Chapter 9
1 1 Eine Wahrheit spreche ich in Christus; ich lüge nicht, [das] bestätigt (Zeugnis ablegt; bezeugt) mir mein Gewissen im Heiligen Geist 2,
Original Greek
- [Status: Ungeprüft]
- Gen. abs.; bezieht sich auf die vorhergehende Aussage Paulis.
2 dass mir großer Kummer (Traurigkeit) und beständiger (unaufhörlicher) Schmerz für mein Herz ist.
Original Greek
3 Denn ich selbst habe [mir] gewünscht, verflucht (verbannt) von Christus zu sein, anstelle (zugunsten von) meiner Geschwister, meiner Verwandten gemäß (nach) dem Fleisch:
Original Greek
4 Diejenigen sind Israeliten, deren die Sohnschaft {und}, die Herrlichkeit {und}, die Bünde {und}, die Gesetzgebung {und}, der Gottesdienst und die Verheißungen sind;
Original Greek
5 [zu] denen gehören die Väter (Vorfahren) und aus denen stammt (ist) dem Fleisch nach der Christus, der über allem ist, Gott1, gepriesen (gelobt) in Äonen (Ewigkeiten). Amen.
Original Greek
- wenn die Worte anders angeordnet werden, kommt es zu erheblichen Bedeutungsverschiebungen: z. Bsp. „Christus, der über allem Gott ist, gelobt [sei er] in Ewigkeit. Amen.“ >Dies dürfte nicht ganz in paulinische Theologie passen.
6 Ist (Verhält) es aber nicht so, dass Gottes Wort versagt hat (hinfällig werden)1? Denn nicht alle, die aus Israel sind2, diese [sind] Israel3;
Original Greek
- Perf.3.Sg.Akt.; andere Ü. umschreiben es im Konj. wie LuthÜ., Elb, Schl 2000, NGÜ.
- vgl. Schl 2000: „die aus Israel abstammen“
- Kann auch als rhetorische Frage wie die erste verstanden werden: „Sind denn [etwa] nicht alle, die aus Israel stammen, diese [auch richtige] Israeliten?“ >Verwiesen wird hier auf den gesetzesgebunden Glauben des israelitischen Volkes.
7 [Nein,] nicht weil (dass) sie Abrahams Same (Nachkommenschaft) sind, sind sie alle Kinder, sondern: „In Isaak wird dir ein Same genannt werden.“1
Original Greek
- Gen 21,12.
8 Das bedeutet (ist; heißt): Nicht die Kinder des Fleisches sind diese Kinder Gottes, sondern [nur] die Kinder der Verheißung werden als Nachkommenschaft erachtet (gerechnet; anerkannt).
Original Greek
9 Denn der Verheißung Wort ist dies: „Nach (Gemäß; Um) dieser Zeit will ich kommen und Sara wird (soll) einen Sohn haben.“1
Original Greek
- Gen 18,10.
10 Aber nicht nur [bei ihr], sondern auch Rebekka habend mit einem [Mann] Geschlechtsverkehr (Beischlaf) gehabt1: Mit unserem Vater Isaak.
Original Greek
- Vgl. Bauer/Aland,S.894; andere Ü. mit „schwanger sein“.
11 Denn noch nicht geboren werdend, auch nicht tuend1, was gut oder schlecht ist, damit der nach der Auslese (Auswahl; Auserwählung)[verfahrende] Ratschluss (Vorsatz) Gottes bliebe2.
Original Greek
- 2x Gen.abs.: Part.Aor.Ps.Gen.Pl.
- Präs.3.Sg.Akt.Konj.; viele Übersetzung bieten an dieser Stelle ein konträres Bild: z.Bsp.: EinÜ erweitert mit um „Vorherbestimmung“; LuthÜ; Elbü, Schl 2000 ergänzen mit „freier Wahl“; und noch einiges mehr.
12 Nicht aus Werken, sondern aus einem Ruf (Berufung?)1 wurde zu ihr gesprochen: „Der Größere wird/soll dem Geringeren Sklave sein (dienen)“2.
Original Greek
- Präs. Ptz.Akt.Gen.Sg.
- Gen 25,23; im übertragenen Sinne: „Der Ältere soll dem Jüngeren dienen“.
