Chapter 1
1 Heil sei dem Mann, der nach der Frevler Rat nicht wandelt,nicht auf dem Weg der Sünder bleibt,nicht in der Spötter Runde weilt,
2 den nur des Herren Lehre freut,der seine Lehre Tag und Nacht betrachtet!
3 Er grünet wie der Baum, verpflanzt an Wasserbäche,der Früchte trägt zur rechten Zeit,und dessen Laub nicht welkt.Und was er tut, gerät ihm gut.
4 Nicht so die Frevler!Sie sind wie Spreu, die jeder Wind verweht.
5 Drum halten Frevler nicht in dem Gerichte stand;die Sünder sind nicht bei der Frommen Sammlung.
6 Der Frommen Weg: des Herren Sorge;der Frevler Weg: der Untergang.
Chapter 2
1 Was toben denn die Heiden und schmieden eitle Pläne Nationen?
2 Der Erde Könige verbünden sich,und Fürsten pflegen Rat,dem Herrn und dem, den er gesalbt, zum Trotz:
3 "Auf! Laßt uns ihre Fesseln sprengen,ihr Joch abschütteln!"
4 Der in dem Himmel thront, lacht ihrer;der Herr verspottet sie.
5 Doch schließlich redet er in seinem Zorn mit ihnen;mit seinem Grimme schreckt er sie.
6 "Ich selber habe meinen König eingesetzt zu Sion über meinen heiligen Berg." -
7 Des Herrn Entschließung will ich künden;er sprach zu mir: "Du bist mein Sohn;ich habe heute dich gezeugt.
8 So fordere von mir! Ich gebe Heidenvölker zum Besitze dir,der Erde Grenzen dir zum Eigentum.
9 Zerschelle sie mit einem Eisenstocke,zerschmettere sie gleich irdenem Gefäß."
10 Nun, Könige! Bedenkt es wohl!Erdenrichter, laßt euch warnen!
11 In Ehrfurcht dient dem Herrn,und werft euch zitternd nieder!
12 Und huldigt ohne Falsch, daß er nicht zürne und ihr auf irrem Weg verderbet!Ein kleines nur, und schon entbrannt sein Zorn.Heil allen, die bei ihm sich bergen!
Chapter 3
1 Ein Lied Davids auf der Flucht vor seinem Sohne Absalom.
2 Wie sind's, Herr, meiner Dränger viel!So viel, die aufstehn gegen mich!
3 Wie mancher sagt von mir:"Für ihn gibt's keine Hilfe mehr bei Gott!" (Sela.)
4 Du aber, Herr, Du bist um mich ein Schild;Du bist mein Siegesruhm, und Du erhebst mein Haupt. -
5 Ich rufe laut zum Herrn;von seinem heiligen Berg erhört er mich. (Sela.)
6 Ich leg mich nieder, schlafe ein,und ich erwache wieder; der Herr verleiht mir Kraft. -
7 Ich fürchte mich deswegen nicht vor vielen Tausenden,die um mich her sich lagern. -
8 Auf, Herr! Mein Gott! Hilf mir!Oh, schlügest Du doch allen meinen Feinden ins Gesicht,zerschmettertest Gottlosen ihre Zähne! - Des Herren ist der Sieg,Dich hoch zu preisen Deines Volkes Pflicht!
Chapter 4
1 Auf den Siegesspender, mit Saitenspiel, ein Lied, von David.
2 Erhöre mich, Gott meines Heils, dieweil ich rufe!Verschaffe Luft mir in der Not!Sei gnädig Herr! Erhöre mein Gebet! -
3 Wie lang, ihr Männer,wird geschändet meine Ehre und liebet ihr den Tand und jaget nach dem Truge? (Sela.)
4 Bedenkt, daß seine Frommen so der Herr auszeichnet:"Mich hört der Herr, sobald ich zu ihm rufe."
5 Wenn ihr euch keine Ruhe gönnet,dann sündiget doch nicht!Zerbrecht ihr euch den Kopf auf eurem Lager,dann schweiget wenigstens! (Sela.)
6 Bringt lieber richtige Opfer dar!Vertraut dem Herrn! -
7 Die Masse sagt: "Wer läßt uns Gutes nur genießen?"Uns aber laß das Licht, Herr, Deines Angesichtes leuchten!
8 Mehr Freude legst Du mir ins Herz,als wenn sich Korn und Wein vermehrt. Ich kann mich sorglos niederlegen und mich dem Schlummer überlassen;denn Du läßt mich ganz ungestört und sicher ruhen, Herr.
Chapter 5
1 Auf den Siegesspender, für den Chor, ein Lied, von David.
2 Hör meine Worte, Herr!Merk auf mein Seufzen!
3 Auf meinen Angstschrei horche,mein König und mein Gott!Ich bete ja zu Dir. -
4 In aller Frühe, Herr, erhöre meinen Ruf!Dein harre ich in aller Frühe und spähe aus.
5 Du bist ja nicht ein Gott, dem Übermut gefällt;nicht hat das Böse Reiz für Dich.
6 Vor Deine Augen dürfen Dir nicht Spötter kommen;Du hassest alle Übeltäter.
7 Und Du vertilgst die Lügenredner. -Dem Herrn ein Abscheu sind des Blutes und des Truges Männer.
8 Durch Deine große Güte läßt Du mich Dein Haus betreten;zu Deinem heiligen Palast gewandt,sink ich in Ehrfurcht betend vor Dir nieder. -
9 Führ mich zu der Gerechtigkeit, die Dir gefällt!Um meiner Feinde willen, Herr,ebne mir Deinen Weg! -
10 In keinem Mund von Wahrheit eine Spur!In ihrem Herzensgrund ist Unheil und ihre Kehle eine offene Grube!Mit ihrer Zunge heucheln sie.
11 Gott! Strafe sie!Durch ihre eigenen Pläne laß sie niedersinken!Zu Fall bring sie durch ihrer Frevel Menge!Sie trotzen Dir.
12 Dann freu'n sich alle, die zu Dir sich flüchten,frohlocken ewiglich, daß Du sie schirmst.Dann jubeln über Dich, die Deinen Namen lieben. Du selbst, Herr, segnest ja den Frommen,und wie mit einem Schild umgibst Du ihn mit Huld.
Chapter 6
1 Auf den Siegesspender, mit Saitenspiel, ein Gesang, ein Lied, von David.
2 Herr! Straf mich nicht in Deinem Zorn!In Deinem Grimme züchtige mich nicht!
3 Herr! Sei mir gnädig!Ich vergehe, Herr!Verschone mich!Erschüttert ist mein Leib.
4 Die Seele ist mir ganz verwirrt.Und Du, Herr, ach wie lange noch?
5 Noch einmal rette mir du Leben, Herr!Hilf mir um Deiner Gnade willen!
6 Im Tode denkt man Deiner nicht.Wer lobte Dich im Schattenreich? -
7 Von meinem Seufzen bin ich müde;ich bade jede Nacht mein Bett und netze meine Ruhestatt mit Tränen.
8 Vor Kummer schlaflos ist mein Auge beim Blick auf alle meine Widersacher.
9 Weicht, Übeltäter all', von mir!Mein lautes Weinen hört der Herr.
10 Mein Flehen hört der Herr;der Herr nimmt meine Bitte an. Beschämt, bestürzt sei'n alle meine Feinde! Zurück!In einem Augenblicke seien sie zuschanden! -
Chapter 7
1 Von David, ein Geheimspruch, den er dem Herrn gesungen wegen des ungestümen Benjaminiten.
2 Ich suche Schutz bei Dir, Du Herr, mein Gott.Komm mir zu Hilfe wider alle, die mir nachstellen!
3 Nicht soll man mich zerfleischen, wie's die Löwen tun,nicht rettungslos zerreißen! Du befreie mich!
4 Du, Herr, mein Gott, wenn solches ich getan,wenn Frevel klebt an meiner Hand,
5 wenn ich vergolten Böses meinen friedlichen Gefährten,wenn ich mich meines Gegners voller Hinterlist entledigt,
6 dann eile mir der Feind auch nach und greife mich!Zu Boden trete er mein Leben,daß in den Staub mein Wesen sinke! (Sela.)
7 Auf, Herr, in Deinem Zorne!Erheb Dich grimmig gegen meine Feinde!Mein Gott, wach auf! Bestelle das Gericht!
8 Die Völkerschar umringe Dich!Hoch über ihr nimm Deinen Sitz!
9 Herr, schaff mir Recht, der Du die Völker richtest!Nach meiner Rechtlichkeit und Lauterkeit geschehe mir, o Herr! -
10 Der Frevler Tücke sei zu Ende!Richt den Gerechten auf!Du bist's, der Herz und Nieren prüft,doch ein gerechter Gott. -
11 Bei Gott steht meine Ehre;Er hilft den frommen Herzen.
12 Gott führt des Frommen Sache wider den,der allzeit übermütig ist.
13 Fürwahr, der schärft sein Schwert schon wieder und spannt den Bogen, zielt mit ihm.
14 Doch nur für sich bereitet er die mörderischen Waffen und macht die Pfeile scharf.
15 Also empfängt er Unheil selbst,ist unheilschwanger und gebiert Enttäuschung.
16 Er gräbt an einem Grab und höhlt es aus und gleitet selber in die Gruft, die er gemacht.
17 Sein Frevel trifft sein eigen Haupt;sein Unrecht stürzt auf seinen Scheitel nieder. Den Herrn will ich lobpreisen, daß er so gerecht,und von dem Ruhm des Herrn, des Höchsten, singen.
Chapter 8
1 Auf den Siegesspender, ein Kelterlied, ein Lied, von David.
2 Herr, unser Herr!Wie glorreich ist Dein Name auf der ganzen Erde!Wie herrlich ist Dein Ruhm am Himmel!
3 Aus Kindes- und aus Säuglingsmund hast Du Dir Ruhm geschaffen, zum Trutz den Widersachern Dein,und machst so Feind und Groller stumm. -
4 Betrachte ich den Himmel, Deiner Finger Werk,den Mond, die Sterne, die Du all erschaffen:
5 Was ist der Mensch, daß seiner Du gedenkst?Das Menschenkind, daß sein Du achtest?
6 Nur wenig hast Du ihn der Gottheit nachgesetzt,mit Glanz und Herrlichkeit gekrönt,
7 ernennest ihn zum Herrn der Werke Deiner Hände und unterwirfst ihm alles:
8 die Schafe und die Rinder all,des Feldes Wild,
9 des Himmels Vögel und des Meeres Fische,was sonst noch durch die Meeresstraßen zieht. Herr, unser Herr!Wie glorreich ist Dein Name auf der ganzen Erde!
Chapter 9
1 Auf den Siegesspender, beim Tode eines Kindes, ein Lied, von David.
2 Ich preise Dich von ganzem Herzen, Herr.Ich will erzählen alle Deine Wundertaten.
3 Ich will mich jubelnd Deiner freuen,besingen Deinen Namen, Höchster,
4 Wenn meine Feinde rückwärts weichen,durch Sturz vor Dir vernichtet werden.
5 Verschaff mir Recht, Gerechtigkeit als Richter der Gerechtigkeit auf hohem Throne!
6 Schilt aus die Heiden; Frevler tilge!Lösch ihren Namen ewig aus!
7 Dahin die Feinde!Für alle Zeit vergessen ihre Städte und vernichtet!Und selbst ihr Angedenken sei verschwunden! -
8 In Ewigkeit verbleibt der Herr;schon läßt er zum Gerichte seinen Thron aufstellen.
9 Gerecht wird er den Weltkreis richten und nach Gebühr den Völkern Urteil sprechen.
10 So wird der Herr zum Horte den Bedrückten;ein Hort zur Zeit der Trübsal.
11 Darum vertrauen die Bekenner Deines Namens Dir;denn Du verläßt die nicht, Herr, die Dich suchen. -
12 Lobsingt dem Herrn, der auf dem Sion thront!Tut kund den Völkern seine Schreckenstaten!
13 Der Bluttat rächt, gedenkt auch ihrer noch,den Klageschrei der Dulder überhört er nicht.
14 Herr! Sei mir gnädig! - Sieh, was ich von meinen Hassern leide!Du kannst mir aus des Todes Pforten helfen,
15 auf daß ich an der Sions-Tochter Toren all Deinen Lobpreis künde und jubelnd mich an Deinem Heil erfreue! -
16 Die Heiden sollen in die Grube stürzen, die sie selbst gegraben;im Netz, das heimlich sie gelegt, die Füße sich verfangen!
17 Kund tue sich der Herr, vollziehe das Gericht!In seiner eigenen Hände Werk verstricke sich der Bösewicht! Higajon. (Sela.)
18 Zur Hölle sollen Frevler fahren,die Heiden all, die Gottvergessenen.
19 Der Arme bleibt nicht ewiglich vergessen.Nicht ist der Elenden Erwartung immerfort vergeblich. -
20 Auf, Herr! Laß Menschen nicht obsiegen!Die Heiden laß vor Dir gerichtet werden! Gib ihnen eine Lehre, Herr,auf daß die Heiden spüren, daß sie doch nur Menschen sind! (Sela.)
Chapter 10
1 Warum stehst Du so ferne, Herr,entziehst Dich in der Zeit der Not? -
2 Gequält wird durch des Frevlers Übermut der Arme;er fängt ihn durch die Ränke, die er sich ersonnen.
3 Gejubelt hat nach Herzenslust der Frevler,Gewissenlosigkeit gepriesen und dazu den Herrn geschmäht.
4 Der Frevler spricht in höchstem Stolz: "Man ahndet nichts;dafür gibt's keinen Gott." Bestehen bleiben alle seine Pläne.
5 Sein Weg ist stets erfolgreich,und ferne sind ihm Deine Strafgerichte;all seine Gegner höhnt er aus.
6 Er denkt bei sich: "Ich wanke nimmer in der Zukunft Zeit,in der kein Übel ist."
7 Voll Meineid, Trug und Arglist ist sein Mund,und was er spricht, ist Unheil und Verderben.
8 Er liegt auf Lauer hinter Zäunen,um im Verstecke Wehrlose zu morden;nach Unglücklichen spähen seine Augen aus.
9 Er lauert im Versteck, dem Löwen gleich im Dickicht;er lauert, einen Armen zu erhaschen.Er zieht sein Netz zusanunen, hascht den Armen.
10 Der krümmt und windet sich;doch schließlich fällt der Unglückselige in seine Klauen.
11 "Gott denkt nicht dran", spricht er bei sich."Er hat sein Angesicht verhüllt und sieht es nicht in Ewigkeit." -
12 Auf, Herr! Den Arm erhebe, Gott!Vergiß doch nicht der Elenden! -
13 Was höhnt der Frevler Gott und denkt bei sich: "Du ahndest nichts"? -
14 Du hast's gesehn, Du schaust ja hin auf Leid und Jammer.In Deine Hände sich ergebend,auf Dich verläßt sich, wer in Not.Verwaisten bist Du ja ein Helfer.
15 Zerbrich des Frevlers Arm;zerschmettere ihn! Wenn er nach seinem Frevel greift,dann fasse er ihn nimmermehr! -
16 Der Herr sei König immer und auf ewig!Aus seinem Lande mögen fort die Heiden schwinden!
17 Den Wunsch der Elenden erhöre, Herr,und ihres Herzens Sorgen neige hin Dein Ohr,
18 und schaff den Waisen und Bedrängten Recht,daß sie nie mehr ein Mensch im Lande schrecke!
Chapter 11
1 Auf den Siegesspender, von David. - Ich berge mich beim Herrn.Was sagt ihr da zu mir: "Entfliehe wie ein Vöglein in die Berge!
2 Die Frevler spannen schon den Bogen und legen auf die Sehne ihren Pfeil,um unsichtbar auf Menschen ohne Schuld ihn abzuschießen.
3 Vernichtet werden ja die Wohnstätten.Was kann der Fromme da noch tun?"
4 In seinem heiligen Palaste ist der Herr,sein Thron im Himmel.Jedoch sein Auge schaut herab;sein Blick durchforscht die Menschenkinder.
5 Gefallen hat der Herr am Frommen;den Frevler und den Mann, der Unrecht liebt, haßt seine Seele.
6 Hernieder auf die Frevler lasse er des Feuers Glut und Schwefel regnen,und ihres Bechers Gabe sei der Hauch der Glut!
7 Gerecht ist ja der Herr; er liebt Gerechtigkeit;sein Antlitz schauen nur die Redlichen.
Chapter 12
1 Auf den Siegesspender, ein Gesang, ein Lied, von David.
2 Zu Hilfe, Herr! Die Frommen sind dahin;die treuen Seelen sind verschwunden aus der Menschen Mitte.
3 Mit seinem Nächsten redet jeder falsch und doppelsinnig reden sie in heuchlerischer Sprache. -
4 Der Herr vertilge all die glatten Lippen und jede Zunge, die vermessen spricht:
5 "Durch unsere Zunge sind wir stark!Wenn unser Mund uns Beistand ist, wer meistert uns?"
6 "Ob Elender Bedrückung, ob der Jammerklage Armer ich mich erhebe", spricht der Herr,"Heil bring ich dem, der es begehrt."
7 Lautere Worte sind des Herren Worte,ein Silber, gut geläutert, von der Erde siebenfach gereinigt. -
8 Du, Herr: mögst Du sie halten und ewig uns vor dem Gelichter schützen! Die Frevler sollen betteln gehen,der Menschenkinder niedrigste erhöhet werden!
Chapter 13
1 Auf den Siegesspender, ein Lied von David.
2 Wie lange willst Du mich vergessen, Herr,wie lange noch Dein Antlitz mir verhüllen?
3 Wie lange soll ich meinen Geist mit Sinnen,mein Herz mit Sorgen täglich quälen?Wie lange noch mein Feind obsiegen über mich?
4 Schau her, erhöre mich, Du Herr, mein Gott!Erleuchte meine Augen, daß ich des Todes nicht entschlafe,
5 daß nicht mein Feind sich rühme: "Den hab ich bezwungen",nicht meine Gegner jubeln, daß ich wanke!
6 Ich baue fest auf Deine Huld.Mein Herz frohlocke über Deine Hilfe! -Ich will dem Herrn lobsingen, wenn er mir Gutes unverdient getan. -
Chapter 14
1 Auf den Siegesspender, von David. - In seinem Herzen spricht der Tor:"Kein Gott ist da."Verkehrt, verrucht sind sie in ihrem Treiben,und keiner ist, der Gutes täte.
2 Vom Himmel her hat sich der Herr geneigt,hernieder auf die Menschenkinder sieht er,ob jemand der Vernunft gehorcht und Gott aufsucht.
3 Doch alle sind im Frevelwahn verderbt,und keiner ist, der Gutes täte, nicht einer. -
4 Erfuhren's nicht die Übeltäter alle,die meines Volkes Speisen neulich aufgezehrt,und die den Herrn gelassen außer acht?
5 Ein Schrecken hatte auf der Stelle sie gepackt;denn Gott war beim Geschlecht der Frommen. -
6 Ihr werdet Ehrfurcht haben vor der Elenden Gemeinde;denn ihre Zuflucht ist der Herr. -
7 Von Sion komme Heil für Israel!Ach, wendete der Herr doch seinem Volke das Geschick!Dann würde Jakob fröhlich sein und Israel frohlocken. -
Chapter 15
1 Ein Lied, von David. - Wer darf in Deinem Zelte wohnen, Herr?Wer darf auf Deinem heiligen Berge weilen?
2 Nur wer unsträflich wandelt, tut, was recht ist,von Herzen Wahrheit redet,
3 mit seiner Zunge nicht verleumdet,nichts Böses seinem Nächsten tut,nicht Schmach ob der Verwandten auf sich nimmt.
4 In dessen Blick ein hoffnungslos Verlorener verachtet ist,der Achtung hat vor denen, die den Herrn fürchten,zu seinem Schaden schwört und doch nicht ändert,
5 wer nicht sein Geld auf Zinsen leiht und gegen Unschuld nicht Bestechung nimmt,wer ohne Schwanken also handelt. -
Chapter 16
1 Ein Weihegesang, von David. - Beacht mich, Herr, wie ich bei Dir mich berge! -
2 Ich spreche zu dem Herrn: "Du Herr! Du bist mein Glück;nichts geht mir über Dich."
3 Die Heiligtümer, die im Land, die wundervollen,sind meine ganze Freude.
4 Die mehren ihre Schmerzen, die einem anderen zueilen.Ich nehme nimmer teil an ihren Blutspenden und bringe nicht auf meine Lippen ihre Namen.
5 Der Herr ist ja mein Anteil und mein Becher. -Du wirfst mein Los. -
6 Die Lose sind für mich aufs Lieblichste gefallen;der Erbanteil gefällt mir über alle Maßen.
7 Den Herren preise ich, der mich berät,und auch die Nächte, da mich mein Gewissen mahnte.
8 Ich stelle stets vor mich den Herrn;ich wanke nicht, wenn er zu meiner Rechten steht. -
9 Drob freue sich mein Herz und juble mein Gemüt!Und sicher ruht mein Leib.
10 Du läßt nicht meine Seele in der Unterwelt,und Deinen Frommen läßt Du nicht Verwesung spüren.
11 Du tust mir kund des Lebens Pfad zur Fülle jener Freuden, die bei Dir nur sind,zu ewigen Wonnen, die in Deiner Rechten.
Chapter 17
1 Ein Gebet, von David. - Gerechte Sache höre, Herr!Mein Flehen merk!Vernimm mein Beten mit den Lippen sonder Trug!
2 Nur Recht ergeht von Deinem Angesicht;untrüglich schauen Deine Augen.
3 Wenn Du das Herz mir prüftest,in der Nacht es überraschtest und gründlich mich durchforschtest,fändst Du nicht,daß ich gedacht, was meinen Mund nicht überschreiten durfte.
4 Und bei den Löhnen für die Leute gab ich acht nach Deines Mundes Worten auf den Lebensunterhalt.
5 Und meine Schritte hielten fest an Deinen Gleisen nicht wankten meine Tritte.
6 So rufe ich zu Dir, daß Du mich, Gott, erhörest!Neige Dein Ohr zu mir! Auf meine Rede höre!
7 Erzeige Deine Wundergüte, Retter derer,die vor ihren Widersachern bei Deiner Rechten Zuflucht suchen!
8 Dem Augensterne gleich behüte mich!Verbirg mich in dem Schatten Deiner Flügel
9 vor Frevlern, die mich überfallen,vor meinen Feinden, die mich voller Gier bedrängen!
10 Fühllos verschließen sie ihr Herz;im Übermute spricht ihr Mund.
11 Sie stürzen sich auf mich, umringen mich;zu Boden senken sie die Augen. -
12 Er gleicht dem Löwen, der auf Beute lauert,dem Jungleu im Verstecke.
13 Auf, Herr! Tritt ihm entgegen! Wirf ihn nieder!Errette mich vor Bösewichten durch Dein Schwert,
14 vor Leuten, Herr, durch Deine Hand,vor Leuten, deren Teil im Leben nur die Welt,ja, durch Dein Schwert vor solchen, die ein Schlemmerleben führen,und die samt ihren Kindern voll gesättigt sind,und die, was übrigbleibt, den Enkeln hinterlassen können!
15 Ich aber schaue durch Gerechtigkeit Dein Angesicht und labe mich an Deinem Anblick voll Begier.
Chapter 18
1 Auf den Siegesspender, von des Herrn Knecht, von David, der dem Herrn zu Ehren dieses Lied gedichtet, als ihn der Herr aus der Gewalt aller seiner Feinde und besonders Sauls errettet hatte.Er sprach:
2 "Ich liebe, Herr, Dich herzlich, meine Stärke." -
3 Der Herr ist mir ein Fels und eine Rettungsburg;mein Gott, mein Hort, wo ich mich berge,mein Schild, mein sieghaft Horn und meine Feste.
4 "Gepriesen sei der Herr!" darf ich nur rufen und bin von meinen Feinden schon erlöst.
5 Schon hatten Todesfluten mich umgeben;mich schreckten des Verderbens Ströme.
6 Der Hölle Stricke hatten mich umschlungen;des Todes Schlingen überraschten mich.
7 Da rief ich in der Not zum Herrn und schrie zu meinem Gott um Hilfe.Er hört in seinem Tempel meine Stimme,und mein Geschrei dringt ihm zu Ohren. -
8 Die Erde ward erschüttert und sie bebte;der Berge Festen zitterten;sie wankten. Denn er war ergrimmt.
9 Aufquoll' aus seiner Nase Rauch;aus seinem Munde sprühte Feuer,und eine Glut ward von ihm ausgesprüht.
10 Den Himmel neigte er und fuhr hernieder,ein tiefes Dunkel unter seinen Füßen.
11 Er fuhr auf einem Cherub, flog einher,auf Windesflügeln schwebend.
12 Zur Hülle nahm er Dunkel rings um sich und Wasserflut und dicht Gewölke.
13 Am Glanze seiner Nähe haben seine Wolken entzündet Hagel, Feuerströme.
14 Der Herr im Himmel donnerte;der Höchste ließ die Stimme dröhnen;da gab es Hagelschauer, Feuergluten.
15 Und seine Pfeile schoß er ab nach allen Seiten und warf die Blitze hin in regelloser Wahl.
16 Und Wasserströme zeigten sich;der Erde Gründe wurden bloßgelegt vor Deinem Drohen, Herr,vor Deinem Zornesschnauben. -
17 Mich aber griff er aus der Höhe, faßte mich,und zog mich aus den mächtigen Gewässern,
18 entriß mich meinen argen Feinden und meinen überlegenen Hassern,
19 die mich an meinem Unglückstage überfielen.So wurde mir der Herr zur Stütze.
20 Er führte mich ins Freie hin,befreite mich, weil er an mir Gefallen fand,
21 vergalt mir so nach meiner Rechtlichkeit und lohnte mir nach meiner Hände Reinheit.
22 Denn immer habe ich des Herren Wege eingehalten und nimmer gegen meinen Gott gefrevelt,
23 behielt ich doch vor Augen alle seine Rechte,und seine Satzungen ließ ich nie aus dem Sinn.
24 Ich hatte mich ganz ungeteilt ergeben und suchte mich vor meiner Lieblingssünde zu bewahren.
25 Darum vergalt der Herr mir auch nach meiner Rechtlichkeit,nach der ihm wohlbekannten Reinheit meiner Hände. -
26 Du bist dem Frommen hold,dem Treugesinnten treu gesinnt,
27 verfährst mit Reinem rein,doch böse mit dem Bösen.
28 Dem armen Volke stehst Du bei,die stolzen Blicke schlägst Du nieder.
29 Du lässest ja mein Lichtlein leuchten,Du Herr, mein Gott, der meine Finsternis erhellt.
30 Mit Dir anrenne ich die Wälle;mit meinem Gotte überspringe ich die Mauern.
31 Truglos ist Gottes Weg;geläutert ist das Wort des Herrn,ein Schild für alle, die zu ihm sich flüchten.
32 Denn wer ist Gott,wenn nicht der Herr?Wer sonst ein Hort als unser Gott?
33 Der Gott, der mich mit Stärke gürtet und meinen Weg gefahrlos macht,
34 der meine Füße macht wie die der Rehe,mich sicher stellt auf meinen Höhen,
35 der meine Hände kämpfen lehrt und meine Arme eherne Bogen spannen läßt.
36 Du reichst mir Deinen Siegesschild,und Deine Rechte stützt mich,und Deine Stärkung macht mich kräftig.
37 Und meinen Schritten gibst Du weiten Raum,und meine Knöchel wanken nicht.
38 Ich setze meinen Feinden nach und greife sie und kehre nicht zurück, bis daß ich sie vernichtet.
39 Ich schlage sie, daß sie sich nimmermehr erheben;sie liegen unter meinen Füßen.
40 Du gürtest mich mit Kraft zum Kampfe,und meine Gegner beugst Du unter mich.
41 Und meiner Feinde Rücken zeigst Du mir,daß ich vertilge meine Hasser.
42 Sie rufen - niemand hilft -zum Herrn, er hört sie nicht.
43 Und ich zermalme sie wie Staub vorm Winde,zerstampfe sie gleich Gassenkot.
44 Du rettest mich vor Tausenden von Kriegervölkern;zum Haupt von Heiden machst Du mich,mir unbekannte Leute dienen mir.
45 Des Auslands Söhne schmeicheln mir;aufs Hörensagen leisten sie mir schon Gehorsam,
46 und andere Fremdlinge verschwinden und sitzen zitternd in Verstecken. -
47 Lebendig ist der Herr und hochgepriesen als mein Hort,steht hoch da als mein hilfereicher Gott. -
48 Gott, der Du mir verhilfst zur Rache und Völker mir zu Füßen legst,
49 der Du vor meinen Feinden mich errettest,Du machst mich meinen Gegnern fürder unerreichbar und rettest mich vor Wüterichen.
50 Dafür lobpreise ich Dich bei den Heiden, Herr,und singe also Deinem Namen: Heilvoller Turm für seinen König,der David, den er salbte, Huld erweist,und seinem Stamme ewiglich.
Chapter 19
1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David.
2 Die Himmel rühmen Gottes Ehre:das Sterngewölbe kündet seiner Hände Werk.
3 Die Botschaft raunt ein Tag dem andern zu,und eine Nacht tut sie der andern kund.
4 Nicht Reden sind's, nicht Worte,die nicht vernehmlich klängen.
5 Ihr Schall durchtönt die ganze Erde,und ihre Laute dringen bis zum Rand der Welt.Ein Zelt ist auf ein Jahr dort für den Sonnenball,
6 der, einem Bräutigam gleich, aus seiner Kammer tritt und freudig, wie ein Krieger, seine Bahn durchläuft,
7 der von dem Rand des Himmels seinen Ausgang hat,an seinen Grenzen seinen Umschwung nimmt, vor dessen Strahlen nichts verborgen bleibt.
8 Des Herrn Gesetz ist makellos und eine Seelenspeise.Des Herrn Verordnung ist bewährt und macht die Toren weise.
9 Des Herrn Befehle sind gerecht,Gemüt und Herz erfreuend.Des Herrn Gebot ist tadellos und spendet Licht den Augen.
10 Die Furcht des Herrn ist unfehlbar,auf ewig unvergänglich.Die Satzungen des Herrn sind wahr,gerecht befunden allzumal,
11 kostbarer noch als Gold, als feinstes Gold in Menge;und süßer noch als Honigseim und Waben.
12 Vorsichtig geht Dein Knecht mit ihnen um,verwendet vielen Fleiß auf ihr Befolgen.
13 Doch wer ist jeden Irrtums sich bewußt?Von unbewußten Schwächen sprich mich los!
14 Beschütze Deinen Knecht auch vor mutwilligen Verfehlungen!Sie mögen mich nicht überwältigen!Dann bin ich ohne Tadel und bleibe völlig frei von Missetat. Gefallen laß Dir meines Mundes Worte und meines Herzens Sinnen,mein Hort und mein Erlöser, Du mein Herr!
Chapter 20
1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David.
2 Der Herr erhöre dich noch an dem Tag der Not!Des Gottes Jakobs Name schütze dich!
3 Er sende aus dem Heiligtum dir Hilfe und stütze dich von Sion her!
4 Er nehme an all deine Opfergaben und freue sich an deinen Brandopfern! (Sela.)
5 Er gebe dir, was nur dein Herz begehrt;und lasse alle deine Pläne wohl gelingen!
6 Dann jauchzen wir ob deines Sieges und jubeln laut in unseres Gottes Namen.Der Herr erfülle dir die Wünsche all! -
7 jetzt weiß ich es: Der Herr hilft dem, den er gesalbt,erhört ihn von dem heiligen Himmel her mit hilfereichen Taten seiner Rechten.
8 Sind jene noch so stolz auf Wagen und auf Rosse,wir sind es auf den Namen unsres Herrn und Gottes.
9 Sie krümmen sich und stürzen hin;wir aber stehen wieder auf. Herr, hilf dem König und höre uns, sooft wir rufen!
Chapter 21
1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David.
2 Ein König freut sich über Deine Macht,und wie frohlockt er über Deine Hilfe, Herr!
3 Erfüllt hast Du ihm seinen Herzenswunsch,ihm nicht versagt, was seine Lippen sich erfleht. (Sela.)
4 Entgegen kamst Du ihm mit reichem Segen und setztest eine goldene Krone ihm aufs Haupt.
5 Um Leben hat er Dich gebeten; Du hast's ihm geschenkt,ein langes Leben, unvergänglich.
6 Sein Ruhm wird groß durch Deine Hilfe;Du hüllest ihn in Glanz und Majestät.
7 Du machst zum Segen ihn für immerdar und labst ihn mit den Wonnen Deines Angesichtes. -
8 Ja, auf den Herrn vertraut der König und zweifelt nimmer an des Höchsten Huld. -
9 Gewachsen allen Deinen Feinden zeigt sich Deine Hand,gewachsen Deine Rechte allen denen, die Dich hassen.
10 Zur rechten Zeit, o Herr,machst Du Dein Angesicht zur Feueresse,die sie mit ihrer Glut vernichtet,und Feuer frißt sie auf.
11 Du tilgst vom Boden ihre Frucht und aus den Menschenkindern ihren Stamm,
12 Weil sie mit Bösem Dir gedroht und Pläne sich ersonnen,wie sie es nimmer durften.
13 Denn grausam wirfst Du diese hin und zielst mit Deinem Bogen auf ihr Angesicht. Erhebe, Herr, Dich wiederum in Deiner Kraft!Wir möchten Deinen Sieg mit Sang und Spielen feiern.
Chapter 22
1 Auf den Siegesspender bei der Morgenröte, ein Lied, von David.
2 Mein Gott, mein Gott, was hast Du mich verlassen,und stehst so ferne meinen Angst- und Klagerufen?
3 Mein Gott, am Tag erhebe ich den Ruf,und Du erhörst mich nicht,und also in der Nacht;Stillschweigen ist mir nicht vergönnt.
4 Und doch bist Du der Heilige Israels,Du schrecklich Thronender.
5 Auf Dich vertrauten unsere Väter;sie hofften, und Du halfest ihnen.
6 Sie schrieen auf zu Dir und fanden Rettung,und ihr Vertrauen auf Dich ward nicht getäuscht.
7 Ich aber bin ein Wurm, kein Mann,der Leute Spott, verachtet von dem Pöbel.
8 Mich höhnt, wer mich nur sieht,verzieht den Mund und schüttelt mit dem Kopf.
9 "Er freut sich an dem Herrn, der rette ihn!Der helfe ihm! Er ist sein Liebling."
10 Du halfst mir aus der Mutter Schoß;Du bargst mich an der Mutter Brust.
11 Auf Dich bin ich vom Mutterschoß her angewiesen;vom Mutterleibe an bist Du mein Gott.
12 Bleib mir nicht fern!Die Not ist nah, und niemand hilft.
13 Der Farren viele stehen um mich her,und mich umringen Basanstiere.
14 Sie sperren gegen mich die Rachen auf,wie Löwen, die vor Mordlust brüllen.
15 Wie Wasser bin ich hingegossen;all meine Glieder haben sich gelöst.Mein Herz ist mir wie Wachs geworden,in meinem Busen hingeschmolzen.
16 Vertrocknet ist wie Lehm mein Schlund;am Gaumen haftet mir die Zunge,und wie mit Todesfarbe überzieht es mich.
17 Denn Hunde haben mich umringt,der Frevler Rotte mich umgeben;sie machen Löcher mir an Händen und an Füßen.
18 Ich spüre Pein in allen meinen Gliedern;sie schauen zu und weiden sich an mir.
19 Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen über mein Gewand das Los.
