Chapter 1
1 1 Paulus, (ein) Apostel von Christus (des Messias) Jesus nach (durch) dem Willen Gottes, ([schreibt]) [an] die Heiligen, die in Ephesus2 sind,3 {und} die Gläubigen (Treuen) in (durch, an) Christus Jesus45.6
- [Status: Ungeprüft]
- Die Ortsangabe„in Ephesus“ ist in einigen wenigen wichtigen Manuskripten des NT nicht enthalten (𝔓46 א* B* 6. 424c. 1739; McionT, E Origenes Basilius). Der Rest bezeugt sie durchweg. Ohne die Ortsangabe wirkt der Satz trunkiert und ergibt keinen Sinn, denn „die sind“ bliebe ohne weitere Bestimmung (vgl. BDR §413.4). Etliche Versuche, die Adresse ohne die Ortsangabe zu erklären, scheinen daran zu scheitern, dass Kirchenväter mit Griechisch als Muttersprache, wie Origenes und Basilius, denen die Ortsangabe ebenfalls unbekannt war, große Probleme mit einer richtigen Deutung hatten (Best, Eph 1:1, in: Best (Hg.), Essays in Ephesians 1997, 3f.). Auch die seit Beza vertretene Theorie ist unwahrscheinlich, wonach der Brief als Rundschreiben an mehrere Gemeinden gerichtet war, jedoch hauptsächlich Kopien des Exemplars von Ephesus überlebten. Sie scheitert an fehlender textkritischer Bezeugung anderer Exemplare, an der starken Tradition der Zuschreibung an Ephesus sowie daran, dass in den fraglichen Zeugen nicht nur der Ortsname, sondern auch „in“ fehlt (Best, Eph 1:1, in: Best (Hg.), Essays in Ephesians 1997, 10f.). Doch auch der überlieferte Text ist schwierig zu verstehen (vgl. übernächste Fußnote). Obendrein ist der Text an eine Gruppe adressiert, die dem Autor wohl nicht persönlich bekannt war (1,15; 3,2; 4,21), es fehlen auch Grüße oder andere persönliche Referenzen (vgl. Thielman 2010, 15) – obwohl Paulus nach Apg 19,10 doch über zwei Jahre in Ephesus lehrte. Eine Erklärung muss spekulativ bleiben. Die wenigsten Schwierigkeiten macht es wohl, entweder die Echtheit der Ortsangabe anzunehmen. Dann hätte ein Abschreiber den Brief universalisieren wollen (Thielman 2010, 36). Oder man geht von einer sehr frühen, womöglich absichtlichen Verstümmelung des nicht mehr bekannten Originaltexts aus (der vielleicht gar keine Ortsangabe enthielt). Wegen der einstimmigen Zuschreibung an Ephesus im Brieftitel aller Textzeugen hätten dann Abschreiber die Lücke mit der Ortsangabe gefüllt. - Alternative Übersetzungen, die den Text ohne „in Ephesus“ interpretieren, sind in der Klammer zu finden. Eine ausführliche Analyse der Adresse gibt es in Zukunft hoffentlich im Einleitungs- oder Kommentarteil.
- Auflösung eines attr. Ptz. präs. als Relativsatz.
- die Gläubigen (Treuen) in (durch, an) Christus Jesus, d.h. „in der Gemeinschaft mit Christus Jesus Stehenden“ (TWNT, ἒν, B.3.); oder: „die an Christus Jesus Glaubenden“ (Sellin, Adresse und Intention des Eph, in: Trowitzsch (Hg.), Paulus, Apostel Jesu Christi. FS Günter Klein, 177) doch dann würde man eher ἒις erwarten. „in Christus Jesus“ deutet hier auf Gemeinschaft und Zugehörigkeit (Simojoki, In Christus. Epheser 1,1-14, in Dahl (Hg.), Kurze Auslegung des Epheserbriefs, 103). Alternativ könnte sich „in Christus Jesus“ auch auf Paulus' Gruß selbst beziehen.
- Epheser 1,15
- Oder: „an die Heiligen, die in Ephesus und gläubig in Christus Jesus sind“, „die Heiligen, die auch gläubig/treu in Christus Jesus sind“, „die Heiligen, also die Gläubigen in Christus Jesus“. Der Satzbau ist schwierig, egal zu welcher Lösung man hinsichtlich der Echtheit der Ortsangabe (vgl. erste Fußnote) kommt (vgl. Best 1998, 98). Der Text teilt die Empfänger scheinbar in zwei Gruppen auf: die Heiligen (in Ephesus) sowie die Gläubigen in Christus (vgl. erste Alternative). Sellin 2008, 69f. (vgl. Hoehner 2002, 147) schlägt dagegen vor, das „und“ als explikativ zu verstehen; die zweite Gruppe wäre dann Näherbestimmung der ersten. Übersetzen könnte man das dann als Relativsatz, wie es hier geschehen ist, oder mit „also“. Da der griechische Satzbau mit beiden Objekten in jedem Fall dieselbe Gruppe bezeichnet, wurde „und“ ausgeklammert.
2 Gnade ([sei (ist)]) euch und Friede von Gott, unserem Vater, und [dem] Herrn Jesus Christus1.
- Theoretisch auch möglich: „...Gott, dem Vater von euch und von Jesus Christus“.
3 Gepriesen (gelobt) [sei] der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus,1 der uns mit dem ganzen (allem) geistlichen Segen in den himmlischen [Orten] durch (in) Christus gesegnet hat,2
- Kolosser 1,3
- Subst. Ptz. als Relativsatz aufgelöst.
