reltext

Chapter 1

1 1 [Absender:] Paulus, im Dienst Christi Jesu (Knecht des Gesalbten Jesus, ein Sklave von Christus Jesus)2, berufen zum Apostel (Abgesandten, Boten), eingesetzt (bestimmt, auserwählt), um (für) Gottes Evangelium (Froh-Botschaft) [zu verkünden]

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Das Wort δοῦλος bedeutet wörtlich „Sklave“, kann aber gerade im biblischen Kontext auch als Ehrentitel verwendet werden. Klaus Haaker nennt Bibelstellen, wo hochgestellte Gefolgsleute von Königen so bezeichnet werden: 1 Sam 18,5.30 und 19,4 (Haaker 32006, 22–23).

2 [das Evangelium], das er zuvor durch seine Propheten in heiligen Schriften verheißen (im Voraus angekündigt) hatte,

3 [das Evangelium] von (über) seinem Sohn, der dem Fleisch nach1 aus der Nachkommenschaft (Samen) Davids hervorgegangen ist (stammt),

  1. D.h. wohl „seiner menschlichen Abstammung nach“ (vgl. NGÜ)

4 der dem Geist der Heiligkeit nach1 aufgrund (seit) [seiner] Auferstehung [von den] Toten (aufgrund/nach der Auferstehung der Toten)2 zum „Sohn Gottes in Macht“3 eingesetzt (erklärt) wurde4, [das Evangelium] von Jesus Christus, unserem Herrn,

  1. D.h. „seiner himmlischen Herkunft nach“. Paulus erklärt hier anhand einer zitierten Formulierung die Zweinaturenlehre von Jesu irdischer Herkunft und seiner himmlischen Herkunft. Es geht also nicht - wie anderswo bei Paulus (etwa Gal 5) um einen Gegensatz zwischen „Fleisch“ und „Geist“ im Leben der Christen.
  2. Wörtlich ἐξ ἀναστάσεως νεκρῶν „aus der Auferstehung der Toten“. „Aus“ ist entweder kausal („durch“) oder temporal („nach“) zu verstehen, hier wurde einstweilen kausal formuliert.
  3. „Sohn Gottes in Macht“ Oder „machtvollen Sohn Gottes“. ἐν δυνάμει „in Macht“ könnte neben dem „Sohn Gottes“ auch das Verb modifizieren, es wäre dann „mit/in Macht eingesetzt“ zu übersetzen. Die gewählte Deutung ist jedoch wegen der Wortreihenfolge wahrscheinlicher: "in Macht" folgt direkt auf „Sohn Gottes“, „eingesetzt“ steht im Griechischen vor „Sohn Gottes“ am Satzanfang.
  4. Jesus wurde durch Tod und Auferstehung in das messianische Amt des verheißenen Königs von Israel eingesetzt, der ein Erbe Davids sein sollte (vgl. 3), also zum Messias gemacht. Obwohl er das schon vorher war, ist dieser Status erst jetzt in Kraft getreten. Röm 1,4 darf man hingegen nicht adoptianistisch verstehen, dass Jesus also erst nach seinem Tod als Sohn Gottes adoptiert wurde und vorher lediglich Mensch war.

5 durch den wir Gnade und Apostelamt (Sendung)(die Gnade des Apostelamts) empfangen haben zum Gehorsam des Glaubens in (unter) allen (nichtjüdischen) Völkern für seinen Namen,

6 unter denen auch ihr [als von] Jesus Christus Berufene seid1

  1. Oder „... auch ihr seid, weil ihr von Jesus Christus berufen worden seid“. Dann wird das Ptz. „berufen“ kausal aufgelöst (vgl. Menge). [von] Jesus Christus Berufene Genitivus auctoris (NSS, 900).

7 an alle Geliebten Gottes, berufene Heilige in Rom (in Rom befindlichen). Gnade [sei mit] euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus1.

  1. Theoretisch ebenfalls möglich: „unserem Vater und Herrn von Jesus Christus“ oder „unserem Vater sowie [dem Vater] unseres Herrn Jesus Christus“

8 Zuerst (vor allem) danke ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle, dass euer Glaube auf (in) der ganzen Welt verkündigt wird.1

  1. Luther: „dass man von eurem Glauben in aller Welt spricht“ (ähnlich NGÜ, GNB, Menge)

9 Gott, dem ich in (mit) meinem Geist mit (in) dem Evangelium seines Sohnes diene1, ist ja (nämlich) mein Zeuge, dass ich beständig an euch denke2,

  1. Das Verb meint einen Dienst im Sinne religiöser Verehrung (engl. „worship“; vgl. Wilckens 21987, 78), nicht einfach den Dienst eines Sklaven.
  2. an euch denke W. „euer Andenken mache“

10 wenn (indem) ich jedes Mal bei meinen Gebeten1 [darum] bitte,2 ob ich es vielleicht jetzt einmal mit (nach, in) Gottes Willen schaffen könnte, zu euch zu kommen.3

  1. Oder über die Versgrenzen hinweg „dass ich beständig, jedes Mal bei meinen Gebeten an euch denke und [darum] bitte, dass...“
  2. Participium coniunctum, hier temporal aufgelöst (mit „wenn“). Möglich auch als „und“-Kombination („denke und … bitte“) oder kausal (mit „weil“).
  3. Oder: "einmal schaffen könnte, in Gottes Willen zu euch zu kommen"

11 Ich sehne mich nämlich (denn) danach, euch zu sehen, damit ich euch etwas von dem geistgewirkten Geschenk (der geistlichen Gabe, Geistesgabe) weitergeben (mitgeben) kann, um euch zu stärken,

12 und (aber) damit meine ich,1 bei (unter) euch (in eurer Mitte) gemeinsam mit euch ermutigt zu werden durch den in [uns allen] gleichermaßen [vorhandenen] Glauben2, euren wie auch meinen.

  1. W. „und dieses [Geschenk] ist“
  2. Oder freier „durch den uns allen gemeinsamen Glauben“ (so Zür).

13 Ich will euch aber nicht darüber in Unkenntnis belassen,1 Brüder, dass ich schon oft zu euch zu kommen beabsichtigt (geplant) habe und (aber) bisher (bis jetzt) [immer davon] abgehalten wurde, um auch unter euch eine gewisse (einige) Frucht zu erwirken (haben), wie auch schon unter den übrigen (nichtjüdischen) Völkern.

  1. Oder „Ich will aber nicht, dass ihr unwissend bleibt.“ Die gewählte Übersetzung löst den AcI aber genauer und eleganter auf.

14 Griechen wie Nichtgriechen (Barbaren), Gebildeten (Weisen) wie Ungebildeten bin ich verpflichtet (Schuldner),

15 genauso (dementsprechend) [besteht] auf meiner Seite große Bereitwilligkeit ([ist/war] es mein Wunsch),1 auch euch in Rom das Evangelium zu predigen (verkünden).

  1. Die erste Satzhälfte ist schwierig zu übersetzen. Neben dem Substantiv „große Bereitwilligkeit“ könnte man auch mit Nebensatz auflösen: „möchte ich, soweit es an mir liegt, auch euch...“ Besonders gelungen EÜ: „so liegt mir alles daran,...“ Zür: „So ist bei mir der klare Wille vorhanden,...“ Alternativ mit NGÜ als „mein Wunsch“.

16 Denn (ja) ich schäme mich nicht [über] das Evangelium, denn (ja) es ist Gottes Kraft (Macht) (eine Kraft Gottes),1 [die für] jeden zur Rettung (Heil) [führt], der glaubt,2 [für] den Juden zunächst, aber (und) auch (ebenso) [für] den Griechen.

  1. 1 Korinther 1,24
  2. Substantiviertes Ptz., als Relativsatz aufgelöst.

17 [Die] Gerechtigkeit Gottes1 wird darin (in ihm) ja (denn) aufgrund des Glaubens zum Glauben2 offenbart, so wie es geschrieben steht: „Aber der Gerechte wird aufgrund des Glaubens (aufgrund des Glaubens Gerechte wird) leben.“3

  1. [Platzhalter]
  2. aufgrund des Glaubens zum Glauben Es wird klar, was damit gemeint ist, wenn man beachtet, dass ἐν αὐτῷ darin und γὰρ ja darauf hinweisen, dass V. 17 V. 16 genauer erklärt. ἐκ πίστεως aufgrund des Glaubens ist diese Gerechtigkeit verfügbar, weil die Gerechtigkeit Gottes (vgl. vorige Fußnote) im Evangelium auf Gottes Kraft beruht, und εἰς πίστιν zum Glauben führt Gottes Gerechtigkeit jeden, der glaubt (Wilckens 21987, 86). Sinngemäß könnte man also zusammenfassen: „Gerechtigkeit Gottes aufgrund des Glaubens (weil Gottes Kraft sie erwirkt), die zum Glauben führt“
  3. Habakuk 2,4; Galater 3,11

18 Denn der Zorn Gottes wird offenbart vom Himmel auf alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten,

19 weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen offenbart.

20 Denn seine Unsichtbarkeiten, sowohl seine ewige Kraft als auch [seine] Göttlichkeit, werden von der Schöpfung der Welt an durch die Werke erkannt, wenn wir sie wahrnehmen, damit sie (die Menschen) ohne Entschuldigung sind,

21 weil sie Gott erkannten, Gott aber nicht als Gott rühmten, oder dankbar waren, sondern in ihren Überlegungen in Nichtigkeiten verfielen und ihr uneinsichtiges Herz verfinstert wurde.

22 Sie sind zu Narren geworden, indem sie behaupteten, weise zu sein

23 und sie vertauschten den Ruhm des unvergänglichen Gottes mit der Darstellung eines Bildes des vergänglichen Menschen und [mit der Darstellung] der Vögel und der Vierfüßer und der Schlangen.

