reltext

Chapter 3

1 1 Nicht viele [von euch sollen] Lehrer werden,2 meine Geschwister, denn ihr wisst,3 dass wir [Lehrer] ein strengeres Urteil empfangen werden.

Original Greek

ΜὴMēNotG3361PRT-N
πολλοὶpolloimany [of you]G4183A-NPM
διδάσκαλοιdidaskaloiteachersG1320N-NPM
γίνεσθε,ginesthedo becomeG1096V-PNM-2P
ἀδελφοίadelphoibrothersG0080N-VPM
μου,mouof mine,G3165P-1GS
εἰδότεςeidotesknowingG6063V-RAP-NPM
ὅτιhotithatG3754GCONJ
μεῖζονmeizongreaterG3173A-ASN-C
κρίμαkrimajudgmentG2917N-ASN
λημψόμεθα.lēmpsomethawe will receive.G2983V-FDI-1P
  1. [Status: Zuverlässig]
  2. In der deutschen Übersetzung ist es schwierig, die beiden Teile des Imperativs, „nicht viele [von euch]“ („[von euch]“ impliziert durch die Form des Verbs) und „werdet Lehrer“ zusammenzubringen. Die eheste wörtliche Entsprechung wäre „Nicht viele [von euch] werdet Lehrer[!]“. Als die nächstliegende Auflösung erschien die Umwandlung in einen indirekten Befehl.
  3. Kausal aufgelöstes attributives Ptz. Hier bieten sich wohl keine alternativen Sinnrichtungen zur Auflösung an.

2 Denn wir alle straucheln (stoßen an)1 vielfach (in vieler Hinsicht). Wenn jemand beim Reden2 nicht strauchelt, [ist] er ein vollendeter (reifer, erwachsener) Mensch (Mann)3, fähig, auch den ganzen Körper zu zügeln (in Zaum zu halten).4

Original Greek

πολλὰpollaIn many waysG4183A-APN
γὰρgarforG1063CONJ
πταίομενptaiomenwe stumbleG4417V-PAI-1P
ἅπαντες·hapantesall;G0537A-NPM
εἴeiIfG1487GCOND
τιςtisanyoneG5100X-NSM
ἐνeninG1722PREP
λόγῳlogōwhat he saysG3056N-DSM
οὐounotG3756PRT-N
πταίει,ptaieidoes stumble,G4417V-PAI-3S
οὗτοςhoutosthis one [is]G3778D-NSM
τέλειοςteleiosa perfectG5046A-NSM
ἀνήρ,anērman,G0435GN-NSM
δυνατὸςdunatosableG1415A-NSM
χαλιναγωγῆσαιchalinagōgēsaito bridleG5468V-AAN
καὶkaiindeedG2532CONJ
ὅλονholonallG3650A-ASN
τὸtotheG3588T-ASN
σῶμα.¶sōmabody.G4983N-ASN
  1. Im geistlichen Sinn auch als „fehlen“, „sündigen“. Vorgeschlagene Bedeutung hier: „wir alle begehen viele Sünden“ (B/A, NSS).
  2. Wörtlich: „im Wort“
  3. Generisches Maskulinum.
  4. Indefiniter Konditionalsatz.

3 {aber} Wenn wir den Pferden1 {das} Zaumzeug (Zügel) ins Maul2 legen, damit sie uns gehorchen,3 dann4 lenken wir ihren ganzen Körper.5

Original Greek

ΕἰEiIfG1487GCOND
δὲdenowG1161CONJ
τῶνtōnof theG3588T-GPM
ἵππωνippōnhorsesG2462N-GPM
τοὺςtous<the>G3588T-APM
χαλινοὺςchalinousbitsG5469N-APM
εἰςeisintoG1519PREP
τὰtatheG3588T-APN
στόματαstomatamouthsG4750N-APN
βάλλομενballomenwe putG0906HV-PAI-1P
εἰςeisforG1519PREP
τὸto<the>G3588T-ASN
πείθεσθαιpeithesthaito obeyG3982V-PPN
αὐτοὺςautousthemG0846P-APM
ἡμῖν,hēminus,G3165P-1DP
καὶkaievenG2532CONJ
ὅλονholonallG3650A-ASN
τὸtotheG3588T-ASN
σῶμαsōmabodyG4983N-ASN
αὐτῶνautōnof themG0846P-GPM
μετάγομεν.metagomenwe turn about.G3329V-PAI-1P
  1. Ursprünglich ein Genitiv.
  2. Ursprünglich im Plural.
  3. Auflösung eines „εἰς τὸ“ + Inf.
  4. Konsekutives καί.
  5. Indefiniter Konditionalsatz.

