reltext

Chapter 6

1 1 Hütet euch [aber] eure Gerechtigkeit zu tun vor den Menschen [und] sie vor ihnen zur Schau zu stellen; sonst (andernfalls) werdet ihr keinen haben Lohn bei (vor) eurem Vater in den Himmeln.

Original Greek

ΠροσέχετεProsechetedo bewareG4337V-PAM-2P
δὲdenowG1161CONJ
τὴνtēntheG3588T-ASF
δικαιοσύνηνdikaiosunēnrighteousnessG1343N-ASF
ὑμῶνhumōnof youG4771P-2GP
μὴmēnotG3361PRT-N
ποιεῖνpoiein[you are] to doG4160GV-PAN
ἔμπροσθενemprosthenbeforeG1715PREP
τῶνtōn<the>G3588T-GPM
ἀνθρώπωνanthrōpōnmenG0444N-GPM
πρὸςprosin orderG4314PREP
τὸto<the>G3588T-ASN
θεαθῆναιtheathēnaito be seenG2300V-APN
αὐτοῖς·autoisby them;G0846P-DPM
εἰeilestG1487LCOND
δὲdethenG1161CONJ
μήmēexceptG3361PRT-N
γε,geindeedG1065PRT
μισθὸνmisthonrewardG3408N-ASM
οὐκouknotG3756PRT-N
ἔχετεechetehave youG2192V-PAI-2P
παρὰparawithG3844PREP
τῷtōtheG3588T-DSM
πατρὶpatriFatherG3962N-DSM-T
ὑμῶνhumōnof youG4771P-2GP
τῷtōwho [is]G3588T-DSM
ἐνeninG1722PREP
τοῖςtoistheG3588T-DPM
οὐρανοῖς.¶ouranoisheavens.G3772N-DPM
  1. [Status: Ungeprüft]

2 Sooft (wenn, wann immer) du also tust Wohltaten (Almosen) (aus Barmherzigkeit spenden möchtest), [dann] blase nicht die Posaune (Trompete) vor dir1, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Straßen (in den Gassen), damit (auf das) sie geehrt werden von den Menschen (um {sie} von den Menschen verherrlicht zu werden). Wahrlich, ich sage euch: Sie haben den Lohn empfangen2.

Original Greek

ὍτανHotanWhenG3752CONJ
οὖνounthereforeG3767CONJ
ποιῇςpoiēasyou may doG4160GV-PAS-2S
ἐλεημοσύνην,eleēmosunēnacts of charity,G1654N-ASF
μὴmēnotG3361PRT-N
σαλπίσῃςsalpisēsmay sound a trumpetG4537V-AAS-2S
ἔμπροσθένemprosthenbeforeG1715PREP
σου,souyou,G4771P-2GS
ὥσπερhōsperasG5618CONJ
οἱhoitheG3588T-NPM
ὑποκριταὶhupokritaihypocritesG5273N-NPM
ποιοῦσινpoiousindoG4160GV-PAI-3P
ἐνeninG1722PREP
ταῖςtaistheG3588T-DPF
συναγωγαῖςsunagōgaissynagoguesG4864N-DPF
καὶkaiandG2532CONJ
ἐνeninG1722PREP
ταῖςtaistheG3588T-DPF
ῥύμαιςrhumaisstreetsG4505N-DPF
ὅπωςhopōsso thatG3704CONJ
δοξασθῶσινdoxasthōsinthey may have gloryG1392V-APS-3P
ὑπὸhupofromG5259GPREP
τῶνtōn<the>G3588T-GPM
ἀνθρώπων.anthrōpōnmen.G0444N-GPM
ἀμὴνamēnAmenG0281INJ-HEB
λέγωlegōI sayG3004GV-PAI-1S
ὑμῖν·huminto you;G4771P-2DP
ἀπέχουσινapechousinthey haveG0568V-PAI-3P
τὸνtontheG3588T-ASM
μισθὸνmisthonrewardG3408N-ASM
αὐτῶν.autōnof them.G0846P-GPM
  1. Diese Formulierung entspricht natürlich dem „herausposaunen“ - „rede nicht darüber, was (wie viel) du gespendet hast“
  2. perfektisches Präs. also auch möglich: „sie haben den Lohn (damit schon) erhalten“(Haubeck/Siebthal 2007, 28f)

3 Wenn du aber tust Wohltaten (Almosen gibst), lass nicht deine Linke1 wissen, was deine rechte tut,

Original Greek

σοῦsouYouG4771P-2GS
δὲdehoweverG1161CONJ
ποιοῦντοςpoiountosdoingG4160GV-PAP-GSM
ἐλεημοσύνηνeleēmosunēncharityG1654N-ASF
μὴmēnotG3361PRT-N
γνώτωgnōtōshould knowG1097V-2AAM-3S
ἡhētheG3588T-NSF
ἀριστεράaristeraleft [hand]G0710A-NSF
σουsouof youG4771P-2GS
τίtiwhatG5101I-ASN
ποιεῖpoieiis doingG4160GV-PAI-3S
ἡhētheG3588T-NSF
δεξιάdexiaright [hand]G1188A-NSF
σουsouof youG4771P-2GS
  1. Gemeint ist wohl: linke Hand

4 damit deine Wohltaten im Verborgenen sind; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dich entlohnen (belohnen).

Original Greek

ὅπωςhopōsso thatG3704CONJ
ᾖēmay beG1510V-PAS-3S
σουsouyourG4771P-2GS
ἡhē<the>G3588T-NSF
ἐλεημοσύνηeleēmosunēgivingG1654N-NSF
ἐνeninG1722PREP
τῷtō<the>G3588T-DSN
κρυπτῷ.kruptōsecret.G2927A-DSN
καὶkaiAndG2532CONJ
ὁhotheG3588T-NSM
πατήρpatērFatherG3962N-NSM-T
σουsouof youG4771P-2GS
ὁhothe [One]G3588T-NSM
βλέπωνblepōnseeingG0991V-PAP-NSM
ἐνeninG1722PREP
τῷtō<the>G3588T-DSN
κρυπτῷkruptōsecretG2927A-DSN
αὑτὸςhautoshimselfG1438F-3NSM
ἀποδώσειapodōseiwill rewardG0591V-FAI-3S
σοιsoiyouG4771P-2DS
ἐνeninG1722PREP
τῷtō<the>G3588T-DSN
φανερῷ.¶phanerōpublic.G5318A-DSN

5 Und wenn ihr betet, tut dies nicht wie die Heuchler, denn sie lieben es (tun es gern) in den Synagogen und in den Ecken (auf dem Eckstein) der breiten Straßen (Plätze) ihr Gebet zu machen damit es sichtbar ist den Menschen; Wahrlich, ich sage euch: Sie haben den Lohn empfangen1.

Original Greek

ΚαὶKaiAndG2532CONJ
ὅτανhotanwhenG3752CONJ
προσεύχησθε,proseuchēstheyou [pl.] may pray,G4336V-PNS-2P
οὐκouknotG3756PRT-N
ἔσεσθεesestheyou [pl.] will beG1510V-FDI-2P
ὡςhōslikeG5613PRT
οἱhoitheG3588T-NPM
ὑποκριταί,hupokritaihypocrites,G5273N-NPM
ὅτιhotiforG3754HCONJ
φιλοῦσινphilousinthey love [to be]G5368V-PAI-3P
ἐνeninG1722PREP
ταῖςtaistheG3588T-DPF
συναγωγαῖςsunagōgaissynagoguesG4864N-DPF
καὶkaiandG2532CONJ
ἐνenonG1722PREP
ταῖςtaistheG3588T-DPF
γωνίαιςgōniaiscornersG1137N-DPF
τῶνtōnof theG3588T-GPF
πλατειῶνplateiōnstreetsG4116N-GPF
ἑστῶτεςhestōteshaving stoodG2476V-RAP-NPM
προσεύχεσθαιproseuchesthaito prayG4336V-PNN
ὅπωςhopōsso thatG3704CONJ
ἂνanmaybeG0302PRT
φανῶσινphanōsinthey may be seenG5316V-2APS-3P
τοῖςtois<the>G3588T-DPM
ἀνθρώποις.anthrōpoisby men.G0444N-DPM
ἀμὴνamēnAmenG0281INJ-HEB
λέγωlegōI sayG3004GV-PAI-1S
ὑμῖνhuminto youG4771P-2DP
ὅτι·hotithat:G3754GCONJ
ἀπέχουσινapechousinthey haveG0568V-PAI-3P
τὸνtontheG3588T-ASM
μισθὸνmisthonrewardG3408N-ASM
αὐτῶν.autōnof them.G0846P-GPM
  1. perfektisches Präs. also auch möglich: „sie haben den Lohn (damit schon) erhalten“(Haubeck/Siebthal 2007, 28f)

6 Wenn du aber betest1, gehe in dein Zimmer (Kammer) [hinein] und schließe deine Türe um zu beten zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dich entlohnen (belohnen).

