reltext

Chapter 1

1 1 Seit viele es unternommen haben, aufzuschreiben eine Erzählung der Dinge, die unter uns völlig geglaubt werden,

  1. [Status: Ungeprüft]

2 so, wie es uns die überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren,

3 scheint es auch mir, der ich von Anfang an allem sorgfältig nachgegangen bin, der Reihe nach dir aufzuschreiben, vortrefflichster Theophilus,

4 damit du erkennst, in den Dingen, in denen du unterrichtet worden bist, die Sicherheit der Worte.

5 Es war in den Zeiten des Herodes, König von Judäa, irgendein Priester mit Namen Zacharias, aus der Klasse (Wochendienst) des Abijah, und seine Frau war aus den Töchtern des Aaron und der Name dieser war Elisabeth.

6 Es waren aber beide gerecht vor Gott, wobei beide in allen Befehlen und Satzungen des Herrn untadelig (fehlerlos) wandelten.

7 Aber es war ihnen kein Kind, weil die Elisabeth unfruchtbar war, und beide waren alt in ihren Tagen.

8 Es war aber, als er seinen Priesterdienst leistete, in der Ordnung seiner Klasse (seines Wochendienstes), vor Gott,

9 gemäß des Brauches der Priesterschaft, erhielt er das Los, den Weihrauch im Tempel des Herrn darzubringen,

10 und die ganze Menge des Volkes war außerhalb, betend, zur Stunde des Weihrauches.

11 Es erschien ihm aber ein Engel des Herrn, stehend auf der Rechten des Altars des Weihrauches.

12 Und er geriet in Unruhe, als Zacharias ihn sah und es fiel Furcht auf ihn.

32 1 Dieser wird groß sein und er wird Sohn des Allerhöchsten genannt werden und der Herr, Gott, wird ihm geben den Thron Davids, seines Vaters.

  1. [Status: Ungeprüft]

46 1 Und Maria2 sprach:3 „Meine Seele (Ich)4 preist (macht groß5, dankt)6 den Herrn 7 8 9 10“„

  1. [Status: Zuverlässig]
  2. Textkritik: Drei altlateinische Handschriften (ms. a (4. Jh.), b (5. Jh.) und 1* (7./8. Jh. - hier allerdings nachträglich wieder korrigiert zu „Maria“)) haben statt „Maria“ „Elisabeth“; zudem sprechen auch zwei Mss. von Irenäus´ „Adv. Haer.“ 4,7,1 von Elisabeth als der Sängerin des Magnifikats (aber auch hier haben die restlichen Mss. „Maria“; und selbst in diesen bessagten zwei Mss. heißt es an anderer Stelle, dass Maria die Sängerin wäre). Auch eine Origines-Übersetzung des Hieronymus ist überliefert, die erkennen lässt, dass wohl auch Origines diese Elisabeth-Variante kannte, und auch in einer Predigt von Nicetas von Remesiana findet sich diese Tradition. Diese textkritische Evidenz ist sehr gering; dennoch wird seit Loisy 1907 und Harnack 1900 immer wieder darüber diskutiert. Drei Positionen haben sich im Laufe der Zeit herauskristallisiert (vgl. die Übersicht in Metzger 109): # Der ursprüngliche Text hat „Maria“ und in einigen Handschriften wurde dies nachträglich in „Elisabeth“ geändert (In der neueren Forschung die fast ausschließlich vertretene) # Der ursprüngliche Text hat „Elisabeth“ und wurde nachträglich zu „Maria“ geändert (diese Position wird fast gar nicht vertreten) # Explizit wird im ursprünglichen Text überhaupt keine Sprecherin des Magnifikats identifiziert; ursprünglich habe dort einfach καῖ εἰπεν („und sie sprach“) gestanden. Sowohl „Maria“ als auch „Elisabeth“ sind nachträgliche Hinzufügungen (so z.B. ausführlichst Benko 1967) - die Position hat aber die entscheidende Schwäche, dass keine einzige Handschrift überliefert ist, in der diese Textversion überliefert wäre. Für eine Textänderung wie in (2) oder (3) reicht die Evidenz nicht ansatzweise aus; natürlich ist Variante (1) beizubehalten.
  3. 1 Samuel 2,1
  4. Sehr gebräuchlicher Semitismus; »Seele« und »Geist« dient nur als Wechselbegriff für »ich« (vgl. Wolff 1973, S. 25f; ad. loc. auch Bovon 1989, S. 87; Culy et al. 2010, S. 42; Noland 1989) - eine hebräische Stileigentümlichkeit, die es im Deutschen nicht gibt und die daher in der LF als »ich preise« übertragen werden muss. Sehr ähnliche Stellen finden sich in der Bibel z.B. in Ps 34,3; 35,9; 103,1f.22; 104,1.35; 146,2; Tob 13,15.
  5. So eine häufig gewählte und auch durchaus zulässige Übersetzung von μεγαλύνειν (vgl. BA 1007; BAG 497; Gemoll 518; LSJ; Muraoka 445; Pape 108; Thayer). Sie macht aber in unserem Zusammenhang nicht viel Sinn, denn sicher will der Autor nicht sagen, dass Gottes »Groß-Sein« der Seele Mariens geschuldet wäre.
  6. Vv. 46f. verdichten einen weiteren Semitismus: »X preist Y, denn Z« ist im Hebräischen eine formelhafte Wendung für »X dankt Y für Z« (vgl. Lande 1949, S. 106f). Hier lässt sich sich besonders leicht ins Deutsche übertragen: Da ἠγαλλίασεν im synonymen Parallelismus zu μεγαλύνει steht, kann eines der beiden Glieder ohne semantische Einbußen problemlos durch »danken« ersetzt werden. Übersetze: »Ich preise den Herrn / und danke ihm dafür, dass...«.
  7. Psalm 34,2
  8. Psalm 69,31
  9. Apostelgeschichte 10,46
  10. Apostelgeschichte 19,17

47 und mein Geist (Ich) jubelt (begann, zu jubeln)1 über Gott (dankt Gott), meinen Retter, 2 3 4

  1. ἠγαλλίασεν steht im Gegensatz zu μεγαλύνει (Präsens) im Aorist, weshalb z.B. NET hier ingressiv übersetzen will mit »has begun to rejoice«; ebenso Bovon 1989; Nolland 1989. Vermutlich ist aber auch dies als stilistischer Semitismus zu verstehen, nämlich als (bedeutungsloser) T-Shift (so die Mehrheit, z.B. Grosvenor/Zerwick 1993, S. 173; Gunkel 1921, S. 46; NSS; Schürmann 1969, S. 73; Weiss 1901, S. 285).
  2. Jesaja 61,10
  3. Habakuk 3,18
  4. Psalm 35,9

48 denn (dafür, dass) auf die Armut (Niedrigkeit, Demut)1 seiner Sklavin (Magd)2 hat er geschaut (sich angenommen)3 4 5 6 7 - „ {siehe}8 von nun an halten für glücklich (werden mich für glücklich halten)9 mich alle Geschlechter (jeder)! 10 11 12 13- (:)14

  1. Meist: „Niedrigkeit“. Die zweite Alternative, „Demut“, ist recht unwahrscheinlich, denn hierfür stehen in LXX und NT eigene Begriffe bereit. Ταπείνωσις ist hier relativ sicher sozial bzw. wirtschaftlich als „Armut“ zu verstehen (Bovon 1989, S. 88; Clines 2011, S. 5; Krüger 2005, S. 2; Plummer 1903, S. 32), da es gut zusammenstimmt mit dem folgenden δούλη und auch dadurch nahegelegt wird, dass in V. 52 ταπεινούς kontrastiert wird mit δυνάστας; zudem ist der Gegensatz von Reichen und Armen ein häufigeres lukanisches Theologumenon (vgl. z.B. Lk 4,18f). Schnackenburg 1965, S. 346f. glaubt außerdem, zusätzlich Parallelen von hier zum Motiv der Armenfrömmigkeit in Qumran ziehen zu können. „Niedrigkeit“ ist eine unnötige Verallgemeinerung. Einige denken aufgrund der Parallelen des Verses zu 1Sam 1,11; Ps 113 und 4Esra 9,45 daran, dass es sich hier um einen stehenden Ausdruck für Unfruchtbarkeit handeln würde (z.B. Zorell 1928, S. 288f.; ähnlich Klein 2006, S. 108f). Aus dem Mund Mariens macht das aber keinen Sinn und es spricht auch nichts gegen und einiges für die Lesart „Armut“, weshalb diese auf jeden Fall vorzuziehen ist (vgl. auch Bossuet / Weiß 1917, S. 404; Schürmann 1969, S. 73f.). Vgl. außerdem die nächste Fußnote.
  2. Meist: „Magd“; δούλη bedeutet aber „Sklavin“ und nur in Einzelfällen wird es allgemein für soziale Rangunterschiede verwendet (aber auch hierfür wäre „Magd“ eine eher unpassende Übersetzung). Sowohl die Rede von der „Armut“ als auch vom „Sklave-seins“ Mariens ist hier aber merkwürdig funktionslos, abgesehen davon, dass es in Kombination mit der Rede von Gott als Mariens „Herrn“ eine klare Hierarchie verdichtet. Das ist wohl auch der Schlüssel zum richtigen Verständnis der beiden Ausdrücke: Wie auch in 1Sam 1,11 ist die Rede von der „Sklavin Gottes“ wohl nicht wörtlich, sondern als Höflichkeitsstrategie zu verstehen (vgl. z.B. Warren-Rothlin 2007, S. 61f; Dahood 1970, S. 374 zu Ps 19,14; 27,9; 31,17; 69,18; 86,2; 119,135). Man bezeichnet das als „soziale Deixis“: Aus Höflichkeitsgründen wird ein Rangunterschied vom niedriger Gestellten besonders betont (ähnlich, wie man z.B. auch im Deutschen früher einen Brief an einen König unterschrieb mit „Ewr. Maj. untertänigster und gehorsamster Diener“). Das selbe gilt vermutlich auch für V. 54a. Eine wörtliche Übersetzung würde dies aber verschleiern, so dass man in der Lesefassung vielleicht besser auf andere Übersetzungsweisen zurückgreifen sollte, z.B. schlicht auf die Streichung von „seiner Sklavin in ihrer Armut“ in V. 48a (denn das hierarchische Gefüge wird ja schon durch den Ausdruck „Herr“ in V. 47 deutlich genug).
  3. Biblizismus: Die Rede von Gottes auf-etwas-Blicken steht im AT metaphorisch für gnädige Akte Gottes wie etwa Gebetserhörungen (vgl. z.B. TLOT 1263f.). Das Verb ἐπέβλεψεν einfach wörtlich zu übersetzen, würde diese eigentliche Bedeutung des Verses verdunkeln. Besser wäre eine Paraphrase wie „Er hat sich seiner Sklavin in ihrer Armut angenommen“; zu „seiner Sklavin in ihrer Armut“ s. aber noch die vorige FN.
  4. Genesis 29,32
  5. 1 Samuel 1,11
  6. Psalm 31,8
  7. Psalm 138,6
  8. ἰδοὺ i.d.R. (wie auch hier) nicht mehr als bloße Fokuspartikel.
  9. Allzu viele Übersetzungen und Kommentare denken, dass diese Aussage bedeute, Maria sähe hier bereits ihre Verehrung durch künftige Generationen voraus und übersetzen etwa »preisen mich selig« (vgl. z.B. Bovon 1989, S. 88; Klein 2006, S. 113; Schürmann 1969, S. 74; R-S u.ö.). Aber μακαρίζειν bedeutet wahrscheinlich auch hier (wie auch sonst öfters) einfach, dass sie für glücklich gehalten wird oder aufgrund dieses für-glücklich-gehalten-Werdens als glücklich bezeichnet wird - vielleicht ein Semitismus: Die hebräische Entsprechung von μακαρίζειν ist אָשַר II, was von SDBH folgendermaßen näher bestimmt wird: »[to] communicate to someone else that you consider him/her or someone else fortunate and blessed by God« (SDBH). Diesem wohl falschen Verständnis der Stelle soll mit obiger Übersetzung vorgebeugt werden.Wegen ἀπὸ τοῦ νῦν (v. 48) ist die in der Klammer angegebene futurische Wiedergabe die hier einzig Sinnvolle.
  10. Genesis 30,13
  11. Maleachi 3,12
  12. Psalm 72,17
  13. Lukas 11,27
  14. V 48a steht mit V 54a, V 49b mit V 50a und V 49a mit V 51a im Parallelismus. Solche Parallelismen markieren in der biblischen Poesie häufig Strophenübergänge (vgl. z.B. van der Lugt 2006, S. 53) und sind damit ein starkes Indiz dafür, dass man an diesen Stellen das Magnifikat in Strophen aufzuteilen hat: Die Parallelismen würden dann den letzten Vers der ersten Strophe(V 48), den ersten und letzten Vers der der zweiten Strophe (V 49.50), den ersten Vers der dritten Strophe (V 51) und den ersten Vers der vierten Strophe (V 54) markieren. Das ὅτι denn in V. 49 ist dann mit Gunkel 1921, S. 47 dentsprechend dem hebräischen כִי als »allergeläufigste Uebergang, mit dem im Hymnus das Hauptstück dem Anfange hinzutritt.«, aufzufassen und im Deutschen auszusparen; etwa: »... von nun an wird jeder mich für glücklich halten: / Denn Der Mächtige hat Großes an mir getan!...«.

