Chapter 1
1 Petrus, ein Apostel Jesu Christi, begrüßt die Fremdlinge, die in Pontus, Galatien, Kappadozien, Asien und Bithynien in der Zerstreuung leben,1
- Jak 1:1. Die Christen lebten im römischen Reich zerstreut unter den Heiden und waren noch fern von ihrer himmlischen Heimat und ihrem himmlischen Erbe.
2 und die nach der Vorherbestimmung Gottes des Vaters1 auserwählt sind, um, von dem Geist geheiligt, zum Gehorsam2 zu kommen und mit dem Blut Jesu Christi3 besprengt zu werden.4 Gnade und Friede werde euch reichlich zuteil!
- Vgl. Rö 8:29.
- Gegen die Heilsbotschaft.
- Als des wahren Passahlammes. 1Kor 5:7
- Hier ist die fortwährende Sündentilgung durch den Glauben an Christi Tod gemeint. vgl. 1Jo 1:7
3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus!1 Er hat uns nach seinem großen Erbarmen durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung:
- Vgl. Eph 1:3.
4 zu einem unvergänglichen, unbefleckten1 und unverwelklichen Erbe. Das wird in sicherer Hut im Himmel aufgehoben
- Von Sünde reinen.
5 für euch, die ihr in Gottes Kraft durch den Glauben für ein Heil bewahrt werdet, das sich nun bald am Ende der Tage1 offenbaren soll.
- Bei Christi Wiederkunft.
6 Darüber freut ihr euch, obwohl ihr jetzt noch eine kurze Zeit, wenn es so sein soll,1 durch mancherlei Prüfungen2 Traurigkeit erfahren müßt.
- Nach Gottes Willen.
- Leiden und Anfechtungen.
7 Dadurch soll sich euer Glaube bewähren und köstlicher erfunden werden als vergängliches Gold, das die Feuerprobe besteht. Das1 wird euch Lob, Ruhm und Ehre bringen bei der Offenbarung Jesu Christi.2
- Solche Standhaftigkeit und Ausdauer.
- D.h. bei der Wiederkunft Jesu Christi (vgl. V13; 1Kor 1:7, 2Th 1:7).
8 Den liebt ihr, ohne ihn von Angesicht zu kennen; an den glaubt ihr, ohne ihn jetzt zu sehen. Dem jauchzt ihr entgegen mit unbeschreiblicher, himmlischer Freude,
9 weil ihr als Frucht1 eures Glaubens das Seelenheil davontragt.
- Wörtlich: Ziel.
10 Diesem Heil haben die Propheten, die von der euch bestimmten Gnade geweissagt haben, eifrig nachgeforscht.
11 Sie suchten auszuspüren, auf welche Zeit und Ereignisse der in ihnen wirkende Geist Christi hinweise, als er ihnen vorherbezeugte die Leiden, die Christus dulden, und die Stufen der Herrlichkeit,1 zu denen er danach gelangen sollte.
- So übersetze ich den Plural τας δοξας.
12 Ihnen1 wurde offenbart, daß sie nicht sich selbst,2 sondern euch diese Botschaft zu bringen hätten. Und euch ist sie jetzt verkündigt worden durch die, die euch in der Kraft des3 vom Himmel her gesandten Heiligen Geistes die Frohe Botschaft gebracht haben.4 In deren Geheimnisse möchten selbst die Engel in tiefer Ehrfurcht schauen.5
- Namentlich dem Propheten Daniel. vgl. Da 12:4,9
- Und ihren Zeitgenossen.
- Am Pfingsttag.
- Mit diesen Worten drückt Petrus gleichsam sein Siegel auf das Werk des Paulus und seiner Mitarbeiter: er erklärt ihre Verkündigung für wahr und göttlich.
- Vgl. Eph 3:9-10.
13 Umgürtet denn die Lenden eures Sinnes,1 seid völlig nüchtern2 und richtet eure Hoffnung auf die Gnade,3 die ihr bei Jesu Christi Offenbarung empfangen sollt!4
- Ein Bild der geistlichen Bereitschaft. Eph 6:14, Lu 12:35
- Leiblich und geistlich. 4:7, 5:8, Lu 21:34, 1Th 5:6 Ich ziehe τελειως zu νηφοντες.
