Chapter 1
Der Stammbaum von Jesus Christus
1 Das Buch von der Herkunft von Jesus Christus, dem Sohn Davids, dem Sohn Abrahams.
2 Abraham zeugte Isaak, /Isaak wiederum zeugte Jakob, /Jakob wiederum zeugte Juda und seine Brüder, /
3 Juda wiederum zeugte Perez und Serach von Tamar, /Perez wiederum zeugte Hezron, /Hezron wiederum zeugte Ram, /
4 Ram wiederum zeugte Amminadab, /Amminadab wiederum zeugte Nachschon, /Nachschon wiederum zeugte Salmon, /
5 Salmon wiederum zeugte Boas von Rahab, /Boas wiederum zeugte Obed von Rut, /Obed wiederum zeugte Isaï, /
6 Isaï wiederum zeugte David, den König. David wiederum zeugte Salomo von der [Ehefrau] des Urija, /
7 Salomo wiederum zeugte Rehabeam, /Rehabeam wiederum zeugte Abija, /Abija wiederum zeugte Asaf, /
8 Asaf wiederum zeugte Joschafat, /Joschafat wiederum zeugte Joram, /Joram wiederum zeugte Usija, /
9 Usija wiederum zeugte Jotam, /Jotam wiederum zeugte Ahas, /Ahas wiederum zeugte Hiskija, /
10 Hiskija wiederum zeugte Manasse, /Manasse wiederum zeugte Amon, /Amon wiederum zeugte Joschija, /
11 Joschija wiederum zeugte Jojachin und seine Brüder zur Zeit des Exils in Babylon.
12 Nach dem Exil in Babylon zeugte Jojachin dann Schealtiël, /Schealtiël wiederum zeugte Serubbabel, /
13 Serubbabel wiederum zeugte Abihud, /Abihud wiederum zeugte Eljakim, /Eljakim wiederum zeugte Azor, /
14 Azor wiederum zeugte Zadok, /Zadok wiederum zeugte Achim, /Achim wiederum zeugte Eliud, /
15 Eliud wiederum zeugte Eleasar, /Eleasar wiederum zeugte Mattan, /Mattan wiederum zeugte Jakob, /
16 Jakob wiederum zeugte Josef, den Mann von Maria, von der Jesus geboren wurde, der „Christus“ heißt.
17 Alle Generationen von Abraham bis David [sind] also vierzehn Generationen, und von David bis zum Exil in Babylon [sind es] vierzehn Generationen, und vom Exil in Babylon bis Christus [sind es] vierzehn Generationen.
Die Geburt von Jesus Christus
18 Die Geburt1 von Jesus Christus aber geschah folgendermaßen: Nachdem seine Mutter Maria mit Josef verlobt worden war, bevor sie zusammenkamen, da stellte sich heraus2, dass sie ‹schwanger war›3 vom heiligen Geist.
- Im Gr. dasselbe Wort wie „Herkunft“ in V. 1
- E „wurde gefunden“
- I „(etwas) im Bauch hatte“; entsprechend auch V. 23
19 Aber weil Josef, ihr [zukünftiger] Ehemann, rechtschaffen war und sie nicht bloßstellen wollte, entschloss er sich, sie heimlich zu scheiden.
20 Als er darüber nun nachdachte, siehe!, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: „Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau anzunehmen! Denn was in ihr gezeugt wurde, ist vom heiligen Geist.
21 Sie wird aber einen Sohn zur Welt bringen, und du sollst ihn1 ‚Jesus‘2 nennen; denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“
- W „seinen Namen“; so auch Vv. 23.25
- Der Name „Jesus“ (gr.) bzw. „Jeschua“ (heb.) bedeutet „er rettet“
22 Das Ganze aber ist geschehen, damit sich erfüllte, was vom Herrn gesagt worden ist durch den Propheten, der sprach:
23 „Siehe!, die Jungfrau ‹wird schwanger sein› und einen Sohn zur Welt bringen, / und man wird ihn ‚Immanuël‘ nennen“1 / (das bedeutet2 übersetzt: Gott mit uns).
- Jes 7,14
- E „ist“
24 Als nun Josef aus dem Schlaf erwachte, handelte er, wie es ihm der Engel des Herrn angeordnet hatte, und er nahm seine Frau an,
25 und er erkannte1 sie nicht, bis sie einen Sohn2 zur Welt gebracht hatte; und er nannte ihn Jesus.
- Gemeint ist, er hatte keinen sexuellen Umgang mit ihr
- T* „ihren erstgeborenen Sohn“
Chapter 2
Sterndeuter suchen nach dem neugeborenen König
1 Nachdem Jesus nun in Betlehem von Judäa geboren worden war, in den Tagen des Königs Herodes, siehe!, da trafen Sterndeuter1 aus dem Osten in Jerusalem ein
- Gemeint sind Priester, die sich mit der Interpretation von Sternen, Träumen, Visionen und verschiedenen okkulten Techniken beschäftigen (so auch Vv. 7.16)
2 und sagten: „Wo ist der [frisch] geborene König der Judäer? Wir haben nämlich seinen Stern beim Aufgang gesehen und sind gekommen, um vor ihm hinzuknien.“
3 Als nun König Herodes es hörte, erschrak er, und ganz Jerusalem mit ihm,
4 und nachdem er alle Oberpriester und Schriftgelehrten des Volkes versammelt hatte, erkundigte er sich bei ihnen, wo der Gesalbte1 geboren werden sollte.
- Gr. christos
5 Sie aber sagten zu ihm: „In Betlehem von Judäa. So nämlich steht es durch den Propheten geschrieben:
6 ‚Und du, Betlehem, Land von Juda, / bist keineswegs die geringste unter den Herrschern von Juda, / denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, / der mein Volk Israel weiden wird.‘“1
- Mi 5,2
7 Daraufhin rief Herodes heimlich die Sterndeuter und ermittelte von ihnen den Zeitraum, ‹den der Stern bereits schien›1,
- W „des scheinenden Stern“
8 und er schickte sie nach Betlehem und sagte: „Geht und erkundigt euch ganz genau über das Kind! Und sobald ihr es gefunden habt, erstattet mir Bericht, damit auch ich komme und vor ihm hinknie.“
9 Sie aber hörten den König an und gingen, und siehe!, der Stern, den sie beim Aufgang gesehen hatten, ging ihnen voraus, bis er ankam und über dem [Ort] stehen blieb, wo das Kind war.
10 Als sie nun den Stern sahen, freuten sie sich ‹ganz außerordentlich›1.
- F „freuten sie sich mit äußerst großer Freude“
11 Und sie gingen in das Haus und sahen das Kind mit Maria, seiner Mutter, und sie fielen nieder und knieten vor ihm hin, und sie öffneten ihre Schätze und brachten ihm Geschenke dar: Gold und Weihrauch und Myrrhe.
12 Und weil sie im Traum gewarnt worden waren, nicht zu Herodes zurückzukehren, kehrten sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.
13 Als sie nun heimgekehrt waren, siehe!, da erscheint Josef ein1 Engel des Herrn im Traum und sagt: „Steh auf und nimm das Kind und seine Mutter zu dir und flieh nach Ägypten und bleib2 dort, bis ich es dir sage! Denn Herodes hat vor, das Kind zu suchen, um es umzubringen.“
- O „der“
- E „sei“; entsprechend auch V. 15
14 Er aber stand auf und nahm bei Nacht das Kind und seine Mutter zu sich und entwich nach Ägypten.
15 Und er blieb dort bis zum Tod von Herodes, sodass sich erfüllte, was vom Herrn gesagt worden ist durch den Propheten, der sprach: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“1
- Hos 11,1
Herodes tötet die Kinder
16 Danach wurde Herodes – als er sah, dass er von den Sterndeutern hintergangen worden war – sehr wütend, und er sandte [Soldaten] aus und tötete alle Jungen in Betlehem und in seiner ganzen Umgebung, vom Zweijährigen und darunter, entsprechend dem Zeitraum, den er von den Sterndeutern ermittelt hatte.
17 Da erfüllte sich, was gesagt worden ist durch den Propheten Jeremia, der sprach:
18 „Eine Stimme hat man in Rama gehört, / viel Weinen und Klagen; / Rahel, die um ihre Kinder weinte, / und sie wollte sich nicht trösten lassen, / weil sie nicht [mehr] leben1.“2
- E „sind“
- Jer 31,15
Josef zieht nach Nazaret
19 Nachdem nun Herodes gestorben war, siehe!, da erscheint dem Josef in Ägypten ein1 Engel des Herrn im Traum
- O „der“
20 und sagt: „Steh auf und nimm das Kind und seine Mutter zu dir, und geh ins Land Israel! Die nach dem Leben des Kindes getrachtet haben, sind nämlich gestorben.“
21 Er aber stand auf und nahm das Kind und seine Mutter zu sich, und er zog ins Land Israel.
22 Als er nun hörte, dass Archelaus anstelle seines Vaters Herodes über Judäa regierte, fürchtete er sich, dort hinzuziehen; und weil er im Traum gewarnt worden war, entwich er in die Gegend von Galiläa,
23 und als er hinkam, ließ er sich nieder in einer Stadt, die Nazaret heißt; somit erfüllte sich, was gesagt worden ist durch die Propheten: „Er wird Nazoräer genannt werden.“
Chapter 3
Johannes der Täufer bahnt den Weg
1 In jenen Tagen nun tritt Johannes der Täufer auf und predigt in der Wüste von Judäa
2 und sagt: „Tut Buße! Das Reich der Himmel ist nämlich nahegekommen!“
3 Denn er ist es, der erwähnt worden ist durch den Propheten Jesaja, der sprach: „Die Stimme eines Rufers in der Wüste: / Bereitet den Weg des Herrn, / macht gerade seine Pfade!‘“1
- Jes 40,3
4 (Er aber, Johannes, hatte seine Kleidung aus Kamelhaar und einen ledernen Gürtel um seine Hüfte, und seine Nahrung waren Heuschrecken und wilder Honig.)
5 Daraufhin ging Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Umgebung des Jordans zu ihm hinaus,
6 und sie ließen sich im Jordanfluss von ihm taufen, wobei1 sie ihre Sünden bekannten.
- O „indem/weil“
7 Aber als er viele der Pharisäer und Sadduzäer zu seiner Taufe kommen sah, sagte er zu ihnen: „Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch gewarnt1, dem bevorstehenden Zorn zu entfliehen?
- E „gezeigt“
8 Bringt also Frucht hervor, die der Buße angemessen [ist]!
9 Und meint nicht, [es würde genügen], bei euch selbst zu sagen: ‚Wir haben Abraham zum Vater‘, denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken!
10 Die Axt liegt nun bereits an der Wurzel der Bäume; jeder Baum also, der nicht gute Frucht hervorbringt, wird abgehackt und ins Feuer geworfen.
11 Ich taufe euch mit Wasser zur Buße, aber der nach mir kommt, ist stärker als ich; seine Sandalen bin ich nicht geeignet zu tragen; er wird euch mit heiligem Geist und Feuer1 taufen.
- T- „und Feuer“
12 Dessen Worfschaufel1 [ist] in seiner Hand, und er wird seine Tenne gründlich reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln, die Spreu aber wird er verbrennen in2 einem unauslöschlichen Feuer.“
- Mit der Worfschaufel wird das geerntete Getreide in die Luft geworfen, um so die Spreu vom Weizen zu trennen
- O „mit“
Jesus lässt sich von Johannes taufen
13 Danach kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.
14 Johannes aber wehrte ihn ab und sagte: „Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?“
15 Da antwortete Jesus und sagte zu ihm: „Lass mich jetzt, denn so ist es für uns richtig, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen.“ Daraufhin lässt er ihn [gewähren].
16 Nachdem nun Jesus getauft worden war, stieg er sofort aus dem Wasser; und siehe!, die Himmel wurden ihm geöffnet, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf sich1 kommen.
- W „ihn“
17 Und siehe!, [da war] eine Stimme aus den Himmeln, die sagte: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe.“
Chapter 4
Jesus wird auf die Probe gestellt
1 Danach wurde Jesus vom Geist in die Wüste hinaufgeführt, um vom Teufel versucht zu werden.
2 Und nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte lang gefastet hatte, hatte er zuletzt1 Hunger.
- W „später“
3 Und der Versucher trat heran und sagte zu ihm: „Wenn du der Sohn Gottes bist, dann sag, dass diese Steine zu Broten werden!“
4 Er aber antwortete und sagte: „Es steht geschrieben: ‚Nicht nur vom Brot soll der Mensch leben, / sondern von jedem Wort, das ausgeht durch den Mund Gottes.‘1“
- 5Mo 8,3
5 Danach nimmt ihn der Teufel mit in die heilige Stadt1, und er stellte ihn auf den höchsten Punkt des Tempels,
- D.h. Jerusalem
6 und er sagt zu ihm: „Wenn du der Sohn Gottes bist, dann wirf dich hinunter! Denn es steht geschrieben: ‚Seinen Engeln wird er befehlen deinethalben‘1, und: ‚Sie werden dich auf Händen tragen, sonst stößt du deinen Fuß gegen einen Stein.‘2“
- Ps 91,11
- Ps 91,12
7 Jesus sagte zu ihm: „Andererseits steht geschrieben: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern!‘“1
- 5Mo 6,16
8 Außerdem nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg, und er zeigt ihm alle Königreiche der Welt und ihre Pracht,
9 und er sagte zu ihm: „All das werde ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.“
10 Daraufhin sagt Jesus zu ihm: „Geh weg, Satan! Denn es steht geschrieben: ‚Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du dienen!‘“1
- 5Mo 6,13
11 Daraufhin verließ ihn der Teufel, und siehe!, Engel kamen herbei, und sie dienten ihm.
Beginn der Verkündigung
12 Als er nun hörte, dass Johannes verraten worden war, entwich er nach Galiläa.
13 Und nachdem er Nazara1 verlassen hatte, ging er und ließ sich in Kafarnaum nieder, der [Stadt] am Meer2, im Gebiet von Sebulon und Naftali,
- D.h. Nazaret
- Gemeint ist der See Gennesaret, der verschiedentlich auch „Meer von Galiläa“ oder „Meer von Tiberias“ genannt wurde
14 sodass sich erfüllte, was gesagt worden ist durch den Propheten Jesaja, der sprach:
15 „Land Sebulon und Land Naftali, / am Weg des Meeres, jenseits des Jordans, / Galiläa der [heidnischen] Völker: /
16 Das Volk, das in der Finsternis sitzt, / hat ein großes Licht gesehen, / und für diejenigen, die im Gebiet und Schatten des Todes sitzen, / für sie ist ein Licht aufgegangen.“1
- Jes 9,1
17 Von da an begann Jesus zu predigen und zu sagen: „Tut Buße! Das Reich der Himmel ist nämlich nahegekommen.“
Jesus ruft die ersten Jünger
18 Als er nun am Meer von Galiläa1 umherging, sah er zwei Brüder – Simon, der [mit Beinamen] Petrus genannt wird, und Andreas, seinen Bruder –, die warfen ein Netz in das Meer; denn sie waren Fischer.
- Gemeint ist der See Gennesaret (siehe Anm. zu V. 13)
19 Und er sagt zu ihnen: „Kommt, mir nach, dann werde ich euch zu Menschenfischern machen.“
20 Sie aber verließen sofort die Netze und folgten ihm.
21 Und als er von dort weiterging, sah er zwei andere Brüder – Jakobus, den [Sohn] des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder – im Boot mit ihrem Vater Zebedäus, die besserten ihre Netze aus, und er rief sie.
22 Sie aber verließen sofort das Boot und ihren Vater und folgten ihm.
Jesus dient vielen Menschen
23 Und er zog umher in ganz Galiläa in und dabei lehrte er in ihren Synagogen und predigte die gute Nachricht vom Reich und heilte alle Krankheit und alle Gebrechlichkeit unter dem Volk.
24 Und die Kunde von ihm ging aus nach ganz Syria; und sie brachten zu ihm alle, die ‹krank waren›1, von verschiedenen Gebrechen und Qualen Befallene und Besessene und Mondsüchtige2 und Gelähmte, und er heilte sie.
- I „(es) schlecht hatten“
- Gemeint sind möglicherweise Epileptiker, da man zur Zeit Jesu den Mond als Ursache für Epilepsie vermutete (Nolland, 184)
25 Und es folgten ihm große Menschenmengen von Galiläa und Dekapolis1 und Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordans.
- B (gr.) „Zehnstadt“; ein Gebiet östl. des Jordans, zu dem sich zehn Städte zusammengeschlossen hatten
Chapter 5
Die Bergpredigt
1 Als er nun die Menschenmengen sah, stieg er auf den Berg, und nachdem er sich gesetzt hatte, kamen seine Jünger zu ihm;
2 und er öffnete seinen Mund und lehrte sie, indem er sagte:
Wer wirklich zu beglückwünschen ist
3 „Beglückwünschenswert [sind] die Armen im Geist, /denn ihnen gehört das Reich der Himmel. /
4 Beglückwünschenswert [sind] die Trauernden1, /denn sie werden getröstet werden. /
- O „Leidtragenden“
5 Beglückwünschenswert [sind] die Sanftmütigen, /denn sie werden die Erde erben. /
6 Beglückwünschenswert [sind], die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, /denn sie werden satt werden. /
7 Beglückwünschenswert [sind] die Barmherzigen, /denn sie werden Barmherzigkeit erfahren. /
8 Beglückwünschenswert [sind] die im Herzen Reinen, /denn sie werden Gott sehen. /
9 Beglückwünschenswert [sind] die Friedensstifter, /denn sie werden ‚Kinder1 Gottes‘ genannt werden. /
- O „Söhne“
10 Beglückwünschenswert [sind], die verfolgt sind wegen [ihrer] Gerechtigkeit, /denn ihnen gehört das Reich der Himmel. /
11 Beglückwünschenswert seid ihr, wann immer sie euch meinetwegen beschimpfen und verfolgen und lauter böses [Zeug] gegen euch sagen und dabei lügen.
12 Freut euch und jubelt, dass euer Lohn in den Himmeln groß [sein wird]! Denn auf diese Weise haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch [gelebt haben].“
Salz und Licht
13 „Ihr seid das Salz der Erde! Wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll man salzen1? Es taugt zu nichts mehr, außer nach draußen geworfen und von den Leuten zertrampelt zu werden.
- O „wird (es) gesalzen werden“
14 Ihr seid das Licht der Welt! Es kann die Stadt, die oben auf einem Berg liegt, nicht versteckt werden;
15 man zündet auch nicht eine Lampe an und stellt sie unter den Eimer, sondern auf den Leuchter, dann leuchtet sie allen, die im Haus [sind].
16 Auf diese Weise soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater verherrlichen, der in den Himmeln [ist].“
Die Erfüllung des Gesetzes
17 „Meint nicht, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen! Ich bin nicht gekommen, um sie aufzulösen, sondern um sie zu erfüllen.
18 Denn, amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, soll gewiss nicht ein Jota1 oder ein Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
- Der kleinste Buchstabe im griechischen Alphabet
19 Wer auch immer also eines dieser geringsten Gebote missachtet und die Leute entsprechend1 lehrt, wird ‚Geringster‘ genannt werden im Reich der Himmel; aber wer auch immer sie tut und lehrt, der wird ‚Großer‘ genannt werden im Reich der Himmel.
- E „so“
20 Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht sehr viel größer ist als [die] der Schriftgelehrten und Pharisäer, dann sollt ihr gewiss nicht in das Reich der Himmel eingehen.“
Der Erfüllung des Gesetzes: Versöhnlichkeit
21 „Ihr habt gehört, dass zu den Vorfahren gesagt worden ist: ‚Du sollst nicht morden! Aber wer auch immer gemordet hat, wird dem Gericht verantwortlich sein.‘1
- 2Mo 20,13; 21,12; 3Mo 24,17
22 Ich hingegen sage euch: Jeder, der auf seinen Bruder1 wütend ist, wird dem Gericht verantwortlich sein; und wer auch immer zu seinem Bruder sagt: ‚Du Idiot!‘, wird dem Synedrium2 verantwortlich sein; und wer auch immer sagt: ‚Du Narr3!‘, wird in der Hölle4 des Feuers verantwortlich sein.
- Gemeint sind alle Glaubensgeschwister; so auch Vv. 23-24; T+ „grundlos“
- Bezeichnet den 70-köpfigen „Hohen Rat“; in Jerusalem, der unter dem Vorsitz des amtierenden Oberpriesters tagt
- „Idiot“ stellt die intellektuelle Kompetenz in Frage, „Narr“ die moralische
- Gr. gehenna
23 Wenn du also deine Opfergabe am Altar darbringst und du dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,
24 dann lass deine Opfergabe dort vor dem Altar und geh hin, versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, und dann komm und bring deine Opfergabe dar.
25 Sei deinem Gegner schnell wohlgesonnen, während du mit ihm unterwegs1 bist, sonst übergibt dich der Gegner dem Richter, und der Richter dem Gerichtsdiener, und dann wirst du ins Gefängnis geworfen;
- W „auf dem Weg/während des Weges“
26 amen, ich sage dir: Du wirst gewiss nicht von dort herauskommen, bis du den letzten Quadrans1 zurückgezahlt hast.“
- Die kleinste röm. Münze
Die Erfüllung des Gesetzes: Keuschheit
27 „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: ‚Du sollst nicht ehebrechen!‘1
- 1Mo 20,14
28 Ich hingegen sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat bereits Ehebruch mit ihr begangen in seinem Herzen.