4 Seht (Siehe) auch die Schiffe: Obwohl sie so groß sind und von rauen Winden getrieben werden,1 werden sie von einem winzigen2 Steuerruder gelenkt, wohin die Absicht (Drang, Eifer, Trachten)3 des Steuermanns wünscht.

Original Greek

ἰδοὺidouBeholdG2400INJ
καὶkaialsoG2532CONJ
τὰtatheG3588T-NPN
πλοῖα,ploiaships,G4143N-NPN
τηλικαῦταtēlikautaso greatG5082D-NPN
ὄνταontabeingG1510V-PAP-NPN
καὶkaiandG2532CONJ
ὑπὸhupobyG5259GPREP
ἀνέμωνanemōnwindsG0417N-GPM
σκληρῶνsklērōnstrongG4642A-GPM
ἐλαυνόμενα,elaunomenabeing driven,G1643V-PPP-NPN
μετάγεταιmetagetaiare turned aboutG3329V-PPI-3S
ὑπὸhupobyG5259GPREP
ἐλαχίστουelachistoua very smallG1646A-GSN
πηδαλίουpēdaliourudderG4079N-GSN
ὅπουhopouwhereG3699CONJ
ἂνaneverG0302PRT
ἡhētheG3588T-NSF
ὁρμὴhormēimpulseG3730N-NSF
τοῦtou[of the one] whoG3588T-GSM
εὐθύνοντοςeuthunontosis steeringG2116V-PAP-GSM
βούλεται.¶bouletaidecides.G1014V-PNI-3S
  1. Im Urtext zwei Ptc. coni., hier konzessiv aufgelöst.
  2. Wörtlich „von [dem] kleinsten“. Muss hier elativisch verstanden werden: „sehr klein“, „winzig“
  3. Eine gute kommunikative Übersetzung könnte „Belieben“ sein.

5 So ist auch die Zunge ein kleines Glied und prahlt [doch mit] großen [Dingen]. Seht (Siehe), welch kleines Feuer welch großen Wald (Holz) anzündet!

Original Greek

ΟὕτωςHoutōsThusG3779ADV
καὶkaialsoG2532CONJ
ἡhētheG3588T-NSF
γλῶσσαglōssatongueG1100N-NSF
μικρὸνmikrona smallG3398A-NSN
μέλοςmelosmemberG3196N-NSN
ἐστὶνestinisG1510V-PAI-3S
καὶkaiandG2532CONJ
μεγάλαmegalaexceeding thingsG3173A-APN
αὐχεῖ.aucheiit boasts.G6094V-PAI-3S
ἰδοὺidouBeholdG2400INJ
ἡλίκονhēlikona greatG2245I-NSN
πῦρpurfireG4442N-NSN
ἡλίκηνhēlikēnhow greatG2245I-ASF
ὕληνhulēna forestG5208N-ASF
ἀνάπτει·anapteiit kindles;G0381V-PAI-3S

6 Auch die Zunge [ist] ein Feuer: [Als] die Welt des Unrechts1 steht2 die Zunge unter unseren Gliedern da;3 sie, die den ganzen Körper beschmutzt und das Rad4 des Werdens5 in Brand setzt,6 wird [selbst] von der Hölle7 in Brand gesetzt.8

