Chapter 1
1 Dies ist eine Offenbarung Jesu Christi:1 / Gott hat sie ihm gegeben,2 um seinen Knechten kundzutun,3 was bald geschehen soll; und er4 hat sie durch seinen Engel5 seinem Knecht Johannes zugesandt6 und bekannt gemacht.7
- D.h. eine Offenbarung oder Enthüllung, die Jesus Christus in bezug auf die zukünftige Entwicklung und Vollendung des Reiches Gottes gegeben hat.
- Christus selbst hat diese Offenbarung vom Vater empfangen.
- Nämlich durch die Bilder, wodurch dem Apostel die unsichtbaren und zukünftigen Dinge gezeigt werden.
- Christus.
- "Der Engel" ist wohl allgemein zu fassen und von den verschiedenen Engeln zu verstehen, die dem Johannes Offenbarungen geben oder deuten.
- Gott teilt die Offenbarung Christus mit, dieser übergibt sie dem Engel, der Engel überbringt sie dem Johannes.
- "Bekanntgemacht" bezieht sich auf die in Andeutungen, Bildern usw. erfolgende Weissagung zukünftiger Ereignisse.
2 Der1 hat dann das, was er gesehen, aufgezeichnet und bezeugt nunmehr,2 was Gott geredet und was Jesus Christus ihm als wahr verbürgt hat.3
- Johannes.
- In diesem Buch.
- Gemeint ist die Enthüllung der zukünftigen Dinge.
3 Selig ist, der die Worte dieser Weissagung vorliest,1 und selig sind, die sie hören2 und zu Herzen nehmen, was darin3 geschrieben ist! Denn die Zeit4 ist nahe!
- Nämlich: in den gottesdienstlichen Versammlungen.
- D.h. die Gemeindeglieder.
- In der Weissagung.
- "Die Zeit," da die Weissagung dieses Buches erfüllt werden soll. Es gibt sieben Seligpreisungen in der Off 1:3, 14:13, 16:15, 19:9, 20:6, 22:7, 14.
4 Johannes entbietet den sieben Gemeinden in Asien seinen Gruß. Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist, der da war und der da kommt,1 und von den sieben Geistern, die vor dem Thron Gottes sind,2
- Dies ist die Umschreibung des Gottesnamens Jahwe. 2Mo 3:14
- Dies ist eine Bezeichnung des Heiligen Geistes nach der Siebenfältigkeit seiner Gabe. Jes 11:2
5 und von Jesus Christus, dem zuverlässigen Zeugen1 dem Erstgeborenen von den Toten2 und dem Herrscher über die Könige der Erde!3
- Der den Gemeinden warnend, strafend und tröstend die Wahrheit bezeugt.
- Dem zuerst von den Toten Auferstandenen. 1Kor 15:20, Kol 1:18
- Ps 89:28.
6 Ihm,1 der uns geliebt und uns von unseren Sünden durch sein Blut erlöst2 und uns zu einem Königtum,3 zu Priestern für seinen Gott und Vater gemacht hat;4 ihm gebührt die Herrlichkeit und Macht in alle Ewigkeit! Amen.
- Ich beginne mit τω αγαπωντι einen neuen Satz.
- Ps 130:8.
- Zu Genossen seines Reiches, dessen König Gott ist. 2Mo 19:6, Da 7:22, 27
- Jes 61:6.
7 Seht, er kommt in den Wolken!1 Jedes Auge wird ihn schauen,2 auch die, die ihn durchstochen haben,3 und bei seinem Anblick werden wehklagen alle Völker der Erde.4 Ja, so ist es!5
- Da 7:13.
- Jes 40:5.
- Sac 12:10.
- Sac 12:14.
- Eine nachdrückliche Bestätigung der Tatsache, daß die Mörder des Messias den am Kreuz Durchbohrten einst sehen werden.
8 "Ich bin das A und das O",1 spricht Gott der Herr, der da ist, der da war und der da kommt, der Allgewaltige.
- A und O, das Alpha und das Omega, sind der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets; der Ausdruck bedeutet: der Anfang und das Ende (22,13).
9 Ich, Johannes, euer Bruder und euer Genosse in der Trübsal und auch in der Königsherrschaft und in der beharrlichen Hoffnung auf das Kommen Jesu, ich war auf der Insel, die Patmos heißt,1 weil ich Gottes Wort verkündigt und das Zeugnis von Jesus abgelegt hatte.2
- Patmos ist eine baumlose Insel im Ägäischen Meer, Milet gegenüber, etwa 12 geographische Meilen von Ephesus entfernt.
- Vgl. 6,9.
10 Da ward ich an des Herrn Tag1 vom Geist erfüllt. Ich hörte hinter mir eine laute Stimme gleich einem Posaunenschall,
- Der Tag des Herrn, griechisch kyriaké heméra, ist der Sonntag, den auch Ignatius von Antiochien, ein Zeitgenosse des Apostels Johannes, kyriaké nennt (Magnes. 9,1).
11 die sprach: "Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es an die sieben Gemeinden: nach Ephesus, nach Smyrna, nach Pergamus, nach Thyatira, nach Sardes, nach Philadelphia und nach Laodizea."
12 Da wandte ich mich um nach der Stimme, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter,
13 und inmitten der Leuchter sah ich jemand, der einem Menschensohn glich:1 Er war bekleidet mit einem Mantel, der bis zu den Füßen reichte, und um die Brust trug er einen goldenen Gürtel.2
- Den verherrlichten Christus. Hes 1:26, Da 7:13.
- Da 10:5.
14 Sein Haupt und seine Haare waren weiß wie weiße Wolle und wie Schnee;1 seine Augen waren wie eine Feuerflamme;2
- Da 7:9.
- Da 7:9, 10:6.
15 seine Füße glichen Silbererz, das im Feuerofen weißglühend geworden ist;1 seine Stimme klang wie das Rauschen vieler Wasser.2
- Da 10:6.
- Hes 1:24, 43:2, Da 10:6.
16 In seiner rechten Hand hielt er sieben Sterne; aus seinem Mund ging ein scharfes zweischneidiges Schwert,1 und sein Antlitz strahlte wie die Sonne in ihrer vollen Kraft.2
- Jes 11:4, 49:2.
- Ri 5:31.
17 Als ich ihn sah, sank ich wie tot zu seinen Füßen. Er aber legte seine Hand auf mich und sprach: "Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte1
- Da 8:18, 10:15-19, Jes 44:2,6, 48:12.
18 und der Lebendige. Ich war tot, aber ich bin nun lebendig in alle Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Unterwelt.1
- Darum bringt er den Seinen nicht Tod, sondern Leben. Unterwelt oder Totenreich heißt auf griechisch Hades.
19 Schreib nun (später) auf, was du gesehen hast: das, was jetzt schon ist,1 und das, was einst geschehen soll!2
- Dies bezieht sich auf den Zustand der sieben Gemeinden in Kap. 2 und 3.
- Die Gesichte von Kap. 4-22 (vgl. zu dem Ausdruck Da 2:29).
20 (Schreib jetzt zunächst) das Geheimnis der sieben Sterne, die du in meiner rechten Hand gesehen hast, und der sieben goldenen Leuchter! Die sieben Sterne sind die Engel1 der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter sind die sieben Gemeinden.
- Die Bischöfe oder Vorsteher.
Chapter 2
1 Dem Engel der Gemeinde in Ephesus schreibe: So spricht, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, die inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt:
2 'Ich kenne deine Werke, deine unverdrossene Arbeit und deine Ausdauer. Ich weiß, du kannst böse Menschen nicht ertragen und hast die Leute, die sich fälschlich für Apostel ausgeben, geprüft und sie als Lügner entlarvt.
3 Du zeigst auch Ausdauer und hast um meines Namens willen standhaft gelitten und bist nicht müde geworden.
4 Aber ich habe wider dich, daß du nicht mehr in deiner ersten Liebe stehst.
5 Nimm darum zu Herzen, von welcher Höhe du gefallen bist! Ändere deinen Sinn und tu die ersten Werke!1 Sonst komme ich über dich und stoße deinen Leuchter von seiner Stätte,2 wenn du dich nicht bekehrst.
- Die Werke, die der ersten Liebe entsprechen.
- So daß die Gemeinde aufhört zu bestehen.
6 Dies gereicht dir noch zum Lobe: du haßt die Werke der Nikolaiten,1 die ich auch hasse.
- Die Nikolaiten lehrten, man müsse das Fleisch verachten; dabei befriedigten sie aber ihre Lust auf schamlose Weise. Als Stifter der Sekte wird der Diakon Nikolaus genannt, Apg 6:5 der später auf verderbliche Abwege geraten sein soll.
7 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Dem Sieger1 will ich zu essen geben von der Frucht des Lebensbaumes,2 der in dem Paradies Gottes ist.'
- Gemeint ist der Sieger im Glaubenskampf.
- 1Mo 2:9.
8 Dem Engel der Gemeinde in Smyrna1 schreibe: So spricht der Erste und der Letzte, der tot war und wieder lebt:
- Der Bischof von Smyrna war vielleicht schon damals der bekannte Polykarp, der im Jahr 155 als Märtyrer gestorben ist.
9 'Ich kenne deine Trübsal1 und deine Armut2 — doch du bist reich! — und ich weiß, wie du von denen gelästert wirst, die sich selbst (mit Stolz) Juden nennen; aber in Wirklichkeit sind sie's nicht, sondern sie sind eine Satansgemeinde.3
- Die Leiden, die du durchzumachen hast.
- Deine kümmerliche Lage.
- Durch die Verwerfung des Messias und die Verfolgung seiner Bekenner haben sich die Juden auf die Seite Satans, des großen Widersachers Gottes und seines Reiches, gestellt. Besonders die Juden reizten später den Volkshaß gegen Polykarp auf.
10 Fürchte dich nicht vor dem, was du noch leiden sollst! Seht, der Teufel1 wird einige von euch ins Gefängnis bringen, damit ihr geprüft werdet;2 und ihr werdet eine Trübsal von zehn Tagen zu leiden haben. Bleib mir treu bis in den Tod, dann will ich dir das (ewige) Leben als Siegeskrone3 geben!
- Der Satan oder der Widersacher ist zugleich der Teufel oder der Verleumder, der durch falsche Anklage Verfolgung über die Gemeinde des Herrn bringt.
- In eurer Treue gegen den Herrn.
- Jak 1:12, 1Pe 5:4, 2Ti 4:8.
11 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Dem Sieger soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tod.'1
- Off 20:14-15.
12 Dem Engel der Gemeinde in Pergamus schreibe: / So spricht, der das scharfe, zweischneidige Schwert trägt:
13 'Ich weiß, wo du wohnst: da, wo des Satans Thron ist.1 Doch du hältst fest an meinem Namen und hast den Glauben, den ich in dir gewirkt, nicht verleugnet in jenen Tagen, als Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch, wo der Satan wohnt, getötet wurde.2
- Vielleicht ist hier an den Dienst des Heilgottes Asklepios zu denken. Sein Sinnbild, die Schlange, ist ja auch ein Bild des Satans. Asklepios führte den Namen "Heiland," und er galt den Christen als ein teuflisches Zerrbild des wahren Heilands und Erlösers.
- Vielleicht starb Antipas als Märtyrer zu einer Zeit, da die Christen in Pergamus mit Gewalt zu der Verehrung des Asklepios gezwungen werden sollten.
14 Doch ich habe etwas wider dich: Du hast dort Leute, die der Lehre Bileams anhangen, der den Balak unterwies, den Israeliten einen Fallstrick zu legen, so daß sie von den Götzenopfern aßen und Unzucht trieben.1
- 4Mo 31:16, 25:1-2.
15 So1 hast auch du in deiner Mitte Leute, die der Lehre der Nikolaiten folgen.
- Wie sich einst Israel von Bileam verführen ließ.
16 Darum ändere deinen Sinn! Sonst komme ich bald über dich und werde sie1 bekämpfen mit dem Schwert meines Mundes.
- Die Anhänger der Lehre der Nikolaiten.
17 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! / Dem Sieger will ich geben von dem verborgenen Manna,1 und ich will ihm geben einen weißen Stein; auf dem Stein soll ein neuer Name2 stehen, den niemand kennt als der Empfänger.'
- Ps 78:24.
- Jes 62:2, 65:15. In den Kampfspielen zu Ehren des Asklepios scheint der Sieger ein weißes Steinchen mit dem Namen des Gottes empfangen zu haben, wodurch er zu lebenslänglicher Speisung berechtigt wird. So wird dem Sieger im Glaubenskampf ein himmlischer Ehrenring mit dem Namen Christi verheißen.
18 Dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: / So spricht der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme, und dessen Füße dem Silbererz gleichen:
19 'Ich kenne deine Werke — deine Liebe, deinen Glauben, deine Dienstleistungen und deine Beharrlichkeit —, und ich weiß, du hast in letzter Zeit noch mehr gewirkt als früher.
20 Aber ich habe dies wider dich: Du läßt Isebel, dein Weib, gewähren:1 die gibt sich für eine Prophetin aus und verführt meine Knechte durch ihre Lehre, Hurerei zu treiben und Götzenopferfleisch zu essen.
- Ich lese γυναικα σου. Die phönizische Königstochter Isebel, die als Gattin Ahabs (1Kön 16) ihre Stellung dazu benutzte, den mit Unzucht verbundenen Baalsdienst in Israel einzuführen, wird als passendes Bild gewählt für die Frau des Bischofs von Thyatira, die die Lehre der Nikolaiten begünstigte, zur Unzucht und zur Teilnahme an den heidnischen Opfermahlzeiten verführte und selbst sittenlos lebte.
21 Ich habe ihr Frist gegeben zur Bekehrung; doch sie will sich nicht bekehren von ihrer Unzucht.
22 Sieh, ich werfe sie aufs Krankenbett, und die mit ihr die Ehe brechen, bringe ich in große Trübsal, wenn sie sich nicht von ihren Werken bekehren.1
- Gemeint sind die Werke des Weibes Isebel.
23 Und ihre Kinder1 will ich des Todes sterben lassen. Denn alle Gemeinden sollen erkennen, daß ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht;2 und ich will einem jeden von euch vergelten nach seinen Werken.3
- Isebels Kinder.
- Ps 7:10, Jer 11:20.
- Ps 62:12, Jer 17:10.
24 Euch anderen aber in Thyatira sage ich, allen, die dieser Lehre1 nicht folgen und die Tiefen Satans nicht 'erkannt'2 haben — wie sie3 sich rühmen —: Ich lege euch weiter keine Last auf.4
- Der Nikolaiten.
