reltext

Chapter 82

1 Ein Psalm Asafs.1 / Elohim tritt auf in der Gottesgemeinde, / Unter den "Göttern" hält er Gericht:2

Original Hebrew

אֱֽלֹהִ֗יםאלה֗יםאֱֽלֹהִיםאלהים'elo.HimGodH0430GHNcmpa
נִצָּ֥בנצ֥בנִצָּבנצבni.Tzav[is] taking his standH5324HVNrmsa
בַּ/עֲדַת\־ב/עדת\בַּ/עֲדַת\־ב/עדת\ba./'a.dat-in/ [the] congregation ofH9003H5712\H9014HR+Ncfsc
אֵ֑לא֑לאֵלאל'ElGodH0410GHNcmsa
בְּ/קֶ֖רֶבב/ק֖רבבְּ/קֶרֶבב/קרבbe./Ke.revin/ [the] midst ofH9003H7130GHR+Ncmsc
אֱלֹהִ֣יםאלה֣יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.Him[the] godsH0430JHNcmpa
יִשְׁפֹּֽט\׃ישפט\יִשְׁפֹּֽט\׃ישפט\yish.Pothe gives judgmentH8199\H9016HVqi3ms
  1. Das kann auch hier bedeuten: ein Psalm, der aus Asafs Jahrhunderte hindurch bestehenden Sängerfamilie hervorgegangen ist.
  2. Der Dichter sieht im Geist Gott in der Gottesgemeinde Israels ehrfurchtgebietend auftreten, um Gericht zu halten. Und wen will er richten? Die "Götter" (hebräisch: Elohim). Mit diesen Elohim oder Göttern sind aber nicht Engel oder Götter der Heiden gemeint, wie neuere Theologen wunderlich erklären, sondern Menschen, und zwar Menschen inmitten des Volkes Israel, auf die Gott (Elohim) etwas von seiner Macht- und Herrscherwürde gelegt hat, so daß sie auch gleichsam als Elohim auf Erden dastehen. Kurz, die "Götter" sind die Richter und Obrigkeiten in Israel (vgl. 2Mo 21:6, 22:7,28, wo die Richter auch Elohim oder "Götter" genannt werden). Die Obrigkeit ist Gottes Dienerin; aber deshalb muß sie ihr Amt auch im Sinne Gottes ausrichten. Gott hält nun nach Ps 82:1 inmitten der von ihm selbst bestellten Machthaber Gericht und rügt sie wegen der Ungerechtigkeit in der Ausübung ihres Amtes.

2 "Wie lange wollt ihr ungerecht richten / Und Partei für die Frevler nehmen? Sela.

Original Hebrew

עַד\־עד\עַד\־עד\'ad-untilH5704\H9014HR
מָתַ֥ימת֥ימָתַימתיma.Taiwhen?H4970HTi
תִּשְׁפְּטוּ\־תשפטו\תִּשְׁפְּטוּ\־תשפטו\tish.pe.tu-will you judgeH8199\H9014HVqi2mp
עָ֑וֶלע֑ולעָוֶלעול'A.velinjusticeH5766AHNcmsa
וּ/פְנֵ֥יו/פנ֥יוּ/פְנֵיו/פניu./fe.Neiand/ [the] face ofH9002H6440NHC+Ncmpc
רְ֝שָׁעִ֗יםר֝שע֗יםרְשָׁעִיםרשעיםre.sha.'Imwicked [people]H7563HNcmpa
תִּשְׂאוּ\־תשאו\תִּשְׂאוּ\־תשאו\tis.'u-will you lift upH5375Q\H9014HVqi2mp
סֶֽלָה\׃סלה\סֶֽלָה\׃סלה\Se.lahSelahH5542\H9016HTj

3 Des Geringen, der Waise nehmt euch an, / Dem Gedrückten und Dürftigen schaffet Recht!

Original Hebrew

שִׁפְטוּ\־שפטו\שִׁפְטוּ\־שפטו\shif.tu-give judgment forH8199\H9014HVqv2mp
דַ֥לד֥לדַלדלdal[the] poorH1800HAamsa
וְ/יָת֑וֹםו/ית֑וםוְ/יָתוֹםו/יתוםve./ya.Tomand/ [the] fatherlessH9002H3490HC+Ncmsa
עָנִ֖יענ֖יעָנִיעני'a.Ni[the] afflictedH6041HAamsa
וָ/רָ֣שׁו/ר֣שוָ/רָשׁו/רשva./Rashand/ [the] poorH9002H7326HC+Vqrmsa
הַצְדִּֽיקוּ\׃הצדיקו\הַצְדִּֽיקוּ\׃הצדיקו\hatz.Di.kuvindicateH6663\H9016HVhv2mp