29 Wenn aber dein rechtes Auge dir Anstoß gibt, dann reiß es aus und wirf es von dir; denn es ist besser für dich, dass einer deiner Körperteile verloren geht und nicht dein gesamter Leib in die Hölle1 geworfen wird.
- Gr. gehenna; so auch V. 30
30 Und wenn deine rechte Hand dir Anstoß gibt, dann hacke sie ab und wirf sie von dir; denn es ist besser für dich, dass einer deiner Körperteile verloren geht und nicht dein gesamter Leib in der Hölle umkommt.“
Die Erfüllung des Gesetzes: Verbindlichkeit
31 „Es ist auch gesagt worden: ‚Wer auch immer seine Frau scheidet, soll ihr eine Trennungsurkunde geben.‘
32 Ich hingegen sage euch: Jeder, der seine Frau scheidet – ausgenommen aufgrund von Unzucht –, der macht, dass sie Ehebruch begeht, und wer auch immer eine geschiedene [Frau] heiratet, begeht Ehebruch.“
Die Erfüllung des Gesetzes: Ehrlichkeit
33 „Außerdem habt ihr gehört, dass zu den Vorfahren gesagt worden ist: ‚Du sollst keinen Meineid leisten1 und dem Herrn deine Eide einlösen!‘
- 3Mo 19,12
34 Ich hingegen sage euch: Schwört überhaupt nicht – weder beim Himmel, denn er ist der Thron Gottes;
35 noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch auf Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs;
36 noch bei deinem Kopf sollst du schwören, denn du kannst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
37 Eure Rede soll nun sein: ‚Ja, ja! Nein, nein!‘ Aber was ‹darüber hinausgeht›1, ist von2 dem Bösen.“
- W „mehr als das (ist)“
- O „aus“
Die Erfüllung des Gesetzes: Güte
38 „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: ‚Auge für Auge‘ und ‚Zahn für Zahn‘.1
- 2Mo 21,24; 3Mo 24,20
39 Ich hingegen sage euch: Widersteht dem Bösen nicht! Sondern wer dich auf deine rechte Wange ohrfeigt, dem wende auch die andere zu;
40 und dem, der mit dir vor Gericht ziehen und dein Hemd nehmen will, dem lass auch das Gewand;
41 und wer dich zu einer Meile zwingt, mit dem geh zwei.
42 Gib dem, der dich bittet, und von dem, der von dir borgen will, wende dich nicht ab!“
Die Erfüllung des Gesetzes: Feindesliebe
43 „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben1 und deinen Feind hassen!‘
- 3Mo 19,18
44 Ich hingegen sage euch: Liebt eure Feinde1 und betet für diejenigen, die2 euch verfolgen,
- T+ „segnet, die euch verfluchen, behandelt die gut, die euch hassen“
- T+ „euch beleidigen und“
45 sodass ihr Kinder1 eures Vaters in den Himmeln werdet, weil er seine Sonne aufgehen lässt über Böse und Gute und er es regnen lässt auf Gerechte und Ungerechte.
- O „Söhne“
46 Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr [zu erwarten]? Tun dasselbe nicht auch die Zöllner?
47 Und wenn ihr nur eure Geschwister1 grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun dasselbe nicht auch die Heiden2?
- O „Brüder“
- T* „Zöllner“
48 Ihr sollt also vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“
Chapter 6
Frömmigkeit im Verborgenen: Beim Almosen Geben
1 „Achtet nun darauf, eure Gerechtigkeit1 nicht vor den Leuten auszuüben, um von ihnen gesehen zu werden, sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater in den Himmeln.
- T* „euer Almosen“
2 Wann immer du also ein Almosen gibst1, sollst du es nicht vor dir her posaunen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Straßen, um von den Leuten geehrt zu werden; amen, ich sage euch: Sie erhalten [bereits] ihren Lohn.
- E „tust“; so auch V. 3
3 Aber wenn du ein Almosen gibst, soll deine linke [Hand] nicht wissen, was deine rechte tut,
4 damit dein Almosen im Verborgenen bleibt1; dann wird dein Vater, der ins Verborgene schaut, es dir vergelten.“
- E „ist“
Frömmigkeit im Verborgenen: Beim Beten
5 „Und wann immer ihr betet, sollt ihr nicht seid wie die Heuchler, denn sie mögen es, in den Synagogen und an den Straßenecken zu stehen und zu beten, um sich den Leuten zu zeigen; amen, ich sage euch: Sie erhalten [bereits] ihren Lohn.
6 Aber wann immer du betest, geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen [ist]; dann wird dein Vater, der ins Verborgene schaut, es dir vergelten.
7 Aber wenn ihr betet, plappert nicht wie die Heiden, denn sie meinen, dass sie mit ihrem vielen Gerede erhört würden.
8 Gleicht ihnen also nicht! Denn euer Vater weiß, was ihr braucht1, bevor ihr ihn bittet.
- I „Notwendigkeit habt“
9 Folgendermaßen sollt ihr also beten: Unser Vater in den Himmeln, / dein Name soll geheiligt werden! /
10 Dein Reich soll kommen! / Dein Wille soll geschehen, / wie im Himmel, auch auf der Erde! /
11 Unseren Tagesbedarf1 Brot gib uns heute! /
- Bedeutung umstritten; gemeint ist wahrscheinlich die Menge Brot, die einen Tag lang frisch bleibt und reicht
12 Und vergib uns unsere Schuld1, / wie auch wir denen vergeben haben, die ‹uns etwas schuldig sind›2! /
- E „Schulden“
- O „an uns schuldig geworden sind“; W „unseren Schuldnern“; die hier verwendeten Begriffe aus dem Finanzwesen („Schuld“, „Schuldner“) sind wegen Vv. 14-15 vorranging moralisch gemeint
13 Und führe uns nicht in Versuchung, / sondern errette uns von1 dem Bösen!2
- O „vor“
- T+ „Denn dir gehört das Reich und die Kraft und die Ehre in Ewigkeit. Amen.“
14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben;
15 aber wenn ihr den Menschen1 nicht vergebt, dann wird euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“
- T+ „ihre Verfehlungen“
Frömmigkeit im Verborgenen: Beim Fasten
16 „Und wann immer ihr fastet, seid nicht griesgrämig wie die Heuchler, denn sie verstellen ihr Gesicht, um den Leuten zu zeigen, dass sie fasten; amen, ich sage euch: Sie erhalten [bereits] ihren Lohn.
17 Aber wenn du fastest, salbe deinen Kopf und wasche dein Gesicht,
18 um nicht den Leuten zu zeigen, dass du fastest, sondern deinem Vater im Verborgenen; dann wird dein Vater, der ins Verborgene schaut, es dir vergelten.“
Schätze im Himmel
19 „Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Rost sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen!
20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost sie zerstören und wo Diebe nicht einbrechen und sie stehlen!
21 Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.
22 Die Lampe des Körpers ist das Auge. Wenn also dein Auge ungetrübt ist, dann wird dein gesamter Körper hell sein;
23 wenn aber dein Auge böse ist, dann wird dein gesamter Körper finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir [ist], Finsternis ist, wie groß [ist] dann die Finsternis!
24 Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem ergeben sein und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und Mammon1.“
- B (aram.) „Geld/Besitz“; hier als Vergötterung desselben
Unnötiges Sorgen
25 „Deshalb sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben1, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, auch nicht um euren Körper, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Körper mehr als die Kleidung?
- E „Seele“; so auch später
26 Schaut auf die Vögel des Himmels: Sie säen nicht, und sie ernten nicht, und sie sammeln nicht in Scheunen, und doch ernährt euer himmlischer Vater sie; seid ihr nicht viel wichtiger als sie?
27 Und wer von euch kann, indem er sich sorgt, seiner Lebenszeit eine einzige Stunde1 hinzufügen?
- O „seiner Körpergröße eine einzige Elle hinzufügen“
28 Und warum sorgt ihr euch um Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie mühen sich nicht und sie spinnen nicht;
29 aber ich sage euch: Auch Salomo in all seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine von ihnen.
30 Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute da ist und morgen in den Ofen geworfen wird, auf diese Weise bekleidet, [wird er] nicht umso mehr euch [kleiden], ihr Kleingläubigen?
31 Sorgt euch also nicht, indem ihr sagt: ‚Was sollen wir essen?‘, oder: ‚Was sollen wir trinken?‘, oder: ‚Was sollen wir anziehen?‘
32 (Denn all das erstreben die [heidnischen] Völker.) Euer himmlischer Vater weiß nämlich, dass ihr das alles braucht.
33 Sucht aber zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, dann wird euch das alles hinzugefügt werden.
34 Sorgt euch also nicht um das Morgen, denn das Morgen wird für sich selbst sorgen! Das Heute1 [hat] ausreichend Ärger2.“
- W „der Tag“
- E „Übel“
Chapter 7
Splitter und Balken
1 „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
2 Denn mit welchem Gericht ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, so wird für euch gemessen werden.
3 Warum nun siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr?
4 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ‚Lass mich den Splitter aus deinem Auge entfernen!‘, und siehe!, [dabei steckt] der Balken in deinem Auge!?
5 Du Heuchler! Entferne zuerst den Balken aus deinem Auge, und danach wirst du klar [genug] sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu entfernen.
6 Gebt das Heilige nicht den Hunden, und werft eure Perlen nicht vor die Schweine, sonst werden sie sie mit ihren Füßen niedertrampeln, und wenn sie sich umdrehen, zerreißen sie euch.“
Gaben eines guten Vaters
7 „Bittet, dann wird euch gegeben werden! Sucht, dann werdet ihr finden! Klopft an, dann wird euch geöffnet werden!
8 Denn jeder, der bittet, bekommt; und der sucht, findet; und dem, der anklopft, wird geöffnet werden.
9 Oder wer ist unter euch ein Mensch, den sein Sohn um Brot bitten wird, dass er ihm einen Stein reichen würde?
10 Oder [wenn] er auch um einen Fisch bitten wird, dass er ihm eine Schlange reichen würde?
11 Wenn also ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln [ist], denen Gutes geben, die ihn bitten.
12 Alles also – was auch immer ihr wollt, dass die Menschen für euch tun – so sollt auch ihr für sie tun; denn das ist das Gesetz und die Propheten.“
Schmale und breite Wege
13 „Geht hinein durch das enge Tor! Denn weit [ist] das Tor und breit der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind es, die auf ihm1 hineingehen;
- O „durch es“; das Pronomen kann sich auf „Weg“ oder „Tor“ beziehen (so auch V. 14)
14 wie eng [ist] das Tor und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!“
Schöne und schlechte Früchte
15 „Hütet euch vor den falschen Propheten, die zu euch kommen im Kleid der Schafe, aber innerlich reißende Wölfe sind!
16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man etwa Trauben von Dornenbüschen oder Feigen von Disteln?
17 So bringt jeder gute Baum schöne Früchte hervor, der faule Baum hingegen bringt schlechte Früchte hervor.
18 Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte hervorbringen, und ein fauler Baum [kann] nicht schöne Früchte hervorbringen.
19 Jeder Baum, der nicht schöne Frucht hervorbringt, wird abgehackt und ins Feuer geworfen.
20 Folglich werdet ihr sie1 an ihren Früchten erkennen.“
- D.h. die falschen Propheten (vgl. V. 15)
Echte und falsche Nachfolger
21 „Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr!‘, wird hineingehen in das Reich der Himmel, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln [ist].
22 Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ‚Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen vertrieben und in deinem Namen viele Wunder getan?‘
23 Und daraufhin werde ich ihnen eröffnen: ‚Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, die ihr die Gesetzlosigkeit ausübt!‘“
Kluge und törichte Hausbauer
24 „Jeder also, der diese meine Worte hört und sie tut, wird einem klugen Mann gleichen, welcher sein Haus auf Fels baute;
25 und der Platzregen fiel herab, und die Flüsse stiegen1, und die Winde wehten und schlugen gegen jenes Haus, aber es stürzte nicht ein, denn gegründet war es auf dem Fels.
- E „kamen“; so auch V. 27
26 Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleichen, welcher sein Haus auf dem Sand baute;
27 und der Platzregen fiel herab, und die Flüsse stiegen, und die Winde wehten und schlugen gegen jenes Haus, und es stürzte ein, und sein Einsturz war groß.“
Die Menschen sind erstaunt
28 Und es geschah, als Jesus diese Worte beendet hatte, da waren die Menschenmengen erstaunt über seine Lehre;
29 denn er lehrte sie wie jemand, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
Chapter 8
Jesus heilt einen Aussätzigen
1 Als er nun von dem Berg herabstieg, folgten ihm große Menschenmengen.
2 Und siehe!, ein Aussätziger kam herbei, warf sich vor ihm nieder und sagte: „Herr, wenn du es willst, kannst du mich rein machen.“
3 Und indem er die Hand ausstreckte, berührte er ihn und sagte: „Ich will es; werde rein!“ Und sofort wurde sein Aussatz rein.
4 Und Jesus sagt zu ihm: „Sieh zu, dass du zu niemandem sprichst, sondern geh hin, zeige dich dem Priester und bring die Opfergabe dar, die Mose angeordnet hat, zum Zeugnis für sie!“
Jesus lobt den Glauben eines römischen Hauptmanns
5 Als er nun nach Kafarnaum hineinging, kam ein Zenturio1 zu ihm, der bat ihn
- Hauptmann einer röm. Legion
6 und sagte: „Herr, mein Knecht liegt gelähmt im Haus und wird schrecklich gequält.“
7 Und er sagt zu ihm: „Ich komme und werde ihn heilen.“
8 Da antwortete der Zenturio und sagte: „Herr, ich bin es nicht wert, dass du unter meinem Dach eintrittst; sag es doch nur mit einem Wort, dann wird mein Knecht gesund werden.
9 Denn auch ich bin ein Mensch unter Befehlsgewalt und habe unter mir Soldaten, und sage ich zu diesem: ‚Geh!‘, dann geht er, und zu einem anderen: ‚Komm!‘, dann kommt er, und zu meinem Knecht: ‚Tu dies!‘, dann tut er es.“
10 Als nun Jesus das hörte, staunte er, und er sagte zu denen, die ihm folgten: „Amen, ich sage euch: Bei niemandem in Israel habe ich so großen Glauben gefunden!
11 Ich sage euch aber: Viele werden kommen von Osten und Westen und werden sich im Reich der Himmel [zu Tisch] legen mit Abraham und Isaak und Jakob,
12 die Kinder1 des Reiches hingegen werden hinausgeworfen werden in die äußerste2 Finsternis; dort wird es Heulen und Zähneklappern geben.“
- O „Söhne“
- W „äußerere“
13 Dann sagte Jesus zu dem Zenturio: „Geh, dir soll geschehen, wie du geglaubt hast!“ Und sein Knecht wurde gesund in jener Stunde.
Jesus heilt die Schwiegermutter von Petrus
14 Und als Jesus in das Haus von Petrus kam, sah er, dass dessen Schwiegermutter [auf dem Krankenbett] lag und Fieber hatte.
15 Und er berührte ihre Hand, und das Fieber verließ sie, und sie stand auf und diente ihm.
16 Als es nun Abend wurde, brachten sie viele Besessene zu ihm; und er vertrieb die Geister durch ein Wort, und er heilte alle, die ‹krank waren›1,
- I „(es) schlecht hatten“
17 sodass sich erfüllte, was gesagt worden ist durch den Propheten Jesaja, der sprach: „Er selbst nahm unsere Schwachheiten, / und die Krankheiten trug er.“1
- Jes 53,4
Konsequente Nachfolge
18 Als nun Jesus die Menschenmenge um sich herum sah, befahl er, ans gegenüberliegende [Ufer] zu fahren.
19 Da trat ein1 Schriftgelehrter heran und sagte zu ihm: „Lehrer, ich werde dir folgen, wo auch immer du hingehst!“
- E „ein gewisser/irgendein“
20 Und Jesus sagt zu ihm: „Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, der Menschensohn aber hat keinen [Ort], wo er ‹sich schlafen legt›1.“
- W „den Kopf neigt/hinlegt“
21 Ein anderer wiederum von seinen Jüngern sagte zu ihm: „Herr, gestatte mir, zuvor wegzugehen und meinen Vater zu begraben.“
22 Jesus aber sagt zu ihm: „Folge mir, und lass die Toten ihre Toten begraben!“
Jesus stillt Wind und Meer
23 Und als er in das Boot stieg, folgten ihm seine Jünger.
24 Und siehe!, es entstand ein großes Unwetter1 auf dem Meer2, sodass das Boot bedeckt wurde von den Wellen; er aber schlief.
- E „Beben“
- Gemeint ist der See Gennesaret (siehe Anm. zu Mt 4,13)
25 Da traten sie heran und weckten ihn und sagten: „Herr, rette [uns], wir kommen um!“
26 Und er sagt zu ihnen: „Warum seid ihr ängstlich, ihr Kleingläubigen?“ Danach stand er auf und drohte den Winden und dem Meer, und es entstand eine große Stille.
27 Die Leute aber staunten und sagten: „Was ist das für einer, dass ihm sogar die Winde und das Meer gehorchen?“
Jesus heilt zwei Besessene
28 Und als er ans gegenüberliegende [Ufer] kam, in das Gebiet der Gadarener1, da begegneten ihm zwei Besessene, die aus den Grabhöhlen herauskamen und sehr gefährlich [waren], sodass niemand imstande war, auf jenem Weg vorbeizugehen.
- T* „Gergesener“
29 Und siehe!, sie schrien und sagten: „Was ‹haben wir mit dir zu schaffen›1, du Sohn Gottes? Bist du hierhergekommen, um uns vor der Zeit2 zu quälen?“
- I „(ist) uns und dir“
- Gemeint ist das Gericht über alles Böse am Ende der Zeit (Mt 25,41)
30 Nun war weit weg von ihnen eine große Herde Schweine1, die geweidet wurde.
- W „Herde aus vielen Schweinen“
31 Die Dämonen aber baten ihn und sagten: „Wenn du uns vertreibst, dann sende uns in die Herde Schweine!“
32 Da sagte er zu ihnen: „Geht!“ Sie aber kamen heraus und fuhren in die Schweine; und siehe!, die ganze Herde stürmte den Abhang hinunter in das Meer1, und sie starben in den Wassern.
- Gemeint ist der See Gennesaret (siehe Anm. zu Mt 4,13)
33 Diejenigen aber, die sie weideten, flohen, und sie gingen in die Stadt und berichteten alles, auch das von den Besessenen.
34 Und siehe!, die ganze Stadt kam heraus zu einer Begegnung mit Jesus, und als sie ihn sahen, forderten sie ihn auf, aus ihrem Gebiet weiterzuziehen.
Chapter 9
Jesus heilt einen Gelähmten
1 Und nachdem er in ein Boot gestiegen war, setzte er über und kam in seine Stadt1.
- D.h. Kafarnaum (vgl. Mt 4,13)
2 Und siehe!, sie brachten einen Gelähmten zu ihm, der auf einem Bett lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: „Sei getrost, [mein] Kind! Deine Sünden werden [hiermit] vergeben1.“
- T* „sind dir vergeben“; so auch V. 5
3 Und siehe!, einige der Schriftgelehrten sagten unter sich: „Dieser [Mann] lästert [Gott].“
4 Und Jesus bemerkte1 ihre Erwägungen und sagte: „Wozu erwägt ihr Böses in euren Herzen?
- E „sah“
5 Denn was ist leichter – zu sagen: ‚Deine Sünden werden [hiermit] vergeben‘, oder zu sagen: ‚Steh auf und geh‘?
6 Aber damit ihr wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben …“ Daraufhin sagt er zu dem Gelähmten: „Steh auf, nimm dein Bett und geh zu deinem Haus!“
7 Da stand er auf und ging weg zu seinem Haus.
8 Als nun die Menschenmengen das sahen, fürchteten1 sie sich und verherrlichten Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hatte.
- T* „staunten sie“
Jesus beruft den Zöllner Matthäus
9 Und während Jesus von dort weiterzog, sah er einen Menschen an der Zollstelle sitzen – er hieß Matthäus –, und er sagt zu ihm: „Folge mir!“ Und er stand auf und folgte ihm.
10 Und es geschah, während er in dem Haus [zu Tisch] lag, und siehe!, da kamen viele Zöllner und Sünder und lagen mit Jesus und seinen Jüngern [zu Tisch].
11 Und als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: „Weshalb isst euer Lehrer mit den Zöllnern und Sündern?“
12 Er aber hörte es und sagte: „Nicht die stark sind, brauchen1 einen Arzt, sondern die ‹krank sind›2.
- I „haben Notwendigkeit“
- I „(es) schlecht haben“
13 Nun geht und lernt, warum es heißt1: ‚Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer‘!2 Ich bin nämlich nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“3
- E „ist“
- Hos 6,6
- T+ „zur Buße“
Eine Frage über das Fasten
14 Danach kommen die Jünger von Johannes zu ihm und sagen: „Weshalb fasten wir und die Pharisäer viel, deine Jünger hingegen fasten nicht?“
15 Da sagte Jesus zu ihnen: „Können die Hochzeitsgäste1 etwa trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, sobald der Bräutigam von ihnen weggenommen wird, und dann werden sie fasten.