- Der Ausdruck "erkannt" weist auf gnostische Irrlehren hin. Die Gnostiker wollten die Tiefen des göttlichen Wesens vgl. 1Kor 2:10 "erkennen;" was sie aber erkannten, das waren Tiefen Satans. Oder: die Unzucht und die Beteiligung an heidnischen Opfermahlzeiten wurden damit empfohlen, daß man sagte, man müsse auch die Abgründe Satans kennenlernen, um sich von der Ohnmacht der bösen Geister zu überzeugen und dadurch die Freiheit vom Bösen zu erlangen.
- Die Nikolaiten.
- "Weiter keine Last" als die Enthaltung von der Unzucht und der Teilnahme an den Götzenopfermahlzeiten (vgl. die ähnliche — nicht dieselbe — Bestimmung in Apg 15:20,28,29). Diese Worte wollen vielleicht die von den Nikolaiten ausgesprochene Behauptung zurückweisen, es solle den Heidenchristen die ganze Last der jüdischen Satzungen auferlegt werden.
25 Doch haltet fest an dem, was ihr schon habt,1 bis ich komme!
- Gemeint ist wohl vor allem, daß sich die Gemeinde auch ferner von der Unzucht und der Teilnahme an den Götzenopfermahlzeiten entschieden fernhalten soll.
26 Wer siegt und meine Werke bis ans Ende hält, dem will ich Macht geben über die Völker,
27 und er soll sie mit eisernem Stab weiden,1 wie man Töpfergeschirr in Stücke bricht.2
- Als Mitherrscher Christi.
- Ps 2:8-9.
28 Diese Macht habe auch ich empfangen von meinem Vater. Und ich will ihm geben den Morgenstern.1
- Heißt das: eine Siegeskrone, die gleich dem Morgenstern strahlt? Oder wird damit gesagt, daß der Überwinder in dem Glanz des himmlischen Morgensternes Jesus (22,16) strahlen soll? Da 12:3, Mt 13:43
29 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!'
Chapter 3
1 Dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: / So spricht, der die sieben Geister Gottes hat1 und die sieben Sterne: / 'Ich kenne deine Werke: du lebst nur dem Namen nach;2 in Wirklichkeit bist du tot!
- Jes 11:1-2.
- Der Bischof von Sardes hieß vielleicht Zotikos, d.h. lebendig, voller Leben. Aber er machte diesem Namen keine Ehre. Äußerlich schien er ein lebendiger Glaubensmann zu sein; in seinem Herzen aber war das geistliche Leben erstorben.
2 Werde wach und stärke das, was noch da ist, und was auch schon dem Tod nahe war! Denn ich habe deine Werke nicht völlig erfunden vor meinem Gott.
3 Denke daran, mit welcher Lust du einst (das Wort) aufgenommen und gehört hast! Bewahre es und ändere deinen Sinn! Doch wachst du nicht, so will ich kommen wie ein Dieb, und du sollst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.1
- Um dich zu strafen. — In Sardes ist also die Hoffnung auf das Kommen des Herrn beinahe erloschen, und die Mehrzahl der Gemeinde wandelt wahrscheinlich durch die Schuld des Bischofs, auf dem Weg der Nikolaiten.
4 Du hast indes noch einige Leute in Sardes, die ihre Kleider1 nicht befleckt haben: die sollen mit mir wandeln in weißen Kleidern, denn sie sind es wert.
- Ihre Taufgewänder.
5 Der Sieger soll mit weißen Kleidern geschmückt werden, und ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Lebensbuch;1 sondern ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.2
- 2Mo 32:32-33, Ps 69:29.
- Mt 10:32, Lu 12:8.
6 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!'
7 Dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: / So spricht der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, so daß niemand schließen kann, der schließt, so daß niemand öffnen darf;1
- Jes 22:22, Hio 12:14. Jesus Christus allein hat die Macht, die Tür zum Himmelreich und zum Thron Gottes zu öffnen.
8 'Ich kenne deine Werke! Sieh, ich habe dir eine Tür aufgetan, die niemand schließen kann.1 Denn du hast nur eine kleine Kraft;2 trotzdem hast du mein Wort festgehalten und meinen Namen nicht verleugnet.
- Der Sinn ist: Ich habe dir eine Gelegenheit zur Ausbreitung der Frohen Botschaft gegeben, die dir niemand nehmen kann (vgl. zu dem Ausdruck: 1Kor 16:9, 2Kor 2:12, Kol 4:3).
- Die Zahl deiner Gemeindeglieder ist nur gering.
9 Sieh, ich führe dir (Anhänger) zu aus Satans Versammlung, aus dem Kreis derer, die sich Juden nennen; doch sie sind es nicht, sie lügen!1 Sieh, ich will sie dahin bringen, daß sie kommen und sich zu deinen Füßen niederwerfen und erkennen, daß ich dich geliebt.2
- Vgl. Röm. 2,28f. — Der heidenchristlichen Gemeinde in Philadelphia werden Übertritte aus dem Kreis der ihr bisher feindlichen Juden verheißen.
- Jes 60:14, 49:23, 45:14.
10 Weil du das Wort,1 das zum geduldigen Warten auf mein Kommen mahnt, bewahrt hast, so will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung,2 die über den ganzen Weltkreis kommen soll, um die Erdbewohner zu versuchen.
- Der Weissagung.
- So daß du nicht in sie hineingerätst (der griechische Ausdruck ist hier derselbe wie Joh 17:15; vgl. Lu 21:36,28, 17:34-37).
11 Ich komme bald! Halte fest, was du hast, damit dir niemand deine Krone raube!1
- Die christliche Gemeinde in Philadelphia ist im Lauf der Jahrhunderte wunderbar bewahrt worden. Als der wilde Mongolenhäuptling Timur (Tamerlan, gestorben 1405) die christlichen Gemeinden Kleinasiens vernichtete, wurde das ringsum bedrohte Philadelphia wie durch ein Wunder errettet; ja es ward sogar noch ein Zufluchtsort für die Gemeinde von Sardes. Selbst heute noch steht diese kleine Christenstadt gleichsam als eine letzte einsame Warte mitten unter einer mohammedanischen Bevölkerung und führt den bedeutsamen Namen Allah Schehr (Gottesstadt).
12 Den Sieger will ich zu einer Säule in dem Tempel meines Gottes machen, und er soll seinen Platz nie mehr verlassen. Ich will auf ihn1 schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalems, das aus dem Himmel herniedersteigt von meinem Gott,2 und meinen neuen Namen.3
- Der als Säule gedacht ist.
- Vgl. 21,2.
- Jes 62:2, 65:15.
13 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!'
14 Dem Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: / So spricht, der das Jawort ist,1 der treue und wahrhaftige Zeuge,2 der Anfang der Schöpfung Gottes:3
- Wörtlich: "der Amen," d.h. Christus, in dem sich alle Verheißungen Gottes erfüllen. 2Kor 1:20
- Ps 89:38.
- D.h. der, durch den die Schöpfung Gottes ihren Anfang genommen hat, durch den alles ins Dasein getreten ist; vgl. Spr 8:22-30, Kol 1:15-16, Joh 1:3.
15 'Ich kenne deine Werke: du bist weder kalt noch warm. Ach, daß du kalt oder warm wärst!
16 So aber, weil du lau bist und weder kalt noch warm, will ich dich ausspeien aus meinem Mund.
17 Du sagst: Ich bin reich, ich habe Schätze gewonnen und bedarf nichts! Und dabei weißt du nicht, daß gerade du elend bist und jämmerlich, arm, blind und bloß.
18 Darum rate ich dir: kaufe von mir Gold,1 wie es geglüht aus dem Feuer kommt, damit du reich werdest, und weiße Kleider zum Anziehen, damit sich nicht die Schande deiner Blöße offenbare, und Salbe zum Bestreichen deiner Augen, damit du sehen könnest!
- Jes 55:1.
19 Alle, die ich liebhabe, die weise ich zurecht und züchtige ich.1 So raffe dich denn auf zu neuem Eifer und ändere deinen Sinn!
- Spr 3:12.
20 Sieh, ich stehe vor der Tür und klopfe an.1 Wer meine Stimme hört und mir die Tür öffnet, bei dem will ich einkehren und das Mahl mit ihm halten, und er mit mir.2
- Hoh 5:2.
- Den will ich nicht richten, sondern reichlich segnen, er soll volle Gemeinschaft mit mir haben.
21 Dem Sieger will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen,1 wie auch ich den Sieg errungen habe und nun mit meinem Vater auf seinem Thron sitze.
- Mt 19:28, Lu 22:30.
22 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!'"
Chapter 4
1 Dann schaute ich, und sieh, eine Tür war aufgetan im Himmel. Da rief die erste Stimme, die ich wie Posaunenschall mit mir hatte reden hören: "Steig hierher empor!1 Ich will dir zeigen, was hernach geschehen soll."2
- Von der Erde in den Himmel.
- Da 2:29.
2 Sofort ward ich vom Geist erfüllt. Ich sah: es stand ein Thron im Himmel, und auf dem Thron saß einer.1
- Jes 6:1, Hes 1:26, Ps 47:9.
3 Der da saß, glich an Aussehen einem Jaspis und Sarder,1 und ein Regenbogen war rings um den Thron, wie ein Smaragd.2
- Jaspis, Sarder und Smaragd sind Edelsteine.
- Hes 1:26-28.
4 Rings um den Thron sah ich vierundzwanzig Älteste sitzen;1 die waren angetan mit weißen Kleidern und hatten auf ihren Häuptern goldene Kronen.
- Jes 24:23.
5 Von dem Thron gingen Blitze aus und laute Donnerschläge.1 Sieben Feuerfackeln brannten vor dem Thron: das sind die sieben Geister Gottes.2
- 2Mo 19:16, Hes 1:13.
- 2Mo 25:37.
6 Vor dem Thron war (eine weite Fläche) wie ein Meer, durchsichtig gleich Kristall.1 Mitten in dem Thron und um den Thron2 sah ich vier Lebewesen voller Augen vorn und hinten.
- 2Mo 24:10, Hes 1:22.
- D.h. wohl: In der Mitte der vier Thronseiten stand je ein Lebewesen als Hüter, so daß die vier Lebewesen rings den Thron umgaben. Hes 1:5,18
7 Das erste Lebewesen glich einem Löwen, das zweite glich einem Stier, das dritte hatte ein Antlitz wie ein Mensch, und das vierte glich einem fliegenden Adler.1
- Hes 1:10, 10:14.
8 Jedes der vier Lebewesen hatte sechs Flügel;1 ringsum und innen2 waren sie voll Augen, und sie sangen unaufhörlich Tag und Nacht: / Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allgewaltige, Er, der war und ist und kommt!"
- Jes 6:2-3.
- Heißt das: rings um den Leib und innen unter den Flügeln?
9 Und sooft die Lebewesen Preis, Ehre und Dank darbringen dem, der auf dem Thron sitzt, der da lebt in alle Ewigkeit,1
- Da 6:26, 12:7.
10 fallen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron sitzt, und beten ihn an, der da lebt in alle Ewigkeit. Sie legen ihre Kronen nieder vor dem Thron und sprechen:
11 "Du, unser Herr und Gott, bist würdig, den Lobpreis zu empfangen, die Ehre und die Macht. Denn du hast alle Dinge erschaffen, und weil es dein Wille war, sind sie ins Dasein eingetreten und erschaffen worden."
Chapter 5
1 Ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben auf der Innenseite und auf der Außenseite verschlossen mit sieben Siegeln.1
- Hes 2:9-10. Ich streiche das Komma hinter οπισθεν. Das Buch ist nach Th. Zahns Erklärung ein Testament. "Das sogenannte prätorische Testament mußte auf der Außenseite, und zwar auf den Fäden, womit die Urkunde verschnürt war, die Siegel der sieben vorgeschriebenen Zeugen und zur Seite dieser Siegel deren Namen tragen." Die von Gott uns zugedachten Güter werden ja im Neuen Testament mit einer Erbschaft verglichen und die Zusicherung dieser Güter durch Gott mit einer letztwilligen Verfügung oder einem Testament. Gottes Verfügung ist längst ergangen, verbrieft und versiegelt, aber noch nicht ausgeführt. Das Testament ist also noch nicht eröffnet und vollstreckt. Niemand als das Lamm, niemand als Christus bei seiner Wiederkunft kann Gottes Testament eröffnen und vollstrecken.
2 Auch sah ich einen starken Engel, der rief mit lauter Stimme: "Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu lösen?"
3 Doch niemand im Himmel, auf Erden und unter der Erde vermochte das Buch zu öffnen und hineinzusehen.
4 Da weinte ich sehr, weil niemand würdig erfunden wurde, das Buch zu öffnen und hineinzusehen.
5 Aber einer der Ältesten sprach zu mir: "Weine nicht! Sieh, es hat gesiegt der Löwe aus dem Stamme Juda,1 Davids Wurzelsproß,2 so daß er öffnen kann das Buch und seine sieben Siegel!"
- 1Mo 49:9.
- Jes 11:1,10.
6 Da sah ich inmitten des Throns und der vier Lebewesen und inmitten der Ältesten1 ein Lamm2 stehen, das aussah, als wäre es geopfert:3 das hatte sieben Hörner und sieben Augen — ein Sinnbild der sieben Geister Gottes, die ausgesandt sind über die ganze Erde4 —.
- Also gerade in dem Mittelpunkt des ganzen Kreises.
- Hier und sonst wörtlich: "Lämmlein." — Ein Löwe wird angekündigt (V5), und es erscheint ein Lamm!
- Es trug noch die Male seiner Todeswunden an sich. Jes 53:7
- Sac 4:10. Die Hörner sind ein Bild der Macht und Kraft, die Augen sind ein Bild des alles sehenden Geistes Gottes.
7 Es trat hinzu und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß.
8 Als es das Buch ergriffen hatte, da fielen die vier Lebewesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm. Jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voller Weihrauch1 — die sind ein Bild von den Gebeten der Heiligen —.
- Ps 141:2.
9 Sie sangen ein neues Lied und sprachen:1 / Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu lösen; denn du bist geopfert worden und hast Menschen für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen, Sprachen, Völkern und Geschlechtern
- Ps 33:3.
10 und hast sie gemacht für unseren Gott zu Königen und Priestern,1 und herrschen werden sie als Könige auf Erden."
