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Chapter 7

1 1 Ein ''Shiggajon''2 von (für, über, nach Art von) David, das er JHWH sang wegen der Reden Kuschs, des Benjaminiten.3

  1. [Status: Zuverlässig]
  2. Shiggajon - Bedeutung unbekannt. Das Wort findet sich sonst nur noch in Hab 3,1. Viele leiten die Bedeutung vom akkadischen schigû („Klageruf“) ab und übersetzen mit „Klagelied“, doch in Hab 3,1 passt diese Bedeutung nicht.
  3. Kuschs, des Benjaminiten - Ein Benjaminiter mit Namen Kusch ist in der Bibel unbekannt. Die Überschrift bezieht sich wohl auf eine nicht mehr erhaltene Davidslegende.

2 JHWH, mein Gott, ich suche Schutz bei dir (auf dich setze ich mein Vertrauen): Hilf mir vor all meinen Verfolgern und rette mich, 1

  1. Psalm 31,2

3 Damit er1 nicht meine Seele (mich)2 zerreißt wie ein Löwe,[Sie (mich)] zerfleischt, ohne dass jemand [sie (mich)] rettet!34

  1. er - gemeint sind die Verfolger. Das Heb. kann v.a. in Poesie unvermittelt von einem Numerus zum anderen wechseln („N-Shift“), ohne dass dies einen Bedeutungsunterschied machen würde. Im Dt. muss mit Plural übertragen werden.
  2. meine Seele (mich) - „meine Seele“ ist im Heb. fast stets ein Wechselbegriff für „ich“; so auch hier.
  3. Oder, sprachlich naheliegender, aber seltener in Üss. und Kommentaren zu finden: Damit er [mich] nicht zerreißt, wie ein Löwe meine Seele (=mich) zerfleischen würde, wenn niemand [da wäre, der] [mich] rettet. Ähnlich z.B. Houston/Moore/Waltke 2014, S. 79: „Otherwise he will tear me apart like a lion / that snatches me away with no one to rescue me.“ Bei der Primärübersetzung wäre eigentlich statt dem Partizip poreq eher das Yiqtol jiproq zu erwarten (so daher z.B. Ehrlich 1905, S. 13; Herkenne 1936, S. 61; Kraus 1961, S. 54); vermutlich sogar noch eher Weqatal.
  4. Psalm 10,9; Psalm 17,12; Psalm 22,13

4 JHWH, mein Gott, wenn ich dies getan habe,1 wenn Unrecht an meinen Händen [ist]23

  1. Wenn ich dies getan habe - Umstrittene Stelle. Drei Deutungen sind gut möglich: (1) Entweder ist für zot („dies“) mit Leveen 1966, S. 440 und ws. Wellhausen 1898, S. 5 zimmot („Böses“) zu lesen („Wenn ich Böses getan habe“), (2) oder der Dichter / ein Schreiber hat zot („dies“) stellvertretend für eine Übeltat gesetzt, die er nicht auszusprechen / zu schreiben wagte („Wenn ich du-weißt-schon-was getan habe“ / „Wenn ich X getan habe“; letzteres z.B. bei Terrien 2003, S. 116), wie sich das häufiger in der Bibel findet (vgl. Schorch 2000, S. 244; s. z.B. ganz ähnlich Ijob 31,7), oder (3) zot („dies“) meint hier „Etwas“, „Irgendetwas“ („Wenn ich Irgendetwas getan habe“ so schon Saadia; ähnlich Halévy 1894, S. 2).Die häufigste Deutung - die nämlich, dass mit „dies“ zusammenfassend die folgenden Freveltaten angedeutet werden sollen, die dann in den nächsten drei Zeilen ausgeführt werden - ist wegen V. 4b nicht gut möglich, da diese Zeile auch nicht konkreter ist als 4a.
  2. Unrecht an meinen Händen [ist] - Im Alten Israel hing die Vorstellung von Sünde eng mit der der Reinheit zusammen: Untaten beflecken die Hände (Jes 59,3), machen daher Reinigung (1 Joh 1,9) nötig (s. Jak 4,8: „Reinigt die Hände, Sünder!“). Der Unschuldige dagegen hat „reine Hände“ (Ijob 17,9). Sinnvoll daher z.B. STAD: „Wenn ich meine Hände mit Schuld befleckte“. Falls dies nicht mehr verständlich ist, wäre einfach eine Übersetzung à la NL zu empfehlen: „Wenn ich ungerecht war“.
  3. Ijob 31,7; Psalm 26,10

