reltext

Chapter 4

1 1 Woher [kommen] denn die Kämpfe (Kriege, Streitereien), und woher der Streit2 unter euch? [Kommen sie] nicht von3 euren Gelüsten, die [ständig] in euren Gliedern streiten4?

Original Greek

ΠόθενPothenFrom whereG4159ADV-I
πόλεμοιpolemoi[come] disputesG4171N-NPM
καὶkaiandG2532CONJ
πόθενpothenfrom whereG4159ADV-I
μάχαιmachaiquarrelsG3163N-NPF
ἐνenamongG1722PREP
ὑμῖν;huminyou?G4771P-2DP
οὐκoukSurelyG3756PRT-N
ἐντεῦθεν,enteuthenfrom there,G1782ADV
ἐκekout ofG1537PREP
τῶνtōntheG3588T-GPF
ἡδονῶνhēdonōnpassionsG2237N-GPF
ὑμῶνhumōnof youG4771P-2GP
τῶνtōnthoseG3588T-GPF
στρατευομένωνstrateuomenōnwarringG4754V-PMP-GPF
ἐνeninG1722PREP
τοῖςtoistheG3588T-DPN
μέλεσινmelesinmembersG3196N-DPN
ὑμῶν;humōnof you?G4771P-2GP
  1. [Status: Zuverlässig]
  2. Wörtlich: „die Streite“
  3. Wörtlich: „[Kommen sie] nicht daher: aus euren...“. Alternativ: „[Kommen sie] nicht daher, dass eure Gelüste...“
  4. Der deutsche Relativsatz stellt die Auflösung eines attributiven Ptz. Präsens dar. Wegen der möglichen iterativen/durativen Aspektbedeutung des griechischen Ptz. Präsens wurde „[ständig]“ eingefügt. Möglich wäre etwa auch „unaufhörlich“, „unausgesetzt“, etc.

2 Ihr begehrt und habt [doch]1 nicht, ihr mordet (tötet; beneidet)2 und seid eifersüchtig und könnt [doch] nichts3 erreichen; ihr kämpft (streitet, zankt) und führt Kriege (kämpft); ihr habt nicht, weil ihr nicht (nichts) für euch bittet (fordert)4;5

Original Greek

ἐπιθυμεῖτεepithumeiteYou desireG1937V-PAI-2P
καὶkaiandG2532CONJ
οὐκouknotG3756PRT-N
ἔχετε·echetehave;G2192V-PAI-2P
φονεύετεphoneueteyou killG5407V-PAI-2P
καὶkaiandG2532CONJ
ζηλοῦτεzēloutecovetG2206V-PAI-2P
καὶkaiandG2532CONJ
οὐounotG3756PRT-N
δύνασθεdunastheare ableG1410V-PNI-2P
ἐπιτυχεῖν·epitucheinto obtain;G2013V-2AAN
μάχεσθεmachestheYou quarrelG3164V-PNI-2P
καὶkaiandG2532CONJ
πολεμεῖτε·polemeitewrangle;G4170V-PAI-2P
οὐκoukNotG3756PRT-N
ἔχετεecheteyou haveG2192V-PAI-2P
δὲdenowG1161CONJ
διὰdiabecauseG1223PREP
τὸto<the>G3588T-ASN
μὴmēnotG3361PRT-N
αἰτεῖσθαιaiteisthaito askG0154V-PMN
ὑμᾶς·humasyou;G4771P-2AP
  1. Hier (wie weiter unten im Vers) wurde das „doch“ eingefügt, um den adversativen Charakter der Konjunktion zu unterstreichen.
  2. Dieses Wort will sich nicht so recht in den Kontext einfügen, schon gar nicht in ein Paar mit „ihr seid eifersüchtig“. Eine Vergeistlichung oder Abschwächung des Begriffs würde Schwierigkeiten aufwerfen. Blomberg schlägt darum eine alternative Zeichensetzung vor, die den Vers nach „φονεύετε“ trennt. So käme man zu zwei Wortpaaren, die ein drittes zur Folge haben: „Ihr begeht und habt [doch] nicht, [also] mordet ihr“ Das Problem dieser Auslegung ist, dass sie 1. „φονεύετε“ immer noch nicht erklären kann (Dibelius), 2. dass der konsekutive Zusammenhang schwer im Text zu finden wäre. Dibelius u.a. vermuten eine Textverderbnis und lesen „φθονεῖτε“ („ihr beneidet“), einen semantischen Nachbarn von „ζηλοῦτε“ („ihr begehrt“). Johnson wendet sich dagegen und schließt sich Blomberg an. In unserer Übersetzung bleibt das Problem bewusst offen (cf. Mußner).
  3. Wörtlich „nicht“. Bei allen Erwähnungen von „nicht“ in Vv. 2f. bleibt das Objekt im Text unerwähnt. Das macht beim Übersetzen manchmal das Einsetzen von „nichts“ erforderlich.
  4. Das Wort steht im Medium; alternativ könnte es auch als „weil ihr selbst nicht bittet“ verstanden werden (Blomberg/Kamell). Dibelius ignoriert das Medium ganz, Mußner lässt offen. Selbiges gilt für 3b.
  5. Alle Verben der 2. Ps. Pl. im Vers stehen im Präsens. Der Text deutet damit an, dass dies ein Vorgang ist, der unablässig bzw. immer wieder zu beobachten ist.

