reltext

Chapter 1

1 1 [Dies ist das] Buch des Ursprungs (des Stammbaums, der Entstehung) 2 von Jesus Christus, dem Sohn3 von David, dem Sohn von Abraham.

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. S. Diskussion:Matthäus_1
  3. Gemeint ist nicht die Verwandtschaft 1. Grades, sondern so etwas wie „Nachkomme“ oder „Spross“.

2 Abraham zeugte (brachte hervor)1 Isaak, Isaak {aber} zeugte Jakob, [und] Jakob {aber} zeugte Juda und seine Brüder.

  1. GNB: „Von Abraham stammte Isaak“.

3 Juda {aber} zeugte Perez und Serach mit Tamar [als Mutter]. Perez {aber} zeugte Hezron, Hezron {aber} zeugte Aram,

4 Aram {aber} zeugte Amminadab, Amminadab {aber} zeugte Nachschon, Nachschon {aber} zeugte Salmon,

5 [und] Salmon {aber} zeugte Boas mit Rahab [als Mutter]. Boas {aber} zeugte Obed mit Rut [als Mutter]. Obed {aber} zeugte Isai,

6 [und] Isai {aber} zeugte David, den König. David {aber} zeugte Salomo mit der Frau des Urija.

7 Salomo {aber} zeugte Rehabeam, Rehabeam {aber} zeugte Abija, Abija {aber} zeugte Asa,

8 Asa {aber} zeugte Joschafat, Joschafat {aber} zeugte Joram, Joram {aber} zeugte Usija,

9 Usija {aber} zeugte Jotam, Jotam {aber} zeugte Ahas, Ahas {aber} zeugte Hiskija,

10 Hiskija {aber} zeugte Manasse, Manasse {aber} zeugte Amos, Amos {aber} zeugte Joschija,

11 [und] Joschija {aber} zeugte Jojachin und seine Brüder zur [Zeit der] Wegführung1 nach Babyloniën.

  1. In ein anderes Land versetzen. Ausdrücke mit Wertung: (Gewaltsame) Deportation, Verschleppung, Verbannung, Gefangenschaft.

12 Nach der Wegführung {aber} nach Babyloniën zeugte Jojachin Schealtiël, Schealtiël {aber} zeugte Serubbabel,

13 Serubbabel {aber} zeugte Abihud, Abihud {aber} zeugte Eljakim, Eljakim {aber} zeugte Azor,

14 Azor {aber} zeugte Zadok, Zadok {aber} zeugte Achim, Achim {aber} zeugte Eliud,

15 Eliud {aber} zeugte Eleasar, Eleasar {aber} zeugte Mattan, Mattan {aber} zeugte Jakob,

16 Jakob {aber} zeugte (brachte hervor) Josef, den Mann von Maria, von der Jesus geboren (mit der Jesus gezeugt, mit der Jesus hervorgebracht)1 wurde, der Christus genannt wird.

  1. Das griechische Wort bedeutet sowohl zeugen als auch gebären und hervorbringen.

17 All die Generationen [sind] demnach (also) von Abraham bis David 14 Generationen und von David bis zur Wegführung nach Babyloniën 14 Generationen und von der Wegführung nach Babyloniën bis Christus 14 Generationen.

18 Die Geburt1 Jesu Christi2 {aber} ereignete sich folgendermaßen (fand folgendermaßen statt): Seine Mutter Maria war mit Josef verlobt3 (Josefs Braut geworden, dem Josef vertraut). Bevor sie zusammengekommen waren4 (er sie heimgeholt hatte, sie einander ehelich beigewohnten, die Ehe eingangen waren), stellte sich heraus, dass sie vom Heiligen Geist5 schwanger geworden war (ein Kind erwartete, etwas in ihrem Bauch hatte).

  1. Textkritik: Viele Handschriften: γένεσις (Entstehung, Werdung, Geburt). Einige andere Handschriften: γέννησις (Zeugung, Geburt).
  2. Textkritik: „Seine Geburt“ (ohne Namensnennung).
  3. Partizip Aorist Passiv
  4. Infinitiv Aorist
  5. Im gr. Text wird der Heilige Geist am Ende des Satzes erwähnt, um zu betonen, dass das Kind von ihm gezeugt ist und nicht von einem Menschen.

19 Josef {aber}, ihr Verlobter1, [weil] er gerecht (rechtschaffen) war2 und sie nicht bloßstellen (öffentlich zur Schau stellen, als Ehebrecherin hinstellen) wollte3, überlegte sich, sie heimlich fortzuschicken.

  1. Wörtlich: „Mann“ oder „Gatte“. Ihre Beziehung befindet sich in dem Stadium zwischen „schon verlobt“, aber noch nicht „die Ehe eingegangen“. GNB: „Josef, dem sie durch Verlobung schon rechtsgültig verbunden war“.
  2. Partizip Präsenz
  3. Partizip Präsenz

20 Während er dieses abwägte1 (überlegte), siehe, ein Engel des Herrn erschien ihm während eines Traums (traummäßig, in einer Traumerscheinung) und sagte: „Josef, Sohn Davids, scheue (fürchte) dich nicht [davor], Maria, deine Verlobte2, zu dir zu nehmen (heimzuholen). Denn das in ihr Gezeugte ist vom Heiligen Geist.

  1. Partizip Aorist Passiv
  2. Wörtlich: »Frau« oder »Gattin«. Ihre Beziehung befindet sich in dem Stadium zwischen »schon verlobt«, aber noch nicht »die Ehe eingegangen«.

21 Sie wird {aber} einen Sohn gebären und du sollst ihm den Namen Jesus geben1. Er 23 wird nämlich sein Volk von ihren Sünden retten.“

  1. Wörtlich: »du wirst seinen Namen Jesus rufen«. Der Gebrauch des Futurs deutet eigentlich auf eine Handlung in der Zukunft hin. Allerdings kann das Futur auch eine abgeschwächte Befehlsform sein oder sogar ein göttliches Gebot bezeichnen (KEK, Mayer 1864, S. 63). καλέω mit doppeltem Akkusativ meint: Eine Namensbelegung für jemanden durchführen (Bauer 1971, S. 788).
  2. Steht im gr. sehr pointiert am Anfang des Satzes, also mit dem Beiklang: »Er und kein anderer«.
  3. Der Name »Jesus« geht zurück auf das hebräische Wort ישע, was soviel wie »retten« oder »freisetzen« bedeutet.

22 Dies {aber} Ganze passierte1(geschah, ereignete sich, trug sich zu), damit sich das vom Herrn durch einen2 Propheten3 Gesagte erfüllte. Er sagte4 (Jes 7,14):

  1. Das gr. Wort γέγονεν steht zwar im Perfekt, wird aber regelmäßig wie normales Erzähltempus (Aorist) verwendet (Joh19,36: ἐγένετο). Das Perfekt als Perfekt zu übersetzen hat den Beiklang: „Dies {aber} Ganze hat sich {so} ereignet und hat nun folgende Konsequenzen“.
  2. Wörtlich: „durch den Propheten“. Welcher Prophet tatsächlich gemeint ist, muss der Leser aus dem Zusammenhang erschließen.
  3. Textkritik: Einige Handschriften ergänzen den Namen des Propheten: „Jesaja“.
  4. Partizip Präsens

23 „Siehe, eine Jungfrau1 ist schwanger2 (erwartet ein Kind, hat etwas in ihrem Bauch) und wird einen Sohn gebären und sie werden ihm den Namen Immanuël34 geben.“ Das ist übersetzt: „mit uns [ist] Gott“5

  1. Der hebr. Ausdruck im zitierten Text lautet הָעַלְמָ֗ה, was ein »mannbares unverehelichtes jugendliches Frauenzimmer« meint (KEK, Mayer 1864, S. 64).
  2. Eigentlich Futur: »wird schwanger sein«. Der alttestamentliche Text nimmt das prophetisch vorweg, was sich jetzt ereignet (KEK, Mayer 1864, S. 66).
  3. Hebr. עִמָּנוּ אֵל: »mit uns [ist] Gott«
  4. Schreibweise unklar: Einheitsübersetzung schreibt »Immanuel« (ohne Trema), Loccumer Richtlinien schreiben »Immanuël« (mit Trema)
  5. Das gr. μέτα + Gen. bezeichnet einen Zustand von Gemeinschaft: „Gott, der enge Gemeinschaft mit uns hat“ oder „Gott, der uns beisteht“ oder „Gott, der mit uns geht“ oder „Gott, der bei uns bleibt“.

24 Aus dem Schlaf aufgewacht1 {aber} handelte Josef so, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau auf

  1. Partizip Aorist. Aufgelöst: „Nachdem er aus dem Schlaf aufgewacht war“.

25 und erkannte sie nicht1 bis2 sie einen Sohn3 gebar. {Und} er nannte ihn Jesus.

  1. Atl. bzw. semitisierender Euphemismus für "schlief nicht mit ihr".
  2. Ökumene-Alarm: Meyer argumentiert scharf dafür, dass ἕως οὗ sinngemäß übersetzt werden sollte mit „nicht allein bis – sondern auch nachher nicht“ (Meyer 1864, S. 68).
  3. Textkritik: Einige Handschriften ausführlicher: „ihren erstgeborenen Sohn“.

Chapter 2

1 1 Als {aber} Jesus geboren worden war2 in Betlehem in Judäa (im jüdäischen Betlehem)3 in den Tagen des Königs Herodes4, siehe, da kamen Magier5 von (aus dem) Osten (vom Sonnenaufgang her)6 nach Jerusalem

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Partizip Aorist, hier ist wohl ein zeitlicher Sprung, deswegen auch (leicht) Nachzeitig übersetzbar (Newman, UBS Handbook, S. 33)
  3. Wörtlich: im Betlehem des Judäa. Der chorografische Genitiv meint: Judäa ist das Land, in dem sich die Stadt Bethlehem befindet (BDR, §164.3).
  4. „Herodes der Große“,
  5. Priester, die sich mit Astrologie beschäftigen (KEK, Mayer 1864, S. 72). „Angehörige einer vornehmen babylonischen Priester- und Gelehrtenklasse“ (Rienecker 2008, S. 36), also Adlige, die auch naturwissenschaftlich und astronomisch geschult sind. Zum Wort allgemein s. Magier.
  6. „What is meant by the East is not known precisely, though most commentators assume Babylonia is intended“ (Newman, S. 33) Die Übersetzung „aus dem Osten“ scheint also am treffendsten zu sein.

2 [und] sagten: Wo ist der neugeborene1 König der Juden? Wir haben nämlich im Osten seinen Stern gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten (ihm zu huldigen, uns ihm zu unterwerfen, seinen Kleidersaum berühren)2.

  1. Partizip Aorist Passiv. Eigentlich: „der geboren worden ist“. Rienecker entscheidet sich für letzteres und weist mit Hinblick auf Vers 16 auf einen zeitlichen Abstand von bis zu zwei Jahren zum Geburtsereignis hin (Rienecker 2008, S. 36). Hier gibt es aber durchaus andere Meinungen (Newman, S. 33)
  2. Nach Rienecker ist hier die Übersetzung „huldigen“ am umfassendsten, da alle anderen Begriffe nur die äußere Umschreibung der allumfassenden Unterwerfung seien (Rienecker 2008, S. 36)

3 Als {aber} der König Herodes das hörte, geriet er in Verwirrung (erschrak er) und die ganze [Stadt] Jerusalem (die Bewohner Jerusalems) mit ihm

4 und er versammelte1 all2 die Hohenpriester und Schriftgelehrten (theologische Lehrer, Ausleger des Gesetzes) des Volks [und] erkundigte sich (brachte durch Erfragen in Erfahrung) bei ihnen, wo der Christus geboren werde.

  1. Partizip Präsens
  2. Ist an eine Sitzung des Hohen Rats/Sanhedrins gedacht (KEK, Mayer 1864, S. 76)? Laut Rienecker handelt es sich um eine feststehende Formulierung dafür (WSB, Rienecker, S. 37).

5 Sie {aber} sagten ihm: „In Bethlehem in Judäa. Folgendermaßen ist es nämlich aufgeschrieben1 mittels2 eines Propheten:

  1. Technischer Fachbegriff der Schriftgelehrten (Bauer zu γράΦω).
  2. Die göttliche Botschaft stammt von Gott, wird aber durch einen Propheten weiterverbreitet.

6 »Und du, Bethlehem, im Land Juda, bist keineswegs unbedeutend unter den Stammesführern1 in Juda. Aus dir {nämlich} wird ein Führender2 ausgehen3, der mein Volk Israel weiden wird4.«“5

  1. Bei Micha: באלפי. Vokalisiert man בְּאַלְפֵי kommt es von אֶלֶף (Abteilung des Volks, Stamm, Tausendschaft) und wird mit ἐν χιλιάσιν übersetzt (es handelt sich also um eine Gruppe von Menschen). Vokalisiert man בְאַלֻפֵי kommt es von אַלּוּף (Anführer eines Stamms) und wird mit ἐν ἡγεμόσιν übersetzt (es handelt sich also um eine Einzelperson). LXX übersetzt mit ἐν χιλιάσιν, Mt offensichtlich mit ἐν ἡγεμόσιν. Mt kann damit auf die Person Jesus Christus hinweisen.
  2. Partizip von ἡγέομαι, nicht ἡγεμῶν.
  3. Micha 5,1
  4. 2 Samuel 5,2
  5. Eine freie Wiedergabe von Mi 5,1.3.

7 Daraufhin rief1 Herodes die Magier heimlich [zu sich] und ließ sich von ihnen akribisch genau den Zeitraum der Sichtbarkeit2 des Sterns mitteilen.

  1. Partizip Aorist. Vorzeitig: „Nachdem Herodes die Magier heimlich [zu sich] gerufen hatte.“
  2. Partizip Präs.

8 Und als er sie nach Bethlehem schickte1, sagte er: „Reist (geht) [dorthin] und forscht2 akribisch genau über das Kind nach. Wenn3 ihr dann ({aber}) fündig geworden seid, berichtet mir [davon] (vermeldet es mir), damit auch ich komme4 und es fußfällig verehre.“

  1. Partizip Aorist. Also eigentlich vorzeitig: „Nachdem er sie nach Bethlehem geschickt hatte, sagte er...“. Vielleicht so: „Er schickte sie nach Bethlehem und erwähnte dabei noch beiläufig...“?
  2. Kein Imperativ, sondern Konjunktiv.
  3. ἐπάν (temporal) antwortet häufig auf die Frage »Zu welcher Stunde?« (also genauer als einfach nur »wann?«). Herodes scheint das hier alles sehr genau zu nehmen. Etwas überspitzt: »Sofort zu dem Zeitpunkt, an dem ihr...«. ἐπάν kann aber auch allgemeiner gemeint sein (BDR §455,1).
  4. Partizip Aorist

9 Als sie {aber} den König gehört hatten, gingen sie, und siehe, der Stern, den sie im Aufgang (Osten, Morgenland) kannten, ging ihnen voran1, {und} während er ankam, stellte er sich auf dort, wo das Kind war2.

  1. προῆγεν Impf.
  2. Impf.

10 Als sie {aber} den Stern erblickten, freuten sie sich eine sehr große Freude (sie wurden von einer sehr großen Freude erfüllt).

11 Und als sie in das Haus gingen, erkannten sie das Kind mit seiner Mutter Maria und, niederfallend1, beteten sie es an, und als sie ihren Schatz (Schatzbehälter) öffneten, brachten (darbringen, herzubringen, hinbringen, überreichen, geben) sie ihm Geschenke (Opfergaben) dar, Gold und Weihrauch und Myrrhe.

  1. Partizip Aorist, hier als Partizip übersetzt. Eventl. "indem sie niederfielen"?

12 Und gemäß (in) einem Traum1 wurde ihnen befohlen2, nicht zu Herodes zurückzukehren3, durch einen anderen Weg kehrten sie in ihr Land zurück.

  1. Laut Haubeck/Siebenthal 2008 κατ’ ὄναρ bei Mt. immer "im Traum"
  2. Part. Aor. Übersetzung vrmtl. kausal: "Weil ihnen in einem Traum befohlen wurde"
  3. Aor. Inf. Übersetzung als NcI, da Part. Aor. im Nom.

13 Als sie aber weggingen {siehe} ein Engel des Herrn erschien gemäß (in) einem Traum1 dem Josef und sagte2: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter mit und fliehe nach Ägypten und bleibe dort, bis ich dir sage3! Denn Herodes beabsichtigt, dass Kind suchen zu lassen4 (und) es zu töten.

  1. Vgl. Anmerkungen zu Mt 2,12
  2. Eig. Partizip: "sagend"
  3. hier könnte eine sinngemäße Ergänzung stehen: „es“ oder den Gegensatz implizierend „anderes“. Haubeck/Siebenthal schlägt vor: „bis ich's dir sage“ (Haubeck/Siebthal 2008, S. 8)
  4. AcI

14 Und als er aufstand1 nahm er das Kind und seine Mutter des Nachts(zur Nachtzeit) mit sich und ging weg (entfernte sich) nach Ägypten.

  1. Rienecker weist auf den identischen Aufbau von den Teilen in Vers 13 und 14: Das deute auf eine große Eile hin (Rienecker 2008, S. 44).

15 Und er blieb1 dort bis zum Tode des Herodes; Auf daß vollendet würde was gesagt wurde2 vom Herrn durch den Propheten, der sagt: „Aus Ägypten rief(berief) ich meinen Sohn.“34

  1. Impf.
  2. Partizip Aorist
  3. Hosea 11,1
  4. Nach Rienecker im Gr. eine direkte übersetzung von Hos 11,1 aus dem Hebräischen (Rienecker 2008, S. 44)

16 Zu der Zeit, als Herodes verstand, dass er hintergangen(getäuscht) wurde von den Magiern wurde er sehr Zornig und indem er aussandte(aussendend)1 tötete(vernichtete, beseitigte) er alle der Kinder in Betlehem und in {jedem seinem Gebiet}(seiner ganzen Umgebung) bis zu zwei Jahren und darunter(weniger an Alter), gemäß der Zeit, nach der er sich genau von den Magiern erkundigt hatte.

  1. Part. Aor. vermutlich am besten übersetzen mit lassen

17 Damals (darauf) erfüllte sich, was gesagt wurde durch Jeremia den Propheten, der da sagt:

18 Geschrei (Rufe) sind gehört worden in Rama, Weinen und viel(heftiges, lautes) Klagen(Wehklagen); Rahel beweint ihre Kinder, und nicht mag (will) sie sich trösten lassen1 denn sie sind nicht mehr da.2

  1. Aor. Inf.
  2. Jeremia 31,15

19 Als aber Herodes (starb)ein Ende nahm, siehe, ein Engel des Herrn erschien im Traum dem Josef in Ägypten

20 der sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und gehe in das Land Israel1; denn es ist tot2, der dem Kind nach dem Leben trachtet3

  1. Vgl. Vers 13 für Formen, Satz ist gleich aufgebaut
  2. Perfekt, resultativer Aspekt für die Gegenwart
  3. atl. Idiom für „nach dem Leben trachten“(Haubeck/Siebthal 2007, S. 9)

21 Er (aber) stand auf, nahm das Kind und seine Mutter und ging in das Land Israel.

22 Hörend aber(Als er aber hörte), dass Archelaus König {ist} war der Juden statt(anstelle) seines Vaters Herodes, hatte er Angst dort hinzugehen1; Da ihm im eine Weisung gegeben wurde2 {aber} im Traum ging er in das Gebiet Galliläas

  1. Aor. Inf.
  2. Part. Aor. Passiv, eventl. auch temporal "als ihm eine Weisung gegeben wurde..."

23 und als er kam lies er sich nieder in einer Stadt die genannt wurde(namens) Nazareth; dass(damit) vollendet wurde, was gesagt wurde durch die Propheten: „Er wird Nazarener(aus Nazareth) genannt werden“1.

  1. Dieses findet sich so nicht im AT, Rienecker vermutet ein Wortspiel in Anlehnung an Jes 11,1 (Rienecker 2008, S. 49), Haubeck/Siebenthal vermuten hingegen eine Zusammenfassung verschiedener prophetischer Aussagen (Haubeck/Siebthal 2007, S. 10)

Chapter 3

1 1 In jenen Tagen aber predigte (tritt auf, kommt) Johannes der Täufer (verkündend)2 in der Wüste von Judäa

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Wird das Partizip mit dem Prädikat des Wortes zu „predigte“ vermengt, fällt es weg. Sonst „tritt auf ... um zu verkündigen“

2 [und] sprach (sagte): Bekehrt euch (Tut Buße, Denkt um)1, denn das Himmelreich (Reich der Himmel, Königsherrschaft der Himmel) ist nahe (hat sich genaht).

  1. Im Sinne des AT ist wohl eher eine Bekehrung gemeint, weniger ein Buße tun (Rienecker 2008, S. 52)

3 Dieser nämlich ist es (der Gesagte), von dem (durch) Jesaja der Prophet sprach (sagend), als er sagte: Eine Stimme ruft (eines Rufenden) in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, ebnet (Gerade macht) seine Pfade!

4 Er aber, Johannes, hatte ein (sein) Kleid aus Kamelhaar und einen ledernen Gürtel um seine Hüften (Lenden); (aber) seine Nahrung (Speise) bestand aus (war) Heuschrecken und wildem Honig.

5 Da (Damals) zog (ging) zu ihm hinaus Jerusalem, und ganz Judäa und das ganze Umland(die ganze Umgebung) des Jordans,

6 und sie ließen sich taufen(wurden getauft) im Fluß Jordan von ihm, weil(indem) sie ihre Sünden bekannten.

7 (Aber) Als Johannes (sah dass) viele der Pharisäer und Sadduzäer zu seiner Taufe kommen sah (kamen), sagte er zu ihnen: Ihr Schlangenbrut (Brut von Giftschlangen, Nachkommen der Giftschlangen), wer hat euch denn gelehrt (bewiesen), dass ihr dem kommenden Gericht (Zorn) entrinnen könnt?

8 Zeigt also, dass ihr eure Einstellung geändert habt1!

  1. Wörtlich: Bringt rechte Frucht der Umkehr(Buße) hervor!

9 Und denkt nicht (Lasst Euch nicht einfallen) dass ihr zu euch selbst sagen könntet: Wir haben Abraham als Vater. Denn ich sage euch: (Es kann) Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken(hervorbringen).

10 Schon aber ist die Axt an die Wurzeln der Bäume gelegt; denn jeder Baum, der nicht gute Früchte (Frucht) hervorbringt1, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.

  1. Oder: „wenn er nicht ... hervorbringt“

11 Ich taufe euch (zwar, einerseits) mit(in) Wasser zur Umkehr(Buße1); der aber nach mir kommen wird, ist stärker als ich, und ich bin es nicht wert (nicht gut/genügend genug), ihm die Sandalen zu tragen2(seine Sandalen aufzuheben); er wird euch mit(in) dem Heiligen Geist und Feuer taufen;

  1. s.o.
  2. Leichtester Dienst von Haussklaven (Rienecker 2008, S. 60)

12 seine Worfschaufel ist in seiner Hand (und) er wird seine Tenne gründlich säubern(reinigen) und seinen Weizen(Korn, Getreide) in der Scheune sammeln(zusammenbringen), aber die Spreu wird er verbrennen mit(durch) unauslöschlichem Feuer.

13 Dann(Zu dieser Zeit) kam Jesus von Galiläa (her) an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen(um von ihm getauft zu werden).

14 Johannes aber hinderte ihn (wehrte ihm) und sprach: Ich habe es nötig von dir getauft zu werden und du kommst zu mir?

15 Jesus antwortete ihm jedoch: Lass es jetzt gut sein(geschehen)! Denn so gebührt (geziemt) es uns(Denn es ist recht, dass wir), alle(die ganze) Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er ihn gewähren(es geschehen).

16 Als Jesus getauft war1, stieg er sofort aus dem Wasser herauf (heraus) ; und siehe, da öffneten sich [ihm] die Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabkommen.

  1. oder: wurde, da Aor. aber Passiv.

17 Und siehe, es kam eine Stimme vom(aus dem) Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Chapter 4

1 1 Zu dieser Zeit (Damals) wurde Jesus hinaufgeführt in die Wüste von dem Geist, damit er versucht würde2 vom Teufel.

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Hier steht ein Infinitiv, vermutlich Final am besten zu übersetzen. Alternativ: „um vom.... versucht zu werden....“

2 Und er fastete1 vierzig Tage und vierzig Nächte, danach litt er Hunger (hungerte er).

  1. eigentlich Partizip. Hier final, man könnte auch temporal übersetzen: „Nachdem er...“ wobei das nachzeitig wäre, das weitere Verb aber auch Aorist.

3 Und es ging voran1 der Versucher (der Versuchende) und sagte (zu) ihm: Wenn du wirklich (Vorausgesetzt, dass du) Sohn Gottes bist, sprich, dass (damit, so dass) diese Steine Brote werden.

  1. Eig. Partizip

4 Dieser aber antwortete1: Es ist geschrieben (Es steht geschrieben): Nicht aufgrund von Brot allein wird der Mensch am Leben bleiben (leben, lebendig sein), sondern aufgrund jeden Wortes, das herauskommt2 (hinausgeht, sich verbreitet) durch den Mund Gottes.3

  1. wörtl.: sagte antwortend
  2. Partizip. Wörtlich: herauskommend
  3. Deuteronomium 8,3

5 Dann nahm ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf den zum Tempel gehörenden (heiligen, geweihten) Rand (Abschluss, Zinne)1

  1. Gemeint ist wohl: Die Zinne auf dem Tempel, bzw. den Rand des Daches des Tempels

6 und sagte (zu) ihm: Wenn du wirklich Sohn Gottes bist, wirf dich selbst hinunter; denn es steht geschrieben, dass er seine Engel befehlen wird für (über) dich und auf Händen werden sie dich tragen (heben) damit du nicht stößt an einem Stein deinen Fuß.