20 Herr, sei nicht fern!Zu Hilfe, meine Stärke; schnell!
21 Errette vom Verderben meine Seele,aus der Gewalt der Hunde jetzt mein Leben!
22 Entreiße mich der Löwen Rachen!Rett aus den Hörnern der Wildochsen mich!
23 Dann kündige ich meinen Brüdern Deinen Ruhm und preise Dich in der Gemeinde also:
24 "Die ihr den Herrn fürchtet, preiset ihn!Von Jakobs Stamm ihr alle, ehret ihn!Von Israels Geschlecht ihr alle, fürchtet ihn!
25 Denn er verachtet und verschmäht es nicht,den Armen zu erhören,verhüllt sein Antlitz nicht vor ihm,und wenn er zu ihm ruft, erhört er ihn."
26 Dann trag ich meine Dankesschuld in großer Volksgemeinde ab;ich bringe dann gelobte Opfer dar vor denen, die ihn fürchten.
27 Dann sollen satt die Armen werden,den Herrn rühmen, die ihn suchen:"Auflebe euer Herz für immer!"
28 Dann kehren sich zum Herrn die Erdenenden alle,und alle Heidenstämme beten vor Dir dann an, bedenkend,
29 daß nur dem Herrn das Königtum gebührt,und daß er auch den Heiden Herrscher ist.
30 Nur ihn allein beten auf Erden alle an.Ihm beugt sich, wer zur Grube fährt und dessen Seele nicht mehr lebenskräftig.
31 Die Nachwelt derer, die ihm dienen,sie rühmt den Herrn dem kommenden Geschlecht und kündet einem nachgeborenen Volke seine Liebe und was er ihm getan.
Chapter 23
1 Ein Lied, von David. - Mein Hirte ist der Herr;mir mangelt nichts.
2 Er lagert mich auf grünen Auen;er leitet mich zu stillen Wassern,
3 lenkt mein Begehr und leitet mich auf rechten Pfaden zu seines Namens Wohnstatt hin. -
4 Und walle ich im Tal des Todesschattens,ich fürchte keinerlei Gefahr;denn Du begleitest mich. Ein Trost sind mir Dein Stab und Deine Rute,die mir zur Leitung dienen.
5 Du richtest mir ein Mahl vor meinen Neidern zu.Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir vollen Becher ein.
6 In meinem Leben folgt mir Glück und Huld,und immer weile ich im Haus des Herrn.
Chapter 24
1 Von David, ein Lied. - Die Erde ist des Herrn und was sie füllt;sein ist die Welt und alles, was da wohnt.
2 Auf Meere hat er sie gegründet,auf Ströme sie gestellt.
3 Wer darf den Berg des Herrn besteigen?Wer seinen heiligen Ort betreten?
4 Wer reine Hände hat und lautern Herzens ist,wer nie nach Falschheit giert, dem Wahn nicht huldigt,
5 wer Segen von dem Herrn empfängt und Wohlergehn von seines Heiles Gott.
6 Also gesinnt ist das Geschlecht, das sein begehrt,und das dein Antlitz, Jakob, sucht. (Sela.)
7 Hebt eure Häupter hoch, ihr Tore.Ihr alten Pforten recket euch!Einzieht der Völkermenge König.
8 Wer ist der Völkermenge König?Der Herr ist es, der Starke und Gewaltige,der Herr, der Kriegsheld. -
9 Hebt eure Häupter hoch, ihr Tore.Erhebet sie, ihr alten Pforten!Einzieht der Völkermenge König.
10 Wer ist der Völkermenge König?Der Herr der Heeresscharen.Er ist der Völkermenge König. (Sela.)
Chapter 25
1 Von David. - Nach Dir verlangt mich, Herr.
2 Mein Gott, auf Dich nur hoffe ich.Laß nimmer mich zuschanden werden!Laß meine Feinde über mich nicht jubeln!
3 Nicht einer, der auf Dich vertraut, wird je zuschanden.Doch leer gehn aus die Abgefallenen.
4 Belehre, Herr, mich über Deine Wege!Gewöhne mich an Deine Pfade!
5 In Deiner Treue leite mich!Gewöhne mich daran!Denn Du bist meines Heiles Gott;stets hoffe ich auf Dich. -
6 Gedenke Deiner Liebe, Herr,und Güte! Sie sind von Ewigkeit.
7 Gedenk nicht meiner Jugendsünden, meiner Missetaten nicht!Gedenk mir dessen nur, was Deiner Gnade würdig ist,um Deiner Güte willen, Herr! -
8 Der Herr ist gütig und wahrhaftig;drum zeigt er Irrenden die rechte Bahn.
9 Bedrückte leitet er, wie's richtig ist,gewöhnt an seinen Weg die Dulder.
10 Des Herrn Wege all' sind Lieb' und Treue für die, die seinen Bund und seine Lehren halten. -
11 Um Deines Namens willen, Herr,vergib mir meine Schuld, so groß ist sie! -
12 Ist irgendwo ein Mann in Furcht des Herrn,so zeigt er ihm den Weg, den jener wählen soll.
13 Ihm ist das Glück auch hold;sein Stamm ererbt das Land.
14 Des Herrn Geheimnis eignet denen, die ihn fürchten;in seinen Bund weiht er sie ein.
15 Mein Auge schaut stets auf den Herrn;denn meine Füße kann er vor dem Netz bewahren.
16 Schau her auf mich! Sei gnädig mir!Verlassen bin ich, elend.
17 Erweitere mein beklemmtes Herz!Aus meinen Nöten rette mich!
18 Schau meine Pein, mein Elend an!Vergib mir alle meine Sünden! -
19 Betrachte meine Feinde, welche Menge,den Haß, wie furchtbar sie mich hassen!
20 Mein Leben schirme, rette mich,damit ich nicht zuschanden werde! Ich harre Dein.
21 Mir bleibe Unschuld!Mir bleibe Redlichkeit! Ich harre Dein.
22 Erlöse Israel aus allen seinen Nöten, Gott!
Chapter 26
1 Von David. - Urteile, Herr,ob ich in Unschuld nicht gewandelt und sonder Wanken auf den Herrn vertraut!
2 Prüf mich, erprob mich, Herr!Rein ist mein Herz und mein Gewissen.
3 Denn Deine Güte schwebte mir vor Augen,und Dir getreu bin ich gewandelt.
4 Bei schlechten Männern bin ich nie gesessen;hab nie mit Lichtscheuen Umgang gepflogen.
5 Ich haßte die Zusammenkunft der Bösen,und bei den Frevlern saß ich nicht.
6 In Unschuld wasche ich die Hände und schreite gern um Deinen Altar, Herr.
7 Ich lausche Deines Lobes Stimme und künde alle Deine Wunder.
8 Ich liebe, Herr, den Aufenthalt in Deinem Hause,das Weilen an der Stätte Deiner Herrlichkeit.
9 Raff meine Seele nicht mit Sündern hin,mein Leben nicht mit Mordgesellen,
10 in deren Händen Schandtat käuflich ist,und deren Rechte voll ist von Bestechung!
11 Ich aber wandle hin in meiner Unschuld.Erlöse mich! Und sei mir gnädig!
12 Betritt mein Fuß dann ebnen Weg,lobpreise ich Dich, Herr, mit Chören.
Chapter 27
1 Von David. - Der Herr mein Licht, mein Heil!Wen soll ich fürchten?Der Herr mein Lebenshort!Wen muß ich scheuen?
2 Wenn Übeltäter sich mir nahen,nach meinem Fleische gierig,sie, meine Gegner, meine Feinde,so straucheln sie und stürzen.
3 Und lagert sich ein Heer um mich mein Herz bleibt unerschrocken.Erhebt sich gegen mich ein Kampf,auch dann bin ich getrost. -
4 Um eines bitte ich den Herrn,Nur dies erflehe ich für mich:Im Haus des Herrn zu weilen die Tage alle, die ich lebe, des Herrn Lieblichkeit zu kosten und sie in seinem Tempel zu betrachten. -
5 Er birgt in seiner Hütte mich am unglücksvollen Tage und schirmt mich in dem Schutze seines Zeltes und sichert mich auf hohen Felsen.
6 Und hebt sich dann mein Haupt empor hoch über meine Feinde ringsumher,dann opf're ich in seinem Zelt mit lautem Jubelschalle und weihe Sang und Spiel dem Herrn. -
7 So hör doch, Herr! Ich rufe laut.-Sei gnädig mir! Erhöre mich!
8 Dein, spricht mein Herz, ist ja das Wort:"Ihr sollt mein Antlitz suchen!"So suche ich Dein Antlitz, Herr.
9 Verbirg Dein Antlitz nicht vor mir!Weis nicht im Zorne Deinen Diener ab!Sei Beistand mir! Verstoß mich nimmer!Verlaß mich nicht, mein hilfereicher Gott!
10 Es heißt: "Verläßt mich selbst der Vater und die Mutter,nimmt mich der Herr zu sich."
11 So zeige Deinen Weg mir, Herr,und leite mich auf ebner Bahn um meiner Feinde willen!
12 Nicht gib mich meiner Feinde Willkür preis!Denn gegen mich stehn falsche Zeugen auf und solche, die Gewalttat schnauben. -
13 Als ob ich nimmer die Gewißheit hätte,daß ich des Herrn Güte noch erfahre im Lande der Lebendigen! -
14 Hoff auf den Herrn! Sei nur getrost und guten Muts und hoffe auf den Herrn!
Chapter 28
1 Von David. - Ich rufe, Herr, zu Dir.Sei doch nicht taub vor mir, mein Hort!Wenn Du vor mir verstummst,dann gleiche ich ins Grab Gesunkenen.
2 Mein lautes Flehen hör, wenn ich, zu Dir um Hilfe rufend,zu Deinem Allerheiligsten die Hände breite!
3 Nicht lange laß mich sein bei Frevlern und nicht bei Übeltätern!Sie reden freundlich mit dem Nächsten;doch sinnen sie im Herzen Böses.
4 Vergilt Du ihnen ihrer Tat gemäß,nach ihrer bösen Art!Nach ihrer Hände Werk belohne sie!Behandle sie, wie sie's verdienen!
5 Sie achten nimmer auf des Herren Taten und nicht auf seiner Hände Werk;sie reißen sie herab und bauen sie nicht auf, -
6 Gepriesen sei der Herr,wenn er mein lautes Flehen hört!
7 Der Herr ist mir ein Schutz und Schild;auf ihn vertraut mein Herz.Mir wird geholfen; mein Herz frohlockt.Ich danke ihm mit meinem Liede.
8 Der Herr ist seines Volkes Schutzgott,ein Zufluchtsort, wo sein Gesalbter Hilfe findet.
9 Zuhilfe Deinem Volk! Den ewig Deinen spende Segen!Und weide sie und sorge ewiglich für sie!
Chapter 29
1 Ein Lied, von David. - Ihr Gottessöhne! Bringet für den Herrn herbei,bringt Kostbarkeiten, Schätze für den Herrn!
2 Bringt für den Herrn die Schätze, seines Namens würdig!Werft vor den Herrn euch hin mit Schmuck fürs Heiligtuni! -
3 Des Herrn Stimme dröhnet über den Gewässern.Der Gott der Herrlichkeit ließ donnern;der Herr war über mächtigen Gewässern.
4 Des Herrn Stimme schallt in Kraft;des Herrn Stimme schallt mit Majestät.
5 Des Herrn Stimme splittert Zedern.Der Herr zerschmettert Zedern Libanons.
6 Er ließ den Libanon gleich einem Kalbe hüpfen,den Sirjon wie ein Büffeljunges.
7 Des Herrn Stimme spaltet Feuerflammen.
8 Des Herrn Stimme macht die Wüste beben.Einst ließ der Herr die Wüste Kades zittern.
9 Des Herrn Stimme macht, daß Rehe werfen,und daß entblößt die Wälder werden.Mit ihrer ganzen Kraft bestellt er Schätze in sein Heiligtum. -
10 Und überm Sintflutregen hatte einst der Herr gethront.Der Herr war König schon in alten Zeiten.
11 Der Herr verleihe Schätze seinem Volk!Mit Frieden segne doch der Herr sein Volk!
Chapter 30
1 Ein Lied. Ein Gesang zur Tempelweihe. Von David.
2 Erheben will ich Dich, wenn Du mich aus der Tiefe zögest, Herr,und wenn Du meine Feinde über mich nicht jubeln ließest.
3 Ich rufe, Herr, mein Gott, zu Dir,Du mögest Heil mir schenken.
4 Der Unterwelt entziehe mich! Mein Leben rette, Herr,aus denen, die zur Grube fahren. -
5 Lobsingt dem Herrn, ihr seine Frommen!Lobpreiset seinen heiligen Namen!
6 Sein Zorn währt einen Augenblick,ein Leben seine Huld.Und kehrt am Abend Weinen ein,am Morgen ist schon Jubel da.
7 Ich sage ganz getrost und zweifle nie daran:
8 "Du, Herr, in Deiner Huld,Du stehst mir da als fester Berg;verhüllest Du jedoch Dein Angesicht, dann packt mich Grauen." -
9 Ich rufe, Herr, zu Dir;zu meinem Herren flehe ich:
10 Was nützt Dir mein Verstummen,wenn ich hinab zur Grube stiege?Kann Dich ein Stäubchen preisen und Deine Treue künden?
11 Herr! Höre! Sei mir gnädig!Sei mir ein Helfer, Herr!
12 Verwandle Du in Reigen meine Trauer!Befrei mich von dem Bußgewand!Umgürte mich mit Freude! Dann singt ein lebend Wesen Dir und wird nie still.Dann preise ich Dich, Herr, mein Gott, auf immer.
Chapter 31
1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David.
2 Geborgen hab ich mich bei Dir, o Herr.Nun laß mich nicht zuschanden werden!In Deiner Güte rette mich!
3 Neig mir Dein Ohr!Und hilf nur eilends!Sei Felsenburg und Feste mir zu meiner Rettung!
4 Mein Fels und meine Burg bist Du.Leit mich, führ mich um Deines Namens willen!
5 Bewahre mich vor diesem Netz,das sie mir heimlich legen!Du bist ja meine Schutzwehr.
6 In Deine Hände, Herr, befehl ich meinen Geist;Du rettest mich, Du treuer Gott. -
7 Ich hasse die, die sich an eitle Götzen halten;denn ich vertraue auf den Herrn.
8 Ich möchte jubeln, jauchzen über Deine Huld,wenn Du mein Elend schautest und merktest meiner Seele Ängste.
9 Der Feindeshand gib mich nicht preis!Stell mich auf freien Fuß!
10 Herr! Sei mir gnädig! Sieh, mir ist so bange.Vor Kummer krankt mein Auge,mein Leib und meine Seele.
11 Denn unter Jammer welkt mein Leben hin und meine Jahre unter Seufzen.Durch meine Schuld ist mir die Kraft gelähmt und die Gesundheit mir zerstört.
12 Ich bin all meiner Gegner Spott geworden.Und erst bei meiner Nachbarschaft!Ein Schrecken meinen besten Freunden!Mich flieht, wer draußen mich erblickt.
13 Vergessen bin ich völlig, wie ein Toter;wie ein verloren Ding bin ich.
14 Ich höre das Gerede vieler: "Seht, nur Schrecken um ihn her",weil alle sich verschwören wider mich und mich zu morden planen.
15 Ich aber hoffe, Herr, auf Dich;"Du bist mein Gott",so spreche ich.
16 In Deinen Händen liegt mein Schicksal.Errette mich aus meiner Feinde und Verfolger Hand!
17 Laß über Deinen Knecht Dein Antlitz leuchten!Errette mich durch Deine Gnade!
18 Herr, laß mich nicht zuschanden werden, da ich zu Dir rufe!Zuschanden mögen Frevler werden und in die Hölle stumm versinken!
19 Daß sie verstummen, diese Lügenmäuler,die dem Gerechten Grauenvolles künden,höhnisch und stolz! -
20 Wie reich ist doch Dein Gut,das denen Du bewahrest, die Dich fürchten,das denen Du bereitet, die auf Dich hoffen,und das für andere Menschen unerreichbar ist!
21 Du birgst im Schutze Deiner Flügel sie vor Menschenhändeln und wahrst in einem Zelte sie vor Zungenhader.
22 Gepriesen sei der Herr, wenn er mir seine Wundergüte noch einmal in der Not beweist!
23 Ich denke zwar in meiner Angst:"Aus Deinen Augen bin ich ganz verstoßen";allein Du hörst mein lautes Flehen,erhebe ich zu Dir den Hilferuf. -
24 So liebt den Herrn, ihr seine Frommen alle!Die treuen Seelen schützt der Herr.Doch dem, der Hochmut übt, vergilt er ganz genau nach Maß. So seid getrost und unerschrocken alle,die auf den Herrn vertrauen!
Chapter 32
1 Von David; ein Lehrgedicht. - Dem Menschen Heil,dem seine Missetat vergeben ist und dessen Sünde zugedeckt!
2 Dem Menschen Heil,dem seine Schuld der Herr nicht länger anrechnet,in dessen Geist sich keine Täuschung findet!
3 Solange ich's verschwieg,verfiel mein Leib durch tägliches Gestöhn.
4 Denn Deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und Nacht.Gewandelt hat sich meine Lebenskraft gleichsam in dürre Sommerfrucht. (Sela.)
5 Doch als ich Dir die Schuld bekannte und meine Sünde länger nicht verhehlte,und als ich sprach: "Dem Herrn gesteh ich meine Missetaten",da nahmst Du meine Sündenschuld hinweg. (Sela.)
6 Drum sollte jeder Fromme zu Dir flehen,sobald er etwas findet.Anstürmen mögen starke Wasserfluten,sie kommen nicht zu ihm.
7 Du bist mir Schutz,bewahrst mich vor dem Feinde,stellst Dich zur Seite mir mit Rettungsrufen. (Sela.)
8 "Ich will dich unterweisen,will den Weg dir zeigen, auf dem du gehen sollst;ich möchte, Liebling, dich beraten.
9 Sei nicht dem unverständigen Roß und Maultier gleich!Ihr Ungestüm muß man mit Zaum und Zügel hemmen.Zieh nimmer dich zurück!"
10 Den Frevler treffen viele Plagen.Wer aber auf den Herrn vertraut,dem ist er überall mit seiner Huld zur Seite. -
11 Ihr Frommen! Freuet euch am Herrn, frohlockt!Ihr frommen Seelen alle, jauchzet!
Chapter 33
1 Ihr Frommen, jauchzt dem Herrn!Den Redlichen ziemt Lobgesang.
2 Mit Zitherklängen dankt dem Herrn!Ihm spielt auf Harfen mit zehn Saiten!
3 Ihm singt ein nie gehörtes Lied!Und schlaget kräftig in die Saiten, daß es schallt!
4 Wahrhaftig ist das Wort des Herrn,und Treue ist sein ganzes Tun.
5 Er liebt Gerechtigkeit und Recht;des Herrn Güte ist die Erde voll.
6 Die Himmel sind geworden durch das Wort des Herrn,durch seines Mundes Hauch ihr ganzes Heer.
7 Er sammelt wie in einen Schlauch ein Meer von Wasser und legt in Speicher Ozeane.
8 So fürchte alle Welt sich vor dem Herrn!Vor ihm erschauere jeder Erdbewohner!
9 Denn so er spricht, geschieht's,gebietet er's, so bleibt es aus.
10 Zunichte macht der Herr der Heiden Plan;der Völker Absichten vereitelt er.
11 Der Plan des Herrn ist unveränderlich,und seines Herzens Pläne gelten für und für.
12 Heil sei dem Heidenvolke, dessen Gott der Herr,der Nation, die er zur ewig Seinen sich erkoren!
13 Vom Himmel schaut der Herr herab und blickt auf alle Menschenkinder!
14 Von seiner Wohnstatt schaut er nieder auf alle Erdbewohner.
15 Ihm, der geschaffen ihre Herzen allzumal,dem ist bekannt ihr ganzes Tun.
16 Kein König siegt durch Heeresmacht;den Riesen rettet nicht die Fülle seiner Kraft.
17 Betrogen, wer vom Roß den Sieg erwartet;nicht Rettung bringt es ihm trotz großer Stärke.
18 Auf denen, so ihn fürchten, ruht des Herrn Auge,auf denen, die von seiner Güte hoffen,
19 daß er vor Pest ihr Leben rette und sie in Hungersnot erhalte.
20 Dem Herrn gilt unserer Seele Harren;uns ist er Schutz und Schild.
21 So froh wird unser Herz durch ihn;denn wir vertrauen seinem heiligen Namen.
22 Herr! Deine Gnade walte über uns,so wie wir sie von Dir erhoffen!
Chapter 34
1 Von David, als er seinen Verstand vor Abimelech verstellte und dieser ihn verjagte, worauf er sich entfernte.
2 Lobpreisen will ich jederzeit den Herrn.Sein Lob sei stets in meinem Munde!
3 Es rühme meine Seele sich im Herrn!Die Armen sollen's hören und sich freuen!
4 Verherrlichet den Herrn mit mir!Laßt uns gemeinsam seinen Namen preisen!
5 Den Herrn such ich auf; er hört auf mich,befreit mich aus den Ängsten all.
6 Mich schauet an und strahlt vor Freude!Nie röte mehr sich euer Angesicht!
7 Hier ist ein armer Mensch, der einst gerufen.Der Herr vernahm's und half ihm aus den Nöten all.
8 Des Herrn Engel lagert sich um jene, die ihn fürchten,er rettet sie.
9 So kostet und erfahrt, wie gut der Herr!Wie wohl dem Mann, der ihm vertraut!
10 Vorm Herrn habt Furcht, ihr, seine Heiligen!Denn die ihn fürchten, leiden keinen Mangel.
11 Die Gottesleugner hungern darbend;doch denen, die den Herrn aufsuchen, mangelt nicht, was ihnen frommt.
12 Her, Kinder, hört mir zu!Ich lehre euch die Furcht des Herrn.
13 Wer ist der Mann, der Lust zum Leben hat,der zum Genuß des Glückes leben möchte?
14 Behüte vor dem Bösen deine Zunge,vor trügerischer Rede deine Lippen!
15 Vom Bösen laß und tu das Gute!den Frieden such! Ihm jage nach!
16 Des Herrn Augen achten auf die Frommen und seine Ohren auf ihr Flehen.
17 Des Herrn Antlitz wendet sich den Übeltätern zu und tilgt ihr Angedenken von der Erde.
18 Die Frommen schreien, und schon hört's der Herr und rettet sie aus aller Not.
19 Der Herr ist nahe den zerknirschten Herzen;zerschlagenen Gemütern hilft er auf.
20 In viel Gefahren ist der Fromme;aus ihnen allen rettet ihn der Herr.
21 Er hütet jedes seiner Glieder;versehrt wird auch nicht eins davon.
22 Den Frevler rafft ein Unfall weg;des Frommen Hasser müssen es bereuen. Der Herr erlöst die Seele seiner Diener;wer auf ihn baut, bereut es nicht.
Chapter 35
1 Von David. - Bekämpfe, Herr, die mich bekämpfen!Befehde Du, die mich befehden.
2 Nimm Schild und Wehr!Steh auf zu meiner Hilfe!
3 Schwing Beil und Lanze gegen die, so mich verfolgen,und sprich zu mir: "Ich bin dein Heil!"
4 Daß meine Todfeinde voll Scham erröten,mit Scham zurückgetrieben werden, die auf mein Unheil sinnen!
5 Wie Spreu vorm Winde seien sie!Des Herrn Engel scheuche sie!
6 Ihr Weg sei finster, schlüpfrig,und sie verfolge drauf des Herrn Engel!
7 Sie legen ohne Grund mir insgeheim ihr Unglücksnetz;sie graben für mich grundlos eine Grube.
8 "Ihn überfalle ahnungslos ein Taumel!Das Netz, das heimlich man für ihn gelegt, verstricke ihn!Im Taumel falle er hinein!"
9 Dann jauchzt mein Herz des Herrn wegen und freut sich seiner Hilfe.
10 Dann spricht ein jeder Zoll an mir:"Wer rettet so wie Du den Schwachen vor dem Starken, Herr,den Elenden und Armen vor dem Räuber?"
11 Auftreten falsche Zeugen und zeihn mich dessen, was mir nicht bewußt,
12 Vergelten Arges mir für Gutes;sie warten auf mein Leben.
13 Und ich? In ihrer Krankheit trage ich ein Bußgewand,mit Fasten mich abhärmend,und bete mit gesenktem Haupte.
14 Als wär's mein Freund, mein Bruder, so geh ich einher;als trauerte ich um die Mutter,so bin ich gebeugt.
15 Und diese freuen sich bei meinem Sturze, rotten sich zusammen.Sie rotten sich zusammen wider mich gar hinterlistig, daß ich's nicht merke;unaufhörlich lästern sie.
16 Des Hohnes, Spottes und der argen Tücke voll,so fletschen sie die Zähne gegen mich. -
17 Wie lange, Herr, siehst Du noch zu?Entreiß mein Leben ihren Schrecknissen,mein einziges den jungen Leuen!
18 Dann preis ich Dich vor großer Menge und singe Dir vor vielem Volke.
19 Nicht sollen über mich sich freuen,die unverdient mir feindlich sind,nicht mit den Augen zwinkern,die mich ganz unverschuldet hassen!
20 Sie reden nicht zum Guten von den Kleinen in dem Land;des Truges Worte sinnen sie sich aus.
21 Sie sperren gegen mich den Mund weit auf und rufen: "Ha, ha, ha! So sehen wir es gerne."
22 Du siehst es, Herr. Schweig nicht dazu!Herr, sei nicht fern von mir!
23 Erwache! Wach zu meinem Rechte auf,mein Gott und Herr, für meine Sache!
24 Verschaffe, Herr, mein Gott, mir Recht nach Deiner Rechtlichkeit!Nicht lustig machen dürfen sie sich über mich,
25 nicht denken: "Ha! So war's erwünscht",nicht sagen: "Wir vernichten ihn."
26 Sich schämen und erröten müssen alle,die sich an meinem Unglück freuen,in Schande und in Scham sich hüllen,die großtun gegen mich!
27 Frohlocken, jauchzen sollen aber die, die Heil mir wünschen,und immerdar soll sprechen: "Hochgepriesen sei der Herr!"wer Deinem Knecht gewogen ist!
28 Auch meine Zunge kündet alsdann Deine Güte und Deinen Ruhm den ganzen Tag.
Chapter 36
1 Auf den Siegesspender, von des Herrn Knecht, von David.
2 Mein Herz weiß einen Ausspruch über Schlechtigkeit von Frevlern:"Für Nichts gilt Gottesfurcht in seinen Augen.
3 Denn er gefällt sich selbst,dieweil ihm hassenswerte Missetat gelingt.
4 Sein Mund spricht Lug und Trug;auf Tugend und Vernunft verzichtet er.
5 Auf Bosheit sinnt er noch auf seinem Lager,verweilt auf üblem Weg und scheut sich nicht vor Übeltat."
6 Herr, Deine Güte reicht bis in den Himmel,bis in die Wolken Deine Treue.
7 Den höchsten Bergen gleich ist Deine Milde und die Gerechtigkeit bei Dir ist gleich der tiefsten Tiefe.Du hilfst selbst den vertierten Menschen, Herr.
8 Wie köstlich, Gott, ist Deine Gnade!In Deiner Flügel Schatten dürfen sich die Menschen bergen.
9 Sie dürfen sich erlaben an der reichen Fülle Deines Hauses;und aus dem Borne Deiner Wonnen tränkst Du sie,
10 bei Dir ist ja des Lebens Urquell,in Deinem Licht erblicken wir das Licht.
11 Laß Deine Liebe immer strömen über die, so Dich bekennen,und über die geraden Herzen Deine Milde!
12 Nicht komme an mich her des Übermutes Fuß!Und nicht vertreibe mich des Frevlers Hand! Schon fallen sie, die Übeltäter;sie stürzen, kommen nimmer auf.
Chapter 37
1 Von David. - Ereifere dich nicht der Bösewichte wegen!Beneide nicht die Übeltäter!
2 Sie welken schnell wie Gras,verdorren wie das grüne Kraut.
3 Vertrau dem Herrn! Tu Gutes!Verbleib im Land, dich redlich nährend!
4 Wie ein verwöhntes Kind komm zu dem Herrn!Er gibt dir, was dein Herz sich wünscht.
5 Befiehl du deinen Weg dein Herrn!Auf ihn vertrau! Er wird's schon machen.
6 Er bringt ans Licht, daß du gerecht,und an den Tag, daß du im Recht.
7 Und schweig zum Herrn und harre sein!Ereifere über den dich nicht, der sich Erfolg erzwingt,nicht über einen Mann, der Schwindel treibt!
8 Gib auf den Ärger! So ereifere dich nicht,daß selbst du Böses tätest!
9 Denn ausgerottet werden Übeltäter;die auf den Herrn vertrauen, bleiben im Besitz des Landes.
10 Noch kurze Zeit! Dann ist der Bösewicht dahin!Du schaust nach seiner Stätte. Er ist nicht mehr.
11 Die Dulder bleiben im Besitz des Landes an reichem Glücke sich erlabend.
12 Dem Frommen plant zuleid der Frevler Arges und fletscht die Zähne wider ihn.
13 Der Herr lacht seiner;schon sieht er seinen Tag sich nahen.
14 Die Frevler zücken zwar ihr Schwert und spannen ihren Bogen,um Elende und Arme zu erlegen und hinzuwürgen, die geraden Wandels.
15 Allein ihr Schwert dringt in ihr eigen Herz,und ihre Bogen splittern.
16 Das Wenige bekommt dem Frommen besser,als Frevlern großer Reichtum.
17 Zerbrochen werden ja der Frevler Arme;die Frommen aber stützt der Herr.
18 Der Herr sorgt für die Tage lauterer Menschen,und ihr Besitztum dauert immerfort.
19 Sie werden nicht in böser Zeit zuschanden;sie werden satt in Hungertagen.
20 Denn nur die Frevler gehn zugrunde,des Herrn Feinde gleich der Auen Pracht;sie schwinden hin wie Rauch; sie schwinden.
21 Der Frevler borgt,kann's aber nicht zurückerstatten;freigebig, milde kann der Fromme sein.
22 Denn die von ihm Gesegneten verbleiben im Besitz des Landes;doch die von ihm Verfluchten werden ausgerottet.
23 Sind eines Mannes Schritte recht im Hinblick auf den Herrn,dann kümmert dieser sich um seinen Weg.
24 Und wankt er auch, so stürzt er nicht;ihn stützt der Herr mit seiner Hand.
25 Ich war ein Jüngling, ward ein Greis;doch ganz verlassen habe ich den Frommen nie gesehen,noch sein Geschlecht um Nahrung betteln.
26 Stets milde, leiht es allezeit;zum Segen sät es aus.
27 Dem Laster gram, der Tugend hold,so bleibst du immerdar.
28 Der Herr liebt ja das Recht;von seinen Frommen läßt er nicht.Sie sind für alle Zeit geschützt;der Frevler Brut wird ausgerottet.
29 Den Frommen wird das Land zu eigen,sie bleiben ewiglich darin.
30 Des Frommen Mund spricht Weises;nur Rechtes redet seine Zunge.
31 Im Herzen trägt er seines Gottes Lehre,und seine Schritte schwanken nie.
32 Der Frevler lauert auf dem Frommen,begierig, ihn zu morden.
33 Doch überläßt der Herr ihn nimmer seiner Hand,läßt vor Gericht ihn nicht verdammen.
34 Dem Herrn vertrau! Halt dich an seinen Weg!Dann gibt er dir das Land zu eigen;der Frevler Untergang erlebst du noch.
35 Ich habe einen Frevler voller Trotz gesehen,so kahl gemacht wie Gras im Felde.
36 Man schaute um; er war nicht mehr.Ich suchte ihn; er war nicht mehr zu finden.
37 Merk auf die Lauteren! Schau auf die Redlichen, wie's jedem gut am Ende geht!
38 Die Missetäter aber werden all vertilgt;der Frevler Zukunft wird vernichtet.
39 Der Frommen Heil dagegen kommt vom Herrn;er ist ihr Schutz zur Zeit der Not.
40 Der Herr steht ihnen bei und rettet sie;er schirmt und schützt sie vor dem Bösen;denn sie vertraun auf ihn.
Chapter 38
1 Ein Lied; von David, zum Erlernen.
2 Bestraf mich nicht in Deinem Zorne, Herr!In Deinem Grimme züchtige mich nicht noch mehr!
3 Denn Deine Pfeile sind gar tief in mich gedrungen,und Deine Hand liegt schwer auf mir.
4 An meinem Fleische ist nichts heil ob Deinem Zorn,nichts unversehrt an meinem Leib ob meiner Sünde.
5 Denn meine Sünden übersteigen mir das Haupt,sind mir zu schwer, wie eine ungeheure Last.
6 Und eiternd faulen meine Wunden um meiner Torheit willen.
7 Ich winde mich und krümme mich so heftig und allzeit gehe ich betrübt einher.
8 In meinem Innern wühlt der Brand;an meinem Leib ist nichts Gesundes.
9 Ich bin gelähmt, zermalmt und stöhne;mir klopft das Herz.
10 Vor Dir liegt jeder meiner Wünsche offen, Herr;mein Seufzen ist Dir nicht verborgen.
11 Mir pocht das Herz und steht mir still,und meine Kraft, mein Augenlicht versagen mir den Dienst.
12 Die Freunde und Gefährten treten zurück vor meiner Plage;fern stehen die Verwandten mir.
13 Die auf mein Leben lauern, legen Schlingen,und die mein Unglück suchen, drohen mit Verderben und schmieden täglich Ränke.
14 Und ich? Ich bin wie taub und höre nichts,bin wie ein Stummer, der den Mund nicht öffnet,
15 bin wie ein Mensch, der nichts versteht und keinen Widerspruch im Munde führt.
16 Denn ich vertraue, Herr, auf Dich;Du Herr, mein Gott, wirst Rede stehen,
17 Weil ich mir sag, sie dürfen meiner nimmer spotten,und glitte aus mein Fuß, nicht über mich frohlocken.
18 Schon bin ich ja dem Falle nah,stets meiner Schwäche mir bewußt.
19 Denn ich bekenne meine Schuld und gräme mich um meine Sünde.
20 Doch zahlreich sind, die unverschuldet mich befeinden,und viele, die mich grundlos hassen,
21 und die mit Bösem Gutes mir vergelten,mich lästern, daß ich nach dem Guten strebe.
22 Verlaß mich nicht, o Herr!Mein Gott, entfern Dich nicht von mir! Zu meinem Schutze schnell herbei!Zu Hilfe, Herr!
Chapter 39
1 Auf den Siegesspender, für Zurückgezogene ein Lied, von David.
2 Ich denke: Ich hab acht auf meinen Wandel,daß ich nicht sündige mit meiner Zunge.Ich will mit einem Zaume meinen Mund verwahren vor frevler Rede, die sich mir aufdrängt.
3 Ich habe still geschwiegen, nichts von Besserung gesagt.Verbissen wird mein Schmerz.
4 Geglüht hat mir das Herz im Busen,und hab ich dran gedacht, so lobte eine Flamme auf.Ich lasse meine Zunge reden:
5 "Herr! Künde mir mein Ziel,wie ist's mit meiner Tage Maß!Ich wüßte gern, woran es bei mir fehlt!
6 Du machst ja spannenlang nur meine Tage,und meine Lebensdauer ist wie nichts vor Dir.Nur für das Nichts ist jeder Mensch geschaffen. (Sela.)
7 Mit Schattenbildern geht der Mensch umher.Sie machen Lärm um eitlen Tand.Man scharrt zusammen und weiß nicht, wer es bekommt.