24 Deshalb übergab Gott sie durch die Begierden ihrer Herzen der Unreinheit, damit ihre Körper durch sie selbst entehrt würden,

25 welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und verehrten und dienten dem Geschöpf statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit. Amen.

26 Deshalb hat Gott sie in schändliche Leidenschaften übergeben, denn sowohl deren Frauen vertauschten den natürlichen Geschlechtsverkehr mit dem widernatürlichen,

27 als auch gleichermaßen die Männer in ihrer Lust zueinander entbrannt wurden, weil sie den natürlichen Geschlechtsverkehr mit der Frau gehen ließen, indem Männer mit Männern die Schamlosigkeit schafften und sie erhielten die Strafe, der aufgrund ihres Betruges mit ihnen selbst notwendig war.

28 Da sie es ja nicht bewährt fanden, {den} Gott in [der] Erkenntnis zu haben (besser: anzuerkennen), übergab {der} Gott sie zu einer unbrauchbaren Gesinnung, [nämlich] zu tun, was sich nicht ziemt,

29 und sie werden erfüllt mit jeder Ungerechtigkeit, Boshaftigkeit, Geiz, Schlechtigkeit, erfüllt von Missgunst, Mord, Streit, Verschlagenheit, Betrug [und] Verleumdung,

30 [sie] reden Böse nach, hassen Gott, [sind] Gewalttätig [und] hochmütig, [sie sind] Prahler, Untaten Ersinnende, den Eltern ungehorsam,

31 unbeständig, pflichtvergessen, lieblos [und] unbarmherzig.

32 Alle die, die das Gesetz Gottes kennen, sind, weil sie derartige [Dinge] verüben, verdient {des} Todes, nicht allein sie, sondern auch die, die diesem Handeln zustimmen.

Chapter 2

1 1 Deshalb bist du, {o} Mensch, unentschuldbar, jeder Richtende; denn worin du den anderen richtest, verdammst (verurteilst) du dich selbst, denn du tust (schaffst, machst) dasselbe, der [du] der Richtende bist.

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Aber wir wissen, dass das Gericht Gottes gemäß (nach) der Wahrheit gegen die ist, die solches tun (machen, schaffen).

3 Denkst (rechnest, überlegst) du aber dieses, {o} Mensch, der [du] richtest, die solches tun (machen, schaffen), und es [ebenfalls] tust1, dass du dem Gericht Gottes entfliehen kannst? 2

  1. Hier wird eine andere Vokabel für „tun, machen, schaffen“ verwendet als noch zuvor, was sich in der Übersetzung aber nicht widerspiegelt. Dies gilt auch für die weitere Übersetzung. Paulus hat hier offenbar, so scheint es, kein Problem, die Wörtern als Synonyme zu verwenden. Unsere Übersetzung geht daher von einer gewisse Zufälligkeit der Wortwahl im Urtext aus. Vgl. die Übersetzung bei Klaus Haacker: Der Brief des Paulus an die Römer, ThHK 6, Leipzig 32006, S. 62
  2. Lukas 3,7

4 Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und Geduld und Langmut (Großmut), nicht wissend, dass das Gütige Gottes dich zur Buße (Umkehr) führt.

5 Aber gemäß deiner Verhärtung und [deines] nicht bußfähigen (nicht zur Umkehr fähigen) Herzens sammelst du dir selbst Zorn am Tag des Zorns und der Offenbarung [des] gerechten Gerichtes Gottes an,

6 der geben wird jedem gemäß (nach) seinen Werken (Taten);

7 auf der einen Seite den gemäß [der] Geduld eines guten Werkes (einer guten Tat) Herrlichkeit und Ehre und Unvergänglichkeit Suchenden, ewiges Leben;

8 auf der anderen Seiten aber den von Streitsucht und den der Wahrheit Ungehorsamen, aber Gehorsamen der Ungerechtigkeit, Zorn und Wut.

9 Bedrängnis und Angst (Beengung) für jede Menschenseele, die das Schlechte bewirkt,1 Juden zuerst, [aber] auch Griechen;

  1. Ein Genitivus absolutus wurde hier als (einigermaßen neutral einzustufender) Relativsatz übersetzt.

10 Herrlichkeit aber und Ehre und Friede einem jeden das Gute Bewirkenden, Juden zuerst, [aber] auch Griechen;

11 denn es gibt nicht ein (kein) Ansehen der Person bei Gott.

12 Denn soviele gesetzlos sündigten, gehen auch gesetzlos verloren (werden vernichtet) und soviele im Gesetz sündigten, werden durch Gesetz gerichtet werden;

13 denn nicht die Gesetzeshörer (Hörer eines Gesetzes) [werden] gerecht [sein] bei Gott, sondern die Gesetzestäter (Täter eines Gesetzes) werden gerechtgesprochen werden.

14 Denn wenn Heiden, die nicht [das] Gesetz haben (besitzen), von Natur die [Dinge] des Gesetzes tun, obwohl diese [das] Gesetz nicht haben, sind sie selbst [das] Gesetz.

15 All diese zeigen das Werk des Gesetzes als in ihr Herz geschrieben, ihr Gewissen legt Zeugnis ab und dazwischen beschuldigen oder verteidigen sich die Gedanken gegenseitig.

16 Der Tag, an dem {der} Gott richtet (straft) die verborgenen Sachen (besser: Geheimnisse) der Menschen gemäß der frohen Botschaft von mir durch Jesus Christus.

17 Wenn du dich aber einen Juden nennst und dich ausruhst auf dem Gesetz und mit Gott prahlst

18 und du kennst den Willen (Gottes) und prüfst das Wesentliche, weil du unterwiesen bist aus dem Gesetz,

19 (und) du bist überzeugt, dass du selbst ein Führer der Blinden bist, Licht für die in Finsternis,

20 (und du bist überzeugt) ein Lehrer der Törichten (zu sein), (und) ein Lehrer der Unmündigen, weil du die Gestalt der Erkenntnis und der Wahrheit in dem Gesetz hast (besitzt).

21 Der (du) also andere lehrst, lehrst du dich selbst nicht? Der (du) verkündigst nicht zu stehlen, stiehlst du nicht?

22 Der (du) sagst (aufforderst), nicht Ehebruch zu begehen, brichst du die Ehe? Der (du) die Götzentempel verabscheust, begehst du Tempelraub?

23 Der (du) dich rühmst mit dem Gesetz, du behandelst Gott unrühmlich (unehrenhaft) durch das Übertreten des Gesetzes.

24 Denn der Name Gottes wird durch euch (euretwegen) in üblen Ruf gebracht bei den Heiden, ebenso wurde es geschrieben.

25 {Denn zwar} ist (die) Beschneidung von Nutzen, wenn du (das) Gesetz befolgst. Wenn du aber ein Übertreter (des) Gesetzes bist, ist deine Beschneidung (zu) Unbeschnittenheit geworden.

26 Wenn also der Unbeschnittene die Forderung des Gesetztes befolgt, wird nicht seine Unbeschnittenheit als Beschnittenheit gewertet werden?

27 {Und} der physisch Unbeschnittene wird über dich zu Gericht sitzen, indem er das Gesetz ausführt, der (du) trotz Buchstabe und Beschneidung ein Übertreter (des) Gesetzes [bist].

28 Es zählt (ist) nämlich nicht der Jude im Sichtbaren, auch nicht die Beschneidung am Fleisch im Sichtbaren,

29 sondern der Jude im Verborgenen und eine Beschneidung des Herzens - durch den Geist, nicht den Buchstaben. Sein Lob [stammt] nicht von Menschen, sondern von Gott.

Chapter 3

1 1 Was [ist] nun das Außergewöhnliche2 der Juden, oder: Was [ist] der Nutzen der Beschneidung?

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. perissos meint das, was über das übliche Maß oder die übliche Anzahl hinausgeht. Damit stehen Bedeutungshorizonte von „besonders“ bzw. „vorzüglich“ bis „überflüssig“ bzw. „unnötig“ offen.

2 Viel in jeder Weise (Art, Hinsicht), denn in erster Linie (erstens, zunächst)1[ist es so], dass ihnen das Wort Gottes anvertraut wurde.

  1. Grundsätzlich kann man hier prwton mit „erstens:“ übersetzen, als Beginn einer Aufzählung an jüdischen Vorzügen. Doch Paulus bringt nie wirklich eine solche Vorzugsliste, sondern sinniert gleich genauer über den einen Vorzug nach und verspinnt sich in Gedanken darum. Man kann dann trotzdem „erstens:“ stehen lassen, so man will. Andererseits kann das Adverb prwton auch den Rang bezeichnen („in erster Linie“, „vor allem“), beziehungsweise einfach die Grundbedeutung „zuerst, früher, vorher“ meinen. Die Übersetzung mit dem Rang scheint mir gut zu passen.

3 Was denn? Wenn einige ungläubig (untreu) waren, wird doch nicht1 ihr Unglaube (ihre Untreue) die Treue Gottes2 aufheben?

  1. Das verneinende Partikel wird in direkten Fragen mit „doch nicht“ oder „etwa“ übersetzt
  2. Gott kann schwer gläubig sein. Bei ihm/ihr wird pistis wohl besser mit Treue übersetzt. Bei den Menschen geht es aber in erster Linie um den Glauben, id est die Treue zu Gott.

4 Das ist nicht so!1 Aber es sei [so]: Gott ist wahrhaftig2, aber jeder Mensch ist ein Lügner, gleichwie geschrieben ist: Auf dass du gerechtgesprochen werden sollst in deinen Worten und siegen wirst, wenn du gerichtet wirst.