4 genau wie (weil)1 er sich uns in ihm vor der Erschaffung2 der Welt erwählt (ausgesucht; in Liebe erwählt)3 hat, um {wir} heilig und fehlerlos (untadelig), in Liebe,4 vor ihm zu sein,
- Das Wort kann hier neben „wie“ auch „weil“ (so Hoehner 42006, 175) bedeuten oder leitet hier vielleicht ein Zitat unbekannten Ursprungs ein (Barth, 61981, 79).
- Das Wort, das strikt als so etwas wie „Hinwerfung“ übersetzt werden kann, bedeutet im klassischen Griechisch je nach Kontext u.a. Aussaat oder Grundsteinlegung. Im NT bezeichnet es mit Ausnahme von Hebr 11,11 die Erschaffung der Welt und steht in einem heilsgeschichtlichen Zusammenhang (Mt 13,35; 25,34; Lk 11,50; Jh 17,24; Hebr 4,3; 9,26; 1Petr 1,20; Offb 13,8; 17,8; vgl. TWNT, καταβολή).
- Vgl. nächste Fußnote bei „in Liebe“. ἐκλέγω („erwählen“), hier im Medium mit reflexiver Bedeutung, wird in der Bibel nur im Zusammenhang einer freien Entscheidung aufgrund bekannter Optionen benützt (13,11; Dtn 14,2; 30,191Sam 16,1-13; Lk 6,13), ohne Verpflichtung (Dtn 7,6-8) oder notwendigerweise vorhandene Vorzüge (Jak 2,5). Nie kommt Abneigung gegenüber dem nicht ausgewählten Subjekt oder Objekt zum Ausdruck. Die mediale Verbform drückt hier Gottes persönliches Interesse aus (Hoehner 42006, 187f.).
- „in Liebe“ steht eigentlich ganz am Ende von 4, also noch hinter „vor ihm“. Es bezieht sich entweder auf das Erwählen, auf „heilig und fehlerlos“ oder auf das Vorherbestimmen (5). Aufgrund der sehr ähnlichen Satzstellung im Kontext der gesamten Segensformel (3-14) bildet es wohl einen Nachschub zu den Eigenschaften der „vor ihm Stehenden“ (4) (Hoehner 42006, 183ff.).
5 als (indem, und, wobei, weil) er euch zur Adoption (Annahme an Sohnes (Kindes) statt; Sohnschaft) durch Christus für (zu) sich (ihn) vorherbestimmt hat aufgrund (gemäß, nach, wegen) des Wohlgefallens (freien Entschlusses) seines Willens,
6 zum Lob der Herrlichkeit (des Ruhmes) seiner Gunst (Huld, Wohlwollen), mit der er uns beglückt (gesegnet, begnadet) hat durch (in) den Geliebten.
7 In ihm (durch ihn)1 haben wir die Erlösung (Freikauf, Loskauf) durch sein Blut, die Vergebung [unserer] Vergehen (Sünden) nach dem Reichtum (Fülle) seiner Gnade,
- Relativischer Satzanschluss. Ursprünglich bilden die Verse 3-14 eine einzige Satzkette.
8 die er in1 euch überreich gemacht hat (hat überströmen lassen; reichlich gewährt hat) in aller Weisheit und Einsicht (Klugheit),
- Eigentlich εἰς, also „in... hinein“.
9 er hat uns das Geheimnis seines Willens bekannt gemacht (offenbart, mitgeteilt), nach seinem Wohlgefallen, das er in sich selbst beschlossen hat (sich vorgenommen hat)
10 zur Durchführung (Verwirklichung) [bei] der Erfüllung der Zeiten:1 alle [Dinge] (alles) in (durch) Christus zusammenzufassen2, die [Dinge] im3 Himmel und die [Dinge] auf der Erde, in ihm.
- Konstruktion mit doppeltem Genitiv, die laut NSS sinngemäß etwa auf „wenn die richtige Zeit gekommen ist“ hinausläuft. Dann etwa „dessen Ausführung/Durchführung/Verwirklichung er sich für dann vorgenommen hat, wenn die richtige Zeit gekommen ist“.
- Das bezieht sich auf den Plan, der das Geheimnis (μυστήριον) darstellt. Zur Verdeutlichung der vorangehende Doppelpunkt. Bedeutungsnuance des Verbs: „alles in/unter einer Haupteinheit zusammenfassen“.
- Wörtlich „auf (dem)“
11 In ihm (durch ihn) fiel uns auch das Los zu, als (weil) wir vorherbestimmt wurden1 nach dem Plan (Absicht, Vorsatz) dessen, der alles bewirkt2 nach der Absicht (Beschluss, Ratschluss) seines Willens,
- Temporal (kausal) aufgelöstes Ptz. conj.
- Substantiviertes Ptz.
12 damit (um) wir zum Lob1 seiner Herrlichkeit schon vorher Hoffnung haben2 durch (in) Christus.
- Epheser 1,6
- Prädikatives Ptz.
13 Durch (in) ihn (diesen)1 habt ihr auch das Wort (Aussage, Ausspruch, Rede) der Wahrheit gehört, das Evangelium (gute Nachricht, Freudenbotschaft) unserer Errettung; seit (nachdem)2 ihr an ihn glaubt (auf ihn vertraut), seid ihr versiegelt worden [mit] dem verheißenen Heiligen Geist3,
- Epheser 1,11
- Ingressiver Aorist, temporal.