- Des Heils, wovon in V5 die Rede ist.
- Vgl. V7.
14 Weil der Gehorsam eure Freude ist, so fallt nicht zurück1 in die Begierden, die euch einst beherrschten, als ihr noch2 in Unwissenheit3 dahinlebtet!
- Wörtlich: "Als Kinder des Gehorsams (gegen Gott) fallt nicht zurück."
- Im Heidentum.
- Über göttliche Dinge.
15 Sondern, wie der heilig ist, der euch berufen hat, so werdet auch ihr heilig in euerm ganzen Wandel!
16 Denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.1
- 3Mo 11:44-45, 19:2, 20:7.
17 Und wenn ihr den als Vater anruft, der unparteiisch jedem nach seinem Tun das Urteil spricht, dann wandelt auch in heiliger Scheu vor ihm, solange ihr noch hier auf Erden pilgert!1
- Wörtlich: "Beisassen seid." Der Beisasse hatte in dem Land, wo er wohnte, kein Bürgerrecht, wenn er auch unter dem Schutz der Staatsgesetze stand.
18 Denkt daran: nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold,1 seid ihr2 aus euerm nichtigen,3 von den Vätern ererbten Aufenthaltsort4 losgekauft worden,
- Vgl. 2Mo 3:22, 11:2, Ps 105:37.
- Wie einst die Israeliten aus der Knechtschaft Ägyptens.
- Euch nichts bietenden.
- Dem geistlichen Ägypten: der Welt mit ihrem Sündendienst, worin ihr während eurer heidnischen Zeit als Sklaven schmachtetet.
19 sondern mit einem kostbaren Blut, ähnlich dem eines fehllosen und unbefleckten Lammes.1
- 2Mo 12:5, 1Kor 5:7.
20 Dies Lamm ist Christus, der schon vor Grundlegung der Welt als solches ausersehen,1 aber erst jetzt an der Zeiten Ende erschienen ist zu euerm Heil.
- Von Gott; vgl. 2Mo 12:3,6.
21 Durch ihn glaubt ihr an Gott,1 der ihn von den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit verliehen hat, so daß ihr nun2 auf Gott vertraut und auf ihn hofft.3
- Christus hat den Glauben in euch gewirkt.
- Auf Grund der Auferstehung Christi.
- Der Gedanke kehrt zurück zu V13.
22 Weil ihr eure Seelen durch den Gehorsam gegen die Wahrheit gereinigt habt, so daß ihr ungeheuchelte Bruderliebe beweisen könnt, so liebt einander aus reinem Herzen und mit ganzer Kraft!
23 Ihr seid ja nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen wiedergeboren durch Gottes lebendiges, ewig bleibendes Wort.1
- Vgl. 1Jo 3:9.
24 Denn: Alles Fleisch1 ist wie Gras, und alle seine Herrlichkeit ist wie des Feldes Blume. Das Gras verdorrt, die Blume fällt ab;
- Alle Menschen.
25 das Wort des Herrn aber bleibt in Ewigkeit.1 Und dieses Wort ist euch verkündigt worden in der Heilsbotschaft.
- Jes 40:6-8.
Chapter 2
1 So legt nun alle Bosheit und alle Falschheit, jede Art von Heuchelei und Neid und alle Verleumdung von euch ab!
2 Gleich neugeborenen Kindlein seid begierig nach der unverfälschten Geistesmilch des Wortes! Dadurch sollt ihr hinanwachsen zur Errettung,
3 wenn ihr wirklich geschmeckt habt, daß der Herr gütig ist.1
- Ps 34:9.
4 Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein, der zwar von den Menschen verworfen, aber in Gottes Augen auserwählt und köstlich ist!1
- Vgl. Ps 118:22.
5 Laßt euch (auf diesem Grundstein) auch selbst als lebendige Steine erbauen zu einem geistlichen Haus! Dann seid ihr auch eine heilige Priesterschaft1 und fähig, geistliche Opfer darzubringen, die Gott durch Jesus Christus wohlgefällig sind.
- 2Mo 19:6.
6 Deshalb heißt es in der Schrift: Sieh, ich lege in Zion einen auserwählten, köstlichen Eckstein; wer auf ihn vertraut, soll nicht zuschanden werden.1
- Jes 28:16.