Original Greek

καὶkaiAlsoG2532CONJ
ἡhētheG3588T-NSF
γλῶσσαglōssatongue [is]G1100N-NSF
πῦρ,pura fire,G4442N-NSN
ὁhotheG3588T-NSM
κόσμοςkosmosworldG2889N-NSM
τῆςtēs<the>G3588T-GSF
ἀδικίαςadikiasof iniquityG0093N-GSF
οὕτως,houtōsthusG3779ADV
ἡhēTheG3588T-NSF
γλῶσσαglōssatongueG1100N-NSF
καθίσταταιkathistataiis setG2525V-PPI-3S
ἐνenamongG1722PREP
τοῖςtoistheG3588T-DPN
μέλεσινmelesinmembersG3196N-DPN
ἡμῶνhēmōnof usG3165P-1GP
ἡhēwhichG3588T-NSF
σπιλοῦσαspilousais defilingG4695V-PAP-NSF
ὅλονholonallG3650A-ASN
τὸtotheG3588T-ASN
σῶμαsōmabodyG4983N-ASN
καὶkaiandG2532CONJ
φλογίζουσαphlogizousasetting on fireG5394V-PAP-NSF
τὸνtontheG3588T-ASM
τροχὸνtrochoncourseG5164N-ASM
τῆςtēs<the>G3588T-GSF
γενέσεωςgeneseōsof natureG1078N-GSF
καὶkaiand [itself]G2532CONJ
φλογιζομένηphlogizomenēbeing set on fireG5394V-PPP-NSF
ὑπὸhupobyG5259GPREP
τῆςtēs<the>G3588T-GSF
γεέννης.¶geennēshell.G1067N-GSF-T
  1. Gen. qualitatis. Kommunikativ kann „Welt voller Unrecht“, „von Unrecht beherrschte Welt“, etc. übersetzt werden.
  2. Wörtlich „sich hinstellen“ (cf. 4,4). Die Form kann sowohl medial (Blomberg/Kamell), als auch passivisch (Mußner, Johnson, NSS) sein. Die mediale Deutung betont die Rolle der Zunge, die passivische diejenige Gottes oder ähnlicher Größen. Weil letztere Lösung aber Fragen offen ließe, entscheidet sich Blomberg für eine mediale Deutung. Johnson präferiert im Blick auf 4:4 die passivische Lösung. Meine Übersetzung (nach einem Vorschlag im NSS) lässt das Problem ein Stück weit offen, weil sie sich auf das Ergebnis konzentriert („dastehen“ kann das Resultat des Hinstellens oder des sich Hinstellens sein). Alternativ zu „dastehen“ kann auch übersetzt werden: „sich erweisen als“ (NSS), „sich darstellen“ (Dibelius), „sich machen/ernennen zu“ (Blomberg/Kamell, Johnson, B/A). Der überlieferte Text ist an dieser Stelle vermutlich fehlerhaft (Dibelius, B/A).
  3. Oder „Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt des Unrechts unter unsere Glieder gesetzt.“ (Mußner, Martin (zitiert bei Blomberg/Kamell).) Dazu wäre alternative Zeichensetzung vonnöten: Statt dem Semikolon (hochgesetzter Punkt) wie im NTG wäre dann hinter „πῦρ“ ein Komma zu setzen. Dadurch könnte der zweite Satz des Verses als Apposition verstanden werden: „Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt des Unrechts unter unsere Glieder gesetzt.“ Diese Variante sei u.a. von der TNIV und in früheren Edition des UBS-Testaments gewählt worden (Blomberg/Kamell).
  4. Je nach Akzentsetzung entweder „Rad“ oder „Bahn/Kurs“; bezeichnet allgemein etwas Rundes (Johnson; dort auf Englisch „course“; von mir entsprechend übersetzt).
  5. NSS: „Rad des Werdens/Daseins, hier wohl sprichwörtl. für Umkreis des Lebens (Mußner, Jak, S. 164f), Lebenslauf“. Aus „dem Sprachgebrauch der orphischen Mysterien“ (B/A) (cf. Dibelius, Kittel) → „Rad des Werdens“, „Lebenslauf“; klares Zeugnis für griechischen Einfluss (Johnson). Blomberg merkt an, dass der Begriff zur Abfassungszeit wohl schon abgegriffen war und hier nicht zu technisch gesehen werden sollte (seine Übersetzung: „Lauf des Daseins/der Existenz“). Menge: „das (rollende) Rad des Seins (d.h. den ganzen Lauf des Lebens = die ganze Lebensbahn)“, LUT „die ganze Welt“, ELB „Lauf des Daseins“, SLT „Umkreis des Lebens“, NGÜ „die ganze menschliche Existenz“, GNB „unser Leben von der Geburt bis zum Tod“.
  6. Auflösung zweier attributiver Partizipien als Relativsatz.
  7. Oder „Gehenna“. Hier werden die sehr semitischen Wurzeln des Schreibens offensichtlich.
  8. Das dritte attr. Ptz. Präs., hier im Pass., scheint semantisch von den übrigen getrennt zu sein. Alternativ: „sie beschmutzt ... und ... setzt ... in Brand und wird...“. Wörtlich: „die ... beschmutzende ... und ... in Brand setzende ... und ... in Brand gesetzt werdende.“

