reltext

Chapter 1

1 1 Paulus, ein Apostel nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und [durch] Gott [den] Vater, der ihn auferweckt hat von (aus) den Toten,

  1. [Status: Ungeprüft]

2 und alle Brüder mit mir1, den (an die, für die) Gemeinden von Galatien:

  1. D.h. „die bei mir sind“.

3 Gnade [sei (ist)] euch und Frieden von (durch) Gott, unserem Vater, und [dem] (unserem)1 Herrn Jesus Christus {her},

  1. Es ist möglich ἡμῶν auch auf „Herrn Jesus Christus“ zu beziehen, zumal das SBLGNT hier sogar eine andere Wortstellung hat: πατρὸς καὶ κυρίου ἡμῶν Ἰησοῦ Χριστοῦ

4 der sich selbst wegen (um … willen, für) unserer Sünden gegeben hat, um uns zu befreien (herauszureißen, für sich auszuwählen, herauszuführen) aus der gegenwärtigen schlechten Zeit (Welt, Leben) nach (gemäß) dem Willen (Wohlgefallen) Gottes und unseres Vaters,

5 dem [sei] Ehre (Herrlichkeit) von Ewigkeit zu Ewigkeit (in alle Ewigkeit, die Zeiten der Zeiten). Amen.

6 Ich staune (Ich bin verwundert), dass ihr so (derart) schnell abgefallen seid von dem, der euch durch die Gnade Christi gerufen (in der Gnade Christi berufen) hat, zu einem anderen Evangelium,

7 [obwohl] es kein anderes gibt (es nicht anders ist), wenn nicht (außer) irgendwelche es sind1, die euch verwirren und das Evangelium Christi umkehren (verkehren, umwenden, zunichte machen) wollen.

  1. oder: außer es gibt irgendwelche

8 Aber auch, wenn wir oder ein Engel (Bote) aus dem Himmel euch1 ein anderes Evangelium verkünden würden2, als wir euch verkündet haben, dem sei das Anathema3!

  1. Umstrittene Lesart.
  2. Eigtl. ein Sg.
  3. Es handelt sich hier um eine feststehende Fluchformel. Wörtlich heißt es „das Aufgestellte“ und meinte ursprünglich ein Weihegeschenk für eine Gottheit im Tempel. Sie kann auch übersetzt werden mit „der sei [dem Zorn Gottes] übergeben“ oder „der sei verflucht“.

9 Wie wir vorher gesagt haben (früher gesagt haben), sage ich jetzt auch wieder: wenn jemand euch ein anderes Evangelium verkündigt, als (gegen das, was) ihr empfangen habt (bekamt, erhieltet), dem sei das Anathema!

10 Überrede (Überzeuge, Mache ich ... geneigt) ich jetzt {nämlich} Menschen oder {den} Gott? Oder versuche (wünsche) ich, Menschen zu gefallen? Wenn ich noch Menschen gefiele, so wäre ich kein Sklave (Diener, Knecht) Christi.1

  1. Oder wörtlicher Satzbau: „…so wäre ich Christi Sklave nicht.“

11 Denn ich teile euch mit (gebe euch zu erkennen, offenbare euch), Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium nicht nach (gemäß) Menschen ist:

12 denn ich habe es nicht von einem Menschen empfangen oder (und nicht) gelernt (wurde [es] gelehrt), sondern durch [eine] Offenbarung Jesu Christi.

13 Ihr habt ja von meinem früheren Lebenswandel im Judentum (jüdische Art zu glauben) gehört, nämlich dass1 ich überschwänglich (im Übermaß, über alle Maße) die Gemeinde Gottes verfolgt habe und sie zerstört habe (vernichtete, vertilgte),

  1. Wörtlich: „dass“. „Nämlich“ ergänzend eingefügt, um die Funktion als Einleitewort eines erklärenden Satzes zu unterstreichen (s. Louw/Nida 91.15).

14 und [mehr] Fortschritte gemacht habe im Judentum als viele Altersgenossen in meinem Volk; noch mehr war ich ein Eiferer (eifrige Anhänger) meiner väterlichen1 Überlieferungen.