7 Euch also, die ihr (auf ihn) vertraut, wird das köstliche Gut1 (des Ecksteins) zuteil. Den Ungläubigen aber gilt das Wort: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden;2
- Das ewige Heil, das von dem köstlichen Eckstein ausgeht.
- Ps 118:22.
8 und er ist zugleich ein Stein, woran sie sich stoßen, und ein Fels, an dem sie zu Fall kommen.1 In ihrem Ungehorsam nehmen sie Anstoß an dem Wort, und dazu sind sie auch bestimmt.2
- Jes 8:14.
- Wer nicht glauben will, der muß Anstoß nehmen an der Heilsbotschaft; das ist unvermeidlich.
9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft,1 ein heiliges Volk,2 ein Volk des Eigentums,3 damit ihr die herrlichen Eigenschaften4 dessen verkündigt,5 der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.6
- Priester von königlicher Würde.
- 2Mo 19:5-6.
- Mal 3:17.
- Namentlich wohl Gottes Gnade und Weisheit, die sich in ihrer Berufung kundtun.
- Durch Wort und Wandel (vgl. V12).
- Der Berufende ist Gott.
10 Einst wart ihr kein Volk, nun aber seid ihr Gottes Volk. Einst wart ihr nicht in Gnaden, nun aber seid ihr begnadigt worden.1
- Vgl. Hos 2:23, Rö 9:25.
11 Geliebte, da ihr (hier auf Erden) Fremdlinge1 und Pilger2 seid, so ermahne ich euch: Haltet euch frei von fleischlichen Lüsten, die wider die Seele streiten!3
- Die hienieden kein Bürgerrecht haben.
- Die nach der himmlischen Heimat ziehen. Ps 39:13
- Indem sie die Seele aus ihrer sicheren Festung, aus ihrer Gemeinschaft mit Christus verdrängen wollen, damit sie das Heil verliere.
12 Führt einen guten Wandel unter den Heiden! Denn sie, die euch jetzt als Verbrecher schmähen, sollen durch eure guten Werke zu einer besseren Einsicht kommen und Gott preisen1 an dem Tag, da er sie mit seiner Gnade heimsuchen wird.2
- Vgl. Mt 5:16.
- So daß sie zur Erkenntnis der Wahrheit und zur Bekehrung kommen.
13 Fügt euch um des Herrn1 willen in jede Ordnung, die zum Wohl der Menschen dient!2 Gehorcht dem Kaiser als dem Oberherrn
- Christus.
- Vgl. Rö 13:1-7.
14 und seinen Statthaltern als denen, die von ihm gesandt werden,1 um die Verbrecher zu strafen, allen aber, die Gutes tun, lobende Anerkennung zu spenden.
- In die einzelnen Provinzen des römischen Reiches.
15 Denn das ist Gottes Wille, daß ihr durch gutes Verhalten die aus Unwissenheit entspringenden Verleumdungen der törichten Menschen zum Schweigen bringt.
16 Ihr seid frei.1 Doch hütet euch, mit eurer Freiheit böses Tun zu decken!2 Zeigt euch vielmehr als Gottes Knechte!3
- Als Kinder Gottes seid ihr frei vom Gesetz Moses, Ga 5:1 aber ihr seid nicht frei von allen Gesetzen.
- Vgl. Ga 5:13.
- Nur wenn Gottes Kinder auch als Gottes Knechte (wörtlich: als Gottes Sklaven oder Leibeigene) den Geboten Gottes willig und freudig folgen, nur dann können sie die Freiheit ihrer Gotteskindschaft recht gebrauchen. 1Kor 7:22
17 Habt vor allen Achtung! Liebt die Brüder! Fürchtet Gott! Ehrt den Kaiser!1
- Vgl. Spr 24:21.
18 Ihr Sklaven, gehorcht euren Herren mit aller gebührenden Ehrfurcht, und zwar nicht nur den guten und milden, sondern auch den verkehrten!1
- Den ungerechten und überstrengen.
19 Denn gerade das ist Gott gefällig, wenn einer ihm zuliebe Trübsal auf sich nimmt, obwohl er unschuldig leidet.
20 Denn was ist Rühmliches dabei, wenn ihr Böses tut und dafür Schläge hinnehmen müßt? Habt ihr aber trotz eures guten Verhaltens zu leiden und beweist ihr dabei Geduld, so ist das wohlgefällig in Gottes Augen.