3 ihr bittet und erhaltet [doch] nichts1, weil ihr [in] böser [Absicht]2 für euch bittet (fordert), um (damit) [es] für eure Gelüste auszugeben.

Original Greek

αἰτεῖτεaiteiteYou askG0154V-PAI-2P
καὶkaiandG2532CONJ
οὐounotG3756PRT-N
λαμβάνετε,lambanetereceive,G2983V-PAI-2P
διότιdiotibecauseG1360CONJ
κακῶςkakōswronglyG2560ADV
αἰτεῖσθε,aiteistheyou ask,G0154V-PMI-2P
ἵναinathatG2443CONJ
ἐνeninG1722PREP
ταῖςtaistheG3588T-DPF
ἡδοναῖςhēdonaispleasuresG2237N-DPF
ὑμῶνhumōnof youG4771P-2GP
δαπανήσητε.dapanēsēteyou may spend [it].G1159V-AAS-2P
  1. Wörtlich „nicht“. Vgl. dritte Fußnote in V. 2.
  2. Wörtlich „böse“, „schlecht“ (Adverb). Im Deutschen muss umschrieben werden; der letzte Satzteil macht klar, dass das Adverb sich auf böse Hintergedanken bezieht. Denkbar auch „[mit] bösen [Hintergedanken]“ u.ä. oder schlicht „falsch“ (so Blomberg/Kamell).

4 [Ihr] Ehebrecher1, wisst ihr nicht, dass die Freundschaft (Liebe) [zur] Welt Feindschaft [mit] Gott ist? Also erweist (macht) sich2 jeder, der3 ein Freund der Welt sein will, [als] Feind Gottes.

Original Greek

μοιχοὶmoichoiadulterers —G3432N-VPM
καὶkaiandG2532CONJ
μοιχαλίδες,moichalidesAdulteresses!G3428A-VPF
οὐκoukSurelyG3756PRT-N
οἴδατεoidateyou knowG6063V-RAI-2P
ὅτιhotithatG3754GCONJ
ἡhētheG3588T-NSF
φιλίαphiliafriendshipG5373N-NSF
τοῦtouwith theG3588T-GSM
κόσμουkosmouworldG2889N-GSM
ἔχθραechthrahostilityG2189N-NSF
τοῦtou<the>G3588T-GSM
θεοῦtheouwith GodG2316N-GSM-T
ἐστιν;estinis?G1510V-PAI-3S
ὃςhosWho[ever]G3739R-NSM
ἐὰνeanmaybeG1437COND
οὖνounthereforeG3767CONJ
βουληθῇboulēthēashall chooseG1014V-AOS-3S
φίλοςphilosa friendG5384A-NSM
εἶναιeinaito beG1511V-PAN
τοῦtouof theG3588T-GSM
κόσμου,kosmouworld,G2889N-GSM
ἐχθρὸςechthrosan enemyG2190N-NSM
τοῦtou<the>G3588T-GSM
θεοῦtheouof GodG2316N-GSM-T
καθίσταται.kathistataiis appointed.G2525V-PPI-3S
  1. Wörtlich „Ehebrecherinnen“. Es ist unklar, warum hier die weibliche Form gewählt wurde. In einem semitischen Schreiben wie Jak ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass der Autor auf atl. Prophezeiungen anspielt, in denen Israel als Ehebrecherin bezeichnet wird. Alternativ könnte sich die feminine Form auch auf die Gemeinde als Braut Christi beziehen, die durch die Freundschaft mit der Welt Ehebruch begeht (nach Blomberg/Kamell cf. Dibelius, Johnson).
  2. Wörtlich „stellt sich hin“ (cf. 3,6). Auch hier kann die Form sowohl medial, als auch passiv sein. Das Medium würde die Rolle des Menschen hervorheben, das Passiv die zwingende Konsequenz: Ein Freund der Welt muss dann zwangsläufig ein Feind Gottes sein. Beides erscheint plausibel; hier wurde die Auflösung als Medium gewählt, die wie in 3,6 etwas plausibler erscheint. Weitere Übersetzungsmöglichkeiten: „macht sich“ (B/A, Blomberg), „stellt sich auf“, „erweist sich“ (NSS), „wird“ (falls passiv; NSS).
  3. Oder: „Wer immer also ... sein will, erweist...“