  1. Die hier auftretende Formulierung kommt bei Paulus häufig vor, stets nach rhetorischen Fragen. Häufig liest man die Übersetztung „Das sei ferne!“, das Wörterbuch schlägt etwa für diese typische paulinische Wendung „Nur nicht!“ oder auch „Gott behüte“ oder „Um Gottes wille nicht!“ und nimmt hier Elemente aus der Volksfrömmigkeit auf. Ich übersetzte schlicht mit „Das ist nicht so!“, da die Formulierung lediglich die ein verneinendes Partikel und das Verb „sein, werden“ kennt. „Fernsein“ oder „Behüten“ sind zusätzliche Aspekte, die die Formulierung nicht kennt. Für die Leseübersetzung könnte man aber „Gott behüte!“ eventuell ins Auge fassen, da sie die abwehrende Intention des Ausdrucks gut ausdrückt.
  2. Bei Personen: wahrhaftig oder aufrichtig, bei Sachen: wahr, insgesamt aber auch: wirklich oder echt;

5 Wenn aber unsere Ungerechtigkeit Gottes Gerechtigkeit erweist, was wollen (werden) wir sagen? Ist Gott, der den Zorn hervorbringt, etwa ungerecht? Ich rede gemäß einem Menschen.

6 Das ist nicht so! Wie wird denn sonst Gott die Welt richten?

7 Wenn aber die Wahrheit Gottes durch mein Lügen (in meiner Unwahrhaftigkeit) hervorragt (überschießt, im Überfluss vorhanden ist) zu seiner Herrlichkeit, was werde auch ich noch wie ein Sünder gerichtet?

8 Und [ist es] etwa [so], wie wir gelästert werden und wie einige behaupten (sagen), dass wir sagen [würden] 'Lasst uns das Schlechte machen, damit das Gute komme!' Deren Verurteilung (Gericht) ist gerecht.

9 Was nun? Haben wir etwas voraus? Gar nichts! Denn wir haben vorher die Anklage erhoben, dass Juden und auch Griechen, [dass also] alle unter [der] Sünde sind.

10 gleichwie geschrieben ist: Es gibt keinen Gerechten, auch nicht einen;

11 es gibt keinen Verständigen1, es gibt keinen Gott Suchenden.

  1. Eigentlich ein Partizip, also wörtlich: „keinen Verstehenden“ bzw. „keinen Begreifenden“.

12 Alle wendeten sich ab, zugleich (zusammen) wurden sie unbrauchbar. Es gibt keinen Gütiges Tuenden, es gibt nicht einmal1 einen.

  1. (h)ews bezeichnet die Höchstgrenze, die sich normalerweise gut mit „bis“ ausdrücken lässt. Hier geht es um eine negative Höchstgrenze, was mit „nicht einmal“ widergegeben wird

13 Ein geöffnetes Grab [ist] ihre Gurgel (Kehle, Schlund), durch ihre Zungen betrogen sie, Schlangengift [ist] unter ihren Lippen;

14 deren Maul ist voll Verwünschung und Bitterkeit1,

  1. abstrakt: Zorn

15 flink sind die Füße, [wenn es darum geht,] Blut zu vergießen,

16 Vernichtung und Not ist auf ihren Wegen,

17 und einen Weg des Friedens kannten sie nicht.

18 Gottesfurcht ist nicht vor ihren Augen.1

  1. Von v.10 - v.18 erstreckt sich ein langer Zitatkomplex, der verschiedenste (frei zitierte) Stellen aufnimmt, großteils aus den Psalmen. Zitate sind in meiner Übersetzung nicht gesondert herausgestrichen, sondern lediglich durch im Text bereits selbst vorhandene Hinweise („wie geschrieben ist“) markiert.

19 Wir wissen aber, dass wie viel das Gesetz [auch] sagt, es denen unter dem Gesetz sagt, damit jedes Maul gestopft sei und die ganze Welt Gott schuldfähig (haftbar, schuldig, straffällig) werde;

20 weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch gerecht gesprochen werden wird nach seinem Urteil1, denn durch das Gesetz [gibt es] Sündenerkenntnis.

  1. enwpion meint grundsätzlich „vor jdn./etw.“ und kann daher auch „vor den Augen von jdn.“ bzw. „in Gegenwart“ meinen. Daraus resultiert wiederum die dritte Bedeutung „nach Meinung“ oder „nach dem Urteil“, welche hier im Gesetzeskontext m.E. sehr relevant ist.

21 Nun ist aber ohne Gesetz [die] Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und den Propheten,

22 eine Gerechtigkeit Gottes aber durch [den] Glauben an Jesus Christus für alle Glaubenden, denn es gibt keinen Unterschied;

23 denn alle sündigten und entbehren die Herrlichkeit Gottes;

24 unverdient gerecht gesprochen durch seine Gnade, durch den Freikauf (Loskaufung1), die in Christus Jesus ist.

  1. abstrakt: Erlösung

25 Ihn hat Gott als Wiedergutmachung öffentlich hingestellt durch den Glauben an sein Blut zum Beweis seiner Gerechtigkeit wegen dem Erlassen der vorher geschehenen Sünden

26 in der Geduld Gottes zum Beweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, sodass er gerecht ist und und den aus Glauben an Jesus1 gerechtspricht.

  1. ...den, [der] aus Glauben an Jesus [ist],...

27 Wo [ist] nun das Rühmen? Es wurde ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? [Durch das Gesetz] der Werke? Nein, sondern durch [das] Gesetz [des] Glaubens.

28 Denn wir rechnen [damit], dass ein Mensch durch Glauben gerechtgesprochen wird, ohne Gesetzeswerke.

29 Oder ist Gott allein [der Gott] der Juden? Nicht auch [der Gott] der Heiden? Ja, [er ist] auch [Gott] der Heiden.

30 So gewiss Gott einer ist, wird er gerecht sprechen einen Beschnittenen1 aus Glauben und einen Unbeschnittenen2 durch den Glauben.

  1. eigentlich: [die] Beschneidung
  2. eigentlich: [die] Vorhaut

31 Heben wir nun [das] Gesetz auf durch den Glauben? Das ist nicht so! Sondern wir errichten [das] Gesetz.

Chapter 4

1 1 Was wollen (werden) wir nun sagen, dass Abraham, unser Vorfahre nach dem Fleisch, gefunden hat?

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Denn wenn Abraham aus Werken gerechtgesprochen wurde, hat er [zwar] Ruhm, aber nicht bei Gott.

3 Denn was sagt die Schrift? Aber Abraham glaubte (vertraute) an (auf) Gott und [das] wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.

4 Dem Werke Wirkenden (Verrichtenden) wird aber nicht der Lohn (die Bezahlung) zugerechnet nach Gnade, sondern nach geschuldeter Summe (aus Schuld, nach Pflicht).1

  1. Lohn und Schuld stehen hier einander gegenüber. Es sind Begriffe aus dem Finanzwesen: μισθὸς ist im engeren Sinn der (finanzielle) Lohn, den man für getane Arbeit empfängt und ὀφείλημα ist das Geschuldete, das man für eine Arbeit noch nicht erhalten hat. In der Studienübersetzung wäre es interessant, diesen finanziellen Sprachbereich zu berücksichtigen.

5 Dem nicht Werke Wirkenden (Verrichtenden) aber, der aber an den, der den Gottlosen gerechtspricht glaubt,1 wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet;

  1. Hier wird δικαιοῦντα, ein Partizip Präsens Aktiv, aufgelöst um den Satz verständlicher zu machen. Wörtlich: „…der aber an den den Gottlosen Rechtsprechenden glaubt…“

6 gleichwie auch David die Seligpreisungen eines Menschen spricht, dem Gott Gerechtigkeit ohne Werke zurechnet:

7 Selig (Glückselig) [sind die], deren Ungerechtigkeiten erlassen und deren Sünden zugedeckt worden sind.

8 Selig (Glückselig) [ist] ein Mann, dem der Herr [die] Sünde nicht1 zurechnet.

  1. Verstärkte Verneinung!

9 [Ist] diese Seligpreisung nun für den Beschnittenen1 oder auch für den Unbeschnittenen? Denn wir sagen: Abraham ist der Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet worden.

  1. EWigentlich: „für die Beschneidung“.

10 Wie wurde nun zugerechnet? War er beschnitten oder unbeschnitten?1 Nicht als Beschnittener, sondern als Unbeschnittener;2;

  1. Wörtlich: „In [der] Beschneidung seiend, oder in [der] Vorhaut?“
  2. Wörtlich: „Nicht in [der] Beschneidung, sondern in [der] Vorhaut“. Zum besseren Verständnis könnte ergänzt werden: „…wurde ihm der Glaube zur Gerechtigkeit zugerechnet“

11 Und er emfpfing [das] Zeichen der Beschneidung, ein Siegel der Gerechtigkeit des Glaubenes, der im Unbeschnittenen [bestand, war], damit er allen Glaubenden wegen Unbeschnittenheit ein Vater ist, damit auch1 ihnen die Gerechtigkeit zugerechnet wird;

  1. Das καὶ ist textkritisch strittig: Die codices א,C², D* u.a. lassen es weg.

12 auch (und) ein Vater der Beschneidung, nicht allein denen aus der Beschneidung1, sondern auch denen, die in den Fußstapfen (Fußspuren) des Glaubens im Umbeschnittensein unseres Vaters Abrahams gehen.2

  1. D.h. nicht allein derer, die beschnitten sind…
  2. Sprachlich zu klären/diskutieren: Ist es der Glaube im Unbeschnittensein, den Abraham hatte? Oder ist es der Glaube Abrahams, den er im Unbeschnittensein hatte? Ich meine, dass es ersteres ist. Denn Abraham ist 1.) Vater derer aus der Beschneidung, sowie 2.) Vater derer, die wandeln in den Fußspuren des Glaubens im Unbeschnittensein. „Im Unbeschnittensein“ ist von τῆς und πίστεως eingerahmt. Natürlich ist inhaltlich sowohl der Glaube als auch das Unbeschnittensein für die erwähnte zweite Gruppe wie für Abraham zutreffend, doch das beantwortet die sprachliche Frage nicht. Ist es tatsächlich doppeldeutig?