  1. D.h. „vom Vater stammenden“.

15 Als es aber Gott gefiel (beschließen, wollen), der mich auserwählt hatte vom Leib meiner Mutter an und berufen durch seine Gnade,

16 seinen Sohn in mir zu offenbaren, damit ich ihn verkündige unter (in) den Völkern, beriet (sich an jmd. wenden) ich mich nicht sofort mit Fleisch und Blut,

17 ich ging auch nicht hinauf nach Jerusalem zu denen, die vor mir Apostel waren1, sondern ging hinunter nach Arabien und kehrte wieder nach Damaskus zurück.

  1. Wörtlich: „zu den Aposteln vor mir“.

18 Später, nach drei Jahren, ging ich hinauf nach Jerusalem um Kephas1 zu besuchen (kennenzulernen) und blieb bei ihm fünfzehn Tage,

  1. Aramäischer Beiname des Simon (griech. Petrus).

19 einen anderen der Apostel sah ich aber nicht, außer (doch) Jakobus, den Bruder des Herrn.

20 Was ich euch aber schreibe – seht, vor den Augen (Gegenwart) Gottes, dass ich nicht lüge!

21 Danach ging ich in die Gegenden (Landstriche) von Syrien und Zilizien:

22 ich war von Angesicht unbekannt1 den Gemeinden von Judäa, denen in Christus2.

  1. D.h. persönlich nicht bekannt.
  2. Oder „die in Christus sind“.

23 Sie hatten aber nur gehört, dass der, der uns einstmals verfolgt hatte (der unser einstiger Verfolger [war]), nun den Glauben verkündigt, den er einstmals zerstörte1,

  1. Imperfekt (konativ).

24 und sie priesen (rühmten, ehrten)1 meinetwegen 2 Gott.

  1. Imperfekt.
  2. Wörtlich: „in mir“ (kausal). So NSS nach BDR §219,2.

Chapter 2

1 1 Darauf (Alsbald), nach vierzehn Jahren ging ich zurück hinauf nach Jerusalem, mit Barnabas und nahm {zugleich} auch Titus mit;

  1. [Status: Ungeprüft]

2 ich ging aber gemäß einer Offenbarung hinauf; und ich teilte (darlegen) ihnen das Evangelium mit, das ich verkündige (predigen) unter (in) den Heiden (Völkern), aber den Angesehenen für sich (gesondert), [in der Besorgnis], dass ich mich vergeblich1 (ohne Erfolg) anstrenge (abmühe) oder angestrengt (abgemüht) habe.

  1. So NSS. Wörtlich: „ins Leere“.

3 Aber nicht einmal Titus, der bei mir [war], der Grieche ist, wurde gezwungen sich beschneiden zu lassen;

4 wegen (durch) der eingeschlichenen Falsch-Brüder (falschen Brüder) aber, alle, die sich eingeschlichen haben um unsere Freiheit auszukundschaften (belauern), die wir in Christus Jesus haben, um uns zu knechten (zum Sklaven machen),

5 denen gaben wir nicht einmal (auch nicht) eine Stunde (kurze Zeit, einen Augenblick) in Unterwerfung (unterwürfig) nach (weichen), damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch bleibe.

6 Von denen aber, die etwas zu sein schienen - was für welche sie auch immer waren, kümmert mich aber nicht;1 die Person (Angesicht) des Menschen sieht Gott nicht an2 - die Angesehenen legten mir nämlich nichts auf,

  1. Auch: „ist mir aber gleichgültig“.
  2. Im Sinne von unparteiisch sein.

7 sondern im Gegenteil, als sie sahen, dass mir das Evangelium der Vorhaut1 anvertraut war ebenso wie Petrus [das] der Beschnittenen,

  1. D.h. das Evangelium der Unbeschnittenheit, also für die Heiden.

8 - denn der, der in Petrus im Apostelamt (Aussendung) der Unbeschnittenen wirksam war, war auch in mir für (in) die Heiden (Völker) wirksam -,

9 und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben wurde, reichten Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen angesehen sind, mir und Barnabas die Bruderhand (rechte Hand der Gemeinschaft), damit wir unter (in) die Heiden (Völker), sie aber unter (in) die Beschnittenen [gingen];

10 nur sollten wir die Armen (Bettelnden) bedenken, was ich auch [stets] bestrebt war {dies} zu tun.

