Chapter 1
1 1 Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war gott (Gott, göttlich).
- [Status: Ungeprüft]
2 Er (Dieser; Es) war am Anfang bei Gott.
3 Alles ist durch ihn entstanden, und unabhängig von (ohne) ihm ist nicht ein [Ding] entstanden. Was
4 in ihm (durch ihn) entstanden war,1 war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen –
- Was in ihm entstanden war „Was entstanden war“ (Pf.) gehört noch zu V. 3. Alternativ lässt sich das Ende von V. 3 auch so übersetzen: „unabhängig von ihm ist nicht ein [Ding] entstanden, das entstanden ist.“ Eine weitere Alternativübersetzung ist möglich: „Was entstanden war, war Leben in ihm/darin war Leben.“ Die gewählte Übersetzung entspricht den poetischen Merkmalen des Johannesprologs am besten und ist die Verbreitetste (Brown, ²1987, 6f.).
5 und das Licht scheint in der Dunkelheit, und die Dunkelheit hat es nicht überwunden (verstanden, aufgenommen; kann es nicht überwinden)1.
- kann es nicht überwinden So bei Interpretation als gnomischer Aorist.
6 Ein Mensch trat auf (Es war ein Mensch/gab einen Menschen), gesandt von Gott, namens Johannes1,
- namens Johannes W. „Ihm [war der] Name Johannes.“
7 der kam als (zum) Zeugnis, um (damit) als Zeuge über das Licht aufzutreten (auszusagen; Zeugnis zu geben; Zeuge zu sein), damit alle durch ihn (es) glauben werden.
8 Er selbst (Jener, der Genannte) war nicht das Licht, vielmehr (sondern) [war es seine Aufgabe], {um} als Zeuge für das Licht aufzutreten (auszusagen über; Zeugnis zu geben; Zeuge zu sein).
9 Das (Es/da war das) wahre Licht, das alle Menschen beleuchtet (erleuchtet, erhellt), kam in (das … kam) in die Welt.
10 Er (es)1 war in der Welt, und die Welt ist durch ihn entstanden, aber (und) die Welt erkannte (erkannte an, kannte) ihn nicht.
- Er D.h. das Licht, das hier personifiziert ist. Weil das „Licht“ im Griechischen (wie im Deutschen) neutral ist und viele neutrale Pronomina den maskulinen entsprechen, kann Johannes lange zweideutig formulieren. Erst mit „ihn“ in V. 10 und 11 wird klar, dass er das Licht maskulin gebraucht und personifiziert. Es ist natürlich von Jesus die Rede.
11 Er kam zu den Seinen (zu/in sein Eigentum), aber (und) die Seinen hießen ihn nicht willkommen (nahmen ihn nicht auf).
12 Aber denjenigen, die ihn aufnahmen (empfingen), gab er das Vorrecht (Erlaubnis, Vollmacht), Kinder Gottes zu werden: denen, die an seinen Namen glaubten (glauben),1
- denen, die an seinen Namen glauben (glaubten) Subst. Ptz., als Relativsatz aufgelöst.
13 die nicht von (aus) Blutes, noch von (aus) fleischlichem Willen, noch von (aus) menschlichem Willen1, sondern von (aus) Gott geboren (gezeugt) sind.
- fleischlichem Willen (W. „Willen [des] Fleisches“) und menschlichem Willen (W. „Willen eines Mannes/Menschen“): epexegetischer bzw. subjektiver Genitiv.
14 Und das Wort wurde Fleisch und lebte (wohnte) unter (bei) uns, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, Herrlichkeit wie (als) [die des] einzigartigen (einzigen, eingeborenen) [Sohnes], vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
15 Johannes verbürgte sich für ihn (trat als sein Zeuge auf, bezeugte ihn) und rief die Worte (indem/als er sagte; sagend)1: „Der hier ist es, den ich meinte (von dem ich sagte): »Der nach mir gekommen ist (kommt), ist vor mich gekommen (wichtiger als ich geworden; vor mir entstanden/gewesen; mir voraus), denn er war vor mir.«“
- die Worte (sagend) Sinngemäße Wiedergabe des modalen adv. Ptz. λέγων, dessen Zweck die Markierung des Inhalts wörtlicher Rede ist. Nach „rief“ ist im Deutschen kein zweites solches Wort nötig.
16 Denn von seinem Reichtum (Überfluss, Fülle) haben wir alle [etwas] erhalten: Gnade über ((im Austausch((im Austausch) für) Gnade!
17 Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben worden, [doch] die Gnade und die Wahrheit sind durch Jesus [Wirklichkeit] geworden (entstanden).
18 Niemand hat Gott jemals gesehen. [Der] einzigartige (einzige) Gott (Sohn)1 ([Der] einzigartige [Sohn], Gott),2 der ganz nah (an der Seite, am Busen) des Vaters ist, der hat sich ([ihn]) gänzlich bekannt gemacht.
- Gott (Sohn) Textkritik: NA28 liest mit P66, P75, Aleph, B, C, 33 u.e. Kirchenvätern und alten Übersetzungen θεός "Gott", alle anderen Handschriften υἱός "Sohn". Da "Sohn" mit "einzigartig" eher zu erwarten wäre, als Jesus direkt als Gott zu bezeichnen, ist es wahrscheinlicher, dass ein ursprüngliches "Gott" irgendwie zu "Sohn" wurde und nicht umgekehrt. Das könnte z.B. auf einen Abschreibfehler zurückzuführen sein. Andererseits passt Sohn besser zu Vater (zweite Vershälfte), was wiederum darauf hinweisen könnte, dass Gott später kam. Weil beide Wörter schon in den ältesten erhaltenen Handschriften als Nomina Sacra (nur Anfangs- und Endbuchstabe mit einem Strich darüber) erscheinen, wäre das der Unterschied zwischen Θ und Υ. Allerdings erklärt das nicht die ungelenke Syntax und den sehr häufig eingefügten Artikel "der" vor "einzige Sohn". Gott erhält als schwierigere, extern leicht besser bezeugte Lesart den Vorzug.
- [Der] einzige (einzigartige) Gott (Sohn) Die Syntax ist hier kompliziert. Zur textkritischen Entscheidung zwischen Gott und Sohn s. die vorherige Fußnote. Die gegenwärtige Übersetzung geht
19 Und dieses ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten (zu ihm)1 die sandten, damit sie ihn fragen: „Du, wer bist Du?“
- NA27 klammert πρὸς αὐτὸν (zu ihm) ein. Es gibt sowohl wichtige Textzeugen, in denen diese Worte fehlen (z.B. P66*, P75), wie auch solche, die sie enthalten (z.B. B).
20 Und er bekannte und leugnete nicht, und bekannte {daß}: „Ich bin nicht der Christus.“
21 Und sie fragten ihn: „Was also? Bist Du Elija?“ Und er sagt: „[Der] bin ich nicht.“ „Bist Du der Prophet?“ Und er antwortete: „Nein.“
22 Sie sagten ihm also: „Wer bist Du? Damit wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst Du über Dich selbst?“
23 Er sagte: „Ich bin eine Stimme, die in der Wüste (Einöde) ruft: 'Macht gerade den Weg des Herrn', wie Jesaja der Prophet sagte.“
24 Und [einige] Abgesandte waren aus (von) den Pharisäern.
25 Und sie fragten ihn und sagten ihm: „Was also taufst Du, wenn Du nicht der Christus bist, und nicht Elija und nicht der Prophet?“
26 {Der} Johannes antwortet ihnen sagend: „Ich taufe mit (in) Wasser. Unter Euch steht [der], den Ihr nicht kennt,
27 der nach mir Kommende, dessen Schuhriemen (dessen Riemen der Sandale) zu lösen ich nicht wert bin.“
28 Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo {der} Johannes taufte.
29 Am nächsten Tag sieht er {den} Jesus auf sich zukommen (zu ihm kommen) und sagt: „Sieh das Lamm Gottes, das wegnimmt (hinwegnimmt, trägt) die Sünde der Welt.
30 Dieser ist es, über den ich gesagt habe: 'Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus war, weil er vor mir war.'1
- Cf. Vers 15.
31 Auch ich kannte ihn nicht, aber damit er {dem} Israel bekannt (offenbart) werde, deshalb bin ich gekommen, mit (in) Wasser zu taufen.“
32 Und Johannes bezeugte {sagend daß}: „Ich habe den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabsteigen sehen, und er blieb (verweilte) auf ihm.
33 Auch ich kannte ihn nicht, aber [der,] der mich gesandt hat, mit (in) Wasser zu taufen, {jener} sagte mir: 'Auf wen immer Du den Geist herabsteigen und verweilen (bleiben) siehst, dieser ist der mit (in) heiligem Geist Taufende.'
34 Und ich habe gesehen und habe bezeugt, daß dieser der Erwählte (Sohn)1 Gottes ist.“
- Die meisten Textzeugen haben υἱὸς (Sohn), nur einige wenige haben ἐκλεκτός (Erwählte). Für eine gute Zusammenfassung der Gründe, die trotzdem für die Lesart ἐκλεκτός sprechen, cf. John F. McHugh, John 1-4: A Critical and Exegetical Commentary, S. 141-143.
35 Am nächsten Tag stand {der} Johannes wiederum [da] und zwei seiner Jünger,
36 und wie er {den} Jesus entlanggehen sieht, sagt er: „Sieh das Lamm Gottes.“
37 Und seine (die)1 zwei (beiden) Jünger hörten ihn sprechen und folgten Jesus.
- Der griechische Text ist zweideutig, da αὐτοῦ sich sowohl auf οἱ δύο μαθηταὶ (dann „seine zwei Jünger“) als auch auf λαλοῦντος (dann „die beiden Jünger“) beziehen kann.
38 Wie sich {der} Jesus aber umwended und sieht, daß sie ihm folgen, sagt er ihnen: „Was sucht ihr?“ Die aber sagten ihm: „Rabbi – das heißt übersetzt Lehrer –, wo wohnst Du (hältst Du Dich auf)?“
39 Er sagt ihnen: „Kommt und seht.“ Sie kamen also und sahen, wo er wohnt (sich aufhält), und blieben bei ihm jenen Tag (hielten sich jenen Tag bei ihm auf). Das war um die (ungefähr die) zehnte Stunde.
40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von der beiden, die {von} Johannes gehört hatten und [Jesus] {ihm} gefolgt waren.
41 Dieser findet zuerst den Bruder, den eigenen, Simon und sagt ihm: „Wir haben den Messias – das heißt übersetzt Christus – gefunden.“
42 Er führte ihn zu Jesus. Wie er ihn sieht, sagte Jesus: „Du bist Simon, der Sohn [des] Johannes; Du wirst Kephas – {was} übersetzt {wird} Petrus (Fels) – genannt werden (heißen).“
43 Am nächsten Tag wollte er nach Galiäa gehen (weggehen). Und er findet Philippus und {der} Jesus sagt ihm: „Folge mir.“
44 {Der} Philippus aber war von Betsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus.
45 Philippus findet den Nathanaël und sagt ihm: „Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz geschrieben hat und die Propheten, Jesus, Sohn des Josef, den von Nazaret.“
46 Und Natanaël sagte ihm: „Aus Nazaret kann [(also)]1 etwas Gutes sein (kommen)?“ {Der} Philippus sagt ihm: „Komm und sieh.“
- Die Antwort Nathanaëls ist nicht notwendigerweise skeptisch zu verstehen. Cf. John F. McHugh, John 1-4: A Critical and Exegetical Commentary, S. 160 f.
47 {Der} Jesus sah den Nathanaël auf sich zukommen und sagt über ihn: „Sieh, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Hinterlist (kein Betrug, nichts Unehrliches, nichts Falsches, keine Falschheit) ist.“
48 Nathanaël sagt ihm: „Woher kennst Du mich?“ Jesus antwortete und sagte ihm: „Bevor Dich Philippus rief, habe ich Dich unter dem Feigenbaum gesehen (Dich gesehen, wie Du unter dem Feigenbaum warst).“
49 Nathanaël antwortete ihm: „Rabbi, Du bist der Sohn {des} Gottes, Du bist [der] König Israels.“
50 Jesus antwortete und sagte ihm: „Weil ich Dir gesagt habe, daß ich Dich unter dem Feigenbaum sah, glaubst Du?1 Du wirst größere Dinge als diese sehen.“
- Kann auch als Aussagesatz übersetzt werden. Cf. John F. McHugh, John 1-4: A Critical and Exegetical Commentary, S. 164.
51 Und er sagt ihm: „Amen, Amen, (Wahrlich, wahrlich) sage ich Euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet (offen) sehen und die Engel (Boten) Gottes auf den (über dem) Sohn des Menschen auf- und niedersteigen.“
Chapter 2
1 1 Und am dritten Tag fand eine Hochzeit in (zu) Kana in Galiläa (im galiläischen Kana) statt, und die Mutter Jesu war dort.
- [Status: Ungeprüft]
2 Aber auch (sowohl) {der} Jesus und (als auch) seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen (gerufen).
3 Und als der Wein ausgegangen war, sagt die Mutter Jesu zu ihm: „Sie haben keinen Wein.“
4 Und {der} Jesus sagt ihr: „Welche besondere Beziehung gibt es zwischen Dir und mir, Frau [, daß Du damit zu mir kommst]?1 Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“
- Bei dem Ausdruck Τί ἐμοὶ καὶ σοί handelt es sich um einen semitisch-biblischen ideomatischen Ausdruck, der in der Regel eine (scharfe oder auch einfach sachliche) Zurückweisung eines Anspruchs oder einer einen selbst betreffenden Handlung eines anderen ausdrückt. Wörtlich wird in dieser Formulierung auf die Beziehung abgehoben, die einen entsprechenden Anspruch/ein entsprechendes Handeln/Verhalten nicht rechtfertigt. γύναι (Frau) ist durchaus respektvoll, aber ungewöhnlich als Anrede eines Sohns gegenüber der Mutter. Cf. John F. McHugh, John 1-4: A Critical and Exegetical Commentary, S. 176, 180-182.
5 Seine Mutter sagt den Dienern: „Was immer er Euch sagt, [das] tut.“
6 Es standen (lagerten) aber dort – zum Zweck der (zur) Reinigung (für das Reinigungsritual) [(entsprechend dem Brauch)] der Juden – sechs steinerne Wasserkrüge, die jeder zwei oder drei Maß1 fassten.
- Da das attische Maß fast 40 Litern entspricht, fasste jeder der Krüge also zwischen (knapp) 80 und 120 Liter.
7 Jesus sagt ihnen: „Füllt die Wasserkrüge mit Wasser.“ Und sie füllten sie bis oben [an].
8 Und er sagt ihnen: „Schöpft jetzt und bringt [das Geschöpfte] dem Tafelmeister (Verantwortlichen für das Festmahl, Vorsitzenden der Festtafel).“ Die aber brachten [es ihm].
9 Wie aber der Tafelmeister (Verantwortliche für das Festmahl, Vorsitzende der Festtafel) das Wasser, das Wein geworden war, kostete, und nicht wußte, woher es war (ist) – die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wußten [es] – ruft der Tafelmeister (Verantwortliche für das Festmahl, Vorsitzende der Festtafel) den Bräutigam
10 und sagt ihm: „Jeder Mensch serviert zuerst den guten Wein, und wenn sie (die Gäste) betrunken sind, den schlechteren. Du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten (aufbewahrt).“
11 Diesen Anfang der Zeichen machte (setzte) {der} Jesus in (zu) Kana in Galiläa (im galiläischen Kana) und er offenbarte seine Herrlichkeit und seine Jünger glaubten an ihn.
12 Danach ging er nach Kafarnaum hinab, und [auch] seine Mutter und seine Brüder und Jünger, und dort blieben sie einige wenige Tage.
13 Und das Pascha (Paschafest) der Juden war nahe, und Jesus ging nach Jerusalen hinauf.
14 Und er fand im Tempel die Verkäufer von Rindern und Schafen und Tauben und die Geldwechsler dasitzen.
15 Und er machte eine Peitsche aus Stricken und warf alle1 aus dem Tempel heraus, und auch (ebenso) (sowohl) die Schafe und (wie) die Rinder, und das Wechselgeld der Geldwechsler schüttete er aus (auf den Boden) und die Tische warf er um.
- D.h. alle Händler.
16 Und denen, die die Tauben verkauften, sagte er: „Tragt (bringt) diese Dinge von hier weg, macht das Haus meines Vater nicht zu einem Kaufhaus (Haus eines Handelsplatzes).“
17 Seine Jünger erinnerten sich, daß geschrieben ist (steht): „Der Eifer für Dein Haus wird mich verzehren.“1
- Cf. Ps 69,10a. Das Zitat ist fast wörtlich aus der Septuaginta übernommen: Nur der Aorist κατέφαγέν (eine Vergangheitsform) von „verzehren“ ist in das Futur καταφάγεταί geändert.
18 Die Juden also antworteten und sagten ihm: „Welches Zeichen zeigst Du uns, da Du solche Dinge tust (das bestätigt, daß Du berechtigt bist, solche Dinge zu tun)?“
19 Jesus antwortete und sagte ihnen: „Zerstört (löst) diesen Tempel und in drei Tagen werde ich ihn (wieder) aufrichten.“
20 Sagten also die Juden: „[In] sechsundvierzig Jahren wurde dieser Tempel erbaut, und Du wirst (willst) ihn in drei Tagen aufrichten (wiederaufrichten, wiedererrichten)?“
21 Jener aber sprach über den Tempel seines Körpers.
22 Als er also von (aus) den Toten auferweckt worden (erstanden, auferstanden) war, erinnerten sich seine Jünger, daß er dieses gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesagt hatte.
23 Als er aber in Jerusalem während des Paschas (Paschafestes), während des Festes war, kamen viele zum Glauben (glaubten viele) an seinen Namen, da sie die Zeichen sahen, die er tat.
24 Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, da er alle kannte
25 und weil er es nicht nötig hatte, daß einer Zeugnis gebe über den Menschen, selbst nämlich wußte (erkannte) er, was in dem Menschen war.
Chapter 3
1 1 Es war {aber} ein Mensch von (aus) den Pharisäern, Nikodemus war sein Name, [einer] der Mächtigen (Alten, Oberen) der Juden.
- [Status: Ungeprüft]
2 Dieser kam nachts zu ihm und sagte zu ihm: Lehrer (Rabbi), wir wissen, dass du von Gott gekommen bist, ein Lehrer. Denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, wenn nicht Gott mit ihm sei.
3 Jesus antwortete und sagte zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wer nicht von neuem geboren wird, kann das Königreich Gottes nicht sehen.
4 Nikodemus sagt zu ihm: Wie kann ein Mensch gezeugt (geboren) werden, wenn er ein Greis ist? Kann er etwa zum zweiten mal (erneut) in den Mutterleib hineingehen und geboren werden?
5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Königreich Gottes eingehen.
6 Das Gezeugte aus dem Fleisch ist Fleisch; und das Gezeugte aus dem Geist ist Geist.
7 Wundere dich nicht, wenn ich dir sagte: Es ist nötig, dass ihr von neuem geboren werdet.
8 Der Geist weht, wo er will, und seine Stimme hörst du zwar, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder aus dem Geist Geborene (Gezeugte).
9 Nikodemus antwortete und sagte zu ihm: Wie kann dies geschehen?
10 Jesus antwortete und sagte zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und weißt dies nicht?
11 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Das, was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, bezeugen wir, und unser Zeugnis nehmt ihr nicht an.
12 Wenn ich euch das Irdische sage und ihr glaubt nicht, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch das Himmlische sage?
13 Niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel, als nur derjenige, der aus dem Himmel herabgekommen ist, nämlich der Sohn des Menschen.
14 Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöhte, so ist es nötig, dass der Menschensohn erhöht wird,
15 damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
16 So nämlich hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
17 Denn Gott hat den Sohn nicht in die Welt geschickt (gesandt), damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet. Wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzig geborenen (eingeborenen) Sohnes Gottes geglaubt hat.
19 Dies aber ist das Urteil (das Gericht), daß das Licht in die Welt kam und die Menschen die Dunkelheit (Finsternis) mehr liebten als das Licht – ihre Werke waren nämlich böse (schlecht).
20 Jeder nämlich, der das Schlechte tut (zu tun pflegt), haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt (öffentlich gemacht und gerügt/verurteilt) werden.
21 Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit seine Taten offenbar (sichtbar, bekannt) werden, [und offenbar wird,] daß sie in Gott (mit Gottes Hilfe, nach Gottes Willen) getan (vollbracht, gewirkt) sind.
22 Danach kamen {der} Jesus und seine Jünger in das Land Judäa, und dort verweilte er mit ihnen und taufte.
23 Aber auch {der} Johannes taufte [damals] in Änon nahe Salims, weil es dort viel Wasser gab, und Leute kamen (hinzu) und ließen sich taufen (wurden getauft).
24 Johannes war (lag) nämlich noch nicht ins (im) Gefängniss geworfen (worden).
25 Es kam also zu einer Diskussion (einer Auseinandersetzung, einem Wortgefecht) ausgehend von (unter, zwischen) den Jüngern (einigen der Jünger) [des] Johannes und (mit) einem Juden über die Frage der (über die) Reinigung.
26 Und sie kamen zu {dem} Johannes und sagten ihm: „Rabbi, der [Mann], der mit Dir auf der anderen Seite des Jordans war, über (für) den Du Zeugnis gegeben hast, sieh, dieser tauft und alle kommen zu ihm.“
27 Johannes antwortete und sagte: „Ein Mensch kann [sich] nichts (nicht einmal eine einzige Sache) nehmen, wenn es (sie) ihm nicht aus dem (vom) Himmel gegeben ist (wird).
28 Ihr selbst seid meine Zeugen (bezeugt mir), daß ich gesagt habe: »Nicht bin ich der Christus (Messias), sondern {daß} ein Bote (Gesandter) bin ich vor ihm (jenem).«
29 Wer die Braut hat, [der] ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht (steht) und ihn hört, freut sich mit Freude wegen der Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist also jetzt erfüllt (vervollständigt).
30 Jener muß wachsen, ich aber kleiner werden (abnehmen).“1
- Die meisten modernen Exegeten und Bibelübersetzungen lassen die Rede des Johannes hier enden. Was folgt ist dann ein Kommentar des Evangelisten, möglicherweise im Namen Jesu. Einige Exegeten, darunter u.a. Bultmann und Schnackenburg, gehen darüberhinaus davon aus, daß auch die jetzige Position im Text nicht die ursprüngliche ist. Cf. John F. McHugh, John 1-4: A Critical and Exegetical Commentary, S. 252 f.
31 Wer von oben kommt, steht (ist) über allen. Wer aus der Erde (irdisch) ist, ist aus der Erde (irdisch) und spricht aus der Erde (so spricht er auch, spricht irdisch). Wer aus dem Himmel kommt, steht (ist) über allen.
32 Was er gesehen und gehört hat, dieses bezeugt er, und keiner nimmt sein Zeugnis an.
33 Wer sein Zeugnis annimmt, [der] (hat) besiegelt (bestätigt, beglaubigt), daß Gott wahrhaftig ist.
34 Der nämlich, den Gott gesandt hat, [der] spricht die Worte Gottes, denn er1 gibt den Geist nicht spärlich.
- D.h. Gott.
35 Der Vater liebt den Sohn, und alles (alle Dinge) hat er in seine Hand gegeben.
36 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird [das] Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.
Chapter 4
1 1 Als Jesus erfuhr, dass die Pharisäer gehört hatten, dass er mehr Jünger gewann und taufte als Johannes –
- [Status: Ungeprüft]
2 obwohl er nicht selbst taufte, sondern seine Jünger –
3 verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa.
4 Er musste aber durch Samarien hindurch reisen.
5 Auf diesem Weg kommt er in eine Stadt Samariens, die Sychar heißt und nahe bei dem Land liegt, das Jakob seinem Sohn Josef gegeben hatte.
6 Dort aber war der Jakobsbrunnen. Erschöpft von der Wanderung, setzte Jesus sich also an den Brunnen. Das war um die sechste Stunde.
7 Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken!
8 Denn seine Jünger waren weggegangen in die Stadt, um Lebensmittel zu kaufen.
9 Da sagte die samaritische Frau zu ihm: Wieso erbittest du, der du doch ein Jude bist, von mir etwas zu trinken, die ich doch eine samaritische Frau bin? Denn die Juden verkehren nicht mit den Samaritern.
10 Jesus antwortete und sagte ihr: Wenn du die Gaben Gottes kennen würdest und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.
11 Die Frau erwiderte ihm: Herr, Du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief. Woher willst du dann das lebendige Wasser nehmen?
12 Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gab, aus dem er selbst, seine Söhne und auch sein Vieh getrunken haben?
13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten.
14 Wer dagegen von dem Wasser trinkt, dass ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten. Vielmehr wird das Wasser, das ich ihm geben werde, in ihm eine Quelle eines Wassers werden, das in das ewige Leben sprudelt.
15 Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nie wieder dürstet und ich nicht hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen!
16 Darauf forderte er sie auf: Geh, ruf deinen Mann und komm [dann] hierher.
17 Da entgegnete ihm die Frau: Ich habe keinen Mann. Und Jesus spricht: Zu Recht hast du gesagt: Ich habe keinen Mann.
18 Denn du hast fünf Männer gehabt und der, den du jetzt hast, der ist nicht dein Mann. Du hast die Wahrheit gesagt.
19 Da sagte die Frau zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.
20 Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet. Und ihr [Juden] sagt, in Jerusalem ist der Ort, wo man anbeten muss.
21 [Darauf] sagte Jesus zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir [dagegen] beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt von den Juden.
23 Aber es kommt die Stunde – und sie ist bereits da –, da die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden. Denn der Vater sucht solche, die ihn so anbeten.
24 Gott ist Geist und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.
25 Da sagte die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommen wird, der Christus genannt wird. Und wann auch immer er kommt, er wird uns alles verkünden.
26 Da sagte Jesus zu ihr: Ich, der ich mit dir rede, bin es.
27 Und darüber kamen seine Jünger und wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach. Niemand jedoch sagte: Was fragst Du? oder Was redest du mit ihr?
28 Nun ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten:
29 Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob dieser nicht der Christus ist.
30 Da gingen sie hinaus aus der Stadt und kamen zu ihm.
31 Inzwischen baten die Jünger ihn und sprachen: Rabbi, iss!
32 Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, welche ihr nicht kennt.