Original Greek

σὺsuYou yourselfG4771P-2NS
δέ,dehowever,G1161CONJ
ὅτανhotanwhenG3752CONJ
προσεύχῃ,proseuchēyou may pray,G4336V-PNS-2S
εἴσελθεeiselthedo enterG1525V-2AAM-2S
εἰςeisintoG1519PREP
τὸtotheG3588T-ASN
ταμεῖόνtameionroomG5009N-ASN
σου,souof you,G4771P-2GS
καὶkaiandG2532CONJ
κλείσαςkleisashaving shutG2808V-AAP-NSM
τὴνtēntheG3588T-ASF
θύρανthurandoorG2374N-ASF
σουsouof youG4771P-2GS
πρόσευξαιproseuxaido prayG4336V-ADM-2S
τῷtōto theG3588T-DSM
πατρίpatriFatherG3962N-DSM-T
σουsouof youG4771P-2GS
τῷtō<the>G3588T-DSM
ἐνeninG1722PREP
τῷtō<the>G3588T-DSN
κρυπτῷ.kruptōsecret.G2927A-DSN
καὶkaiAndG2532CONJ
ὁhotheG3588T-NSM
πατήρpatērFatherG3962N-NSM-T
σουsouof youG4771P-2GS
ὁhothe [One]G3588T-NSM
βλέπωνblepōnseeingG0991V-PAP-NSM
ἐνeninG1722PREP
τῷtō<the>G3588T-DSN
κρυπτῷkruptōsecretG2927A-DSN
ἀποδώσειapodōseiwill rewardG0591V-FAI-3S
σοιsoiyouG4771P-2DS
ἐνeninG1722PREP
τῷtō<the>G3588T-DSN
φανερῷ.phanerōpublic.G5318A-DSN
  1. eventl. konativ „wenn du ... möchtes“(Haubeck/Siebthal 2007, 29)

7 Wenn ihr (aber) betet, redet nicht gedankenlos (plappert nicht) wie die Heiden, denn sie denken (meinen) durch ihre vielen Worte werden sie erhört werden (wird auf sie gehört).

Original Greek

προσευχόμενοιproseuchomenoiPrayingG4336V-PNP-NPM
δὲdenowG1161CONJ
μὴmēnotG3361PRT-N
βατταλογήσητεbattalogēsētemay use vain repetitionsG0945V-AAS-2P
ὥσπερhōsperlikeG5618CONJ
οἱhoitheG3588T-NPM
ἐθνικοί·ethnikoipagans;G1482A-NPM
δοκοῦσινdokousinthey thinkG1380V-PAI-3P
γὰρgarforG1063CONJ
ὅτιhotithatG3754GCONJ
ἐνeninG1722PREP
τῇtēatheG3588T-DSF
πολυλογίᾳpolulogiamany wordsG4180N-DSF
αὐτῶνautōnof themG0846P-GPM
εἰσακουσθήσονται.eisakousthēsontaithey will be heard.G1522V-FPI-3P

8 macht es also ihnen nicht gleich (wie sie); denn euer Vater kennt, was ihr für braucht (nötig habt, eure Not, Sorgen, Bedarf) bevor ihr ihn bittet.

Original Greek

μὴmēNotG3361PRT-N
οὖνounthereforeG3767CONJ
ὁμοιωθῆτεhomoiōthētemay be likeG3666V-APS-2P
αὐτοῖς·autoisto them;G0846P-DPM
οἶδενoidenhas knownG6063V-RAI-3S
γὰρgarforG1063CONJ
ὁhotheG3588T-NSM
θεὸςtheosGodG2316N-NSM-T
ὁhotheG3588T-NSM
πατὴρpatērFatherG3962N-NSM-T
ὑμῶνhumōnof youG4771P-2GP
ὧνhōnof what thingsG3739R-GPN
χρείανchreianneedG5532N-ASF
ἔχετεecheteyou haveG2192V-PAI-2P
πρὸprobeforeG4253PREP
τοῦtou<the>G3588T-GSN
ὑμᾶςhumasyourG4771P-2AP
αἰτῆσαιaitēsaiaskingG0154V-AAN
αὐτόν.¶autonHim.G0846P-ASM

9 1 Ihr2 sollt daher (also) folgendermaßen beten: Unser Vater {der} im Himmel34,5Möge (Mögest)6 dein Name (du) geheiligt7 werden.8