11 Als (Nachdem) aber Kephas nach Antiochia kam, stellte ich mich ihm im Angesicht1 entgegen (widersetze, trat...entgegen), weil er verurteilt war.

  1. Im Sinne von: „von Angesicht zu Angesicht“.

12 Denn bevor einige von Jakobus kamen, hat er mit den Heiden (Völkern) zusammen gegessen; als ich aber kam, zog er sich zurück und sonderte sich selbst ab, weil er die aus den Beschnittenen fürchtete.

13 Und mit ihm heuchelten auch1 die anderen Juden2, sodass auch Barnabas mitgerissen wurde von ihrer Heuchelei (Verstellung).

  1. P 46 u.a. lassen gegenüber der Mehrheitslesart das καὶ weg.
  2. Gemeint sind hier die Judenchristen.

14 Aber als ich sah, dass sie nicht recht gehen1 nach der Wahrheit des Evangeliums, sagte ich Kephas gegenüber (in Gegenwart von) allen: wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch und nicht jüdisch (nach jüdischer Sitte) lebst, warum nötigst (zwingst) du die Heiden (Völker), jüdisch zu leben?

  1. Wörtlicher Sinn von ὀρθοποδοῦσιν: „mit geraden Füßen laufen“.

15 Wir [sind] von Natur Juden und nicht Sünder von (aus) den Heiden (Völkern);

16 Weil wir aber1 wissen2, dass ein Mensch nicht gerechtfertigt wird aufgrund von (aus) Werken (Taten, Leistungen) des Gesetzes, außer durch [den] Glauben [an]3 Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, so dass (damit) wir gerechtfertigt werden werden aufgrund des (aus dem) Glaubens [an]4 Christus und nicht aufgrund von (aus) Werken des Gesetzes, denn aufgrund von (aus) Werken des Gesetzes wird kein Fleisch gerechtfertigt werden5.

  1. P 46 u.a. lassen gegenüber der Mehrheitslesart das δὲ weg.
  2. Adv. Ptz., hier kausal (NSS)
  3. Der hier verwendete Genitiv ist wahrscheinlich ein Genitivus obiectivus, obwohl er auch als subiectivus gedeutet werden kann. Sinn dann: „Glaube, den Jesus Christus zeigte“.
  4. Siehe weiter oben im Vers.
  5. Wörtlich: „wird alles Fleisch nicht gerechtfertigt werden“.

17 Wenn wir aber, die wir anstreben gerechtfertigt zu werden in Christus, auch selbst als Sünder erkannt werden, ist dann Christus etwa ein Diener der Sünde? Das geschehe nicht! (Keineswegs!)1

  1. Starke Verneinung nach rhetorischen Fragen. Martin Luther übersetzte hier „Das sei ferne!“.

18 Wenn ich nämlich das, was ich zerstört habe, wieder aufbaue, erweise (stelle...dar) ich mich selbst als Übertreter (Sünder).

19 Denn ich bin durch das Gesetz [dem] Gesetz abgestorben (gestorben), damit ich Gott lebe. Ich wurde mit Christus gekreuzigt;

20 ich lebe, aber nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber nun im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben, in dem an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst meinetwegen ausgeliefert (übergeben) hat.

21 Ich verwerfe nicht die Gnade Gottes; wenn aber durch das Gesetz Gerechtigkeit [kommt], wäre Christus umsonst (vergebens, zwecklos) gestorben.

Chapter 3

1 1 {O} [Ihr] unverständigen (unvernünftigen, törichten) Galater, wer hat euch verhext (verzaubert, geblendet), denen der gekreuzigte2 Jesus Christus vor Augen gestellt (gemalt, aufgezeigt) wurde?