33 Da sprachen die Jünger zueinander: Ob ihm jemand zu essen gebracht hat?
34 Jesus entgegnete ihnen: Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat und sein Werk vollende.
35 Sagt ihr nicht, dass es noch vier Monate sind, bis die Ernte kommt? Ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht euch die die Felder an: Sie sind reif für die Ernte.
36 Der, der erntet, empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit der Säende sich gemeinsam mit dem Erntenden freut.
37 Denn darin ist der Spruch wahr, dass der eine der Säende ist und ein anderer der Erntende.
38 Ich habe euch gesandt zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt. Andere haben gearbeitet und euch ist ihre Arbeit zugute gekommen.
39 Aus jener Stadt aber glaubten viele an ihn, wegen der Aussage der Frau, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.
40 Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben und er blieb dort zwei Tage.
41 Und um vieles mehr glaubten sie aufgrund seiner Worte.
42 Und sie sagten zu der Frau: Wir glauben nicht mehr wegen deiner Rede. Denn wir haben selbst gehört und wissen, dass dieser wahrhaftig der Retter der Welt ist.
43 Und nach zwei Tagen ging er fort von dort nach Galiläa.
44 Den Jesus selbst bezeugte, dass ein Prohpet in seinem eigenen Vaterland keine Ehre hat.
45 Als er nun also nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer [freundlich] auf, die (weil sie, nachdem sie)1 alles gesehen hatten, was er in Jerusalem beim Fest getan hatte, dan auch sie waren zum Fest gekommen.
- Partizip zu Nebensatz aufgelöst
46 Er kam nun wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein königlicher [Beamter], dessen Sohn (Junge) krank war, in Kafarnaum.
47 Dieser, als er gehört hatte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa kommt, ging fort zu ihm und bat, dass er herab gehe und heile seinen Sohn (Jungen), denn er war im Begriff zu sterben.
48 Nun sprach Jesus zum ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wundertaten seht, glaubt ihr nicht.
49 Der königliche [Beamte] spricht zu ihm: Herr, geh hinab bevor mein Kind (Junge) stirbt.
50 Jesus spricht zu ihm: Geh fort, dein Sohn (Kind) lebt. Der Mensch glaubte (vertraute) dem Wort, das ihm Jesus sagte und ging fort.
51 Noch als er hinab ging, kamen ihm seine Sklaven entgegen, wobei sie sagten: Das Kind (der Junge) lebt!
52 Er erfragte nun die Stunde von ihnen, zu der es ihm besser ging. Sie sagten ihm nun: Gestern zur siebten Stunde verließ ihn das Fieber.
53 Da erkannte der Vater, dass es zu jener Stunde [gewesen war], zu der ihm Jesus gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er kam zu Glauben (glaubte) – er selbst und sein ganzes Haus (seine ganze Hausgemeinschaft, seine ganze Familie).
54 Dieses tat Jesus wiederum als zweites Zeichen kommend von Judäa nach Galiläa.
Chapter 5
1 1 Danach (Nach diesen Dingen) war (gab es) (fand) ein Fest der Juden (statt) und Jesus ging (stieg) nach Jerusalem hinauf.
- [Status: Ungeprüft]
2 Es gibt aber in Jerusalem beim Schafstor1 einen Teich, der auf hebräisch (auch) Betzata2 heißt (genannt wird) und der fünf Säulenhallen hat.
- Wörtlich (in nicht existierendem Deutsch): „beim Schafigen“ (bzw. genauer „bei der Schafigen“). Es wird also irgend etwas erwähnt, was in in besonderer Weise mit Schafen zu tun hat. Da es in Jerusalem ein Schafstor gab (cf. Neh 3,1. 32; 12,39), ist es naheliegend, daß hier von diesem Tor die Rede ist.
- Die Übersetzung folgt dem Text von NA28, wo Βηθζαθά als die wahrscheinlichste, wenn auch unsichere Lesart gewählt wurde. Für die Lesart Βηθεσδά (Betesda) wurde in den letzten Jahren oft die externe Evidenz der Kupferrolle angeführt. In der neuesten wissenschaftlichen Edition der Kupferrolle hat diese Lesart aber keinen Rückhalt mehr. Cf. Reinhart Ceulemans, "The Name of the Pool in Joh 5,2. A Text-Critical Note Concerning 3Q15" ZNW 99 (2008) 112-15
3 In diesen lag eine Menge der Kranken, Blinden, Lahmen, Vertrockneten (Dürren, an Auszehrung Leidenden, Verkrüppelten).
5 Es war aber ein (irgendein) Mensch dort, der achtunddreißig Jahre hatte (an sich hatte, erlitt, innehatte) in seiner Krankheit;
6 als Jesus diesen liegen (krank da liegen) sah und wusste (erkannte), dass er [sie] schon (jetzt) lange Zeit hat, spricht (redet) er zu ihm: Willst du gesund werden?
7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der (daß er) mich in den Teich hinabläßt (bringt, wirft; hinablasse, bringe, werfe), wenn das Wasser aufgewühlt (bewegt) wird. Während aber ich selbst hingehe (komme), steigt ein anderer vor mir hinab.
8 Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm (hebe auf) dein Bett (Matte) und geh umher!
9 Und sofort wurde der Mensch gesund und nahm (hob auf) sein Bett (Matte) und ging umher. Es war aber Sabbat an jenem Tag.
10 Die Juden sagten also dem Geheilten: Es ist Sabbat, und Dir ist nicht erlaubt, Deine Bahre (Matte, Dein Bett) zu tragen (aufzuheben, zu nehmen).
11 Der (Er) aber antwortete ihnen: [Der (Er),] der mich gesund gemacht hat, der (er, jener) hat mir gesagt: Nimm (trage, hebe) Deine Bahre (Matte, Dein Bett; auf) und geh (umher).
12 Sie fragten ihn: Wer ist der Mensch, der Dir sagte: Nimm (hebe auf, trage) und geh (umher)?
13 Der Geheilte aber wußte nicht, wer er (es) ist (war), denn {der} Jesus hatte sich zurückgezogen (entfernt, war entwichen), da eine große Menge an dem Ort war.
14 Danach (Nach diesen Dingen) fand Jesus ihn im Tempel und sagte ihm: Sieh, gesund bist Du geworden; sündige nicht mehr, damit Dir nicht Schlimmeres geschieht.
15 Der Mann (Mensch) ging weg und berichtete (meldete) den Juden, daß Jesus es (der) ist, der ihn gesund machte (gemacht hatte).
16 Und deshalb verfolgten die Juden den Jesus, weil er das (dies, diese Dinge) an einem Sabbat gemacht hatte (machte).
17 Er (Der)1 antwortete ihnen: Mein Vater arbeitet (wirkt) bis jetzt und auch Ich arbeite (wirke).
- NA28 hat ὁ δὲ Ἰησοῦς, d.h. "Jesus aber antwortete ...", wobei als Anzeige der Unsicherheit der Lesart Ἰησοῦς in eckige Klammern gesetzt wurde. Ἰησοῦς fehlt aber u.a. in p75 א B W. Beide Varianten sind vertretbar, bei der Aufnahme von Ἰησοῦς in eckigen Klammern handelte es sich um einen Kompromiss unter den Mitgliedern des Komitees, cf. Metzger, Bruce M., United Bible Societies (1994). A Textual Commentary on the Greek New Testament. Sachlich machen die beiden Lesarten keinen Unterschied.
18 Deshalb also suchten (versuchten) die Juden [noch] mehr, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat brach, sondern auch {den} Gott den eigenen Vater nannte (sagte, Gott sei sein eigener Vater) und sich selbst [so] {dem} Gott gleich machte.
19 {Der} Jesus antwortete also und sagte ihnen: Amen, Amen, (Wahrlich, wahrlich,) ich sage Euch, der Sohn kann nichts von sich aus tun, wenn er nicht den Vater etwas tun sieht. Was (welche Dinge) immer nämlich jener tut, das (diese Dinge) tut gleicherweise auch der Sohn.
20 Der Vater nämlich liebt den Sohn und zeigt ihm alles (alle Dinge), was (die) er selbst tut, und größere Werke als dies (diese) wird er ihm zeigen, damit ihr Euch wundert (staunt).
21 Wie nämlich der Vater die Toten auferweckt (erweckt, aufweckt) und lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, die er will.
22 Und nicht nämlich richtet (verurteilt) der Vater irgend jemanden, sondern er gab das ganze Gericht dem Sohn,
23 damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
24 Amen, Amen (Wahrlich, wahrlich), ich sage Euch: {daß} Wer mein Wort hört und dem glaubt (vertraut), der mich gesandt hat, hat ewiges Leben und kommt nicht ins (in ein) Gericht, sondern ist aus dem Tod in das Leben hinübergegangen.
25 Amen, Amen (Wahrlich, wahrlich), ich sage Euch: {daß} Die Stunde kommt und ist jetzt [da], wenn die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden und diejenigen, die hören, werden leben.
26 Wie nämlich der Vater das Leben in sich selbst hat, so auch gab er dem Sohn, Leben in sich selbst zu haben.
27 Und er gab ihm Vollmacht, zu richten (zu urteilen, Gericht zu halten), weil er Menschensohn (Sohn eines Menschen, ein Menschensohn) ist.
28 (Ihr) Wundert Euch (Staunt, Ihr Staunt) nicht darüber, daß (denn) eine Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern [sind] seine Stimme hören werden
29 und herausgehen werden: diejenigen, die das Gute getan haben, hin zu einer Auferstehung des Lebens, diejenigen aber, die das Schlechte (die schlechten Dinge) zu tun pflegten (getan haben), zu einer Auferstehung des Gerichts.(?)
30 Von mir aus kann ich nichts tun. Wie ich [es] höre, [so] richte (urteile) ich und mein Urteil (Gericht) ist gerecht, weil ich nicht meinen Willen suche, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
31 Wenn ich Zeugnis ablege über (für) mich, ist mein Zeugnis nicht wahr (wahrhaftig, echt, gültig).
32 Ein anderer ist es (derjenige), der Zeugnis über (für) mich ablegt, und ich weiß, daß das Zeugnis, das er über (für) mich ablegt (bezeugt), wahr (wahrhaftig, echt) ist.
33 Ihr habt zu Johannes gesandt, und er hat Zeugnis abgelegt für die Wahrheit.
34 Ich aber nehme von einem Menschen das Zeugnis nicht an, sondern ich sage das (diese Dinge), damit ihr gerettet werdet.
35 Jener war die Lampe, die brennt (brannte, angezündet wird, verbrennt, verbrannte) und leuchtet (scheint, schien, leuchtete), Ihr aber wolltet Euch für eine (zu einer) Stunde in seinem Licht erfreuen.
36 Ich aber habe ein (das) Zeugnis, [das] größer [ist] als das des Johannes. Die Werke nämlich, die mir der Vater gab, damit ich sie vollende (verwirkliche, vollbringe), diese Werke selbst, die ich tue, bezeugen (legen Zeugnis ab) über (für) mich, daß der Vater mich gesandt hat.
37 Und der Vater, der mich gesandt hat, jener hat Zeugnis abgelegt für (über) mich. Und Ihr habt weder jemals seine Stimme gehört noch seine Gestalt (seine Erscheinung, seinen Anblick, seine Form) gesehen
38 und sein Wort habt Ihr nicht dauerhaft (bleibend) in Euch (wohnen), weil Ihr dem, den er (jener) gesand hat, nicht glaubt.
39 Ihr erforscht (durchforscht) die Schriften, weil Ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben. Und jene sind es, die Zeugnis ablegen über (für) mich.
40 Und Ihr wollt nicht zu mir kommen, um (damit Ihr) Leben zu haben (habt).
41 Anerkennung (Preis, Ruhm, Ehre) von Menschen nehme ich nicht an,
42 aber ich habe {Euch} erkannt (Euch durchschaut, kenne Euch), daß Ihr die Liebe Gottes nicht in Euch habt.
43 Ich bin im Namen meines Vaters gekommen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kommt im eigenen Namen, [dann] werdet Ihr jenen annehmen.
44 Wie könnt Ihr glauben (zum Glauben kommen), wenn Ihr Anerkennung (Preis, Ruhm, Ehre) von einander annehmt, und die Anerkennung (den Preis, Ruhm, die Ehre) von dem einzigen (einen) Gott nicht sucht?
45 Denkt (Glaubt) nicht, daß ich Euch beim Vater anklagen werde. Derjenige, der Euch anklagt ist Mose, auf den Ihr hofft.
46 Wenn Ihr nämlich Mose glauben würdet, würdet Ihr auch mir glauben. Über mich nämlich hat jener geschrieben.
47 Wenn Ihr aber seinen Schriften (den Schriften jenes) nicht glaubt, wie werdet Ihr meinen Worten glauben?
Chapter 6
1 1 Danach ging (fuhr?) Jesus weg über das Galiläische Meer, [den See] Tiberias.
- [Status: Ungeprüft]
2 Es folgte ihm nun aber eine große Volksmenge (Menschenmasse, Menge), weil sie die Zeichen gesehen hatten, die er an den Kranken1 getan hatte.
- Partizip
3 Es ging aber auf den Berg (stieg hinauf) Jesus, und dort setzte er sich (verweilte, hielt sich auf) mit seinen Jüngern (Schülern).
4 Es war aber nahe das Pascha, das Fest der Juden.
5 Wie nun Jesus die Augen aufhebt1 und sieht2, dass eine große Menge (Volksmenge, Menschenmasse) zu ihm gekommen war, sagt er zu Philippus: Woher werden wir Brote einkaufen, damit diese essen?
- Partizip Aorist
- Partizip Aorist
6 Dies aber sagte er, um ihn auf die Probe zu stellen1; er nämlich wusste, was er tun wollte (vorhatte, im Begriff war zu tun).
- Partizip Präs.
7 Ihm antwortete Philippus: Brote im Wert von1 200 Denaren genügen nicht für sie, damit jeder ein wenig bekommt.
- Genitivus pretii
8 Sagt zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder von Simon Petrus:
9 Es ist hier ein Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische, aber das1 - was ist das für so viele?
- Neutr. Pl.
10 Sprach Jesus: veranlasst (schafft), dass diese Menschen sich lagern (zu Tisch legen). Es war aber viel Gras an dem Ort. Es lagerten (legten sich zu Tisch) nun die Männer, deren Anzahl [war] etwa 5.000.
11 Es nahm nun die Brote Jesus und, nachdem er Dank gesagt (gebetet) hatte1, teilte er an die Tischgäste aus, ebenso (in gleicher Weise) auch von den Fischen, so viele wollten.
- Partizip Aor., temporal aufgelöst
12 Als sie nun aber satt waren, sagt er seinen Jüngern: sammelt die restlichen 1 Brocken, damit nichts2 umkommt.
- wörtl.: übrig seiend, Partizip Aorist
- wörtl.: nicht etwas
13 Sie sammelten also und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die die Essenden1 übrig gelassen hatten.
- Partizip Perf.
14 Da die Menschen das Zeichen sahen1, das er getan hatte, sagten sie:2 Dieser ist wirklich (wahrhaftig) der Prophet, der in die Welt kommen soll.
- Partizip Aor.
- oti zitativum
15 Da Jesus erkannte1, dass sie vorhatten (wollten, im Begriff waren) zu kommen und ihn zu entführen (rauben), um ihn zum König zu machen, zog er sich wiederum auf den Berg zurück (kehrte ... zurück), er allein.
- Partizip Aor.
16 Als es nun Abend wurde, stiegen seine Jünger zum Meer hinab
17 und bestiegen1 ein Boot (Kahn)2 und fuhren über das Meer nach Kapernaum. Und die Dunkelheit war schon hereingebrochen3 und noch nicht war zu ihnen gekommen Jesus,
- Partizip Aor.
- ein kleineres Fahrzeug, im klass. Griechentum mit Segel, hier offenbar ein Ruderboot, vgl. V. 19
- wörtl.: geworden
18 und das Meer wurde von einem stark (heftig) wehenden1 Wind erregt.
- Partizip Präs.
19 Nachdem sie1 also 25 oder 30 Stadien2 gerudert waren, sehen sie Jesus, wie er auf dem Meer geht3 und nahe ans Schiff kommt4, und sie fürchteten sich.
- Partizip Perf., temporal aufgel.
- Längenmaß = 192m, also 4,8 - 5,8 km
- Partizip
- Partizip
20 Er aber spricht zu ihnen: Ich bin['s]. Fürchtet euch nicht!
21 Da wollten sie ihn ins Boot nehmen, und sofort (sogleich) war das Boot an Land, wohin sie aufgebrochen waren.
22 Am nächsten Tag merkte (realisierte, erkannte, sah)1 die Menge, die [(noch)] auf der anderen Seite des Sees geblieben war (stand)2, daß dort kein anderes Boot [gewesen] war3, außer einem, und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Boot eingestiegen war, sondern daß die Jünger alleine weggefahren waren.
- Im Griechischen Plural.
- Wie Vers 17 spricht Vers 22 von der anderen Seite des Sees (πέραν τῆς θαλάσσης). Die folgenden Verse verdeutlichen, daß zwischen den Versen der Bezugspunkt gewechselt wurde und in Vers 22 von der Stelle die Rede ist, wo das Brotwunder stattfand.
- Im griechischen Text steht das Imperfekt ἦν, das nach Verben der Wahrnehmung und Glaubens auch für ein Plusquamperfekt stehen kann. Cf. James Hope Moulton, Wilbert Francis Howard, Nigel Turner, A Grammar of New Testament Greek: Volume 3: Syntax, S. 67.
23 Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie das Brot aßen (gegessen hatten), nachdem der Herr das Dankgebet gesprochen (dankgesagt, gedankt) hatte.
24 Als die Menge also sah, daß Jesus nicht dort ist und auch seine Jünger nicht, stiegen sie in die Boote und kamen nach Kafarnaum und suchten Jesus (um Jesus zu suchen).
25 Und wie sie ihn auf der anderen Seite des Sees fanden, sagten sie ihm: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
26 {Der} Jesus antwortet ihnen und sagte: Amen, Amen (Wahrlich, wahrlich), ich sage Euch, Ihr sucht mich nicht, weil Ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil Ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
27 Arbeitet (Bemüht Euch) nicht für (um) die Nahrung, die vergeht, aber für (um) die Nahrung, die bis in das ewige Leben vorhält (ausreicht, bleibt) und die der Sohn des Menschen (der Menschensohn) Euch geben wird. Diesen nämlich hat der Vater, Gott bestätigt (besiegelt).
28 Sie sagten also zu ihm: Was sollen wir tun, damit wir für (uns um) die Werke Gottes arbeiten (bemühen, die Werke Gottes tun)?
29 {Der} Jesus antwortete und sagte ihnen: Dieses ist das Werk Gottes1, daß Ihr an den glaubt, den er (jener) gesandt hat.
- Werk Gottes: Es fällt auf, dass hier die "Werke Gottes" (V. 27) im Singular aufgegriffen werden: das ist die eine Sache, die ihr tun sollt.
30 Sie sprachen daher (da) zu ihm: Welches Zeichen also wirkst (verrichtest, tust) du, damit wir [es] sehen und dir glauben? Was bewirkst (tust, machst, arbeitest, 'treibst') du?
31 Unsere Väter aßen das Manna in der Wüste, wie geschrieben steht: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.1
- Psalm 78,24
32 Da sprach Jesus zu ihnen: Amen, amen (wahrhaftig!), ich sage euch, nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das echte (wirkliche, wahrhaftige) Brot vom Himmel.
33 Denn das Brot Gottes ist das, das vom Himmel kommt1 und das der Welt das Leben gibt 2.
- Partizip, relativisch aufgelöst
- Partizip, relativisch aufgelöst
34 Da sprachen sie zu ihm: Herr, immer (stets, jederzeit) gib uns dieses Brot!
35 Jesus antwortete (sprach zu) ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt1, wird gewiss nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird gewiss niemals dürsten!
- Partizip
36 Aber ich habe Euch gesagt: (daß) Und Ihr habt mich gesehen und doch glaubt Ihr nicht.
37 Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, [den] werde ich sicher nicht wegschicken (herauswerfen).
38 Denn ich bin vom Himmel heruntergestiegen (heruntergekommen), nicht damit ich meinen Willen verwirkliche (tue), sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
39 Dieses aber ist der Wille, dessen, der mich gesandt hat, daß ich nichts von allem, was er mir gegeben hat, verliere (vernichte), sondern daß ich es auferwecke am letzten Tag.
40 Dieses nämlich ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe – und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
41 [Es] murrten also die Juden über ihn, weil er gesagt hatte: Ich bin das Brot, das vom (aus dem) Himmel heruntergestiegen (heruntergekommen) ist,
42 und sie sagten: Ist dieser nicht Jesus, der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie sagt er nun: {daß} Vom (aus dem) Himmel bin ich heruntergestiegen (herabgestiegen)?
43 Jesus antwortete und sagte ihnen: Murrt nicht untereinander (miteinander).
44 Keiner kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn heranzieht (zieht) – und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
45 Es steht (ist) geschrieben in den Propheten: Und alle werden von Gott belehrt (Gottes Gelehrte) sein: Jeder der vom Vater gehört und gelernt hat (hört und lernt), kommt zu mir.
46 Nicht, daß einer den Vater gesehen hat, außer dem, der von Gott ist – dieser hat den Vater gesehen.
47 Amen, Amen (Wahrlich, wahrlich), ich sage Euch, wer glaubt, hat ewiges Leben.
48 Ich bin das Brot des Lebens.
49 Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.
50 Dieses ist das Brot, das vom (aus dem) Himmel herabkommt, damit man (einer) von ihm ißt und nicht stirbt.
51 Ich bin das Brot, das lebendige, das vom (aus dem) Himmel herabgekommen ist: Wenn einer von diesem Brot ißt, wird er in {die} Ewigkeit leben – und das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt.
52 [Es] stritten also die Juden untereinander und sagten: Wie kann dieser uns das Fleisch zu essen geben?
53 {Der} Jesus sagte also zu ihnen: Amen, Amen (Wahrlich, wahrlich), ich sage Euch, wenn Ihr nicht das Fleisch des Menschensohns (des Sohns des Menschen) eßt und sein Blut drinkt, habt Ihr kein Leben in Euch.
54 Wer mein Fleisch verzehrt (ißt) und mein Blut drinkt, hat ewige Leben und ich werde ihn am letzten Tag auferwecken (aufwecken).
55 Denn mein Fleisch ist wahre Speise (wahrhaftiges Speisen) und mein Blut ist wahrer Trank (wahrhaftiges Trinken).
56 Wer mein Fleisch isst (kaut)1 und mein Blut trinkt2, bleibt in mir und ich in ihm.
- Part. präs.
- Part. präs.
57 Wie mich der lebendige Vater geschickt hat und ich durch den Vater lebe, wird auch jener, der mich isst (kaut) und trinkt, leben durch mich.
58 Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabkam. Und nicht wie die Väter (Vorfahren, Vorväter) - sie aßen und starben (mussten sterben). Wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.
59 Dies sagte er in einer Synagoge, lehrend, in Kafarnaum.
60 Viele von seinen Jüngern (Schülern), sagten, als sie es gehört hatten: Hart ist dieses Wort, wer kann es (ihn) anhören?
61 Jesus, der wusste1, dass seine Jünger (Schüler) darüber murrten (tuschelten), sagte zu ihnen: Das regt euch auf?
- Part. präs.
62 [Was wäre], wenn ihr nun den Menschensohn sehen würdet, der hinaufsteigt, wo er vorher war?
63 Der Geist (Wind, Atem) ist es, der lebendig macht. Das Fleisch [allein] nützt gar nichts. Die Worte (Rede, Lehre), die ich zu euch gesprochen habe, sind1 Geist und sind Leben.
- Griech. Singular mit Rückbezug auf „Worte“ neutr. plur.
64 Doch es gibt einige von euch, die nicht glauben (vertrauen). Jesus wusste nämlich von Anfang an, welche die sind, die nicht glaubten1, und welcher der ist, der ihn verriet2
- Part. präs.
- Part. präs.
65 Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt, dass keiner zu mir kommen kann, wenn es ihm nicht gegeben wäre vom Vater.
66 Aus diesem Grund (Von da an) zogen sich viele seiner Jünger zurück und folgten ihm (begleiteten ihn) nicht mehr (zogen nicht mehr mit ihm umher).
67 Jesus sagte also zu den Zwölf: „Wollt (vielleicht, etwa) auch ihr weggehen?“
68 Simon Petrus antwortete ihm: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens,
69 und wir glauben (haben geglaubt) und wissen (haben erkannt), daß Du der Heilige Gottes bist.“
70 Jesus antwortete ihnen: „Habe nicht ich Euch, die Zwölf, erwählt (ausgewählt)? Und [doch] ist einer von Euch ist ein Teufel (Satan, Verleumdner).“
71 Er meinte aber den Judas [, den Sohn] des Simon Iskariot. Dieser war nämlich im Begriff, ihn auszuliefern (zu veraten), einer von den Zwölf.
Chapter 7
1 1 Und danach (nach diesen Dingen) zog {der} Jesus in {dem} Galiläa umher. Er wollte nämlich nicht in {dem} Judäa umherziehen, weil die Juden versuchten (suchten), ihn zu töten.
- [Status: Ungeprüft]
2 Es war aber nahe das Fest der Juden, das Laubhüttenfest.
3 [Es] sagten also zu ihm seine Brüder: Geh weg von hier und geh (weg) nach Judäa, damit auch Deine Jünger Deine Werke sehen (werden), die Du tust.
4 Keiner nämlich tut etwas im Geheimen (Verborgenen), und versucht (sucht) selbst [dabei gleichzeitig] öffentlich bekannt zu sein. Wenn Du dies (diese Dinge) tust, zeige Dich der Welt.
5 Nicht einmal (Auch) seine Brüder nämlich glaubten (nicht) an ihn.
6 {Der} Jesus sagt ihnen also: Meine Zeit ist noch nicht da, aber Eure Zeit ist immer bereit.
7 Euch kann die Welt nicht hassen, mich aber haßt sie, weil ich über sie (von ihr) bezeuge, daß ihre Werke schlecht (böse) sind.
8 Geht Ihr zum Fest hinauf! Ich gehe nicht1 zu diesem Fest hinauf, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist.
- οὐκ (nicht; wie in der Übersetzung und NA27) findet sich u.a. in א D ita. Die alternative Lesart οὔπω (noch nicht) findet sich u.a. in p66 p75 B und damit schon relativ früh. Da aber die „Korrektur“ von οὐκ zu οὔπω leicht zu erklären ist (Angleichung an V. 10, Vermeidung des Eindrucks, daß Jesus lügt), wäre die umgekehrte Veränderung kaum zu erklären.