- W „Kinder/Söhne des Brautzimmers“
16 Aber niemand setzt einen Flicken aus unbenutztem Tuch auf ein altes Gewand, denn es reißt sein Füllstück von dem Gewand, und der Riss wird schlimmer.
17 Auch füllt man nicht neuen Wein in alte Schläuche; andernfalls zerreißen die Schläuche und der Wein wird verschüttet und die Schläuche gehen kaputt; sondern man füllt neuen Wein in neue Schläuche, dann bleiben beide erhalten.“
Jesus rettet zwei Menschen in größter Not
18 Während er diese [Dinge] zu ihnen redete, siehe!, da kam ein1 Vorsteher, warf sich vor ihm nieder und sagte: „Meine Tochter ist soeben gestorben; doch komm und lege deine Hand auf sie, dann wird sie leben!“
- E „ein einziger“
19 Und Jesus stand auf und folgte ihm, auch seine Jünger.
20 Und siehe!, eine Frau, die zwölf Jahre lang blutflüssig war, trat von hinten heran und berührte den Saum seines Gewandes.
21 Sie sagte sich nämlich: „Wenn ich wenigstens sein Gewand berühre, dann werde ich geheilt1 werden.“
- E „gerettet“; so auch V. 22
22 Jesus aber, als er sich umdrehte und sie sah, sagte: „Sei getrost, Tochter! Dein Glaube hat dich geheilt.“ Und die Frau war von jener Stunde an geheilt.
23 Als Jesus dann zu dem Haus des Vorstehers kam und die Flötenspieler und die lärmende Menschenmenge sah,
24 sagte er: „Kehrt heim, denn das Mädchen ist nicht gestorben, sondern es schläft!“ Da lachten sie ihn aus.
25 Aber nachdem die Menschenmenge fortgeschickt worden war, ging er hinein und griff ihre Hand, und das Mädchen erwachte.
26 Und diese Nachricht verbreitete sich in jener ganzen Gegend.
Jesus heilt zwei Blinde
27 Und während Jesus von dort weiterzog, folgten ihm zwei Blinde, die schrien und sagten: „Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids!“
28 Als er nun in das Haus ging, kamen die Blinden zu ihm, und Jesus sagt zu ihnen: „Glaubt ihr, dass ich das tun kann?“ Sie sagen zu ihm: „Ja, Herr.“
29 Daraufhin berührte er ihre Augen und sagte: „Nach eurem Glauben soll es euch geschehen!“
30 Da wurden ihre Augen geöffnet, und dann warnte sie Jesus und sagte: „Seht zu – niemand soll es erfahren!“
31 Sie aber gingen hinaus und erzählten von ihm in jenem ganzen Land.
Jesus heilt einen Stummen
32 Während sie nun hinausgingen, siehe!, da brachte man einen stummen Menschen zu ihm, der besessen war.
33 Und nachdem der Dämon vertrieben war, redete der Stumme. Da staunten die Menschenmengen und sagten: „Nie zuvor wurde so [etwas] in Israel gesehen1!“
- W „sichtbar“
34 Die Pharisäer aber sagten: „Durch den Fürsten der Dämonen vertreibt er die Dämonen.“
Jesus sieht die große Not der Menschen
35 Und Jesus bereiste alle Städte und Dörfer, wobei er in ihren Synagogen lehrte und die gute Nachricht vom Königreich predigte und alle Krankheit und alle Gebrechlichkeit heilte.
36 Als er nun die Menschenmengen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, weil sie erschöpft und niedergeschlagen waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.
37 Daraufhin sagt er zu seinen Jüngern: „Die Ernte [ist] zwar groß, aber die Arbeiter [sind] wenige;
38 bittet also den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte entsenden soll!“
Chapter 10
Jesus bevollmächtigt zwölf Apostel
1 Und nachdem er seine zwölf Jünger zu sich gerufen hatte, gab er ihnen Vollmacht über unreine Geister, um sie zu vertreiben und alle Krankheit und alle Gebrechlichkeit zu heilen.
2 Die Namen der zwölf Apostel aber sind folgende1: erstens Simon2, der [mit Beinamen] Petrus genannt wird, und Andreas, sein Bruder, und Jakobus, der [Sohn] des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder,
- E „diese“
- O „der erste Simon“; zur Unterscheidung vom später genannten „Simon der Zelot“
3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der [Sohn] des Alphäus, und Thaddäus,
4 Simon der Kananäer1 und Judas Iskariot, der ihn dann verriet.
- Dieser Ausdruck ist nicht verwandt mit den geographischen Beschreibungen für Kana oder Kanaan, sondern leitet sich von dem aram. Wort für „eifern“ ab (vgl. Lk 6,15; Apg 1,13)
Die Aussendung der zwölf Apostel
5 Diese zwölf sandte Jesus aus, indem er ihnen befahl [und] sagte: „Geht nicht auf dem Weg der [heidnischen] Völker, und geht nicht in eine Stadt der Samariter;
6 geht aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!
7 Geht nun und predigt und sagt: ‚Das Reich der Himmel ist nahegekommen.‘
8 Kranke heilt, Tote weckt auf, Aussätzige macht rein, Dämonen vertreibt! Umsonst habt ihr es erhalten, umsonst gebt es!
9 Erwerbt weder Gold noch Silber noch Kupfer für eure Gürtel,
10 weder eine Tasche ‹für unterwegs›1 noch zwei Hemden noch Sandalen noch einen Wanderstock; der Arbeiter [ist] sein Essen nämlich wert.
- W „zum Weg“
11 Aber in welche Stadt oder welches Dorf auch immer ihr hineingeht, erkundigt euch, wer darin würdig ist; und dort bleibt, bis ihr weitergeht.
12 Und sobald ihr in das Haus hineingeht, grüßt es!
13 Und wenn das Haus würdig ist, dann soll euer Friede darauf kommen; aber wenn es nicht würdig ist, dann soll euer Friede zu euch zurückkehren.
14 Und wer auch immer euch nicht empfängt noch eure Worte hört, … geht fort aus jenem Haus oder jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen!
15 Amen, ich sage euch: Es wird dem Land von Sodom und Gomorra am Tag des Gerichts erträglicher ergehen1 als jener Stadt.“
- E „sein“
Die bevorstehende Verfolgung der Jünger
16 „Siehe!, ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe; seid1 also klug wie die Schlangen und unverdorben wie die Tauben.
- O „werdet“
17 Hütet euch aber vor den Leuten! Denn sie werden euch an die Synedrien1 ausliefern, und in ihren Synagogen werden sie euch geißeln;
- Bezeichnet eine antike Ratsversammlung, die z.B. Urteile in religiösen Fragen fällt
18 und auch vor Statthalter und Könige werdet ihr meinetwegen gebracht werden, zum Zeugnis für sie und die [heidnischen] Völker.
19 Aber wann immer sie euch ausliefern, sorgt euch nicht, wie oder was ihr reden sollt! Denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt.
20 Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Geist eures Vaters [ist es], der in1 euch redet.
- O „durch“
21 Es wird aber ein Bruder den Bruder zum Tod ausliefern, und ein Vater das Kind, und es werden sich Kinder gegen Eltern erheben und sie töten.
22 Und ihr werdet von allen gehasst sein um meines Namens willen; aber wer bis zum Ende aushält, der wird gerettet werden.
23 Sobald sie euch aber in dieser Stadt verfolgen, flieht in die nächste1! Denn, amen, ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels gewiss nicht fertig sein, bis der Menschensohn kommt.
- W „andere“
24 Ein Jünger steht1 nicht über dem Lehrer und ein Knecht nicht über seinem Herrn.
- E „ist“
25 [Es ist] für den Jünger genug, dass er wird wie sein Lehrer und der Knecht wie sein Herr. Wenn sie den Hausherrn ‚Beelzebul1‘ riefen, wie viel mehr seine Hausgenossen!?!“
- Eine im Judentum verbreitete Bezeichnung für den Teufel, dessen Herkunft und Bedeutung umstritten ist
Gottesfurcht vor Menschenfurcht
26 „Fürchtet sie also nicht! Denn nichts ist verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und [nichts] verborgen, das nicht bekannt werden wird.
27 Was ich euch in der Finsternis sage, das sagt im Licht! Und was ihr ins Ohr ‹geflüstert bekommt›1, das predigt auf den Dächern!
- W „hört“
28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können! Fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als auch Leib in der Hölle1 vernichten kann!
- Gr. gehenna
29 Werden nicht zwei Sperlinge für einen Assarion1 verkauft? Und nicht einer von ihnen wird auf die Erde fallen ohne euren Vater.
- Eine röm. Münze von geringem Wert (etwa 1/16 eines Denars)
30 Von euch aber sind sogar die Haare des Kopfes alle gezählt.
31 Fürchtet euch also nicht! Ihr seid wichtiger als viele Sperlinge.
32 Jeder also, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater in den Himmeln.
33 Aber wer auch immer mich vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater in den Himmeln.“
Nicht Frieden, sondern das Schwert
34 „Meint nicht, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Erde zu bringen! Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
35 Denn ich bin gekommen, um einen Menschen gegen seinen Vater zu entzweien und eine Tochter gegen ihre Mutter und eine Schwiegertochter1 gegen ihre Schwiegermutter,
- E „Braut“
36 und des Menschen Feinde [sind] seine Hausgenossen.
37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert;
38 und wer sein Kreuz nicht nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert.
39 Wer sein Leben1 findet, wird es verlieren, und wer sein Leben meinetwegen verliert, wird es finden.“
- E „Seele“; so auch später
Belohnung für barmherziges Handeln
40 „Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
41 Wer einen Propheten auf ‹seinen Ruf als Prophet›1 hin aufnimmt, wird den Lohn eines Propheten erhalten, und wer einen Gerechten auf ‹seinen Ruf als Gerechter› hin empfängt, wird den Lohn eines Gerechten erhalten.
- W „den Namen eines Propheten“; entsprechend auch später und V. 42
42 Und wer auch immer einem einzigen dieser Kleinen auf ‹seinen Ruf als Jünger› hin [auch] nur einen Becher kaltes [Wasser] zu trinken gibt … amen, ich sage euch: Er verliert seinen Lohn gewiss nicht.“
Chapter 11
Johannes der Täufer ist verunsichert
1 Und es geschah, als Jesus geendet hatte, seine zwölf Jünger zu unterweisen, da zog er von dort weiter, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen.
2 Johannes aber, der im Gefängnis von den Werken des Christus hörte, schickte [eine Nachricht] durch seine1 Jünger und
- T* „zwei seiner“
3 sagte zu ihm: „Bist du es, der kommen soll, oder erwarten wir einen anderen?“
4 Und Jesus antwortete und sagte zu ihnen: „Geht hin und berichtet Johannes, was ihr hört und seht:
5 Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, und Tote werden auferweckt und Armen wird eine gute Nachricht verkündet;
6 und beglückwünschenswert ist, wer auch immer keinen Anstoß nimmt an mir.“
7 Als diese1 nun gingen, begann Jesus, zu den Menschenmengen über Johannes zu sprechen: „Ihr seid in die Wüste hinausgegangen, um was anzusehen? Ein Schilfrohr, das vom Wind geschwenkt wird?
- D.h. die Jünger von Johannes (vgl. V. 2)
8 Ihr seid hinausgegangen, um was genau zu sehen? Einen Menschen, der mit weichen [Gewändern] bekleidet ist? Siehe!, die die weichen [Kleider] tragen, leben1 in den Häusern der Könige.
- E „sind“
9 Ihr seid hinausgegangen, um was genau zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: sogar weit mehr als einen Propheten.
10 Dieser ist es, über den geschrieben steht: ‚Siehe!, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, / der deinen Weg vor dir bereiten wird.‘1
- Mal 3,1; vgl. Mk 1,2
11 Amen, ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren [sind], ist kein Größerer erweckt worden als Johannes der Täufer; aber der Kleinste1 im Reich der Himmel ist größer als er.
- W „Kleinere“
12 Und seit den Tagen von Johannes dem Täufer bis jetzt wird das Reich der Himmel mit Gewalt bedrängt und Gewalttätige beanspruchen1 es.
- O „reißen es an sich“
13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben bis Johannes geweissagt;
14 und wenn ihr es annehmen wollt: Er ist Elija, der kommen soll.
15 Wer Ohren hat, soll hören!
16 Womit soll ich nun diese Generation vergleichen? Sie ist Kindern gleich, die auf den Märkten sitzen [und] die den anderen zurufen und
17 sagen: ‚Wir haben für euch Flöte gespielt, aber ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, aber ihr habt nicht geklagt1.‘
- W „ihr habt euch nicht (an die Brust) geklopft“
18 Denn Johannes kam, aß nicht und trank nicht, und sie sagen: ‚Er hat einen Dämon!‘
19 Der Menschensohn kam, aß und trank, und sie sagen: ‚Siehe!, ‹dieser Kerl›1 [ist] ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!‘ Und die Weisheit wurde gerechtfertigt von ihren Werken2 her.“
- W „(dieser) Mensch“
- T* „Kindern“
Wehklagen über Städte, die keine Buße tun
20 Danach begann er, die Städte, in denen die meisten seiner Wunder geschehen waren, dafür zu rügen, dass1 sie nicht Buße taten:
- O „zu rügen, weil“
21 „Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Betsaïda! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind, dann hätten sie längst in Sack und Asche Buße getan.
22 Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen1 als euch.
- E „sein“; so auch V. 24
23 Und du, Kafarnaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhöht werden? Bis zum Hades1 wirst du hinabsteigen! Denn wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann wäre es bis heute geblieben.
- Bezeichnet den Aufenthaltsort der Toten, die auf den Tag ihrer Auferstehung und des Gerichts warten (hebr. „Scheol“)
24 Doch ich sage euch: Dem Land von Sodom wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als dir.“
Das leichte Joch von Jesus
25 Zu jener Zeit antwortete Jesus und sagte: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass1 du diese [Dinge] verborgen hast vor Weisen und Klugen und sie Unmündigen offenbart hast.
- O „weil“
26 Ja, Vater, denn auf diese Weise ist geschehen, ‹was dir gefallen hat›1.
- W „ein Wohlgefallen vor dir“
27 Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater, und niemand erkennt den Sohn außer dem Vater, auch erkennt niemand den Vater außer dem Sohn, und wem auch immer es der Sohn offenbaren will.
28 Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und beladen seid, dann werde ich euch Ruhe geben.
29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, weil ich sanftmütig und von Herzen demütig bin, dann werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen;
30 denn mein Joch ist gut und meine Last leicht.“
Chapter 12
Jesus ist Herr über den Sabbat
1 Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Kornfelder; seine Jünger aber hatten Hunger und begannen, Ähren zu pflücken und zu essen.
2 Die Pharisäer wiederum sahen es und sagten zu ihm: „Siehe!, deine Jünger tun, was nicht erlaubt ist, an einem Sabbat zu tun.“
3 Er aber sagte zu ihnen: „Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als er und ‹seine Leute›1 Hunger hatten,
- W „diejenigen, die mit ihm (waren)“; entsprechend auch V. 4
4 wie er in das Haus Gottes hineinging und sie die Schaubrote1 aßen, was weder ihm noch ‹seinen Gefährten›2 erlaubt war zu essen, sondern nur den Priestern?
- W „Brote der Zurschaustellung“
5 Oder habt ihr im Gesetz nicht gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat brechen und doch ohne Schuld sind?
6 Ich sage euch aber: Größeres als der Tempel ist hier!
7 Aber wenn ihr erkannt hättet, warum es heißt1: ‚Barmherzigkeit will ich und nicht Schlachtopfer‘,2 dann hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt.
- E „ist“
- Hos 6,6
8 Der Menschensohn ist nämlich Herr über den Sabbat.“
Jesus heilt am Sabbat
9 Und als er von dort weiterzog, kam er in ihre Synagoge.
10 und siehe!, [da war] ein Mann1, der hatte eine verkümmerte Hand. Und sie fragten ihn und sagten: „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?“, um ihn anzuklagen.
- E „Mensch“; so auch V. 13
11 Er aber sagte zu ihnen: „Wer von euch sollte ein Mensch sein, der ein einziges Schaf hat, und wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, würde er es nicht packen und heraufheben?
12 Wie viel ist nun ein Mensch wichtiger als ein Schaf?! Somit ist es erlaubt, am Sabbat in guter Weise zu handeln.“
13 Daraufhin sagt er zu dem Mann: „Strecke deine Hand aus!“ Und er streckte sie aus, und sie wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere.
14 Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat gegen ihn, um ihn umzubringen.
Gottes erwählter Knecht
15 Jesus aber erfuhr es und verschwand von dort. Und es folgten ihm große Menschenmengen, und er heilte sie alle,
16 und er drohte ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten,
17 sodass sich erfüllte, was gesagt worden ist durch den Propheten Jesaja, der sprach:
18 „Siehe!, mein Knecht, den ich erwählt habe, / mein Geliebter, an dem meine Seele Gefallen hat: / Ich werde meinen Geist auf ihn legen, / und er wird Gerechtigkeit1 den Völkern verkünden. /
- E „Gericht“; gemeint ist die unparteiische Anwendung des geltenden Rechts (so auch V. 20)
19 Er wird nicht streiten und nicht schreien, / noch wird man auf den Straßen seine Stimme hören. /
20 Ein geknicktes Schilfrohr wird er nicht zerbrechen / und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, / bis er der Gerechtigkeit zum Sieg verholfen hat. /
21 Und durch seinen Namen werden Völker hoffen.“1
- Jes 42,1-4
Ein geteiltes Haus hat keinen Bestand
22 Danach wurde ein Besessener zu ihm hingebracht, [der war] blind und stumm; und er heilte ihn, sodass der Stumme reden und sehen [konnte].
23 Und die ganzen Menschenmengen waren erstaunt, und sie sagten: „Ist dieser [Mann] etwa der Sohn Davids?“
24 Die Pharisäer aber hörten es und sagten: „Dieser [Mann] vertreibt die Dämonen nur durch den Beelzebul1, den Fürsten der Dämonen.“
- Eine im Judentum verbreitete Bezeichnung für den Teufel, dessen Herkunft und Bedeutung umstritten ist
25 Aber weil er um ihre Erwägungen wusste, sagte er zu ihnen: „Jedes Reich, das gegen sich selbst gespalten ist, wird verwüstet, und jede Stadt oder jedes Haus, das gegen sich selbst gespalten ist, wird nicht Bestand haben.
26 Und wenn der Satan den Satan vertreibt, dann ist er gegen sich selbst gespalten; wie wird denn sein Reich Bestand haben?
27 Und wenn ich die Dämonen durch Beelzebul vertreibe, durch wen vertreiben dann eure Söhne1 sie? Deshalb werden sie eure Richter sein.
- O „Kinder“
28 Aber wenn ich die Dämonen durch den Geist Gottes vertreibe, dann ist das Reich Gottes über euch gekommen.
29 Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineingehen und seine Geräte rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt? Und danach wird er sein Haus plündern.
30 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
31 Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, die Lästerung des Geistes aber wird nicht vergeben werden.
32 Und wer auch immer ein Wort gegen den Menschensohn spricht, dem wird es vergeben werden; aber wer auch immer gegen den heiligen Geist spricht, dem wird es nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen.“
Gute und faule Früchte
33 „Entweder macht den Baum gut, [dann ist] auch seine Frucht gut, oder macht den Baum faul, [dann ist] auch seine Frucht faul! Denn anhand der Frucht erkannt man den Baum.
34 Ihr Schlangenbrut! Wie könnt ihr Gutes reden, obwohl ihr böse seid? Denn aus dem Überfluss des Herzens redet der Mund.
35 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor.
36 Ich sage euch aber: Jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, … darüber werden sie Rechenschaft ablegen am Tag des Gerichts.
37 Denn aufgrund deiner Worte wirst du gerechtfertigt werden, und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden.“
Das Zeichen des Jona
38 Daraufhin antworteten ihm einige der Schriftgelehrten und Pharisäer und sagten: „Lehrer, wir wollen von dir ein Zeichen sehen!“
39 Er aber antwortete und sagte zu ihnen: „Eine böse und ehebrecherische1 Generation verlangt ein Zeichen, aber ein Zeichen wird ihr nicht gegeben werden, außer dem Zeichen des Propheten Jona.
- Das Verhältnis von Gott zu seinem Volk wird im AT häufig als Eheverhältnis verstanden (Jes 54,5; 62,5; vgl. Ez 23-24; Hos 2,16.19-20)
40 Denn genau wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Seeungeheuers war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein.
41 Männer von Ninive werden im Gericht aufstehen gegen diese Generation und werden sie verurteilen, denn auf die Predigt des Jona hin taten sie Buße, und siehe!, Größeres als Jona [ist] hier.
42 Die Königin des Südens wird sich im Gericht erheben gegen diese Generation und wird sie verurteilen, denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, und siehe!, Größeres als Salomo [ist] hier.“
Die Rückkehr eines unreinen Geistes
43 „Wann immer nun der unreine Geist vom Menschen ausfährt, zieht er durch dürre Orte und sucht Ruhe, aber er wird nicht fündig.
44 Daraufhin sagt er: ‚Ich werde in mein Haus zurückkehren, von wo ich ausgefahren bin‘; und [dort] angekommen, stellt er fest, dass es leer steht, gefegt ist und geschmückt.