8 Doch ich, was hoffe ich nur, Herr?Mein Hoffen geht auf Dich.
9 Erlöse mich von allen meinen Sünden!Setz mich dem Spott der Toren nimmer aus!"
10 Ich schweige, tu den Mund nicht auf;denn Du hast es getan.
11 Nimm Deine Plage fort von mir!Vom Schlage Deiner Hand vergehe ich.
12 Wenn Du zur Buße für die Sünden mit Strafen jemand züchtigest,beschädigst Du sein Teuerstes, als wär's ein leeres Vogelnest.Ach, jeder Mensch ist nur ein Hauch. (Sela.)
13 Erhöre mein Gebet, Herr, meinen Hilferuf!Auf meine Tränen merke! Nimmer schweige!Ein Gast bin ich bei Dir,ein Beisaß so, wie meine Väter all. Sei freundlich doch zu mir, daß ich noch einmal lächle,bevor ich scheide und hier nimmer weile!
Chapter 40
1 Auf den Siegesspender, von David, ein Lied.
2 Ich hoffe gläubig auf den Herrn;er schenkt mir auch Gehör und hört mein Rufen.
3 Er wird mich aus der Mördergrube ziehen,aus Kot und Schlamm,und stellen meinen Fuß auf Felsengrund und meine Schritte sichern.
4 Er legt ein neues Lied mir in den Mund ein Lob auf unsern Gott.Das sollen viele hören und sich fürchten und zu dem Herrn Vertrauen fassen.
5 "Dem Manne Heil, der sein Vertrauen auf den Herrn gesetzt,sich nicht den Frechen beigesellt,die abgefallen sind zum Truge!"
6 Du tust zahlreiche Wunder, Herr, mein Gott,und Deine Pläne, die Du mit uns hast,- Dir ist nichts gleich - wollt ich sie künden, davon redend,zu viele wären es, sie zu erklären.
7 Du wünschest keine Schlacht- noch Speiseopfer;feinhörig machst Du mich.Du heischest keine Brand- noch Sündenopfer.
8 Drum spreche ich: "Bereit bin ich zu dem,was mir die Buchrolle verzeichnet."
9 Mein Gott! Wie gerne tu ich Deinen Willen und trage Dein Gesetz im Herzen.
10 Verkünden möchte ich das Heil vor zahlreicher Gemeinde;ich täte meinen Lippen keinen Einhalt.Du weißt es, Herr.
11 Im Herzen will ich Deine Liebe nicht begraben,von Deiner Treue, Deinem Heile will ich reden und Deine Huld und Treue nicht verhehlen vor der großen Volksgemeinde.
12 So wehre, Herr, auch Du nicht Deiner Güte gegen mich!Mich schütze Deine Huld und Treue immerdar!
13 Denn Leiden ohne Zahl umringen mich;mich treffen meiner Sünden Strafen.Ich kann sie nimmer überblicken;mehr als die Haare meines Hauptes sind es ihrer.So steht mir stille der Verstand.
14 Herr! Schnell herbei zu meiner Rettung!Zu Hilfe eilends, Herr!
15 Beschämt und schamrot sollen werden alle,die ernstlich mir nach meinem Leben trachten,mit Schmach die Flucht ergreifen, die mir übelwollen!
16 Erstarren sollen auf der Stelle,die mir entgegenrufen: "Ha!"
17 Doch jubeln sollen über Dich vor Freude alle, die Dich suchen,und allzeit rufen: "Groß der Herr!",die Deinen Sieg sich wünschen! Bin ich auch selber arm und elend, der Herr sorgt doch für mich.Du bist mir Rettung und mein Schutz.Mein Gott! Nicht säume.
Chapter 41
1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David.
2 Heil dem, der an den Kranken denkt!Am eignen Unglückstag errettet ihn der Herr.
3 Der Herr behütet ihn und fristet ihm das Leben;auf Erden wird er glücklich sein.Gib seiner Feinde Wut ihn nimmer preis!
4 Auf eigenem Krankenbette stärke ihn der Herr.Verwandle seinen ganzen Leib in völlige Gesundheit!
5 Ich spreche: Herr, o sei mir gnädig!Gib Heilung mir, so sehr ich gegen Dich gesündigt!
6 Nur Böses wünschen meine Feinde mir:Wann stirbt er denn? Wann geht sein Name unter?"
7 Besucht mich einer, spricht er trügerisch;im Herzen sammelt er sich Lügen,und tritt er auf die Straße, dann verbreitet er's.
8 All meine Hasser raunen wider mich und rechnen auf das Schlimmste, mir zum Schaden:
9 "Fest ist ein Höllenwerk ihm angeschmiedet.Wer einmal sich gelegt, kommt nicht mehr auf."
10 Sogar mein Busenfreund, auf den ich mich verlassen habe,mein Tischgenosse übertreibt die Folgen mir.
11 Du aber, Herr, hilf mir erbarmend auf,daß ich dem Frieden sie gewinne!
12 Ich merke dran, daß Du mich liebst,wenn über mich der Feind nicht jauchzt
13 und wenn ich wiederum gesunde,da Du mich stärkst und vor Dein Angesicht mich allzeit treten läßt. Gepriesen sei der Herr, Gott Israels,von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Amen!
Chapter 42
1 Auf den Siegesspender, ein Lehrgedicht, von den Korachiten.
2 Gleich einem Hirsch, nach Wasserbächen schmachtend,so schmachtet meine Seele, Gott, nach Dir.
3 Nach Gott lechzt meine Seele, dem lebendigen Gott.Wann darf ich kommen,daß ich das Antlitz Gottes schaue?
4 Bei Tag und Nacht sind Tränen meine Speise,weil man mich täglich fragt:"Wo ist dein Gott?"
5 Mein Sinnen und mein Wünschen wäre dies:Ich möchte hin zum Zelt, zum Hause Gottes wallen,mit lautem Jubeldanke, eine Festschar leiten.
6 Was härmst du dich, mein Herz?Warum ist dir so bang in mir?Auf Gott vertrau! Ich preise ihn gewißlich noch,ihn, meines Angesichtes Hilfe, meinen Gott. -
7 Mein Herz härmt sich in mir;ich denke deshalb Dein im Jordanlande,beim Hermon und beim kleinen Berge.
8 Hier gibt ein Abgrund an den andern weiter Deiner Wasserfälle Hall.So sind gestürzt all Deine Wogen und Deine Wellen über mich.
9 Der Herr entzieht tagsüber seine Huld;bei Nacht ist er so hart mit mir.Im Bittgebet zu meines Lebens Gott
10 will ich zu Gott so sprechen."Mein Hort, warum vergißt Du mich?"Warum muß ich in Trauer wandeln,vom Feind bedrängt?
11 Mich haben meine Widersacher drob verhöhnt,daß meine Glieder brannten.Sie haben allzeit mich gefragt:"Wo ist dein Gott?" Was härmst du dich, mein Herz?Warum ist dir so bang in mir?Auf Gott vertrau! Ich preise ihn gewißlich noch,ihn, meines Angesichtes Hilfe, meinen Gott!
Chapter 43
1 Schaff Recht mir, Gott! Und führe meine Sache.gen solch ein lieblos Heidenvolk!Von falschen, bösen Leuten rette mich!
2 Mein Schutzgott bist ja Du.Warum verstößt Du mich?Warum muß ich in Trauer wandeln, vom Feind gedrängt?
3 Send aus Dein Licht und Deine Wahrheit,daß sie zu Deinem heiligen Berg mich leiten,zu Deinen Wohnungen mich führen! -
4 Ich möchte zum Altare Gottes kommen,zum Gotte meiner höchsten Wonne.Dann brächte ich Dir mit der Zither Lobpreis dar,du Gott, mein Gott. -
5 Was härmst du dich, mein Herz?Warum ist dir so bang in mir?Auf Gott vertrau!Ihn preise ich gewißlich noch,ihn, meine Hilfe, meinen Gott.
Chapter 44
1 Auf den Siegesspender, von den Korachiten, ein Lehrgedicht.
2 Wir wissen's, Gott, vom Hörensagen;uns haben unsere Ahnen es erzählt:das Werk, das Du in ihren Tagen,in alten Zeiten, ausgeführt.
3 Mit Deinem Arme hast Du Heidenvölker ausgetrieben;dann pflanztest andere Du ein und riebest Nationen auf,und andere hast Du ausgebreitet.
4 Nicht ihrem Schwerte haben sie das Land verdankt;ihr Arm hat ihnen nicht den Sieg gebracht.Nein, Deine Rechte und Dein Arm und Deines Angesichtes Leuchten; Du bist ihnen hold gewesen. -
5 Du bist mein König, und mein Gott,der Jakob Sieg entbietet.
6 Mit Dir nur stoßen wir die Gegner nieder,zertreten unsere Feinde nur in Deinem Namen.
7 Nicht meinem Bogen traue ich;den Sieg verschafft mir nicht mein Schwert.
8 Nur Du befreist uns von den Gegnern und machst zuschanden unsere Hasser.
9 Nur Gottes wollen wir uns allzeit rühmen und Deinen Namen preisen immerdar. (Sela.)
10 Nun hast Du uns verworfen, gar zuschanden uns gemacht:Du ziehst nicht mehr mit unsere Scharen aus.
11 Du läßt uns vor dem Gegner fliehen,und unsere Hasser holen Beute sich.
12 Du gibst uns hin wie Schlachtschafe,zerstreust uns unter Heiden,und die Nationen schütteln über uns den Kopf.
13 Verkaufst Dein Volk um nichts,Gewinn aus ihrem Kaufpreis ziehst Du nimmer,
14 Du machst uns unsern Nachbarn zum Gespött,zum Hohn und Schimpfe allen um uns her.
15 Zum Sprichwort für die Heiden machst Du uns,die Nationen alle schütteln über uns den Kopf.
16 Mein Schimpf steht täglich mir vor Augen,und Scham bedeckt mein Angesicht
17 bei dem Geschrei des Spötters und des Lästerers,vor Feinden und vor Rachegierigen. -
18 All das hat uns getroffen,obschon wir Deiner nicht vergessen,an Deinem Bunde nicht gefrevelt haben.
19 Doch unser Herz schreckt nicht zurück;nicht schwanken unsere Schritte ab von Deinem Pfade.
20 Obschon Du uns in Schrecken bringst an einer Stätte der Schakale,mit Todesschatten uns umhüllst,
21 Vergessen wir den Namen unseres Gottes?Und strecken wir nach einem fremden Gott die Hände aus?
22 Erforschte dies nicht Gott?Er kennt des Herzens Heimlichkeiten.
23 Nein! Deinetwegen mordet man uns täglich und achtet uns wie Schlachtschafe.
24 Erwache doch! Was schläfst Du, Herr?Wach auf! Verwirf uns nicht für immer!
25 Warum verhüllst Du denn Dein Angesicht und denkst nicht mehr an unsere Pein und Not?
26 Gebeugt zum Staub ist unser Körper,zu Boden unser Leib gedrückt. Auf jetzt zu unserer Hilfe!Erlöse uns um Deiner Gnade willen!
Chapter 45
1 Auf den Siegesspender, für den öffentlichen Gottesdienst, von den Korachiten, ein Lehrgedicht, ein Lied der Liebe.
2 Mein Herz bewegt ein feines Ding;in meinem Liede singe ich von einem König.
3 Dem schnellsten Schreibegriffel sei meine Zunge dabei ähnlich!"Du bist so schön wie sonst kein Menschenkind,und Anmut ist auf deine Lippen ausgegossen,
4 weil Gott dich segnet für und für.Umgürte, Held, mit deinem Schwert die Hüfte, mit deiner Zierde, deinem Schmuck!
5 Und rüste dich mit deiner Zier!Besteig ein treues Tier mit Siegesmut und laß dir deine Rechte Wunder weisen!
6 Geschärft sind deine Pfeile, daß Völker dir zu Füßen fallen,wenn sie ins Herz der Königsfeinde dringen!
7 Dein Thron ist ewiglich und immerdar ein Gottesthron,gerechtes Szepter ist das Szepter deines Reiches.
8 Du liebst das Recht; das Unrecht hassest du;drum salbt dich Gott, dein Gott, mit wonniglichem Öle mehr als deine Mitgenossen.
9 Mit Myrrhe, Aloë und Kassia erquicken deine Kleider dich aus elfenbeinernen, minäischen Behältern.
10 Mit Gaben dir zu Ehren kommen Königstöchter;mit Ophirgold tritt Dir zur Rechten die Gemahlin."
11 Merk, Tochter, auf, schau her und neig dein Ohr!Vergiß dein Volk und deines Vaters Haus!
12 Und will der König sich an deiner Schönheit laben,ist er ja doch dein Ehgemahl, zeig dich ihm wohlgewogen!
13 Du Armutstochter! Mit den Gaben kommen und huldigen vor dir des Volkes Reichste.
14 Die ganze Pracht der Königstochter ist inwendig;in Gold gewirkt ist ihr Gewand.
15 Auf bunten Teppichen wird sie zum König hingeführt;jungfräuliche Gespielinnen sind ihr Gefolge;sie werden zu ihr hingeleitet.
16 Mit Freudenjubel führt man sie herbei;sie ziehen in das königliche Schloß. -
17 An deiner Väter Stelle treten deine Söhne;du machst sie überall im Land zu Fürsten. Ein ewig Denkmal will ich deinem Ruhme stiften,drum sollen dich die Völker ewig preisen!
Chapter 46
1 Auf den Siegesspender, von den Korachiten, mit verborgenem Sinne ein Gesang.
2 Gott ist uns Schutz und Zuversicht,in Nöten eine Hilfe, leicht zu finden.
3 Drum fürchteten wir uns auch nicht, selbst wenn die Erde wankte,versänken Berge gar ins Meer,
4 daß seine Wasser tosend schäumten,daß selbst vor seinem Wüten Berge bebten. (Sela.)
5 Ein Strom ist da. Die Gottesstadt erfreuen seine Arme,die heiligste der Wohnungen des Höchsten.
6 In ihr ist Gott; sie kann nicht wanken.Gott steht ihr bei noch vor der Morgenwende. -
7 Die Heidenvölker tobten. Reiche wankten.Darein gedonnert hat er, daß die Erde bebte. -
8 Der Herr der Heeresscharen ist mit uns;und eine Burg ist Jakobs Gott für uns. (Sela.)
9 Herbei und schaut des Herrn Taten,der überaus Erstaunliches im Land getan!
10 Die Kämpfe läßt er ruhn bis an des Landes Grenze.zerbricht die Bogen und zerschlägt die Speere, verbrennt die Schilde. -
11 "Laßt ab! Bedenket: Ich bin Gott!Ich will erhaben bei den Heiden sein,wie ich erhaben bin im eignen Lande." Der Herr der Heeresscharen ist mit uns;und eine Burg ist Jakobs Gott für uns. (Sela.)
Chapter 47
1 Auf den Siegesspender, von den Korachiten, ein Lied.
2 Ihr Stämme all, klatscht in die Hände! Mit Jubelschall singt eurem Gott!
3 Als Höchster wird der Herr gefürchtet,als großer König auf der ganzen Erde.
4 Er unterjocht uns Völker und Nationen legt er uns zu Füßen,
5 bestimmt, daß unser Erbteil uns verbleibe.der Ruhm für Jakob, den er liebt. (Sela.)
6 Im Jubelsang fährt Gott empor und mit Trompetenschall der Herr. -
7 Lobsinget unserm König! Singt!Lobsinget unserm König! Singt!
8 Denn Gott wird König auf der ganzen Erde.Nun singet herrlich! -
9 Als König zeigt sich Gott den Heiden;Gott thront auf seinem heiligen Throne. Der Völker Fürsten schwinden hin, du Volk des Gottes Abrahams!Denn Gott gehört die Macht auf Erden.Erhaben steht er obenan.
Chapter 48
1 Ein Gesang, ein Lied, von den Korachiten.
2 Der Herr ist groß und hochzupreisen ob unserer Gottesstadt,ob seines heiligen Berges,
3 der herrlich sich erhebt, der ganzen Erde Wonne,der Berg von Sion,der im Norden der Stadt des großen Königs.
4 In ihren Burgen hat sich Gott als Schutzwehr kundgetan.
5 Versammelt haben sich die Könige,sind allzumal herangezogen.
6 Sie sind erstarrt, kaum daß sie es gesehen,und sind bestürzt entflohen,
7 Von Schrecken dort erfaßt,von Angst, gleich der in Kindesnöten,
8 wie wenn der Ostwind Tarsisschiffe stranden läßt.
9 Was vormals wir gehört, das haben wir geschaut jetzt an der Stadt des Herrn der Heeresscharen, unserer Gottesstadt.Gott läßt sie ewiglich bestehen. (Sela.)
10 Wir haben Deine Gnade, Gott,empfangen hier in Deinem Heiligtum.
11 Gleich Deinem Himmel, Gott, erstreckt sich Deine Herrlichkeit bis an der Erde Ende.Voll von Gerechtigkeit ist Deine Rechte.
12 Der Sionsberg ist voller Freude,und Judas Töchter jubeln über Deine Strafgerichte. -
13 Umgeht, umwandert Sion!Und zählet seine Türme!
14 Betrachtet seinen Wall!Durchmustert seine Burgen,daß ihr's dem künftigen Geschlecht verkünden könnt, daß Gott es ist, in alle Ewigkeiten unser Gott,der selbst uns leitet für und für!
Chapter 49
1 Auf den Siegesspender, von den Korachiten, ein Lied.
2 Ihr Völker alle, hört!Ihr Weltbewohner all, merkt auf!
3 Gemeine Leute, Herrensöhne,ihr all zusammen, reich und arm!
4 Mein Mund trägt Weisheit vor,und meines Herzens Dichtung ist voll Einsicht.
5 Ich lausche einem Spruch,mein Lied mit Zitherspiel beginnend:
6 Warum soll ich in Unglückstagen zagen,wo meiner Gegner Bosheit mich umgibt,
7 die auf ihr Gut vertrauen,sich ihres großen Reichtums rühmen?
8 Nicht einer kann sich selbst loskaufen,nicht einer Gott für sich ein Lösegeld erlegen,
9 zu teuer ist der Loskauf ihrer selbst und so für alle Zeit unmöglich,
10 daß er für immer lebe und nicht die Grube sehe.
11 Da sieht man Weise sterben,wie Tor und Narr vergehn und andern ihr Vermögen hinterlassen.
12 Für immer ist ihr Grab ihr Haus,für alle Zukunft ihre Wohnstätte,sie, deren Namen Weltruf hatten.
13 Der Mensch bleibt nicht im Ansehen,er gleicht den Tieren, die man würgt.
14 Das ist ihr Lauf; das ist's, was ihrer wartet,und was nach ihrem Ende wird, das können selber sie erzählen. (Sela.)
15 Sie sind den Schafen gleich, die für die Unterwelt der Tod schon weidet;der führt sie unparteiisch bald hinab,zur Unterwelt, zu ihrer Wohnung,wo ihr Gespenst verschwindet.
16 Doch Gott behütet meine Seele vor der Unterwelt;er nimmt mich mit. (Sela.)
17 Sei unbesorgt! Wenn einer sich bereichert,wenn seines Hauses Überfluß sich mehrt,
18 beim Sterben nimmt er doch nicht alles mit;sein Reichtum folgt ihm nicht hinab.
19 Er schätzte sich dann mit dem bloßen Leben glücklich,und priese glücklich dich, daß dir's noch gut ergeht.
20 Doch muß er zum Geschlechte seiner Väter gehen,die nimmermehr das Licht erblicken. Der Mensch bleibt nicht im Ansehen,er gleicht den Tieren, die man würgt.
Chapter 50
1 Ein Lied, von Asaph. - Gott, Gott der Herr, soll reden; rufe er die Erde vom Aufgang bis zum Niedergang!
2 Von Sion her, der Schönheit Krone,erstrahle Gott!
3 So komme wieder unser Gott und schweige nicht!Verzehrend Feuer schreite vor ihm her;gewaltig stürme es um ihn!
4 Dem Himmel droben rufe er und dann der Erde mit den Worten:
5 "Versammelt mir jetzt meine Frommen,die einen Bund mit mir geschlossen!",daß sie sein Volk der Opfer wegen richten.
6 Der Himmel lege Zeugnis dafür ab:"Er ist im Recht; er ist ein Gott des Rechtes." (Sela.)
7 Mein Volk, gib acht und laß mich reden,Israel! Dich ermahn ich ernstlich:"Gott, dein Gott, bin ich.
8 Ich tadle dich nicht deiner Opfer wegen,und deine Brandopfer steht immer mir vor Augen.
9 Doch brauche ich kein Rind aus deinem Hause,aus deinen Hürden keine Böcke.
10 Denn mein ist alles Wild im Walde,auf Tausenden von Bergen das Getier.
11 Ich kenne alle Vögel im Gebirge;mir steht zu Diensten das, was sich im Felde regt.
12 Und sollte je ich hungern, dir sagt' ich es nicht;mein ist die Welt und was sie füllt.
13 Will ich denn Fleisch von Stieren essen?Und trinke ich der Böcke Blut?
14 Bring Dank dem Herrn zum Opfer dar und löse so dem Höchsten dein Gelübde!
15 Und ruf am Tag der Not mich an.Dann werde ich dich retten.Aber danken sollst du mir."
16 Zum Frevler aber spreche Gott:"Was schwatzest du von meinen Satzungen und führst im Munde meinen Bund!
17 Du hassest doch die Zucht,und meine Worte schlägst du in den Wind.
18 Kaum siehst du einen Dieb,so läufst du schon mit ihm.Mit Ehebrechern gehst du um
19 und lässest deinen Mund in Bosheit sich ergehen,und deine Zunge paarest du mit Trug.
20 Da setzst du dich und redest gegen deinen Bruder,verleumdest deiner Mutter Sohn.
21 Das tust du, und ich sollte schweigen?Du dächtest dann, ich sei wie du.Zur Rede stelle ich dich jetzt und zeige deutlich dir den Unterschied-
22 Dies merkt, ihr Gottvergessenen!Sonst raffe ich euch rettungslos dahin.
23 Wer Dank darbringt, der gibt mir Ehre.Wer gutes Beispiel gibt, den laß' ich göttlich Heil erblicken."
Chapter 51
1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David,
2 als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Bathseba gegangen.
3 Erbarm Dich meiner, Gott, nach Deiner Huld!Nach Deiner großen Güte tilge meine Missetaten!
4 Wasch meine Schuld mir gründlich ab,und reinige von meiner Sünde mich!
5 Denn ich erkenne meine Missetaten,und meine Sünde schwebet stets vor mir.
6 An Dir allein hab ich gesündigt,was bös in Deinen Augen ist, getan,daß Du gerecht dastehst bei Deinem Richterspruche und tadellos mit Deinem Richten.
7 Geboren bin ich in der Sünde;in Schuld hat meine Mutter mich empfangen. -
8 Du liebst die Wahrheit in unverhüllterweise und unterrichtest mich in Weisheit auf verborgne Art.
9 Wasch mich mit Ysop rein von Sünden!Wasch mich, auf daß ich weißer sei als Schnee!
10 Vernehmen laß mich Freud' und Wonne!Laß die von Dir zerschlagenen Gebeine jubeln!
11 Verbirg Dein Angesicht vor meinen Sünden,und tilge alle meine Missetaten!
12 Erschaff mir, Gott, ein reines Herz,und in mir einen rechten Geist erzeuge!
13 Verstoß mich nimmermehr von Deinem Angesicht,und Deinen heiligen Geist entziehe mir nicht wieder! -
14 Gib wieder mir die Wonne Deines Heils!Erquicke mich mit frohgemutem Geist!
15 Die Irrenden belehre ich dann über Deine Wege,und Sünder kehren sich zu Dir. -
16 Gott, ohne Blutopfer, errette mich, Du meines Heiles Gott.Alsdann wird meine Zunge jubelnd Deine Liebe preisen.
17 Herr, öffne Du mir meine Lippen!Dann wird mein Mund Dein Lob verkünden.
18 Denn Du verlangst nicht Blutopfer, noch andre Gaben.Nicht willst Du Brandopfer.
19 Mein Opfer, Gott, ist ein zerbrochener Geist,ein ganz gebrochen und zerknirschtes Herz, o Gott,verschmähst Du nie. - In Deiner Gnade fördere Sion!Erbau die Mauern von Jerusalem! Dann findest Du an echten Opfern Freude sowie an Brand- und ganzen Opfern.Auf Deinen Altar kommen dann Gebete.
Chapter 52
1 Auf den Siegesspender, ein Lehrgedicht von David,
2 als der Edomiter Doeg kam und dem Saul meldete und sprach: "David ist in Achimeleks Haus gekommen."
3 Was rühmst du dich der Bosheit, du Gewaltmensch,als wär sie eine Gottesgnade immerdar?
4 Du schätzest Frevel hoch, und deine Zunge gleicht einem scharfen Messer, das mit Trug arbeitet.
5 Du liebst das Böse mehr als Gutes und redest lieber Unwahrheit als Wahrheit. (Sela.)
6 Du liebst die glatten Reden all und falsche Zungen.
7 Auch dich wirft Gott für immer nieder;er packt dich, reißt dich aus dem Zelt,entwurzelt dich aus der Lebendigen Land. (Sela.)
8 Das sehen die Gerechten voller Furcht,und sie verlachen ihn:
9 "Da seht den Mann! Er hält nicht Gott für seine Stütze,vertraut auf seines Reichtums Fülle und pocht auf seine Bosheit." Dem grünen Ölbaum in dem Gotteshause gleich,hab ich mich stets auf Gottes Huld verlassen. Ich danke Dir auf ewig, wenn Du's tust.Vor Deinen Frommen künd ich, daß so gut Dein Name ist.
Chapter 53
1 Auf den Siegesspender, schon vorhanden, ein Lehrgedicht, von David.
2 In seinem Herzen spricht der Tor:"Kein Gott ist da."Verkehrt, verrucht sind sie in ihrem Frevel,und keiner ist, der Gutes täte.
3 Vom Himmel hat sich Gott geneigt hernieder auf die Menschenkinder,zu schaun, ob jemand der Vernunft gehorcht und Gott aufsucht.
4 Sie alle sind verderbt, wie Schlacken,und keiner ist, der Gutes täte, auch nicht einer. -
5 Erfuhren's nicht die Übeltäter,die meines Volkes Speisen neulich aufgezehrt und Gott gelassen außer acht?
6 Ein Schrecken hatte auf der Stelle sie gepackt.War's nicht ein Schrecken,als die Gebeine des Verderbers schimpflich Gott zerstreute?Gott hat sie ja verworfen. Von Sion komme wieder Heil für Israel!Ach wendete doch Gott das Schicksal seines Volkes!Dann wäre Jakob fröhlich und frohlockte Israel. -
Chapter 54
1 Auf den Siegesspender, bei Saitenspiel, ein Lehrgedicht, von David,
2 als die Ziphiter zu Saul kamen und sagten "HäIt bei uns sich David nicht verborgen?"
3 Hilf mir, o Gott, durch Deinen Namen!Verschaff mir Recht durch Deine Stärke!
4 Gott! Höre mein Gebet! Vernimm die Worte meines Mundes'
5 Erheben Fremdlinge sich gegen mich und trachten Mächtige mir nach dem Leben und stellen Gott sich nicht vor Augen, (Sela.)
6 so ist mir Gott ein Helfer.Der Herr bleibt der Beschirmer meines Lebens.
7 Auf meine Feinde falle Ungemach zurück!Vertilge sie nach Deiner Treue! Ein reichlich Opfer bringe ich Dir dar und rühme Deinen Namen, Herr, daß er so gütig ist. Er rettet mich aus aller Not;mein Auge weidet sich an meinen Feinden.
Chapter 55
1 Auf den Siegesspender, bei Saitenspiel, ein Lehrgedicht, von David.
2 Gott! Höre mein Gebet!Verbirg Dich nicht vor meinem Flehen!
3 Merk doch auf mich, erhöre mich!Ich bin verwirrt und zage kläglich,
4 dieweil der Feind so tobt,der Frevler drängt,und Unheil wälzen sie auf mich und sind mir heftig gram. -
5 Mir bebt das Herz in meiner Brust;mich überfallen Todesängste.
6 Und Furcht und Zittern überkommen mich;ein Schauder überschauert mich.
7 Ach, hätte ich doch Taubenschwingen, wünschte ich,ich flöge fort und suchte Rast!
8 In weite Ferne hin,zur Wüste in die Herberge! (Sela.)
9 Geschwinder eilte ich zu meiner Zufluchtsstatt als Sturm und Wirbelwind.
10 Herr! Spalte, teile ihre Zunge!Ich sehe Streit und Frevel in der Stadt.
11 Sie wandeln Tag und Nacht um ihre Mauern,und Not und Jammer herrscht darin.
12 Verderben herrscht in ihr;von ihrem Markte weicht nicht Lug noch Trug.
13 Nicht schmäht mich jetzt mein Feind;denn das ertrüge ich.Mein Hasser höhnt mich nicht,sonst bärge ich mich sicherlich vor ihm.
14 Nein! Du, ein Mensch von meinem Rang,mein Freund, mein Busenfreund!
15 Die wir vertraulich miteinander lebten,zum Gotteshaus im Zuge wallten! -
16 Sie überliste jetzt der Tod,daß sie lebendig in die Hölle fahren!In ihrem Innern nistet Bosheit.
17 Ich ruf' zu Gott,der Herr mög' mich erretten!
18 Ich klage abends, morgens, mittags, seufzend.Er möge meinen Ruf erhören.-
19 "Erlöse mich zum Heil aus diesem Kampfe gegen mich!Sie stehn im Kampf mit mir."
20 Gott höre es und beuge sie und stoße sie zurück, (Sela.)die nicht Versöhnung kennen und Gott nicht fürchten!
21 Vergriffen hat er sich sogar an meinen Opfern,an seinem Bund gefrevelt.
22 Sein Mund war glatt, der Butter gleich,doch stand nach Kampf sein Sinn.Geschmeidiger als Öl, so waren seine Worte,und doch gezwickte Dolche:
23 "Befiehl dich doch dem Herrn!Er hat dich lieb und sorgt für dich und läßt nicht den Gerechten wanken." Der Todesgrube übergib sie, Gott!Blutmenschen und Betrüger sollen nicht zur Hälfte ihrer Lebenstage kommen!Auf Dich vertraue ich.
Chapter 56
1 Auf den Siegesspender, für den unschuldigen Zugewanderten in der Ferne, von David, ein Weihegesang, als ihn die Philister zu Gath festhielten.
2 Gott! Sei mir gnädig! Denn Menschen schnauben wider mich,und täglich ängstigt mich mein Feind.
3 Ja, meine Feinde schnauben immerfort;denn viele streiten gegen mich.
4 Jedoch der Tag ist weit entfernt,da ich mich fürchte;denn auf Dich vertraue ich.
5 Ich rühme mich der Gotteszusage;furchtlos vertraue ich auf Gott.Was können Sterbliche mir tun?
6 Und fechten sie auch täglich meine Worte an,sind alle ihre Pläne, mir zum Schaden, böse,
7 sie müssen doch sich fürchten und verkriechen und so auf meine Schritte lauschen,wie sie's von mir erwartet haben.
8 Verstoße sie des Frevels wegen!Die Scharen stürze hin im Grimme, Gott!
9 Vermerkst Du schon mein Schwanken,dann lege meine Tränen auch in Deinen Schlauch,voll angerechnet!
10 Dann weichen meine Feinde.Am Tage, da ich rufe, weiß ich, daß ich einen Gott besitze.
11 Ich rühme mich der Gotteszusage;ich rühme mich der Zusage des Herrn.
12 Furchtlos vertraue ich auf Gott.Was kann ein Mensch mir antun? -
13 Ich schulde Dir Gelübde, Gott;ich zahle sie Dir heim mit Dankbarkeit. Denn meine Seele wahrst Du vor dem Tod, nicht wahr?vorm Sturze meine Füße.So kann ich länger noch vor Gott im Licht des Lebens wallen.
Chapter 57
1 Auf den Siegesspender, ein Kunstgesang, von David, ein Weihegesang, als er vor Saul in die Höhle floh.
2 Gott! Sei mir gnädig! Sei mir gnädig!Denn meine Seele flieht zu Dir.Ich fliehe in den Schatten Deiner Flügel,bis die Gefahr vorübergeht.
3 Zu Gott, dem Höchsten, rufe ich,zu Gott, der mir nur Gutes tut.
4 Er sendet Hilfe mir vom Himmel,verhöhnt mich auch mein Gegner, (Sela.)Gott sendet dennoch seine Huld und Treue. -
5 Ich weile unter Löwen, bei Menschenfressern,bei Leuten, deren Zähne Spieß und Pfeile und deren Zungen scharfe Dolche.
6 Erhebe Dich, o Gott, soweit der Himmel,und Deinen Ruhm, soweit die Erde reicht!
7 Sie stellen meinem Schritt ein Netz;doch ich umgehe es.Sie graben eine Grube mir und fallen selbst hinein. (Sela.)
8 Aus Herzensgrunde, Gott, aus Herzensgrunde sing ich und juble:
9 "Erwache, du mein Stolz! Wach, Harfe, auf und Zither!Ich singe wach das Morgenrot."
10 Ich preise, Herr, Dich bei den Völkern,und ich besinge Dich bei den Nationen,
11 daß Deine Huld bis an den Himmel reicht,bis zu den Wolken Deine Treue. Erhebe Dich, o Gott, soweit der Himmel,und Deinen Ruhm, soweit die Erde reicht!
Chapter 58
1 Auf den Siegesspender, ein Kunstgesang, von David, ein Weihelied.
2 Ihr wollet also wirklich Wahrheit reden,den Menschen richtigen Bescheid erteilen?
3 Nein! Nur auf Unrecht sinnet ihr im Herzen und laßt im Lande eurer Hände Frevel freien Lauf.
4 Verkehrt vom Mutterleibe an sind Gottlose;vom Mutterschoß her irren schon die Lügner.
5 Der Schlangenwut gleicht ihre Wut;sie gleicht der tauben Otter, die ihr Ohr verschließt
6 und nicht auf der Beschwörer Stimme hört,nicht auf den klugen Zaubermeister. -
7 Schlag ihnen, Gott, die Zähne aus dem Munde!Zerschmettre das Gebiß der jungen Löwen, Herr!
8 Vergehen sollen sie, wie Wasser sich verlaufen!Ihr Gift soll man zertreten; also sollen sie verschwinden!
9 Wie Leibesfrucht, nicht ausgetragen, fault,so mögen sie vergehn wie eine Fehlgeburt,die Sonne nicht mehr schauen!
10 Bevor sie es noch merken,verwehe sie ein Sturmwind gleich dem Dorngestrüpp!
11 Der Fromme freut sich bei dem Anblick der Vergeltung und kann im Blut des Frevlers seine Füße baden. Die Leute sagen dann:"Gerecht sein, das ist lohnend;noch ist ein Gott auf Erden Richter."
Chapter 59
1 Auf den Siegesspender, ein Kunstgesang, von David, ein Weihelied, als Saul hinsandte und sein Haus bewachen ließ, um ihn zu töten.
2 Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden!Befreie mich von meinen Widersachern!
3 Erlöse mich von Übeltätern!Vor Mordgesellen schütze mich!
4 Denn auf mein Leben lauem Wüteriche;ganz ohne Schuld von meiner Seite greifen sie mich an,ganz ohne mein Vergehen, Herr.
5 Sie stürmen grundlos an und zielen.Wach auf! Blick her, mein Führer!
6 Herr, Gott der Heerscharen, Gott Israels!Wach auf! Such all die Heiden heim und schone keinen falschen Übeltäter! (Sela.)