Original Greek

ΟὕτωςHoutōsThusG3779ADV
οὖνounthereforeG3767CONJ
προσεύχεσθεproseuchesthedo prayG4336V-PNM-2P
ὑμεῖς·humeisyou yourselves:G4771P-2NP
πάτερpaterFatherG3962N-VSM-T
ἡμῶνhēmōnof usG3165P-1GP
ὁhoyou who [are]G3588T-VSM
ἐνeninG1722PREP
τοῖςtoistheG3588T-DPM
οὐρανοῖς,ouranoisheavens,G3772N-DPM
ἁγιασθήτωhagiasthētōshould be hallowedG0037V-APM-3S
τὸtotheG3588T-NSN
ὄνομάonomanameG3686N-NSN
σου·souof You;G4771P-2GS
  1. [Status: Zuverlässig]
  2. Ihr steht im Griechischen betont am Ende des Satzes und grenzt so die Jünger von den „plappernden Heuchlern“ ab (Hagner 1993, S. 147): Im Gegensatz zu diesen sollen die Jünger „folgendermaßen beten“.
  3. im Himmel - W. „in den Himmeln“; idiomatischer Plural, der sich häufiger im NT findet (wohl ein Semitismus). In der LF sollte mit Einzahl übersetzt werden.
  4. Unser Vater im Himmel - Man geht gemeinhin davon aus, dass die auf Griechisch überlieferten Formen des Vaterunsers auf eine ursprünglich aramäische Überlieferung zurückgehen. Vermutlich liegt Mt 6,9 (Unser Vater im Himmel, gr. Πάτερ ἡμῶν ὁ ἐν τοῖς οὐρανοῖς) und Lk 11,2 (schlicht „Vater“, gr. Πάτερ) das aramäische und für Jesus typische אַבָּא ´Abba „Vater“ zu Grunde (nicht: „Papa“ oder gar „Papi“, wie öfter zu lesen ist; vgl. Barr 1988). Das bedeutet: Die matthäische Version ist sowohl (1) um ἡμῶν unser als auch (2) um ὁ ἐν τοῖς οὐρανοῖς im Himmel angereichert. Die Intention dahinter war wohl, das schlichte „Vater“ beizubehalten und gleichzeitig „liturgietauglich“ zu machen: „Unser Vater“ findet sich häufiger in jüdischen Gebeten (s. z. B. das „Unser Vater, unser König“) und war wohl charakteristisch für Gemeindegebete (Grimm 1992, S. 26; Gundry 1994, S. 105; Lambrecht 1984, S. 128f). Ähnliches gilt für „Vater im Himmel“, das sich ebenfalls häufiger in jüdischen Gebeten fand: „Wo immer die Rabbinen von Gott als dem Vater sprachen, führten sie den Zusatz »himmlisch« ein, weil ihnen die vertraulich-intime Anrede »Vater« gegenüber Gott zu respektlos erschien.“ (Schnackenburg 1984, S. 111; so fast alle Exegeten). Die Frage nach der sinnvollsten Übersetzung ist schwierig: Eigentlich ist weder das evangelische „unser Vater“ noch das katholische „Vater unser“ korrektes Deutsch, da das Deutsche Vokative nicht mit Pronomina konstruiert - außer in geprägten Wendungen wie „Eure Majestät“ und eben „Vater unser“. Die Wortstellung in „Vater unser“ ist zudem zwar nicht „grammatikalisch falsch“ (Luz 1985, S. 333), aber veraltet, ohne dabei einen bedeutungsmäßigen Unterschied zu machen. Wie also übersetzen? Für jede mögliche Übersetzung - (1) Unser Vater im Himmel, (2) Unser Vater im Himmel, (3) Vater unser im Himmel - lässt sich sinnvoll argumentieren. Zum Beispiel: (1) ist das beste Deutsch und erfüllt die gleiche Funktion wie das griechische „Unser Vater im Himmel“, da es im Deutschen ja auch ohne dieses Pronomen ein „liturgietaugliches Gemeindegebet“ wäre. Andererseits wäre (3) gerade als geprägte und veraltete Wendung stilistisch am nähsten am Griechischen. Und (2) ist ein sinnvoller Mittelweg zw. natürlichem Deutsch und Treue zum Griechischen. Letztlich ist wohl jede dieser Übersetzungen gleichermaßen möglich.
  5. Weisheit 14,3; Jesaja 63,16; Jesaja 64,7; Jeremia 3,19; Markus 11,25; Markus 14,36
  6. Möge - Imperativ Aorist; die griechische Standard-Verbform für Gebete (die sonst keine weitere temporalsemantische Bedeutung hat; vgl. Grosvenor/Zerwick u. a.): Wieder - wie schon in Vater unser im Himmel - greift Mt zurück auf ein „Gebetsidiom“. Vielleicht entspricht dem heute eher das deutsche Gebetsidiom „Wir bitten (dafür), dass...“? B/N zumindest übersetzen sehr gut mit „Lass uns...“
  7. Möge dein Name geheiligt werden - jüdisches Idiom. Inhaltlich bedeutet es etwa „Gottes Willen tun“, „Gottes Geboten folgen“ (vgl. z. B. B/S I, S. 411-4; ThWNT I, S. 99; Lohfink 2015, S. 10f; Oakman 1999, S. 161-164)* - eine Tätigkeit, der man missionarische Wirksamkeit zusprach (für ein schönes Bsp. s. Lazarus 1922, S. 43f): „[Es] entstand nun die zwar schon im AT mehrfach belegte [s. v.a. Lev 22,31f], aber in ihrer Reinheit erst in der späteren jüdischen Litteratur vorkommende Anschauung, dass man durch ein sittliches Leben, ja durch jede sittliche Handlungsweise den Namen Gottes heilige, d.h. ihm Ehre mache und damit zu seiner Anerkennung unter den Menschen beitrage“ (Perles 1903, S. 68). Noch heute ist dieses Kiddusch Haschem, die „Heiligung des Namens“, eines der zentralsten jüdischen Gebote überhaupt (s. z.B. Eisenberg 2005, S. 12f). Alternativ gibt es zur Stelle heute recht häufig (1) die Interpretation, dass Gott das Subjekt der Heiligung seines Namens sei und dass die „Namensheiligung“ meine, dass er gegen die Entweihung seines Namens durch die Menschen vorgehe, indem er sich am Ende der Zeit als der Heilige offenbare, und v.a. in freieren Üss. (2) die Interpretation, dass „Gottes Namen heiligen“ schlicht meine „Gott preisen“. Aber beide Interpretationen berücksichtigen die Vorhandenheit des besagten Idioms nicht genug. V. 9c meint so das selbe wie 10a und 10b; in allen drei Teilversen wird gebetet um die Herrschaft Gottes auf Erden, die aus drei verschiedenen Perspektiven in den Blick genommen wird: (9c) Aus der der Menschen, die Gottes Namen heiligen = seinen Geboten folgen und so auch andere mit dieser Gesetzestreue anstecken sollen, (10a) aus der der Herrschaft selbst, die sich auf der Erde durchsetzen soll (s. nächste FN) und (10b) aus der Gottes, dessen Wille sich auf der Erde durchsetzen soll. *Ein sehr schönes Beispiel ist die jüdische Tradition, der zufolge das Königtum deshalb dem Stamm Juda zugefallen sei, weil Nachschom zur Zeit des Exodus Gottes Befehl, das Meer zu durchziehen, schon befolgte, bevor sich das Meer geteilt hatte und einfach in die Fluten sprang. Darauf spricht Gott: „Jener, der am Meer meinen Namen geheiligt hat, wird kommen und über Israel herrschen“ (Menn 1997, S. 264).
  8. Jesaja 29,23; 1 Petrus 3,15; Philipper 2,10

10 Möge dein Königtum (Königsherrschaft, Königreich)1 kommen2.Möge dein Wille geschehen - wie im Himmel so auch auf der Erde3.

Original Greek

ἐλθέτωelthetōshould comeG2064V-2AAM-3S
ἡhētheG3588T-NSF
βασιλείαbasileiakingdomG0932N-NSF
σου·souof You;G4771P-2GS
γενηθήτωgenēthētōshould be [done]G1096V-AOM-3S
τὸtotheG3588T-NSN
θέλημάthelēmawillG2307N-NSN
σου,souof You,G4771P-2GS
ὡςhōsasG5613PRT
ἐνeninG1722PREP
οὐρανῷouranōheavenG3772N-DSM
καὶkai[so] alsoG2532CONJ
ἐπὶepiuponG1909PREP
τῆςtēstheG3588T-GSF
γῆς·gēsearth;G1093GN-GSF
  1. Königtum (Königsherrschaft, Königreich) - traditionell „Reich“, aber die Wendung „Reich Gottes“ hat seltenst räumliche Bedeutung, sondern meint das Faktum der Herrschaft Gottes; das dynamische Königtum Gottes im Vollzug (Jeremias 1971, S. 101; ad loc. Lambrecht 1984, S. 130 u.v.a.). Arichea 1980, S. 227 schlägt als kommunikative Üss. daher vor: (1) „Mögest du über uns herrschen“, (2) „Mögest du unser König sein“, (3) „Mögest du über alle Menschen herrschen“. V. 10a meint damit genau das selbe wie 9c.
  2. kommen - In der Exegese geht man heute zumeist davon aus, dass Jesus das Königtum Gottes als mit seinem Auftreten bereits angebrochen, aber noch nicht vollends realisiert verstand (in der Theologie spricht man hier von der „Spannung von schon-jetzt und noch-nicht“). So muss wohl das „kommen“ erklärt werden: Der Beter soll um die völlige Realisierung der bereits angebrochenen Herrschaft Gottes bitten.
  3. wie im Himmel so auch auf der Erde - Cullmann 1997 und schon einige vor ihm haben erwogen, ob sich „wie im Himmel, so auch auf der Erde“ auch deuten ließe als „sowohl im Himmel als auch auf der Erde“; dagegen aber gut z. B. Lohfink 1989, S. 123. Gottes Wille soll auf Erden ebenso geschehen, wie er im Himmel geschieht.

11 Unser Brot (Essen)1 für den kommenden Tag (unser notwendiges Brot, unser heutiges Brot, unser Brot, das auf uns kommt)2 gib uns heute 3