- Wörtlich „Heiligen Geist der Verheißung“. Ein solcher Gen. qualitatis bedeutet dasselbe wie ein deutsches attributives Adjektiv.
14 der die Anzahlung unseres Erbes ist, [bis] zur Erlösung [seines] Eigentums (Besitzes, Erwerbs, Gewinns), zum Lob seiner Herrlichkeit (Ehre).
15 Deshalb (Darum, Aus diesem Grund) – weil (seit, nachdem) auch (sogar) ich von eurem1 Glauben im (an den) Herrn Jesus2 und eurer Liebe für alle Heiligen gehört habe3 –
- Eigtl. καθ᾽ ὑμᾶς, hier als Entsprechung des Gen. poss. (s.a. KG §289).
- Vgl. Fußnote c zu V. 1.
- Kausal (temporal) aufgelöstes Ptz.
16 höre ich nicht auf, für euch zu danken1, wenn ich bei meinen Gebeten [an euch (daran)] denke2 (mich erinnere),3
- Präd. Ptz. (s.a. KG §435). Übersetzungsvorschlag NSS: „ich danke unaufhörlich“
- Von παύομαι („aufhören“) abhängiger Gen. abs., wohl temp./gleichzeitig (iterativ?) zu verstehen (Ptz. Präs. Med. Gen. Sg. M.). Auf diese Gebete beziehen sich die Wünsche der folgenden beiden Verse.
- Kolosser 1,3; 1 Thessalonicher 1,2
17 damit (dass)1 der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit (des Glanzes)2, euch [den (einen)] Geist3 [der] Weisheit und [der] Offenbarung (Enthüllung) bei (in)4 der Erkenntnis seiner selbst5 gibt,
- Obwohl im vorigen Vers noch von einem Dankgebet die Rede ist, zeigt die Konjunktion ἵνα an, dass der Verfasser in 17-19 seine Gebetsanliegen für die Adressaten auflistet.
- Wohl Gen. qual.: ~„der glänzende/herrliche/ruhmreiche Vater“ (NSS)
- Die Bedeutung des Worts unklar: Geht es um den Heiligen Geist oder „einen Geist“ als eine Art geistige Fähigkeit? Sogar eine adjektivische Deutung wäre möglich: „geistliche Weisheit und Offenbarung“
- S. B/A ἐν II.3 (NSS).
- Wohl Gen. obi. (NSS) – Sinn der Konstruktion wäre dann etwa: „beim Prozess der Erkenntnis Gottes“
18 [zudem] erleuchtete1 Augen eurer Herzen, sodass ihr wisst, von welcher Art (welches, was) die Hoffnung seiner Berufung (Einladung) ist,2 von welcher Art (welches, was) der Reichtum (die Fülle) der Herrlichkeit (Majestät) seines Erbes unter (in) den Heiligen [ist],
- Attributives Ptz. Pf. Pass. Akk. Pl. M., bezieht sich auf δώῃ („gibt“ V. 17, daher die Verdeutlichung [zudem]). NSS sieht einen doppelten Akkusativ: „Er gebe euch Herzensaugen als erleuchtete = er gebe/mache, dass eure Herzensaugen erleuchtet sind.“ Etwas freier ist die Auflösung: Er gebe „euren Herzen erleuchtete Augen“ (so Menge).
- Also sinngemäß „zu welcher Hoffnung er euch berufen hat“ (NSS).
19 und wie sich seine1 überragend große Macht2 in uns, den Gläubigen3 gemäß seines übernatürlichen Eingreifens4 in Kraft und Stärke [auswirkt]5[auswirkt].
- Wörtlich: und was die
- Genitiv aufgelöst, wörtlich: die überragende Größe seiner Macht.
- Partizip umgewandelt, wörtlich: die glauben.
- Oder: gemäß seiner Wirksamkeit.
- Genitivus epexegeticus aufgelöst, wörtlich: gemäß des übernatürlichen Eingreifens (oder: gemäß der Wirkung) der Kraft seiner Stärke.
20 Diese(s übernatürliche Eingreifen) wirkte in dem Christus, und [so] hat er ihn von den Toten auferweckt und ihn zu seiner Rechten im Himmel1 gesetzt,
- Wörtlich: in den himmlischen (Welten).
21 [und er thront] über jeder Führung und Macht und Kraft und Herrschaft und [über] jedem Namen, den es gibt1 [gesetzt],[und das gilt] nicht nur für dieses, sondern auch für das kommende Zeitalter.
- Wörtlich: der genannt ist.
22 Und er [,Gott]hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn der Gemeinde als Haupt über alles gegeben.
23 Diese [Gemeinde] ist1 sein Körper2, [sie ist] die Fülle desjenigen, der alles in allem ausfüllt.
- Wörtlich: Welche ist.
- Oder: Leib.
Chapter 2
1 1 Auch (Und) wir waren aufgrund unserer Vergehen und Sünden tot,
- [Status: Ungeprüft]
2 die wir früher begangen1 hatten. [Wir lebten] nach den Regeln dieser Welt, nach den Regeln dessen, der über das Luftreich herrscht2, das ist der Geist3, der nun in den Ungehorsamen am Werke ist.
- wörtlich: in denen wir früher wandelten
- = Satan oder Beliar, Strack-Billerbeck verweist auf Test Benj 3 und Philo; so auch vorgeschlagen bei Louw-Nida
- wörtlich: des Geistes; Gen. epexegeticus wurde aufgelöst
3 Darin habt auch ihr gelebt, als ihr eurem natürlichen Verlangen nachgabt und den Wünschen und Gedanken [dieses Verlangens] Folge leistetet. Wir waren von Natur aus dem Zorn [Gottes] verfallen, wie die übrigen [nicht erlösten Menschen] auch.