7 Jede1 Art [der] Säugetiere2 wie auch [der] Vögel, [der] Kriechtiere wie auch [der] Meerestiere wird gezähmt und ist [durch] die menschliche Art (Natur)3 gezähmt worden4,

Original Greek

ΠᾶσαPasaAllG3956A-NSF
γὰρgarforG1063CONJ
φύσιςphusiskindsG5449N-NSF
θηρίωνthēriōnof beastsG2342N-GPN
τεtebothG5037CONJ
καὶkaiandG2532CONJ
πετεινῶν,peteinōnof birds,G4071N-GPN
ἑρπετῶνherpetōnof creeping thingsG2062N-GPN
τεtebothG5037CONJ
καὶkaiandG2532CONJ
ἐναλίωνenaliōnthings of the seaG1724A-GPN
δαμάζεταιdamazetaiis subduedG1150V-PPI-3S
καὶkaiandG2532CONJ
δεδάμασταιdedamastaihe has been subduedG1150V-RPI-3S
τῇtēaby theG3588T-DSF
φύσειphuseiraceG5449N-DSF
τῇtēa<the>G3588T-DSF
ἀνθρωπίνῃ·anthrōpinēhuman;G0442A-DSF
  1. Dieses unbestimmte „πασα“ kann auch allgemeiner als „alle möglichen...“ übersetzt werden.
  2. Eigentlich nur „Tiere“; im Kontrast zu den anderen Tierarten im Kontext muss hier jedoch genauer übersetzt werden. Möglich: „Vierfüßler“ (B/A), „Säugetiere“, „Landtiere“, „vierfüßige Tiere“ (NSS).
  3. Dat. auctoris.
  4. Hier steht im Urtext ein Pf., das „worden“ tritt also hinter das Resultat des „ist“ zurück.

8 aber die Zunge vermag kein Mensch1 zu bändigen, [das]2 ruhelose (unruhige3, unkontrollierte4, wankelmütige5) Übel, voller tödlichen (todbringenden) Gifts.

Original Greek

τὴνtēntheG3588T-ASF
δὲdebutG1161CONJ
γλῶσσανglōssantongueG1100N-ASF
οὐδεὶςoudeisno [one]G3762A-NSM
δαμάσαιdamasaito subdueG1150V-AAN
δύναταιdunataiis ableG1410V-PNI-3S
ἀνθρώπων·anthrōpōnof men;G0444N-GPM
ἀκατάστατονakatastaton[it is] an unrulyG0182A-NSN
κακόν,kakonevil,G2556GA-NSN
μεστὴmestēfullG3324A-NSF
ἰοῦiouof poisonG2447N-GSM
θανατηφόρου.thanatēphoroudeadly.G2287A-GSM
  1. Gen. partitivus. Wörtlich: „keiner/niemand [der] Menschen“
  2. Alternativ: „[sie ist] ein“
  3. B/A
  4. Blomberg/Kamell
  5. Cf. 1,8

9 Mit ihr1 loben (reden wir gut von) wir den Herrn und Vater, und mit ihr verfluchen die Menschen, die nach der Ähnlichkeit (Gleichheit, Übereinstimmung. Klassisch: Bild, Ebenbild) Gottes erschaffen sind2:3