Original Greek

τὸνtonTheG3588T-ASM
ἄρτονartonbreadG0740N-ASM
ἡμῶνhēmōnof usG3165P-1GP
τὸνton<the>G3588T-ASM
ἐπιούσιονepiousiondailyG1967A-ASM
δὸςdosdo grantG1325V-2AAM-2S
ἡμῖνhēminusG3165P-1DP
σήμερον·sēmerontoday;G4594ADV
  1. Brot (Essen) - „Brot“ steht in der Bibel häufig pars pro toto für Nahrung i.A., da das Gros der Mahlzeiten im Alten Israel nur aus Brot und Wasser bestand. So auch hier, vgl. ad loc. Arichea 1980, S. 221; Luz 1985, S. 347; Schürmann 1958, S. 63; Schweizer 1981, s. 97
  2. kommend (notwendig, heutig, das auf uns kommt) - Das griechische Wort ἐπιούσιος epiusios ist umstritten. Es findet sich nur hier, in der lk Parallelstelle Lk 11,3 und wahrscheinlich auf einem alten Papyrus, der überdies mittlerweile wieder verloren gegangen ist. Die Bedeutung des Wortes muss daher erschlossen werden, indem man rekonstruiert, von welchen griechischen Worten es sich herleitet: # von ἔπι + ιέναι: kommend (i.S.v. nächster), morgig. Dieser Ableitung folgen heute die meisten und sie ist die unproblematischste.(1a) Das ἄρτος ἐπιούσιος wäre dann das „kommende Brot“ und würde sich nachmittags oder abends geäußert auf den morgigen Tag und morgens geäußert auf den kommenden Tag beziehen.(1b) Alternativ haben einige vorgeschlagen, „kommend“ als künftig zu verstehen; das „künftige Brot“ wäre dann das Himmelsbrot, das am Ende der Zeit verspeist wird (s. Lk 14,15): Auch „Unser künftiges Brot gib uns heute“ wäre dann eine Bitte um den Anbruch der Gottesherrschaft am Ende der Zeit. Allerdings störte hier dann das „unser“ (Luz 1985, S. 342; Vögtle 1975, S. 350).(1c) Orchard 1973 und Hultgren 1990 haben außerdem vorgeschlagen, mit dem „kommenden Brot“ sei das „Brot, das uns begegnet“ gemeint, sind damit aber zu Recht auf keinen großen Anklang gestoßen. # von ἔπι + οὐσία: für die Existenz, notwendig. Allerdings würde bei dieser Wortbildung das Iota ellidiert werden (Hemer 1984, S. 92; Luz 1985, S. 342f) und das extra betonte „heute“ wäre redundant (Hagner 1993, S. 149) # vom Ausdruck ἔπι την οὖσαν ἡμέραν: für den heutigen Tag, aber auch hier müsste das Iota ellidiert werden (Hemer 1984, S. 92; Luz 1985, S. 342) und das „heute“ wäre überflüssig (Hagner 1993, S. 149); außerdem ist οὖσαν ohne ἡμέραν nie für „heutig“ belegt (Luz 1985, S. 342). Es läuft also deutlich auf „morgig“ hinaus. Dafür spricht auch stark, dass laut Hieronymus im alten Hebräerevangelium מחר machar („morgen“) gestanden hatte. Es passt außerdem zur Verkündigung Jesu, der sich ja ausgesprochen (auch) an die Armen - die sich eben nicht sicher sein konnten, ob sie am nächsten Tag Arbeit finden und so ihr Brot verdienen würden - wandte (so z. B. Heininger 2002, S. 197f; Klauck in seinen Vorlesungen zum Mt-Ev.), und ebenso passt es zur Situation der Wanderprediger, durch die (in der Spruchquelle Q) das Vaterunser tradiert wurde und die gleichfalls nicht sicher sein konnten, ob sie am kommenden Tag ausreichend Nahrung erhalten würden (vgl. z.B. Heininger 2002, S. 197; Lohfink 2015, S. 8f).
  3. Sprichwörter 30,8

12 und vergib uns unsere Schulden (Schuld, Sünden)1,wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben (vergeben)2.

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ἄφεςaphesdo forgiveG0863HV-2AAM-2S
ἡμῖνhēminusG3165P-1DP
τὰtatheG3588T-APN
ὀφειλήματαopheilēmatadebtsG3783N-APN
ἡμῶν,hēmōnof us,G3165P-1GP
ὡςhōsasG5613PRT
καὶkaialsoG2532CONJ
ἡμεῖςhēmeiswe ourselvesG3165P-1NP
ἀφήκαμενaphēkamenforgiveG0863HV-AAI-1P
τοῖςtoistheG3588T-DPM
ὀφειλέταιςopheiletaisdebtorsG3781N-DPM
ἡμῶν·hēmōnof us;G3165P-1GP
  1. Schulden (Schuld, Sünden) - Das Griechische ofeilemata bezeichnet eigentlich nur Geldschulden. Es ist dies ein Aramäismus: das aramäische choba´ meint sowohl Geldschulden als auch Sünden (so fast alle Exegeten). Arichea 1980, S. 222 empfiehlt die Übersetzung der Good News: „Die Fehler, die wir getan haben... denen, die an uns gefehlt haben“.
  2. vergeben haben (vergeben) - Einigen Exegeten scheint es merkwürdig, dass hier die Vergebung durch die Menschen offenbar zur Bedingung der Vergebung Gottes gemacht wird („wie auch wir vergeben haben“); sie gehen daher davon aus, dass hinter diesem Aorist ein semitisches Perfekt gestanden habe, das sowohl Vergangenheits- als auch Gegenwartsbedeutung haben kann und man also übersetzen müsste: „wie auch wir vergeben“ (so z. B. Grimm 1992, S. 93; Jeremias 1971, S. 195; Kistemaker 1978, S. 324; Luz 1985, S. 348; Stöger 1980b, S. 102). Das ist abzulehnen; Vv. 14f machen klar, dass in diesem Kontext die Vergebung der Menschen tatsächlich als Bedingung für die Vergebung Gottes gedacht wird (Hagner 1993, S. 150f; Lambrecht 1984, S. 137).

13 Und führe (lass nicht zu, dass wir geraten)1 uns nicht in Versuchung (Tests),2sondern rette (erlöse) uns von dem Bösen.3

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
μὴmēnotG3361PRT-N
εἰσενέγκῃςeisenegkēsmay you leadG1533V-2AAS-2S
ἡμᾶςhēmasusG3165P-1AP
εἰςeisintoG1519PREP
πειρασμόν,peirasmontemptation,G3986GN-ASM
ἀλλὰallabutG0235CONJ
ῥῦσαιrhusaido deliverG4506V-ADM-2S
ἡμᾶςhēmasusG3165P-1AP
ἀπὸapofromG0575PREP
τοῦtoutheG3588T-GSN
πονηροῦponērouevil’G4190A-GSN
ὅτιhotiSinceG3754HCONJ
σοῦsouof youG4771P-2GS
ἐστινestinisG1510V-PAI-3S
ἡhētheG3588T-NSF
βασιλείαbasileiakingdomG0932N-NSF
καὶkaiandG2532CONJ
ἡhētheG3588T-NSF
δύναμιςdunamispowerG1411N-NSF
καὶkaiandG2532CONJ
ἡhētheG3588T-NSF
δόξαdoxagloryG1391N-NSF
εἰςeisintoG1519PREP
τοῦςtoustheG3588T-APM
αἰῶναςaiōnasagesG0165HN-APM
ἀμήν.amēnAmen.G0281INJ-HEB
  1. führe (lass nicht zu, dass wir geraten), Versuchung (Tests), Bösen - Bei V. 13 arbeitet die Exegese sich v.a. an der Ambivalenz der beiden Ausdrücke (1) εἰσενέγκῃς εἰς πειρασμόν und (2) ἀπὸ τοῦ πονηροῦ ab. (1a) πειρασμός heißt meist „Versuchung“ und bezieht sich dann auf das Streben Satans, den Gläubigen von seinem Glauben und seine Rechtschaffenheit abzubringen. Oder, (1b): Nach altjüdischer Vorstellung bringt Gott immer wieder Unheil über den gläubigen Menschen, damit dieser sich in diesen „Tests“ als rechter Gottesdiener bewähren kann (vgl. z. B. Gen 22,1; Ex 16,4; Ri 3,1-4; Ps 26,2; Sir 2,1); alternativ könnte sich πειρασμός auf diese „Tests“ beziehen (vgl. EWNT III, S. 153: „Je nach Intention differenziert sich der Test positiv als Bewährungsprobe, negativ als Verleiten zum Fall. [...] Überwiegend ist eine Belastung und Bedrohung durch Menschen oder Mächte (vgl. »Drangsal, Verfolgung, Fallstricke« usw.) gemeint [...].“). Damit hängt zusammen die richtige Deutung von πονηρός: Hier könnte πονηρός sowohl (2a) als Maskulinum gedeutet werden und dann „den Bösen“ meinen - also den Teufel, oder aber (2b) als Neutrum und dann „das Böse“=Unheil meinen. Kombiniert man die beiden (a)- und die beiden (b)-Deutungen, ergäbe das also: * (a) Versuche uns nicht (=strebe nicht danach, uns vom Glauben abzubringen); / rette uns vor dem Satan * (b) Unterziehe uns keinen Tests; / bewahre uns vor Unheil Das Problem von Deutung (a) wäre, dass dann ja Gott der Aktant der (satanischen) Versuchung wäre. In der Regel behilft man sich dann damit, εἰσφέρω zu erklären als eine Fehlübersetzung eines aramäischen Verbs im Aphel-Stamm, das eigentlich permissive Bedeutung gehabt habe: „Lass nicht zu, dass wir [von Satan] versucht werden“ (z. B. de Moor 1988; Jeremias 1971; Jenni 1997b; Kistemaker 1978; Tournay 1998; Schnackenburg 1984; ähnlich Torrey 1933), also: * (a') Lass nicht zu, dass wir versucht werden / rette uns vor dem Satan Gegen (a') spricht: Eine Exegese auf Basis eines hypothetischen aramäischen Grundtexts ist sehr spekulativ und sollte daher stets letzte Wahl sein (vgl. Gielen 1998, S. 203; Heininger 2002, S. 201; Lambrecht 1984, S. 135); hier ist es überdies schlicht ein bewusstes Fehllesen des Texts (Fitzmyer 2003, S. 271). Zudem sollte man bei einer Übersetzung eines Aphel-Verbs eher ein griechisches Passiv-Verb erwarten und bei einer auf ein „Missverständnis“ zurückgehenden Fehlübersetzung außerdem (hier nicht vorhandene) Textvarianten (so gut Porter 1990, S. 360). Dass (a) problematisch ist, sieht man ja schon daran, dass so viele Exegeten sich veranlasst sahen, ob dieser Problematik stattdessen für (a') zu argumentieren. Berücksichtigt man dann noch die älteste Deutung dieser Bitte in 2Tim 4,18 („Der Herr wird mich retten vor jedem bösen Werk“), die für (b) spricht, sollte man sich hier dann doch deutlich für diese Deutung entscheiden.
  2. Matthäus 26,41; Markus 14,38; Lukas 22,40; Lukas 22,46; 1 Korinther 10,13; Jakobus 1,13
  3. Textkritik: An das Vaterunser schließt sich in jüngeren Texten oft noch eine Doxologie an, die klar sekundär ist (u. a. daran zu erkennen, dass sie in unterschiedlichen Ausgestaltungen angehängt wird). Am verbreitetsten ist die Doxologie, die auch in unserem Vaterunser gebetet wird: „denn dein ist das Reich (also: Herrschaft, Königtum) und die Kraft (besser: Macht) und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen“; sie ist vermutlich abgeleitet von 1Chr 29,11 (Gnilka 1986, S. 228). Es ist dennoch keine Verfälschung, wenn wir das Vaterunser inklusive dieser sekundären Doxologie beten: Gebete wurden früher stets durch eine meist frei zu formulierende Doxologie abgeschlossen (vgl. 2Tim 4,18; Did 8,2 („denn dein ist die Macht und die Herrlichkeit, Amen“) und ad loc. z. B. Luz 1985, S. 349f; Schweizer 1981, S. 93); besagtes „denn dein ist das Königtum und die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit, Amen“ ist sehr wahrscheinlich eine dieser frei formulierten Doxologien, die später standardisiert und angehängt wurden.