5 Oder meint ihr, dass die Schrift umsonst sagt: Eifersüchtig1 verlangt [es] ihn [nach] dem Geist,2 den er in uns wohnen ließ,3

Original Greek

ἢēOrG2228CONJ
δοκεῖτεdokeitethink youG1380V-PAI-2P
ὅτιhotithatG3754GCONJ
κενῶςkenōsin vainG2761ADV
ἡhētheG3588T-NSF
γραφὴgraphēScriptureG1124N-NSF
λέγει;legeispeaks?G3004GV-PAI-3S
πρὸςprosWithG4314PREP
φθόνονphthononenvyG5355N-ASM
ἐπιποθεῖepipotheiyearnsG1971V-PAI-3S
τὸtotheG3588T-ASN
πνεῦμαpneumaSpiritG4151GN-ASN
ὃhothatG3739R-ASN
κατῴκισενkatōkisenhe settledG6052V-AAI-3S
ἐνeninG1722PREP
ἡμῖν,hēminus,G3165P-1DP
  1. Wörtlich: „Zur Eifersucht“ = „eifersüchtig“ (nach NSS).
  2. So die meisten Übersetzer. Alternativ: „Der Geist, den ..., verlangt eifersüchtig“ → „Der Geist ... hat ein eifersüchtiges Verlangen“. Diese Deutung wird von einer Minderheit vertreten (SLT, Luther 1912, NIV, NET, cf. NET Fußnote 4 zu 4,5). Oder: „Den [menschlichen] Geist verlangt es nach Eifersucht“ (nach Maier). Dies würde den Übergang zu V. 6 deutlich natürlicher machen.
  3. Oder „dem er in uns eine Wohnung gab“. Der byzantinische Text bezeugt hier „wohnt“ (Ein Unterschied von wenigen Buchstaben). Weil der vorher erwähnte Geist sowohl Subjekt als auch Objekt sein kann, stünde dann „der in uns wohnt“ (NET Fußnote 3 zu 4,5).

6 aber er gibt umso größere Gnade?1 Deswegen sagt sie [auch]: „Gott stellt sich den Hochmütigen entgegen, den Geringen (Unbedeutenden; Demütigen2) aber gibt er Gnade.“3