13 Denn nicht durch [das] Gesetz war dem Abraham die Verheißung (Zusage) oder seiner Nachkommenschaft [zugekommen], dass er der Erbe der Welt ist, sondern durch Gerechtigkeit [des] Glaubens.

14 Denn, wenn die Erben aus dem Gesetz [sind], ist der Glaube entleert (leer gemacht, zunichte gemacht, seiner Bedeutung beraubt) und die Verheißung (Zusage) aufgehoben.

15 Denn das Gesetz schafft (erzeugt, bringt hervor, bewirkt) Zorn; wo aber kein1 Gesetz [ist], [da ist] auch keine2 Übertretung.

  1. Wörtlich: „nicht ein“.
  2. Wörtlich: „nicht ein“.

16 Daher aus Glauben, sodass [es] nach Gnade [geschieht], damit die Verheißung (Zusage) der ganzen Nachkommenschaft zuverlässlich (stark, gewiss, fest) ist, nicht allein dem, der aus dem Gesetz [ist], sondern auch dem aus [dem] Glauben Abrahams, der unser aller Vater ist;

17 gleichwie geschrieben [ist]: Ich habe dich zum Vater vieler Völker bestimmt (aufstellen, vorsetzen, auftragen, herstellen, bereiten, bestimmen), gegenüber1 Gott, [an] den du glaubst, der die Toten lebendig macht und das Nicht-Seiende benennt (beim Namen ruft, zusammenruft), sodass es ist (existiert).2

  1. κατέναντι meint grundsätzlich „gegenüber“, in übertragenem Sinne aber auch „vor den Augen“, bzw. verkürzt schlicht „vor“.
  2. Der Anschluss mit ὡς kann unterschiedlich übersetzt werden. Es gibt zwei Bedeutungen, entweder als Partikel des Vergleichs („gleichwie“) oder als Partikel, der eine Konsequenz (temporal oder final) bezeichnet. Zweiteres erscheint mir in diesem Kontext sinnvoller zus ein, ist aber zu diskutieren. Die Übersetzung „…und das Nicht-Seiende ruft gleichwie Seiendes [bzw. als wenn es sei]“ wäre auch denkbar. Die Frage ist also: Benennt Gott Nicht-Seiendes wie auch Seiendes? (Damit ist man sprachlich sicher auf der sicheren Seite…) Oder: Benennt Gott Nicht-Seiendes, sodass es zu Seiendem wird?

18 Er hat gegen Hoffnung an Hoffnung geglaubt (vertraut), sodass (aufdass, damit) er Vater vieler Völker wurde gemäß dem Gesagten: So wird1 deine Nachkommenschaft sein.

  1. Da es eine Verheißung und keine Prophetie ist, ist das Futur vermutlich besser mit „soll“ zu übersetzen. In der Studienfassung bleibe ich bei der wörtlichen Wiedergabe des Futurs.

19 Und nicht schwach im Glauben geworden, betrachtete er mit Überlegung (bemerken, wahrnehmen, betrachten, beobachten, prüfen, sein Augenmerk richten auf) seinen [schon]1 gestrobenen Leib, wie (fast) hundertjährig seiend, und das Abgestorbensein des Mutterschoßes Saras.

  1. Das ἤδη ist textkritisch strittig: Die codices B, F, G u.a. lassen es weg.

20 Aber an der Verheißung (Zusage) Gottes zweifelte er nicht (trug er keine Bedenken) durch Unglauben, sondern er wurde bekräftigt im Glauben, Gott Ehre gebend

21 und [mit Gewissheit] erfüllt, dass, was er1 verheißen (zugesagt) hat, möglich ist, auch zu tun (machen, schaffen).

  1. Also Gott.

22 Und (Auch)1 daher (deshalb) wurde ihm zugerechnet zur Gerechtigkeit.

  1. Das καὶ ist textkritisch strittig: Die codices B, D*, F, G u.a. lassen es weg.

23 Aber es ist nicht wegen (um willen) ihm allein geschrieben, dass ihm zugerechnet wurde;

24 sondern auch unseretwillen, denen gewiss zugerechnet werden wird, den Glaubenden an den, der Jesus, unseren Herrn, aus (von) den Toten auferweckt hat1;

  1. Partizip Aorist Aktiv, wörtlich: „den auferweckt Habenden“.

25 der ausgeliefert (übergeben, überlassen) wurde wegen unseren Übertretungen und auferweckt wurde wegen unserer Gerechtigkeit.

Chapter 5

1 1 Als aufgrund von Glauben gerecht Gesprochene2 nun haben wir Frieden mit3 Gott durch unseren Herrn Jesus Christus,

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Adverbiales Ptz. Aor. Pass., hier substantivisch interpretiert. Alternativ kausal/temporal (NSS), dann: „weil/seit wir … gerecht gesprochen wurden“
  3. cf. NSS.

2 durch den wir auch den Zugang zu dieser Gnade erlangt haben [aufgrund] des Glaubens1, in der wir stehen (uns befinden) und uns rühmen wegen [der] Hoffnung [auf] die Herrlichkeit2 Gottes3.

  1. Wörtlich „dem Glauben“. Dat. causae. Die Lesart τῇ πίστει (im/durch den Glauben) lassen die Codices B, D, F, G u.a. weg, weshalb diese Lesart textkritisch als unsicher bezeichnet werden kann.
  2. Wörtlich „der Herrlichkeit“; Gen. obiectivus
  3. Gen. auctoris: Also der Herrlichkeit, die von Gott kommt.

3 Aber nicht allein [deswegen], sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen (Elend) im Wissen1, dass die Bedrängnis (das Elend) Geduld (Ausdauer) bewirkt (erzeugt, hervorbringt),

  1. im Wissen Ptc. coni. mit kausaler Konnotation, hier als Präpositionalphrase aufglöst. Alternativ mit Nebensatz „weil wir wissen“ oder als deutscher Partizipialsatz „wissend“.

4 die Geduld (Ausdauer, Standhaftigkeit) aber Erprobtheit (Bewährung), die Erprobtheit (Bewährung) aber Hoffnung.

5 Die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden1, weil die Liebe Gottes ausgegossen {worden} ist2 in unsere Herzen durch [den] heiligen Geist, der uns gegeben wurde.

  1. Hier kausativ (NSS cf. B/A).
  2. Hier ein Pf. Pass. Das griechische Perfekt hebt das Resultat hervor.

6 {noch} Denn Christus ist, während wir noch schwach (krank) waren,1 zur festgesetzten Zeit (rechten Zeit, bestimmten Zeit) für Gottlose gestorben.

  1. Konstruktion mit Genitivus Absolutus (Partizip Präsens), der an dieser Stelle aufgelöst wurde.

7 Denn kaum (unter Schwierigkeit, mit Mühen) jemand wird für einen Gerechten sterben; aber1 für den Guten wagt es möglicherweise jemand {auch} zu sterben.

  1. Wörtlich „denn“. V. 7 sei als Parenthese zu verstehen (NSS).

8 Aber Gott erweist seine Liebe zu uns [darin], dass Christus gestorben ist für uns, als wir noch Sünder waren.1

  1. Wieder eine Konstruktion mit Genitivus Absolutus mit Partizip Präsens (s.o. in Vers 6), hier temporal aufgelöst.

9 [Wie] viel mehr nun werden wir, die jetzt durch sein Blut (in seinem Blut) gerecht gesprochen wurden,1 bewahrt (unversehrt erhalten, errettet) werden durch ihn vor dem Zorn.

  1. Substantiviertes (attributives) Partizip Aor. Pass., hier aufgelöst.

10 Denn wenn wir versöhnt wurden mit Gott durch den Tod seines Sohnes, als wir Feinde waren1, [wie] viel mehr werden wir gerettet werden durch sein Leben, nachdem wir versöhnt worden sind.

  1. Genitivus Absolutus mit Partizip Präsens.

11 Aber nicht allein [das (dieses)], sondern [wir sind] auch uns Rühmende in Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung bekommen (empfangen, erhalten, bekommen) haben.

12 Daher ist, genau wie durch einen einzigen Menschen die Sünde in die Welt hineingekommen ist und durch die Sünde der Tod, so ist auch der Tod zu allen Menschen durchgekommen, weil alle gesündigt haben.1

  1. Paulus führt hier den Gedanken gar nicht zu Ende. Er fällt sich quasi selbst ins Wort, indem er in Vers 13f. eine Geschichtsreflexion zum Thema Gesetz vornimmt. In den Versen 15-17 scheint er dann sogar zu verdeutlichen, dass das, was er vergleichen will/wollte, gar nicht wirklich vergleichbar ist.

13 Denn bis [zur Zeit des] Gesetzes war [die] Sünde in der Welt, doch [die] Sünde wird nicht angerechnet (auf die Rechnung gesetzt), wenn es kein1 Gesetz gibt2.

  1. Wörtlich: „nicht ein“
  2. Wörtlich „ist“. Gen.abs. wurde konditional/temporal aufgelöst.

14 Aber der Tod herrschte [wie ein König] von Adam bis Mose, auch über diejenigen, die nicht gesündigt hatten1 auf die gleiche Weise2 der Übertretung [wie] Adam, der ein Typus3 (Abbild, Modell) des [gewiss] Zukünftigen ist.

  1. Ptz. Aor., substantivisch; hier aufgelöst.
  2. Wörtlich: „auf die Gleichheit…“
  3. cf. B/A

15 Aber nicht so, wie die Übertretung [ist], {so} [ist] auch das Gnadengeschenk; denn wenn durch die Übertretung eines einzelnen alle1 gestorben sind, [wie] viel mehr sind [dann] die Gnade Gottes und das durch [die] Gnade des einen Menschen Jesus Christus [zustande gekommene] ([gewährte]) Geschenk (die Gabe) allen2 überreich zuteil geworden.