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. ἐσταυρωμένος (Part. perf. pass.) steht im Griechischen in hervorgehobener Satzendstellung. Das Geschehen der Kreuzigung in der Vergangenheit wirkt bis ins heute hinein.

2 Dies allein (eine, nur) will ich erfahren (wissen, lernen) von euch: habt ihr den Geist aus Werken des Gesetzes empfangen oder aus der Botschaft (Predigt) des Glaubens?

3 Deshalb seid ihr Unverständige (So Unverständige seid ihr), weil (denn) ihr im Geist angefangen (begonnen) habt [und] nun im Fleisch zum Ende kommen (enden) wollt?1

  1. oder: Begonnen [habt ihr] im Geist und im Fleisch wollt ihr enden?

4 So viel (groß) habt ihr umsonst (vergeblich, ohne Grund) erlebt (gelitten)? Wenn [es] wenigstens (wirklich) auch (doch) umsonst [war]!

5 Der euch also den Geist gewährt (gibt, darreicht) und tut (wirkt) Wunderwerke (Wunder, Krafttaten) unter euch, [tut er es] aus Werken des Gesetzes oder aus der Botschaft (Predigt) des Glaubens?

6 Ebenso (gerade so) wie Abraham [an] Gott glaubte (vertraute) und [es] ihm zur Gerechtigkeit angerechnet wurde;1

  1. Genesis 15,6

7 erkennt also (daran), dass die aus Glauben [sind], diese sind Abrahams Söhne (Kinder)1.

  1. Gemeint sind Männer und Frauen (generisches Maskulinum)

8 Die Schrift sieht aber voraus, dass Gott aus Glauben die nicht-jüdischen Völker (Heiden) gerecht [macht], [sie] verkündete (das Evangelium vorausverkünden) {dem} Abraham voraus: „In dir werden (sind) alle Völker (Nicht-Juden, Heiden) gesegnet werden.“1

  1. Genesis 12,3

9 Deshalb (daher, also) [sind] die aus Glauben gesegnet mit glaubenden (gläubigen, dem Glauben des) Abraham1.

  1. NGÜ, NIW und andere gehen einen Schritt weiter und übersetzen in etwa: „Abraham, dem Mann des Glaubens“

10 Denn (Nämlich) welche (Wie viele) aus den Werken des Gesetzes sind, sind unter einem Fluch; es ist nämlich (denn) geschrieben: verflucht [ist] jeder, der nicht verharrt (bleibt) in allem (allen Dingen), was geschrieben ist im Buch des Gesetzes, dass [man] {es} tun [soll]1.2

  1. oder: der nicht verharrt in allen Dingen, was geschrieben …, um sie (d.h. alle Dinge) zu tun.
  2. Deuteronomium 27,26

11 Dass aber im Gesetz keiner gerecht wird vor (bei) Gott, [ist] offenkundig (klar, offenbar), denn: der Gerechte wird aus Glauben leben;12

  1. Grammatisch ist ebenfalls denkbar: Aber da sich im (durch das) Gesetz niemand rechtfertigen kann, ist vor Gott offenkundig, dass der Gerechte aus Glauben leben wird.
  2. Habakuk 2,4

12 das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern: wer es1 tut, wird aus ihm leben.2

  1. Eigentlich steht hier der Plural, da der Bezug zu „den Werken des Gesetzes“ aber im Deutschen nicht deutlich wird, wurde hier der Singular bewählt. Dasselbe gilt für das nachfolgende „aus ihm“, was eigentlich „aus ihnen“ heißen müsste.
  2. Levitikus 18,5

13 Christus hat uns freigekauft (losgekauft, erlöst) vom Fluch des Gesetzes, indem (als) er für uns ein Fluch geworden ist,1 denn es ist geschrieben: Verflucht [ist (sei)] jeder, der an einem Holz hängt2,3

  1. Modal aufgelöstes Ptz.
  2. Substantiviertes Ptz.
  3. Deuteronomium 21,23

14 damit (so dass) unter den Völkern (Nicht-Juden, Heiden) der Segen (Segensgabe, Segensgut) {des} Abrahams entsteht (werde, komme)1 in (durch) Christus Jesus, so dass (damit) wir die Verheißung des Geistes erhalten (empfangen) durch den Glauben.