Original Greek

μείζοναmeizonaGreaterG3173A-ASF-C
δὲdehoweverG1161CONJ
δίδωσινdidōsinHe givesG1325V-PAI-3S
χάριν·charingrace;G5485N-ASF
διὸdioThereforeG1352CONJ
λέγει·legeiit says:G3004GV-PAI-3S
ὁho<the>G3588T-NSM
θεὸςtheosGodG2316N-NSM-T
ὑπερηφάνοιςhuperēphanois[the] proudG5244A-DPM
ἀντιτάσσεται,antitassetaiopposes,G0498V-PMI-3S
ταπεινοῖςtapeinoisto [the] humbleG5011A-DPM
δὲdehoweverG1161CONJ
δίδωσινdidōsingivesG1325V-PAI-3S
χάριν.¶charingrace.G5485N-ASF
  1. Die Zuordnung des Zitats ist kaum möglich. Mußner vermutet ein Zitat aus einem unbekannten Apokryphon. Es gibt Anleihen an 2Mose 20,5, wo allerdings der Geist nicht erwähnt wird. Genauso umstritten ist die Länge des Zitats – wahlweise mit oder ohne 6a. Einige Kommentatoren glauben, dass 5a sich auf das bisher Gesagte bezieht, 5b also nicht das Zitat ist. Die Deutung hängt von der Interpretation von „Geist“ sowie, damit verbunden, dem Verständnis des Subjekts des Zitats ab. NA27 deutet – mit dem Fragezeichen am Ende von 6a – die längere Variante des Zitats an (Blomberg/Kamell). Andere vermuten einen ausschließlichen Bezug zum Schriftzitat in V. 6 (Dibelius, Johnson).
  2. Dann im Gegensatz zu den »Hochmütigen«
  3. Sprichwörter 3,34 nach der Septuaginta.

7 Also ordnet [euch] Gott unter, doch widersteht dem Teufel, dann (und) er wird von euch fliehen1;

Original Greek

ὑποτάγητεhupotagētedo be subjectedG5293V-2APM-2P
οὖνounthereforeG3767CONJ
τῷtō<the>G3588T-DSM
θεῷ.theōto God.G2316N-DSM-T
ἀντίστητεantistētedo resistG0436V-2AAM-2P
δὲdehoweverG1161CONJ
τῷtōtheG3588T-DSM
διαβόλῳdiabolōdevilG1228A-DSM
καὶkaiandG2532CONJ
φεύξεταιpheuxetaihe will fleeG5343V-FDI-3S
ἀφ᾽aph᾽fromG0575PREP
ὑμῶν,humōnyou,G4771P-2GP
  1. Hier medial, was sich aber nicht ohne Weiteres ins Deutsche übertragen lässt.

8 nähert euch1 Gott, dann (und) nähert er sich euch. Reinigt [eure] Hände, [ihr] Sünder, und läutert (reinigt, heiligt) [eure] Herzen, [ihr] Zweisinnigen2!

Original Greek

ἐγγίσατεengisatedo draw nearG1448V-AAM-2P
τῷtō<the>G3588T-DSM
θεῷtheōto GodG2316N-DSM-T
καὶkaiandG2532CONJ
ἐγγιεῖengieiHe will draw nearG1448V-FAI-3S
ὑμῖν.huminto you.G4771P-2DP
καθαρίσατεkatharisatedo cleanseG2511V-AAM-2P
χεῖρας,cheiras[your] hands,G5495N-APF
ἁμαρτωλοί,hamartōloi[you] sinners,G0268A-VPM
καὶkaiandG2532CONJ
ἁγνίσατεhagnisatedo purifyG0048V-AAM-2P
καρδίας,kardiashearts,G2588N-APF
δίψυχοι.dipsuchoi[you] double-minded.G1374A-VPM
  1. B/A: „tretet vor Gott“. Mit dieser Übersetzung würde aber die parallele Übersetzung des zweiten Satzteils nicht funktionieren.
  2. Wörtlich: „Zweiseelige“ (cf. 1,8). Das heißt ungefähr: „mit geteiltem Herzen“ (SLT), „in seinem Innersten gespalten“ (NGÜ); einer, der in religiös-sittlicher Unentschiedenheit lebt (Mußner). Es ist das Gegenteil der Einheit Gottes, die im Brief betont wird und die nach Jak unser Ziel sein soll.

9 Seid bedrückt (wehklagt), {und} klagt (trauert) und weint! Euer Lachen soll sich in Trauer verwandeln1 und eure Freude in Niedergeschlagenheit!