7 Jesus sagte ihm: Wieder (Weiterhin, Ferner) steht (ist) geschrieben: Du wirst (darfst) nicht versuchen1 den Herrn deinen Gott.

  1. Eig. Futur, aber mit Verneinung oft Gebot

8 Wiederum nahm ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Königreiche der Erde und ihre Herrlichkeit

9 und sagte ihm: Diese werde ich dir alle geben, wenn du niederfallend1 mich anbetest (verehrst).

  1. Dieses Partizip sollte man auflösen. Da beide Worte die Bedeutung "niederknien" haben vlt. einfach final: „wenn du niederfällst und mich anbetest“ oder „wenn du, in dem du niederfällst, mich anbetest“

10 Darauf sagte Jesus (zu) ihm: Gehe weg (fort), Satan; Denn es steht geschrieben: Den Herrn deinen Gott wirst (sollst)1 du anbeten und nur ihm dienen2.

  1. Fut. mit Befehlsbedeutung
  2. Deuteronomium 6,13

11 Dann lies von ihm ab (verlies ihn) der Teufel und siehe, Engel näherten sich (kamen herzu) und dienten ihm (umsorgten ihn, kümmerten sich um ihn).

12 Aber als er hörte1, dass Johannes gefangen genommen war (ausgeliefert/übergeben worden war), zog er sich zurück (ging er weg, entfernte er sich) nach Galiläa.

  1. Part., wörtlich: „gehört habend“

13 Und als er Nazareth verlies1 ging er2 (und) nahm seinen Wohnsitz in Kafarnaum, dass am Meer gelegen war (wohnte er in dem am See gelegenen Kafarnaum), im Gebiet3 von Sebulon und Naftali.

  1. Eig. Partizip: „Nazareth verlassend“
  2. Eig. Partizip: „gehend“
  3. wörtlich „in den Grenzen“

14 Damit erfüllt wurde das Gesagte durch Jesaja, den Propheten, der spricht:

15 Land Sebulon und Land Naftali, zum See hin1, gegenüber dem (auf der anderen Seite des) Jordan [gelegen], Galiläa der Völker (Nicht-Juden, Heiden) -

  1. „zum…hin“ Hebraismus, wörtlich „einen Weg“

16 Das Volk, das sitzt (wohnt) in Finsternis, hat ein großes Licht gesehen (erblickt), und denen, die sitzen (wohnen)1 in einem Gebiet (Land) und einem Schatten des Todes, ihnen ist ein Licht aufgegangen.

  1. Partizip. Alternative Übersetzung: „den dort Wohnenden“

17 Seit dann (Von da an) fing Jesus an zu verkünden (bekanntzumachen) und zu sprechen: Kehrt um (tut Buße), denn nahe herbeigekommen ist die Königsherrschaft (das Reich) der Himmel1.

  1. Plural, gemeint sind die verschiedenen Sphären des Himmels (Quelle??)

18 Als er aber entlang des Galiläischen Meeres ging1 (wanderte), sah er zwei Brüder, Simon, den man Petrus nennt2 und Andreas, seinen Bruder, als sie Netze in den See warfen3; denn sie waren Fischer.

  1. Partizip Präsens, Übersetzung hier gleichzeitig
  2. Partizip. Wörtlich „den genannten“
  3. Partizip. Vielleicht besser: „während“? Wohl aber temporal, eventl. kausal

19 und er sagte ihnen: Kommt her (auf!), hinter mich1 und ich werde euch machen zu Fischern der Menschen.

  1. Gemeint ist wohl etwas wie: „Auf, folgt mir nach!“

20 Diese aber ließen sofort die Netze zurück1 (und) folgten ihm nach (begleiteten ihn).

  1. Eig. Partizip: „Diese aber, sofort die Netze zurücklassend...“. Übersetzung vlt. kausal (indem) oder einfach auflösen

21 Und von dort ging er weiter1 und sah zwei andere Brüder, Jakobus den (Sohn) des Zabedäus und Johannes, den Bruder von ihm (seinen Bruder), in dem Schiff mit Zabedäus, den Vater von ihnen (ihrem Vater), als sie ihre Netze in Ordnung brachten (zurechtbrachten)2, und berief sie (lud sie ein, rief sie an, sprach sie an).

  1. Partizip. Übersetzung aufgelöst oder temporal („während er von dort weiterging“ oder „als...“
  2. Partizip, hier temporal

22 Diese aber ließen sofort das Schiff und ihren Vater zurück1 (und) folgten ihm nach (begleiteten ihn).

  1. Partizip. Vgl. Vers 20)

23 Und er zog (ging) umher in ganz Galiläa, lehrte1 in ihren Synagogen, verkündigte2 das Evangelium (die Frohe Botschaft) vom Reich (der (Königs-)Herrschaft) und heilte jede (alle) Krankheit und jedes Gebrechen (Schwachheit) im Volk.

  1. Partizip. Eventl. auch „um...zu“
  2. Partizip. Eventl. auch „um...zu“

24 Und es (ver)breitete sich (ging aus) die Kunde (das Gerücht, die Nachricht) von ihm in ganz Syrien; und sie (man) brachten (zu) ihm alle Kranken1, von verschiedensten (verschiedenartigen, mannigfachen) Gebrechen (Krankheiten) und Beschwerden (Qual, Pein) Gezeichnete2 [und] (von Dämonen) Besessene, Mondsüchtige (Epileptiker) und Gelähmte und er heilte sie.

  1. Partizip
  2. Partizip

25 Und es folgten ihm viele Leute (eine große (Volks-)Menge) aus Galiläa, der Dekapolis1, aus Jerusalem, Judäa und jenseits vom Jordan.

  1. Griech. für „[Gebiet der] zehn Städte“, ein heidnisch bewohntes Gebiet östlich des Toten Meeres.

Chapter 5

1 1 Aber als er die (Volks-)Menge sah2, stieg er auf den Berg (ging hinauf) und setzte sich3 (nieder), seine Schüler (Jünger) traten (kamen) zu ihm.

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Partizip. Wörtlich: „die Volksmenge erblickend...“
  3. Partizip. Alternativ: „als er sich setzte“

2 Er öffnete seinen Mund und1 lehrte sie {sagend}:

  1. Beschreibendes adv. Partizip Aorist Aktiv, gleichgeordnet aufgelöst. Redewendung, die eine feierliche Rede einleitet (Haubeck/Siebthal 2007, S. 18)

3 Glücklich (selig, reich, gesegnet, zu beneiden, zu beglückwünschen) sind die Armen (in) dem Geist1, denn ihnen gehört (ihrer) (ist) die Herrschaft (Königreich) der Himmeln (das Himmelreich).

  1. Gemeint ist wohl die Haltung gegenüber Gott bzw. die Beziehung mit ihm. „sie sind sich bewusst, dass sie m[it] leeren Händen vor ihm [Gott] stehen u[nd] daher ganz auf seine Hilfe angewiesen sind“ (Haubeck/Siebthal 2007, S. 18)

4 Glücklich sind die Trauernden (die traurig sind, die Kummer haben), denn sie werden getröstet werden.

5 Glücklich sind die Sanftmütigen (Freundlichen, Gnädigen), denn sie werden die Erde erben (erlangen).

6 Glücklich sind, die hungern und dürsten (sehnsüchtig warten auf) nach Gerechtigkeit1, denn sie werden gesättigt (sattgemacht, ernährt) werden.

  1. Aber auch: Frömmigkeit, Aufrichtigkeit, dem Willen Gott entsprechend!

7 Glücklich sind die Barmherzigen (die Erbarmen erweisen, Mitleid haben), denn sie werden Barmherzigkeit erlangen (finden).

8 Glücklich sind die Reinen im Herzen, denn sie werden Gott sehen (schauen, bemerken, erkennen).

9 Glücklich die Frieden schaffen (schließen) (die Friedensstifter, die Friedlichen, die zum Frieden bereiten), denn sie werden Gottes Kinder1 (Söhne) heißen (genannt werden).

  1. generisches Maskulinum

10 Glücklich sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen ist (gehört) die (Königs)Herrschaft (Reich) in den (der) Himmeln.

11 Glücklich seid ihr, wenn sie euch meinetwegen schmähen (beschimpfen, Vorwürfe machen) und verfolgen und [lügend] viel Schlechtes reden gegen euch.

12 Freut euch und jubelt, denn (weil) (dass) euer Lohn1 ist vielfältig (groß) in den Himmeln; So (derart, ebenso) haben sie nämlich [auch] die Propheten verfolgt, die vor euch waren.

  1. Eig. „Arbeitslohn“ (Haubeck/Siebenthal 2008, S. 20)

13 Ihr1 seid das Salz der Erde; wenn das Salz töricht (fade, geschmacklos) wird (sich als Torheit erweist), womit wird man salzen? (womit wird man es wieder salzig machen?, womit wird Gott salzen?)2 Zu nichts ist es noch nutze, außer (als dass) man es hinausschütte (hinauswirft) und es von den Menschen zertreten (verächtlich behandelt) werde.

  1. Steht betont.
  2. Alle drei Varianten sind möglich, auch wenn sie sich sehr unterscheiden. Die letzte Variante geht von einem passivum divinum aus.

14 Ihr1 seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.

  1. Steht betont.

15 Auch nicht zündet man eine Lampe (ein Licht) an und stellt sie (es) unter den Scheffel (Gefäß, Schüssel)1, sondern auf den Leuchter (Lampenständer); und sie leuchtet (denen) allen in dem Haus.

  1. Das Griech. Wort kommt vom Lat. modium und bezeichnet eine Maßeinheit von ca. 8 ¾ Litern - groß genug, um eine Öllampe darunter zu stellen.

16 So sollt ihr euer Licht leuchten lassen (soll euer Licht leuchten) vor den Menschen, damit sie sehen eure guten Taten (Werke) und preisen (ehren, rühmen) euren Vater im Himmel.

17 Ihr sollt nicht denken (Meint nicht), (dass) ich sei gekommen, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen (zerstören, abbrechen, annullieren, außer Kraft setzen); Ich bin nicht gekommen um aufzulösen (zerstören, abbrechen, annullieren, außer Kraft setzen), sondern um zu erfüllen (vollenden, abschließen).

18 Amen (wahrlich), denn ich sage euch: Bis vergehen (der) Himmel und (die) Erde soll vom Gesetz nicht ein einziges Jota oder ein einziges Häkchen (Strichlein) vergehen, bis (dies) alles geschieht (geschehen ist).

19 Wer also (den, wie gesagt) auflöst (außer Kraft setzt) auch nur eines (das kleinste) dieser Gebote, und sei es das kleinste, und so (derart, solches) lehrt die Menschen, der wird der Geringste (Kleinste) sein (genannt, berufen, gerufen) im Reich der Himmel (Himmelreich). Wer aber so (derart) tut(, was das Gebot verlangt) und so lehrt, der wird groß sein (berufen, genannt) im Reich der Himmel.

20 Denn ich sage euch, dass (:) wenn euch nicht überfließend zuteil wird Gerechtigkeit, die der Schriftgelehrten und Pharisäer (diese nicht weit übertrifft), werdet ihr nicht ins Reich der Himmel (Himmelreich) hineinkommen.

21 Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt wurde: Du sollst nicht töten; wer aber tötet (mordet), der ist schuldig (festgehalten, verfallen) dem Gericht (sei dem Gericht übergeben).

22 Ich1 aber sage euch, dass (:) jeder (alle, die), der zürnt (zornig ist) seinem Bruder, ist schuldig (festgehalten, verfallen) dem Gericht (sei dem Gericht übergeben). (Und) Wer (Der) sagt zu seinem Bruder: Narr (Hohlkopf) („Du Trottel“), der ist verfallen dem Hohen Rat (lokalen Gericht) (sei dem Hohen Rat übergeben); (Und) wer (Der) sagt: Tor (Idiot) („Du Narr“), der sei (schuldig) der Feuerhölle (Hölle des Feuers) übergeben.2

  1. Steht betont.
  2. Hier wird immer die Konstruktion ἔνοχος ἔσται verwendet: Ist festgehalten/schuldig(Verfallen dem ...

23 Wenn du nun (also) bringst (darbringst, überreichst) deine Opfergabe zum (auf) Altar und dir dort einfällt (du dich dort erinnerst), dass dein Bruder etwas gegen dich hat,

24 dann lass deine Gabe1 dort vor dem Altar liegen (zurück) und geh (hin)2, versöhne dich zuerst mit deinem Bruder; und dann (darauf) [komm] bring deine Gabe dar.

  1. Opfergabe, Geschenk
  2. Hingehen oder gehen, weggehen

25 Verständige (Einige, Komme entgegen)1 dich mit deinem Gegner(Widersacher, Feind) [in einem Rechtsstreit] unverzüglich (schnell, bald, rasch), solange (während) du mit ihm unterwegs bist, damit er dich nicht dem Richter übergeibt und der Richter dem Gerichtsdiener und man dich ins Gefängnis wirft.

  1. Eigentlich Partizip. Andere Übersetzungsmöglichkeiten „Sei jemand, der...“

26 Amen (Wahrlich), ich sage dir: Du wirst nicht herauskommen von dort, bis du den letzten Heller (Kupfermünze) bezahlt hast.

27 Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: Du sollst nicht ehebrechen!

28 Ich aber sage euch, dass (:) jeder, der eine Frau ansieht und sie begehrt (um sie zu begehren)1, hat schon Ehebruch mit ihr begangen in seinem Herzen.

  1. Die Konstruktion πρὸς τὸ bedeutet wohl „Wobei“ oder „und dabei“

29 Wenn aber dein rechtes Auge dich zu Fall bringt (verführt), reiß es aus und wirf es von dir (weg); Es ist besser [für dich] (es ist von Vorteil), eines deiner (Körper-) Glieder geht verloren, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.

30 Und wenn deine rechte Hand dich zu Fall bringt (verführt), hau sie ab und wirf sie von dir (weg). Es ist besser [für dich] (es ist von Vorteil), eines deiner (Körper-) Glieder geht verloren, als dass dein ganzer Leib zur Hölle fährt (in die Hölle eingeht, hingeht).

31 Es wurde aber auch gesagt: Wer seine Frau entlässt (fortschickt, sich von ihr scheidet), soll ihr einen Scheidebrief geben.

32 Ich aber sage euch, dass (:) jeder, der seine Frau entlässt, außer sie ist der Unzucht schuldig, treibt sie in den Ehebruch (tut, das die Ehe mit ihr gebrochen wird), und wer eine entlassene (geschiedene) Frau heiratet, bricht ihre Ehe (begeht Ehebruch).

33 Weiter (wiederum) habt ihr gehört, dass gesagt wurde zu den Alten: Du sollst keinen Meineid schwören, du sollst aber erfüllen dem Herrn deine Eide (sondern dem Herrn deine Eide einlösen).

34 Ich aber sage (befehle, fordere euch auf)1 euch, ihr sollt überhaupt nicht schwören. Nicht bei [dem] Himmel, denn er ist Gottes Thron (ein Thron Gottes)

  1. Siebenthal weist auf den Befehlscharakter hin: abhängiger begehrssatz mit Infinitiv (Haubeck/Siebthal 2008, S. 25)

35 nicht bei der Erde, denn sie ist ein Schemel (Fußbank) seiner Füße, nicht bei Jerusalem, denn sie ist eine Stadt des großen Königs1

  1. Gemeint ist wohl Gott (Haubeck/Siebthal 2008, S. 25)

36 und auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören, denn es steht nicht in deiner Macht (du vermagst nicht), auch nur ein einziges Haar weiß zu machen (werden zu lassen) oder schwarz.

37 Es sei eure Rede (Wort) Ja Ja, Nein Nein; was über dies (das übliche) hinausgeht (jedes weitere Wort) ist aus dem Bösen (von Übel).

38 Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: Auge um (gegen) Auge und Zahn um (gegen) Zahn.

39 Ich aber sage euch: Leistet (widersetzt euch nicht) dem, der Böses tut, (dem bösen Menschen) keinen Widerstand! Nein (im Gegenteil, sondern), wenn dich einer schlägt auf die [deine] rechte Backe, [dann] halte (anbieten, darbieten) ihm auch die andere hin.

40 Und wenn dich einer vor Gericht ziehen (verurteilen) will und dein Untergewand bekommen (Nehmen, ergreifen) will1, [dann] lass (gib) ihm auch den Mantel (das Gewand).

  1. die zwei Infinitive stehen θέλοντί beigestellt, sinngemäß natürlich „um dein Gewand zu nehmen“

41 Und wenn dich einer zwingt1, eine Meile [mitzugehen], [dann] geh mit ihm zwei.

  1. Das Wort ἀγγαρεύω bezeichnet häufig erzwungene Dienste zugunsten des römischen Militärs. In seinem Kommentar hält Ulrich Luz (52002, 386) eine Anspielung hierauf für denkbar, aber nicht für gesichert. Siebenthal geht von einer Zwangsarbeit für den Beförderungsdienst aus (Haubeck/Siebthal 2008, S. 27)

42 Dem, der dich bittet, sollst du geben (gib) und von dem, der von dir borgen (leihen) will wende dich nicht ab.

43 Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: Du sollst deinen Nächsten (Mitmenschen) lieben und deinen Feind hassen.

44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen1,

  1. Partizip, dass man hier sinnvoll nur final auflösen kann

45 auf dass (damit) ihr werdet Söhne eures Vaters [der ist] in den Himmeln, weil (da, denn) er lässt aufgehen die Sonne über bösen und guten und lässt [es] regnen über gerechten und ungerechten.

46 Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr (könnt ihr da erwarten)? Tun nicht auch die Zöllner das selbe?

47 Und wenn ihr freundlich seid zu (grüßt) euren Brüdern, was tut ihr mehr (Besonderes, Aussergewöhnliches)? Tun nicht auch die Heiden das selbe?

48 Ihr sollt1 wie gesagt (also, demnach) vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.

  1. Hier steht Futur, das aber ein Gebot ausdrückt

Chapter 6

1 1 Hütet euch [aber] eure Gerechtigkeit zu tun vor den Menschen [und] sie vor ihnen zur Schau zu stellen; sonst (andernfalls) werdet ihr keinen haben Lohn bei (vor) eurem Vater in den Himmeln.

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Sooft (wenn, wann immer) du also tust Wohltaten (Almosen) (aus Barmherzigkeit spenden möchtest), [dann] blase nicht die Posaune (Trompete) vor dir1, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Straßen (in den Gassen), damit (auf das) sie geehrt werden von den Menschen (um {sie} von den Menschen verherrlicht zu werden). Wahrlich, ich sage euch: Sie haben den Lohn empfangen2.

  1. Diese Formulierung entspricht natürlich dem „herausposaunen“ - „rede nicht darüber, was (wie viel) du gespendet hast“
  2. perfektisches Präs. also auch möglich: „sie haben den Lohn (damit schon) erhalten“(Haubeck/Siebthal 2007, 28f)

3 Wenn du aber tust Wohltaten (Almosen gibst), lass nicht deine Linke1 wissen, was deine rechte tut,

  1. Gemeint ist wohl: linke Hand

4 damit deine Wohltaten im Verborgenen sind; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dich entlohnen (belohnen).

5 Und wenn ihr betet, tut dies nicht wie die Heuchler, denn sie lieben es (tun es gern) in den Synagogen und in den Ecken (auf dem Eckstein) der breiten Straßen (Plätze) ihr Gebet zu machen damit es sichtbar ist den Menschen; Wahrlich, ich sage euch: Sie haben den Lohn empfangen1.

  1. perfektisches Präs. also auch möglich: „sie haben den Lohn (damit schon) erhalten“(Haubeck/Siebthal 2007, 28f)

6 Wenn du aber betest1, gehe in dein Zimmer (Kammer) [hinein] und schließe deine Türe um zu beten zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dich entlohnen (belohnen).

  1. eventl. konativ „wenn du ... möchtes“(Haubeck/Siebthal 2007, 29)

7 Wenn ihr (aber) betet, redet nicht gedankenlos (plappert nicht) wie die Heiden, denn sie denken (meinen) durch ihre vielen Worte werden sie erhört werden (wird auf sie gehört).

8 macht es also ihnen nicht gleich (wie sie); denn euer Vater kennt, was ihr für braucht (nötig habt, eure Not, Sorgen, Bedarf) bevor ihr ihn bittet.

9 1 Ihr2 sollt daher (also) folgendermaßen beten: Unser Vater {der} im Himmel34,5Möge (Mögest)6 dein Name (du) geheiligt7 werden.8

  1. [Status: Zuverlässig]
  2. Ihr steht im Griechischen betont am Ende des Satzes und grenzt so die Jünger von den „plappernden Heuchlern“ ab (Hagner 1993, S. 147): Im Gegensatz zu diesen sollen die Jünger „folgendermaßen beten“.
  3. im Himmel - W. „in den Himmeln“; idiomatischer Plural, der sich häufiger im NT findet (wohl ein Semitismus). In der LF sollte mit Einzahl übersetzt werden.
  4. Unser Vater im Himmel - Man geht gemeinhin davon aus, dass die auf Griechisch überlieferten Formen des Vaterunsers auf eine ursprünglich aramäische Überlieferung zurückgehen. Vermutlich liegt Mt 6,9 (Unser Vater im Himmel, gr. Πάτερ ἡμῶν ὁ ἐν τοῖς οὐρανοῖς) und Lk 11,2 (schlicht „Vater“, gr. Πάτερ) das aramäische und für Jesus typische אַבָּא ´Abba „Vater“ zu Grunde (nicht: „Papa“ oder gar „Papi“, wie öfter zu lesen ist; vgl. Barr 1988). Das bedeutet: Die matthäische Version ist sowohl (1) um ἡμῶν unser als auch (2) um ὁ ἐν τοῖς οὐρανοῖς im Himmel angereichert. Die Intention dahinter war wohl, das schlichte „Vater“ beizubehalten und gleichzeitig „liturgietauglich“ zu machen: „Unser Vater“ findet sich häufiger in jüdischen Gebeten (s. z. B. das „Unser Vater, unser König“) und war wohl charakteristisch für Gemeindegebete (Grimm 1992, S. 26; Gundry 1994, S. 105; Lambrecht 1984, S. 128f). Ähnliches gilt für „Vater im Himmel“, das sich ebenfalls häufiger in jüdischen Gebeten fand: „Wo immer die Rabbinen von Gott als dem Vater sprachen, führten sie den Zusatz »himmlisch« ein, weil ihnen die vertraulich-intime Anrede »Vater« gegenüber Gott zu respektlos erschien.“ (Schnackenburg 1984, S. 111; so fast alle Exegeten). Die Frage nach der sinnvollsten Übersetzung ist schwierig: Eigentlich ist weder das evangelische „unser Vater“ noch das katholische „Vater unser“ korrektes Deutsch, da das Deutsche Vokative nicht mit Pronomina konstruiert - außer in geprägten Wendungen wie „Eure Majestät“ und eben „Vater unser“. Die Wortstellung in „Vater unser“ ist zudem zwar nicht „grammatikalisch falsch“ (Luz 1985, S. 333), aber veraltet, ohne dabei einen bedeutungsmäßigen Unterschied zu machen. Wie also übersetzen? Für jede mögliche Übersetzung - (1) Unser Vater im Himmel, (2) Unser Vater im Himmel, (3) Vater unser im Himmel - lässt sich sinnvoll argumentieren. Zum Beispiel: (1) ist das beste Deutsch und erfüllt die gleiche Funktion wie das griechische „Unser Vater im Himmel“, da es im Deutschen ja auch ohne dieses Pronomen ein „liturgietaugliches Gemeindegebet“ wäre. Andererseits wäre (3) gerade als geprägte und veraltete Wendung stilistisch am nähsten am Griechischen. Und (2) ist ein sinnvoller Mittelweg zw. natürlichem Deutsch und Treue zum Griechischen. Letztlich ist wohl jede dieser Übersetzungen gleichermaßen möglich.
  5. Weisheit 14,3; Jesaja 63,16; Jesaja 64,7; Jeremia 3,19; Markus 11,25; Markus 14,36
  6. Möge - Imperativ Aorist; die griechische Standard-Verbform für Gebete (die sonst keine weitere temporalsemantische Bedeutung hat; vgl. Grosvenor/Zerwick u. a.): Wieder - wie schon in Vater unser im Himmel - greift Mt zurück auf ein „Gebetsidiom“. Vielleicht entspricht dem heute eher das deutsche Gebetsidiom „Wir bitten (dafür), dass...“? B/N zumindest übersetzen sehr gut mit „Lass uns...“
  7. Möge dein Name geheiligt werden - jüdisches Idiom. Inhaltlich bedeutet es etwa „Gottes Willen tun“, „Gottes Geboten folgen“ (vgl. z. B. B/S I, S. 411-4; ThWNT I, S. 99; Lohfink 2015, S. 10f; Oakman 1999, S. 161-164)* - eine Tätigkeit, der man missionarische Wirksamkeit zusprach (für ein schönes Bsp. s. Lazarus 1922, S. 43f): „[Es] entstand nun die zwar schon im AT mehrfach belegte [s. v.a. Lev 22,31f], aber in ihrer Reinheit erst in der späteren jüdischen Litteratur vorkommende Anschauung, dass man durch ein sittliches Leben, ja durch jede sittliche Handlungsweise den Namen Gottes heilige, d.h. ihm Ehre mache und damit zu seiner Anerkennung unter den Menschen beitrage“ (Perles 1903, S. 68). Noch heute ist dieses Kiddusch Haschem, die „Heiligung des Namens“, eines der zentralsten jüdischen Gebote überhaupt (s. z.B. Eisenberg 2005, S. 12f). Alternativ gibt es zur Stelle heute recht häufig (1) die Interpretation, dass Gott das Subjekt der Heiligung seines Namens sei und dass die „Namensheiligung“ meine, dass er gegen die Entweihung seines Namens durch die Menschen vorgehe, indem er sich am Ende der Zeit als der Heilige offenbare, und v.a. in freieren Üss. (2) die Interpretation, dass „Gottes Namen heiligen“ schlicht meine „Gott preisen“. Aber beide Interpretationen berücksichtigen die Vorhandenheit des besagten Idioms nicht genug. V. 9c meint so das selbe wie 10a und 10b; in allen drei Teilversen wird gebetet um die Herrschaft Gottes auf Erden, die aus drei verschiedenen Perspektiven in den Blick genommen wird: (9c) Aus der der Menschen, die Gottes Namen heiligen = seinen Geboten folgen und so auch andere mit dieser Gesetzestreue anstecken sollen, (10a) aus der der Herrschaft selbst, die sich auf der Erde durchsetzen soll (s. nächste FN) und (10b) aus der Gottes, dessen Wille sich auf der Erde durchsetzen soll. *Ein sehr schönes Beispiel ist die jüdische Tradition, der zufolge das Königtum deshalb dem Stamm Juda zugefallen sei, weil Nachschom zur Zeit des Exodus Gottes Befehl, das Meer zu durchziehen, schon befolgte, bevor sich das Meer geteilt hatte und einfach in die Fluten sprang. Darauf spricht Gott: „Jener, der am Meer meinen Namen geheiligt hat, wird kommen und über Israel herrschen“ (Menn 1997, S. 264).
  8. Jesaja 29,23; 1 Petrus 3,15; Philipper 2,10

10 Möge dein Königtum (Königsherrschaft, Königreich)1 kommen2.Möge dein Wille geschehen - wie im Himmel so auch auf der Erde3.