14 1 Denn wenn ihr verzeiht (vergebt) den Menschen ihre Schuld (Fehltritt, Verfehlung, Sünde), wird auch euch der Vater in dem Himmel vergeben.

Original Greek

ἐὰνeanIfG1437COND
γὰρgarforG1063CONJ
ἀφῆτεaphēteyou shall forgiveG0863HV-2AAS-2P
τοῖςtois<the>G3588T-DPM
ἀνθρώποιςanthrōpoismenG0444N-DPM
τὰtatheG3588T-APN
παραπτώματαparaptōmatatrespassesG3900N-APN
αὐτῶν,autōnof them,G0846P-GPM
ἀφήσειaphēseiwill forgiveG0863HV-FAI-3S
καὶkaialsoG2532CONJ
ὑμῖνhuminyouG4771P-2DP
ὁhotheG3588T-NSM
πατὴρpatērFatherG3962N-NSM-T
ὑμῶνhumōnof youG4771P-2GP
ὁho<the>G3588T-NSM
οὐράνιος.ouraniosHeavenly.G3770A-NSM
  1. [Status: Ungeprüft]

15 Wenn ihr aber nicht vergebt den Menschen, wird auch der Vater euch eure Schuld nicht vergeben.

Original Greek

ἐὰνeanonlyG1437COND
δὲdehoweverG1161CONJ
μὴmēunlessG3361PRT-N
ἀφῆτεaphēteyou shall forgiveG0863HV-2AAS-2P
τοῖςtois<the>G3588T-DPM
ἀνθρώποιςanthrōpoismenG0444N-DPM
τὰtatheG3588T-APN
παραπτώματαparaptōmatatrespassesG3900N-APN
αὐτῶν,autōnof themG0846P-GPM
οὐδὲoudeneitherG3761CONJ-N
ὁhotheG3588T-NSM
πατὴρpatērFatherG3962N-NSM-T
ὑμῶνhumōnof youG4771P-2GP
ἀφήσειaphēseiwill forgiveG0863HV-FAI-3S
τὰtatheG3588T-APN
παραπτώματαparaptōmatatrespassesG3900N-APN
ὑμῶν.¶humōnof you.G4771P-2GP

16 1Wenn ihr aber fastet, werdet (seid) nicht verdrießlich2 wie die Scheinheiligen (Heuchler), die ihr Gesicht verschwinden lassen3, damit die Leute wahrnehmen (sehen, bemerken)4, dass sie fasten. Wirklich (wahrlich), ich sage euch, sie haben ihren Lohn [bereits] erhalten5 6.

Original Greek

ὍτανHotanWheneverG3752CONJ
δὲdenowG1161CONJ
νηστεύητε,nēsteuēteyou may fast,G3522V-PAS-2P
μὴmēnotG3361PRT-N
γίνεσθεginesthedo beG1096V-PNM-2P
ὡςhōslikeG5613PRT
οἱhoitheG3588T-NPM
ὑποκριταὶhupokritaihypocritesG5273N-NPM
σκυθρωποί·skuthrōpoigloomy;G4659A-NPM
ἀφανίζουσινaphanizousinthey disfigureG0853V-PAI-3P
γὰρgarforG1063CONJ
τὰtatheG3588T-APN
πρόσωπαprosōpaappearanceG4383N-APN
αὐτῶνautōnof themG0846P-GPM
ὅπωςhopōsso thatG3704CONJ
φανῶσινphanōsinthey may appearG5316V-2APS-3P
τοῖςtois<the>G3588T-DPM
ἀνθρώποιςanthrōpoisto menG0444N-DPM
νηστεύοντες.nēsteuontes[as] fasting.G3522V-PAP-NPM
ἀμὴνamēnAmenG0281INJ-HEB
λέγωlegōI sayG3004GV-PAI-1S
ὑμῖνhuminto youG4771P-2DP
ὅτι·hotithat:G3754GCONJ
ἀπέχουσινapechousinthey haveG0568V-PAI-3P
τὸνtontheG3588T-ASM
μισθὸνmisthonrewardG3408N-ASM
αὐτῶν.autōnof them.G0846P-GPM
  1. Diese Übersetzung ist sehr frei und gehört eigentlich in die Lesefassung: Macht keine trüben Gesichter wie die Heuchler, wenn ihr fastet, denn deren Gesichter sind verstellt um den Menschen als Fastende zu erscheinen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben bereits ihren vollen Lohn erhalten.
  2. wörtlich: mit finsterem Blick/ traurig/mürrisch dreinschauend
  3. ἀφανίζω bildet ein Wortspiel mit φαίνομαι, vgl. Jakobus 4,14, und heißt wörtlich unsichtbar machen. Da das Verb in Vers 19 wieder aufgenommen wird, habe ich nach einer Übersetzung gesucht, die für beide passt. Gemeint ist, dass diese Fastenden sich nicht waschen und ihr Gesicht daher unter einer dicken Schicht Dreck "verschwinden lassen"
  4. wörtlich: damit sie den Leuten als Fastende erscheinen
  5. nämlich dadurch, dass die Leute ihr Fasten bemerkt haben - d.h. sie haben um der Anerkennung durch die Leute willen gefastet, nicht um Gottes willen
  6. perfektisches Präs. also auch möglich: „sie haben den Lohn (damit schon) erhalten“(Haubeck/Siebthal 2007, 28f)

17 Du aber, wenn du fastest, parfümiere (salbe) deinen Kopf (dein Haupt) und wasche dein Äußeres (Gesicht),

Original Greek

σὺsuYou yourselfG4771P-2NS
δὲdehoweverG1161CONJ
νηστεύωνnēsteuōnfastingG3522V-PAP-NSM
ἄλειψαίaleipsaido anoint yourselfG0218V-AMM-2S
σουsouyourG4771P-2GS
τὴνtēn<the>G3588T-ASF
κεφαλὴνkephalēnheadG2776N-ASF
καὶkaiandG2532CONJ
τὸtotheG3588T-ASN
πρόσωπόνprosōponfaceG4383N-ASN
σουsouof youG4771P-2GS
νίψαιnipsaido wash, yourselfG3538V-AMM-2S

18 damit 1 nicht die Leute wahrnehmen (sehen, bemerken), dass du fastest 2, sondern (aber) dein Vater, der im Verborgenen (verborgen) ist. Und dein Vater, der ins das Verborgene sieht, wird dir [dein Fasten] vergelten (dich belohnen).