Original Greek

ταλαιπωρήσατεtalaipōrēsatedo be grievedG5003V-AAM-2P
καὶkaiandG2532CONJ
πενθήσατεpenthēsatedo mournG3996V-AAM-2P
καὶkaiandG2532CONJ
κλαύσατε·klausatedo weep;G2799V-AAM-2P
ὁhoTheG3588T-NSM
γέλωςgelōslaughterG1071N-NSM
ὑμῶνhumōnof youG4771P-2GP
εἰςeistoG1519PREP
πένθοςpenthosmourningG3997N-ASN
μετατραπήτωmetatrapētōshould be turnedG6060V-2APM-3S
καὶkaiandG2532CONJ
ἡhētheG3588T-NSF
χαρὰcharajoyG5479N-NSF
εἰςeistoG1519PREP
κατήφειαν.katēpheiangloom.G2726N-ASF
  1. 3. Sg. Imp.

10 Demütigt (erniedrigt)1 euch vor [dem] Herrn, dann (und) wird er euch erhöhen!

Original Greek

ταπεινώθητεtapeinōthētedo be humbledG5013V-APM-2P
ἐνώπιονenōpionin the presence ofG1799PREP
τοῦtoutheG3588T-GSM
κυρίουkuriouLordG2962GN-GSM-T
καὶkaiandG2532CONJ
ὑψώσειhupsōseiHe will exaltG5312V-FAI-3S
ὑμᾶς.¶humasyou.G4771P-2AP
  1. Wörtlich „Werdet erniedrigt“.

11 [Hört auf], einander zu verleumden (schlecht zu machen, schlecht über einander zu reden) (Verleumdet einander nicht)1, Geschwister! Wer [seinen] Bruder2 verleumdet oder seinen Bruder verurteilt3, der verleumdet [das] Gesetz und verurteilt [das] Gesetz — wenn du aber [das] Gesetz verurteilst, bist du nicht Täter [des] Gesetzes, sondern [sein] Richter.4

Original Greek

ΜὴMēNotG3361PRT-N
καταλαλεῖτεkatalaleitedo speak againstG2635V-PAM-2P
ἀλλήλων,allēlōnone another,G0240C-GPM
ἀδελφοί·adelphoibrothers;G0080N-VPM
ὁhoThe [one]G3588T-NSM
καταλαλῶνkatalalōnspeaking againstG2635V-PAP-NSM
ἀδελφοῦadelphou[his] brotherG0080N-GSM
ἢēorG2228CONJ
κρίνωνkrinōnjudgingG2919V-PAP-NSM
τὸνtontheG3588T-ASM
ἀδελφὸνadelphonbrotherG0080N-ASM
αὐτοῦautouof himG0846P-GSM
καταλαλεῖkatalaleispeaks againstG2635V-PAI-3S
νόμουnomou[the] LawG3551N-GSM
καὶkaiandG2532CONJ
κρίνειkrineijudgesG2919V-PAI-3S
νόμον·nomon[the] Law;G3551N-ASM
εἰeiIfG1487GCOND
δὲdehoweverG1161CONJ
νόμονnomon[the] LawG3551N-ASM
κρίνεις,krineisyou judge,G2919V-PAI-2S
οὐκouknotG3756PRT-N
εἶeiyou areG1510V-PAI-2S
ποιητὴςpoiētēsa doerG4163N-NSM
νόμουnomouof [the] LawG3551N-GSM
ἀλλὰallabutG0235CONJ
κριτής.kritēsa judge.G2923N-NSM
  1. Wörtlich: μή + Imperativ Präsens. Im Gegensatz zum unmarkierten Imp. Aor. fordert dieser häufig dazu auf, mit einer Handlung weiterzumachen bzw. aufzuhören, oder etwas immer wieder bzw. niemals zu tun. Dies ist aber nicht zwingend.
  2. Hier sind selbstverständlich auch die Schwestern (im Herrn) gemeint. Aus Gründen der Genauigkeit und Einfachheit wurde hier aber auf eine Paraphrasierung verzichtet. In der Lesefassung sollte man dann „oder seine Schwester“ hinzufügen oder „seinen Mitchristen“ daraus machen.
  3. Hier Auflösung zweier attributiver Partizipien. Alternativ kann substantiviert aufgelöst werden: „Der Verleumdende … der Richtende“ (wörtlich).
  4. Indefiniter Konditionalsatz.

12 Einer ist1 der Gesetzgeber und Richter, der die Macht hat (vermag, kann) zu retten und zu vernichten. Du aber, wer bist du, der [du deinen] Mitmenschen (Nächsten) verurteilst2?