45 Daraufhin geht er und nimmt sieben weitere Geister mit sich, die böser [sind] als er selbst, und sie ziehen ein und lassen sich dort nieder; und die letzten [Jahre] jenes Menschen werden schlimmer als die ersten. So wird es auch dieser bösen Generation ergehen1.“
- E „sein“
Die wahren Geschwister von Jesus
46 Während er noch zu den Menschenmengen redete, siehe!, da standen seine Mutter und Geschwister1 draußen und versuchten, ihn zu sprechen.
- O „Brüder“; so auch Vv. 47-49
47 Da sagte jemand zu ihm: „Siehe!, deine Mutter und deine Geschwister stehen draußen und versuchen, dich zu sprechen.“
48 Er aber antwortete und sagte zu dem, der mit ihm sprach: „Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Geschwister?“
49 Dann streckte er seine Hand aus über seine Jünger und sagte: „Siehe!, [das sind] meine Mutter und meine Geschwister.
50 Denn wer auch immer den Willen meines Vaters in den Himmeln tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“
Chapter 13
Das Gleichnis vom vierfachen Acker
1 An jenem Tag ging Jesus aus dem Haus und setzte sich an das Meer1;
- Gemeint ist der See Gennesaret (siehe Anm. zu Mt 4,13)
2 und es versammelten bei ihm sich große Menschenmengen, sodass er in ein Boot stieg und sich setzte, und die ganze Menschenmenge stand am Ufer.
3 Und er redete viel in Gleichnissen zu ihnen und sagte: „Siehe!, es ging der Sämann hinaus, um zu säen.
4 Und während er säte, fiel manches neben den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es.
5 Anderes wiederum fiel auf felsige [Stellen], wo es nicht viel Erde hatte, und es schlug sofort aus, weil es keine tiefe Erde hatte;
6 als nun die Sonne aufging, wurde es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.
7 Anderes wiederum fiel auf die Dornenbüsche, und die Dornenbüsche gingen auf und erstickten es.
8 Anderes wiederum fiel auf gute Erde, und es gab Frucht – manches hundertfach, manches sechzigfach, manches dreißigfach.
9 Wer Ohren hat, soll hören!“
Der Grund für die Gleichnisse
10 Da traten die Jünger heran und sagten zu ihm: „Weshalb redest du in Gleichnissen zu ihnen?“
11 Er aber antwortete und sagte zu ihnen: Weil es „Euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu kennen, jenen aber ist es nicht gegeben.
12 Denn wer hat, dem wird gegeben und vermehrt werden; aber wer nicht hat, von dem wird sogar genommen werden, was er hat.
13 Deshalb rede ich in Gleichnissen zu ihnen, denn obwohl sie sehen, sehen sie nicht, und obwohl sie hören, hören und verstehen sie nicht,
14 und es erfüllt sich an ihnen die Weissagung Jesajas, die besagt: ‚Ihr werdet genau1 hinhören und nicht verstehen, / und ihr werdet genau2 hinsehen und nicht wahrnehmen. /
- F „ihr werdet mit Hören hören“
- F „ihr werdet sehend sehen“
15 Das Herz dieses Volkes ist nämlich abgestumpft, / und mit den Ohren hören sie schwer, / und ihre Augen haben sie geschlossen; / sonst sehen sie mit den Augen / und hören sie mit den Ohren / und verstehen sie mit dem Herzen / und kehren sie um, und dann würde ich sie heilen.‘1
- Jes 6,9-10
16 Aber eure Augen [sind] beglückwünschenswert, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören.
17 Denn, amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte begehrten zu sehen, was ihr seht, und sahen es nicht, und [sie begehrten] zu hören, was ihr hört, und hörten es nicht.“
Die Auslegung des Gleichnisses vom vierfachen Acker
18 „Ihr also sollt das Gleichnis vom Sämann hören.
19 Von jedem, der das Wort vom Königreich hört und nicht versteht, kommt der Böse und raubt, was in seinem Herzen gesät ist; der ist es, der neben den Weg gesät wird.
20 Und wer auf felsige [Stellen] gesät wird, der ist es, der das Wort hört und es sofort mit Freude aufnimmt,
21 er hat aber keine Wurzel in sich selbst, sondern er ist wankelmütig1; wenn aber Bedrängnis oder Verfolgung entsteht wegen des Wortes, nimmt er sofort Anstoß.
- W „vorübergehend/zeitlich (begrenzt)“
22 Und wer zu den Dornenbüschen gesät wurde, der ist es, der das Wort hört, aber die Sorge des Zeitalters1 und der trügerische Reichtum2 ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar.
- O „der Welt“ (Gr. aiōn)
- W „Betrug des Reichtums“
23 Wer aber auf gute Erde gesät wird, der ist es, der das Wort hört und versteht; der trägt und bringt ja Frucht hervor – manches hundertfach, manches sechzigfach, manches dreißigfach.“
Das Gleichnis vom Unkraut inmitten des Getreides
24 Ein weiteres Gleichnis vertraute er ihnen an und sagte: „Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen, der gute Saat säte auf seinem Acker.
25 Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Lolch1 inmitten des Weizens und ging davon.
- Ein giftiges Unkraut, das dem Getreide ähnlich sieht
26 Als nun das Getreide1 blühte und Frucht hervorbrachte, dann erschien auch der Lolch.
- W „Gras“
27 Da kamen die Knechte des Hausherrn herbei und sagten zu ihm: ‚Herr, hast du nicht gute Saat gesät auf deinem Acker? Woher hat er nun den Lolch?‘
28 Er aber sagte zu ihnen: ‚Das hat ein feindlich [gesinnter] Mensch getan.‘ Die Knechte wiederum sagen zu ihm: ‚Willst du also, dass wir losgehen und ihn1 sammeln?‘
- D.h. den Lolch
29 Er aber sagt: ‚Nein, sonst reißt ihr – während ihr den Lolch sammelt – mit ihm den Weizen aus.
30 Lasst beides gemeinsam wachsen bis zur Ernte, und zur Zeit der Ernte werde ich den Erntehelfern sagen: Sammelt zuerst den Lolch und bindet ihn in Bündel, um ihn zu verbrennen, den Weizen hingegen sammelt in meine Scheune!‘“
Das Gleichnis vom Senfkorn
31 Ein weiteres Gleichnis vertraute er ihnen an und sagte: „Das Reich der Himmel ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinem Acker säte;
32 es ist zwar kleiner als alle [anderen] Samen, aber sobald es wächst, ist es größer als das Gemüse und wird ein Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.“
Das Gleichnis vom Sauerteig
33 Ein weiteres Gleichnis sagte er ihnen: „Das Reich der Himmel ist gleich einem Sauerteig, den eine Frau nahm und in drei Sata1 Mehl hineinknetete2, bis es völlig durchsäuert war.“
- Hohlmap, entspricht etwa 40 Litern
- E „versteckte“
Der Zweck der Gleichnisse
34 Dies alles sagte Jesus in Gleichnissen zu den Menschenmengen, und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen,
35 sodass sich erfüllte, was gesagt worden ist durch den Propheten, der sprach: „Ich werde meinen Mund in Gleichnissen öffnen; / ich werde aussprechen, was verborgen ist seit Grundlegung der Welt.“1
- Ps 78,2
Die Auslegung des Gleichnisses vom Unkraut
36 Danach entließ er die Menschenmengen und ging ins Haus. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: „Deute uns das Gleichnis vom Lolch des Ackers!“
37 Er aber antwortete und sagte: „Der die gute Saat sät, ist der Menschensohn,
38 der Acker wiederum ist die Welt, die gute Saat wiederum, das sind die Kinder1 des Königreichs; der Lolch aber sind die Kinder des Bösen,
- O „Söhne“; so auch später
39 und der Feind der es sät, ist der Teufel, die Ernte wiederum ist die Vollendung des Zeitalters, die Erntehelfer wiederum sind die Engel.
40 Genau wie nun der Lolch gesammelt und im1 Feuer verbrannt wird, so wird es sein bei der Vollendung des Zeitalters:
- O „durch“
41 Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden aus seinem Königreich alles Anstößige und diejenigen, die die Gesetzlosigkeit ausüben, sammeln,
42 und sie werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird es Heulen und Zähneklappern geben.
43 Dann werden die Gerechten im Königreich ihres Vaters leuchten wie die Sonne. Wer Ohren hat, soll hören!“
Das Gleichnis vom versteckten Schatz
44 „Das Reich der Himmel ist gleich einem Schatz, versteckt im Acker, den ein Mensch fand und [gleich wieder] versteckte, und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und er kauft jenen Acker.“
Das Gleichnis von der kostbaren Perle
45 „Außerdem ist das Reich der Himmel gleich einem Menschen – einem Kaufmann –, der schöne Perlen suchte;
46 als er nun eine einzelne, sehr kostbare Perle fand, ging er los und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“
Das Gleichnis vom Schleppnetz
47 „Außerdem ist das Reich der Himmel gleich einem Schleppnetz, das ins Meer geworfen wurde und [Fische] aller Art zusammenbrachte;
48 als es gefüllt war, zogen sie es an das Ufer herauf, und sie setzten sich und sammelten die guten [Fische] in einen Behälter, die schlechten aber warfen sie hinaus.
49 So wird es sein bei der Vollendung des Zeitalters: Die Engel werden ausgehen und werden die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern
50 und werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird es Heulen und Zähneklappern geben.
51 Habt ihr das alles verstanden?“ Sie sagen zu ihm: „Ja.“
52 Er aber sagte zu ihnen: „Deshalb ist jeder Schriftgelehrte, der zum Jünger für das Reich der Himmel gemacht worden ist, gleich einem Menschen – einem Hausherrn –, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.“
Jesus findet in Nazaret kein Gehör
53 Und es geschah, als Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, da brach er von dort auf.
54 Und als er in seine Heimat kam, lehrte er sie in ihrer Synagoge, sodass sie erstaunt waren und sagten: „Woher [hat] der diese Weisheit und [solche] Kräfte?
55 Ist das nicht der Sohn des Handwerkers? Heißt nicht seine Mutter ‚Maria‘ und seine Brüder ‚Jakobus‘ und ‚Josef‘ und ‚Simon‘ und ‚Judas‘?
56 Sind auch seine Schwestern nicht alle bei uns? Woher also [hat] er dies alles?“
57 Und sie nahmen Anstoß an ihm. Jesus aber sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, außer in der Heimat und in seinem Haus.“
58 Und er tat dort nicht viele Wunder wegen ihres Unglaubens.
Chapter 14
Herodes enthauptet Johannes den Täufer
1 Zu jener Zeit hörte Herodes der Tetrarch1 die Kunde von Jesus,
- Ein Fürst (Gr. archē) über vier (Gr. tetra) Städte
2 und er sagte zu seinen Knechten: „Dieser [Mann] ist Johannes der Täufer! Er ist von den Toten auferweckt worden, und deshalb wirken [solche] Kräfte in ihm.“
3 Denn Herodes hatte Johannes ergriffen und ihn gefesselt und ins Gefängnis gesteckt wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus;
4 denn Johannes hatte zu ihm gesagt: „Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben.“
5 Und obwohl er ihn töten wollte, fürchtete er die Menschenmenge, weil sie ihn1 für einen Propheten hielten.
- D.h. Johannes den Täufer
6 Als nun der Geburtstag von Herodes stattfand1, tanzte die Tochter der Herodias mittendrin2, und sie gefiel Herodes.
- T* „gefeiert wurde“
- W „in der Mitte“
7 Daher versprach er mit einem Eid, ihr zu geben, was auch immer sie verlangte.
8 Sie aber sagt, angestiftet von ihrer Mutter: „Gib mir hier – auf einer Platte – den Kopf von Johannes dem Täufer!“
9 Und obwohl der König betrübt wurde, befahl er wegen der Eide und derer, die mit [zu Tisch] lagen, dass er ihr gegeben wird.
10 Und er schickte [jemanden] und enthauptete Johannes im Gefängnis.
11 Und sein Kopf wurde auf einer Platte gebracht und dem Mädchen gegeben, und sie brachte ihn ihrer Mutter.
12 Und seine Jünger kamen herbei und holten den Leichnam, und sie begruben ihn, und sie gingen und berichteten es Jesus.
Jesus macht fünftausend Menschen satt
13 Als nun Jesus das hörte, zog er sich von dort in einem Boot zurück an einen einsamen Ort, ganz für sich; und das sie es hörten, folgten ihm die Menschenmengen zu Fuß von den Städten.
14 Und als er ausstieg, sah er eine große Menschenmenge, und er hatte Mitleid mit ihnen, und er heilte ihre Kranken.
15 Als es nun Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm hin und sagten: „Der Ort ist einsam und die Abendstunde schon angebrochen; schicke die Menschenmengen fort, damit sie in die Dörfer gehen und sich Essen kaufen.“
16 Jesus aber sagte zu ihnen: „Sie brauchen1 nicht fortzugehen; gebt ihr ihnen zu essen!“
- I „haben keine Notwendigkeit“
17 Sie aber sagen zu ihm: „Wir haben hier nur fünf Brote und zwei Fische.“
18 Er aber sagte: „Bringt sie mir hierher!“
19 Und er befahl, dass sich die Menschenmengen auf dem Gras niederlassen sollten, nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und segnete sie, und nachdem er sie gebrochen hatte, gab er den Jüngern die Brote, die Jünger wiederum [gaben sie] den Menschenmengen.
20 Und sie alle aßen und wurden satt, und sie hoben auf, was von den Brocken übrig blieb, zwölf Körbe voll.
21 Die aber gegessen hatten, waren etwa fünftausend Männer, ohne Frauen und Kinder.
Jesus erscheint den Jüngern auf dem See Gennesaret
22 Und sofort drängte er die Jünger, in das Boot zu steigen und ihm ans gegenüberliegende [Ufer] vorauszufahren, bis er die Menschenmengen fortgeschickt hatte.
23 Dann schickte er die Menschenmengen fort und stieg ganz alleine auf den Berg, um zu beten. Als es nun Abend wurde, war er dort allein.
24 Das Boot aber war schon viele Stadien1 vom Land entfernt,2 wobei es von den Wellen gebeutelt wurde, denn der Wind ‹kam aus der Gegenrichtung›3.
- Längenmaß, entspricht einigen Kilometern
- T* „mitten auf dem Meer“
- W „war entgegen“
25 Während der vierten Nachtwache1 aber kam er zu ihnen, indem er auf dem Meer2 umherging.
- D.h. zwischen 3 und 6 Uhr morgens
- Gemeint ist der See Gennesaret (siehe Anm. zu Mt 4,13)
26 Die Jünger aber, als sie ihn auf dem Meer umhergehen sahen, erschraken und sagten: „Es ist ein Gespenst!“ Und aus Furcht schrien sie.
27 Und sofort redete Jesus zu ihnen und sagte: „Seid getrost! Ich bin es. Fürchtet euch nicht!“
28 Da antwortete ihm Petrus und sagte: „Herr, wenn du es bist, dann befiehl, dass ich auf den Wassern zu dir kommen soll!“
29 Er aber sagte: „Komm!“ Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf den Wassern umher, und er kam zu Jesus.
30 Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und als1 er zu versinken begann, schrie er und sagte: „Herr, rette mich!“
- O „weil“
31 Aber sofort streckte Jesus die Hand aus und fasste ihn, und er sagt zu ihm: „Du Kleingläubiger, wozu hast du gezweifelt?“
32 Und als sie in das Boot stiegen, legte sich der Wind.
33 Die im Boot aber warfen sich vor ihm nieder und sagten: „Tatsächlich, du bist Gottes Sohn!“
Jesus heilt die Kranken in Gennesaret
34 Dann setzten sie über und gingen in Gennesaret an Land.
35 Und als die Männer jenes Ortes ihn erkannten, sandten sie [eine Nachricht] in jene ganze Umgebung, und sie brachten alle zu ihm, die ‹krank waren›1,
- I „(es) schlecht hatten“
36 und sie baten ihn, wenigstens den Saum seines Gewandes berühren [zu dürfen]; und alle, die ihn berührten, wurden geheilt1.
- E „gerettet“
Chapter 15
Traditionen und Gebote
1 Danach kommen Pharisäer und Schriftgelehrte von Jerusalem zu Jesus und sagen:
2 „Weshalb übertreten deine Jünger die Überlieferung der Ältesten? Sie waschen ihre Hände nämlich nicht, wenn sie Brot essen.“
3 Er aber antwortete und sagte zu ihnen: „Weshalb übertretet auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen?
4 Denn Gott hat gesagt: ‚Ehre Vater und Mutter!‘, und: ‚Wer Vater oder Mutter verschmäht, soll den Tod sterben!‘
5 Ihr hingegen sagt: ‚Wer auch immer zu Vater oder Mutter sagt: Eine Opfergabe [soll sein], was auch immer dir von mir zusteht,
6 der braucht seinen Vater nicht zu ehren!‘; und ihr entkräftet das Wort Gottes um eurer Überlieferung willen.‘
7 Ihr Heuchler! Über euch hat Jesaja treffend1 geweissagt, als er sagte:
- E „richtig“
8 ‚Dieses Volk1 ehrt mich mit den Lippen, / aber ihr Herz ist weit entfernt von mir; /
- T+ „naht sich mir mit seinem Mund und“
9 und vergeblich verehren sie mich, / indem sie Gebote von Menschen als [verbindliche] Lehren lehren.‘“1
- Jes 29,13
Unreinheit kommt von innen
10 Und er rief die Menschenmenge zu sich und sagte zu ihnen: „Hört und versteht:
11 Nicht, was in den Mund hineinkommt, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Mund herauskommt, das verunreinigt den Menschen!“
12 Daraufhin traten die Jünger heran und sagen zu ihm: „Weißt du, dass die Pharisäer, als sie das Wort hörten, Anstoß genommen haben?“
13 Er aber antwortete und sagte: „Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.
14 Lasst sie! Sie sind blinde Wegführer der Blinden; wenn nun der Blinde den Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen.“
15 Da antwortete Petrus und sagte zu ihm: „Deute uns dieses Gleichnis!“
16 Er aber sagte: „Seid auch ihr noch immer uneinsichtig?
17 Versteht ihr nicht, dass alles, was in den Mund hineingeht, in den Bauch gelangt und zur Latrine hinausgetan wird?
18 Was aber aus dem Mund herauskommt, kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen.
19 Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Morde, Ehebrüche, Unzüchtigkeiten, Diebstähle, Falschaussagen, Lästereien.
20 Diese [Dinge] sind es, die den Menschen verunreinigen, aber mit ungewaschenen Händen zu essen, verunreinigt den Menschen nicht.“
Jesus lobt den Glauben einer ausländischen Frau
21 Dann ging Jesus von dort weg und zog sich zurück in die Gegend von Tyrus und Sidon.
22 Und siehe!, eine kanaanitische Frau, die aus jenem Gebiet kam, schrie und sagte: „Hab Erbarmen mit mir, Herr, Sohn Davids! Meine Tochter wird schlimm besessen.“
23 Er aber antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger heran und baten ihn und sagten: „Schicke sie fort, denn sie schreit hinter uns her!“
24 Er aber antwortete und sagte: „Ich bin nur gesandt worden zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“
25 Sie aber kam, warf sich vor ihm nieder und sagte: „Herr, hilf mir!“
26 Er aber antwortete und sagte: „Es ist nicht richtig, das Brot der Kinder zu nehmen und es den Hündchen hinzuwerfen.“
27 Sie aber sagte: „Ja, Herr, schließlich essen ja die Hündchen von den Krümeln, die vom Tisch ihrer Herren fallen.“
28 Daraufhin antwortete Jesus und sagte zu ihr: „Ach Frau, groß [ist] dein Glaube! Dir soll geschehen, wie du willst!“ Und ihre Tochter war von jener Stunde an geheilt.
Heilungen in Galiläa
29 Dann zog Jesus von dort weiter und kam an das Meer von Galiläa1, und nachdem er auf den Berg gestiegen war, setzte er sich dort.
- Gemeint ist der See Gennesaret (siehe Anm. zu Mt 4,13)
30 Und es kamen große Menschenmengen zu ihm hin, die hatten Lahme, Blinde, Verkrüppelte, Stumme und viele andere bei sich, und sie legten sie zu seinen Füßen, und er heilte sie;
31 so staunte die Menschenmenge, als sie sahen, dass Stumme redeten, Verkrüppelte gesund [waren] und Lahme umhergingen und Blinde sahen; und sie verherrlichten den Gott Israels.
Jesus macht viertausend Menschen satt
32 Jesus aber rief seine Jünger zu sich und sagte: „Ich habe Mitleid mit der Menschenmenge, weil sie schon drei Tage bei mir bleiben und nichts zu essen haben; und ich will sie nicht hungrig1 fortschicken, sonst machen sie unterwegs2 schlapp.“
- E „fastend“
- W „auf dem Weg/während des Weges“
33 Und die Jünger sagen zu ihm: „Woher ‹nehmen wir›1 in der Einöde so viele Brote, um eine so große Menschenmenge satt zu machen?“
- I „(ist) uns“
34 Und Jesus sagt zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie aber sagten: „Sieben, und einige kleine Fische.“
35 Und nachdem er der Menschenmenge befohlen hatte, auf der Erde zu lagern,
36 nahm er die sieben Brote und die Fische, und nachdem er gedankt hatte, brach er sie, und er gab sie den Jüngern, die Jünger wiederum [gaben sie] den Menschenmengen.