13 Gleichwie geschrieben steht: „Jakob habe ich geliebt, aber Esau habe ich gehasst (verworfen).1“
Original Greek
- Mal 1,2f.
14 Was wollen wir nun [dazu] sagen1? Ist (Herrscht) etwa Ungerechtigkeit bei Gott? So möge es nicht geschehen2!
Original Greek
- Fut.1.Pl.Akt.
- oder: „Auf keinen Fall!“;„Das sei Ferne“ (LuthÜ.; Schl 2000; ElbÜ)
15 Denn er sagt [noch] zu Mose: „Ich werde Erbarmen zeigen, dem ich [mich] erbarme; und ich werde Mitleid haben, den ich bemitleide.“1
Original Greek
- Ex 33,19; die beiden hier benutzten Verben haben einen ähnlichen Sinn von „sich erbarmen“, „Mitleid haben“, „gnädig sein“; viele Ü. bieten je eigene Auffassungen der Worte an, geben sie aber meist sinngemäß wieder.
16 Also [hängt es] nicht vom Wollenden, auch nicht Schnelllaufenden1, sondern vom erbarmenden Gott ab2.
Original Greek
- Wörtl.: „angestrengt Laufenden“
- vgl. ElbÜ.; die Ü. sehen die ersten beide Verben als Aktionen des Menschen an; vgl. EinÜ, LuthÜ, Schl 2000, NGÜ.
17 Denn die Schrift sagt zum Pharao: „Eben dazu1 habe ich dich in Erscheinung treten lassen2 (erwecken, aufrichten), damit ich an dir meine Kraft (Macht) erweisen (zeigen) kann und damit mein Name auf der ganzen Welt (Erde) bekannt gemacht werden (verkündet) kann.“3
Original Greek
- wörtl.: »Zum (in) selbigen diesen« >»Aus diesem Grund«, könnte man noch sagen; vgl. EinÜ; ElbÜ, LuthÜ, Schl 2000.
- Vgl. Bauer/Aland,S.553.
- Ex 9,16
18 Also1 nun: „Den er will (wünschen; begehren; Gefallen haben an; lieben; gern haben), [dessen] erbarmt er sich; und den er will, [den] verhärtet (verstockt) er.“
Original Greek
- Bezeichnet einen Schlusspunkt in einer Argumentation.
19 Nun wirst du mich [sicherlich] fragen1: „Was beschuldigt (tadeln; anklagen) er [uns] dann noch? Wer hat denn seinem Willen (Vorhaben) widerstanden2 (s. entgegengesetzt; s. widersetzt)?“
Original Greek
- Wörtl.: „sagen“.
- Perf.3.Sg.Akt.
20 Ja1, oh Mensch2: Wer (Was) bist du [denn] vielmehr3, antworten lassend 4 (entgegnen; rechten) dem Gott? Spricht nicht [auch] das Gebilde (Geschöpf) zum Bildenden5 (Schaffenden; Schöpfer?): 'Was (Wie; Warum) hast du mich so gemacht (tun, schaffen, bilden)?'
Original Greek
- Eine Verstärkungspartikel, um Affekte auszudrücken; vgl. Bauer/Aland,S.1785; andere Ü.: „Ja“ (ElbÜ; LuthÜ).
- Vokativ; vgl. Schl 2000.
- Verstärkungspartikel.
- Part.Präs.MedPs.Nom.Sg.
- Part.Aor.Akt.Dat.Sg
21 Oder hat nicht der Töpfer des Tones Vollmacht, aus demselben [Ton]klumpen zu machen (bilden; schaffen) das eine Gefäß zur Ehre (Würde; Lob; Rein), das andere zur Unehre?
Original Greek
22 Wenn aber Gott wollend [ist]1, zu zeigen (erweisen) seinen Zorn und seine Macht (Kraft) offenbar zu machen (bekannt machen; wissen), hat er in (mit) viel Geduld (Langmut) die Gefäße des Zornes getragen, geschaffen (bereiten; herstellen) worden seiend2 zur Vernichtung (Verderben),
Original Greek
- Part.Präs.Akt.Sg.Nom.
- Part.Perf.Ps.Pl.Akku.Ntr.