  1. vorzeitig und punktuelle Übersetzung möglich

15 Brüder, wie ein Mensch1 sage ich: Selbst ein rechtskräftig gewordenes (festgelegtes) Testament eines Menschen hebt niemand auf oder fügt [ihm etwas] hinzu.

  1. Im Sinne von „nach Menschenart“.

16 {Dem} Abraham aber sind die Verheißungen zugesagt und seinem Samen (Nachkommen). Man sagt (es heißt) nicht: und den Samen (die Nachkommen), wie über viele, sondern wie über einen: und deinem Samen,1 das (welcher) ist Christus.

  1. Genesis 22,18

17 Dies aber sage ich: Ein Testament1, das zuvor von Gott bestätigt wurde (rechtskräftig gemacht wurde), [macht] das vierhundertdreißig Jahren danach entstandene Gesetz nicht ungültig, so dass die Verheißung unwirksam (zunichte, beseitigt) würde.

  1. Im Akkusativ, meint: „In Bezug auf ein Testament“.

18 Wenn nämlich aus dem Gesetz das Erbe [käme], [käme es] nicht mehr aus der Verheißung; {dem} Abraham aber hat es Gott durch die Verheißung Gnade geschenkt (erwiesen).

19 Warum denn das Gesetz? (Was [soll (ist)] nun das Gesetz?) Um der Übertretungen willen (Wegen der…) wurde [es] hinzugefügt, bis der Same (Nachkomme) kommt, dem die Verheißung [gilt], durch Engel (Boten) angeordnet, durch die Hand eines Mittlers (Vermittlers).1

  1. Oder: „…durch Engel angeordnet in der Hand eines Mittlers.“

20 Der Mittler (Vermittler) aber ist nicht von einem {einzigen}, Gott aber ist einer (eins).

21 [Ist] demnach (also) das Gesetz gegen die Verheißung Gottes1? Keineswegs (Ausgeschlossen)!2 Wenn nämlich ein Gesetz gegeben wäre, das lebendig machen könnte [kann], dann wäre im (aus dem) Gesetz die Gerechtigkeit;

  1. P 46 u.a. lassen gegenüber der Mehrheitslesart das τοῦ θεοῦ weg.
  2. Siehe: Gal 2,17.

22 aber die Schrift hat alles unter die Sünde zusammengeschlossen (eingeschlossen), damit die Verheißung aus dem Glauben [an] Jesus Christus den Glaubenden gegeben werde.

23 Vordem (Früher, Bevor) aber der Glaube in Erscheinung trat (kam), waren wir unter dem Gesetz verwahrt, zusammengeschlossen (eingeschlossen) auf Glauben hin, der offenbart werden sollte,

24 sodass das Gesetz unser Pädagoge (Lehrer, Zuchtmeister)1 geworden ist in (auf … hin) Christus, damit wir aus Glauben gerecht (gerechtfertigt) würden (werden);

  1. Hier wurde der griechische Begriff παιδαγωγóς verdeutscht. Gemeint ist nicht allgemein ein Erzieher (διδάσκαλος), sondern der Pädagoge war in der Antike ein Sklave, der die Kinder des Herrn betreute (sie also etwa zur Schule führte). Diese Pädagogen waren für ihre Strenge bekannt, weshalb wohl Luther den Begriff mit „Zuchtmeister“ übersetzt.

25 nachdem (als, weil) der Glaube aber gekommen ist, sind wir nicht mehr unter einem Pädagogen (Lehrer, Zuchtmeister).

26 Alle nämlich seid ihr Gottes Söhne (Kinder)1 durch den Glauben (das Vertrauen) an (in) Christus Jesus.

  1. Gemeint sind Männer und Frauen (generisches Maskulinum)

27 Denn ihr alle (wie viele [von euch]), die auf (in … hinein) Christus getauft wurdet, habt Christus angezogen (in … gehüllt, bekleidet).