7 Sie sollen jeden Abend wiederkommen, heulend,und Hunden gleich die Stadt umstreifen!
8 Sieh, wie sie mit dem Munde geifern,wie sie mit ihren Lippen schwätzen:"Wer sollte es vernehmen?"
9 Doch Du, Herr, lachst sie aus;Du spottest aller dieser Heiden. -
10 Du meine Stärke: Dich allein erwarte ich;denn Gott ist meine Burg.
11 Mein Gott kommt mir mit seiner Huld zuvor;Gott läßt mich Lust an meinen Feinden sehen.
12 Laß sie nicht sterben, daß mein Volk es nicht vergesse!Laß sie in Deinen Mauern betteln gehn!Dann stoß sie aus dem Tore, Herr!
13 Denn ihrer Lippen Wort ist Zungensünde.So mögen ihrem Übermute sie verfallen ob der verfluchten Lüge, die sie reden!
14 Vollbring's im Grimm! Vollbring's, daß sie zunichte werden!Erfahren sollen sie's, daß Herrscher sei in Jakob Gott bis an der Erde Grenzen! (Sela.)
15 Sie sollen jeden Abend wiederkommen, heulend,und Hunden gleich die Stadt umstreifen!
16 Ums Essen betteln gehn und heulen sollen sie,wenn sie nicht satt!
17 Ich aber singe Deiner Macht und preise Deine Huld in aller Frühe,daß Du mir eine Burg und Zuflucht bist am Tage meiner Not. "O meine Stärke!" will ich von Dir singen.Du, Gott, bist meine Burg, mein gnadenvoller Gott.
Chapter 60
1 Auf den Siegesspender, für den öffentlichen Gottesdienst, ein Weihelied, von David, zum Lehren,
2 als er mit den Syrern von Mesopotamien und den Syrern von Soba kämpfte, und als Joab zurückkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, 12.000 Mann.
3 Gott! Du verwirfst uns; ach, Du schlägst uns;Du läßt in Deinem Zorn zurück uns weichen.
4 Das Land erschütterst Du und schlägst ihm Wunden.Heil ihm die Wunden!Sieh, es wankt.
5 Du bist so hart mit Deinem Volke,tränkst uns mit Taumelwein
6 und machst, daß, die Dich fürchten,im Kampfe irre fliehen müssen. (Sela.)
7 Daß Deine Lieblinge gerettet werden,dazu verhilf mit Deiner Rechten! Höre uns!
8 Gott hat in seinem Heiligtum gesprochen:"Ich soll im Siegesjubel Sichem jetzt verteilen,das Sukkot-Tal vermessen.
9 Mein würde Gilead, Manasse mein,und meine Hauptwehr Ephraim und Juda mein Regentenstab.
10 Ich zwänge Moab, mir das Waschbecken,und Edom, mir die Schuhe herzurichten,und über Philistäa triumphierte ich.
11 Wer bringt mich aber jetzt zur festen Stadt?Wer führt mich jetzt nach Edom hin? -
12 Bist Du's nicht, Gott, der uns verstößt,der nicht mit unsern Scharen auszieht, Gott? Verschaffe Rettung uns aus dieser Not!Denn Menschenhilfe trügt. Mit Gott verrichten wir dann Heldentaten;nur er kann unsere Feinde niederwerfen.
Chapter 61
1 Auf den Siegesspender, mit Saitenspiel, von David.
2 "Hör, Gott, mein Rufen!Vernimm mein Flehen!
3 Ich rufe von des Landes Grenze zu Dir in meiner Herzensnot:Auf einen Felsen führe mich, der sonst für mich zu hoch!"
4 Denn Du bist meine Zuversicht,ein fester Turm vorm Feinde.
5 In Deinem Zelte laß mich ewig weilen,mich bergen in dem Schatten Deiner Flügel! (Sela.)
6 Wenn du auf mein Gelübde hörest, Gott,und denen ihr Begehr erfüllst, die Deinen Namen fürchten,
7 dann füg des Königs Tagen viele andere zu!Dann seien seine Jahre lang, wie nur in der Geschlechterreihe!
8 Er throne ewiglich vor Gottes Angesicht!Und Lieb und Treue mögen ihn beschützen! Dann will ich Deinem Namen immerdar lobsingen und mein Gelübde Tag für Tag einlösen.
Chapter 62
1 Auf den Siegesspender, für Zurückgezogene. Ein Lied von David.
2 In Gott allein ist Stille, meine Seele;von ihm kommt meine Hilfe.
3 Mein Hort und Heil ist er allein und meine Burg.Ich zweifle nicht daran.
4 Wie lange schreiet einen Mann ihr an und wollet ihn ums Leben bringen,ihr alle, die ihr einer schiefen Wand und einem morschen Zaune gleicht?
5 Sie raten ihm gar eitel, wollen ihn verführen.Mit ihrem Lügenmunde segnen sie und hegen Fluch im Herzen. (Sela.)
6 Mein Herz, sei still in Gott!Von ihm allein kommt, was ich hoffe.
7 Mein Hort und Heil ist er allein und meine Burg.Ich zweifle nicht daran. (Sela.)
8 Auf Gott beruht mein Heil und Ruhm.Er ist mein starker Hort.Bei Gott ist meine Zuversicht.
9 Vertraut, ihr Leute, ihm zu jeder Zeit der Trübsal!Und schüttet vor ihm aus das Herz!Nur Gott ist unsere Zuversicht. (Sela.)
10 Die Menschenkinder sind ein Nichts,die Männer Täuschung;sie schnellen auf der Waage wie ein Nichts empor.
11 Vertrauet nicht auf unrecht Gut!Auf Raub setzt nicht die eitle Hoffnung!Und sprosse Reichtum auch daraus, nicht achtet drauf!
12 Ein Wort hat Gott gesprochen, und Zwiefaches entnehme ich daraus:"Die Macht ist Gottes Eigentum" und "Eigen ist Dir Gnade, Herr,und jeglichem lohnst Du nach seinem Werke."
Chapter 63
1 Ein Lied, von David, als er in der Wüste Juda war.
2 Dich such ich, Gott, mein Gott;nach Dir lechzt meine Seele;nach Dir sehnt sich mein Fleisch.Wie in dem dürren, trocknen, wasserlosen Lande,
3 so schau ich aus nach Dir, um Deine Pracht zu sehen und Deine Majestät im Heiligtum.
4 Denn köstlicher ist Deine Huld als Leben.Dich preisen meine Lippen.
5 So preise ich Dich lebenslang;in Deinem Namen will ich regen meine Hände.
6 Gleichwie von Fett und Öl wird meine Seele satt;mit Jubellippen singt mein Mund,
7 wenn ich auf meinem Lager Dein gedenke,in mitternächtiger Stunde sinne über Dich,
8 Du möchtest Schutz mir sein,daß ich im Schatten Deiner Flügel jauchze.
9 An Dir hängt meine Seele;ich klammere mich an Deine Rechte.
10 Die meine Seele gerne in der Wüste wüßten,sie mögen in der Erde Tiefe fahren!
11 Die sie dem Untergange überliefern wollen,die mögen der Schakale Beute werden! Der König aber freue sich in Gott,und wer ihm Treue schwört, der jauchze!Der Lügner Mund wird zugestopft.
Chapter 64
1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David.
2 Erhör, mein Rufen, Gott! Ich klage.Mein Leben wahre vor des Feindes Schrecken!
3 Verbirg mich vor der Bösen Rotte,vor dem Gelärm der Missetäter,
4 die ihre Zungen gleich dem Dolche schärfen,ein giftig Wort zum Pfeile machen,
5 um aus Verstecken auf die Wehrlosen zu schießen,sie unvermutet zu erschießen, ohne Scheu!
6 Sie machen für sich Schlimmes aus;sie rühmen sich des Schlingenlegens."Wer wird sie sehen?" sagen sie.
7 Sie sinnen auf Verbrechen."Wir denken sie nach allen Seiten aus",so denken sie bei sich im tiefsten Herzensgrunde.
8 Mit Pfeilen treff' sie Gott!Ganz unvermutet sollen ihnen Wunden werden!
9 Sie sollen ihnen ihre Zunge lähmen!Ein jeder schaudere, der dies an ihnen sieht!
10 Dann fürchten sich die andern Menschen alle und künden es als Gottes Tat und rechnen als sein Werk es an. Der Fromme freue sich alsdann des Herrn und baue fest auf ihn,und alle frommen Herzen triumphieren!
Chapter 65
1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David, ein Gesang.
2 Als Lobgesang gebührt Dir Schweigen, Gott;in Sion will man Dir Gelübde lösen.
3 Erhörer des Gebets!Wenn alles Fleisches Missetat auch vor Dich käme,
4 an Zahl noch mehr als unsere eigenen Vergehen,Du bist es, der sie tilgen kann.
5 Heil dem, den Du erwählest und berufst,daß er in Deinen Höfen weile!Wir möchten uns am Segen Deines Hauses,an Deines Tempels Weihe laben.
6 Du mögest uns auf wirklich wunderbare Art erhören,Du unseres Heiles Gott,Du Hoffnung aller fernsten Erd- und Meeresgrenzen,
7 der Du die Berge unermüdlich fruchtbar machst,mit Kraft gegürtet,
8 der Du der Meere Brausen stillst,das laute Toben ihrer Wogen, das Ungestüm der Völker.
9 Die an den Enden wohnen,vor Deinen Zeichen werden sie sich fürchten,wenn Du das Morgen- und das Abendland aufjubeln machst.
10 Wenn Du die Erde heimsuchst,mögst Du sie bewässern und segnen reich mit einem Gottesbach voll Wasser und so ihr Korn bereiten,wenn Du sie so bestellst!
11 Befeuchte ihre Furchen, ebne ihre Schollen,und Regengüsse mögen sie erweichen!
12 Du aber segne ihr Gewächs!Mögst Du das Jahr mit Deinem Segen krönen,daß Deine Pfade triefen von dem Überfluß!
13 Auf daß der Steppe Auen triefen,die Hügel sich mit Jubel gürten, die Fluren sich in Früchte kleiden und Täler sich in Korn einholen und jauchzend um die Wette singen!
Chapter 66
1 Auf den Siegesspender, ein Gesang; ein Lied. - Jauchzt Gott zu, alle Lande!
2 Besinget seines Namens Herrlichkeit!Besinget herrlich seinen Lobpreis!
3 So sprecht von Gott: "Wie wundervoll sind Deine Werke!Selbst Deine Feinde schlagen sich auf Deine Seite ob Deiner großen Macht.
4 Der ganze Erdkreis betet vor Dir an und singet Dir, singt Deinem Namen." (Sela.)
5 Herbei! Schaut Gottes Werke!Wie hehr sein Walten an den Menschenkindern!
6 In trocken Land verwandelt er das Meer;zu Fuß durchschreiten sie den Strom.So wollen wir uns seiner freuen.
7 Der ewig herrscht mit seiner Allgewalt,er richtet seine Blicke auf die Heiden;sie können sie nicht von sich abwenden trotz ihrem Sträuben. (Sela.)
8 Ihr Völker, preiset unsern Gott und lasset laut sein Lob erschallen,
9 der unser Leben immerfort erhält und unsern Fuß nicht gleiten läßt!
10 Du hast uns freilich, Gott,geprüft, geläutert uns wie Silber.
11 Du hast in Banden uns gebracht und Fesseln unsern Hüften angelegt,
12 und Menschen hast Du über uns zu Herren eingesetzt;in Feuer und in Wasser kamen wir;doch Du befreitest uns daraus zum Heile. -
13 So walle ich mit Brandopfern zu Deinem Hause,und mein Gelübde löse ich Dir ein,
14 wozu sich meine Lippen aufgetan,und was mein Mund in meiner Not versprochen.
15 Brandopfer fetter Tiere bringe ich Dir dar samt Opferduft von Widdern;ich richte Rinder her und Böcke. (Sela.)
16 Herbei, ihr Gottesfürchtigen alle!Hört! Ich will euch erzählen, was er mir getan:
17 Mit meinem Munde habe ich zu ihm gerufen und Großes ihm mit meiner Zunge vorgetragen.
18 Wenn ich mich eines Frevels schuldig je gewußt,dann hätte mich der Herr nicht angehört.
19 Nun aber hat es Gott gehört und auf mein laut Gebet geachtet.
20 Gelobt sei Gott, der meine Bitte nicht versagt und seine Huld mir nicht entzogen!
Chapter 67
1 Auf den Siegesspender, mit Zithern, ein Lied, ein Gesang.
2 Gott sei uns gnädig, segne uns!Er lasse uns sein Antlitz leuchten. (Sela.)
3 Wenn man auf Erden Deine Weise kennenlernt,bei all den Heiden Deine hilfereiche Art,
4 dann preisen Dich die Völker, Gott,dann preisen Dich die Völker all.
5 Dann freuen sich und jubeln die Nationen,daß Du gerecht die Völker richtest,auf Erden die Nationen leitest. (Sela.)
6 Dann preisen Dich die Völker, Gott;dann preisen Dich die Völker all.
7 Die Erde spendet ihre Ernte!Uns segnet Gott ja, unser Gott! Uns segne fürder Gott,daß sich die Erdenenden alle vor ihm fürchten!
Chapter 68
1 Auf den Siegesspender, von David, ein Lied, ein Gesang.
2 Erhebt sich Gott, dann stieben seine Feinde fort,und seine Hasser fliehn vor ihm.
3 Wie Rauch verschwindet, wenn es stürmt,wie vor dem Feuer Wachs zerschmilzt,also vergehn vor Gottes Angesicht die Frevler.
4 Die Frommen aber freuen sich,vor Gottes Angesicht frohlockend,in Freude, voller Fröhlichkeit.
5 Lobsinget Gott! Singt seinem Namen!Die Bahn macht frei für den, der durch die Wüsten fährt!"Herr" ist sein Name,
6 "der Waisen Vater und der Witwen Anwalt, Gott".Vor ihm in seiner heiligen Wohnung freuet euch!
7 Gott bringt Einsame in die Heimat wieder,wenn er die Eingekerkerten in Freiheit setzt.Nur Widerspenstige verbleiben in dem dürren Land.
8 Gott, als Du auszogst an der Spitze Deines Volkes und durch die Wüste schrittest, (Sela)
9 erzitterte die Erde.Der Himmel selbst zerfloß vor Gott dort an dem Sinai vor Gott, dem Gott von Israel.
10 Du mögest wieder Regen reichlich niederströmen lassen, Gott,um so Dein mattes Erbland zu erquicken,das am verschmachten!
11 Und Deine Leute, die drin wohnen,mögst Du zur rechten Zeit durch Deine Güte, Gott, versorgen!
12 Der Herr ließ wieder donnern,beschloß der Völkerscharen Heer.
13 Die Könige der Völker floh'n in wilder Flucht,daß Schwächlinge selbst Beute teilten.
14 Hinsanken sie auf Düngerstätten,in Kot versteckt, mit Schmach bedeckt,und ihre Reiterscharen in Morast vergraben.
15 Als der Allmächtige die Könige zerstreute,da fielen sie in Schauern auf dem Salmon,
16 auf diesem hohen Berge, diesem Basansberge.Ein kuppenreicher Berg ist dieser Basansberg.
17 Warum, ihr kuppenreichen Berge, seid ihr neidisch?Den einen Berg hat Gott zu seinem Sitze sich gewünscht;ja, ihn bewohnt der Herr auf ewig.
18 Der Reiter Gottes sind's Zehntausende, gar viele Tausende.Bei ihnen ist der Herr, wie einst auf Sinai, so jetzt im Heiligtum. -
19 Du zogst zur Höhe, nahmst Gefangene gefangen,empfingest Menschen als Geschenk,die sich gesträubt, an Gott, den Herrn, zu glauben. -
20 Gepriesen sei der Herr,der täglich für uns sorgt,Gott unsere Hilfe! (Sela.)
21 Des Heiles Gott ist Gott für uns.Der Herr, der Herr, hat manchen Ausweg aus dem Tode.
22 Ja, seiner Feinde Haupt hat Gott zerschmettert,den Haarbuschhelm des Mannes, der in seinen Sünden wandelt.
23 Verkündet hat der Herr: "Die Ausgeschämten hole ich.Ich hole her die aufgeblasenen Schurken,
24 daß blutig kann dein Fuß zertreten, die dich lästerten,in einem Augenblicke die verhaßten Hunde."
25 Da sah man Deinen Zug, o Gott,den meines Gottes, meines Königs, in dem Heiligtum.
26 Vorn an der Spitze zogen Sänger, hinten Saitenspieler her und in der Mitte paukenschlagende Jungfrauen.
27 Israel lobte seinen Gott in Chören und mit Musik den Herrn.
28 Den Takt gab Benjamin, der jüngste.Die Fürsten Judas, Zabulons und Naphtalis,sie klatschten in die Hände. -
29 Entbiete wiederum, Gott, Deine Macht,von Deinem Tempel aus, die Macht,mit der Du bisher, Gott, für uns gewirkt,
30 daß Könige Dir Gaben für Jerusalem darbringen!
31 Bedroh die Lanzenschar,das Rossevolk, das unter Völkern meist verpflanzte,das zu den Silbergängen sich hinunterläßt!Zerstreu die Völker, die an Kriegen Freude haben!
32 Gesandte sollen aus Ägypten kommen;zu Gott soll seine Hände Äthiopien ausstrecken!
33 Dann singt, ihr Erdenreiche, Gottes Lob!Lobsingt dem Herrn, (Sela)
34 der durch der Himmel Himmel, den uralten, fährt,der seine Stimme wieder tönen läßt, gar eine mächtige Stimme!
35 Die Ehre gebet Gott, ihm, dessen Hoheit wartet über Israel,und in den Wolken zeigt sich furchtbar seine Macht. Von alters ist Gott hocherhaben.Wer gleicht dem Gotte Israels,der Macht verleiht und Kraft dem Volk,das würdig ist des Gottessegens?
Chapter 69
1 Auf den Siegesspender, für den öffentlichen Gottesdienst, von David.
2 Gott! Rette mich!Bis an die Kehle geht mir das Gewässer.
3 Ich sinke ohne Halt in tiefen Schlamm hineingeraten in die Wassertiefen;mich überströmen Strudel.
4 Vom Rufen bin ich müde, heiser ist mir meine Kehle,und meine Augen nehmen ab vom Schaun nach meinem Gott. -
5 Die ohne Grund mich hassen, mehr als meines Hauptes Haare sind sie.Zuviel für meine Kräfte sind, die mich für nichts befehden.Erstatten soll ich, was ich nie geraubt.
6 Du wußtest, Gott, von meiner Torheit,und meine Schuld entging Dir nicht.
7 Laß meinetwegen nicht zuschanden werden,die auf Dich harren, Herr,Du Herr der Heeresscharen!Nicht meinetwegen laß in Schmach geraten,die nach Dir suchen, Du Gott Israels!
8 Denn Deinetwegen habe ich erduldet Schmach,hat Scham mein Angesicht bedeckt.
9 Selbst meinen Brüdern bin ich fremd geworden,ein Fremdling meiner Mutter Söhnen.
10 Denn mich verzehrt der Eifer für Dein Haus;der Geifer Deiner Schmäher fällt auf mich.
11 Wenn ich durch Fasten mich kasteie,so wird es mir zum Schimpf.
12 Und mache ich zu meinem Kleid das Bußgewand,dann bin ich ihnen zum Gespött.
13 Die an den Toren sitzen, reden über mich,in Liedern voller Spott tun es die Zecher.
14 Ich aber bete, Herr, zu Dir um eine Gnadenzeit.In Deiner reichen Huld erhöre mich,o Gott, durch Deine treue Hilfe!
15 Befrei mich aus dem Schlamm, daß ich nicht sinke!Daß ich befreit von meinen Hassern werde, aus der Wassertiefe!
16 Die Flut laß nicht mich überströmen und nicht die Tiefe mich verschlingen!Der Brunnen schließe seinen Schlund nicht über mir!
17 Erhör mich, Herr, nach Deiner Huld, der köstlichen!Und wende Dich mir zu nach Deiner reichen Liebe!
18 Verhüll Dein Angesicht vor Deinem Knechte nicht!Mir ist so bang. Erhör mich eilends!
19 Herbei zu meiner Seele! Sie erlöse!Um meiner Feinde willen rette mich!
20 Du kennst ja meine Schmach und Schande und meinen Schimpf bei allen meinen Drängern.
21 Die Schmach bricht mir das Herz,ich bin verzweifelt.Auf Mitleid hoffe ich, jedoch umsonst,auf Tröster, doch ich finde keinen.
22 Sie mischen Galle mir ins Essen und geben Essig mir für meinen Durst.
23 Daß ihre Tafel ihnen eine Falle werde,für sie zur Schlinge ihr Gelage!
24 Daß ihre Augen finster werden und nichts sehen mehr!Laß ihre Hüften wanken immerdar!
25 Gieß Deinen Grimm doch über sie,und Deine Zornglut packe sie!
26 Verödet sei ihr Lager und ihre Zelte unbewohnt!
27 Denn sie verfolgen, den Du schlägst,und fügen zu dem Schmerze Deiner Wunden neuen.
28 Schuld füg zu ihrer Schuld hinzu, daß sie nicht schuldlos vor Dir werden!
29 Sie seien aus dem Buch der Lebenden getilgt,nicht aufgezeichnet mit den Frommen!
30 Mich, der ich arm und leidend bin,beglücke Deine Hilfe, Gott!
31 In Liedern preise ich den Namen Gottes und ehre ihn gar hoch durch Lobgesang.
32 Denn dies gefällt dem Herrn viel mehr als Rinder,mehr als gehörnte und behufte Stiere:
33 Schaut her, ihr frommen Dulder!Und werdet froh, ihr Gottessucher!Und euer Herz leb wieder auf!
34 Der Herr erhört die Armen,verschmäht die Seinen nicht in Banden.
35 Der Himmel und die Erde preise ihn,das Meer und alles, was darin sich regt!
36 Denn Gott hilft Sion wieder auf;läßt Judas Städte wiederum ersteh'n als Wohnstatt und als Erbe. Und seiner Diener Stamm nimmt's in Besitz:Die seinen Namen lieben, wohnen drin.
Chapter 70
1 Auf den Siegesspender, von David, zum Erlernen.
2 Gott, eile, mich zu retten,Herr, mir zu helfen!
3 Beschämt und schamrot sollen werden die Feinde meines Lebens!Mit Schmach bedeckt die Flucht ergreifen all, die mir übel wollen!
4 Und auf der Seele sollen ihre Schande tragen,die höhnisch rufen "Ha! Ha!"
5 Doch jubeln sollen über Dich,vor Freude alle, die Dich suchen!Und allzeit sollen rufen: "Gott ist groß",die Deinen Sieg sich wünschen! Doch ich bin arm und elend.Gott, eiligst her zu mir!Du bist mein Schutz und Retter.Herr, säume nicht.
Chapter 71
1 Auf Dich, Herr, hoffe ich.Laß nimmer mich zuschanden werden!
2 Errette mich nach Deiner Liebe!Du befreie mich! Und neig zu mir Dein Ohr! Errette mich!'
3 Sei mir doch eine Felsenburg,in die ich jederzeit zu meinem Heile kommen darf.Mein Fels und meine Burg bist Du.
4 Mein Gott! Befrei mich aus der Hand des Frevlers und aus der Faust des Ungerechten und Bedrückers!
5 Du meine Hoffnung, Herr,Du meine Zuversicht von Jugend an!
6 Vom Mutterschoß an hab ich mich auf Dich verlassen,vom Mutterleibe her bist Du mir Stütze.Auf Dir hat immer meine Zuversicht beruht.
7 Als Wunder galt ich vielen;solch großer Schutz bist Du für mich.
8 Mein Mund ist Deines Ruhmes voll,alltäglich Deines Preises.
9 Verwirf mich nun im Alter nicht!Verlaß mich nicht beim Schwinden meiner Kräfte!
10 Denn meine Feinde reden über mich;die auf mein Leben lauem, halten Rat zumal.
11 Sie sagen: "Gott hat ihn verlassen.Verfolgt ihn! Greift ihn! Nirgends ist ein Retter."
12 Gott, sei nicht ferne mir!Mein Gott, zur Hilfe eile mir herbei!
13 In Scham vergehen mögen meiner Seele Feinde!Mit Schimpf und Schmach bedeckt sein, die mein Unglück suchen!
14 Ich aber harre immerdar und mehre Deinen Ruhm nach allen Seiten.
15 Mein Mund soll Deine Liebe künden und den ganzen Tag Dein Heil.Wenn ich geschickt im Schildern wäre
16 und ich erreichte, Herr, das höchste Alter,ich wollte Deine Liebe, Herr, nur schildern.
17 Du lehrtest mich's in meiner Jugend, Gott,und bis zur Stunde künd' ich Deine Wunder.
18 Nun, so verlaß mich auch im Alter nicht,Gott, nicht im Greisenalter,daß ich der Nachwelt Deine Kraft,der ganzen Zukunft Deine Macht verkünde!
19 In Deiner Liebe, Gott, so hoch, in der Du Großes tust,wer gleicht Dir, Gott?
20 Der Du viel Not und Leid mich fühlen ließest,Du lässest wiederum mich aufleben und führst mich aus der Erde Schlünden,
21 Du machst mir meine Buße groß und tröstest mich dann wieder.
22 Ich preise alsdann Deine Treue mit Harfenspiel, mein Gott.Ich spiele auf der Zither Dir, Du Heiliger Israels.
23 Wenn ich Dir singe, jubeln meine Lippen und meine Seele, die Du rettest.
24 Auch meine Zunge spricht von Deiner Liebe immerfort;denn tief beschämt zuschanden werden, die mein Verderben suchen.
Chapter 72
1 Von Salomo. - Gott, gib dem König Deine Ordnungen,dem Königssohn Dein Recht,
2 daß er Dein Volk gemäß dem Rechte richte und Deine Armen nach Gerechtigkeit!
3 Die Berge laß dem Volke Frieden bringen,Gerechtigkeit die Hügel!
4 Er schaffe Recht den Elenden im Volk und helfe armer Leute Kindern!Doch den Bedrücker möge er zermalmen!
5 Er lebe auch, solange Mond und Sonne währen!
6 Er komme wie der Regen auf die abgemähte Flur,wie Regengüsse auf das Land!
7 In seinen Tagen blühe auf der Fromme,und Friedensfülle sei, bis nimmer ist der Mond!
8 Von Meer zu Meere herrsche er,vom Strom bis an der Erde Enden!
9 Seemächte sollen sich vor ihm erniedrigen und seine Feinde Staub auflecken!
10 Die Könige von Tarsis und die der Inseln sollen Gaben bringen,Tribut die Könige von Saba und von Seba
11 und alle Könige ihm huldigen!Ihm sollen alle Heidenvölker dienstbar sein!
12 Den Armen rettet er, wenn er um Hilfe ruft,den Leidenden, der keinen Beistand hat.
13 Er schont den Armen und Geringen und rettet der Bedrückten Leben.
14 Von Schaden und Gewalt erlöst er ihre Seele;denn teuer achtet er ihr Blut.
15 Man rufe alsdann "Lebe hoch!"Er gibt dafür von Sabas Golde,damit für ihn bete, ihn beständig segne!
16 Er sei ein Fruchtgefilde auf der Erde!Auf Bergesgipfeln, gleich dem Libanon, da woge auch noch seine Frucht!Sie sprosse aus der Stadt wie Pflanzen aus der Erde!
17 Sein Name währe ewiglich!Solange eine Sonne ist, so währe auch sein Name!Daß alle Heiden ihn beim Segnen nennen und glücklich preisen! -
18 Gepriesen sei der Herr und Gott, der Schutzgott Israels,der einzig Wunder tut!
19 Gepriesen sei der Name seines Herrschertums in Ewigkeit!Die ganze Erde sei erfüllt von seiner Herrlichkeit!Amen! Amen! -
20 Zu Ende sind die Gebete Davids, des Isaisohnes.
Chapter 73
1 Ein Lied, von Asaph. - Gewiß! Das höchste Gut für Israel ist Gott,für die, die reinen Herzens sind.
2 Ich wäre fast mit meinem Fuß gestrauchelt;fast hätte einen Fehltritt ich getan.
3 Denn ich beneidete die Übermütigen und gaffte bei der Frevler Wohlergehen.
4 Denn ihre Sklaven brauchen keine Fesseln,und kerngesund ist ihr Gesinde.
5 Sie teilen nicht der Menschen Leid und werden nicht wie andere geplagt.
6 Drum ist ihr Halsgeschmeide Übermut;Gewalttat heißt das Kleid, das sie umhüllt.
7 Ihr Auge quillt aus Fett hervor;ausschweifend sind des Herzens Süchte.
8 Sie reden boshaft, voller Hohn,und drohen mit Gewalt von oben her.
9 Mit ihrem Munde tasten sie den Himmel an,und ihre Zunge herrscht durchs ganze Land-
10 "Fürwahr! Dahin hat er sein Volk gebracht,daß sie nicht Wasser zur Genüge fanden."
11 Sie sprechen: "Ach, wie weiß denn Gott?Gibt's denn ein Wissen bei dem Höchsten?"
12 Ja, diese sind so frevelhaft und glücklich in der Welt, vermehren sie ihr Hab und Gut.
13 So hielt ich denn vergeblich rein mein Herz und wusch in Unschuld meine Hände?
14 Den ganzen Tag bin ich geplagt,und meine Züchtigung ist jeden Morgen da.
15 Nähm ich mir aber vor, also zu sprechen:"So geht es dem Geschlechte Deiner Kinder",so wär's von mir vermessen.
16 Wenn ich's nachsinnend will verstehen,da wird's in meinen Augen erst ein Jammer,
17 bis ich in Gottes heilige Pläne dringe.Da erst begreife ich ihr Ziel:
18 Du stellst sie auf gar schlüpferigen Boden,daß Du sie ins Verderben stürzest.
19 Wie plötzlich gehen sie zugrunde!Wie schrecklich werden sie dahingerafft, vertilgt!
20 Wie beim Erwachen einen Traum der Wachende verachtet,so tust Du's, Herr, mit ihrem Schatten.
21 Wenn voll von Bitternis das Herz mir wäre,und schnitte durch die Nieren mir der Schmerz,
22 dann wäre ich ein Tier, ganz unverständig,ein unvernünftig Tier vor Dir.
23 Doch immer bleibe ich Dir treu,wenn Du mich bei der Rechten fassest
24 und leitest mich nach Deinem Rat und nimmst zuletzt mich noch zu Besserm mit.
25 Wen habe ich im Himmel?Und wenn ich Dich besitze, brauche ich auf dieser Welt nichts mehr.
26 Vergeht mein Fleisch, mein Herz,so bleibt doch meines Herzens Hort, mein Anteil Gott in Ewigkeit.
27 Wer sich von Dir entfernt, kommt um.Jedweden tilgst Du, der Dir Treue kündigt.
28 Für mich ist's Seligkeit, mich Gott zu nahen.Ich setze meine Hoffnung auf den Herrn, den Herrn,daß ich verkünden kann, was immer Du verheißen hast.
Chapter 74
1 Ein Lehrgedicht, von Asaph. - Warum, ach Gott, verwirfst Du immerfort und lodert über Deiner Herde Deines Zornes Rauch?
2 Bedenke: Die Gemeinde, die Du einst gegründet,die Du Dir ausgelöst zum Stamme ewigen Besitzes,der Sionsberg, auf dem Du Wohnung nahmst,
3 den Deine Schritte ausgezeichnet, sind zusammen eine Trümmerstatt!Gar alles hat der Feind im Heiligtum geschändet.
4 In Deiner Sammlungsstätte wüten Deine Feinde;sie stellen ihre Flaggen dort als Zeichen auf.
5 So ist's, wie wenn man hohen Schwunges auf Waldgehölz die Äxte hebt.
6 Und nun sein Schnitzwerk allzumal zerschlagen sie mit Beil und Hammer.
7 Sie werfen Feuer in Dein Heiligtum,entweihen in den Staub die Wohnung Deines Namens.
8 In ihrem Herzen sprechen sie: "Wir wollen alle sie zu Heiden machen."Im Land verbrennen sie die Gotteshäuser all.
9 Wir sehen unsere Zeichen nimmer; und Propheten gibt es keine mehr,und niemand weiß bei uns: Wie lange?
10 Wie lange darf der Feind noch höhnen,der Gegner Deinen Namen immerfort verlästern, Gott?
11 Warum entziehst Du Deine rechte Hand dem Kampfe?Vollbringe doch, was Dir obliegt!
12 Von altersher ist Gott mein König,der auf der Erde hilfereiche Werke tut. -
13 In Deiner Macht zerteilst Du ja das Meer,zerbrichst die Drachenköpfe,
14 zerschlägst des Leviatans Häupter und gibst ihn hin der Wüstentiere Schar zum Fraße.
15 Du lässest Bach und Quelle sprudeln und starke Ströme Du versiegen.
16 Dein ist der Tag; Dein ist die Nacht.Genau bemißt Du Mond und Sonne.
17 Du stellst der Erde Grenzen alle fest;Du schaffst den Sommer und den Winter.
18 Gedenke dessen, daß der Feind, Herr, höhnt,daß Deinen Namen lästert ein törichtes Volk!
19 Nicht gib dem Habicht Deiner Taube Leben preis!Vergiß nicht gänzlich Deiner Dulder Menge!
20 Blick auf den Bund! Das Land ist voller Lug und Trug,die Wohnungen sind voll Gewalttat.
21 Nicht ziehe der Bedrängte voller Scham dahin,der Arme nicht, der Elende, der Deinen Namen preist!
22 Auf, Gott! Führ Deine Sache!Der Schmach gedenke, die von Toren allezeit Dir widerfährt!
23 Vergiß den Aufruhr Deiner Feinde nicht,das Toben Deiner Gegner nicht, das immer lauter wird.
Chapter 75
1 Auf den Siegesspender, ein Kunstgesang; ein Lied, von Asaph, ein Gesang.
2 Wir danken, Gott; wir danken Dir.Die Deinem Namen nahestehen, künden Deine Wundertaten.
3 "Wenn ich mir auch schon Zeit vergönne,ich richte dennoch nach dem Rechte.
4 Wenn auch die Erde bebt und was drauf wohnt,ich stelle ihre Pfeiler wieder fest.
5 Ich spreche zu den Rasenden:'Rast nicht!' und zu den Frevlern:
6 'Pocht nicht auf eure Stärke!' - Pocht nicht so stark auf eure Stärke,und redet nicht aus frecher Kehle!"
7 Denn nicht von Ost und nicht von West,nicht von der Wüste her kommt Widerstand,
8 wenn Gott sich zum Gericht erhebt und hier erniedrigt, dort erhöht.
9 Der Herr hat einen Becher in der Hand,voll stark gewürzten Weines.Er schenkt ihn aus;der Erde Frevler alle müssen trinken und die Hefe selbst noch schlürfen.
10 Ich aber juble immerdar und preise Jakobs Gott. Der Frevler Macht zerbreche ich vollständig,auf daß der Frommen Macht sich hebe.
Chapter 76
1 Auf den Siegesspender, mit Zithern, ein Lied, von Asaph, ein Gesang.
2 Berühmt ist Juda Gottes wegen,und wegen Israels ist groß sein Name.
3 Zu Salem sein Gezelt,in Sion seine Thronstadt!
4 Des Bogens Blitze ließ er hier zusammenbrechen,Schild, Schwert und andere Kriegerwaffen. (Sela.)
5 Du bist so herrlich und so schrecklich auf zweigbedeckten Bergen.
6 Zur Beute fielen Mutige, als ob sie schliefen,und all die tapferen Krieger fanden keine Kräfte mehr.
7 Vor Deinem Drohen, Jakobs Gott,da werden die zu Wagen und zu Roß betäubt.
8 Du bist so furchtbar, Du.Zürnst Du, wer kann vor Dir bestehen?
9 Vom Himmel lässest Du Vergeltung künden;die Erde staunt und schweigt,
10 wenn Du Dich zum Gericht erhebst, o Gott,zu helfen allen Duldern in dem Lande. (Sela.)