49 {denn (dafür, dass)} der Mächtige hat Großes an mir getan - 1 2{und (dessen)}3 heilig [ist (sei)] sein Name (er)4! - 5

  1. Deuteronomium 10,21
  2. Psalm 126,2
  3. Einige Exegeten halten dies für ein relatives καὶ (vgl. BDR §442) und übersetzen mit »der Mächtige ..., dessen Name heilig ist.« (so z.B. NSS; Schürmann 1969, S. 74; vgl. auch GN; KAM; LUT84; ähnlich NeÜ); andere fassen es koordinierend auf und schließen es mit einem »und« an den vorherigen Satz an. Letzteres ist wahrscheinlicher (vgl. z.B. Culy et al. 2010, S. 44); da aber καὶ im Griechischen, anders als im Deutschen, auch einen mit dem vorigen Satz (relativ) unkoordinierten Satz einleiten kann, ist es stiltreuer, das »und« in der deutschen Übersetzung ganz zu streichen.
  4. Biblizismus: Der »Name Gottes« steht in der Bibel fast stets für Gott selbst; man bezeichnet damit »Gott im Menschenmund«. Übersetze: »Heilig ist er«.Alternativ könnte es sich hier um ein jüdisches Idiom handeln: »Gottes Namen heiligen« steht in jüdischen Texten häufig dafür, dass »Gott als Herr anerkannt wird und daher seinen Geboten gefolgt wird« (vgl. FN e zu Mt 6,9); dann vielleicht »Geheiligt werde sein Name« i.S.v. »Man erkenne ihn als Herrn an und folge seinen Geboten«. Das καὶ in 50a wäre dann wohl kausales καὶ (dazu z.B. Reiser 1983, S. 126-128): »Man erkenne ihn als Herrn an, denn seine Huld wird auf ewig für jene währen, die ihn fürchten (i.e. als Herrn anerkennen).« Doch ist das m.W. noch nie vorgeschlagen worden.
  5. Psalm 111,9

50 {und}1 seine Huld (Gnade, Erbarmen, Barmherzigkeit)2 [ist (währt, wird währen)3] in Generationen und Generationen (alle Generationen, ewig)„ für jene, die ihn fürchten.4 5 6 7 8 9

  1. S. zu {und} in V. 49.
  2. Meist: „Erbarmen“ oder „Barmherzigkeit“. ἔλεος ist in der LXX aber häufig die Übertragung von חֵסֵד, und daraus, dass es hier als etwas dargestellt wird, demgemäß sich Gott (1) schon Abraham gegenüber verhalten hat (V. 54f), das (2) jenen gilt, die ihn „fürchten“ (V. 50) und das (3) ebenso wie חֵסֵד etwas ist, das meist von Höhergestellten niedriger Gestellten entgegengebracht wird, wird klar, dass wir auch hier an dies חֵסֵד denken müssen (vgl. Clines 2011, S. 2f). חֵסֵד bezeichnet aber nicht etwa (wie es oft falsch heißt) die „weiche Seite“ Gottes, sondern steht für Gottes Bündnistreue und wird bes. in Situationen verwendet, in denen davon die Rede ist, dass ein niedriger Gestellter der Hilfe Gottes bedarf und Gott ihm diese Hilfe - getreu seinem Bund - auch gnädig gewährt (vgl. z.B. Waltke 2010, S. 443). Die treffendste Übertragung ist daher ohne Zweifel „Huld, Gnade“.
  3. Verbloser Satz, der als PP fungiert und gelesen werden könnte als PP temporis, PP commodi oder PP relationis (vgl. Culy et al. 2010, S. 44). Weil der Ausdruck γενεὰς καὶ γενεὰς aber wohl idiomatisch ist für „alle Generationen“ (ebd.; vgl. auch das Testament des Levi 18,8), liegt eine andere Lesart als die temporale recht fern. Eine freie, „deutschere“ und funktional äquivalentere Übertragung wäre wohl „Seine Huld währt auf ewig.“Wegen εἰς γενεὰς καὶ γενεὰς ist die futurische Wiedergabe die hier einzig Sinnvolle.
  4. W.: »den ihn Fürchtenden«; Ptz. mit der Funktion des dativus commodi (daher: »für«) (vgl. Culy et al. 2010, S. 44; NSS).
  5. Deuteronomium 5,10
  6. Deuteronomium 7,9
  7. Psalm 103,11
  8. Psalm 103,13
  9. Psalm 103,17

51 ([So hat er begonnen, zu tun, Nun wird er tun])1 Machttaten (Gewalt, (seine) Herrschaft) hat er getan (ausgeübt)2 mit seinem Arm (Macht):3 4 5 6 7 8„ er zerstreute (machte zunichte)9 Hochmütige (Stolze)10 an der Gesinnung ihres Gemüts (Hochmütige)11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21;“

  1. VV. 51-54 stehen sechs Aoriste, über deren Semantik man sich in der Forschung den Kopf zerbricht. Theoretisch könnten sie sich beziehen # auf Vergangenes - etwa vergangene Heilstaten Gottes („historischer Aorist“), # auf Gottes übliche und überzeitliche Weise des Handelns („gnomischer Aorist“), # auf Gottes zukünftiges Handeln („futurischer Aorist“) oder # auf Sachverhalte, die zum Zeitpunkt des Betens bereits angebrochen sind, deren Vollendung aber noch aussteht („ingressiver Aorist“) (vgl. auch Grosvenor / Zerwick 1993, S. 173; NSS). Jede dieser vier Deutungen ist in der Forschung schon mehrfach vertreten worden. Da Vv. 51-54 aber immer noch zum selben Dankgebet gehört, zu denen auch die vorherigen Verse gehören, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Tat, mit der Gott sich seines „Knechtes Israel“ angenommen hat (V. 54) die selbe ist, mit denen er sich auch seiner „Sklavin“ Maria angenommen hat (V. 48) - ein recht eindeutiger Parallelismus -, nämlich die Tatsache, dass er Maria trotz ihrer „Armut“ (V. 48) zur Mutter des Messias gemacht hat (vgl. ähnlich z.B. Nolland 1989). Jede Deutung neben der ingressiven würde diesen Zusammenhang zerstören und das Magnificat in zwei nur lose zusammenhängende Hälften reißen. Der obige Übersetzungsvorschlag versucht, durch die Hinzufügung des „so“ den Bezug des Folgenden auf das zuvor Geschilderte ausdrücklich zu machen und durch die des „er hatte begonnen“ den ingressiven Charakter des Folgenden zum Ausdruck zu bringen. Eine andere (allerdings weniger genaue, da nicht wirklich ingressive) Möglichkeit, die wahrscheinlich leichter zu einer gefälligen Lesefassung führt, wäre die Einleitung mit „Nun“ und der futurischen Wiedergabe des Folgenden.
  2. weder (1) Ἐποίησεν κράτος („Machttaten hat er getan“) noch (2) ἐν βραχίονι αὐτοῦ („mit seinem Arm“) ist natürliches Griechisch. Beide Male handelt es sich wieder um Semitismen; vermutlich um Zitate aus dem Psalter (vgl. zu (1) Ps 60,14; 108,14; 118,15f; zu (2) Ps 89,11; beide Male auch Culy et al. 2010, S. 45; Plummer 1903, S. 33). Der „Arm“ wird aber im Hebräischen häufiger verwendet als Symbol für Macht und Stärke (vgl. z.B. Clines 2011, S. 1f.; Wolff 1973, S. 108; ad loc. auch Culy et al. 2010, S. 45; NSS), so dass der Sinn in etwa ist: „Er hat Mächtiges mit seiner Macht gewirkt.“ Übersetze vielleicht: „Gewaltiges hat er mit seiner Macht vollbracht“.
  3. Doppelpunkt sehr gut mit EÜ, Schneider 1977, S. 54 und dem unrevidierten NTL (leider nicht mehr im revidierten): Was folgt, sind einzelne Ausfaltungen des Sammelbegriffs „Machttaten“ in V. 51a.
  4. Jesaja 51,9
  5. Psalm 44,4
  6. Psalm 60,14
  7. Psalm 89,11
  8. Psalm 118,14
  9. »zerstreuen« ist im AT ein Ausdruck, der vor Allem verwendet wird, wenn davon die Rede ist, dass eine Armee vernichtend geschlagen wird (vgl. die Parallelstellen).
  10. zur »Hochmut« im alten Judentum vgl. das in B/S 1924, S. 101ff. zusammengetragene Material
  11. W. »Hochmütige an der Gesinnung ihrer Herzen«; idiomatischer Plural, daher als Sg. zu übersetzen. Das Herz ist in der hebräischen Vorstellung Sitz v.a. der Stimmungen und Gestimmtheiten (vgl. Wolff 1973, S. 74f.) und entspricht damit am ehesten unserem Wort »Gemüt« - eine wörtliche Übertragung wäre hier irreführend. Ohnehin muss hier freier übersetzt werden: »Hochmütig an der Stimmung des Gemüts« meint einfach »hochmütig gestimmt«, »von hochmütigem Charakter«; übersetze besser schlicht: »Hochmütige«
  12. Numeri 10,35
  13. Deuteronomium 28,63
  14. 1 Samuel 11,11
  15. 2 Könige 25,5
  16. Jeremia 9,15
  17. Jeremia 18,17
  18. Jeremia 40,15
  19. Ezechiel 12,15
  20. Psalm 68,2
  21. Psalm 144,6

52 er stürzte Machthaber (Mächtige)1 von [ihren] Thronen [herab]2„ und erhöhte Arme;3 4 5 6 7 8

  1. Da Gott die δυνάστας von ihren Thronen stürzt, ist „Machthaber“ hier die kontextuell wesentlich passendere Übertragung.
  2. V. 52b kontrastiert eine Aufwärtsbewegung mit der hieriegen Abwärtsbewegung des „Stürzens“; im Deutschen besser ausdrücklich zu machen, etwa als „herabstürzen“.
  3. 1 Samuel 2,7
  4. Ijob 5,11
  5. Psalm 75,8
  6. Psalm 147,6
  7. Lukas 4,18
  8. Lukas 6,20

53 Hungernde1 bereichert (füllt, sättigt)2 er mit Gutem (Gütern) 3 4„ und Reiche schickt er leer (mit leeren Händen)5 fort.6 7

  1. die Wortstellung VV 52-53 sollte beibehalten werden, da sie eine chiastische Doppelstruktur hat: V 52: V - S / V - S; V 53: S - V / S - V
  2. W.: „füllt“; häufig freier übertragen mit „sättigen“, was aber hier ein Wortspiel vernichtet: ἐνέπλησεν („füllen“) (53a) bildet einen Gegensatz mit κενούς („leer, mit leeren Händen“ (BA 870)) (53b) und ist etymologisch verwandt mit πλουτοῦντας („reich seiende, Reiche“), außerdem ist eines der Wortbildungsmorpheme (ἐν- („ein-, hinein-“)) das Gegensätzliche zu ἐξ- in ἐξαπέστειλεν („fortsenden“) (53b). Eine rein an diesen Wortspielen orientierte Übertragung würde ungefähr lauten: „in Hungernde füllt er Gutes hinein / und Befüllte schickt er ungefüllt hinaus“, was natürlich keine gute Übersetzung ist und auch dem Wortsinn gar nicht gerecht wird. Ich bin bisher zu noch keiner Lösung gekommen, wie dieser Vers gleichzeitig kommunikativ und inhaltlich und stilistisch äquivalent übertragen werden könnte.
  3. Psalm 107,9
  4. Lukas 6,21
  5. »Mit leeren Händen« nach BA 870
  6. 1 Samuel 2,5
  7. Psalm 34,11

54 Er hat sich Israel, seines Sklaven (Knaben, Knechtes) angenommen:1 2 3 4 5 6„ er hat sich (gnädig) zugewandt (hat gedacht an) mit [seiner] Huld (huldvoll, was seine Huld angeht) 7 8 9 10 -11

  1. Schwierige Stelle. V 54b besteht aus einem Infinitiv und einem Akkusativ und lautete wörtlich übersetzt etwa „sich erinnern/denken an Huld“ (zu „Huld“ s.o.). Die Hauptschwierigkeit ist, wie dieser Teilvers mit dem vorigen zusammenhängt. Syntaktisch sinnvolle Vorschläge in der Exegese sind v.a. die Deutung als kausaler Infinitiv („Er hat sich Israels angenommen, weil er an seine Huld gedacht hat“) oder als weiterführender Infinitiv („Er hat sich Israels angenommen, wobei er an seine Huld gedacht hat“). Sinnvoller jedoch: μνησθῆναι gedenken steht in der LXX häufig als Übersetzung von זָכַר. Dies זָכַר hat, wenn Gott das Subjekt ist, oft die Sonderbedeutung „sich gnädig zuwenden“ (vgl. z.B. TWAT I, S. 513f) und bezeichnet z.B. Gottes gnädige Gewährung eines Kindersegens an Kinderlose (Gen 30,22; 1Sam 1,11.19; vgl. ebd.). Dahin, dass das Verb auch hier so zu verstehen ist, weist erstens das Substantiv ἔλεος Huld, in dem ähnliches zum Ausdruck kommt wie im hebräischen זָכַר; zweitens folgt direkt auf den Teilvers die Rede davon, dass er sich auch Israels „erbarmt“ habe; drittens ist V. 54a parallel zu V. 48a, in dem - wie bereits gesagt - vermutlich auf die selbe Heilstat wie in V. 54a Bezug genommen wird, nämlich auf die, dass Gott Maria mit dem Messias „geschwängert“ hat, und gerade in diesem Kontext ist im AT häufiger die Rede von der זָכַר(/μνησθῆναι)-Tätigkeit Gottes. Wenn erst erkannt ist, dass V 54b wohl vom selben spricht wie V 54a, ist der Rest relativ einfach: Der Infinitiv ist dann als epexegetischer Infinitiv zu deuten (daher Anschluss mit Doppelpunkt, vgl. ähnlich Culy et al. 2010, S. 46) und der Akkusativ entweder als accusativus respectus (daher die Alternative „was seine Huld angeht“) oder, wesentlich besser, als adverbialer Akkusativ (daher die Alternativen „huldvoll, mit Huld“).
  2. Jesaja 41,8
  3. Jesaja 42,1
  4. Jesaja 44,21
  5. Jesaja 49,3
  6. Lukas 1,69
  7. Genesis 30,22
  8. 1 Samuel 1,11; 1 Samuel 1,19
  9. 2 Samuel 22,51
  10. Psalm 89,3
  11. Ein weiterer grammatischer Zweifelsfall: Es ist fraglich, wie V 54b, 55a und 55b sich zueinander verhalten. Vorgeschlagen wurde, # dass V 55a Parenthese ist und V 55b nicht mehr, sondern dativus commodi zu 54b (»Gott hat sich erbarmt - wie er ja auch schon unseren Vätern verheißen hat - zugunsten von Abraham und seinen Nachkommen.«) - dies ist heute die Mehrheitsmeinung, # dass V 55a eine Art »Nachsatz« ist, V 55b zu diesem Nachsatz gehört und »verheißen hat« näher bestimmt (»Gott hat sich erbarmt - wie er ja auch schon unseren Väter zugunsten von Abraham und seinen Nachfahren auf ewig verheißen hat«), oder # dass V 55b inkongruente Apposition zu V 55a ist (»Gott hat sich erbarmt - wie er unseren Vätern (d.h. Abraham und seinen Nachkommen auf ewig) verheißen hat«). Möglichkeit (3) ist eher unwahrscheinlich, da inkongruente Appositionen auch im Griechischen recht selten sind; Möglichkeit (2) würde den Übersetzer zwingen, ein Objekt von Gottes Erbarmen zu ergänzen (z.B. »Gott hat sich [ihm (=Israel, seinem Knecht] erbarmt...«). Vorzuziehen ist daher Möglichkeit (1). Der Sinn ist dann, dass mit Mariens Empfängnis des Messias die Verheißung Gottes an Abraham in Erfüllung geht, dass er sich ihm und seinen Nachfahren gegenüber gemäß seiner Bundestreue verhalten würde.