Original Greek

ἐνenWithG1722PREP
αὐτῇautēaitG0846P-DSF
εὐλογοῦμενeulogoumenwe blessG2127V-PAI-1P
τὸνtontheG3588T-ASM
κύριονkurionLordG2962GN-ASM-T
καὶkaiandG2532CONJ
πατέραpateraFatherG3962N-ASM-T
καὶkaiandG2532CONJ
ἐνenwithG1722PREP
αὐτῇautēaitG0846P-DSF
καταρώμεθαkatarōmethawe curseG2672V-PNI-1P
τοὺςtous<the>G3588T-APM
ἀνθρώπουςanthrōpousmenG0444N-APM
τοὺςtousthoseG3588T-APM
καθ᾽kath᾽according toG2596PREP
ὁμοίωσινhomoiōsin[the] likenessG3669N-ASF
θεοῦtheouof GodG2316N-GSM-T
γεγονότας·gegonotashaving been made;G1096V-2RAP-APM
  1. Instrumental (NSS). Wörtlich: „Durch sie“. Analog später im Vers.
  2. Attr. Ptz. Pf. Pass. Das griechische Pf. wurde hier, wie es seiner Bedeutung am ehesten entspricht, als Zustandsperfekt übersetzt.
  3. Frei zitiert nach 1 Mose 1,26f.

10 aus demselben Mund kommt Segen und Fluch. Es darf nicht sein, meine Geschwister, [dass]1 dies so geschieht!

Original Greek

ἐκekOut ofG1537PREP
τοῦtoutheG3588T-GSN
αὐτοῦautousameG0846P-GSN
στόματοςstomatosmouthG4750N-GSN
ἐξέρχεταιexerchetaiproceed forthG1831V-PNI-3S
εὐλογίαeulogiablessingG2129N-NSF
καὶkaiandG2532CONJ
κατάρα.kataracursing.G2671N-NSF
οὐouNotG3756PRT-N
χρή,chrēought,G5534V-PAI-3S
ἀδελφοίadelphoibrothersG0080N-VPM
μου,mouof Mine,G3165P-1GS
ταῦταtautathese thingsG3778D-NPN
οὕτωςhoutōssoG3779ADV
γίνεσθαι.ginesthaito be.G1096V-PNN
  1. Auflösung eines AcI.

11 Lässt etwa die Quelle aus derselben Öffnung süßes und bitteres [Wasser]1 quellen?

Original Greek

μήτιmētisurely not everG3385PRT-N
ἡhētheG3588T-NSF
πηγὴpēgēspringG4077N-NSF
ἐκekoutG1537PREP
τῆςtēsof theG3588T-GSF
αὐτῆςautēssameG0846P-GSF
ὀπῆςopēsopeningG3692N-GSF
βρύειbrueipours forthG1032V-PAI-3S
τὸto<the>G3588T-ASN
γλυκὺgluku[both] freshG1099A-ASN
καὶkaiandG2532CONJ
τὸto<the>G3588T-ASN
πικρόν;pikronbitter?G4089A-ASN
  1. Wörtlich: „das Süße und das Bittere“

12 Meine Geschwister, kann etwa ein Feigenbaum Oliven hervorbringen, oder ein Weinstock Feigen? Auch eine salzige [Quelle]1 [kann] kein Süßwasser2 hervorbringen.

Original Greek

μὴmēSurely notG3361PRT-N
δύναται,dunataiis able,G1410V-PNI-3S
ἀδελφοίadelphoibrothersG0080N-VPM
μου,mouof mine,G3165P-1GS
συκῆsukēa fig treeG4808N-NSF
ἐλαίαςelaiasolivesG1636N-APF
ποιῆσαιpoiēsaito produceG4160GV-AAN
ἢēOrG2228CONJ
ἄμπελοςampelosa vineG0288N-NSF
σῦκα;sukafigs?G4810N-APN
οὕτωςhoutōsthusG3779ADV
οὔτεouteNorG3777CONJ-N
πηγὴpēgēspringG4077N-NSF
ἁλυκὸνhalukonof saltG0252A-NSN
καὶkaiandG2532CONJ
γλυκὺglukufreshG1099A-ASN
ποιῆσαιpoiēsaito produceG4160GV-AAN
ὕδωρ.¶hudōrwater.G5204N-ASN
  1. Wörtlich: „das Salzige“
  2. Wörtlich: „süßes Wasser“

13 Wer [ist] weise und kundig (verständig, gebildet)1 unter euch? Er soll durch2 {die} gute Lebensführung seine Werke in (durch) Bescheidenheit (Demut, Sanftmut)3 [aus] Weisheit4 erweisen (muss erweisen5)6!