  1. Königtum (Königsherrschaft, Königreich) - traditionell „Reich“, aber die Wendung „Reich Gottes“ hat seltenst räumliche Bedeutung, sondern meint das Faktum der Herrschaft Gottes; das dynamische Königtum Gottes im Vollzug (Jeremias 1971, S. 101; ad loc. Lambrecht 1984, S. 130 u.v.a.). Arichea 1980, S. 227 schlägt als kommunikative Üss. daher vor: (1) „Mögest du über uns herrschen“, (2) „Mögest du unser König sein“, (3) „Mögest du über alle Menschen herrschen“. V. 10a meint damit genau das selbe wie 9c.
  2. kommen - In der Exegese geht man heute zumeist davon aus, dass Jesus das Königtum Gottes als mit seinem Auftreten bereits angebrochen, aber noch nicht vollends realisiert verstand (in der Theologie spricht man hier von der „Spannung von schon-jetzt und noch-nicht“). So muss wohl das „kommen“ erklärt werden: Der Beter soll um die völlige Realisierung der bereits angebrochenen Herrschaft Gottes bitten.
  3. wie im Himmel so auch auf der Erde - Cullmann 1997 und schon einige vor ihm haben erwogen, ob sich „wie im Himmel, so auch auf der Erde“ auch deuten ließe als „sowohl im Himmel als auch auf der Erde“; dagegen aber gut z. B. Lohfink 1989, S. 123. Gottes Wille soll auf Erden ebenso geschehen, wie er im Himmel geschieht.

11 Unser Brot (Essen)1 für den kommenden Tag (unser notwendiges Brot, unser heutiges Brot, unser Brot, das auf uns kommt)2 gib uns heute 3

  1. Brot (Essen) - „Brot“ steht in der Bibel häufig pars pro toto für Nahrung i.A., da das Gros der Mahlzeiten im Alten Israel nur aus Brot und Wasser bestand. So auch hier, vgl. ad loc. Arichea 1980, S. 221; Luz 1985, S. 347; Schürmann 1958, S. 63; Schweizer 1981, s. 97
  2. kommend (notwendig, heutig, das auf uns kommt) - Das griechische Wort ἐπιούσιος epiusios ist umstritten. Es findet sich nur hier, in der lk Parallelstelle Lk 11,3 und wahrscheinlich auf einem alten Papyrus, der überdies mittlerweile wieder verloren gegangen ist. Die Bedeutung des Wortes muss daher erschlossen werden, indem man rekonstruiert, von welchen griechischen Worten es sich herleitet: # von ἔπι + ιέναι: kommend (i.S.v. nächster), morgig. Dieser Ableitung folgen heute die meisten und sie ist die unproblematischste.(1a) Das ἄρτος ἐπιούσιος wäre dann das „kommende Brot“ und würde sich nachmittags oder abends geäußert auf den morgigen Tag und morgens geäußert auf den kommenden Tag beziehen.(1b) Alternativ haben einige vorgeschlagen, „kommend“ als künftig zu verstehen; das „künftige Brot“ wäre dann das Himmelsbrot, das am Ende der Zeit verspeist wird (s. Lk 14,15): Auch „Unser künftiges Brot gib uns heute“ wäre dann eine Bitte um den Anbruch der Gottesherrschaft am Ende der Zeit. Allerdings störte hier dann das „unser“ (Luz 1985, S. 342; Vögtle 1975, S. 350).(1c) Orchard 1973 und Hultgren 1990 haben außerdem vorgeschlagen, mit dem „kommenden Brot“ sei das „Brot, das uns begegnet“ gemeint, sind damit aber zu Recht auf keinen großen Anklang gestoßen. # von ἔπι + οὐσία: für die Existenz, notwendig. Allerdings würde bei dieser Wortbildung das Iota ellidiert werden (Hemer 1984, S. 92; Luz 1985, S. 342f) und das extra betonte „heute“ wäre redundant (Hagner 1993, S. 149) # vom Ausdruck ἔπι την οὖσαν ἡμέραν: für den heutigen Tag, aber auch hier müsste das Iota ellidiert werden (Hemer 1984, S. 92; Luz 1985, S. 342) und das „heute“ wäre überflüssig (Hagner 1993, S. 149); außerdem ist οὖσαν ohne ἡμέραν nie für „heutig“ belegt (Luz 1985, S. 342). Es läuft also deutlich auf „morgig“ hinaus. Dafür spricht auch stark, dass laut Hieronymus im alten Hebräerevangelium מחר machar („morgen“) gestanden hatte. Es passt außerdem zur Verkündigung Jesu, der sich ja ausgesprochen (auch) an die Armen - die sich eben nicht sicher sein konnten, ob sie am nächsten Tag Arbeit finden und so ihr Brot verdienen würden - wandte (so z. B. Heininger 2002, S. 197f; Klauck in seinen Vorlesungen zum Mt-Ev.), und ebenso passt es zur Situation der Wanderprediger, durch die (in der Spruchquelle Q) das Vaterunser tradiert wurde und die gleichfalls nicht sicher sein konnten, ob sie am kommenden Tag ausreichend Nahrung erhalten würden (vgl. z.B. Heininger 2002, S. 197; Lohfink 2015, S. 8f).
  3. Sprichwörter 30,8

12 und vergib uns unsere Schulden (Schuld, Sünden)1,wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben (vergeben)2.

  1. Schulden (Schuld, Sünden) - Das Griechische ofeilemata bezeichnet eigentlich nur Geldschulden. Es ist dies ein Aramäismus: das aramäische choba´ meint sowohl Geldschulden als auch Sünden (so fast alle Exegeten). Arichea 1980, S. 222 empfiehlt die Übersetzung der Good News: „Die Fehler, die wir getan haben... denen, die an uns gefehlt haben“.
  2. vergeben haben (vergeben) - Einigen Exegeten scheint es merkwürdig, dass hier die Vergebung durch die Menschen offenbar zur Bedingung der Vergebung Gottes gemacht wird („wie auch wir vergeben haben“); sie gehen daher davon aus, dass hinter diesem Aorist ein semitisches Perfekt gestanden habe, das sowohl Vergangenheits- als auch Gegenwartsbedeutung haben kann und man also übersetzen müsste: „wie auch wir vergeben“ (so z. B. Grimm 1992, S. 93; Jeremias 1971, S. 195; Kistemaker 1978, S. 324; Luz 1985, S. 348; Stöger 1980b, S. 102). Das ist abzulehnen; Vv. 14f machen klar, dass in diesem Kontext die Vergebung der Menschen tatsächlich als Bedingung für die Vergebung Gottes gedacht wird (Hagner 1993, S. 150f; Lambrecht 1984, S. 137).

13 Und führe (lass nicht zu, dass wir geraten)1 uns nicht in Versuchung (Tests),2sondern rette (erlöse) uns von dem Bösen.3

  1. führe (lass nicht zu, dass wir geraten), Versuchung (Tests), Bösen - Bei V. 13 arbeitet die Exegese sich v.a. an der Ambivalenz der beiden Ausdrücke (1) εἰσενέγκῃς εἰς πειρασμόν und (2) ἀπὸ τοῦ πονηροῦ ab. (1a) πειρασμός heißt meist „Versuchung“ und bezieht sich dann auf das Streben Satans, den Gläubigen von seinem Glauben und seine Rechtschaffenheit abzubringen. Oder, (1b): Nach altjüdischer Vorstellung bringt Gott immer wieder Unheil über den gläubigen Menschen, damit dieser sich in diesen „Tests“ als rechter Gottesdiener bewähren kann (vgl. z. B. Gen 22,1; Ex 16,4; Ri 3,1-4; Ps 26,2; Sir 2,1); alternativ könnte sich πειρασμός auf diese „Tests“ beziehen (vgl. EWNT III, S. 153: „Je nach Intention differenziert sich der Test positiv als Bewährungsprobe, negativ als Verleiten zum Fall. [...] Überwiegend ist eine Belastung und Bedrohung durch Menschen oder Mächte (vgl. »Drangsal, Verfolgung, Fallstricke« usw.) gemeint [...].“). Damit hängt zusammen die richtige Deutung von πονηρός: Hier könnte πονηρός sowohl (2a) als Maskulinum gedeutet werden und dann „den Bösen“ meinen - also den Teufel, oder aber (2b) als Neutrum und dann „das Böse“=Unheil meinen. Kombiniert man die beiden (a)- und die beiden (b)-Deutungen, ergäbe das also: * (a) Versuche uns nicht (=strebe nicht danach, uns vom Glauben abzubringen); / rette uns vor dem Satan * (b) Unterziehe uns keinen Tests; / bewahre uns vor Unheil Das Problem von Deutung (a) wäre, dass dann ja Gott der Aktant der (satanischen) Versuchung wäre. In der Regel behilft man sich dann damit, εἰσφέρω zu erklären als eine Fehlübersetzung eines aramäischen Verbs im Aphel-Stamm, das eigentlich permissive Bedeutung gehabt habe: „Lass nicht zu, dass wir [von Satan] versucht werden“ (z. B. de Moor 1988; Jeremias 1971; Jenni 1997b; Kistemaker 1978; Tournay 1998; Schnackenburg 1984; ähnlich Torrey 1933), also: * (a') Lass nicht zu, dass wir versucht werden / rette uns vor dem Satan Gegen (a') spricht: Eine Exegese auf Basis eines hypothetischen aramäischen Grundtexts ist sehr spekulativ und sollte daher stets letzte Wahl sein (vgl. Gielen 1998, S. 203; Heininger 2002, S. 201; Lambrecht 1984, S. 135); hier ist es überdies schlicht ein bewusstes Fehllesen des Texts (Fitzmyer 2003, S. 271). Zudem sollte man bei einer Übersetzung eines Aphel-Verbs eher ein griechisches Passiv-Verb erwarten und bei einer auf ein „Missverständnis“ zurückgehenden Fehlübersetzung außerdem (hier nicht vorhandene) Textvarianten (so gut Porter 1990, S. 360). Dass (a) problematisch ist, sieht man ja schon daran, dass so viele Exegeten sich veranlasst sahen, ob dieser Problematik stattdessen für (a') zu argumentieren. Berücksichtigt man dann noch die älteste Deutung dieser Bitte in 2Tim 4,18 („Der Herr wird mich retten vor jedem bösen Werk“), die für (b) spricht, sollte man sich hier dann doch deutlich für diese Deutung entscheiden.
  2. Matthäus 26,41; Markus 14,38; Lukas 22,40; Lukas 22,46; 1 Korinther 10,13; Jakobus 1,13
  3. Textkritik: An das Vaterunser schließt sich in jüngeren Texten oft noch eine Doxologie an, die klar sekundär ist (u. a. daran zu erkennen, dass sie in unterschiedlichen Ausgestaltungen angehängt wird). Am verbreitetsten ist die Doxologie, die auch in unserem Vaterunser gebetet wird: „denn dein ist das Reich (also: Herrschaft, Königtum) und die Kraft (besser: Macht) und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen“; sie ist vermutlich abgeleitet von 1Chr 29,11 (Gnilka 1986, S. 228). Es ist dennoch keine Verfälschung, wenn wir das Vaterunser inklusive dieser sekundären Doxologie beten: Gebete wurden früher stets durch eine meist frei zu formulierende Doxologie abgeschlossen (vgl. 2Tim 4,18; Did 8,2 („denn dein ist die Macht und die Herrlichkeit, Amen“) und ad loc. z. B. Luz 1985, S. 349f; Schweizer 1981, S. 93); besagtes „denn dein ist das Königtum und die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit, Amen“ ist sehr wahrscheinlich eine dieser frei formulierten Doxologien, die später standardisiert und angehängt wurden.

14 1 Denn wenn ihr verzeiht (vergebt) den Menschen ihre Schuld (Fehltritt, Verfehlung, Sünde), wird auch euch der Vater in dem Himmel vergeben.

  1. [Status: Ungeprüft]

15 Wenn ihr aber nicht vergebt den Menschen, wird auch der Vater euch eure Schuld nicht vergeben.

16 1Wenn ihr aber fastet, werdet (seid) nicht verdrießlich2 wie die Scheinheiligen (Heuchler), die ihr Gesicht verschwinden lassen3, damit die Leute wahrnehmen (sehen, bemerken)4, dass sie fasten. Wirklich (wahrlich), ich sage euch, sie haben ihren Lohn [bereits] erhalten5 6.

  1. Diese Übersetzung ist sehr frei und gehört eigentlich in die Lesefassung: Macht keine trüben Gesichter wie die Heuchler, wenn ihr fastet, denn deren Gesichter sind verstellt um den Menschen als Fastende zu erscheinen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben bereits ihren vollen Lohn erhalten.
  2. wörtlich: mit finsterem Blick/ traurig/mürrisch dreinschauend
  3. ἀφανίζω bildet ein Wortspiel mit φαίνομαι, vgl. Jakobus 4,14, und heißt wörtlich unsichtbar machen. Da das Verb in Vers 19 wieder aufgenommen wird, habe ich nach einer Übersetzung gesucht, die für beide passt. Gemeint ist, dass diese Fastenden sich nicht waschen und ihr Gesicht daher unter einer dicken Schicht Dreck "verschwinden lassen"
  4. wörtlich: damit sie den Leuten als Fastende erscheinen
  5. nämlich dadurch, dass die Leute ihr Fasten bemerkt haben - d.h. sie haben um der Anerkennung durch die Leute willen gefastet, nicht um Gottes willen
  6. perfektisches Präs. also auch möglich: „sie haben den Lohn (damit schon) erhalten“(Haubeck/Siebthal 2007, 28f)

17 Du aber, wenn du fastest, parfümiere (salbe) deinen Kopf (dein Haupt) und wasche dein Äußeres (Gesicht),

18 damit 1 nicht die Leute wahrnehmen (sehen, bemerken), dass du fastest 2, sondern (aber) dein Vater, der im Verborgenen (verborgen) ist. Und dein Vater, der ins das Verborgene sieht, wird dir [dein Fasten] vergelten (dich belohnen).

  1. das ist zu frei übersetzt: du bei den Menschen nicht den falschen Eindruck erweckst, dass du ein Fastender bist, sondern zu deinem verborgenen Vater, der dir im Verborgenen zusieht und dir vergibt (vergilt)
  2. wörtl.: damit du nicht den Leuten als Fastender erscheinst

19 Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde (auf Erden), wo Motten1 und Fraß (Holzwurm, Wurmfraß)2 [sie] verschwinden lassen (zerstören, vernichten) und [wo] Diebe einbrechen3 und stehlen.

  1. Kollektiver Singular
  2. das Griechische Wort βρώσις bedeutet eigentlich Speise (seit Homer); hier meint es das Zerfressen, Zernagen. Gemeint ist ein fressendes Insekt, wohl der Holzwurm, der die Holzkisten zerstört, in denen die Schätze aufbewahrt sind. Keinesfalls ist damit Rost gemeint, denn Gold, Silber oder Edelsteine können nicht von Kupferrost oder Grünspan befallen werden. Vgl. Dazu Ulrich Luz, EKK I/1, S. 464, Anm. 15
  3. wörtl.: durchgraben (von Lehmwänden), aber der Begriff ist zum t.t. für "einbrechen" geworden.

20 Sammelt aber euch Schätze im Himmel, wo weder Motten1 noch Fraß (Holzwurm, Wurmfraß) [sie] verschwinden lassen (zerstören, vernichten) und [wo] Diebe nicht einbrechen und auch nicht stehlen.

  1. Kollektiver Singular

21 Denn (dort) wo dein Schatz ist1, da (dort) wird2 auch dein Herz sein.

  1. ἐστιν: 3.Sg. Präsenz akt.
  2. ἔσται: 3.Sg. Futur med.

22 Die Lampe des Leibes (Körpers) ist das Auge. Wenn nun dein Auge lauter (gesund) ist, so wird dein ganzer Leib (Körper) licht (erleuchtet) sein.

23 Wenn aber dein Auge böse (schlecht) ist, so wird dein ganzer Leib finster (dunkel) sein. Wenn also das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß ist die Finsternis!

24 Niemand (keiner) ist fähig (stark, mächtig)1 zwei Herren zu dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird sich zu dem einen halten (sich um ihn kümmern) und den anderen verachten (mißachten). Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon (Geld, Reichtums, Vermögen) dienen.

  1. heißt: „niemand kann“ bzw. „niemandem ist es möglich“

25 Deswegen (Darum, Deshalb) sage ich euch: Seid nicht besorgt (beunruhigt, macht euch keine Sorgen) um euer Leben (eure Seele), was ihr essen [oder was ihr trinken] sollt1, auch nicht (und nicht, oder) um euren Leib (Körper), über das, was ihr anziehen sollt. Ist (bedeutet) nicht das Leben (die Seele) mehr als Essen (die Speise) und der Leib mehr als Gewänder2 (Kleidung)?

  1. In manchen Handschriften fehlt das Trinken (ἢ τί πίητε), das SBLGNT lässt es weg, NA27 setzt es in Klammern.
  2. Koll. Singular

26 Seht (Schaut, Beobachtet) [euch] die Vögel des Himmels an, denn sie säen nicht und (, noch) ernten nicht, noch sammeln sie [etwas] ([Vorräte]) in Vorratshäuser (Scheunen); und [doch] (aber) euer himmlischer Vater ernährt (füttert) sie; seid ihr (unterscheidet ihr euch) nicht viel mehr wert (wertvoller) als sie1?

  1. „Mehr wert sein“ ist keine wörtliche Übersetzung, aber natürlich die Bedeutung von „διαφέρετε αὐτῶν“, „sich von ihnen unterscheiden“

27 Wer aber von euch könnte dadurch, dass er sich sorgt (mit seinem Sorgen, Sorgen macht), hinzufügen (anfügen) an sein (zu seinem) Lebensalter [auch nur] eine Elle 1?

  1. D.h. „sein Leben auch nur ein bisschen verlängern“ bzw. „einen Tag hinzufügen“.

28 Und um ein Gewand1 (Auch was Die Kleidung betrifft), was sorgt (beunruhigt) ihr euch (warum macht ihr euch Sorgen)? Seht (Beobachtet, Lernt von den) die Blumen2 des Ackers (Feldes), wie sie wachsen; sie mühen sich (quälen) nicht und (noch) noch spinnen sie3;

  1. Koll. Singular „um Kleideung“
  2. Feldblumen. „Lilien“ ist nicht gesichert.
  3. Pars pro toto für „machen sich Kleider“

29 Ich aber sage euch, dass (:) nicht einmal Salomo in all seiner Herrlichkeit (Pracht, Glanz) bekleidet (angezogen) war wie eine von diesen (ihnen).

30 Wenn {nun (aber)} obwohl das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, Gott es trotzdem kleidet, [wird er] euch nicht viel mehr [kleiden], ihr Kleingläubigen?

31 Also (Deswegen) sorgt euch nicht, indem (und) ihr sagt: Was sollen wir essen? oder: Was sollen wir trinken? oder: Was sollen wir anziehen?

32 Denn nach allen diesem (diesen Dingen) streben (suchen, trachten) die Völker (Nationen, Heiden). Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all diese Dinge braucht (nötig habt).

33 Sucht {aber} erst (zuerst) das Reich (Herrschaft) [Gottes] (die Gottesherrschaft)1 und seine Gerechtigkeit, und dies alles (all dies) (andere) wird euch hinzugefügt (geschenkt) werden.2

  1. Hier sind sich die Quellen uneinig: Einige Quellen lesen hier βασιλείαν τοῦ θεοῦ (die gewählte Übersetzung), andere lassen τοῦ θεοῦ weg, wieder andere lesen βασιλείαν των ουρανων (also „Himmelreich“).
  2. Frei übersetzt: „dafür werden euch alle anderen Dinge gegeben werden“

34 Sorgt euch also nicht (Macht euch also keine Sorgen) um den morgigen Tag (morgen, den nächsten Tag), denn der morgige Tag (morgen, der nächste Tag) hat eigene Sorgen (wird für sich selbst sorgen, bringt seine eigenen Sorgen mit): [Jeder] Tag hat genug eigenes Schlechtes (Übel).1

  1. Der Versuch, einer wörtlicheren Wiedergabe: „Das dem [einzelnen] Tag zugehörige Schlechte ist genug.“

Chapter 7

1 1 Richtet (beurteilt, verurteilt) nicht, damit (auf dass) ihr nicht gerichtet (beurteilt, verurteilt) werdet.

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Denn mit dem Urteil (Entscheidung), mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit dem Maß, mit dem ihr messt, werdet ihr gemessen werden (wird man euch messen).

3 Warum aber siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, den Balken aber in deinem Auge bemerkst (siehst) du nicht?

4 Wie (mit welchem Recht) wirst du deinem Bruder sagen (wie kannst du deinem Bruder sagen): Lass mich den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, [es ist]1 der Balken in deinem Auge?

  1. ἐστί ist zu ergänzen

5 Heuchler (Scheinheiliger), zieh zuerst aus deinem Auge den Balken, und danach wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen1!

  1. Konstruktion mit Infinitv

6 Gebt nicht das Heilige den Hunden und werft nicht eure Perlen vor die Schweine, damit (dass) sie nicht zertreten diese und sie sich hinwenden (umwenden) und euch zerreißen.

7 Bittet und euch wird gegeben, sucht und ihr werdet finden (entdecken), klopft an und euch wird aufgemacht (geöffnet).

8 Denn jeder, der bittet, bekommt (empfängt), und der sucht findet (entdeckt), und dem Anklopfenden wird geöffnet (aufgemacht)1.

  1. αἰτῶν, ζητῶν und κρούοντι sind jeweils Partizipien. Andere Übersetzungsmöglichkeiten: „der Bittende empfängt“

9 Oder wer ist von euch ein Mensch, der, wenn, sein Sohn fragt nach Brot, ihm etwa (dann etwa) einen Stein gibt?

10 Oder wenn er fragt nach einem Fisch, ihm etwa eine Schlange gibt?

11 Obwohl ihr also (nun) böse seid, wisst ihr gute Gaben zu geben (schenken) euren Kindern, wie viel mehr wird euer Vater in den Himmeln euch Gutes geben, die ihr ihn bittet1?

  1. Partizip, andere Übersetzungsmöglichkeit temporal: „wenn ihr ihn bittet“

12 Alles, was ihr nun wünscht (wollt), dass euch die Menschen tun, das erweist (tut) auch ihnen; denn dies ist das Gesetz und die Propheten.

13 Tretet ein (kommt hinein) durch die enge Tür (das Tor): Weil (da) die breite Tür (Tor) und der weite (geräumige) Weg in das Verderben führen (wegführen, verführen, irreführen)1 und viele sind es, die eingehen durch diesen;

  1. Partizip

14 wie eng [ist] die Tür (Tor) und drückend (drängend, bedrängend) der Weg, der führt in das Leben1 und wenige sind es, die ihn finden (entdecken, antreffen).

  1. Partizip, wörtlich: führend

15 Nehmt euch in Acht (hütet euch) vor den Lügenpropheten, da sie gehen vor euch im Gewand (Kleid) der Schafe, von innen (inwendig, innen) aber sind sie räuberische (reißende) Wölfe.

16 An ihren Früchten1 werdet ihr sie erkennen (völlig kennen). Sammelt (pflückt, erntet) ihr etwa von Dornbüschen Weintrauben oder aus Disteln Feigen?

  1. Gemeint sind wohl Taten

17 Jeder gute Baum bringt gute Früchte, aber der schlechte Baum bringt schlechte (böse) Früchte.

18 Es ist nicht möglich1, dass ein guter Baum schlechte Früchte bringt2 und auch nicht, dass ein schlechter Baum gute Früchte bringt.

  1. Oder „... kann nicht ....“
  2. Eig. Infinitiv, aber hier in den Nebensatz eingegliedert

19 Jeder Baum, der keine gute Frucht1 trägt,2 wird abgehauen (abgehackt, gefällt) und ins Feuer geworfen.3

  1. oder Kollektivum, also Pluralbedeutung
  2. Partizip. Wörtl. „nicht tragend“ eventl. auch temporal: „wenn er keine guten Früchte trägt“
  3. Beide Verben Präsens Passiv, eventl. futuristisch übersetzten

20 Also (folglich): an ihren Früchten1 werdet ihr sie erkennen.

  1. Vgl. Vers 16

21 Nicht jeder, der zu mir sagt1: Herr, Herr, wird hineinkommen (eintreten, teilhaben am) in das Königreich der Himmel, sondern der, der tut2 den Willen meines Vaters in den Himmeln.