55 wie er es (ja auch) unseren Vätern (Vorfahren) gesagt hat (verheißen hat)1 2 - „ (für) Abraham und seinem Samen (seine Nachkommen) auf ewig (allen seinen Nachkommen, seiner ganzen Nachkommenschaft). 3 4 5

  1. wörtl.: „gesagt hat“. Semitismus; im Hebräischen steht auch für „verheißen“ das gewöhnliche „sagen“ (vgl. Grosvenor/Zerwick 1993, S. 174).
  2. Micha 7,20
  3. Genesis 17,7
  4. 2 Samuel 22,51
  5. Micha 7,20; Lukas 1,69

Chapter 2

1 1 {es geschah nun} In jenen Tagen erging ein Erlass (Gebot, Verordnung, Befehl, Gesetz, Verfügung) von Kaiser Augustus, dass die ganze Welt2 sich [in öffentliche Register] eintragen lassen solle (eingetragen werde)3.4

  1. [Status: Ungeprüft]
  2. Im Griechischen steht „Ökumene“, d.h. „die ganze belebte Welt“ oder „alle Bewohner des Römischen Reichs“.
  3. Das Verb kann entweder medial oder passiv (so in der Klammer) übersetzt werden.
  4. AcI mit „dass“ aufgelöst.

2 Dieser [war der] erste Zensus (Steuerschätzung, Steuererhebung) [und] geschah,1 als (während)2 Quirinius Statthalter (Herrscher, Befehlshaber) von Syrien war.

  1. Dass die ersten drei Wörter im Vers nicht als „Dieser erste Zensus“ zu verstehen und die Einfügungen für ein korrektes Verständnis darum notwendig sind, vgl. Wallace, The Problem of Luke 2:2.
  2. Gen. abs. Hier temporal aufgelöst.

3 Und alle gingen, um sich eintragen zu lassen, jeder in seine {eigene} Stadt.

4 Auch Josef {aber} ging hinauf von Galiläa, aus der Stadt Nazaret, nach Judäa in [die] Stadt Davids, welche Betlehem genannt wird, weil er aus dem Haus und dem Geschlecht (Familienstamm) Davids war1,

  1. Gr.: kausaler AcI. M.E. spricht nichts gegen eine gleichzeitige Übersetzung.

5 um sich mit Maria, seiner Verlobten1 („seiner ihm angetrauten Frau“2) eintragen zu lassen, die schwanger war.

  1. Kann auch parataktisch übersetzt werden: „die mit ihm verlobt war“ (Pt. pass. Pf.).
  2. Quelle: NSS

6 Es geschah aber, während sie dort waren1, wurden ihre Tage erfüllt (war die Zeit gekommen), dass sie gebären sollte23,

  1. Temp. aufgelöster AcI.
  2. Gr.: AcI; fin. od. kons.
  3. i.e. „kam die Zeit der Entbindung“

7 und sie gebar ihren Sohn als Erstgeborenen und sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe (Futtertrog), weil für sie (ihnen) in der Herberge (Unterkunft) kein Platz war.

8 Und Hirten waren in derselben (jener) Gegend (Ortschaft, Land), die unter freiem Himmel1 lebten und nachts Wache bei ihrer Herde hielten2.

  1. So B/A, NSS.
  2. Die letzten beiden Verben sind aufgelöste Partizipien.

9 Und ein Engel (Bote) des Herrn trat zu ihnen, und [die] Herrlichkeit (Glanz, Ehre) des Herrn umleuchtete sie und sie fürchteten1 große Furcht2.

  1. Dieses Verb steht im Urtext im Aorist Passiv. Der Passiv hat in diesem Fall allerdings keine Passiv-Bedeutung.
  2. fürchteten große Furcht ist eine aus dem Hebräischen entlehnte figura etymologica, ein Wortspiel mit Wörtern derselben Wurzel, das die Formulierung intensiviert. Deutsch am ehesten „und sie fürchteten sich sehr“

10 Und der Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde1 euch große Freude, die2 allem (dem ganzen) Volk sein wird,

  1. Wörtlich: eine gute Nachricht bringen. Diese Bedeutung ist allerdings in der dt. Übersetzung implizit.
  2. Im Griechischen steht hier ein verallgemeinerndes Relativpronomen (»jede, die«).

11 denn es wurde euch heute ein Retter (Heiland) geboren: Er ist [der] Messias (Christus), [der] Herr, in der Stadt Davids1.

  1. Lokalangabe zu »geboren«.

12 Und dies [wird] euch [als] Zeichen [dienen]: Ihr werdet einen Säugling finden, der in Windeln gewickelt ist und in einer Krippe (Futtertrog) liegt.“1

  1. der ... gewickelt ist und ... liegt Zwei attributive Partizipien, hier als Relativsatz aufgelöst.

13 Und plötzlich war bei (vereinigte sich mit)1 dem Engel eine Menge (große Anzahl) des Heeres des Himmels, und sie priesen (lobten) Gott und sprachen:

  1. Beide lt. NSS für γίνομαι σύν τινι.

14 Herrlichkeit (Ehre) [ist/sei] {dem}1 Gott in [den] höchsten [Höhen]und auf [der] Erde Frieden bei (unter) den Menschen [des/seines] Wohlgefallens (Wohlwollens, guten Willens).

  1. Gott steht im Dativ.

15 Und {es geschah} als die Engel von ihnen weggingen in den Himmel, sprachen die Hirten zueinander: „Lasst uns doch nach Betlehem gehen und uns {diese Sache} ansehen, was (die) geschehen ist1, über die der Herr uns unterrichtet hat.“

  1. Wörtl.: »die geschehene Sache/Aussage«. Das verwendete Nomen bezeichnet hier den Redeinhalt der Vorhersage des Engels und lässt sich nicht direkt übersetzen. Das Ptz. Pf. wurde hier aufgelöst.

16 So (Da, Und) kamen sie eilend (sich beeilend, hastend) und fanden sowohl {die} Maria als auch {den} Joseph und den Säugling, der in der Krippe (Futtertrog) lag1.

  1. Als Relativsatz aufgelöstes, attributives Ptz.

17 Als sie {aber} [das] gesehen hatten1, berichteten sie [ihnen] von dem2, was ihnen über dieses Neugeborene3 (kleine Kind, Kind) gesagt worden war4.

  1. Temp. Auflösung des Ptz. Aor. Akt.
  2. wörtlich: „über die Aussage/das Wort“
  3. So B/A.
  4. Auflösung des Ptz. Aor. Pass. Ntr.

18 Und alle, die [es] hörten, staunten (wunderten sich) über das1, was ihnen von den Hirten erzählt (gesagt) worden war.

  1. Auflösung des Ptz. Aor. Pass. Gen. Pl. Ntr. Wörtl.: „die gesagten [Dinge]“ -> „das Gesagte“

19 {Die} Maria aber behielt diese Worte im Gedächtnis und erwog (überdachte)1 [sie] in ihrem Herzen.

  1. Aufgelöstes Ptz. Präs. Bedeutung nach B/A.

20 Und die Hirten kehrten zurück (um) und verherrlichten (ehrten) und lobten1 Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie es zu ihnen gesagt worden war.

  1. beide Verben temporal aufgelöste Ptz. Alternativ modal.

21 Und als acht Tage erfüllt waren, um ihn zu beschneiden1, da2 wurde ihm der Name Jesus gegeben3, der von dem Engel genannt worden war4, bevor er im Mutterleib (Bauch) empfangen (gezeugt) wurde.

  1. AcI, final aufgelöst.
  2. Wörtl.: und
  3. Wörtl.: genannt/gerufen
  4. Aufgelöstes Ptz. Aor. Pass. Ntr.

22 Und als die Tage ihrer Reinigung1 nach dem Gesetz des Mose erfüllt waren, führten sie ihn {hinauf}2 nach Jerusalem, um [ihn] dem Herrn zu vorzustellen34,

  1. oder: „ihre Tage der Reinigung“. „ihre“ steht im Gen. Pl., bezieht sich also auf mehrere Personen.
  2. Lt. NSS hier womöglich ohne das Bedeutungselement „hinauf“. Der Begriff könnte sich auf eine übliche Wallfahrt beziehen.
  3. wörtl.: darzustellen
  4. AcI aufgelöst.

23 wie es im Gesetz des Herrn steht1:2 Jedes männliche [Kind], das den Mutterschoß öffnet3, soll dem Herrn heilig genannt werden4 (gelten, sein),

  1. Wörtlich: „geschrieben ist“. Formel zur Einführung von Schriftzitaten (NSS).
  2. Hier steht im Griechischen ein Ὅτι recitativum, das man im Deutschen am einfachsten als Doppelpunkt wiedergibt.
  3. Komplizierte Wendung. Die gewählte Übersetzung kommt dem Urtext am nächsten (s.a. NSS).
  4. Futur als bindendes Gebot.

24 und um ein Opfer zu geben (darzubringen) gemäß der Vorschrift1 im Gesetz des Herrn, ein Paar2 Turteltauben oder zwei Taubenjunge3.

  1. eigtl. Ptz. Perf. Pass. von λέγω. Dieser Vorschlag stammt von NSS.
  2. wörtl. Joch. Anspielung auf die paarweise Anspannung von Tieren im Joch.
  3. wörtl.: „(Tier-)Junge der Tauben“

Chapter 3

1 1 Im fünfzehnten Herrschaftsjahr {aber} des Kaisers Tiberius, als2 Pontius Pilatus über Judäa herrschte und als Herodes Vierfürst (Tetrarch)3 über Galiläa war, sein Bruder Philippus {aber} Vierfürst über Ituräa und das trachonitische Gebiet sowie Lysanias Vierfürst über Abilene,

  1. [Status: Zuverlässig]
  2. Partizip Präsens Aktiv zu Nebensatz aufgelöst
  3. Nach dem Tod von Herodes dem Großen (4 v. Chr.) wurde sein Herrschaftgebiet in mehrere Fürstentümer aufgeteilt, deren Herrscher Tetrarchen (Vierfürsten) genannt wurden.

2 zur [Zeit] der Hohenpriester Hannas und Kajaphas, kam Gottes Wort (Rede, Sache) über (in die Gewalt von, zu) Johannes, den Sohn des Zacharias, in der einsamen [Gegend].

3 Und so ging er in das ganze Jordan-Umland und1 verkündete (rief auf zu, machte bekannt) eine Bußtaufe (Untertauchen als Zeichen von Sinneswandel, Bad der Reue) zur Sündenvergebung (Lossprechung von Vergehen, Straferlass),

  1. Partizip Präsens Aktiv gleichgeordnet aufgelöst

4 wie es im Buch der Worte (Erzählungen, Nachrichten) des Propheten Jesaja steht (aufgeschrieben ist)1: „Eine Stimme eines Rufenden in der einsamen [Gegend] (Einöde, Steppe, Wüste):Bereitet den Weg (Straße, Strecke) des Herrn vor,macht seine Straßen gerade (eben);

  1. Der Septuaginta-Text von Jesaja 40,3–4 stimmt fast wörtlich mit dem folgenden Zitat überein. Bei Jesaja steht der zusätzliche Satz: „Dann wird sich die Herrlichkeit JHWHs zeigen“. Auch heißt es hier bei Lukas (und Parralelstellen) nicht „die Straßen Gottes“, sondern „seine Straßen“. Diese Textvarianten ermöglichen einen Bezug auf Jesus. In Kombination mit Lk 1,17.76 wird so die Vorbereitung auf das Kommen Jesu in den Hauptfokus des Textes gestellt.