- 2Mo 19:6, Jes 61:6.
11 Dann sah ich hin: Da hörte ich die Stimme vieler Engel rings um den Thron, die Lebewesen und die Ältesten. Ihre Zahl war zehntausendmal Zehntausende und tausendmal Tausende.1
- Da 7:10.
12 Sie riefen mit lauter Stimme: / "Das Lamm, das geopfert ist,1 ist würdig, zu empfangen Macht, Reichtum, Weisheit und Kraft, Ehre, Herrlichkeit und Lob!"
- Jes 53:7.
13 Und alle Geschöpfe im Himmel, auf Erden, unter der Erde und auf dem Meer, ja alles, was darinnen1 ist, hörte ich sagen: / "Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm, gebühren Lob und Ehre, Herrlichkeit und Kraft in alle Ewigkeit!"
- Nämlich: im Himmel, auf Erden usw.
14 Die vier Lebewesen sprachen: "Amen". Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.
Chapter 6
1 Nun sah ich, wie das Lamm das erste von den sieben Siegeln löste, und ich hörte eins der vier Lebewesen wie mit Donnerstimme rufen: "Komm!"1
- Das Roß wird gerufen.
2 Da sah ich: es erschien ein weißes Roß.1 Sein Reiter hatte einen Bogen, und ihm ward ein Kranz gereicht. Dann zog er aus von Sieg zu Sieg.
- Sac 1:8, 6:1-3. Das weiße Roß bedeutet Sieg, die römischen Feldherren hatten bei ihren Triumphzügen weiße Rosse.
3 Als das Lamm das zweite Siegel löste, hörte ich das zweite Lebewesen rufen: "Komm!"
4 Da kam ein anderes Roß hervor, von feuerroter Farbe, und seinem Reiter ward die Macht gegeben, den Frieden von der Erde wegzunehmen und die Menschen anzureizen, einander hinzumorden;1 es ward ihm auch ein großes Schwert gegeben.
- Das scheint auf Bürgerkrieg hinzudeuten.
5 Als das Lamm das dritte Siegel löste, hörte ich das dritte Lebewesen rufen: "Komm!" Da sah ich: es erschien ein schwarzes Roß, und sein Reiter hatte eine Waage in der Hand.1
- Hes 4:16-5:1.
6 Ich hörte, wie eine Stimme in der Mitte der vier Lebewesen sagte: "Ein Maß Weizen für einen Silberling und drei Maß Gerste für einen Silberling!1 Dem Öl und Wein jedoch tu keinen Schaden!"2
- Ein Maß war etwas mehr als ein Liter. Silberling heißt wörtlich: Denar. Der römische Denar betrug etwa 70 Pfennig. Gewöhnlich zahlte man für 12 Maß Weizen einen Denar und für zwölf Maß Gerste nur einen viertel Denar. Das ungeheure Steigen der Lebensmittelpreise weist also auf eine große Hungersnot hin.
- Die Hungersnot ist um so drückender, weil an Öl und Wein, die nicht zum täglichen Leben nötig sind, kein Mangel ist.
7 Als das Lamm das vierte Siegel löste, hörte ich die Stimme des vierten Lebewesens rufen: "Komm!"
8 Da sah ich: es erschien ein fahles1 Roß. Sein Reiter trug den Namen "Tod", und die "Unterwelt"2 folgte ihm auf dem Fuß.3 Und sie4 empfingen Macht über den vierten Teil der Erde, (die Menschen) zu töten durch Schwert, Hunger und Pest und durch die wilden Tiere der Erde.5
- Fahl — grünlich-bleich, die Leichenfarbe.
- Die Unterwelt, die die Toten als ihre Beute in Empfang nimmt, wird ebenso wie der Tod als persönliches Wesen vorgestellt.
- Hos 13:14.
- Der Tod und die Unterwelt.
- Hes 5:12, 14:21, 29:5, 33:27, Jer 14:12, 15:3.
9 Als das Lamm das fünfte Siegel löste, sah ich unter dem Altar1 die Seelen derer, die hingeschlachtet waren um des Wortes Gottes willen und wegen des Zeugnisses, das sie treu bewahrt hatten.2
- Gemeint ist wohl der Altar im Himmel.
- Ist hier vielleicht zunächst an die Blutzeugen der neronischen Verfolgung (64 n.Chr.) zu denken?
10 Sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: "Wie lange, o heiliger und wahrhaftiger Herr, soll es noch währen, bis du das Gericht vollziehst und unser Blut an den Erdbewohnern rächst?"1
- Ps 79:5,10, 5Mo 32:43.
11 Jeder von ihnen empfing ein weißes Kleid, und sie wurden aufgefordert, noch eine kurze Weile in Geduld zu warten, bis auch ihre Mitknechte ihren Lauf vollendet hätten: ihre Brüder, die ebenso wie sie den Tod erleiden sollten.
12 Dann sah ich, wie das Lamm das sechste Siegel löste. Da entstand ein starkes Erdbeben. Die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack.1 Der ganze Mond erschien wie Blut.
- Der härene Sack war das Trauergewand.
13 Die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, als wenn ein Feigenbaum, von starkem Wind bewegt, seine unreifen Früchte abwirft.
14 Der Himmel entwich wie ein Buch, das man zusammenrollt; und alle Berge und Inseln wurden von ihrer Stelle gerückt.1
- Jes 13:10, 34:4, Hes 32:7-8, Joe 2:2, 3:3-4, Lu 21:25.
15 Die Könige der Erde, die Gewaltigen und die Feldobersten,1 die Reichen und die Starken, alle Leibeigenen und alle Freien verbargen sich in die Höhlen und die Felsen der Berge2
- Wörtlich: "Anführer von 1000 Mann."
- Jes 2:10,19,21.
16 und sprachen zu den Bergen und Felsen: "Fallt über uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!1
- Hos 10:8, Lu 23:30.
17 Denn der große Tag ihres Zornes1 ist gekommen; wer kann da bestehen?"2
- Des Zornes Gottes und des Lammes.
- Joe 2:11; Zeph. 1:14,18, Mal 3:2.
Chapter 7
1 Dann sah ich vier Engel stehen an den vier Enden der Erde, die hielten die vier Winde der Erde fest,1 damit kein Wind wehe über die Erde noch über das Meer noch über irgendeinen Baum.
- Jer 49:36, Da 7:2, Sac 6:5.
2 Auch sah ich einen anderen Engel aufsteigen von Sonnenaufgang her, der trug das Siegel des lebendigen Gottes, und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, die Macht empfangen hatten, die Erde und das Meer zu beschädigen,
3 und sprach: "Beschädigt nicht die Erde noch das Meer noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes versiegelt haben auf ihren Stirnen!"1
- Hes 9:4,6.
4 Dann vernahm ich die Zahl der Versiegelten: es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Kinder Israels.1
- Schon der Kirchenlehrer Origenes (gestorben 254) denkt hier an die 12 Stämme des geistlichen Israels.
5 Aus dem Stamm Juda waren zwölftausend versiegelt, aus dem Stamm Ruben zwölftausend, aus dem Stamm Gad zwölftausend.
6 Aus dem Stamm Asser zwölftausend, aus dem Stamm Naphtali zwölftausend, aus dem Stamm Manasse zwölftausend.
7 Aus dem Stamm Simeon zwölftausend, aus dem Stamm Levi zwölftausend, aus dem Stamm Isaschar zwölftausend.
8 Aus dem Stamm Sebulon zwölftausend, aus dem Stamm Josef zwölftausend, aus dem Stamm Benjamin waren zwölftausend versiegelt.
9 Danach sah ich eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Geschlechtern, Stämmen, Völkern und Sprachen, die stand vor dem Thron und dem Lamm. Sie waren angetan mit weißen Kleidern und trugen Palmenzweige in den Händen.
10 Sie riefen mit lauter Stimme: / "Das Heil wird uns zuteil von unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm."
11 Alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und die vier Lebewesen. Sie fielen vor dem Thron nieder auf ihr Angesicht, beteten Gott an
12 und sprachen: / "Ja, so ist's.1 Lob, Herrlichkeit und Weisheit, Dank und Ehre, Macht und Stärke gebühren unserem Gott in alle Ewigkeit. Amen."
- Zustimmung zu dem Lobgesang in V10.
13 Da nahm einer von den Ältesten das Wort und sprach zu mir: "Wer sind diese, die die weißen Kleider tragen, und woher sind sie gekommen?"
14 Ich antwortete ihm: "Mein Herr, du weißt es." Da sprach er zu mir: "Diese sind gekommen aus der großen Trübsal1 und haben ihre Kleider in des Lammes Blut gewaschen und gebleicht.
- Da 12:1.
15 Darum stehen sie nun vor Gottes Thron und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel; und er, der auf dem Thron sitzt, wird sie in seinem Zelt schützen.
16 Sie wird nicht mehr hungern, nicht mehr dürsten; die Sonne und der Glutwind trifft sie nicht.1
- Jes 49:10.
17 Denn das Lamm, das mitten vor dem Thron steht, wird sie weiden1 und leiten zu des Lebens Wasserquellen,2 und Gott wird alle Tränen aus ihren Augen wischen."3
- Hes 34:23, Ps 23:2.
- Ps 23:2-3.
- Jes 25:8.
Chapter 8
1 Als das Lamm das siebente Siegel löste, trat eine Stille ein im Himmel etwa eine halbe Stunde lang.
2 Ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen,1 und sie empfingen sieben Posaunen.
- Tobias 12,15: "Ich bin Rafael, einer von den sieben Engeln, die die Gebete der Heiligen hinauftragen und zu der Herrlichkeit des Heiligen Zutritt haben."
3 Dann kam ein anderer Engel und trat an den Altar. Der hatte ein goldenes Rauchfaß, und er empfing viel Weihrauch, damit er ihn zugleich mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron darbringe.
4 Und die Weihrauchwolke stieg zugleich mit den Gebeten der Heiligen aus des Engels Hand vor Gott empor.
5 Dann nahm der Engel das Rauchfaß, füllte es mit glühenden Kohlen vom Altar und schüttete es auf die Erde.1 Da folgten laute Donnerschläge, Blitze und Erdbeben.
- Hes 10:2.
6 Nun rüsteten sich die sieben Engel, die die sieben Posaunen hatten, sie zu blasen.
7 Der erste Engel stieß in die Posaune. Da kam Hagel und Feuer, mit Blut vermischt, und fiel auf die Erde nieder.1 Der dritte Teil der Erde verbrannte, der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte.
- Hes 38:22, 2Mo 9:23-26, Jes 28:2.
8 Der zweite Engel stieß in die Posaune. Da ward eine Masse, die aussah wie ein großer, feuerflammender Berg, ins Meer geschleudert.1 Dadurch ward der dritte Teil des Meeres in Blut verwandelt,2
- Jer 51:25.
- 2Mo 7:20-21.
9 der dritte Teil der Tiere, die im Meer lebten, starb, und der dritte Teil der Schiffe ging zugrunde.
10 Der dritte Engel stieß in die Posaune. Da fiel ein großer Stern vom Himmel,1 brennend wie eine Fackel. Der fiel auf den dritten Teil der Ströme und auf die Wasserquellen;
- Jes 14:12, Da 8:10.
11 und des Sternes Name heißt "Wermut".1 Da ward der dritte Teil der Wasser zu Wermut, und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter geworden waren.
- Jer 9:15, 23:15.
12 Der vierte Engel stieß in die Posaune. Da ward geschlagen der dritte Teil der Sonne, der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, so daß ihr dritter Teil verfinstert wurde. Darum hatte nun der dritte Teil des Tages und ebenso der Nacht kein Licht.1
- 2Mo 10:21-23, Am 8:9.
13 Dann sah ich hin. Da hörte ich einen Adler,1 der hoch oben am Himmel flog, mit lauter Stimme rufen: "Weh, weh, weh den Erdbewohnern wegen der anderen Posaunenstimmen der drei Engel, die noch posaunen sollen!"
- Wohl einen Engel in Adlersgestalt.
Chapter 9
1 Nun stieß der fünfte Engel in die Posaune. Da sah ich einen Stern, der war vom Himmel her gefallen auf die Erde, und er empfing den Schlüssel zu dem Brunnen des Abgrunds.1
- Wo die bösen Geister wohnen. Lu 8:31
2 Er tat des Abgrunds Brunnen auf. Da stieg ein Rauch empor aus diesem Brunnen wie eines großen Ofens Rauch, und es wurden die Sonne und die Luft verfinstert von dem Rauch des Brunnens.1
- 2Mo 19:18, Joe 2:2,10.
3 Aus dem Rauch kamen Heuschrecken über die Erde;1 die empfingen Macht2 ähnlich wie irdische Skorpione.
- 2Mo 10:12.
- Die Menschen zu quälen.
4 Ihnen wurde gesagt, sie sollten1 dem Gras der Erde keinen Schaden tun, auch nicht dem Grün noch irgendeinem Baum, sondern nur den Menschen, die nicht Gottes Siegel an ihren Stirnen haben.2
- Im Gegensatz zu der ägyptischen Heuschreckenplage 2Mo 10:15.
- Hes 9:4.
5 Aber sie durften sie nicht töten, sie sollten sie nur peinigen fünf Monate lang. Die Pein, die sie bereiteten, glich der Pein, die ein Skorpion verursacht, wenn er einen Menschen sticht.
6 In jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden;1 sie werden Sehnsucht haben zu sterben, doch der Tod entflieht vor ihnen.
- Hio 3:21.
7 Die Heuschrecken glichen Rossen, die zum Kampf gerüstet sind.1 Auf ihren Häuptern hatten sie einen Schmuck, der goldenen Kronen ähnlich war. Ihre Gesichter waren wie Menschengesichter,
- Joe 2:4.
8 ihre Haare waren so lang wie Weiberhaare, ihre Zähne glichen Löwenzähnen.1
- Joe 1:6.
9 Sie trugen Panzer wie von Eisen. Das Rauschen ihrer Flügel klang wie das Rasseln von Kriegswagen, wenn viele Rosse in den Kampf stürmen.1
- Joe 2:5. Ein arabischer Spruch sagt von der Heuschrecke, sie gleiche "am Kopf dem Roß, an der Brust dem Löwen, an den Füßen dem Kamel, am Leib der Schlange, an den Fühlhörnern dem Haar der Jungfrau".
10 Sie hatten Schwänze gleich Skorpionen und Stacheln; in ihren Schwänzen lag ihre Kraft, den Menschen fünf Monate lang Schaden zu tun.