11 Dich preist der Menschen Menge;der Massen Rest hüllt sich in Bußgewänder. -
12 Gelobet nur und löst es ein, dem Herren, eurem Gott!Wer immer um ihn ist,soll Gaben ihm, dem Furchtbaren, darbringen. Er bricht der Fürsten Übermut,und fürchterlich ist er den Königen der Erde.
Chapter 77
1 Auf den Siegesspender, für Zurückgezogene, von Asaph, ein Lied.
2 Zu Gott erheb ich meiner Klage Stimme,zu Gott nur meine Stimme: "Du, mein Gott! Horch auf!"
3 In meiner Notzeit suche ich den Herrn;mein Ringen währt ohn' Ende in der Nacht,und meine Seele läßt sich nimmer trösten.
4 Wenn Gottes ich gedenke, muß ich seufzen.Und überlege ich, verzagt mein Geist. (Sela.)
5 Die Augenlider bannst Du mir;verstört bin ich und ohne Sprache.
6 Ich überdenke alte Tage,die Jahre der Vergangenheit.
7 Bedenke ich des Nachts mein Leiden,erwäge ich's in meinem Sinn,dann forscht mein Geist:
8 "Verstößt der Herr denn ewiglich?Ist er denn niemals wieder gnädig?
9 Hat seine Huld für immer aufgehört?Hat die Verheißung ganz und gar ein Ende?
10 Hat Gott das Gnädigsein verlernt?Hält er erzürnt sein Mitleid auf?" (Sela.)
11 Da sag ich mir: "Das ist mein Kummer,daß sich geändert hat des Höchsten Rechte."
12 Ich bin der Werke eingedenk des Herrn,betrachte jetzt Dein Wunderwalten in der Vorzeit
13 und überlege all Dein Tun und sinne Deinen Taten nach.
14 Dein Weg ist heilig, Gott.Wer ist ein Gott, so groß wie Gott?
15 Du bist der Gott, der Wunder tut.So offenbare an den Völkern Deine Macht!
16 Erlös mit Macht Dein Volk,des Jakob und des Joseph Söhne. (Sela.)
17 Die Wasser seh'n Dich, Gott.Die Wasser sehen Dich und beben;selbst Meerestiefen zittern.
18 Ausströmen Wolken Wasser,und das Gewölke donnert,es fliegen Deine Pfeile hin und her.
19 Zu Deinem Donner, rollend,krachend, leuchten Deine Blitze.Der Erdkreis zittert und die Erde bebt.
20 Dein Weg geht durch das Meer,Dein Pfad durch große Wasser,doch unkenntlich ist Deine Spur. Du führst Dein Volk gleich einer Herde an Mosis und an Aarons Hand.
Chapter 78
1 Ein Lehrgedicht, von Asaph. - Mein Volk! Hab acht auf meine Lehre!Zu meines Mundes Reden neiget euer Ohr!
2 Ich öffne meinen Mund zu einem Spruch.Ich künd Gesänge aus der Vorzeit Tagen,
3 die wir vernommen und jetzt wissen,die unsre Väter uns erzählt.
4 Wir, ihre Kinder, wollen über sie nicht schweigen.Wir wollen künftigem Geschlecht des Herren Ruhmestaten künden und seine Macht und Wunder, die er tat.
5 Zum Brauch hat er's in Jakob eingesetzt,zur heiligen Pflicht in Israel gemacht.Denn unsern Vätern hat er anbefohlen,sie ihren Kindern kundzutun,
6 auf daß ein späteres Geschlecht sie kenne,die Enkel, die geboren würden,sie ihren Kindern wiederum verkünden.
7 Sie sollten Gott vertrauen und nicht vergessen Gottes Taten und seine Vorschriften befolgen
8 und nicht, wie ihre Väter, werden ein widerspenstig, trotziges Geschlecht,solch ein Geschlecht von wankendem Gemüt und ungetreuem Herzen gegen Gott.
9 Ganz unvernünftige Söhne, voller Trug,das Leben werfen sie hinweg und wenden sich am Trübsalstage ab;
10 sie halten Gottes Bündnis nicht und wollen nicht nach seiner Lehre wandeln.
11 Und sie vergessen seine Werke gänzlich und seine Wunder, die er ihnen zeigt.
12 Vor ihren Vätern tat er Unvergleichliches,im Land Ägypten, im Gefild von Tanis.
13 Er spaltete das Meer und führte sie hindurch und ließ das Wasser dammgleich stehen.
14 Er leitete bei Tag sie mit der Wolke,die ganze Nacht mit Feuerschein,
15 und ließ die Felsen in der Wüste sprudeln und tränkte sie in Fülle wie mit Fluten.
16 Aus Steinen ließ er Bäche quellen,wie Ströme Wasser sprudeln.
17 Allein sie sündigten noch weiter gegen ihn und widersetzten sich dem Höchsten in der Wüste.
18 Und sie versuchten Gott in ihrem Herzen,für ihre Gelüste Speise heischend.
19 Sie sprachen gegen Gott und fragten:"Vermag es Gott, selbst in der Wüste einen Tisch zu decken?
20 Den Felsen schlug er zwar;das Wasser floß, die Bäche strömten.Vermag er aber Brot zu geben und seinem Volke Fleisch zu spenden?"
21 Der Herr vernahm's und wurde zornig;ein Feuer loderte in Jakob auf;ein Zorn erhob sich gegen Israel,
22 weil sie an Gott nicht glaubten und nicht auf seine Hilfe bauten.
23 Doch er gebot den Wolken oben und tat des Himmels Pforten auf,
24 hernieder ließ er Manna auf sie regnen,um sie zu speisen,schenkte ihnen Himmelsbrot.
25 Das Brot der Engel konnte jeder essen;er sandte ihnen Kost in Fülle.
26 Er ließ den Morgenwind am Himmel wehen;den Südwind führte er durch seine Macht herbei.
27 Dann ließ er Fleisch wie Staub auf sie herniederregnen,wie Meeressand Geflügel.
28 Er ließ es in ihr Lager fallen,um seine Wohnstatt ringsumher.
29 Sie aßen, wurden übersatt;was sie gewünscht, verlieh er ihnen.
30 Noch war nicht ihre Lust gestillt,noch war die Kost in ihrem Munde,
31 als Gottes Zorn sich gegen sie erhob,die Feisten unter ihnen würgte,die junge Mannschaft Israels zu Boden streckte.
32 Bei all dem sündigten sie weiter und glaubten nicht an seine Wunderkräfte.
33 Da ließ er ihre Tage zwecklos schwinden und ihre Jahre in Enttäuschung.
34 Zwar fragten sie nach ihm,wenn er sie würgte,verlangten wiederum nach Gott,
35 wohl eingedenk, daß Gott ihr Hort,der höchste Gott ihr Retter sei.
36 Allein sie täuschten ihn mit ihrem Munde,belogen ihn mit ihrer Zunge.
37 Ihr Herz war unaufrichtig gegen ihn;mit seinem Bunde meinten sie's nicht ehrlich.
38 Doch er, erbarmungsvoll,vergab die Schuld,vertilgte nicht;oft hielt er seinen Zorn zurück und ließ nicht seinen Grimm austoben,
39 wohl eingedenk, daß sie nur Fleisch,ein Windhauch, der verschwindet ohne Wiederkehr.
40 Wie oft erzürnten sie ihn in der Wüste und reizten ihn im Steppenland,
41 versuchten immer wieder Gott,erbitterten die Heiligen Israels,
42 gedachten nimmer seiner Macht,des Tages, da er vor dem Feinde sie gerettet,
43 wie er vor den Ägyptern seine Zeichen tat,an dem Gefild von Tanis seine Wunder:
44 In Blut verwandelte er ihre Ströme;untrinkbar ward ihr fließend Wasser.
45 Er sandte Ungeziefer unter sie, das sie verzehrte,und Frösche ihnen zum Verderben.
46 Der Raupe gab er ihre Früchte preis und ihre Arbeit der Heuschrecke.
47 Er schlug mit Hagel ihren Weinstock und ihren Maulbeerbaum durch Reif.
48 Er gab ihr Vieh dem Hagel preis,den Blitzen ihre Herden.
49 Er ließ die Hitze seines Zornes auf sie los,nur Grimm und Wut und Angst, von Unglücksboten eine Schar.
50 So ließ er seinem Zorne freien Lauf,verschonte ihre Seele mit dem Tode nicht.Er gab der Pest ihr Leben preis,
51 und in Ägypten schlug er alle Erstgeburt,die Jugendblüte in den Zelten Chams.
52 Er führte, Schäflein gleich, sein Volk heraus und lenkte sie wie in der Steppe eine Herde.
53 Er leitete sie sicher, daß sie nichts zu fürchten hatten;das Meer bedeckte ihre Feinde.
54 Er brachte sie zu seinem heiligen Gebiete,zu jenem Berg, den seine Rechte sich erworben,
55 vertrieb vor ihnen weg die Heiden,verloste sie als erblichen Besitz und ließ die Stämme Israels in ihren Zelten wohnen.
56 Und doch versuchten sie und reizten Gott, den Höchsten,und hielten nimmer seine Satzungen.
57 Wie ihre Väter wichen sie und fielen ab;sie wurden wie ein schlaffer Bogen.
58 Sie reizten ihn zum Zorn durch ihre Höhen,zur Eifersucht durch ihre Götzenbilder.
59 Gott hörte dies und wurde zornig,und Israel verwarf er völlig,
60 verließ zu Silo seinen Sitz,das Zelt, in dein er unter Menschen wohnte;
61 gab seine Ehre in Gefangenschaft und seine Zier in Feindeshand
62 und gab sein Volk dem Schwerte preis,entrüstet über dies sein Eigentum.
63 Die jungen Männer fraß das Feuer,und seine Jungfraun durften keine Totenklage halten.
64 Hinfielen seine Priester durch das Schwert,und seine Witwen weinten nicht dazu.
65 Doch wie vom Schlaf erwachte da der Herr,gleichwie ein Held vom Weine jauchzend.
66 Im Rücken schlug er seine Feinde,belegte sie mit ewigem Schimpf.
67 Doch er verschmähte Josephs Zelt;den Stamm von Ephraim erkor er nicht.
68 Vielmehr erkor er Judas Stamm,den Sionsberg, der ihm so lieb.
69 Er baute Himmelshöhen gleich sein Heiligtum und gleich der Erde, die er ewig gründete.
70 Und er erkor sich David, seinen Knecht,entriß ihn seiner Herde Hürden.
71 Vom Milchvieh nahm er ihn hinweg,sein Volk zu weiden in Jakob,in Israel die ewig Seinen.
72 Mit frommem Sinne weidete er sie und führte sie mit kluger Hand.
Chapter 79
1 Ein Lied, von Asaph. - Gott! Heiden dringen in Dein Eigentum,entweihen Deinen heiligen Tempel.Jerusalem verwandeln sie in Trümmer.
2 Sie geben Deiner Knechte Leichen hin zum Fraß den Vögeln unterm Himmel und Deiner Frommen Fleisch den wilden Tieren.
3 Ihr Blut vergießen sie wie Wasser her um Jerusalem; man läßt sie unbegraben.
4 Zum Hohne sind wir unsern Nachbarn,zum Spott und Schimpf für unsere Umgebung.
5 Wie lange zürnst Du, Herr, ohn Unterlaß und brennt dem Feuer gleich Dein Eifer?
6 Gieß Deinen Grimm auf diese Heiden aus, die Dich nicht kennen,und auf die Reiche, die nicht rufen Deinen Namen!
7 Denn sie verschlingen Jakob und machen wüste seine Wohnungen.
8 Der Ahnen Sündenschulden rechne uns nicht an!Schnell komme Dein Erbarmen uns entgegen!Denn wir sind ganz erschöpft.
9 Gott unseres Heils, komm uns zu Hilfe,um Deines Namens Ehre!Befreie uns!Vergib uns unsere Sünden Deines Namens wegen!
10 Was sollten doch die Heiden sagen: "Wo bleibt denn ihr Gott?"Er zeige sich vor unsern Augen an den Heiden!Das sei die Rache jetzt für Deiner Knechte ausgegossen Blut!
11 Das Stöhnen der Gefangenen laß zu Dir dringen!Durch Deinen starken Arm befrei des Todes Kinder!
12 Gib unsern Nachbarn siebenfach die Schmach zurück,mit der sie, Herr, Dich lästern!
13 Dann wollen wir, Dein Volk, die Schäflein Deiner Weide,Dir ewig dankbar sein und künden für und für Dein Lob.
Chapter 80
1 Auf den Siegesspender, für den öffentlichen Gottesdienst, ein Vortrag, von Asaph, ein Lied.
2 Horch auf, Du Hirte Israels,der Du die Herde Josephs leitest und thronest über Cherubim! Erscheine!
3 Vor Ephraim, Manasse, Benjamin entfalte Deine Macht!Komm uns zu Hilfe!
4 Bereit uns Heimkehr, Gott,Dein Angesicht laß leuchten, damit Heil uns werde! -
5 Herr, Gott der Heeresscharen!Wie lange zürnst Du trotz dem Flehen Deines Volkes?
6 Du speisest sie mit Tränenbrot und schenkst nur kärglich Maß in Tränen ihnen ein.
7 Du gibst uns preis der Spottsucht unserer Nachbarn,und unsere Feinde spotten unter sich. -
8 Herr, Gott der Heeresscharen! Führ uns heim und laß Dein Antlitz leuchten, auf daß Heil uns werde!
9 Du hobst Dir aus Ägypten einen Weinstock aus,vertriebest Heiden, pflanztest ihn an ihre Stätte.
10 Du gabst ihm Raum, so daß er Wurzeln schlug und sich im Lande dehnte.
11 Sein Schatten deckte Berge und sein Gezweig die Zedern Gottes.
12 Er dehnte seine Ranken bis ans Meer und seine Schößlinge bis zu dem Strom.
13 Warum reißt Du jetzt seine Zäune ein,daß ihn zerpflückt, was da vorüberzieht?
14 Des Waldes Eber wühlt ihn durch;abweidet ihn das Wildschwein. -
15 Halt ein, Du Gott der Heeresscharen!Blick nieder aus dem Himmel, sieh!Nach Deinem Weinstock schau!
16 Will sagen: nach dem Sprößlinge, den Deine Rechte eingepflanzt,und nach dem Sohn, den Du Dir aufgezogen! -
17 Er ist vom Feuer ganz verbrannt, zerwühlt;vom Dräuen Deines Angesichts kam das Verderben.
18 Auf diesem Manne ruhe Deine Hand und Deine Rechte auf dem Menschensohn, den Du Dir aufgezogen!
19 Wir lassen nimmermehr von Dir.Erhalte uns am Leben!Und wir lobpreisen Deinen Namen. Herr, Gott der Heeresscharen! Bereit uns Heimkehr und laß Dein Antlitz leuchten, auf daß Heil uns werde!
Chapter 81
1 Auf den Siegesspender, beim Kelternfest, von Asaph.
2 Zujubelt unserer Stärke: Gott!Jauchzt Jakobs Gott.
3 Erschallen lasset Pauken und Gesang,klangvolle Zithern samt den Harfen!
4 Am Neumond schmettert in das Horn,am Vollmond zu der Feier unsres Festes!
5 Denn Satzung ist's für Israel,für Jakobs Zelte ein Gesetz.
6 In Joseph macht er's zum Gebrauch.Bei seinem Feldzug nach Ägypten hört ich Worte,wie ich sie nie erfahren:
7 "Von seiner Schulter habe ich die Last genommen;des Lastkorbs ledig wurden seine Hände.
8 Du riefst in Not, und ich befreite dich und hörte in der Donnerhülle dich und prüfte dich am Haderwasser." (Sela.)
9 "Mein Volk! Horch auf! Ich mahne dich.Gehorchst du mir, mein Israel, in folgendem:
10 Kein fremder Gott sei je bei dir!Du darfst nicht einen Auslandsgott anbeten.
11 Ich bin dein Gott,der Herr, der aus Ägypterlande dich geführt,dann öffne deinen Mund, daß ich ihn fülle!
12 Doch hört mein Volk auf meine Stimme nicht,und ist mir Israel nicht willig,
13 dann laß ich sie in ihrem Starrsinn nach ihrer Willkür wandeln.
14 Ach, möchte mir mein Volk gehorchen und Israel in meinen Wegen wandeln!
15 Wie wollte bald ich ihre Feinde beugen und meine Hand an ihre Gegner wieder legen."
16 Des Herren Hasser müßten sich auf seine Seite schlagen,und ihr Verhängnis währte ewig! Er würde es mit feinstem Weizen speisen."Mit Honig aus dem Felsen würde ich dich sättigen."
Chapter 82
1 Ein Lied, von Asaph. - Zum Gottesrat begibt sich Gott,Gericht bei Göttern abzuhalten:
2 "Wie lange wollt ihr noch das Recht verdrehen,für Schuldige Partei ergreifen? (Sela.)
3 Den Armen und den Waisen schaffet Recht!Verteidigt den Geringen und den Dürftigen!
4 Errettet Niedrige und Arme!Befreit sie aus der Frevler Hand!
5 Sie achten's nicht, verständnislos;im Finstern wandeln sie umher;des Landes Stützen wanken all.
6 Ich habe zwar gesprochen: "Ihr seid Götter,ihr des Höchsten Söhne all.'
7 Jedoch wie andere Menschen sollt ihr sterben,wie andere Fürsten niedersinken!" -
8 Auf, Gott! Der Erde halte ihr Gericht!Du bist der Erbherr aller Heidenvölker.
Chapter 83
1 Ein Gesang, ein Lied, von Asaph.
2 Gott, sei nicht still! Schweig nicht!Bleib nicht so ruhig, Gott!
3 Denn siehe, Deine Feinde sind geschäftig;das Haupt erheben Deine Hasser.
4 Sie halten, Deinem Volk zuwider, listig Rat,beraten gegen Deine Schutzbefohlenen.
5 Sie sprechen: "Auf, wir wollen sie als Volk vernichten.Nie werde mehr des Namen Israels gedacht!"
6 Einmütig halten Rat und schließen gegen Dich ein Bündnis
7 Edoms und Ismaels Gezelte,Moabs und die der Agarener,
8 Gebal, Ammon und Amalek,Philisterland und Tyrier.
9 Auch Assur schließt sich ihnen an;sie leihen ihren Arm den Söhnen Lots. (Sela.)
10 Behandle sie wie Midian, wie Sisara,wie Jabin an dem Kisonsbach!
11 Zu Endor wurden sie vertilgt;sie wurden Dünger für das Ackerfeld.
12 Tu ihren Edlen wie Oreb und Zeeb,wie Zeba und Salmunna, allen ihren Fürsten!
13 Sie sprechen: "Lasset Gottes Auen uns erobern!"
14 Mein Gott! Mach sie dem Wirbellaube gleich,den Stoppeln vor dem Winde!
15 Wie Feuer, das den Wald verzehrt,wie Flammen, Berge sengend,
16 jag ihnen nach mit Deinem Wetter! Und schreckt sie mit Deinem Sturme!
17 Füll an ihr Angesicht mit Schmach,auf daß sie Deinen Namen fürchten, Herr!
18 Sie sollen schämen sich, für immerdar verwirrt,mit Schanden untergehen! Dann merken sie, daß Du mit Deinem Namen heißest
Chapter 84
1 Auf den Siegesspender, zum Kelternfest, von den Korachiten, ein Lied.
2 Wie lieblich ist doch Deine Wohnung, Herr der Heeresscharen!
3 Mein Geist verlangt und schmachtet hin nach den Vorhöfen des Herrn;mit Leib und Seele rufe ich nach dem lebendigen Gott.
4 Gesichert hat der Vogel eine Stätte sich,ein Nest die Schwalbe,wenn diese ihre Jungen birgt bei Deinem Altar,Du Herr der Heeresscharen,mein König und mein Gott.
5 Wie selig, die in Deinem Hause weilen,die immerfort Dich preisen dürfen! (Sela.)
6 Wie selig, der in Dir die Stärke findet,wenn eine Pilgerfahrt er plant,
7 der, durch das Tränental hinpilgernd,es macht zu einem Quellort,zu Teichen, wie sie sonst der frühe Regen füllt,
8 der, alle Kraft zusammennehmend, wallt,bis er vor Gott in Sion kann erscheinen.
9 Herr, der Heerscharen Gott!Erhöre mein Gebet!Vernimm es, Jakobs Gott! (Sela.)
10 Schau her, o Gott, Du unser Schild!Blick auf den Mann, den Du gesalbt!
11 Weit besser ist ein Tag in Deinen Höfen als tausend andere.In meines Gottes Hause stehe ich viel lieber an der Schwelle,als daß ich in des Frevels Zelten weilte.
12 Denn Schar und Schild ist Gott der Herr,und Ruhm und Ehre gibt der Herr.Er geizt bei denen, die in Unschuld wandeln, nimmer mit seinem Segen. Herr der Heerscharen,wie selig ist, wer Dir vertraut!
Chapter 85
1 Auf den Siegesspender, von den Korachiten, ein Lied.
2 Du hast Dein Land begnadet, Herr,und Jakobs Schicksal umgewandelt,
3 vergeben Deines Volkes Schuld,bedeckt all ihr Vergehen. (Sela.)
4 Du zogst all Deinen Grimm zurück und dämpftest Deine Zornesglut.
5 Du, unser hilfereicher Gott, geh weiterhin mit uns!Und tilge vollends Deinen Unmut wider uns!
6 Willst Du denn ewig auf uns zürnen,auf alle Zeiten Deinen Zorn ausdehnen?
7 Willst Du uns nicht aufs neu beleben,auf daß Dein Volk sich Deiner freue?
8 Erzeig uns Deine Gnade, Herr!Gewähre uns Dein Heil! -
9 Ich möchte hören, was der Herr verheißt:Er spricht von Frieden für sein Volk und seine Frommen,für die, die umkehren, von Hoffnung.
10 Schon naht sein Heil sich denen, die ihn fürchten,auf daß die Herrlichkeit in unserm Lande wieder wohne.
11 Dann finden sich die Liebe und die Treue;Gerechtigkeit und Frieden küssen sich.
12 Die Treue reckt auf Erden sich,und die Gerechtigkeit neigt sich vom Himmel.
13 Der Herr beschert alsdann den Segen,und unser Land gibt seine volle Ernte wieder. Gerechtigkeit geht vor ihm her,und auf dem Wege seiner Schritte ist Geradheit.
Chapter 86
1 Ein Gebet, von David. - Dein Ohr, Herr, neige! Höre mich!Denn ich bin elend und geplagt.
2 Beachte mich, wie treu ich bin!Zu Hilfe Deinem Knecht, der auf Dich hofft, mein Gott!
3 Herr! Sei mir gnädig!Denn täglich rufe ich zu Dir.
4 Erfülle Deines Dieners Wunsch!Denn meinen Wunsch, Herr, richte ich auf Dich.
5 Du bist so gütig, Herr, versöhnlich und gegen jeden, der Dich anruft, liebevoll.
6 Herr, merk auf mein Gebet!Und hör mein lautes Flehen!
7 In meiner Notzeit rufe ich zu Dir,daß Du mich hörest.
8 Der Götter keiner gleicht Dir, Herr,nichts Deinen Werken.
9 Die Heiden alle, die Du schufest,kommen und werfen sich vor Dir, Herr, nieder,und geben Deinem Namen Ehre.
10 Denn Du bist groß und Wunder wirkend,Du, Gott allein.
11 Herr! Weis mich Deinen Weg,daß in der Treue gegen Dich ich wandle!Mit Deines Namens Furcht vereine sich mein Herz!
12 Ich will Dir danken, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und Deinen Namen ewig ehren,
13 errettest Du, großherzig gegen mich,mein Leben aus der tiefsten Hölle.
14 Gott! Gegen mich stehn Übermütige auf;mir trachtet nach dem Leben eine Räuberrotte;sie stellt Dich nicht vor ihre Augen.
15 Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott,langmütig, huldreich, treu.
16 Wend voll Erbarmen Dich mir zu!Und leihe Deinem Diener Deinen Schutz,und hilf dem Sohne Deiner Magd!
17 Tu mir zum Heil ein Zeichen:daß meine Hasser mit Beschämung sehen,wie Du mein Helfer bist, mein Tröster, Herr!
Chapter 87
1 Von den Korachiten, ein Lied, ein Gesang. - Was er auf heiligen Bergen hat gegründet
2 das liebt der Herr;die Sionstore mehr als alle andern Wohnungen Jakobs.
3 Von dir ist Herrliches zu künden,du Gottesstadt. (Sela.)
4 Erwähne ich auch Rahab und auch Babel wegen ihrer Weisen,Philisterland und Tyrus und Äthiopien:"Es ist dort der geboren",
5 so wird von Sion ausgesagt: "Darin ist Mann um Mann geboren."Das sichert ihm den höchsten Rang.
6 Der Herr ist's, der bestätigt, zeichnet er die Völker auf:"Es ist der dort geboren." (Sela.)
7 So singt und tanzt,wer immer in dir wohnt.
Chapter 88
1 Ein Gesang, ein Lied, von den Korachiten, auf den Siegesspender, eine Zugabe, bei Bußübungen, ein Lehrgedicht, von Heman, dem Ezrachiten.
2 Du meines Heiles Gott, o Herr!Ich rufe Tag und Nacht zu Dir.
3 Es komme mein Gebet vor Dich!Und neige meinem Fleh'n Dein Ohr!
4 Denn meine Seele ist von Leiden voll gesättigt;der Unterwelt naht sich mein Leben.
5 Zu denen, die zur Grube fahren, zählt man mich;ich gleiche einem Manne ohne Kraft.
6 Wie Tote bin ich, bloß von allem,wie die Verblichenen, die im Grabe liegen,und deren Du nicht mehr gedenkst,und die Dir fernestehen.
7 Du stößt mich in die tiefste Grube,in Finsternis, in große Tiefen.
8 Dein Grimm liegt schwer auf mir;und Deine Fluten führst Du her. (Sela.)
9 Und Du entfremdest mir die Freunde;zum Ekel machst Du mich für sie.Ich liege eingekerkert und darf nimmer ausgehn.
10 Matt ist mein Auge mir vom Leiden.Ich rufe täglich, Herr, Dich an und breite meine Hände nach Dir aus:
11 "Wirst Du an Taten Wunder tun?Und stehen Schatten auf, Dir Dank zu sagen? (Sela.)
12 Rühmt man im Grabe Deine Liebe und Deine Treue in der Unterwelt?
13 Wird in der Finsternis Dein unvergleichlich Wesen kundgetan und Deine Liebe in dem Lande der Vergessenheit?"
14 So schreie ich, o Herr, zu Dir;vor Dich dringt in der Frühe mein Gebet.
15 Warum verschmähst Du meine Seele, Herr,verbirgst vor mir Dein Angesicht?
16 So elend bin ich, von der Jugendzeit an sterbend,und wortlos Deine Schrecken tragend.
17 Mich überfallen Deine Zornesgluten,und Deine Schrecknisse vernichten mich,
18 umfluten täglich mich wie Wasser,umschließen mich zumal. Du nimmst mir meine Freunde und Gefährten weg,und meine Liebsten sind entschwunden.
Chapter 89
1 Ein Lehrgedicht, von Ethan, dem Ezrachiten.
2 Ich singe von des Herrn ewiger Liebe.Mit meinem Mund verkündige ich Deine Treue für künftige Geschlechter.
3 Denn ich erklär: Die Liebe ist auf ewigen Grund gebaut;dem Himmel gleich befestigest Du Deine Treue.
4 "Mit meinem Auserwählten schloß ich einen Bund;Ich schwor dem David, meinem Knecht:
5 Auf ewig laß ich deinen Stamm bestehen,begründe deinen Thron für alle Zeiten." (Sela.)
6 Dein unvergleichlich Wesen preist der Himmel, Herr,und Deine Treue mit der heiligen Gemeinde.
7 Wer in den Wolken gleicht dem Herrn?Wer von den Gottessöhnen ist dem Herrn ähnlich,
8 dem Gott, so schrecklich in der Heiligen Rat und furchtbar über alle um ihn her?
9 Herr, Gott der Heerscharen! Wer ist, wie Du, so mächtig, Herr?Wie Deine Treue doch für die, die Dich umgeben?
10 Du bist des stolzen Meeres Herrscher;nur Du beruhigst seiner Wogen Brandung.
11 Nur Du schlägst Rahab, daß es kampfunfähig wird,zerstreust mit Deinem starken Arme Deine Feinde.
12 Dein ist der Himmel, Dein die Erde;die Welt und was sie füllt, hast Du gegründet.
13 Den Norden und den Süden schufest Du;der Tabor und der Hermon hoben sich in Deinem Namen.
14 Dir ist ein Arm voll Kraft zu eigen,und stark ist Deine Hand und Deine Rechte hoch erhoben.
15 Gerechtigkeit und Recht sind Deines Thrones Pfeiler,und Huld und Treue gehen vor Dir her.
16 Dem Volke Heil,das jauchzend im Lichte Deines Angesichtes wandelt, Herr,
17 das über Deinen Namen stets frohlockt und das durch Deine Liebe groß dasteht!
18 Die Krone seiner Macht bist Du;durch Deine Huld wächst unsere Macht.
19 Fürwahr, dem Herrn ist unser Schild zu eigen,dem Heiligen Israels unser König. -
20 Einst sprachst Du im Gesicht zu Deinem Frommen.Du sprachst: "Ich habe aufgeholfen einem Helden und einen Jüngling aus dem Volk erhoben.
21 Ich habe David, meinen Knecht, ergriffen,mit meinem heiligen Öle ihn gesalbt,
22 daß meine Hand beständig mit ihm sei,und daß mein Arm ihn stärke.
23 Kein Gegner wird ihn überfallen,kein Frevler ihn bedrängen.
24 Vor ihm zerschmettere ich seine Feinde,und seine Hasser schlage ich zu Boden.
25 Begleiten soll'n ihn meine Huld und Treue,mein Name seine Macht erhöhen!
26 Ich setze seine Hand aufs Meer und auf die Ströme seine Rechte.
27 Er soll mich anrufen: 'Mein Vater Du,mein Gott und meines Heiles Hort bist Du.'
28 Ich mache ihn zum Erstgeborenen,zum Höchsten von den Erdenkönigen.
29 Ich will ihm ewig meine Huld bewahren und unverbrüchlich meinen Bund.
30 Ich mache ewig seinen Stamm und seinen Thron des Himmels Tagen gleich.
31 Verlassen aber seine Söhne mein Gesetz und wandeln nicht nach meinen Ordnungen,
32 entweihn sie meine Satzungen und halten nimmer meine Vorschriften,
33 dann strafe ich mit Ruten ihr Vergehen,mit Streichen ihre Missetat.
34 Doch ich entziehe ihm nicht meine Gnade,und meine Treue laß ich ihm nicht fehlen,
35 verletze nimmer meinen Bund und ändre nicht den Ausspruch meiner Lippen.
36 Ich schwöre ein für allemal bei meiner Heiligkeit:- Wie sollte ich auch David täuschen? -
37 Sein Stamm soll ewig dauern,sein Thron, der Sonne gleich nach meinem Willen,
38 und wie der Mond für alle Zeiten währen,beständig so, wie dieser in den Wolken!" (Sela.)
39 Und doch verwirfst Du und verschmähst im Zorne den,den Du gesalbt,
40 vernichtest Deines Knechtes Bund;wirfst seine Krone in den Staub,
41 durchbrichst all seine Mauern,zertrümmerst seine Festen.
42 Wer da vorübergeht, der plündert ihn;für seine Nachbarn ist er nur ein Hohn.
43 Du hebst empor die Rechte seiner Dränger,erfreuest alle seine Feinde.
44 Du läßt abprallen seines Schwertes Schneide und ihn im Kampfe nicht bestehn,
45 vernichtest seine Heiligkeit und stürzest seinen Thron zu Boden,
46 verkürzest seine Jugendzeit,und deckest ihn mit Schande zu. (Sela.)
47 Wie lange, Herr, verbirgst Du Dich so ganz?Wie lange brennt Dein Grimm wie Feuer?
48 Bedenk doch, was ich für ein Wesen bin!Zu welchem Nichts schufst Du die Menschenkinder alle!
49 Wo ist der Mann, der leben bliebe und den Tod nicht schaute,der vor des Grabes Macht sein Leben wahrte? (Sela.)
50 Wo sind, Herr, Deiner Gnade frühere Beweise,die Du dem David schwurst bei Deiner Treue?
51 Bedenk den Hohn auf Deine Knechte, Herr,den ich von all den vielen Völkern her in meinem Busen trage,
52 den Hohn, mit dem Dich Deine Feinde, Herr, verhöhnen,mit dem sie des von Dir Gesalbten Stamm beschimpfen! Gepriesen sei der Herr in Ewigkeit! Amen! Amen!
Chapter 90
1 Ein Gebet, von Moses, dem Gottesmann. - Ein Obdach bist Du, Herr,für uns durch alle Menschenalter.
2 Bevor die Berge noch geboren wurden, bevor die Erde und die Welt gezeugt,bist Du von Ewigkeit zu Ewigkeiten, Gott.
3 Die Menschen wandelst Du in Staub und sprichst: "Ihr andern Menschenkinder: werdet!"
4 Denn tausend Jahre sind in Deinen Augen gleich einem jüngst vergangenen Tag,gleich einer Wache in der Nacht.
5 Du lässest sie im Schlaf entstehen;sie sind wie Gras, das morgens sprießt,
6 das morgens blüht und sprießt,am Abend welkt und dorrt
7 Vor Deinem Zorn vergehen wir;zunichte werden wir vor Deinem Grimme,
8 wenn Du Dir unsere Vergehn vor Augen stellst,vor Deines Angesichtes Leuchte unsere schlimmsten Fehler.
9 Denn alle unsere Tage schwinden unter Deinem Grimme,und wir verbringen unsere Jahre einem Seufzer gleich.
10 Auf siebzig kommen unsres Lebens Jahre,bei großer Kraft auf achtzig.Ihr Stolz ist Mühsal nur und Elend.Sie eilen schnell dahin, und wir entschwinden.
11 Wer weiß Bescheid mit Deines Zornes Stärke und wer mit Deinem Grimm, der Furcht vor Dir entsprechend?
12 Dieweil wir also unsere Tage zählen,zeig doch das Richtige, auf daß wir zur Vernunft gelangen!
13 Laß ab, o Herr! Wie lange noch?Werd andern Sinnes über Deine Knechte!
14 Erquick uns bald mit Deiner Huld,damit wir jubelnd lebenslang uns freuen!
15 Erfreu mit so viel Tagen uns, wie wir getrauert,mit so viel Jahren, wie in Unheil wir gelebt.
16 Dein Wirken zeige sich an Deinen Knechten und Deine Herrlichkeit an ihren Kindern!
17 Des Herrn, unseres Gottes Gnade walte über uns,und fördere unsrer Hände Werk bei uns,ja, fördere unserer Hände Werk!
Chapter 91
1 Der du dich in des Höchsten Schutz begibst,in des Allmächtigen Schatten weilst,
2 vom Herrn sprich so:"Mein Schirm und meine Burg,mein Gott, auf den ich baue!"
3 Aus Jägers Schlinge löst er dich und vor dem Anschlag voller Tücke.
4 Mit seinen Schwingen deckt er dich;geborgen bist du unter seinen Fittichen.Ein Schirm und Schild ist seine Treue.
5 Kein nächtlich Grauen darf dich schrecken,kein Pfeil, der an dem Tage fliegt,
6 und keine Seuche, die im Finstern schleicht,und keine Pest, die an dem hellen Mittag wütet.