5 Jedes Tal wird (soll) ausgefüllt werden und jeder Berg und [jeder] Hügel eingeebnet (erniedrigt),und das Krumme wird (soll) zu einer geradlinigen [Straße] werden,und die holprigen (bergigen, rauhen) zu ebenen Wegen;

6 und alles Sterbliche (alles Fleisch, jeder Leib, jeder Mensch) wird (soll) Gottes Heil (die Rettung durch Gott) sehen (erblicken, bemerken).“1

  1. Jesaja 40,3

7 Er sagte also zu den Menschenmengen, die1 herauskamen (herausgekommen waren), um von ihm getauft (untergetaucht) zu werden: „[Ihr] Brut von Giftschlangen, wer hat euch bewiesen (gezeigt, angedeutet), dass ihr dem kommenden Zorn entfliehen werdet2?

  1. Partizip Präsens Medium/Passiv zu einem Nebensatz aufgelöst
  2. Oder: Wer hat euch angewiesen, vor dem kommenden Zorn die Flucht zu ergreifen?

8 Bringt also angemessene Früchte der Buße (Ertrag der Umkehr, Werke der Reue)1 und fangt [jetzt] nicht an, zueinander zu sagen: »[Aber] wir haben [doch] Abraham zum Vorfahr (Vater)!« Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen dem Abraham neue Nachfahren (Kinder) erwecken.

  1. Oder: Tut also Werke, die der Reue angemessen sind / Bringt also Früchte, wie es der Umkehr entspricht

9 Es liegt {aber} auch schon das Beil an der Wurzel der Bäume: Es wird nämlich (also, nun) jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, gefällt und ins Feuer geworfen.“

10 Daraufhin fragten ihn die Menschenmengen {sagend}: „Was also sollen wir tun?“

11 Da antwortete er [jeweils]1: „Wer zwei Untergewänder (Hemden) hat, teile mit dem, der keines hat, und wer Essen hat, tue ebenso.“

  1. Wörtlich: Antwortend {aber} sagte er ihnen. Das „fragen“ in Vers 10 und in Vers 14 steht im Imperfekt, was andeutet, dass die Fragen über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder gestellt wurden (durativer bzw. iterativer Aspekt). Demgegenüber steht Vers 12 im Aorist (einmaliges Geschehen). Es handelt sich also von der Form her wohl nicht um eine Predigt, sondern eher um Beispiele für typische Fragen, die Johannes immer wieder gestellt wurden.

12 Es kamen {aber} auch einige Zollpächter (Zolleinnehmer), um getauft (eingetaucht, gewaschen) zu werden, und sie sagten zu ihm: „Lehrer (Meister, Ratgeber) was sollen wir tun?“

13 Da sagte er zu ihnen: „Treibt (fordert) nicht mehr ein, als was euch angeordnet (festgelegt) ist.“

14 Wiederum fragten ihn {aber} auch Soldaten (Krieger in einem Feldzug) {sagend}: „Was sollen denn wir tun?“ Und er sagte ihnen: „Nötigt (misshandelt, erpresst) nicht, schikaniert (unterdrückt, betrügt) auch nicht, und begnügt euch mit eurem Sold.“

15 Als (weil) wiederum (aber) die Volksmenge erwartungsvoll war und alle in ihren Herzen (bei sich selbst, im Stillen) überlegten (vermuteten), dass (ob) er vielleicht der Christus (Messias, Gesalbte) sei,

16 antwortete Johannes [ihnen] allen {sagend}: „Ich meinerseits taufe (tauche unter, wasche) euch mit Wasser; es wird aber der kommen, der1 stärker ist als ich; ich bin unwürdig, diesem2 [auch nur] die Riemen der Schuhe (Sandalen) zu lösen3; der wird euch taufen (eintauchen, waschen) in (mit) heiligem Geist und Feuer;

  1. Substantiviertes Adjektiv als Satzsubjekt zu einem Nebensatz aufgelöst.
  2. Relativischer Anschluss
  3. Das Lösen von Schuhriemen galt als Sklavenarbeit

17 dieser (er) [hält bereits] die Worfschaufel1 in seiner Hand, um seine Tenne (Dreschplatz) zu reinigen und das Korn in seiner Scheune zu sammeln, das Stroh (Streu) aber wird er verbrennen mit unauslöschbarem Feuer.“

  1. Beim Worfeln wurde gedroschenes Getreide hochgeworfen, damit der Wind die Spreu fortwehte. Zum Zeitpunkt des Worfelns ist das Dreschen (Trennung von Getreide und Stroh) bereits geschehen, während die Trennung von Korn und Spreu noch erfolgt. Das Worfeln ist also der letzte Arbeitsschritt, bevor das Getreide endgültig gereinigt ist. In diesem Bildwort steht es inhaltlich wohl für eine abschließende Prüfung vor dem Heilsgeschehen.

18 Und so noch zu vielen anderen Dingen aufrufend (ermahnend), verkündete er [die] frohe Botschaft (brachte er gute Nachricht, machte er das Evangelium bekannt) der Volksmenge.

19 Der Vierfürst (Tetrarch) Herodes aber – der (weil er, nachdem er) kritisiert (beschimpft, getadelt) worden war von ihm (Johannes) wegen Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen allem, was Herodes an bösen Dingen getan hatte –

20 fügte auch noch dieses zu allem hinzu: {und} er sperrte Johannes in ein Gefängnis.

21 Beim Getauft-Werden (Untergetaucht-Werden) des ganzen Volkes, als (während, weil)1 auch Jesus getauft (untergetauft) wurde und betete, da geschah es, dass der Himmel geöffnet wurde

  1. Genitivus absolutus mit Partizip Aorist Passiv und Partizip Präsens Medium/Passiv zu einem gemeinsamen Nebensatz aufgelöst

22 und dass der heilige Geist in leiblicher Gestalt (körperlichem Aussehen) wie eine Taube (als Taube) auf ihn herabkam und dass eine Stimme aus dem Himmel erklang (geschah, sich ereignete): „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden (du hast mich erfreut).“

23 Und er, Jesus, war zu Beginn (bei seinem ersten Auftreten) ungefähr 30 Jahre alt und war1 ein Sohn – wie man dachte (glaubte) – von Joseph, [ein Sohn] von Eli,

  1. Partizip Präsens gleichgeordnet aufgelöst

24 [ein Sohn] von Mattat, [ein Sohn] Levi, [ein Sohn] von Melchi, [ein Sohn] von Jannai, [ein Sohn] von Josef,

25 [ein Sohn] von Mattitja, [ein Sohn] von Amos, [ein Sohn] von Nahum, [ein Sohn] von Hesli, [ein Sohn] von Naggai,

26 [ein Sohn] von Mahat, [ein Sohn] von Mattitja, [ein Sohn] von Schimi, [ein Sohn] von Josech, [ein Sohn] von Joda,

27 [ein Sohn] von Johanan, [ein Sohn] von Resa, [ein Sohn] von Serubbabel, [ein Sohn] von Schealtiël, [ein Sohn] von Neri,

28 [ein Sohn] von Melchi, [ein Sohn] von Addi, [ein Sohn] von Kosam, [ein Sohn] von Elmadam, [ein Sohn] von Er,

29 [ein Sohn] von Joschua, [ein Sohn] von Eliëser, [ein Sohn] von Jorim, [ein Sohn] von Mattat, [ein Sohn] von Levi,

30 [ein Sohn] von Simeon, [ein Sohn] von Juda, [ein Sohn] von Josef, [ein Sohn] von Jonam, [ein Sohn] von Eljakim,

31 [ein Sohn] von Melea, [ein Sohn] von Menna, [ein Sohn] von Mattata, [ein Sohn] von Natan, [ein Sohn] von David,

32 [ein Sohn] von Isai, [ein Sohn] von Obed, [ein Sohn] von Boas, [ein Sohn] von Salmon, [ein Sohn] von Nachschon,

33 [ein Sohn] von Amminadab, [ein Sohn] von Admin, [ein Sohn] von Arni, [ein Sohn] von Hezron, [ein Sohn] von Perez, [ein Sohn] von Juda,

34 [ein Sohn] von Jakob, [ein Sohn] von Isaak, [ein Sohn] von Abraham, [ein Sohn] von Terach, [ein Sohn] von Nahor,

35 [ein Sohn] von Serug, [ein Sohn] von Regu, [ein Sohn] von Peleg, [ein Sohn] von Eber, [ein Sohn] von Schelach,

36 [ein Sohn] von Kenan, [ein Sohn] von Arpachschad, [ein Sohn] von Sem, [ein Sohn] von Noach, [ein Sohn] von Lamech,

37 [ein Sohn] von Metuschelach, [ein Sohn] von Henoch, [ein Sohn] von Jered, [ein Sohn] von Mahalalel, [ein Sohn] von Kenan,

38 [ein Sohn] von Enosch, [ein Sohn] von Set, [ein Sohn] von Adam, [ein Sohn] Gottes.

Chapter 4

1 Jesus aber, voll des heilgen Geistes, kehrte vom Jordan zurück und wurde im (vom) Geist in der Wüste geführt,

2 vierzig Tage lang, wobei er vom Teufel versucht wurde. Und er aß nichts in jenen Tagen und als sie zu Ende gingen (vollendet, erfüllt wurden), hatte er Hunger (hungerte er, ihn).

3 [Es] sagte ihm aber der Teufel: Wenn du Sohn Gottes bist, sag diesem Stein, dass er Brot werde.

4 Und [es] antwortete ihm {der} Jesus: Es steht (ist) geschrieben: {dass} „Nicht von Brot allein wird der Mensch leben“1.

  1. Wörtlich aus Dtn 8,3 in der Fassung der Septuaginta.

5 Und er führte ihn hinauf und zeigte ihm alle die Reiche der bewohnten Welt in einem Augenblick (Punkt der Zeit)

6 und [es] sagte ihm der Teufel: Dir werde ich diese ganze Vollmacht geben und ihren1 Ruhm (Glanz, ihre Herrlichkeit), denn mir wurde [sie] übergeben und ich gebe sie, wem ich will;

  1. Bezieht sich auf die in Vers 5 erwähnten Reiche.

7 du also – wenn du dich [verehrend] vor mir niederwirfst (mich anbetest), wird sie ganz dein sein.

8 Und Jesus antwortete und sagte ihm: Es steht (ist) geschrieben: „Den Herrn, deinen Gott sollst (wirst) du dich niederwerfend verehren (anbeten) und ihm allein sollst (wirst) du dienen.“1

  1. Am nächsten kommen Septuaginta Dtn 6,13 und 10,20, wo es allerdings heißt: „Den Herrn, deinen Gott sollst (wirst) du fürchten und ihm sollst (wirst) du dienen.“ (D.h. „fürchten“ statt „dich niederwerfend verehren“ und ohne „allein“.) Nur der Septuagintatext des Codex Alexandrinus (5. Jahrhundert) hat den exakten Wortlaut.

9 Er führte ihn aber nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinnen (den Rand) des Tempels und sagte ihm: Wenn du Sohn Gottes bist, wirf dich von hier hinab (nach unten),

10 denn es steht (ist) geschrieben: {dass} „Seinen Engel wird er deinetwegen (in Rücksicht auf dich) befehlen, dich zu bewahren (bewachen)1

  1. Exakte Wiedergabe eines Teils von Septuagina Ps 90 (91), 11.

11 und {dass} „auf Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht gegen einen Stein stößt.“1

  1. Exakte Wiedergabe Septuaginta Ps 90 (91),12.

12 Und {der} Jesus antwortete und sagte ihm: {dass} Es ist gesagt worden: „Du sollst (wirst) den Herrn, deinen Gott nicht versuchen.“1

  1. Exakte Wiedergabe von Septuaginta Dtn 6,16a.

13 Und nachdem (als) der Teufel alle Versuchung zu Ende gebracht (vollendet) hatte, ließ er von ihm ab bis zu einem gelegenem Zeitpunkt (einer passenden Gelegenheit).

14 Und {der} Jesus kehrte in der Kraft des Geistes nach Galiäa zurück. Und Kunde ging aus in die ganze Umgebung über ihn.

15 Und er lehrte in ihren Synagogen und wurde von allen gerühmt.

16 Und er kam nach Nazareth, wo er (großgezogen worden =) aufgewachsen war, und ging {hinein} (gemäß =) nach seiner Gewohnheit (am Tag des Sabbats =) am Sabbat in die Synagoge und stand auf, um zu lesen.

17 Und ihm wurde überreicht (übergeben) das Buch (= die Buchrolle) des Propheten Jesaja1. Und als2 er die Buchrolle aufwickelte, fand er die Stelle, wo geschrieben stand:

  1. Ich würde hier βἰβλιον mit "Buch" übersetzen, weil es m.E. nicht die Buchrolle meint, sondern den Titel. Im nächsten Satz ist dann von der Buchrolle die Rede, die aufgewickelt wird.
  2. Partizip Aorist, temporal aufgelöst

18 Der Geist des Herrn ist auf mir,der deswegen mich salbte,um Armen gute Nachricht zu bringen,mich schickte,zu verkündigen Gefangenen Entlassung (aus dem Gefängnis)und Blinden Wiedererlangung des Gesichts,zu schicken Gebrochene in Entlassung,

19 auszurufen ein günstiges (angenehmes, willkommenes) Jahr des Herrn1.

  1. Luther übersetzt "Gnadenjahr"

20 {Und} nachdem1 er die Buchrolle zusammengerollt und2 sie dem Diener zurückgegeben hatte, setzte er sich. Und aller Augen in der Synagoge blickten gespannt auf ihn.

