Chapter 1
Anschrift
1 Paulus, ein Apostel, weder von Menschen [gesandt] noch durch einen Menschen [berufen], sondern durch Jesus Christus und Gott den Vater, der ihn von den Toten auferweckt hat, /
2 und alle Brüder1 mit mir. /An die Gemeinden von Galatia: /
- O „Geschwister“
3 Gnade [sei mit] euch und Frieden von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus,1
- T* „Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus“
4 der sich selbst hingegeben hat für unsere Sünden, um uns zu befreien aus dem gegenwärtigen, bösen Zeitalter1, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters,
- O „Welt“ (Gr. aiōn)
5 dem die Herrlichkeit [gebührt] ‹für immer und ewig›1! Amen2.
- W „bis in die Zeitalter der Zeitalter“
- „Amen“ (aram.) bekräftigt das zuvor Gesagte
Keine andere „gute Nachricht“
6 Ich staune, dass ihr euch so schnell abwendet von dem, der euch berufen hat durch die Gnade des Christus, hin zu einer anderen „guten Nachricht“,
7 die keine Alternative1 ist; allerdings gibt es einige, die euch verunsichern und die gute Nachricht von Christus verdrehen wollen.
- W „andere“
8 Doch selbst wenn wir oder ein Engel aus dem Himmel euch eine „gute Nachricht“ verkünden entgegen derjenigen, die wir euch verkündet haben – er sei verflucht!
9 Wie wir zuvor gesagt haben und ich jetzt noch mal sage: Wenn euch jemand eine „gute Nachricht“ verkündet entgegen derjenigen, die ihr empfangen habt – er sei verflucht!
10 Appelliere ich denn jetzt an Menschen oder an Gott? Oder versuche ich, Menschen zu gefallen? Wenn ich weiterhin Menschen gefallen wollte, dann wäre ich nicht Christi Knecht.
Paulus’ Werdegang als Apostel
11 Ich lasse euch nämlich wissen, Geschwister1, dass die von mir verkündete gute Nachricht nicht ‹menschlicher Natur›2 ist,
- O „Brüder“
- W „gemäß einem Menschen“
12 denn auch ich habe sie nicht von einem Menschen angenommen oder gelehrt bekommen, sondern durch eine Offenbarung von Jesus Christus.
13 Ihr habt nämlich von meinem Verhalten damals im Judentum gehört, dass ich die Gemeinde Gottes rigoros1 verfolgt habe und sie ausrotten wollte;
- W „nach Übermaß“
14 und [dass] ich im Judentum [weiter] vorankam als viele Gleichaltrige in meinem Volksstamm, denn ich war häufig ein Verfechter der Traditionen1 meiner Vorfahren.
- Gemeint sind die Vorschriften und Riten, die über das mosaische Gesetz hinaus das Leben eines gottesfürchtigen Juden regeln sollten
15 Aber als der Gott, der mich von meiner Geburt1 an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, Gefallen hatte,
- W „Schoß meiner Mutter“
16 mir1 seinen Sohn zu offenbaren, damit ich ihn verkünde unter den Heiden, konsultierte ich nicht sofort Fleisch und Blut,
- W „in mir“
17 noch ging ich hinauf nach Jerusalem zu denen, die vor mir Apostel [geworden waren], sondern ich ging fort nach Arabia und kehrte wieder zurück nach Damaskus.
18 Dann, nach drei Jahren, ging ich hinauf nach Jerusalem, um Kephas1 kennenzulernen, und ich blieb fünfzehn Tage bei ihm,
- Die aram. Form von Simons Beinamen „Petrus“ (Fels); so auch Gal 2,9.11.14
19 aber ich sah keinen anderen von den Aposteln außer Jakobus, den Bruder des Herrn.
20 (Und was ich euch schreibe, siehe!, [ich bestätige] vor Gott, dass ich nicht lüge.)
21 Dann ging ich in die Gebiete von Syria und Kilikia;
22 ich war aber den Gemeinden Judäas, die in Christus [sind], nicht persönlich1 bekannt,
- W „mit dem Angesicht“
23 und sie hörten nur: „Der uns früher verfolgte, verkündet jetzt den Glauben, den er früher ausrotten wollte“;
24 und meinetwegen1 verherrlichten sie Gott.