  1. Wörtlich „die vielen“. Semitismus (cf. NSS).
  2. Wörtlich „die vielen“. Semitismus (cf. NSS).

16 Und nicht wie [das] durch [den] einen Sündigenden [Geschehene] ist das Geschenk (die Gabe); denn zwar (einerseits) [führte] das Gericht (Urteil) von einem zur Verwerfung (Verdammnis), aber (andererseits) das Gnadengeschenk (die Gnadengabe) [führte] von vielen Übertretungen zur Gerechtigkeit.

17 Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod [wie ein König] geherrscht hat durch den einen, [wie] viel mehr werden [dann] die den Überfluss der Gnade und des Geschenks der Gerechtigkeit Erhaltenden im Leben herrschen durch den einen Jesus Christus.

18 Wie also nun {durch} die eine Übertretung für alle Menschen zur Verdammung [führte], so [führt] auch {durch} eine Rechtstat für alle Menschen zur Rechtfertigung, [die zum] Leben [führt]1.

  1. Wörtlich „des Lebens“; Gen. des Zwecks (NSS)

19 Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen alle1 hingestellt (eingesetzt, gemacht) worden sind als Sünder, so werden auch durch den Gehorsam des einen alle2 hingestellt (eingesetzt, gemacht) werden als Gerechte.

  1. Wörtlich „die vielen“. Semitismus (cf. NSS).
  2. Wörtlich „die vielen“. Semitismus (cf. NSS).

20 Aber [das] Gesetz hat sich eingeschlichen (ist daneben hineingekommen), damit die Übertretung groß würde (zunehme, wachse, mehr werde); wo aber die Sünde groß wurde (zunahm, wuchs, mehr wurde), war die Gnade im Überfluss vorhanden (überschießen, hervorragen, überreich werden),

21 damit so, wie die Sünde [als König] geherrscht hat im (durch den) Tod, auch die Gnade herrschen würde durch Gerechtigkeit, [die] zum ewigem Leben [führt], durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Chapter 6

1 1 Was werden (wollen) wir nun sagen? Wollen wir in der Sünde bleiben (verharren), damit die Gnade mehr werde (wachse, größer werde)?

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Das ist nicht so! Die, die wir gestorben sind durch die Sünde (der Sünde), wie werden wir noch in ihr leben?

3 Oder wisst ihr nicht, dass, wie viele getauft wurden auf Christus Jesus, auf seinen Tod getauft wurden?

4 Nun wurden wir ihm (mit ihm) mitbegraben durch die Taufe auf den Tod, damit wie Christus auferweckt worden ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters gleichsam auch wir in Neuheit1 des Lebens wandeln (gehen, wandern, leben, den Lebenswandel gestalten).

  1. Die Vokabel drückt häufig etwas Ungewöhnliches aus; es geht um etwas Ungewöhnliches, Neues.

5 Denn wenn wir verwachsen (verbunden) sind mit der Gleichheit seines Todes, werden wir es aber auch sein mit [der Gleichheit] der Auferstehung.

6 Dieses [sind wir] erkennend, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt wurde, damit der Leib der Sünde zerstört werde (zunichte machen, aufheben), [so]dass1 wir nicht länger (nicht mehr, in Zukunft nicht) der Sünde dienen.

  1. AcI.

7 Denn der Verstorbene (Gestorbene, Tote) wurde gerecht gesprochen von den Sünden.

8 Wenn wir aber gestorben sind mit Christus, glauben wir, dass wir auch leben werden mit ihm.

9 [Wir sind] wissend, dass Christus, auferweckt von (aus) den Toten, nicht mehr stirbt. [Der] Tod beherrscht ihn nicht mehr.

10 Denn was der Sünde gestorben ist, ist gestorben ein für allemal. Was aber lebt, lebt bei (mit, für)1 Gott.

  1. Eventuell kann man auch wörtlich ohne Pronomen übersetzen und so sehr nahe am griechischen Text bleiben

11 So auch ihr: Rechnet [damit] (bedenkt, erwägt, betrachtet1), dass ihr einerseits Tote seid2 der Sünde, andererseits Lebende bei (mit, für) Gott in Christus Jesus.

  1. Mit „betrachten“ kann auch das Reflexivpronomen im Deutschen wörtlich übersetzt werden: „betrachtet euch als Tote“.
  2. AcI.

12 Nicht herrsche die Sünde in eurem sterblichen Leib, [so]dass (auf dass) er seinen Begierden (Leidenschaften) gehorcht!

13 Und (auch, aber) stellt nicht eure Gliedmaßen (Glieder, Körperteile) der Sünde als Waffen (Werkzeuge) der Ungerechtigkeit bereit (zur Verfügung stellen, hinsetzen, hinstellen), sondern stellt euch selbst Gott wie Lebende aus (von) Toten und eure Gliedmaßen (Glieder, Körperteile) als Waffen (Werkzeuge) Gottes bereit (zur Verfügung stellen, hinsetzen, hinstellen)!

14 Denn [die] Sünde wird euch nicht beherrschen; denn ihr seid nicht unter [dem] Gesetz, sondern unter [der] Gnade.

15 Was nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter [dem] Gesetz sind, sondern unter [der] Gnade sind? Das ist nicht so!

16 Wisst ihr nicht, dass ihr euch dem als Sklaven (Diener) zum Gehorsam bereitstellt (zur Verfügung stellt, hinstellt) [und] Sklaven seid, dem ihr gehorcht, entweder [Sklaven] der Sünde zum Tod oder des Gehorsams zur Gerechtigkeit?

17 Dank1 aber [sei] Gott, dass ihr Sklaven der Sünde ward, aber [dann] gehorcht habt von (aus) Herzen auf das Vorbild (Abbild, Gestalt, Form, Muster, Typus) [der] Lehre, dem ihr anbefohlen (übergeben, ausgeliefert, überliefert) wurdet.

  1. χάρις bedeutet Gnade, aber auch Dank. Gnade ist, was von Gott kommt. Dank ist, was der Mensch entgegnet. Diese Unterscheidung gibt es im Deutschen, im Griechischen steht ein und dasselbe Vokabel.

18 Aber als von der Sünde Befreite wurdet ihr der Gerechtigkeit dienstbar gemacht (hörig werden, untertänig gemacht werden, zum Sklaven werden, versklavt werden, geknechtet werden, dienstbar gemacht werden, sklavisch gebunden werden).

19 Ich spreche menschlich wegen der Schwäche eures Fleisches. Denn wie ihr eure Glieder der Unsittlichkeit und der Gesetzlosigkeit für die gesetzwidrigen Taten (für die Gesetzlosigkeit, zu der Gesetzlosigkeit) als {die} Sklaven zur Verfügung gestellt habt, so stellt1 nun eure Glieder als {die} Sklaven der Gerechtigkeit zur Heiligung zur Verfügung.

  1. Oder: 2.Pers. Pl. Ind. Aor. akt.: „so habt ihr nun zur Verfügung ... gestellt“ Bei dieser Übersetzung würde die Einmaligkeit bzw. das punktuelle Handeln hervorgehoben werden, welches der Aorist ausdrückt.

20 Denn als ihr Sklaven der Sünde wart, wart ihr von der Gerechtigkeit ungebunden (frei, unabhängig).

21 Was also hattet ihr damals als Frucht (Ertrag, Ergebnis)? [Nur Dinge,] für welche ihr euch jetzt schämt, denn jenes [bringt euch] am Ende [den] Tod.

22 Jetzt aber seid ihr befreit von der Sünde und ihr dient dem Herrn, ihr habt eure Frucht (Ertrag, Ergebnis) zur Heiligung, das Ende ist [das] ewige Leben.

23 Denn der Sold1 der Sünde [ist der] Tod, {aber} die Gnade des Herrn [ist das] ewige Leben in Jesus Christus, unserem Herrn.

  1. Eigtl. steht an dieser Stelle eine Pluralform.

Chapter 7

1 Wisst ihr etwa nicht, Brüder, denn ich rede mit den Gesetz kundigen, dass das Gesetz den Menschen beherrscht, solange (für so viel Zeit) er lebt ?

2 Denn die verheiratete Frau wurde mit [dem] Gesetz dem Mann, [solange] er lebt, gegeben. Wenn der Mann stirbt, wird [sie] aus der Verbindung des Gesetzes des Mannes gelöst werden.

3 Während also nun der Mann lebt, wird [die Frau] Ehebrecherin heißen, wenn sie in Besitz eines anderen Mannes sein wird (wenn sie einen anderen Mann nehmen wird). Wenn der Mann stirbt, ist [sie] frei frei von dem Gesetz, [so] dass sie keine Ehebrecherin ist, sobald (obwohl) sie einen anderen Mann nimmt.

4 Darum seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz gegenüber gestorben durch den Leib Christi, damit ihr in dem Besitz von einem anderen seid: demjenigen, der von [den] Toten auferweckt wurde, damit wir {dem} Gott Frucht (Ertrag) bringen.

5 Denn solange wir in dem Leib [sind], der sündigen Leidenschaft, die sich durch das Gesetz in unseren Gliedern auswirkten, [sind wir] in der Frucht (Ertrag) dem Tod.

6 Nun sind wir gelöst worden von dem Gesetz, indem wir in dem [Gesetz] gestorben sind, [durch welches] wir gebunden waren, darum [ist es nötig], dass wir in dem neuen Geist und nicht in den alten Buchstaben [des Gesetzes dem Herrn] dienen.

7 Was also werden wir sagen? Das Gesetz [ist] Sünde? So möge es nicht sein. Sondern [so], ich hätte die Sünde nicht erkannt, wenn nicht durch das Gesetz. Denn ich wüsste nicht (würde nicht kennen) die Lust, wenn nicht das Gesetz sagte:„Begehre nicht“.

8 Die Sünde {aber}, wobei sie durch das Gebot die Gelegenheit ergriffen hatte, rief in mir jede Lust hervor. Denn abseits [des] Gesetzes [ist die] Sünde tot.