7 Ob Tausend dir zur Seite fallen, Zehntausende zu deiner Rechten,dich wird es nicht treffen.
8 Du siehst es nur mit deinen Augen,wenn du der Übeltäter Strafgericht erlebst.
9 So sprich: "Der Herr ist meine Zuversicht".Zu deinem Freunde nimmst du dir den Höchsten.
10 Dir kann kein Unheil widerfahren und keine Plage deinem Zelte nahen.
11 Denn deinetwegen gibt er seinen Engeln das Gebot,auf allen deinen Wegen dich zu hüten.
12 Auf Händen sollen sie dich tragen,daß nicht dein Fuß an Steine stoße.
13 Auf Löwen und auf Nattern reitest du;du fährst auf jungen Löwen und mit Schlangen. -
14 Ich rette ihn, dieweil er an mir hängt,und schirme ihn, dieweil er meinen Namen kennt.
15 Wenn er mich ruft, so höre ich auf ihn und stehe ihm zur Seite in der Not.Ich rette ihn und bringe ihn zu Ehren.
16 Ich labe ihn mit langem Leben und lasse schauen ihn mein Heil.
Chapter 92
1 Ein Lied, ein Gesang, für den Sabbattag.
2 Gar köstlich ist's, dem Herrn zu danken und Deinem Namen, Höchster, Lob zu singen,
3 des Morgens Deine Huld zu künden und in den Nächten Deine Treue
4 zum Psalter mit zehn Saiten und zur Harfe,zum Saitenspiele auf der Zither.
5 Du, Herr, erfreust mich durch Dein Tun;ich juble über Deiner Hände Werk.
6 Wie groß sind Deine Werke, Herr,und Deine Pläne tief!
7 Der Törichte bemerkt es nimmer;der Tor beachtet's nicht.
8 Wenn Frevler blühn, so ist's wie mit dem Gras.Die Übeltäter sprossen alle nur,damit sie ewig untergehen.
9 Du aber bist der Höchste, Herr, in Ewigkeit.
10 Denn Deine Feinde kommen um,Herr, Deine Feinde;die Übeltäter werden allesamt zerstreut.
11 Dem wilden Stiere gleich wächst meine Kraft;gleichwie von Öl, so ist mein Alter frisch.
12 Mein Auge sieht mit Lust auf meine Gegner;mit Freuden hört mein Ohr von meiner Widersacher Niederlagen.
13 Der Fromme sproßt wie eine Palme,und wächst wie eine Zeder auf dem Libanon,
14 ins Haus des Herrn verpflanzt und in den Höfen unseres Gottes grünend,
15 sie tragen noch im Alter Früchte,beständig grün und markig bleibend, zur Kunde, daß der Herr gerecht,daß er mein Hort ist ohne Tadel.
Chapter 93
1 Der Herr ist König, angetan mit Hoheit.Mit Macht bekleidet sei der Herr, gegürtet!Dann steht die Welt da ohne Wanken.
2 Dein Thron steht wieder da wie einst.Du bist dann wie vor alters.
3 Erheben Ströme, Herr, erheben Ströme ihr Gebraus,erheben Ströme ihr Getöse,
4 viel stärker noch als vieler Wasser Tosen ist die Meeresbrandung;doch mächtiger der Herr in Himmelshöhen!
5 So bleibt, was Du verordnest, gültig.Wir wollen in Dein heilig Haus noch lange wallen, Herr.
Chapter 94
1 Herr! Als der Rache Gott,als Gott der Rache zeige Dich!
2 Erhebe Dich als Erdenrichter!Vergilt den Stolzen nach Verdienst!
3 Wie lange sollen Frevler, Herr,wie lange sollen Frevler noch frohlocken
4 und geifernd so Vermessenes reden und alle Übeltäter so sich brüsten
5 Sie treten, Herr, Dein Volk.Die ewig Deinen quälen sie,
6 erwürgen Fremdlinge und Witwen und morden Waisen, sprechend:
7 "Der Herr sieht's nicht;nicht merkt es Jakobs Gott."
8 Ihr Albernen im Volke werdet klug!Ihr Törichten! Wann wollt ihr das begreifen?
9 Nicht hören sollte, der das Ohr erschafft?Nicht sehen, der das Auge hat gebildet?
10 Nicht strafen sollte, der die Heidenvölker züchtigt?Er, der den Menschen Einsicht schenkt?
11 Die menschlichen Gedanken kennt der Herr,wie sie so eitel sind. -
12 Dem Manne Heil, den Du erziehst, o Herr,aus Deiner Lehre ihn belehrst,
13 ihn ob des Bösen Glück beruhigend,bis daß gegraben ist die Grube für den Frevler:
14 "Der Herr verstößt sein Volk nicht ganz,verläßt die ewig Seinen nicht.
15 Noch immer sitzt er zu Gericht;ihm fallen alle frommen Herzen zu."
16 Wer steht mir gegen Bösewichter bei?Wer tritt für mich den Übles Tuenden entgegen?
17 Wenn nicht der Herr mein Beistand wäre,dann läge meine Seele bald im Reich der Stille.
18 Obschon ich wähnte, daß mein Fuß gewankt,so hält mich dennoch Deine Gnade aufrecht, Herr.
19 Und streiten sich in meinem Innern die Gedanken,so labt an Deinen Tröstungen sich meine Seele.
20 Hat schon des Unrechts Stuhl der aufgestellt,der Unheil dem Gesetz bereitet?
21 Sie klagen fromme Seelen an;unschuldig Blut verdammen sie. -
22 Doch eine Burg sei mir der Herr,mein Gott, mein Zufluchtsfels!
23 Er lohne ihnen auch ihr Unrecht;er tilge sie in ihrer Bosheit!Der Herr vertilge sie, er, unser Gott.
Chapter 95
1 Wohlan! Laßt uns dem Herrn zujauchzen,zujubeln unserm hilfereichen Hort!
2 Laßt Uns mit Lobpreis vor sein Antlitz treten,mit Liedern ihm entgegenjauchzen!
3 Der Herr ein großer Gott,Großkönig über alle Götter!
4 In seiner Hand der Erde Tiefen,sein sind der Berge Gipfel.
5 Sein ist das Meer: Er hat's gemacht;das trockene Land: Er hat mit seinen Händen es gestaltet.
6 Herbei, anbetend laßt uns niederfallen und niederknieen vor dem Herrn und unserm Schöpfer!
7 Er ist alleinig unser Gott,und wir sein Weidevolk und seine liebste Herde,wenn ihr auf seine Stimme heute horcht:
8 "Verhärtet euer Herz nicht, wie zu Meriba,wie in der Wüste am Versuchungstag,
9 wo eure Väter mich versucht und mich geprüft,obschon sie meine Tat gesehen.
10 Ich grollte vierzig Jahre dem Geschlechte;ich sprach: Es ist ein Volk mit einem irren Geist;sie achten nicht auf meine Wege.
11 Ich schwur daher in meinem Zorn:Nie gehen sie zu meiner Ruhstätte ein!"
Chapter 96
1 Dem Herrn zu Ehren singt ein neues Lied!Dem Herrn lobsinge alle Welt!
2 Lobsingt dem Herrn;lobpreiset seinen Namen!Von Meer zu Meer tut kund sein Heil!
3 Verkündet bei den Heiden seinen Ruhm,bei allen Völkern seine Wunder,
4 ist doch der Herr so groß und lobesam,vor allen Göttern ehrfurchtswert!
5 Der Völker Götter sind ja alle Götzen;des Himmels Schöpfer ist der Herr.
6 Vor ihn mit Glanz und Herrlichkeit!Mit Macht und Pracht zu seinem Heiligtum!
7 So bringt dem Herrn, ihr Völkerscharen,herbei bringt Pracht und Macht dem Herrn!
8 So bringt dem Herrn zu seines Namens Ehre Gaben!Betretet mit Geschenken seine Vorhöfe!
9 Werft vor den Herrn euch hin mit Schmuck fürs Heiligtum!Vor ihm erzittere die ganze Welt!
10 Den Heiden rufet zu: "Der Herr ist König.Darum steht die Welt und wanket nimmer. Er richtet Völker in Gerechtigkeit."
11 Der Himmel freue sich!Die Erde jauchze,das Meer und was darin, erbrause!
12 Die Flur frohlocke auch mit allem, was darauf!Die Waldesbäume alle jubeln vor dem Herrn:
13 "Er kommt, er kommt,der Erde Richter.Er richtet nach Gerechtigkeit die Welt und die Nationen unparteiisch."
Chapter 97
1 Der Herr ist König. Erde freue dich!Und fröhlich sei'n die Inseln, soviel ihrer sind!
2 Gewölk und Dunkel um ihn her;und seines Thrones Stütze ist Gerechtigkeit und Recht.
3 Auflodere vor ihm ein Feuer und senge ringsum seine Feinde!
4 Die Welt erhellen sollen seine Blitze;die Erde schaue es und zittere!
5 Die Berge schmelzen vor dem Herrn wie Wachs,vor ihm, dem Herrn der ganzen Erde!
6 Die Himmel sollen künden seinen Sieg;die Völker alle schauen seinen Ruhm!
7 Zuschanden sollen werden alle Bildanbeter,die stolz auf Götzen sind;hinsinken sollen in den Staub vor ihm die Götter alle!
8 Mit Freuden hör es Sion,und Judas Töchter sollen jubeln ob Deiner Strafgerichte, Herr!
9 Für alle Welt bist Du der Höchste, Herr,hoch erhaben über alle Götter.
10 Die ihr den Herren liebet, haßt das Böse!Er schirmt die Seelen seiner Frommen und reißt sie aus der Bösen Hand.
11 Den Frommen wird ein Licht bereitet und Freude denen, die geraden Herzens.
12 Ihr Frommen, freut euch an dem Herrn!Preist seinen heiligen Namen!
Chapter 98
1 Ein Lied. - Ein neues Lied singt jetzt dem Herrn,dem Wundertäter,dem seine Rechte hilft,sein heiliger Arm!
2 Der Herr hat seinen Sieg verkündet,und vor der Heiden Augen offenbarte er sein Heil,
3 der Huld und Treue eingedenk zum Heil des Hauses Israels.Der Erde Enden alle sahen unseres Gottes Sieg.
4 Entgegenjauchze alle Welt dem Herrn!Frohlocket! jubelt! Singt!
5 Lobsingt dem Herrn mit Zitherklang,mit Zitherklang und mit Gesang!
6 Mit Hörnern und Posaunenschall,mit Jubel vor dem König, vor dem Herrn!
7 Das Meer und was es füllt, erbrause,die Welt und die drauf wohnen!
8 Die Ströme sollen Beifall klatschen,
9 die Berge allzumal frohlocken vor dem Herrn,wenn er die Welt zu richten kommt!- Er richtet nach Gerechtigkeit die Welt,nach Billigkeit die Völker.
Chapter 99
1 Der Herr ist König. Beben mögen da die Völker!Der Erdball zittere, wenn er sich auf die Cherubine niederläßt.
2 Groß ist der Herr in Sion,erhaben über alle Völker!
3 Sie sollen Deinen Namen preisen,ihn, den großen, schrecklichen! -Er ist so heilig.
4 Und ist so mächtig. -Der Du das Recht liebst, König,stell die rechte Ordnung her und schaffe Billigkeit und Recht in Jakob!
5 Den Herrn verherrlicht, unsern Gott!Vor seiner Füße Schemel betet an! Er ist so heilig.
6 Ein Moses und ein Aaron unter seinen Priestern;ein Samuel ruft seinen Namen an.Sie riefen zu dem Herrn, und er erhörte sie.
7 Er spricht zu ihnen wieder in der Wolkensäule,wenn sie befolgen seine Mahnungen und das von ihm gegebene Gesetz.
8 Herr, unser Gott! Erhöre sie!Sei Du für sie ein Gott,fürsorgend, rächend ihre Unbilden!
9 Den Herrn verherrlicht, unsere Gott!Werft euch vor seinem heiligen Berge nieder!Denn unser Gott, der Herr, ist heilig.
Chapter 100
1 Ein Lied, zur Danksagung. - Entgegenjauchze alle Welt dem Herrn!
2 Verehrt den Herrn mit Fröhlichkeit!Mit Jubel tretet vor sein Angesicht!
3 Bekennt: Der Herr ist Gott!Erschaffen hat er uns,wir sind sein Eigen,sein Volk, die Schäflein seiner Weide.
4 Zu seinen Toren ziehet dankend ein,mit Lobgesang in seine Höfe!Ihm dankt! Lobpreiset seinen Namen!
5 Denn gütig ist der Herr.Auf immer währet seine Huld und seine Treue für und für.
Chapter 101
1 Von David, ein Lied. - Von Liebe und von Recht will ich jetzt singen,will, Herr, Dir singen.
2 Auf einen frommen Wandel achte ich.Wann wirst Du zu mir kommen?In Herzensunschuld wandle ich in meinem Hause.
3 Mein Auge richt ich nicht auf schlimme Dinge.Der Abtrünnigen Treiben hasse ich; mir liegt es nicht.
4 Ein falsches Sinnen liegt mir fern;vom Bösen weiß ich nichts.
5 Wer heimlich andere verdächtigt, den bringe ich zum Schweigen.den Mann, begabt, doch übermütig, vertrage ich in keiner Weise.
6 Die Treuesten im Land ersehe ich für mich;nur solche dürfen um mich bleiben.Wer auf dem Pfad der Tugend wandelt,der soll mein Diener sein.
7 Wer aber Trug verübt,der bleibt in meinem Hause nimmer;wer Lügen spricht,verweilt nicht lang vor meinen Augen.
8 Verstummen mache ich allmorgendlich des Landes Frevler insgesamt;denn ich verbanne aus der Stadt des Herrn die Übeltäter alle.
Chapter 102
1 Gebet für einen Elenden, wenn er verzagt vor dem Herrn seine Klage ausschüttet.
2 Herr! Höre mein Gebet,und laß mein Rufen zu Dir kommen!
3 Verbirg Dein Antlitz nicht vor mir!Neig her zu mir Dein Ohr an meinem Trübsalstage!Erhöre schnell mich, wenn ich rufe!
4 Denn meine Tage schwinden hin wie Rauch;dem Feuer gleich ist mein Gebein verbrannt.
5 Mein Herz ist dürr, versengt wie Gras;mein täglich Brot vergesse ich zu essen.
6 Vor meinem lauten Seufzen klebt mein Gebein im Leib zusammen.
7 Dem Pelikan der Wüste gleiche ich,und Eulen in Ruinen bin ich gleich geworden.
8 Beim Wachen bin ich wie ein Vöglein,das einsam auf dem Dache weilt.
9 Mich höhnen täglich meine Feinde,und die mich reizen, nehmen mich zum Fluchen.
10 Denn Asche esse ich wie Brot und mische meinen Trank mit Tränen
11 vor Deinem Zorne, Deinem Grimm,wenn Du mich aufhebst und zu Boden wirfst.
12 Dem langen Schatten gleichen meine Tage;wie Gras verdorre ich.
13 Doch Du, Herr, thronest ewiglich;Dein Name dauert für und für.
14 Du solltest Dich erheben, Dich Sions wieder zu erbarmen.Ihm Gnade zu erweisen, ist es Zeit; denn die bestimmte Frist ist da.
15 So gerne haben Deine Knechte seine Steine und hängen selbst an seinem Schutt in Liebe.
16 Die Heiden fürchten dann des Herrn Namen und alle Könige der Erde Deine Herrlichkeit. -
17 Erbaut dem Herrn von neuem Sion und zeigt er sich in seinem Herrschertum,
18 und achtet auf der Nackten Flehen,verschmäht er nimmer ihr Gebet,
19 dann schreibe man dies für die Nachwelt auf,damit ein neugeschaffen Volk den Herrn lobpreise!
20 Von seiner heiligen Höhe schaue er herab;der Herr vom Himmel auf die Erde blicke,
21 um der Gefangenen Gestöhn zu hören,des Todes Kinder zu befreien!
22 Dann künden sie des Herren Ruhm in Sion und zu Jerusalem sein Lob,
23 wenn sich die Völker allzumal versammeln und Königreiche, um dem Herrn zu dienen. -
24 Ermattet bin ich auf dem Weg;verkürzt sind meine Tage.
25 Drum flehe ich: "Mein Gott!Nimm mich nicht weg in meiner Tage Hälfte!Du, dessen Jahre Ewigkeiten währen."
26 Die Erde, die Du einst gegründet,der Himmel, Deiner Hände Werk,
27 sie schwinden hin, Du aber bleibst.Sie all veralten wie ein Kleid;Du wechselst sie wie ein Gewand.Und wechseln sie,
28 so bleibst Du doch derselbe,und Deine Jahre enden nicht. So mögen auch die Kinder Deiner Knechte bleiben,ihr Stamm, solang Du selber bist!
Chapter 103
1 Von David. - Den Herrn lobpreise, meine Seele,mein ganzes Herz den heiligen Namen sein!
2 Lobpreis den Herrn, du, meine Seele!Vergiß nicht, was er Gutes dir getan!
3 Er ist's, der alle deine Schuld vergibt,der alle deine Leiden heilt,
4 der vor dem Grab dein Leben rettet,mit Huld und Liebe dich umgibt,
5 mit Segen dein Verlangen stillt und dich dem Phönix gleich verjüngt.
6 Gerechtigkeit übt stets der Herr,schafft allen Unterdrückten Recht.
7 Er zeigt, wie einst dem Moses seine Wege,den Kindern Israels all seine Taten.
8 Barmherzig ist der Herr und gnädig,langmütig und von großer Huld.
9 Er zürnt nicht immerfort;noch trägt er ewig nach.
10 Er tut uns nicht nach unsren Sünden,vergüt uns nicht nach unsren Missetaten.
11 So hoch der Himmel über dieser Erde,so überragend seine Liebe über denen, die ihn fürchten.
12 So fern der Morgen von dem Abend ist,entfernt er unsere Schuld von uns.
13 So innig, wie ein Vater seine Kinder liebt,so liebt der Herr die, so ihn fürchten.
14 Er kennt ja unsere Art,ist eingedenk, daß wir aus Staub.
15 Der Sterbliche! Wie Gras sind seine Tage,er blüht wie eine Blume auf dem Felde.
16 Wenn sie ein Lüftchen anhaucht, ist sie weg,und ihre Stätte kennt sie nimmer.
17 Die Huld des Herrn jedoch ruht für und für auf denen, die ihn fürchten,und seine Liebe auf den Kindeskindern,
18 die seinen Bund bewahren und seine Vorschriften erfüllen wollen.
19 Der Herr hat seinen Thron im Himmel aufgestellt;doch seine Herrschaft waltet über alles.
20 Lobpreist den Herrn, ihr, seine Engel,ihr starken Helden, die ihr seinen Willen tut und seinem Donnerrufe folgt!
21 Lobpreist den Herrn, all seine Heere!Ihr Diener, die Vollstrecker seines Willens!
22 Lobpreist den Herrn, all seine Werke an allen Orten seiner Herrschaft!Lobpreis den Herrn, du, meine Seele!
Chapter 104
1 Lobpreis den Herrn, du, meine Seele!Du, Herr, mein Gott, gar groß bist Du,mit Pracht und Herrscherwürde angetan.
2 Du hüllst Dich in das Licht wie in ein Kleid und spannst den Himmel aus wie ein Gezelt. -
3 Auf Wasser baut er seinen Söller;zu seinem Wagen macht er Wolken und fährt auf Windesflügeln.
4 Zu seinen Boten macht er Stürme,zu seinen Dienern Feuerflammen.
5 Die Erde gründet er auf ihre Pfeiler,daß sie in alle Ewigkeit nicht wanke.
6 Du deckst den Ozean darüber wie ein Tuch,daß selbst auf Bergen Wasser stehen.
7 jedoch vor Deinem Schelten fliehen sie;vor Deiner Donnerstimme eilen sie davon.
8 Die einen bleiben auf den Bergen;die andern fließen in die Täler zu dem Ort, von Dir bestimmt
9 Du setzest Grenzen, die sie nimmer überschreiten,und niemals decken sie die Erde wieder.
10 Du bist's, der Quellen in die Täler sendet;sie rieseln zwischen Bergen hin.
11 Sie tränken alles Wild des Feldes;da löschen Zebras ihren Durst.
12 Des Himmels Vögel sitzen drüber und lassen sich aus dem Gebüsche hören.
13 Die Berge tränkest Du durch Deine Wunderwerke;an Deines Wirkens Frucht ersättigt sich die Erde.
14 Du lässest Gras den Tieren sprossen und Futter für des Menschen Arbeitstiere,um aus der Erde Brot zu ziehen,
15 auch Wein, der froh der Menschen Herzen macht,und Öl, das glänzen macht das Angesicht,und Brot, des Menschen Lebensmark.
16 Des Herren Bäume werden satt getränkt,die Zedern Libanons, die er gepflanzt,
17 darin die Vögel ihre Nester bauen,Zypressen, die dem Storch zum Nisten dienen,
18 die hohen Berge, die den Gemsen,die Felsen, die der Dachse Zuflucht sind.
19 Du schufst den Mond zum Zeiteinteilen und lehrtest ihren Lauf die Sonne.
20 Wenn Finsternis herab Du senkst und es wird Nacht, dann regt sich alles Waldgetier.
21 Die jungen Löwen brüllen nach dem Fraß,von Gott die Nahrung heischend.
22 Geht dann die Sonne auf,so schleichen sie zurück und strecken sich auf ihre Lager nieder.
23 Dann geht der Mensch an seine Arbeit,geht an sein Werkeln bis zum Abend.
24 Wie mannigfaltig, Herr, sind Deine Werke,so weise sind von Dir sie all geordnet!Wie ist die Erde voll von Deinen Schöpfungstaten!
25 Da ist das Meer, so groß und weit,zahlloses Seegetier darin, Geschöpfe klein und groß,
26 sie ziehen hin und her wie Schiffe samt dem Leviatan,den Du erschaffen, um mit ihm zu spielen.
27 Sie alle harren Deiner,daß Du zur rechten Zeit sie speisest.
28 Und gibst Du ihnen etwas, lesen sie es auf,und wenn Du öffnest Deine Hand, so werden sie des Guten voll.
29 Doch wendest Du Dein Antlitz ab,dann faßt sie Grauen,und ziehst Du ihren Lebenshauch zurück,dann sterben sie und werden, was sie waren, Staub.
30 Du sendest Deinen Odem, andere entstehen,und so erneuerst Du der Erde Angesicht. -
31 Des Herrn Ruhm bestehe ewiglich!An seinen Werken freue sich der Herr,
32 der auf die Erde blickt, daß sie erzittert,und Berge anrührt, daß sie rauchen!
33 Ich sing dem Herrn.Solang ich lebe, singe ich dem Herrn und preise meinen Gott, solang ich bin.
34 Mein Loblied möge ihm gefallen!Ich freue mich des Herrn.
35 Ach, daß die Sünder von der Erde schwänden,daß keine Frevler mehr vorhanden wären!Lobpreis' den Herrn, du meine Seele! Alleluja!
Chapter 105
1 Dem Herrn sagt Dank! Verherrlicht seinen Namen!Macht seine Taten den Nationen kund!
2 Lobsingt von ihm! Lobt ihn!Erzählt von seinen Wundern all!
3 In seinem heiligen Namen rühmet euch!Von Herzen freue sich, wer nach dem Herrn sucht!
4 Verlanget nach dem Herrn und seiner Herrlichkeit!Stets sucht sein Angesicht!
5 Gedenkt der Wunder, die er tat,der Zeichen, seiner Richtersprüche!
6 Geschlecht du, seines Knechtes Abraham,ihr Söhne Jakobs, seines Auserwählten! -
7 Der Herr ist unser Gott,und auf der ganzen Erde gelten seine Urteilssprüche.
8 In Ewigkeit gedenkt er seines Bundes und seines Wortes, das er sprach, ins tausendste Geschlecht,
9 des Bunds, den er mit Abraham geschlossen für Israel als einen ewigen Bund,
10 den er für Jakob als ein Recht bestätigt,und seines Eides, den er Isaak zugeschworen.
11 "Dir", sprach er, "geb' ich Kanaan,als euer zugemessen Erbe." -
12 Noch klein war damals ihre Zahl,noch winzig klein und fremd darin.
13 Sie wanderten von einem Heidenvolk zum andern,von einem Reich zu einer andern Nation.
14 Er gab nicht zu, daß jemand sie bedrückte;er warnte ihretwegen Könige:
15 "Vergreift euch nicht an den von mir Gesalbten!Fügt keinen Schaden meinen Sehern zu!" -
16 Er rief alsdann ins Land den Hunger,jedwede Brotesstütze brechend.
17 Er sandte einen Mann vor ihnen her;zum Sklaven ward Joseph verkauft.
18 in Fesseln zwang man seine Füße;in Eisen ward sein Hals gelegt,
19 bis in Erfüllung ging, was er verheißen,und ihn der Spruch des Herrn bewährte.
20 Da ließ der König ihn entfesseln;der Völkerherrscher ließ ihn frei.
21 Er machte ihn zum Herrn in seinem Hause und zum Verwalter über all sein Gut,
22 daß er nach seinem Sinne seine Fürsten lenkte und seine Ältesten belehrte. -
23 Alsdann kam nach Ägypten Israel,und Jakob ward ein Gast im Lande Chams.
24 Er machte fruchtbar dort sein Volk,für seine Feinde allzu zahlreich.
25 Nun wandte er ihr Herz zum Hasse wider Gottes Volk,zur Arglist gegen seine Diener.
26 Er sandte Moses, seinen Diener,und Aaron, den er sich erkoren.
27 Sie zeigten ihnen seine Wunder und taten Zeichen in dem Lande Chams.
28 Er sandte Finsternis, und dunkel ward's;doch achteten sie nicht auf seinen Wink.
29 Er wandelte in Blut ihr Wasser,und ihre Fische ließ er sterben.
30 Er ließ ihr Land von Fröschen wimmeln bis in die Kammern ihrer Könige.
31 Er sprach; da kam ein Fliegenschwarm und Mücken in ihr ganz Gebiet.
32 Für Regen gab er ihnen Hagel und Feuerflammen auf ihr Land,
33 schlug ihren Weinstock, ihren Feigenbaum darnieder.zersplitterte die Bäume all in ihren Grenzen.
34 Er sprach; da kamen Heuschrecken und Ungeziefer ohne Zahl.
35 Sie fraßen alles Gras in ihrem Land und fraßen ihre Feldfrucht ab.
36 In ihrem Lande schlug er alle Erstgeburt,die Erstlinge all ihrer Kraft. -
37 Er führte sie mit Gold und Silber aus dem Lande,und unter seinen Stämmen war kein Müder.
38 Ägypten ward ob ihres Wegzugs froh;denn Angst vor ihnen hatte sie befallen.
39 Er breitete zum Schirme eine Wolke aus und Feuer, um bei Nacht zu leuchten.
40 Auf ihre Bitte ließ er Wachteln kommen und schenkte ihnen Himmelsspeise zur Genüge.
41 Er öffnete den Fels, daß Wasser flossen,in dürrem Lande Ströme rieselten.
42 Denn er gedachte seines heiligen Wortes und seines Dieners Abraham.
43 So führte er sein Volk mit Jubel fort,mit Jauchzen seine Auserwählten.
44 Der Heiden Länder gab er ihnen,ließ sie die Frucht des Völkerfleißes erben,
45 auf daß sie seine Rechte hielten,und seine Lehren treu bewahrten. Alleluja!
Chapter 106
1 Alleluja! Dem Herrn sagt Dank! Denn er ist gut!Auf ewig währet seine Huld.
2 Wer redet würdig von des Herren großen Taten,verkündet all sein Lob?
3 Heil denen, die das Richtige befolgen und es zu jeder Zeit recht machen! -
4 Gedenke meiner, Herr, begnadigst Du Dein Volk und kommt Dein Heil, so denk auch meiner,
5 daß Deiner Auserwählten Glück ich noch erlebe und mich der Freude Deines Volkes freue und mit den ewig Deinen jubiliere!
6 Gesündigt haben wir mit unsren Vätern,unrecht und frevelhaft gehandelt.
7 Schon unsere Väter merkten nicht auf Deine Wunder in Ägypten und dachten nicht an Deine Gnadenfülle. -Sie haderten am Meer, des Schilfmeers wegen.
8 Um seines Namens willen half er ihnen,um seine Stärke kundzutun.
9 Er schalt das Schilfmeer; es versiegte.Er führte sie durch Fluten wie durch eine Trift,
10 entriß sie aus der Hasser Hand,befreite sie aus Feindes Macht.
11 Das Wasser deckte ihre Dränger;nicht einer blieb von ihnen übrig.
12 Da glaubten sie an seine Worte und stimmten einen Lobgesang ihm an.
13 Doch schnell vergaßen sie dann seine Taten und harrten seines Rates nicht.
14 Sie wurden in der Wüste lüstern,versuchten Gott im wasserlosen Land.
15 Da gab er ihnen ihr Begehr:Erbrechen sandte er in ihren Hals.
16 Im Lager aber wurden sie auf Moses eifersüchtig und auf den Heiligen des Herrn, auf Aaron.
17 Die Erde tat sich auf, verschlang den Dathan,begrub die Rotte Abirams.
18 In ihrer Rotte flammte Feuer auf,und eine Flamme fraß die Frevler. -
19 Am Horeb machten sie ein Kalb und beteten ein Gußbild an,
20 vertauschten ihres Gottes Herrlichkeit mit der Gestalt des Stiers, der Gras verzehrt,
21 vergaßen Gott, der sie gerettet,der Großes in Ägypten hat getan,
22 Erstaunliches im Lande Chams,Erschreckliches am Roten Meer.
23 Er dachte dran, sie zu vertilgen;da trat vor ihm sein Auserwählter, Moses, in die Bresche,um seinen Grimm vom Unheil abzuwenden. -
24 Doch sie verschmähten das ersehnte Land und glaubten seinem Worte nicht.
25 In ihren Zelten murrten sie,gehorchten nicht des Herren Stimme.
26 Da schwur er ihnen hoch und teuer,sie in der Wüste zu vertilgen,
27 den Heiden preiszugeben ihren Stamm und diesen in die Länder zu versprengen. -
28 Sie paarten sich zu Ehren Baal Peors und aßen Totenopfer.
29 Sie reizten ihn durch ihre Taten;da brach die Pest bei ihnen aus.
30 Und Pinechas stand auf und schlichtete;da ward die Pest gehemmt.
31 Ihm ward es zum Verdienst gerechnet und seinen Enkeln immerfort.
32 Und sie erzürnten ihn am Haderwasser,und ihretwegen mußte Moses leiden.
33 Denn sie verbitterten ihm das Gemüt so daß er unbedacht mit seinen Worten war.
34 Sie tilgten auch die Völker nicht,wie's ihnen doch der Herr gebot.
35 Sie mischten sich mit Heiden und lernten ihre Sitten.
36 Sie dienten ihren Götzen,und diese brachten sie zu Fall.
37 So opferten sie ihre Söhne und ihre Töchter den Dämonen.
38 Unschuldig Blut vergossen sie,das Blut der eigenen Söhne und der Töchter,die sie den Götzen Kanaans zum Opfer brachten.So ward das Land durch Mord entweiht.
39 Sie selbst bedeckten sich durch ihre Taten;durch ihre Werke wurden sie so untreu.
40 Da zürnte seinem Volk der Herr aufs heftigste,zum Abscheu wurde ihm sein Erbe.
41 Er gab sie in der Heiden Hand,und ihre Hasser herrschten über sie.
42 Und ihre Feinde drückten sie;sie mußten ihrer Macht sich beugen. -
43 Zu vielen Malen hat er sie befreit;sie aber blieben voller Trotz bei ihrem Plan,verkamen so durch ihre Sünde.
44 Er sah auf ihre Not,sooft er ihre Klage hörte, dachte er
45 an seinen Bund mit ihnen,ward andern Sinns in seiner großen Huld
46 und ließ sie Mitleid finden bei allen ihren Siegern. -
47 Zu Hilfe uns, Herr, unser Gott! -Bring uns zusammen aus den Heidenvölkern,auf daß wir Deinem heiligen Namen danken,uns rühmen Deines Ruhmes! -
48 Gepriesen sei der Herr, Gott Israels,von Ewigkeit zu Ewigkeit,und alles Volk soll sprechen: "Amen!Alleluja!"
Chapter 107
1 "Dem Herrn sagt Dank! Denn er ist gut.Auf ewig währet seine Huld."
2 So singen die vom Herrn Erlösten,die er aus Feindes Hand befreit
3 und aus den Ländern sammelt von Morgen, Abend, Mitternacht und Süden. -
4 Sie irren in der Steppenwüste und finden keine Bahn zur Wohnstatt hin.
5 Sie leiden Durst und Hunger,und ihre Seele sinkt darob in Ohnmacht.
6 Sie schreien zu dem Herrn in ihrer Not;Er rettet sie aus ihren Ängsten
7 und leitet sie auf rechtem Wege,die Wohnstatt zu erreichen.
8 Sie sollen dankbar sein dem Herrn für seine Gnade,für seine Wunder an den Menschenkindern,
9 daß er ihr Lechzen stillt und ihren Hunger mit dem Nötigen befriedigt! -
10 In Finsternis und Todesschatten sitzen sie,gebannt in Elend und in Eisen;
11 denn Gottes Worten widerspenstig,verschmähen sie des Höchsten Rat.
12 Durch Mühsal beugt er ihren Sinn;sie werden machtlos; niemand hilft.
13 Sie schrein zum Herrn in ihrer Not;er rettet sie aus ihren Ängsten.
14 Aus Finsternis und Todesschatten führt er sie,und ihre Fesseln sprengt er auf.
15 Sie sollen dankbar sein dem Herrn für seine Gnade,für seine Wunder an den Menschenkindern,
16 daß er zertrümmert eherne Pforten und Eisenriegel bricht! -
17 Die Kranken leiden schwer ob ihres Sündenwandels und wegen ihrer Missetaten,
18 daß sie vor jeder Speise ekelt und sie des Todes Pforten schon berühren.
19 Sie schreien zu dem Herrn in ihrer Not;er rettet sie aus ihren Ängsten.
20 Er schickt sein Wort, macht sie gesund und rettet sie vor ihren Grüften.
21 Sie sollen dankbar sein dem Herrn für seine Gnade,für seine Wunder an den Menschenkindern,
22 ihm Dankesopfer bringen,jubelnd seine Taten künden! -
23 Die auf der See in Schiffen fahren und ihr Geschäft auf großen Wassern treiben,
24 erblicken hier des Herren Werke und seine Wunder mit der tiefen Flut.
25 Ein Sturm erhebt sich auf sein Wort,und seine Wellen türmen sich.
26 Sie steigen bis zum Himmel, fahren in die Tiefen.Ihr Leben ist gefährdet.
27 Sie tanzen, schwanken wie Betrunkene.Dahin ist ihre ganze Kunst.
28 Sie schrein zum Herrn in ihrer Not;er rettet sie aus ihren Ängsten.
29 Er macht den Sturm zum Säuselwind;da legen sich des Meeres Wellen.
30 Sie jubeln, daß sie stille liegen und er sie an ihr Endziel führt.
31 Sie sollen dankbar sein dem Herrn für seine Gnade,für seine Wunder an den Menschenkindern
32 und ihn vor allem Volk erheben und ihn im Kreis der Alten loben! -
33 Er macht zur Wüste Ströme,zu dürrem Lande Quellenorte,
34 ein fruchtbar Land zum salzigen Grund,der Bosheit der Bewohner wegen.