9 Nachdem er dies gesagt hatte, blieb er in {dem} Galiläa.
10 Als aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, da ging auch er hinauf - nicht öffentlich, sondern wie im Geheimen.
11 Die Juden also suchten ihn auf dem Fest und sagten: Wo ist er (jener)?
12 Und es gab (war) viel Gerede (Murren) über ihn unter den Massen (Mengen Menschenmengen, Menschenmassen). Die einen sagten: {daß} Er ist gut. Andere sagten: Nein, sondern er führt (verführt) die Masse (Menge) in die Irre.
13 Keiner jedoch sprach offen (mit Offenheit, Freimut, öffentlich) über ihn wegen der (aus) Furcht der (vor den) Juden.
14 Als aber das Fest schon halb vorbei war, (Zur Mitte des Festes aber) ging Jesus in den Tempel hinauf und lehrte.
15 Die Juden wunderten sich also und sagten: Wie kennt dieser [(die)] Schriften ohne Ausbildung (gelernt zu haben)?
16 Jesus also antwortete ihnen und sagte: Meine Lehre ist nicht [die] meine, sondern [die] dessen, der mich gesandt hat.
17 Wenn einer seinen Willen1 tun will, wird er erkennen, ob die Lehre von Gott ist oder ob ich von mir [aus] spreche.
- D.h. den Willen dessen, der Jesus gesandt hat.
18 [Derjenige,] der (Wer) von sich aus spricht, sucht die eigene Ehre (den eigenen Ruhm, Preis). [Derjenige] aber, der (Wer aber) die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der (dieser) ist wahrhaftig und Unrecht (Ungerechtigkeit, Sünde) ist nicht in ihm.
19 Hat nicht Mose Euch das Gesetz gegeben? Und keiner von Euch tut (erfüllt) das Gesetz. Warum versucht (sucht) Ihr mich zu töten?
20 Die Menge antwortete: Du hast einen Dämon (bist besessen). Wer versucht (sucht) Dich zu töten?
21 Jesus antwortete und sagte ihnen: Ein Werk habe ich getan und ihr alle wundert Euch.
22 Deshalb hat Mose Euch die Beschneidung gegeben - nicht, daß [sie] auf Mose zurückgeht (aus dem Mose ist), sie stammt (ist) vielmehr (aber) von den Vätern - und [auch] an einem Sabbat beschneidet Ihr einen Menschen.
23 Wenn ein Mensch [auch] an einem Sabbat beschnitten wird (eine Beschneidung erhält), damit das Gesetz des Mose nicht gebrochen (aufgehoben, gelöst) wird, seid Ihr [trotzdem] verärgert über mich, weil ich einen ganzen Menschen an einem Sabbat gesund gemacht habe?
24 Urteilt nicht nach dem Anschein (Aussehen, Blick), sondern urteilt (fällt) das (ein) gerechte (gerechtes) Urteil.
25 Sagten also einige der (aus den) Jerusalemer (Jerusalemern): Ist dieser nicht der, den sie versuchen (suchen) zu töten?
26 Und sieh, offen (öffentlich, mit Offenheit, Freimut) redet er und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Führer wirklich erkannt, daß dieser der Christus ist?
27 Aber diesen kennen (von diesem wissen) wir, woher er ist (kommt). Wenn aber der Christus kommt, weiß keiner, woher er ist (kommt).
28 Jesus also rief (schrie) im Tempel, indem er lehrte und sagte: Und mich kennt ihr und wißt, woher ich bin! Und von mir selbst aus bin ich nicht gekommen, aber [der,] der mich gesandt hat und den Ihr nicht kennt, ist wahrhaftig.
29 Ich kenne ihn, denn von ihm bin ich und er (jener) hat mich gesandt.
30 Sie versuchten (suchten) also, ihn zu verhaften (ergreifen, festzunehmen), und keiner legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
31 Aus der Menge aber glaubten (kamen) viele (zum Glauben) an ihn und sagten: Wird der Christus (Messias), wenn er kommt, etwa größere Zeichen tun (verwirklichen) als dieser getan (verwirklicht) hat?
32 [Es] hörten also die Pharisäer die Menge diese Dinge über ihn reden (tuscheln, murren) und die Hohenpriester und die Pharisäer schickten Diener (Gerichtsdiener), damit sie ihn verhaften (festnehmen, ergreifen).
33 {Der} Jesus also sagte: [Nur] noch eine kleine Zeit bin ich bei (mit) Euch und [dann] gehe ich zu dem, der mich gesandt hat.
34 Ihr werdet mich suchen und1 nicht finden, und wo ich bin (sein werde), [dorthin] könnt Ihr nicht kommen.
- NA28 fügt in eckigen Klammern – als unsichere Lesart – με (mich) auch nach εὑρήσετέ (ihr werdet finden) ein. Sachlich ergibt sich kein Bedeutungsunterschied. Cf. V. 36.
35 [Es] sagten also die Juden zueinander: Wohin will (ist; hat) dieser (im Begriff zu; vor zu) gehen, sodaß (daß) wir ihn nicht finden werden? Will (Ist; Hat) er etwa (vielleicht) (im Begriff; vor) in die Diaspora1 der Griechen2 (zu) gehen und die Griechen3 (zu) lehren?
- Wie das deutsche „Diaspora“ sowohl das Gebiet meinen kann, in dem eine religiöse Gruppe in der Minderheit lebt, wie diese Gruppe selbst, kann διασπορά (wörtlich Zerstreung) hier sowohl das Gebiet meinen, in dem eine jüdische Minderheit lebt, wie die (in der Zerstreung lebende) jüdische Minderheit selbst. Zu dieser und den folgenden zwei Anmerkungen cf. C.K. Barrett, Das Evangelium des Johannes (KEK), 1990, S. 332.
- Der Genitiv könnte die Gruppe der Zerstreuten meinen, in diesem Fall die Griechen. Dann wäre zu klären, was hier mit „Griechen“ gemeint ist, vgl. dazu die folgende Anmerkung. Alternativ könnte es sich um den Genitiv der Richtung handeln, der angeben würde, wo die jüdische Minderheit zerstreut lebt, hier dann unter „Griechen“, d.h. griechisch sprechenden Heiden.
- Damit könnten (griechisch sprechende) Heiden (Nicht-Juden evtl. sogar Nicht-Christen) gemeint sein, oder (griechisch sprechende) Proselyten, d.h. (griechisch sprechende) ehemalige Heiden, die sich dem Judentum angeschlossen haben, oder zuletzt jüdische Minderheiten, die unter griechisch-sprechenden Heiden leben und selbst griechisch sprechen. Zu beachten ist in allen Fällen, daß Griechisch in der neutestamentlichen Zeit lingua franca war.
36 Was bedeutet (ist) dieses Wort, das er gesagt hat: Ihr werdet mich suchen und 1 nicht finden, und: Wo ich bin (sein werde), [dorthin] könnt Ihr nicht kommen?
- NA28 fügt in eckigen Klammern – als unsichere Lesart – με (mich) auch nach εὑρήσετέ (ihr werdet finden) ein. Sachlich ergibt sich kein Bedeutungsunterschied. Cf. V. 34.
37 Am letzten Tag aber, dem großen des Festes stand {der} Jesus auf (da) und rief (schrie) und sagte: Wenn einer Durst hat, komme er zu mir und trinke!
38 Wer an mich glaubt – wie die Schrift gesagt hat: Flüsse lebendigen Wassers werden aus seinem Innersten (Leib, seiner Leibeshöhle) fließen1.
- Die Übersetzung setzt mit SBL voraus, daß nach πρός με (zu mir, V. 37) kein Satzzeichen steht, nach πινέτω (er, sie, es trinke, V. 37) ein Punkt und nach εἰς ἐμέ (an mich, V. 38) ein Komma. Dementsprechend würde man nach einem Schriftzitat suchen, das die Aussage „Flüsse lebendigen Wassers werden aus seinem Innersten fließen“ belegen könnte. Weder in der Septuaginta noch im hebräischen Text des Alten Testaments gibt es eindeutige und direkte Parallelen. Alternativ könnte man nach πρός με ein Komma setzen, nach πινέτω kein Satzzeichen und nach εἰς ἐμέ ein Komma: Wenn einer Durst hat, komme er zu mir. Und es trinke, wer an mich glaubt. Der Verweis auf die Schrift könnte sich dann auch auf einen dieser beiden Sätze (oder beide) beziehen. Auch hier gibt es keine direkten Parallelen. Cf. C.K. Barrett, Das Evangelium des Johannes (KEK), 1990, S. 333 f.
39 Dieses aber sagte er über den Geist, den die Glaubenden im Begriff waren, zu empfangen (empfangen sollten). Es gab (war) nämlich noch keinen (kein) Geist [(da)]1, weil Jesus noch nicht verherrlicht war.
- Andere Übersetzungsmöglichkeit: „Er (d.h. Jesus) war noch nicht Geist“.
40 [Einige] aus der Menge also, die (als sie) diese Worte hörten, sagten: Dieser ist wirklich (tatsächlich, wahrhaftig) der Prophet.
41 Andere sagten: Dieser ist der Christus (der Messias). Wieder andere (Die) aber sagten: Kommt der Christus (Messias) etwa aus Galiläa?
42 Hat (Sagt) nicht die Schrift gesagt, daß der Christus (Messias) aus der Nachkommenschaft (dem Samen) Davids und aus (von) Bethlehem, dem Dorf, wo David war, kommt?
43 Eine Spaltung (Meinungsverschiedenheit) also entstand (gab es, war) in der Menge wegen ihm.
44 Einige aber von (aus) ihnen wollten ihn verhaften (festnehmen, ergreifen), aber keiner legte Hand (die Hände) an (auf) ihn.
45 [Es] kamen also die Diener (Gerichtsdiener) zu den Hohenpriestern und Pharisäern, und [es] sagten [zu] ihnen die letzteren (jene): Weshalb habt ihr ihn nicht gebracht?
46 Die Diener (Gerichtsdiener) antworteten: Niemals hat ein Mensch so gesprochen.
47 Die Pharisäer also antworteten ihnen: Seid etwa auch ihr getäuscht (in die Irre geführt, verführt) worden?
48 Ist etwa einer der (aus den) Führer (Führern) zum Glauben an ihn gekommen oder einer der (aus den) Pharisäer (Pharisäern)?
49 Aber diese Menge, die das Gesetz nicht kennt – verflucht sind sie.
50 Nikodemus, der früher [einmal] zu ihm gekommen war und einer von ihnen war, sagt zu ihnen:
51 Verurteilt etwa unser Gesetz den Menschen, wenn es nicht zuerst von ihm hört und weiß (erkennt, versteht), was er tut?
52 Sie antworteten und sagten ihm: Bist vielleicht (etwa) auch Du aus {dem} Galiläa? Forsche nach und sieh, daß aus {dem} Galiäa kein Prophet kommt (aufsteht)!1
- Der Vers Joh 7,53 ist auf der Seite Johannes 7,53-8,11 zu finden. Zu Details siehe die Einleitung dort.
Chapter 8
12 1 2Wiederum also sprach Jesus zu ihnen sagend: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir folgt (nachfolgt), wandelt nicht in der Finsternis (Dunkelheit), sondern wird das Licht des Lebens haben.
- [Status: Ungeprüft]
- Die Verse Joh 8,1-11 sind auf der Seite Johannes 7,53-8,11 zu finden. Zu Details siehe die Einleitung dort.
13 [Es] sagten ihm also die Pharisäer: Du legst Zeugnis ab (bezeugst) über (für) Dich selbst. Dein Zeugnis ist nicht wahr (wahrhaftig).
14 Jesus antwortete und sagte ihnen: Auch wenn ich Zeugnis ablege (bezeuge) über (für) mich selbst, ist mein Zeugnis wahr (wahrhaftig), weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe (weggehe). Ihr aber wißt nicht, woher ich komme und wohin ich gehe (weggehe).
15 Ihr richtet (urteilt, verurteilt) nach dem Fleisch, ich richte (beurteile, verurteile) niemanden.
16 Und wenn ich aber [doch] richte (urteile, verurteile), ist mein Urteil wahr (wahrhaftig), weil ich nicht allein bin, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat[, zusammen sind].
17 Und im Gesetz aber, dem Euren, steht (ist) geschrieben, dass das Zeugnis von zwei Menschen wahr (wahrhaftig) ist.
18 Ich bin der, der über (für) mich selbst Zeugnis ablegt (bezeugt) und es legt Zeugnis (bezeugt) über (für) mich ab der Vater, der mich gesandt hat.
19 Sie sagten ihm also: Wo ist Dein Vater? Jesus antwortete: Weder mich kennt Ihr, noch meinen Vater. Wenn Ihr mich kennen würdet, würdet Ihr auch meinen Vater kennen.
20 Diese Worte aber sagte er in (bei) der Schatzkammer1, als er im Tempel lehrte. Und keiner ergriff ihn (nahm ihn fest), weil seine Stunde noch nicht gekommen war.
- Gemeint ist wohl „die Halle im Frauenhof, in der dreizehn Geldbehälter waren“ und die für Frauen und Männer zugänglich war. Cf. Benedikt Schwank, Evangelium nach Johannes, St. Ottilien 1998, S. 254.
21 Er1 sprach wiederum zu ihnen: „ich gehe (fort) und ihr werdet mich suchen und an (in)2 eurer Sünde werdet ihr sterben. Wohin ich (fort)gehe, könnt ihr nicht kommen.“
- Eine große Zahl von Handschriften ergänzt hier „Jesus“; die ältesten haben den Namen nicht, er wurde also später zugefügt
- Die Präposition εν kann hier sowohl mit »in« übersetzt werden als auch instrumental (wodurch) »an«, Blass-Debrunner-Rehkopf § 219.2
22 Da sprachen die Juden: „Er wird sich doch nicht selbst töten, weil er sagt: Wohin ich (fort)gehe, könnt ihr nicht kommen?“
23 Und er sprach zu ihnen: „Ihr seid von unten, ich aber bin von oben. Ihr seid von (aus) dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.“
24 Er sprach also (daher) zu ihnen: 1 „An (in) euren Sünden werdet ihr sterben. Denn wenn ihr (mir)2 nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr an (in) euren Sünden sterben.“
- Hier steht sog. „ὅτι zitativum“, das eine wörtliche Rede einführt; dafür steht in der Übersetzung der Doppelpunkt
- Einige alte Handschriften ergänzen μοι, mir
25 Da sprachen sie zu ihm: „Wer bist du?“ Jesus sprach zu ihnen: 1 „Zunächst das, was2 ich euch auch sage.3
- Die folgenden Verse sind ein „Trümmerfeld“ (Rudolf Bultmann, KEK, S. 266); die Verse 26 und 27 scheinen nicht hierher zu passen. Besondere Schwierigkeit bereitet Vers 25b: „(Τὴν) άρχήν, mit oder ohne Artikel, heißt »zuerst« und kann im Sinn von έν άχρῇ das zeitliche Zuerst meinen; es steht dann in einem ausgesprochenen oder unausgesprochenen Gegensatz zu einem Später, heißt aber nie »von Anfang an« (= έξ άρχῆς). Sehr häufig aber steht (τ.) άρχήν nicht im zeitlichen, sondern im logischen Sinne: »zuerst« = »erstlich«, »von vornherein«, und zwar ist das besonders in negierten Sätzen bzw. in Sätzen mit negativem Sinn der Fall. Versucht man das τ. αρχ. V. 25b im zeitlichen Sinne zu verstehen, so fragt sich, welcher Gegensatz vorschwebt. Sieht man diesen Gegensatz in dem Jetzt der gegenwärtigen Situation, so versucht man zu übersetzen (...): »Ich bin, was ich schon am Anfang zu euch sagte.« Aber das ist schon durch das Präs. λαλώ ausgeschlossen; auch müsste dann das έγώ είμι nicht nur aus-| gesprochen, sondern auch durch ein (τὰ) νῦν bestimmt sein. (...) Die meisten neueren Erklärer verstehen deshalb wie die Alten das τ. αρχ. im logischen Sinne als »überhaupt« (...): Der Satz wird dann als Frage mit negativem Sinn aufgefasst: »Ihr fragt, weshalb ich überhaupt mit euch rede?« Aber das haben sie ja gar nicht gefragt! Man könnte höchstens übersetzen: »Wozu rede ich überhaupt noch mit euch!«, und könnte diesen Satz in der Tat als Einleitung zu V. 28 auffassen, so dass der Gedankengang zu verstehen wäre: »Wer bist du?« »Es hat keinen Sinn, mit euch darüber zu reden. Aber wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen ...« So verstanden, würde V.25b die Ausscheidung von V. 26f bestätigen. Aber: non liquet [das ist nicht erlaubt].“ (Rudolf Bultmann, KEK, S. 267f)
- man könnte ὅ τι auch zusammenziehen zu ὅτι, weil, wie es einige wenige Handschriften tun.
- Nestle-Aland hat im Text ein Fragezeichen; es könnte aber auch ein Kolon stehen
26 Viel habe ich über euch zu reden und zu (be)urteilen, aber der mich geschickt hat1, ist wahrhaftig, und ich, was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt.“
- Partizip Aorist
27 Sie wussten nicht, dass er zu ihnen vom Vater1 sprach.
- einige Handschriften ergänzen „Gott“
28 Sprach daher Jesus zu ihnen1: „Wenn ihr den Menschensohn erhöhen2 werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin, und von mir aus tue ich nichts, sondern wie mich der Vater gelehrt hat, das rede ich.
- einige Handschriften lassen „zu ihnen“ weg; einige Handschriften fügen ein „ὅτι zitativum“ ein
- Der Begriff ist hier zweideutig verwendet. Überwiegend bedeutet es im JohEv. die Rückkehr Jesu aus der Welt in die himmlische Heimat (Rudolf Bultmann, KEK, S. 110, Anm. 2); hier aber ist auch das »Erhöhtwerden« = Aufgehängtwerden am Kreuz gemeint, vgl. a.a.O., S. 266, Anm. 2
29 Und der mich geschickt (gesandt) hat1 ist bei (mit) mir; er lässt mich nicht allein, weil ich immer das ihm Liebe tue.“
- Partizip Aorist
30 Als (nachdem) er dies gesagt hatte1, glaubten viele an ihn.
- Partizip Präs.
31 [Es] sagte also {der} Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn Ihr in meinem Wort bleibt, seid Ihr wirklich (wahrhaftig) meine Jünger
32 und Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird Euch befreien (frei machen).
33 Sie antworteten ihm: Wir sind Nachfahren (Same) Abrahams und wir haben [noch] nie jemanden (niemandem jemals) (als Sklaven) gedient. Wieso (Wie) sagst Du (kannst Du sagen): {Daß} Ihr werdet frei (Freie) sein (werden)?
34 [Es] antwortete ihnen {der} Jesus: Amen, Amen (Wahrlich, wahrlich), ich sage Euch: {Daß} Jeder, der die Sünde tut (sündigt), ist Sklave (Diener, Knecht) der Sünde.
35 Der Sklave (Diener, Knecht) aber bleibt nicht für immer (ewig; in die Ewigkeit) im Haus. Der Sohn bleibt für immer (ewig; in die Ewigkeit).
36 Wenn also der Sohn Euch befreit (frei macht), werdet Ihr wirklich frei (Freie) sein.
37 Ich weiß, dass Ihr Nachkommen (Samen) Abrahams seid. Aber Ihr versucht (sucht) mich zu töten, weil mein Wort in Euch keinen Raum findet (hat).
38 Was ich beim Vater gesehen habe, sage ich. Und Ihr also (tut), was Ihr vom Vater gehört habt, tut!(.)1
- NA28 und SBL gehen davon aus, dass die Lesart τοῦ πατρὸς ὑμῶν im zweiten Teil des Verses sekundär ist. Der erste und zweite Versteil sprechen dann wohl vom selben Vater (Gott) und ποιεῖτε ist dann wohl als Imperativ zu verstehen, vgl. Metzger, Bruce M., United Bible Societies (1994). A Textual Commentary on the Greek New Testament. Wenn man ποιεῖτε als Indikativ versteht, legt sich die Interpretation nahe, dass in den beiden Versteilen von unterschiedlichen Vätern die Rede ist (Gott und Teufel, cf. V. 41, 44).
39 Sie antworteten ihm: unser Vater ist Abraham. {Der} Jesus sagt ihnen: Wenn Ihr Kinder {des} Abrahams seid (wäret), würdet ihr die Werke {des} Abrahams tun1.
- Die wahrscheinlichste Lesart ist ἐστε (ihr seid) im Nebensatz und ἐποιεῖτε (ihr würdet tun) im Hauptsatz. Grammatikalisch korrekt wäre entweder ἐστε – ποιεῖτε (ihr tut) oder ἦτε (ihr wäret) – ἐποιεῖτε, d.h. entweder ein Realis oder ein Irrealis der Gegenwart. Geht man von einem grammatikalischen Fehler aus, legt sich im Kontext eine Übersetzung als Irrealis der Gegenwart nahe (wäret – würdet). Geht man davon aus, daß der Autor die ungewöhnliche Konstruktion bewußt verwendet, sollte eine Studienübersetzung die ungewöhnliche Mischung von Realis und Irrealis der Gegenwart nachvollziehen (seid – würdet). Vgl. C.K. Barrett, Das Evangelium des Johannes (KEK), 1990, S. 351; Thomas L. Brodie, The Gospel According to John: A Literary and Theological Commentary, Oxford University Press, 1997, S. 330.
40 Jetzt aber versucht (sucht) Ihr mich zu töten, einen Menschen, der ich Euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe. Das (Dieses) hat Abraham nicht getan.
41 Ihr tut die Werke Eures Vaters. Sie sagten ihm also1: Wir sind nicht aus Unzucht geboren (gezeugt), einen Vater haben wir, Gott.
- SBL streicht οὖν (also).
42 Sagte Ihnen {der} Jesus: Wenn Gott Euer Vater wäre, würdet Ihr mich lieben; ich nämlich bin aus Gott hervorgegangen (ausgegangen, herausgegangen) und gekommen. Nicht nämlich von mir (aus) bin ich gekommen, sondern jener hat mich gesandt.
43 Weshalb erkennt Ihr meine Rede nicht? Weil Ihr mein Wort nicht hören könnt.
44 Ihr seid aus dem (vom) Vater, dem Teufel, (des Teufels) und die Begierden Eures Vaters wollt ihr tun (in die Tat umsetzen). Jener war ein Mörder (Menschenmörder) von Anfang an, und in der Wahrheit stand er nicht, weil Wahrheit in ihm nicht ist. Wenn er die Lüge spricht, spricht er aus dem Eigenen (aus den eigenen Dingen), weil er ein Lügner ist und ihr (sein)1 Vater.
- αὐτοῦ im griechischen Text kann sowohl Neutrum sein (dann bezieht es sich auf die Lüge) oder Maskulinum (dann müßte es sich auf den Sohn des Teufels beziehen und eine entsprechenden Übersetzung am Anfang des Verses verlangen: „aus dem Vater des Teufels“ statt „aus dem Vater, dem Teufel“.
45 Ich aber: Weil ich die Wahrheit sage, glaubt Ihr mir nicht.
46 Wer von (aus) Euch überführt mich einer Sünde? Wenn ich Wahrheit spreche ([die] Wahrheit sage), weshalb glaubt Ihr mir nicht?
47 Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes: Deshalb hört Ihr nicht, weil Ihr aus Gott nicht seid.
48 [Es] antworteten die Juden und sagten ihm: Sagen wir nicht schön (zu recht), dass Du ein Samariter bist und einen Dämon hast (besessen bist)?
49 [Es] antwortete Jesus: Ich habe keinen Dämon (bin nicht besessen), aber ich ehre meinen Vater und Ihr ehrt mich nicht (verachtet mich).
50 Ich aber suche nicht meine Ehre (Herrlichkeit, mein Ansehen): Es gibt einen (den), der sucht und richtet (urteilt).
51 Amen, Amen (Wahrlich, wahrlich), ich sage Euch, wenn einer (jemand) mein Wort bewahrt (hält), wird er [den] Tod in Ewigkeit nicht schauen.
52 Sagten ihm also1 die Juden: Jetzt wissen wir (haben wir erkannt), dass Du einen Dämon hast (besessen bist). Abraham ist gestorben und die Propheten, und Du sagst: Wenn einer mein Wort bewahrt (hält), wird er [den] Tod in Ewigkeit nicht erfahren (kosten).
- SBL streicht οὖν (also).
53 Bist Du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Auch die Propheten starben: Wen (Zu wem, Zu was) machst Du Dich selbst?
54 Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst preise (ehre, verherrliche), ist mein Preis (meine Ehre, Herrlichkeit) nichts. Es ist mein Vater, der mich preist (ehrt, verherrlicht), von dem Ihr sagt, daß er Euer Gott ist,
55 – und Ihr kennt (habt) ihn nicht (erkannt), ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen würde, daß ich ihn nicht kenne, wäre (werde) ich gleich Euch (ähnlich wie Ihr) ein Lügner (sein). Aber ich kenne ihn und sein Wort bewahre (halte) ich.
56 Abraham, Euer Vater, jubelte, weil (dass) er meinen Tag sehen sollte, und er sah [ihn] und freute sich.
57 [Es] sagten also die Juden zu ihm: Fünfzig Jahre hast Du noch nicht (Du bist noch keine fünfzig alt) und Abraham hast Du gesehen?
58 Sagte ihnen Jesus: Amen, Amen (Wahrlich, wahrlich), ich sage Euch, bevor Abraham geworden ist (wurde), bin ich.
59 Sie hoben also Steine auf, um [sie] auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel (Heiligtum) heraus.
Chapter 9
1 1 Und im Vorbeigehen (beim Weitergehen)2 sah er einen von Geburt an blinden Mann (Menschen).
- [Status: Ungeprüft]
- im Vorbeigehen Als modale Präpositionalangabe aufgelöstes adv. Ptz.
2 Und seine Jünger fragten ihn {sagend}1: „Rabbi (Lehrer), wer hat [hier] gesündigt, der [Mann] (dieser) oder seine Eltern, sodass er blind geboren wurde?“
- {sagend} Das zusätzliche adverbiale Partizip dient im Griechischen dazu, den Beginn wörtlicher Rede zu markieren. Im Deutschen tun das Doppelpunkt und Anführungszeichen.