4 Aber Gott ist reich an Erbarmen. Wegen seiner großen Liebe zu uns hat er uns,1
- wörtlich: wegen seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat
5 obwohl wir aufgrund der Vergehen tot waren, zusammen mit Christus lebendig gemacht - ihr seid aus Gnade gerettet -
6 und [er hat] uns mit Christus Jesus zusammen auferweckt und in die himmlischen [Welten] versetzt.
7 Damit beweist er den kommenden Zeitaltern den überaus großen Reichtum seiner Gnade:1 indem er sich an uns durch Christus Jesus gütig zeigte.
- wörtlich: , damit er den überaus großen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns in Christus Jesus beweist
8 Denn ihr seid aus Gnade gerettet worden aufgrund des Glaubens. Und dies [geschah] nicht aus eurer eigenen Kraft1 heraus, es ist die Gabe Gottes.
- wörtlich: Und dieses nicht aus euch
9 [Es geschah] nicht aufgrund der [vermeintlich guten] Werke (Nicht aus Werken), damit niemand sich [der Rettung wegen selbst] rühme.
10 Denn wir sind sein Werk1, [und wir sind] durch Christus Jesus zum Zweck guter Werke geschaffen worden2, die Gott vorbereitet hat, damit wir in ihnen leben.
- Werk und Werke sind im Grundtext verschiedene Begriffe. Werk geht evtl. auf Ps 142,5 LXX zurück (das Werk deiner Hände), im NT sonst nur in Röm 1,20 verwendet, für Werke steht ἔργον bzw. ἔργοις (derselbe Begriff wie in Vers 9)
- Die Formulierung "geschaffen durch Christus Jesus" deutet darauf hin, dass hier nicht von der Schöpfung in Gen 1 die Rede ist, sondern von Gottes Neu-Schöpfung in der Wiedergeburt/Bekehrung (vgl. Lincoln 1990, S. 114)
11 Deshalb erinnert euch [stets1] daran, dass ihr früher zu den Menschen [gerechnet wurdet], die ihrem natürlichen Verlangen nachgeben2- von denen, die sich „Beschneidung“, nennen, [es handelt sich hier um] eine Beschneidung von Menschenhand, wurdet ihr „Vorhaut“ genannt -
- „stets“ trägt dem linearen Aspekt des Präsensstamms Rechnung.
- Wörtl.: „die (Heiden)Völker im Fleisch“
12 denn zu jener Zeit lebtet ihr ohne Christus, [ihr wart] aus dem Bürgerrecht Israels ausgeschlossen, und [in Bezug auf die] Bundesschlüsse, das heißt in Bezug auf die Verheißung1 [wart ihr] Fremde, die keine Hoffnung hatten, Gottlose in der Welt.
- Gen. epexegeticus aufgelöst, wörtl.: Feinde der Bundesschlüsse der Verheißung.
13 Jetzt allerdings, in Christus Jesus, wurdet ihr, die ihr früher fern [wart], durch das Blut des Christus [in die] Nähe [Gottes gerückt]1.
- Im Grundtext stehen „fern“ und „nah“ ohne Verb.
14 Denn ''er'' bedeutet für uns Frieden [mit Gott]. Er hat die beiden[, Bürger und Fremde] zu Einem gemacht hat und die Wand zerstört, die [Bürger und Fremde von einander] trennte1. [Er hat] mit seinen Leib die Feindschaft [zwischen beiden aufgehoben],
- Gen. epexegeticus aufgelöst, wörtl.: „die Trennwand des Zaunes“
15 [und] das Gesetz, [das heißt] die in Einzelsatzungen verfassten Gebote1, außer Kraft gesetzt, um die zwei in sich zu ''einem''2 neuen Menschen zu machen und Frieden zu schaffen.
- Gen. epexegeticus aufgelöst, wörtl.: „das Gesetz der Gebote in Einzelsatzungen“
- Im Grundtext steht ein Zahlwort.
16 {Und} durch das Kreuz versöhnte er die beiden in einem Leib für Gott, indem er die Feindschaft darin (in ihm)1 tötete.
- Im Grundtext steht en auto („in ihm“). Das kann sich auch auf Gott beziehen, der Bezug zum Kreuz ist m.E. naheliegender.
17 {Und} Er als er kam, verkündete euch, die ihr fern [wart], Frieden, und Frieden denen, die nahe [sind]1;
- Im Grundtext stehen „fern“ und „nah“ ohne Verb.
18 denn durch ihn[, den Christus,] haben wir, die beiden in ''einem''1 Geist [ständigen]2 Zugang zum Vater.
- Im Grundtext steht ein Zahlwort.
- „ständigen“ trägt dem linearen Aspekt des Präsensstamms Rechnung.
19 So seid ihr jetzt nicht mehr Fremde und rechtlose Ausländer (Fremde)1, sondern {ihr seid} Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.
- Ich habe mich für diese Wortwahl entschieden, um eine Doppelung (xenoi=Fremde; paroikeoi=Fremde) zu vermeiden. Außerdem habe ich weiter oben xenoi auch mit „Fremde“ wiedergegeben. Paroikia kann unter anderem „Aufenthalt als Nichtbürger an einem fremden Ort im Status der Rechtlosigkeit“, vgl. Apg 13,7 (paroikia), Ex 2,22 LXX (paroikos)
20 Ihr wurdet auf den Grund der Apostel und Propheten gebaut, und Christus Jesus ist der Eckstein [dieses Fundaments].
21 Durch ihn[, Christus,] wird der ganze Bau zusammengefügt und wächst [beständig]1 zu einem heiligen Tempel für dem Herrn.
