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Chapter 39

1 Dem Sangmeister, nämlich Jedutun.1 Ein Psalm Davids.

  1. Jedutun, derselbe wie Etan, 1Ch 15:19 war ein Sangmeister Davids, der dritte neben Asaf und Heman. 1Ch 16:37, 41-42, 25:1-4, 2Ch 5:12, 35:15 Ihm wurde wahrscheinlich der Psalm zum Vortrag übergeben.

2 Ich sprach: "Ich will meinen Wandel hüten, / Daß ich nicht sündige mit meiner Zunge. / Ich will meinem Mund einen Zaum anlegen, / Solange der Frevler vor mir ist."1

  1. Der Psalmist, der selbst schwer leiden muß, wird innerlich angefochten durch das häufige Glück der Gottlosen (vgl. Ps. 73). Wo bleibt da Gottes Gerechtigkeit, wenn der Frevler gute Tage hat, während der Fromme Unglück erfährt? Aber der Psalmist will bei diesem Widerspruch nicht klagen, denn wie leicht könnte er sich dann gegen Gott versündigen! Er will vielmehr sein Leid in seiner Brust verschließen. Aber dies gelingt ihm doch nicht. Das Feuer in seinem Inneren brennt so stark, daß er es nicht löschen kann. Er muß deshalb seinem gequälten Herzen in Worten Luft machen. Das geschieht in der Rede V5-7. Danach wird er ruhig, indem er die Nichtigkeit des irdischen Lebens bedenkt. So ergibt er sich im zweiten Teil des Psalms (von V8 ab) glaubend und hoffend der Gnade Gottes, die die Sünde vergibt und mit der Vergebung auch Frieden spendet.

3 Ich verstummte in stiller Ergebung; / Ich schwieg, obwohl alles Glückes bar. / Doch es wühlte mein Schmerz in mir.

4 Es glühte mein Herz in meiner Brust, / Ein inneres Feuer verzehrte mich, / Da mußte ich reden mit meiner Zunge:

5 "Tu mir, Jahwe, mein Ende1 kund, / Und wie lang meine Tage währen, / Daß ich seh, wie vergänglich ich bin.

  1. Lebensende.

6 Nur handbreit1 machtest du meine Tage, / Meine Lebenszeit ist wie nichts vor dir. / Ein Hauch nur ist jeder Mensch, wie fest er auch steht! / Sela.

  1. Nur sehr kurz.|

7 Als Schattenbild nur wandelt der Mensch. / Um ein Nichts erregt er sich wild: / Er sammelt1 und weiß nicht, wer es errafft."2

  1. Reichtum.
  2. Wer das Gesammelte schließlich einheimsen wird. vgl. Lu 12:18-20

8 Nun, Herr, wes soll ich denn harren?1 / Ich hoffe allein auf dich!

  1. Worauf soll ich denn bei dieser Nichtigkeit des menschlichen Lebens meine Hoffnung setzen?

9 Von meinen Sünden errette mich, / Zum Spott des Gottlosen mache mich nicht!

10 Ich schweige, tue den Mund nicht auf; / Denn du, du hast es getan.1

  1. Du hast mir das Leiden auferlegt. Aber ich darf doch um Gnade bitten (V11).

11 Nimm deine Plage weg von mir! / Deiner mächtigen Hand erliege ich.

12 Du züchtigst den Menschen, du strafst ihn ob seiner Schuld, / Daß seine Schönheit zergeht wie ein mottenfräßiges Kleid. Ein Hauch nur ist jeder Mensch! Sela.

13 Höre, o Jahwe, mein Gebet, vernimm mein Flehn! / Zu meinen Tränen schweige nicht! / Denn ein Gast1 nur bin ich bei dir, / Ein Pilgrim2 wie all meine Väter. Schau weg von mir,3 daß ich fröhlich werde, / Eh ich hinfahre4 und nicht mehr bin.

  1. Ein Fremdling, dessen wahre Heimat nicht die Erde ist, ja auch nicht Kanaan, das Land des Volkes Gottes.
  2. Ein Beisaß, der in dem Land, wo er weilt, kein Bürgerrecht hat. Vgl. 1Mo 23:4, 3Mo 25:23, 1Ch 29:15; auch 1Pe 2:11, Heb 11:13.
  3. Wende deinen Zornblick ab von mir.
  4. Ehe ich sterbe.