3 Jesus erwiderte: „Weder hat der [Mann] (dieser) gesündigt noch seine Eltern. [Er ist] vielmehr (sondern) [blind], damit Gottes Handeln (Wirken, Taten, Werke)1 an ihm sichtbar wird.
- Handeln Das gr. Wort steht im Pl. wie »Taten«.
4 Wir müssen das Handeln (Wirken, Taten, Werke) dessen ausführen (bewirken, tun), der mich gesandt hat, solange es Tag ist – [die] Nacht kommt, und dann (wenn) kann niemand mehr [etwas] tun (bewirken) kann.
5 Wann immer (Solange) ich in der Welt bin, bin ich [das] Licht der Welt.“
6 Sobald (als, nachdem) er das gesagt hatte,1 spuckte er auf den Boden, {und} machte mit (aus) dem Speichel Matsch (Schlamm) und strich ihm den Matsch (Schlamm) auf die Augen.
- Sobald er das gesagt hatte Temporales Ptc. coni. (Ptz. Aor.), als Nebensatz aufgelöst.
7 Und er sagte zu ihm: „Geh [und] wasche dich im Teich von Schiloach ab!“ – das bedeutet „Gesandter“1. Daraufhin (also) ging er weg, {und} wusch sich [das Gesicht] ab2 und kam sehend zurück.
- Gesandter Hier als Übersetzung des Ptz. Pf. Pass. ἀπεσταλμένος.
- wusch sich [das Gesicht] ab Das Verb νίπτω wird meist im Zusammenhang mit einem Körperteil benutzt, am häufigsten den Füßen (LN 47.9). Daraus lässt sich schließen, dass der Blinde in dieser Szene nicht baden, sondern sich lediglich die Augen oder das Gesicht waschen soll. Das Verb wurde ohne explizites Objekt deshalb hier als „sich abwaschen“ übersetzt sowie das implizite Objekt (das Gesicht) ergänzt, wo erforderlich (vgl. NGÜ, GNB).
8 Da riefen (meinten, sagten) die Nachbarn und [solche], die ihn vorher als Bettler gesehen hatten:1 „Ist dieser [Mann] nicht derjenige, der [hier] saß und bettelte2!“
- die ihn vorher als Bettler gesehen hatten W. „ die ihn vorher gesehen hatten, dass er ein Bettler war“, dabei wurde das Ptz. Präs. θεωροῦντες als Relativsatz aufgelöst.
- derjenige, der [hier] saß und bettelte Zwei subst. Ptz., als Relativsatz aufgelöst.
9 Einige meinten (sagten): {dass}1 „Er ist es!“, andere riefen (sagten): „Nein, er ist ihm nur (aber, sondern) ähnlich!“ Er selbst2 sagte: {dass} „Ich bin es.“
- ὅτι recitativum.
- Er selbst W. „jener“ (vgl. Fn in V. 12)
10 Da fragten (sagten) sie ihn: „Wie wurden dir denn dann die Augen geöffnet?“1
- D.h. „Wie kommt es denn, dass du wieder sehen kannst?“ (vgl. NGÜ)
11 Der Mann antwortete: „Der Mann (Mensch), der Jesus heißt, hat Matsch (Schlamm) gemacht und mir die Augen [damit] eingestrichen, und er sagte mir: »Geh zum [Teich] Schiloach und wasche dich ab!« Nachdem ich dann (also) hingegangen war und mich abgewaschen hatte,1 konnte ich sehen.“
- Nachdem ich hingegangen war und mich abgewaschen hatte Zwei adverbiale Ptz. Aor., die temporal als Nebensatz mit »nachdem« aufgelöst wurden.
12 Da (und) fragten (sagten) sie ihn: „Wo ist der Mann, [von dem du sprichst]1?“ Er sagte2: „Ich weiß nicht.“
- der Mann, [von dem du sprichst] Deutsche Wiedergabe des Adjektivs ἐκεῖνος, das häufig veraltet mit »jener« übersetzt wird. Hier steht es als Bezeichnung desjenigen, von dem der Mann gesprochen hatte. Mit demselben Wort bezieht sich Johannes schon in V. 9 auf »den Genannten«, dort den Blinden selbst (dabei übersetzt als »Er selbst«).
- Historisches Präsens.
13 Sie brachten den vormals Blinden vor (zu) die Pharisäer.
14 {Allerdings (übrigens, nämlich)}1 Es war Sabbat an dem Tag, [an dem] Jesus den Matsch (Schlamm) machte und ihm die Augen öffnete.
- Die Konjunktion δὲ leitet hier eine Umstandsangabe ein und ist nicht direkt übersetzbar.
15 Auch die Pharisäer befragten ihn {nun} weiter1 (noch einmal, immer wieder), wie [es kam, dass] er [plötzlich] sehen konnte.2 Er {aber} antwortete (sagte) ihnen: „Er hat mir Matsch (Schlamm) auf die Augen getan, {und} ich habe gebadet, und [jetzt] sehe ich.“
- befragten ihn weiter Das Verb steht im Imperfekt und drückt einen anhaltenden Vorgang aus.
- wie [es kam, dass] er [plötzlich] sehen konnte Die sinngemäßen Einfügungen (vgl. NGÜ) sind erforderlich, wenn man nicht wie die meisten Übersetzungen als „sehend geworden war“ oder etwas kompliziert mit „wie sein Augenlicht wiederhergestellt worden war“ (vgl. engl. Übers.: „gain/receive (his) sight“) übersetzen möchte.
16 Manche von (unter) den Pharisäern meinten (sagten) daraufhin: „Dieser Mensch (Mann) ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht einhält (befolgt, bewahrt). Andere sagten (meinten): »Wie könnte ein sündiger Mensch solche (derartige) Zeichen (Wunder) tun?« Und es kam (war) unter ihnen zu einer Spaltung.
17 Also fragten (sagten) sie den Blinden noch einmal: »Was sagst du über ihn – da er dir ja die Augen geöffnet hat?« Er {aber} sagte: {dass} »Er ist ein Prophet!«
18 Da glaubten die Juden nicht [mehr] {über ihn}, dass er blind (ein Blinder) [gewesen] war und [nun] sehen konnte1, bis sie {seine} die Eltern des Geheilten2 herbeiriefen
- [nun] sehen konnte Zur Übersetzung vgl. die Fn in V. 15.
- des Geheilten Aus praktischen Gründen sinngemäß übersetzt. Löst man das so wiedergegebene substantivierte Partizip stattdessen als Relativsatz auf, wäre die wörtliche Übersetzung: »dessen, der [nun] Sehen konnte«.
19 und sie fragten {wobei sie sagten}1: »Ist dieser [Mann] euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde? Wie [kommt es] denn, [dass] er jetzt sehen kann (sieht)?
- {wobei sie sagten} Modal aufgelöstes Ptc. coni. Zur Auslassung s. die Fußnote in V. 2.
20 Da antworteten seine Eltern {und sagten}1: »Wir wissen, dass er (dieser [Mann]) unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde.
- {und sagten} Zur Auslassung s. die Fußnote in V. 2.
21 Wie [es] aber [kommt, dass] er jetzt sehen kann (sieht), wissen wir nicht, auch (oder) wer ihm die Augen geöffnet hat, wissen wir nicht. Fragt ihn [doch] selbst, er ist erwachsen,1 er wird selbst für sich sprechen!«
- er ist erwachsen (V. 21 und 23) Sinngemäße Übersetzung eines Idioms, w. etwa »er hat Reife«, d.h. »er ist volljährig« (vgl. LN 67.156).
22 Das sagten seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten. Die Juden hatten sich nämlich (denn) schon [darüber] verständigt (geeinigt, abgestimmt, beschlossen), dass jeder, der ihn [öffentlich] als Messias (Christus) bezeichnete (bekannte), aus der Synagoge ausgeschlossen1 werden [sollte].
- aus der Synagoge ausgeschlossen übersetzt das Prädikatsadjektiv ἀποσυνάγωγος, das eine solche Exkommunikation beschreibt.
23 Aus diesem Grund sagten seine Eltern: {dass} »Er ist erwachsen, fragt ihn [doch] selbst!«
24 Daraufhin (also) riefen sie den Mann (Menschen) zum zweiten Mal, der blind (ein Blinder) [gewesen] war, und forderten ihn auf (sagten zu ihm): »Gib Gott Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch (Mann) ein Sünder (sündig) ist!«
25 Da antwortete der Mann (jener)1: »Ob er sündig ist, weiß ich nicht! Eines weiß ich: dass ich, der blind war (als Blinder),2 jetzt sehen kann (sehe).«
- der Mann (jener) Zur Übersetzung von ἐκεῖνος vgl. die Fn in V. 12.
- der blind war (als Blinder) Übertragung der temporalen/modalen Angabe (Ptc. coni.) τυφλὸς ὢν »blind seiend«.
26 Darauf sagten sie zu ihm: »Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er dir die Augen geöffnet?«
27 Er antwortete ihnen: »Ich habe [es] euch schon gesagt und ihr habt nicht zugehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt wohl (vielleicht) auch ihr seine Jünger werden?«
28 Da (und) beschimpften sie ihn {und sagten}1: »Du bist sein Jünger, wir aber sind Moses Jünger!
- {und sagten} Zur Auslassung s. die Fußnote in V. 2.
29 Wir wissen, dass Gott zu Mose gesprochen hat, aber von diesem [Mann] wissen wir nicht, woher er ist.«
30 Der Mann (Mensch) antwortete {und sagte zu ihnen}1: »Das ist ja merkwürdig (seltsam, erstaunlich),2 dass ihr nicht wisst, woher er ist, obwohl (und)3 er mir die Augen geöffnet hat.
- {und sagte zu ihnen} Zur Auslassung s. die Fußnote in V. 2.
- Das ist ja merkwürdig W. »Darin ist ja das Merkwürdige/Erstaunliche« EÜ, Zür: »Darin liegt ja das Erstaunliche«, NGÜ: »Das ist doch wirklich sonderbar!«, Lut: »Das ist verwunderlich«, GNB: »Das ist wirklich seltsam!«
- obwohl καὶ »und« hat ihr eine sehr konzessive Konnotation.
31 Wir wissen, dass Gott Sündern nicht zuhört. Vielmehr hört er gerade demjenigen zu,1 [der] gottesfürchtig (fromm) ist und seinen Willen tut.
- hört er gerade demjenigen zu Diese Phrase steht im Urtext besonders hervorgehoben am Satzende. Die Umstellung erfolgt, weil im Deutschen eine solche Betonung anders ausgedrückt werden muss, und der Satz wäre unter Beibehaltung der griechischen Satzstellung kaum übersetzbar.
32 Von jeher1 ist es nicht gehört worden, dass jemandem die Augen geöffnet wurden, der blind (als Blinder) geboren war.
- Von jeher Gr. ἐκ τοῦ αἰῶνος, W. etwa »seit Ewigkeit«.
33 Wenn dieser [Mann] nicht von Gott wäre, könnte er nichts [dergleichen] tun!«
34 Sie antworteten {und sagten} ihm »Du wurdest ganz in Sünden geboren und du belehrst uns?« und warfen ihn hinaus.
35 Jesus hörte, dass sie ihn hinausgeworfen hatten, und sagte, nachdem er ihn gefunden hatte1: »Glaubst du an den »Sohn des Menschen« (»Menschensohn«, »Menschen«)?«
- nachdem er ihn gefunden hatte Adverbiales Ptz. Aor., temporal-vorzeitig als Nebensatz aufgelöst.
36 Der Mann (jener) erwiderte {und sagte}1: »Und wer ist es, Herr, damit ich an ihn glauben kann2?«
- {und sagte} Zur Auslassung s. die Fußnote in V. 2.
- glauben kann W. »glauben werde«
37 Jesus sagte zu ihm: »{und} Du hast ihn gefunden: {und} Der mit dir spricht,1 ist es!«
- Der mit dir spricht Subst. Ptz., als Relativsatz aufgelöst.
38 Da (und) rief (sprach) der [Mann] »Ich glaube, Herr!« und betete ihn an.
39 Und Jesus sagte: »Zur Scheidung (Gericht) bin ich in diese Welt gekommen, damit die nicht Sehenden sehen können (sehen) und die Sehenden blind werden.«
40 Das hörten diejenigen von den Pharisäern, die bei (mit) ihm waren, und sagten zu ihm: »Aber wir gehören nicht zu den Blinden, oder?«1
- »Aber wir gehören nicht zu den Blinden, oder?« W. »Es sind doch nicht etwa auch wir blind?«
41 Jesus entgegnete (sagte zu) ihnen: »Wenn ihr blind wäret, [dann] hättet ihr keine Sünde. Aber jetzt sagt ihr: {dass} »Wir sehen!«, [und] eure Sünde bleibt.« «“
Chapter 10
1 1 „Wahrlich, wahrlich (Amen, amen), ich sage euch: Wer nicht durch den Eingang (die Tür) in das Gehege (den Hof) der Schafe gelangt (eintritt), sondern auf anderem Wege hineinsteigt,2 der ist ein Dieb und ein Räuber!
- [Status: Ungeprüft]
- Wer nicht gelangt … hineinsteigt Substantiviertes Ptz., als Relativsatz mit »wer« aufgelöst.
2 Wer aber durch das Gatter (den Eingang, die Tür) eintritt (hineinkommt),1 ist [der] Hirte der Schafe.
- derjenige, der … eintritt Substantiviertes Ptz., als Relativsatz mit »derjenige, der« aufgelöst.
3 Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie hinaus.
4 Wenn er alle seine eigenen [Schafe] hinausgebracht (hinausgetrieben) hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, denn sie kennen seine Stimme.
5 Doch einem anderen würden (werden) sie niemals folgen, sondern ihm davonlaufen (fliehen, weichen), denn sie kennen die Stimmen1 anderer [Menschen] nicht.“
- W. »Stimme« (Sg.)
6 Dieses Gleichnis (Sprachbild) erzählte ihnen Jesus, aber sie wussten nicht, was es war, über das er mit ihnen gesprochen hatte.
7 Darum sprach (redete, erzählte) Jesus weiter (noch einmal, erneut): „Wahrlich, wahrlich (Amen, amen), ich sage euch: {dass} Ich bin das Gatter (der Eingang, die Tür) [für] die Schafe (Schafgatter)1.
- Gatter [für] die Schafe W. »Gatter der Schafe« (Appositiver Genitiv).
8 Alle, die vor mir gekommen sind, sind Diebe und Räuber, aber die Schafe haben ihnen nicht zugehört.
9 Ich bin das Gatter (der Eingang, die Tür): Wenn jemand durch mich eintritt, wird er gerettet werden, und er wird ein- und ausgehen und Weideland finden.
10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, {und} zu schlachten (töten) und zu zerstören. ''Ich'' bin gekommen, damit sie Leben haben, und Überfluss (Fülle, Mehr) haben.
11 Ich bin der gute Hirte, der gute Hirte stellt (setzt, legt) seine Seele für die Schafe.
12 Wer bezahlter Arbeiter und nicht Hirte ist, wer die Schafe nicht hat, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht - und der Wolf raubt und zerstreut [sie] -
13 weil er ein bezahlter ist und sich nicht um die Schafe kümmert.
14 Ich bin der gute Hirte; und ich kenne die Meinen, und mich kennen die Meinen,
15 wie der Vater mich kennt, kenne auch ich den Vater und ich setze (stelle, lege) mein Leben für die Schafe.
16 Und ich habe andere Schafe, die nicht von diesem Hof sind; auch diese muss ich (es ist mir nötig diese zu) bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde, ein Hirte.
17 Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben einsetze (hingebe), um es wieder zu nehmen.
18 Keiner nimmt es von mir (weg), sondern ich setze (gebe) es von mir selbst aus ein (hin). Vollmacht (Macht) habe ich, es einzusetzen (hinzugeben), und Vollmacht (Macht) habe ich, es wieder zu nehmen. Dieses Gebot (diesen Befehl) habe ich von meinem Vater bekommen (erhalten).
19 Eine Spaltung entstand wiederum unter den Juden wegen dieser Worte.
20 Es sagten aber viele von (aus) ihnen: Einen Dämon hat er (Er ist besessen) und er ist von Sinnen. Was (Warum) hört ihn an (ihm zu, auf ihn)?
21 Andere sagten: Diese Worte sind nicht [die] eines (von einem Dämon) Besessenen. Kann ein Dämon etwa Augen von Blinden öffnen?
22 Es war (fand) damals (dann) das Fest der Tempelweihe in Jerusalem (statt). Es war Winter (winterliches Wetter1)
- D.h. es war regnerisch und es wehte ein kalter Wind, was sachlich den Aufenthalt in der Säulenhalle Salomos (s. folgender Vers) motivieren könnte. Cf. Benedikt Schwank, Evangelium nach Johannes, St. Ottilien 1998, S. 292.
23 und Jesus wandelte (ging) im Tempel in der Säulenhalle Salomos (auf und ab, umher).
24 Es umringten ihn also die Juden und sagten ihm: Bis wann hältst Du unsere Seele [hin, im Ungewissen]? Wenn Du der Christus (Messias) bist, sag [es] (sprich) uns offen (mit Offenheit).
25 Antwortete ihnen {der} Jesus: Ich habe [es] Euch gesagt (gesprochen) und Ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich tue (vollbringe) im Namen meines Vaters, diese geben Zeugnis (zeugen) über (für) mich.
26 Aber Ihr glaubt nicht, weil Ihr nicht von (aus) meinen Schafen seid (zu meinen Schafen gehört).
27 Meine Schafe hören auf meine Stimme und ich kenne (erkenne) sie und sie folgen mir
28 und ich gebe (schenke) ihnen ewige Leben und sie sollen in Ewigkeit nicht zugrunde (verloren) gehen und keiner (nicht) wird (einer) sie aus meiner Hand reißen (rauben).
29 Was mein Vater (Mein Vater – was er) mir gegeben hat, ist größer als alles und keiner kann [es] aus der Hand des Vaters reißen (rauben).1
- Die Übersetzung folgt NA28 und liest (1) ὃ δέδωκέν μοι πάντων μεῖζόν ἐστιν (was er mir gegeben hat, ist größer als alles/alle). Daneben werden vor allem drei weitere Varianten in der Literatur und in gängingen Übersetzungen in Betracht gezogen: (2) ὃς δέδωκέν μοι πάντων μεῖζων ἐστιν (der mir [sie] gegeben hat, ist größer als alle/alles), (3) ὃς δέδωκέν μοι πάντων μεῖζόν ἐστιν (der mir [sie] gegeben hat, ist etwas Größeres als alle/alles) und (4) ὃ δέδωκέν μοι πάντων μεῖζων ἐστιν ([in Hinsicht auf] was er mir gegeben hat, ist größer als alle/alles). Die leichteste Lesart ist (2): Die Aussage ist theologisch unproblematisch, paßt gut in den Kontext (dass der Vater größer als alles ist, erklärt gut, weshalb niemand etwas seiner Hand entreißen kann) und das Griechisch ist (trotz des fehlenden Objekts) gut möglich. Gerade deshalb kann sie als ursprünglich ausgeschlossen werden: Es wäre unerklärlich, wie es zu den vielen und theologisch oder grammatikalisch schwierigen Varianten hätte kommen sollen, wenn dies der Urtext gewesen wäre. Allgemeiner ist es überhaupt unwahrscheinlich, daß es zu einem relativ weitverbreiteten Übergang von einem ursprünglichen Text, der ὃς δέδωκέν μοι hat, zu Lesarten, die ὃς mit ὃ ersetzen, gekommen wäre. Das schließt neben (2) auch (3) als ursprünglichen Text aus. (Cf. Metzger, Bruce M., United Bible Societies (1994). A Textual Commentary on the Greek New Testament.) (4) ist grammatikalisch schwierig, nach Metzger (op.cit) handelt es sich um »unmögliches Griechisch«, das nicht konstruiert werden kann (und deswegen als Urtext auszuschließen ist). (1) entspricht mit dem dem Relativsatz vorausgestelltem Subjekt johanneischem Stil (cf. z.B. Hartwig Thyen, Das Johannesevangelium, Tübingen 2015), ist aber theologisch auf den ersten Blick schwierig: Das kann zum einen erklären, weshalb es zu alternativen Lesarten kam, und zum anderen, warum viele Übersetzungen und Exegeten auch heute diese Lesart zurückweisen.
30 Ich und der Vater sind eins.
31 Die Juden hoben wieder (wiederum) Steine auf, um ihn zu steinigen.
32 {Der} Jesus antwortete ihnen: Viele gute (schöne) Werke aus dem (vom) Vater (her) habe ich Euch gezeigt. Wegen welchem {Werk} von ihnen steinigt Ihr mich?
33 [Es] antworteten ihm die Juden: Wir steinigen Dich nicht wegen eines guten (schönen) Werks, sondern wegen (einer) Gotteslästerung (Lästerung), und weil Du, obwohl (der) Du ein Mensch bist, Dich selbst Gott machst.
34 Antwortete ihnen Jesus: Steht (ist) nicht geschrieben in Eurem Gesetz: {Daß} Ich habe gesagt: Götter seid Ihr?
35 Wenn er (es) diejenigen Götter nannte, an die das Wort Gottes erging, und die Schrift nicht aufgelöst (gelöst) werden kann,
36 [weshalb] sagt Ihr [dann von mir (dem),] den der Vater geheiligt hat und in die Welt gesandt hat: {Dass} Du lästerst (Gott), weil ich gesagt habe: Sohn Gottes bin ich?
37 Wenn ich die Werke meines Vaters nicht tue (verwirkliche, vollbringe), glaubt mir nicht!
38 Wenn ich [sie] aber tue (verwirkliche, vollbringe), und Ihr mir nicht glaubt, glaubt [(doch, wenigstens)] den Werken, damit ihr erkennt und wißt, dass in mir der Vater [ist] und ich im Vater [bin].
39 Sie versuchten (suchten) wieder (wiederum) ihn zu ergreifen (gefangen zu nehmen), und er ging aus (entzog sich) ihrer Hand heraus.
40 Und er ging wieder (wiederum) fort auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte (taufen war) und er blieb (verweilte) dort.
41 Und viele kamen zu ihm und sagten: [Daß] Johannes hat zwar keine Zeichen getan (gewirkt), alles (alle Dinge) aber, was (die) Johannes gesagt hat über diesen, war (waren) wahr.
42 Und viele glaubten (kamen zum Glauben) an ihn dort. “
Chapter 11
1 1 {Nun (Aber)} Es war jemand krank [geworden], Lazarus2 aus Betanien, aus dem Dorf von Maria und ihrer Schwester Marta.
- [Status: Ungeprüft]
- Lazarus ist eine gekürzte, gräcisierte Form des hebräischen Namens Eleazar, der zur Zeit Jesu verbreitet war. Er bedeutet „Gott hilft“ (Brown ²1987, 422).
2 Es war {übrigens (nun, aber)} Maria, die den Herrn [mit] Salböl gesalbt (übergossen, eingerieben) und [dann] seine Füße [mit] ihren Haaren1 abgetrocknet hatte,2 deren Brüder Lazarus krank war.3
- [mit] Salböl und [mit] ihren Haaren Instrumentaler Dativ.
- die gesalbt und abgetrocknet hatte Attributives Ptz., als Relativsatz wiedergegeben.
- Johannes 12,1
3 Die Schwestern schickten also [eine Nachricht] zu ihm und ließen ihm ausrichten1: „Herr, {schau}, der, den du lieb hast, ist krank!“
- und ließen ihm ausrichten Sinngemäße Übersetzung, w. etwa „und sagten“ (nämlich die Schwestern). Etwas freier könnte man den Satz folgendermaßen übersetzen: „Die Schwestern ließen ihm folgende Nachricht übermitteln:“
4 Als Jesus das hörte,1 sagte er: „Diese Krankheit führt nicht zum Tod2, sondern [dient] zur Verherrlichung (Ehre, Herrlichkeit) Gottes, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht wird.“
- Als Jesus das hörte Temporal aufgelöstes adv. Ptz. Aor.
- führt nicht zum Tod W. »ist nicht zum Tod«
5 Jesus hatte (liebte) Marta, {und} ihre Schwester und Lazarus jedoch1 sehr lieb.
- jedoch Es ist schon aus V. 3 bekannt, dass Lazarus Jesus viel bedeutete. V. 5 soll das erneut verdeutlichen, da Jesus sich entschlossen hat, nicht sofort hinzugehen (Brown ²1987, 423). Der Grund für sein Fernbleiben wird weiter unten (V. 15) klar. Immer wieder schiebt Johannes solche kurzen Erklärungen in seinen Text, die häufig – wie hier – durch die Konjunktion δὲ „aber, und“ (hier dennoch) hervorgehoben werden. Die Erzählung nimmt er dann gewöhnlich – wie gleich in V. 6 – mit der Konjunktion οὖν „nun, also, daher“, bei Joh auch „da, dann, daraufhin“ (hier dann) wieder auf.
6 Als er dann hörte, dass [Lazarus] krank war, da blieb er noch zwei weitere Tage an dem Ort, wo er war.
7 Danach sagte er zu den Jüngern: „Gehen wir wieder nach Judäa!“
8 Die Jünger wandten ein (sagten)1 {zu ihm}: „Rabbi (Lehrer), die Juden haben gerade erst versucht dich zu steinigen, und du möchtest wieder (zurück) dorthin gehen?“2
- Historisches Präsens.
- Johannes 8,59
9 Jesus erwiderte: „Sind [in] einem Tag1 nicht zwölf Stunden? Wenn man (Wer) sich tagsüber (während des Tages) fortbewegt (umhergeht), stößt (stolpert) man sich nirgends an, weil man das Licht dieser Welt2 sieht.
- [in] einem Tag Gen. partitivus.
- das Licht dieser Welt D.h. die Sonne, bei Johannes im theologischen Kontext jedoch doppeldeutig auch auf Jesus bezogen (vgl. Joh 9,5; Brown ²1987, 423).
10 Wenn man (Wer) sich aber nachts (während der Nacht) fortbewegt (umhergeht), stößt (stolpert) man sich an, weil das Licht nicht in einem ist.“1
- weil das Licht nicht in einem ist Das meint offenbar die Sehfähigkeit, die bei Nacht fehlt. Die Juden dachten offenbar, dass das Licht in den Augen ist ({{par|Matthäus_6#s22|Mt 6,22-23}}; Brown ²1987, 423)
11 Dies (Diese Dinge) sagte er, und danach sagt er ihnen: Lazarus, unser Freund ruht (schläft, ist eingeschlafen, hat sich schlafen gelegt)1 aber ich gehe, um ihn aufzuwecken.