- W „in mir“
Chapter 2
Paulus’ Anerkennung als Apostel
1 Dann, vierzehn Jahre später, stieg ich mit Barnabas erneut hinauf nach Jerusalem, wobei ich auch Titus mitnahm.
2 Ich stieg aber hinauf anlässlich einer Offenbarung; und ich legte ihnen die gute Nachricht vor, die ich unter den Heiden predige, aber gesondert den angesehenen [Aposteln], damit ich nicht irgendwie ins Leere laufe oder gelaufen bin.
3 Doch nicht einmal Titus, der zusammen mit mir [reiste], wurde genötigt, sich beschneiden zu lassen, obwohl er Grieche ist.
4 Aber wegen der heimlich eingeschleusten, falschen Brüder, welche sich eingeschlichen hatten, um unsere Freiheit auszuspionieren, die wir in Christus Jesus haben, damit sie uns versklaven würden –
5 ihnen haben wir auch nicht für einen Moment1 durch Unterordnung nachgegeben, damit die Wahrheit der guten Nachricht bei euch erhalten bleibt.
- W „Stunde“
6 Aber von denen, die dafür angesehen werden, etwas zu sein (was1 sie früher waren, macht keinen Unterschied für mich – Gott ‹ergreift nicht Partei›2) … die angesehenen [Apostel] haben mir nämlich nichts auferlegt,
- W „welchert Art“
- W „nimmt nicht das Angesicht eines Menschen“
7 sondern im Gegenteil: Weil sie sahen, dass mir die gute Nachricht des Unbeschnittenseins genauso anvertraut ist wie Petrus die der Beschneidung
8 (denn derjenige, der durch Petrus für das Apostelamt der Beschneidung wirkte, wirkte auch durch mich für die Heiden),
9 und weil sie die Gnade erkannten, die mir gegeben worden war, gaben Jakobus und Kephas und Johannes (die dafür angesehen werden, Säulen zu sein) mir und Barnabas die rechte [Hand] der Gemeinschaft, damit wir zu den Heiden und sie zur Beschneidung1 [gehen würden] …
- Gemeint ist die jüdisch-stämmige Bevölkerung (vgl. V. 12)
10 nur1, dass wir an die Armen denken sollen – genau das, was ich mich auch beeilte zu tun.
- Setzt den Gedanken von V. 6 fort: „sie haben mir nichts auferlegt ... nur“
Konfrontation mit Petrus in Antiochia
11 Aber als Kephas nach Antiochia kam, widerstand ich ihm von Angesicht zu Angesicht, weil er überführt worden war.
12 Denn bevor gewisse1 [Leute] von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden, aber als sie kamen, machte er einen Rückzieher und distanzierte sich, weil er die [Leute] von der Beschneidung2 fürchtete.
- O „einige“
- Gemeint sind diejenigen, die auf einer Beschneidung der Heidenchristen bestanden (vgl. Apg 2,9)
13 Und zusammen mit ihm heuchelten auch die übrigen Judäer, sodass selbst Barnabas von ihrer Heuchelei mitgerissen wurde.
14 Doch als ich sah, dass sie nicht aufrichtig mit der Wahrheit der guten Nachricht umgingen, sagte ich vor allen zu Kephas: „Wenn du, obwohl du ein Judäer bist, heidnisch und nicht jüdisch lebst, mit welchem Recht nötigst du dann die Heiden, wie Judäer zu leben?“
Gerechtfertigt durch Glauben an Christus
15 Wir [sind] von Natur aus Judäer und nicht Sünder aus den Heiden;
16 aber da wir wissen, dass ein Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern nur durch Glauben an Jesus Christus1, so sind auch wir an Christus Jesus gläubig geworden, sodass wir aus Glauben an Christus und nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wurden, denn nicht aus Werken des Gesetzes wird jemand2 gerechtfertigt werden.
- O „durch die Treue von Jesus Christus“; so auch später
- W „alles Fleisch“
17 Aber wenn auch wir selbst als Sünder entlarvt werden, während wir versuchen, in Christus gerechtfertigt zu werden, [ist] dann Christus ein Diener der Sünde? Keineswegs1!
- W „es möge nicht sein/geschehen!“
18 Denn wenn ich das, was ich abgerissen habe, wieder aufbaue, dann erweise ich mich selbst als Übertreter.
19 Ich bin nämlich durch das Gesetz für das Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe. Ich bin zusammen mit Christus gekreuzigt;
20 nun lebe nicht länger ich, sondern Christus lebt in mir, und was ich jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes1, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.