Original Greek

ΤίςTisWhoG5101I-NSM
σοφὸςsophos[is] wiseG4680A-NSM
καὶkaiandG2532CONJ
ἐπιστήμωνepistēmōnunderstandingG1990A-NSM
ἐνenamongG1722PREP
ὑμῖν;huminyou?G4771P-2DP
δειξάτωdeixatōhe should showG1166V-AAM-3S
ἐκekout ofG1537PREP
τῆςtēstheG3588T-GSF
καλῆςkalēsgoodG2570GA-GSF
ἀναστροφῆςanastrophēsconductG0391N-GSF
τὰtatheG3588T-APN
ἔργαergaworksG2041N-APN
αὐτοῦautouof himG0846P-GSM
ἐνeninG1722PREP
πραΰτητιprautēti[the] humilityG4236N-DSF
σοφίας.sophiasof wisdom.G4678N-GSF
  1. Die Bedeutung des Wortes ist die von anwendbarer Kundigkeit (Blomberg/Kamell). Kommunikativ vielleicht „erfahren“.
  2. Wörtlich: „aus“
  3. ie eigentliche Bedeutung ist wohl die eines „sanften Charakters“ im Gegensatz einem aufbrausenden Charakter (cf. Louw/Nida).
  4. Wörtlich „Bescheidenheit [der] Weisheit“; Gen. pertinentiae, also „Bescheidenheit, die von Weisheit kommt“.
  5. Blomberg/Kamell.
  6. Da der deutsche Imperativ in der 3. Person nicht vorkommt, muss mit „soll“ oder „muss“ umschrieben werden.

14 Aber wenn ihr bittere Eifersucht und Selbstsucht in eurem Herzen habt, rühmt euch nicht1 und lügt [nicht] wider die Wahrheit!2

Original Greek

εἰeiIfG1487GCOND
δὲdehoweverG1161CONJ
ζῆλονzēlonjealousyG2205N-ASM
πικρὸνpikronbitterG4089A-ASM
ἔχετεecheteyou haveG2192V-PAI-2P
καὶkaiandG2532CONJ
ἐριθείανeritheianself-interestG2052N-ASF
ἐνeninG1722PREP
τῇtēatheG3588T-DSF
καρδίᾳkardiaheartG2588N-DSF
ὑμῶν,humōnof you,G4771P-2GP
μὴmēnotG3361PRT-N
κατακαυχᾶσθεkatakauchasthedo boast [of it]G2620V-PNM-2P
καὶkaiandG2532CONJ
ψεύδεσθεpseudesthedo lieG5574V-PNM-2P
κατὰkataagainstG2596PREP
τῆςtēstheG3588T-GSF
ἀληθείας.alētheiastruth.G0225N-GSF
  1. Dies ist ein Imperativ Präsens. Im Gegensatz zum unmarkierten Imp. Aor. kann dieser auch die Bedeutung „hört auf, … zu tun“ haben. Blomberg merkt hier an, dass diese Bedeutungsnuance nicht unbedingt vorkommen muss.
  2. Indefiniter Konditionalsatz.

15 Dies ist nicht die Weisheit, die von oben herabkommt1, sondern [ist] irdisch, weltlich, natürlich2 [und] dämonisch.

Original Greek

οὐκoukNotG3756PRT-N
ἔστινestinisG1510V-PAI-3S
αὕτηhautēthisG3778D-NSF
ἡhētheG3588T-NSF
σοφίαsophiawisdomG4678N-NSF
ἄνωθενanōthenfrom aboveG0509ADV
κατερχομένη,katerchomenēcoming down,G2718V-PNP-NSF
ἀλλ᾽all᾽butG0235CONJ
ἐπίγειοςepigeios[is] earthlyG1919A-NSF
ψυχικὴpsuchikēunspiritualG5591A-NSF
δαιμονιώδης.daimoniōdēsdemonic.G1141A-NSF
  1. Attributive Auflösung. Wörtlich „ist … herabkommend“. Alternativ periphrastisch: „Diese Weisheit kommt nicht von oben herab...“
  2. So Dibelius u.a.; bei ihm Herleitung aus Parallelen zur gnostischen Frömmigkeit. Wörtlich „seelisch“. Im NT wird der Begriff aber nur für das Diesseitige im Gegensatz zum Geistlichen verwendet (B/A, Dibelius, Johnson). Oder „irdisch gesinnt“ (NSS), „sinnlich“ (Menge, ELB; aber missverständlich, da es hier eben nur um den Kontrast zum Geistlichen geht), „niedrig“ (LUT), „eigennützig“ (EU). Kommunikativ vielleicht „weltlich/diesseitig ausgerichtet“.