- Wird κεκοίμηται mit „er schläft“ übersetzt, wird das Mißverständnis der Jünger unverständlich, und das Wortspiel, κεκοίμηται (er ruht, V. 11 u. 12) – κοιμήσεως τοῦ ὕπνου (Ruhen des Schlafes, V. 13), geht verloren.
12 Es sagten ihm also die Jünger: Herr, wenn er ruht (schläft, eingeschlafen ist, sich schlafen gelegt hat), wird er bewahrt (gerettet) werden.
13 Jesus aber hatte über seinen Tod gesprochen. Sie (Jene) aber meinten, daß er über das Ruhen (Schlafen) des Schlafes spricht.
14 Dann also sagte ihnen Jesus offen (mit Offenheit, mit Freimut): Lazarua ist gestorben,
15 und ich freue mich Euretwegen (wegen Euch), daß ich nicht dort war, damit ihr glaubt (damit Ihr glaubt, weil ich nicht dort war). Aber laßt uns zu ihm gehen.
16 Thomas, der Zwilling genannt wird, sagte also den Mitjüngern: Laßt auch uns gehen, damit wir mit ihm sterben.
17 {Der} Jesus ging und fand ihn also (, nachdem er) schon vier Tage im Grab liegen (gelegen war).
18 Betanien war aber nahe bei Jerusalem, etwa 15 Stadien weit.
19 Viele aber von (aus) den Juden waren zu {der} Marta und Maria gekommen, um sie über ihren Bruder zu trösten.
20 {Die} Marta also, wie sie hörte, daß Jesus kommt, ging ihm entgegen. Maria aber saß in dem Haus.
21 Da (nun) sagte Marta zu Jesus: „Herr, wenn du hier gewesen wärest, dann wäre mein Bruder nicht gestorben!1
- Irrealer Konditionalsatz (KG §479).
22 1Auch (und) jetzt weiß ich, dass Gott dir alles, worum du ihn2 bittest, geben wird.“3
- Auch jetzt Textkritik: NA28 setzt hier zusätzlich ein ἀλλὰ »aber« als unsichere Lesart in eckige Klammern (das lässt leider offen, welche Möglichkeit die Herausgeber wahrscheinlicher finden), das SBLGNT lässt es weg. Das Wort wird von sehr wichtigen Zeugen ausgelassen (P75, א, B, C, 1, 33, 1241), ist aber sonst breit bezeugt (auch von P45, P66, A, D und dem Mehrheitstext). Ohne ἀλλὰ wird der Text schwieriger, weil dann καὶ »und/auch/aber«, das eher implizit adversativ sein kann, Marias zweite Aussage einleiten würde, die die vorherige relativiert. Daher erscheint die kürzere Lesart hier zunächst besser dazustehen. Doch ist die externe Bezeugung von ἀλλὰ so gut, dass die Entscheidung unsicher ist. Die Variante wird sich sehr früh in den Text geschlichen haben, sodass der ursprüngliche Text nicht mehr zweifelsfrei festzustellen ist.
- ihn W. »Gott«, das in der Übersetzung aber als Subjekt vorgezogen werden musste.
- Oder: „Auch jetzt weiß ich: {dass} Alles, worum du Gott bittest, wird er dir geben.“
23 Jesus sagte1 zu ihr: „Dein Bruder wird auferstehen!“
- Historisches Präsens.
24 Marta meinte (sagte)1 {zu ihm}: „Ich weiß, dass er bei (während) der Auferstehung am letzten (jüngsten) Tag auferstehen wird.“
- Historisches Präsens.
25 Jesus sagte zu ihr: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt (auf mich vertraut),1 wird leben, auch wenn er stirbt!
- Wer an mich glaubt Substantiviertes Ptz., als Relativsatz aufgelöst.
26 Und jeder, der lebt und an mich glaubt1 (auf mich vertraut), wird sicher nicht für immer sterben. Glaubst du das?“
- der lebt und glaubt Zwei substantivierte Ptz., als Relativsatz aufgelöst.
27 Sie rief (sagte): „Ja, Herr, ich glaube daran, dass du der Messias (Christus) bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll (kommt)1!“
- der kommt Substantiviertes Ptz. Präs. (mit Futur-Aspektbedeutung, GGNT §228), als Relativsatz aufgelöst.
28 Und nachdem sie dies gesagt hatte, ging sie hin (weg) und rief heimlich Maria, ihre Schwester (herbei), indem sie [ihr] sagte: Der Lehrer ist hier (da) und ruft Dich.
29 Jene aber, wie sie [es] hörte, stand schnell auf und ging (kam) zu ihm.
30 {Der} Jesus aber war noch nicht in das Dorf gegangen (gekommen), sondern er war noch an dem Ort, wo Marta ihm entgegengekommen war.
31 Die Juden also, die mit ihr in dem Haus waren und sie trösteten, folgten ihr, als sie Maria schnell aufstehen und weggehen sahen, weil sie meinten, daß sie zu dem Grab geht, um dort zu weinen (klagen).
32 Maria, als sie [dorthin] kam, wo Jesus war, und ihn sah,1 warf sie sich (fiel) sie vor seine Füße und sagte2 zu ihm: „Herr, wenn du hier gewesen wärest, dann wäre mein Bruder nicht gestorben!“3
- und ihn sah Ptc. coni., temporal aufgelöst. Da hier schon ein parenthetischer Nebensatz mit „als“ vorhanden war, wurde das aufgelöste Ptz. mit „und“ an diesen geknüpft.
- und sagte Modal-temporales Ptc. coni., hier als „und“-Kombination wiedergegeben.
- Die Aussage enthält einen irrealen Konditionalsatz (KG §479) und gleicht Martas Ausruf aus V. 21 bis auf einige Abweichungen.
33 Als Jesus daraufhin sah, wie (dass) sie laut weinte (trauerte, klagte), und wie (dass) die [bei] ihr ([um] sie) versammelten Juden laut weinten (trauerten, klagten),1 war er innerlich ([im] Geist)2 sehr aufgebracht (wütend, erregt) und erschüttert (aufgewühlt, tief bewegt)3
- sah, wie/dass sie weinte und wie/dass ... weinten Zwei AcP. Die vielen teils verschränkten Partizipien in diesen Versen vermitteln mit ihrer „Live-Beschreibung“ eine große emotionale Dichte. laut weinte Das Verb κλαίω „weinen, klagen“ bezeichnet die geräuschvolle Totenklage (LN 25.138). Weiter unten in V. 35 wird von Jesus ein anderes Verb gebraucht (s. dort).
- [im] Geist Zwar könnte der hier lokativ interpretierte Dativ auch instrumental verstanden werden – dann wäre Jesus „[vom Heiligen] Geist“ so aufgewühlt –, aber das verwendete, Selbstbezug herstellende Medium und der Kontext zeigen an, dass es wie innerlich zu verstehen ist (vgl. Carson 1991, 415).
- war er sehr aufgebracht (wütend, erregt) und erschüttert (aufgewühlt, tief bewegt) Zwar wird gelegentlich die Meinung vertreten, Jesus sei lediglich tief erschüttert (und nicht noch zusätzlich zornig) gewesen – und zwar, weil sich der Grund seiner Wut nicht klar ausmachen lässt. Dagegen spricht jedoch der gewöhnliche Gebrauch des Verbs ἐμβριμάομαι (hier sehr aufgebracht/wütend sein) mit der Denotation der wütenden Erregung. Auch die Kirchenväter haben die Stelle schon entsprechend verstanden. Jesus ist also nicht nur von der offensichtlich tiefen Trauer der Menschen tief bewegt, sondern er wird auch wütend. Die beste Erklärung für seinen Zorn ist wohl, dass er weder auf die Menschen noch auf ihre (hier als echt dargestellte) Trauer so reagiert, sondern vielleicht auf die durch den Todesfall greifbar gewordene Macht des Teufels; auf das, was infolge des Sündenfalls in der Welt schief geht und erst dazu führt, dass Menschen krank werden und sterben, und dass Jesus die Welt durch seinen bevorstehenden Tod erlösen wird (vgl. Brown ²1987, 425f.435; Carson 1991, 415f.).
34 und sagte: „Wo habt ihr ihn hingelegt?“ Sie antworteten (meinten, sagten)1 ihm: „Herr, komm [mit] und sieh!“
- Historisches Präsens.
35 Jesus musste weinen (kamen die Tränen, begann zu weinen; weinte).1
- Jesus musste weinen Verstanden als ingressives Aorist, das den Beginn einer Handlung markiert. Während Maria und die Juden in V. 33 laut weinend klagten (κλαίω „weinen, klagen“ bezeichnet die geräuschvolle Totenklage, LN 25.138), kommen Jesus jetzt die Tränen, was das δακρύω „weinen“ (LN 25.137, von δάκρυον „Träne“) zum Ausdruck bringt.
36 Da (daraufhin, darum) sagten die Juden: „Schaut, wie lieb er ihn hatte.“
37 Aber manche von ihnen meinten (sagten): „Er, der die Augen des Blinden geöffnet hat, konnte nichts tun, damit [Lazarus]1 nicht sterben musste?“
- [Lazarus] W. »dieser, er«. Der Eigenname wurde eingefügt, um ihn von Jesus zu unterscheiden.
38 Jesus also – ein weiteres Mal innerlich (in sich) sehr aufgebracht (wütend, erregt; aufbrausend, schnaubend, seufzend) – kommt zu dem Grab: Es war aber eine Höhle und ein Stein lag auf ihm (ihr).
39 {Der} Jesus sagt: Nehmt den Stein weg. Die Schwester des Gestorbenen, Marta, sagt ihm: Herr, er stinkt (riecht) schon – er ist nämlich schon vier Tage [tot] (viertägig).
40 {Der} Jesus sagt ihr: Habe ich Dir nicht gesagt: {daß} Wenn Du glaubtst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
41 Da (also) hoben (entfernten, nahmen) sie den Stein weg. {und (aber)} Jesus richtete seine Augen nach oben und sprach (sagte): „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
42 Ich wusste ja, dass du mich immer erhörst, aber ich sage es (habe gesagt)1 es wegen der beistehenden Leute, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.“
- sage es (habe gesagt) Gr. ein Aorist (Vergangenheit), aber das ist wohl eine zu wörtliche Wiedergabe des hebräischen Vollzugsperfekts (Brown ²1987, 427).
43 Und nachdem er das gesagt hatte,1 rief er [mit] lauter Stimme2: „Lazarus, komm heraus!“
- nachdem er das gesagt hatte Als temporaler Nebensatz aufgelöstes adv. Ptz. Aor.
- [mit] lauter Stimme Instrumentaler Dativ.
44 Der Verstorbene kam heraus, an Füßen und Händen mit Binden gebunden (umwickelt, gefesselt), und sein Gesicht war mit einem Tuch (Gesichtstuch) umwickelt worden.1 Jesus sagte zu ihnen: „Befreit ihn, dann (und) lasst ihn gehen!“
- an Füßen und Händen mit Binden gebunden (als Partizipialsatz wiedergegebenes, modales Ptz. conj.) Das Wort δέω heißt häufig „binden, fesseln“ und ist hier sicher so zu verstehen, dass Lazarus in seinen Bewegungen eingeschränkt war. Wer den jüdischen Bräuchen entsprechend in Grabtücher gewickelt worden war, dessen Arme waren an den Körper gepresst, die Beine zusammengebunden. Man konnte in diesem Zustand vielleicht hopsen oder robben, aber kaum gehen (Carson 1991, 418f.).
45 Viele also von (aus) den Juden, die zu {der} Maria gekommen waren und gesehen hatten, was er getan hatte, glaubten (kamen zum Glauben) an ihn.
46 Einige aber von (aus) ihnen gingen (weg, hin) zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.
47 Die Hohenpriester und die Pharisäer versammelten also ein Synedrium (brachten also eine Sitzung des Hohen Rates zusammen) und sagten: Was tun (machen, verwirklichen) wir, da dieser Mensch viele Zeichen tut (macht, verwirklicht; denn dieser Mensch tut viele Zeichen)?
48 Wenn wir ihn so lassen, werden alle an ihn glauben, und die Röme werden kommen und (von) uns sowohl den Ort (den Tempel, Jerusalem) wie das Volk wegnehmen (nehmen).
49 Doch einer, von ihnen, ein gewisser Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war,1 sagte ihnen: „Ihr wisst doch überhaupt nichts,
- der war Ptc. coni., als Relativsatz aufgelöst.
50 und ihr versteht nicht, dass es besser (vorteilhaft) für euch wäre, wenn (dass) ein Mann (Mensch) anstelle (für, zugunsten) des Volkes stirbt, als dass (und nicht) das ganze [jüdische] Volk1 (Nation) untergeht (vernichtet wird, verloren geht).“
- das ganze [jüdische] Volk Hat Kajaphas eben noch das Wort λαός Volk benutzt, gebraucht er jetzt ἔθνος, das häufig eine bestimmte Volksgemeinschaft oder Nation bezeichnet. Er hat hier ganz offensichtlich besonders das jüdische Volk im Sinn, wie auch aus V. 52 hervorgeht (vgl. NGÜ).
51 Das sagte er aber nicht von sich aus, sondern weil er in jenem Jahr Hoherpriester war,1 machte er die Prophezeiung (prophezeite, sagte voraus), dass (denn) Jesus anstelle (für, zugunsten) des [jüdischen] Volkes (Nation) sterben würde (musste),
- weil er war Ptc. coni., als kausaler Nebensatz aufgelöst.
52 und nicht nur anstelle (für, zugunsten) des [jüdischen] Volkes (Nation) allein, sondern um die verstreuten Kinder Gottes zu einem [Volk] (an einem [Ort]) zusammenzuführen (zu versammeln).1
- 1 Johannes 2,2
53 Von jenem Tag an also überlegten (beratschlagten, beschlossen) sie, ihn zu töten.
54 {Der} Jesus also zog nicht mehr öffentlich (in [der] Öffentlichkeit) unter den Juden umher, sondern er ging weg von dort in die Gegend nahe der Wüste (Einöde), in eine Stadt, die Efraim heißt (genannt wird), und dort blieb (verweilte) er mit den Jüngern.
55 Es war aber nahe das Paschafest (Pascha) der Juden und viele aus dem Land (der Gegend) stiegen (gingen) vor dem Paschafest (Fest, Pascha) nach Jerusalem hinauf, um sich zu reinigen.
56 Sie suchten also {den} Jesus und sagten zueinander (redeten miteinander), wie sie im Tempel standen: Was meint Ihr (scheint Euch)? Daß er vielleicht (gewiß) nicht zu dem Fest kommt?
57 Es hatten aber die Hohenpriester und die Pharisäer befohlen (Befehle gegeben), daß, wenn jemand (einer) erfährt (weiß), wo er sich aufhält (ist), er [(ihn, es)] anzeige (verrate), damit sie ihn festnehmen (ergreifen) [können].
Chapter 12
1 1 {Der} Jesus also kam sechs Tage vor dem Paschafest (Pascha) nach Betanien, wo sich Lazarus aufhielt (war, weilte), den Jesus von (aus) den Toten erweckt hatte.
- [Status: Ungeprüft]
2 Sie veranstalteten (bereiteten, machten) also dort für ihn (ihm) ein Mahl (Abendmahl), und {die} Marta diente, Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch lagen (saßen).
3 {Die} Maria also nahm ein Pfund Salböl – echtes (reines)1, kostbares Nardenöl – und salbte [damit] die Füße Jesu {des Jesus} und trocknete mit ihren Haaren seine Füße. Das Haus aber wurde von (aus) dem Duft (Geruch) des Salböls erfüllt.
- Die Bedeutung von πιστικῆς – hier übersetzt mit „echt“ – ist unsicher, da es im NT nur hier und Mk 14,3 vorkommt, und ansonsten in Texten, die von diesen beiden Stellen abhängen. Cf. C.K. Barrett, Das Evangelium des Johannes (KEK), 1990, S. 407 f. und die entsprechende Fußnote zu Mk 14,3
4 Judas {der} Iskariot, einer seiner Apostel, (der,) der im Begriff war, ihn auszuliefern (der ihn ausliefern sollte, wollte), sagt aber:
5 Weshalb wurde dieses Salböl nicht für 300 Denare verkauft und den Armen gegeben?
6 Er sagte das aber nicht, weil es ihm um die Armen ging, sondern weil er ein Dieb war und – da er den Geldbeutel (die Kasse) hatte (verwaltete; als Kassenwart) – das, was [in ihn (sie)] gelegt (geworfen) wurde, wegtrug (wegnahm, stahl).
7 {Der} Jesus sagte also: Lass sie, damit sie es für (in den) Tag meiner Beerdigung bewahre.
8 Die Armen nämlich habt Ihr immer bei (mit) Euch, mich aber habt Ihr nicht immer.
9 Es erfuhr (erkannte) also die1 große (viele) Menge der (von, aus den) Juden, daß er dort ist und sie kamen, nicht allein wegen Jesus, sondern um auch {den} Lazarus zu sehen, den er von (aus) den Toten erweckt hatte.
- Ein Teil der Manuskripte läßt den bestimmten Artikel ὁ aus. Obwohl die Auslassung leicht als eine Angleichung an den üblichen Sprachgebrauch erklärt werden kann, setzt NA27 den Artikel als unsicher in eckige Klammern, da die Formulierung doch sehr ungewöhnlich ist. Sie kommt auch in V. 12 vor.
10 Die Hohenpriester beschlossen (beratschlagten) aber, auch {den} Lazarus zu töten,
11 weil viele der Juden seinetwegen weggingen (hingingen, gingen) und zum Glauben an Jesus kamen (an Jesus glaubten).
12 Am nächsten Tag, als die große (viele) Menge, die zu dem Fest gekommen war, hörte (hörten), daß {der} Jesus nach Jerusalem kommt,
13 nahmen sie die Zweige der Dattelpalme (Palmzweige) und gingen heraus ihm entgegen und schrien (riefen): Hosanna! Gelobt (Gesegnet) [sei] der, der im Namen [des] Herrn kommt, der König Israels.
14 {Der} Jesus aber fand einen Jungesel und setzte sich auf ihn, wie geschrieben steht (ist):
15 Fürchte Dich nicht, Tochter Zion. Sieh, Dein König kommt, sitzend auf einem Jungen (Füllen) einer Eselin (eines Esels.)1
- Sach 9,9. Das Zitat enspricht weder dem bekannten hebräischen noch dem bekannten griechischen Text genau, teilweise vielleicht erklärbar durch den Einfluß von Jes 40,9. Cf. C.K. Barrett, Das Evangelium des Johannes (KEK), 1990, S. 413 f.
16 Dies (diese Dinge) erkannten (verstanden) seine Jünger zuerst nicht, aber als Jesus verherrlicht worden war, erinnerten sie sich, daß dies (diese Dinge) über ihn geschrieben war (waren) und sie dies (diese Dinge) für ihn (ihm) getan hatten.
17 Es bezeugte (verkündete, bekannte, pries) also die Menge, die mit ihm gewesen war, als er den Lazarus aus dem Grab rief und ihn von den Toten auferweckte [, was er getan hatte]1.
- Der griechische Text in der von NA27 favorisierten und besser bezeugten Lesart läßt offen, was die Menge bezeugte. Die Angabe im Vers selbst darüber, welcher Handlung Jesu die Menge beigewohnt hatte, und der folgende Vers legen nahe, daß die Menge eben die Totenerweckung bezeugte. Die alternative Lesart (ὅτι, „daß“ statt ὅτε, „als“), vermeidet die Schwierigkeit, entspricht sachlich der hier vorgeschlagenen Ergänzung, läßt sich aber aus eben dem Bedürfnis erklären, den Inhalt des Zeugnissen anzugeben, das viele Übersetzer dazu führt, den Text zu ergänzen.
18 Deshalb ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörten, daß er dieses Zeichen getan hatte.
19 Die Pharisäer also sprachen zueinander: Ihr seht, daß Ihr nichts nützt (zustande bringt). Sieh, die Welt geht hinter (folgt) ihm her (hin, weg).
20 [Es] waren aber einige Griechen unter (aus) denen, die hinaufgegangen waren, um am Fest (während des Festes) anzubeten.
21 Diese also kamen zu Philippus,den von Betsaida in (des, von) Galiläa (aus dem galiläischen Betsaida), und fragten ihn, indem sie sagten: Herr, wir wollen {den} Jesus sehen.
22 {Der} Philippus geht (kommt) und sagt [es] {dem} Andreas. Andreas geht (kommt) und [auch] Philippus und sie sagen [es] {dem} Jesus.
23 {Der} Jesus aber antwortet ihnen, indem er sagt: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschesohn (der Sohn des Menschen) verherrlicht wird.
24 Amen, Amen (Wahrlich, wahrlich), ich sage Euch, wenn das Korn (Samenkorn) des Weizens nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt (trägt) es viel Frucht.
25 Wer sein Leben (seine Seele) liebt, verliert es (sie), und wer sein Leben (seine Seele) in dieser Welt haßt, wird es (sie) in's ewige Leben bewahren.
26 Wenn mir jemand (einer) dient, folge er mir (nach), und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn jemand (einer) mir dient, wird ihn der Vater ehren.
27 Jetzt ist meine Seele erregt (verwirrt, erschüttert; worden), und was soll ich sagen? Vater, retter mich aus dieser Stunde! Aber deswegen bin ich in diese Stunde gekommen.
28 Vater, verherrliche Deine Namen! Es kam also eine Stimme aus dem Himmel: {Und} Ich habe [ihn] verherrlicht, und werde [ihn] wieder verherrlichen.
29 Die Menge also, die dabeistand (dastand) und hörte, sagte: Es hat gedonnert (Ein Donner ist geschehen). Andere sagten: Ein Engel hat (mit, zu) ihm gesprochen (geredet).
30 Jesus antwortete und sagte: Nicht wegen mir (meinetwegen) ist diese Stimme geschehen, sondern wegen Euch (Euretwegen).
31 Jetzt ist Gericht dieser Welt, jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden.
32 Und ich, wenn ich von (aus) der Erde erhöht werde, werde ich alle zu mir (an mich) ziehen.
33 Dieses aber sagte er, um anzuzeigen (indem er anzeigte), welche Art von (welchen) Tot er im Begriff war zu sterben (sterben sollte.)
34 Es antwortete ihm also die Menge: Wir haben aus dem Gesetz gehört, daß der Christus (Messias) in {die} Ewigkeit bleibt, und wie kannst Du sagen (sagst Du), daß es notwendig ist, daß der Menschensohn (der Sohn des Menschen) erhöht wird? Wer ist dieser, der Menschensohn (der Sohn des Menschen)?
35 Es sagte also ihnen {der} Jesus: Noch eine kleine Zeit ist das Licht bei (in) Euch. Geht umher, solange (wie) Ihr das Licht habt, damit die Dunkelheit (Finsterniss) Euch nicht ergreift (in Besitz nimmt) – und der, der in der Dunkelheit (Finsterniss) umhergeht, weiß nicht wohin er geht.
36 Solange (wie) Ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit Ihr Söhne des Lichts werdet (um Kinder von Licht zu sein). Dies (Diese Dinge) sagte Jesus, und er ging weg und verbarg sich vor ihnen.
37 Obwohl er aber so große (viele) Zeichen vor ihnen tat, glaubten sie nicht an ihn,
38 damit das Wort des Profeten Jesaja erfüllt werde, das er sagte: Herr, wer glaubte unserer Botschaft? Und der Arm des Herrn, wem wurde er offenbart?1
- Wörtlich aus der Septuagintafassung von Jes 53,1.
39 Deshalb konnten sie nicht glaubten, weil Jesaja wiederum sagte:
40 Er machte ihre Augen blind (blendete sie) und verhärtete (verstockte) ihr Herz, damit sie mit den Augen nicht sehen und mit dem Herzen [nicht] verstehen und [nicht] umkehren, und ich werde sie heilen (und ich sie [nicht] heile).1
- Das Zitat stimmt weder mit der hebräischen noch der griechischen Fassung (Septuaginta) genau überein, ist aber näher am hebräischen Text von Jes 6,10 (cf. C.K. Barrett, Das Evangelium des Johannes (KEK), 1990, S. 424 f.). Der bemerkenswerte Wechsel von von ἵνα μὴ (damit nicht, Johannes) bzw. μήποτε (Septuaginta) regierten Konjunktiven zu einem Futur findet sich aber genau schon im Septuagintatext. Das Zitat spielt auch bei den Synoptikern und in der Apostelgeschichte eine wichtige Rolle, cf. Mk 4,12; 8,17f; Mt 13,13f; Lk 8,10; Apg 28,26f.
41 Dies (diese Dinge) sagte Jesaja, weil er seine Herrlichkeit (Ehre) sah, und er sprach (redete) über ihn.
42 Gleichwohl jedoch glaubten (kamen) auch von (aus) den Führern viele (zum Glauben) an ihn, aber wegen der Pharisäer bekannten sie [es, sich] nicht, um nicht aus der Synagoge ausgeschlossen (aus der Synagoge Ausgeschlossene) zu werden;
43 sie liebten nämlich die Ehre der (bei den; den Preis von) Menschen mehr als die Gottes (bei Gott, den Preis von Gott).
44 Jesus aber rief (schrie) und sagte: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat,
45 und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.
46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Dunkelheit (Finsterniss) bleibt.
47 Und wenn einer meine Worte hört und [sie] nicht bewahrt, richte (verurteile) nicht ich ihn (ich ihn nicht), denn ich bin nicht gekommen, damit ich die Welt richte (verurteile), sondern damit ich die Welt rette.
48 Wer mich zurückweist und meine Worte nicht annimmt, hat denjenigen, der ihn richtet (verurteilt): Das Wort, das ich gesprochen (geredet) habe, richtet (verurteilt; wird) ihn am letzten Tag (richten, verurteilen),
49 weil ich nicht aus mir gesprochen (geredet) habe, sondern der, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und reden soll.
50 Und ich weiß, daß sein Gebot ewiges Leben ist. Was ich also rede – wie [es] mir der Vater gesagt hat, so rede ich.
Chapter 13
1 1 {aber} Vor dem Passafest, weil Jesus wusste,2 dass seine Zeit (Stunde) gekommen war, aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen (zu verlassen), und weil er die liebte,3 die in der Welt zu ihm gehören4, zeigte er seine Liebe für (liebte) sie, bis zum Ende (zur Vollendung).