  1. Partizip Aorist, temporal übersetzt
  2. Partizip Präsens, beiordnend übersetzt

21 Er {aber} hob an, zu ihnen zu sprechen1: Heute wurde diese Schriftstelle2 in3 euren Ohren erfüllt.

  1. ὅτι zitativum entfällt, im Dt. durch den Doppelpunkt wiedergegeben
  2. γραφἠ bezeichnet nicht nur die Bibel als (Heilige) Schrift, sondern auch die einzelne Schriftstelle (Periskope), s. Bauer WB s.v.
  3. ἐν Präposition mit Dativ, wird lokal = in oder instrumental = durch übersetzt. Luther übersetzt "vor euren Ohren", analog zu "vor euren Augen", was man als "lokale" Übersetzung gelten lassen könnte, aber hier geht es m.E. um mehr als die Ohrenzeugenschaft: die Zuhörer haben Anteil an der Erfüllung der Schrift, indem sie glauben, was Jesus sagt, daher die (etwas holprige) Übersetzung "in euren Ohren"

Chapter 5

8 Aber als Simon Petrus [das] sah, fiel er vor Jesus auf die Knie und sagte: „Herr! Geh weg von mir, denn ich bin eine sündiger Mensch1!“

  1. w. ein Mann, ein Sünder (Pleonasmus)

9 Denn er erschrak (staunte), und mit ihm alle, die mit ihm waren, über ihren Fischfang1,

  1. w. wegen dem Fang der Fische, die sie gemeinsam gefangen haben

10 dazu gehörten (ebenso) auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Arbeitskollegen von Simon {waren}. Da sagte Jesus zu Simon: „Fürchte dich nicht! Von nun an sollst du Menschen fangen (lebendig fischen).“

11 Und sie brachten die Boote ans Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.

17 Und es ereignete sich an einem der Tage, dass er auch lehrte. Und es saßen Pharisäer und Gesetzeslehrer da, die gekommen waren, aus vielen Dörfern Galiläas und Judäas und aus Jerusalem. Und die Kraft des Herrn zum Heilen war bei ihm.

18 Und siehe, es waren Männer, die brachten einen Menschen auf einem Bett, der war gelähmt. Und sie begehrten ihn hineinzubringen und ihn vor ihn zu legen.

19 Und als sie nicht fanden, wie sie ihn hineinbringen konnten wegen der Volksmenge, stiegen sie auf das Dach, um ihn durch die Dachziegel hinabzulassen zusammen mit dem Bett in die Mitte vor Jesus.

20 Und als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, vergeben sind dir deine Sünden.

21 Und die Schriftgelehrten und die Pharisäer begannen zu diskutieren und sprachen: Wer vermag Sünden zu vergeben wenn nicht Gott allein?

22 Als aber Jesus merkte, was sie untereinander redeten, sagte er antwortend zu ihnen: Was beredet ihr in euren Herzen?

23 Was ist leichter zu sagen? Dir sind deine Sünden vergeben? Oder zu sagen: Steh auf und geh umher?

24 Damit ihr wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gelähmten: Dir sage ich: Steh auf und hebe dein Bett auf und geh in dein Haus.

25 Und als er sogleich vor ihnen aufgestanden war und genommen hatte, worauf er gelegen hatte und ging Gott lobend in sein Haus.

26 Und alle gerieten in Extase und sie priesen Gott und wurden von Furcht erfüllt und sagten: Wir haben Unglaubliches gesehen heute.

27 Und danach ging er weg und sah den Zöllner Levi beim Zollhaus sitzend und sprach zu ihm: Folge mir nach.

Chapter 6

36 Seid barmherzig, wie auch1 euer Vater barmherzig ist.

  1. Einige bedeutende Handschriften lassen das καί hier aus

37 Und richtet nicht, dann1 werdet auch ihr nicht gerichtet; und verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt. Lasst frei, dann werdet ihr freigelassen werden.

  1. οὐ μή + Konj. Aor. (so hier, oder Ind. Fut.) ist die Form der verneinenden Aussage über Zukünftiges, BDR § 365

38 Gebt, und euch wird gegeben. Ein Maß, gut, festgedrückt, gerüttelt [und] nach allen Seiten überfließend wird man in eure Tasche (in den Bausch eures Gewandes) geben (schenken). Denn mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch wieder zugemessen werden.

39 Er (sprach =) erzählte ihnen aber auch ein Gleichnis: kann etwa ein Blinder einen Blinden führen (anleiten, vgl. Apg. 8,31)? Werden sie nicht beide in [die] Grube fallen?

40 Der Schüler (ist =) steht nicht über dem Lehrer. Ganz vollendet1 aber, wird er wie sein Lehrer sein.

  1. Ptz. pass.: wenn er ganz vollendet ist

41 Warum aber siehst du den Splitter {der} im Auge deines Bruders, den Balken aber im eigenen Auge bemerkst du nicht (nimmst du nicht wahr)?

42 Wie vermagst du zu sagen (kannst du sagen) zu deinem Bruder: Bruder, lass mich den Splitter {der} in deinem Auge herausziehen (entfernen), während1 du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Heuchler (Schauspieler), zieh (entferne) zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann (wirst =) kannst du (scharf hinblicken =) genau zusehen, dass du den Splitter {den} im Auge deines Bruder ausziehst (entfernst).

  1. Ptz. coni., konzessiv übersetzt

Chapter 7

36 Es fragte (bat) ihn aber einer der Pharisäer, dass er mit ihm esse, und nachdem er ins Haus des Pharisäers hineingegangen war, legte er sich [zum Essen] nieder.

37 Und siehe: [da war] eine Frau, die in der Stadt war (lebte), eine Sünderin, und als sie erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers [zu Tisch] lag, brachte sie ein Gefäß mit Salböl herbei

38 und als sie sich hinter seine Füße gestellt hatte, begann sie weinend, seine Füße mit Tränen zu benetzen und mit den Haaren ihres Kopfes wischte sie [sie] ab (trocknete sie sie) und küsste seine Füße [immer wieder1] und salbte [sie] mit Myrrhe.

  1. iterativer Aspekt vom Ipf. - vgl. V. 45

39 Als aber der Pharisäer das sah, der ihn eingeladen hatte, sprach er zu sich selbst (dachte er sich): „Wenn ''dieser'' ein Prophet wäre, wüsste er, wer und was für eine Frau [es ist], die ihn berührt: sie ist eine Sünderin.“

40 Und Jesus antwortete ihm: „Simon, ich habe dir etwas zu sagen.“ Der aber sagte: „Lehrer, sprich!“

41 „Zwei Schuldner [hatten Schulden bei] einem (irgendeinem) Geldverleiher. Der eine schuldete 500 Denare, der andere 50.

42 Weil sie [ihre Schulden] nicht zurück zahlen konnten, erließ er beiden [die Schulden]. Wer nun von ihnen wird ihn mehr lieben?“

43 Simon antwortete: „Ich vermute: derjenige, dem mehr erlassen wurde.“ Der (Jesus) aber antwortete ihm: „Recht (richtig) hast du geurteilt.“

44 Und als er sich der Frau zugewandt hatte, sagte er Simon: „Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus gekommen bin, hast du mir kein Wasser (über die Füße) gegeben; sie aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und sie mit ihren Haaren abgewischt.

45 Einen Kuss hast du mir nicht gegeben, sie aber, seit ich hereingekommen bin, hat nicht aufgehört, meine Füße zu küssen.

46 Mit Salböl hast du meinen Kopf nicht gesalbt; sie aber hat meine Füße mit Myrrhe gesalbt.

47 Deshalb, sage ich dir, sind ihre vielen Sünden erlassen , weil sie viel geliebt hat. Dem aber wird wenig erlassen, der wenig liebt.“

48 Er sprach aber zu ihr: „Deine Sünden sind dir erlassen.“

49 Und die zu Tisch Liegenden begannen, zu einander zu sagen: „Wer ist dieser, der Sünden erlässt?“

50 Er sprach aber zu der Frau: „Dein Glaube hat dich gerettet. Gehe in Frieden.“

Chapter 9

1 Er aber rief die Zwölf zusammen (versammelte die Zwölf), gab ihnen Macht (Kraft) und Autorität (Gewalt) über alle Dämonen (bösen Geister) und zum Heilen von Krankheiten,

2 und er sandte sie aus, das Königreich (die Herrschaft) Gottes zu predigen und die Kranken zu heilen,

3 und er sprach zu ihnen: „Nehmt nichts [mit] auf den Weg, weder Stab (Stock) noch Tasche, weder Brot noch Silber (Geld), weder soll einer zwei Hemden (Unterkleider) haben.

4 Und wann immer (wenn) ihr in ein Haus hineingeht, dort bleibt, bis ihr von dort hinausgeht.

5 Und wenn sie (die vielen) euch nicht empfangen (aufnehmen,willkommen heißen), geht aus dieser Stadt hinaus, schüttelt den Staub (die Erde) von euren Füßen als Zeugnis gegen sie.“

6 So gingen sie hinaus, durchzogen die Dörfer, verkündeten das Evangelium und heilten überall.

28 Es geschah aber ungefähr (wie) acht Tage nach diesen Worten (Reden) und Jesus nahm Petrus und Johannes und Jakob mit sich und stieg auf den Berg, um zu beten.

29 Und es wurde, während er betete, das Aussehen seines Gesichts verändert (andersartig, verändert) und sein Gewandt glänzend weiß.

30 Und sieh, zwei Männer sprachen mit ihm, welche Moses und Elias waren,

31 die in Herrlichkeit erschienen und seinen Ausgang besprachen (seinen/von seinem Ausgang sprachen), den er im Begriff war, in Jerusalem zu vollenden (den er in Jerusalem vollenden sollte).

32 {Der} Petrus aber und die mit ihm waren mit Schlaf beschwert (von Schlaf bedrängt). Als sie aber vollends aufwachten (wach geworden waren), sahen sie seine Herrlichkeit und die zwei Männer, die bei ihm standen.

33 Und es geschah, als sie1 sich von ihm trennten, [und] {der} Petrus sagte zu {dem} Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind, und wir werden drei Hütten (Zelte) machen (bauen, aufschlagen), eine (eines) für dich und eine (eines) für Moses und eine (eines) für Elias.

  1. D.h. Moses und Elias.

34 Während er aber dies (diese Dinge) sagte, kam (entstand, wurde) eine Wolke und überschattete sie. Sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke hineinkamen.

35 Und eine Stimme kam (entstand, wurde) aus der Wolke, die sagte: Dieser ist mein Sohn, der auserwählte, hört auf ihn.

36 Und als die Stimme kam, wurde Jesus allein gefunden. Und sie schwiegen und berichteten niemanden in jenen Tagen {nichts} von dem, was sie gesehen hatten.

Chapter 10

17 Die 70 [Jünger] aber kehrten zurück, und1 zwei [von ihnen]2 riefen (sprachen) mit Freuden: Herr, auch (sogar) die Dämonen3 gehorchen (unterwerfen sich, ordnen sich unter)4 uns in deinem Namen!

  1. Ptz. coni., beiordnend aufgelöst
  2. Eine große Zahl von Handschriften hat das "zwei" hier nicht; die Bezeugung des Zahlwortes durch zwei Papyri und den Codex Vatikanus legt aber nahe, darin die ursprüngliche Lesart zu sehen.
  3. Damit gemeint sind selbständige Zwischenwesen und Geister, die nach dem Volksglauben der Zeit Jesu in den Menschen eingehen und Krankheiten besonders des Seelenlebens verursachen. Vgl. BW z.St.
  4. Das Verb steht im Griech. im Sg., weil das Nomen ein Neutr. Pl. ist.

18 Sprach er {aber} zu ihnen: Ich sah den Satan1 wie einen Blitz2 aus dem Himmel fallen.

  1. Von hebr. שתן eigentlich der Widersacher, hier nur der Widersacher als Gegner Gottes und aller, die zu Gott gehören, schlechthin, der Satan, vgl. BW z.St.
  2. Hier als Bild höchster Schnelligkeit, vgl. BW z.St.

19 Siehe, ich habe euch die (Voll)Macht (Freiheit, Fähigkeit, Befugnis, Amtsgewalt) gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten (gehen, wandeln), und über alle Macht (Fähigkeit) des Feindes, und niemand wird euch (be)schädigen (verderben).

20 Jedoch (indessen) freut euch nicht darüber, dass euch die Geistwesen gehorchen (sich unterwerfen, sich unterordnen); freut euch aber, dass eure Namen im Himmel1 aufgeschrieben sind!

  1. Hier: Plural = der Sitz Gottes, im Ggs. zu Vers 18; dort Singular = der eigentliche Himmel.

25 Und siehe: Irgendein Gesetzeskundiger trat hervor, um ihn auf die Probe zu stellen, indem er sagte: „Lehrer, was getan habend werde ich ewiges Leben erlangen?“

26 Der aber sagte zu ihm: „Im Gesetz, was ist [dort] geschrieben? Wie liest du?“

27 Er aber, antwortend, sagte: „»Du wirst den Herrn, deinen Gott, lieben, aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deiner ganzen Vernunft, und deinen Nächsten wie dich selbst.«“

28 Er aber sagte ihm: „Du hast recht geantwortet. Tu dies und du wirst leben“.

29 Er aber versuchte sich zu rechtfertigen1 und sagte zu Jesus: „Und wer ist mein Nächster?“

  1. Einige Übersetzungen von Wortkombinationen entnommen aus Bauer/Aland: V.29: Sp.397 V. 30: Sp.1309; Sp. 613; Sp. 253 V. 31: Sp.150 V. 34: Sp. 833 V. 35: Sp. 245; Sp. 573 V. 37: Sp. 1367.

30 [Es] aufnehmend sagte Jesus: „Irgendein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel Räubern in die Hände, die ihn auch auszogen und ihm Schläge versetzten , bevor sie weggingen und ihn halbtot zurückließen

31 Zufällig aber ging irgendein Priester auf jenem Weg hinab und als er ihn gesehen hatte, ging er auf der gegenüberliegenden Straßenseite vorbei.