- O „durch (die) Treue des Sohnes Gottes“
21 Ich lehne die Gnade Gottes nicht ab, denn wenn Gerechtigkeit durch das Gesetz [erlangt werden könnte], dann wäre ja Christus vergeblich gestorben.
Chapter 3
Glaube oder Werke des Gesetzes?
1 Oh ihr begriffsstutzigen Galater! Wer hat euch verhext, denen Jesus Christus als Gekreuzigter vor Augen gemalt wurde?
2 Nur dies will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist aus den Werken des Gesetzes erhalten oder aus dem Hören des Glaubens?
3 Seid ihr dermaßen begriffsstutzig? Nachdem ihr im Geist begonnen habt, wollt ihr jetzt im Fleisch ans Ziel gelangen?
4 Habt ihr so vieles vergeblich erlitten1 (wenn [sie] denn überhaupt vergeblich [waren])?
- O „erfahren“
5 Derjenige also, der euch den Geist verleiht und Wunderkräfte unter euch wirkt, [handelt er] aus Werken des Gesetzes oder aus dem Hören des Glaubens?
6 Wie [heißt es doch]: „Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit angerechnet.“1
- 1Mo 15,6
7 Versteht also: Diejenigen, die aus Glauben [sind], die sind die Söhne Abrahams.
8 Und weil die Schrift voraussah, dass Gott die Heiden aus Glauben rechtfertigen würde, verkündete sie Abraham die gute Nachricht vorab: „In dir werden alle Nationen1 gesegnet werden.“2
- Dasselbe Wort (Gr. ethnē) kann auch als „Heiden“ übersetzt werden
- 1Mo 12,3; 18,18
9 Darum werden diejenigen, die aus Glauben [sind], zusammen mit dem gläubigen Abraham gesegnet.
Leben durch Glauben
10 Alle, die aus den Werken des Gesetzes sind, sind nämlich unter einem Fluch; denn es steht geschrieben: „Verflucht [sei] jeder, der nicht in allen [Dingen] bleibt, die im Buch des Gesetzes geschrieben stehen, um sie zu tun!“1
- 5Mo 27,26
11 Dass aber niemand durch das Gesetz gerechtfertigt wird bei Gott, [ist] klar, denn: „Der Gerechte wird aus Glauben leben1.“2
- O „Wer aus Glauben gerecht ist, wird leben“
- Hab 2,4
12 Aber das Gesetz ist nicht aus Glauben, sondern: „Wer diese [Dinge] getan hat, wird durch sie leben.“1
- 3Mo 18,5
13 Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er für uns zum Fluch wurde (denn es steht geschrieben: „Verflucht [ist] jeder, der am Holz hängt!“),1
- 5Mo 21,23
14 damit der Segen Abrahams in Christus Jesus zu den Heiden gelangt [und] damit wir die Verheißung des Geistes empfangen durch den Glauben.
Die Verheißung an Abraham und seine Nachkommen
15 Geschwister1, ich spreche ‹aus menschlicher Sicht›2: Selbst den ratifizierten Bund eines Menschen kann niemand ablehnen oder ergänzen.
- O „Brüder“
- W „gemäß einem Menschen“
16 Aber Abraham und seinem Nachkommen wurden die Verheißungen zugesagt. Es heißt nicht: „und den Nachkommen“, wie auf viele [bezogen], sondern wie auf einen einzigen [bezogen], [heißt es]: „und deinem Nachkommen“ – der ist Christus.
17 Und damit1 will ich sagen: Das Gesetz, das vierhundertdreißig Jahre später gekommen ist, hebt keinen Bund auf, der zuvor von Gott ratifiziert worden ist, um die Verheißung zu annullieren.
- O „Dies nun“
18 Denn wenn das Erbe aus dem Gesetz [kommt], dann [kommt es] nicht länger aus einer Verheißung! Aber Gott hat es Abraham durch eine Verheißung geschenkt.
Der Sinn des Gesetzes
19 Warum also das Gesetz? Es wurde wegen der Übertretungen hinzugefügt, bis der Nachkomme käme, dem die Verheißung gegolten hat, von Engeln angeordnet durch die Hand eines Vermittlers1.
- Es ist nicht klar, wer oder was hier gemeint ist: möglicherweise Mose, vielleicht aber auch der Engel des Herrn (so auch V. 20).