5 Wenn ich Böses tat dem, der1 es mir [nun] vergilt (meinem Verbündeten?),und [wenn] ich grundlos meine Gegner (die, die grundlos meine Gegner [sind]) bedrängte (rettete?),2

  1. dem, der - gemeint sind mit dem Sg. wieder die vielen Verfolger, s. die nächste Zeile und vgl. FN c
  2. Schwieriger Vers. Meist wird er gedeutet als Wenn ich meinem Freund mit Bösem vergalt / und [wenn] ich meine Gegner grundlos gerettet habe,.... Die Hauptschwierigkeiten bei dieser Deutung sind, (a) dass die Übersetzung „Freund“, „Verbündeter“ sich für das entsprechende heb. Wort nicht nachweisen lässt und (b) dass die Rettung eines Gegners schwerlich eine Schandtat ist. Schwierigkeit (a) wollen Beyerlin 1970 und Gunkel 1968 lösen, indem sie für scholmi (scheinbar: „mein Freund“) meschalmi („der, der mir's vergilt“) lesen, doch ist dies gar nicht nötig und schon scholmi kann „der, der mir's vergilt“ bedeuten (vgl. bes. Macholz 1979, S. 129; so schon Olshausen 1853, S. 49). Wg. Schwierigkeit (b) lies für ch-l-z („retten“) besser l-ch-z („bedrängen, bedrücken“); so z.B. schon Houbigant 1777, S. 4; heute z.B. BHS und Houston/Moore/Waltke 2014, S. 80.

6 dann verfolge [mein] Feind meine Seele (mich)1 und erreiche [sie]und trete meine Seele (mich) zu Boden 2und lasse meine Ehre (mich) im Staub wohnen!3 {Selah}4 5

  1. mich - „Seele“ und „Ehre“ sind in den Psalmen häufig nur Wechselbegriffe für „ich“; so auch hier.
  2. Psalm 44,5; Psalm 60,12; Jesaja 63,3
  3. Der Staub ist hier wie oft ein Synonym für die Unterwelt (vgl. z.B. Bratcher/Reyburn 1991, S. 69). Hier wirkt wohl noch das Bild des reißenden Löwen nach: Wie ein solcher soll der Feind den Sänger verfolgen und zu Boden reißen, so dass dieser fortan [tot] in der Unterwelt leben muss. Vom Sinn her daher richtig T4T: „Lass meine Feinde mich verfolgen, fangen, in den Boden trampeln und mich tot im Schmutz liegen lassen!“Vv. 4-6 insgesamt sind eine Unschuldsbeteuerung in Form einer Selbstverfluchung: „[Ich schwöre, ich habe X nicht getan!] Wenn ich X getan habe, soll mir Y widerfahren!“.
  4. Die Bedeutung von Selah ist unklar, s. Lexikon / Lemma סֶלַה. In der LF sollte es daher besser ausgespart werden.
  5. Ijob 31,5; Ijob 31,38

7 Steh auf, JHWH, in Deinem Zorn! 1Erhebe Dich gegen die Wut meiner Feinde (in [Deiner] Wut auf meine Feinde)Und erwache2, mein Gott (Und erwache zu mir hin?)3, [der] du das Recht eingesetzt hast!4 5