  1. Partizip, hier als Relativsatz aufgelöst
  2. Partizip, hier als Relativsatz aufgelöst

22 Viele werden mir (zu mir) in jenen Tagen sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt (prophetisch geredet) und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben (verstoßen, fortgejagt) und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht (getan, bewirkt, geschafft)?

23 und dann (darauf) werde ich ihnen sagen, dass ich sie niemals gekannt habe1: Geht weg von mir, ihr, die ihr arbeitet2 (macht, tätig seid) an der Gesetzlosigkeit3.

  1. Partizip, hier als Relativsatz aufgelöst
  2. Partizip, hier final aufgelöst
  3. gemeint bspw. „ihr, die im Widerspruch zu Gottes Gesetz lebt“, „ihr, die fern von Gottes Gesetzen tätig seid“ oder etwas wie „ihr Übertreter des Gesetzes“

24 Jeder nun, der hört meine {diese} Worte und tut sie (so), wird ähnlich (gleichartig) gemacht einem klugen (verständigen) Mann, {einem} der sich ein Haus auf dem Felsen (Felsengrund) baut;

25 und als (wenn) der Regen herabstürzt (herabkommt, herabfällt) und der Fluss kommt und es blasen (wehen) die Winde und stürzen sich (niederfallen) auf dieses Haus und es stürzt nicht ein, denn es war gegründet (festgemacht) auf dem Fels.

26 Jeder nun, der hört meine {diese} Worte und tut sie (so) nicht, wird einem dummen (törichten) Mann gleichen, einem, der sich das Haus auf dem Sand (Ufer, Strand) baut.

27 und als (wenn) der Regen herabstürzt (herabkommt, herabfällt) und der Fluss kommt und es blasen (wehen) die Winde und stürzen sich (niederfallen) auf dieses Haus und es stürzt ein und sein Fall (Sturz, Einsturz) war groß1 (und es wurde völlig zerstört).

  1. Impf.

28 Und es geschah, nachdem (als, zur Zeit) Jesus vollendet (beendet) hatte diese Worte, dass die Volksmenge außer sich geriet (sich erstaunte) über seine Lehre;

29 denn es war, was er lehrte1, wie (als) einer, der Vollmacht hatte und nicht wie (ganz anders als) ihre Schriftgelehrten (Gesetzeslehrer).

  1. Partizip. Wohl einfach auflösen „denn er lehrte, wie...“

Chapter 8

1 1 Als er {aber} vom Berg stieg2 (herabkam), folgte ihm (folgte ihm nach, war Jünger) eine große Volksmenge (Menge).

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Partizip, hier temporal aufgelöst. Wörtlich: „Herabsteigend vom Berg...“

2 und siehe, ein Aussätziger1 kam herzu2 [und] kniete vor ihm nieder [und] sagte3: Herr, wenn du willst kannst du mich heilen (rein machen).

  1. Oder: „Unreiner“, mit dem Wort scheinen mehrere Hauterkrankungen, die zur kultischen Unreinheit führten, bezeichnet worden zu sein
  2. Partizip, hier einfach als finites Verb aufgelöst. Möglicherweise auch temporal auflösbar.
  3. Partizip, hier einfach als finites Verb aufgelöst.

3 und indem er die (seine) Hand ausstreckte1 berührte er ihn und sagte: Ich will [es]; und sofort (sogleich) wurde er von seinem Aussatz (seiner Unreinheit) geheilt.

  1. Partizip, vlt. auch einfach final auflösen: „er streckte seine Hand aus und berührte ihn“

4 und es sagte ihm Jesus: Schau (sieh zu) niemandem (keinem) [etwas] zu sagen, sondern geh und du selbst zeige [dich] dem Priester und bringe das Opfer dar, das durch Moses befohlen (angeordnet) wurde, zum Zeugnis ihnen1.

  1. gemeint: die Priester. Eventl. „sei“ ergänzen.

5 Als er aber nach Kapernaum hineinging (ankam, hereinkam) kam (ging, kam herzu) zu ihm ein Hauptmann (um) ihn zu bitten1

  1. Partizip, vermutlich am besten mit „um...zu“ zu übersetzen oder final auflösen

6 und sagte1: Herr, mein Diener liegt gelähmt nieder in dem Haus und [ist] furchtbar (schrecklich) gefoltert (gequält)2.

  1. Partizip, hier final aufgelöst
  2. Partizip. Wohl: „hat furchtbare (schreckliche) Schmerzen (Qualen)“

7 Und er sagte ihm: ich werde (will) kommen1 [und] werde ihn heilen.

  1. Partizip. Hier final aufgelöst.

8 und der Hauptmann antwortete1 [und] sagte: Herr, ich bin nicht würdig (genügend), dass du unter das (mein) Dach trittst (eintrittst, hineingehst), aber (sondern) sage nur ein2 Wort und mein Knecht wird geheilt werden (gesund gemacht werden, wiederhergestellt werden).

  1. Partizip. Eigentlich „antwortend“, hier final aufgelöst
  2. Dies ist der unbestimmte Artikel, ein Zahlwort fehlt hier

9 {und} nämlich (denn, also, doch) ich1 bin unter Vollmacht (Macht, Kommandogewalt), denn ich habe2 unter mir Soldaten, und wenn ich sage3 diesem geh und er geht und einem anderen: komm und er kommt und meinem Diener: tue (mache) dies und er tut.

  1. Steht betont
  2. Partizip. Wörtlich: „unter mir Soldaten habend“
  3. Partizip

10 Als aber Jesus [dies] hörte wunderte er sich (staunte er) und sagte den Jüngern (Nachfolgern)1: Amen, ich sage euch, bei niemandem in Israel habe ich so großen (so viel) Glauben gefunden (angetroffen, entdeckt).

  1. Eigentlich Partizip: „den Nachfolgenden“ bzw. „denen, die Jünger sind“

11 Ich sage euch aber, dass viele aus dem Osten und Westen kommen (ankommen) werden und sich niederlegen (an die Tafel legen) mit Abraham und Isaak und Jakob im Königreich der Himmel (der Herrschaft der Himmel, dem Himmelreich),

12 aber die Söhne der Königsherrschaft (des Königreiches) werden fortgejagt (hinausgeworfen, weggetrieben) werden in die äußerste Dunkelheit (das äußerste Dunkel): Dort (da) wird sein (lautes) Weinen und Knirchen (Klappern) der Zähne (Zähneknirchen).

13 und es sagte Jesus dem Hauptmann: Geh, (so) wie du glaubst soll dir geschehen. Und [sein] Knecht wurde gesund (wiederhergestellt) in dieser Stunde.

14 Und als Jesus in das Haus des Petrus ging1, sah er seine Schwiegermutter, die lag und Fieber hatte2;

  1. Partizip, hier temporal aufgelöst
  2. Beides Partizipien, hier final aufgelöst.

15 und er berührte ihre Hand und das Fieber verlies sie (wich von ihr) und sie stand auf und diente ihm.

16 Als es Abend wurde1 brachten sie ihm (herzu, dar) viele Besessene; und er trieb die Geister mit (durch) einem Wort (Rede) aus und viele, die Krankheiten hatten2 heilte er;

  1. Partizip;
  2. Partizip wörtl. „schlechtes habende“

17 damit erfüllt würde, was gesagt wurde durch Jesaja den Propheten, der da spricht: er wird beseitigen unsere Schwachheit (Schwäche, Krankheit) und [unsere] Krankheiten wird er aufheben (wegtragen, wegschaffen)1.

  1. Siebenthal weist auf das prophetische Perfekt im Hebr. mit futuristischer Bedeutung hin

18 Als Jesus aber die Volksmenge um ihn sah befahl er (ordnete er an) auf die andere Seite [des Sees] (an das jenseitige Ufer) hinüberzufahren.

19 Und ein Schriftgelehrter, der hinzukam1, sagte ihm: Lehrer, ich will dir folgen wo (wo auch immer) du hingehst.

  1. Partizip. Vlt. auch einfach final: „... kam hinzu ...“

20 Und es sagte ihm Jesus: Die Füchse haben einen Bau (eine Höhle, eine Grube) und die Vögel des Himmels Wohnstätten, aber der Sohn des Menschen (Menschensohn) hat nichts, wo er [seinen] Kopf (sein Haupt) senken (neigen, beugen, hinlegen) kann.

21 Ein anderer aber [seiner] der Jünger sagte (zu) ihm: Herr, erlaube (gestatte, gewähre) mir erst zu gehen (wegzugehen, mich zu entfernen) und meinen Vater zu begraben.

22 Aber Jesus sagte (zu) ihm: Folge mir (nach) und lass die Toten zurück zu begraben ihre eigenen Toten (lass die Toten ihre eigenen Toten begraben).

23 Und als er einstieg (hineintrat)1 in das Boot (Schiff) folgten ihm seine Jünger.

  1. Die Partizipkonstruktion „ἐμβάντι αὐτῷ“ lässt sich nicht wörtlich wiedergeben. Partizip Aorist, also Gleichzeitigkeit zum Hauptsatz.

24 Und siehe (plötzlich), ein großes (Erd-)Beben (ein großer Sturm) entstand (ging los) auf dem See, so dass das Boot (Schiff) bedeckt (verdeckt) wurde von den Wellen; er aber schlief.

25 Und sie traten heran (kamen hinzu)1, weckten sie ihn auf und sagten: Herr, rette, wir gehen zugrunde (sind verloren, werden umkommen, gehen unter)!

  1. Partizip. Wört. „herantretend“

26 Und er sagte (sprach) [zu] ihnen: Was seid ihr feige (verzagt, ängstlich), Kleingläubige1? Dann stand er auf2 [und] tadelte (fuhr an) die Winde und den See (das Meer); und es entstand eine große Stille (es trat eine völlige (Meeres-)Stille ein).

  1. Hier steht ein Partizip. Möglich auch etwa: „ihr, die ihr von schwachem Vertrauen seid“
  2. Partizip. Wörtlich: „aufgestanden“

27 Die Menschen aber wunderten sich [und] sprachen: Was für einer ist dieser (Was ist er für einer), dass sowohl (auch) die Winde als auch (und) der der See (das Meer) ihm gehorchen?

28 Und als er ankam1 auf dem anderen Ufer (der anderen Seite des Sees) in das Land (die Landschaft, das Gebiet) der Gadarener gingen ihm entgegen zwei Besessene, die aus den Gräbern kamen2 sehr gefährlich (schlimm, wild), so daß niemand konnte vorübergehen (vorbeigehen) durch jenen Weg.

  1. Partizip, hier temporal aufgelöst
  2. Partizip. Wörtlich: „aus den Gräbern kommend“

29 und siehe, sie rufen {sagend}: Lass uns in Ruhe1, Sohn Gottes! Kommst du hierher vor der Zeit (dem rechten Zeitpunkt)2 uns zu foltern (quälen)?

  1. Wörtlich: Was (haben) wir und du (gemeinsam), ein Ausruf der Ablehnung.
  2. Gemeint ist wohl: Vor dem Tag des jüngsten Gerichtes

30 Es weideten aber weit weg eine Herde vieler Schweine.

31 Die Dämonen aber baten ihn {sagend}: Wenn du uns austreibst, schicke uns (lass uns fahren) in die Herde der Schweine (Schweineherde).

32 Und er sagte ihnen: Geht (fort)! Und diese gingen aus und gingen in die Schweine; und siehe, die Herde stürmte (stürzte) ganz von dem Abhang hinab in das Meer und starb (kam um) in den Fluten (im Wasser).

33 Aber die Hirten1 flohen und gingen weg in die Stadt und erzählten (verkündeten, berichteten) alles und das der Besessenen2.

  1. Hier steht ein Partizip. Wörtlich: „die Hütenden“ oder „die Weidenden“.
  2. Gemeint ist sinngemäß: „alles, nämlich die Begebenheit mit den Besessenen“ oder „alles, auch das mit den Besessenen“

34 Und siehe, die ganze Stadt ging heran zur Begegnung dem Jesu (um Jesus zu begegnen, Jesu entgegen) und als sie ihn sahen1 baten sie ihn, dass er weggehe aus ihrem Gebiet (ihren Grenzen).

  1. Partizip, hier temporal aufgelöst

Chapter 9

1 1 Und er stieg in ein Boot (ein) und fuhr an das andere Ufer (hinüber) und ging in seine eigene Stadt (die Stadt, in der er lebte).

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Und siehe man brachte ihm einen Gelähmten (vorbei), der auf einer (Trag-)Bahre (Bett) lag1. Und als Jesus seinen Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei guten Mutes (voller Mut, zuversichtlich, hab keine Angst) mein Kind, dir sind vergeben deine Sünden.

  1. Partizip. Wörtlich: „liegend“

3 Und siehe, einige der Schriftgelehrten sprachen bei sich: Dieser lästert (Gott).

4 Und als Jesus ihre Gedanken (Erwägungen, Überlegungen) bemerkte (durchschaute) sagte er: Warum (wozu) denkt (überlegt) ihr Böses (böse Gedanken) in eurem Herzen?

5 Denn was ist leichter (zu bewerkstelligen), zu sagen: Dir sind vergeben deine Sünden oder zu sagen: Auf! (Steh auf!) und gehe umher (führe dein Leben, gehe deinen Weg)?

6 Damit ihr aber wisst, daß der Sohn des Menschen (Menschensohn) (Voll-)Macht hat, auf der Erde Sünde zu vergeben - deshalb sagte er (zu) dem Gelähmten: Steh auf (auf!) nimm deine Bahre (Bett) und geh in dein Haus (nach Hause).

7 Und er stand auf und ging in sein Haus (nach Hause).

8 Und weil die (Volks-)Menge dies sah1 (erblickte) hatte sie Ehrfurcht (Angst) (fürchtete sich) und pries (lobpries, rühmte) Gott, daß er schenkte (gewährte) derartige (solche) (Voll-)Macht den Menschen.

  1. Partizip. Eventl. auch temporal.

9 Und von dort weitergehend1 sah Jesus einen Menschen sitzend2 bei der Zollstelle (Zollhaus), genannt Matthäus, und spricht (sagt) zu ihm: Folge mir (nach)! Und er stand auf3 [und] folgte ihm.

  1. Partizip. Wohl temporal: „als er von dort weiterging“
  2. Partizip: „einen Menschen, der bei der Zollstelle saß“
  3. Partizip

10 Und es war, als er sich (zu Tisch) niederlegte im (seinem) Haus, und siehe, viele Zöllner und Sünder kamen, um sich mit Jesus und seinen Jüngern niederzulegen (zusammen zu Tisch zu sein, am Essen teilzunehmen).

11 Und die Pharisäer, als sie es sahen, sprachen zu seinen Jüngern: Weshalb (warum) isst euer Lehrer mit den Zöllnern und Sündern?

12 Doch dieser hörte es1, sprach: Nicht die Gesunden brauchen (haben nötig) einen Arzt, sondern die Kranken (die, denen es schlecht geht, die krank sind).

  1. Partizip. Vielleicht auch temporal: „als er es hörte“

13 Geht aber hin(fort) und lernt was ist (heißt, bedeutet): Barmherzigkeit (Mitleid) möchte (will) ich und nicht Opfer; Denn ich bin nicht gekommen zu (be-)rufen die Gerechten, sondern die Sünder1.

  1. Hos. 6,6

14 Dann (zu der Zeit) kamen zu ihm (kamen hinzu, näherten sich ihm) die Jünger des Johannes und sagten: Warum fasten wir und die Pharisäer [viel, oft] aber deine Jünger fasten nicht?

15 Und es sagte ihnen Jesus: Können (vermögen) etwa die Söhne des Bautgemachs (die Hochzeitsgäste) zu klagen solange wie mit ihnen der Bräutigam ist? Es werden aber kommen Tage, wo entrissen wird von ihnen der Bräutigam, und dann werden sie fasten.

16 Keiner aber setzt einen Flicken aus ungewalktem (neuem, frisch vom Webstuhl) Stoff(stück) auf ein altes Gewandt; denn sein flicken reißt ab vom Gewandt und es wird ein schlimmerer (schlechterer) Riss.

17 Und (auch) nicht füllt man neuen Wein in alte Schläuche; Andernfalls (sonst) platzt der Schlauch und der Wein wird verschüttet und der Schlauch zerstört (vernichtet); Aber (statt dessen, nein,...) man muss füllen neuen Wein in neue (unbenutzte) Schläuche und beide bleiben erhalten (bewahrt, behütet).

18 Als er dies zu ihnen sagte1, siehe, ein Herrscher (Mitglied der Behörde/Synagogenleitung) kam herzu und kniete vor ihm nieder (war sich nieder, betete an) und sagte2: (daß) Meine Tochter stirbt jetzt (eben erst, eben); Doch (aber) komm herzu und lege deine Hand auf sie, da (dann) wird sie wieder leben.

  1. Partizip. Oder: während
  2. Partizip

19 Und als Jesus aufstand1 folgte er ihm (begleitete er ihn) und seine Jünger ihn (mit seinen Jüngern).

  1. Partizip

20 Und siehe1 eine Frau, die seit zwölf Jahren an (schweren) Blutungen litt2, kam herzu von hinten (hinten) [und] fasste (berührte) den Saum seines Gewandes;

  1. Etwa: Unterwegs
  2. Partizip

21 Denn sie dachte bei sich (im Stillen): Wenn ich nur berühre sein Gewand, werde ich (von Krankheit) befreit (gesund werden).

22 Aber Jesus drehte (wendete) sich um (wendete sich hin) und als er sie sah1 sagte er: Sei guten Mutes (voller Mut, voller Zuversicht, hab keine Angst), [meine] Tochter; Dein Glaube hat dich errettet (bewahrt, geheilt, gesund gemacht) und es war gesund die Frau von dieser Stunde an.

  1. Partizip

23 Und als Jesus kam1 in das haus des Herrschers2 und sah3 die Flötenspieler und die Menge, sie sich aufregte4 (in Unruhe war)

  1. Partizip
  2. Siehe Vers 18
  3. Partizip
  4. Partizip

24 sagte er: geht weg (entfernt euch), denn das Mädchen ist nicht gestorben sondern es schläft. Und sie lachten ihn aus.

25 Als (nachdem) aber er fortgejagt (weggetrieben) hatte die Volksmenge ging er hinein1 [und] ergriff ihre Hand und das Mädchen erwachte.

  1. Partizip

26 Und es verbreitete sich die Kunde (Nachricht) davon in jenem ganzen Land (Gegend).

27 Und als er von dort weiterging1 folgten Jesus zwei Blinde, die riefen und sagten: Erbarme dich unser, Sohn Davids.

  1. Partizip

28 Als er aber nach Hause kam, näherten (herzukamen) sich ihm die Blinden und es sagte ihnen Jesus: Glaubt ihr, dass ich kann (vermag) dies zu tun? Sie sagten (antworteten) ihm: Ja (gewiss, freilich), Herr.

29 Da berührte er ihre Augen [und] sagte: gemäß (nach) eures Glaubens soll euch geschehen (wie ihr glaubt soll euch geschehen).

30 Und ihre Augen wurden geöffnet. Und Jesus fuhr sie an (schärfte ihnen ein, befahl mit aller Entschlossenheit): hütet euch, niemand soll es wissen.

31 Und doch (aber) gingen sie heraus [und] verkündeten (erzählten, machten bekannt) sie dieses in jenem ganzen Land.

32 Als sie aber herausgegangen waren1, siehe, sie brachten herzu ein Mensch der stumm [und] (von Dämonen) besessen war.

  1. Partizip

33 Und nachdem der Dämon ausgetrieben war konnte der Stumme reden. Und die Menge wunderte sich (staunte) und sagte: Niemals wurde solches sichtbar (hat man noch nie gesehen) in Israel.

34 Die Pharisäer aber sagten: Durch (mit Hilfe von) dem Herrscher (dem Fürst) der Dämonen treibt er aus die Dämonen.

35 und Jesus zog durch (ging herum) viele Städte und Dörfer [und] lehrte1 in ihren Synagogen und verkündete2 die frohe Botschaft (das Evangelium) des Königreichs (der Herrschaft) und heilte3 viele Krankheiten und viele Leiden (Gebrechen).

  1. Partizip, wörtlich: lehrend
  2. Partizip, wörtlich: verkündend
  3. Partizip, wörtlich: heilend

36 Als er aber die Volksmenge sah1 hatte er Mitleid mit ihnen, dass sie ermattet (müde, abgehetzt) und darniederliegend (am Boden liegend) waren: wie Schade, die keinen Hirten haben.

  1. Partizip

37 Da sagte er seinen Jüngern: Zwar [ist] die Ernte groß, aber der Arbeiter sind wenig.

38 Bittet nun den Herrn der Ernte (den Herrn, dem die Ernte gehört) dass er aussendet Arbeiter in seine Ernte.

Chapter 10

1 1 Und als er seine zwölf Jünger herbeirief2 verlieh (gab, schenkte) er ihnen (die) Vollmacht (Freiheit, Macht) der unreinen Geister damit (daß, damit) sie austreiben diese und heilen jede Art (jegliche, jede beliebige) Krankheiten und alle Leiden (Gebrechen).

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Partizip Aorist

2 Aber die Namen der zwölf Ausgesendeten1 sind diese: Als erster Simon, der genannt wird Petrus und Andreas, sein Bruder, und Jakobus der [Sohn] des Zebedäus und Johannes, sein Bruder

  1. Partizip. Oder: der Zwölf, die ausgesendet wurden

3 Philipus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, Jakobus, der [Sohn] des Alfaious und Thadäus,

4 Simon der Zelot (Kananäus) und Judas Iskariot, der ihn verriet.

5 Diese Zwölf sandte Jesus aus und forderte sie auf (befahl ihnen) {sagend}:Auf dem Weg (hin zu dem Weg) der Heiden geht nicht und in keine Stadt der Samaritaner geht hinein (tretet ein)

6 geht aber noch lieber (mehr, eher) zu den Schafen, die verloren sind, (den verlorenen Schafen) des Hauses Israels

7 geht aber und verkündigt {sagend}, dass die Herrschaft der Himmel (das Himmelreich) nahe (herbeigekommen) ist.

8 die, die krank (schwach) sind, heilt, die, die tot sind, weckt (richtet) auf, die Aussätzigen reinigt (säubert), Dämonen treibt aus; umsonst (habt ihr) empfangen, umsonst gebt (weiter).

9 Ihr sollt nicht erwerben (beschaffen) Gold und auch nicht Silber, nicht einmal Bronze (Kupfermünzen) in euren Gürteln,

10 keine Reisetasche (Ranzen) auf den Weg (für die Reise) zund auch nicht zwei Untergewänder (Hemden, Unterwäsche) und auch keine Sandalen und keinen (Wander-)Stab; denn ein gerechter Arbeiter ist seinen Lebensunterhalt1 wert.

  1. Vrmtl. pars pro toto: Speise, Nahrung - Lebensunterhalt

11 Wenn ihr in eine Stadt oder ein Dorf kommt, erforscht (untersucht) wer in dieser Gerecht ist; und (bei) diesen wohnt (bleibt) bist ihr fortgeht (weiter geht).

12 Wenn ihr aber in das Haus hineingeht1 sollt ihr grüßen2.

  1. Partizip. Wörtlich: hineingehend
  2. Vrmtl. ein Gruß oder Segenswunsch

13 und wenn aber das Haus gerecht ist, soll Frieden über es kommen, wenn es aber nicht gerecht ist, soll euer Friede zu euch umkehren (zurückkehren).

14 und wenn man (wer auch immer) nicht einmal (auch nicht) euren Worten Gehör gibt, verlasst jenes Dorf oder Stadt (diesen Ort) und schüttelt den Staub von euren Füßenö.

15 Amen (wahrlich) ich sage euch, es wird für die Gegend (Landschaft, Erde) Sodoms und Gomorras erträglicher sein am Tag des Gerichts als jener Stadt.

16 {Bedenkt wohl} ich sende euch wie Schafe inmitten (mitten unter die) der Wölfe; ihr sollt sein (seid) nun verständig (klug) wie die Schlangen und rein (lauter, ohne Falsch) wie die Tauben.

17 Achtet aber auf (richtet den Sinn auf) die Menschen: Denn sie werden euch an die Lokalgerichte übergeben und euch in den Synagogen auspeitschen (strafen, züchtigen);

18 und vor die Herrscher {aber} und Könige bringen (führen) um meiner willen zum Zeugnis vor ihnen und vor den anderen Völkern.

19 Wenn man euch aber ausliefert (übergibt) macht euch keine Sorgen, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch (ein-)gegeben in jener Stunde was ihr reden sollt;

20 denn nicht (nicht so sehr) ist euer Reden1, sondern (als vielmehr) der Geist eures Vaters ist es, der durch euch reden wird.

  1. Partizip. Wörtlich: was gesagt wird

21 Es wird aber ein Bruder einen (seinen) Bruder, und ein Vater ein (sein) Kind dem Tode (Henker) überliefern und es werden sich Kinder gegen ihre Eltern stellen und sie umbringen lassen.

22 Und es wird Hass sein von jedem um meines Namens willen; Wer aber bis zuletzt bleibt, der wird errettet (gerettet, bewahrt) bleiben.

23 Wenn man euch aber verfolgt in der (einen) Stadt, flieht in eine andere (die nächste); Amen (Wahrlich), denn ich sage euch ihr werdet nicht beenden (fertig sein) mit den Städten Israels bis kommt der Sohn des Menschen.

24 Der Schüler (Jünger) ist nicht über (mehr als, steht nicht über) dem Lehrer oder der Knecht (Diener) über seinem Herrn.

25 Es genügt dem Jünger (es ist ihm hinreichend), dass er ist wie sein Lehrer und dem Diener (Kencth) wie sein Herr. Wenn man den Hausherrn Beeltebuul nennt, wie viel mehr wird man das mit seinen Hausgenossen tun.