- [Status: Ungeprüft]
- weil Jesus wusste Ptc. coni., hier kausal interpretiert und als Nebensatz mit „weil“ übersetzt. Ebenfalls möglich wäre ein temporaler Nebensatz mit „als“ (und dann evtl. der Übersetzung „erkannte“ statt „wusste“, vgl. Luther).
- weil er die liebte Ptc. coni. mit kausalem Sinn, daher als kausaler Nebensatz aufgelöst (und als zweite Umstandsangabe an die vorige Konstruktion gehängt). Unter Umständen könnte man das Ptz. auch final („um zu lieben“ verstehen.
- zu ihm gehören W. „sein eigen [sind]“.
2 Und während [das] Abendessen stattfand,1 als der Teufel (Verleumder) Judas Simon Iskariot bereits [den Plan] ins Herz gegeben (gelegt) hatte,2 [Jesus]3 zu verraten (auszuliefern),
- während ... stattfand Gen. abs. (Ptz. Präs.), als temporaler Nebensatz aufgelöst.
- gelegt hatte Gen. abs. (Ptz. Pf.), als temporaler Nebensatz aufgelöst (hier mit „und“ an den vorangehenden gehängt).
- [Jesus] W. „ihn“
3 und da er sich bewusst war (wusste),1 dass ihm der Vater alles in die Hände gegeben hatte und dass er von Gott aus gekommen war und zu Gott gehen würde,
- und da er wusste Ptc. coni., als kausaler Nebensatz übersetzt und mit „und“ mit dem vorherigen verbunden.
4 stand er vom Abendessen auf, {und} legte seine Obergewänder ab und nahm ein Handtuch,1 [das] er sich um die Hüfte band.
- nahm ein Handtuch, das Modal-temporales Ptc. coni., das hier nur aufgrund der stilistischen Variation erscheint. Es wurde aus stilistischen Gründen als Indikativ wiedergegeben, der einen Relativsatz einleitet. W. „und, ein Handtuch nehmend, band er [es] sich um die Hüften“
5 Dann (danach) goss er Wasser in ein Becken und fing an, die Füße der Jünger zu waschen und mit dem Handtuch abzutrocknen, das er umgebunden hatte.
6 Schließlich kam1 er zu Simon Petrus. Der sagte zu ihm: „Herr du wäschst mir die Füße?“
- Historisches Präsens.
7 Jesus erwiderte {und sagte zu ihm}: „Was ich mache (tue), verstehst (weißt) du jetzt noch nicht, aber hinterher (später) wirst du es begreifen (verstehen, erfahren, wissen).“
8 [Da] rief (sagte) Petrus {zu ihm}: „Du wirst (sollst) mir ''niemals'' die Füße waschen!“1 Jesus entgegnete {ihm}: „Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil2 an (Erbe, Gemeinschaft mit, Platz bei) mir!“
- W. etwa „Du wirst/sollst mir in Ewigkeit nicht...“ Auch: „Nie und nimmer sollst du…“
- Anteil Der griechische Begriff wurde in der LXX als Übersetzung für »Erbe, Erbteil« angewendet – etwa für das Land, das Gott dem Volk Israel als Eigentum versprochen hatte (Num 18,20; Dtn 12,12; 14,27). Da die Fußwaschung auch bildlich Jesu Tod verkörpert (daher die Einleitung 13,1-3), bezieht sich Jesus auf die sühnende Funktion seines Todes und damit das ewige Leben, wenn er Petrus sagt, dass er keinen Anteil an seinem Erbe haben wird (Brown 1986, 565f.; vgl. Carson 1991, 463f.).
9 [Da] meinte (sagte) Simon Petrus: „Herr, [dann wasche] mir nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und den Kopf!“
10 Jesus sagte zu ihm: „Wer gebadet hat,1 braucht sich abgesehen von den Füßen nicht zu waschen, sondern ist ganz sauber. Auch ihr seid sauber, wenn auch nicht alle.“
- Wer gebadet hat Subst. Ptz.
11 Er kannte nämlich (ja, denn) denjenigen, der ihn verraten (ausliefern) würde1. Deswegen sagte er: {dass}2 „Nicht alle [von euch] sind sauber.“
- denjenigen, der ihn verraten (ausliefern) würde Subst. Ptz. Präs. mit futurischem Sinn.
- ὅτι recitativum.
12 Nachdem er {nun (also, dann)} ihre Füße gewaschen, {und} seine Obergewänder angezogen (an sich genommen) und wieder Platz genommen hatte, fragte (sagte, meinte) er sie: „Wisst (versteht, erkennt) ihr, was ich [für (mit, an)] euch getan habe?
13 Ihr nennt mich »Lehrer« und »Herr«, und das sagt ihr mit Recht (zurecht, gut, richtig), denn (ja) das bin ich.
14 Wenn ich euch also (nun, darum) die Füße gewaschen habe, [euer] Herr und Lehrer, dann seid auch ihr dazu verpflichtet, einander die Füße zu waschen!
15 Ich habe euch nämlich (ja, denn) ein Vorbild (Beispiel) gegeben, damit, genau wie ich [für (mit, an)] euch gehandelt (gemacht) habe, auch ihr handelt (macht).
16 Wahrlich, wahrlich (Amen, amen), ich sage euch: Ein Sklave ist nicht (Es gibt keinen) größer (besser) als sein Herr, und genauso wenig [ist] ein Abgesandter größer (besser) als sein Auftraggeber1.
- sein Auftraggeber W. (unter Auflösung des substantivierten Ptz.): »derjenige, der ihn gesandt hat« (vgl. V. 20).
17 Wenn ihr das versteht (wisst), seid ihr glücklich zu nennen (beneidenswert (glücklich)), sofern ihr es auch tut (macht, handelt).
18 Ich meine (spreche von/bezüglich) nicht euch alle, [wenn ich sage]: Ich weiß, welche ich mir ausgesucht (erwählt) habe, sondern damit die Schrift erfüllt wird: »Der mein Brot isst«, hat »seine Ferse gegen mich« erhoben (sich gegen mich gewandt)1.2
- seine Ferse gegen mich erhoben Ein Idiom, das für »hat sich gegen mich gewandt« steht (LN 39.3). Jemandem die Fußsohle zu zeigen, galt damals als Zeichen der Verachtung (Brown ²1987, 554).
- Psalm 41,10
19 Ich sage euch [das] schon jetzt, bevor [es] geschieht (passiert), damit ihr glaubt (vertraut, Glauben/Vertrauen habt)1, sobald (wenn) [es] geschieht (passiert), dass (denn) ich bin. 2
- glaubt (vertraut) W. »glauben werdet« (Fut.).
- Ezechiel 24,24; Jesaja 18,10
20 Wahrlich, wahrlich (Amen, amen), ich sage euch: Wer denjenigen aufnimmt (annimmt), den ich senden werde, der nimmt mich auf (an), und (aber) wer mich aufnimmt (annimmt), der nimmt meinen Auftraggeber (denjenigen, der mich gesandt hat)1 an.“2
- meinen Auftraggeber W. (unter Auflösung des substantivierten Ptz.): »denjenigen, der mich gesandt hat«. Es wurde jedoch aus Gründen des Stils und Zusammenhangs so übersetzt wie in V. 16.
- Matthäus 10,40
21 Als Jesus das sagte1, war er [im] Geist erschüttert und bekannte ihnen offen (bezeugte, machte eine Zeugenaussage) {und sagte}: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: {dass} Einer von euch wird mich verraten!“
- Ptz. Aor. akt., temporal/modal aufgelöst.
22 Die Jünger blickten [von einem] zum anderen (einander an) und waren verwirrt1 [darüber], von wem er sprach.
- Ptz. Präs. med., temporal als „und“-Konstruktion aufgelöst.
23 Einer von seinen Jüngern lag (saß) an der Brust Jesu,1 [derjenige], den Jesus liebte.
- Bei einer Mahlzeit lag man damals seitlich auf dem linken Ellenbogen, und zwar senkrecht zum Tisch, und aß mit der rechten Hand. Wenn dieser Jünger direkt „an Jesu Brust“ saß, lag er also direkt neben ihm, auf dem Ehrenplatz rechts vom Gastgeber. Dieser konnte ihn persönlich bedienen. So wurde das beschriebene vertrauliche Gespräch möglich.
24 Diesem signalisierte (gab zu verstehen, winkte) {nun} Simon Petrus zu fragen, wer es war, von dem er gesprochen hatte.
25 Also (da) lehnte1 der (jener) sich so an die Brust Jesu, [dass] er ihn fragen (zu ihm sagen) [konnte]2: „Herr, wer ist es?“
- Ptz. Aor. akt., temporal aufgelöst.
- Wörtlich: „lehnte sich so … [und] fragte (sagte)“; dabei steht „so“ aber ohne Bezug (vgl. deshalb NGÜ).
26 Jesus antwortete: „Es ist derjenige (jener), dem (für den) ich das Stück Brot eintunken und [dann] geben werde.“ Daraufhin tunkte er das Stück Brot ein,1 nahm es und2 gab es Judas, [dem Sohn von] Simon Iskariot (Judas Iskariot, [dem Sohn] Simons).
- Ptz. Aor. akt., temporal-gleichzeitig aufgelöst. Oder vorzeitig: „Als er dann … eingetunkt hatte“
- „nahm es und“ steht im GNT in Eckigen klammern, d.h. seine Echtheit ist unsicher.
27 Und nach dem Stück Brot1 fuhr der Satan in ihn (jenen). Deshalb (also, da) sagte Jesus zu ihm: „Was du tust, tu schnell (bald)!“
- Es muss sich um den Augenblick handeln, in dem Judas das Stück Brot berührte (vgl. V. 30).
28 Aber keiner von den zu Tisch Liegenden wusste, warum er das zu ihm sagte;
29 manche (einige) glaubten (meinten) nämlich, weil Judas die Geldtasche1 hatte, dass Jesus zu ihm sagte: „Kaufe ein, was wir für das Fest benötigen“ oder dass er den Armen etwas geben sollte.
- Also die gemeinsame Kasse der Gruppe.
30 Als der Angesprochene (jener) das Stück Brot angenommen hatte,1 ging er sofort hinaus. Es war {aber} Nacht.
- Ptz. Präs. med., temporal aufgelöst.
31 Als er also herausgegangen war, sagt Jesus: „Jetzt ist der Sohn des Menschen (der Menschensohn) verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht.
32 Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird Gott auch ihn in sich verherrlichen, und bald wird er ihn verherrlichen.
33 Kinder (Kindlein), noch eine kleine Weile bin ich mit Euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich den Juden sagte: {daß} »Wohin ich gehe, dorthin könnt Ihr nicht kommen«, sage ich [das] jetzt auch Euch.
34 Ein neues Gebot gebe ich Euch, daß Ihr einander liebt, wie ich Euch geliebt habe, damit Ihr auch einander liebt.
35 Daran (in diesem) werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe habt zueinander (untereinander).“
36 Sagt ihm Simon Petrus: „Herr, wohin gehst Du?“ Jesus antwortete ihm: „Wohin ich gehe, [dahin] kannst Du mir jetzt nicht folgen – Du wirst mir aber später folgen.“
37 Sagt ihm {der} Petrus: „Herr, weshalb kann ich Dir jetzt nicht folgen? Mein Leben werde ich für Dich einsetzen (hergeben).“
Chapter 14
1 1 Euer Herz werde nicht bestürzt (unruhig, verwirrt): Glaubt an (vertraut auf) Gott und glaubt an mich (vertraut mir)!
- [Status: Ungeprüft]
2 Im Hause meines Vaters sind viele Aufenthaltsorte (Bleiben, Wohnungen). Wenn [es] aber nicht [so wäre], hätte ich euch dann gesagt „Ich gehe, um euch einen Ort vorzubereiten“?
3 Und wenn ich gehe und euch einen Ort vorbereite, komme ich wieder und nehme euch zu mir (bei mir auf), damit auch ihr seid, wo ich bin.
4 Und wohin ich mich begebe - ihr kennt den Weg.
5 Thomas spricht zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du dich begibst. Wie können wir den Weg wissen?
6 {Der} Jesus sagt zu ihm: Ich bin der Weg, {und} die Wahrheit und das Leben.1 Niemand kommt zu dem Vater außer2 durch mich.
- Im Griechischen steht bei der Aufzählung vor jedem Glied ein „und“.
- Wörtlich: „wenn nicht“
7 Wenn Ihr mich erkannt habt, werdet Ihr auch meinen Vater erkennen.1 Von jetzt an erkennt Ihr ihn und Ihr habt ihn gesehen.
- Der Satz ist in vielen unterschiedlichen Varianten überliefert. Die Übersetzung folgt NA28 und damit der Lesart von u.a. p66 (und mit kleineren Abweichungen א D*). Die Lesart von B würde lauten: „Wenn Ihr mich erkannt hättet, würdet (hättet) Ihr auch meinen Vater kennen (gekannt).“ Cf. Barrett, Charles K., Das Evangelium nach Johannes, Göttingen 1990.
8 Philippus sagt ihm: Herr, zeig uns den Vater, und es genügt uns.
9 {Der} Jesus sagt ihm: Soviel Zeit bin ich [schon] bei (mit) Euch und Du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie sagst (kannst) Du (sagen): Zeig uns den Vater?
10 Glaubst Du nicht, daß ich in dem Vater und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich Euch sage, sage ich nicht von mir (mir selbst) aus, der Vater aber, der in mir bleibt, tut (verwirklicht) seine Werke.
11 Glaubt mir, daß ich in dem Vater [bin] und der Vater in mir [ist]. Wenn aber nicht, glaubt wegen der Werke selbst.
12 Amen, Amen (Wahrlich, wahrlich), ich sage Euch, wer an mich glaubt, auch der (jener) wird die Werke, die ich tue (verwirkliche), tun (verwirklichen), und größere als diese wird er tun (verwirklichen), weil ich zum Vater gehe.
13 Und alles, was ihr bittet in meinem Namen, dies werde ich tun, damit der Vater verherrlicht (gepriesen) wird im Sohn.
14 Wenn Ihr mich [um] etwas bittet in meinem Namen, werde ich [es] tun.
15 Wenn Ihr mich liebt, werdet Ihre meine Gebote halten.
16 Und ich werde den Vater bitten und einen anderen Helfer (Beistand, Tröster) wird er Euch geben, damit er in Ewigkeit mit Euch sei,
17 den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt (erkennt). Ihr kennt (erkennt) ihn, weil er bei Euch bleibt und in Euch sein wird.
18 Nicht werde ich zurücklassen euch als Waisen, ich komme zu Euch.
19 Noch ist es kurz und die Welt (der Kosmos) sieht mich nicht mehr, ihr aber seht mich, weil ich lebe und ihr leben werdet.
20 An jenem Tag werdet Ihr erkennen (verstehen, wissen), daß ich in meinem Vater und Ihr in mir und ich in Euch.
21 Wer meine Gebote hat und sie hält, jener ist [der], der mich liebt. Wer aber mich liebt, [der] wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und ich mich ihm zeigen (offenbaren).
22 Sagt ihm Judas, nicht der Iskariot: Herr, was ist geschehen, daß Du im Begriff bist, Dich selbst uns zu zeigen (offenbaren; warum willst Du Dich selbst uns offenbaren) und nicht der Welt?
23 Jesus antwortete und sagte ihm: Wenn einer mich liebt, wird er mein Wort halten und mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und (Wohnung, Aufenthalt) bei ihm wohnen (machen).
24 Der mich nicht liebt, hält nicht meine Worte: Und das Wort, das ihr hört, ist nicht von mir, sondern vom Vater, der mich geschickt (gesandt) hat.
25 Dies habe ich euch gesagt als ich bei euch blieb (ausharrte).
26 Aber der Paraklet, der heilige Geist, den schicken wird der Vater in meinem Namen, jener wird euch lehren alles und euch erinnern an alles, was ich euch gesagt habe.
27 Frieden hinterlasse ich Euch, meinen Frieden gebe ich Euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich Euch. Euer Herz lasse sich nicht in Aufregung versetzen (werde nicht bestürzt, unruhig, verwirrt) und fürchte sich nicht!
28 Ihr habt gehört, daß ich Euch gesagt habe: Ich gehe weg und komme [wieder] zu Euch. Wenn Ihr mich lieben würdet, würdet Ihr Euch freuen, weil ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.
29 Und jetzt habe ich Euch das gesagt, bevor es geschieht, damit Ihr, wenn es geschieht, glaubt.
30 Viel (viele Dinge) werde ich mit Euch nicht mehr sprechen, es kommt nämlich der Herrscher der Welt. Und in (an) mir hat er nichts,
31 aber [das geschieht,] damit die Welt erkennt, daß ich den Vater liebe und so handle, wie mir der Vater geboten hat. Steht auf, laßt uns weggehen von hier.
Chapter 15
1 1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Weinbauer (Bauer, Winzer).
- [Status: Ungeprüft]
2 Jede Rebe, die an (in) mir keine Frucht bringt, {die} entfernt er (nimmt er ab), und (aber) jede, die Frucht bringt, {die} säubert (beschneidet, reinigt) er, damit sie noch mehr Frucht bringt (bringen kann).
3 Ihr seid schon sauber durch die Dinge, die ich zu euch gesprochen habe.
4 Bleibt an (in) mir, dann [bleibe] auch ich an (in) euch. Genau wie die Rebe von sich aus keine Frucht bringen kann, wenn sie nicht am (im) Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an (in) mir bleibt.
5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer an (in) mir bleibt und dann ich an (in) ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr gar nichts tun.
6 Wenn jemand (Wer) nicht an (in) mir bleibt, wird (wurde) er hinausgeworfen wie die Rebe und vertrocknet, und [die Leute] sammeln [sie] und werfen [sie] ins Feuer, und sie verbrennen.
7 Wenn ihr an (in) mir bleibt und meine Worte in (an) euch bleiben, [dann] bittet um alles, was ihr wollt, und es wird [für] euch Wirklichkeit werden (geschehen).
8 Darin wird mein Vater verherrlicht, damit ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.
9 Genau wie mich der Vater geliebt hat, [so] habe ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
10 Wenn ihr meine Gebote haltet (bewahrt), bleibt ihr in meiner Liebe, genau wie ich die Gebote meines Vaters gehalten (bewahrt) habe und in seiner Liebe bleibe.
11 Das habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch bleibt und eure Freude vollständig (vollkommen, voll) wird.
12 Das ist mein Gebot: Dass ihr einander lieben sollt, genau wie ich euch geliebt habe.
13 Niemand hat eine größere (bessere) Liebe {als diese}, [als] dass jemand sein Leben für seine Freunde gibt.
14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr macht (tut), was ich euch aufgetragen (geboten) habe.
15 Ich nenne euch nicht mehr Sklaven (Diener), denn der Diener weiß (versteht) nicht, was sein Herr tut (macht). Vielmehr nenne ich euch Freunde, denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich an euch weitergegeben (mitgeteilt).
16 Nicht ihr habt mich ausgesucht (auserwählt), sondern ich habe euch ausgesucht (auserwählt) und dazu bestimmt (ernannt, ausgesucht, gemacht), dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht Bestand hat (bleibt), damit (sodass) alles, worum (was immer) ihr den Vater in meinem Namen bittet, er euch geben wird.
17 Dies trage ich euch auf: dass (damit) ihr einander liebt.
18 Wenn die Welt Euch haßt, wißt, daß sie mich vor Euch gehaßt hat.
19 Wenn Ihr aus der Welt wäret, dann würde die Welt das eigene lieben. Weil Ihr aber nicht aus der Welt seid, sondern ich Euch aus der Welt auserwählt (ausgewählt, herausgenommen) habe, deswegen haßt Euch die Welt.
20 Erinnert Euch an das Wort, das ich Euch gesagt habe: Ein Knecht ist nicht größer als sein Herr.1 Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch Euch verfolgen. Wenn sie mein Wort gehalten (bewahrt) haben, werden sie auch Eures halten (bewahren).
- 13,16.
21 Aber all dies (alle diese Dinge) werde sie Euch wegen meines Namens antun, weil sie nicht den kennen, der mich gesandt hat.
22 Wenn ich nicht gekommen wäre und nicht [zu] ihnen gesprochen hätte, dann hätten sie keine Sünde. Nun aber habe sie keinen Vorwand (keine Entschuldigung, keinen Grund) für ihre Sünde.
23 Wer mich haßt, haßt auch meinen Vater.
24 Wenn ich nicht {die} Werke bei (unter) ihnen getan (gewirkt, vollbracht) hätte, die kein anderer getan (gewirkt, vollbracht) hat, hätten sie keine Sünde. Nun aber haben sie [die Werke] gesehen und hassen (haben) sowohl mich als auch meinen Vater (gehaßt).
25 Aber [das geschieht], damit das Wort, das in ihrem Gesetz geschrieben steht, erfüllt werde {, daß}: Sie hassten mich ohne Grund.1
- Cf. Ps 35,19, Ps 69,5. Das Zitat ist nicht wörtlich.
26 Wenn der Helfer (Fürsprecher)1 kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit2, der vom Vater ausgeht, wird jener Zeugnis ablegen von mir (über mich).
- Im klass. Griech. ursprünglich passive Bedeutung: "Der zur Unterstützung Herbeigerufene", lat. als "advocatus" übersetzt; gemeint ist aber nicht der Anwalt, sondern allgemein der Mittler, Fürsprecher, Helfer, BW Sp. 1226.
- gemeint ist die sich offenbarende göttliche Wirklichkeit, Bultmann, KEK, S. 426
27 Und auch1 ihr werdet Zeugen sein, weil ihr von Anfang an bei mir seid.
- καί … δέ "und auch", BDR § 447d.
Chapter 16
1 1 Dies habe ich euch gesagt, damit ihr nicht abfallt (zur Sünde verleitet werdet).
- [Status: Ungeprüft]
2 Sie werden euch aus der Synagoge ausschließen. Ja, es wird sogar1 die Zeit kommen, dass jeder, der euch tötet, meint, Gott einen Dienst2 zu leisten (darzubringen).
- Hinzukommendes wird stark eingeführt durch ἀλλά: BDR § 448
- eigentlich: Gottesdienst, Gottesverehrung
3 Und das werden sie tun, weil sie weder den Vater kennen noch mich.
4 Jedoch (indessen)1 habe ich euch dies gesagt, damit, wenn die Zeit dafür kommt, ihr euch daran erinnert, dass ich es euch sagte. Dies habe ich euch am Anfang nicht gesagt, weil ich bei euch war.
- ἀλλά am Satzanfang: BDR § 448,3
5 Jetzt aber gehe ich (hin, weg) zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von (aus) Euch fragt mich: Wohin gehst Du (weg)?
6 Aber weil ich dies (diese Dinge) Euch gesagt habe, hat die Trauer Euer Herz erfüllt.
7 Aber ich sage Euch die Wahrheit: Es nützt Euch, daß ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, wird der Tröster (Mahner, Beistand) nicht zu Euch kommen. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu Euch senden.
8 Und wenn er (jener) gekommen ist (kommt), wird er die Welt bloßstellen (überführen, zurechtweisen) in Bezug auf (über) Sünde und in Bezug auf (über) Gerechtigkeit und in Bezug (über) auf [das] Gericht.
9 In Bezug auf (Über) Sünde {zwar}, weil sie nicht an mich glauben.
10 In Bezug auf (Über) Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe (weggehe, hingehe) und Ihr mich nicht mehr seht.
11 In Bezug auf (Über) [das] Gericht aber, weil der Herrscher dieser Welt gerichtet (worden) ist.
12 Noch viel (viele Dinge) habe ich Euch zu sagen, aber jetzt könnte Ihr es (sie) nicht ertragen (tragen).
13 Wenn aber jener (er aber) kommt (gekommen ist), der Geist der Wahrheit, wird er Euch in der ganzen Wahrheit führen, nicht nämlich er wird von sich [aus] sprechen, sondern was (wieviele Dinge) er hören wird, wird er sprechen, und was kommen wird (die Dinge, die kommen werden), wird er Euch verkündigen (ankündigen).
14 Jener (Er) wird mich verherrlichen, weil er von (aus) dem Meinen nehmen und Euch verkündigen wird.
15 Alles, was (Alle Dinge, die) der Vater hat, ist mein (sind meine). Deshalb habe ich gesagt, daß er von (aus) dem Meinen nimmt und Euch verkündigen wird.
16 Ein wenig (ein kurzes) und ihr seht mich nicht, und wieder ein wenig und ihr werdet mich sehen.
17 Es sagten also [einige] von (aus) seinen Jüngern zueinander: Was bedeutet (ist) das (dieses), was er uns sagt? Eine kleine Weile (ein wenig, ein kurzes) und Ihr seht mich nicht, und noch (wieder) eine kleine Weile (ein wenig, ein kurzes) und Ihr werdet mich sehen? Und: {Daß} Ich (Denn ich) gehe (weg, hin) zum Vater?
18 Sie sagten also: „Was bedeutet (ist) das (dieses), was er sagt: »eine kleine Weile (ein wenig, ein kurzes)«1 Wir verstehen (wissen) nicht, was er sagt.“
- Die Übersetzung folgt SBL. Die von NA28 favorisierte Version wäre zu übersetzen: »Was bedeutet das, was er sagt, diese (die) ‚kleine Weile?‘«
19 Jesus erkannte (merkte, wußte), daß sie ihn fragen wollten, und er sagte ihnen: Über das (dieses) denkt (forscht) Ihr miteinander nach, daß ich gesagt habe: Eine kleine Weile (ein wenig, ein kurzes) und Ihr seht mich nicht, und noch (wieder) eine kleine Weile (ein wenig, ein kurzes) und Ihr werdet mich sehen?
20 Amen, Amen (Wahrlich, wahrlich), ich sage Euch: {daß} Ihr werdet weinen und klagen (wehklagen, jammern), die Welt aber wird sich freuen. Ihr werdet trauern, aber Eure Trauer wird in Freude verwandelt werden (zu Freude werden).
21 Die Frau, die gebiert hat Trauer (Angst, Schmerzen), weil gekommen ist ihre Stunde, wenn aber das Kind geboren ist, micht mehr erinnert sie sich der Bedrängnis, wegen der Freude, weil ein Mensch in der Welt (im Kosmos) geworden ist.
22 Und ihr habt nun zwar Schmerz (Angst, Trauer), ich werde Euch aber wiedersehen und es wird sich freuen euer Herz und eure Freude wird niemand von Euch nehmen.