35 Er macht zum Wasserteich die Wüste und dürres Land zum Quellenort;
36 die Hungrigen läßt er hier wohnen;Sie bauen eine Wohnstatt dort,
37 besäen Felder, pflanzen Weinberge,die lohnend Früchte tragen.
38 Er segnet sie, daß sie sich riesig mehren,und läßt ihr Vieh sich nicht vermindern.
39 Vermindern sie sich, werden sie gebeugt von Druck und Elend und von Jammer,
40 dann gießt auf Fürsten er Verachtung aus und führt sie in die unwegsame Öde.
41 Doch aus dem Elend hebt er Arme auf und macht Geschlechter Herden gleich.
42 Das sehen Redliche und freuen sich,und jeder Frevelmund verstummt. -
43 Wer weise ist, beachtet dies,und Anerkennung finden so des Herren Gnadentaten.
Chapter 108
1 Ein Gesang, ein Lied, von David.
2 Aus Herzensgrund, o Gott,will ich jetzt singen und frohlocken
3 Erwache, du mein Stolz!Erwache, Harfe du und Zither!Ich singe wach das Morgenrot.
4 Ich preise, Herr, Dich bei den Völkern,und ich besinge Dich bei den Nationen,
5 daß Deine Huld bis an den Himmel reicht,bis zu den Wolken Deine Treue.
6 Erheb Dich, Gott, soweit der Himmel,und Deinen Ruhm, soweit die Erde reicht!
7 Daß Deine Lieblinge gerettet werden,mit Deiner Rechten hilf dazu! Erhöre uns! -
8 Gott hat in seinem Heiligtum gesprochen:"Ich soll im Siegesjubel Sichem jetzt verteilen,das Sukkot-Tal vermessen.
9 Mein würde Gilead, Manasse mein,und meine Hauptwehr Ephraim und Juda wär mein Herrscherstab.
10 Ich zwänge Moab auch, das Waschbecken,und Edom, mir die Schuhe herzurichten,und über Philistäa triumphierte ich." -
11 Wer bringt mich aber jetzt zur festen Stadt?Wer führt mich jetzt nach Edom hin? -
12 Bist Du's nicht, Gott, der uns verstößt,der nicht mit unsren Scharen auszieht, Gott?
13 Verschaffe Rettung uns aus dieser Not!Denn Menschenhilfe trügt. Mit Gott verrichten wir dann Heldentaten;er nur kann unsere Feinde niedertreten.
Chapter 109
1 Auf den Siegesspender, von David, ein Lied. - Mein Gott, den ich lobpreise, sei nicht taub!
2 Sie öffnen gegen mich den frechen, falschen Mund;mit Lügenzungen reden sie zu nur
3 und überhäufen mich mit Hassesworten und feinden ohne Grund mich an.
4 Für meine Liebe klagen sie mich an;ich muß mich gar verteidigen.
5 Für Gutes haben sie für mich nur böse Wünsche,für meine Liebe Haß: -
6 "Man möge einen Frevler gegen ihn bestellen,daß er als Kläger gegen ihn auftrete!
7 Er gehe schuldig im Gericht hervor;fehlschlage ihm sein Rechten!
8 Nur wenig seien seine Tage;ein anderer nehme sein Erspartes!
9 Und seine Kinder sollen Waisen werden und seine Gattin Witwe!
10 Unstet umherziehen und betteln sollen seine Kinder,aus ihren leeren Wohnungen verstoßen werden!
11 Ein Wucherer belege seine ganze Habe mit Beschlag,und Fremde sollen sein Erworbnes plündern!
12 Nicht einer bleibe ihm gewogen!Nicht einer schenke Mitleid seinen Waisen!
13 Sein Stamm verfalle der Vernichtung;im zweiten Glied erlösche schon sein Name!
14 Beim Herrn werd seiner Väter Schuld gedacht,und seiner Mutter Sünde werde nimmer ausgelöscht!
15 Sie seien stets dem Herrn vor Augen,daß er vertilge ihr Gedächtnis von der Erde.
16 Denn er gedachte nimmer, Liebe zu erweisen,verfolgte elende und arme Leute und gab den Todesstoß zerbrochenen Herzen.
17 Weil ihm der Fluch so lieb und ihm sich leicht einstellte,dieweil das Segnen er nicht mochte, weil's ihm ferne lag,
18 dieweil den Fluch er wie sein eigen Kleid anlegte,wie Wasser in sein Inneres nahm und er wie Öl in seine Glieder drang,
19 so sei er ihm wie ein Gewand, das er als Hülle um sich legt,gleich einem Gürtel, den er ständig trägt!" -
20 Vom Herrn geschehe also meinen Anklägern,die wider mich gar Schlimmes reden!
21 Du aber, Herr, mein Gott, befasse Dich mit mir um Deines Namens willen!Errette mich nach Deiner milden Huld!
22 Denn ich bin bettelarm und leidend;mein Herz bricht mir im Leibe.
23 Gleich einem Schatten, der sich neigt, vergehe ich,bin hohl gleich einem Rauchfang.
24 Vor Fasten wanken mir die Knie;mein Leib zehrt ab, wird mager.
25 Ich bin ihr Spott;sie sehen mich und schütteln ihren Kopf. -
26 Komm mir zu Hilfe, Herr, mein Gott!Errette mich nach Deiner Huld,
27 damit sie innewerden, Deine Hand sei es,daß Du, Herr, solches tust!
28 Sie mögen fluchen! Doch Du segne!So werden meine Widersacher voller Scham,Dein Diener aber voller Freude.
29 In Schande müssen meine Ankläger sich kleiden,in ihre Scham sich hüllen wie in einen Mantel! -
30 Dann danke ich dem Herrn mit lautem Munde und preise ihn inmitten Vieler,
31 daß er dem Armen steht zur Rechten,zur Hilfe gegen die, die ihn verklagen.
Chapter 110
1 Von David, ein Lied. - Ein Spruch des Herrn an meinen Herrn:"Zu meiner Rechten setze dich!Ich mache deine Feinde zum Schemel deiner Füße."
2 Dein machtvoll Zepter laß der Herr weit über Sions Grenzen reichen!Steig du hinab in deiner Feinde Mittel
3 Dir huldige dein Volk an deinem Krönungsfest in heiliger Festesfreude!Und deiner jungen Männer Schar laß hoch dich leben!
4 Geschworen hat der Herr und es gereut ihn nicht:"Du sollst auf ewig Priester sein,nach meinem Worte ein Melchisedech!"
5 Der Herr zu deiner Rechten zerschmettert Könige an seinem Zornestage.
6 Er gehe mit den frevelschwangern Heiden ins Gericht,zerschmettre Fürsten auf dem breiten Plane.
7 Er trinke auf dem Zuge Wasser aus dem Bach und setze so dem Werk die Krone auf!
Chapter 111
1 Alleluja!Aus ganzem Herzen danke ich dem Herrn im Kreis der Frommen und in der Gemeinde.
2 Des Herren Werke sind gewaltig,wie ausgesucht für alle ihre Zwecke.
3 Sein Wirken ist nur Pracht und Glanz,und ewig währet seine Liebe.
4 Er sorgt für seiner Wunder Fortbestand;/ erbarmungsvoll und gnädig ist der Herr.
5 Er spendet Nahrung denen, die ihn fürchten,auf immer seines Bundes eingedenk.
6 Er zeigte seinem Volke seiner Taten höchstes Maß,wie er das Eigentum der Heiden ihnen zum Besitze gab.
7 Von Recht und Treue zeugt ja seiner Hände Werk;was er verfügt, ist alles wohlgemeint.
8 Für alle Zeiten sind sie festgesetzt und ausgeführt mit Treue und Gerechtigkeit.
9 Er sandte seinem Volk Erlösung und schloß auf ewig seinen Bund."Furchtbarer", "Heiliger" ist sein Name.
10 Der Weisheit Anfang ist die Furcht des Herrn.Wer also tut, der führt sich gut.Sein Ruhm besteht für ewige Zeiten.
Chapter 112
1 Alleluja!Wie selig, wer den Herren fürchtet und freudig tut, was er gebeut!
2 Sein Stamm ist mächtig auf der Erde;gesegnet ist der Redlichen Geschlecht.
3 In seinem Haus ist Pracht und Fülle,und seine Milde währet immerdar.
4 Er strahlt den Frommen auf, ein Licht im Dunkel,barmherzig, mild und liebevoll ist er.
5 Wohl geht's dem Mann, der schenkt und leiht,der hierfür seinen Haushalt nach Gebühr einrichtet.
6 Er wankt auf ewig nicht;in ewigem Gedächtnis bleibt er als Gerechter.
7 Vor Unheilsboten bebt er nicht;sein Herz ist unverzagt, dem Herrn vertrauend.
8 Sein Herz ist fest und ohne Furcht;er schaut sogar an seinen Feinden seine Lust.
9 Freigebig ist er, schenkt den Armen,und alle Zeit währt seine Milde;durch sein Vermögen ragt er hoch empor.
10 Der Frevler sieht's und ärgert sich,und zähneknirschend schwindet er dahin;der Bösen Reiz vergeht.
Chapter 113
1 Alleluja!Des Herren Knechte, preist,lobpreist des Herren Namen!
2 Des Herren Name sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit!
3 Vom Sonnenaufgang bis zum Niedergang sei hochgelobt des Herrn Name!
4 Der Herr sei über alle Heiden hoch erhaben!Bis in den Himmel reiche seine Ehrung!
5 Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott,der in der Höhe thront,
6 der tief herniederblickt,im Himmel dort, hier auf die Erde?
7 Aus Staub zieht er den Niedrigen empor und hebt den Dürftigen aus dem Kot
8 und setzt ihn neben Fürsten,zu seines Volkes Fürsten.
9 Er läßt die Frau, die nie gebar, im Hause bleiben,als Kindermutter hochwillkommen.
Chapter 114
1 Als Israel Ägypten und Jakobs Haus das fremde Volk verließ,
2 da ward Juda sein Heiligtum und Israel sein Reich.
3 Dies sah das Meer und floh;der Jordan ging zurück.
4 Die Berge hüpften gleich den Widdern,die Hügel wie die Lämmer. -
5 Was ist dir, Meer? Du fliehst.Was, Jordan, dir? Du gehst zurück.
6 Euch Bergen, daß ihr gleich den Widdern,euch Hügeln, daß ihr gleich den Lämmern hüpfet; -
7 Erbebe, Erde, vor dem Herrn,vor Jakobs Gott,
8 der Fels in See und Kies in Quellgrund wandelt!
Chapter 115
1 Nicht uns, nicht uns,nein, Deinem Namen gib die Ehre, Herr,und Deiner Huld und Deiner Treue!
2 Was sollten schon die Heiden sagen:"Wo ist ihr Gott?"
3 Im Himmel ist er, unser Gott,der alles, was er will, vollbringt. -
4 Doch ihre Götzen sind von Gold und Silber,ein Werk von Menschenhänden.
5 Sie haben einen Mund und reden nicht;Sie haben Augen, doch sie sehen nicht.
6 Nicht hören sie mit ihren Ohren;nicht riechen sie mit ihrer Nase.
7 Nicht tasten sie mit ihren Händen;nicht gehen sie mit ihren Füßen;sie bringen keinen Laut aus ihrer Kehle.
8 Wie sie, so werden ihre Schöpfer und alle, die auf sie vertrauen. -
9 Hat aber Israel fest auf den Herrn gebaut,dann ist er ihm ein Schutz und Schild.
10 Baut Aarons Haus fest auf den Herrn,dann ist er ihnen Schutz und Schild.
11 Und bauen, die den Herren fürchten, auf den Herrn,dann ist er ihnen Schutz und Schild.
12 So segne unsern Fortbestand der Herr!Er segne das Haus Israel!Er segne Aarons Haus!
13 Er segne, die den Herren fürchten,die Kleinen mit den Großen!
14 Der Herr vermehre euch,euch selbst und eure Kinder!
15 So seid gesegnet von dem Herrn,dem Schöpfer Himmels und der Erde! -
16 Der Himmel ist ein Himmel für den Herrn;die Erde nur gibt er den Menschenkindern.
17 Die Toten loben nicht den Herrn,nicht die ins stille Reich Gesunkenen.
18 Dagegen wollen wir den Herrn lobpreisen von nun an bis in Ewigkeit.Alleluja!
Chapter 116
1 Weil auf mein Rufen hört der Herr,hab ich die Stunden meiner Andacht lieb;
2 er neigt sein Ohr zu mir,sooft ich rufe.
3 Umfangen mich des Todes Bande,und überkommt mich Höllenangst,und komme ich in Not und Jammer,
4 dann rufe ich des Herren Namen an;"Ach, rette, Herr, mein Leben!"
5 Der Herr ist gnädig und ist mild;erbarmungsvoll ist unser Gott.
6 Einfältige beschützt der Herr;bin ich unwürdig schon,so hilft er dennoch mir.
7 Zu deiner Ruhestätte, meine Seele, wende dich!Der Herr tut dir ja Gutes unverdient.
8 Du wahrst mein Leben vor dem Tode,mein Auge vor den Tränen und meine Füße vor dem Straucheln.
9 So kann ich wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen.
10 Ich kann's bestätigen, was ich jetzt sage:Ich war so tief gebeugt.
11 Ich sprach in meiner Angst:"Die Menschenkinder trügen all."
12 Wie kann ich jetzt dem Herrn vergelten all das, was er an mir getan?
13 Des Heiles Kelch ergreife ich;des Herren Ruhm verkünde ich. -
14 Was ich dem Herrn gelobt,das löse ich jetzt ein vor seinem ganzen Volke.
15 Bedeutungsvoll ist in des Herren Augen,wenn's um das Sterben seiner Frommen geht. -
16 Ach, Herr, ich bin Dein Knecht;ich bin Dein Knecht, von Deiner Magd geboren.Wenn Du jetzt meine Bande lösest,
17 dann bringe ich Dir Dankesopfer dar und künde so des Herren Ruhm. -
18 Was ich dem Herrn gelobt,das löse ich jetzt ein vor seinem ganzen Volke,
19 im Haus des Herrn in seinen Höfen,Jerusalem, in deiner Mitte.Alleluja!
Chapter 117
1 Ihr Heiden allesamt, lobpreist den Herrn!Ihr Völker alle, preiset ihn!
2 Für uns ist seine Huld ja viel zu groß;des Herren Treue währet ewig.Alleluja!
Chapter 118
1 Dem Herrn sagt Dank! Denn er ist gut.In Ewigkeit währt sein Erbarmen.
2 So spreche Israel:"In Ewigkeit währt seine Huld!"
3 So spreche Aarons Haus:"In Ewigkeit währt seine Huld!"
4 So mögen, die den Herren fürchten, sprechen:"In Ewigkeit währt seine Huld!" -
5 Aus tiefer Not ruf ich zum Herrn,und mich erhört der Herr aus weiter Ferne.
6 Ist schon der Herr für mich,dann fürcht ich nichts.Was könnten mir die Menschen tun?
7 Und ist der Herr mein Beistand,dann schau ich meine Lust an meinen Hassern.
8 Viel besser ist es, auf den Herrn zu bauen,als Menschen zu vertrauen.
9 Viel besser ist es, auf den Herrn zu bauen,als Fürsten zu vertrauen. -
10 Umringen mich die Heiden all,ich wehre sie doch in des Herren Namen ab.
11 Umringen sie mich auch, wie sie nur können,ich wehre sie doch in des Herren Namen ab.
12 Umschwärmen sie mich auch wie ausgestoßene Bienen und wie das Feuer Dorngestrüpp einhüllt,ich wehre sie doch in des Herren Namen ab.
13 Und stößt man mich zum Sturz,dann steht der Herr mir bei.
14 Mein Siegen ist des Herren Lob,verhilft er mir zur Rettung. -
15 Dann tönen Jubellaut und Siegesruf bei den Gezelten der Gerechten:Gar Großes tut des Herren Rechte.
16 Ganz überlegen ist des Herren Rechte;gar Großes tut des Herren Rechte."
17 Ich sterbe nicht; ich bleibe noch am Leben,verkündige des Herren Taten.
18 Und züchtigt mich der Herr auch hart,er gibt mich nicht dem Tode preis.
19 So öffnet mir die Siegespforten!Ich ziehe ein, dem Herrn zu danken.
20 Dies ist des Herren Pforte;die Frommen ziehen durch sie ein. -
21 "Ich danke Dir, daß Du mich hast erhört und mir zur Rettung bist geworden." -
22 Der Stein, verworfen von den Bauleuten,ist jetzt der Eckstein.
23 Dies ist vom Herrn geschehn,ganz wunderbar in unsern Augen.
24 Dies ist der Tag, vom Herrn gewährt.Geweiht sei er dem Jubel und der Freude! -
25 "Wohlan, Herr, spende Heil!Wohlan, Herr, spende Glück!"
26 Gesegnet in des Herren Namen sei, wer eintritt!Wir segnen euch vom Haus des Herrn:
27 "Der Herr ist Gott; er leuchte uns!"Beginnt den Reigen mit den Zweigen bis zu den Hörnern des Altars! -
28 "Du bist mein Gott; ich danke Dir.Mein Gott, ich preise Dich."In Ewigkeit währt seine Huld.
29 Dem Herrn sagt Dank!Denn er ist gut.
Chapter 119
1 Glückselig, die unsträflich leben und in des Herrn Gesetzen wandeln!
2 Glückselig sind, die seine Bräuche achten und ihn von ganzem Herzen suchen,
3 die nie ein Unrecht tun und die auf seinen Wegen wandeln!
4 Du selbst gibst Deine Vorschriften,daß man genau sie halte.
5 Ach, wäre fest mein Wandel in der Befolgung Deiner Ordnungen!
6 Dann werde ich niemals zuschanden,beacht ich alle Deine Satzungen.
7 Ich danke Dir von Herzensgrunde,wenn ich erlerne Deine so gerechten Weisungen.
8 Genau beachten will ich Deine Vorschriften.Verlaß mich nicht dabei!
9 Wodurch erhält ein Jüngling seinen Wandel rein?Wenn er sich hält an Deine Worte.
10 Von ganzem Herzen suche ich Dich auf.Entfremde mich nicht Deinen Satzungen!
11 In meinem Herzen berge ich Dein Wort,auf daß ich wider Dich nicht sündige.
12 Gepriesen seist Du, Herr!Gewöhne mich an Deine Ordnungen!
13 Auswendig sag ich auf all Deine mündlichen Gebote.
14 Ich freue mich des Weges hin zu Deinen Zeugnissen weit mehr als über irgendwelche Schätze.
15 Was Du befiehlst, dem sinn ich nach und schaue hin auf Deine Pfade.
16 Mit Deinen Ordnungen befasse ich mich gern,vergesse nicht Dein Wort.
17 Gewähre Deinem Knechte, daß ich leben bleibe!Dann halte ich Dein Wort.
18 Entschleiere mir das Auge, daß ich schaue,was wunderbar an Deiner Lehre!
19 Ein Fremdling bin ich in dem Lande.Verbirg mir nimmer Deine Satzungen!
20 In Sehnsucht meine Seele sich verzehrt nach Deinen Weisungen zu jeder Zeit.
21 Du schiltst die Frechen.Verfluchst, die Deine Satzungen mißachten!
22 Wend Spott und Hohn von mir;denn Deine Zeugnisse, ich achte sie!
23 Ob Fürsten auch sich wider mich beraten,Dein Knecht beherzigt dennoch Deine Ordnungen.
24 Ja, Wonne sind mir Deine Zeugnisse,Wegweiser sind mir Deine Vorschriften.
25 Am Staube klebe ich.Erhalte mich nach Deinem Wort am Leben!
26 Ich lege meine Wege dar,und Du erhörst mich.Gewöhne mich an Deine Satzungen!
27 Gib Einsicht mir ins Wesen Deiner Vorschriften!Dann will ich Deine Wunder überdenken.
28 Vor Leid weint meine Seele.Richt mich nach Deinem Worte auf!
29 Halt fern von mir den Pfad der Untreue!Zu eigen gib mir Deine Lehre gnädiglich!
30 Den Weg der Treue wähle ich,befolge Deine Weisungen.
31 Ich hänge fest an Deinen Zeugnissen.Herr, laß mich nicht zuschanden werden!
32 Ich laufe auf dem Wege Deiner Ordnungen;Du machst mir weit das Herz.
33 Zeig mir den Weg zu Deinen Vorschriften, o Herr!Ich will ihn mit Bedacht einhalten.
34 Gib Einsicht mir, daß ich befolge Deine Lehre und sie mit ganzem Herzen hüte!
35 Laß Deiner Satzung Pfad mich wallen!Denn Freude habe ich daran.
36 Zu Deinen Bräuchen lenke hin mein Herz und nicht zur Eigenliebe!
37 Lenk meine Augen ab vom Schielen nach dem Eitlen!Auf Deinen Wegen laß mich Leben finden!
38 Bewähr an Deinem Knecht Dein Wort,das zu der Ehrfurcht vor Dir leiten soll!
39 Nimm meine Schmach hinweg, daß ich gezweifelt,ob Deine Weisungen auch heilsam seien!
40 Nach Deinen Vorschriften verlangt es mich.In Deiner Liebe laß mich leben!
41 Herr! Deine Gnade komme über mich,Dein Heil nach Deinem Worte,
42 daß ich entgegne meinem Schmäher!Denn Deinem Wort vertraue ich.
43 Versag nicht meinem Mund das rechte Wort!Auf Deine Weisung harr ich sehnsuchtsvoll.
44 Stets will ich Deiner Lehre folgen,für immer und auf ewig,
45 nach ihr, der überreichen, wandeln.Nach Deinen Vorschriften verlangt es mich.
46 Vor Königen selbst rede ich von Deinen Zeugnissen ohn alle Scheu.
47 Ich habe meine Lust an Deinen Satzungen;ich liebe sie.
48 Ich rege meine Hände eifervoll für Deine so geliebten Satzungen und sinne über Deine Ordnungen.
49 Gedenke Deinem Diener jenes Wort,auf das Du mich fest hoffen lässest!
50 Dies ist mein Trost in meinem Leid,daß Lebensmut Dein Wort mir gibt.
51 So sehr Vermessene meiner spotten,ich weiche nicht von Deiner Lehre.
52 An Deine Weisungen, die alten, denke ich und fühle mich getröstet, Herr.
53 Der Frevler wegen packt mich Zornesglut,die Deine Lehre schnöd verlassen.
54 Zu Lobesliedern sind mir Deine Ordnungen geworden im Haus, wo ich als Fremdling weile.
55 Ich denke, Herr, an Deinen Namen in der Nacht,an Deine Lehre selbst in mitternächtiger Stunde.
56 Zum Grundsatz ward mir dies,weil ich um Deine Vorschriften mich kümmere:
57 "Mein Alles ist der Herr", das deut ich so:Ich muß die Worte Dein beachten.
58 Von ganzem Herzen werbe ich um Deine Huld.Sei gnädig mir nach Deinem Wort!
59 Ich überlege meine Wege und lenke meine Füß hin zu Deinen Zeugnissen.
60 Ich eile, säume nicht,zu halten Deine Satzungen.
61 Der Frevler Stricke wollen mich umfangen;doch ich vergesse nimmer Deine Lehre.
62 Um Mitternacht erhebe ich mich schon und danke Dir für Deine Weisungen, die so gerecht,
63 im Wetteifer mit allen, die Dich fürchten,die Deine Vorschriften befolgen.
64 Voll Deiner Gnade ist die Erde, Herr.Gewöhne mich an Deine Satzungen!
65 Du tust an Deinem Knechte Gutes,nach Deinem Worte, Herr.
66 So lehre mich heilsame Sitte und Erkenntnis!Denn Deinen Satzungen vertraue ich.
67 Bevor ich leiden mußte, irrte ich;nun aber halte ich Dein Wort.
68 Du bist so gut und handelst gut.Gewöhne mich an Deine Satzungen!
69 Mir dichten Freche Falsches an;ich aber halte Deine Vorschriften aus ganzem Herzen.
70 Ihr Herz ist stumpf wie Fett;doch ich ergötze mich an Deiner Lehre.
71 Mir war es heilsam, daß ich litt,damit ich mich an Deine Ordnungen gewöhnte.
72 Dein mündliches Gesetz gilt mir weit mehr als tausend Stücke Gold und Silber.
73 Von Deiner Hand bin ich geschaffen und gebildet.Verleih mir Einsicht, daß ich mich an Deine Satzungen gewöhne!
74 Mit Freuden sehen, die Dich fürchten,daß ich mich auf Dein Wort verlasse.
75 Ich weiß es, Herr: Gerecht sind Deine Weisungen;in bester Absicht hast Du mich gezüchtigt.
76 Zum Troste sei mir Deine Huld,wie Deinem Knechte Du verheißen
77 Laß Dein Erbarmen mich erquicken!Denn Deine Lehre ist mir Lust.
78 Schmach über diese Frechen,weil grundlos sie zu Unrecht mich bezichtigen!Ich sinne über Deine Vorschriften.
79 Sie mögen sich durch mich in solche wandeln,die fürchten Dich und schätzen lernen Deine Zeugnisse!
80 Unfehlbar sei mein Herz in Deinen Ordnungen,damit ich nicht erröten muß!
81 Nach Deinem Heile schmachtet meine Seele,ich harre Deines Wortes.
82 Nach Deinem Worte schmachten meine Augen:"Wann bringt's mir Trost?"
83 Bin ich auch wie ein Schlauch im Rauche,vergesse ich doch niemals Deine Ordnungen.
84 Wieviel sind noch der Tage Deines Knechtes?Wann richtest Du, die mich verfolgen?
85 Mir graben Freche Gruben in dem, was Deiner Lehre nicht entspricht.
86 Was Du befiehlst, ist lautre Wahrheit;grundlos verfolgt man mich. Komm mir zu Hilfe!
87 Beinah vertilgten sie mich von der Erde;doch laß ich nicht von Deinen Vorschriften.
88 Nach Deiner Huld erhalte mich am Leben,daß Deines Mundes Lehre ich befolge!
89 Dein Wort ist für die Ewigkeiten, Herr;dem Himmel gleich, so steht es fest gegründet.
90 Durch alle Zeiten währet Deine Treue,wie Du die Erde für die Dauer hast gegründet.
91 Für Deine Winke steht sie heut bereit;denn alles ist Dir untertan.
92 Wenn Deine Lehre mir nicht Wonne wäre,vergangen wäre ich in meinem Leid.
93 Nie will ich Deine Vorschriften vergessen;denn Du verleihst mir dadurch Lebenskraft.
94 Dein bin ich. Steh mir bei!Denn ich durchforsche Deine Vorschriften.
95 Mir lauern Frevler auf, mich umzubringen;doch ich vertiefe mich in Deine Zeugnisse.
96 Bei allem anderen, was enden soll, ersehe ich ein Ende;doch Dein Gebot ist übergroß.
97 Wie lieb ich Deine Lehre!Sie ist mein täglich Sinnen.
98 Mich macht weit klüger Deine Satzung,als meine Feinde sind; denn ich besitze sie für immer.
99 Verständiger noch werde ich als alle meine Lehrer;denn Deine Zeugnisse sind all mein Sinnen.
100 An Einsicht übertreff ich Greise;denn ich beachte Deine Satzungen.
101 Ich wehre meinem Fuße jeden bösen Weg,auf daß ich Deines Wortes pflege.
102 Ich weiche nicht von deinen Weisungen;denn Du belehrest mich.
103 Wie süß sind meinem Gaumen Deine Worte,weit süßer meinem Mund als Honigseim!
104 Verständig werde ich durch Deine Vorschriften;drum hasse ich auch jeden falschen Pfad.
105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte,ein Licht auf meinem Pfade.
106 Ich hab's mir eidlich vorgenommen,was Du gerecht befohlen, auch zu halten.
107 Ich bin gar tief gebeugt.Nach Deinem Worte, Herr, belebe mich!
108 Laß, Herr, Dir meines Mundes Übungen gefallen!Gewöhne mich an Deine Weisungen!
109 Mein Leben ist beständig in Gefahr;doch ich vergesse Deine Lehre nicht.
110 Mir legen Frevler Schlingen;ich irre nimmer ab von Deinen Vorschriften. -
111 Ein ewig Erbgut sind mir Deine Zeugnisse;ja, Herzenswonne sind sie mir.
112 Ich neige hin mein Herz, zu tun, was Du befiehlst,für immer auf das eifrigste.
113 Ich hasse Zweifler;doch Deine Lehre liebe ich.
114 Mein Schirm und Schild bist Du;ich harre Deines Wortes.
115 Hinweg von mir, ihr Übeltäter!Ich will ja meines Gottes Satzungen befolgen.
116 Nach Deinem Worte stärke mich, auf daß ich lebe!Beschäme mich in meiner Hoffnung nicht!
117 Halt Du mich fest, daß ich gerettet werde!Ich schaue stets nach Deinen Ordnungen.
118 Die sich vergehn an Deinen Ordnungen,die wirfst Du weg; denn Trug ist all ihr Sinnen.
119 Die Frevler all auf Erden achtest Du wie Schlacken;drum liebe ich auch Deine Zeugnisse.
120 Aus Furcht vor Dir erschaudert mir die Haut;Ich fürchte mich vor Deinen Strafgerichten.
121 Das Rechte tu ich und das Gute.Gib meinen Drängern mich nicht preis!
122 Vertritt zu seinem Besten Deinen Knecht,daß nicht die Stolzen mir Gewalt antun!
123 Nach Deiner Hilfe schmachten meine Augen,nach Deiner Heilsverheißung.
124 Verfahr mit Deinem Knecht nach Deiner Huld!Gewöhne mich an Deine Ordnungen!
125 Dein Knecht bin ich. Belehre mich,auf daß ich Deine Bräuche wohl verstehe!
126 's ist Zeit, sich für den Herrn zu regen;sie wollen Dein Gesetz abschaffen.
127 Drum liebe ich auch Deine Satzungen viel mehr als Gold,als selbst das feinste Gold.
128 Drum habe ich all Deine Vorschriften mir auserwählt;ich hasse jeden falschen Weg.
129 Geheimnisvoll sind Deine Zeugnisse drum achtet ihrer meine Seele.
130 Dein Wort erschließen spendet Licht;es macht die Einfalt klug.
131 Begierig öffne ich den Mund;denn mich verlangt nach Deinen Satzungen.
132 Wend Dich zu mir und sei mir gnädig,wie's Rechtens ist für die, die Deinen Namen lieben!
133 In Deinem Wort mach meine Schritte fest!Laß nicht das Böse herrschen über mich!
134 Von Menschendruck befreie mich,damit ich Deine Vorschriften befolge!
135 Laß Deinem Knecht Dein Antlitz leuchten!Gewöhne mich an Deine Ordnungen!
136 Aus meinen Augen strömen Wasserbäche für die, die Deine Lehre nicht befolgen.
137 Gerecht bist Du, o Herr,und Deine Weisungen sind recht.
138 Ganz recht sind Deine Bräuche,die Du bestimmst, und lauter Wahrheit.
139 Mein Eifer zehrt mich auf,daß meine Gegner Deine Worte so vergessen.
140 Dein Wort ist rein geläutert;Dein Knecht hat's lieb.
141 Gering, verachtet bin ich zwar;doch ich vergesse nimmer Deine Vorschriften.
142 Dein Recht bleibt ewig Recht;Wahrheit ist Deine Lehre.
143 Mich treffen Not und Angst;doch Wonne sind mir Deine Satzungen.
144 Allzeit sind Deine Bräuche richtig.Gib Einsicht mir, daß ich am Leben bleibe!
145 Von ganzem Herzen rufe ich:"Herr, höre mich! Ich möchte Deine Ordnungen befolgen!"
146 "Hilf mir!" so rufe ich zu Dir."Ich möchte Deine Zeugnisse beachten."
147 Zur Zeit der Dämmerung erheb ich mich und flehe;ich harre Deines Wortes.
148 Bevor der Morgen graut, sind meine Augen wach,Dein Wort zu überdenken.
149 Nach Deiner Huld erhöre mein Gebet!Wie's Deine Art ist, laß mich leben!
150 Die nach dem Laster jagen, kommen diesem immer näher und Deiner Lehre immer ferner.
151 Jedoch auch Du bist nahe, Herr;all Deine Satzungen sind Wahrheit.
152 Von Urzeit her, so weiß ich es von Deinen Zeugnissen,Du hast sie eingesetzt für immer.
153 Sieh her auf meine Not und rette mich!Ich habe Deine Lehre nicht vergessen.
154 Zu meiner Rettung führe meine Sache!Nach Deinem Worte laß mich leben!
155 Den Frevlern ferne ist das Heil,weil sie nach Deinen Ordnungen nichts fragen.
156 Gar groß ist Dein Erbarmen, Herr.Laß mich, wie's Deine Art ist, leben!
157 Obschon mich viele drängen und verfolgen,so weiche ich doch nicht von Deinen Zeugnissen.
158 Erblick ich Treulose, streit ich mit ihnen,dieweil Dein Wort sie nicht beachten.
159 Wie gerne hab ich Deine Vorschriften!Erhalte mich nach Deiner Huld am Leben, Herr!
160 Beständigkeit ist Deines Wortes Eigenart;für immer gelten Deine so gerechten Weisungen.
161 Von Fürsten werd ich ohne Grund verfolgt;doch nur vor Deinem Worte bebt mein Herz.
162 Ich freue mich ob Deines Wortes,wie der, so reiche Beute findet.
163 Mit großem Abscheu hasse ich die Falschheit;nur Deine Lehre liebe ich.
164 Ich preise Dich des Tages siebenmal für Deine so gerechten Weisungen.
165 Die Deine Lehre lieben, ernten reichen Frieden;für sie gibt's keinen Anstoß mehr.
166 Ich harre Deines Heiles, Herr,und Deine Satzungen befolge ich.
167 Auf Deine Zeugnisse hat meine Seele acht und liebt sie über alle Maßen.
168 Ich achte Deine Vorschriften und Bräuche;all meine Wege liegen ja vor Dir.
169 Laß vor Dich kommen, Herr, mein Flehen!Nach Deinem Worte gib mir Einsicht!
170 Mein Flehen komme vor Dein Angesicht!Errette mich nach Deinem Wort!
171 Ein Loblied ström von meinen Lippen,gewöhnst Du mich an Deine Ordnungen!
172 Dein Wort besinge meine Zunge!Denn alle Deine Satzungen sind Recht.
173 Zum Beistand reiche mir die Hand!Denn Deine Vorschriften hab ich erwählt.
174 Nach Deinem Heil verlangt's mich, Herr,und Wonne ist mir Deine Lehre.
175 So möge leben meine Seele und Dich preisen,und dazu mögen mir verhelfen Deine Weisungen!
176 Wie ein verloren Schäflein irre ich umher.Such Deinen Knecht!Denn ich vergesse niemals Deine Satzungen.
Chapter 120
1 Ein Stufenlied. - In meiner Drangsal rufe ich zum Herrn.Er hört auf mich.
2 Herr! Rette mich von Lügenlippen,von trügerischer Zunge!
3 Wie liefert Dir die trügerische Zunge fort und fort
4 geschärfte Pfeile eines Helden samt Ginsterkohlen!