28 Es gibt keinen (Hier sind nicht) Juden auch nicht Griechen, es gibt keinen Sklaven auch nicht Freien, es gibt nicht männlich und weiblich: alle nämlich seid ihr eins (einer) in Christus Jesus.

29 Wenn ihr aber Christi (des Christus) seid, seid ihr folglich der Same Nachkomme Abrahams, [und] Erben nach (gemäß) der Verheißung.

Chapter 4

1 1 Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, unterscheidet [ihn] nichts von einem Sklaven, [auch wenn/obwohl] er ein Herr von allem (aller Dinge) ist,

  1. [Status: Ungeprüft]

2 sondern er ist unter einem Vormund und [unter] einem Verwalter (Hausverwalter) bis zu dem vom Vater festgesetzten Tag (Termin).

3 Wie (ebenso, so) auch wir: Als wir unmündig waren, waren wir unter den Elementargeistern der Welt geknechtet (versklavt).

4 Weil aber die Fülle (Erfüllung) der Zeit1 gekommen war, hat Gott seinen Sohn entsandt (gesandt), der aus (von) einer Frau geboren wurde, der unter dem Gesetz geboren wurde,

  1. τὸ πλήρωμα τοῦ χρόνου, d.h. „Zeit der Erfüllung“.

5 damit er [alle], die unter dem Gesetz [sind], freikauft, damit wir die Adoption (Kindschaft)1 erhielten (empfingen).

  1. Die Annahme der Menschen durch Gott als seine Kinder.

6 Weil ihr aber Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohns in unsere Herzen entsandt, der ruft: Abba, Vater!

7 Somit bist du nicht mehr Sklave (Knecht), sondern Kind: Wenn [du] aber Kind [bist], [dann/so bist du] auch Erbe durch Gott.

8 Aber damals, als ihr zwar Gott nicht gesehen habt, habt ihr denen gedient, die nach der Natur keine Götter sind:

9 Nun aber, nachdem (da) ihr Gott erkannt habt (kennt), ja vielmehr von Gott erkannt worden seid, wie kehrt ihr nochmals zu den schwachen (kraftlosen) und unfähigen (armseligen) Elementargeistern zurück, denen ihr nochmals von neuem (wiederum) dienen wollt?

10 Ihr beachtet (beobachtet, befolgt) Tage und den Neumond und die Festzeiten und das Jahr1;

  1. Es könnten hier bestimmte festliche Jahrestage (z.B. Neujahrsfest) oder eine Anspielung auf das Sabbatjahr gemeint sein.

11 ich fürchte (habe Angst) um euch, dass ich mich vielleicht umsonst um euch abgemüht habe.

12 Seid wie ich, denn auch ich [bin] wie ihr, Brüder, ich bitte euch. In keiner Weise habt ihr mir Unrecht getan (verunglimpft):

13 Ihr wisst aber, dass ich durch die Schwäche (Krankheit) des Fleisches euch vormals (einst) das Evangelium verkündet habe,

14 und dass ihr die Anfechtung in meinem Fleisch nicht verachtet noch gespuckt habt1, sondern ihr habt mich wie einen Engel (Boten) Gottes aufgenommen, wie Christus Jesus.

  1. Im Sinne einer apotropäischen Geste: Ausspucken zur Abwehr von Bösem oder Krankheit.

15 Wo also [ist] eure Seligkeit? Ich nämlich bezeuge euch, dass ihr, wenn möglich, eure Augen ausgestochen und mir gegeben hättet!

16 Bin ich daher euer Feind geworden, weil ich wahrhaftig zu euch rede?

17 Sie werben um euch (bemühen sich eifrig) nicht löblich (sittlich, nützlich), sondern sie wollen euch ausschließen, damit ihr euch um sie eifrig bemüht (wirbt):

18 Gut aber [ist es], stets im Löblichen (Nützlichen, Guten) geworben zu werden und nicht nur, weil ich bei euch anwesend bin.