- „beständig“ trägt dem linearen Aspekt des Präsensstamms Rechnung.
22 Durch ihn[, Christus,] werdet auch ihr durch den Geist [stetig]1 zu einer Wohnung Gottes mitgebaut.
- „stetig“ trägt dem linearen Aspekt des Präsensstamms Rechnung.
Chapter 3
1 1 Deshalb bin ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch, die (Heiden-)Völker
- [Status: Ungeprüft]
2 - vorausgesetzt, ihr habt von der Verantwortung gehört, die Gott mir aus Gnade für euch gegeben hat.
3 Denn durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis kund getan. Dies habe ich euch zuvor in wenigen [Worten/ Sätzen] geschrieben,
4 damit ihr es lest und meine Einsicht im Geheimnis des Christus verstehen könnt.
5 In früheren 1 Generationen wurde [dieses Geheimnis] den Menschen 2 nicht zu erkennen gegeben, wie es jetzt seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart wurde,
- Wörtlich: In anderen.
- Wörtlich: den Söhnen der Menschen.
6 dass [nämlich] die (Heiden-)Völker Miterben und Teil des Leibes und Teilhaber der Verheißungen sind 1 [und zwar] durch Christus Jesus durch das Evangelium.
- Wörtlich stehen hier Adjektive: miterbend und zum selben Leib gehörend und teilhabend.
7 Dem [Evangelium] diene ich 1 gemäß der Gnadengabe, die mir zuteil wurde aufgrund seines wunderbaren Wirkens 2
- Wörtlich: dem (Bezug nehmend auf 'Evangelium') ich ein Diener wurde.
- Gen. epexegeticus aufgelöst, wörtlich: des Wirkens seiner Wunder
8 Mir, dem geringsten unter allen Heiligen, wurde diese Gnade zuteil, den (Heiden-)Völkern den unbegreiflichen Reichtum der Gnade Christi als Evangelium zu verkünden 1
- Wörtlich: zu evangelisieren, oder: als frohe Botschaft weiter zu geben
9 und allen den Heilsplan, 1 das Geheimnis 2 zu beleuchten, das von Ewigkeit 3 [bei] Gott, der alles geschaffen hat, verborgen gewesen ist.
- Im Grundtext derselbe Ausdruck oikonomia wie in Vers 2 (Verwaltung)
- Gen. epexegeticus aufgelöst, wörtlich: den Heilsplan (Verantwortung, Auftrag, Haushaltsführung) des Geheimnisses.
- Wörtlich: Ewigkeiten, Äonen.
10 So 1 wird unter den Führern und Mächten, die im Himmel 2 sind die vielfältige Weisheit Gottes bekannt gemacht,
- Wörtlich: Damit; Auf dass.
- Wörtlich: in den himmlisch (Welten).
11 [und zwar] nach dem ewigen Vorsatz, 1 den er in Christus Jesus, unserem Herrn umgesetzt 2 hat.
- Wörtlich: Vorsatz der Ewigkeiten.
- Wörtlich: getan
12 In ihm [, Christus Jesus] haben wie in innere Freiheit 1 und einen Zugang im Vertrauen durch den Glauben an ihn 2.
- Wörtlich: Freimut, Offenheit, Vertrauen
- Wörtlich: durch seinen Glauben; Ich deute das als Gen. objectivus: der Glaube zu ihm hin.
13 Deshalb bitte ich [immer wieder/ ständig]1 [darum], in meinen Leiden (oder: Leiden (pl.); Drangsale) für euch nicht müde zu werde, die zu eurem Ruhm dienen2.
- Wörtlich: „immer wieder“ oder „ständig“. Die Formulierung trägt dem linearen Aspekt des Präsensstamms Rechnung.
- Wörtlich: die euer Ruhm ist. Das Relativpronomen steht im Grundtext im Sing. f., kann sich aber nur auf „Leiden“ (Dat. pl. f.) beziehen.
14 Deswegen beuge ich meine Knie1 vor dem Vater,
- Das Beugen des Knies ist eine Gebetsstellung, ein Zeichen religiöser Devotion. Im weltl. Bereich ein Zeichen des Respektes vor dem höher Stehenden.
15 von dem jedes Geschlecht1 im Himmel 2 und auf Erden seinen Namen hat 3,
- πάτρια bezeichnet die Abstammung in der Manneslinie = das Geschlecht, der Familienstamm.
- Wörtlich: in den Himmeln.
- Wörtlich: benannt wird, „seinen Namen hat“ trägt dem linearen Aspekt des Präsensstamms Rechnung.
16 dass er es euch nach seinem herrlichen Reichtum1 gebe (schenke) Kraft, zu erstarken durch seinen Geist im (für den)2 inwendigen (inneren) Menschen,
- Gen. epexegeticus aufgelöst, wörtl.: nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit.
- εἰς steht in der Koine für ἐν, BDR § 205, kann aber auch mit "für" übersetzt werden, BDR § 207, Anm. 4
17 dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, in Liebe, die1 fest verwurzelt und gegründet (fundiert) ist2,
- Ptz. coni., relativisch aufgelöst.
- Koordinierende Partizipien nach verbum finitum, indikativ. Sinn, BDR §468, Anm. 3.