26 Fürchtet sie also nicht: denn es ist auch nichts verborgen, was nicht offenbart (enthüllt) wird und nichts verborgen (geheim), was nicht bekannt wird.

27 Was ich euch sage in der Dunkelheit (im dunklen, geheimen) {daß} sagt im Licht (am hellen Tag, in der Öffentlichkeit), und was ihr ins Ohr geflüstert bekommt, verkündet auf den Dächern.

28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, aber die Seele nicht töten können; fürchtet aber mehr den, der die Seele dem Verderben preisgeben kann und den Leib tötet in der Hölle.

29 Es werden nicht zwei Spatzen für ein paar Groschen zum Kauf angeboten? Und doch fällt kein einziger von diesen auf die Erde ohne euren Vater.

30 Bei euch aber sind auch die Haare des Kopfes (auf dem Kopf) alle gezählt.

31 Fürchtet euch nicht: Ihr seid viel wertvoller (besser, mehr) als die Spatzen.

32 Jeder nun, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem werde ich mich auch bekennen vor meinem Vater in [den] Himmeln.

33 Wer auch immer mich leugnet vor den Menschen, den werde ich auch verleugnen vor meinem Vater in den Himmeln.

34 Glaubt nicht, dass ich gekommen bin Frieden auf der Erde zu bringen; Ich bin nicht gekommen Frieden zu Bringen sondern ein Schwer.

35 Denn ich bin gekommen zu trennen (entzweien) ein Sohn1 mit seinem Vater und eine Tochter mit ihrer Mutter und eine Braut2 mit ihrer Schwiegermutter3.

  1. Eigentlich: "einen Menschen"
  2. Gemeint ist wohl "Schwiegertochter"
  3. Vgl. Mi 7,6

36 und ein Feind des Menschen wird seine Hausgemeinschaft sein.

37 Wer seinen Vater oder seine Mutter mehr lieb (gern) hat als mich, ist meiner nicht wert (ist nicht wert mein Jünger zu sein) und wer seinen Sohn oder seine Tochter mehr lieb (gern) hat als mich, ist meiner nicht wert (ist nicht wert mein Jünger zu sein).

38 Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt (mein Jünger ist) ist meiner nicht wert.

39 Wer sein Leben1 findet (festhalten will) wird es zerstören (verderben, vernichten, verlieren) und wer sein Leben zerstört um meiner Willen (wegen mir) wird es erlangen.

  1. wörtl.: Seele

40 Die euch aufnehmen, nehmen mich auf und die mich aufnehmen, nehmen den auf, der mich gesandt hat.

41 Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist1. wird den Lohn eines Propheten empfangen (bekommen) und wer einen Gerechten, weil er ein Gerechter ist2, aufnimmt, wird den Lohn eines Gerechten bekommen.

  1. Wört.: wegen seines prophetischen Namens
  2. s.o.

42 Und wer auch immer einen Becher kalten Wassers zu Trinken gibt einem der Geringsten im Namen eines Jüngers, wahrlich (Amen), ich sage euch, er wird seines Lohnes (auf keinen Fall) verlustig gehen (wird auf keinen Fall um seinen Lohn kommen).

Chapter 11

1 1 Und es geschah, als Jesus vollendet hatte das Befehlen an seine zwölf Jünger, dass er weiterzog von dort, um zu lehren und zu predigen in ihren Städten.

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Der Johannes aber hörte in dem Gefängnis (von den) die Werke Christi [und] er sandte durch seine Jünger,

3 die sagten ihm: Bist du1 der kommen soll, oder sollen (müssen) wir auf einen anderen warten?

  1. Das "du" steht betont

4 Und Jesus sagte ihnen antwortend (antwortete ihnen): Geht, um Johannes zu berichten, was ihr hört und seht:

5 Blinde können wieder sehen und Gelähmte können gehen, Aussätzige sind geheilt und Taube hören und Tote werden lebendig und Arme bekommen die gute Nachricht zu hören;

6 und glücklich (glückselig) ist, wer auch immer nicht an mir Anstoß nimmt (wer meinetwegen nicht zu Fall kommt).

7 Als diese aber gingen, fing Jesus an, der Menge über Johannes zu sagen (reden, erzählen): Was gingt ihr in die Wüste zu sehen (anzusehen) ein Schilfrohr, das vom Wind hin- und herbewegt wird?

8 Oder seid ihr gegangen zu sehen einen Mann in weicher (feine) Kleidung gekleidet (bestückt)? Nein (ihr wisst doch), die feine Kleidung tragen, sind in den Häusern der Könige (den königlichen Palästen).

9 Oder was seid ihr ausgezogen zu sehen? Einen Propheten? Ja (gewiss, freilich), ich sage euch, ihr habt gesehen, was sogar noch größer ist als ein Prophet.

10 Dieser ist es, über den geschrieben ist:„ Siehe, ich sende meinen Engel (Boten) zu dir, der, welcher bereitet (instand setzt) deinen Weg vor dir.1

  1. Mal 3,1

11 Amen (wahrlich) ich sage euch: nichts ist durch das Gebären von Frauen (unter von Frauen geborenen) größeres entstanden als Johannes der Täufer; aber der Kleinste im Königreich der Himmel (im Himmelreich) ist größer als er.

12 Aber seit den Tagen Johannes des Täufers bis zum heutigen Tage (bis jetzt) bahnt sich das Königreich der Himmel mit Gewalt Bahn1 und Gewalttäter greifen es an (rauben es, ergfreifen es begierig.).

  1. Diese Stelle ist nicht ganz eindeuig. Alternativ: bis zum heutigen Tag wird dem Königreich der Himmeln Gewalt angetan. βιάζεται ist Medium.

13 Denn alle Propheten und das Gesetz bis1 Johannes haben prophezeit;

  1. Unklar ob zeitlich oder ausschließlich gemeint ist.

14 Und ihr wollt gut heißen (gelten lassen) dies ist Elija, der kommen soll.

15 Wer Ohren hat1(wer hören kann), höre.

  1. Partizip. Wörtlich: der Ohren habende

16 Mit wem aber soll ich vergleichen das gegenwärtige Geschlecht? Es gleicht (es ist gleich) den Kindern, die auf den Marktplätzen sitzen (sich befinden, wohnen) und den anderen zurufen,

17 sie sprechen:„ Wir haben euch die Flöte gespielt, aber ihr tanzt nicht, wir haben ein Trauerlied angestimmt, aber ihr habt nicht getrauert.“

18 Denn Johannes kam weder essend noch trinkend1 und sie sagten: Er hat einen Dämonen (er ist von einem Dämonen besessen).

  1. Beides Partizipien. Vlt. "Denn Johannes aß weder noch trank er"

19 Und der Sohn des Menschen kam essend und trinkend1 und sie sagten: Siehe, ein (der) Mensch [ist] ein Fresser (Schlemmer) und ein Weintrinker (Säufer), ein Freund der Zöllner und der Sünder. Und die Weisheit ist gerechtfertigt durch ihre Werke.

  1. Partizipien, s.o.

20 Darauf fing er an, die Städte zu beschimpfen, in denen er begann seine Wundertaten, denn sie waren nicht umgekehrt.

21 Wehe dir, Chorazin, wehe dir, Betsaida: Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wundertaten geschehen wären wie bei euch, schon lange hätten sie in Sack und Asche Buße getan.

22 Aber ich sage euch: Für Tyrus und Sidon wird es erträglicher sein im himmlischen Gericht als euch.

23 Und du, Kaphernaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhoben werden? Bis zum Hades (zur Unterwelt) wirst du herabgestoßen werden. Denn wenn in Sodom die Wundertaten geschehen wären wie bei dir, wäre es bis zum heutigen Tag stehen geblieben.

24 Aber ich sage euch, dass es dem Land (der Erde) Sodoms erträglicher sein wird an Tag des Gerichts als dir.

25 In jener Zeit (zu jenem Zeitpunkt) ergriff Jesus das Wort [und] sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des (über) des Himmels und der Erde, dass du verborgen hast dies (das alles) vor den Weisen und Verständigen (Klugen) und enthüllst (offenbarst) den kleinen Kindern (Unmündigen).

26 Ja (gewiss, freilich) Vater, denn was dir wohlgefällig [ist], ist geschehen.

27 Alles ist mir ausgeliefert (anvertraut) von meinem Vater und keiner erkennt den Sohn außer dem Vater, auch keiner erkennt den Vater als der Sohn und jeder, dem wünscht der Sohn es aufzudecken (und jeder, dem es durch den Sohn enthüllt wird).

28 Kommt her (auf!) zu mir, alle die ihr euch abmüht (müde werdet) und mit Lasten beladen seid und ich (ich aber, ich selbst) will euch Ruhe gewähren (euch erquicken).

29 Nehmt (tragt, hebt) mein Joch auf euch selbst und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig (freundlich, milde) und von Herzen (demütig, niedrig, bescheiden) und ihr werdet bekommen (finden, entdecken) Ruhe (Erquickung, das Aufhören) für eure Seele.

30 Denn mein Joch ist (angenehm, gütig, leicht zu tragen, brauchbar, freundlich) und meine Last ist leicht.

Chapter 12

1 1 In jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten (Kornfelder); {aber} seine Jünger hatten Hunger und fingen an (begannen) Ähren auszuraufen (abzureißen) und zu essen.

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Als aber die Pharisäer [dies, es] sahen, sagten sie [zu] ihm: Siehe, deine Jünger tun etwas, das an einem Sabbat verboten (nicht erlaubt) ist.

3 Aber er sagte ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat (machte), als er Hunger hatte und sie mit ihm (seine Begleiter),

4 wie (auf welche Weise) er in das Haus Gottes ging und aß die Brote der Aufstellung (die Schaubrote), was er und sie mit ihm nicht durften, vielmehr (sondern) nur die Priester?

5 Weder (oder) habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat1 die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, noch (und doch, trotzdem) sind sie unschuldig?

  1. Eigentlich Plural

6 Ich aber sage euch, dass (:) hier ist etwas (einer) Größeres als der Tempel.

7 Wenn ihr verstanden1 (erkannt) hättet, was das bedeutet2 Barmherzigkeit (Erbarmen, Mitleid) will ich (begehre ich, will ich haben) und keine Opfer (Schlachtopfer), hättet ihr keine (nicht diese) Unschuldigen (Schuldlosen) verurteilt.

  1. Plusquamperfekt, also mit Resultat in der Vergangenheit
  2. Wörtlich: was das ist

8 Denn der Herr über den Sabbat ist der Sohn des Menschen.

9 Und als er wegging1 von dort, ging er in ihre (die dortigen) Synagogen;

  1. Partizip Aorist, also Gleichzeitigkeit zum Verb

10 Und siehe [dort war] ein Mensch (eine Person), der eine gelähmte (vertrocknete, dürre) Hand hatte1 (der eine gelähmte Hand hatte). Und man fragte ihn (er wurde gefragt) {sagend}: Ist es erlaubt am Sabbat zu heilen? Um ihn anklagen zu können.

  1. Partizip, final aufgelöst

11 Aber (und doch) er sagte ihnen: Wer von euch wird {ein Mensch} sein, der ein Schaf haben wird, das wenn (falls) es auch an diesem Sabbat in eine Grube hineinfällt, nicht es ergreifen (erfassen) wird und es herausziehen wird?

12 Wie viel demnach (also) unterscheidet sich der Mensch vom Schaf (Wie viel mehr wert ist der Mensch als ein Schaf). Es ist also erlaubt, das man am Sabbat Gutes tut (bewirkt, macht).

13 Dann (danach, darauf) sagte er dem Menschen: Strecke deine Hand aus. und er streckte sie aus. Und sie wurde geheilt (wiederhergestellt, in den richtigen Zustand versetzt), gesund (unversehrt) wie die andere.

14 Die Pharisäer aber gingen heraus1 ergriffen (fassten) sie den Entschluss gegen ihn (hielten sie eine Beratung (Versammlung) gegen ihn), wie sie ihn umbringen (töten) konnten2.

  1. Partizip Aorist, Gleichzeitig. Vlt. auch: "Als die Pharisäer aber herausgingen"
  2. Oder als Nebensatz mit Infinitiv "ihn zu töten"

15 Als aber Jesus [es, das] erkannte (erfuhr), ging er weg (entfernte er sich) von dort. Und es folgten (begleiteten, nachfolgen) ihm Viele1 und er heilte sie alle.

  1. Andere Handschriften ergänzen οχλοι, eine große Volksmenge

16 Und er befahl ihnen streng (gebot, tadelte), ihn nicht bekannt (offenbar) zu machen1.

  1. eventl. auch als Nebensatz mit "dass" übersetzen

17 Damit erfüllt (vollendet, abgeschlossen) würde, was gesagt wurde durch Jesaja, den propheten, der da spricht1:

  1. Jes 42,1-4

18 Siehe (da ist, hier ist) mein Kind (Knecht, Diener), den ich erwählt habe, mein Geliebter1, an ihm hat meine Seele (Herz) Wohlgefallen (Freude, sie ist zufrieden mit ihm); ich werde meinen Geist ihm zuweisen und er wird den Völkern Recht (Gerechtigkeit) verkünden.

  1. Nach LXX eventl. auch mein Erwählter

19 Er wird weder zanken (Streiten) noch brüllen (lärmen, schreien) noch wird jemand hören seine Stimme auf den breiten Wegen (Straßen).

20 Das Schilfrohr, das geknickt (zerstoßen, zerschlagen) wurde1 wird nicht (zer-, ge-)brochen werden und der glimmende Lampendocht wird nicht ausgelöscht werden, bis er führt zum Zieg das Recht (die Gerechtigkeit).

  1. Partizip Perfekt Passiv, also Vorzeitigkeit

21 Und auf seinen Namen hoffen die Völker.

22 Darauf (dann) brachte man ihm (wurde ihm gebracht, hinzugebracht) ein Besessener gebracht, der blind und stumm war und er heilte ihn, damit (so dass) der Stumme reden und sehen konnte.

23 Und alle der Volksmenge gerieten außer sich (vor Erstaunen) und sagten: Ist dies etwa (am Ende doch) der Sohn Davids?

24 Als aber die Pharisäer [das] hörten1, sagten sie: Dieser treibt die Dämone nicht aus, außer durch Beelzebul den Herrscher (Herrn, Machthaber) der Dämonen.

  1. Partizip Aorist, hier temporal aufgelöst

25 Als er aber ihre Überlegungen durchschaute (erkannte, bemerkte)1 sagte er ihnen: Jedes Königreich, dass gegen sich selbst uneins ist (mit sich selbst entzweit ist)2 ist zerstört worden, und jede Stadt oder Familie, die gegen sich selbst uneins ist (mit sich selbst entzweit ist)3 wird keinen Bestand haben (wird nicht bestehen bleiben).

  1. Partizip Aortist, hier temporal aufgelöst. Mit Vers 24 vlt. auch kausal?
  2. Partizip Aorist, hier final aufgelöst
  3. Partizip Aorist, hier final aufgelöst

26 Und (selbst) wenn der Satan den Satan austreibt, entzweit er sich selbst (er teilt gegen sich selbst), wie wird es nun möglich sein, dass seine Herrschaft Bestand haben wird (bestehen bleiben wird)?

27 Und wenn ich durch Beelzebul den Dämon austreibe, durch wen (mit wessen Hilfe) triben eure Söhne (Schüler) aus? Darum (deshalb) werden sie selbst eure Richter sein.

28 Wenn ich aber durch den Geist Gottes den Dämon austreibe, ist folglich (also) zu euch gekommen (hat euch erreicht) die Königsherrschaft Gottes.

29 Oder wie geht jemand in das Haus des Mächtigen (Starken) und raubt sein Habe (Gerät, Gefäß), wenn er nicht erst den Starken gefangen setzt (bindet)? Und dann wird sein Haus ausgeraubt (geplündert).

30 Der, der nicht mit mir ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt (vereint, zusammenkommt), der zerstreut.

31 Darum sage ich euch, alle Sünde und Verleumdung (Schmähung, Lästerung) wird er den Menschen vergeben (verzeihen) [können], außer aber des Geistes Lästerung wird er nicht vergeben.

32 Und wer (auch immer) sagen (sprechen) wird ein Wort gegen den Menschensohn, ihm wird er vergeben [können]; Wer aber gegen den heiligen Geist sagen (sprechen) wird, ihm wird er nicht vergeben [können], weder in diesem Zeitalter, noch im Kommenden (Zukünftigen).

33 Entweder ist der Baum gut und seine Früchte auch1 oder der Baum ist faul (schlecht) und seine Früchte auch2; denn aus der (an seiner) Frucht erkennt man den Baum.

  1. Wörtl: Entweder nimm an der gute Baum und seine guten Früchte
  2. s.o.

34 Schlangenbrut (Sprösslinge der Schlange), wie könnt ihr gut (gerecht, gütig) sprechen wo ihr doch böse seid1? Denn aus dem Überfluss (Fülle) des Herzen spricht die Zunge (der Mund).

  1. Partizip

35 Der gute Mensch holt aus dem guten Schatz Gutes hervor und der schlechte Mensch holt aus dem schlechten Schatz Schlechtes hervor.

36 Ich aber sage euch, dass (:) über jedes unnütze (nutzlose) Wort das sprechen werden die Menschen werden sie Rechenschaft ablegen müssen am (im) Tag des Gerichts;

37 Denn aufgrund (gemäß) deiner Worte wirst du gerechtfertigt werden (für gerecht erklärt werden) und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden.

38 Dann antworteten (ergriffen das Wort) ihm einige der Schriftgelehrten und Pharisäer, indem sie sprachen1: Lehrer (Rabbi), wir wollen (wünschen, begehren) von dir ein Zeichen sehen!

  1. Partizip. Wohl am besten einfach "antworteten"

39 Da {aber} antwortete er1 {und sagte} ihnen: Eine schlechte und treulose (ehebrecherische) Generation verlangt (fordert, sucht) ein Zeichen, doch (und) kein Zeichen wird ihr gegeben werden außer dem Zeichen Jonas des Propheten.

  1. Aufgelöstes Ptz. Aor.

40 Denn wie Jona im Bauch (Inneren, Leib) des Seeungeheuers (großen Fisches) war drei Tage und drei Nächte,1 so wird der Sohn des Menschen (Menschensohn) sein im Inneren2 der Erde drei Tage und drei Nächte.

  1. Jona 2,1
  2. wörtlich: im Herzen

41 Männer (Leute), Bewohner von Ninive („Niniveer“), werden auferstehen im Gericht gemeinsam mit dieser Generation und über sie urteilen (sie verurteilen), denn sie kehrten um zur Verkündigung (Ankündigung, Zeugnis) Jonas.1 Und siehe: Mehr als Jona [ist] hier.

  1. Jona 3,5

42 Die Königin des Südlandes (eine Königin aus dem Süden) wird auferweckt (auftreten) werden im Gericht gemeinsam mit dieser Generation und wird über sie urteilen (sie verurteilen), denn sie kam aus den Randregionen (den Enden) der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören.1 Und siehe: Mehr als Salomo [ist] hier.

  1. 1 Könige 10,1; 2 Chronik 9,1

43 Wenn (wann, dann) aber der unreine Geist den Menschen verlassen hat (von dem Menschen ausgefahren ist) durchzieht (irrt) er durch dürre (wasserlase) Orte (Plätze, Stellen) und sucht nach Ruhe (Erquickung, einem Ruheplatz) und (aber) findet keinen.

44 Dann sagt er: In mein Haus werde ich zurückkehren (umkehren), von wo (woher) ich fortgegangen bin; und wenn er kommt wird er es finden leer1, gepflegt2 (gefegt) und geschmückt3 (in Ordnung).

  1. Partizip
  2. Partizip
  3. Partizip

45 Dann geht er und nimmt mit sich selbst sieben andere Geister, schlimmer als er selbst, und sie treten ein und wohnen dort; und der spätere Zustand (das Ende) jenes (dieses) Menschen wird schlechter (schlimmer) sein als der frühere Zustand (Anfang). So wird es auch dieser bösen Generation (Geschlecht) zuteil werden (ergehen).

46 Als er noch sprach zur Volksmenge siehe, seine Mutter und seine Brüder standen (befanden) sich draußen und wollten ihn sprechen.

47 [Einer sagte aber: Siehe deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sprechen.]

48 Er aber antwortet1 und sprach zu dem, der [dies] sagte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?

  1. Partizip

49 Und er streckte seine Hand auf seine Jünger (aus) [und] sagte: Siehe (hier sind) meine Mutter und meine Brüder.

50 Denn wer auch immer tut den Willen meines Vater (der ist) in den Himmeln, er (dieser)1 ist mein Bruder und Schwester und Mutter.

  1. steht betont

Chapter 13

1 1 An diesem Tag ging2 Jesus aus dem Haus und setzte sich [zum Lehren] an das Ufer des Sees;

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Eigentlich Partizip, hier final aufgelöst

2 und es versammelte sich vor ihm eine große Volksmenge, so daß (derart das) er in ein Boot einstieg1 und sich setzte, und die ganze Volksmenge stand am Ufer (Strand)

  1. Partizip, hier final aufgelöst

3 und er erzählte (sagte) ihnen Vieles (viele Dinge) in Gleichnissen {sagend}: Siehe (hört zu), es ging der Bauer (Sämann) hinaus [aufs Feld] (um) zu säen.

4 Und als (während) er säte fielen einige der Samenkörner1 auf den Weg (die Straße) und es kamen die Vögel und fraßen es auf.

  1. Wörtlich: "die einen"

5 Andere aber fielen auf den felsigen Boden, (dort) wo sie nicht viel Erde hatten, und sofort gingen sie auf, weil sie keine tiefe Erde hatten;

6 als die Sonne aber aufging1 wurden sie verbrannt (versengt) und weil sie keine Wurzeln hatten, gingen sie ein (verdorrten, vertrockneten sie)

  1. Partizip, hier temporal aufgelöst

7 Andere aber fielen auf das Dorngewächs (unter die Dornen) und die Dornen gingen auf (wuchsen empor) und erwürgten (erstickten) sie.

8 Andere aber fielen auf die gute Erde, und brachten Frucht, dass eine einhundert(-fach, Körner), dass andere sechzig(-fach, Körner), dass andere dreißig(-fach, Körner).

9 Wer Ohren hat (wer hören kann), der höre.

10 Und die Jünger kamen hinzu1 und sagten ihm: Warum sprichst du zu ihnen in Gleichnissen?

  1. Partizip, hier final aufgelöst.

11 Dieser aber antwortete ihnen: Weil euch gegeben ist das Geheimnis der Königsherrschaft der Himmeln, jenen (ihnen) ist es aber nicht gegeben.

12 Denn wer hat, dem wird gegeben und überfließend zuteil gegeben werden (im Überfluss, der wird überreich gemacht werden); aber wer da nicht hat, dem wird, was er hat, auch noch genommen werden.

13 Deshalb (darum) spreche ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehend1 nicht sehen und hörend2 nicht hören und nicht verstehen,

  1. Partizip
  2. Partizip

14 und es wird an ihnen offenbar (erfüllt, vollständig werden) das Prophetenwort (die Prophetie, Weissagung) Jesajas, der da sagt12: Durch das Hören werdet ihr hören und nicht verstehen (ihr werdet immerfort hören, ihr sollt hören), und sehend3 werdet ihr sehen und nicht erkennen (erblicken, verstehen).

  1. Partizip
  2. Jesaja 6,9-10
  3. Partizip

15 Denn das Herz dieses Volkes ist dick (unempfindlich, unempfänglich, stumpf) geworden und mit den Ohren haben sie schwer gehört und ihre Augen haben sie geschlossen, damit nicht (etwa) sie erkennen mit ihren Augen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen (einsehen, begreifen) und sich umkehren (bekehren, umwenden, zurückkehren) und ich sie nicht heile (da dass ich sie heilen könnte).

16 Eure Augen aber sind glücklich (seelig) [zu preisen], dass sie sehen und eure Ohren, dass sie hören.

17 Wahrlich (Amen) denn ich sage euch, dass viele Propheten und Gerechten verlangen (wünschen, begehren) zu sehen, was ihr gesehen, und nicht gesehen, und zu hören, was ihr gehört, und nicht gehört.

18 Ihr1 hört2 nun das Gleichnis (seine Bedeutung) des Sämanns!

  1. steht betont
  2. Imperativ

19 Wann immer (jedes mal wenn) jemand hört1 das Wort der Königsherrschaft (die Botschaft vom Reich Gottes) und nicht versteht2 es kommt das Böse und raubt (reißt, nimmt weg) das Gesäte in ihrem Herzen, dies ist der, der auf den Weg besät worden ist3.

  1. Partizip
  2. Partizip
  3. mit Ergänzung: das ist der Mensch, bei dem der Samen auf den Weg fiel

20 Der aber, der auf den felsigen Grund besät wurde1 dies ist der das Wort hörende2 und aufrichtig mit Freude nimmt er es,

  1. zur Konstruktion s.o.
  2. Partizip

21 aber er hat keine Wurzeln in sich sondern ist vorübegehend (unbeständig, dem Augenblick hingegeben) und wenn aber Trübsale oder Verfolgung entstehen1 durch das Wort, wird er zur Sünde verführt (sich wieder abwenden).

  1. Partizip

22 Der aber, der in die Dornen(-gewächse) besät wurde, dies ist der das Wort hörende1 und (doch) die Sorge des (gegenwärtigen) Zeitalters (der Gegenwart) und die Verführung (Täuschung, Betrug) des Reichtums ersticken das Wort so dass (und) er keine Frucht bricht.

  1. Partizip

23 Der aber, der auf die gute Erde besät wurde, dies ist der das Wort hörende1 und versteht, der (welcher) dann auch Frucht bringt und trägt das eine einhundert(-fach), das andere sechzig(-fach), das andere dreißig(-fach)

  1. Partizip

24 Er trug (legte) ihnen ein anderes Gleichnis vor {sagend}: Es gleicht die Königsherrschaft der Himmeln einem Menschen, der gesät hatte guten Samen in (auf) seinen Acker (Feld).