19 Meine Kinder, welche ich wieder unter Schmerzen gebäre, bis Christus in euch Gestalt annimmt (sich formt):

20 ich wollte aber jetzt anwesend sein bei euch und meine Stimme verändern1, denn ich bin ratlos (in Verlegenheit, in Ungewissheit) euretwegen.

  1. Mit der dt. Bedeutung von: „einen anderen Ton anschlagen“.

21 Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt, hört ihr das Gesetz nicht?

22 Es ist nämlich geschrieben {worden}, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Sklavin und einen von der Freien.

23 Aber der von der Sklavin ist nach dem Fleisch gezeugt (geboren) worden, der von der Freien aber durch die Verheißung.

24 Dieses ist allegorisch gemeint: denn diese [Frauen] sind zwei Testamente (Verfügungen, Willenserklärungen), eines vom Berg Sinai, das in die Sklaverei (Knechtschaft) [hinein] zeugt (gebiert), das ist Hagar.

25 Hagar aber ist der Berg Sinai in Arabien: es entspricht (ist gleichzusetzen mit) aber dem jetzigen Jerusalem, denn es ist mit seinen Kindern versklavt.

26 Das obere1 Jerusalem aber ist frei, das ist unsere Mutter.

  1. Im Sinne von „himmlisch“, „künftig“.

27 Es ist nämlich geschrieben {worden}: Freue dich, Unfruchtbare, die nicht gebiert; lass [Jubel] hervorbrechen (entfessele) und schreie (rufe laut), die nicht unter Schmerzen gebiert: denn viele [sind] die Kinder der Einsamen, mehr als die, die den Mann hat!1

  1. Jesaja 54,1

28 Ihr aber, Brüder, seid wie Issak Kinder der Verheißung.

29 Aber wie damals der nach dem Fleisch Geborene, den nach dem Geist [Geborenen] verfolgte, so auch jetzt (nun).

30 Aber was sagt die Schrift? Werfe heraus die Sklavin und ihren Sohn: denn keinesfalls wird der Sohn der Sklavin mit dem Sohn der Freien erben (Erbe sein).1

  1. Genesis 21,10

31 Deshalb, Brüder, sind wir nicht Kinder einer Sklavin, sondern der Freien.

Chapter 5

1 1 [Zur] Freiheit (In/Für die Freiheit) hat uns Christus befreit (frei gemacht): Steht nun fest und lasst euch nicht wieder vom Joch der Sklaverei unterwerfen!2

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Oder: „… lasst euch nicht mit dem Joch der Sklaverei belasten.“

2 Siehe, ich, Paulus, sage euch, dass, wenn ihr euch beschneiden lasst, euch Christus nichts nützen wird.

3 Ich versichere (lege Zeugnis ab, bezeuge) aber wieder jedem Menschen, der sich beschneiden lässt, dass [er] verpflichtet ist,1 das ganze Gesetz zu tun.

  1. Wörtlich: „dass [er] ein Verpflichteter (Schuldner) ist, das …“.

4 Ihr seid von Christus abgekommen, alle, die ihr im Gesetz gerecht werdet; ihr habt die Gnade verloren (ihr seid der Gnade verlustig gegangen).

5 Uns nämlich erwartet [durch] den Geist im (aus dem) Glauben die Hoffnung auf Gerechtigkeit.

6 Denn in Christus Jesus bedeutet weder Beschneidung etwas noch Vorhaut1, sondern Glaube, der durch Liebe tätig ist (wirksam ist, sich in … betätigt).

  1. Vgl. Gal 2,7.

7 Ihr seid gut (schön, vortrefflich) gelaufen: Wer hinderte euch, der Wahrheit zu gehorchen (zu folgen)?

8 Die Überredung (Das Zureden) [kommt] nicht von dem, der euch berufen hat.

9 Wenig Sauerteig säuert den ganzen Teig.

10 Ich habe euch vertraut im Herrn, dass ihr nichts anderes denken (keiner anderen Meinung sein) werdet: der, der unter euch Unruhe stiftet, wird das Urteil ertragen, wer er [auch] sei.

11 Ich aber, Brüder, wenn ich noch Beschneidung verkündige, was werde ich noch verfolgt? So ist der Anstoß (Ärgernis, Widerspruch) des Kreuzes beseitigt.