21 Zu solchem1 Leiden seid ihr berufen. Hat doch auch Christus zu euerm Heil gelitten und euch dadurch ein Vorbild hinterlassen, damit ihr seinen Fußtapfen nachfolgt.
- Unschuldigen und geduldigen.
22 Er hat keine Sünde getan, und in seinem Mund ward kein Trug entdeckt.1
- Jes 53:9.
23 Er schalt nicht wieder, wenn er gescholten wurde; in seinem Leiden stieß er keine Drohungen aus;1 sondern er gab sich in die Hände dessen, der gerecht richtet.
- Er drohte nicht mit Gottes Strafgericht, sondern schwieg Jes 53:7, Mt 26:63, 27:14 oder betete für seine Feinde. Lu 23:34
24 Er hat unsere Sünden auf sich genommen und sie an seinem Leib auf das Kreuzesholz hinaufgetragen,1 damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben;2 durch seine Striemen seid ihr geheilt worden.3
- Jes 53:12, Ga 3:13, Kol 2:14.
- Rö 6:2-8, 8:2-6.
- Jes 53:5.
25 Denn ihr gingt einst wie Schafe1 in die Irre; nun aber habt ihr den Irrweg verlassen und euch gewandt zu dem Hirten und Wächter eurer Seelen.2
- Die keinen Hirten haben. Jes 53:6
- In dem Brief des römischen Bischofs Klemens an die Korinther heißt Jesus Christus "der Hohepriester und Beschützer unserer Seelen" (Clem. Rom. 1. Cor. 61,3). Vgl. Heb 13:17.
Chapter 3
1 Auch ihr Frauen, seid euern Männern untertan,1 damit selbst solche Männer, die dem Wort2 ungehorsam sind,3 durch den Wandel ihrer Frauen ohne Unterweisung4 gewonnen werden,5
- Der Inhalt des Abschnittes 2,17-3,7 läßt sich kurz so zusammenfassen: Seid treu in allen euern Pflichten: im allgemeinen (2,17) und im besonderen als Sklaven und als Ehegatten (2,18-3,7).
- Der Frohen Botschaft.
- Weil es bisher noch keinen entscheidenden Eindruck auf sie gemacht hat.
- Ohne daß die Frauen über die Wahrheiten des Glaubens besonders zu ihren Männern reden.
- Für das Christentum.
2 wenn sie sehen, wie rein ihr wandelt und (wie ihr euch dabei) in Ehrfurcht (euern Männern) unterordnet.
3 Die Frauen sollen sich nicht äußerlich putzen: sich nicht künstlich die Haare flechten, kein Goldgeschmeide anlegen und keine köstlichen Kleider tragen;
4 sondern ihr Schmuck sei der verborgene Mensch, der seinen Sitz im Herzen1 hat und sich in einem sanften, stillen Geist zeigt. Ein solcher Schmuck hat unvergänglichen Wert und ist köstlich in Gottes Augen.
- In der inneren Gesinnung.
5 Ebenso haben sich ja auch einst die heiligen Frauen geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und sich ihren Männern unterordneten.
6 So war Sara dem Abraham gehorsam und nannte ihn Herr.1 Ihre Töchter seid ihr, wenn ihr gutes tut und euch durch keine Furcht in der Erfüllung eurer Pflicht beirren laßt.2
- 1Mo 18:12.
- Vgl. Spr 3:25.
7 Ihr Männer desgleichen: geht mit euern Frauen verständig um; sie sind ja das schwächere Geschlecht! Behandelt sie mit Achtung — denn sie sind auch Miterben der Gnadengabe des (ewigen) Lebens —, sonst verschließt ihr euern Gebeten den Weg (zum Thron Gottes)!
8 Endlich: seid alle eines Sinnes, habt Mitgefühl, zeigt Bruderliebe, seid barmherzig und demütig!
9 Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort; im Gegenteil: segnet! Ihr seid ja dazu berufen, Segen zu ererben.
10 Denn: Wer sich des Lebens freuen will und gute Tage sehen, der halte seine Zunge fern vom Bösen und seine Lippen von den Lügenreden.