32 Gleichermaßen kam zufällig auch an den Ort und als er ihn gesehen hatte, ging er auf der gegenüberliegenden Straßenseite vorbei.

33 Aber irgendein reisender Samaritaner kam zu ihm und als er ihn gesehen hatte, empfand er Mitleid.

34 Und als er hinzugetreten war, verband er seine Wunden und goss Öl und Wein darüber, und nachdem er ihn sein eigenes Reittier hatte besteigen lassen, brachte er ihn in eine Herberge und sorgte für ihn.

35 Und am folgenden Tag, nachdem er [sie] herausgezogen hatte, gab er dem Herbergswirt zwei Dinare und sagte: »Sorge für ihn! Und das, was du zusätzlich aufwenden solltest , erstatte ich dir bei meiner Rückkehr.«

36 Wer von diesen dreien scheint dir der Nächste dessen geworden zu sein, der Räubern in die Hände gefallen war?“

37 Der aber sagte: „Der Barmherzigkeit an ihm geübt hat .“ Jesus aber sagte zu ihm: „Geh und tu du gleichermaßen!“

Chapter 11

14 Und er trieb einen taubstummen 1 Geist (Dämon) aus (warf hinaus, vertrieb). Es geschah, als der Geist (Dämon) hinausgegangen war, sprach der Taubstumme und die Leute wunderten sich (staunten, waren erregt).

  1. vl. einen Geist, und dieser war taubstumm

15 Aber einigen von ihnen sprachen: Durch Beelzebul, den Herrscher der Geister (Dämonen) treibt er die Geister (Dämonen) aus.

16 Andere, die [ihn] versuchten, forderten ein Zeichen aus dem Himmel von ihm.

17 Er aber, da er ihre Gedanken (Absichten) kannte, sprach zu ihnen: Jedes Reich (Königreich, Herrschaftsbereich, Staatswesen), das in sich gespalten ist, wird verwüstet werden, und Haus fällt auf Haus.

18 Wenn aber auch der Satan in sich gespalten ist, wie kann sein Reich (Königreich, Herrschaftsbereich, Staatswesen) betehen? Denn ihr sagt, dass ich durch Beelzebul die Geister (Dämonen) austreibe.

19 Wenn ich durch Beelzebul die Geister (Dämonen) austreibe, durch wen treiben eure Anhänger 1 [sie] aus? Deshalb werden sie Richter über euch sein.

  1. wörtl. Söhne

20 Aber wenn ich die Geister (Dämonen) durch den Finger Gottes austreibe, dann ist das Reich (Königreich, Herrschaftsbereich, Staatswesen) Gottes zu euch gekommen.

21 Wenn der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, ist sein Besitz (Anwesen) in Frieden.

22 Wenn aber ein Stärkerer als er kommt, wird er ihn besiegen. Er wird seine Ausrüstung (Rüstung, Bewaffnung) nehmen, auf die er vertraut hatte, und seine Beute verteilen.

23 Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir versammelt, verstreut.

Chapter 12

35 Eure Hüfte1 sei umgürtet2 und eure Lampen seien brennend3.

  1. im Griech. Plural
  2. Partizip Perfekt passiv. Wer sich bereit macht für eine Wanderung, bindet sein Gewand mit einem Gürtel hoch. Vgl. Exodus 12,11
  3. Partizip Perfekt passiv

36 Und {ihr} [seid] wie 1 Leute (Menschen), die ihren Herrn erwarten (auf ihn warten), wann er von der (einem) Hochzeit (Fest) zurückkehrt (zurück kommt) , damit, wenn2 er kommt und klopft, sie ihm sofort [die Tür] öffnen [können].

  1. wie: w. "Gleicht ..." – Hier wird deutlich, dass Jesus ein Gleichnis erzählt.
  2. Gen. abs., konditional übersetzt

37 Glücklich [sind] jene Sklaven (Knechte, Diener), die der Herr wachend (wach, wachsam)1 findet2, wenn er kommt3. Amen4, ich sage euch:5 Er wird sich umgürten6 und sie [zu Tisch] hinlegen lassen7 und herbeikommen8 und ihnen dienen.

  1. Partizip Präs. – durativ, es ist also ein Zustand
  2. wörtl. Futur: finden wird
  3. Partizip Aorist (Ereignis), konditional aufgelöst
  4. Amen: ...
  5. ὃτι citativum
  6. umgürten: Also, sich bereit machen zur Arbeit. Vgl. V. 35
  7. Lesefassung: zu Tisch setzen lassen? sie zum Tisch führen?
  8. 3 Verben, die sehr ausführlich beschreiben, dass der Herr die Sklaven zum Essen einlädt.

38 Und wenn1 er in der zweiten oder2 in der dritten Nachtwache3 kommen und [sie] so4 finden wird, sind jene zu beglückwünschen (glücklich).

  1. Futuralis
  2. wörtl.: und, aber κάι - κάι = entweder - oder
  3. eine Nacht (von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens) wurde in 4 Nachtwachen zu je 3 Stunden unterteilt, wobei man an dieser Stelle auch an drei Nachtwachen à 4 Stunden denken könnte, wie sie bei Hebräern und Griechen üblich waren, vgl. BW Sp. 1716
  4. nämlich: wachend

39 Dies aber erkennt:1 Hätte2 der Hausherr gewusst, zu welcher Stunde der Dieb kommt, hätte er den Einbruch3 in sein Haus verhindert4

  1. ὃτι citativum
  2. Irrealis der Vergangenheit
  3. wörtl.: Infintiv - einzubrechen
  4. wörtl.: nicht zugelassen, aber die Negation und das zu negierende Verb verschmelzen zu einem Begriff, BDR § 423, Anm. 2

40 Auch ihr macht euch1 bereit2, denn zu einer Stunde, zu der ihr es nicht denkt3 (meint), kommt der Menschensohn.

  1. wörtl.: werdet
  2. Partizip Präs.
  3. δοκέω, meinen, glauben, hier elliptisch verwendet, BW Sp. 400

Chapter 13

1 [Es] waren aber einige zum (im) gleichen Zeitpunkt anwesend (kamen aber einige zum gleichen Zeitpunkt), die ihm über die Galiläer berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern gemischt hatte.

2 Und er antwortete und sagte ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder (sündiger) waren als alle anderen Galiläer (Sünder waren vor allen den Galiläern), weil sie dies (diese Dinge) erlitten haben?

3 Nein, sage ich euch; aber wenn ihr nicht umkehrt (bereut, euren Sinn ändert), werdet ihr alle gleicherweise zugrunde gehen (umkommen).

4 Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Schiloach fiel und sie tötete, meint ihr, dass sie schuldiger waren, als alle die Menschen (vor allen den Menschen), die Jerusalem bewohnen?

5 Nein, sage ich euch; aber wenn ihr nicht umkehrt (bereut, euren Sinn ändert), werdet ihr alle ebenso zugrunde gehen (umkommen).

6 Er sagte (erzählte) aber dieses Gleichnis: Einen Feigenbaum hatte einer in seinem Weinberg gepflanzt (der in seinem Weinberg gepflanzt war, pflanzen lassen), und er kam um Frucht an (in) ihm zu suchen und er fand keine (nicht fand er).

7 Er sagte aber zum Winzer: Sieh, drei Jahre schon ([sind es] von wann [an] ich) komme ich, um Frucht an (in) diesem Feigenbaum zu finden, und ich finde keine (nicht finde ich). Hau ihn also1 um, wozu entkräftet er auch die Erde (saugt er auch die Erde aus)?

  1. NA27 setzt οὖν (also) in eckige Klammern, um anzudeuten, dass erhebliche Zweifel bestehen, dass dieses Wort tatsächlich zum Urtext gehört, auch wenn die externe Evidenz ausgeglichen ist und es keine zwingende interne Argumente gegen seinen Einschluss gibt. Cf. Metzger, Bruce M., United Bible Societies (1994). A Textual Commentary on the Greek New Testament.

8 Der aber antwortet und sagt ihm: Herr, lass ihn auch (noch) dieses Jahr, bis ich um ihn grabe (umgrabe) und Mist werfe;

9 und wenn er Frucht bringt (tut) in Zukunft [ist es gut] – wenn aber nicht, wirst (kannst, magst) Du ihn umhauen.

Chapter 14

16 Er aber sagte zu ihm: Ein Mensch machte ein großes Festessen und er lud viele ein.

17 Und er schickte seinen Knecht in der Stunde des Festessens, um denen, die eingeladen waren, zu sagen: Kommt, denn schon ist alles bereit.

18 Und sie fingen einmütig an, sich zu entschuldigen. Er Erste sagte zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und habe die Notwendigkeit hinauszugehen, um ihn zu sehen. Ich bitte dich, halte mich für einen Entschuldigten.

19 Und ein anderer sprach: Ich habe fünf Paare1 von Ochsen gekauft und ich gehe, sie zu untersuchen. Ich bitte dich, halte mich für einen Entschuldigten.

  1. Joche, Doppelgespanne

20 Und ein anderer sprach: Ich habe eine Frau geheiratet und dadurch ist es mir nicht möglich zu kommen.

21 Und als der Knecht zurückgekommen war, berichtete er seinem Herrn dieses. Dann, während der Hausherr zornig wurde, sprach er zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus in die Straßen und Gassen der Stadt und bringe hierher die Armen und die Krüppel und die Blinden und die Lahmen.

22 Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast und es ist noch Platz.

23 Und der Herr sagte zu seinem Knecht: Geh hinaus auf die Wege und Wälle und zwinge sie, hineinzukommen, damit mein Haus gefüllt wird.

24 Ich aber sage euch, dass keiner jener Männer, die eingeladen waren, mein Festessen schmecken1 wird.

  1. 3.Sg, Fut.Med.

Chapter 15

1 Da waren aber alle Zöllner und Sünder, die sich ihm näherten, um ihm zuzuhören.

2 Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten laut und sprachen: Dieser nimmt Sünder an und isst mit ihnen!

3 Er erzählte ihnen aber dieses Gleichnis, indem er sprach:

11 Ein (irgendein)1 Mann (Mensch) hatte zwei Söhne.

  1. τις („einer, irgendeiner“) bezeichnet eine unbestimmten Referenten. Die Konstruktion könnte freier übersetzt werden mit „Es gab mal einen Mann, der“, „Da war einmal ein Mann, der“ oder vielleicht „So ein Mann“ (vgl. LN 92.12).

12 Und der jüngere von ihnen sagte zum Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zukommt. Er aber verteilte ihnen das Vermögen.

13 Und nach einigen Tagen, als der jüngere Sohn alles zusammengesammelt hatte, reiste er in ein fernes Land und verstreute dort heillos lebend sein Vermögen.

14 Als er aber alles aufgebraucht hatte, gab es eine große Hungersnot in jenem Land und er begann, selbst Mangel zu leiden.

15 Und nachdem er herumgewandert war, schloss er sich einem Bürger jenes Landes an und der schickte ihn auf seine Felder, um die Schweine zu hüten.

16 Und er wollte sich sättigen mit den Früchten des Johannisbrotbaums, von denen die Schweine aßen, und niemand gab ihm [etwas].

17 Und er begann, zu sich selbst zu sagen: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss; ich aber komme hier vor Hunger um!

18 Wenn ich mich aufgemacht habe und zu meinem Vater reise, werde ich ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel versündigt und vor dir.

19 Ich bin nicht länger würdig, dein Sohn genannt zu werden; mach mich zu einem deiner Tagelöhner!

20 Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und empfand Mitleid und warf sich im Rennen an seinen Hals und küsste ihn.

21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe mich versündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin nicht länger würdig, dein Sohn genannt zu werden!

22 Der Vater aber sprach zu seinen Dienern: Bringt schnell das vornehmste Gewand und zieht ihn [damit] an und steckt ihm einen Ring an seine Hand und seine Füße in Sandalen!

23 Und bringt den jungen Stier, den gemästeten, schlachtet [ihn] und wir wollen essen und fröhlich sein!

24 Denn dieser, mein Sohn, war tot und ist wieder lebendig geworden, war verlorengegangen und wurde wiedergefunden. Und sie begannen, sich zu freuen.

25 Sein älterer Sohn aber war auf dem Feld. Und als er nach Hause kam, hörte er Musik und Tanz

26 und er fragte ein Kind, das er herbeigerufen hatte, was denn dies sei.

27 Und es sagte ihm, dass sein Bruder da sei und dass sein Vater den jungen Stier, den gemästeten, schlachte, weil er ihn als Gesunden zurückerhalten habe.

28 Da zürnte er und wollte nicht hingehen, aber sein Vater kam heraus und lud ihn ein.

29 Er aber antwortete und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir [schon] und habe niemals eine Anweisung von dir missachtet, und mir hast du niemals einen Ziegenbock gegeben, damit ich mit meinen Freunden fröhlich sei!

30 Als aber der Sohn von dir, der dein Vermögen mit Huren aufgezehrt hat, kam, hast du für ihn einen gemästeten Stier geschlachtet!

31 Da sagte er: Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist dein.

32 Es war aber nötig, sich zu freuen und fröhlich zu sein, denn dieser Bruder von dir war tot und ist wieder lebendig geworden, war verloren gegangen und wurde gefunden.

Chapter 16

1 [Jesus] sprach zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Manager (Verwalter). Dieser wurde bei ihm bezichtigt (beschuldigt), seinen Besitz zu verschleudern1

  1. Das Verb διασκορπιζω bedeutet auch: eine Herde zerstreuen (Mt 26,31; Mk 14,27) und Samen ausstreuen (Mt 25,24.26).

2 {Und} Er rief ihn herbei1 und sprach zu ihm: Was [ist] das, was ich von dir höre? Lege Rechenschaft ab über deine Buchführung, denn du kannst nicht mehr Manager (Verwalter) sein.