4 Befreit den Geringen und Armen, / Aus der Frevler Händen errettet ihn!1

Original Hebrew

פַּלְּטוּ\־פלטו\פַּלְּטוּ\־פלטו\pa.le.tu-deliverH6403\H9014HVpv2mp
דַ֥לד֥לדַלדלdal[the] poorH1800HAamsa
וְ/אֶבְי֑וֹןו/אבי֑וןוְ/אֶבְיוֹןו/אביוןve./'ev.Yonand/ [the] needyH9002H0034HC+Aamsa
מִ/יַּ֖דמ/י֖דמִ/יַּדמ/ידmi./Yadfrom/ [the] hand ofH9006H3027HHR+Ncbsc
רְשָׁעִ֣יםרשע֣יםרְשָׁעִיםרשעיםre.sha.'Imwicked [people]H7563HNcmpa
הַצִּֽילוּ\׃הצילו\הַצִּֽילוּ\׃הצילו\ha.Tzi.lurescue [them]H5337\H9016HVhv2mp
  1. In V3 und 4 wird den Machthabern Gerechtigkeit gerade gegen die eingeschärft, die sich nicht, wie die Großen und Angesehenen, selbst Recht schaffen können.

5 Doch sie erkennen's nicht, sehen's nicht ein,1 / Sie gehen verblendet dahin — / Drum wanken auch alle Grundfesten des Landes.2

Original Hebrew

לֹ֤אל֤אלֹאלאlo'notH3808HTn
יָֽדְע֨וּ\׀ידע֨ו\יָֽדְעוּ\׀ידעו\ya.de.'Uthey knowH3045\H9015HVqp3cp
וְ/לֹ֥או/ל֥אוְ/לֹאו/לאve./Lo'and/ notH9002H3808HC+Tn
יָבִ֗ינוּיב֗ינויָבִינוּיבינוya.Vi.nuthey understandH0995HVqi3mp
בַּ/חֲשֵׁכָ֥הב/חשכ֥הבַּ/חֲשֵׁכָהב/חשכהba./cha.she.Khahin/ darknessH9003H2825HR+Ncfsa
יִתְהַלָּ֑כוּיתהל֑כויִתְהַלָּכוּיתהלכוyit.ha.La.khuthey walk aboutH1980IHVti3mp
יִ֝מּ֗וֹטוּי֝מ֗וטויִמּוֹטוּימוטוyi.Mo.tuthey are shakenH4131HVNi3mp
כָּל\־כל\כָּל\־כל\kol-allH3605\H9014HNcmsc
מ֥וֹסְדֵימ֥וסדימוֹסְדֵימוסדיMos.dei[the] foundations ofH4144HNcmpc
אָֽרֶץ\׃ארץ\אָֽרֶץ\׃ארץ\'A.retz[the] earthH0776G\H9016HNcfsa
  1. In V5 setzt sich die Rede Gottes fort, und zwar als eine Art Selbstgespräch: Die Machthaber verkennen in ihrer Blindheit ihre Stellung und die Pflichten ihres Amtes.
  2. Die göttlichen Gebote sind die Grundfesten des Landes. Werden Gottes Gebote von den ungerechten Richtern mit Füßen getreten, so müssen diese Grundfesten ins Wanken geraten.

6 Ich hab zwar gesagt: 'Götter seid ihr / Und Söhne des Höchsten ihr alle.'

Original Hebrew

אֲֽנִי\־אני\אֲֽנִי\־אני\'ani-IH0589\H9014HPp1bs
אָ֭מַרְתִּיא֭מרתיאָמַרְתִּיאמרתי'A.mar.tiI saidH0559HVqp1cs
אֱלֹהִ֣יםאלה֣יםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.Him[are] godsH0430JHNcmpa
אַתֶּ֑םאת֑םאַתֶּםאתם'a.TemyouH0859DHPp2mp
וּ/בְנֵ֖יו/בנ֖יוּ/בְנֵיו/בניu./ve.Neiand/ [are] [the] children ofH9002H1121GHC+Ncmpc
עֶלְי֣וֹןעלי֣וןעֶלְיוֹןעליוןel.Yon[the] Most HighH5945BHAamsa
כֻּלְּ/כֶֽם\׃כל/כם\כֻּלְּ/כֶֽם\׃כל/כם\ku.le./Khemall of/ youH3605H9026\H9016HNcmsc+Sp2mp