37 Und sie alle aßen und wurden satt. Und sie hoben auf, was von den Brocken übrig blieb, sieben Körbe voll.
38 Diejenigen aber, die gegessen hatten, waren viertausend Männer, ohne Frauen und Kinder.
39 Und nachdem er die Menschenmengen fortgeschickt hatte, stieg er in das Boot und ging in die Gegend von Magadan1.
- T* „Magdala"“
Chapter 16
Die Zeichen der Zeit
1 Dann kamen die Pharisäer und Sadduzäer herbei und baten ihn, ihnen ein Zeichen vom Himmel zu zeigen, um ihn auf die Probe zu stellen.
2 Er aber antwortete und sagte zu ihnen: „Wenn es Abend wird, sagt ihr: ‚[Es gibt] gutes Wetter!‘, denn der Himmel glüht rot;
3 und frühmorgens: ‚Heute [wird es] stürmisch!‘, denn der Himmel glüht rot und ist düster. Das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen; aber die Zeichen der Zeiten könnt ihr nicht [beurteilen]?
4 Eine böse und ehebrecherische1 Generation sucht ein Zeichen, aber ein Zeichen wird ihr nicht gegeben werden, außer dem Zeichen des Jona.“ Dann verließ er sie und ging fort.
- Siehe Anm. zu Mt 12,39
Der Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer
5 Und als die Jünger ans gegenüberliegende [Ufer] fuhren, vergaßen sie, Brote mitzunehmen.
6 Jesus aber sagte zu ihnen: „Passt auf und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!“
7 Sie aber überlegten unter sich und sagten: „Wir haben keine Brote mitgenommen.“
8 Da bemerkte Jesus [ihre Gedanken] und sagte: „Was überlegt ihr unter euch, ihr Kleingläubigen, dass ihr keine Brote habt?
9 Versteht ihr nicht? Und erinnert ihr euch nicht an die fünf Brote der fünftausend und wie viele Körbe ihr [voll] bekommen habt?
10 Auch nicht die sieben Brote der viertausend und wie viele Körbe ihr [voll] bekommen habt?
11 Wieso versteht ihr nicht, dass ich nicht über Brote zu euch gesprochen habe? Nun hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!“
12 Danach verstanden sie, dass er nicht davon sprach, sich vor dem Sauerteig der Brote zu hüten, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.
Das Bekenntnis von Petrus
13 Als nun Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger und sagte: „Was sagen die Leute, wer der Menschensohn ist?“
14 Sie aber sagten: „Einige: ‚Johannes der Täufer‘, und andere: ‚Elija‘, und andere: ‚Jeremia oder einer der Propheten.‘“
15 Er sagt zu ihnen: „Und was sagt ihr, wer ich bin?“
16 Da antwortete Simon Petrus und sagte: „Du bist der Gesalbte1, der Sohn des lebendigen Gottes.“
- Gr. christos; so auch V. 20
17 Da antwortete Jesus und sagte zu ihm: „Beglückwünschenswert bist du, Simon Barjona1, denn Fleisch und Blut haben es dir nicht offenbart, sondern mein Vater in den Himmeln.
- B (aram.) „Sohn des Jona“
18 Ich aber sage dir: Du bist Petrus1, und auf diesem Fels werde ich meine Gemeinde bauen, und die Tore des Hades2 werden sie nicht überwältigen.
- B (lat.) „Fels“
- Bezeichnet den Aufenthaltsort der Toten, die auf den Tag ihrer Auferstehung und des Gerichts warten (hebr. „Scheol“)
19 Ich werde dir die Schlüssel zum Reich der Himmel geben, und was auch immer du auf der Erde bindest, wird in den Himmeln gebunden sein, und was auch immer du auf der Erde löst, wird in den Himmeln gelöst sein.“
20 Danach schärfte er den Jüngern ein, niemandem zu sagen, dass er der Gesalbte sei.
Erste Leidensankündigung
21 Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und vonseiten der Ältesten und Oberpriester und Schriftgelehrten viel leiden und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden muss.
22 Und Petrus nahm ihn beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen, und sagte: „[Gott sei] dir gnädig, Herr! Das wird dir gewiss nicht passieren.“
23 Er aber drehte sich um und sagte zu Petrus: „Geh ‹mir aus den Augen›1, Satan! Du bist mein Anstoß, weil du nicht die [Interessen] Gottes bedenkst, sondern die der Menschen.“
- W „hinter mich“
Kosten der Nachfolge
24 Danach sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Wenn jemand hinter mir her kommen will, dann soll er sich selbst verleugnen und sein Kreuz nehmen und mir folgen.
25 Denn wer auch immer sein Leben1 retten will, wird es verlieren; aber wer auch immer sein Leben meinetwegen verliert, wird es finden.
- E „seine Seele“; so auch später und V. 26
26 Denn was würde es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben einbüßt1? Oder was sollte ein Mensch als Gegenwert für sein Leben geben?
- O „seine Seele Schaden nimmt“
27 Denn es wird der Menschensohn kommen in der Herrlichkeit seines Vaters, mit seinen Engeln, und danach wird er einem jeden nach seinem Handeln vergelten.
28 Amen, ich sage euch: Es sind einige von denen, die hier stehen, welche den Tod gewiss nicht schmecken, bis sie den Menschensohn kommen sehen in seinem Reich.“
Chapter 17
Ein verwandelter Jesus begegnet Mose und Elija
1 Sechs Tage später nimmt Jesus dann Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite, und er bringt sie auf einen hohen Berg hinauf, ganz für sich.
2 Und er wurde ‹vor ihren Augen›1 verwandelt, und sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Gewänder wurden weiß wie das Licht.
- W „vor ihnen“
3 Und siehe!, es erschienen ihnen Mose und Elija und unterhielten sich mit ihm.
4 Da reagierte1 Petrus und sagte zu Jesus: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind! Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten machen, eine für dich und eine für Mose und eine für Elija.“
- E „antwortete“
5 Während er noch redete, siehe!, da überschattete sie eine helle Wolke, und siehe!, eine Stimme aus der Wolke sprach: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe; auf ihn sollt ihr hören!“
6 Und als die Jünger das hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr.
7 Und Jesus kam dazu, und nachdem er sie berührt hatte, sagte er: „Steht auf und fürchtet euch nicht!“
8 Als sie nun ihre Augen aufhoben, sahen sie niemanden außer ihm – Jesus allein.
9 Und während sie von dem Berg herabstiegen, befahl Jesus ihnen und sagte: „Sprecht zu niemandem von der Erscheinung, solange der Menschensohn nicht von den Toten auferweckt worden ist!“
10 Da fragten ihn die Jünger und sagten: „Warum sagen denn die Schriftgelehrten, dass zuerst Elija kommen muss?“
11 Er aber antwortete und sagte: „Elija kommt zwar und wird alles wiederherstellen;
12 ich sage euch aber, dass Elija bereits gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben mit ihm gemacht, was sie wollten. Genauso wird auch der Menschensohn leiden unter ihnen.“
13 Danach verstanden die Jünger, dass er über Johannes den Täufer zu ihnen sprach.
Jesus rügt die Jünger für ihren Mangel an Glauben
14 Und als sie zu der Menschenmenge kamen, kam ein Mann1 zu ihm und kniete vor ihm
- E „Mensch“
15 und sagte: „Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn, denn er ist mondsüchtig1 und leidet schlimm; denn häufig fällt er ins Feuer und häufig ins Wasser.
- Siehe Anm. zu Mt 4,24
16 Und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen.“
17 Da antwortete Jesus und sagte: „Oh du ungläubige und verkehrte Generation, bis wann soll ich bei euch sein? Bis wann soll ich euch ertragen? Bringt ihn mir hierher!“
18 Und Jesus drohte ihm, und der Dämon kam heraus von ihm, und der Junge war geheilt von jener Stunde an.
19 Danach traten die Jünger an Jesus heran, ganz für sich, und sagten: „Weshalb konnten wir ihn nicht vertreiben?“
20 Er aber sagt zu ihnen: „Wegen eurer Kleingläubigkeit1! Denn, amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, werdet ihr zu diesem Berg sagen: ‚Bewege dich von hier nach dort!‘, und er wird sich bewegen; und nichts wird euch unmöglich sein.“2
- T* „eures Unglaubens“
- T+ „(V.21) Und diese Art vergeht nur durch Gebet und Fasten.“
Zweite Leidensankündigung
22 Während sie sich nun in Galiläa versammelten, sagte Jesus zu ihnen: „Der Menschensohn wird in Menschenhände ausgeliefert werden,
23 und sie werden ihn töten, und am dritten Tag wird er auferweckt werden.“ Da wurden sie sehr traurig.
Jesus zahlt die Tempelsteuer
24 Als sie nun nach Kafarnaum kamen, traten diejenigen, die die Doppeldrachme1 einnehmen, an Petrus heran und sagten: „Zahlt euer Lehrer die Doppeldrachme nicht?“
- Gemeint ist die jährliche Steuer von einem halben Schekel, die männliche Juden zur Unterstützung des Tempels zahlen mussten; der Name der Münze wurde im Laufe der Zeit zum Inbegriff der Steuer
25 Er sagt: „Doch!“ Und als er in das Haus ging, kam Jesus ihm zuvor und sagte: „Was meinst du, Simon? Von wem nehmen die Könige der Erde Zölle oder Steuern ein? Von ihren Kindern1 oder von den Fremden?“
- O „Söhnen“; so auch V. 26
26 Als er nun sagte: „Von den Fremden“, da sagte Jesus zu ihm: „Also sind die Kinder frei.
27 Aber damit wir ihnen keinen Anstoß geben, geh zum Meer1 und wirf eine Angel aus, dann nimm den ersten Fisch, der heraufkommt, und wenn du sein Maul öffnest, wirst du einen Stater2 finden; den nimm und gib ihnen [als Steuer] für mich und dich.“
- Gemeint ist der See Gennesaret (siehe Anm. zu Mt 4,13)
- D.h. ein Vierdrachmenstück
Chapter 18
Wahre Größe im Reich Gottes
1 In jener Stunde traten die Jünger an Jesus heran und sagten: „Wer ist denn nun der Größte1 im Reich der Himmel?“
- W „Größere“; so auch V. 4
2 Da rief er ein Kind zu sich und stellte es in ihre Mitte,
3 und er sagte: „Amen, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, dann geht ihr gewiss nicht in das Reich der Himmel ein.
4 Wer nun sich selbst gering machen wird wie dieses Kind, der ist der Größte im Reich der Himmel.
5 Und wer auch immer ein solches Kind empfängt in meinem Namen, empfängt mich.“
Die Tragweite von Versuchung und Sünde
6 „Aber wer auch immer einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anstoß gibt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein1 um seinen Hals gelegt und er in der Tiefe des Meeres versenkt wird.
- W „Eselsmühle“; gemeint ist großer Mühlstein, der mit Hilfe eines Esels bewegt wird
7 Wehe der Welt wegen der Ärgernisse! Denn [es ist] unausweichlich1, dass die Ärgernisse kommen, doch wehe dem Menschen, durch den das Ärgernis kommt!
- W „eine Notwendigkeit“
8 Wenn nun deine Hand oder dein Fuß dir Anstoß gibt, dann hacke sie ab und wirf sie von dir! Es ist besser1 für dich, lahm oder verstümmelt ins Leben einzugehen, als zwei Hände oder zwei Füße zu haben und in das ewige Feuer geworfen zu werden.
- W „gut“; so auch V. 9
9 Und wenn dein Auge dir Anstoß gibt, dann reiß es heraus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, einäugig in das Leben einzutreten, als zwei Augen zu haben und in die Hölle1 des Feuers geworfen zu werden.“
- Gr. gehenna
Das Gleichnis vom verlorenen Schaf
10 „Passt auf, dass ihr nicht eines dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel in den Himmeln sehen fortwährend das Angesicht meines Vaters in den Himmeln.1
- T+ „(V.11) Denn der Menschensohn ist gekommen, um das Verlorene zu retten.“
12 Was meint ihr? Wenn ein1 Mensch hundert Schafe hat und sich eines von ihnen verirrt, wird er nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurücklassen und umhergehen und [das eine] suchen, das sich verirrt hat?
- E „ein gewisser/irgendein“
13 Und wenn es gelingt1, es zu finden … amen, ich sage euch: Er freut sich darüber mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.
- W „geschieht“
14 So ist es nicht der Wille vor eurem Vater in den Himmeln, dass einer dieser Kleinen verloren geht.“
Konfrontation mit Sünde
15 „Wenn nun dein Bruder gegen dich sündigt, dann geh hin, überführe ihn nur ‹unter vier Augen›1! Wenn er auf dich hört, hast du deinen Bruder gewonnen;
- W „zwischen dir und ihm“
16 aber wenn er nicht hört, dann nimm noch ein oder zwei [Personen] mit dir, damit jede Angelegenheit ‹durch die Aussage›1 von zwei oder drei Zeugen bestätigt wird.
- W „über den Mund“
17 Und wenn er sie überhört, dann sag es der Gemeinde; und wenn er auch die Gemeinde überhört, dann soll er für dich sein wie der Heide und der Zöllner.
18 Amen, ich sage euch: Was auch immer ihr auf der Erde bindet, wird im Himmel gebunden sein, und was auch immer ihr auf der Erde löst, wird im Himmel gelöst sein.
19 Amen, erneut sage ich euch: Wenn zwei von euch sich einig sind auf der Erde bezüglich irgendeiner1 Sache, die sie erbitten, dann wird es ihnen zukommen von meinem Vater in den Himmeln.
- E „jeder“
20 Denn wo zwei oder drei versammelt sind auf meinem Namen hin, da bin ich in ihrer Mitte.“
Das Gleichnis vom Knecht, der nicht vergibt
21 Danach trat Petrus heran und sagte zu ihm: „Herr, wie oft soll mein Bruder gegen mich sündigen und ich ihm vergeben? Bis zu siebenmal?“
22 Jesus sagt zu ihm: „Ich sage dir, nicht bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal sieben.
23 Deshalb gleicht das Reich der Himmel einem Menschen – einem König –, der mit seinen Knechten eine Abrechnung vornehmen wollte.
24 Als er sie nun vorzunehmen begann, wurde ihm ein Schuldner von 10.000 Talenten1 vorgeführt.
- Ein Talent entspricht etwa 6.000 Denaren, wobei ein Denar der übliche Lohn für einen Tag Arbeit ist (vgl. Mt 20,1-16); es handelt sich hier also um eine unvorstellbar große Summe
25 Aber weil er nichts hatte, um [seine Schulden] zu bezahlen, befahl der Herr, ihn und die Frau und die Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und bezahlt zu werden.
26 Da fiel der Knecht nieder, warf sich vor ihm hin und sagte: ‚Hab Geduld mit mir, dann werde ich dir alles bezahlen!‘
27 Weil nun der Herr jenes Knechtes Mitleid hatte, ließ er ihn frei, und die Restschuld erließ er ihm.
28 Als nun jener Knecht fortging, traf er einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldete, und er packte ihn und würgte ihn und sagte: ‚Bezahle, wenn du [mir] etwas schuldest!‘
29 Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sagte: ‚Hab Geduld mit mir, dann werde ich dich bezahlen!‘
30 Er aber wollte nicht, sondern ging weg und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hatte, was er schuldete.
31 Als nun seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr traurig, und sie gingen und berichten ihrem Herrn alles, was geschehen war.
32 Daraufhin rief ihn sein Herr zu sich und sagt zu ihm: ‚Du böser Knecht, jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, als du mich gebeten hast.
33 War es nicht notwendig, dass auch du Erbarmen mit deinem Mitknecht hast, wie ich Erbarmen mit dir hatte?‘
34 Und weil sein Herr wütend geworden war, übergab er ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt hatte, was er schuldete.
35 In dieser Weise wird auch mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn ihr nicht ‹einer dem anderen›1 von Herzen vergebt.“
- I „ein jeder seinem Bruder“
Chapter 19
Ehescheidung und Wiederheirat
1 Und es geschah, als Jesus diese Worte beendet hatte, da brach er von Galiläa auf und kam in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordans.
2 Und es folgten ihm große Menschenmengen, und er heilte sie dort.
3 Und es kamen Pharisäer zu ihm, um ihn auf die Probe zu stellen und zu sagen: „Ist es einem Mann1 erlaubt, seine Frau aus jedem [beliebigen] Grund zu scheiden?“
- E „Menschen“; so auch Vv. 5.10
4 Er aber antwortete und sagte: „Habt ihr nicht gelesen, dass derjenige, der [die Menschen] geschaffen hat, sie von Anfang an männlich und weiblich gemacht hat?
5 Und er hat gesagt: ‚Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und sich seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.‘
6 Somit sind sie nicht länger zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen.“
7 Sie sagen zu ihm: „Warum hat dann Mose geboten, ihr eine Trennungsurkunde zu geben und sie zu scheiden?“
8 Er sagt zu ihnen: „Mose hat es euch angesichts eurer Hartherzigkeit gestattet, eure Frauen zu scheiden, aber zu Beginn ist es nicht so gewesen.
9 Ich sage euch aber: Wer auch immer seine Frau scheidet – außer aufgrund von Unzucht – und eine andere heiratet, begeht Ehebruch.1
- T+ „und wer eine geschiedene (Frau) heiratet, begeht Ehebruch.“
10 Seine Jünger sagen zu ihm: „Wenn so die Grundlage1 des Mannes mit der Frau ist, dann ist es nicht besser zu heiraten.“
- E „Grund/Ausgangslage“
11 Er aber sagte zu ihnen: „Nicht alle erfassen dieses Wort, sondern [nur] die, denen es gegeben ist.
12 Denn es gibt Eunuchen, welche so aus dem Mutterleib geboren wurden, und es gibt Eunuchen, welche von den Menschen zu Eunuchen gemacht worden sind, und es gibt Eunuchen, welche sich selbst zu Eunuchen gemacht haben um des Reichs der Himmel willen. Wer es erfassen kann, soll es erfassen.“
Jesus heißt Kinder willkommen
13 Danach wurden Kinder zu ihm gebracht, damit er ihnen die Hände auflegt und betet; die Jünger aber wiesen sie zurecht.
14 Jesus hingegen sagte: „Lasst die Kinder und hindert sie nicht daran, zu mir zu kommen, denn solchen gehört das Reich der Himmel.“
15 Und nachdem er ihnen die Hände aufgelegt hatte, ging er von dort weiter.
Verlockungen des Reichtums
16 Und siehe!, jemand1 kam zu ihm und sagte: „Lehrer,2 was soll ich Gutes tun, damit ich ewiges Leben habe?“
- E „einer“
- T+ „Guter Lehrer“
17 Er aber sagte zu ihm: „Was fragst du mich über das Gute? Einer ist der Gute!1 Aber wenn du in das Leben eingehen willst, dann halte die Gebote!“
- T+ „Niemand ist gut außer einem: Gott.“
18 Er sagt zu ihm: „Welche?“ Jesus aber sagte: „Das ‚Du sollst nicht morden, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis ablegen,
19 ehre Vater und Mutter‘, und: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‘“
20 Der junge Mann sagt zu ihm: „All dies habe ich befolgt. Was fehlt mir noch?“
21 Jesus sagte zu ihm: „Wenn du vollkommen sein willst, dann geh hin, verkaufe deinen Besitz und gib [den Erlös] den Armen, dann wirst du einen Schatz in den Himmeln haben; und dann komm, folge mir!“
22 Als nun der junge Mann das Wort hörte, ging er traurig davon; denn er hatte viele Grundstücke.
23 Jesus aber sagte zu seinen Jüngern: „Amen, ich sage euch: Ein Reicher wird [nur] mit Ach und Krach in das Reich der Himmel eingehen.
24 Und außerdem sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurchgeht, als dass ein Reicher eingeht in das Reich Gottes.“
25 Als nun die Jünger das hörten, waren sie sehr erstaunt und sagten: „Wer kann dann gerettet werden?“
26 Da schaute Jesus sie an und sagte zu ihnen: „Bei Menschen ist dies unmöglich, aber bei Gott [ist] alles möglich.“
27 Daraufhin antwortete Petrus und sagte zu ihm: „Siehe!, wir haben alles verlassen und sind dir gefolgt; was also werden wir [davon] haben?“
28 Jesus aber sagte zu ihnen: „Amen, ich sage euch: Ihr, die ihr mir gefolgt seid, werdet bei der Erneuerung, wenn der Menschensohn Platz genommen hat auf dem Thron seiner Herrlichkeit, werdet auch ihr auf zwölf Thronen Platz nehmen und die zwölf Stämme Israels richten.
29 Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, wird hundertfach erhalten und wird ewiges Leben erben.
30 Viele Erste aber werden Letzte sein und Letzte Erste.“
Chapter 20
Das Gleichnis vom großzügigen Arbeitgeber
1 „Das Reich der Himmel ist nämlich gleich einem Menschen – einem Hausherrn –, welcher am frühen Morgen hinausging, um Arbeiter anzuheuern für seinen Weinberg.
2 Und nachdem er sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag geeinigt hatte, schickte er sie in seinen Weinberg.