25 Zu der Zeit (als, während) es schliefen die Menschen kam sein Feind und säte dazwischen (dazu) Unkraut (Lolch) mitten hinein in (zwischen) das Getreide (den Weizen) und ging weg.

26 Als aber sprossen die Getreidehalme (das Gras/Heu) und sie Frucht ansetzten, da kam zum Vorschein (wurde sichtbar) auch das Unkraut.

27 Als aber die Diener (Knechte) des Hausherrn kamen1, sagten sie zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf (in) deinem Feld gesät? Woher denn nun hat es Unkraut?

  1. Partizip

28 Und (aber) dieser sagte: Ein feindseliger Mensch (irgendein Feind) muss dies getan haben. Aber die Knechte sagten zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?

29 Er aber sprach: Nein, damit nicht (etwa) beim Zusammenlesen das Unkraut entwurzelt (ausreißt) das Getreide.

30 Lasst zu, dass beides gemeinsam (zusammen) wächst bis zur Ernte, und in der Zeit der Ernte werde ich den Erntearbeitern (Schnittern) sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündeln um es zu verbrennen, das Getreide (Weizen) aber sammelt in meiner Scheune.

31 Er legte (trug) ihnen ein anderes Gleichnis vor {sagend}: Es ist die Königsherrschaft der Himmeln gleich einem Senfkorn, das von einem Menschen genommen1 wurde, der es säte in (auf) seinen Acker.

  1. Partizip

32 Es ist das kleinste unter den Samenkörnern, wenn es aber hoch gewachsen ist, ist es größer als die anderen Kräuter (Gemüse, Gartenpflanzen) und es wird ein Baum derart, dass (so dass) es kommen die Vögel des Himmels und lassen sich nieder (nisten, wohnen) in seinen Zweigen (Ästen).

33 Ein anderes Gleichnis erzählte er ihnen: Es gleicht die Königsherrschaft der Himmeln einem Sauerteig, der war genommen worden1 und eine Frau tat einen halben Zentner Mehl hinein, bis der ganze Teig durchsäuert war.

  1. Partizip

34 Dies alles erzählte Jesus in Gleichnissen der Volksmenge, und ohne Gleichnisse redete er er nicht zu ihnen,

35 damit erfüllt würde, was gesagt wurde durch den Propheten, der da spricht: Ich werde1 in Gleichnissen meinen Mund auftun, ich werde2 aussprechen (verkünden) Verborgenes (Unbekanntes) seit dem Anfang (Beginn, Grundlegung, Erschaffung) [der Erde].

  1. Futur, eventl. "will"
  2. Futur, eventl. "will"

36 Dann verlies er (schickte er weg) Volksmenge und ging ins Haus (nach Hause). Und es kamen zu ihm (traten herzu, näherten sich) seine Jünger und sagten1: Erkläre (deute) uns das Gleichnis vom Unkraut des (auf dem) Ackers.

  1. Partizip

37 Dieser aber antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen,

38 der Acker aber ist die Welt, der gute Samen aber, das sind die Söhne des Reiches (der Königsherrschaft); aber das Unkraut, (das) sind die Söhne des Schlechten (Bösen),

39 aber der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel (Verleumder), aber die Ernte ist das Ende (die Vollendung) des Zeitalters (das Ende der Zeit), die Erntearbeiter (Schnitter) aber sind die Engel (Boten).

40 Geradeso wie (gleichwie) das Unkraut nun zusammengelesen (eingesammelt) wird und mit Feuer verbrannt wird, so wird es sein am Ende der Zeit1;

  1. Die selbe Konstruktion wie in Vers 39

41 Es wird aussenden der Sohn des Menschen seine Engel (Boten) und sie werden einsammeln aus seinem Reich (seiner Königsherrschaft) alle, die Verführen (die Ärgernisse, eine Falle machen, die anstößig sind) und die tun das Gesetzwidrige (das Gesetzlose) (die ein gesetzloses Leben führen)

42 und sie werden sie werfen in den Ofen des Feuers (den glühenden Ofen); Dort wird sein das (große) Weinen und das (große) Zähneknirschen (-klappern).

43 Dann werden die Gerechten (er-)strahlen ((auf-((auf-)leuchten) wie die Sonne in dem Reiche ihres Vaters (Himmelreich). Wer ihren hat (wer hören kann), der höre.

44 Das Himmelreich (die Königsherrschaft der Himmeln) gleicht einem Schatz, der verborgen (vergraben) war in einem Acker, welcher ein Mensch verbarg, als er ihn fand (entdeckte), und in seiner Freude ging er (hin) und verkaufte alles, was er hatte und kaufte jenen Acker.

45 Wiederum gleicht das Himmelreich (die Königsherrschaft der Himmeln) einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte (erstrebte);

46 als er aber eine kostbare (sehr wertvolle) Perle fand, ging er (hin) und verkaufte alles, was er hatte und kaufte sie.

47 Wiederum gleicht das Himmelreich (die Königsherrschaft der Himmeln) einem (Schlepp-)Netz, das in das Meer (aus-)geworfen wurde und aus jeder Gattung (Art) fängt,

48 dieses, als (nachdem) es gefüllt (voll) war an das Ufer gebracht wurde, uns sie setzten sich (nahmen Platz) und sammelten die Guten in Gefäße, aber die Faulen (Schlechten) warfen sie weg.

49 So wird es sein am Ende der Zeit1: Die Engel werden ausgehen und die Schlechten aus der Mitte der Gerechten nehmen

  1. Zur Konstruktion vgl. Vers 39

50 und sie werden sie werfen in den Ofen des Feuers (den glühenden Ofen); Dort wird sein das (große) Weinen und das (große) Zähneknirschen (-klappern).

51 [Jesus fragte sie:] Habt ihr verstanden dies alles? Sie sagten ihm: Ja!

52 Dieser aber sagte ihnen: Deshalb (also) ist jeder Schriftgelehrte, der dem Königreich der Himmeln nachfolgt1 (sein Jünger geworden ist) gleich einem Hausherrn, der aus seinem Schatz(-kammer) hervorbringt Neues und Altes.

  1. Partizip

53 Und es geschah als (nachdem) Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, das er von dort wegging.

54 Und als er in seine Heimat (sein Vaterland) ging1 lehrte er sie in ihren Synagogen, derart, dass sie außer sich gerieten und sagten: Woher hat dieser diese Weisheit und die Wunderkräfte?

  1. Partizip Aorist, gleichzeitig

55 Ist dieser nicht eines Zimmermanns Sohn? Wird nicht seine Mutter Maria genannt (heißt nicht...) und seine Brüder Jakobus, {und} Josef und Simon und Judas?

56 Und wohnen nicht seine Schwestern alle unter uns? Woher nun hat dieser dies alles?

57 Und sie kamen durch in zu Fall. Aber Jesus sagte ihnen: Der Prophet ist nicht verachtet, außer in der Heimat und in seinem Haus.

58 Und er machte dort keine zahlreichen (vielen) Wunder(taten) aufgrund ihres Unglaubens.

Chapter 14

1 1 In jener Zeit hörte Herodes der Tetrarch die Kunde (den Ruf, das Gerücht) von Jesus,

  1. [Status: Ungeprüft]

2 und sagte seinen Dienern: Dieser ist Johannes der Täufer; er stand auf von den Toten1 und darum (deshalb) sind in (durch) ihm solche Wunderkräfte wirksam.

  1. Eig. passiv: er ist von den Toten auferweckt worden

3 Denn Herodes hatte Johannes festnehmen (gefangennehmen) und fesseln (in Fesseln legen) und ins Gefängnis werfen (legen) lassen wegen Herodias, die Frau Philippus', seines Bruders;

4 denn es hatte ihm Johannes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt (steht dir nicht frei) sie zu haben [zur Frau].

5 Und er wünschte (wollte) ihn gerne töten [doch] er fürchtete die (Volks-)Menge, da (denn, weil) sie ihn für (als) einen Propheten hielten.

6 Als aber der Geburtstag des Herodes gefeiert (begangen) wurde1, tanzte die Tochter der Herodias in der Mitte (vor den Gästen) und gefiel dem Herodes,

  1. Partizip

7 deshalb (daher) sagte er mit einem Eid (Schwur) zu (versprach er ihr) alles zu geben, was (auch immer) sie sich wünschte,

8 und sie (diese) wurde von ihrer Mutter bedrängt (angestiftet)1: Gib mir, sagte (meinte) sie, hier(her) auf einer Platte den (Schüssel, Teller) den Kopf des Johannes des Täufers.

  1. Partizp, hier final aufgelöst. Vlt. besser: "und sie auf Drängen ihrer Mutter" oder "und sie, weil sie von ihrer Mutter angestiftet wurde"

9 Und es wurde traurig (betrübt) der König1 aber wegen des Schwurs und der anwesenden Gäste2 befahl er [ihr den Kopf] zu geben (ihr den Wunsch zu erfüllen),

  1. Partizip
  2. Partizip, wörtlich: "der zusammen am Tisch sitzenden"

10 und sandte hin (beauftragte)1 und lies enthaupten Johannes durch die Wache (Wachtposten)

  1. Partizip, hier final aufgelöst

11 und es wurde gebracht (getragen) sein Kopf auf einer Platte den (Schüssel, Teller) und es dem Mädchen gegeben und sie brachte [es] ihrer Mutter.

12 Und als seine Jünger kamen1, holten sie den Leichnam und begruben ihn und gingen2 [und] verkündeten es Jesus.

  1. Partizip, hier temporal. Eventl. auch final
  2. Partizip

13 Als aber Jesus [dies, es] hörte, zog er von dort ab (sich von dort zurück, ging weg), in einem Schiff an einen verlassenen (leeren, wüsten) Ort (Platz) für sich allein; und als die (Volks-)Menge es hörten, folgten sie ihm, zu Fuß (Land), aus den umliegenden Städten (Ortschaften).

14 Und als er [aus dem Boot] ausstieg (herauskam)1, sah er eine große Volksmenge (viel Volk), und er erbarmte sich über sie (hatte Mitleid mit ihnen) und er heilte die Kranken (Kraftlosen) von ihnen.

  1. Partizip, hier temporal. Eventl. auch final

15 Als es aber Abend geworden war1 (spät wurde), kamen seine Jünger zu ihm, und sagten2 : „Der Ort (Platz) ist öde (leer, wüst) und die Stunde ist schon verstrichen (die Zeit ist schon vorübergegangen, vorbei); Lass (Verabschiede) die (Volks-)Menge gehen, damit sie in die Dörfer gehen können und für sich Nahrungsmittel (zu Essen, Speise) kaufen.“

  1. Partizip
  2. Partizip, wörtlich: "sagend"

16 Der [Jesus] aber sagte ihnen: „Sie haben kein Bedürfnis (nicht nötig) zu gehen, gebt ihr ihnen zu essen.“

17 Die (diese) aber sagten ihm: „Wir haben nichts hier außer fünf Broten und zwei Fischen.“

18 Der (Dieser) aber sagte: „Bringt mir diese (sie) her.“

19 Und als er befahl1, dass sich das Volk auf das Gras (Heu) niederlässt (niederlegt, niedersetzt), nahm2 er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte3 in den Himmel [und] sagte Lob und Dank (sprach Lobpreis) und brach die Brote (in Stücke), gab sie den Jüngern, die Jünger aber der Volksmenge4.

  1. Partizip Aorist, d.h. Gleichzeitigkeit zum Hauptsatz
  2. Partizip Aorist
  3. Partizip Aorist, vlt. temporal "während"
  4. Steht im Plural

20 Und alle aßen und alle wurden gesättigt (satt), und sie sammelten das übrig gebliebene der Brocken (das was an Stücken übrig war) (:, -) zwölf Körbe voll (ausgefüllt).

21 Die aber (und) aber, die gegessen hatten, waren an Männern wie (ungefähr) 5000, ohne (nicht mitgerechnet) Frauen und Kinder.

22 Und alsbald (sofort, sogleich) nötigten (zwangen, forderten nachdrücklich auf) er die Jünger, dass sie in das Boot einsteigem und an das jenseitige [Ufer] (die andere Seite des Sees) vorausgehem (vorausfahrem) solange (während) er die Menge verabschiedete.

23 Und als er die Menge verabschiedet hatte stieg er auf den Berg (einen Berg, in das Gebirge, Bergland) für sich allein um zu beten. Als es aber Abend geworden war, war er noch allein.

24 Das Schiff aber war viele Stadien von der Erde (dem Ufer) entfernt, als es von den Wellen hart bedrängt (gequält)1 wurde, denn der Wind war entgegengesetzt (gegen(über-)stehend).

  1. Partizip Aorist

25 Aber in der vierten Nachtwache kam er zu ihnen, er ging (dabei)1 auf dem See.

  1. Partizip Aorist

26 Als aber die Jünger ihn auf dem See gehend1 sahen, waren2 sie in Aufregung (Unruhe, Verwirrung) (hatten Sie Angst, gerieten sie in Schrecken), sagend3 (meinend, denkend), dass es eine Erscheinung (Gespenst) sei, und vor Furcht (Angst) schrien (riefen) sie.

  1. Partizip Aorist
  2. Partizip Aorist
  3. Partizip Aorist

27 Da aber sagte [Jesus] ihnen {sagend}: Seid guten Mutes (voller Zuversicht; habt keine Angst), ich bin es, fürchtet euch nicht [länger].

28 Da antwortete ihm aber Petrus: Herr, wenn du es bist, befehle (ordne an) mir zu dir zu gehen auf dem Wasser.

29 Er aber sagte: Komm! Und als er ausstieg1 aus dem Schiff, ging Petrus auf dem Wasser und ging (kam) zu Jesus.

  1. Partizip

30 Als er aber den [starken] Wind sah, fürchtete er sich und fing1 an zu (ver-)sinken, sagend2: Herr, hilf mir (rette mich)!

  1. Partizip, eventl. die Konstruktion anders trennen, etwa "... fürchtete er sich. Und als er anfing zu sinken..."
  2. Partizip

31 Da steckte Jesus aber seine Hand aus und e hielt ihn fest (ergriff ihn) und sagte ihm: Kleingläubiger (von schwachem Vertrauen), warum zweifelst du?

32 Und als die in das Boot einstiegen1 legte (wurde müde, lies nach) sich der Sturm.

  1. Partizip

33 Die aber im Boot waren, warfen sich vor ihm nieder und sagten1: Wahrlich (wirklich, wahrhaftig, tatsächlich), du bist Gottes Sohn.

  1. Partizip

34 Und als (nachdem) sie herübergefahren waren1 kamen sie an Land nach Genesaret.

  1. Partizip

35 Und als die Bewohner des Ortes sie erkannten, benachrichtigten (schickten nach) sie jene ganze Umgebung (Nachbarschaft) und man brachte ihm alle, die Krankheiten hatten1.

  1. Partizip

36 und baten ihn, dass er sie nur berühren (anfassen) dürften den Saum seines Gewandes; und so viele ihn berührten wurden gerettet (am Leben erhalten, geheilt).

Chapter 15

1 1 Dann (da, darauf) kamen zu Jesus aus Jerusalem Pharisäer und Schriftgelehrte und sagten2:

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Partizip. Wörtlich: sagend

2 Warum missachten (übertreten) deine Jünger die Überlieferung der Alten (Vorfahren)? Denn sie waschen sich nicht [ihre] Hände, wenn sie Brot essen (eine Mahlzeit einnehmen, vor dem Essen).

3 Dieser aber antwortete ihnen: Warum missachtet (übertretet) ihr das Gebot Gottes eurer Überlieferung zuliebe (wegen)?

4 Denn Gott sagte: Ehre (schätze) den Vater und die Mutter, und: Wer schmäht (verflucht)1 Vater oder Mutter muss (auf jeden Fall) sterben.

  1. Partizip

5 Ihr aber sagt: Wer auch immer sagt dem Vater oder der Mutter: Eine Opfergabe (eine Gott geweihte Gabe) sei alles, was du von mir als Nutzen (Unterstützung) hast,

6 der wird (muss) nicht ehren seinen Vater; und ihr setzt außer Kraft (erklärt für Ungültig) das Wort Gottes durch eure Überlieferung.

7 Heuchler (Scheinheilige), richtig (zutreffend) hat prophezeit (prophetisch geredet) Jesaja über euch, der da spricht1:

  1. Partizip. Wörtlich: sagend

8 Dieses Volk durch Lippen mich ehrt, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir.1

  1. Jesaja 29,13

9 Vergeblich (umsonst) verehren sie mich weil sie vortragen1 als Lehren Gebote der Menschen.

  1. Partizip

10 Und er rufte zu sich (herbei)1 die Volksmenge und sagte ihnen: Hört zu und versteht (begreift, seht ein):

  1. Partizip

11 Nicht was hineingeht1 in den Mund macht den Menschen unrein (verunreinigt ihn), sondern was hinausgeht (hinauskommt) 2aus dem Mund das macht den Menschen unrein.

  1. Partizip
  2. Partizip

12 Dann (da, darauf) kamen1 die Jünger und sagten ihm: Weißt du, dass die Pharisäer, als sie dein Wort hörten2, sich ärgerten (Anstoß nahmen, sich entrüsteten/empörten)?

  1. Partizip
  2. Partizip

13 Der aber antwortete ihnen {sagend}: Alle Pflanzen die nicht mein himmlische (im Himmel befindlicher) Vater angepflanzt hat wird er entwurzeln (ausreißen).

14 Lasst sie gewähren; Blinde sind Führer [der Blinden], wenn aber Blinde Blinde führen (leiten), werden beide in die Grube fallen.

15 Es antwortete aber Petrus ihn {sagend} Erkläre (deute) und dieses Gleichnis.

16 Der aber sagte: Auch ihr seid noch unverständig1?

  1. Vlt: "Habt ihr auch nichts verstanden?"

17 begreift (versteht, bemerkt) ihr nicht, dass alles, was in den Mund hineingeht (-kommt) in den Bauch hineingeht (hineingelangt, fortgeht) und in die Toilette (Klo) fallengelassen wird?

18 Was aber hinausgeht (hinauskommt) aus dem Bauch kommt aus dem Herzen, und jene (diese Dinge) machen den Menschen unrein.

19 Denn aus dem Herzen kommen schlechte Gedanken (Überlegungen), Mord (Bluttaten, Mordtaten), Ehebrüche, Diebstähle, falsche Zeugnisse (Zeugenaussagen), Verleumdungen (Schmähungen, Lästerungen).

20 Das ist, was den Menschen unrein macht, aber mit ungewaschenen Händen essen macht den Menschen nicht unrein.

21 Und als Jesus von dort ging1, entfernte er sich (ging er weg) nach dem Gebiet von Tyros und Sidon.

  1. Partizip

22 Und siehe, eine kanaanäische Frau aus jenem Gebiet kam1 und rief laut (schrie, brüllte): Erbarme dich über mich (hab Erbarmen mit mir), Herr, Sohn Davids; Meine Tochter ist schlimm (übel) von Dämonen besessen (geplagt).

  1. Partizip

23 Aber er antwortete nicht ihrem Wort. Und es kamen seine Jünger und baten ihn {sagend}: Verabschiede sie (lass sie gehen, schick sie weg), denn sie schreit hinter uns her.

24 Der aber antwortete {sagend}: Ich bin nicht geschickt worden außer zu den verlorenen Schafen des Hauses Israels.

25 Und (doch) diese kam1 und warf sich vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf mir!

  1. Partizip

26 Der aber antwortete {sagend}: Es ist nicht recht, das Brot der Kinder zu nehmen und es vor die Hunde zu werfen.

27 Sie aber sagte: Ja (gewiss, freilich), Herr, und doch fressen die Hunde aus (von) den Brocken (Brotkrumen) die fallen1 von dem Tisch ihres Herrn.

  1. Partizip

28 Da (dann) antwortete1 Jesus und sprach (sagte) zu ihr: {Oh} Frau, groß ist dein Glaube: dir geschehe nach deinem Willen (wie du willst)2. Und ihre Tochter war geheilt (gesund) von jener Stunde an.

  1. Partizip, hier final augelöst
  2. oder vlt.:"Was du willst, geschehe"

29 Und als Jesus von dort wegging, kam er an den See Gennesaret und stieg1 (bestieg) auf den (einen) Berg und setzte sich dort (da) zum lehren.

  1. Partizip

30 Und es kam eine große Volksmenge zu ihm, die bei sich hatten Lahme (Gelähmte), verkrüppelte (Verstümmelte), Stumme und viele andere [Kranke] und sie warfen sich vor seine Füße und er heilte sie.

31 Damit (so daß) die Menge sich wunderte als sie sahen1 die Stummen sprechen, die Verkrüppelten gesund (geheilt) und Lahme umhergehen und Blinde sehend; und sie preisen (rühmten, ehrten) den Gott Israels.

  1. Partizip

32 Aber Jesus rief seine Jünger zu sich1 und sagte: Ich habe Mitleid mit dieser Menge, denn sie sind schon drei Tage bei mir und sie haben nicht zu essen und ich will (möchte) nicht sie wegschicken, damit sie nicht auf dem Weg (unterwegs) schwach würden (ermatteten, zusammenrechen).

  1. Partizip

33 Und es sagten ihm die Jünger: Woher werden wir in der Wüste (Einöde) so viele Brote bekommen, so daß wir die Menge satt machen?

34 Und Jesus sagte ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Die aber sagten: Sieben und wenige kleine Fische.

35 Und er befahl (aufforderte, anweisen) der Volksmenge, sich niederzulegen (lagern, Platz zu nehmen) auf der Erde.

36 Und er nahm die sieben Brote und die Fische und sagte Dank (ein Dankgebet, dankte Gott)1 und brach [in Stücke] und gab sie den Jüngern, die Jünger aber der Menge.

  1. Partizip

37 und es aßen alle und wurden satt. Und was übrig war1 an Stücken sammelten sie sieben volle Körbe.

  1. Partizip

38 Die aber aßen waren viertausend Männer ohne (nicht eingerechnet) Frauen und Kinder.

39 Und als er die Menge entlassen hatte1 stieg er in das Boot und kam in das Gebiet von Magadan.

  1. Partizip

Chapter 16

1 1 {Und}2 Die Pharisäer und Sadduzäer3 kamen, [und] um ihn zu prüfen (auf die Probe zu stellen, herauszufordern), baten sie ihn, ihnen ein Zeichen aus dem Himmel zu zeigen (vorzuzeigen, vorzuführen, sehen zu lassen).

  1. [Status: Zuverlässig]
  2. {Und} - Übliche Markierung im Griechischen zur Eröffnung eines neuen Abschnittes. Im Dt. ist dies unüblich.
  3. Pharisäer und Sadduzäer - Zwei jüd. Gruppierungen aus Jesu Zeit, die bei Mt auch in Mt 3,7 explizit negativ bewertet werden. Die Pharisäer zeichneten sich durch ihre besondere Strenge bei der Auslegung und der Befolgung göttlicher Gebote aus, die Sadduzäer waren meist Angehörige der Priesterklasse. Und gerade diese beiden Gruppierungen werden hier als „böses und ehebrecherisches Geschlecht“ bezeichnet.Gut übersetzt bei BigS: „Menschen, die zur pharisäischen oder sadduzäischen Gruppierung gehörten“.

2 Er aber antworte ihnen: „Wenn es Abend geworden ist, sagt ihr: »Heiteres (schönes) Wetter [wird es geben], denn feuerrot ist der Himmel.«

3 Und früh [morgens]: »Heute [wird es] schlechtes Wetter [geben], denn feuerrot [und] bedrohlich (finster) ist der Himmel.« Das Aussehen des Himmels versteht ihr (richtig, sorgfältig) zu beurteilen, aber die Zeichen der Zeit1 vermögt ihr nicht (könnt ihr nicht) [zu beurteilen].2

  1. Zeit - W. »Zeiten«.
  2. Textkritik: Die wörtliche Rede in Vv. 2f. ist in vielen Handschriften nicht überliefert. Viele Kommentare halten die Verse daher für eine spätere Bearbeitung, die etwas ähnliches wie Lk 12,54-56 auch an unserer Stelle nachgetragen habe (so z.B. TCNT); so daher auch wir, obwohl diese Deutung durchaus nicht unumstritten ist (s. z.B. TCG, S. 334f.). In der LF sollte diese Stelle ausgespart werden.

4 Ein böses und ehebrecherisches (bundesbrüchiges)1 Geschlecht (Generation, Pack)2 sucht (verlangt, fordert) ein Zeichen, aber ein Zeichen wird ihr nicht gegeben werden, außer dem Zeichen Jonas.“ Und er ließ sie zurück (stehen) und ging.

  1. ehebrecherisches (bundesbrüchiges) - Das Verhältnis von JHWH zu seinem Volk ist in der Bibel oft in den Begriffe einer Ehe gedacht (vgl. z.B. Ehe (AT) (WiBiLex)); die Rede vom »ehebrecherischen Geschlecht« meint daher soviel wie »Geschlecht, dass dem Bund, den JHWH mit seinem Volk geschlossen hat, nicht gerecht wird (besonders, indem es anderen Göttern hinterherläuft)«. Dass hier gerade die Pharisäer und Sadduzäer (s. FN b) als ein solches »ehebrecherisches Geschlecht« abqualifiziert werden, ist eigentlich unerhört.
  2. Geschlecht (Generation, Pack) - Die Rede vom »Geschlecht« hat Mt aus Mk übernommen, wo das Wort beinahe wie ein Schimpfwort verwendet wird (s. Mk 8,12.38; 9,19; vgl. z.B. EWNT I, S. 294; TWNT I, S. 661), was bei Matthäus durch die Hinzufügung deutlicher Adjektive sogar noch verstärkt wird (»böse und ehebrecherisch«; s. ähnlich auch Mt 12,39.45; 17,17).Sinnvoll übersetzt daher z.B. B/N in den Mk-Stellen: »Dieses [böse und ehebrecherische] Pack«

5 {Und} als die Jünger an das jenseitige [Ufer]1 kamen,2 hatten sie vergessen, Brote mitzunehmen.