9 Ich {aber} lebte einst ohne Gesetz, aber als das Gebot kam1, lebte die Sünde auf,

  1. Hierbei handelt es sich um einen Gen. Abs.

10 ich {aber} starb, und das Gebot, das zum Leben [war], erwies sich mir als dieses, [das mir] zum Tod [war].

Chapter 8

1 1 Folglich [gibt es] also keine Verurteilung (Strafe) für die, die zu (in, bei) Christus Jesus [gehören].

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Denn das Gesetz (Weisung, Prinzip) des Lebens-Geistes (Geist/Atem des Lebens) in (bei, durch) Christus Jesus hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde (der Verfehlung, des Irrtums) und des Todes.

3 Denn was dem Gesetz unmöglich war,1 wozu es wegen des Fleisches (der menschlichen Verfallenheit, der sterblichen Natur) [zu] schwach war: Gott sandte seinen eigenen Sohn in der Ähnlichkeit des sündigen Fleisches (in der Gestalt der sündigen Verfallenheit, im Erscheinen des Fleisches der Sünde) und wegen Sünde (als Sündopfer, um der Sünde willen), und so2 verurteilte er im Fleisch die Sünde,

  1. wörtlich: das Unmögliche (Unvermögende) des Gesetzes [betreffend]
  2. Partizip aufgelöst

4 damit die Gerechtigkeit des Gesetzes erfüllt werde durch uns (in uns, bei uns, unter uns), die1 wir nun kein Leben des Fleisches mehr führen, sondern des Geistes.

  1. wörtlich: den nicht Fleisch-gemäß Lebenden, sondern Geist-gemäß

5 Denn die vom Fleisch (von der menschlichen Verfallenheit, von der sterblichen Natur) bestimmt sind, streben nach dem Fleischlichen – die vom Geist bestimmt sind aber nach dem Geistlichen.1

  1. wörtlich: Denn die Fleisch-gemäß Seienden sinnen auf (denken an) die [Angelegenheiten] des Fleisches, aber die Geist-gemäß [Seienden] auf die [Angelegenheiten] des Geistes.

6 Denn das Streben des Fleisches ist der Tod – das Streben des Geistes aber ist Leben und Frieden,

7 und zwar weil das Streben des Fleisches Feindschaft gegen (Hass auf) Gott ist, denn es gehorcht Gottes Gesetz nicht [und] {denn es} kann das auch gar nicht.

8 Die {aber} im Fleisch sind, vermögen es nicht, Gott zu gefallen.

9 Ihr dagegen seid nicht im Fleisch (in der menschlichen Verfallenheit, in der sterblichen Natur), sondern im Geist ([göttlichen] Windhauch/Atem), da ja (wenn denn) Gottes Geist in euch wohnt. Wenn dagegen jemand Christi Geist nicht hat, so gehört dieser nicht zu ihm (ist dieser nicht sein).

10 Aber wenn Christus in euch [wohnt], dann ist zwar der Körper tot wegen der Sünde (der Verfehlung, des Irrtums) , der Geist dagegen ist Leben wegen der Gerechtigkeit.

11 Wenn nun der Geist desjenigen in euch ist, der Jesus auferweckt hat vom Tod, dann wird der, der Christus Jesus vom Tod auferweckt hat, auch euren sterblichen Körper Leben geben durch seinen Geist, der in euch wohnt.

12 Folglich sind wir also, Geschwister (Brüder)1, nicht auf das Fleisch (die menschliche Verfallenheit/Schwachheit, die sterbliche Natur) festgelegt (verpflichtet), dass wir vom Fleisch bestimmt leben müssten;

  1. Generisches Maskulinum

13 wenn ihr nämlich vom Fleisch bestimmt lebt, werdet ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die körperlichen Umtriebe (Handlungen des Leibes) [ab]tötet, so werdet ihr leben.

14 Alle nämlich, die von Gottes Geist angetrieben werden, sind Gottes Söhne (Kinder, Angehörige, Adoptivkinder)1.

  1. Das Bild der Adoption als erbberechtigter Sohn ist auch auf Frauen anwendbar (vgl. generisches Maskulinum).

15 Denn ihr habt nicht [etwa] einen Geist (eine Gesinnung) der Sklaverei bekommen, um [euch] wiederum [mit] Furcht [zu erfüllen], sondern ihr habt einen Geist bekommen, der euch zu Söhnen macht (einen Geist der Sohnschaft/Kindschaft, einen Geist der Adoption als Sohn/Kind), mit dem (in dem, durch den) wir rufen: „Abba, Vater“!1

  1. „Abba“ ist das aramäische Wort für „Vater“, das Paulus direkt anschließend mit „ὁ πατήρ“ ins Griechisch übersetzt.

16 Dieser Geist bekennt ebenfalls unserem Geist, dass wir Gottes Kinder (Sprösslinge) sind,

17 und (aber) wenn Kinder (Sprösslinge), dann auch Erben. [Und] nicht nur Erben Gottes [sind wir], sondern auch Miterben mit Christus, da wir ja (wenn wir denn) mit [ihm] leiden, um auch mit [ihm] verherrlicht zu werden.

28 1 Und (aber)2 wir wissen, dass [für alle] ([für diejenigen]), die Gott lieben,3 alle Dinge (alles) zum Guten4 zusammenwirken5 (verhelfen, zusammenarbeiten, dienen)[für alle] ([für diejenigen]), die nach [seinem] Plan (Heilsabsicht)67 berufen sind!

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Nicht Gegensatz (aber), sondern Weiterführung (und). Vgl. Moo 1996, 527.
  3. Auflösung eines attributiven Ptz. Dat. Pl. als Relativsatz mit „[für alle], die“.
  4. Luther übersetzt – berühmt und optimistisch – „zum Besten“, was grammatikalisch möglich ist, da es im Griechischen keine Superlativform gibt. So auch NGÜ, SLT. Damit ist wahrscheinlich die hoffnungsvolle Zukunft gemeint, nicht unbedingt jedes Ereignis im Leben (Moo 1996, 530f.).
  5. Oder: „dass er (→Gott) alles zum Guten zusammenwirkt“. Diese Zweideutigkeit kommt zustande, weil πάντα („alles“) sowohl Objekt, als auch Subjekt sein kann. Als Objekt würde man πάντα jedoch hinter dem (übrigens intransitiven) Verb erwarten. Der Westcott-Hort-Text fügt u.a. mit P46 und B ὁ θεός („Gott“) als Subjekt hinzu (EÜ, NASB, NIV). Doch „Gott“ wirkt wie ein erklärender Einschub, die Zweideutigkeit des Subjekts ist die schwierigere Lesart und alexandrinischer und westlicher Text sind übereinstimmend dagegen (vgl. Wilckens 21987, 163; Moo 1996, 508; NET Röm 8,28, Fußnote 32).
  6. REB, SLT: „Vorsatz“, EÜ: „ewiger Plan“, ZÜR: „freie Entscheidung“, Wilckens: „Ratschluss“. Nach Wilckens 21987 bezeichnet das Wort zunächst ein bekanntgemachtes amtliches Dekret, dann eine ausgesprochene persönliche Absicht (163). Das Wort heißt in anderen Kontexten „Opfergabe“ und wird in der LXX und im NT (so Mk 2,26 par) auch für die Schaubrote gebraucht. Anderswo steht es für menschliche Vorhaben. Paulus verwendet es hier wie in Eph 1,11 für Gottes ewigen Plan (TWNT, πρόθεσις).
  7. Epheser 1,11

29 Denn (weil, dass) [alle] ([diejenigen]), die1 er vorher kannte2, hat er auch [dazu] vorherbestimmt, dem Bild (Wesen)3 seines Sohnes ähnlich [zu werden], sodass (damit) er der Erstgeborene unter vielen Brüdern wäre (würde; um zu sein);

  1. Röm 8,28-30 bildet eine Kette von einordnenden Aussagen nach dem Muster „auf wen dies zutrifft, auf den trifft auch das zu“. Wird die erste Gruppe in 28 zweimal noch lediglich durch Dative ausgedrückt, wird die Identifikation ab 29 durch „οὓς – τούτους“-Verbindungen enger und definitiver. Eine deutsche Wiedergabe mit „alle, die“ oder „diejenigen, die“ ist zur Verdeutlichung der genauen Eingrenzung angemessen (s.a. Moo 1996, 535). Die Kette setzt in 30 noch einmal neu ein, sodass 29 und 30 Parallelen mit verschiedenen Aussageschwerpunkten bilden. Beide Verse erklären 28 – 29 den Plan Gottes, 30 geht unter Berücksichtigung dessen noch einmal auf Berufung und das eschatologisch Folgende ein.
  2. Wilckens: „zuvor erwählt“. Moo 1996, 532f. betont dagegen, dass es hier um ein persönliches Kennen, nicht um ein unbeteiligtes vorher von ihrem Glauben Wissen geht.
  3. Christus ist nicht visuell das Abbild Gottes, sondern in seinem Wesen, er ist Gottes „Wesenserscheinung“ (Wilckens, 21987, 163).

30 und [alle] ([diejenigen]), die er [dazu] vorherbestimmt hat, {diese} hat er auch berufen (gerufen); und [alle] ([diejenigen]), die er berufen hat, {diese} hat er auch für gerecht erklärt (gerecht gesprochen, gerechtfertigt); [alle] ([diejenigen]), die er für gerecht erklärt hat, {diese} hat er auch verherrlicht.

Chapter 9

1 1 Eine Wahrheit spreche ich in Christus; ich lüge nicht, [das] bestätigt (Zeugnis ablegt; bezeugt) mir mein Gewissen im Heiligen Geist 2,

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Gen. abs.; bezieht sich auf die vorhergehende Aussage Paulis.

2 dass mir großer Kummer (Traurigkeit) und beständiger (unaufhörlicher) Schmerz für mein Herz ist.