11 Er wende sich vom Bösen ab und tue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach!
12 Denn des Herrn Augen schauen (mit Wohlgefallen) auf die Gerechten, und seine Ohren hören ihr Gebet. Des Herrn Antlitz aber blickt (im Zorn) auf die Übeltäter.1
- Ps 34:13-17.
13 Wer könnte euch schaden, wenn ihr dem Guten nachstrebt?
14 Ja selbst dann, wenn ihr um der Gerechtigkeit willen leiden müßt, seid ihr selig zu preisen.1 Fürchtet euch nicht wie eure Widersacher2 und erschreckt nicht!3
- Mt 5:10.
- Die Heiden meiden das Böse aus Furcht vor Strafe oder äußeren Nachteilen.
- Jes 8:12.
15 Habt vielmehr vor dem Herrn Christus in euern Herzen heilige Ehrfurcht!1 Seid auch stets bereit, jedem Antwort zu geben, der über die Hoffnung, die in euch lebt, Rechenschaft von euch fordert!
- Jes 8:13.
16 Antwortet aber mit Sanftmut1 und Ehrfurcht!2 Habt dabei ein gutes Gewissen,3 damit die, die euern guten Wandel in der Nachfolge Christi schmähen, mit ihren Verleumdungen zuschanden werden!
- Nicht mit leidenschaftlichem Eifer.
- Besonders der Obrigkeit gegenüber.
- So daß das Bekenntnis eures Mundes nicht durch euern Wandel Lügen gestraft wird.
17 Denn besser ist's, ihr leidet, wenn es Gottes Wille ist, wegen guter Taten, als weil ihr Böses tut.
18 Auch Christus hat ja ein für allemal um der Sünden willen für uns den Tod erlitten — der Gerechte für die Ungerechten —, damit er uns in die Gemeinschaft Gottes führe. Und zwar ist er getötet worden dem Fleisch1 nach, aber lebendiggemacht dem Geist nach.2
- Seiner sterblichen Menschheit.
- D.h.: gleich nach seinem Tod, also noch vor seiner Auferstehung, wurde Christus nach seinem menschlichen Geist in jenen neuen Lebenszustand versetzt, in den er nach Geist, Seele und Leib durch die Auferstehung von den Toten eingetreten ist.
19 Im Geist1 ist er dann hingegangen und hat den Geistern im Gefängnis (des Totenreichs) gepredigt.
- In diesem lebendiggemachten Geist.
20 Die waren einst ungehorsam, als Gottes Langmut in den Tagen Noahs während des Baues der Arche geduldig (auf die Bekehrung der Menschen) wartete.1 In dieser Arche wurden nur wenige, im ganzen acht Seelen,2 durch das Wasser am Leben erhalten.3
- Sie waren also nicht ungehorsam im Augenblick des Todes, als sie Gottes Gericht in der Sintflut erdulden mußten, sondern nur während des Baues der Arche in der Gnadenfrist der 120 Jahre. 1Mo 6:3
- 1Mo 7:7.
- Das Wasser der Sintflut wurde für die Bewohner der Arche ein Rettungsmittel, insofern als es die Arche über alle Fährlichkeiten hinwegtrug. vgl. 1Mo 7:17
21 Das Gegenbild dieses Wassers, die Taufe, bringt euch auch jetzt Errettung.1 Da wird jedoch keine äußere Unreinigkeit entfernt, sondern ihr legt2 Gott das Gelübde ab, mit reinem Gewissen vor ihm zu wandeln in der Kraft der Auferstehung Jesu Christi.3
- Vgl. Tit 3:5.
- Bei der Taufe.
- Vgl. Rö 6:4,11, Kol 2:12.
22 Der sitzt nun nach seinem Eingang in den Himmel1 zur Rechten Gottes, und ihm gehorchen dort die Gewalten und Mächte der Engelwelt.2
- Dem Eingang in den Himmel ging voraus der Eingang in das Totenreich (V19).
- Eph. 1,20f.
Chapter 4
1 Da nun Christus zu unserem Heil dem Fleisch nach gelitten hat,1 so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung!2 — Denn wer dem Fleisch nach gelitten hat,3 der hat mit der Sünde nichts mehr zu schaffen4 —.
- Vgl. 3,18.
- Die Christus in seinem Leiden bewiesen hat.
- Und zwar in Christi Gesinnung.