20 Nun repräsentiert1 der Vermittler nicht einen einzigen, aber Gott ist ein einziger.
- E „ist“
21 [Steht] das Gesetz also im Widerspruch zu den Verheißungen Gottes? Keineswegs1! Denn wenn [uns] ein Gesetz gegeben worden wäre, das lebendig machen könnte, dann wäre die Gerechtigkeit tatsächlich aus dem Gesetz.
- W „es möge nicht sein/geschehen!“
22 Doch die Schrift hat alles eingeschlossen unter der Sünde, damit den Glaubenden die Verheißung aus Glauben an Jesus Christus gegeben wird.
23 Aber bevor der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und eingeschlossen, bis der Glaube offenbart werden sollte,
24 sodass das Gesetz unser Aufseher zu Christus hin geworden ist, damit wir aus Glauben gerechtfertigt werden.
25 Aber nachdem der Glaube gekommen ist, sind wir nicht länger unter einem Aufseher.
26 Ihr alle seid nämlich Kinder1 Gottes durch den Glauben an Christus Jesus!
- O „Söhne“
27 Denn alle, die ihr auf Christus getauft wurdet – ihr habt Christus angezogen.
28 Es gibt weder Judäer noch Grieche, es gibt weder Sklave noch freier [Bürger], es gibt nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.
29 Und wenn ihr zu Christus [gehört], dann seid ihr folglich Abrahams Nachkomme1 [und] gemäß der Verheißung [seine] Erben.
- E „Same“
Chapter 4
Nicht Sklaven, sondern Söhne und Erben
1 Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, unterscheidet er sich in nichts von einem Sklaven, obwohl er Herr von allem ist,
2 sondern er steht1 unter Vormündern und Verwaltern bis zum festgelegten Zeitpunkt des Vaters.
- E „ist“
3 So waren auch wir, als wir unmündig waren, unter den Elementen der Welt versklavt.
4 Aber als die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren1 von einer Frau, geboren unter das Gesetz,
- W „geworden“; so auch im Folgenden
5 um loszukaufen, die unter dem Gesetz [sind], damit wir die Sohnschaft1 erhalten.
- vgl. Röm 8,15
6 Weil ihr nun Söhne1 seid, hat Gott den Geist seines Sohnes ausgesandt in unsere Herzen, der2 ruft: „Abba3, Vater!“
- O „Kinder“; wegen des Bezugs zum „Sohn Gottes“ wird die Übersetzung „Söhne“ bevorzugt
- D.h. der Geist
- „Abba“ (aram.) ist eine Koseform der Anrede „Vater“
7 Darum bist du nicht länger ein Sklave, sondern ein Sohn; und wenn [du] ein Sohn [bist], dann auch ein Erbe durch Gott1.
- T* „Erbe Gottes durch Christus“
Erneut versklavt
8 Doch damals, als ihr Gott nicht gekannt habt, habt ihr denen gedient, die von Natur aus keine Götter sind.
9 Aber jetzt, nachdem ihr Gott kennengelernt habt (oder vielmehr: nachdem ihr von Gott erkannt worden seid), wieso kehrt ihr wieder zurück zu den schwachen und armseligen Elementen, denen ihr wieder von Neuem dienen wollt?
10 Ihr schenkt Tagen und Monaten und Jahreszeiten und Jahren Beachtung.
11 Ich fürchte um euch, dass ich mich irgendwie vergeblich abgemüht habe für euch.
12 Werdet wie ich, denn auch ich [wurde] wie ihr, Geschwister1 – ich flehe euch an! Ihr habt mir nichts zuleide getan.
- O „Brüder“
Ein persönlicher Appell
13 Ihr wisst aber, dass ich euch die gute Nachricht das erste Mal wegen einer ‹körperlichen Erkrankung›1 verkündet habe.
- W „Krankheit des Fleisches“
14 Und eure Versuchung in meiner Anfälligkeit1 habt ihr weder verschmäht noch verabscheut, sondern wie einen Boten Gottes habt ihr mich aufgenommen, wie Christus Jesus.
- W „meinem Fleisch“
15 Wo [ist] also euer Glück? Denn ich bestätige euch, dass ihr – wenn möglich – eure Augen ausgerissen und mir gegeben hättet.