11 Als König hatten sie über sich den Engel des Abgrunds; der heißt auf hebräisch Abaddón,1 und auf griechisch heißt er Apollyon.2
- D.h. Vertilgung, Untergang.
- Verderber.
12 Das erste Weh1 ist vorüber. Doch es kommen noch zwei Wehe hinterher.
- Des Adlers (8,13).
13 Nun stieß der sechste Engel in die Posaune. Da hörte ich eine Stimme aus den vier Hörnern1 des goldenen Altars, der vor Gott steht,
- D.h. hornähnlichen Ecken.
14 die sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: "Laß die vier Engel los, die bei dem großen Strom Euphrat angebunden sind!"
15 Die vier Engel, die auf die Stunde, den Tag, den Monat und das Jahr bereitstanden, den dritten Teil der Menschen zu töten, wurden nun losgelassen.
16 Ihr Reiterheer hatte zweihundert Millionen Geschwader, ich hörte ihre Zahl.
17 Und dies war das Aussehen der Rosse und der Reiter, die ich in dem Gesichte sah: Die Reiter hatten rote, blaue und goldgelbe Panzer. Die Köpfe der Rosse waren wie Löwenköpfe, und aus ihren Mäulern gingen Feuer, Rauch und Schwefel.
18 Durch diese drei Plagen, das Feuer, den Rauch und den Schwefel, die aus ihren Mäulern gingen, wurde ein Drittel der Menschen getötet.
19 Denn die Kraft der Rosse liegt in ihrem Maul und in ihren Schwänzen. Ihre Schwänze sehen wie Schlangen aus und haben Köpfe, und mit diesen tun sie Schaden.
20 Die anderen Menschen, die bei diesen Plagen nicht ums Leben kamen, bekehrten sich trotzdem nicht von den Werken ihrer Hände,1 sondern fuhren fort, die bösen Geister anzubeten2 und die Götzenbilder aus Gold und Silber, Erz, Stein und Holz,3 die doch nicht sehen, hören und gehen können.4
- D.h. von dem Götzendienst. 5Mo 4:18, Mic 5:12
- Ps 106:37.
- Da 5:4,23.
- Ps 115:4-7, 135:15-17.
21 Sie bekehrten sich nicht von ihren Mordtaten, ihren Zaubereien, ihrer Hurerei1 und ihren Diebereien.
- 2. Kön. 9,22.
Chapter 10
1 Dann sah ich einen anderen starken Engel1 aus dem Himmel niedersteigen. Der war bekleidet mit einer Wolke, ein Regenbogen war auf seinem Haupt, sein Antlitz strahlte wie die Sonne, und seine Füße glichen Feuersäulen.
- Vgl. 5,2.
2 In seiner Hand hatte er ein offenes kleines Buch. Er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken auf das Land
3 und rief mit lauter Stimme, als wenn ein Löwe brüllt.1 Und als er rief, da ließen die sieben Donner ihre Stimme erschallen.2
- Am 1:2, Hos 11:10.
- Ps 29:3-9.
4 Als die sieben Donner geredet hatten, wollte ich ihre Botschaft niederschreiben. Da hörte ich eine Stimme aus dem Himmel sagen: "Versiegele,1 was die sieben Donner geredet haben, und schreibe es nicht nieder!"
- Halte es geheim. Da 8:26, 12:4
5 Nun hob der Engel, den ich auf dem Meer und auf dem Land stehen sah, seine rechte Hand zum Himmel auf
6 und schwur bei dem, der lebt in alle Ewigkeit,1 der den Himmel und was darin ist, die Erde und was darauf ist und das Meer und was darin ist geschaffen hat:2 "Es soll jetzt kein Verzug mehr sein!3
- 5Mo 32:40, Da 12:7.
- 1Mo 14:22, 2Mo 20:11, Ne 9:6.
- In der Weiterführung des göttlichen Ratschlusses (vgl. 6,11).
7 Sondern in den Tagen, wenn der siebente Engel sich anschickt zu posaunen, da vollendet sich der geheime Ratschluß Gottes, wie er ihn seinen Knechten, den Propheten, als Frohe Botschaft kundgetan."1
- Am 3:7, Da 9:6, Sac 1:6.
8 Dann redete die Stimme, die ich vom Himmel aus gehört,1 ein andermal mit mir und sprach: "Geh, nimm das Buch, das offen daliegt in der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf dem Land steht!"
- V4.
9 Da ging ich zu dem Engel und bat ihn, mir das kleine Buch zu geben. Und er sprach zu mir: "Nimm und verzehre es!1 Es wird dir zwar in deinem Magen Bitterkeit bereiten, in deinem Mund aber wird es süß wie Honig sein."
- D.h.: eigne dir den Inhalt an! Hes 2:8, 3:1-3, Jer 15:16.
10 So nahm ich denn das Büchlein aus des Engels Hand und aß es, und wirklich war's in meinem Mund süß wie Honig. Doch als ich es gegessen hatte, da ward es mir im Magen bitter.1
- Die göttliche Offenbarung zu empfangen, ist süß; aber sie den Menschen kundzumachen, ist eine bittere, schmerzliche Aufgabe.
11 Und eine Stimme sprach zu mir: "Du mußt noch einmal weissagen über viele Völker, Scharen, Sprachen und Könige."1
- Jer 1:10, 25:30, Da 3:4, 7:14.
Chapter 11
1 Danach ward mir ein Rohr gegeben, einem Meßstab gleich,1 und eine Stimme sprach: / Steh auf und miß den Tempel Gottes mit dem Altar und denen, die dort2 anbeten!
- Hes 40:3, Sac 2:5-6.
- Im Tempel.
2 Doch den äußeren Tempelvorhof laß aus und miß ihn nicht!1 Denn er ist den Heiden preisgegeben, und sie werden die heilige Stadt verwüsten zweiundvierzig Monate lang.2
- Was gemessen wird, das ist heilig und unverletzlich.
- Wollte man diese Worte von dem jüdischen Tempel verstehen, so würde das heißen, er solle in seinem Inneren nie zerstört werden. Wie hätte Johannes so etwas weissagen können! Christus selbst und Stephanus hatten ja die Zerstörung des Tempels bestimmt vorausverkündigt. Und ist die Offenbarung um das Jahr 95 entstanden, so war er auch schon seit 25 Jahren zerstört. Wir müssen hier also an den geistlichen Tempel des Neuen Bundes denken, der zwar in seinen Vorhöfen verwüstet, seinem Inneren nach aber ewig erhalten bleiben soll.
3 Ich will aber meinen zwei Zeugen Auftrag geben, und sie sollen weissagen zwölfhundertsechzig Tage lang,1 mit Säcken angetan.2
- Also dreieinhalb Jahre.
- Im Büßergewand.
4 Dies sind die beiden Ölbäume1 und die beiden Leuchter,2 die vor dem Herrn der Erde stehen.3
- D.h. Träger der Salbung des Geistes.
- Träger des Lichtes der Wahrheit.
- Sac 4:3,11,14. Der Herr der Erde ist Gott.
5 Will sich jemand an ihnen vergreifen, so geht Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde.1 Ja, will sich jemand an ihnen vergreifen, der soll auf diese Weise getötet werden.
- 2Kö 1:10, Jer 5:14.
6 Sie haben die Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen falle in den Tagen ihrer Weissagung.1 Sie haben auch die Vollmacht, das Wasser in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit allerlei Plagen, sooft sie wollen.2
- In den 1260 Tagen. V3; 1. Kön. 17,1.
- 2Mo 7:17-20, 1Sa 4:8.
7 Wenn sie aber ihr Zeugnis vollendet haben, dann wird das Tier, das aus dem Abgrund steigt,1 mit ihnen kämpfen, er wird sie überwinden und töten.
- An 37 Stellen der Offb. ist von dem Tier die Rede.
8 Ihre Leichen werden liegen auf dem Marktplatz jener großen Stadt, die geistlich Sodom und Ägypten heißt,1 wo auch ihr Herr2 gekreuzigt worden ist.
- Jes 1:9-10.
- Der Herr der beiden Zeugen.
9 Leute aus allen Völkern, Stämmen, Sprachen und Geschlechtern werden ihre Leichen drei und einen halben Tag daliegen sehen; aber sie werden nicht dulden, daß man ihre Leichen begrabe.
10 Denn die Erdbewohner freuen sich über ihren Tod und sind voll Jubel, ja sie werden einander Geschenke senden;1 denn diese beiden Propheten bereiteten den Erdbewohnern Qual.2
- Wie zu hohen Freudenfesten. /RAPC Est 9:19,22
- Durch ihre Strafpredigt und ihre Strafwunder.
11 Nach der halben Woche1 aber kam ein Lebenshauch von Gott in sie: sie stellten sich auf ihre Füße,2 und große Furcht erfaßte alle,3 die sie sahen.
- Nach den dreieinhalb Tagen, V9.
- Hes 37:5,10.
- 1Mo 15:12.
12 Dann hörte ich, wie eine laute Stimme vom Himmel zu ihnen sprach: "Kommt hierher!" Da stiegen sie vor den Augen ihrer Feinde in einer Wolke zum Himmel auf.
13 Zu derselben Stunde geschah ein großes Erdbeben: der zehnte Teil der Stadt sank in Trümmer, und siebentausend Menschen fanden bei dem Erdbeben ihren Tod. Die Überlebenden aber wurden mit Furcht erfüllt und gaben dem Gott des Himmels die Ehre.
14 Das zweite Weh ist vorüber. Das dritte Weh kommt eilend.
15 Nun stieß der siebente Engel in die Posaune. Da erschallten laute Stimmen im Himmel, die sprachen: / "Die Herrschaft über die Welt gehört jetzt unserem Herrn und seinem Gesalbten, und er wird König sein in alle Ewigkeit."1
- Da 2:44, 7:14,27, Sac 14:9, Ps 2:2, 10:16, 22:29, 2Mo 15:18.
16 Da fielen die vierundzwanzig Ältesten, die in Gottes Gegenwart auf ihren Thronen sitzen, auf ihr Angesicht; sie beteten Gott an
17 und sprachen: / Wir danken dir, Herr Gott, du Allgewaltiger, der ist und der da war;1 denn du hast deine große Macht an dich genommen und herrschst nun als König.
- 2Mo 3:14, Jes 41:4.
18 Die Völker sind in Wut geraten;1 darum ist dein Zorn entbrannt.2 Die Zeit ist da, da du die Toten richtest, den Lohn austeilst deinen Knechten, den Propheten,3 und den Heiligen samt allen, die deinen Nahmen fürchten, den Kleinen wie den Großen,4 und wo du über die Verderben bringst, die die Welt verderben."
- Ps 2:1-3, 99:1.
- Ps 2:5,12.
- Am 3:7.
- Ps 115:13.
19 Da öffnete sich der Tempel Gottes im Himmel, daß die Lade seines Bundes1 in seinem Tempel sichtbar wurde. Zugleich entstanden Blitze, laute Donnerschläge, Erdbeben und ein starkes Hagelwetter.
- In dieser himmlischen Lade ist statt der längst verschwundenen Gesetzestafeln die Urkunde des ewigen Bundes Gottes mit seiner Gemeinde niedergelegt.
Chapter 12
1 Dann erschien ein großes Zeichen im Himmel: ein Weib, das war mit der Sonne bekleidet, der Mond lag unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupt trug sie eine Krone von zwölf Sternen.
2 Sie sah ihrer Niederkunft entgegen und schrie in Wehen und Kindesnöten.1
- Jes 66:7, Mic 4:10.
3 Zugleich erschien ein anderes Zeichen im Himmel: ein großer feuerroter Drache,1 der hatte sieben Häupter und zehn Hörner,2 und auf seinen Häuptern (glänzten) sieben Kronen;
- Der Satan.
- Da 7:7.
4 sein Schweif fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels1 weg und warf sie nieder auf die Erde. Dieser Drache stellte sich vor das Weib, das im Begriff war zu gebären, um ihr Kindlein sofort nach der Geburt zu verschlingen.
- Da 8:10.
5 Und sie gebar einen Sohn, einen kraftvollen Knaben, der alle Völker mit eisernem Stab weiden soll.1 Ihr Kind ward entrückt zu Gott und seinem Thron.
- Vgl. Off 2:27, Ps 2:9.
6 Das Weib entfloh in die Wüste: dort fand sie eine Stätte, von Gott bereitet, wo sie zwölfhundertsechzig Tage lang ernährt werden sollte.
7 Da entstand ein Kampf im Himmel: Michael1 und seine Engel stritten mit dem Drachen. Der Drache setzte sich zur Wehr mit seinen Engeln;
- Da 10:21, 12:1.
8 doch sie wurden überwunden, und ihres Bleibens war nicht länger mehr im Himmel.
9 Es ward hinabgestürzt der große Drache, die alte Schlange,1 die auch der Teufel oder der Satan2 heißt und die ganze Welt verführt; hinabgestürzt ward er zur Erde, und seine Engel mit ihm.
- 1Mo 3:1,14.
- Sac 3:1-2, Hio 1:6-12. Teufel = Verleumder, Satan = Widersacher.
10 Dann hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: / Jetzt sind erschienen unseres Gottes Heil und Kraft und Königreich, und sein Gesalbter hat die Macht empfangen. Denn der Verkläger unserer Brüder ist hinabgestürzt, der sie vor unserem Gott verklagt hat Tag und Nacht.
11 Sie1 haben über ihn gesiegt; als Waffen hatten sie des Lammes Blut und jenes Wort, durch das sie Zeugnis abgelegt. Dabei sind sie sogar bereit gewesen, ihr Leben in den Tod zu geben.
- Unsere Brüder V10.
12 Darum freut euch, ihr Himmel, und alle, die ihr darin wohnt! Doch weh der Erde und dem Meer! Der Teufel ist zu euch hinabgekommen mit großem Grimm. Er weiß ja: seine Frist ist nur noch kurz."
13 Als der Drache sah, daß er hinabgestürzt war auf die Erde, verfolgte er das Weib, das den Knaben geboren hatte.
14 Das Weib aber empfing die beiden Flügel des großen Adlers, damit sie in die Wüste fliege an die ihr bestimmte Stätte, wo sie, sicher vor dem Grimm der Schlange, eine Zeit und (zwei) Zeiten und eine halbe Zeit1 ernährt werden sollte.
- Dreieinhalb Jahre (vgl. V6; 11,2-3; 13,5).