18 damit ihr imstande seid, [zusammen] mit allen Heiligen zu begreifen1, was die Breite und Länge und Höhe und Tiefe [der Liebe Christi]2 ausmacht (ist),
- Infinitv als Ergänzung zum Verb, BDR § 392.
- Es legt sich nahe, hier die Liebe (Christi oder zu Christus) zu ergänzen, einen direkten Bezug dazu gibt es im Text aber nicht: Die Liebe ἀγαπή ist im Griech. Femininum, die Nomina stehen im Neutrum. Schnackenburg spricht von den „kosmischen Dimensionen“ des „göttlichen Heilsmysteriums“ (S. 154).
19 und zu erkennen, dass die Liebe Christi (die Liebe zu Christus)1 die Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit aller Fülle Gottes.
- Genitivus subiectivus oder obiectivus?
20 Dem aber, der imstande ist, Größeres zu tun als alles, was [immer] wir erbitten oder ausdenken mögen1 durch die Kraft, die in uns wirkt,
- Vgl. BW Sp. 1660.
21 dem sei Ehre in der Gemeinde (Kirche?) und in Christus Jesus für alle Geschlechter bis in alle Ewigkeit1, Amen.
- Wörtlich: der Ewigkeit der Ewigkeiten
Chapter 5
8 1 Ihr wart einst Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn; lebt als Kinder des Lichts
- [Status: Ungeprüft]
9 - denn1 die Frucht des Lichts [ist, besteht in] lauter (größte, höchste, völlige) Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit und Wahrheit -
- Parenthese
10 und erwägt, was dem Herrn gefällt,
11 und habt keinen Anteil an den fruchtlosen (unfruchtbaren) Werken der Finsternis, vielmehr {aber auch, sogar} bringt sie an den Tag.
12 Denn ihre1 heimlichen Taten auch nur zu erwähnen, ist eine Schande.
- Constructio ad sensum (= formale Inkongruenz des Pronomens ἀυτός); ὑπ᾽ἀυτῶν = von denen, die dem σκότος angehören, BDR § 282, Anm. 3.
13 Alles aber, was an den Tag kommt, wird vom Licht sichtbar gemacht,
14 denn alles Sichtbare ist Licht. Darum heißt es1 „Wach auf, Schläfer2,und steh auf3 von den Toten,und Christus wird dir leuchten (aufgehen, erscheinen)“.
- Die Herkunft des Zitats ist unbekannt.
- Partizip, wörtl.: Schlafender.
- Imperativ, die Endung -στα in der Koine statt -στῆτι.
15 Achtet (seht, beobachtet) darum (also) sorgfältig (genau) [darauf], wie ihr lebt (euer Leben führt, wandelt): Nicht wie (als) Unweise, sondern wie (als) Weise,1
- Kolosser 4,5
16 indem (wobei, und)1 ihr die Zeit nutzt (jede Gelegenheit nutzt; die Zeit kauft)2,3 denn die Tage sind böse (schlimm).
- Modales Ptc. coni.
- Wörtlich „kauft die Zeit“. Ein Idiom, das jede der beiden angegebenen Bedeutungen haben kann, wobei „die Zeit nutzen“ als Übersetzung wahrscheinlicher ist (Louw Nida 68.73, TWNT ἐξαγοράζω, C2.)
- Kolosser 4,5
17 Deshalb werdet (seid1) nicht gedankenlos (leichtsinnig, unverständig, töricht), sondern begreift (erkennt), was der Wille des Herrn [ist]!
- Vgl. Schnackenburg
18 Und betrinkt euch nicht [mit] Wein1,2 in dem (denn das ist) ein maßloser (wilder/selbstzerstörerischer) Lebensstil (Ausschweifung)3 ist, sondern werdet (lasst euch) durch (mit, im) [den] Geist4 angefüllt (erfüllt),
- Instrumentaler Dativ.
- Sprichwörter 23,31
- Traditionell: „Ausschweifung“. Wo das Wort profan einen besonders verschwenderischen, zügellosen, selbstzerstörerischen Lebensstil bezeichnet, wird es in der Bibel auch bei deutlich geringeren Anlässen verwendet (TWNT, ἀσωτία). Menge: Liederlichkeit, LUT: unordentliches Wesen, EÜ: zügellos, GNB: liederlicher Lebenswandel, HfA: ausschweifendes Leben, NGÜ: zügelloses Verhalten.
- „Durch“ wurde aus grammatischen Gründen und im Blick auf den Gesamtkontext des Epheserbriefs der Vorzug gewährt (Genaueres s. NET Eph 5,18 Fußnote 26).
19 wobei (indem, sodass, damit, während) ihr zu einander mit (in) Psalmen (Lobliedern) und Lobliedern (Lobgesängen) und geistlichen Liedern sprecht, so dass (wobei, indem, und) ihr [in] eurem Herzen dem Herrn singt und lobsingt (Psalmen singt; spielt)1,2
- Ins Deutsche allgemein als „[ein Musikinstrument] spielen“ übersetzt, was der ursprünglichen Wortbedeutung im klassischen Griechisch entspricht, scheint im NT eher der Aspekt des „Lobsingens“ und Gott Lobens im Mittelpunkt zu stehen; die ursprüngliche instrumentale Konnotation ist nur noch zweitrangig vorhanden (TWNT ψάλλω, Louw Nida 33.111).
- Der Vers ist eine modale (bzw. konsekutive) Apposition (Ptz. präs.), die an V. 18 angehängt ist, sich dort an den Imperativ anschließt und folglich beschreibt, auf welche Weise oder zu welchem Ziel diese Geisteserfüllung geschehen soll; geht bis V. 21.