  1. Psalm 3,7; Psalm 44,26
  2. erwache - Hinter diesem häufigen Aufruf steht die Vorstellung, dass - da einerseits ja Gott die ganze Welt lenkt und leitet, andererseits aber offensichtlich gerade ein Unrecht geschieht - Gott aktuell „inaktiv“ sein muss (vgl. näher z.B. Schlaf (Wibilex)). Ob dies „schlafen“ wirklich nur eine Metapher für die Inaktivität Gottes ist, oder ob die Vorstellung tatsächlich wörtlich genommen werden muss, lässt sich heute nicht mehr sagen.
  3. Textkritik: Und erwache, mein Gott (Und erwache zu mir hin?) - Die Alternativübersetzung ist der eigentliche Wortlaut des heb. Textes und macht offensichtlich nicht viel Sinn. Lies nach LXX für elaj („zu mir hin“) eli („mein Gott“), wofür nur die masoretische Vokalisierung geändert werden muss (so z.B. Brueggemann/Bellinger 2014; Houston/Moore/Waltke 2014, S. 80), oder deute sogar ohne Umvokalisierung - aber unwahrscheinlicher - elaj als Pluralis majestatis „meine Götter“ (=„mein Gott“, so z.B. Dahood 1965, S. 43; Goldingay 2006, S. 143).
  4. [der] du das Recht eingesetzt hast! - Meist: „Berufe ein Gericht ein“ (gedeutet als prekatives Perfekt, so z.B. Buttenwieser 1938, S. 413; Houston/Moore/Waltke 2014, S. 80) oder „Du hast [ja schon] ein Gericht einberufen“. Das ist unwahrscheinlich; die Kombination der Wörter mischpat („Gebot, Gericht“) und tsawah („einsetzen, gebieten“) findet sich in der Bibel häufig und steht dann stets für den Akt der göttlichen Gesetzgebung (s. Num 27,11; 36,13; Dtn 4,5; 6,20; 8,11; 1 Kön 8,58; 2 Kön 17,34; 1Chr 22,13; 2 Chr 33,8; Neh 1,7; Mal 3,22) oder einmal auch der aaronitischen Gesetzgebung (1 Chr 24,19). Sehr wahrscheinlich wird hier also nicht nur an JHWH, den Weltenrichter appelliert, sondern in dieser Zeile auch noch an JHWH, die „Welt-Legislative“: „Du, von dem doch alle Gebote stammen: Halte Gericht!“
  5. Psalm 35,23; Psalm 44,23; Psalm 73,20; Psalm 76,9; Psalm 78,65; Jesaja 51,9

8 {Und} die Versammlung der Völker umgebe dichUnd über sie kehre zur Höhe zurück!1 2

  1. Und über sie kehre zur Höhe zurück - nämlich, nachdem du erwacht bist, auf deinen himmlischen „Richterthron“ (4Esr 7,33), um dein Richtamt auszuüben; s. die Parallelstellen und vgl. zur Vorstellung z.B. Tag Jahwes (AT) (Wibilex).
  2. Psalm 2,4; Psalm 9,4; Psalm 11,4; Psalm 33,14; Psalm 96,10; Psalm 98,9; Psalm 103,19; Psalm 113,5; Offenbarung 4,2; Offenbarung 20,12

9 JHWH richte die Völker1 2Schaff [auch] mir Recht3, JHWH, gemäß meiner Gerechtigkeit4 Und gemäß meiner Unschuld, [die] auf mir [ist]5! 6

  1. JHWH richte die Völker - ein sogenannter „P-Shift“: In der heb. Lyrik kann plötzlich die Rede zu Gott abwechseln mit der Rede über Gott, ohne, dass dies einen Bedeutungsunterschied machen würde (daher wird auch in der zweiten Zeile wieder fortgefahren mit der Rede zu Gott). Im Dt. würde man auch hier schreiben: „JHWH, du richtest die Völker“.
  2. Psalm 9,8
  3. Zu Schaff mir Recht statt der häufigen Übersetzung „richte mich“ vgl. gut Liedke 1971, S. 66f: Die Bitte zielt darauf, dass die durch ein Unrecht gestörte kosmische Ordnung wieder hergestellt werden soll; nicht darauf, dass der Beter gerne als Angeklagter vor dem kosmischen Gericht stehen würde. Sinngemäß also meint die Bitte etwas wie: „JHWH, der du die Völker richtest: Richte mich her“.
  4. gemäß meiner Gerechtigkeit - d.h., wie dies meiner Gerechtigkeit angemessen wäre.
  5. [die] auf mir [ist] - vielleicht ein Wortspiel: Dass Unschuld „auf“ jemandem ist, ist auch im Heb. nicht idiomatisch. Vielleicht soll hier mit der Vorstellung von Sündigkeit und Ungerechtigkeit, die „auf“ (Ez 33,10; auch Ez 18,31: „Werft von auf euch alle Übertretungen...“) jemandem lastet (Jes 24,20) wie ein Joch (Klg 1,14), gespielt werden: Solche lasten gerade nicht auf dem Beter; auf ihm lastet nur Unschuld.
  6. Psalm 26,1; Psalm 37,23; Psalm 43,1; Psalm 96,13; Psalm 98,9