15 Da schoß die Schlange aus ihrem Maul einen Strom von Wasser hinter dem Weib her, um es in dieser Flut zu ertränken.
16 Doch die Erde kam dem Weib zu Hilfe: sie öffnete ihren Mund und verschluckte den Strom, den der Drache aus seinem Maul ergossen hatte.
17 Da ward der Drache grimmig über das Weib und ging hin, um zu streiten mit ihren anderen Kindern,1 die Gottes Gebote halten und das Jesuszeugnis2 treu bewahren. Ich trat nun an den Strand des Meeres.3
- Die sie außer dem vorher erwähnten Knaben hat.
- Vgl. 6,9; 19,10.
- Aus dem Meer kommt in Kap. 13 der Helfershelfer des Drachen.
Chapter 13
1 Da sah ich aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das hatte zehn Hörner und sieben Häupter. Auf seinen Hörnern trug es zehn Kronen, und auf seinen Häuptern standen gotteslästerliche Namen.1
- Da 7:3,7,20. Das Tier ist die gottfeindliche Weltmacht in ihrer letzten Entwicklung.
2 Dies Tier, das ich sah, glich einem Panther; seine Füße waren wie Bärenfüße, und sein Rachen war wie ein Löwenrachen.1 Und der Drache gab ihm seine Kraft, seinen Thron und große Macht.
- Da 7:4-6.
3 Ich sah, wie eins von seinen Häuptern gleichsam einen Todesstreich empfangen hatte. Aber seine Todeswunde ward geheilt. Da beugte sich die ganze Welt bewundernd vor dem Tier.
4 Man betete den Drachen an, weil er dem Tier die Gewalt gegeben, und man betete auch das Tier an und sprach: "Wer gleicht dem Tier, und wer kann mit ihm streiten?"
5 Das Tier empfing ein Maul, das Reden ausstieß voller Stolz und Lästerung;1 und ihm wurde erlaubt, es zweiundvierzig Monate so zu treiben.
- Da 7:8,20,25.
6 Es öffnete sein Maul zur Lästerung gegen Gott; es lästerte seinen Namen und seine Wohnung: jene, die im Himmel wohnen.
7 Es ward ihm auch erlaubt, mit den Heiligen zu kämpfen und sie zu überwinden.1 Ja es empfing Gewalt über alle Stämme, Völker, Sprachen und Geschlechter.2
- Da 7:21.
- Da 7:23.
8 Alle Erdbewohner beteten es an: alle, deren Namen nicht seit Anbeginn der Welt verzeichnet sind im Lebensbuch des Lammes, das geopfert ist.1
- Da 12:1, Ps 69:29, Jes 53:7, Off 17:8.
9 Wer Ohren hat, der höre:
10 Wer andere in Gefangenschaft führt, soll selbst in die Gefangenschaft wandern;1 wer andere mit dem Schwert tötet, soll selbst durchs Schwert getötet werden!2 Hier gilt es für die Heiligen, Standhaftigkeit und Treue zu beweisen.
- 1Mo 9:6, Jer 15:2.
- Enthält dies Wort für die Gläubigen eine Warnung vor aller gewaltsamen Selbsthilfe gegenüber der Macht des Tieres? Mt 26:52
11 Dann sah ich ein anderes Tier aufsteigen aus der Erde, das hatte zwei Hörner, ähnlich wie ein Lamm, es redete aber wie der Drache.1
- Mt 7:15.
12 Es vollzog alle Befehle des ersten Tieres unter dessen Augen. Es brachte die Erde und ihre Bewohner dahin, das erste Tier, dessen Todeswunde heil geworden war, göttlich zu verehren.
13 Es tat auch große Wunderzeichen; sogar Feuer ließ es vor der Menschen Augen vom Himmel auf die Erde fallen.1
- 1. Kön. 18,36-38.
14 Durch diese Wunderzeichen, die ihm verliehen wurden in des Tieres Gegenwart zu tun, verführte es die Erdbewohner. Ja es forderte sie auf, dem Tier, das trotz seiner Schwertwunde am Leben geblieben war, ein Standbild zu errichten.
15 Es1 empfing auch die Macht, dieses Bild des Tieres mit Leben zu erfüllen. Daher konnte des Tieres Bild sogar reden; und es erreichte, daß alle, die des Tieres Bild nicht anbeten wollten, getötet wurden.2
- Das Tier aus der Erde (V11).
- Da 3:1-6.
16 Ja alle Leute, klein und groß, reich und arm, frei und unfrei, alle brachte es dazu, auf ihrer rechten Hand oder auf ihrer Stirn ein Zeichen anzunehmen.
17 Keiner sollte kaufen oder verkaufen dürfen,1 der nicht dies Zeichen hätte: entweder des Tieres Namen oder seines Namens Zahl.
- Sich an Handel und Wandel beteiligen dürfen.
18 Hier gilt es Weisheit! Wer Einsicht hat, der mag des Tieres Zahl berechnen; denn sie ist eines Menschen Zahl.1 Und zwar ist seine Zahl 666.2
- Sie weist auf einen ganz bestimmten Menschen hin.
- Die griechischen und hebräischen Buchstaben und einige lateinische Buchstaben haben zugleich Zahlenwert. Die Zahl eines Namens ist die Summe des Zahlenwertes der einzelnen Buchstaben des Namens. Nach ihrem Zahlenwert ergeben nun die griechischen Buchstaben des Namens des Tieres die Summe 666. — Die Schüler des Johannes in Kleinasien verwarfen nach einer Mitteilung des Irenäus die Deutung der Zahl 666 auf einen ehemaligen oder zukünftigen römischen Kaiser. Sie wußten auch nicht, auf welchen Namen sich die Zahl beziehe. Aber sie waren überzeugt, daß die Gemeinde des Herrn in den Tagen des Antichrists aus dieser prophetischen Angabe ihren großen Widersacher deutlich erkennen werde.
Chapter 14
1 Ich schaute ein Gesicht: das Lamm stand auf dem Berg Zion, umgeben von hundertvierundvierzigtausend, die seinen Namen und seines Vaters Namen auf ihrer Stirn geschrieben trugen.
2 Auch hörte ich eine Stimme aus dem Himmel; die klang wie Meeresrauschen1 und starkes Donnerrollen. Die Stimme, die ich hörte, klang zugleich wie das Spiel von Saitenspielern, die ihre Harfen schlagen.
- Wörtlich: "wie eine Stimme vieler Wasser".
3 Sie sangen ein neues Lied1 vor dem Thron, den vier Lebewesen und den Ältesten, und niemand konnte dieses Lied erlernen als nur die Hundertvierundvierzigtausend, die von der Erde abgesondert und erkauft sind.
- Jes 42:10, Ps 33:3, 40:4, 96:1, 98:1, 144:9, 149:1.
4 Diese haben sich nicht durch den Verkehr mit Weibern befleckt, denn sie sind (rein wie) Jungfrauen. Sie folgen dem Lamm, wohin es auch gehen mag.1 Sie sind aus der Menschheit erkauft worden als eine Erstlingsschar für Gott und das Lamm.2
- "Geht das Lamm nach Gethsemane, so folgen sie ihm dorthin. Geht es nach Golgatha, so nehmen sie ihr Kreuz auf sich und folgen ihm. Das Lamm ist in den Himmel eingegangen, und auch dort werden sie bei ihm sein."
- Die 144000 sind, wie auch bekannte Erklärer der Offb. anerkennen, nicht eine Erstlingswahl aus der ganzen Menschheit, wie Jak 1:18 sondern aus der Kirche.
5 In ihrem Mund findet sich kein Trug;1 sie sind ganz ohne Fehl und Flecken.2
- Ps 32:2, Jes 53:9; Zeph. 3,13.
- Wie Opferlämmer.
6 Ich sah einen anderen Engel hoch oben am Himmel fliegen,1 der hatte den Erdbewohnern, ja allen Geschlechtern, Stämmen, Sprachen und Völkern eine seit Ewigkeit beschlossene Frohe Botschaft2 zu verkündigen.
- Der erste Engel, den Johannes hoch oben am Himmel fliegen sieht, wird 8,13 erwähnt und dort als Adler dargestellt.
- Das Folgende (V8) ist eine frohe, trostreiche Botschaft für die Gläubigen.
7 Er rief mit lauter Stimme: "Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist nun da! Betet ihn an, der Himmel und Erde, Meer und Wasserquellen geschaffen hat!"1
- 2Mo 20:11, Ps 146:6.
8 Ein zweiter Engel folgte ihm und sprach: / "Gefallen, gefallen ist das große Babylon,1 das von dem Glutwein seiner Buhlerei hat alle Völker trinken lassen!"2
- Da 4:27, Jes 21:9.
- Jer 51:7. Babylon hat die Völker gleichsam mit berauschendem Wein zur Hurerei, d.h. zum Abfall von Gott verführt.
9 Ein dritter Engel folgte diesen beiden, der rief mit lauter Stimme: / Alle, die das Tier anbeten und sein Bild, und die ein Zeichen nehmen auf ihre Stirn oder ihre Hand,
10 die sollen trinken von dem Glutwein Gottes, der unvermischt1 in seinem Zornesbecher steht,2 und vor der heiligen Engel und des Lammes Augen in Feuer und in Schwefel3 Qualen leiden.
- Nicht verdünnt mit Wasser, also ungemildert.
- Jes 51:17, Ps 75:9, Jer 25:15.
- 1Mo 19:24, Hes 38:22.
11 Der Rauch von ihrer Qual steigt auf in Ewigkeit,1 und ruhelos sollen sein bei Tag und Nacht die Menschen, die das Tier anbeten und sein Bild und seines Namens Zeichen an sich nehmen.
- Jes 34:9-10.
12 Hier gilt es standhaft auszuharren für die Heiligen, die treu bewahren die Gebote Gottes und den Jesusglauben."1
- Und die in diesem Jesusglauben Gehorsam und Treue beweisen bis zum Märtyrertod.
13 Dann hörte ich eine Stimme aus dem Himmel, die sprach: "Schreibe: / 'Selig sind von nun an1 alle Toten, die in dem Herrn sterben!' — Ja — so spricht der Geist — sie sollen ruhen von ihren Mühen;2 denn ihre Werke folgen ihnen nach."3
- Denn das herrliche Ende, das den Untergang der Feinde Gottes und die Verherrlichung der Gläubigen bringen soll, steht nun nahe bevor.
- Jes 57:2.
- 1Kor 15:58.
14 Ich nahm auch eine weiße Wolke wahr, und auf der Wolke sah ich einen sitzen gleich einem Menschensohn,1 der trug auf seinem Haupt eine goldene Krone,2 und eine scharfe Sichel hielt er in der Hand.
- Da 7:13.
- Ps 21:4.
15 Da trat ein anderer Engel1 aus dem Tempel, der rief mit lauter Stimme zu dem, der auf der Wolke saß: "Leg deine Sichel an und ernte! Die Erntezeit ist da, denn reif geworden ist der Erde Ernte."2
- Heißt dieser Engel deshalb "ein anderer," weil der, der auf der weißen Wolke sitzt und einem Menschensohn gleicht, zugleich auch einem Engel ähnlich ist?
- Joe 3:18, Mt 13:30,39,41.
16 Jetzt ließ der, der auf der Wolke saß, seine Sichel über die Erde fahren, und die Erde wurde geerntet.
17 Ein anderer Engel trat aus dem Himmelstempel; auch er hielt eine scharfe Sichel.
18 Ein anderer Engel trat aus dem Altar hervor, der hatte Macht über das Feuer und sprach mit lauter Stimme zu dem, der die scharfe Sichel hatte: "Leg deine scharfe Sichel an und ernte die Trauben von dem Weinstock der Erde; denn seine Beeren sind nun reif!"
19 Da warf der Engel seine Sichel auf die Erde, er erntete die Trauben von dem Weinstock der Erde und warf sie in die große Kelter des Zornes Gottes.
20 Die Kelter ward außerhalb der Stadt getreten.1 Da floß Blut aus der Kelter hervor bis hinauf an die Zügel der Rosse, etwa vierzig Meilen weit.2
- Joe 3:18, Jes 63:3.
- Wörtlich: 1600 Stadien weit; 1 Stadion = 185 Meter; 1600 Stadien sind demnach etwa 40 Meilen (296 km).
Chapter 15
1 Ich sah ein anderes Zeichen im Himmel, groß und wunderbar: sieben Engel mit den letzten sieben Plagen,1 womit sich Gottes Zorn vollendet.
- 3Mo 26:21.
2 Auch sah ich (eine weite Fläche) wie ein gläsern Meer, gemengt mit Feuer. An diesem Meer von Glas sah ich alle stehen, die in dem Kampf mit dem Tier, seinem Bild und seines Namens Zahl den Sieg errungen hatten.1 Sie priesen Gott auf Saitenspiel2
- Die also weder das Tier und sein Bild angebetet noch seines Namens Zahl angenommen hatten.
- Wörtlich: "sie hatten Zithern (Harfen) Gottes".
3 und sangen das Lied Moses, des Knechtes Gottes,1 und des Lammes Lied mit diesen Worten: / Groß und wunderbar sind deine Werke,2 Herr Gott, du Allgewaltiger; gerecht und wahr sind deine Wege, du Völkerkönig!
- 2Mo 15:1-19.
- Ps 111:2, 139:14, 145:17.
4 Wer sollte dich nicht fürchten, Herr, nicht deinen Namen preisen?1 Denn du allein bist heilig. Alle Völker werden kommen und vor dir anbeten, denn dein gerechtes Walten hat sich offenbart."2
- Jer 10:7.
- Ps 86:9.
5 Dann sah ich, wie sich der Tempel der himmlischen Stiftshütte öffnete.
6 Aus dem Tempel traten die sieben Engel mit den sieben Plagen. Sie trugen ein glänzend weißes Linnenkleid,1 und goldene Gürtel umgaben ihre Brust.
- Hes 9:2.
7 Eins der vier Lebewesen reichte den sieben Engeln sieben goldene Schalen, voll des Zornes Gottes,1 der da lebt in alle Ewigkeit.
- Hes 22:31.
8 Da füllte sich der Tempel mit Rauch, weil Gottes Herrlichkeit und seine Macht sich offenbarten;1 und niemand konnte in den Tempel gehen,2 bis die sieben Plagen der sieben Engel zu Ende waren.
- Jes 6:4, Hes 10:4, 44:4.
- 2Mo 40:34-35, 1Kö 8:10-11.