3 Und als er um die dritte Stunde hinausging, sah er weitere [Leute] untätig auf dem Marktplatz herumstehen,
4 und zu jenen sagte er: ‚Geht auch ihr in den Weinberg, und was auch immer gerecht ist, werde ich euch geben.‘
5 Sie wiederum gingen los. Als er nun um die sechste und neunte Stunde erneut hinausging, machte er es genauso.
6 Und als er um die elfte hinausging, fand er weitere [Leute] herumstehen, und er sagt zu ihnen: ‚Warum steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum?‘
7 Sie sagen zu ihm: ‚Niemand hat uns angeheuert.‘ Er sagt zu ihnen: ‚Geht auch ihr in den Weinberg!‘1
- T+ „und was auch immer gerecht ist, werdet ihr erhalten“
8 Als es nun Abend wurde, sagt der Herr des Weinbergs zu seinem Vorarbeiter: ‚Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn, angefangen bei den Letzten bis zu den Ersten.‘
9 Und die um die elfte Stunde gekommen waren, erhielten je einen Denar.
10 Und die als Erste gekommen waren, meinten, dass sie mehr erhalten würden; und auch sie erhielten je einen Denar.
11 Aber als sie ihn erhielten, murrten sie gegen den Hausherrn
12 und sagten: ‚Diese Letzten haben eine einzige Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleich behandelt, die wir die Last des Tages und die Hitze ertragen haben.‘
13 Er aber antwortete einem von ihnen und sagte: ‚Kamerad, ich behandle dich nicht ungerecht; hast du mir nicht auf einen Denar zugestimmt?
14 Nimm, was dein [ist], und geh! Ich will aber diesem Letzten [dasselbe] geben wie dir.
15 Oder ist es mir nicht erlaubt, mit dem was mein [ist], zu tun, was ich will? Oder ist dein Blick1 böse, weil ich gütig bin?‘
- E „Auge“
16 So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte.“1
- T+ „denn viele sind berufen, aber wenige erwählt“
Dritte Leidensankündigung
17 Und während Jesus nach Jerusalem hinaufstieg, nahm er die zwölf Jünger beiseite, ganz für sich, und er sagte zu ihnen unterwegs1:
- W „auf dem Weg/während des Weges“
18 „Siehe!, wir steigen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird an die Oberpriester und Schriftgelehrten ausgeliefert werden, und sie werden ihn zum Tod verurteilen,
19 und sie werden ihn an die Heiden ausliefern, damit [die] ihn verspotten und geißeln und kreuzigen, und am dritten Tag wird er auferweckt werden.“
Jakobus und Johannes bitten um Sonderrechte
20 Danach kamen die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, um hinzuknien und etwas von ihm zu erbitten.
21 Er aber sagte zu ihr: „Was willst du?“ Sie sagt zu ihm: „Sag, dass diese, meine beiden Söhne, in deinem Königreich Platz nehmen, einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken!“
22 Da antwortete Jesus und sagte: „Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Becher trinken, den ich trinken werde?“1 Sie sagen zu ihm: „Wir können es.“
- T+ „oder mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde?“
23 Er sagt zu ihnen: „Meinen Becher werdet ihr zwar trinken,1 aber zu meiner Rechten und Linken Platz zu nehmen, das zu ermöglichen2 ist nicht meine [Verantwortung], sondern [es ist das Vorrecht derer], denen es von meinem Vater vorbereitet ist.“
- T+ „und mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden“
- E „geben“
24 Und als die [anderen] zehn das hörten, empörten sie sich über die zwei Brüder.
25 Jesus aber rief sie zu sich und sagte: „Ihr wisst, dass die Fürsten der Völker sie beherrschen und die Großen Macht über sie ausüben.
26 So soll es unter euch nicht sein! Sondern wer auch immer unter euch groß sein will, soll euer Diener sein,
27 und wer auch immer unter euch Erster sein will, soll euer Knecht sein;
28 genauso ist der Menschensohn nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“
Jesus heilt zwei Blinde
29 Und während sie aus Jericho hinausgingen, folgte ihm eine große Menschenmenge.
30 Und siehe!, zwei Blinde, die bei dem Weg saßen, hörten, dass Jesus vorbeizog, und schrien und sagten: „Hab Erbarmen mit uns, Herr, Sohn Davids!“
31 Die Menschenmenge aber drohten ihnen, dass sie schweigen sollten; sie aber schrien [umso] lauter und sagten: „Hab Erbarmen mit uns, Herr, Sohn Davids!“
32 Und Jesus blieb stehen und rief sie, und er sagte: „Was wollt ihr, das für euch tue?“
33 Sie sagen zu ihm: „Herr … dass unsere Augen geöffnet werden.“
34 Da hatte Jesus Mitleid und berührte ihre Augen; und sofort sahen sie wieder, und sie folgten ihm.
Chapter 21
Jesus zieht nach Jerusalem ein
1 Und als sie sich Jerusalem näherten und nach Betfage zum Ölberg kamen, da sandte Jesus zwei Jünger aus
2 und sagte zu ihnen: „Geht in das Dorf euch gegenüber, dann ihr werdet gleich eine angebundene Eselin finden, und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie mir!
3 Und wenn jemand etwas zu euch sagt, dann sollt ihr sagen: ‚Der Herr benötigt1 sie.‘ Und sofort wird er sie schicken.“
- I „hat Notwendigkeit“
4 Und dies geschah, damit sich erfüllte, was gesagt worden ist durch den Propheten, der sprach:
5 „Sagt der Tochter Zions: Siehe!, dein König kommt zu dir, / sanftmütig und geritten auf einer Eselin / und auf einem Fohlen, dem Nachwuchs1 eines Lasttieres.“2
- E „Sohn“
- Sach 9,9
6 Da gingen die Jünger und handelten, wie Jesus es ihnen angeordnet hatte.
7 Sie brachten die Eselin und das Fohlen, und sie legten die Gewänder auf sie, und er setzte sich auf sie.
8 Und die riesige Menschenmenge breitete ihre Gewänder auf dem Weg aus, andere wiederum fingen an, Zweige von den Bäumen zu schneiden und auf dem Weg auszubreiten.
9 Die Menschenmengen aber, die ihm vorauszogen und die ihm folgten, schrien und sagten: „Hosanna1 dem Sohn Davids! / Gepriesen [sei], der kommt im Namen des Herrn! / Hosanna in den höchsten [Höhen]!“
- B (aram.) „Preist!“ oder „Bitte hilf!“
10 Und als er nach Jerusalem hineinging, geriet die ganze Stadt in Aufruhr und sagte: „Wer ist das?“
11 Die Menschenmengen aber sagten: „Das ist der Prophet Jesus aus Nazaret in Galiläa.“
Jesus sorgt im Tempel für Ordnung
12 Und Jesus ging in den Tempel, und er warf alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und die Tische der Geldwechsler stieß er um, auch die Stühle derer, die die Tauben verkauften.
13 Und er sagt zu ihnen: „Es steht geschrieben: ‚Mein Haus soll ein Haus des Gebets genannt werden‘,1 ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle.“
- Jes 56,7
14 Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie.
15 Als nun die Oberpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel riefen und sagten: „Hosanna1 dem Sohn Davids!“, da empörten sie sich,
- B (aram.) „Preist!“ oder „Bitte hilf!“
16 und sie sagten zu ihm: „Hörst du, was sie sagen?“ Jesus aber sagt zu ihnen: „Ja! Habt ihr nie gelesen: ‚Aus dem Mund der Kinder1 und der Säuglinge hast du dir Lob bereitet‘2?“
- E „Unmündigen“
- Ps 8,3
17 Dann verließ er sie und ging aus der Stadt hinaus nach Betanien, und dort übernachtete er.
Der verdorrte Feigenbaum
18 Früh am Morgen nun, während er in die Stadt zurückkehrte, hatte er Hunger.
19 Und als er einen einzelnen Feigenbaum am Weg sah, ging er zu ihm, und er fand an ihm nichts als Blätter, und er sagt zu ihm: mehr soll „Aus dir nicht länger Frucht entstehen, ‹für immer›1.“ Und augenblicklich verdorrte der Feigenbaum.
- W „bis in das Zeitalter“
20 Und als die Jünger das sahen, staunten sie und sagten: „Wie ist der Feigenbaum augenblicklich verdorrt?“
21 Da antwortete Jesus und sagte zu ihnen: „Amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, dann werdet ihr nicht nur das mit dem Feigenbaum tun, sondern sogar, wenn ihr zu diesem Berg sagt: ‚Werde hochgehoben und ins Meer geworfen!‘, dann wird es geschehen.
22 Und alles, was ihr bittet im Gebet, werdet ihr erhalten, wenn ihr glaubt.“
Die Rechtmäßigkeit von Jesu Handeln wird angezweifelt
23 Und als er in den Tempel kam, kamen – während er lehrte – die Oberpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm und sagten: „Mit welcher Befugnis1 tust du diese [Dinge], und wer hat dir diese Befugnis gegeben?“
- E „Vollmacht“; so auch später und Vv. 24.27
24 Da antwortete Jesus und sagte zu ihnen: „Auch ich werde euch eine einzige Sache fragen; wenn ihr mir die sagt, dann werde auch ich euch sagen, mit welcher Befugnis ich diese [Dinge] tue:
25 die Taufe von Johannes – woher stammte sie? Vom Himmel oder von Menschen?“ Sie aber überlegten unter sich und sagten: „Wenn wir sagen: ‚Vom Himmel‘, dann wird er zu uns sagen: ‚Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?‘
26 Aber wenn wir sagen: ‚Von Menschen‘, fürchten wir die Menschenmenge, denn alle halten Johannes für einen Propheten.“
27 Und sie antworteten Jesus und sagten: „Wir wissen es nicht.“ [Also] sagte auch er zu ihnen: „Und ich sage euch nicht, mit welcher Befugnis ich diese [Dinge] tue.“
Das Gleichnis von den zwei Söhnen
28 „Was aber meint ihr? Ein Mensch hatte zwei Kinder. Und er kam zu dem ersten hin und sagte: ‚Kind, geh, arbeite heute in dem Weinberg!‘
29 Er aber antwortete und sagte: ‚Ich will nicht!‘ Später aber wurde er reumütig und ging los.
30 Da kam er zu dem anderen hin und sprach genauso. Er aber antwortete und sagte: ‚Ich [gehe], Herr!‘, aber er ging nicht los.
31 Wer von den beiden hat den Willen des Vaters getan?“ Sie sagen: „Der erste.“ Jesus sagt zu ihnen: „Amen, ich sage euch: Die Zöllner und die Huren gehen euch voraus in das Reich Gottes.
32 Denn Johannes kam zu euch auf dem Weg der Gerechtigkeit, und ihr habt ihm nicht geglaubt; die Zöllner und Huren aber glaubten ihm; ihr hingegen habt zugesehen und wurdet auch später nicht reumütig, um ihm zu glauben.“
Das Gleichnis von den eigenmächtigen Pächtern
33 „Hört ein anderes Gleichnis: Es war ein Mensch – ein Hausherr –, der pflanzte einen Weinberg und stellte einen Zaun um ihn herum auf und grub darin eine Kelter und baute einen Turm, und er verpachtete ihn an Weinbauern und verreiste.
34 Als nun die Zeit der Erträge nahte, schickte er seine Knechte zu den Weinbauern, um seine Erträge einzuholen.
35 Und die Weinbauern nahmen seine Knechte – den einen schlugen sie; einen anderen töteten sie; [noch] einen anderen steinigten sie.
36 Erneut sandte er andere Knechte, mehr als die ersten, und sie behandelten sie genauso.
37 Zuletzt1 aber sandte er seinen Sohn zu ihnen und sagte: ‚Meinen Sohn werden sie respektieren.‘
- W „Später“
38 Als die Weinbauern aber den Sohn sahen, sagten sie unter sich: ‚Das ist der Erbe. Kommt, lasst ihn uns töten und sein Erbe behalten!‘
39 Und sie nahmen ihn und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten ihn.
40 Wenn nun der Besitzer1 des Weinbergs kommt, was wird er mit jenen Weinbauern machen?“
- E „Herr“
41 Sie sagen zu ihm: „Als Üble wird er sie auf üble Weise umbringen, und er wird den Weinberg an andere Weinbauern verpachten, welche ihm die Erträge zu ihren Zeiten abgeben.“
42 Jesus sagt zu ihnen: „Habt ihr nie in den Schriften gelesen: ‚Der Stein, den die Bauleute verachtet haben, / der ist zum Eckstein geworden; / beim Herrn ist er dies geworden, / und er ist wunderbar in unseren Augen‘?1
- Ps 118,22-23
43 Deshalb sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen werden und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte hervorbringen wird.
44 Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerbrechen; aber auf wen auch immer er fällt, den wird er zermalmen.“
45 Und als die Oberpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, erkannten sie, dass er über sie sprach.
46 Und während sie versuchten, ihn zu ergreifen, fürchteten sie die Menschenmengen, denn sie hielten ihn für einen Propheten.
Chapter 22
Das Gleichnis von der Hochzeitsfeier
1 Und nachdem Jesus geantwortet hatte, sprach er wieder in Gleichnissen zu ihnen und sagte:
2 „Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen – einem König –, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.
3 Und er sandte seine Knechte aus, um die geladenen [Gäste] zu der Hochzeit zu rufen, aber sie wollten nicht kommen.
4 Erneut sandte er andere Knechte aus und sagte: ‚Sagt den geladenen [Gästen]: Siehe!, mein Mahl habe ich vorbereitet, meine Ochsen und Mastkälber [sind] geschlachtet und alles [ist] bereit; kommt zur Hochzeit!‘
5 Sie aber versäumten [die Einladung] und gingen weg: der eine zu seinem Acker, der andere zu seinem Geschäft;
6 die übrigen aber packten seine Knechte, verhöhnten sie und töteten sie.
7 Der König wiederum wurde wütend, und er schickte seine Truppen und brachte jene Mörder um, und er setzte ihre Stadt in Brand.
8 Danach sagt er zu seinen Knechten: ‚Die Hochzeit ist zwar vorbereitet, aber die geladenen [Gäste] waren nicht würdig!
9 Geht also an die Kreuzungen1 und ladet zu der Hochzeit ein, so viele ihr findet!‘
- W „Ausgänge/Durchgänge der Wege“; gemeint sind wohl Knotenpunkte wie Stadttore und Weggabelungen
10 Und jene Knechte gingen hinaus zu den Wegen und sammelten alle, die sie fanden, sowohl böse als auch gute [Menschen]; und die Hochzeit füllte sich mit [zu Tisch] Liegenden.
11 Als nun der König hereinkam, um sich die [zu Tisch] Liegenden anzuschauen, sah er dort einen Menschen, der sich nicht mit der Kleidung für eine Hochzeit gekleidet hatte,
12 und er sagt zu ihm: ‚Kamerad, wie bist du hier hereingekommen, obwohl du nicht die Kleidung für eine Hochzeit hast?‘ Er aber verstummte.
13 Daraufhin sagte der König zu den Dienern: ‚Fesselt seine Füße und Hände und werft ihn hinaus in die äußerste1 Finsternis!‘ Dort wird es Heulen und Zähneklappern geben.
- W „äußere“
14 Denn viele sind berufen, aber wenige erwählt.“
Cäsar und seine Steuer
15 Danach gingen die Pharisäer und hielten Rat, um ihn in einer Aussage1 zu verstricken.
- O „Frage“; W „(mit) einem Wort“; es ist unklar, ob eine Fangfrage oder die Antwort darauf gemeint ist
16 Und sie senden ihre Jünger mit den Herodianern zu ihm und sagen: „Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und du den Weg Gottes in Wahrheit lehrst, und es kümmert dich nicht, ‹was andere denken›1; du siehst nämlich nicht auf das Ansehen der Menschen.
- W „um niemanden“
17 Sag uns also, was du meinst: Ist es erlaubt, Cäsar1 eine Steuer zu zahlen oder nicht?“
- D.h. der römische Kaiser
18 Jesus bemerkte aber ihre Bosheit und sagte: „Warum stellt ihr mich auf die Probe, ihr Heuchler?
19 Zeigt mir die Münze für die Steuer!“ Sie aber brachten ihm einen Denar.
20 Da sagt er zu ihnen: „Wessen Bild und Inschrift [sind] dies?“
21 Sie sagen zu ihm: „Cäsars.“ Daraufhin sagt er zu ihnen: „Gebt also Cäsar zurück, was Cäsar [gehört], und Gott, was Gott [gehört]!“
22 Und als sie das hörten, staunten sie, und sie ließen ihn [gewähren] und gingen fort.
Ehe und Auferstehung
23 An jenem Tag kamen Sadduzäer zu ihm, die sagen, es gebe keine Auferstehung, und sie fragten ihn
24 und sagten: „Lehrer, Mose hat gesagt: ‚Wenn jemand stirbt, der keine Kinder hat, dann soll sein Bruder seine Frau heiraten und seinem Bruder einen Nachkommen auferstehen lassen.‘1
- 5Mo 25,5-6
25 Es gab nun bei uns sieben Brüder, und der erste verstarb, nachdem er geheiratet hatte, und weil er keinen Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder.
26 Genauso auch der zweite und der dritte, bis zum siebten;
27 ‹zuletzt von allen›1 aber starb die Frau.
- W „Später als alle“
28 Bei der Auferstehung dann … von welchem der sieben [Brüder] wird sie die Frau sein? Denn sie alle hatten sie [zur Frau].“
29 Da antwortete Jesus und sagte zu ihnen: „Ihr irrt euch, weil ihr weder die Schriften noch die Kraft Gottes kennt.
30 Denn bei der Auferstehung heiraten sie weder, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie die Engel1 im Himmel.
- T+ „Gottes“
31 Und habt ihr über die Auferstehung der Toten nicht gelesen, was euch von Gott zugesagt worden ist, der sprach:
32 ‚Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs‘? Er ist nicht der Gott der Toten, sondern der Lebenden.“1
- 2Mo 3,6
33 Und als die Menschenmengen das hörten, waren sie erstaunt über seine Lehre.
Das wichtigste Gebot
34 Die Pharisäer aber – als sie hörten, dass er die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte – versammelten sich am selben [Ort],
35 und einer von ihnen, ein Experte in Gesetzesfragen, fragte ihn, um ihn auf die Probe zu stellen:
36 „Lehrer, welches Gebot [ist] das größte1 im Gesetz?“
- W „große“; so auch V. 38
37 Er aber sagte zu ihm: „‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand!‘1
- 5Mo 6,5
38 Dies ist das größte und erste Gebot.
39 Ein zweites aber [ist] ihm gleich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‘1
- 3Mo 19,18
40 An diesen zwei Geboten hängt das gesamte Gesetz und die Propheten.“
Das Verhältnis von David zum Messias
41 Da sich nun die Pharisäer versammelt hatten, fragte Jesus sie
42 und sagte: „Was meint ihr über den Gesalbten1? Wessen Sohn ist er?“ Sie sagen zu ihm: „Davids.“
- Gr. christos
43 Er sagt zu ihnen: „Wieso bezeichnet David ihn dann im Geist als Herrn und sagt:
44 ‚Es sprach der Herr zu meinem Herrn: / Setze dich zu meiner Rechten1, / bis ich deine Feinde hinlege / unter deine Füße.‘2
- Bezeichnet einen Ort der Ehre und delegierten Verantwortung
- Ps 110,1
45 Wenn nun David ihn als Herrn bezeichnet, wieso ist er sein Sohn?“
46 Und keiner konnte ihm ein Wort antworten, noch wagte es jemand von jenem Tag an, ihn weiter zu fragen.
Chapter 23
Sieben Wehklagen über die Pharisäer und Schriftgelehrten
1 Danach redete Jesus zu den Menschenmengen und zu seinen Jüngern
2 und sagte: „Auf den Stuhl des Mose haben sich die Schriftgelehrten und die Pharisäer gesetzt.
3 Also tut und haltet alles, was sie euch sagen, aber handelt nicht entsprechend ihren Werken, denn sie reden [nur] und handeln nicht.
4 Und sie binden schwere und unerträgliche Lasten und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie mit ihrem Finger nicht bewegen.
5 Und alle ihre Werke tun sie, um von den Leuten gesehen zu werden: Sie verbreitern schließlich ihre Gebetsriemen und vergrößern die Saumränder,
6 und sie legen Wert auf den Ehrenplatz bei den Mahlzeiten und die Vorsitze in den Synagogen
7 und die Begrüßungen auf den Märkten und darauf, von den Leuten ‚Rabbi‘ genannt zu werden.
8 Ihr hingegen sollt euch nicht ‚Rabbi1‘ nennen lassen, denn ein einziger ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Geschwister2!
- B (hebr.) „Mein Meister!“; respektvolle Anrede für einen geistlichen Lehrer
- O „Brüder“
9 Und nennt niemanden1 auf der Erde euren Vater, denn ein einziger ist euer Vater: der himmlische.
- W „nicht“
10 Und nennt euch nicht ‚Anführer‘, weil euer Anführer ein einziger ist: der Gesalbte1.
- Gr. christos
11 Der Größte aber von euch soll euer Diener sein!
12 Und wer sich selbst erhöht, wird gering gemacht werden, und wer sich selbst gering macht, wird erhöht werden.
13 Aber wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr verschließt das Reich der Himmel vor den Menschen: Denn ihr geht nicht hinein, und die hineingehen wollen, lasst ihr nicht hineingehen.1
- T+ „Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer! Ihr Heuchler! Denn ihr verschlingt die Häuser der Witwen und zum Schein betet ihr lange; deshalb werdet ihr ein härteres Urteil erhalten.“
15 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer! Ihr Heuchler! Denn ihr bereist das Meer und das Festland, um einen einzigen Proselyten1 zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle2, doppelt [so schlimm] wie ihr.