10 Ach, es möge enden Böses von Frevlern (böse Frevler, Bosheit von Frevler?)1,[Aber] Gerechte mögest du sicher stehen lassen2. Der gerechte Gott prüft Herz und Nieren3 4, 5

  1. Böses von Frevlern (böse Frevler, Bosheit von Frevler?) - Was auf den ersten Blick „Böses von Frevlern“ zu bedeuten scheint und daher häufig nach „Bosheit von Frevlern“ emendiert worden ist, heißt wohl einfach „böse Frevler“ (zur Konstruktion vgl. GKC § 132c).
  2. sicher stehen lassen - häufige Metapher, vgl. näher FN r zu Ps 30,7: Das „Wanken“ steht in der Bibel für eine Gefährdung, aus der direkt Vernichtung und Tod folgt. Wer dagegen „sicher steht“, „nicht wankt“, ist sicher und geschützt und wird daher ewig bestehen - hier im Gegensatz zu den Frevlern, die ob ihrer Bosheit „enden“ sollen. Sehr schön BB: „Mach ein Ende mit der Bosheit dieser Frevler. / Doch den Gerechten lass bestehen.“, auch z.B. ZÜR: „doch dem Gerechten gib Bestand!“
  3. Herz und Nieren - Das Herz ist im heb. Menschenbild Sitz der Gedanken, die Nieren Sitz der Emotionen. Dass Gott „Herz und Nieren prüft“, meint also, dass er das ganze „Innenleben“ des Menschen kennt - dass er ihm „in Herz und Hirn“ sehen kann. Vgl. z.B. ThWAT IV, S. 191 und s. z.B. Ps 26,2; Weish 1,6; Jer 11,20; 17,10.
  4. Der gerechte Gott prüft Herz und Nieren... - oder: „[Du], gerechter Gott, prüfst Herz und Nieren.“
  5. 1 Samuel 16,7; 1 Chronik 28,9; Psalm 11,4; Psalm 17,3; Psalm 44,21; Psalm 139,1; Jeremia 11,20; Jeremia 17,10; Jeremia 20,12; 1 Korinther 4,5; Offenbarung 2,23

11 [Darum] [Ist] mein Schild auf mir (auf)1 Gott, 2der Retter [derer, die] redlichen Herzens [sind]. 3

  1. Textkritik: Mein Schild auf mir (auf) - W. „Mein Schild [ist] auf Gott“; lies statt al („auf“) besser alaj („auf mir“); so z.B. BHS; Kraus 1961, S. 54; Terrien 2003, S. 121; Weiser 1959, S. 90. Erwägenswert auch Herkenne 1936, S. 63; Kissane 1953, S. 28: lies jo`il („hilfreich“), also „mein hilfreicher Schild“.
  2. Psalm 3,4; Psalm 18,3; Psalm 89,19
  3. Ijob 18,6; Psalm 18,20; Psalm 112,2; Psalm 125,4; Sprichwörter 2,21

12 Gott [ist] ein gerechter Richter,[Darum] [ist] er [auch] ein Gott, [der] jeden Tag zürnt:1 2

  1. der jeden Tag zürnt - nämlich den Frevlern, wie das der Text sicher voraussetzt und wie das schon Tg und heute z.B. GN, NGÜ, NL, T4T ergänzen.
  2. 1 Samuel 2,10; Psalm 10,15; Psalm 35,24; Sprichwörter 11,20; Sprichwörter 28,18