  1. an das jenseitige [Ufer] - W. „an das Jenseitige“; stehende Formulierung für eine Überquerung des Sees Gennesaret.
  2. Als die Jünger ... kamen - Nach der Darstellung des Mt ist offenbar Jesus in Mt 15,39 allein nach Magadan gefahren; die Jünger stoßen nun nachträglich zu ihm (vgl. z.B. Luz 1990, S. 447).

6 {Aber} Jesus sagte ihnen: „Seht zu (gebt acht) und hütet euch (achtet auf) vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!“

7 Sie aber diskutierten [gerade]1 miteinander {sagend}: „Wir haben keine Brote mitgenommen!“2

  1. [gerade] - Das Verb steht im Gr. im Imperfekt, um zu markieren, dass die Handlung gerade im Vollzug ist.
  2. Wir haben das Brot nicht mitgenommen! - Im Gr. steht vor diesem Satz ein hoti. Wenn die Jünger hier auf Jesu Wort eingehen, ist dieses mit „weil“ zu übersetzen: „[Das hat er gesagt,] weil wir keine Brote mitgenommen haben!“ Andernfalls ist hoti als Einleitung der wörtlichen Rede zu verstehen und als Doppelpunkt wiederzugeben (vgl. z.B. France 2007, S. 606f., FN 2). Diese Deutung macht hier mehr Sinn; s. die Anmerkungen.

8 Als aber Jesus das merkte, sagte er zu ihnen: „Was diskutiert ihr miteinander, Kleingläubige (von schwachem Vertrauen), dass (weil)1 ihr kein Brot habt?

  1. dass (weil) - Auch hier steht ein hoti; die Übersetzung hängt ab von der Deutung des hoti in V. 7 (s. FN j).

9 Begreift (versteht, erkennt) ihr noch nicht, und erinnert ihr euch nicht [mehr]1 an die fünf Brote der Fünftausend und [daran], wie viele Körbe ihr [zurück]bekommen habt?

  1. noch nicht ... und ... nicht [mehr] - Zur doppelten Verneinung s. FN x zur entsprechenden Formulierung in Mk 8,17: Sie legt noch zusätzliche Emphase auf diese kritische Nachfrage; sinngemäßer also etwa: »Begreift ihr [denn immer] noch nicht? Erinnert ihr euch [denn] nicht mehr...?«

10 Und nicht an die sieben Brote der Viertausend und [daran], wie viele Körbe ihr [zurück]bekommen habt?

11 Warum (wie) begreift (versteht, erkennt) ihr nicht, dass ich [gerade] nicht über Brote zu euch sprach? Nehmt euch {aber} in Acht vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer.“

12 Da verstanden sie, dass er nicht meinte (sagte), sich vor dem Sauerteig {des Brotes}1 in Acht zu nehmen, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer.

  1. Textkritik: des Brotes fehlt in einigen Handschriften; die Handschriften, die es haben, schwanken zwischen Sg. und Pl. Wahrscheinlich handelt es sich hier also um eine nachträgliche Einfügung, die den Sinn des Ausspruchs deutlicher machen sollte, den er aber auch so hat: Die Jünger verstehen, dass Jesus nicht von wortwörtlichem Sauerteig sprach, sondern eben von der Lehre. Vgl. z.B. France 2007, S. 607, FN 4.

13 Als {aber} Jesus in das Gebiet von Cäsaräa Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger {und sprach}: „Wer, sagen die Leute, dass ich - der Menschensohn!1 - (dass der Menschensohn)2 sei?“

  1. Menschensohn - Den Begriff übernimmt Matthäus v.a. aus dem Markusevangelium; hier wie dort fällt er fast ausschließlich dann, wenn Jesus von sich selbst und seiner Rolle beim Ende der Zeit spricht: dass er von den Menschen verworfen, ausgeliefert und getötet werden müsse, dann aber in großer Macht und Herrlichkeit wiederkehren werde (vgl. besonders gut Danove 2003, S. 23-25. Zu näherem s. z.B. Menschensohn (WiBiLex)). Die Wortstellung »ich, der Menschensohn« soll offensichtlich den Kontrast zwischen diesem seinem Menschensohn-Sein und den Fehleinschätzungen der »Leute« zum Ausdruck bringen (so gut Luz 1990, S. 459).
  2. Textkritik: ich - der Menschensohn! - (dass der Menschensohn) - me (»ich«) wird von der Mehrheit der Textzeugen überliefert; nur wenige - allerdings alte - Handschriften bezeugen die Variante ohne me. Die Variante mit me ist allerdings sicher als die schwierigere Lesart vorzuziehen (so z.B. Luz 1990, S. 452, Anm. 1; anders z.B. TCG, S. 344f.; TCNT).

14 Sie aber sagten: „Die einen [sagen]: »Johannes der Täufer«, andere {aber} »Elija«, andere {aber} »Jeremia oder einer der Propheten«.“

15 Er sagte zu ihnen: „Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei?“

16 Es antwortete {aber} Simon Petrus {und sprach}: „Du bist der Gesalbte1, der Sohn des lebendigen [Gottes].“

  1. der Gesalbte - Gr. christos. Im Alten Israel wurden Könige durch eine »Salbung« eingesetzt. Zur Zeit Jesu war die Hoffnung verbreitet, dass dereinst ein endzeitlicher König erstehen und Israel retten werde (s. z.B. Messias / Christus (WiBiLex)). Als diesen endzeitlichen König identifiziert Petrus hier Jesus.

17 Jesus {aber} sagte zu ihm: „[Wie] glücklich (selig, glückselig)1 bist du, Simon bar Jona2, denn nicht Fleisch und Blut3 haben dir [das] offenbart (enthüllt), sondern mein Vater im Himmel.4

  1. [Wie] glücklich (selig, glückselig) - Übliche Einleitung einer sog. »Seligpreisung« (dazu s. näher z.B. Seligpreisung (AT) (WiBiLex). Solche »Seligpreisungen« haben sehr wenig mit einer »Seligsprechung« zu tun; die häufige Übersetzung mit »(glück)selig« ist daher eher unglücklich. Es handelt sich vielmehr um einen freudigen Ausruf, nachdem man etwas an einem Menschen wahrgenommen hat, für das man diesen als »glücklich zu preisen« einschätzt. Jesus freut sich also hier darüber, dass Petrus die Gnade zuteil wurde, Empfänger einer göttlichen Offenbarung zu sein.Sehr gut daher z.B. die Üss. »Wie glücklich bist du...!« (NeÜ); »Glücklich bist du zu preisen...!« (NGÜ).
  2. bar Jona - W. »Sohn des Jona«. Solche sog. »Patronyme« waren im Alten Israel in etwa die Entsprechung eines Nachnamens.
  3. Fleisch und Blut - d.h.: Menschen (vgl. Luz 1990, S. 461, FN 58) - was Petrus hier ausspricht, ist menschliches Wissen übersteigendes Wissen, das ihm daher nur von Gottvater offenbart worden sein konnte.
  4. Himmel - Im Gr. Plural; »Himmel« steht im Gr. meist im Pl., wo das Dt. Sg. verwenden würde.

18 Aber ich sage dir: Du bist Petrus (Fels), und auf dieses Gefels1 werde ich meine Kirche (er)bauen, und die Pforten des Hades2 werden nicht die Oberhand haben (erlangen) über sie (es).3

  1. Petrus (Fels) ... Gefels - Wortspiel im Gr.: petros (»Fels«) - petra (»Gefels«). S. dazu und zum Rest von Vv. 18f. die Anmerkungen; zu den sprachlichen Aspekten des Wortspiels vgl. immer noch gut z.B. Lampe 1979.
  2. Die Pforten des Hades sind im Weltbild des Alten Israel die Eingänge zur Unterwelt, dem »Hades«. S. auch dazu die Anmerkungen und vgl. zu Näherem z.B. Lewis 1995.
  3. sie (es) - Gr. autäs könnte sich entweder beziehen auf petra (»Gefels«) oder, syntaktisch wahrscheinlicher, ekkläsia (»Gemeinde«); vgl. z.B. Luz 1990, S. 464.

19 Ich werde dir die Schlüssel des Reiches des Himmels (der Himmel) geben, und was [auch immer] ([alles,] was) du binden wirst auf der Erde, wird gebunden sein im Himmel (in den Himmeln), und was [auch immer] ([alles,] was) du lösen wirst auf der Erde, wird gelöst sein im Himmel (in den Himmeln).“1

  1. Zu diesem Vers s. die Anmerkungen.

20 Dann befahl er (ordnete er an, schärfte er ein) den Jüngern, dass sie niemandem sagen sollten, dass er der Gesalbte sei.

21 Von da an begann Jesus, den Jüngern zu zeigen (darzutun, klarzumachen, hinzuweisen), dass er nach Jerusalem gehen und vieles von den Ältesten und Führern und Schriftgelehrten erleiden und getötet werden und am dritten Tage auferstehen müsse.1

  1. müsse - Signalwort im NT: Was dei („[sein] muss“), ist Teil des göttlichen Heilsplans: Gott hat die in V. 21 zusammengefassten Begebenheiten vorausgeplant und sie spielen eine wichtige Rolle in seinem Plan für seine Schöpfung.

22 Und es nahm ihn beiseite (zu sich) Petrus und begann ihn anzufahren (zu tadeln, zurechtzuweisen) {sagend}: „Gott sei dir gnädig (wohlgesonnen, gütig gesinnt), Herr! Dies darf (soll) dir nicht geschehen (zustoßen)!“

23 Der aber wandte sich um1 und sagte zu Petrus: „Geh hinter mich (geh weg von mir, lass mich in Ruhe),2 Satan! Eine Versuchung (Verführung, Falle) bist du mir, denn du denkst (meinst) nicht die Sache Gottes, sondern die Sache der Menschen.“

  1. wandte sich um - Oft übersetzt als „er wandte sich Petrus zu“. Das ist aber hier durchaus nicht gesagt; wörtlich steht: „Er aber wandte sich um“ - was sogar bedeuten könnte, dass Jesus sich von Petrus abwendet und diese Abwendung dann kommentiert mit dem Ausruf „Hinter mich, Satan!“ So dann z.B. GN: „Aber Jesus wandte sich von ihm ab und sagte...“ Wegen dem Folgenden ist diese Deutung sogar etwas wahrscheinlicher, s. die nächste FN.
  2. Geh hinter mich (geh weg von mir, lass mich in Ruhe) - Gr. hupage opiso mou; mehrdeutiger Ausdruck: Er könnte sowohl eine eine entschiedene Zurückweisung sein (»Weg von mir!«) als auch ein Aufruf zur Nachfolge, was v.a. die ganz ähnlich formulierte Rede von der Nachfolge im nächsten Vers nahelegt: ei tis thelei opiso mou elthein (»Wenn einer hinter mir gehen will«, d.h. »mir nachfolgen will«).

24 Dann sagte Jesus seinen Jüngern: „Wenn jemand hinter mir gehen (mir nachfolgen) möchte, verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf (mit) und folge mir nach.

25 Denn wer auch immer (jeder, der) sein Leben retten möchte, wird es verlieren. Aber wer auch immer (jeder, der) sein Leben verliert um meinetwillen (wegen mir), wird es erlangen (gewinnen, finden).

26 Denn was würde es einem Menschen helfen (nützen, fördern), wenn er die ganze Welt gewönne, ihm aber sein Leben (Seele) abhanden komme (er sein Leben einbüßte, sein Leben Schaden erlitte)? Oder was kann ein Mensch geben als Tauschmittel (Gegenwert) für sein Leben (seine Seele)?1

  1. V. 26 ist noch einmal eine nachgeschobene Begründung von V. 25; der Zhg. der beiden Verse ist dabei wohl etwa der: »Nur, wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es erlangen, und darum geht es ja, denn das Leben ist schließlich wichtiger als die ganze Welt, weil einzig das eigene Leben völlig jenseits jeglichen Tauschwerts steht.« Sehr gut daher z.B. HfA: »Denn was gewinnt ein Mensch, wenn ihm die ganze Welt zufällt, er selbst aber dabei Schaden nimmt? Er kann sein Leben ja nicht wieder zurückkaufen!«

27 Denn der Sohn des Menschen wird mit seinen Engeln in der Herrlichkeit1 seines Vaters kommen, und dann wird er vergelten einem jeden nach seinem Tun.

  1. Herrlichkeit ist im AT eine der zentralsten Eigenschaften Gottes. Die wörtliche Bedeutung der heb. und gr. Begriffe reicht dabei von »Ehre, Ansehen« bis zu etwas wie »Glorie, Lichtschein«, die man sich früher als Attribut von Gottheiten vorstellte (s. z.B. Amzallag 2015, S. 80-82). Bei Mt ist von »Herrlichkeit« bes. dann die Rede, wenn der Text von der Wiederkunft des Menschensohns handelt (s. noch Mt 19,28; 24,30; 25,31), sehr wahrscheinlich hat man also hier v.a. an die verklärte Lichtgestalt dieses wiederkommenden Himmelwesens zu denken haben.

28 Amen, ich sage euch:1 Einige von denen, die hier stehen, werden den Tod nicht schmecken (kennen lernen, erfahren)2 bis sie gesehen haben den Sohn des Menschen kommend in seine Herrschaft (Reich).“

  1. Amen, ich sage euch - ein sog. »nicht-responsorisches Amen«: Durch »Amen, ich sage euch« eingeleitete Sätze finden sich in der Bibel ausschließlich bei Jesus und dienen v.a. dazu, den folgenden Satz zu markieren als ein(e) mit Vollmacht geäußerte(s) Voraussage / Urteil (BB: »Damit verbürgt er sich dafür, dass seine Worte wahr sind und Gültigkeit haben.«). Die Verheißung in diesem Vers hat also absolute Gültigkeit, da sie schließlich vom einzigen geäußert wird, der überhaupt Voraussagen über diese Geschehnisse machen kann - da er dabei der Hauptakteur sein wird.Sehr sinnvolls übersetzt Zink: »Was ich sage, ist wahr: ...«
  2. den Tod nicht schmecken (kennen lernen, erfahren) - heb. Idiom; zu einigen weiteren Belegen s. B/S I, S. 751f. Die Bedeutung ist wohl etwa »sterblich sein und sich dieser seienr Sterblichkeit schmerzlich bewusst sein«; vg. BDAG 195.Die meisten Üss. haben schlicht: »Die nicht sterben werden«. Das ist wohl die einfachste Lösung: Die Wiederkunft des Menschensohns liegt nicht etwa in ferner Zukunft, sondern steht unmittelbar bevor - einige von Jesu Hörern werden dann sogar noch am Leben sein.

Chapter 17

1 1 Und nach sechs tagen nahm Jesus Petrus und Johannes und Jakobus, seinen Bruder, und führte sie auf einen hohen Berg für sich allein (einsam, abseits).

  1. [Status: Ungeprüft]

2 Und er wurde vor ihren Augen verwandelt (umgestaltet) und es leuchtete sein Gesicht (Antlitz, Erscheinung) wie die Sonne, sein Gewand (Kleid) aber wurde weiß wie das Licht (blendend/strahlend hell/weiß).

3 Und siehe (plötzlich) erblickten (sahen, bemerkten) sie Moses und Elias, wie sie sich mit ihm besprachen (unterredeten)1.

  1. Partizip

4 Als aber Petrus das Wort ergriff1 sagte er zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind; wenn du willst lass und hier bauen drei Zelte (Hütten), für dich eine und für Moses eine und für Elias eine.

  1. Partizip, hier temporal aufgelöst. Vlt. auch einfach final auflösen: "Und Petrus ergriff das Wort und..."

5 Während (als) er noch redete, siehe (plötzlich), eine hell leuchtende (voller Licht) Wolke überschattete (warf ihren Schatten auf, bedeckte, verhüllte) sie und siehe (plötzlich), eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter (einziger, erwählte) Sohn1 an ihm habe ich Wohlgefallen (Freude). Hört auf ihn! (Gehorcht ihm, schenkt ihm Gehör)

  1. Dazu fehlt noch eine Erklärung!

6 Und als sie dies hörten1 fielen die Jünger nieder (warfen sich zu Boden) auf ihr Antlitz (Gesicht) und fürchteten sich sehr (heftig, gewaltig).

  1. Partizip

7 Und Jesus ging (kam, trat) zu ihnen und berührte sie (fasste sie an)1 und sagte: Steht auf und fürchtet euch (nicht länger).

  1. Partizip

8 Sie erhoben1 aber ihre Augen (sie blickten auf) und sahen niemanden außer Jesus allein.

  1. Partizip

9 Und als sie herabstiegen (herabkamen) 1 von dem Berg befahl (gebietet) Jesus ihnen {sagend}: Sagt (erzählt) niemanden das Geschaute (Gesehene, das, was ihr gesehen habt) bis der Sohn des Menschen vom Tode aufersteht (auferweckt wird).

  1. Partizip, hier temporal aufgelöst

10 Und es fragten ihn die Jünger {sagend}: Warum nun (denn) sagen die Schriftgelehrten, dass Elias zuerst kommen muss (es ist nötig, dass...)?

11 Der aber (und dieser) antwortete ihnen {sagend}: Elias wird zwar kommen und wird alles wiederherstellen (in die richtige Ordnung/ Zustand versetze);

12 ich aber sage euch, dass Elias schon (bereits) gekommen ist und sie haben ihn nicht erkannt sondern machten mit ihm was sie wollten; Dies muss auch der Sohn des Menschen von ihnen erleiden (erleben, erfahren).

13 Da (dann) verstanden (sahen sie ein, begriffen sie) die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer sprach.

14 Und als sie zu der (Volks-)Menge kamen (gingen)1, kam zu ihnen ein Mensch und warf sich auf die Knote2 vor ihnen (kniete nieder vor ihnen)

  1. Partizip
  2. Partizip

15 und sagte: Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn (erbarme dich über meinen Sohn), denn er ist mondsüchtig und leidet schlimm (übel, furchtbar); Denn häufig fällt er in das Feuer und oft in das Wasser.

16 Und ich brachte ihn her zu (hin, dar) deinen Jüngern und sie konnten ihn nicht heilen.

17 Es antwortete ihm aber Jesus {sagend}: Oh du ungläubige (verdrehte) und verdrehte (verdorbene, verkehrtes) Generation (Geschlecht), bis wann werde1 ich mit (bei) euch sein? Wie lange soll ich euch (noch) ertragen? Bringt mir ihn her.

  1. Futur, eventl. hier und auch im kommenden Satz: "sollen"

18 Und Jesus tadelte ihn (wies ihn zurecht, machte ihm Vorwürfe) und es ging aus ihm der Dämon (er fuhr aus) und es war geheilt das Kind von dieser Stunde an.

19 Da (darauf) kamen1 die Jünger zu Jesus und als sie mit ihm alleine waren sagten sie: Warum konnte wir ihn nicht austreiben?

  1. Partizip, hier wohl am besten final auflösen.

20 Dieser aber sagte ihnen: Wegen eures Kleinglaubens. Amen (wahrlich) denn ich sage euch, wenn ihr hättet Glauben wie ein Senfkorn, werdet ihr zu diesem Berg sagen: Geh weg von hier nach da, und er wird weggehen. Und ihr werdet nicht unvermögend (unfähig) sein (nichts wird euch unmöglich sein).

21 [Diese Gattung aber (kommt) fährt nicht aus; außer (nur) durch Gebet und Fasten.]

22 Als sie aber in Galiläa zusammengekommen waren, sagte ihnen Jesus: Es wir der Sohn des Menschen in die Hände (Gewalt) der Menschen gegeben (überantwortet),

23 und sie werden ihn töten und nach drei Tagen wird er aufweckt werden. Und sie wurden (waren) sehr traurig.

24 Als sie aber nach Kapernaum kamen, kamen die, die die Tempelsteuer einziehen (kassieren)1 zu Petrus und sagten: Euer Lehrer bezahlt die Tempelsteuer2 nicht?

  1. Partizip. Eventl. "die Männer, die..."
  2. Wörtlich den Doppeldrachmen, die Frage erwartet ein "Ja" als Antwort.

25 Er sagte: Ja (doch). Und als er in das Haus hineinging1 kam ihm Jesus zuvor und sagte2: Was scheint dir [richtig], Simon? Die Könige der Erde erheben von wem Zoll (Steuern) oder Steuern, von ihren Söhnen oder von den fremden Menschen?

  1. Partizip
  2. Partizip. Wörtlich: sagend

26 Er sagte1 (ihm) aber: Von den fremden Menschen, es sagte ihm aber Jesus: Folglich sind frei (befreit) die Söhne.

  1. Partizip

27 Damit wir aber keinen Anstoß erregen (ärgern, empören) bei hnen, gehe hin zum (an den) See, werfe aus den Angelhaken und den ersten herauskommenden (heraufgezogenen) Fischen nehme und wenn du öffnest sein Maul wirst du ein Vierdrachmenstück (darin) finden; Dies nimm und gib ihnen für mich und für dich.

Chapter 18

1 1 In jener Stunde (Zeit) kamen die Jünger zu Jesus und sagten2: Wer ist denn der größte in der Königsherrschaft der Himmeln?

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Partizip

2 Und nachdem er ein Kind herbeigerufen hatte1 stellte er es in ihre Mitte (auf)

  1. Partizip. Hier temporal, vlt. auch "als er..."

3 und sagte: Amen (wahrlich) ich sage euch wenn ihr euch nicht umwendet (abwendet, bekehrt) und werdet wie die Kinder werdet ihr nicht hineingehen in die Königsherrschaft der Himmeln.

4 Jeder, der sich also niedrig macht (demütigt, erniedrigt) wie dieses Kind, der wird der Größte in der Königsherrschaft der Himmeln.

5 Und wer (jeder, der) aufnimmt ein solches Kind um meines namens willen, nimmt mich auf.

6 Wer (auch immer) aber Anstoß gibt (zur Sünde verführt) das Kleine1 das glaubt2 an mich, für den ist es von Vorteil (besser), dass ihn ein Eselsmühlstein (großer Mühlstein, Mühlstein) um seinen Nacken (Hals) (an-)gehängt wird und er versenkt (ertränkt) würde in das tiefe Meer.

  1. gemeint ist vlt. "den Kleinsten" oder "das Kind"
  2. Partizip. Wörtlich: "glaubend"

7 Wehe der Welt wegen der Falle (Verführung): Denn es ist eine Notwendigkeit (es ist nötig), dass die Verführung kommt, doch (aber, jedoch) wehe den Menschen durch die die Verführung kommt.

8 Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dich zur Sünde verführen will, haue ihn ab und werfe ihn weg von dir: Es ist besser für dich verkrüppelt (verstümmelt) oder lahm (gelähmt) einzugehen in das Leben als (oder) zwei Hände oder zwei Füße habend1 in das ewige Feuer geworfen zu werden.

  1. Partizip. Vlt. auch einfach "mit zwei ..."

9 Und wenn dein Auge dich zur Sünde verführt, nehme (reiße) es aus und werfe es von dir; Es ist besser für dich einäugig in das Leben einzugehen als zwei Augen habend1 in das ewige Feuer geworfen zu werden.

  1. Partizip. Vlt. auch einfach "mit zwei ..."

10 Schaut (seht) zu, dass ihr nicht auf eines dieser kleinen herabseht (es gering achtet, verächtlich behandelt). Denn ich sage euch, dass ihre Engel in den Himmeln immer (beständig, jederzeit) sehen das Angesicht meines Vaters in den Himmeln.

12 Was scheint euch (richtig)1? Wenn einem Menschen hundert Schafe gehören und es geht in die irre (verirrt sich) eines aus ihnen, wird er nicht zurücklassen die Neunundneunzig auf den Bergen (den Bergland) und geht und sucht das verirrte?

  1. Was meint ihr?

13 Und wenn es sich ereignet, dass er es findet, Amen (wirklich, wahrlich) ich sage euch, dass er sich freut über dieses mehr als über die Neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.

14 Ebenso ist es auch der Wille eures Vaters, der in den Himmeln [ist], dass nicht einer dieser kleinen verloren geht.

15 Wenn aber sündigt [gegen dich] dein bruder, geh (und) bring es ans Licht (an den Tag, tue es dar, tadele ihn, stelle ihn zur Rede) nur zwischen dir und ihm (unter vier Augen). Wenn er dich hört (dir Gehör schenkt, dich anhört) so hast du deinen Bruder gewonnen.

16 Wenn er aber nicht hören wird, nimm zwei oder drei mit dir, dass aufgrund der Aussage zweier Zeugen oder dreier die ganze Beschuldigung (Anschuldigung, Sache) feststehe (Bestand habe).

17 Wenn er nicht hört auf sie, sprich zur Kirche (Gemeinde); Wenn er aber auf die Gemeinde nicht hört, dann soll er in deinen Augen wie (geradeso wie, gleichwie) ein Heide oder Zolleintreiber (Zöllner) sein.

18 Amen (wahrlich, wirklich) ich sage euch: Wie vieles auch immer (alles, was) ihr bindet auf der Erde wird gebunden sein im Himmel und alles was ihr löst auf der Erde wird gelöst sein im Himmel.

19 Wiederum [amen] ich sage euch, dass wenn zwei aus euch einer Meinung sind (eins werden, übereinkommen, übereinstimmen) auf der Erde über jede (beliebige, irgendwelche) Sache (Angelegenheit) um die sie bitten, wird es ihnen Zuteil werden (gegeben werden) durch meinen Vater in den Himmeln.

20 Denn wo sind zwei oder drei versammelt in meinem Namen, dort (da) bin ich in ihrer Mitte (mitten unter ihnen).

21 Da (dann) ging Petrus hinzu1 und sagte ihm: Herr, wie oft wird sündigen gegen mich mein Bruder und ich werde ihm vergeben? Bis zu siebenmal?