Original Greek

εἷςheisOneG1520A-NSM
ἐστινestinthere isG1510V-PAI-3S
ὁho<the>G3588T-NSM
νομοθέτηςnomothetēsLawgiverG3550N-NSM
καὶkaiandG2532CONJ
κριτὴςkritēsJudgeG2923N-NSM
ὁhowhoG3588T-NSM
δυνάμενοςdunamenosis being ableG1410V-PNP-NSM
σῶσαιsōsaito saveG4982V-AAN
καὶkaiandG2532CONJ
ἀπολέσαι·apolesaito destroy;G0622V-AAN
σὺsuYou yourselfG4771P-2NS
δὲdehoweverG1161CONJ
τίςtiswhoG5101I-NSM
εἶeiareG1510V-PAI-2S
ὁhoyou who [are]G3588T-VSM
κρίνωνkrinōnjudgingG2919V-PAP-VSM
τὸνtontheG3588T-ASM
πλησίον;¶plēsionneighbour?G4139ADV
  1. Oder: „Es gibt einen...“
  2. Attr. Ptz.

13 Jetzt zu euch1, die ihr sagt2: „Heute oder morgen wollen3 wir in die oder die (diese oder jene) Stadt gehen und dort ein Jahr verbringen, {und} Handel treiben und Gewinn machen“;

Original Greek

ἌγεAgedo comeG0071V-PAM-2S
νῦνnunnowG3568ADV
οἱhoiyou who [are]G3588T-VPM
λέγοντες·legontessaying;G3004GV-PAP-VPM
σήμερονsēmeronTodayG4594ADV
ἢēorG2228CONJ
αὔριονauriontomorrowG0839ADV
πορευσόμεθαporeusomethawe will goG4198V-FDI-1P
εἰςeisintoG1519PREP
τήνδεtēndesuchG3592D-ASF
τὴνtēn<the>G3588T-ASF
πόλινpolincityG4172N-ASF
καὶkaiandG2532CONJ
ποιήσομενpoiēsomenwill spendG4160JV-FAI-1P
ἐκεῖekeithereG1563ADV
ἐνιαυτὸνeniautona yearG1763N-ASM
ἕναhenaoneG1520A-ASM
καὶkaiandG2532CONJ
ἐμπορευσόμεθαemporeusomethawill tradeG1710V-FDI-1P
καὶkaiandG2532CONJ
κερδήσομεν·kerdēsomenwill make a profit;G2770V-FAI-1P
  1. Wörtlicher: „Wohlan nun“ (B/A, NSS)
  2. Attr. Ptz.
  3. Alle folgenden Verben modales Futur: Eine Absichtserklärung (NSS).

14 die ihr ([als] solche, die)1 nicht wisst, wie euer Leben morgen [sein wird]2 — ihr seid nämlich3 Dampf (Rauch), der [nur] kurze Zeit sichtbar ist (sichtbar wird4)5 und dann (danach) verschwindet6.

Original Greek

οἵτινεςoitines[you] whoG3748R-NPM
οὐκouknotG3756PRT-N
ἐπίστασθεepistastheyou knowG1987V-PNI-2P
τὸtowhat [is]G3588T-ASN
τῆςtēson theG3588T-GSF
αὔριονaurionnext day [is]G0839ADV
ποίαpoiaWhat [is]G4169I-NSF
γὰρgarforG1063CONJ
ἡhētheG3588T-NSF
ζωὴzōēlifeG2222N-NSF
ὑμῶν.humōnof you!G4771P-2GP
ἀτμὶςatmisA vaporG0822N-NSF
γάρgarjustG1063CONJ
ἐστεesteyou areG1510V-PAI-2P
ἡhē<the>G3588T-NSF
πρὸςprosforG4314PREP
ὀλίγονoligona little [while]G3641A-ASN
φαινομένηphainomenēappearingG5316V-PEP-NSF
ἔπειταepeitathenG1899ADV
δὲdeandG1161CONJ
καὶkaialsoG2532CONJ
ἀφανιζομένη·aphanizomenēvanishing;G0853V-PPP-NSF
  1. Mit kausalem Nebensinn: „da ihr nicht wisst...“ (NSS)
  2. Wörtlich „...wisst die [Dinge] des morgigen [Tages] wie {beschaffen} [ist] euer Leben“. Alternativ (unter Vernachlässigung der im NA27 gesetzten Interpunktion): „...wisst, [was] morgen [sein wird]. Was ist euer Leben?“
  3. Hier folgt die Übersetzung dem Standardtext (NA27). Gewichtige ständige Zeugen erster Ordnung stehen hier nebeneinander, sodass eine Entscheidung anhand innerer Kriterien (Standardtext als lectio brevior und difficilior) möglich ist, wenn auch unsicher. Eine inhaltliche Verschiebung ergibt sich nicht.
  4. B/A, NSS.
  5. Attr. Ptz.
  6. Wörtlich: „wird er unsichtbar gemacht“