3 Denn ich selbst habe [mir] gewünscht, verflucht (verbannt) von Christus zu sein, anstelle (zugunsten von) meiner Geschwister, meiner Verwandten gemäß (nach) dem Fleisch:

4 Diejenigen sind Israeliten, deren die Sohnschaft {und}, die Herrlichkeit {und}, die Bünde {und}, die Gesetzgebung {und}, der Gottesdienst und die Verheißungen sind;

5 [zu] denen gehören die Väter (Vorfahren) und aus denen stammt (ist) dem Fleisch nach der Christus, der über allem ist, Gott1, gepriesen (gelobt) in Äonen (Ewigkeiten). Amen.

  1. wenn die Worte anders angeordnet werden, kommt es zu erheblichen Bedeutungsverschiebungen: z. Bsp. „Christus, der über allem Gott ist, gelobt [sei er] in Ewigkeit. Amen.“ >Dies dürfte nicht ganz in paulinische Theologie passen.

6 Ist (Verhält) es aber nicht so, dass Gottes Wort versagt hat (hinfällig werden)1? Denn nicht alle, die aus Israel sind2, diese [sind] Israel3;

  1. Perf.3.Sg.Akt.; andere Ü. umschreiben es im Konj. wie LuthÜ., Elb, Schl 2000, NGÜ.
  2. vgl. Schl 2000: „die aus Israel abstammen“
  3. Kann auch als rhetorische Frage wie die erste verstanden werden: „Sind denn [etwa] nicht alle, die aus Israel stammen, diese [auch richtige] Israeliten?“ >Verwiesen wird hier auf den gesetzesgebunden Glauben des israelitischen Volkes.

7 [Nein,] nicht weil (dass) sie Abrahams Same (Nachkommenschaft) sind, sind sie alle Kinder, sondern: „In Isaak wird dir ein Same genannt werden.“1

  1. Gen 21,12.

8 Das bedeutet (ist; heißt): Nicht die Kinder des Fleisches sind diese Kinder Gottes, sondern [nur] die Kinder der Verheißung werden als Nachkommenschaft erachtet (gerechnet; anerkannt).

9 Denn der Verheißung Wort ist dies: „Nach (Gemäß; Um) dieser Zeit will ich kommen und Sara wird (soll) einen Sohn haben.“1

  1. Gen 18,10.

10 Aber nicht nur [bei ihr], sondern auch Rebekka habend mit einem [Mann] Geschlechtsverkehr (Beischlaf) gehabt1: Mit unserem Vater Isaak.

  1. Vgl. Bauer/Aland,S.894; andere Ü. mit „schwanger sein“.

11 Denn noch nicht geboren werdend, auch nicht tuend1, was gut oder schlecht ist, damit der nach der Auslese (Auswahl; Auserwählung)[verfahrende] Ratschluss (Vorsatz) Gottes bliebe2.

  1. 2x Gen.abs.: Part.Aor.Ps.Gen.Pl.
  2. Präs.3.Sg.Akt.Konj.; viele Übersetzung bieten an dieser Stelle ein konträres Bild: z.Bsp.: EinÜ erweitert mit um „Vorherbestimmung“; LuthÜ; Elbü, Schl 2000 ergänzen mit „freier Wahl“; und noch einiges mehr.

12 Nicht aus Werken, sondern aus einem Ruf (Berufung?)1 wurde zu ihr gesprochen: „Der Größere wird/soll dem Geringeren Sklave sein (dienen)2.

  1. Präs. Ptz.Akt.Gen.Sg.
  2. Gen 25,23; im übertragenen Sinne: „Der Ältere soll dem Jüngeren dienen“.

13 Gleichwie geschrieben steht: „Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst (verworfen).1

  1. Mal 1,2f.

14 Was wollen wir nun [dazu] sagen1? Ist (Herrscht) etwa Ungerechtigkeit bei Gott? So möge es nicht geschehen2!

  1. Fut.1.Pl.Akt.
  2. oder: „Auf keinen Fall!“;„Das sei Ferne“ (LuthÜ.; Schl 2000; ElbÜ)

15 Denn er sagt [noch] zu Mose: „Ich werde Erbarmen zeigen, dem ich [mich] erbarme; und ich werde Mitleid haben, den ich bemitleide.“1

  1. Ex 33,19; die beiden hier benutzten Verben haben einen ähnlichen Sinn von „sich erbarmen“, „Mitleid haben“, „gnädig sein“; viele Ü. bieten je eigene Auffassungen der Worte an, geben sie aber meist sinngemäß wieder.

16 Also [hängt es] nicht vom Wollenden, auch nicht Schnelllaufenden1, sondern vom erbarmenden Gott ab2.

  1. Wörtl.: „angestrengt Laufenden“
  2. vgl. ElbÜ.; die Ü. sehen die ersten beide Verben als Aktionen des Menschen an; vgl. EinÜ, LuthÜ, Schl 2000, NGÜ.

17 Denn die Schrift sagt zum Pharao: „Eben dazu1 habe ich dich in Erscheinung treten lassen2 (erwecken, aufrichten), damit ich an dir meine Kraft (Macht) erweisen (zeigen) kann und damit mein Name auf der ganzen Welt (Erde) bekannt gemacht werden (verkündet) kann.“3

  1. wörtl.: »Zum (in) selbigen diesen« >»Aus diesem Grund«, könnte man noch sagen; vgl. EinÜ; ElbÜ, LuthÜ, Schl 2000.
  2. Vgl. Bauer/Aland,S.553.
  3. Ex 9,16

18 Also1 nun: „Den er will (wünschen; begehren; Gefallen haben an; lieben; gern haben), [dessen] erbarmt er sich; und den er will, [den] verhärtet (verstockt) er.“

  1. Bezeichnet einen Schlusspunkt in einer Argumentation.

19 Nun wirst du mich [sicherlich] fragen1: „Was beschuldigt (tadeln; anklagen) er [uns] dann noch? Wer hat denn seinem Willen (Vorhaben) widerstanden2 (s. entgegengesetzt; s. widersetzt)?“

  1. Wörtl.: „sagen“.
  2. Perf.3.Sg.Akt.

20 Ja1, oh Mensch2: Wer (Was) bist du [denn] vielmehr3, antworten lassend 4 (entgegnen; rechten) dem Gott? Spricht nicht [auch] das Gebilde (Geschöpf) zum Bildenden5 (Schaffenden; Schöpfer?): 'Was (Wie; Warum) hast du mich so gemacht (tun, schaffen, bilden)?'

  1. Eine Verstärkungspartikel, um Affekte auszudrücken; vgl. Bauer/Aland,S.1785; andere Ü.: „Ja“ (ElbÜ; LuthÜ).
  2. Vokativ; vgl. Schl 2000.
  3. Verstärkungspartikel.
  4. Part.Präs.MedPs.Nom.Sg.
  5. Part.Aor.Akt.Dat.Sg

21 Oder hat nicht der Töpfer des Tones Vollmacht, aus demselben [Ton]klumpen zu machen (bilden; schaffen) das eine Gefäß zur Ehre (Würde; Lob; Rein), das andere zur Unehre?

22 Wenn aber Gott wollend [ist]1, zu zeigen (erweisen) seinen Zorn und seine Macht (Kraft) offenbar zu machen (bekannt machen; wissen), hat er in (mit) viel Geduld (Langmut) die Gefäße des Zornes getragen, geschaffen (bereiten; herstellen) worden seiend2 zur Vernichtung (Verderben),

  1. Part.Präs.Akt.Sg.Nom.
  2. Part.Perf.Ps.Pl.Akku.Ntr.

23 und damit er den Reichtum (Wohlstand) seiner Herrlichkeit an den Gefäßen des Erbarmens (Mitleid) offenbar macht (zu erkennen geben; kundtun), die er in Herrlichheit zuvor bereitet (vorbereiten) hat?

24 Diejenigen1 hat er auch [unter] uns gerufen (berufen); nicht nur2 aus den Juden, sondern auch aus [anderen Heiden]völkern (Nationen);

  1. Dieser relativische Satzanschluss ist mir unklar. Einfach wäre ihn einfach als Anakoluth zu verstehen; vermutlich will es die „Gefäße“ in Verbindung mit dem kommenden „uns“ herstellen. Andere Ü.: ElbÜ: „nämlich an uns“; LuthÜ: „Dazu hat er…“; Schl 2000: „Als solche“; EinÜ,NGÜ: lässt es weg.
  2. Wörtl.: „allein“.

25 wie er auch in (bei) Hosea spricht: „Ich werde Nicht-mein-Volk mein Volk rufen (nennen), und die Nicht-Geliebte1 Geliebte2.“3

  1. Part.
  2. 2x Part.Perf.Ps.Akku.fem.Sg.
  3. Vgl. ElbÜ.

26 und es ist an dem Ort, der ihnen gesagt wurde: „Nicht mein Volk seid ihr, dort werdet ihr Söhne (Kinder) Gottes des Lebendigen1 gerufen (genannt) werden2.“3

  1. Part.Präs.Akt.Gen.Sg.mask.
  2. Fut.Ps.3.Pl.
  3. Hos 2,1.25.

27 Jesaja aber schreit (laut ausrufen) über Israel: „Wenn die Zahl der Söhne (Kinder) Israels gleich dem Sand [am] Meer wäre, [so] wird (soll) der Rest errettet werden1;

  1. Fut.Ps.3.Sg.; andere Ü.: »[nur] der Rest wird …« (EinÜ; ElbÜ)

28 denn ein Wort beendend (abschließen; vollenden) und abkürzend1 (verkürzen; einschränken), wird der Herr es auf der Welt (Erde) machen (ausführen; tun).“2

  1. 2x Part.Präs.Akt.Nom.Sg.mask.; andere Ü.: EinÜ: »erfüllt und durchsetzt«, LuthÜ: »vollendet und ausrichtet«; NGÜ: »ohne Einschränkung und ohne Verzögerung«.
  2. Jes 10,22f.