  1. Partizip, hier final aufgelöst

22 Es sagte ihm Jesus: Ich sage dir: ncht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal1

  1. Oder vlt. auch siebzigmal sieben

23 Darum gleicht (es verhält sich mit... wie...) die Königsherrschaft der Himmel einem König, der abrechnen wollte mit seinen Dienern1

  1. vlt. hohe Beamte, Minister

24 als er aber begann (anfing)1 abzurechnen wurde ihm gebracht (vorgeführt) ein Schuldner zehntausender Talente.

  1. Partizip

25 Aber er hatte1 nicht die Möglichkeit zu zahlen [und] der Herr befahl ihm, dass er verkauft würde und die Frau Frau und die Kinder und alles, was er hatte, und so die Schuld zu begleichen.

  1. Partizip, vielleicht besser kausal "weil"

26 Der Knecht nun fiel nieder1 und fiel nieder vor ihm {sagend}: Habe Geduld mit mir und alles werde ich dir wiedergeben (bezahlen).

  1. Partizip

27 Da hatter aber der Herr jenes Dieners Mitleid1 und gab ihn los (löste ihn) und erließ seine Darlehensschuld.

  1. Partizip

28 Als aber jener Diener herausging1 traf er einen seiner Mitdiener, der ihm schuldig war einhundert Denare und er ergriff ihn, würgte ihn und sagte: Zahle mir alles, was du schuldest.

  1. Partizip

29 Der Mitknecht nun fiel nieder1 und fiel nieder vor ihm {sagend}: Habe Geduld mit mir und alles werde ich dir wiedergeben (bezahlen).2

  1. Partizip
  2. Parallel zu Vers 26

30 Dieser (er) aber wollte nicht sondern ging1 und lies ihn in ein Gefägnis werfen bis er bezahlen würde die Schuld2.

  1. Partizip
  2. Partizip

31 Als nun seine Mitdiener sahen1, was vorgefallen (geschehen) war2. wurden sie traurig und gingen und erklärten (schilderte genau, meldeten) dem Herrn alles, was geschehen war.

  1. Partizip
  2. Partizip

32 Da (dann) lies ihn sein Herr vorführen (kommen) und er sagte ihm: Du böser Diener, diese ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil (da ja, denn) du mich gebeten hast;

33 hättest du nicht auch mit deinem Mitdiener Erbarmen haben müssen, wie auch ich mit dir Erbarmen hatte?

34 Und sein Herr war voller Zorn1 und übergab ihn dem Folterknecht bis er bezahlen würde die ganze Schuld.

  1. Partizip

35 So wird auch mein himmlischer Vater handeln (behandelt, verfahren) mit euch wenn ihr nicht vergebt, ein jeder seinem Bruder von eurem Herzen (aufrichtig).

Chapter 21

28 Was meint ihr nun1? Ein Mensch hatte zwei Kinder (Söhne)2. Und er trat an den ersten heran3 und sagte: Kind, geh [und] arbeite heute im Weinberg!

  1. Der Gedanke aus Vers 23-27 wird fortgeführt. U.Luz erklärt in EKK I/3, S. 205 überzeugend, dass beide Periskopen einen zusammenhängenden Text bilden
  2. wie aus dem Zusammenhang deutlich wird
  3. Partizip Präsens, beiordnend aufgelöst. Das Verb 'proserchomai' hat die selbe Doppeldeutigkeit wie das dt. 'herantreten', das sowohl die Bewegung wie die Bitte meint.

29 Er aber antwortete1 {und sprach}: Ich will nicht. Später aber bereute er es2 und ging hin.

  1. Partizip Präsens
  2. Unterschied zwischen 'metamelomai' und 'metanoeo': Während 'metanoeo' die Sinnesänderung meint: man denkt anders über eine Sache und ändert Meinung und Verhalten (Buße), bezieht sich 'metamelomai' auf die geänderte Empfindung nach einer falschen Handlung (Reue) - vgl. Michel, ThWNT IV, 630f. U. Luz, EKK I/3, S. 204 übersetzt „es tat ihm leid“

30 Er trat aber an den zweiten heran1 und sagte dasselbe (fragte, bat ebenso). Der aber antwortete2 {und sprach}: Zur Stelle3, Herr!4, und ging nicht hin.

  1. Partizip Präsens, beiordnend aufgelöst
  2. Partizip Präsens
  3. „'Egó' bzw. 'égoge' ist als affirmative Antwort griechisch 'häufig' (Liddell/Scott s.v.). Die Affirmation ist dabei im Vergleich zu anderen sprachlichen Möglichkeiten ... recht stark. Sinngemäß könnte man z.B. mit 'ich bin zur Stelle' oder 'ich stehe zur Verfügung' übersetzen.“ (U.Luz, EKK I/3, S. 210, Anm. 46)
  4. „Die Anrede 'kyrie' an den eigenen Vater ist griechisch ... und biblisch unüblich“ (U.Luz, EKK I/3, S. 210, Anm. 46). „Der andere Sohn reagiert ausgesprochen devot: Er redet seinen Vater als 'Herr' an, was eher zu einem Sklaven als zu einem Sohn paßt“ (U.Luz, EKK I/3, S. 210)

31 Wer von den beiden tat (erfüllte) den Willen des Vaters? Sie sagen: Der erste! Sagt Jesus zu ihnen: Amen, ich sage euch:1 Die Zöllner und die Prostituierten (Huren) gehen euch voran in das Reich Gottes.

  1. 'oti zitativum'

32 Denn Johannes kam zu euch auf dem Weg der Gerechtigkeit1, und (aber) ihr habt ihm nicht geglaubt, die Zöllner und die Prostituierten (Huren) aber glaubten ihm. Ihr aber, obwohl ihr [es] saht2, habt es nicht bereut, dass ihr danach (später) ihm geglaubt hättet3.

  1. Der Weg der Gerechtigkeit „ist zwar wörtlich keine biblische Formel, wohl aber eine allgemein an Bibelsprache erinnernde Wendung, die in der biblischen und jüdischen Tradition meist den gerechten, dem Willen Gottes entsprechenden Lebenswandel meint.“ (U.Luz, EKK I/3, S. 212)
  2. Partizip Präs., konzessiv aufgelöst
  3. ACI

Chapter 22

14 Denn (nämlich) Viele sind berufen, aber Wenige [sind] auserwählt.

Chapter 23

1 Da redete Jesus zum Volk (zur Menschenmenge) und seinen Jüngern,

2 [indem] er sagte:1 Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich setzen lassen (haben sich gesetzt, sitzen)2 auf Moses' Stuhl (Sitz, Lehrstuhl).

  1. Ptz. Präs. akt., modal aufgelöst.
  2. Ind. Aor. akt. von καθίζω.

3 Alles {nun}, was {wenn} sie euch sagen, tut und beachtet (bewahrt, befolgt), aber gemäß ihren Werken (Taten) handelt (tut) nicht: Denn (Nämlich) sie sagen und tun nicht.

4 Sie binden an (fesseln) aber schwere 1Last (Bürde) und legen sie auf die Schultern der Menschen, aber sie selbst wollen sie2 nicht mit ihrem Finger bewegen.

  1. Als Zusatz ist belegt: „und schwer zu ertragende“ (καὶ δυσβάστακτα)
  2. Also die Lasten.

5 Alle ihre (Ihre ganzen) Werke (Taten) tun sie, damit sie von den Menschen gesehen werden1, sie verbreitern (machen breit) ihre Gebetsriemen (Gesetzesstreifen) und sie vergrößern (verlängern, machen mächtig) ihre Quasten (Troddeln).

  1. Als Finalsatz übersetztes Partizip.

6 Sie lieben {aber} den ersten Platz (ersten Sitz, Ehrenplatz) beim Essen (Mahl, Hauptmahlzeit)1 und den ersten Platz (ersten Sitz, Ehrenplatz, besten Platz)2 in den Synagogen

  1. Parallel zum zweiten Versteil steht hier der Plural.
  2. Hier steht das Wort πρωτοκαθεδρίας im Gegensatz zum ersten Versteil: πρωτοκλισίαν.

7 und die Begrüßungen (Grüße) auf den Märkten und von den Menschen Rabbi (Meister, Lehrer) genannt (gerufen, geheißen)1 zu werden.

  1. Auch: für einen Rabbi (Meister, Lehrer) gehalten zu werden. Im Griechischen steht ῥαββί.

8 Ihr aber, lasst (sollt) euch nicht Rabbi (Meister, Lehrer)1 nennen lassen: Denn (Nämlich) [nur] einer ist euer Lehrer2, aber ihr alle seid Brüder.

  1. ῥαββί
  2. διδάσκαλος

9 Und ihr sollt {nicht}[niemanden] Vater nennen (rufen) unter euch auf der Erde, denn (nämlich) [nur] einer ist euer Vater, der himmlische.

10 Auch nicht Erzieher (Lehrer, Führer)1 sollt ihr euch nennen lassen, denn [nur] einer ist euer Erzieher (Lehrer, Führer), der Christus.

  1. καθηγηταί

11 {Aber} Der größte von euch soll euer Diener (Diakon) sein.

12 Wer sich selbst {aber} erhöht (erhebt), der wird demütig (bescheiden, herabgesetzt, niedrig, erniedrigt) werden und wer sich selbst erniedrigt (herabsetzt), wird erhöht werden.1

  1. Alle Verben stehen im Futur.

13 {Aber} Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, die ihr zuschließt das Königreich (die Herrschaft) der Himmel vor den Menschen: Ihr {nämlich} geht nicht hinein, auch nicht lasst ihr hineingehen, die hinein wollen.

14 {{Aber} Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, die ihr die Häuser der Witwen zu Grunde richtet (vergeudet, verzehrt) und zum Schein lange (große, gewaltige) Gebete verichtet: Durch dies (Dadurch, Deshalb) werdet ihr ein härteres Urteil (richterliche Entscheidung) bekommen(ernten, empfangen)}1

  1. Vers 14 ist erst in späteren Textzeugen zu finden.

15 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler, die ihr das Meer (die See) und das feste Land (Trockene) durchzieht, [damit] ihr einen Proselyten (Konvertiten) macht. Und wenn er [einer] geworden ist, macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, doppelt [so schlimm] wie ihr [es seid].

16 Weh euch, ihr blinden Führer (Lehrer)1 die [ihr] sagt: Wenn einer schwört beim Tempel, ist es nichts (gilt es nicht). Wenn aber einer beim Gold des Tempels schwört, ist er gebunden (schuldig).

  1. ὁδηγοὶ

Chapter 24

42 Wacht also, denn Ihr wißt nicht, zu welcher Stunde Euer Herr kommt.

43 Jenes aber wißt (versteht), daß, wenn der Hausherr wüßte, zu welcher Wache (Nachtwache)1 der Dieb kommt, [dann] würde er wachen und es nicht zulassen, daß [in] sein Haus eingebrochen wird.

  1. D.h. zu welchem Zeitpunkt der Nachtwache oder zu welcher Stunde der Nacht.

44 Deshalb seid (werdet) auch Ihr bereit, denn der Menschensohn (der Sohn des Menschen) kommt zu einer Stunde, in der Ihr es nicht glaubt (meint, erwartet).

45 Wer ist also der treue und verständige Knecht, den der Herr über sein Gesinde einsetzte, damit er ihnen zur rechten Zeit die Nahrung gebe?

46 Selig (Glücklich) jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, antrifft (findet), während er so handelt.

47 Amen (Wahrlich), ich sage Euch, daß er ihn über alle seine Besitztümer einsetzen wird.

48 Wenn aber jener schlechte Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr verzögert (verspätet) sich (läßt auf sich warten),

49 und beginnt seine Mitknecht zu schlagen, und mit den Betrunkenen (Trinkern; denen, die sich betrinken) ißt und trinkt,

50 [dann] wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, zu der er es nicht weiß (die er nicht kennt),

51 und er wird ihn zweiteilen (zerschlagen, auspeitschen) und ihm seinen Teil (Platz) mit (bei) den Heuchlern zuweisen. Dort wird {das} Weinen und Zähneknirschen sein.

Chapter 25

1 Dann wird das Königreich der Himmel zehn Jungfrauen gleichen, welche, nachdem sie die Fackeln von ihnen ergriffen, hinausgingen zu der Begegnung des Bräutigams.

2 Fünf aber aus diesen waren dumm und fünf vernünftig.

3 Denn die Dummen nahmen die Fackeln von ihnen, nicht nahmen sie mit sich Öl.

4 Die Vernünftigen nahmen aber Öl in den Gefäßen mit ihren Lampen.

5 Aber wegen der Verzögerung des Bräutigams schliefen alle und ruhten.

6 In der Mitte der Nacht entstand Geschrei: „Sieh, der Bräutigam! Geht ihr in seinem Entgegengehen!“

7 Dann standen alle Jungfrauen auf und ordneten die Fackeln von ihnen an.

8 Die Dummen aber sagten den Vernünftigen: „Gebt uns aus eurem Öl, weil die Lampen von uns erlöschen.“

9 Die Vernünftigen antworteten aber, wobei sie sagten: „Niemals wird es dann für uns und euch reichen. Geht eher zu den Verkäufern und kauft es selbst!“

10 Nachdem sie aber gegangen sind zu kaufen, kam der Bräutigam und die, die bereit waren, gingen mit diesem hinein auf die Hochzeit und die Tür wurde geschlossen.

11 Später aber kamen sie, und die übrigen Jungfrauen sagten: „Herr, Herr, öffne uns!“

12 Der aber, der antwortete sagte: „Amen sage ich euch, ich weiß nichts von euch.

13 Seid wachsam jetzt, weil ihr nicht wisst, den Tag noch die Stunde.“

14 Denn es ist wie bei einem Menschen, der außer Landes reiste; Er rief seine eigenen Knechte und übergab ihnen seine Habe.

15 Und dem einen gab er fünf Talente, dem anderen zwei, einem anderen eines, jedem nach seinen eigenen Fähigkeiten, und reiste bald darauf ab.

16 Der aber fünf Talente bekam, ging hin und gewann weitere fünf, indem er mit denselben Geschäfte machte.

17 Auf die selbe Weise (handelte) der, welcher zwei Talente (bekommen hatte), er gewann weitere zwei.

18 Aber der, der das Eine bekommen hatte, (ging hin) vergrub (es) in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.

19 Aber nach einer langen Zeit kommt der Herr jener Knechte und rechnete (die Angelegenheit) mit ihnen ab.

20 Und es trat herbei, der die fünf Talente bekommen hatte, brachte weitere fünf Talente und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir übergeben, siehe weitere fünf Talente habe ich gewonnen.

21 Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen. Gehe hinein in die Freude deines Herrn!

22 Aber es trat auch herzu der, der die zwei Talente (bekam) und er sprach: Herr, zwei Talente hast du mir übergeben, siehe weitere zwei Talente habe ich gewonnen.

23 Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen. Geh hinein in die Freude deines Herrn!

24 Aber es trat auch herzu der, der das eine Talent bekommen hatte und sprach: Herr, ich kenne dich: Du bist ein harter Mensch, denn du ernstes, wo du nicht gesät hast und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast.

25 und weil ich mich fürchtete, darum ging ich hin und verbarg dein Talent in der Erde. Siehe da hast du das deine (wieder).

26 Aber sein Herr antwortete ihm: Du schlechter und fauler Knecht! Du wusstest, dass ich ernte wo ich nicht gesät habe und sammle wo ich nicht ausgestreut habe?

27 Also hättest du mein Geld den Wechslern geben sollen und wenn ich wieder gekommen wäre hätte ich das meine mit Zinsen erhalten.

28 Also, nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat,

29 denn jedem, der da viel hat, wird gegeben werden, und er wird im Überfluss haben. Aber von dem, der nicht hat, dem wird auch das, was er hat, weggenommen werden.

30 Und dem unnützen Knecht werft in die äußerste Finsternis. Dort wird das Weinen und das Zähneklappern sein.

38 Wann aber haben wir dich fremd gesehen und dich aufgenommen, oder nackt und haben dir etwas übergezogen?

39 Wann aber haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und sind zu dir gegangen?

40 Und der König wird ihnen folgendermaßen1 antworten: „Amen, ich sage euch: wie viel ihr getan habt einem dieser meiner geringsten Brüder, [so viel] habt ihr mir getan.“

  1. Wörtl. „um zu antworten (Inf.) wird er sagen“, ähnlich wie das hebräischeלֵאמֹר

41 Dann wird er auch zu denen [auf] seiner Linken sagen: „Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in des ewige Feuer, das [von] dem Teufel und seinen Boten [vor]bereitet ist.

42 Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben, ich war durstig und ihr habt mich nicht getränkt,

43 ich war fremd und ihr habt mich nicht aufgenommen, [ich war] nackt und ihr habt mir nichts übergezogen, [ich war] krank und im Gefängnis und ihr habt nicht nach mir geschaut.“

44 Dann werden sie antworten und sagen: „Herr, wann haben wir dich als Hungernden gesehen oder als Durstigen oder fremd oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient?“

45 Dann wird er ihnen folgendermaßen antworten: „Amen, ich sage euch: wie viel ihr nicht getan habt einem dieser Geringsten, [so viel] habt ihr auch nicht mir getan.“

46 Und sie werden weggehen, diese in die ewige Strafe, die gerechten aber ins ewige Leben.

Chapter 28

1 1 Spät2 am Sabbat {aber}, in der Dämmerung des ersten [Tages] der Woche, gingen Maria aus Magdala (die Magdalenerin) und die andere Maria, um das Grab zu sehen. 3 4

  1. [Status: Zuverlässig]
  2. Viele Übersetzungen: „Nach dem Sabbat“. Aus dem Kontext ist eindeutig, dass der Morgen des folgenden Tages gemeint ist und nicht der Abend des Sabbats. Vermutlich zählt der Autor des Matthäusevangeliums die folgende Nacht noch zum Sabbat hinzu (U.Luz 2002, 401).
  3. Markus 16,2
  4. Lukas 24,1

2 Und siehe – ein großes Erbeben ereignete sich: Ein Engel (Bote) des Herrn1 nämlich, der (nachdem er)2 aus dem Himmel hinabstieg und hinzutrat, rollte den Stein3 weg und setze sich auf ihn (saß auf ihm). 4 5 6

  1. Die Formulierung ἄγγελος κύριου („Bote des Herrn“) bezeichnet in der Septuaginta Gottes Engel (vgl. Exodus 3 und Richter 6). Hier im Neuen Testament bezieht sich „der Herr“ gleichzeitig auch auf Jesus.
  2. Partizipien Aorist Aktiv
  3. Einige Handschriften ergänzen: „vom Eingang“ oder „vom Eingang des Grabes“.
  4. Johannes 20,1
  5. Exodus 3,2
  6. Richter 6,11

3 Sein Aussehen war {aber} wie ein Blitz (Lichtstrahl) und seine Kleidung weiß wie Schnee.1

  1. Daniel 10,5

4 Vor {ihrer} Furcht {aber} zitterten die Wächter und sie wurden wie Tote.

5 Da (aber) ergriff der Engel das Wort (antwortete der Engel) und sagte1 zu den Frauen: „Fürchtet ''ihr''2 euch nicht! Ich weiß nämlich, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. 3 4 5

  1. Partizip Aorist Deponens
  2. Das »ihr« ist sprachlich betont. (Siehe die Übersetzung bei U.Luz 2002, 395).
  3. Johannes 20,11
  4. Lukas 1,12
  5. Daniel 10,12

6 Er ist nicht hier, denn er wurde auferweckt, wie er gesagt hat. Kommt, seht den Ort, wo er1 lag!

  1. Einige Handschriften: »wo der Herr«.

7 Und schnell, geht los1 und sagt seinen Jüngern (Jüngern und Jüngerinnen)2: »Er wurde auferweckt von den Toten und siehe – er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.«“

  1. Partizip Aorist Deponens
  2. Generisches Maskulinum.

8 Da (und) gingen1 sie schnell fort2 vom Grab mit Furcht3 und großer Freude und eilten, um es seinen Jüngern (Jüngerinnen) zu berichten (verkünden).

  1. Partizip Aorist Aktiv
  2. Viele Handschriften: „hinaus aus dem Grab“. Bei dem vermutlich ursprünglichen „hinaus“ bleibt offen, ob die Frauen ins Grab gehen oder nicht. (Vgl. U.Luz 2002, 395, Fußnote 5.)
  3. Die Bibel in gerechter Sprache übersetzt: „mit Ehrfurcht“. Gegen diese Deutung spricht die Wortverwandtschaft mit „Fürchtet euch nicht“ (Vers 5).

9 Und1 siehe, Jesus ging ihnen entgegen (begegnete ihnen) und2 sagte: „Freut euch! (Seid gegrüßt!)3“ Und als4 sie herangekommen waren, [warfen sie sich zu Boden,] fassten seine Füße und beteten ihn an (küssten ihm die Füße)5.

  1. Viele Handschriften ergänzen: „als (während, weil) sie gingen, um es seinen Jüngern (Jüngerinnen) zu berichten“.
  2. Partizip Präsens Aktiv
  3. »Freut euch« ist eine griechische Grußformel (Bauer/Aland).
  4. Partizip Aorist Aktiv
  5. Das griechische Verb προσκυνέω bezeichnet einen Akt der Anbetung/Verehrung, bei dem man sich zu Boden warf und die Füße oder den Boden küsste. Im übertragenen Sinn steht das Verb auch für Anbetungen allgemein (ThWNT, Bauer/Aland, Menge/Güthling).

10 Dann sagte Jesus zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Geht fort, berichtet (verkündet) [es] meinen Geschwistern (Brüdern), so dass sie nach Galiläa aufbrechen! Und dort werden sie mich sehen.“

11 Während sie {aber} gingen1, siehe, da kamen2 einige der Wächter in die Stadt und berichteten den Hohepriestern alles, was geschehen war.

  1. Partizip Präsens Deponens im Genitivus absolutus
  2. Partizip Aorist Aktiv

12 Und nachdem1 sie sich versammelt hatten mit den Ältesten und auch einen Beschluss gefasst hatten, gaben sie jenen Wächtern Silbermünzen

  1. Partizipien Aorist Passiv und Aorist Aktiv

13 und sprachen1 [zu ihnen]: „Sagt:2 »Seine Jünger sind nachts gekommen3 und haben ihn genommen, während4 wir schliefen.5«

  1. Partizip Präsens Aktiv
  2. Ὅτι recitativum
  3. Partizip Aorist Aktiv
  4. Partizip Präsens Passiv
  5. Der logische Widerspruch, dass die Wächter als Zeugen für etwas auftreten sollen, dass sie nach eigenen Worten verschlafen haben sollen, ist vermutlich Absicht. Der Text betont so die Absurdität der konstruierten Vorwürfe gegen die Jünger (U.Luz 2002, 422). U.Luz kommentiert diesen literarischen Kunstgriff: »Matthäus hat die jüdischen Führer, deren Böswilligkeit er durch die ganze Passionsgeschichte hindurch immer wieder herausgearbeitet hatte, nach der Auferstehung gleichsam den Gipfel ihrer Bosheit erklimmen lassen. Je eher man der Meinung ist, daß der Evangelist in 27,26–66 und 28,11–15 weitgehend selber eine polemische Geschichte fingiert, desto weniger kann man ihn selbst vom Vorwurf der gewollten und gekommten Böswilligkeit – im Namen des Glaubens an den Auferstandenen! – freisprechen.« (U.Luz 2002, 426)

14 Und selbst wenn dies bei dem (durch den) Statthalter zu Ohren kommen (gehört werden) sollte, dann werden wir ihn überreden (überzeugen, beschwichtigen)1 und sicher stellen, dass ihr ohne Sorge sein könnt2.“

  1. Ist hier an eine Bestechung gedacht? »Πείθω verbindet sich manchmal mit dem Gedanken der Bestechung, so daß diese (vom Text nicht ausgesprochene) Lesemöglichkeit nicht ausgeschlossen ist.« (U.Luz 2002, 423)
  2. wörtlich: und euch sorgenfrei machen

15 Und (aber) sie nahmen1 die Silbermünzen und taten so, wie sie gelehrt worden waren. Und dieses Wort verbreitete sich2 unter [vielen]3 Juden

  1. Partizip Aorist Aktiv
  2. andere Handschriften: erschien
  3. Es handelt sich nicht um alle Juden, da im Text kein bestimmter Artikel steht (U.Luz 2002, 423–425).

16 Die elf Jünger {aber} gingen nach Galiläa zu dem Berg, zu dem Jesus sie bestellt hatte;

17 {und} als (weil, sobald)1 sie ihn sahen, warfen sie sich vor ihm verehrend (huldigend, anbetend) nieder2; doch zweifelten sie (einige von ihnen)3.

  1. Partizip Präsens Aktiv
  2. Siehe Fußnote zu Vers 9.
  3. Der Text ist sprachlich unklar. Wahrscheinlich ist gemeint, dass alle Jünger huldigen, einige (oder vielleicht alle) von ihnen jedoch gleichzeitig (oder anschließend) zweifeln (U.Luz 2002, 439). Gelegentlich wird auch die Deutung vertreten, dass eine andere Gruppe von Menschen zweifelt.

18 {Und} Jesus ging zu ihnen1 und sagte zu ihnen {folgendes}: „Es ist mir [von Gott]2 alle Macht gegeben worden im Himmel und auf [der]3 Erde.

  1. Partizip Präsens aktiv
  2. Passivum divinum
  3. Der bestimmte Artikel fehlt in vielen wichtigen Handschriften.

19 Geht also1: Macht zu Jüngern (unterrichtet) alle Völker, tauft sie im Namen (im Auftrag) des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes,

  1. Partizip Präsens aktiv

20 und lehrt sie, alles zu beachten, was ich euch geboten habe. Und sieh: Ich bin bei euch (mit euch) an allen Tagen bis zum Ende der Zeit (des Zeitalters, der Ewigkeit).“