Original Greek

ὅπωςhopōsso thatG3704CONJ
μὴmēnotG3361PRT-N
φανῇςphanēasmay you appearG5316V-2APS-2S
τοῖςtois<the>G3588T-DPM
ἀνθρώποιςanthrōpoisto menG0444N-DPM
νηστεύωνnēsteuōn[as] fastingG3522V-PAP-NSM
ἀλλὰallabutG0235CONJ
τῷtō<the>G3588T-DSM
πατρίpatrito FatherG3962N-DSM-T
σουsouof youG4771P-2GS
τῷtōthe [One]G3588T-DSM
ἐνeninG1722PREP
τῷtō<the>G3588T-DSN
κρυφαίῳ.kruphaiōsecret.G6058A-DSN
καὶkaiandG2532CONJ
ὁhotheG3588T-NSM
πατήρpatērFatherG3962N-NSM-T
σουsouof youG4771P-2GS
ὁhothe [One]G3588T-NSM
βλέπωνblepōnseeingG0991V-PAP-NSM
ἐνeninG1722PREP
τῷtō<the>G3588T-DSN
κρυφαίῳkruphaiōsecretG6058A-DSN
ἀποδώσειapodōseiwill rewardG0591V-FAI-3S
σοιsoiyouG4771P-2DS
ἐνeninG1722PREP
τῷtō<the>G3588T-DSN
φανερῷ.¶phanerōpublic.G5318A-DSN
  1. das ist zu frei übersetzt: du bei den Menschen nicht den falschen Eindruck erweckst, dass du ein Fastender bist, sondern zu deinem verborgenen Vater, der dir im Verborgenen zusieht und dir vergibt (vergilt)
  2. wörtl.: damit du nicht den Leuten als Fastender erscheinst

19 Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde (auf Erden), wo Motten1 und Fraß (Holzwurm, Wurmfraß)2 [sie] verschwinden lassen (zerstören, vernichten) und [wo] Diebe einbrechen3 und stehlen.

Original Greek

ΜὴMēNotG3361PRT-N
θησαυρίζετεthēsaurizetedo store upG2343V-PAM-2P
ὑμῖνhuminfor yourselvesG4771P-2DP
θησαυροὺςthēsauroustreasuresG2344N-APM
ἐπὶepiuponG1909PREP
τῆςtēstheG3588T-GSF
γῆς,gēsearth,G1093GN-GSF
ὅπουhopouwhereG3699PREP
σὴςsēsmothG4597N-NSM
καὶkaiandG2532CONJ
βρῶσιςbrōsisrustG1035N-NSF
ἀφανίζειaphanizeidestroyG0853V-PAI-3S
καὶkaiandG2532CONJ
ὅπουhopouwhereG3699PREP
κλέπταιkleptaithievesG2812N-NPM
διορύσσουσινdiorussousinbreak inG1358V-PAI-3P
καὶkaiandG2532CONJ
κλέπτουσιν·kleptousinsteal;G2813V-PAI-3P
  1. Kollektiver Singular
  2. das Griechische Wort βρώσις bedeutet eigentlich Speise (seit Homer); hier meint es das Zerfressen, Zernagen. Gemeint ist ein fressendes Insekt, wohl der Holzwurm, der die Holzkisten zerstört, in denen die Schätze aufbewahrt sind. Keinesfalls ist damit Rost gemeint, denn Gold, Silber oder Edelsteine können nicht von Kupferrost oder Grünspan befallen werden. Vgl. Dazu Ulrich Luz, EKK I/1, S. 464, Anm. 15
  3. wörtl.: durchgraben (von Lehmwänden), aber der Begriff ist zum t.t. für "einbrechen" geworden.

20 Sammelt aber euch Schätze im Himmel, wo weder Motten1 noch Fraß (Holzwurm, Wurmfraß) [sie] verschwinden lassen (zerstören, vernichten) und [wo] Diebe nicht einbrechen und auch nicht stehlen.

Original Greek

θησαυρίζετεthēsaurizetedo store upG2343V-PAM-2P
δὲdehoweverG1161CONJ
ὑμῖνhuminfor yourselvesG4771P-2DP
θησαυροὺςthēsauroustreasuresG2344N-APM
ἐνeninG1722PREP
οὐρανῷ,ouranōheaven,G3772N-DSM
ὅπουhopouwhereG3699PREP
οὔτεouteneitherG3777CONJ-N
σὴςsēsmothG4597N-NSM
οὔτεoutenorG3777CONJ-N
βρῶσιςbrōsisrustG1035N-NSF
ἀφανίζειaphanizeidestroyG0853V-PAI-3S
καὶkaiandG2532CONJ
ὅπουhopouwhereG3699PREP
κλέπταιkleptaithievesG2812N-NPM
οὐounotG3756PRT-N
διορύσσουσινdiorussousindo break inG1358V-PAI-3P
οὐδὲoudenorG3761CONJ-N
κλέπτουσιν·kleptousinsteal;G2813V-PAI-3P
  1. Kollektiver Singular

21 Denn (dort) wo dein Schatz ist1, da (dort) wird2 auch dein Herz sein.

Original Greek

ὅπουhopouWhereG3699CONJ
γάρgarforG1063CONJ
ἐστινestinisG1510V-PAI-3S
ὁhotheG3588T-NSM
θησαυρόςthēsaurostreasureG2344N-NSM
σου,souof you [one]G4771P-2GS
ἐκεῖekeithereG1563ADV
ἔσταιestaiwill beG1510V-FDI-3S
καὶkaialsoG2532CONJ
ἡhētheG3588T-NSF
καρδίαkardiaheartG2588N-NSF
σου.¶souof you [one].G4771P-2GS
  1. ἐστιν: 3.Sg. Präsenz akt.
  2. ἔσται: 3.Sg. Futur med.

22 Die Lampe des Leibes (Körpers) ist das Auge. Wenn nun dein Auge lauter (gesund) ist, so wird dein ganzer Leib (Körper) licht (erleuchtet) sein.

Original Greek

ὉHoTheG3588T-NSM
λύχνοςluchnoslampG3088N-NSM
τοῦtouof theG3588T-GSN
σώματόςsōmatosbodyG4983N-GSN
ἐστινestinisG1510V-PAI-3S
ὁhotheG3588T-NSM
ὀφθαλμός.ophthalmoseye.G3788N-NSM
ἐὰνeanIfG1437COND
οὖνounthereforeG3767CONJ
ᾖēshall beG1510V-PAS-3S
ὁhotheG3588T-NSM
ὀφθαλμόςophthalmoseyeG3788N-NSM
σουsouof youG4771P-2GS
ἁπλοῦς,haplousclearG0573A-NSM
ὅλονholon[the] wholeG3650A-NSN
τὸto<the>G3588T-NSN
σῶμάsōmabodyG4983N-NSN
σουsouof youG4771P-2GS
φωτεινὸνphōteinonfull of lightG5460A-NSN
ἔσται·estaiwill be;G1510V-FDI-3S

23 Wenn aber dein Auge böse (schlecht) ist, so wird dein ganzer Leib finster (dunkel) sein. Wenn also das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß ist die Finsternis!