16 Bin ich somit euer Feind geworden, weil ich aufrichtig zu euch bin?
17 Sie eifern nicht in guter Weise um euch, sondern sie wollen euch ausschließen, damit ihr um sie eifert;
18 aber [es ist] gut, im Guten immer eifrig zu sein, und nicht nur, während ich bei euch anwesend bin.
19 Meine Kinder, für die ich erneut Geburtswehen habe, bis Christus in euch Gestalt genommen hat:
20 Ich wünschte aber, jetzt bei euch anwesend zu sein und meinen Tonfall zu ändern, weil ich um euch ratlos bin.
Hagar und Sara
21 Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: Hört ihr das Gesetz nicht?
22 Denn es steht geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd und einen von der Freien.
23 Jedoch ist der [Sohn] von der Magd nach dem Fleisch geboren, aber der von der Freien durch eine Verheißung,
24 welches bildlich gesprochene [Dinge] sind: Diese [Frauen] repräsentieren1 nämlich zwei Bündnisse, eines vom Berg Sinai, das zur Sklaverei gebiert, welches Hagar ist.
- E „ist“
25 Nun ist Hagar der Berg Sinai in Arabien; und er entspricht dem jetzigen Jerusalem, denn sie ist in Sklaverei, samt ihren Kindern.
26 Aber das Jerusalem oben, welches unsere Mutter ist, ist frei.
27 Denn es steht geschrieben: „Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht zur Welt bringst! / Schreie und rufe, die du keine Geburtswehen hast! / Denn zahlreich [sind] die Kinder der einsamen [Frau], / mehr als derjenigen, die den Ehemann hat.“1
- Jes 54,1
28 Ihr aber, Geschwister1, seid – wie Isaak – Kinder der Verheißung;
- O „Brüder“; so auch V. 31
29 doch wie damals der nach dem Fleisch geborene [Sohn] den nach dem Geist [geborenen Sohn] verfolgte, so [ist es] auch jetzt.
30 Doch was sagt die Schrift? „Verstoße die Magd und ihren Sohn, denn der Sohn der Magd soll gewiss nicht erben mit dem Sohn der Freien.“1
- 1Mo 21,10
31 Darum, Geschwister, sind wir nicht Kinder einer Magd, sondern der Freien.
Chapter 5
Leben in der Freiheit
1 Für die Freiheit hat uns Christus befreit. Steht also fest und unterwerft euch nicht erneut dem Joch der Sklaverei!
2 Siehe!, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr beschnitten werdet, wird euch Christus nichts nützen.
3 Und noch mal bezeuge ich jedem Menschen, der beschnitten wird: Er ist gezwungen, das ganze Gesetz auszuführen.
4 Ihr seid abgetrennt worden von Christus, die ihr durch das Gesetz gerechtfertigt werden wollt – ihr seid aus der Gnade herausgefallen!
5 Wir erwarten nämlich durch den Geist, aus Glauben, die erhoffte Gerechtigkeit1.
- W „Hoffnung der Gerechtigkeit“
6 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern Glaube, der durch Liebe wirkt.
7 Ihr lieft gut. Wer hat euch abgehalten, der Wahrheit zu gehorchen?
8 Diese1 Überzeugung [stammt] nicht von dem, der euch ruft!
- E „Die“
9 Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig.
10 Ich vertraue auf euch im Herrn, dass ihr nichts anderes denken werdet, aber der euch verunsichert, wird das Urteil tragen, wer auch immer es ist.
11 Aber warum werde ich, Geschwister1, wenn ich weiterhin Beschneidung predigen würde, noch verfolgt? Das Ärgernis des Kreuzes wäre ja beseitigt.
- O „Brüder“
12 Ich wünschte, diejenigen, die euch aufrühren, würden auch sich selbst ausrotten1!
- W „sich selbst abschneiden“
13 Ihr nämlich wurdet zur Freiheit berufen, Geschwister1, nur [macht] die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe!
- O „Brüder“
14 Denn das ganze Gesetz wird in einer einzigen Aussage erfüllt, [nämlich] in dem: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“1
- 3Mo 19,18
15 Aber wenn ihr einander beißt und fresst, dann seht zu, dass ihr nicht voneinander verzehrt werdet.
Leben im Einklang mit dem Geist
16 Ich sage aber: Lebt im1 Geist, dann werdet ihr die Begierde des Fleisches gewiss nicht vollbringen.
- O „durch den“; so auch V. 25, dort allerdings im Gr. ohne Präposition
17 Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf und der Geist gegen das Fleisch1, denn sie widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt.