12 Sollen sie sich [es] doch auch abschlagen lassen1, die euch aufgewiegelt (verstört, beunruhigt) haben!

  1. Das meint „Vorhaut abtrennen“ oder auch im Sinne von „kastrieren“, „verschneiden“.

13 Denn: ''Ihr'' wurdet zur Freiheit berufen, meine Brüder. Nur [nehmt] diese Freiheit nicht als Ausgangsbasis (Anregung, Gelegenheit, Chance)1 für euer Fleisch, sondern dient einander durch (wegen) eure Liebe.

  1. GN: Freibrief

14 Denn das ganze Gesetz 1 ist in dem ''einen'' Wort erfüllt, nämlich: „Du wirst (sollst) deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ 2

  1. Das Gesetz als Ganzes, als Einheit
  2. Levitikus 19,18

15 Wenn ihr aber einander beißt (verletzt, kränkt) und auffresst (zerfleischt, ausbeutet), dann achtet darauf (schaut darauf, passt auf), dass ihr euch nicht gegenseitig vernichtet! 1

  1. Eigentlich Passiv, aber ich weiß nicht wie man das deutsch ausdrücken kann. "dass ihr nicht von den anderen vernichtet werdet", nur das "die anderen" die gleiche Gruppe bezeichnet wie vorher "ihr".

16 Aber ich sage [euch] (Ich meine damit): Wandelt ''im Geist'', und ihr werdet die Lust (Verlangen, Sehnsucht) des Fleisches auf keinen Fall ausführen.

17 Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, und der Geist gegen das Fleisch; ja, diese liegen im Streit (kämpfen) miteinander, so dass ihr nicht immer die [Dinge] tut, die ihr [eigentlich] wollt 1.

  1. Hier ist zu klären, wer hier etwas "will": Geist, Fleisch, oder beide Anteile in uns? Alternative Übersetzungen: o. damit ihr nicht [einfach] das tut, was ihr wollt, o. so dass ihr nicht das tun könnt, was ihr wollt. (Vgl. Moo2013, 355f)

18 Aber wenn ihr vom Geist geleitet werdet, seid ihr nicht unter dem Gesetz.

19 Die Werke des Fleisches aber sind offenkundig (leicht sichtbar), nämlich: Unzucht (sexuelle Unmoral), Unreinheit 1, Zügellosigkeit 2,

  1. Sexuell gemeint? Gegenteil von Heiligkeit (Rö 6,19; 1Thess 4,7)
  2. ohne Maßen, ohne Limit, oft auch sexuell

20 Götzendienst, Magie, Feindseligkeiten, Streitsucht, Eifersucht (Eifer), Wutausbrüche, Rivalitäten, Uneinigkeiten, Spaltungen 1,

  1. (Fehlende Einheit, verschiedene Meinungen -> Sekten, Häresien)

21 Neidereien, Saufen, Sauf-Parties (Orgien) und ähnliche Dinge wie diese, von denen ich euch vorhersage (so wie ich es schon [früher] vorhergesagt habe), dass die, die solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden.

22 Aber die Frucht des Geistes ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut (Geduld), Freundlichkeit, Güte, Treue (Glaube),

23 Sanftmut, Selbstbeherrschung; gegen solche [Dinge] ist das Gesetz nicht [gerichtet] (gibt es kein Gesetz).

24 Die, die zu Christus Jesus gehören, haben ihr Fleisch gekreuzigt mit seinen Leiden (Leidenschaften) und Lüsten.

25 Wenn wir durch den Geist leben, lasst uns dem Geist auch folgen (nach dem Geist ausrichten).

Chapter 6

9 1 Wir wollen (Lasst uns) nicht müde werden, das Gute zu tun2, zum unserem3 Zeitpunkt werden wir ernten, wenn wir nicht schwach werden.

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. „tun“ ist hier ein Partizip Pl. und kann auch para- bzw. hypotaktisch übersetzt werden.
  3. καιρῷ γὰρ ἰδίῳ.