Original Greek

ἐὰνeanIfG1437COND
δὲdehoweverG1161CONJ
ὁhotheG3588T-NSM
ὀφθαλμόςophthalmoseyeG3788N-NSM
σουsouof youG4771P-2GS
πονηρὸςponērosevilG4190A-NSM
ᾖ,ēshall be,G1510V-PAS-3S
ὅλονholonallG3650A-NSN
τὸtotheG3588T-NSN
σῶμάsōmabodyG4983N-NSN
σουsouof youG4771P-2GS
σκοτεινὸνskoteinonfull of darknessG4652A-NSN
ἔσται.estaiwill be.G1510V-FDI-3S
εἰeiIfG1487GCOND
οὖνounthenG3767CONJ
τὸtotheG3588T-NSN
φῶςphōslightG5457N-NSN
τὸtothat [is]G3588T-NSN
ἐνenwithinG1722PREP
σοὶsoiyouG4771P-2DS
σκότοςskotosdarknessG4655N-NSN
ἐστίν,estinis,G1510V-PAI-3S
τὸtothatG3588T-NSN
σκότοςskotosdarknessG4655N-NSN
πόσον.¶posonhow great!G4214Q-NSN

24 Niemand (keiner) ist fähig (stark, mächtig)1 zwei Herren zu dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird sich zu dem einen halten (sich um ihn kümmern) und den anderen verachten (mißachten). Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon (Geld, Reichtums, Vermögen) dienen.

Original Greek

ΟὐδεὶςOudeisNo [one]G3762A-NSM
δύναταιdunataiis ableG1410V-PNI-3S
δυσὶdusitwoG1417A-DPM
κυρίοιςkurioismastersG2962HN-DPM
δουλεύειν·douleueinto serve;G1398V-PAN
ἢēeitherG2228CONJ
γὰρgarforG1063CONJ
τὸνtontheG3588T-ASM
ἕναhenaoneG1520A-ASM
μισήσειmisēseihe will hateG3404V-FAI-3S
καὶkaiandG2532CONJ
τὸνtontheG3588T-ASM
ἕτερονheteronotherG2087A-ASM
ἀγαπήσειagapēseihe will loveG0025V-FAI-3S
ἢēorG2228CONJ
ἑνὸςhenosto [the] oneG1520A-GSM
ἀνθέξεταιanthexetaihe will be devotedG0472V-FDI-3S
καὶkaiandG2532CONJ
τοῦtoutheG3588T-GSM
ἑτέρουheterouotherG2087A-GSM
καταφρονήσει.kataphronēseihe will despise.G2706V-FAI-3S
οὐouNotG3756PRT-N
δύνασθεdunastheyou are ableG1410V-PNI-2P
θεῷtheōGodG2316N-DSM-T
δουλεύεινdouleueinto serveG1398V-PAN
καὶkaiandG2532CONJ
μαμωνᾷ.¶mamōnamoney.G3126N-DSM
  1. heißt: „niemand kann“ bzw. „niemandem ist es möglich“

25 Deswegen (Darum, Deshalb) sage ich euch: Seid nicht besorgt (beunruhigt, macht euch keine Sorgen) um euer Leben (eure Seele), was ihr essen [oder was ihr trinken] sollt1, auch nicht (und nicht, oder) um euren Leib (Körper), über das, was ihr anziehen sollt. Ist (bedeutet) nicht das Leben (die Seele) mehr als Essen (die Speise) und der Leib mehr als Gewänder2 (Kleidung)?

Original Greek

ΔιὰDiaBecause ofG1223PREP
τοῦτοtoutothisG3778D-ASN
λέγωlegōI sayG3004GV-PAI-1S
ὑμῖν·huminto you;G4771P-2DP
μὴmēnotG3361PRT-N
μεριμνᾶτεmerimnatedo be anxious aboutG3309V-PAM-2P
τῇtēatheG3588T-DSF
ψυχῇpsuchēalifeG5590HN-DSF
ὑμῶνhumōnof youG4771P-2GP
τίtiwhatG5101I-ASN
φάγητεphagēteyou may eatG5315V-AAS-2P
ἢēorG2228CONJ
τίtiwhatG5101I-ASN
πίητε,piēteyou may drink,G4095V-2AAS-2P
μηδὲmēdenorG3366CONJ-N
τῷtōabout theG3588T-DSN
σώματιsōmatibodyG4983N-DSN
ὑμῶνhumōnof youG4771P-2GP
τίtiwhatG5101I-ASN
ἐνδύσησθε.endusēstheyou may put on.G1746V-AMS-2P
οὐχὶouchiSurelyG3780PRT-N
ἡhē<the>G3588T-NSF
ψυχὴpsuchēlifeG5590HN-NSF
πλεῖόνpleionmoreG4119A-NSN-C
ἐστινestinisG1510V-PAI-3S
τῆςtēs<the>G3588T-GSF
τροφῆςtrophēs[than] foodG5160N-GSF
καὶkaiandG2532CONJ
τὸtotheG3588T-NSN
σῶμαsōmabodyG4983N-NSN
τοῦtou<the>G3588T-GSN
ἐνδύματος;endumatos[than] clothing?G1742N-GSN
  1. In manchen Handschriften fehlt das Trinken (ἢ τί πίητε), das SBLGNT lässt es weg, NA27 setzt es in Klammern.
  2. Koll. Singular

26 Seht (Schaut, Beobachtet) [euch] die Vögel des Himmels an, denn sie säen nicht und (, noch) ernten nicht, noch sammeln sie [etwas] ([Vorräte]) in Vorratshäuser (Scheunen); und [doch] (aber) euer himmlischer Vater ernährt (füttert) sie; seid ihr (unterscheidet ihr euch) nicht viel mehr wert (wertvoller) als sie1?

Original Greek

ἐμβλέψατεemblepsatedo lookG1689V-AAM-2P
εἰςeisatG1519PREP
τὰtatheG3588T-APN
πετεινὰpeteinabirdsG4071N-APN
τοῦtouof theG3588T-GSM
οὐρανοῦouranouairG3772N-GSM
ὅτιhotithatG3754GCONJ
οὐounotG3756PRT-N
σπείρουσινspeirousinthey sowG4687V-PAI-3P
οὐδὲoudenorG3761CONJ-N
θερίζουσινtherizousindo they reapG2325V-PAI-3P
οὐδὲoudenorG3761CONJ-N
συνάγουσινsunagousindo they gatherG4863V-PAI-3P
εἰςeisintoG1519PREP
ἀποθήκας,apothēkasbarns —G0596N-APF
καὶkaiandG2532CONJ
ὁhotheG3588T-NSM
πατὴρpatērFatherG3962N-NSM-T
ὑμῶνhumōnof youG4771P-2GP
ὁho<the>G3588T-NSM
οὐράνιοςouraniosHeavenlyG3770A-NSM
τρέφειtrepheifeedsG5142V-PAI-3S
αὐτά·autathem;G0846P-APN
οὐχouchSurelyG3756PRT-N
ὑμεῖςhumeisyou yourselvesG4771P-2NP
μᾶλλονmallonmuchG3123GADV
διαφέρετεdiaphereteare more valuableG1308V-PAI-2P
αὐτῶν;autōnthan they?G0846P-GPN
  1. „Mehr wert sein“ ist keine wörtliche Übersetzung, aber natürlich die Bedeutung von „διαφέρετε αὐτῶν“, „sich von ihnen unterscheiden“

27 Wer aber von euch könnte dadurch, dass er sich sorgt (mit seinem Sorgen, Sorgen macht), hinzufügen (anfügen) an sein (zu seinem) Lebensalter [auch nur] eine Elle 1?

Original Greek

τίςtisWhoG5101I-NSM
δὲdenowG1161CONJ
ἐξexfromG1537PREP
ὑμῶνhumōnyouG4771P-2GP
μεριμνῶνmerimnōnbeing anxiousG3309V-PAP-NSM
δύναταιdunataiis ableG1410V-PNI-3S
προσθεῖναιprostheinaito addG4369V-2AAN
ἐπὶepitoG1909PREP
τὴνtēntheG3588T-ASF
ἡλικίανhēlikianlifespanG2244N-ASF
αὐτοῦautouof himG0846P-GSM
πῆχυνpēchunhourG4083N-ASM
ἕνα;henaone?G1520A-ASM
  1. D.h. „sein Leben auch nur ein bisschen verlängern“ bzw. „einen Tag hinzufügen“.