  1. Ptz.coni., beiordnend übersetzt

3 Der Manager (Verwalter) sagte sich (sprach zu sich): Was soll ich tun? {Denn} Mein Herr wird mir die Verwaltung nehmen. (Zu graben =) Mit den Händen zu arbeiten vermag ich nicht, zu betteln schäme ich mich.

4 Ich weiß, was ich tun werde, damit, wenn ich von der Verwaltung abgesetzt werde, sie mich gastlich in ihre Häuser aufnehmen!

5 Und er bestellte jeden einzelnen der Schuldner seines Herrn. {Und} Er sprach zum ersten: Wieviel schuldest du meinem Herrn?

6 Er {aber} sprach: Hundert Bat1 Öl. Er {aber} sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein2, setz dich gleich hin und schreibe: Fünfzig.

  1. Das Bat ist ein hebräisches Hohlmaß. 100 Bat sind ca. 36 Hektoliter (G. Schneider, ÖTK 3/2, S. 333).
  2. Wörtl.: dein Geschriebenes

7 Darauf sprach er zum nächsten: Wieviel {aber} schuldest du? Er {aber} sprach: Hundert Kor1 Weizen. Er spricht zu ihm: Nimm deinen Schuldschein2 und schreibe: Achtzig.

  1. Das Kor ist ein hebräisches Hohlmaß. 100 Kor sind ca. 364 Hektoliter, das entspricht 27.500 kg (G. Schneider, ÖTK 3/2, S. 333).
  2. Wörtl.: dein Geschriebenes

8 {Und} Der Herr1 lobte den ungerechten Manager (Verwalter), weil er klug gehandelt hatte: {Denn}2 die Kinder dieser Welt sind klüger als die Kinder des Lichts (in Bezug auf=) im Umgang mit ihresgleichen.

  1. Gemeint ist hier nicht der Chef des Verwalters, sondern, wie in anderen Fällen des lukanischen Sonderguts, Jesus (vgl. Lukas 7,13; 10,39.41; 13,15; 18,6; 19,8) (G. Schneider, ÖTK 3/2, S. 333).
  2. Wird hier ein wörtliches Zitat eingeführt? Dann würde es sich beim οτι am Satzanfang um ein „οτι citativum“ (im Deutschen = Doppelpunkt) handeln, der folgende Satz müsste in Anführungszeichen gesetzt werden.

9 {Und} Ich sage euch: Schafft (macht) euch Freunde mit dem ungerechten Besitz (Vermögen, „Mammon“), damit, wenn er zu Ende ist, sie euch gastlich aufnehmen in die ewigen Behausungen.1

  1. σκηνη ist das Zelt, auch die Stiftshütte.

10 Wer im Geringsten verlässlich (treu) ist, ist auch im Großen verlässlich (treu), und wer im Geringsten unzuverlässig (unrecht, ungerecht) ist, ist auch im Großen unzuverlässig (unrecht, ungerecht).

11 Wenn ihr nun mit dem ungerechten Besitz (Vermögen, „Mammon“) nicht zuverlässig (treu) (seid =) umgeht, wer wird euch das, was wirklich zählt (das Wahre, das wahre Gut) anvertrauen?

12 Und wenn ihr mit dem (Fremden =), was euch nicht gehört, nicht zuverlässig (treu) (seid =) umgeht, wer wird euch das eure geben?

13 Kein Sklave kann zwei Herren gehorchen (dienen, untertan sein). Entweder wird er {nämlich} den einen hassen und den anderen (lieben =) mögen, oder an dem einen festhalten und den anderen gering schätzen. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon (Besitz Vermögen)1.

  1. Hier wird der Mammon personifiziert als ein Gegenüber Gottes.

Chapter 17

11 Und es begab sich1, während2 er3 nach Jerusalem wanderte, da ging er mitten durch4 Samarien und Galiläa.

  1. ἐγένετο ... καί ist ein Hebraismus (וַיְהִי ... וְ); das καί ist hier koordinierend verwendet -> da, als. BDR § 442,Anm. 11
  2. Substantivierter Infinitiv im Dativ hat temporalen Sinn; Inf. Präs.: durativ, entspricht dem Hebr. בְּ, BDR § 404,1
  3. Der Infinitiv ist eine indefinite Verbform, deshalb ist nicht eindeutig, ob es einer ist, der wandert, oder mehrere (wörtl.: während des Wanderns). Der Kontext des Kapitels legt nahe, dass Jesus mit seinen Jüngern unterwegs ist (es ist schlecht vorstellbar, dass Jesus plötzlich allein geht); im unmittelbaren Kontext der Perikope aber kommen seine Jünger nicht vor. Deshalb ist hier der Sg. zu übersetzen.
  4. Einzige Stelle im NT, wo διά mit Akk. lokal übersetzt wird. Die Stelle macht inhaltlich Schwierigkeiten, weil die Orte geographisch falsch angegeben sind: Jesus müsste erst durch Galiläa und dann durch Samaria, um nach Jerusalem zu wandern. Diesen "Irrtum" haben jüngere Handschriften zu korrigieren versucht, indem sie Jesus "zwischen" Samaria und Galiläa gehen ließen. Die "inkorrekte" Lesart ist aber die besser bezeugte und die schwierigere und daher als die ursprüngliche anzusehen. Offenbar kam es Lukas hier nicht auf geographische Genauigkeit an, sondern darauf, dass die Zehn, die Jesus begegnen, Juden und Samaritaner sind. Vgl. BW s.v. und BDR § 222,1.

12 Und als1 er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn lepröse (aussätzige) Männer, die blieben in der Ferne stehen2

  1. Gen. abs., temporal aufgelöst.
  2. Weil Leprakranke sich Gesunden nicht nähern durften.

13 und {sie} (erhoben ihre Stimme =) riefen laut {und sprachen}: Jesus, Meister, erbarme dich unser!

14 Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und es begab sich, als1 sie weggingen, da wurden sie (gereinigt, geheilt =) rein (heil).

  1. Vgl. Anm. zu Vers 11

15 Einer aber von ihnen, als1 er sah, dass er geheilt war, kehrte um und2 lobte Gott mit (gewaltiger Stimme =) lautem Schreien,

  1. Ptz. coni., temporal aufgelöst
  2. Ptz. coni., temporal aufgelöst

16 und fiel auf sein Angesicht bei seinen Füßen nieder und 1 dankte ihm; und2 dieser (er) war ein Samaritaner.

  1. Ptz. coni., temporal aufgelöst
  2. καί verstärkt das Pronomen, BDR § 442, Anm. 24

17 Da {antwortete aber und} sprach1 Jesus: Wurden nicht Zehn (gereinigt, geheilt =) rein (heil)? Aber die Neun {davon}2, wo [sind sie]?3

  1. ἀποκριθεῖς ... εἶπεν ist eine formelhafte Wendung, wörtl.: "Antwortend aber sprach Jesus". Da Jesus hier keine Frage gestellt wird, kann sich seine Antwort nur auf das Verhalten des Samaritaners beziehen. Wollte man den formelhaften Ausdruck wörtlich wiedergeben, müsste man vielleicht übersetzen: "Jesus reagierte (auf sein Verhalten) und sprach".
  2. Bei Zahlen drückt der Artikel aus, dass von einer angegebenen Zahl jetzt ein Teil eingeführt wird. Bezogen auf die Zehn Geheilten: die Neun davon. BDR § 265.
  3. Betonte Teile des Nebensatzes stehen vor dem Fragepronomen, BDR § 475, Anm. 2.

18 (Erwiesen sie sich nicht als umkehrend =) Sind sie nicht umgekehrt1, um Gott Ehre zu geben, (außer =) allein (nur) dieser Fremde (Fremdling)?

  1. "Erwiesen sie sich nicht" ist ein Hebraismus, wie hebr. נִמְצָא sich erweisen, erfunden werden, BW Sp. 644

19 Und er sprach zu ihm: Steh auf und1 geh! Dein Glaube hat dich gerettet.

  1. Ptz., beiordnend aufgelöst.

20 Gefragt aber von den Pharisäern: „Wann kommt das Gottesreich 1?“ antwortete er ihnen und sagte:„Nicht kommt es mit Beobachtung (mit Beobachtbarem).“

  1. ἡ βασιλεία τοῦ θεοῦ: mögliche Übersetzungen: Gottesreich, Reich Gottes, Gottesherrschaft, die Herrschaft Gottes

21 Und sie werden auch nicht sagen: „Siehe hier sei es, oder siehe dort, siehe das Reich Gottes ist mitten unter Euch (euch zur Verfügung).“

24 Denn wie der Blitz blitzend von einem Ende des Himmels zum anderen aufleuchtet, so wird der Menschensohn sein an seinem Tag.

26 Und wie geschehen in den Tagen Noachs, so wird es sein in den Tagen des Menschensohns.

27 Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden geheiratet bis zu dem Tag an dem Noach in die Arche ging und die Flut kam und alle vernichtete.

28 Gleich (Ebenso)wie in den Tagen Lots (von Lot). Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten.

30 Gemäß dieser Weise ist der Tag wenn (an dem) der Menschensohn offenbar werden wird.

33 Wer sein Leben (Seele) sucht (eifert) zu erhalten, der wird es verlieren, wer es verliert wird es am Leben erhalten.

34 Ich sage euch, zwei werden in dieser Nacht in einem Bett sein, einer wird hinweggenommen werden, der andere wird verworfen (zurückgelassen/vernichtet).

35 Zwei sind zusammen [Korn] mahlen, die eine wird hinweggenommen, die andere verworfen (zurückgelassen/vernichtet).

Chapter 18

1 Er sprach aber ein Gleichnis zu ihnen über die Notwenigkeit 1, [dass] sie allezeit (stets) beten und nicht müde (mutlos) werden [sollen].

  1. Gr. „πρὸς τὸ δεῖν“: will die Wichtigkeit des als kommenden Satzteiles hervorheben.

2 Er sagte1: Ein (ein bestimmter) Richter war in einer (einer bestimmten) Stadt, der Gott nicht fürchtete und sich nicht [vor] Menschen scheute (schämte)2.

  1. Präd. Ptz.
  2. Attr. Ptz., als Relativsatz aufgelöst.

3 [Auch] eine Witwe war in jener Stadt und sie kam wiederholt zu ihm, wobei sie ihn ansprach (wobei/indem sie sagte): Verschaffe mir Recht vor meinem Gegner (Ankläger, Widersacher)!

4 (Und) er wollte über eine [längere] Zeit nicht[s davon wissen]; Aber nach diesem sprach er zu sich selbst1: Wenn auch ich Gott nicht fürchte und ich mich vor keinem Menschen scheue (schäme; Angst habe),

  1. besser: Danach aber überlegte er sich kurz:

5 weil diese Witwe mir wenigstens Mühe macht (anstrengt?; auf den Zeiger geht?) 1, so will ich ihr Recht verschaffen2, damit sie letztenendes nicht zu mir kommt und [so] mir ins Gesicht fahren (mich züchtigen, hart bestrafen) wird.

  1. Gr. δια + το + Inf.: weil; vgl. Bauer/Aland,S.362f.1265
  2. Fut.1.Sg; mit nachdrücklichem Sinn.

6 Der Herr sprach aber: Hört [doch]1, was der ungerechte Richter spricht:

  1. Aor. Imp.

7 Sollte Gott aber nicht erst recht1 [für] die Strafe (Rache) seiner Erwählten, die am Tag als auch in der Nacht ihn laut anrufen, eintreten2? Sollte er auch über sie lange Geduld haben (ausharren)?

  1. vgl. Gute Nachricht Ü.
  2. vllt. besser: Wird Gott nicht erst recht seinen Erwählten [nun] zu Recht verhelfen?

8 Ich spreche zu euch, dass er ihre Strafe (Rache) unverzüglich machen (ausführen) wird. Doch wird der Sohn der Menschen, wenn er komm,[dann noch] den Glauben (Treue) auf der Erde finden?

9 Er sprach aber auch zu einigen [Leuten], die [voller] Selbstvertrauen1 sind, weil sie [meinten] gerecht zu sein2, und die Übrigen gering schätzten, ein Gleichnis:

  1. Part.Perf.Akt.
  2. wörtl.: die auf sich selbst vertrauten (Part.Perf.!), weil sie gerecht sind

10 Zwei Menschen sind zum Tempel hinaufgegangen, [um] zu beten. Der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.

11 Der Pharisäer stand [selbstsicher] da und betete zu sich selbst dies: „Gott, ich danke dir, dass ich nicht so wie die anderen Menschen bin: kein Plünderer, kein Ungerechter, kein Ehebrecher, oder wie dieser Zöllner [dort].

12 Ich faste zweimal in der Sabbat[woche], [und] ich verzehnte alles, was ich erwerbe.“

13 Der Zöllner stand aber weit weg, und wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich [selbstsicher] auf die Brust und er sprach dabei: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“1

  1. Vorschlag Bauer/Aland,Sp.762: Lass dich mit mir Sünder versöhnen!

14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt1 aus seinem Haus heraus, anstatt jener. [Denn] jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt (klein gemacht) werden; aber der, der sich [selbst] erniedrigt, wird erhöht werden.

  1. Part.Ps.

15 Sie brachten aber auch die kleinen Kinder zu ihm, damit er sich von ihnen berühren (anfassen) lassen kann1. Als das aber [seine] Jünger sahen, wiesen sie [die Kinder umgehend] ab.