23 Und an jenem Tag werdet Ihr mich nichts fragen (bitten). Amen, Amen (Wahrlich, wahrlich), ich sage Euch, wenn Ihr etwas den Vater in meinem Namen bittet, wird er [es] Euch geben1.
- Die Übersetzung folgt NA28. Für die Lesart spricht ihre größere regionale Verbreitung und die Tatsache, daß sich die Idee von Gebet in Namen Jesu auch sonst bei Johannes findet, wie z.B. gleich im folgenden Vers. Cf. Metzger, Bruce M., United Bible Societies (1994). A Textual Commentary on the Greek New Testament. Eine alternative Lesart könnte übersetzt werden: „... wenn Ihr etwas den Vater bittet, wird er [es] Euch in meinem Namen geben.“
24 Bis jetzt habt Ihr nichts in meinem Namen erbeten. Bittet und Ihr werdet empfangen, damit Eure Freude vollständig sei.
25 Dies (Diese Dinge) habe ich Euch in verhüllter Rede (Rätselreden, Sprichwörtern) gesagt (geredet). Es kommt eine Stunde, in der (wann, da) ich nicht mehr in verhüllter Rede (Rätselreden, Sprichwörtern) zu Euch sprechen (reden), sondern Euch offen (freimütig, mit Offenheit, mit Freimütigkeit) über den Vater berichten (verkündigen) werde.
26 An jenem Tag werdet Ihr in meinem Namen bitten, und ich sage Euch nicht, daß ich den Vater für (über) Euch bitten (fragen) werde.
27 Der Vater selbst nämlich liebt Euch, weil Ihr mich geliebt habt und geglaubt habt, daß ich von Gott ausgegangen (herausgekommen) bin.
28 Ich bin vom Vater ausgegangen (herausgekommen) und in die Welt gekommen. Wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.
29 Seine Jünger sagen: Sieh, jetzt redest Du offen (freimütig, in Offenheit, in Freimütigkeit) und keine verhüllte Rede (Rätselrede, Sprichwort) sprichst (redest) Du.
30 Jetzt wissen wir, daß Du alles (alle Dinge) weißt und es nicht nötig hast, daß einer Dich fragt (bittet). Deshalb (Darin) glauben wir, daß Du von Gott ausgegangen (herausgekommen) bist.
31 Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubt Ihr?
32 Sieh, es kommt eine Stunde, und sie ist gekommen, in der (dass) ihr zerstreut werdet, jeder in das Eigene, und mich allein laßt. Aber (Und) ich bin nicht allein, weil der Vater mit mir ist.
33 Dies (Diese Dinge) habe ich Euch gesagt, damit Ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt Ihr Kummer (Leid, Bedrängnis), aber seid zuversichtlich (guten Muts), ich habe die Welt besiegt.
Chapter 17
1 1 Dies (Diese Dinge) sagte Jesus, und indem er seine Augen zum (in den) Himmel erhob, sprach er: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche Deinen Sohn, damit der Sohn Dich verherrlicht.
- [Status: Ungeprüft]
2 Wie (Sowie) Du ihm Vollmacht (Macht, Gewalt) über alles Fleisch (allen Fleisches) gegeben hast, damit er allen, die (jeden, den) Du ihm gegeben hast, ewiges Leben {ihnen} gebe.
3 Dies aber ist das ewige Leben, daß sie Dich, den einzigen wahren Gott kennen (erkennen) und den Du gesandt hast, Jesus Christus.
4 Ich habe Dich auf der Erde verherrlicht, indem ich das Werk vollendet habe, das Du mir gegeben hast, damit ich es tue.
5 Und jetzt verherrliche Du mich, Vater, bei Dir selbst mit der Herrlichkeit (Ehre), die ich bei Dir hatte, bevor die Welt war.1
- Im Blick auf den isolierten Satz wäre auch möglich: „die ich hatte, bevor die Welt bei Dir war.“
6 Ich habe Deinen Namen den Menschen offenbar gemacht, die Du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie und mir hast Du sie gegeben, und Dein Wort haben Sie bewahrt.
7 Jetzt haben sie erkannt (wissen sie), daß alles, was Du mir gegeben hast, von Dir ist.
8 Denn die Worte, die Du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie nahmen [sie] an und erkannten wahrhaftig (wirklich), daß ich von Dir ausgegangen bin, und sie haben geglaubt, daß Du mich gesandt hast.
9 Ich bitte für sie: Nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, die Du mir gegeben hast, weil sie Dein sind,
10 und alles, was mein [ist], Dein ist, und das Deine mein, und ich in ihnen verherrlicht (worden) bin.
11 Und nicht mehr bin ich in der Welt, und sie sind in der Welt, und ich gehe (komme) zu Dir. Heiliger Vater, bewahre sie in Deinem Namen, den Du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.
12 Solange ich in mit ihnen war, habe ich sie in dem Namen bewahrt, den Du mir gegeben hast, und ich habe gewacht ([sie] beschützt), und keiner von (aus) ihnen ging verloren (zugrunde), außer dem Sohn der Verlorenheit (des Verderbens), damit die Schrift erfüllt werde.
13 Jetzt aber komme (gehe) ich zu Dir, und dies (diese Dinge) sage ich in der Welt, damit sie meine Freude in sich vollkommen (erfüllt) haben.
14 Ich habe ihnen Dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehaßt, weil sie nicht aus (von) der Welt sind, wie [auch] ich nicht aus (von) der Welt bin.
15 Nicht bitte ich [darum], daß Du sie aus der Welt nimmst, sondern daß Du sie bewahrst vor (aus) dem Bösen (Schlechten).
16 Aus (Von) der Welt sind sie nicht, wie ich nicht aus (von) der Welt bin.
17 Heilige sie in der Wahrheit: Dein Wort ist Wahrheit.
18 Wie Du mich in die Welt gesandt hast, [so] habe auch ich sie in die Welt gesandt.
19 Und für sie heilige ich mich selbst, damit auch sie in Wahrheit geheiligt seien.
20 Ich bitte dich nicht nur für sie, sondern auch für [alle], die aufgrund (wegen, durch) ihres Wortes an mich glauben1,
- Attributives Ptz., aufgelöst als Relativsatz.
21 [und zwar darum,] dass sie alle eins sind, so wie du, Vater, in mir [bist] und ich in dir, damit (so dass; [darum,] dass)1 die Welt [daran] glaubt, dass ''du'' mich gesandt hast!
- Der zweite Satzteil, der wie der erste mit der finalen Konjunktion ἵνα (damit, um, sodass, dass) eingeleitet wird, kann wie hier entweder als Zweck der Bitte verstanden werden oder schon als eine separate Bitte – dann mit der Übersetzung „[darum,] dass“. Das wäre jedoch ungewöhnlich, und in den folgenden Versen bis 24 wird ἵνα jedes Mal durch einen Hauptsatz eingeleitet.
22 Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen [weiter]gegeben, [weil ich möchte,] dass (damit)1 sie eins sind, so wie wir eins [sind].
- Dieser Einschub ist zur korrekten Übertragung der Funktion der griechischen finalen oder konsekutiven Konjunktion ἵνα erforderlich, da „damit“ hier unnatürlich wäre. ἵνα kann hier sowohl die unmittelbare Folge der Handlung als auch ein erwünschtes (zukünftiges) Ziel angeben; das deutsche „damit“ würde jedoch viel eher eine unmittelbare Folge markieren. Mögliche Alternative: „[mit dem Wunsch/Ziel,] dass“
23 Ich [bin] in ihnen und du [bist] in mir, [weil ich möchte,] dass (damit) sie auf (zu) einem [Ziel (Zweck; einer Einheit)] hin vollendet1 werden (sind), damit (sodass) die ganze Welt erkennt (weiß), dass ''du'' mich gesandt hast und sie genau so geliebt hast, wie du mich geliebt hast.
- Ptz. präs. pass.
24 Vater, der du [sie] mir gegeben hast, ich möchte, dass {auch} diese [Menschen] (jene) bei mir sind, [egal] wo ich bin, so dass (damit) sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich [schon] vor [der] Erschaffung1 [der] Welt2 geliebt hast!3
- Vgl. die Fußnote zu Eph 1,4.
- Das Fehlen der Artikel zeigt hier vielleicht die Nachahmung einer Constructus-Verbindung an, die im Hebräischen die Funktion des Genitivs übernimmt. Möglich, dass der Verfasser dabei eine bestimmte fixe Wendung im Kopf hatte.
- Epheser 1,4
25 Gerechter Vater, und die Welt hat dich nicht erkannt (gekannt), doch ich habe dich gekannt (erkannt), und [auch] diese [Männer] haben erkannt1, dass ''du'' mich gesandt hast.
- Auf Griechisch jeweils dasselbe Wort.
26 Und ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde [ihn weiter] bekannt machen, [weil ich möchte,] dass (damit) die Liebe, [mit] der du mich geliebt hast, in ihnen ist und [auch] ich in ihnen bin.
Chapter 18
1 1 Nachdem (als) Jesus das gesagt hatte,2 ging er mit seinen Jüngern hinaus, auf die andere Seite (über, durch) des Kidrontals3, wo ein Olivenhain (Garten)4 war, in den er und seine Jünger hineingingen5.
- [Status: Ungeprüft]
- Auflösung eines temporalen Ptz. EÜ: „nach diesen Worten“
- Wörtlich: „Das Wadi des Kidron“. Das tief eingegrabene Bett des Baches Kidron bildete Jerusalems natürliche Ostgrenze. Der Bach führt während der Trockenzeit kein Wasser (Wadi; vgl. LN 1.52). Der Garten Getsemane liegt gegenüber auf der anderen Seite am Ölberg.
- Das griechische Wort bezeichnet einen Garten, in dem angebaut wird (LN 1.97). Von seiner Lage am Ölberg und der Bedeutung des Namens („Ölpresse“) wissen wir, dass der Garten Getsemane ein Olivenhain war. Der Name wird in Mt 26,36 und Mk 14,32 genannt (Carson 1991, 576).
- Gr.: Singular. Im Deutschen ist der Plural oder „mit“ statt „und“ erforderlich.
2 Aber auch Judas, derjenige, der ihn verriet (auslieferte)(der Verräter),1 kannte den Ort, weil Jesus sich dort häufig mit seinen Jüngern traf.2
- Auflösung eines attributiven Ptz. als Relativsatz.
- Lukas 21,37; Lukas 22,29
3 Judas hatte {darum}1 die Kohorte ([eine] Einheit, Abteilung [Soldaten der römischen Garnison])2 sowie (und) Tempelwachen (Dienern)3 von den obersten (führenden) Priestern und {von} den Pharisäern geholt (genommen; holte, führte) und4 kam5 [mit ihnen] dorthin, mit Fackeln, {und} Laternen und Waffen.
- Die Konjunktion οὖν wird hier benutzt, um die Erzählung nach einer Unterbrechung erneut aufzugreifen und ist schlecht übersetzbar.
- Eine Kohorte ist eine römische Heereseinheit von 1000 Mann. Während der Festtage wurde eine Kohorte Hilfstruppen aus Cäsarea in die Festung Antonia beim Jerusalemer Tempel verlegt, um die Besatzung zu verstärken und so die versammelte Menge von Aufständen abzuhalten. Es ist schwer abzuleiten, wie viele Soldaten tatsächlich anwesend waren (Carson 1991, 577). Es ist möglich, dass das Wort in diesem Kontext nur eine kleine Gruppe bezeichnet (so wohl LN 55.9). Die Übersetzung folgt dem Vorschlag in NET Joh 18,3, Fußnote 6, wonach der Begriff hier einfach die Zugehörigkeit der Truppen bezeichnet, so wie man sonst „die Polizei“ holt, ohne dass alle verfügbaren Polizisten anwesend sein müssen. NGÜ: „Soldaten der römischen Besatzungstruppe“
- V.a. im Johannesevangelium sind mit diesem Wort für „Diener“ i.d.R. Tempelwachen gemeint (LN 35.20).
- Auflösung eines temporalen Ptz. Aor. als mit „und“ verknüpfter, separater Hauptsatz.
- Historisches Präsens.
4 Aber (da) Jesus wusste alles, was auf ihn zukam.1 Deshalb verließ er [den Garten] (ging er hinaus) und sagte zu ihnen: Wen sucht ihr?
- Kausales adverbiales Partizip, aufgelöst als separater Hauptsatz mit „deshalb“ als Einleitung des nächsten.
5 Sie antworteten {ihm}: Jesus den Nazoräer (von Nazaret)! Er sagte {zu ihnen}: [Der] bin ich.1 {aber} Judas, derjenige, der ihn verriet (auslieferte)(der Verräter),2 stand auch bei ihnen.
- Wörtlich: „Ich bin“ Im Griechischen ist hier keine Subjektsidentifikationsergänzung („er“, „es“ oder wie hier „[Der]“) nötig. Auf diese Weise identifiziert sich Jesus hier als Gott, indem er auf den Gottesnamen JHWH anspielt, mit dem er sich Mose in Ex 3,14 vorstellt.
- Auflösung eines attributiven Ptz. als Relativsatz.
6 Als er nun zu ihnen sagte: [Der] bin ich!, [da] wichen sie zurück1 und stürzten (fielen) zu Boden.
- Idiom, wörtlich: „gingen weg zu dem [Objekt] dahinter“
7 Da fragte er sie noch einmal (wieder): Wen sucht ihr? Sie {aber} sagten: Jesus den Nazoräer (von Nazaret)!
8 Jesus erwiderte (antwortete): Ich habe euch gesagt, dass ich [es] bin. Wenn ihr {also}1 [nur] mich sucht, [dann] lasst (erlaubt) diese [Männer] gehen!
- οὖν zeigt einen Zusammenhang an, nämlich dass Jesu Forderung logisch unmittelbar auf dem vorher Gesagten beruht; ist aber so schwach, dass es kaum angemessen zu übersetzen ist.
9 [Das sagte er,] damit sein Ausspruch (Wort, Vorhersage) erfüllt wurde:1 „Von denen, die du mir gegeben hast, habe ich keinen einzigen verloren.“2
- Ὅτι recitativum.
- Johannes 6,39; Johannes 17,12
10 Doch Simon Petrus, der ein Schwert dabeihatte,1 zückte es und schlug [nach] dem Sklaven (Diener) des Hohenpriesters und schnitt ihm das rechte Ohr ab. Der Name des Sklaven (Dieners) war {übrigens} Malchus.
- Auflösung eines temporalen Ptz. als Relativsatz. Auch möglich als gleichwertiger Hauptsatz mit "und" ("hatte ... dabei und") oder kausale Deutung (dann z.B. als Nebensatz: "da ... dabei hatte").
11 Da sagte Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert [zurück] in die Scheide! Soll (muss) ich den Kelch, den mir der Vater gegeben hat, {ihn} etwa nicht trinken?
12 Da ergriffen die Kohorte und [ihr] Offizier (Kommandant, Trbun, Oberst, Chiliarch)1 und die Tempelwachen (Diener) der Juden Jesus, {und} fesselten ihn
- Griech. ein "Anführer von Tausend", also ein hoher Offizier (LN 55.15). Es könnte sich theoretisch um den Oberkommandieren von Jerusalem handeln (vgl. Apg 21,31, wo der Kommandant der Antonia denselben Titel trägt), aber vielleicht gebraucht Johannes den Titel anders. In diesem Kontext wäre es jedenfalls sehr ungewöhnlich, wenn der Oberkommandierende selbst anwesend wäre.
13 und führten ihn zuerst vor (zu) Hannas. Denn er war [der] Schwiegervater des Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war.
14 Kajaphas war {übrigens} derjenige, der den Juden geraten hatte1, dass es die bessere Lösung (besser, nützlich, vorzuziehen) sei, [wenn] ([dass]) ''ein'' Mann (Mensch) anstelle (für) des Volkes stirbt.2
- Auflösung eines attributiven Ptz. als Relativsatz.
- AcI aufgelöst.
15 [Es] folgte aber dem Jesus Simon Petrus und ein anderer Jünger. Jener Jünger aber war dem Hohenpriester bekannt und ging zusammen mit {dem} Jesus in den Hof des Hohenpriesters.
16 {Der} Petrus aber stand draußen bei der Tür. [Es] kam also der andere Jünger, der Bekannte des Hohenpriesters, heraus und sprach [mit] der Türhüterin und führte {den} Petrus hinein.
17 Die Magd, die Türhüterin sagt also zu {dem} Petrus: Bist nicht (etwa) auch Du einer der Jünger (aus den Jüngern) dieses Menschen? Sagt jener: [Das] bin ich nicht.
18 [Es] standen [da] aber die Knechte und Diener, die ein Kohlfeuer gemacht hatten, weil es kalt war, und wärmten sich. [Es] stand aber auch {der} Petrus bei (mit) ihnen und wärmte sich.
19 Der Hohepriester also fragte {den} Jesus über seine Jünger und über seine Lehre.
20 Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich (offen, mit Offenheit) zur Welt gesprochen (geredet). Ich habe immer in einer Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle {die} Juden zusammenkommen, und im Geheimen (Verborgenen) habe ich nichts gesprochen (geredet).
21 Was (weshalb) fragst Du mich? Frage diejenigen, die gehört haben, was ich [zu] ihnen gesagt (gesprochen, geredet) habe. Sieh, diese wissen, was ich gesagt habe.
22 Als er aber dies (diese Dinge) gesagt hatte, gab einer der Diener, die dabeistanden, {dem} Jesus eine Ohrfeige (einen Backenstreich), wobei er sagte: So antwortest Du dem Hohenpriester?
23 Jesus antwortete ihm: Wenn ich schlecht (böse) gesprochen habe, gib Zeugnis über (bezeuge) das Schlechte (Böse). Wenn aber gut (schön, recht) – weshalb (was) schlägst (prügelst) Du mich?
24 {Der} Hannas schickte ihn also gebunden (weg) zu Kajafas, dem Hohenpriester.
25 Simon Petrus aber stand [da] und wärmte sich. Sie sagten im also: Bist nicht (etwa) auch Du [einer] von (aus) seinen Jüngern? Jener leugnete und sagte: [Das] bin ich nicht.
26 [Da] sagt einer der Knechte (aus, von den Knechten) des Hohenpriesters, der ein Verwandter dessen war, dem Petrus das Ohr abgeschlagen hatte: Habe ich Dich nicht in dem Garten mit ihm gesehen?
27 Wieder (wiederum) also leugnete Petrus. Und sogleich krähte (tönte) ein Hahn.
28 Sie führen also {den} Jesus von {dem} Kajafas in das Prätorium. Es war aber frühmorgens (früh). Und sie gingen nicht in das Prätorium hinein, damit sie sich nicht verunreinigten, sondern das Pascha essen konnten (könnten).
29 [Es] kam also {der} Pilatus heraus zu ihnen und sagt: Welche Anklage bringt Ihr gegen diesen Menschen vor?
30 Sie antworteten und sagten ihm: Wenn dieser nicht ein Übeltäter wäre (einer wäre, der Böses tut), hätten wir ihn Dir nicht übergeben.
31 [Es] sagte ihnen also {der} Pilatus: Nehmt Ihr ihn und richtet (verurteilt) ihn nach Eurem Gesetz. [Es] sagten ihm die Juden: Uns ist es nicht erlaubt, jemanden zu töten.
32 Damit das Wort Jesu (des Jesus) erfüllt würde, das er sagte um anzudeuten (anzuzeigen; andeutend, anzeigend), (durch) welchen Tod er im Begriff war, zu sterben (sterben sollte).
33 [Es] ging also {der} Pilatus wieder (wiederum) in das Prätorium und rief {den} Jesus und sagte ihm: Du bist der König der Juden?
34 Jesus antwortete: Sagst Du das von Dir aus, oder haben andere zu Dir über mich gesprochen (Dir [das] über mich gesagt)?
35 {Der} Pilatus antwortete: Bin ich etwa ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben Dich mir übergeben. Was hast Du getan?
36 Jesus antwortete: ''Mein'' Königreich (Königtum, Reich) ist nicht aus dieser Welt. Wenn ''mein'' Königreich (Königtum, Reich) aus dieser Welt wäre, hätten (würden) ''meine'' Diener gekämpft (kämpfen), damit ich nicht den Juden übergeben würde. Nun aber ist ''mein'' Königreich (Königtum, Reich) nicht von hier.
37 [Es] sagte ihm also {der} Pilatus: Folglich bist Du also ein König? {Der} Jesus antwortete: Du sagst, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.
38 {Der} Pilatus sagt ihm: Was ist Wahrheit? Und nachdem er das gesagt hatte, ging er zurück (wieder) zu den Juden und sagt ihnen: Ich finde keine Schuld in ihm.
39 Es ist (gibt) aber (einen) Brauch bei Euch, dass ich Euch einen am Paschafest (Pascha) freilasse. Wollt Ihr also, dass ich den König der Juden freilasse?
40 Sie schrien also wieder (wiederum), indem sie sagten: Nicht diesen sondern {den} Barabbas. [Es] war aber {der} Barabbas ein Räuber.
Chapter 19
1 1 Dann also nahm {der} Pilatus {den} Jesus und ließ ihn geißeln (ließ ihn auspeitschen; geißelte ihn, peitschte ihn aus).
- [Status: Ungeprüft]
2 Und die Soldaten flochten eine Krone (einen Kranz) aus Dornen und setzten sie (ihn) auf sein Haupt (seinen Kopf), und sie legten (warfen) ihm einen purpurnen Mantel (ein purpurnes Gewandt) an (um),
3 und sie kamen zu ihm und sagten: Sei gegrüßt, {der} König der Juden. Und sie gaben ihm Ohrfeigen (Backenstreiche).
4 Und wieder (wiederum) ging (kam) {der} Pilatus heraus (hinaus) und sagt ihnen: Sieh (Seht) ich bringe Euch ihn heraus, damit Ihr erkennt (wißt), dass ich keine Schuld in ihm finde.
5 [Es] kam also {der} Jesus heraus, angetan mit der Dornenkrone (dem Dornenkranz) und dem purpurnen Mantel (Gewandt) (und trug die Dornenkrone und den purpurnen Mantel). Und er1 sagt ihnen: Sieh (Seht), der Mensch!
- D.h. Pilatus.
6 Als ihn also die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien sie und sagten: Kreuzige, kreuzige! {Der} Pilatus sagt ihnen: Nehmt Ihr ihn und kreuzigt [ihn], ich nämlich finde in ihm keine Schuld.
7 [Es] antworteten ihm die Juden: Wir haben ein Gesetz und nach dem Gesetz muß er sterben, weil er sich Sohn Gottes gemacht hat.
8 Als also {der} Pilatus dieses Wort hörte, fürchtete er sich mehr
9 und ging wieder (wiederum) in das Prätorium hinein und sagt zu (dem) Jesus: Woher bist Du? {Der} Jesus aber gab ihm keine Antwort.
10 [Es] sagt ihm also {der} Pilatus: Mit mir sprichst Du nicht? Weißt Du nicht, dass ich Macht (Vollmacht) habe, Dich freizulassen, und Macht (Vollmacht), Dich zu kreuzigen?
11 [Es] antwortete ihm Jesus: Du hättest keine Macht (Vollmacht) über mich, wenn es1 Dir nicht von oben gegeben worden wäre. Deshalb hat der, der mich Dir übergeben (überliefert) hat, größere Schuld (Sünde).
- Man würde erwarten δεδομένα, womit ein klarer Bezug auf die Macht/Vollmacht (Femininum) gegeben wäre. Zu übersetzen wäre dann „sie“. Statt dessen hat der Text δεδομένον. Damit ist der Bezug weniger klar: Es könnte gemeint sein: Wenn Dir nicht gegeben worden wäre, Vollmacht/Macht über mich zu haben. (So C.K. Barrett, Das Evangelium des Johannes (KEK), 1990, S. 522.) Aber auch: Wenn Dir nicht gegeben worden wäre, jetzt in einer Situation zu sein, in der Du mich in Deiner Gewalt/Macht hast. (So ähnlich, allerdings mit dem zusätzlichen Hinweis auf die heilsgeschichtliche Bedeutung der Situation, Benedikt Schwank, Evangelium nach Johannes, St. Ottilien 1998, S. 446.)
12 Aus diesem [Grund] (deshalb, von da an) versuchte (suchte) {der} Pilatus ihn freizulassen. Die Juden aber schrien und sagten: Wenn Du diesen freiläßt, bist Du kein Freund des Kaisers (Caesars). Jeder, der sich (zum) König macht, handelt gegen den (widersteht, widerspricht dem) Kaiser (Caesar).
13 Als Pilatus also diese Worte gehört hatte (hörte), führte er {den} Jesus heraus, und setzte sich (ihn1) auf den Richtstuhl auf einem (an einen) Platz, der Lithostrotos genannt wird, auf Hebräisch aber Gabbata.
- ἐκάθισεν kann intransitiv (Pilatus setzte sich) oder transitiv (Pilatus setzte jemanden – hier also Jesus) gemeint sein. C.K. Barrett, Das Evangelium des Johannes (KEK), 1990, S. 523.
14 Es war aber Rüsttag1 des Pascha, es war ungefähr die sechste Stunde. Und er spricht zu den Juden: Siehe, euer König!
- Der Tag vor dem Sabbat, d.h. Freitag.
15 Jene schrien folglich (aber): Trag weg, trag weg!1 Kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König außer [dem] Kaiser.2
- αιρω kann verschieden übersetzt werden: hochheben, wegnehmen, auch umbringen (im Sinne von „beseitigen“).
- Wörtlich: „Nicht haben wir einen König wenn nicht einen Kaiser.“
16 Dann also übergab er ihn ihnen, damit er gekreuzigt würde. Sie übernahmen also {den} Jesus.
17 Und das Kreuz selbst (allein) tragend ging er hinaus zu dem Ort, der Schädelstätte genannt wird – was auf Hebräisch Golgotha heißt,
18 wo sie ihn kreuzigten, und mit ihm andere zwei auf der einen und der anderen Seite (von dort und von dort), inmitten (in der Mitte) aber {den} Jesus.
19 [Es] schrieb (ließ aber) {der} Pilatus aber auch eine Aufschrift (schreiben) und befestigte (setzte) [sie] an dem (auf das) Kreuz (befestigen; setzen). Es war aber geschrieben: Jesus der Nazoräer, der König der Juden.