13 Wenn man sich nicht bekehrt, [sondern] sein Schwert wetzt,1Seinen Bogen spannt und ihn aufrichtet2 - 3

  1. Wenn man sich nicht bekehrt, [sondern] sein Schwert wetzt... - Umstrittener Vers. Nach der obigen Deutung ist das Subjekt der Sätze ab 13a der Frevler und der ganze V. 13 ist die Protasis (=der „Wenn“-Satz) für die Apodosis (=der „Dann“-Satz) V. 14 (so z.B. auch Fokkelman 2000, S. 67; EÜ, wohl auch BB). Möglich sind aber auch viele andere Deutungen:Umstritten ist nämlich genauer (a), wie im lo jaschub (hier: „wenn man sich nicht bekehrt“) gedeutet werden muss, (b), wer Subjekt dieser Sätze ist und (c), wo „wenn man sich nicht bekehrt“ einzuordnen ist.Zu (a): (a1) Die natürlichste Deutung ist die obige als „Wenn man sich nicht bekehrt“. Möglich wären aber auch (a2) „Fürwahr, schon wieder [wetzt er (=der Frevler) sein Schwert]“ (so z.B. Kraus 1961, S. 53; schon Olshausen 1853, S. 52) und (a3) „Ach, wenn doch wieder [er sein Schwert schärfen würde]“ (so m.W. nur Dahood 1965, S. 41).Zu (b): (b1) Die natürlichste Deutung wäre, dass in Vv. 13f. Gott das Subjekt ist (so z.B. Hubbard 1982, S. 269; Macintosh 1982, S. 487). Aber dann ließe sich das „für sich [selbst]“ in V. 14 nicht gut erklären. (b2) Besser ist daher die Deutung, die den „Frevler“ als Subjekt dieser Verse sieht (so z.B. Gerstenberger 1991, S. 63; Nötscher 1959, S. 26). (b3) Daneben vertreten wurde auch, dass der Frevler das Subjekt des Nebensatzes und Gott das Subjekt der restlichen Sätze wäre: „Wenn er (=der Frevler) sich nicht bekehrt, wetzt er (=Gott) sein Schwert.“ (so z.B. Bratcher/Reyburn 1991, S. 73f.; viele Üss.). Aber das ist recht unwahrscheinlich.Zu (c): (c1) Nach der masoretischen Deutung müsste der Nebensatz zum Rest von V. 13 gezogen werden: „Wenn man sich nicht bekehrt, ...“ (so fast alle). Theoretisch möglich wäre aber auch eine Deutung nach dem Muster „er ist auch ein Gott, der jeden Tag zürnt, wenn man sich nicht bekehrt. / ...“ (so z.B. Macintosh 1982, S. 485; auch Craigie 1983; Deissler 1989 und schon Schegg 1845 z.St.)
  2. ihn aufrichtet - d.h. wohl: „mit ihm zielt“.
  3. Psalm 11,2; Psalm 64,4; Psalm 64,8; Klagelieder 3,12

14 für sich [selbst] richtet man [dann] die tödlichen Waffen[Und] macht seine Pfeile zu brennenden1.

  1. zu brennenden - d.h., zu Brandpfeilen.

15 Wenn (siehe)1 man Frevel empfängt,Geht man mit Bosheit schwanger und gebiert - Trug (und gebiert Lügen).2 3

  1. tFN: Wenn (siehe) - zu hinneh mit der Bedeutung „wenn“ vgl. KBL3, S. 242 und s. z.B. 1 Sam 9,7; 2 Sam 18,11; 2 Kön 7,2.
  2. und gebiert - Trug (und gebiert Lügen) - umstrittener Satz. Entweder ist ist die Aussage eine ähnliche wie in Vv. 13f.16: Das Planen von Unheil bringt dem Planer selbst Unheil ein, also „ist man schwanger mit Unheil, hat man eine Fehlgeburt“ (so z.B. B-R; GN; Kissane 1953, S. 28; SLT; Terrien 2003, S. 117; Wellhausen 1898, S. 6; Zorell 1928, S. 9; s. Ijob 15,35; Jes 33,11). Möglich ist aber auch, dass „Trug“ hier den selben Status hat wie „Frevel“ und „Bosheit“ und dass der Beter sich in V. 15 also noch einmal über den Frevler, der Böses tut - nämlich z.B., indem er „Lügen gebiert“ (s. ähnlich Jes 59,4), beklagt. Wegen dem Kontext ist aber der ersten Deutung der Vorzug zu geben.
  3. Ijob 15,35; Jesaja 33,11; Jakobus 1,15

16 Gräbt man ein Loch und hebt es aus -Fällt man [selbst] in die Grube, [die] man machen wollte. 1

  1. Psalm 9,16; Psalm 35,7; Psalm 57,7; Psalm 141,10; Sprichwörter 5,22; Sprichwörter 26,27; Kohelet 10,8; Offenbarung 16,6

17 Jemandes Bosheit kehrt auf seinen [eigenen] Kopf zurückUnd auf seinen [eigenen] Scheitel kommt jemandes Untat hinab. 1 Ich will JHWH ob (gemäß) seiner Gerechtigkeit preisenUnd spielen dem Namen JHWH s, des Höchsten!

  1. 1 Könige 2,32; Ijob 4,8; Sprichwörter 26,27; Kohelet 10,9; Obadja 1,15; Joel 4,4; Joel 4,7