5 Weh mir, daß ich bei Mesech gaste,bei Kedars Zelten weile!
6 Zu lange schon weilt meine Seele bei Friedensfeinden.
7 Ich bin so friedsam.Doch, wenn ich's auch noch so sehr beteure,sie wollen Kampf.
Chapter 121
1 Ein Stufenlied. - Erhöb ich zu den Bergen meine Augen,von ihrer keinem käm mir Hilfe.
2 Vom Herrn kommt meine Hilfe von dem Schöpfer Himmels und der Erde.
3 Nie läßt er deine Füße gleiten;dein Hüter schlummert nicht.
4 O nein! Nicht schläft, nicht schlummert der Hüter Israels.
5 Dein Hüter ist der Herr.Dein Schirm zu deiner Rechten ist der Herr.
6 Dir schadet nicht bei Tag die Sonne und nicht der Mond bei Nacht.
7 Vor allem Leid behütet dich der Herr,behütet deine Seele.
8 Der Herr behütet so dein Kommen wie auch dein Gehn,so jetzt wie alle Zeit.
Chapter 122
1 Ein Stufenlied, von David. - Mich freut es, sagen sie zu mir:"Laßt uns zum Haus des Herren wallen!
2 Bald sollen unsere Füße stehen,Jerusalem, in deinen Toren."
3 Jerusalem ist wieder aufgebaut als eine Stadt.Damit verbunden ist
4 die heilige Pflicht für Israel,daß dorthin ziehn die Stämme, ja, des Herren Stämme,und dort des Herren Namen preisen.
5 Dort stehen ja die Richterstühle,des Davidshauses Throne.
6 Begrüßet so Jerusalem:"Mög's deinen Freunden wohl ergehen!
7 In deinen Mauern herrsche Frieden und Sicherheit in deinen Burgen!"
8 Um meiner Freunde, meiner Brüder willen,wünsch ich dir Heil und Segen:
9 Des Hauses unseres Herrn und Gottes wegen wünsch ich dir Wohlergehen."
Chapter 123
1 Ein Stufenlied. - Zu Dir erheb ich meine Augen,der Du im Himmel thronst.
2 Sieh! Wie der Sklaven Blick auf ihrer Herren Hand gerichtet,und wie auf ihrer Herrin Hand der Sklavin Auge ruht,so blicken unsere Augen hin auf unsere Gott und Herrn,bis daß er unser sich erbarmt.
3 Herr! Sei uns gnädig, gnädig!Denn der Verachtung sind wir übersatt.
4 Des Spottes der Behäbigen ist unsere Seele übersatt,der Schmach der Übermütigen.
Chapter 124
1 Ein Stufenlied, von David. - "Wär' nicht der Herr, der mit uns ist",- so spreche Israel -
2 "wär nicht der Herr, der mit uns ist,wenn gegen uns die Leute sich erheben,
3 dann würden sie uns ungestraft vernichten,so sehr entflammt ihr Grimm sich gegen uns.
4 Begraben würde uns die Wasserflut;bis an die Kehle ginge uns ein Strom.
5 Dann ginge bis zum Hals uns flutendes Gewässer."
6 Gepriesen sei der Herr,der nicht zum Raub uns ihren Zähnen preisgibt!
7 Wie Vögel aus des Fängers Netz,entkommt auch unser Leben.Das Netz zerreißt, und wir sind frei.
8 Fest ruhet unsere Hilfe in des Herren Namen,des Schöpfers Himmels und der Erde.
Chapter 125
1 Ein Stufenlied. - Die auf den Herrn vertraun, sind wie der Sionsberg,der niemals wankt und ewig steht.
2 Wie Berge um Jerusalem,so ist der Herr auch um sein Volk von nun an immerfort.
3 O nein! Des Frevels Zepter ruht nicht mehr auf dem Besitz der Frommen,dieweil die Frommen nimmermehr nach Frevel ihre Hände strecken.
4 Tu Gutes, Herr, den Guten,und denen, die geraden Herzens sind!
5 Doch die in ihrem Sinne schwanken,die läßt der Herr mit denen gehen,die Frevelhaftes tun.Heil über Israel!
Chapter 126
1 Ein Stufenlied. - Wenn die Gefangenen der Herr zurück nach Sion führt,dann wird es uns, als träumten wir.
2 Voll Lachen ist dann unser Mund und voll Frohlocken unsre Zunge.Dann sagt man bei den Heiden:"Gar Großes wirkt der Herr an diesen."
3 Ja, Großes wirkt der Herr an uns;wir sind so fröhlich.
4 Laß unsere Heimkehr, Herr, geschehen,den Flüssen in dem Südland gleich!
5 Mit Tränen wird gesät;geerntet wird mit Jubel.
6 Wer Samen trägt im Sack, geht hin und weint;der Garbenträger kommt und jauchzt.
Chapter 127
1 Ein Stufenlied, von Salomo. - Wenn nicht der Herr das Haus mitbaut,so mühen sich die Bauleute vergebens.Wenn nicht der Herr die Stadt mithütet,so wacht umsonst der Wächter.
2 Vergeblich steht ihr mit der Morgenröte auf und legt euch spät am Abend nieder,der Fronarbeiter Brot verzehrend!Zur Schlafenszeit gibt er das Rechte seinem Liebling.
3 Seht! Söhne sind des Herren Gabe und Leibesfrucht Belohnung.
4 Wie Pfeile in des Kriegers Hand sind diese jugendlichen Söhne.
5 Dem Manne Heil,der ihrer gar viel im Köcher hat!Sie werden nicht zuschanden,wenn sie mit Feinden an dem Tore streiten.
Chapter 128
1 Ein Stufenlied. - Heil jedem, der den Herren fürchtet und der auf seinen Pfaden wandelt!
2 Wenn du von deiner Hände Arbeit lebst,wohl dir! Es geht dir gut.
3 Gleich einem Weinstock, früchtereich,dein Weib im Innern deines Hauses und deine Söhne Ölbaumsprossen um deinen Tisch herum!
4 Seht! Also wird der Mann gesegnet,der fürchtet Gott, den Herrn.
5 So segne dich der Herr von Sion aus!Erlabe dich am Glück Jerusalems dein Leben lang!
6 Und schau die Kinder deiner Kinder!Heil über Israel!
Chapter 129
1 Ein Stufenlied. - Sie haben mich schon oft von Jugend an bedrängt."So spreche Israel!
2 "Schon oft von Jugend an bedrängt,jedoch nicht überwältigt.
3 Mit meinem Rücken pflügten sie und dehnten ihre Ackerfelder in die Weite.
4 Der Herr jedoch, gerecht,zerhaut der Frevler Stränge."
5 In Schande sollen weichen all die Hasser Sions.
6 Sie seien wie das Gras auf Dächern,das vor dem Blühen schon verdorrt!
7 Der Schnitter füllt nicht seine Hand damit,nicht seinen Schoß der Garbenbinder.
8 Und keiner der Vorübergehenden ruft:"Des Herren Segen über euch! Wir grüßen euch im Namen des Herrn."
Chapter 130
1 Ein Stufenlied. - Aus tiefem Grund, Herr, rufe ich zu Dir:
2 Herr, höre meine Stimme!Aufmerken mögen Deine Ohren auf mein lautes Flehen!
3 Wenn Du der Sünden achten wolltest,Ach Herr, wer könnte, Herr, bestehen?
4 jedoch Vergebung ist bei Dir,daß man Dich fürchte. -
5 Des Herren harr ich. Meine Seele harrt;ich hoffe auf sein Wort,
6 ja, meine Seele harret auf den Herrn mehr, als den Morgen die Wächter sich ersehnen,die den Tag erwarten.
7 Israel harre auf den Herrn!Beim Herrn ist Gnade,bei ihm ist der Erlösung Fülle.
8 Nur er kann Israel erlösen von allen seinen Sündenstrafen.
Chapter 131
1 Ein Stufenlied, von David. - Mein Herz, Herr, ist nicht stolz;nicht blicken meine Augen übermütig.Ich gehe nicht mit großen Dingen um,mit solchen, die mir unerreichbar sind.
2 Ruhe gebiete ich dem Herzen und mach's dem Kinde gleich an seiner Mutter Brust,dem Säugling gleicht mein Herz.
3 So harre Israel des Herrn von nun an bis in Ewigkeit!
Chapter 132
1 Ein Stufenlied. - Sei, Herr, zugunsten Davids eingedenk all dessen, was er gesprochen,
2 wie er dem Herrn geschworen,dem Starken Jakobs hat gelobt:
3 "Ich gehe nimmer in mein Wohngezelt,besteige nicht mein Ruhebett,
4 Versage meinen Augen Schlaf und Schlummer meinen Augenwimpern,
5 bis daß ich eine Stätte finde für den Herrn,für Jakobs Starken eine Wohnung." -
6 Nun hörten wir davon zu Ephrat und fanden sie im Waldgefilde.
7 "Zu seiner Wohnung laßt uns gehen,vor seiner Füße Schemel niederfallen!"
8 Auf, Herr, zu Deiner Ruhestätte,Du und die Lade Deiner Herrscherwürde!
9 Mit Heil laß Deine Priester sich bekleiden,und Deine Frommen mögen jubeln! -
10 Um David, Deines Dieners willen,weis nicht zurück, den Du gesalbt!"
11 Der Herr schwur David Dauer zu.Er geht davon nicht ab."Auf deinen Thron erheb ich einen von deiner Leibesfrucht.
12 Bewahren deine Söhne meinen Bund und meine Zeugnisse, wie ich sie lehre,dann dürfen ihre Söhne allezeit auf deinem Throne sitzen!" -
13 Der Herr hat Sion sich erkoren,zum Wohnsitz sich ersehen:
14 "Das sei in Ewigkeit mein Ruhesitz,ich throne hier; denn hier gefällt es mir.
15 Ich segne seine Jugend und gebe seinen Armen Brot in Fülle.
16 Mit Heil bekleid ich seine Priester,und frohe Lust sei seiner Frommen Teil!
17 Ich lasse Davids Macht ersprossen,dem richt ich eine Leuchte her, den ich gesalbt.
18 In Schande hüll ich seine Feinde,dieweil auf ihm ein Diadem erglänzt."
Chapter 133
1 Ein Stufenlied, von David. - Wie lieblich ist's, wie schön, - schaut nur!- wenn Brüder beieinander bleiben!
2 Wie köstlich Salböl von dem Haupt herabließt auf den Bart und wie der Aaronsbart auf des Gewandes Borte niederwallt
3 und wie der Tau des Hermon auf dürre Bergesteile niederströmt,so spendet Segen dort der Herr,ein Leben bis in Ewigkeit.
Chapter 134
1 Ein Stufenlied. - Des Herren Diener all - schaut nur! - ergehen sich im Lob des Herrn.Zur Nachtzeit noch verweilen sie im Haus des Herrn. -
2 Erhebt auch eure Hand zum Heiligtum und preist den Herrn!
3 Dann segnet dich der Herr, von Sion aus,der Herr, der Schöpfer Himmels und der Erden.
Chapter 135
1 Alleluja!Lobpreist des Herren Namen!Lobpreist ihn ihr, des Herren Diener,
2 die ihr im Haus des Herren weilet,in unseres Gotteshauses Höfen!
3 Singt Alleluja! Denn der Herr ist gut.Singt seinem Namen! Er ist liebreich,
4 hat doch der Herr sich Jakob auserkoren,zu seinem Eigentum sich Israel. -
5 Ich weiß, der Herr ist so gewaltig,daß unser Herr die Götter alle überragt.
6 Der Herr tut, was er will,im Himmel und auf Erden,im Meer und in den Tiefen all.
7 Der Du heraufführst Wolken von der Erde Ende und Blitze für den Regen bildest,der Du den Wind aus seinen Kammern lässest,
8 der Du die Erstgeburt Ägyptens schlugest,vom Menschen bis zum Vieh,
9 und in Ägypten wunderbare Zeichen an Pharao und allen seinen Knechten tatest
10 und große Völker niederschlugst und starke Könige vertilgtest,
11 den Amoriterkönig Sichon,den Basankönig Og und alle Reiche Kanaans
12 und deren Land zum ewigen Besitze machtest,zum ewigen Besitze Deines Volkes Israel.
13 Dein Name ist auf ewig "Herr",für alle Zeiten wirst Du "Herr" genannt. -
14 Der Herr schafft seinem Volke Recht,erbarmt sich seiner Diener.
15 Der Heiden Götzen sind von Gold und Silber,der Menschenhände Werk.
16 Sie haben einen Mund und reden nicht und Augen, doch sie sehen nicht.
17 Nicht hören sie mit ihren Ohren;kein Odem ist in ihrem Mund.
18 Wie sie, so sollen werden, die sie machen,und so, wer sich auf sie verläßt! -
19 Lobpreis den Herrn, Haus Israel!Du Aaronshaus, Lobpreis den Herrn!
20 Du Levis Haus, Lobpreis den Herrn!Die ihr den Herrn fürchtet, preist den Herrn!
21 Gepriesen sei der Herr von Sion aus,der thronet zu Jerusalem! Alleluja!
Chapter 136
1 Dem Herrn sagt Dank! Denn er ist gut.Ja, ewig währet seine Huld.
2 Dem Gott der Götter danket;denn ewig währet seine Huld!
3 Dem Herrn der Herren danket;denn ewig währet seine Huld!
4 Ihm, der allein nur große Wunder tut;denn ewig währet seine Huld!
5 Ihm, der mit Einsicht schuf den Himmel;denn ewig währet seine Huld!
6 Ihm, der die Erde ausgebreitet auf den Wassern;denn ewig währet seine Huld!
7 Ihm, der die großen Lichter schuf;denn ewig währet seine Huld!
8 Die Sonne als die Königin des Tages;denn ewig währet seine Huld!
9 Als Nachtbeherrscher Mond und Sterne;denn ewig währet seine Huld!
10 Der die Ägypter schlug an ihren Erstgeborenen;denn ewig währet seine Huld!
11 Der Israel aus ihrer Mitte führte;denn ewig währet seine Huld!
12 Mit starker Hand und ausgestrecktem Arme;denn ewig währet seine Huld!
13 Ihm, der das Schilfmeer schnitt in Teile;denn ewig währet seine Huld!
14 Der Israel durch seine Mitte führte;denn ewig währet seine Huld!
15 Der Pharao und seine Macht ins Schilfmeer stürzte;denn ewig währet seine Huld!
16 Der seines Volkes Führer durch die Wüste war;denn ewig währet seine Huld!
17 Der große Könige erschlug;denn ewig währet seine Huld!
18 Der starken Königen das Leben nahm;denn ewig währet seine Huld!
19 Den Amoriterkönig Sichon;denn ewig währet seine Huld!
20 Und Og, den Basankönig;denn ewig währet seine Huld!
21 Und der ihr Land zum ewigen Besitze machte;denn ewig währet seine Huld!
22 Zum ewigen Besitz für seinen Diener Israel;denn ewig währet seine Huld!
23 Der unsere Erniedrigung uns hoch anschrieb;denn ewig währet seine Huld!
24 Der uns von unseren Bedrängern rettete;denn ewig währet seine Huld!
25 Der allem Fleische Speise gibt;denn ewig währet seine Huld!
26 Dem Himmelsgott sagt Dank!Denn ewig währet seine Huld!
Chapter 137
1 An Babels Strömen sitzen wir, jedoch wir weinen,denken wir an Sion.
2 Wir hängen in den Weidenbüschen die Harfen auf.
3 Denn unsere Zwingherrn fordern Lieder dort von uns und heitre Klänge unsere Peiniger:"Ein Lied von Sion singet uns!"
4 Wie könnten wir ein Lied dem Herrn zu Ehren in fremdem Lande singen? -
5 Vergeß ich dein, Jerusalem,verdorr mir meine Rechte!
6 Die Zunge klebe mir am Gaumen,wenn ich nicht dein gedächte,wenn ich in größter Freude selbst das Los Jerusalems mir nicht zu Herzen nähme! -
7 Gedenke, Herr, den Edomssöhnen den Tag Jerusalems,an dem sie riefen:"Zerstört, zerstört es gründlich!"
8 Du Tochter Babels, du Verwüsterin!Heil dem, der dir vergilt, was du an uns verübt!
9 Heil dem, der deine Kindlein packt und an den Felsen schlägt!
Chapter 138
1 Von David. - Dich preise ich von ganzem Herzen;begeistert singe ich Dir zu.
2 In Deinem heiligen Tempel werfe ich mich nieder und preise Deinen Namen hoch für Deine Huld und Treue.Denn über allen Deinen Ruhm hinaus hast Du Dein Wort verherrlicht.
3 Sooft ich zu Dir rufe, hörst Du mich,und so entlockst Du mir die kühnsten Wünsche.
4 Dich preisen alle Erdenkönige,wenn Deines Mundes Worte sie vernehmen. -
5 Sie singen von des Herren Wegen;der Ruhm des Herrn ist groß.
6 Denn hoch erhaben ist der Herr und blickt doch auf das Niedrige,und ist er noch so hoch,so nimmt er doch aus weiter Ferne wahr. -
7 Und wandle ich auch mitten in der Not,erhältst Du dennoch mich am Leben;zu meiner Feinde Zorn streckst Deine Hand Du aus und hilfst mir so mit Deiner Rechten.
8 Der Herr vollführt's für mich.Herr! Ewig währet Deine Huld.Laß nicht von Deiner Hände Werk!
Chapter 139
1 Auf den Siegesspender; von David, ein Lied. - Herr, Du erforschest und erkennest mich.
2 Du weißt es, ob ich sitze oder stehe,durchschaust, was ich für ferne Zukunft plane.
3 Du spürest meinen Pfad, mein Lager aus;Dir sind vertraut all meine Wege.
4 Dafür fehlt meiner Sprache selbst ein Wort.Doch Herr! Du weißt dies alles selber.
5 Von hinten und von vorne hältst Du mich umschlossen und hast mich ganz in Deiner Hand. -
6 O wunderbares, mir zu hohes Wissen!Ich kann es nimmer fassen.
7 Wohin soll ich vor Deinem Geiste gehen,wohin vor Deinem Antlitz fliehen?
8 Wenn ich zum Himmel stiege, bist Du da;wenn ich zur Hölle führe, bist Du hier.
9 Erwähle ich des Morgens Säume,und ging ich an das fernste Meer,
10 auch dort ergriffe Deine Hand mich und Deine Rechte faßte mich.
11 Und spräche ich:"Die Finsternis verhüllt mich sicher;das Licht wird um mich her zur Nacht",
12 so wäre Dir die Finsternis selbst nicht zu finster.Dir leuchtet Nacht wie Tag und Finsternis wie Licht. -
13 Du schufest meine Nieren und formtest mich im Mutterschoße.
14 Ich danke Dir, daß ich so wunderbar bin ausgezeichnet.Ganz wunderbar sind Deine Werke,und meine Seele fühlt es gut.
15 Mein ganzes Sein ist Dir nicht unbekannt,obgleich ich im Verborgenen geschaffen ward,gewirkt in Erdentiefen.
16 Gesehen haben Deine Augen meine umgeformten Glieder.Sie wurden alle in Dein Buch geschrieben,die Tage auch, wo sie sich formten,bevor noch eines davon war.
17 Wie wertvoll sind mir, Gott, doch Deine Pläne!Wie unschätzbar die wichtigsten von ihnen!
18 Ich zählte eher noch des Meeres Sand als sie.Und wollte ich ihr Ende gar bestimmen, dann müßte meine Dauer Deiner gleichen. -
19 Daß Du die Frevler niederstrecken wolltest, Gott!Ja, fort von mir, ihr Blutmenschen,
20 die Dir in Tücke widerstreben und hinterlistig Deine Städte zu gewinnen trachten!
21 Soll ich nicht hassen, die Dich hassen, Herr,vor Deinen Gegnern keinen Abscheu haben?
22 Ich hasse sie mit unbegrenztem Hasse;sie gelten mir als Feinde.
23 Gott! Du erforsche mich! Mein Herz durchschau!Mit scharfem Blick prüf meinen Sinn!
24 Sieh zu, ob ich der Kränkung Pfad betreten!Zurück zum alten Weg mit mir!
Chapter 140
1 Auf den Siegverleiher, ein Lied von David.
2 Befrei mich, Herr, von bösen Menschen!Behüt mich vor den ungerechten Leuten,
3 die in dem Herzen Böses sinnen,alltäglich Händel stiften,
4 die wie die Schlangen züngeln,und deren Rede Otterngift enthält! (Sela.)
5 Behüt mich, Herr, vor Frevlerhänden!Bewahre mich vor ungerechten Menschen,die mir ein Bein zu stellen suchen! -
6 Mir legen Übermütige Schlingen,und Stricke legen sie als Netz den Pfad entlang;sie stellen Fallen für mich auf. (Sela.)
7 Ich aber sag zum Herrn: "Mein Gott bist Du.Vernimm mein lautes Flehen, Herr!"
8 Herr, Du mein Herr, Du meine mächtige Hilfe!Mein Haupt beschirme an dem Tag, da Waffen klirren!
9 Erfüll nicht, Herr, der Frevler Wünsche!Laß ihren Anschlag, zu obsiegen, nicht gelingen! (Sela.)
10 Auf meiner Gegner Haupt herniederfalle das Unheil, das sie selbst gerufen!
11 Hernieder falle Kohlenglut auf sie!Man lasse sie in Gruben stürzen,woraus sie nicht mehr sich erheben!
12 Nicht halte sich im Lande der Verleumder auf!Den Mann des Frevels soll das Böse jähem Sturz entgegenjagen! -
13 Ich weiß: Der Herr führt der Bedrückten Sache,den Rechtshandel der Armen. Die Frommen können Deinem Namen danken;vor Deinem Antlitz dürfen Redliche verweilen.
Chapter 141
1 Ein Lied, von David. - Ich rufe, Herr, zu Dir. Erhöre mich!Vernimm doch meine Stimme, wenn ich zu Dir rufe!
2 Laß mein Gebet wie Weihrauch vor Dich kommen und meine Andacht gleich dem Abendopfer!
3 Setz meinem Mund, Herr, eine Wache!Verwahre meiner Lippen Tor! -
4 Laß nicht mein Herz, dem Bösen hold,mit Übeltätern Frevel üben,daß ich von ihren Leckerbissen koste!
5 Der Fromme schlage mich!Nur Wohltat ist es.Er züchtige mich!Denn dies ist mir Öl aufs Haupt.Mein Haupt sträubt nimmer sich dagegen.Anhaltend ist bei ihren Nöten mein Gebet.
6 Und fallen sie in ihrer Richter harte Hand,alsdann bekommen sie von mir zu hören,daß jene es nur gut gemeint.
7 Wie man die Erde furchend gräbt;wird unser Leib dem Schlund der Unterwelt entrissen.
8 Herr! Meine Augen blicken hin auf Dich;ich suche Schutz bei Dir.Laß mich nicht ohne Schutz!
9 Behüt mich vor der Schlinge, die sie legen,und vor der Übeltäter Stricken!
10 In ihren Netzen mögen sich die Frevler fangen gerade dann, wenn ich vorübergehe!
Chapter 142
1 Ein Lehrgedicht, von David, als er in der Höhle war; ein Gebet.
2 Ich rufe laut zum Herrn;ich flehe laut zum Herrn.
3 Ich schütte meine Klage vor ihm aus und tu ihm meine Drangsal kund;
4 Wenn sich mein Geist in Ängsten windet. -Du kennst ja meinen Pfad;auf diesem Wege, den ich gehen soll,erstellen sie mir eine Schlinge.
5 Nach rechts hin blicke, schaue!Kein Mensch will mich erkennen.Jedwede Zuflucht ist mir abgeschnitten,und niemand kümmert sich um mich. -
6 Ich schreie, Herr, zu Dir; ich sage:"Du meine Zuversicht,mein Alles in dem Lande der Lebendigen."
7 Auf meine Klage merk! Denn ich bin sehr bedrückt.Entgehen laß mich den Verfolgern!Denn allzu mächtig sind sie mir. Befrei aus diesem Kerker meine Seele,auf daß ich Deinen Namen preise,wenn sich die Frommen meinetwegen schmücken,weil Du mir Gutes tust!
Chapter 143
1 Ein Lied, von David. - Herr, höre mein Gebet!Vernimm mein Flehen!In Deiner Treue, Deiner Liebe, höre mich!
2 Geh nicht in das Gericht mit Deinem Diener!Vor Dir ist kein Lebendiger im Recht.
3 Denn es verfolgen Feinde meine Seele und ziehen in den Staub mein Leben und werfen mich in finstere Tiefen,gleich denen, die schon längst verschieden.
4 Mein Geist in mir ist ganz verzagt;mein Herz erstarrt in meinem Busen.
5 An die vergangenen Zeiten denke ich und sinne über all Dein Handeln nach,erwägend Deiner Hände Werk.
6 Ich breite meine Hände nach Dir aus;wie dürres Land lechzt meine Seele Dir entgegen. (Sela.)
7 Erhör mich schnell, Herr! Fast vergehen will mein Geist.Verhüll Dein Antlitz nicht vor mir!Sonst bin ich den ins Grab Gesunkenen gleich.
8 Tu bald mir Deine Gnade kund!Denn Du allein bist mein Vertrauen.Bezeichne mir den Weg, darauf ich wandeln soll!Zu Dir erheb ich meine Seele.
9 Errette mich von meinen Feinden, Herr!Ich berge mich bei Dir. -
10 Gewöhne mich, daß Deinen Willen ich vollbringe!Du bist mein Gott; Dein Geist ist gut.Er führe mich auf ebener Bahn!
11 Herr! Schenke mir das Leben Deines Namens wegen!In Deiner Liebe rette meine Seele aus der Not!
12 In Deiner Treue tilge meine Feinde!Vernichte alle Widersacher meiner Seele!Ich bin Dein Knecht.
Chapter 144
1 Von David. - Gepriesen sei der Herr, mein Hort,der meine Hände streiten lehrt und meine Finger kämpfen,
2 der meine Wehr ist, meine Burg und meine Feste, mein Befreier,der mein Schild und meine Zuversicht,er, der mir Völker unterwirft! -
3 Was ist der Mensch, daß Du Dich um ihn kümmerst, Herr,und was das Menschenkind, daß Du es also achtest
4 Der Mensch gleicht einem Hauch,die Tage sein dem Schatten dessen, was vorüberfliegt.
5 Hernieder neige, Herr, den Himmel! Steig herab!Und rühre an die Berge, daß sie rauchen!
6 Wirf Blitze! Streue sie!Schieß Deine Pfeile ab und schrecke sie!
7 Von oben reiche Deine Hand!Befreie, errette mich aus großen Fluten,aus der Gewalt der Fremden!
8 Sie reden falsch mit ihrem Munde,und schwören Meineid mit der Rechten. -
9 Ich singe Dir dann, Gott, ein neues Lied und spiele Dir auf Harfen mit zehn Saiten:
10 "Der Königen verleiht den Sieg,der David, seinen Knecht, dem bösen Schwert entreißt,
11 der rettet und befreit mich aus der Hand der Fremden,die falsch mit ihrem Munde reden,mit ihrer Rechten Meineid schwören." -
12 Dann sind wie Pfeiler an den Türmen unsere Söhne in ihrer Jugendkraft,und unsere Töchter gleichen Säulen,dem Bildschmuck an Palästen.
13 Dann werden unsere Scheunen übervoll,für jede Frucht ein Speicher;zu Tausenden dann unsere Schafe,auf unsren Fluren zu Zehntausenden.
14 Und unsere Rinder trächtig; da gibt's Einfall nicht noch Ausfall,kein Jammer mehr auf unsren Gassen.
15 Dem Volke Heil, dem's also geht!Dem Volke Heil, des Gott der Herr!
Chapter 145
1 Ein Loblied, von David. - Erheben will ich Dich, mein Gott, Du König,und Deinen Namen immerdar und ewig preisen.
2 Ich will Dich jeden Tag lobpreisen und immer und auf ewig Deinen Namen rühmen: -
3 "Groß ist der Herr und hoch zu preisen und unerforschlich seine Größe",
4 daß ein Geschlecht dem andere Deine Werke rühme und Deine großen Taten künde.
5 Vom wundervollen Glanze Deiner Herrschergröße,von Deinen Wundertaten will ich singen.
6 Daß man von Deiner Schreckenstaten Größe rede,will ich von Deinen Großtaten erzählen.
7 Lob Deiner großen Güte ströme aus,und Jubel preise Deine Liebe! -
8 Der Herr ist gnädig und barmherzig,geduldig und von großer Güte.
9 Der Herr ist gütig gegen alle,voll Liebe zu seinen Geschöpfen all.
10 Dich sollen alle Deine Werke loben, Herr,und Deine Frommen Dich lobpreisen!
11 Von Deines Reiches Glanze sollen sie erzähle und Deine Macht verkünden
12 und so die andern Deine großen Taten lehren und Deines Reiches Pracht und Herrlichkeit!
13 Dein Reich ist ja ein Reich für alle Zeiten,und Deine Herrschaft reicht bis zu den äußersten Geschlechtern.
14 Der Herr stützt alle Wankenden und richtet alle, die gebeugt sind, auf.
15 Die Augen aller schauen hin auf Dich;Du speisest sie zur rechten Zeit.
16 Du öffnest Deine Hand und sättigst alles, was da lebt, mit Lust. -
17 In allen seinen Wegen ist der Herr so gütig,in allen seinen Werken liebevoll.
18 Der Herr ist allen nahe, die ihn rufen,ja allen, die mit Recht ihn rufen dürfen,
19 erfüllt die Wünsche derer, die ihn fürchten,vernimmt ihr Schreien und errettet sie.
20 Der Herr behütet alle, die ihn lieben,und rottet alle Frevler aus.
21 So singt mein Mund das Lob des Herrn,daß alles Fleisch lobpreise seinen heiligen Namen für immer und auf ewig.
Chapter 146
1 Alleluja!Lobpreis den Herrn, du meine Seele!
2 Solang ich lebe, preise ich den Herrn und singe meinem Gott, solang ich bin.
3 Verlaßt euch nicht auf einen Fürsten,auf einen Menschen, der sich nimmer helfen kann!
4 Wenn ihm der Odem ausgeht, kehrt er wiederum zur Erde.Aus ist's an jenem Tag mit seinen Plänen. -
5 Wohl dem, des Helfer Jakobs Gott,und dessen Hoffnung ruht auf seinem Herrn und Gott,
6 der Himmel, Erde, Meer und alles, was darin, erschaffen!Er, der zu aller Zeit Gerechte,
7 verschafft den Unterdrückten Recht,gibt Brot den Hungernden. -Der Herr löst der Gefang'nen Not.
8 Der Herr gibt Blinden Licht;der Herr hebt die Gebeugten auf;die Frommen liebt der Herr.
9 Der Herr beschützt die Fremdlinge,erhält die Waisen und die Witwen;die Frevler aber läßt er irregehen.
10 Der Herr wird ewig König sein,dein Gott durch alle Zeiten, Sion.Alleluja!
Chapter 147
1 Lobpreist den Herrn! Weil er so gut, ist unser Gott des Lobes wert;weil er so liebevoll, des Ruhmes würdig.
2 Der Herr erbaut Jerusalem;er sammelt die Zerstreuten Israels.
3 Er heilet die gebrochenen Herzen und lindert ihre Schmerzen
4 Der Sterne Zahl hat er bestimmt und ruft sie all mit Namen auf.
5 Ja, unser Herr ist groß, gewaltig,und seine Weisheit unbeschreiblich.
6 Der Herr hebt die Gebeugten auf;die Frevler aber beugt er in den Staub. -
7 So dankt dem Herrn in Wechselchören!So singet auf der Zither unserm Gott,
8 ihm, der den Himmel deckt mit Wolken und so der Erde Regen schafft,der Gras auf Bergen sprossen läßt,
9 und der dem Wilde Futter gibt,den jungen Raben das, wonach sie rufen!
10 Er hat nicht Lust an Rosses Stärke;nicht achtet er des Mannes Kraft.
11 Dem Herrn gefallen, die vor ihm sich fürchten,und wer auf seine Gnade harrt. -
12 Lobpreis den Herrn, Jerusalem!Lobsinge, Sion, deinem Gott!
13 Er festigt deiner Tore Riegel und segnet darin deine Söhne,
14 und wieder gibt er deinen Grenzen Frieden und sättigt dich mit feinstem Weizen.
15 Zur Erde sendet er sein Wort,und schnell läuft sein Befehl.
16 Wie Wolle gibt er Schnee und streut den Reif wie Asche.
17 Er wirft sein Eis wie Brocken hin;vor seiner Kälte bleibt das Wasser stehen.
18 Dann sendet er sein Wort; er macht sie schmelzen.Er gibt mir leis Befehl, und sie zergehn in Wasser.
19 Er, der sein Wort läßt Jakob hören,Gesetz und Rechte Israel.
20 So hat er keinem Heidenvolk getan,seine Gebote lehrte er sie nicht.Alleluja!
Chapter 148
1 Alleluja!Lobpreist den Herrn im Himmel!Lobpreist ihn in den Höhen!
2 Lobpreist ihn, alle seine Engel!Lobpreist ihn, alle seine Scharen!
3 Lobpreiset ihn, du Sonne und du Mond!Lobpreist ihn, all ihr hellen Sterne!
4 Du höchster Himmel, preise ihn und ihr Gewässer überm Himmel!
5 Des Herren Namen sollen sie lobpreisen!Denn er gebot; da waren sie geschaffen.
6 Er läßt sie stehn für alle Zeiten und macht es zum Gesetz, das nimmer kraftlos wird.
7 Lobpreist den Herrn, die ihr auf Erden weilet,ihr Meerestiere, all ihr Meeresfluten!
8 Du Feuer, Hagel, Schnee und Sturmgewölk,du Sturmwind, seines Winks gewärtig.
9 Ihr Bergeshöhen, all ihr Hügel,ihr Fruchtbäume, ihr Zedern all!
10 Du Wild und all ihr zahmen Tiere,Gewürm und ihr beschwingten Vögel!
11 Ihr Erdenkönige, ihr Völker all,ihr Fürsten alle und ihr Erdenrichter!
12 Ihr Jünglinge, ihr Jungfrauen,ihr Greise und ihr Jungen!
13 Lobpreisen sollen sie des Herren Namen!Denn hoch erhaben ist allein sein Name,und seine Herrscherwürde ist erhaben über Erd und Himmel.
14 Und seinem Volk verleiht er große Macht.Lobpreisen dürfen ihn all seine Frommen,die Kinder Israels, das Volk, das ihm so nahe steht.Alleluja!
Chapter 149
1 Alleluja!Ein neues Lied singt jetzt dem Herrn,sein Lob mit seiner Frommen Chor!
2 Froh wäre Israel an seinem Schöpfer.Ob ihres Königs seien Sions Söhne fröhlich!
3 Mit Reigen sollen seinen Namen sie lobpreisen,mit Pauken und mit Zithern ihm lobsingen!
4 Denn Wohlgefallen hat der Herr an seinem Volke.Er krönt mit Sieg die Dulder.
5 Die Frommen jauchzen dann ob all der Herrlichkeit und tun sich nicht genug in Jubel.
6 In ihrem Mund sei Gottes Lob,ein scharfes Schwert in ihrer Hand,
7 um Rache zu vollziehen an den Heiden und an den Völkern Ahndungen zu üben,
8 mit Ketten ihre Könige zu binden,mit Eisenfesseln ihre Edlen,
9 um zu vollziehen das Gericht, wie's vorgeschrieben!Für alle seine Frommen ist dies ehrenvoll.Alleluja!
Chapter 150
1 Alleluja!Lobpreist den Herrn in seinem Heiligtum!Lobpreiset ihn in seiner starken Feste!
2 Lobt ihn ob seiner großen Taten!Lobt ihn gemäß der Größe seiner Majestät!
3 Lobpreist ihn mit Posaunenklang!Lobt ihn mit Zithern und mit Harfen!
4 Lobt ihn mit Pauken und mit Reigen!Lobt ihn mit Saitenspiel und Flöten!
5 Lobt ihn mit leisen Zimbeltönen!Lobt ihn mit lauten Zimbeltönen!
6 Ein jener Atemzug lobpreis den Herrn!Alleluja!