29 Und wie Jesaja zuvor gesagt hat: „Wenn der Herr der Heerscharen (Zebaot) uns nicht einen Samen (Nachkommenschaft) übrig gelassen hätte, wie Sodom wären wir geworden und {wie} Gomorra gleich geworden.“1

  1. Irrealis; Jes 1,9.

30 Was sollen (wollen, werden) wir nun sagen? Dass die [Heiden]völker, die nicht nach Gerechtigkeit streben1 (eilen; rennen; trachten), Gerechtigkeit erlangt (ergriffen; genommen) haben; eine Gerechtigkeit aber, die aus Glauben (Treue; Überzeugung) [kommt].

  1. Part.Präs.Akt.Nom/Akku.Pl.Ntr.

31 Israel aber, strebend1 nach dem Gesetz der Gerechtigkeit, ist nicht in das Gesetz hineingelangt (hat erreicht).

  1. Part.Präs.Nom.Sg.mask.

32 Warum? Weil es nicht aus Glauben (Treue; Überzeugung), sondern wie aus Werken (Taten; Arbeiten) [geschah]. Sie haben am Stein des Anstoßes (Fehltritt) Anstoß genommen1;

  1. Andere Ü.: „Sie haben sich am Stein des Anstoßes gestoßen“; gemeint ist der Unglaube.

33 wie geschrieben steht: „Siehe, ich stelle (setzen; legen) in Zion einen Stein des Anstoßes (Fehltritt) und ein Fels der Verführung (Argernis)1, und wer an (auf) ihn glaubt2 (vertraut), soll (wird) nicht zuschanden (zugrunde gehen) werden.“

  1. ElbÜ: »des Strauchelns«.
  2. Part.Präs.Nom.Sg.mask.

Chapter 10

1 Brüder, der Wunsch {zwar} meines Herzens und das Gebet zu Gott für sie [ist] {für, (in)} ihre Rettung.

2 Ich bezeuge nämlich über sie (ihnen), dass sie Eifer Gottes (für Gott) haben – aber ohne Erkenntnis (nicht gemäß [der] Erkenntnis):

3 Indem sie nämlich die Gerechtigkeit Gottes nicht kennen (verkennen) und die eigene Gerechtigkeit aufzurichten suchen, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.

4 Vollendung (Ziel, Ende) nämlich des Gesetzes [ist] Christus, hin zu (in) Gerechtigkeit für einen jeden, der glaubt.

5 Moses nämlich schreibt [über] die Gerechtigkeit{, die} aus dem Gesetz: {dass} „Der Mensch, der dies (diese Dinge) tut, wird ihretwegen (in ihnen) leben.“1

  1. Lev 18,5b. (Abgesehen von einer Anpassung an den grammatikalischen Kontext entspricht das Zitat dem Septuagintatext.)

6 Die Gerechtigkeit aber aus dem Glauben sagt: „Sag nicht in deinem Herzen1: »Wer wird in den Himmel hinaufsteigen?«“2 – Das heißt (ist), um Christus herabzuholen (herabzuführen). –

  1. Exakte Übereinstimmung mit dem Beginn von Dtn 9,4 in der Septuaginta.
  2. Ausschnitt von Dtn 30,12. Septuaginta: „τίς ἀναβήσεται ἡμῖν εἰς τὸν οὐρανὸν“ (wer wird für uns in den Himmel hinaufsteigen), hier: „τίς ἀναβήσεται εἰς τὸν οὐρανόν;“ (wer wird in den Himmel hinaufsteigen).

7 „Oder: »Wer wird in den Abgrund herabsteigen?«1“ – Das heißt (ist), um Christus von (aus) den Toten heraufzuholen (heraufzuführen). –

  1. Es gibt keine exakte Entsprechung im Alten Testament. In Dtn 30,13 findet sich: »Wer wird für uns hinüberfahren auf die andere Seite des Meers?«

8 Aber was sagt sie1? „Dir nahe ist das Wort, in deinem Mund und in deinem Herzen“2 – Das heißt (ist), das Wort des Glaubens, das wir verkünden.

  1. Der Bezug ist nicht eindeutig, aber der nächste sinnvolle Bezug ist „die Gerechtigkeit aus dem Glauben“ in 6a. Diese Interpretation wird unterstützt von der Wiederaufnahme von λέγει aus 6a hier in 8a.
  2. Fast wörtliche Wiedergabe von Dtn 30,14a in der Septuaginta.

9 Denn wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Jesus Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von (aus) den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden.

10 Mit dem Herzen nämlich wird geglaubt (glaubt man) hin zu Gerechtigkeit, mit dem Mund aber wird bekannt (bekennt man) hin zu Rettung.

11 Es sagt nämlich die Schrift: „Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden (beschämt) werden“ 1

  1. Jes 28,16. Statt „jeder, der glaubt“ (πᾶς ὁ πιστεύων) hat der Septuagintatext „wer glaubt“ (ὁ πιστεύων). Außerdem betont der Septuagintatext die Verneinung (οὐ μὴ statt einfach οὐ) und verwendet den Konjunktiv Aorist καταισχυνθῇ statt des Futurs καταισχυνθήσεται.

12 Es gibt (ist) nämlich keinen (kein) Unterschied zwischen einem (eines) Juden und einem (eines) Griechen, denn derselbe [(Herr) ist] Herr aller, reich {seiend} für alle, die ihn anrufen.

13 Jeder nämlich, „der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden“ 1.

  1. Exakte Wiedergabe von Joel 3,5 (Göttinger Septuaginta 2,32) in der Septuagintafassung.

Chapter 11

25 Denn ich möchte nicht, Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt ist, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet, nämlich dass Israel zu einem Teil Verstockung widerfahren ist, bis die Fülle der Völker eingegangen ist.

26 Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: Aus Zion wird kommen der Retter, der die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden wird.

27 Und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehme.

28 Was das Evangelium betrifft, sind sie zwar Feinde um euretwillen, aber was die Erwählung betrifft, sind sie Geliebte um der Väter willen.

29 Denn unwiderruflich sind die Gnadengaben und die Berufung Gottes.

30 Denn wie ihr zuvor Gott ungehorsam wart, jetzt aber Erbarmen gefunden habt infolge ihres Ungehorsams,

31 so sind sie jetzt infolge des Erbarmens, das ihr gefunden habt, ungehorsam geworden, damit jetzt auch sie Erbarmen finden.

32 denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit er sich aller erbarme.

Chapter 12

21 1 Nicht lasse dich besiegen (unterwerfen, bezwingen, überwinden)2 von dem Bösen (Schlechten), sondern besiege (unterwerfe, bezwinge, überwinde)3 in dem (durch das, mit dem) Guten das Böse (Schlechte).

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Imp. pass.; wörtlich „werde nicht … besiegt“.
  3. Part. akt.

Chapter 14

7 Denn niemand von uns lebt für sich selbst und niemand stirbt für sich selbst.

8 Denn sei es, dass wir leben, leben wir für den Herrn, sei es, dass wir sterben, sterben wir für den HERRN. Sei es, dass wir leben, sei es, dass wir sterben, wir gehören dem HERRN.

9 Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, damit er sowohl über die Toten, wie über die Lebenden herrscht.

Chapter 15

22 Darum (deshalb) bin ich auch viele Male (oft, häufig) (daran) gehindert worden, zu euch zu kommen;

23 Da ich nun aber keinen Wirkungsraum mehr in dieser Gegend (Landstrich) habe1 [und] Sehnsucht (Verlangen) habe2 zu euch zu kommen seit vielen Jahren,

  1. Partizip, kausal aufgelöst
  2. Partizip, kausal aufgelöst

24 wenn (falls) ich nach Spanien Reisen werde; Denn ich hoffe, wenn ich hindurchgehe (hindurchreise, auf der Durchreise bin)1 euch zu sehen und von euch zur (Weiter-)Reise ausgesendet (ausgestattet, ge- bzw. begleitet) zu werden, nachdem (wenn) ich mich an euch zuerst einigermaßen erfreut (gestärkt, genossen) habe.

  1. Partizip

25 Nun aber reise ich nach Jerusalem, um den Heiligen zu dienen (helfen, unterstützen)1.

  1. Partizip

26 Denn es haben Wohlgefallen (beschlossen) Mazedonien und Achaia eine gewisse (bestimmte) Gemeinschaft (Spende, Beitrag) durchzuführen (zu leisten) für die Armen der (unter den) Heiligen in Jerusalem.

27 Denn sie haben j auch beschlossen, euer Schuldner zu sein (in eurer Schuld zu stehen): denn wenn die Völker an eurem Geistlichen Anteil haben (erhalten, nehmen), sind sie auch schuldig in dem Fleischlichen euch zu dienen.

28 Wenn ich dies nun zum Abschluss bringe1 (beende) und ihnen diese Frucht versiegelt habe2 werde ich über euch nach Spanien gehen (reisen).

  1. Partizip
  2. Partizip

29 Ich weiß aber, dass wenn ich zu euch komme1 ich mit der Fülle des Segens Christi kommen werde.

  1. Partizip

30 Ich bitte (ermahne, ermutige, bestärke, fordere auf) euch aber, [Brüder], durch unseren Herrn Jesus Christus und durch die Liebe des Geistes gemeinsam mit mir zu kämpfen in eure Gebet für mich (mit mir) vor Gott,

31 dass ich erretet (bewahrt) werde vor den [Nachstellungen der] Ungehorsamen1 in Judäa und [dass] mein Dienst in Jerusalem von den Heiligen gut aufgenommen wird,

  1. Partizip

32 dass ich mit Freude zu euch komme1 wenn Gott es will und mich bei (mit) euch ausruhen kann.

  1. Partizip

33 Sei aber der Gott des Friedens mit euch allen, Amen.