20 jederzeit für alles Gott dem Vater dankt1 im Namen des unseres Herrn Jesus Christus
- Fortsetzung der Apposition aus V. 19; hier mit Komma (in V. 21 mit „und“) angeschlossen.
21 und euch einander in der Furcht [vor] Christus unterordnet,1
- S. Fußnote in V. 20. Die meisten Bibelausgaben ordnen V. 21 dem folgenden Abschnitt über die Unterstellung der Frauen zu. Das ist insofern berechtigt, als dieser kein eigenes Prädikat hat, sondern das aus diesem Vers „übernimmt“. V. 21 hängt aber syntaktisch von V. 18 ab, während der folgende Abschnitt (Vv. 22-24) eine Ausführung des hier begonnenen Unterstellungsgebots ist. Egal ob man den neuen Abschnitt mit V. 21 (mit NA27) oder mit V. 22 (mit SBLGNT) beginnen lässt – wichtig ist, dass die Abhängigkeit des Gedankengangs vom Gebot in V. 18 herausgestellt wird. Vgl. NET Eph 5,22 Fußnote 31; Runge, Discourse Grammar, S. 289, 313 (Beispiel 168); s.a. Fußnote in V. 22.
22 die Frauen den eigenen Männern wie (als) dem Herrn,1
- V. 22 hat in den besten Textzeugen kein eigenes Prädikat, ist also an V. 21 angehängt. Erst spätere Zeugen fügen ὑποτασσέσθωσαν bzw. ὑποτάσσεσθε (unterstellt euch) ein. Vgl. NET Eph 5,22 Fußnote 32, s.a. Fußnote V. 21.
23 denn [der] Mann ist [das] Haupt (der Kopf; „steht über“) der Frau, wie auch Christus [das] Haupt der Gemeinde [ist], er, [der] Retter des Körpers ([wobei] er selbst [der] Retter des Körpers [ist])1.
- Diese Apposition wird verschieden übersetzt. „Er“ (ἀυτός) ist semantisch ein Wiederaufgreifen des Subjekts „Christus“, „Retter“ Subjektsidentifikationsergänzung. „Körper“ bezieht sich vermutlich auf die Gemeinde. Menge: „er freilich ist (zugleich) der Retter seines Leibes (d.h. der Gemeinde)“; am besten vielleicht ZÜR: „er, der Retter des Leibes“.
24 So (sondern)1 wie die Gemeinde sich {dem} Christus unterordnet, so [sollen sich] auch die Frauen [ihren] Männern in allem [unterordnen].
- Griech. ἀλλά (sondern) kommt praktisch immer in Kontrasten vor und markiert semantisch die Verbesserung des vorher negativ Gesagten (Runge, Discourse Grammar, 4.3 The use of ἀλλά to correct or replace). Hier liegt aber keine Gegenüberstellung vor, sondern eine genauere Ausführung (vgl. Phil 3,7-8, wo zwei Verse mit ἀλλά eingeleitet werden), deshalb wurde in Verbindung mit „wie“ „so“ gewählt. Andere Übersetzungen: „und“ (NGÜ), „wie nun“ (SLT, GNB), „also“ (ZÜR), „dennoch“ (Menge).
25 {die} Männer, liebt [eure] Frauen, wie auch {der} Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie (um ihretwillen, an ihrer Stelle) ausgeliefert (übergeben, hingegeben, sein Leben gegeben)1 hat:2
- Dieses Wort kommt besonders häufig in der Beschreibung von Jesu Passion der Synoptiker vor, so wurde Jesus von Judas (Mk 14,10 par) ausgeliefert, vom Sanhedrin an Pilatus übergeben (Mk 15,1 par), von Pilatus an das Volk (Lk 23,25) und schließlich den Soldaten zur Hinrichtung (Mk 15,15 par) (TWNT, παραδίδωμι). Der Gedanke hier ist nun, dass Jesus sich dem freiwillig ausgesetzt, sich selbst „hingegeben“ (ältere Übersetzungen), ausgeliefert oder sein Leben gegeben hat.
- Galater 2,20
26 um (damit er) sie zu heiligen, indem (nachdem) er [sie] [mit dem] ([durch das], [im])1 Wasserbad23 durch [das] (im, mit [dem]) Wort4 reinigte (reinigt);56
- Instr. Dativ, der anzeigt, dass die Gemeinde mit dem Wasserbad gereinigt wird, nicht mit dem Wort. S.a. nächste Fußnote.
- Wörtlich: „Bad des Wassers“. Meint nach Meinung vieler Ausleger vordergründig die Taufe, dann wäre „durch das Wort“ angehängt, um zu betonen, dass die Taufe als bloßes Zeichen nicht zum Reinigen fähig ist. Das „Wasserbad“ könnte zusätzlich hintergründig auf das Ritualbad einer Braut vor der Hochzeit anspielen (Schnackenburg).
- Titus 3,5
- „Durch das Wort“ kann sich auch auf „heiligen“ beziehen.
- Aufgelöstes Ptz. Aor. Die modale Deutung ist wahrscheinlich, eine temporale oder kausale möglich; die genaue Bewertung hängt von der Deutung des „Wasserbads“ ab.
- Ezechiel 16,8
27 um so (damit er) selbst die Gemeinde [als] herrlich (wunderbar; angesehen, geehrt) vor (für) sich hinzustellen1 (sich zu präsentieren2, für sich zu schaffen/aufzustellen3), die keinen Fleck oder eine Runzel (Falte) oder etwas Derartiges (dergleichen, Ähnliches) hat,4 sondern so, dass (damit, um) sie heilig und fehlerlos (makellos, tadellos) ist.5
- So alle deutschen Übersetzungen.