16 Denn wo [immer es] Eifersucht und Selbstsucht [gibt], dort [gibt es] Unordnung (Unruhe) und jede [Art von]1 gemeinem (niederem, schlimmem)2 Tun (Sache, Tat; Rechtsstreit3).

Original Greek

ὅπουhopouWhereG3699CONJ
γὰρgarforG1063CONJ
ζῆλοςzēlosjealousyG2205N-NSM
καὶkaiandG2532CONJ
ἐριθεία,eritheiaself-interest [exist],G2052N-NSF
ἐκεῖekeithere [will be]G1563ADV
ἀκαταστασίαakatastasiadisorderG0181N-NSF
καὶkaiandG2532CONJ
πᾶνpaneveryG3956A-NSN
φαῦλονphaulonevilG5337A-NSN
πρᾶγμα.¶pragmathing.G4229N-NSN
  1. Nach der Bedeutung dieses unbestimmten „πάν“ eingefügt (Johnson).
  2. Der Begriff drückt Niedrigkeit, Gemeinheit, Gewöhnlichkeit in einem sehr negativen Sinn aus (Johnson).
  3. Johnson

17 Doch die Weisheit, [die] von oben [kommt], ist {zwar} zuerst rein, dann friedfertig, gütig (nachgiebig, milde), folgsam (belehrbar, gehorsam1), voller Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch [und] ohne Heuchelei.

Original Greek

ἩHē<the>G3588T-NSF
δὲdeButG1161CONJ
ἄνωθενanōthenthe from aboveG0509ADV
σοφίαsophiawisdomG4678N-NSF
πρῶτονprōtonfirstG4413GA-ASN
μὲνmenindeedG3303PRT
ἁγνήhagnēpureG0053A-NSF
ἐστιν,estinis,G1510V-PAI-3S
ἔπειταepeitathenG1899ADV
εἰρηνική,eirēnikēpeaceable,G1516A-NSF
ἐπιεικής,epieikēsgentle,G1933A-NSF
εὐπειθής,eupeithēsreasonable,G2138A-NSF
μεστὴmestēfullG3324A-NSF
ἐλέουςeleousof mercyG1656N-GSN
καὶkaiandG2532CONJ
καρπῶνkarpōnof fruitsG2590N-GPM
ἀγαθῶν,agathōngood,G0018A-GPM
ἀδιάκριτος,adiakritosimpartial,G0087A-NSF
καὶkaiandG2532CONJ
ἀνυπόκριτος.anupokritossincere.G0505A-NSF
  1. LUT u.a. (SLT, NGÜ): „lässt sich etwas sagen“

18 Und (aber)1 [die] Ernte2 [der] Gerechtigkeit3 wird in Frieden gesät für4 jene, die Frieden stiften5.

Original Greek

καρπὸςkarpos[The] fruitG2590N-NSM
δὲdemoreoverG1161CONJ
τῆςtēs<the>G3588T-GSF
δικαιοσύνηςdikaiosunēsof righteousnessG1343N-GSF
ἐνeninG1722PREP
εἰρήνῃeirēnēpeaceG1515N-DSF
σπείρεταιspeiretaiis sownG4687V-PPI-3S
τοῖςtoisby thoseG3588T-DPM
ποιοῦσινpoiousinmakingG4160GV-PAP-DPM
εἰρήνην.¶eirēnēnpeace.G1515N-ASF
  1. Hier als koordinierender Textkonnektor (Blomberg/Kamell). Alternativ adversativ. Könnte auch einen leichten Kontrast als Aufruf zum Handeln darstellen (Johnson).
  2. So Blomberg/Kamell. Wörtlich „Frucht“.
  3. Wohl ein Gen. subiectivus: die Frucht ist Gerechtigkeit.
  4. Hier als Dat. commodi verstanden (Dibelius, Johnson, Blomberg/Kamell). Alternativ als Dat. auctoris: „von jenen, die...“. Dann käme aber der Frieden doppelt vor (Dibelius).
  5. Attributives/substantiviertes Ptz.