- Ein Allgemeinsatz wie Rö 6:7. Der Sinn ist wohl: wer in Christi Nachfolge und im Aufblick zu ihm äußerlich leidet, der hat auch innerlich mit der Sünde keine Gemeinschaft mehr.
2 Ihr sollt ja die noch übrige Zeit eures irdischen Lebens nicht mehr nach der Menschen Lüsten, sondern nach Gottes Willen zubringen.
3 Ihr habt doch in den vergangenen Tagen wahrlich Zeit genug damit vergeudet, den heidnischen Leidenschaften zu frönen durch einen Wandel in Ausschweifungen, Lüsten, Trunksucht, Schmausereien, Zechgelagen1 und schändlichem Götzendienst.
- Vgl. Rö 13:13.
4 Das befremdet die Leute1 nun, daß ihr jetzt nicht mit ihnen in demselben Strom des Lasters schwimmt, und deshalb lästern sie euch.
- Die Heiden, eure früheren Genossen.
5 Dafür aber sollen sie Rechenschaft geben dem, der bereitsteht, Lebendige und Tote zu richten.
6 Darum ist ja auch Toten1 die Heilsbotschaft verkündigt worden, daß sie, die nach Menschenlos2 am Fleisch gerichtet3 waren, im Geist nach Gottes Erbarmen lebten.
- Den Geistern im Gefängnis (3,19).
- Das Los des gefallenen Menschen ist der Tod.
- Indem sie wegen ihres Ungehorsams (3,20) den Tod erdulden mußten.
7 Das Ende aller Dinge steht vor der Tür. Darum seid mäßig und nüchtern, damit ihr beten könnt!1
- Vgl. Mt 26:41, Lu 21:36.
8 Vor allem habt einander herzlich lieb, denn die Liebe deckt1 eine Menge Sünden2 zu!3
- In vergebender Milde und Barmherzigkeit.
- Bei dem Nächsten.
- Spr 10:12.
9 Seid gastfrei gegeneinander ohne Murren!1
- Über Unruhe und Belästigung.
10 Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat! So ziemt es sich für gute Haushalter der mannigfachen Gnade, die Gott schenkt.1
- 1Kor 4:1, Mt 25:14-19.
11 Redet jemand,1 so seien seine Worte wie Aussprüche Gottes! Dient jemand,2 der richte sein Werk aus in der Kraft, die Gott verleiht! So soll in allen3 Gott verherrlicht werden durch Jesus Christus. Ihm gebührt die Herrlichkeit und Macht in alle Ewigkeit. Amen.
- Als Prophet oder Lehrer.
- Nach dem Wortlaut ist hier wohl zunächst an den Diakon zu denken, ohne daß natürlich die anderen Amtsträger ausgeschlossen wären. Rö 12:7
- Dienern (und Gliedern) der Gemeinde.
12 Geliebte, seid nicht erstaunt über die Feuerglut (der Leiden), die jetzt zu eurer Läuterung unter euch brennt. Damit widerfährt euch nichts Absonderliches.
13 Im Gegenteil; je mehr ihr an den Leiden Christi1 teilnehmt, desto größer sei eure Freude! Dann könnt ihr auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jauchzen und jubeln.
- Vgl. Kol 1:24, Php 3:10, 2Kor 1:5.
14 Schmäht man euch, weil ihr Christi Namen tragt, so seid ihr selig zu preisen.1 Denn der Geist, der euch die Herrlichkeit verbürgt2 und Kraft verleiht — Gottes Geist —, der ruht auf euch.3
- Vgl. Mt 5:11.
- Vgl. Rö 8:23, 2Kor 5:5.
- Und stärkt euch in euern Leiden.
15 Niemand unter euch darf leiden, weil er etwa mordet, stiehlt oder sich sonst vergeht, auch nicht, weil er sich unbefugt in fremde Angelegenheiten mischt.1
- Hier ist wohl zunächst an unkluge christliche Eiferer zu denken, die heidnische Sitten und Gebräuche unbefugt tadelten oder abstellen wollten. Später kam es öfter vor, daß Christen in solchem fleischlichen Eifer heidnische Götzenbilder zerschlugen.
16 Muß aber jemand leiden, weil er ein Christ ist, so braucht er sich nicht zu schämen; er preise vielmehr Gott (voll Dank) dafür, daß er seinen Namen1 trägt.