- So alle englischen Übersetzungen.
- So Louw/Nida; DBL Greek.
- Auflösung eines Ptz. Präs. als Relativsatz. Auch möglich: konsekutiv/final, modal oder durch Weglassung des Verbs mit „ohne“.
- Dieser komplizierte Vers betont zwei Dinge: 1. Dass Jesus derjenige ist, der dies mit der Gemeinde tut (αὐτὸς ἑαυτῷ ~ „er selbst für sich“); 2. mit welchen Qualitäten er sie ausstattet. Der Schlüssel zum Verständnis der Teile 27b und c ist das Adjektiv „herrlich“ (ἔνδοξος). „Als“ wurde eingefügt, um deutlich zu machen, dass das Wort nicht das Verb „hinstellen“ (παρίστημι) modifiziert (also die Art und Weise der Handlung beschreibt), sondern das Ergebnis, also die Gemeinde in ihrem neuen Zustand, den der Rest des Verses beschreibt (vgl. ZÜR).
28 So sollen (müssen, sind verpflichtet) auch die Männer ihre Frauen wie (als) ihren eigenen Körper lieben.1 Wer seine Frau liebt,2 [der] liebt sich selbst.3
- Oder: „Die Männer sollen... so lieben wie ihren“, οὕτως (so) wird dann nicht zum Vergleich mit dem Vorhergehenden, sondern dem unmittelbar Folgenden interpretiert (Muddiman).
- Auflösung eines subst. Ptz. Präs.
- Levitikus 19,18
29 Denn (ja, nämlich) niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, im Gegenteil (sondern, vielmehr, aber, nein) ernährt und versorgt (pflegt) [man es], genau wie auch Christus die Gemeinde [ernährt und versorgt],1
- Die Wendung „ernähren und versorgen“ entstammt damals üblichen Eheverträgen (Witherington). Das Wortspiel drückt aus: Die Liebe zur Ehefrau ist wie die Liebe zum eigenen Körper – das solltet ihr ja schon aus euren Eheverträgen wissen, und Christus macht es mit der Gemeinde übrigens genauso.
30 weil wir Glieder (Körperteile) seines Körpers sind.1
- Viele westliche Textzeugen ergänzen ein leicht abgewandeltes LXX-Zitat aus Gen 2,23a (ἐκ τῆς σαρκὸς αὐτοῦ καὶ ἐκ τῶν ὀστέων αὐτοῦ = „von seinem Fleisch und von seinen Knochen“), das wahrscheinlich nachträglich zur Verdeutlichung eingefügt wurde (NET Eph 5,30 Fußnote 39); vgl. Menge.
31 Deshalb verlässt (lässt zurück; wird verlassen)1 ein Mann (Mensch) {den} Vater und {die} Mutter und vereint sich (tut sich zusammen) mit (zu) seiner Frau, und die beiden werden (sind; werden sein) zu einem Fleisch. 234
- Das Futur ist in diesem Vers (alle Verben) wie das zitierte hebräische Imperfekt in Gen 2,24 gnomisch zu verstehen, markiert also eine grundsätzliche Beobachtung und keine zukünftige Handlung.
- Genesis 2,24
- Der Vers ist ab „und vereint sich“ wörtlich aus der LXX zitiert, die ihrerseits dem Masoretischen Text sehr genau folgt. Davor sind die einzigen Abweichungen eine andere einleitende Konjunktion (ἀντὶ τούτου statt ἕνεκα) und das Fehlen der der Possessivpronomina.
- Markus 10,7; Matthäus 19,5
32 Dieses Geheimnis ist groß; ich aber spreche über (beziehe/deute [es] auf) Christus und über die Gemeinde.
33 Jedenfalls (doch, nun, wie dem auch sei)1 sollt auch ihr, {die} jeder einzelne [von euch],2 seine eigene Frau so lieben3 wie sich selbst, und (aber) [jede] Frau {dass} soll4 [ihren] Mann respektieren (mit Achtung begegnen, fürchten).5
- Die Übersetzung hängt von der Deutung ab – markiert πλήν einen starken Kontrast (Muddiman) oder zeigt es eine abschließende Zusammenfassung an (Bruce)? Beides ist möglich (Schnackenburg). Die Übersetzung folgt NSS (vgl. REB). Menge kombiniert: „Doch wie dem auch sei“.
- Vgl. NSS.
- Der 3. Sg. Ipv. wurde hier mithilfe des Hilfsverbs „sollen“ wiedergegeben – das wurde an den Satzanfang verlegt und in die 2. Pl. Gesetzt, damit der komplizierte Satz auf Deutsch überhaupt funktioniert. Viele Übersetzungen arbeiten stattdessen mit Hilfskonstruktionen in der Art von „Jedenfalls gilt auch für euch“ (EÜ, ZÜR, NGÜ, GNB).
- ἵνα+Konj. entspricht dem Ipv.
- Dieser Vers ist Schlussklammer des Thema ab, wie V. 21 seine Anfangsklammer war. Er bietet die Schlussfolgerung der Erklärung der gegenseitigen Unterordnung, wie sie in V. 21 begonnen wurde. Vor diesem Hintergrund ist auch das „Fürchten“ hier als Ausdruck von Respekt oder Ehrfurcht zu verstehen (Bruce).