23 und damit er den Reichtum (Wohlstand) seiner Herrlichkeit an den Gefäßen des Erbarmens (Mitleid) offenbar macht (zu erkennen geben; kundtun), die er in Herrlichheit zuvor bereitet (vorbereiten) hat?
Original Greek
24 Diejenigen1 hat er auch [unter] uns gerufen (berufen); nicht nur2 aus den Juden, sondern auch aus [anderen Heiden]völkern (Nationen);
Original Greek
- Dieser relativische Satzanschluss ist mir unklar. Einfach wäre ihn einfach als Anakoluth zu verstehen; vermutlich will es die „Gefäße“ in Verbindung mit dem kommenden „uns“ herstellen. Andere Ü.: ElbÜ: „nämlich an uns“; LuthÜ: „Dazu hat er…“; Schl 2000: „Als solche“; EinÜ,NGÜ: lässt es weg.
- Wörtl.: „allein“.
25 wie er auch in (bei) Hosea spricht: „Ich werde Nicht-mein-Volk mein Volk rufen (nennen), und die Nicht-Geliebte1 Geliebte2.“3
Original Greek
- Part.
- 2x Part.Perf.Ps.Akku.fem.Sg.
- Vgl. ElbÜ.
26 und es ist an dem Ort, der ihnen gesagt wurde: „Nicht mein Volk seid ihr, dort werdet ihr Söhne (Kinder) Gottes des Lebendigen1 gerufen (genannt) werden2.“3
Original Greek
- Part.Präs.Akt.Gen.Sg.mask.
- Fut.Ps.3.Pl.
- Hos 2,1.25.
27 Jesaja aber schreit (laut ausrufen) über Israel: „Wenn die Zahl der Söhne (Kinder) Israels gleich dem Sand [am] Meer wäre, [so] wird (soll) der Rest errettet werden1;
Original Greek
- Fut.Ps.3.Sg.; andere Ü.: »[nur] der Rest wird …« (EinÜ; ElbÜ)
28 denn ein Wort beendend (abschließen; vollenden) und abkürzend1 (verkürzen; einschränken), wird der Herr es auf der Welt (Erde) machen (ausführen; tun).“2
Original Greek
- 2x Part.Präs.Akt.Nom.Sg.mask.; andere Ü.: EinÜ: »erfüllt und durchsetzt«, LuthÜ: »vollendet und ausrichtet«; NGÜ: »ohne Einschränkung und ohne Verzögerung«.
- Jes 10,22f.
29 Und wie Jesaja zuvor gesagt hat: „Wenn der Herr der Heerscharen (Zebaot) uns nicht einen Samen (Nachkommenschaft) übrig gelassen hätte, wie Sodom wären wir geworden und {wie} Gomorra gleich geworden.“1
Original Greek
- Irrealis; Jes 1,9.
30 Was sollen (wollen, werden) wir nun sagen? Dass die [Heiden]völker, die nicht nach Gerechtigkeit streben1 (eilen; rennen; trachten), Gerechtigkeit erlangt (ergriffen; genommen) haben; eine Gerechtigkeit aber, die aus Glauben (Treue; Überzeugung) [kommt].
Original Greek
- Part.Präs.Akt.Nom/Akku.Pl.Ntr.
31 Israel aber, strebend1 nach dem Gesetz der Gerechtigkeit, ist nicht in das Gesetz hineingelangt (hat erreicht).
Original Greek
- Part.Präs.Nom.Sg.mask.
32 Warum? Weil es nicht aus Glauben (Treue; Überzeugung), sondern wie aus Werken (Taten; Arbeiten) [geschah]. Sie haben am Stein des Anstoßes (Fehltritt) Anstoß genommen1;
Original Greek
- Andere Ü.: „Sie haben sich am Stein des Anstoßes gestoßen“; gemeint ist der Unglaube.
33 wie geschrieben steht: „Siehe, ich stelle (setzen; legen) in Zion einen Stein des Anstoßes (Fehltritt) und ein Fels der Verführung (Argernis)1, und wer an (auf) ihn glaubt2 (vertraut), soll (wird) nicht zuschanden (zugrunde gehen) werden.“
Original Greek
- ElbÜ: »des Strauchelns«.
- Part.Präs.Nom.Sg.mask.