Chapter 16
1 Nun hörte ich eine laute Stimme aus dem Tempel1 zu den sieben Engeln sagen: "Geht, gießt jetzt die sieben Schalen des Zornes Gottes auf die Erde aus!"2
- Jes 66:6.
- Ps 69:25, Jer 10:25, Zep 3:8.
2 Da ging der erste Engel hin und goß seine Schale auf die Erde. Da kamen bösartige, verderbliche Geschwüre1 auf alle, die des Tieres Zeichen trugen und sein Bild anbeteten.
- 5Mo 28:35, 2Mo 9:8-11.
3 Der zweite Engel goß seine Schale auf das Meer. Da wurde es zu Blut,1 wie Leichenblut,2 und alle Lebewesen, die im Meer waren, starben.
- 2Mo 7:17-21.
- Also giftig.
4 Der dritte Engel goß seine Schale auf die Flüsse und die Wasserquellen. Da wurden sie in Blut verwandelt.1
- So daß es kein Trinkwasser mehr gab, Ps 78:44.
5 Dann hörte ich den Engel der Gewässer sagen:1 "Gerecht bist du, der ist und der da war, du Heiliger, daß du also gerichtet hast!
- Vgl. Joh 5:4.
6 Weil sie der Heiligen und Propheten Blut vergossen haben, hast du auch Blut sie trinken lassen. Sie haben's so verdient."1
- Der Hüter der Gewässer beklagt sich nicht über die Schädigung seines Gebietes, sondern er erkennt Gottes Gerechtigkeit an. Ps 145:17, 5Mo 32:4, Ps 79:3, Jes 49:26.
7 Und ich hörte den Altar sagen:1 "Ja, Herr Gott, du Allgewaltiger, wahrhaftig und gerecht sind deine Urteilssprüche."2
- Ist hier an die Seelen der Blutzeugen unter dem Altar zu denken? 6,9-10.
- Ps 19:10, 119:137.
8 Der vierte Engel goß seine Schale auf die Sonne, und sie empfing Gewalt, die Menschen mit Feuerglut zu quälen.
9 Da wurden die Menschen von gewaltiger Glut versengt. Trotzdem lästerten sie den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und bekehrten sich nicht dazu, ihm Ehre zu geben.
10 Der fünfte Engel goß seine Schale auf den Thron des Tieres. Da ward sein Reich mit Finsternis bedeckt.1 Ja die Menschen zerbissen sich vor Schmerz die Zungen
- 2Mo 10:21-22, Jes 8:21-22.
11 und lästerten den Gott des Himmels1 wegen ihrer Schmerzen und Geschwüre. Aber von ihren bösen Werken bekehrten sie sich nicht.
- Da 2:20.
12 Der sechste Engel goß seine Schale auf den großen Euphratstrom.1 Da trocknete sein Wasser aus, damit den Königen, die von Osten kommen sollen, der Weg gebahnt würde.2
- 1Mo 15:18, 5Mo 1:7, Jos 1:4.
- Jes 11:15-16, 41:2,25, 44:27, Jer 50:38.
13 Dann sah ich aus des Drachen Maul und aus des Tieres Maul und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, die Fröschen ähnlich waren1
- 2Mo 8:2-10, 1Kö 22:21-23.
14 - es gibt ja böse Geister, die Wunderzeichen tun —. Die zogen aus zu den Königen der ganzen Erde, um sie zu sammeln für den Kampf, der an dem großen Tag Gottes, des Allgewaltigen, gehalten werden soll.
15 "Sieh, ich komme wie ein Dieb!1 Selig ist, der wacht und seine Kleider bereit hat, damit er nicht nackt gehen und seine Blöße zeigen müsse!"
- Im Blick auf den letzten großen Entscheidungskampf erinnert Johannes seine Leser an ein Trost- und Mahnwort des Herrn.
16 Die bösen Geister sammelten die Könige an dem Ort, der auf hebräisch Harmagedon1 heißt.
- D.h. vielleicht "der Berg von Megiddo:" Ri 5:19, 2Kö 9:27, 23:29-30, 2Ch 35:22 d.i. der Berg Karmel. Dieser Name ist hier wohl nur sinnbildlich.
17 Der siebente Engel goß seine Schale in die Luft. Da kam eine laute Stimme aus dem Tempel1 vom Thron her, die sprach: "Es ist geschehen!"2
- Jes 66:6.
- Alle Schalen sind nun ausgegossen.
18 Nun folgten Blitze und laute Donnerschläge;1 und es entstand ein großes Erdbeben, wie noch nie eins dagewesen ist, solange Menschen auf Erden wohnen,2 so furchtbar und so schrecklich!
- Vgl. 4,5; 8,5; 11,19.
- Da 12:1.
19 Die große Stadt barst in drei Teile auseinander, und die Städte der Völker sanken in Trümmer.1 So gedachte Gott des großen Babylon und reichte ihm dar den Becher des Glutweins seines Zornes.2
- Jes 30:25.
- Vgl. 11,8; 14,10.
20 Alle Inseln verschwanden, und Berge waren nicht mehr zu sehen.
21 Große Hagelstücke, etwa einen halben Zentner schwer, fielen auf die Menschen nieder. Aber die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagelwetters, denn diese Plage war sehr groß.1
- 2Mo 9:18-25.
Chapter 17
1 Da kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hatten, redete mit mir und sprach: "Komm, ich will dir zeigen das Gericht über die große Buhlerin, die an großen Wassern wohnt,1
- Jer 51:13.
2 mit der die Könige der Erde gebuhlt1 und an deren Buhlwein sich die Erdbewohner berauscht haben."2
- Jes 23:17.
- Jer 51:7.
3 Dann führte er mich im Geist in eine Wüste.1 Dort sah ich ein Weib auf einem scharlachroten Tier sitzen.2 Dies Tier war ganz bedeckt mit Lästernamen und hatte sieben Häupter und zehn Hörner.3
- Wie 21,10 auf einen Berg.
- Die scharlachrote Farbe ist ein Bild der Macht, des Reichtums und der Üppigkeit.
- Da 7:7.
4 Das Weib war in Purpur und Scharlach gekleidet und ganz bedeckt mit Gold, Edelsteinen und Perlen.1 In ihrer Hand hielt sie einen goldenen Becher2 voller Greuel und gefüllt mit dem Schmutz ihrer Buhlerei.3
- Hes 28:13.
- Jer 51:7.
- Hes 28:16.
5 Auf ihrer Stirn1 stand ein geheimnisvoller Name:2 Das große Babylon, die Mutter der Buhlerinnen und der Greuel auf Erden.
- Auf dem Stirnband, wie es vornehme Frauen trugen.
- Also nicht der wirkliche, sondern nur ein für Eingeweihte verständlicher Name.
6 Ich sah das Weib berauscht von dem Blut der Heiligen und von dem Blut der Zeugen Jesu. Bei ihrem Anblick war ich sehr erstaunt.
7 Da sprach der Engel zu mir: "Warum bist du so erstaunt? Ich will dir kundtun das Geheimnis dieses Weibes und des Tieres mit den sieben Häuptern und den zehn Hörnern, von dem das Weib getragen wird.
8 Das Tier, das du gesehen, ist schon früher dagewesen und ist jetzt nicht mehr. Doch wird es wieder aus dem Abgrund steigen, und dann geht es für immer ins Verderben.1 Alle Erdbewohner, deren Namen nicht seit Anbeginn der Welt im Lebensbuch geschrieben stehen, werden staunen, wenn sie das Tier erblicken. Denn es ist schon früher dagewesen, ist jetzt nicht mehr und soll doch wieder dasein.
- Das Tier, das Antichristentum, ist eine in der Geschichte schon früher dagewesene, dann wieder verschwundene und am Ende der Tage in vollstem Maße sich offenbarende Macht; ihr letzter und furchtbarster Vertreter, der Mensch der Sünde, wird ins Verderben gehen, und damit ist dann das Antichristentum für immer abgetan.
9 Hier gilt's, mit Weisheit nachzudenken! Die sieben Häupter bedeuten sieben Berge: auf diesen sitzt das Weib. Sie1 bedeuten aber auch sieben Könige.
- Die sieben Häupter.
10 Fünf von ihnen sind gefallen; der eine1 ist jetzt da. Der andere2 ist noch nicht gekommen; doch wenn er kommt, soll er nur eine kurze Weile bleiben.
- Der sechste.
- Der siebente.
11 Das Tier aber, das schon früher dagewesen und jetzt nicht mehr ist, ist selbst ein achter König; aber es ist auch einer von den sieben,1 und es geht ins Verderben.2
- Das Tier ist also in gewissem Sinn gleichbedeutend mit einem seiner sieben Häupter.
- So daß mit ihm auch das Tier selbst untergehen wird.
12 Die zehn Hörner, die du gesehen, bedeuten zehn Könige.1 Sie sind noch nicht zur Macht gekommen; aber sie empfangen, wenn auch nur für eine kleine Weile,2 eine Herrschaft, wie sie Könige besitzen, und zwar gemeinsam mit dem Tier.3
- Da 7:24.
- Wörtlich: "für eine Stunde".
- Als seine Bundesgenossen, in seinem Gefolge oder auch: mit seiner Hilfe und Mitwirkung.
13 Diese (zehn Könige) haben einen Sinn und übertragen ihre Kraft und Macht dem Tier.
14 Sie werden mit dem Lamm kämpfen. Doch das Lamm wird sie besiegen, denn es ist der Herr aller Herren und der König aller Könige.1 Und seine Genossen — die Berufenen, Auserwählten und Getreuen — werden mit ihm überwinden."
- 5Mo 10:17, Ps 136:3, Da 2:47.
15 Weiter sprach er1 zu mir: "Die Wasser,2 an deren Ufern du die Buhlerin hast sitzen sehen, bedeuten Völker und Scharen, Geschlechter und Sprachen.
- Der Engel in V1 und 7.
- Jes 8:7, Jer 47:2, 51:13.
16 Die zehn Hörner, die du gesehen — und das Tier selbst —, die werden die Buhlerin hassen und völlig ausplündern;1 ja sie werden ihr Fleisch verzehren und sie mit Feuer verbrennen.
- Wörtlich: "sie wüst und nackt machen".
17 Denn Gott hat es ihnen ins Herz gegeben, daß sie, um seinen Willen auszuführen, ganz in einem Sinn handeln1 und ihre Herrschaft so lange dem Tier übertragen, bis sich Gottes Worte erfüllt haben.
- Was sonst bei zehn verschiedenen Gewalthabern undenkbar wäre.
18 Das Weib, das du gesehen, ist die große Stadt, die über die Könige der Erde1 die Herrschaft führt."
- Ps 2:2, 89:28.
Chapter 18
1 Dann sah ich einen anderen Engel aus dem Himmel herniedersteigen,1 der war ausgerüstet mit großer Macht, so daß die Erde von dem Glanz seiner Herrlichkeit erleuchtet wurde.2
- Vgl. 10,1.
- Hes 43:2.
2 Er rief mit gewaltiger Stimme: / Gefallen, gefallen ist Babylon, die große Stadt!1 Sie ist nun eine Teufelswohnung2 und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhaßten Vögel.
- Jes 21:9, Jer 51:8.
- Jes 13:21, 34:11,14, Jer 9:10, 50:39.
3 Denn alle Völker haben von dem Glutwein ihrer Buhlerei getrunken;1 es haben mit ihr Buhlerei getrieben die Könige der Erde,2 und die Kaufleute auf Erden sind reich geworden durch ihre3 große Üppigkeit."4
- Jer 51:7.
- Jes 23:17, Na 3:4.
- Babylon.
- Hes 27:22.
4 Eine andere Stimme aus dem Himmel hörte ich sagen: / Geht aus von ihr,1 mein Volk,2 damit ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden und nicht empfangt einen Teil von ihren Plagen!
- Von Babylon.
- Jes 48:20, Jer 50:8, 2Kor 6:17.
5 Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel,1 und Gott gedenkt nun ihrer Frevel.
- 1Mo 18:20-21.
6 Tut ihr, wie sie getan,1 ja zahlt ihr zwiefach ihre Werke heim und schenkt ihr doppelt ein den Becher, den sie euch gereicht!
- Ps 137:8, Jer 50:15,29.
7 So sehr sie sich in Stolz erhoben und geschwelgt, so große Pein und Trauer fügt ihr zu! / Weil sie in ihrem Herzen spricht: 'Ich throne hier als Königin, bin keine Witwe und werde nimmer Trauer sehen',1
- Jes 47:7-9.
8 darum werden an einem Tag ihre Plagen kommen: Tod, Leid und Hungersnot, ja Feuer soll sie niederbrennen bis zum Grund.1 Denn stark ist Gott der Herr, ihr Richter.2
- Jer 50:31-32.
- Jer 50:34.
9 Es werden weinend klagen über sie die Könige der Erde,1 die mit ihr Buhlerei getrieben und geschwelgt,2 wenn sie den Rauch von ihrem Brand sehen.
- Hes 26:16, 27:30,33,35.
- Vgl. 17,2.
10 Entsetzt von ihrer Plage, stehen sie von fern und rufen: 'Wehe, wehe! Babylon, du große, starke Stadt! In einer Stunde ist nun dein Gericht gekommen!'1
- Hes 26:17, Jer 51:8.
11 Auch die Kaufleute der Erde werden weinend klagen über sie.1 / Denn niemand kauft nun ihre Waren mehr:
- Wie Hes 27:30-36 über Tyrus.
12 Die Waren von Gold und Silber, von Edelsteinen und Perlen, von feiner Leinwand, Purpur, Seide und Scharlach, all das edle Duftholz1 und Gerät von Elfenbein, all das Gerät aus feinstem Holz, aus Kupfer, Eisen und Marmor;2
- Gemeint ist das wohlriechende Holz eines afrikanischen Baumes, woraus die prachtliebenden Römer das kostbarste Hausgerät verfertigen ließen.
- Hes 27:12,15,26,22.
13 Zimt und Balsam1 nebst Gewürz und Salben, Weihrauch, Wein und Öl; Feinmehl und Weizen, Groß- und Kleinvieh; Rosse, Wagen und leibeigene Leute.2
- Aus einem indischen Gewächs.
- "Leibeigene Leute" heißt wörtlich: "Leiber und Menschenseelen." Leiber sind Sklaven, Leibeigene, und Menschenseelen bedeutet dasselbe nach Hes 27:13. Vgl. ferner zu der ganzen Stelle Hes 27:17-19,21.