- Den Christennamen.
17 Denn die Zeit ist da, da das Gericht seinen Anfang nimmt bei dem Haus Gottes.1 Fängt's aber an bei uns, was für ein Ende müssen dann die nehmen, die Gottes Heilsbotschaft nicht glauben wollen?
- Gottes Haus ist die Kirche. Durch dieses Gericht, womit Leiden um des Glaubens willen verbunden sind, tritt eine Scheidung zwischen den Treuen und den Untreuen ein. vgl. Hes 9:6, Jer 25:29
18 Und wird der Gerechte nur mit genauer Not errettet, wo wird da der Gottlose und Sünder bleiben?1
- Aus Spr 11:31 nach LXX
19 So mögen denn alle, die nach Gottes Willen leiden, dem Schutz des treuen Schöpfers ihre Seelen anbefehlen, indem sie Gutes tun.
Chapter 5
1 Ich richte nun meine Ermahnung an die Ältesten, die unter euch arbeiten — ich bin ein Ältester wie sie; ich habe die Leiden Christi als Augenzeuge gesehen1 und soll auch teil empfangen an der Herrlichkeit, die sich offenbaren wird —:
- In Gethsemane und vor dem Hohen Rat.
2 Weidet die euch anbefohlene Herde Gottes — nicht aus Zwang,1 sondern aus innerem Herzensdrang, wie es Gott gefällt; nicht aus schnöder Gewinnsucht, sondern mit Lust und Liebe!
- Aus bloßem Pflichtgefühl.
3 Tretet nicht als Herren auf in euern Gemeinden,1 sondern werdet Vorbilder der Herde!
- Vgl. 2Kor 1:24.
4 Dann werdet ihr bei der Erscheinung des Oberhirten1 als Ehrenkranz aus unverwelklichen Blumen die Herrlichkeit empfangen.
- Christus.
5 Ebenso ihr jüngeren Leute:1 gehorcht euern Ältesten!2 Ihr alle insgesamt,3 tragt im Verkehr miteinander den Sklavenschurz der Demut.4 Denn: Gott widersteht den Stolzen, den Demütigen aber gibt er Gnade.5
- Die mehr als ältere zum Eigenwillen geneigt sind.
- Oder: geistlichen Vorstehern.
- Alle Christen ohne Unterschied.
- Vgl. Joh 13:4,5,14.
- Aus Spr 3:34 nach LXX
6 So demütigt euch denn unter Gottes gewaltige Hand,1 damit er euch erhöhe, wenn die rechte Stunde gekommen ist!
- Die euch Leiden auferlegt.
7 Werft alle eure Sorge auf ihn,1 denn er nimmt sich euer an!
- Aus Ps 55:23 nach LXX
8 Seid nüchtern und wachsam!1 Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein2 brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.
- Vgl. Mr 14:37-41.
- Vor Gier und Hunger.
9 Dem widersteht in Glaubensfestigkeit und denkt daran,1 daß eure Brüder in der ganzen Welt dieselben Leiden zu erdulden haben!
- Damit ihr Geduld und Ergebung lernt.
10 Gott aber, der Spender aller Gnade, der euch in Christi Jesu Gemeinschaft dazu berufen hat, nach einer kurzen Leidenszeit in seine ewige Herrlichkeit einzugehen, der wir euch vollbereiten, stärken, kräftigen und festgründen.1
- Vgl. Off 3:12.
11 Sein ist die Herrlichkeit und Macht in alle Ewigkeit! Amen.
12 Durch Silvanus, den treuen Bruder, schreibe ich euch diesen Brief; mir scheint, er ist nur kurz. Ich erinnere und bezeuge euch darin: die rechte Gnade Gottes ist euch zuteil geworden. Darin steht fest!
13 Die Miterwählte in Babylon1 und mein Sohn Markus2 lassen euch grüßen.
- D.h. die christliche Gemeinde in Rom.
- Petrus nennt Markus, den Verfasser unseres zweiten Evangeliums, seinen Sohn, weil er ihn zum Glauben an Christus geführt hat.
14 Grüßt einander mit dem Kuß der Liebe!1 Friede sei mit euch allen, die ihr in Christi Gemeinschaft steht!
- Vgl. 1Th 5:26, 1Kor 16:20.