- D.h. zum Judentum übergetretene Menschen
- Gr. gehenna; so auch V. 33
16 Wehe euch, ihr blinden Wegführer, die ihr sagt: ‚Wer auch immer beim Tempel schwört – es bedeutet1 nichts. Aber wer auch immer beim Gold des Tempels schwört, ist verpflichtet!‘
- E „ist“
17 Ihr törichten und blinden [Leute]! Denn was ist größer: das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt?
18 Und: ‚Wer auch immer beim Altar schwört – es bedeutet nichts! Aber wer auch immer bei der Opfergabe schwört, die darauf [liegt], ist verpflichtet!‘
19 Ihr Blinden! Denn was [ist] größer: die Opfergabe oder der Altar, der die Opfergabe heiligt?
20 Wer also beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf [ist];
21 und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der ihn bewohnt,
22 und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.
23 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr gebt den Zehnten von Minze und Dill und Kümmel, aber ihr habt die gewichtigeren [Dinge] des Gesetzes vernachlässigt: die Gerechtigkeit1 und die Barmherzigkeit und die Treue – aber es wäre notwendig, diese [Dinge] zu tun und jene nicht zu vernachlässigen.
- E „Gericht“; gemeint ist eine unparteiische Anwendung des geltenden Rechts
24 Ihr blinden Wegführer, die ihr die Mücke aussiebt, aber das Kamel verschluckt!
25 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr reinigt die Außenseite des Bechers und der Schüssel, innen hingegen sind sie voll von Raub und Zügellosigkeit1.
- T* „Ungerechtigkeit“
26 Du blinder Pharisäer! Reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch sein Äußeres rein wird.
27 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr ähnelt getünchten Grabstätten, welche von außen zwar wunderschön aussehen, aber innen voller Knochen von Toten und lauter Unreinheit sind.
28 So erscheint auch ihr zwar äußerlich den Menschen gerecht, aber innerlich seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit.
29 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer! Ihr Heuchler! Denn ihr errichtet die Grabstätten der Propheten und schmückt die Grabhöhlen der Gerechten
30 und sagt: ‚Wenn wir in den Tagen unserer Vorfahren1 gelebt hätten, wären wir nicht ihre Komplizen2 am Blut der Propheten gewesen!‘
- O „Väter“; so auch V. 30
- E „Teilhaber“
31 Somit bezeugt ihr in Bezug auf euch selbst, dass ihr Söhne derer seid, die die Propheten ermordet haben.
32 Und ihr macht das Maß eurer Vorfahren voll.
33 Ihr Schlangen! Ihr Schlangenbrut! Wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entkommen?
34 Siehe!, deshalb schicke ich Propheten und Weise und Schriftgelehrte zu euch; von ihnen werdet ihr [einige] töten und kreuzigen, und von ihnen werdet ihr [einige] geißeln in euren Synagogen und von Stadt zu Stadt jagen;
35 somit kommt über euch alles gerechte Blut, das auf der Erde vergossen wird, vom Blut des gerechten Abel bis zum Blut des Sacharja, dem Sohn des Berechja1, den ihr ermordet habt zwischen dem Tempel und dem Altar.
- Diese Ergänzung beruht wahrscheinlich auf einer Verwechslung oder bewussten Identifkation der Propheten Secharja (dem Sohn Jojadas, vgl. 2Chr 24,20-22) und Sacharja (dem Sohn Berechjas, vgl. Sach 1,1) in den Quellen oder der Tradition des Evangelisten (Nolland, 946f.)
36 Amen, ich sage euch: Dies alles wird über diese Generation kommen.“
Wehklage über Jerusalem
37 „Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu ihr gesandt sind – wie oft wollte ich deine Kinder sammeln, wie1 eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, und ihr habt nicht gewollt.
- W „gemäß der Art, die“
38 Siehe!, euer Haus wird euch wüst gelassen.
39 Denn ich sage euch: Ab jetzt seht ihr mich gewiss nicht [mehr], bis ihr sagt: ‚Gepriesen [sei], der kommt im Namen des Herrn!‘“1
- Ps 118,26
Chapter 24
Die bevorstehende Zerstörung des Tempels
1 Und als er herauskam, ging Jesus von dem Tempel und seine Jünger kamen herbei, um ihm die Bauten des Tempels zu zeigen.
2 Er aber reagierte1 und sagte zu ihnen: „Seht ihr nicht dies alles? Amen, ich sage euch: Hier wird gewiss kein ‹Stein auf dem anderen›2 gelassen, der nicht abgerissen werden wird.“
- E „antwortete“
- W „Stein auf Stein“
Anzeichen vom Ende dieses Zeitalters
3 Als er nun auf dem Ölberg saß, traten die Jünger an ihn heran, ganz für sich, und sagten: „Sag uns, wann diese [Dinge] geschehen werden, und was [ist] das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters?“
4 Und Jesus antwortete und sagte zu ihnen: „Seht zu, dass euch niemand irreführt!
5 Denn viele werden [unter Berufung] auf meinen Namen kommen und sagen: ‚Ich bin der Gesalbte1‘, und sie werden viele irreführen.
- Gr. christos; so auch Vv. 23-24
6 Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsmeldungen hören: Seht zu, dass ihr euch nicht erschrecken lasst! Denn es muss geschehen, doch es ist noch nicht das Ende.
7 Denn es wird sich Volk gegen Volk und Königreich gegen Königreich erheben, und es wird Hungersnöte1 und Beben an verschiedenen Orten geben;
- T+ „und Seuchen“
8 alle diese [Dinge] wiederum [sind] der Anfang der Wehen.“
Die bevorstehende Verfolgung der Jünger
9 „Danach werden sie euch an die Bedrängnis ausliefern, und sie werden euch töten, und ihr werdet von allen Völkern gehasst sein wegen meines Namens.
10 Und dann werden viele Anstoß nehmen, und sie werden einander ausliefern und einander hassen;
11 und viele falsche Propheten werden sich erheben, und sie werden viele irreführen.
12 Und weil die Gesetzlosigkeit vermehrt wird, wird die Liebe von vielen erkalten.
13 Aber wer durchhält bis zum Ende, der wird gerettet werden.
14 Und diese gute Nachricht vom Königreich wird auf dem gesamten Erdkreis gepredigt werden zum Zeugnis für alle Völker, und danach wird das Ende kommen.“
Die Gräueltat der Verwüstung
15 „Sobald ihr also die Gräueltat der Verwüstung, die durch den Propheten Daniel erwähnt worden ist, an einem heiligen Ort stehen seht – wer es liest, soll achtgeben! –,
16 dann sollen in die Berge fliehen, die in Judäa [sind];
17 wer auf dem Dach [ist], soll nicht herabsteigen, um was aus seinem Haus zu holen;
18 und wer auf dem Feld [ist], soll nicht heimkehren1, um sein Gewand zu holen.
- W „nach hinten umkehren“
19 Und wehe den Schwangeren1, und den Stillenden in jenen Tagen.
- I „(etwas) im Bauch Habenden“
20 Betet aber, dass eure Flucht nicht während des Winters und nicht an einem Sabbat geschieht.
21 Denn es wird danach eine große Bedrängnis geben, wie sie seit Anbeginn der Welt bis jetzt nicht geschehen ist und gewiss nicht geschehen w.
22 Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, dann würde ‹gar niemand›1 gerettet werden; aber um der Erwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.
- W „nicht alles Fleisch“
23 Wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Siehe!, hier [ist] der Gesalbte!‘, oder: ‚Hier!‘, dann glaubt es nicht.
24 Denn es werden sich falsche Gesalbte und falsche Propheten erheben, und sie werden große Zeichen und Wunder vorführen1, um – wenn möglich – auch die Erwählten irrezuführen.
- W „geben“
25 Siehe!, ich habe es euch vorausgesagt.
26 Wenn sie also zu euch sagen: ‚Siehe!, er ist in der Wüste‘, dann geht nicht hinaus! [Oder]: ‚Siehe!, in den Kammern‘, dann glaubt es nicht.
27 Denn genau wie der Blitz vom Osten ausgeht und bis zum Westen scheint, so wird die Ankunft des Menschensohns sein.
28 Wo auch immer der Leichnam ist, dort werden sich die Aasgeier versammeln.“
Die Ankunft des Menschensohns
29 „Und unmittelbar nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Lichtschein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.
30 Und dann wird das Zeichen des Menschensohns am Himmel erscheinen, und dann werden alle Stämme der Erde wehklagen, und sie werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels, mit großer Kraft und Herrlichkeit.
31 Und er wird seine Engel aussenden mit einer großen Posaune, und sie werden seine Erwählten sammeln aus den vier Himmelsrichtungen1, vom ‹einen Ende›2 der Himmel bis zum ‹anderen›3.“
- W „Winden“
- W „von den Enden ... bis zu ihren Enden“
Das Gleichnis des Feigenbaums
32 „Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig bereits saftig geworden ist und er die Blätter austreibt, dann erkennt ihr, dass der Sommer nahe [ist].
33 So auch ihr: Wenn ihr all dies seht, dann erkennt, dass er1 nahe vor den Toren ist.
- D.h. der Menschensohn (vgl. V. 30); oder „es“ (=das Ende)
34 Amen, ich sage euch: Diese Generation vergeht gewiss nicht, bis alle diese [Dinge] geschehen.
35 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen gewiss nicht.“
Tag und Stunde sind unbekannt
36 „Über jenen Tag und jene Stunde aber weiß niemand Bescheid – weder die Engel der Himmel noch der Sohn – außer dem1 Vater.
- T* „meinem“
37 Denn wie die Tage Noahs, so wird die Ankunft des Menschensohns sein.
38 Wie sie nämlich in jenen Tagen vor der Flut am Essen und Trinken, am Heiraten und Verheiraten waren, bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche hineinging,
39 und sie nicht verstanden, bis die Flut kam und alle wegnahm – so wird auch die Ankunft des Menschensohns sein.
40 Dann werden zwei auf dem Feld sein, einer wird angenommen und einer wird zurückgelassen;
41 zwei werden in der Mühle dreschen, eine wird angenommen und eine wird zurückgelassen.
42 Passt also auf, weil ihr nicht wisst, an welchem Tag euer Herr kommt.
43 Folgendes1 aber sollt ihr wissen: Wenn der Hausherr gewusst hätte, zu welcher Wache der Dieb kommt, dann hätte er aufgepasst und hätte nicht zugelassen, dass sein Haus durchwühlt wird.
- E „Jenes“
44 Deshalb sollt auch ihr bereit sein, weil der Menschensohn zu einer Stunde kommt, die ihr nicht vermutet.“
Der treue und der untreue Knecht
45 „Wer ist also der treue und kluge Knecht, den der Herr über seine Dienerschaft einsetzt, um ihnen das Essen auszugeben zur [rechten] Zeit?
46 Beglückwünschenswert [ist] jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, in dieser Weise handelnd antrifft!
47 Amen, ich sage euch: Über all seinen Besitz wird er ihn einsetzen.
48 Wenn aber jener schlechte Knecht in seinem Herzen sagt: ‚Mein Herr verspätet sich‘,
49 und er seine Mitknechte zu schlagen beginnt und er mit den Betrunkenen isst und trinkt,
50 dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt,
51 und er wird ‹kurzen Prozess mit ihm machen›1, und er wird ihm seinen Anteil bei den Heuchlern geben; dort wird es Heulen und Zähneklappern geben.“
- W „ihn in Stücke hauen“; möglicherweise ist gemeint, dass sein Dienstverhältnis abrupt endet
Chapter 25
Das Gleichnis von den zehn Brautjungfern
1 „Dann wird das Reich der Himmel zehn Jungfrauen gleichen, welche ihre Lampen nahmen und hinausgingen zur Begegnung mit dem Bräutigam.
2 Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf klug.
3 Denn die Törichten nahmen ihre Lampen, aber nahmen kein Öl mit sich.
4 Die Klugen hingegen nahmen Öl in den Gefäßen zusätzlich zu ihren Lampen.
5 Weil sich nun der Bräutigam verspätete, wurden sie alle müde und schliefen ein.
6 Aber mitten in der Nacht entstand ein Geschrei: ‚Siehe!, [da ist] der Bräutigam; kommt heraus zur Begegnung mit ihm!‘
7 Daraufhin wachten alle jene Jungfrauen auf und richteten1 ihre Lampen.
- W „schmückten“
8 Die Törichten aber sagten zu den Klugen: ‚Gebt uns von eurem Öl, weil unsere Lampen verlöschen!‘
9 Da antworteten die Klugen und sagten: ‚Es reicht nie und nimmer für uns und für euch; geht besser zu den Händlern und kauft für euch selbst.‘
10 Aber während sie gingen, um [Öl] zu kaufen, kam der Bräutigam, und die bereit [waren], gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen.
11 Später kamen nun auch die übrigen Jungfrauen und sagten: ‚Herr, Herr, öffne uns!‘
12 Er aber antwortete und sagte: ‚Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.‘
13 Seid also wachsam, denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.“1
- T+ „in der der Menschensohn kommt“
Das Gleichnis vom anvertrauten Geld
14 „Denn [es ist] wie ein Mensch, der verreisen wollte: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen seinen Besitz, an.
15 und zwar gab er dem einen fünf Talente1, einem anderen zwei, einem anderen eins, einem jeden nach seiner Fähigkeit; dann vereiste er. Sofort
- Siehe Anm. zu Mt 18,24
16 ging derjenige, der die fünf Talente erhalten hatte, und arbeitete mit ihnen und erwirtschaftete weitere fünf.
17 Genauso erwirtschaftete derjenige, der die zwei [erhalten hatte], weitere zwei.
18 Der aber das eine [Talent] erhalten hatte, ging los und grub [ein Loch] in die Erde, und er versteckte das Geld seines Herrn.
19 Nach geraumer Zeit kommt nun der Herr jener Knechte, und er nahm eine Abrechnung mit ihnen vor.
20 Und der die fünf Talente erhalten hatte, trat heran und brachte weitere fünf Talente und sagte: ‚Herr, fünf Talente hast du mir anvertraut; siehe!, weitere fünf Talente habe ich erwirtschaftet.‘
21 Sein Herr sagte zu ihm: ‚Bestens, du guter und treuer Knecht, über Wenigem warst du treu, über Vieles werde ich dich einsetzen. Tritt ein in die Freude deines Herrn!‘
22 Und auch der die zwei Talente [erhalten hatte], trat heran und sagte: ‚Herr, zwei Talente hast du mir anvertraut; siehe!, weitere zwei Talente habe ich erwirtschaftet.‘
23 Sein Herr sagte zu ihm: ‚Bestens, du guter und treuer Knecht, über Wenigem warst du treu, über Vieles werde ich dich einsetzen. Tritt ein in die Freude deines Herrn.‘
24 Und auch der das eine Talent erhalten hatte, trat heran und sagte: ‚Herr, ich kenne dich, dass du ein harter Mensch bist und erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast,
25 und weil ich mich fürchtete, ging ich los und versteckte dein Talent in der Erde; siehe!, [da] hast du das Deine.‘
26 Da antwortete sein Herr und sagte zu ihm: ‚Du böser und fauler Knecht! Du wusstest, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe?
27 Also hättest du mein Geld bei den Geldwechslern anlegen sollen, und als ich kam, hätte ich das Meine samt Zinsen zurückbekommen.
28 Also nehmt das Talent von ihm und gebt es dem, der die zehn Talente hat!
29 Denn dem, der alles hat, wird [noch mehr] gegeben werden, und er wird Überfluss haben, aber von dem, der nicht hat, wird auch das, was er hat, von ihm genommen werden.
30 Und den unnützen Knecht werft in die äußerste1 Finsternis! Dort wird es Heulen und Zähneklappern geben.‘“
- W „äußere“
Gericht mit den Völkern und Menschen
31 „Wenn nun der Menschensohn kommt – in seiner Herrlichkeit und mit ihm alle Engel –, dann wird er Platz nehmen auf dem Thron seiner Herrlichkeit.
32 Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander trennen, wie der Hirte die Schafe von den Ziegen trennt,
33 und zwar wird er die „Schafe“ zu seiner Rechten stellen und die „Ziegen“ zur Linken.
34 Danach wird der König zu denen auf seiner rechten [Seite] sagen: ‚Kommt, die ihr Gesegnete meines Vaters seid; erbt das Königreich, das seit Grundlegung der Welt vorbereitet ist für euch!
35 Denn ich hatte Hunger, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich hatte Durst, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen;
36 nackt, und ihr habt mich bekleidet; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.‘
37 Daraufhin werden ihm die Gerechten antworten und sagen: ‚Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dich ernährt, oder durstig und dir zu trinken gegeben?
38 Und wann haben wir dich als Fremden gesehen und aufgenommen, oder nackt und dich bekleidet?
39 Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?‘
40 Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: ‚Amen, ich sage euch: Sofern1 ihr es für einen von diesen meinen geringsten Geschwistern2 getan habt, habt ihr es für mich getan.‘
- O „In dem Maß, wie“; so auch V. 45
- O „Brüder“
41 Danach wird er auch zu denen auf der linken [Seite] sprechen: ‚Geht weg von mir, die ihr verflucht seid, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist!
42 Denn ich hatte Hunger und ihr habt mir nicht zu essen gegeben, ich hatte Durst und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben;
43 ich war fremd und ihr habt mich nicht aufgenommen, nackt und ihr habt mich nicht bekleidet; krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht.‘
44 Dann werden auch sie antworten und sagen: ‚Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder fremd oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und dir nicht gedient?‘
45 Daraufhin wird er ihnen antworten und sagen: ‚Amen, ich sage euch: Sofern ihr es für einen dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch für mich nicht getan.‘
46 Danach werden diese weggehen1 in die ewige Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben.“
- D.h. aus dem Gericht (vgl. V. 32)
Chapter 26
Verschwörung gegen Jesus
1 Und es geschah, als Jesus alle diese Worte beendet hatte, da sagte er zu seinen Jüngern:
2 „Ihr wisst, dass in zwei Tagen das Passafest stattfindet; dann wird der Menschensohn verraten, um gekreuzigt zu werden.“
3 Danach versammelten sich die Oberpriester1 und die Ältesten des Volkes im Hof des Oberpriesters, der hieß Kajaphas,
- D.h. der amtierende Oberpriester und seine männlichen Familienangehörigen
4 und sie beschlossen, Jesus mit einer List zu ergreifen und zu töten.
5 Sie sagten aber: „Nicht während des Festes, damit kein Tumult entsteht unter dem Volk.“
Jesus wird in Betanien gesalbt
6 Als Jesus nun in Betanien war, im Haus von Simon dem Aussätzigen,
7 da trat eine Frau an ihn heran, die ein Alabastergefäß mit überaus kostbarem Duftöl hatte, und sie goss es über seinen Kopf, während er [zu Tisch] lag.
8 Als nun die Jünger das sahen, empörten sie sich und sagten: „Wozu diese Verschwendung?
9 Dieses [Duftöl] hätte nämlich für viel [Geld] verkauft und [der Erlös] den Armen gegeben werden können.“
10 Jesus bemerkte es aber und sagte zu ihnen: „Warum bereitet ihr der Frau Mühe? Denn ein gutes Werk hat sie an mir getan!
11 Die Armen habt ihr nämlich immer bei euch, mich hingegen habt ihr nicht immer.
12 Denn als sie dieses Duftöl auf meinen Körper tat, machte sie es, um mich zu bestatten.
13 Amen, ich sage euch: Wo auch immer diese gute Nachricht gepredigt wird in der gesamten Welt, wird auch davon geredet werden, was sie getan hat, zur Erinnerung an sie.“
Judas verabredet den Verrat an Jesus
14 Danach ging einer der zwölf [Jünger] – derjenige, der Judas Iskariot hieß – zu den Oberpriestern und
15 sagte: „Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn an euch verrate?“ Sie aber stellten ihm dreißig Silbermünzen [in Aussicht].