14 Auch all die Früchte, die dein Herz erfreuten, sind nun für dich dahin, und aller Glanz und Flitter ist dir hingeschwunden und nimmermehr zu finden.
15 Die mit solchen Waren handelten und an ihr1 reich geworden sind, die werden entsetzt vor ihrer Plage, von ferne stehen und unter Tränen klagen:
- Babylon.
16 'Weh, weh! Die große Stadt, die einst sich kleidete in feine Leinwand, Purpurstoff und Scharlach, und die von Gold, von Edelsteinen und von Perlen strotzte,
17 in einer Stunde hat sie alle Pracht verloren!' / Auch alle Steuerleute, alle Küstenfahrer, die Schiffer, und die sonst zur See beschäftigt sind,1 die alle blieben von ferne stehen.
- Hes 27:27-29.
18 Und als sie sahen den Rauch von ihrem Brand, da riefen sie mit lauter Stimme: 'Welche Stadt war zu vergleichen mit der großen Stadt?'
19 Sie warfen Staub auf ihre Häupter, und weinend und wehklagend riefen sie:1 'Weh, weh! Die große Stadt, von deren Schätzen alle, die Schiffe auf dem Meer hatten, reich geworden sind, in einer Stunde ist sie wüst geworden!'2
- Hes 27:30-31.
- Hes 27:32-34.
20 Frohlocke über ihren Sturz, o Himmel, frohlockt auch, ihr Heiligen, ihr Apostel und Propheten! Denn Gott hat euch an ihr gerächt."1
- 5Mo 32:43, Jes 44:23, Jer 51:48.
21 Da nahm ein starker Engel1 einen Stein, der groß war wie ein Mühlstein, und schleuderte ihn ins Meer mit diesen Worten: / Mit solcher Wucht soll Babylon, die große Stadt, hinabgeschleudert werden und nimmermehr zu finden sein!2
- Vgl. 5,2; 10,1.
- Hes 26:21, Jer 51:63-64.
22 Kein Harfenspiel und kein Gesang, kein Flötenton und kein Trompetenschall soll fernerhin in dir erklingen,1 kein Künstler je in deinen Mauern wohnen! Kein Mühlrad soll in Zukunft in dir rauschen,2
- Hes 26:13, Jes 24:8.
- Wörtlich: "und die Stimme der Mühle soll nicht mehr in dir gehört werden".
23 kein Licht der Lampe soll mehr in dir scheinen, kein Brautpaar soll sich mehr in deinen Mauern freuen!1 / Deine Kaufherren waren ja der Erde Fürsten,2 und alle Völker sind betört durch deine Zauberkünste.3
- Wörtlich: "und die Stimme des Bräutigams und der Braut soll nicht mehr in dir gehört werden." Jer 7:34, 16:9, 25:10.
- Jes 23:8.
- Jes 47:9, Na 3:4.
24 In deinen Mauern ist vergossen der Propheten und der Heiligen Blut, ja aller derer Blut, die hingeschlachtet sind auf Erden."1
- Hes 24:7-9, Na 3:1, Mt 23:35,37.
Chapter 19
1 Dann hörte ich, wie eine große Schar im Himmel mit lauter Stimme sang: / Halleluja!1 Das Heil, die Herrlichkeit und Macht gehören unserem Gott.
- D.h. Preist Jah! Jah ist zusammengezogen aus Jahwe (Jehova).
2 Wahrhaftig und gerecht sind seine Urteilssprüche:1 / Er hat die große Buhlerin gerichtet, die durch ihr Buhlen hat verderbt die Erde. / So hat er seiner Knechte Blut gerächt, das sie2 mit ihrer Hand vergossen."3
- Ps 19:10, 119:137.
- Babylon.
- 5Mo 32:43, 2Kö 9:7. Vgl. Off 16:7, 6:10.
3 Sie sangen weiter: / "Halleluja! Der Rauch von ihrem Brand steigt auf in Ewigkeit."
4 Da fielen die vierundzwanzig Ältesten und die vier Lebewesen vor Gott, der auf dem Thron sitzt, anbetend nieder und sprachen: "Amen. Halleluja!"1
- Ps 106:48.
5 Und von dem Thron ging eine Stimme aus, die sprach: / "Preist unseren Gott, ihr seine Knechte alle; preist ihn, die ihr ihn fürchtet, beide klein und groß!"1
- Ps 134:1, 115:13.
6 Dann hörte ich, wie eine große Schar gleich Meeresrauschen und starkem Donnerrollen1 also sang: / Halleluja! Der Herr hat nun die Herrschaft angetreten, er, unser Gott, der Allgewaltige.2
- Vgl. 14,2.
- Ps 93:1, 97:1.
7 Laßt freudig uns frohlocken und ihm die Ehre geben! Denn des Lammes Hochzeit1 ist gekommen, und sein Weib2 hat sich bereitet.
- Die Vereinigung der vollendeten Kirche mit Christus.
- Seine Kirche. 2Kor 11:2
8 Sie hat sich kleiden dürfen in glänzend reine Leinwand. Die Leinwand ist der Heiligen Gerechtigkeit."1
- Jes 61:10.
9 Und er1 sprach zu mir: "Schreibe: 'Selig alle, die zu des Lammes Hochzeitsmahl geladen sind'!" Dann fuhr er fort: "Dies2 sind wahrhaftig Gottes Worte."
- Der 17,1 erwähnte Engel.
- Alles, was der Engel von 17,1 an zu Johannes geredet hat.
10 Da fiel ich ihm zu Füßen, um ihn anzubeten.1 Er aber sprach zu mir: "Tu das nicht! Ich bin (ja nur) dein Mitknecht und (der Mitknecht) deiner Brüder, die das Jesuszeugnis treu bewahren. Bete Gott an!" / Das Jesuszeugnis ist der Geist der Weissagung.2
- Meint Johannes, der Herr selbst, den er vorher (1,12-18) in himmlischer Herrlichkeit gesehen, trete ihm nun in Engelsgestalt entgegen? Oder heißt das griechische Wort proskynein (anbeten) an unserer Stelle — was nach dem Sprachgebrauch sehr wohl möglich ist — soviel wie: Ehrfurcht erweisen? Der Engel lehnt alle Ehrenbezeigungen ab, weil er nicht über Johannes steht, sondern ebenso wie er ein Knecht und Diener Gottes ist, dem allein alle Ehre und Anbetung gebührt.
- Joh 15:26.
11 Darauf sah ich den Himmel offen, und es erschien ein weißes Roß.1 Sein Reiter heißt "Treu und Wahrhaftig"; er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.2
- Vgl. 6,2.
- Ps 96:13, Jes 11:4-5.
12 Seine Augen leuchteten wie Feuerflammen.1 Auf seinem Haupt trug er viele Königskronen. Ein Name war ihm angeschrieben,2 den niemand kennt als er allein.3
- Da 10:6.
- Vielleicht auf einer seiner Kronen.
- Johannes hat diesen Namen also gesehen, aber nicht lesen können. Demnach handelt es sich hier nicht um den Namen "Gottes Wort," von dem Johannes nur bemerkt, daß ihn Christus in der Gemeinde empfangen hat (V13). Ebensowenig kann der Name in V16 gemeint sein; sondern wir müssen hier an einen besonderen geheimnisvollen Namen denken, der nur Christus, aber nicht seiner Gemeinde bekannt ist.
13 Das Oberkleid, das ihn umhüllte, war in Blut getaucht.1 Sein Name ist "Gottes Wort".2
- Jes 63:1-2.
- Joh 1:1, 1Jo 1:1. Er offenbart nicht nur Gottes Liebe gegen die Sünder, sondern auch Gottes Zorn als Richter über die Sünde und Ungerechtigkeit der Menschen.
14 Die Himmelsheere, angetan mit weißer reiner Leinwand, folgten ihm auf weißen Rossen.
15 Aus seinem Mund geht hervor ein scharfes Schwert, womit er niederschlagen soll die Völker.1 Er wird sie mit eisernem Stab weiden,2 und er tritt die Kelter des Glutweins des Zornes Gottes, des Allgewaltigen.3
- Jes 11:4.
- Vgl. 2,27; 12,5.
- Vgl. 14,10.19.
16 Auf seinem Oberkleid, und zwar an seiner Hüfte,1 trägt er geschrieben diesen Namen: König der Könige und Herr der Herren.2
- Also wohl am Gürtel.
- 5Mo 10:17, Da 2:47.
17 Und ich sah einen Engel stehen im vollen Sonnenglanz,1 der rief mit lauter Stimme allen Vögeln zu, die hoch oben am Himmel flogen: "Eilt herbei und sammelt euch zu dem großen Mahl, das euch Gott bereitet!
- Wörtlich: "in der Sonne".
18 Ihr sollt verzehren das Fleisch der Könige, das Fleisch der Feldobersten und das Fleisch der starken Helden, das Fleisch der Rosse und der Reiter, das Fleisch von Leuten aller Art: von Freien und Leibeigenen, von Kleinen und von Großen."1
- Hes 39:4,17-20; vgl. 6,15.
19 Dann sah ich das Tier und die Könige der Erde.1 Sie hatten ihre Heere versammelt, um mit dem Reiter auf dem Roß und mit seinem Heer Krieg zu führen.2
- Ps 2:2.
- Wie schon 16,14.16 angekündigt wird.
20 Doch das Tier ward gefangen und mit ihm der falsche Prophet, der vor seinen Augen die Wunder getan, wodurch er die verführte, die des Tieres Zeichen trugen und sein Bild anbeteten. Lebendig wurden beide in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt.1
- Jes 30:33, Da 7:11,26.
21 Die anderen aber fielen durch das Schwert, das aus dem Mund dessen ging, der auf dem Roß saß; und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch.
Chapter 20
1 Dann sah ich einen Engel aus dem Himmel niedersteigen,1 der hielt den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand.
- Vgl. 18,1.
2 Er griff den Drachen, die alte Schlange, den Teufel, den Satan,1 band ihn für tausend Jahre
- Vgl. 12,9.
3 und warf ihn in den Abgrund.1 Dann verschloß er über ihm2 den Eingang und legte ein Siegel darauf,3 damit er bis zu dem Ablauf der tausend Jahre die Völker nicht mehr verführe. Nach dieser Zeit4 muß er5 (noch einmal) für eine kleine Weile losgelassen werden.
- Jes 24:22.
- Dem Teufel.
- Um den Verschluß zu sichern und ein Entweichen des Teufels unmöglich zu machen.
- Nach den 1000 Jahren.
- Nach Gottes Ratschluß.
4 Und ich sah Throne. Darauf setzten sie1 sich nieder, und sie empfingen Vollmacht, das Gericht zu halten. / Auch sah ich die Seelen2 derer, die enthauptet waren, weil sie von Jesus Zeugnis abgelegt und Gottes Wort verkündigt,3 sowie die Seelen jener, die das Tier und sein Bild nicht angebetet noch das Zeichen auf ihre Stirn und ihre Hand genommen hatten.4 Sie (alle) wurden wieder lebendig und herrschten tausend Jahre lang als Könige mit Christus.5
- Wer? wird nicht gesagt; doch vgl. außer Da 7:9,22 auch noch Mt 19:28, Lu 22:29-30, Off 4:4, 1Kor 6:2.
- Seelen ist hier soviel wie Personen. Apg 2:41, 27:37, 1Pe 3:20
- Vgl. 6,9.
- Und die deshalb nach 13,15 den Märtyrertod erlitten hatten.
- Da 7:27.
5 - Die anderen Toten aber wurden erst nach Ablauf der tausend Jahre wieder lebendig. Dies ist die erste Auferstehung.1
- Diese "erste Auferstehung" geistlich zu deuten und sie von dem geistlichen Leben der Gerechtigkeit zu verstehen, ist unmöglich. Denn da die Märtyrer (V4) dies Leben nicht verloren haben, so können sie es auch nicht wiedererlangen. Ferner ist es doch zweifellos, daß "die anderen Toten," die erst nach Ablauf der tausend Jahre wieder lebendig werden (εζησαν, V5.12ff.), zu einer leiblichen Auferstehung kommen. Zu einem geistlichen Leben der Gerechtigkeit gelangen viele von ihnen überhaupt nicht, da sie dem zweiten Tod verfallen (V14). Die Worte "sie wurden wieder lebendig" (εζησαν) müssen also beide Male (in V4b und 5a) denselben Sinn haben: sie wurden leiblich wieder lebendig. Zur ersten Auferstehung gelangen übrigens nicht nur die Märtyrer der antichristlichen Zeit, die V4a nur besonders erwähnt werden, weil sie ein besonders wichtiger Zeugenkreis sind. Sondern alle im Glauben an Christus Entschlafenen 1Th 4:16, 1Kor 15:23 sollen zur ersten Auferstehung kommen. Die ganze alte Kirche hat die Hoffnung auf die erste Auferstehung und Jesu tausendjähriges Friedensreich festgehalten. Im 17. Artikel der Augsburgischen Konfession wird auch nicht die Hoffnung, sondern nur die unbiblische Erwartung der Schwärmer mit Recht verworfen (vgl. W. Volck, Der Chiliasmus, Dorpat 1869, S.176).
6 Selig und heilig ist, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über sie hat der zweite Tod keine Gewalt, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm in den tausend Jahren als Könige herrschen.
7 Wenn aber die tausend Jahre zu Ende sind, so wird der Satan aus seinem Gefängnis losgelassen werden.
8 Dann geht er aus, um die Völker Gog und Magog,1 die an den vier Enden der Erde2 wohnen, zu verführen und sie so zahlreich wie Sand am Meer zum Kampf zu versammeln.
- Gog und Magog sind hier sinnbildliche Namen uns unbekannter Völker, während nach Hes 38:2, 39:1 "Gog im Land Magog" der Fürst von Ros, Mesech und Tubal ist. Bei Hesekiel (38,2-39,16) erscheint Gog als der Anführer eines großen heidnischen Heeres, das gegen Israel anstürmt, aber von Gott vernichtet wird.
- Hes 7:2, Jes 11:12.
9 Sie zogen hinauf1 über die Erde, so weit sie ist,2 und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt.3 Da fiel Feuer vom Himmel und verzehrte sie.4
- Johannes schaut hier die Zukunft schon als vollendet.
- Hab 1:6.
- Jerusalem. Ps 78:68, 87:2.
- Hes 38:22, 39:6, Sac 12:9.
