unsern Gott loben, das ist ein kostlich Ding; solch Lob ist lieblich und schon.

2 Der HERR bauet Jerusalem und bringet zusammen die Verjagten in Israel.

3 Er heilet, die zerbrochenes Herzens sind, und verbindet ihre Schmerzen.

4 Er zahlet die Sterne und nennet sie alle mit Namen.

5 Unser HERR ist graft und von grafter Kraft; und ist unbegreiflich, wie er regieret.

6 Der HERR richtet auf die Elenden und stoftet die Gottlosen zu Boden.

7 Singet umeinander dem HERRN mit Dank und lobet unsern Gott mit Harfen,

8 der den Himmel mit Wolken bedeckt und gibt Regen auf Erden; der Gras auf Bergen wachsen laftt;

9 der dem Vieh sein Futtergibt, den jungen Raben, die ihn anrufen.

10 Er hat nicht Lust an der Starke des Rosses noch Gefallen an jemandes Beinen.

11 Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn furchten, die auf seine Güte hoffen.

12 Praise, Jerusalem, den HERRN; lobe, Zion, deinen Gott!

13 Denn er macht fest die Riegel deiner Tore und segnet deine Kinder drinnen.

14 Er schaffet deinen Grenzen Frieden und sattiget dich mit dem besten Weizen.

15 Er sendet seine Rede auf Erden; sein Wort lauft schnell.

16 Ergibt Schnee wie Wolle, er streuet Reifwie Asche.

17 Er wirft seine Schloften wie Bissen; wer kann bleiben vor seinem Frost?

18 Erspricht, so zerschmilzt es; er laftt seinen Wind wehen, so tauet's auf.

19 Er zeiget Jakob sein Wort, Israel seine Sitten und Rechte.

20 So tut er keinen Heiden, noch laftt sie wissen seine Rechte. Halleluja!

Chapter 148

1 Halleluja! Lobet, ihr Himmel, den HERRN; lobet ihn in der Hohe!

2 Lobet ihn, alle seine Engel; lobet ihn, all sein Heer!

3 Lobet ihn, Sonne und Mond; lobet ihn, alle leuchtenden Sterne!

4 Lobet ihn, ihr Himmel allenthalben, und die Wasser, die oben am Himmel sind!

5 Die sollen loben den Namen des HERRN; denn er gebeut, so wird's geschaffen.

6 Er halt sie immer und ewiglich; er ordnet sie, daß sie nicht anders gehen müssen.

7 Lobet den HERRN auf Erden, ihr Walfische und alle Tiefen;

8 Feuer, Hagel, Schnee und Dampf, Sturmwinde, die sein Wort ausrichten;

9 Berge und alle Hügel, fruchtbare Baume und alle Zedern;

10 Tier und alles Vieh, Gewürm und Vogel;

11 ihr Konige auf Erden und alle Leute, Fursten und alle Richter auf Erden;

12 Junglinge und Jungfrauen, Alte mit den Jungen

13 sollen loben den Namen des HERRN; denn sein Name allein ist hoch; sein Lob gehet, soweit Himmel und Erde ist.

14 Und ererhohet das Horn seines Volks. Alle seine Heiligen sollen loben, die Kinder Israel, das Volk, das ihm dienet, Halleluja!

Chapter 149

1 Halleluja! Singet dem HERRN ein neues Lied! Die Gemeine der Heiligen soil ihn loben.

2 Israel freue sich des, der ihn gemacht hat; die Kinder Zion seien frohlich, uber ihrem Konige!

3 Sie sollen loben seinen Namen im Reigen, mit Pauken und Harfen sollen sie ihm spielen.

4 Denn der HERR hat Wohlgefallen an seinem Volk; er hilft den Elenden herrlich.

5 Die Heiligen sollen frohlich sein und preisen und rühmen auf ihren Lagern.

6 Ihr Mund soli Gott erhohen, und sollen scharfe Schwerter in ihren Handen haben,

7 daß sie Rache üben unterden Heiden, Strafe unter den Volkern,

8 ihre Konige zu binden mit Ketten und ihre Edlen mit eisernen Fesseln,

9 daß sie ihnen tun das Recht, davon geschrieben ist. Solche Ehre werden alle seine Heiligen haben. Halleluja!

Chapter 150

1 Halleluja! Lobet den HERRN in seinem Heiligtum; lobet ihn in der Feste seiner Macht!

2 Lobet ihn in seinen Taten; lobet ihn in seiner groften Herrlichkeit!

3 Lobet ihn mit Posaunen; lobet ihn mit Psalter und Harfen!

4 Lobet ihn mit Pauken und Reigen; lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!

5 Lobet ihn mit hellen Zimbeln; lobet ihn mit wohlklingenden Zimbeln!

6 Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!