28 Und um ein Gewand1 (Auch was Die Kleidung betrifft), was sorgt (beunruhigt) ihr euch (warum macht ihr euch Sorgen)? Seht (Beobachtet, Lernt von den) die Blumen2 des Ackers (Feldes), wie sie wachsen; sie mühen sich (quälen) nicht und (noch) noch spinnen sie3;

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
περὶperiaboutG4012PREP
ἐνδύματοςendumatosclothingG1742N-GSN
τίtiwhyG5101I-ASN
μεριμνᾶτε;merimnateare you anxious?G3309V-PAI-2P
καταμάθετεkatamathetedo observeG2648V-2AAM-2P
τὰtatheG3588T-APN
κρίναkrinaliliesG2918N-APN
τοῦtouof theG3588T-GSM
ἀγροῦ,agroufield,G0068GN-GSM
πῶςpōshowG4459PRT-I
αὐξάνουσιν·auxanousinthey grow;G0837V-PAI-3P
οὐounotG3756PRT-N
κοπιῶσινkopiōsindo they laborG2872V-PAI-3P
οὐδὲoudenorG3761CONJ-N
νήθουσιν.nēthousindo they spin.G3514V-PAI-3P
  1. Koll. Singular „um Kleideung“
  2. Feldblumen. „Lilien“ ist nicht gesichert.
  3. Pars pro toto für „machen sich Kleider“

29 Ich aber sage euch, dass (:) nicht einmal Salomo in all seiner Herrlichkeit (Pracht, Glanz) bekleidet (angezogen) war wie eine von diesen (ihnen).

Original Greek

λέγωlegōI sayG3004GV-PAI-1S
δὲdehoweverG1161CONJ
ὑμῖνhuminto youG4771P-2DP
ὅτιhotithatG3754GCONJ
οὐδὲoudenot evenG3761CONJ-N
ΣολομὼνSolomōnSolomonG4672GN-NSM-P
ἐνeninG1722PREP
πάσῃpasēallG3956A-DSF
τῇtēatheG3588T-DSF
δόξῃdoxēgloryG1391N-DSF
αὐτοῦautouof himG0846P-GSM
περιεβάλετοperiebaletowas adornedG4016V-2AMI-3S
ὡςhōslikeG5613PRT
ἓνhenoneG1520A-NSN
τούτων.toutōnof these.G3778D-GPN

30 Wenn {nun (aber)} obwohl das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, Gott es trotzdem kleidet, [wird er] euch nicht viel mehr [kleiden], ihr Kleingläubigen?

Original Greek

εἰeiIfG1487GCOND
δὲdehoweverG1161CONJ
τὸνtontheG3588T-ASM
χόρτονchortongrassG5528N-ASM
τοῦtouof theG3588T-GSM
ἀγροῦ,agroufield,G0068GN-GSM
σήμερονsēmerontodayG4594ADV
ὄνταontabeing [here]G1510V-PAP-ASM
καὶkaiandG2532CONJ
αὔριονauriontomorrowG0839ADV
εἰςeisintoG1519PREP
κλίβανονklibanon[the] furnaceG2823N-ASM
βαλλόμενον,ballomenonbeing thrown,G0906GV-PPP-ASM
ὁho<the>G3588T-NSM
θεὸςtheosGodG2316N-NSM-T
οὕτωςhoutōsthusG3779ADV
ἀμφιέννυσιν,amphiennusinclothes,G0294V-PAI-3S
οὐousurelyG3756PRT-N
πολλῷpollōmuchG4183A-DSN
μᾶλλονmallonmoreG3123GADV
ὑμᾶς,humasyou,G4771P-2AP
ὀλιγόπιστοι;oligopistoiO [you] of little faith?G3640A-VPM

31 Also (Deswegen) sorgt euch nicht, indem (und) ihr sagt: Was sollen wir essen? oder: Was sollen wir trinken? oder: Was sollen wir anziehen?

Original Greek

μὴmēNotG3361PRT-N
οὖνounthereforeG3767CONJ
μεριμνήσητεmerimnēsēteshall you be anxiousG3309V-AAS-2P
λέγοντες·legontessaying;G3004GV-PAP-NPM
τίtiWhatG5101I-ASN
φάγωμενphagōmenshall we eatG5315V-AAS-1P
ἢēOrG2228CONJ
τίtiwhatG5101I-ASN
πίωμενpiōmenshall we drinkG4095V-2AAS-1P
ἢēOrG2228CONJ
τίtiwhatG5101I-ASN
περιβαλώμεθα;peribalōmethashall we wear?G4016V-2AMS-1P

32 Denn nach allen diesem (diesen Dingen) streben (suchen, trachten) die Völker (Nationen, Heiden). Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all diese Dinge braucht (nötig habt).

Original Greek

πάνταpantaAllG3956A-APN
γὰρgarforG1063CONJ
ταῦταtautathese thingsG3778D-APN
τὰtatheG3588T-NPN
ἔθνηethnēGentilesG1484N-NPN
ἐπιζητοῦσιν·epizētousinseek after;G1934V-PAI-3P
οἶδενoidenknowsG6063V-RAI-3S
γὰρgarforG1063CONJ
ὁhotheG3588T-NSM
πατὴρpatērFatherG3962N-NSM-T
ὑμῶνhumōnof youG4771P-2GP
ὁho<the>G3588T-NSM
οὐράνιοςouraniosHeavenlyG3770A-NSM
ὅτιhotithatG3754GCONJ
χρῄζετεchrēzeteyou needG5535V-PAI-2P
τούτωνtoutōnof themG3778D-GPN
ἁπάντων.hapantōnall.G0537A-GPN

33 Sucht {aber} erst (zuerst) das Reich (Herrschaft) [Gottes] (die Gottesherrschaft)1 und seine Gerechtigkeit, und dies alles (all dies) (andere) wird euch hinzugefügt (geschenkt) werden.2

Original Greek

ζητεῖτεzēteitedo seekG2212V-PAM-2P
δὲdehoweverG1161CONJ
πρῶτονprōtonfirstG4413GA-ASN
τὴνtēntheG3588T-ASF
βασιλείανbasileiankingdomG0932N-ASF
τοῦtou<the>G3588T-GSM
θεοῦtheouof GodG2316N-GSM-T
καὶkaiandG2532CONJ
τὴνtēntheG3588T-ASF
δικαιοσύνηνdikaiosunēnrighteousnessG1343N-ASF
αὐτοῦ,autouof Him,G0846P-GSM
καὶkaiandG2532CONJ
ταῦταtautathese thingsG3778D-NPN
πάνταpantaallG3956A-NPN
προστεθήσεταιprostethēsetaiwill be addedG4369V-FPI-3S
ὑμῖν.huminto you.G4771P-2DP
  1. Hier sind sich die Quellen uneinig: Einige Quellen lesen hier βασιλείαν τοῦ θεοῦ (die gewählte Übersetzung), andere lassen τοῦ θεοῦ weg, wieder andere lesen βασιλείαν των ουρανων (also „Himmelreich“).
  2. Frei übersetzt: „dafür werden euch alle anderen Dinge gegeben werden“

34 Sorgt euch also nicht (Macht euch also keine Sorgen) um den morgigen Tag (morgen, den nächsten Tag), denn der morgige Tag (morgen, der nächste Tag) hat eigene Sorgen (wird für sich selbst sorgen, bringt seine eigenen Sorgen mit): [Jeder] Tag hat genug eigenes Schlechtes (Übel).1

Original Greek

μὴmēNotG3361PRT-N
οὖνounthereforeG3767CONJ
μεριμνήσητεmerimnēsēteshall you be anxiousG3309V-AAS-2P
εἰςeisaboutG1519PREP
τὴνtēnthe [things]G3588T-ASF
αὔριον·auriontomorrow;G0839ADV
ἡhē<the>G3588T-NSF
γὰρgarforG1063CONJ
αὔριονauriontomorrowG0839ADV
μεριμνήσειmerimnēseiwill be anxious aboutG3309V-FAI-3S
τὰta<the>G3588T-APN
ἑαυτῆς.he'autēsitself.G1438F-3GSF
ἀρκετὸνarketonSufficientG0713A-NSN
τῇtēato theG3588T-DSF
ἡμέρᾳhēmeraday [is]G2250N-DSF
ἡhētheG3588T-NSF
κακίαkakiatroubleG2549N-NSF
αὐτῆς.¶autēsof it.G0846P-GSF
  1. Der Versuch, einer wörtlicheren Wiedergabe: „Das dem [einzelnen] Tag zugehörige Schlechte ist genug.“