10 Und ihr Verführer, der Teufel, ward in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo auch das Tier und der falsche Prophet sind, und sie sollen Tag und Nacht gequält werden bis in alle Ewigkeit.
11 Dann sah ich einen großen, glänzenden Thron und den, der darauf saß. Vor dessen Antlitz flohen die Erde1 und der Himmel, und keine Stätte fand sich mehr für sie.2
- Ps 114:3.
- Da 2:35.
12 Ich sah die Toten, groß und klein, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden aufgeschlagen.1 Auch ein anderes Buch, das Buch des Lebens,2 ward geöffnet. Und die Toten wurden gerichtet nach ihren Werken,3 so wie es in diesen Büchern aufgezeichnet war.
- Da 7:10.
- Ps 69:29, Php 4:3.
- Ps 28:4, 62:12, Rö 2:6, 2Kor 5:10.
13 Das Meer gab die Toten zurück, die es barg; auch der Tod und die Unterwelt1 gaben ihre Toten heraus, und jeder ward gerichtet nach seinen Werken.
- Griechisch: Hades (1,18).
14 Dann wurden Tod und Unterwelt in den Feuersee geworfen.1 Dieser Feuersee ist der zweite Tod.
- Tod und Unterwelt oder Totenreich sind hier als persönliche Mächte gedacht.
15 Wer nicht in dem Lebensbuch verzeichnet stand,1 der wurde in den Feuersee geworfen.2
- Da 12:1.
- Mit V11-15 vgl. Mt 25:31-46.
Chapter 21
1 Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde.1 Denn der erste Himmel und die erste Erde waren nicht mehr da, und das Meer war verschwunden.
- Jes 65:17, 66:22, 2Pe 3:13.
2 Darauf sah ich die heilige Stadt, ein neues Jerusalem,1 von Gott aus dem Himmel niedersteigen,2 so herrlich wie eine für ihren Bräutigam geschmückte Braut.3
- Jes 52:1, Heb 11:10,16, 12:22, Ga 4:26.
- Vgl. 3,12;
- Jes 61:10.
3 Auch hörte ich eine laute Stimme von dem Thron her rufen: / Gottes Hütte1 ist jetzt bei den Menschen!2 Er wird bei ihnen wohnen, und sie sind sein Volk. Er selbst wird unter ihnen weilen als ihr Gott3
- Die wahrhaftige Stiftshütte.
- 2Mo 29:45, 3Mo 26:11-12, Hes 37:27.
- Sac 2:9, Hes 48:35.
4 und wird von ihren Augen alle Tränen wischen. Es wird kein Tod mehr sein, kein Trauern, keine Klage und kein Leid. Denn was einst war, ist nun vergangen."1
- Jes 25:8, 35:10, 65:16-19.
5 Der auf dem Thron saß, sprach: "Ich mache jetzt alles neu."1 Dann fuhr er fort: "Schreib diese Worte nieder, denn sie sind zuverlässig und wahrhaftig!"
- Jes 43:19. 2Kor 5:17
6 Weiter sprach er zu mir: "Es ist geschehen!1 Ich bin das A und das O,2 der Anfang und das Ende. Umsonst will ich dem Durstigen zu trinken geben von dem Quell des Lebenswassers.3
- Es ist alles neu geworden. Ich lese γεγοναν.
- Vgl. 1,8.
- Jes 55:1.
7 Wer siegt, soll dies ererben: ich will sein Gott sein, und er soll mein Sohn sein.1
- 2Sa 7:14, Ps 89:27, Sac 8:8.
8 Die Verzagten1 aber, die Ungläubigen, die Unreinen, die Mörder, die Unzüchtigen, die Zauberer, die Götzendiener und alle Lügner — die sollen ihre Stätte finden in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt. Das ist der zweite Tod."
- Oder die Feiglinge, der Gegensatz zum Sieger, vgl. 2Ti 1:7.
9 Da kam einer von den sieben Engeln, die vorher die sieben Schalen mit den letzten sieben Plagen hatten,1 und sprach zu mir: "Komm, ich will dir die Braut, das Weib des Lammes2 zeigen!"
- Vgl. 15,1.6.7; 17,1.
- Vgl. 19,7.
10 Im Geist führte er mich nun auf einen großen, hohen Berg1 und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott aus dem Himmel herabstieg,
- Hes 40:2. Mt 4:8
11 erfüllt mit Gottes Herrlichkeit.1 Ihr Glanz strahlte wie köstlicher Edelstein, wie durchsichtiger Jaspis.2
- Jes 60:1, Hes 43:2.
- Vgl. 4,3.
12 Sie hatte eine große, hohe Mauer mit zwölf Toren. An den Toren1 standen zwölf Engel,2 und (in den Toren) waren Namen eingegraben: die Namen der zwölf Stämme der Kinder Israel.
- Oder: "auf den Toren".
- Als Wächter? Jes 62:6
13 Drei Tore lagen nach Osten, drei nach Norden, drei nach Süden und drei nach Westen.1
- Hes 48:31-34.
14 Die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine;1 darauf standen zwölf Namen: die Namen der zwölf Apostel des Lammes.
- Heb 11:10, Eph 2:20.
15 Der Engel, der mit mir redete, hatte ein goldenes Meßrohr,1 um die Stadt, ihre Tore und ihre Mauer damit zu messen.
- Hes 40:3; vgl. 11,1.
16 Die Stadt bildete ein Viereck, und ihre Länge war so groß wie ihre Breite.1 Er maß die Stadt mit seinem Rohr: das Ergebnis war dreihundert Meilen.2 Die Länge, die Breite und die Höhe der Stadt waren gleich.3
- Vgl. Hes 48:16-17.
- Statt: "das Ergebnis war 300 Meilen" heißt es wörtlich: "auf 12000 Stadien;" so groß scheint aber nicht der ganze Umfang der Stadt, sondern jede ihrer vier Seiten gewesen zu sein. 1 Stadion = 185 m (vgl. 14,20); 12000 Stadien sind also 2220 km oder etwa 300 Meilen. War jede Seite so lang, dann betrug der Umfang des ganzen Quadrats etwa 4 x 300 = 1200 Meilen.
- Die Stadt bildete also einen Würfel.
17 Dann maß er ihre Mauer: das Ergebnis war hundertvierundvierzig Ellen,1 und zwar gemessen nach Menschenmaß, das auch das Maß des Engels war.2
- Es ist nicht klar, ob dies die Höhe oder die Breite der Mauer ist. 1 Elle ist etwa 0,50 m.
- D.h.: der Engel rechnete hier nach gewöhnlichem menschlichem Maß.
18 Die Mauer war ganz aus Jaspis und die Stadt selbst aus lauterem Gold, das durchsichtig war wie reines Glas.
19 Die Grundsteine der Stadtmauer waren mit allerlei köstlichen Edelsteinen geziert.1 Der erste Grundstein war aus Jaspis, der zweite aus Saphir, der dritte aus Chalzedon, der vierte aus Smaragd,
- Jes 54:11-12.
20 der fünfte aus Sardonyx, der sechste aus Sarder, der siebente aus Chrysolith, der achte aus Beryll, der neunte aus Topas, der zehnte aus Chrysopras, der elfte aus Hyazinth, der zwölfte aus Amethyst.1
- 2Mo 28:15-21.
21 Die zwölf Tore waren zwölf Perlen; jedes Tor bestand aus einer einzigen Perle. Der Marktplatz der Stadt war aus lauterem Gold (und glänzte) wie Spiegelglas.
22 Ich sah keinen Tempel in der Stadt; denn Gott der Herr, der Allgewaltige, ist ihr Tempel und das Lamm.
23 Die Stadt braucht nicht Sonnenlicht, nicht Mondlicht;1 denn die Herrlichkeit Gottes strahlt in ihr,2 und ihre Leuchte ist das Lamm.3
- Jes 24:23, 60:19.
- Jes 60:1.
- Joh 8:12, 9:5.
24 In ihrem Licht1 werden die Völker wandeln, und die Könige der Erde werden ihr die herrlichsten Geschenke bringen.2
- In dem Licht der himmlischen Stadt.
- Jes 60:3,5-7, 49:23, Ps 72:10, 89:28.
25 Tagsüber — denn Nacht wird's dort nicht geben — sollen ihre Tore nie geschlossen werden,
26 so daß man fort und fort die kostbaren Schätze der Völker in ihre Mauern bringen kann.1
- Jes 60:11.
27 Doch nie darf in sie eingehen irgend etwas Unreines,1 besonders keiner, der Greuel2 übt und Lügen redet. Nur solche finden Einlaß, die in des Lammes Lebensbuch verzeichnet sind.
- Jes 52:1, Hes 44:9.
- Wörtlich: mit dem Götzendienst verbundene Greuel.
Chapter 22
1 Dann zeigte mir der Engel einen Strom von Lebenswasser, klar wie Kristall,1 der von dem Thron Gottes und des Lammes ausging.
- 1Mo 2:10, Hes 47:1, Sac 14:8.
2 Zwischen dem Marktplatz der Stadt und dem Strom standen auf beiden Seiten1 Lebensbäume,2 die (jährlich) zwölf Arten Früchte brachten, jeden Monat ihre besondere Frucht; und die Blätter der Bäume dienten als Arznei für die Völker.3
- Also wohl zwei Reihen.
- 1Mo 2:9, 3:22,24.
- Hes 47:12.
3 Dort wird es nichts mehr geben, was unter einem Fluch steht.1 Denn Gottes und des Lammes Thron ist in der Stadt. Seine Knechte werden ihm dort anbetend dienen,
- Vgl. 1Mo 3:17. — Sac 14:11.
4 sie werden sein Antlitz schauen,1 und sein Name wird geschrieben stehen auf ihrer Stirn.2
- Ps 17:15, 42:3, Mt 5:8.
- Zum Zeichen, daß sie sein bleibendes Eigentum sind (vgl. 7,3-4; 14,1), ähnlich wie im Altertum den Sklaven der Name ihrer Herren eingebrannt wurde, um sie als deren Eigentum zu kennzeichnen.
5 Nacht wird dort nicht mehr sein.1 Man bedarf auch keiner Lampen, keines Sonnenlichtes; denn Gott der Herr wird sie mit seinem Licht bestrahlen.2 So herrschen sie als Könige in alle Ewigkeit.3
- Vgl. 21,25. Darum leidet auch der Dienst des Herrn keine Unterbrechung.
- Vgl. 21,23.
- Da 7:18,27.
6 Dann sprach er1 zu mir: "Diese Worte sind zuverlässig und wahrhaftig! Der Herr, der Gott der Geister der Propheten,2 hat seinen Engel gesandt, um seinen Knechten kundzutun, was bald geschehen soll.3
- Der Engel (vgl. 21,9).
- Der die Geister der Propheten vgl. 1Kor 14:32 durch die Eingebung seines Heiligen Geistes erleuchtet.
- Vgl. 1,1.
7 Sieh, ich komme bald!1 Selig, wer die Worte der Weissagung in diesem Buch zu Herzen nimmt!"2
- Der Engel fügt hier seiner Rede ein Wort des Herrn ein (vgl. 3,11).
- Vgl. 1,3.
8 Ich, Johannes, habe dies gehört und gesehen. Und als ich es gehört und gesehen hatte, da fiel ich dem Engel, der es mir gezeigt, zu Füßen, um ihn anzubeten.
9 Er aber sprach zu mir: "Tu das nicht! Ich bin (ja nur) dein Mitknecht und (der Mitknecht) deiner Brüder, der Propheten, und aller, die die Worte dieses Buches zu Herzen nehmen. Bete Gott an!"1
- Vgl. 19,10.
10 Dann fuhr er fort: "Versiegele nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch,1 denn die Zeit2 ist nahe!
- Vgl. 10,4. "Versiegele sie nicht," d.h. verheimliche sie nicht, sondern mache sie bekannt.
- Ihrer Erfüllung.
11 Der Übeltäter mag noch weiter übeltun, der Schuldbefleckte mag sich weiterhin beflecken.1 Der Gerechte aber übe auch fernerhin Gerechtigkeit, und der Heilige halte sich auch weiter heilig!"2
- Wollen sie sich nicht warnen lassen, so mögen sie das Maß ihrer Bosheit nur vollmachen; denn die Stunde des Gerichts wird noch früh genug für sie kommen. Für beide, die Sünder und die Frommen, ist die Frist nur noch kurz bemessen.
- Von der Welt abgesondert.
12 Sieh, ich komme bald1 und bringe meinen Lohn mit mir, um jedem zu vergelten nach seinen Werken.2
- V12-16 und V20a redet Jesus.
- Jes 40:10.
13 Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.
14 Selig sind, die ihre Kleider waschen:1 die sollen von der Frucht des Lebensbaumes essen2 und durch die Tore eingehen in die Stadt!
- Die Vulgata fügt hier noch bei: "in des Lammes Blut".
- 1Mo 2:9, 3:22.
15 Draußen aber bleiben die Hunde,1 die Zauberer, die Unzüchtigen, die Mörder, die Götzendiener und alle, die die Lüge lieben und üben.
- Die geistlich Unreinen. Php 3:2, Mt 7:6
16 Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, um euch für die Gemeinden diese Offenbarung kundzutun. Ich bin der Wurzelsproß aus Davids Stamm,1 der helle Morgenstern.2
- Jes 11:1,10; vgl. 5,5.
- Der Spender alles himmlischen Lichtes.
17 Der Geist und die Braut sprechen: "Komm!" Und wer es hört, der spreche: "Komm!" Wen da dürstet, der komme;1 und wer es begehrt, der nehme von dem Lebenswasser umsonst!2
- Joh 4:14, 7:37.
- Jes 55:1.
18 Allen, die die Worte der Weissagung in diesem Buch hören,1 erkläre ich2 feierlich: Wer diesen Worten etwas zufügt, dem wird Gott die Plagen zufügen, wovon in diesem Buch die Rede ist.3
- D.h. vorlesen hören oder auch selbst lesen und abschreiben.
- Johannes. Oder redet hier auch noch der Herr selbst?
- Spr 30:6.
19 Und wer von den Worten des Buches dieser Weissagung etwas wegnimmt,1 dem wird Gott seinen Anteil nehmen an dem Baum des Lebens und an der heiligen Stadt, die in diesem Buch beschrieben sind.
- 5Mo 4:2, 12:32.
20 Der diese Offenbarung kundtut,1 spricht: "Ja, ich komme bald!" / Amen! Komm, Herr Jesus!
- Gemeint ist Jesus.
21 Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit allen Heiligen! Amen.