- O „das Fleisch begehrt entgegen dem Geist und der Geist entgegen dem Fleisch“
18 Aber wenn ihr durch den Geist geführt werdet, dann seid ihr nicht unter dem Gesetz.
19 Nun sind die Werke des Fleisches offensichtlich, nämlich1 Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung,
- W „welche sind“
20 Götzendienst, Zauberei, Feindseligkeiten, Streit, Eifersucht, Wutausbrüche, Selbstsucht, Zwietracht, Rivalitäten,
21 Neid, Betrunkenheit, Gelage und dergleichen, von denen ich euch voraussage (wie ich bereits gesagt habe): Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.
22 Die Frucht des Geistes hingegen ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue1,
- O „Glaube“
23 Sanftmut, Selbstbeherrschung. Gegen solche [Dinge] gibt es kein Gesetz.
24 Diejenigen aber, die zu Christus Jesus [gehören], haben das Fleisch samt den Leidenschaften und den Begierden gekreuzigt.
25 Wenn wir im Geist leben, dann richten wir uns auch nach dem Geist.
26 Lasst uns nicht eingebildet werden, sodass wir einander provozieren [oder] einander beneiden!
Chapter 6
Einer trage die Last des Anderen
1 Geschwister1, auch wenn ein Mensch bei irgendeinem Fehlverhalten überrascht wird, dann sollt ihr, die ihr geistlich [seid], demjenigen im Geist der Sanftmut zurechthelfen. Achte [jedoch] auf dich selbst, damit nicht auch du versucht wirst.
- O „Brüder“
2 Tragt einander die Lasten, und auf diese Weise werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen.
3 Wenn nämlich jemand meint, etwas zu sein, obwohl er nichts ist, dann betrügt er sich selbst.
4 Aber ein jeder soll sein Werk prüfen, und dann wird er allein auf sich selbst ‹stolz sein›1 und nicht auf den anderen [herabschauen];
- W „Ruhm haben“
5 denn ein jeder hat1 seine eigene Last zu tragen.
- W „wird ... tragen“
Tut Gutes an allen Menschen
6 Wer nun das Wort unterrichtet bekommt, soll dem, der ihn unterrichtet, Anteil geben an allen guten [Dingen].
7 Täuscht euch nicht: Gott lässt sich nicht verspotten. Denn was auch immer ein Mensch sät, das wird er auch ernten.
8 Denn wer auf sein Fleisch sät, wird aus dem Fleisch Verderben ernten, aber wer auf den Geist sät, wird aus dem Geist ewiges Leben ernten.
9 Nun lasst uns nicht müde werden, Gutes zu tun, denn zu gegebener1 Zeit werden wir ernten, wenn wir nicht aufgeben.
- W „seiner eigenen“
10 Nun lasst uns also – wie wir Gelegenheit haben1 – gegenüber allen [Menschen] Gutes bewirken, besonders aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens!
- O „solange wir Zeit haben“
Eine letzte Warnung
11 Seht, mit welch großen Buchstaben ich euch durch meine Hand geschrieben habe.
12 Alle, die im Fleisch angesehen sein wollen, die nötigen euch beschnitten zu werden, nur damit sie nicht für das Kreuz des Christus verfolgt werden.
13 Denn nicht einmal die sich beschneiden lassen, befolgen ihrerseits das Gesetz, sondern sie wollen, dass ihr euch beschneiden lasst, um sich in eurem Fleisch zu rühmen.
14 Mir aber möge es nicht passieren, mich zu rühmen, außer im Kreuz unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
15 Denn weder Beschneidung noch Unbeschnittensein bedeuten1 etwas, sondern eine neue Schöpfung.
- E „ist“
16 Und alle, die sich nach dieser Regel richten werden … Friede und Barmherzigkeit [komme] auf sie und auf das Israel Gottes!
Schlusswort und Segenswünsche
17 Im Übrigen: Es soll mir niemand Mühe bereiten, denn ich trage die Malzeichen von Jesus an meinem Körper.
18 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus [sei] mit eurem Geist, Geschwister1! Amen2.
- O „Brüder“
- „Amen“ (aram.) bekräftigt das zuvor Gesagte