15 Dagegen (stattdessen) [sollt]1 ihr sagen: „Wenn der Herr will, dann werden wir leben und dieses oder jenes tun.“2

Original Greek

ἀντὶantiInstead [ought]G0473PREP
τοῦtou<the>G3588T-GSN
λέγεινlegeinto sayG3004GV-PAN
ὑμᾶς·humasyou;G4771P-2AP
ἐὰνeanIfG1437COND
ὁhotheG3588T-NSM
κύριοςkuriosLordG2962GN-NSM-T
θελήσῃthelēsēshall wishG2309V-AAS-3S
καὶkaibothG2532CONJ
ζήσομενzēsomenwe will liveG2198V-FAI-1P
καὶkaiandG2532CONJ
ποιήσομενpoiēsomenwe will doG4160GV-FAI-1P
τοῦτοtoutothisG3778D-ASN
ἢēorG2228CONJ
ἐκεῖνο.ekeinothat.G1565D-ASN
  1. Hier steht im Griechischen ein τοὺ + Inf., was, wenn es unabhängig steht, imperativisch verwendet werden kann (Blomberg). Alternativ „statt dass ihr sagt“ (so REB).
  2. Spezieller (im Gegensatz zum generellen) prospektiver Konditionalsatz: Versuch der Berechnung der Folgen einer zukünftigen Handlung.

16 Nun (jetzt) aber rühmt ihr euch in1 euren Prahlereien. Alles (jede Art) deartige (solche) Rühmen ist böse!

Original Greek

νῦνnunNowG3568ADV
δὲdehoweverG1161CONJ
καυχᾶσθεkauchastheyou boastG2744V-PNI-2P
ἐνeninG1722PREP
ταῖςtaistheG3588T-DPF
ἀλαζονείαιςalazoneiaisarroganceG0212N-DPF
ὑμῶν·humōnof you;G4771P-2GP
πᾶσαpasaAllG3956A-NSF
καύχησιςkauchēsisboastingG2746N-NSF
τοιαύτηtoiautēsuchG5108D-NSF
πονηράponēraevilG4190A-NSF
ἐστιν.estinis.G1510V-PAI-3S
  1. Vielleicht „mit“ (cf. NSS).

17 Also (nun)1 ist es [für den], der weiß (versteht2), [was] Gutes zu tun [ist] (Gutes zu tun weiß) und es nicht tut3, {ihm} Sünde.

Original Greek

εἰδότιeidotiTo [him] knowingG6063V-RAP-DSM
οὖνounthereforeG3767CONJ
καλὸνkalongoodG2570GA-ASN
ποιεῖνpoieinto doG4160GV-PAN
καὶkaiandG2532CONJ
μὴmēnotG3361PRT-N
ποιοῦντι,poiountidoing [it],G4160GV-PAP-DSM
ἁμαρτίαhamartiasinG0266N-NSF
αὐτῷautōto himG0846P-DSM
ἐστιν.¶estinit is.G1510V-PAI-3S
  1. Der durch die Verwendung von „οὖν“ („also“) implizierte Zusammenhang zu den vorhergehenden Sätzen ist schwer zu erkennen. Der Zusammenhang besteht wohl zum vorhergehenden Text; alternativ auch zum darauffolgenden. Der Satz dient als Scharnier zwischen den beiden Textabschnitten, wobei er gleichzeitig recht allgemein formuliert ist. (Belege nötig.)
  2. Johnson.
  3. Beide Verben der 3. Ps. sind subst. Ptz.