20 Diese Aufschrift also lasen viele der Juden, weil der Ort, wo Jesus gekreuzigt wurde, nahe der Stadt war. Und es war geschrieben in Hebräisch, Römisch, Griechisch.
21 [Es] sagten also die Hohenpriester der Juden zu {dem} Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern, dass jener behauptete (sagte), König der Juden zu sein (bin ich).
22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.
23 Die Soldaten also, als sie {den} Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider (Obergewänder) und machten vier Teile, einem jedem Soldaten einen Teil, und das Untergewand. Das Untergewand war aber ohne Naht von oben an als Ganzes (ganz durch) gewebt.
24 Sie sagten also zueinander: Laßt uns es nicht zerteilen, sondern durch Los über es bestimmen (über es losen), wem es gehören wird (wessen es sein wird). Damit die Schrift erfüllt werde, die sagt: Sie verteilten meine Kleider (Obergewänder) unter sich und über meine Kleidung warfen sie ein Los. Die Soldaten also taten das (machten diese Dinge).
25 [Es] standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die des Klopas und Maria (die) Magdalena.
26 Als Jesus also die Mutter und dabeistehend den Jünger, den er liebte, sah, sagt er der Mutter: Frau, sieh Deinen Sohn.
27 Darauf sagt er dem Jünger: Sieh, Deine Mutter. Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich (in sein Eigenes1).
- Im griechischen Text Plural.
28 Danach, da Jesus wußte, daß schon alles1 vollendet war, sagt er, damit die Schrift erfüllt würde: Ich habe Durst (dürste).
- Im griechischen Text Plural.
29 Ein Gefäß stand [da] gefüllt mit Essig. Sie steckten also einen Schwamm gefüllt mit dem Essig auf einen Ysop und näherten [ihn] seinem Mund.
30 Als also Jesus den Essig genommen hatte, sagte er: Es ist vollendet, und, indem er das Haupt neigte, übergab er den Geist.
31 Die Juden also, da Rüsttag war, [und] damit die Körper nicht auf dem Kreuz an dem Sabbat blieben – es war nämlich jener Tag des Sabbats bedeutend (groß) – baten den Pilatus, daß man (sie) ihre Beine1 zerschlage (zerschlagen) und [sie2 dann] wegnehme (wegnehmen).
- D.h. die Beine derjenigen, die am Kreuz hingen.
- D.h. diejenigen, die am Kreuz hingen.
32 [Es] kamen also die Soldaten und sie zerschlugen zwar die Beine des ersten und [die] des anderen, der mit ihm gekreuzigt worden war;
33 als sie aber zu [dem] Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben war, zerschlugen sie seine Beine nicht,
34 aber einer der Soldaten stach (stieß) mit einer Lanze [in] seine Seite und sogleich kam Blut und Wasser heraus.
35 Und der [es] gesehen hat, hat [es] bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und jener weiß, dass er Wahres (wahre Dinge) sagt, damit auch ihr glaubt.
36 Es geschah (geschahen) nämlich dies (diese Dinge), damit die Schrift erfüllt würde.
37 Und wieder (wiederum) sagt eine andere Schrift: Sie werden auf den sehen, den sie durchbohrten.
38 Nach diesen Dingen aber (Danach aber) bat (fragte) Josef von Arimatäa1, der ein Jünger Jesu (des Jesus) war, aber ein geheimer (versteckter) wegen der Furcht vor den (der) Juden, {den} Pilatus, den Körper (Leib) Jesu (des Jesus) zu holen (wegzunehmen). Und Pilatus überließ ihn (ließ es zu). Er kam also und holte (nahm) seinen Körper (Leib).
- Einige wichtige Handschriften lesen „der von Arimatäa“
39 [Es] kam aber auch Nikodemus, der zuerst nachts zu ihm gekommen war, und brachte eine Mischung von Myrrhe und Aloe, ungefähr hundert Pfund.
40 Sie nahmen also den Körper (Leib) Jesu (des Jesus) und wickelten (banden) ihn (zusammen) mit den wohlriechenden Gewürzen in (mit) Leinenbinden, wie es Brauch ist bei den Juden bei Bestattungen (um zu bestatten).
41 Es gab (war) aber an dem Ort, wo er gekreuzigt worden war, einen (ein) Garten, und in dem Garten ein neues Grab, in dem noch niemand begraben worden war.
42 Dort also – wegen des Vortags der Juden, weil das Grab nahe war – begruben sie [den] Jesus.
Chapter 20
1 1 {aber} Am ersten [Tag] der Woche kam Maria Magdalena (die Magdalenerin) früh, als es noch dunkel war,2 zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab entfernt worden war.3
- [Status: Ungeprüft]
- Gen. abs. mit temporaler Bedeutung, als Nebensatz aufgelöst.
- sah, dass … entfernt worden war AcP (Ptz. Pf. Pass.)
2 Da (darum) rannte sie {und kam} zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: „Sie haben den Herrn aus dem Grab geholt (weggebracht), und wir wissen nicht, wo sie ihn hingebracht haben!“
3 Da (darum) machten1 sich Petrus und der andere Jünger auf und liefen zum Grab.
- machten sich auf Gr. im Sg., im Deutschen ist der Plural nötig.
4 Dabei rannten die beiden gemeinsam, und der andere Jünger rannte schneller als Petrus voraus und kam als erster beim Grab an
5 und indem (als) er sich vorbeugte,1 sah er die Leinentücher daliegen, ging allerdings nicht hinein.
- indem (als) er sich vorbeugte Modal (Klammer: temporal) aufgelöstes Ptc. coni..
6 Dann (da) kam auch Simon Petrus an, der ihm gefolgt war,1 und betrat (ging hinein in) das Grab, und er sah sich die daliegenden Leinentücher an,2
- der ihm gefolgt war Ptc. coni., als Relativsatz aufgelöst.
- sah sich die daliegenden Leinentücher an AcP wie in V. 5, aber wegen des anderen Wahrnehmungsverbs, das eine Auflösung mit Nebensatz nicht zulässt, wurde er etwas anders aufgelöst.
7 und das Tuch (Gesichtstuch), das auf seinem Kopf [gelegen hatte]1, lag nicht bei den Leinentüchern, sondern für sich (gesondert) aufgerollt (gefaltet) an einer [anderen] Stelle.
- [gelegen hatte] W. „war“
8 Daraufhin ging {dann} auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war,1 und er sah und glaubte.
- der ... gekommen war Attr. Ptz., als Relativsatz aufgelöst.
9 Denn bis dahin (noch nicht) hatten sie die Schrift (Schriftstelle) noch nicht verstanden (gekannt), wonach es nötig war, dass er von den Toten auferstand.
10 Die Jünger gingen dann wieder zurück nach Hause.
11 Doch Maria stand draußen beim Grab und weinte. Als sie {nun} weinte, beugte sie sich vor zum Grab
12 und erblickte zwei Engel in weiß, die, einer beim Kopf und einer bei den Füßen, [dort] saßen,1 wo Jesu Leichnam (Körper) gelegen hatte.
- die saßen Ptc. coni., als Relativsatz aufgelöst.
13 {und} Diese sagten zu ihr: „Frau, warum weinst du?“ Sie meinte (sagte) {zu ihnen, dass}: „Sie haben meinen Herrn weggebracht, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingebracht (hingelegt) haben!“
14 Als (während) sie das sagte, wandte sie sich nach hinten um und sah (erblickte) [dort] Jesus stehen,1 aber sie wusste (erkannte) nicht, dass es Jesus war2.
- sah (erblickte) [dort] Jesus stehen AcP.
- war W. „ist“.
15 Jesus fragte (sagte) sie: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“ Sie1 dachte, dass er der Gärtner war2, [und] sagte {zu ihm}: „Herr, wenn du ihn weggetragen hast, sag mir, wo du ihn hingebracht (hingelegt) hast, dann werde ich ihn holen (fortbringen)!“
- Sie W. „jene“, sinngemäß etwa „die Angesprochene“.
- war W. „ist“.
16 Jesus sagte zu ihr: „Maria“, diese wandte sich um und1 sagte zu ihm auf Hebräisch: „Rabbuni!“, das heißt „Lehrer“.
- wandte sich um und Ptc. coni., modal/temporal als Nebensatz mit „und“-Kombination aufgelöst.
17 Jesus sagte zu ihr: „Halte mich nicht fest (Lass mich los, Berühre mich nicht), ich bin nämlich (denn, ja) noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh {aber} zu meinen Brüdern und sage ihnen: »Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, {und (nämlich)} meinem Gott und eurem Gott.«“
18 Maria ging und erzählte (berichtete)1 den Jüngern {dass}: „Ich habe den Herrn gesehen!“, und [dass] er ihr Folgendes gesagt hatte.
- und erzählte Ptc. coni., modal/temporal als Nebensatz mit „und“-Kombination aufgelöst.
19 Es war Abend1 [an] jenem Tag, dem ersten [Tag] der Woche2 und die Türen [der Örtlichkeit], wo sich die Jünger aufhielten3, waren aufgrund ihrer Furcht [vor] den Juden abgeschlossen. Jesus kam und trat4 in die Mitte [des Raumes] und sprach zu ihnen: „Friede [sei] mit euch!“5
- es war Abend (Partizip Präsens) und waren abgeschlossen (Partizip Perfekt). Der gesamte erste Versteil besteht aus zwei Gen. abs. und ist so als einleitende (temporale beziehungsweise modale) Umstandsangabe markiert. Die beiden Partizipien wurden (den deutschen Sprachkonventionen entsprechend) als separater HS übersetzt. Das kehrt ihre Funktion im Deutschen am ehesten heraus.
- dem ersten [Tag] Der Gebrauch einer Kardinal- statt Ordinalzahl ist ein Semitismus (vgl. BDR § 247,1).
- Wörtl.: „waren“
- Der Aor. II von ἳστημι, ἒστην, bedeutet "trete hin, trete herzu, trete auf"
- Zu ergänzen ist das Hilfsverb, entweder der Konjunktiv εἲη oder der Imperativ ἒστω (vgl. BDR § 128,5). Der Gruß entspricht dem Hebräischen שׇׁלוׂם לָכֶם.
20 {und} Als er das gesagt hatte (während er das sagte)1, zeigte er ihnen die [seine] Hände und die [seine] Seite. Da freuten sich die Jünger, weil (als) sie den Herrn sahen.2
- Als er das gesagt hatte (während er das sagte) Ptz. conj. Aorist, als temporaler Nebensatz aufgelöst.
- weil (als) sie den Herrn sahen Kausal oder modal zu verstehendes Ptz. conj. Aorist.
21 Da sagte Jesus noch einmal zu ihnen: „Friede [sei] mit euch! So, wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch!“
22 Und nachdem er das gesagt hatte,1 hauchte (pustete, blies) er sie an und sagte: „Empfangt [den] Heiligen Geist!
- nachdem er das gesagt hatte Temporal als NS aufgelöstes Ptz. conj..
23 Welchen ihr die Sünden vergeben werdet, [denen] werden [sie] vergeben, welchen ihr [sie] behaltet1, [denen] werden sie behalten.2
- welchen ihr [sie] behaltet oder: »zurückhalten, festhalten« – gemeint ist: nicht vergeben. [sie] bezieht sich auf die Sünden.
- Konditionalsatz (Futuralis): das Satzgefüge liegt in der Zukunft.
24 Aber Thomas, einer von den Zwölfen, der »Zwilling« (Didymos) genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
25 Die anderen Jünger erzählten (sagten) ihm nun (darum): »Wir haben den Herrn gesehen!« Er aber sagte zu ihnen: »Wenn ich ihn nicht in (auf) seinen Händen die Spuren (Male, Narben) der Nägel sehe und meine Hand in (an) seine Seite lege, werde ich bestimmt nicht glauben!«
26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder drinnen und Thomas [war] bei ihnen. Jesus kam [herein], obwohl (nachdem) die Türen verschlossen waren,1 {und} trat in die Mitte und sprach (sagte): »Friede [sei] mit euch!«
- obwohl die Türen verschlossen waren Gen. abs., konzessiv aufgelöst, möglich wäre auch temporal: nachdem
27 Dann sagt er zu Thomas: »Reiche deinen Finger hierher, und schau meine Hände an, und reich deine Hand und führe (lege) sie an meine Seite, und sei nicht (zeige dich nicht als) ungläubig, sondern gläubig!«
28 Thomas erwiderte (antwortete) {und sagte zu ihm}: »Mein Herr und mein Gott!«
29 Jesus sagt (spricht) zu ihm: »Weil du mich gesehen hast, glaubst du jetzt (hast du geglaubt)1.(?)2 Glücklich zu nennen (beneidenswert/wie glücklich) sind diejenigen, die nicht sehen und [doch] glauben.3
- glaubst du jetzt (hast du geglaubt) Beide Verben sind Perfekte. Da das gr. Perfekt das Ergebnis der vergangenen Handlung betont, wurde das zweite sinngemäß als Präsens mit »jetzt« wiedergegeben.
- In Nestle-Aland 28 ist der Satz als Frage punktiert: »Weil du mich gesehen hast, glaubst du jetzt?« Das ist ebenso gut denkbar.
- die nicht sehen und [doch] glauben Zwei als Relativsatz aufgelöste subst. Ptz..
30 Jesus hat {nun} vor [den Augen] (in Gegenwart) seiner Jünger noch viele weitere Zeichen (Wunder) getan, die nicht in diesem Buch niedergeschrieben sind.
31 Diese wurden niedergeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias (Christus) der Sohn Gottes ist, und damit ihr [als] Glaubende (durch den Glauben) Leben in seinem Namen habt. «“
Chapter 21
1 1 Danach (später) zeigte sich (gab sich zu erkennen) Jesus den Jüngern noch einmal am See Tiberias. Und so zeigte er sich (gab er sich zu erkennen):
- [Status: Zuverlässig]
2 Simon Petrus und Thomas, der Didymus (Zwilling) genannt wird, sowie (und) Nathanael aus Kana [in] Galiläa1 und die [Söhne] des Zebedäus und zwei weitere (andere) von seinen Jüngern waren zusammen (beisammen).
- Lokativer Genitiv.
3 Simon Petrus sagte ihnen: „Ich gehe fischen.“ [Die anderen] entgegneten (sagten) {ihm}: „{Auch} Wir kommen mit dir!“ Sie brachen auf (gingen hinaus) und bestiegen das Boot (gingen hinaus zum Boot und legten ab)1, aber (und) in dieser (jener) Nacht fingen sie nichts.
- Die Variante in der Klammer folgt der NGÜ, die das griechische Idiom „ein Boot besteigen“ seiner Verwendung gemäß mit „ablegen“ (oder „in See stechen“, „sich einschiffen“) übersetzt. Weil das intransitiv ist, zieht die NGÜ die griechische Präpositionalphrase εἰς τὸ πλοῖον „in das Boot“ dann elegant mit dem ersten Prädikat „hinausgehen“ zusammen.
4 Als es aber schon (früher) Morgen wurde (war, geworden war)1, stand Jesus am Ufer, die Jünger wussten (erkannten) aber (allerdings) noch nicht, dass es Jesus war2.
- Textkritik: Ein in der Literatur oft gemachter Vorschlag ist die Änderung des durch א, D, W, Θ, Ψ und die Mehrheit später Manuskripte bezeugten Aorists γενομένης in den nicht ganz so gut bezeugten Präsens γινομένης. Der Gebrauch von ἤδη stützt jedoch eher den Aorist. Vgl. J. Ramsey Michaels, The Gospel of JOHN, 2010, S. 1031.
- war Gr. „ist“
5 Dann (also, nun) rief (sagte)1 er ihnen zu: „Männer (Kinder)2, ihr habt keinen Happen (Fisch) zu essen, oder (Habt ihr zufällig/vielleicht einen Happen zu essen)?“3 Sie riefen zurück (antworteten, entgegneten): „Nein!“
- Historisches Präsens.
- Männer (Kinder) W. παιδία »Kinder« ist eine freundliche Gruppenanrede wie »Männer«, »Leute«, »Jungs« (Englisch: »guys«, »lads«, so Carson 1991, 670). Dementsprechend wurde hier nicht missverständlich wörtlich, sondern dieser Funktion entsprechend übersetzt.
- Ihr habt keinen Happen zu essen, oder? Die Frage ist auf Griechisch so formuliert, dass sie eine verneinende Antwort erwartet. Altbacken könnte man auf Deutsch also formulieren: „Habt ihr etwa einen Happen zu essen?“. Wir versuchen hier eine zeitgemäße deutsche Formulierung. Die meisten deutschen Übersetzungen übersetzen den Fragepartikel mit „nicht“ (REB „wohl“). Wollte man wie sie etwas neutraler formulieren, könnte Jesus fragen: „Habt ihr vielleicht/zufällig einen Happen zu essen?“ Doch Jesus scheint die Antwort – der Formulierung nach zu schließen – schon zu kennen. einen Happen zu essen Diese etwas sinngemäße Übersetzung ist vielleicht die genaueste. Ein „Happen zu essen“ bestand in Galiläa häufig aus Fisch, es handelt sich hier auch um ein anderes Wort für „Fisch“ (Carson 1991, 670). Jesus fragt also nicht, ob die Jünger Fisch gefangen haben, sondern ob sie etwas zu essen dabei bzw. für ihn übrig haben.
6 Da (aber) rief (sagte) er ihnen zu: „Werft euer Netz [doch einmal] auf der rechten Seite des Bootes aus,1 dann (und) werdet ihr fündig {werden}!“ Also warfen sie [es dort] aus, und sie konnten (vermochten, waren nicht stark genug) es wegen der Masse [an] Fischen nicht mehr einholen.
- [doch einmal] auf der rechten Seite des Bootes Die Einfügung [doch einmal] soll wie die griechische Wortstellung die von Jesus vorgeschlagene Alternative hervorheben.
7 Daraufhin (da, darum) sagte (rief) der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: „Es ist der Herr!“ Als Simon Petrus hörte,1 dass es der Herr war, da band er sich das Obergewand hoch (wickelte … um sich) – er war nämlich (denn) nackt –,2 und stürzte sich ins Meer (in den See)3,
- Als Simon Petrus hörte Temporales, als Nebensatz aufgelöstes Ptc. coni.
- er war nämlich (denn) nackt Das griechische Wort lässt offen, ob Petrus ganz nackt oder nur teilweise entkleidet war. Daher wäre auch die etwas freiere Alternativübersetzung denkbar: „er hatte es nämlich abgelegt“ o.ä. (vgl. NGÜ).
- Die Juden nannten den See Tiberias das „Meer von Galiläa“.
8 während (aber) die anderen Jünger [mit] dem Boot (kleinen Boot)1 kamen. Sie waren nämlich (denn) nicht weit vom Land (Ufer) entfernt, nur etwa 200 Ellen. Dabei zogen sie das Netz [mit] den Fischen [hinter sich] her.2
- [mit] dem Boot Instrumentaler Dativ.
- Dabei zogen sie das Netz [mit] den Fischen [hinter sich] her Als modaler HS aufgelöstes Ptc. coni. Netz [mit] den Fischen W. „Netz der Fische“, wohl appositiver Genitiv.
9 Als sie dann an Land (ans Ufer) kamen (anlegten), sahen sie ein vorbereitetes Kohlenfeuer, und ein Fisch war daraufgelegt und Brot.1
- vorbereitetes und daraufgelegt AcP mit zwei Partizipien, im ersten Fall adjektivisch, im zweiten Fall als eigenständig angehängter NS übersetzt. Auch möglich wäre eine Konstruktion mit einem doppelten Infinitiv-NS.
10 Jesus sagte zu ihnen: „Holt [doch einige] von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!“
11 Da stieg Simon Petrus [ins Boot] (kam an Land) und zog das Netz an Land, angefüllt [mit] 153 großen Fischen1, und obwohl es so viele waren,2 wurde das Netz nicht zerissen.
- Genitivus partitivus.
- obwohl es so viele waren Als konzessiver NS aufgelöster Gen. abs.
12 Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, frühstückt!“ Und keiner [von] den Jüngern1 traute sich (wagte), ihn zu fragen: „Wer bist du?“, weil (obwohl) sie wussten, dass es der Herr war.
- [von] den Jüngern Genitivus partitivus.
13 Jesus kam und nahm1 das Brot und gab es ihnen, und den Fisch genauso.
- kam und nahm Jew. Historisches Präsens.
14 Das war schon das dritte Mal, [dass] Jesus sich den Jüngern zeigte (sich zu erkennen gab), nachdem er von den Toten auferweckt worden war1. Das war schon das dritte Mal, [dass] Jesus sich den Jüngern zeigte, nachdem (seit) er von den Toten auferstanden war.
- Part. Aor. pass.
15 Als sie dann gefrühstückt hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: „Simon, [Sohn] von Johannes1, liebst du mich mehr [als] die hier (diese)?“ Er entgegnete (sagte) {zu ihm}: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ [Jesus] erwiderte (sagte) {zu ihm}: „Füttere (Weide) meine Lämmer!“
- Simon, [Sohn] von Johannes Textkritik: Eine relativ starke Tradition (A C², westliche und byzantinische) bezeugt einheitlich die Anrede »Simon [Sohn von] Jona« in den Versen 15.16.17. Das ist wohl eine Angleichung an Mt 16,17, dagegen steht Johannes auch in Joh 1,42. Die meisten wichtigen Zeugen erhalten dann auch die vorgezogene Lesart (vgl. Barrett 1990, 558).
16 Er sagte wiederum (noch einmal), ein zweites Mal, zu ihm: „Simon, [Sohn] von Johannes, liebst du mich?“ Er entgegnete (sagte) {zu ihm}: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe.“ [Jesus] erwiderte (sagte) {zu ihm}: „Hüte meine Schafe!“
17 Er sagte zum dritten Mal: „Simon, [Sohn] von Johannes, hast du mich lieb?“ Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm gesagt hatte: „Hast du mich lieb?“, und er erwiderte (sagte) {zu ihm}: „Herr, du weißt alles, du weißt (erkennst), dass ich dich lieb habe.“ Jesus 1 entgegnete (sagte) {zu ihm}: „Füttere (Weide) meine Schafe!
- Jesus Textkritik: [ὁ Ἰησοῦς] ist in NA28 als unsichere Lesart in eckige Klammern gesetzt. Es existieren drei Varianten: ὁ Ἰησοῦς (A K N Γ Δ, einige Minuskeln, Mehrheitstext), Ἰησοῦς (B C) sowie – (: א D W f1 33 sowie diversen alten Übersetzungen: lat sy bohairisch). Weil es keinen Grund für die Einfügung des Subjekts gibt, aber die Auslassung in Anpassung an V. 15 und 16 plausibel wäre, ist die dritte Variante wahrscheinlich sekundär. Für die Lesart mit Artikel ὁ spricht ihre breite Bezeugung, für die zweite immerhin noch das Gewicht von B und C, sodass NA28 vermutlich richtig liegt.
18 Wahrlich, wahrlich (Amen, amen), ich sage dir: Als du jünger warst, konntest du dich selbst anziehen (einen Gürtel anlegen) und bist gegangen, wohin du wolltest. Doch wenn du alt bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und jemand anderes wird dich anziehen (dir einen Gürtel anlegen) und dich bringen (tragen) wohin du nicht [gehen] willst.“
19 Das sagte er {aber}, um anzudeuten, [mit] welcher Todesart er Gott verherrlichen (ehren) würde. Und nachdem er das gesagt hatte,1 sagte er: „Folge mir (folge mir nach)!“
- nachdem er das gesagt hatte Als temporaler Nebensatz aufgelöstes Ptc. coni.
20 Als er sich umwandte,1 sah Petrus, dass der Jünger, den Jesus liebte, [ihnen] folgte (hinter [ihnen] lief/war),2 derjenige, der auch beim Abendessen an seiner Brust gelegen (gesessen) und gesagt hatte: „Herr, wer ist dein Verräter?“3
- Als er sich umwandte Als temporaler Nebensatz aufgelöstes Ptc. coni.
- sah, dass … folgte AcP.
- Johannes 13,23
21 Als Petrus also1 diesen Jünger sah, fragte (sagte zu) er Jesus: „Herr, und was [ist mit] ihm?“
- also Textkritik: οὖν fehlt in einigen alexandrinischen, westlichen Handschriften und im Mehrheitstext. Maßgebliche frühe Zeugen enthalten es jedoch. Weil es sich bei dem οὖν als zweitem Wort im Satz um eine typische johanneische Formulierung handelt, mit der der Evangelist seine häufigen erklärenden Parenthesen (wie hier die Identifizierung des Lieblingsjüngers) beendet und zur Erzählung zurückkehrt, hat sie hier ihre Berechtigung. Aber das wäre die längere Lesart und könnte auch eine stilistische Anpassung sein. Darauf, dass es sich auch nicht um eine solche Harmonisierung handelt, weist seine Position in der Wortfolge τοῦτον οὖν ἰδὼν „diesen also sah“ hin. Alle drei Wörter enden ähnlich: „...ton uhn idon“ (Homoioteleuton), da könnte das mittlere, unwesentliche früh durch einen Lese- oder Hörfehler (Parablepsis) weggefallen sein. Das leichte interne Gewicht zur längeren Lesart hin wird durch die relativ klare externe Bezeugung entschieden.
22 Jesus entgegnete (sagte) {zu ihm}: „Wenn ich will, dass er bleibt,1 bis ich komme, was [geht] dich [das] an (was [hat das] mit dir [zu tun])? Du folge mir nach (folge mir)!“
- will, dass er bleibt AcI.
23 Diese Äußerung (Satz, Aussage, Wort) verbreitete sich (erreichte) im Folgenden (dann) unter (zu) den Jüngern: dass der erwähnte (jener) Jünger nicht sterben würde – aber Jesus hatte nicht zu [Petrus] gesagt, dass er nicht sterben würde, sondern: „Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was [geht] dich [das] an (was [hat das] mit dir [zu tun])?“
24 1 Dies ist der Jünger, der diese [Ereignisse] bezeugt und der sie aufgeschrieben hat,2 und wir wissen, dass sein Zeugenbericht wahr ist.
- [Status: Ungeprüft]
- der bezeugt und der aufgeschrieben hat Substantivierte Ptz., als Relativsatz aufgelöst.
25 Es gibt aber noch vieles mehr1, das Jesus getan hat, [und] wenn es [alles] im Detail (einzeln, ausführlich) aufgeschrieben würde, [dann] könnte, [so] meine ich, selbst die Welt die zu schreibenden Bücher nicht fassen.
- mehr W. „anderes/andere [Dinge]“