16 Und von da an suchte er eine Gelegenheit, um ihn zu verraten.
Jesus feiert ein letztes Passafest
17 Am ersten [Tag] der ungesäuerten [Brote] kamen nun die Jünger zu Jesus und sagten: „Wo willst du, dass wir Vorbereitungen treffen für dich, um das Passa1 zu essen?“
- Gemeint ist das Lamm, das anlässlich des Passafestes geschlachtet und verzehrt wird
18 Er aber sagte: „Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt ihm: ‚Der Lehrer sagt: Meine Zeit ist nahe, bei dir halte ich das Passa mit meinen Jüngern.‘“
19 Und die Jünger handelten, wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte, und sie bereiteten das Passa vor.
20 Als es nun Abend wurde, legte er sich [zu Tisch] mit den zwölf [Jüngern].
21 Und während sie aßen, sagte er: „Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten.“
22 Da wurden sie sehr traurig und begannen, zu ihm zu sagen (jeder Einzelne!): „Bin ich es etwa, Herr?“
23 Er aber antwortete und sagte: „Der die Hand mit mir in die Schüssel gestreckt hat, der wird mich verraten.
24 Der Menschensohn geht dahin, so wie über ihn geschrieben steht, aber wehe jenem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre gut für ihn, wenn jener Mensch nicht geboren worden wäre.“
25 Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sagte: „Bin ich es etwa, Rabbi1?“ Er sagt zu ihm: „Du hast es gesagt.“
- B (hebr.) „Mein Meister!“; respektvolle Anrede für einen geistlichen Lehrer
Die Feier des Abendmahls
26 Während sie nun aßen, nahm Jesus Brot, und nachdem er es gesegnet hatte, brach er es, und er gab es den Jüngern und sagte: „Nehmt, esst! Dies ist mein Leib.“
27 Und nachdem er einen Becher genommen und gedankt hatte, gab er ihnen [den Becher] und sagte: „Trinkt alle daraus!
28 Denn dies ist mein Blut des1 Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
- T+ „neuen“
29 Ich sage euch aber: Ich trinke von jetzt an gewiss nicht von dieser Frucht1 des Weinstocks bis zu jenem Tag, an dem ich es im Reich meines Vaters aufs Neue mit euch trinke.“
- E „diesem Ergebnis“
30 Und nachdem sie gesungen1 hatten, gingen sie hinaus zum Ölberg.
- Gemeint ist wohl ein Lobgesang aus den Psalmen (115-118), der traditionell das Passamahl beendet
Jesus kündigt die Leugnung durch Petrus an
31 Danach sagt Jesus zu ihnen: „Ihr alle werdet in dieser Nacht Anstoß nehmen an mir, denn es steht geschrieben: ‚Ich werde den Hirten schlagen, / und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.‘1
- Sach 13,7
32 Aber nachdem ich auferweckt worden bin, werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.“
33 Da antwortete Petrus und sagte zu ihm: „Wenn alle Anstoß nehmen werden an dir … ich werde niemals Anstoß nehmen.“
34 Jesus sagte zu ihm: „Amen, ich sage dir: In dieser Nacht, bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“
35 Petrus sagt zu ihm: „Auch wenn ich zusammen mit dir sterben müsste, werde ich dich gewiss nicht verleugnen.“ Genauso sprachen auch alle [anderen] Jünger.
Jesus betet in Getsemani
36 Danach geht Jesus mit ihnen zu einem Grundstück, das „Getsemani“ heißt, und er sagt zu den Jüngern: „Setzt euch hier hin, während ich losgehe und dort bete.“
37 Und er nahm Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus beiseite und begann, traurig und geängstigt zu werden.
38 Daraufhin sagt er zu ihnen: „Meine Seele ist zu Tode betrübt; bleibt hier und wacht mit mir!“
39 Und nachdem er ein wenig vorausgegangen war, fiel er betend auf sein Angesicht und sagte: „Mein Vater, wenn es möglich ist, dann soll dieser Kelch an mir vorübergehen! Aber nicht wie ich will, sondern wie du [willst].“
40 Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend vor1, und er sagt zu Petrus: „Seid ihr also nicht imstande, eine einzige Stunde mit mir zu wachen?
- E „findet“
41 Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist [ist] willig, aber das Fleisch schwach.“
42 Erneut – zum zweiten Mal – ging er los und betete, indem er sagte: „Mein Vater, wenn dieser [Kelch] nicht vorübergehen kann, außer ich trinke ihn, dann soll dein Wille geschehen!“
43 Dann ging er und fand sie wieder schlafend vor, denn ihre Augen waren schwer geworden.
44 Und er ließ sie erneut, ging los und betete zum dritten Mal, wobei er wieder dieselben Worte sagte.
45 Dann kommt er zu den Jüngern, und er sagt zu ihnen: „Schlaft den Rest und ruht euch aus! Siehe!, die Stunde ist nahegekommen und der Menschensohn wird ausgeliefert in die Hände von Sündern.
46 Steht auf, lasst uns aufbrechen! Siehe!, der mich ausliefert, ist nahegekommen.“
Jesus wird verraten und verhaftet
47 Und während er noch redete, siehe!, da kam Judas, einer der zwölf [Jünger], und mit ihm eine große Menschenmenge mit Schwertern und Knüppeln, von den Oberpriestern und Ältesten des Volkes.
48 Und der ihn auslieferte, hatte ihnen ein Zeichen versprochen1, indem er sagte: „Wen auch immer ich küsse, der ist es – ergreift ihn!“
- W „gegeben“
49 Und sofort ging er zu Jesus hin und sagte: „Sei gegrüßt1, Rabbi2!“, und er küsste ihn.
- W „Freue dich“; Grußformel
- B (hebr.) „Mein Meister!“; respektvolle Anrede für einen geistlichen Lehrer
50 Jesus aber sagte zu ihm: „Kamerad, dazu bist du da?“ Daraufhin traten sie heran und legten die Hände an Jesus, und sie ergriffen ihn.
51 Und siehe!, einer von denen, die bei Jesus [waren], streckte die Hand aus und zog sein Schwert heraus, und er schlug den Knecht des Oberpriesters und trennte sein Ohr ab.
52 Daraufhin sagt Jesus zu ihm: „Steck dein Schwert an seinen Platz, denn alle, die ein Schwert ziehen, werden durch ein Schwert umkommen.
53 Oder meinst du, dass ich meinen Vater nicht bitten kann und er mir jetzt mehr als zwölf Legionen Engel zur Seite stellen wird?
54 Wie sollten sich dann die Schriften erfüllen, dass es so geschehen muss?“
55 In jener Stunde sagte Jesus zu den Menschenmengen: „Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln losgezogen, um mich zu verhaften? Tag für Tag saß ich im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht ergriffen.“
56 Das Ganze aber ist geschehen, damit sich die Schriften der Propheten erfüllten. Danach verließen ihn alle Jünger und flohen.
Jesus vor dem Synedrium
57 Die aber, die Jesus ergriffen hatten, führten ihn ab zum Oberpriester Kajaphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren.
58 Petrus aber folgte ihm von Weitem bis zum Hof des Oberpriesters, und er ging hinein und setzte sich drinnen mit den Dienern hin, um das Ende zu sehen.
59 Die Oberpriester aber und das gesamte Synedrium1 suchten nach einer Falschaussage gegen Jesus, um ihn zum Tode zu verurteilen,
- Bezeichnet den 70-köpfigen „Hohen Rat“; in Jerusalem, der unter dem Vorsitz des amtierenden Oberpriesters tagt
60 aber sie fanden nichts, obwohl viele falsche Zeugen herbeikamen. Zuletzt1 aber kamen zwei herbei und
- W „Später“
61 sagten: „Dieser [Mann] sagte wiederholt: ‚Ich kann den Tempel Gottes zerstören und innerhalb von drei Tagen aufbauen.‘“
62 Da stand der Oberpriester auf und sagte zu ihm: „Antwortest du nicht auf das, was diese [Männer] gegen dich bezeugen?
63 Jesus aber schwieg. Und der Oberpriester sagte zu ihm: „Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Gesalbte1 bist, der Sohn Gottes!“
- Gr. christos; so auch in V. 68
64 Jesus sagt zu ihm: „Du hast es gesagt! Ich sage euch lediglich: Von jetzt an werdet ihr den Menschensohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels.“
65 Daraufhin zerriss der Oberpriester seine Gewänder und sagte: „Er hat [Gott] gelästert! Was brauchen1 wir noch Zeugen? Siehe!, jetzt habt ihr die Lästerung gehört.
- I „haben Notwendigkeit“
66 Was meint ihr?“ Sie aber antworteten und sagten: „Er ist des Todes schuldig!“
67 Danach spuckten sie in sein Gesicht und schikanierten ihn, manche ohrfeigten ihn
68 und sagten: „Weissage uns, Gesalbter, wer ist es, der dich geschlagen hat?“
Petrus verleugnet Jesus dreimal
69 Petrus aber saß draußen im Hof: und eine Magd trat an ihn heran und sagte: „Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer!“
70 Er aber leugnete es vor allen und sagte: „Ich weiß nicht, wovon du sprichst.“
71 Als er nun zum Tor hinausging, sah ihn eine andere, und sie sagt zu denen, die dort [waren]: „Dieser [Mann] war bei Jesus dem Nazoräer.“
72 Und wieder leugnete er mit einem Schwur: „Ich kenne den Mann1 nicht!“
- E „Menschen“; so auch V. 74
73 Kurz danach aber traten die heran, die dabeistanden, und sagten zu Petrus: „Tatsächlich, auch du bist [einer] von ihnen, denn auch dein Reden macht dich verdächtig1.“
- W „kenntlich“
74 Daraufhin begann er zu fluchen und zu schwören: „Ich kenne den Mann nicht!“ Und prompt krähte ein Hahn.
75 Da erinnerte sich Petrus an das Wort von Jesus, der gesagt hatte: „Bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen!“ Und er ging nach draußen und weinte bitterlich.
Chapter 27
Jesus wird an Pilatus ausgeliefert
1 Als es nun Morgen geworden war, hielten alle Oberpriester und Ältesten des Volkes Rat gegen Jesus, um ihn zu töten;
2 und nachdem sie ihn gefesselt hatten, führten sie ihn ab und lieferten ihn an den Statthalter Pilatus aus.
Judas bereut seinen Verrat
3 Als dann Judas, der ihn verriet, sah, dass er verurteilt würde, brachte er reumütig die dreißig Silbermünzen zu den Oberpriestern und Ältesten
4 und sagte: „Ich habe gesündigt, indem ich unschuldiges Blut verraten habe.“ Sie aber sagten: „Was [kommst du] zu uns? Sieh du zu!“
5 Und er warf die Silbermünzen in den Tempel und verschwand, und er ging fort und erhängte sich.
6 Die Oberpriester aber nahmen die Silbermünzen und sagten: „Es ist nicht erlaubt, sie in den Tempelschatz zu tun, weil es Kopfgeld1 ist.“
- W „Preis des Blutes“
7 Da hielten sie Rat und kauften davon den „Töpferacker“ als Grabstätte für die Fremden.
8 Darum wird jener Acker bis zum heutigen [Tag] „Blutacker“ genannt.
9 Da erfüllte sich, was gesagt worden ist durch den Propheten Jeremia, der sprach: „Und sie nahmen die dreißig Silbermünzen, den Preis des Geschätzten, der von den Israeliten1 geschätzt worden war, /
- E „Kinder/Söhne Israels“
10 und sie gaben sie für den Töpferacker, wie es mir der Herr aufgetragen hatte.“1
- Jer 18,2-6; 19,1-13; 32,6-15; Sach 11,12-13
Pilatus verhört Jesus
11 Jesus aber stand vor dem Statthalter; und der Statthalter fragte ihn und sagte: „Bist du der König der Judäer?“ Jesus aber sagte: „Du sagst es.“
12 Und während er von den Oberpriestern und Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts.
13 Daraufhin sagt Pilatus zu ihm: „Hörst du nicht, wie vieles sie gegen dich bezeugen?“
14 Und er antwortete ihm nicht, auch nicht auf ein einziges Wort, sodass sich der Statthalter sehr wunderte.
15 Jeweils zum Fest1 aber hatte der Statthalter die Gepflogenheit, der Menschenmenge einen Gefangenen freizulassen, den sie wollten.
- Gemeint ist das jährliche Passafest
16 Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen, der hieß Jesus1 Barabbas.
- T- „Jesus“
17 Als sie nun versammelt waren, sagte Pilatus zu ihnen: „Wen wollt ihr, dass ich euch freilasse: Jesus1 Barabbas oder Jesus, den sogenannten Gesalbten2?“
- T- „Jesus“
- Gr. christos
18 Er wusste nämlich, dass sie ihn aus Neid verraten hatten.
19 Während er nun auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau [eine Nachricht] zu ihm und sagte: „Hab nichts zu schaffen mit jenem gerechten [Mann], denn viel gelitten habe ich seinetwegen heute im Traum.“
20 Die Oberpriester und die Ältesten aber überredeten die Menschenmengen, dass sie Barabbas erbitten und Jesus umbringen sollten.
21 Da antwortete der Statthalter und sagte zu ihnen: „Wen von den beiden wollt ihr, dass ich euch freilasse?“ Sie aber sagten: „Barabbas!“
22 Pilatus sagt zu ihnen: „Was soll ich dann mit Jesus machen, dem sogenannten ‚Gesalbten1‘?“ Sie alle sagen: „Er soll gekreuzigt werden!“
- Gr. christos
23 Er aber sagte: „Was hat er denn Schlimmes getan?“ Sie aber schrien maßlos und sagten: „Er soll gekreuzigt werden!“
Pilatus lässt Jesus kreuzigen
24 Als nun Pilatus sah, dass es nichts nützte, sondern vielmehr ein Tumult entstand, nahm er Wasser und wusch sich vor der Menschenmenge die Hände und sagte: „Ich bin unschuldig am Blut dieses [Mannes]! Seht ihr zu!“
25 Und das ganze Volk antwortete und sagte: „Sein Blut [komme] über uns und über unsere Kinder!“
26 Daraufhin ließ er ihnen Barabbas frei, Jesus hingegen geißelte und übergab er, damit er gekreuzigt werde.
Jesus wird verspottet und verurteilt
27 Danach nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus zu sich in das Prätorium und versammelten die gesamte Kohorte1 gegen ihn.
- >Bezeichnet eine röm. Militäreinheit von etwa 600 Soldaten
28 Und nachdem sie ihn ausgezogen hatten, legten sie ihm einen scharlachroten Mantel um,
29 und sie flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf seinen Kopf, dazu ein Schilfrohr in seine rechte [Hand], und sie knieten vor ihm und verspotteten ihn und sagten: „Sei gegrüßt1, König der Judäer!“
- W „Freue dich“; Grußformel
30 Und sie bespuckten ihn und nahmen das Schilfrohr und schlugen auf seinen Kopf.
31 Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus, und sie zogen ihm seine Gewänder an und führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen.
32 Als sie nun hinausgingen, trafen sie einen Menschen aus Kyrene namens Simon; den zwangen sie, sein Kreuz zu tragen.
Jesus wird gekreuzigt
33 Und als sie an den Ort kamen, der Golgatha heißt (das heißt: Schädelstätte),
34 gaben sie ihm Wein zu trinken, mit Galle vermengt; und nachdem er ihn gekostet hatte, wollte er nicht trinken.
35 Nachdem sie ihn nun gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Gewänder und warfen das Los.
36 Und dort sie saßen und bewachten ihn.
37 Und sie befestigten über seinem Kopf seine Schuld, die verzeichnet ist: Dies ist Jesus, der König der Judäer.
38 Danach kreuzigen sie zusammen mit ihm zwei Räuber – einer zur Rechten und einer zur Linken.
39 Die aber vorbeigingen, lästerten über ihn, wobei sie ihre Köpfe schüttelten
40 und sagten: „Der du den Tempel abreißt und in drei Tagen erbaust, rette dich selbst! Wenn du der Sohn Gottes bist, dann steig auch herab von dem Kreuz!“
41 Genauso spotteten auch die Oberpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten1 und sagten:
- T+ „und Pharisäern“
42 „Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten! König von Israel ist er, er soll jetzt herabsteigen von dem Kreuz, dann werden wir an ihn glauben.
43 Er hat auf Gott vertraut – jetzt soll er ihn retten, wenn er ihn will. Er hat nämlich gesagt: ‚Ich bin Gottes Sohn‘!“
44 Dasselbe aber beschimpften ihn auch die Räuber, die zusammen mit ihm gekreuzigt worden waren.
Jesus stirbt am Kreuz
45 Ab der sechsten Stunde1 nun entstand eine Finsternis über dem ganzen Land2 bis zur neunten Stunde3.
- D.h. etwa zur Mittagszeit
- O „über der ganzen Erde“
- D.h. etwa 3 Uhr nachmittags
46 Um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: „Eli, Eli, lema sabachtani?“ (das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?)
47 Einige aber von denen, die dort standen, hörten es und sagten: „Er ruft Elija!“
48 Und sofort lief einer von ihnen los und holte einen Schwamm und füllte ihn mit saurem Wein und steckte ihn auf ein Schilfrohr und gab ihm zu trinken.
49 Die übrigen aber sagten: „Lass ihn! Wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihn retten wird.“
50 Und Jesus schrie erneut mit lauter Stimme und gab den Geist auf.
51 Und siehe!, der Vorhang des Tempels riss von oben bis unten entzwei und die Erde bebte, und die Felsen wurden gespalten,
52 und die Grabhöhlen öffneten sich, und viele Leichname der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt,
53 und nach seiner Auferweckung kamen sie aus den Grabhöhlen heraus und gingen in die heilige Stadt1, und sie erschienen vielen.
- D.h. Jerusalem
54 Der Zenturio1 aber und diejenigen, die mit ihm Jesus bewachten, fürchteten sich sehr, als sie das Beben sahen und was geschehen war, und sagten: „Tatsächlich, dieser [Mann] war Gottes Sohn!“
- Hauptmann einer röm. Legion
55 Es waren aber viele Frauen dort, die von weitem zuschauten; sie waren Jesus aus Galiläa gefolgt und hatten ihm gedient;
56 unter ihnen waren Maria Magdalena und Maria, die Mutter von Jakob und Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.
Jesus wird in ein Grab gelegt
57 Als es nun Abend wurde, kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef, der selbst auch ein Jünger von Jesus geworden war.
58 Dieser ging zu Pilatus und bat um den Leichnam von Jesus. Daraufhin befahl Pilatus, dass er ausgehändigt werde.
59 Und Josef nahm den Leichnam und wickelte ihn in reines Leinen,
60 und er legte ihn in seine neue Grabhöhle, die er in den Felsen gehauen hatte, und nachdem er einen großen Stein vor den Eingang1 der Grabhöhle gewälzt hatte, ging er fort.
- E „die Türe“
61 Es waren aber Maria Magdalena und die andere Maria dort und saßen gegenüber von der Grabstätte.
Soldaten sollen das Grab bewachen
62 Und am folgenden [Tag], welcher nach dem Vorbereitungstag kommt1, versammelten sich die Oberpriester und die Pharisäer bei Pilatus
- E „ist“
63 und sagten: „Herr, wir haben uns daran erinnert, dass jener Verführer, als er noch lebte, gesagt hat: ‚Nach drei Tagen werde ich auferweckt.‘
64 Befiehl also, dass die Grabstätte gesichert wird bis zum dritten Tag, sonst kommen seine Jünger und stehlen ihn und sagen dem Volk: ‚Er ist auferweckt worden von den Toten‘, dann wird die letzte Verführung schlimmer sein als die erste.“
65 Pilatus sagte zu ihnen: „[Da] habt ihr eine Wache; geht hin, sichert sie, wie ihr es [zu tun] wisst.“
66 Sie wiederum gingen und sicherten die Grabstätte, indem sie den Stein versiegelten mit der Wache.
Chapter 28
Jesus ist auferstanden
1 Nach dem Sabbat nun, in der Morgendämmerung zum ersten [Tag] der Woche, gingen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach der Grabstätte zu sehen.
2 Und siehe!, ein großes Beben ereignete sich; denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab und kam herbei und wälzte den Stein weg, und er saß darauf.
3 Und sein Aussehen war wie ein Blitz und seine Kleidung weiß wie Schnee.
4 Aber aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter, und sie wurden wie Tote.
5 Da reagierte1 der Engel und sagte zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht, denn ich weiß, dass ihr Jesus sucht, den Gekreuzigten!
- E „antwortete“
6 Er ist nicht hier, denn er ist auferweckt worden, wie er gesagt hat. Kommt, seht den Ort, wo er1 lag!
- T* „der Herr“
7 Dann geht rasch und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferweckt worden ist, und siehe!, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe!, ich habe es euch gesagt.“
8 Und sie gingen rasch weg von der Grabhöhle, mit Furcht und großer Freude, und rannten, um es seinen Jüngern zu berichten.
9 Und siehe!, Jesus begegnete ihnen und sagte: „Seid gegrüßt1!“ Sie aber traten heran und ergriffen seine Füße, und sie warfen sich vor ihm nieder.
- W „Freue dich“; Grußformel
10 Daraufhin sagt Jesus zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Geht hin, berichtet meinen Geschwistern1, dass sie nach Galiläa aufbrechen sollen; und dort werden sie mich sehen.“
- O „Brüdern“
Die Grabwache wird bestochen
11 Während sie nun hingingen, siehe!, da kamen einige von der Wache in die Stadt und berichteten den Oberpriestern alles, was geschehen war.
12 Und nachdem sie sich mit den Ältesten versammelt und Rat gehalten hatten, gaben sie den Soldaten etliche Silbermünzen
13 und sprachen: „Sagt [einfach]: ‚Seine Jünger sind nachts gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.‘
14 Und falls dies vor dem Statthalter gehört wird, werden wir ihn beschwichtigen und euch ‹schadlos halten›1.“
- W „sorgenfrei machen“
15 Sie aber nahmen die Silbermünzen und handelten, wie sie instruiert worden waren. Und diese Aussage hat sich bei den Judäern verbreitet bis zum heutigen Tag.
Jesus gibt den Aposteln letzte Anweisungen
16 Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa, auf den Berg, den Jesus ihnen angeordnet hatte.
17 Und als sie ihn sahen, warfen sie sich nieder, manche zweifelten [jedoch].
18 Und als Jesus herantrat, redete er zu ihnen und sagte: „Mir wurde alle Vollmacht gegeben, im Himmel und auf der Erde.
19 Also geht hin und macht alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes
20 und sie lehrt, alles zu halten1, was ich euch geboten habe! Und siehe!, ich bin alle Tage bei euch, bis zur Vollendung des Zeitalters.“
- O „bewahren“