  1. Aor.3.Sg.Med.Konj.; eine Segenswirkung soll hier erzeugt werden; vgl. NGÜ

16 Aber Jesus rief sie zu sich und sprach [zu ihnen]: „Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert (halte) sie nicht [daran]! Denn solchen ist das Königreich Gottes!“

17 Amen, ich sage euch: „Wer (Der) das Königreich Gottes nicht wie ein Kind annehmen (klarmacht; sich be-/erweisen) kann1, soll2 nicht in es hineinkommen.“

  1. Aor.3.Sg.Akt.Konj.
  2. Fut. mit finalem Sinn; ausgelöst durch den in V.16 benutzten Imperativ

18 Und ein angesehener Mensch1 fragte ihn [Jesus]: „Guter Lehrer2, was muss ich machen3, um ewiges Leben [zu] erlangen (bekommen)4?“

  1. wörtl.: [irgend]ein Oberster; vermutlich ein in der Gegend bekannter Mann.
  2. LuthÜ.: »Guter Meister«; würde ich auch hier nehmen, klingt in meinen Ohren schöner.
  3. Part.Aor.Akt.Nom.Sg.
  4. Fut.1.Sg.Akt.; wörtl.: zu erben

19 Jesus aber sprach zu ihm: „Was sprichst (nennst) du mich gut? Niemand ist gut, wenn nicht Gott allein1!

  1. wörtlich: »wenn Gott einer ist« ; vgl. Dtr 6,4

20 Die Gebote kennst du [doch]1 'Du sollst nicht ehebrechen; Du sollst nicht töten; Du sollst nicht stehlen; Du sollst nicht falsch reden (lügen); Ehre deinen Vater und deine Mutter.'“

  1. wörtl.:»[Von] den Geboten weißt du:«

21 Der aber entgegnete: „Alle diese [Gebote] habe ich von Kindes Beinen auf bewahrt (befolgt).“

22 Als Jesus das hörte, sprach er zu ihm: „Eins fehlt dir noch: Alles an Reichtum, was du hast, verkaufe und gib [den Erlös] den Armen; und du sollst (wirst) einen Schatz in den Himmeln haben; nun (komm,) folge mir nach!“

23 Da er dies nun hörte, wurde sehr traurig [darüber], denn er besaß (hatte; wörtl.: war) viel Reichtum.

24 Als Jesus ihn aber so traurig sah, sprach er: „Wie schwer ist es doch für die, die Besitz haben, in das Königreich Gottes zu gehen!1

  1. wörtl.: »Wie schwer gehen (kommen) die Besitzhabenden in Königreich Gottes hinein!«

25 Denn leichter ist es [für] ein Kamel durch ein Nadelsteckloch 1 zu gehen, als (oder) [für] einen Reichen ins Königreich Gottes hineinzukommen.“

  1. viele andere Übersetzungen: »ein Kamel durch ein Nadelöhr geht«; aber mir ist das Wort »Nadelöhr« ein wenig zu fremd.

26 Es fragten aber [nun] seine Zuhörer: „Und wer ist [nun] in der Lage (kann), errettet zu werden?“

27 Er aber entgegnete: „Die unmöglichen Dinge bei den Menschen sind die möglichen Dinge bei Gott.“

28 Aber Petrus sprach: „Siehe, [wir] haben alles, was wir besaßen1, aufgegeben (verlassen) und sind dir nachgefolgt!“

  1. wörtl.: »verlassend die eigenen Dinge«

29 Aber [Jesus] sprach zu ihnen: „Amen, ich sage euch: Es gibt (ist) Niemanden, der Haus, Frau, Geschwister 1, Eltern oder Kinder verlassen hat um des Königreiches Gottes willen,

  1. Wörtl.: »Bruder«; aber der Gendergerechtigkeit halber :)

30 der nicht1 [jetzt schon] vielfältigst in dieser Zeit und im kommenden Äon (Zeitalter, Ewigkeit) annehmen (empfangen) wird2.“

  1. Die doppelte Negation ist mir hier noch nicht ganz klar im Griechischen.
  2. Aor.3.Sg.Akt.Kopnj.; die Aussage des Konj. ist mir noch unklar.

Chapter 19

41 Und als er nahe kam (sich näherte) und1 die Stadt sah, weinte er über sie

  1. Ptz. coni., beiordnend aufgelöst

42 und1 sprach:2 Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dem Frieden dient3; nun aber ist es (vor deinen Augen =)4 vor dir verborgen.

  1. Ptz. coni., beiordnend aufgelöst
  2. ὁτι rezitativum
  3. Aposiopese: Der Nachsatz ist ausgelassen. Der Vordersatz ist ein Irrealis der Vergangenheit
  4. "vor deinen Augen" ist hebraisierende Umschreibung der Präposition "vor", vgl. BDR § 259, Anm. 6

43 Denn es werden Tage kommen über dich, dann (dass)1 werden deine Feinde einen (Palisaden)Wall gegen dich aufwerfen und dich von allen Seiten umzingeln,

  1. καί steht bei Zeitbestimmungen für dt. "als" oder "dass"; hier ist es unklassisch verwendet i.S. von "dann" oder "dass", BDR § 442, Anm. 10

44 und sie werden dich dem Erdboden gleich machen und deine Kinder in dir [zu Boden strecken]1, und sie werden keinen Stein auf dem andern lassen in dir, (dafür, dass =) weil du die Zeit (den Zeitpunkt) deiner Heimsuchung2 nicht erkannt hast.

  1. Das Verb ἐδαφίζω steht hier nur einmal, aber Kinder kann man nicht "dem Erdboden gleich machen"; deshalb muss es im Dt. wiederholt werden. Für "zu Boden strecken" vgl. Ps 136,9; Hos 10,14; 14,1 u.ö.
  2. Bauer, WB übersetzt καιρός τῆς ἐ. σου mit "die Zeit deiner Gnadenheimsuchung", vgl. Wsh 3,7. ἐπισκοπή kann sowohl die Heimsuchung in guter wie in böser Weise meinen. Außerdem bezeichnet sie das Aufsichtsamt, besonders das Bischofsamt, daher: ἐπίσκοπος = der Aufseher, später der Bischof.

45 Und als1 er in den Tempel hineinkam, fing er an, die Händler auszutreiben

  1. Ptz. coni., temporal aufgelöst

46 und1 sprach: [Es steht] geschrieben: {Und} mein Haus soll sein Haus des Gebets, (Jesaja 56,7) ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.

  1. Ptz. coni., beiordnend aufgelöst

47 Und er lehrte1 täglich im Tempel. Die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten suchten, ihn zu töten (töten zu lassen), und die Vornehmsten (Angesehensten) des Volkes,

  1. Wörtl.: war lehrend, Partizip Präs. + Hilfsverb im Imperfekt

48 und sie fanden nicht, wie sie es (machen =) anstellen sollten, denn das ganze Volk hing an seinen Lippen1.

  1. So BW Sp. 479; wörtl.: hing an ihm hörend Ptz. coni.

Chapter 20

1 Und es geschah an einem der Tage, als [Jesus] das Volk im Tempel belehrte und das Evangelium verkündigte1, [da] traten auf einmal die Oberpriester und die Schriftgelehrten samt (mit) den Ältesten hinzu,

  1. 2xGen.abs.

2 und sie sagten umgehend1 zu ihm: Sage uns, in wessen Vollmacht du dies tust, oder wer derjenige ist, der [dir] dies gegeben hat? 2

  1. Part.; 2x sagen, drückt aus, dass der Sprechakt sofort losgeht.
  2. eig. „Geber“: Subst. Part. Aor.

3 Da antwortete er {und sprach zu} ihnen: Auch ich möchte (werde)1 euch eine Frage2 stellen, so sagt mir:

  1. Fut. mit finalen Sinn.
  2. Wörtlich: Wort

4 Stammt die Taufe des Johannes vom Himmel oder von [den] Menschen?

5 Sie aber bedachten untereinander1 und (wobei/indem sie) 2 sprachen 3: Wenn4 wir sagen: vom Himmel, [dann] dürfte er sagen: Warum habt ihr ihm nicht geglaubt?

  1. Dieses Wort kommt nur hier vor.
  2. Modales Ptz.
  3. Hier wurde ein ὁτι recitativum unübersetzt gelassen.
  4. Gewöhnlicher, prospektiver Konditionalsatz; entsprechend in V. 6.

6 Wenn wir aber sagen: von den Menschen, [dann] dürfte uns das ganze Volk steinigen, denn sie sind1 überzeugt, dass Johannes ein Prophet war.

  1. Wörtlich: „es ist“

7 Daher (da, und) antworten sie, [dass] sie nicht wüssten, woher [sie sei].

8 Da erwiderte (sagte) Jesus: Dann sage ich euch auch nicht, in (durch) wessen Vollmacht ich dies tue.

Chapter 21

20 Wenn ihr dann aber seht, dass Jerusalem von einem Heer belagert wird, dann erkennt (wisst), dass seine Zerstörung bevorsteht,

21 dann sollen die in Judäa in die Berge fliehen und die in der Stadt [sind],1 fortgehen, und die auf dem Land nicht in die Stadt gehen2,

  1. die in der Stadt [sind] W. „die in ihrer Mitte“.
  2. in die Stadt gehen W. „in sie hineingehen“.

22 denn das sind [die] Tage [der] Strafe (Vergeltung), damit alles, was geschrieben steht, erfüllt wird.

Chapter 23

33 Und als sie zu dem Ort kamen, der „Schädel“ genannt wird, kreuzigten sie ihn dort und die Verbrecher (Übeltäter), den einen {von} rechts, den anderen {von} links.

34 Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!1 Um seine Kleider unter sich aufzuteilen, warfen sie Würfel.

  1. Fehlt in wichtigen Handschriften

35 Und das Volk war stehen geblieben (hatte sich hingestellt), um zuzuschauen1. Es spotteten aber auch die Mächtigen (Anführer, Ratsmitglieder), indem sie sagten: Andere hat er gerettet. Wenn dieser der auswählte Messias (Gesalbte, Christus) Gottes ist, rette er sich selbst!

  1. Part. präs.

36 Auch die Soldaten schmähten ihn, die herbei kamen, indem sie ihm Essig herbeibrachten

37 und indem sie sprachen: Wenn du der König der Juden (Judäer) bist, rette dich selbst!

38 Es gab auch eine Inschrift bei ihm (über ihn): Dieses1 ist der König der Juden (Judäer).

  1. wörtl. dieser

39 Einer der gehängten Verbrecher (Übeltäter) lästerte ihn, indem er sagte: Bist du nicht der auserwählte Messias (Gesalbte, Christus)? Rette dich selbst und uns!

40 Der andere aber antwortete1, herrschte ihn an2 und sagte: Fürchtest denn du keinen Gott (Gott nicht)? Du bist (stehst) doch unter demselben Urteil.

  1. Part. präs.
  2. Part. präs.

41 Wir aber [sind es] gerechtermaßen, denn wir haben empfangen, was gerecht ist1 für das, was wir getan haben. Dieser aber hat nichts Unrechtes (Ungehöriges, Schlimmes) getan.

  1. wörtl. Gerechtes

42 Und er sprach: Jesus, erinnere dich an mich (kümmere dich um mich), wenn du in deine Herrschaft (Reich, dein Königtum) kommst!

43 Und er sprach zu ihm: Amen (wahrlich), ich sage dir, heute wirst mit (bei) mir im Paradies sein.

44 Und es war schon um die sechste Stunde, und es wurde finster1 auf der ganzen Erde (im ganzen Land) bis zur neunten Stunde,

  1. wörtl. „eine Finsternis“

45 als die Sonne verschwunden war. Der Vorhang des Tempels zerriss (wurde zerrissen) in der Mitte.

46 Und als er mit lauter Stimme (mit lautem Schrei) geschrien hatte, sprach Jesus: Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist (deinen Händen vertraue ich meinen Geist an). Indem er dieses sagte, hauchte er [sein Leben] aus.

47 Als der Centurio (Anführer der Hundertschaft) sah, was geschah, pries (verherrlichte) er Gott, indem er sprach: Dieser Mensch war wirklich ein Gerechter!

48 Und all die Leute, die zu diesem Schauspiel zusammengekommen waren, kehrten zurück (heim), nachdem sie die Geschehnisse gesehen hatten, indem sie sich [an] die Brust1 schlugen.

  1. wörtl. „Brüste“

49 Aber alle, die ihm bekannt waren, auch Frauen, die ihm von Galiläa gefolgt waren, standen von ferne, um dieses (diese Dinge) zu sehen.

Chapter 24

36 Während sie dies erzählten, stand er selbst in ihrer Mitte und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!

37 Als solche, die erschreckt und in Angst versetzt worden waren, meinten sie aber, einen Geist zu sehen.

38 Und er sagte ihnen: Warum seid ihr in Aufruhr (Unruhe) versetzt1 und warum steigen Bedenken (Zweifel, Gedanken) in eurem Herzen2 auf?

  1. Part. Perf. Plur.
  2. andere Lesart: in euren Herzen

39 Seht meine Hände und meine Füße, dass ich es selbst bin. Berührt (befühlt, betastet) mich und seht. Denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich [sie] habe.

40 Und während er dies sagte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße.

41 Da sie noch (immer) vor Freude ungläubig waren und sich wunderten (staunten), sprach er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen (Essbares) hier?

42 Sie gaben (übergaben) ihm ein Stück gebratenen Fisch.

43 Und indem er es nahm, aß er vor ihnen.

44 Er sprach aber zu ihnen: Diese Dinge (Ereignisse) sind meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war. Denn alles, was im Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen über mich geschrieben ist, muss erfüllt werden.

45 Dann öffnete er ihren Sinn (Verstand), die Schriften zu verstehen.

46 Und er sprach zu ihnen:1 So ist es geschrieben, dass der Messias (Gesalbte, Christus) leidet und aufersteht von [den] Toten am dritten Tag.

  1. griech ὅτι bleibt unübersetzt