7 Doch wahrlich, wie Menschen werdet ihr sterben, / Fallen wie einer der Fürsten."1

Original Hebrew

אָ֭כֵןא֭כןאָכֵןאכן'A.khenneverthelessH0403HTj
כְּ/אָדָ֣םכ/אד֣םכְּ/אָדָםכ/אדםke./'a.Damlike/ humankindH9004H0120GHR+Ncmsa
תְּמוּת֑וּ/ןתמות֑ו/ןתְּמוּתוּ/ןתמותו/ןte.mu.Tu/nyou will die/ !H4191H9013HVqi2mp+Sn
וּ/כְ/אַחַ֖דו/כ/אח֖דוּ/כְ/אַחַדו/כ/אחדu./khe./'a.Chadand/ like/ one ofH9002H9004H0259HC+R+Ncfsc
הַ/שָּׂרִ֣יםה/שר֣יםהַ/שָּׂרִיםה/שריםha./sa.Rimthe/ princesH9009H8269HTd+Ncmpa
תִּפֹּֽלוּ\׃תפלו\תִּפֹּֽלוּ\׃תפלו\ti.Po.luyou will fallH5307G\H9016HVqi2mp
  1. Gottes Rede wendet sich in V6 und 7 wieder an die ungerechten Richter. Ich habe euch (so spricht Gott zu ihnen) zwar dadurch hoch gestellt, daß ihr in meinem Namen als meine Stellvertreter Recht sprechen sollt. Aber weil ihr euch der Ehrennamen "Götter" und "Söhne des Höchsten" unwürdig gezeigt habt, so sollen euch diese Namen genommen werden, und ihr sollt wieder heißen, was ihr in Wirklichkeit seid: "Menschen;" und als Menschen wird euch das Strafgericht eines plötzlichen, gewaltsamen Todes treffen, wie es auch früher schon so manchem Fürsten und Machthaber des Volkes widerfahren ist. — Mit dem Hinweis auf Ps 82:6 beweist Jesus in Joh 10:34-36 den Juden, daß er nicht Gott lästere, indem er sich Gottes Sohn nenne. Die Juden sprachen zu ihm: "Obwohl du ein Mensch bist, willst du doch Gott sein." / Darauf antwortete ihnen Jesus: "Steht nicht in eurem Gesetz (d.h. im Alten Testament, und zwar in Ps 82:6) geschrieben: Ich habe gesagt: 'Ihr seid Götter'? Das Gesetz hat also die Männer, an die dieser Gottesspruch in Ps 82:6 ergangen ist, Götter genannt, und die Schrift muß doch gültig bleiben —: wollt ihr nun den, den der Vater geweiht (für seinen Beruf ausgesondert und durch die Gabe des Heiligen Geistes dazu ausgerüstet) und in die Welt gesandt hat, der Lästerung beschuldigen, weil ich gesagt habe: 'Ich bin Gottes Sohn'?" Der Sinn dieser Worte ist: Wenn in dem unverbrüchlichen Gotteswort in Ps 82:6 schon die obrigkeitlichen Personen Israels, die noch dazu ihre Macht in Ungerechtigkeit mißbrauchten, als Stellvertreter Gottes für sein Volk "Götter" und "Söhne des Höchsten" genannt werden: wie kann man da Jesus, den höchsten und vollkommensten Gesandten und Stellvertreter Gottes, der Lästerung beschuldigen, wenn er sich Gottes Sohn nennt!

8 Auf, Elohim, richte die Erde! / Denn alle Völker sind dein Besitz.1

Original Hebrew

קוּמָ֣/הקומ֣/הקוּמָ/הקומ/הku.Ma/harise/ !H6965BH9012HVqv2ms+Sh
אֱ֭לֹהִיםא֭להיםאֱלֹהִיםאלהים'E.lo.HimO GodH0430GHNcmpa
שָׁפְטָ֣/השפט֣/השָׁפְטָ/השפט/הsha.fe.Ta/hjudge/ !H8199H9012HVqv2ms+Sh
הָ/אָ֑רֶץה/א֑רץהָ/אָרֶץה/ארץha./'A.retzthe/ earthH9009H0776GHTd+Ncfsa
כִּֽי\־כי\כִּֽי\־כי\ki-forH3588A\H9014HTc
אַתָּ֥האת֥האַתָּהאתה'a.TahyouH0859AHPp2ms
תִ֝נְחַ֗לת֝נח֗לתִנְחַלתנחלtin.Chalyou have an inheritanceH5157HVqi2ms
בְּ/כָל\־ב/כל\בְּ/כָל\־ב/כל\be./kholamong/ allH9003H3605\H9014HR+Ncmsc
הַ/גּוֹיִֽם\׃ה/גוים\הַ/גּוֹיִֽם\׃ה/גוים\ha./go.Yimthe/ nationsH9009H1471A\H9016HTd+Ncmpa
  1. Die besondere Bitte, Gott möge die gottlosen Richter in Israel richten, treibt den Psalmisten in V8 zu der allgemeinen Bitte, Gott möge auch zum Gericht über die ganze Erde erscheinen.