reltext

Chapter 4

1 1 Und wieder einmal (erneut) begann er am Meer (See) 2 zu lehren. Und eine so gewaltige Menschenmenge versammelte sich bei ihm, dass er in ein Boot stieg und 3 [darin] auf dem Meer (See) saß 4 , und die ganze Menschenmenge blieb (war) 5 am Ufer 6 an Land.

Original Greek

ΚαὶKaiAndG2532CONJ
πάλινpalinagainG3825ADV
ἤρξατοērxatoHe beganG0757V-ADI-3S
διδάσκεινdidaskeinto teachG1321V-PAN
παρὰparabesideG3844PREP
τὴνtēntheG3588T-ASF
θάλασσαν.thalassansea.G2281N-ASF
καὶkaiAndG2532CONJ
συνάγεταιsunagetaiare gathered togetherG4863V-PPI-3S
πρὸςprostoG4314PREP
αὐτὸνautonHimG0846P-ASM
ὄχλοςochlosa crowdG3793N-NSM
πλεῖστοςpleistosgreatestG4118A-NSM-S
ὥστεhōsteso thatG5620CONJ
αὐτὸνautonHeG0846P-ASM
εἰςeisintoG1519PREP
πλοῖονploiona boatG4143N-ASN
ἐμβάνταembantahaving climbedG1684V-2AAP-ASM
τὸto<the>G3588T-ASN
καθῆσθαιkathēsthaisittingG2521V-PNN
ἐνeninG1722PREP
τῇtēatheG3588T-DSF
θαλάσσῃ,thalassēsea,G2281N-DSF
καὶkaiandG2532CONJ
πᾶςpasallG3956A-NSM
ὁhotheG3588T-NSM
ὄχλοςochloscrowdG3793N-NSM
πρὸςprosclose toG4314PREP
τὴνtēntheG3588T-ASF
θάλασσανthalassanseaG2281N-ASF
ἐπὶepionG1909PREP
τῆςtēstheG3588T-GSF
γῆςgēslandG1093HN-GSF
ἦσαν.ēsanwas.G1510V-IAI-3P
  1. [Status: Zuverlässig]
  2. Meer Gemeint ist wie schon in Mk 2,13; 3,7 der See Gennesaret, das „Meer von Galiläa“. Bisher hat sich Jesus fast nur in Galiläa aufgehalten.
  3. stieg und Ptz. conj., temporal, mit „und“ beigeordnet übersetzt.
  4. [darin] auf dem Meer (See) saß Die Formulierung ist etwas plump. Luther missversteht offenbar den griechischen Satzbau und übersetzt bezüglich des Bootes „das im Wasser lag“. Guelich erwähnt den Vorschlag, dass „ins Boot steigen und sitzen“ ein Aramaismus ist, der einfach „an Bord gehen“ bedeutet. Doch Markus könnte uns auch bewusst darauf hinweisen, dass Jesus sich setzte, denn das war die normale Haltung eines Lehrers (Guelich 1989, 191).
  5. blieb (war) W. „waren“ (Constructio ad sensum).
  6. am Ufer W. „(nah) am Meer“ oder „zum Meer hin gewandt“.

2 Und er lehrte sie mit (mithilfe, in) Gleichnissen (bildhaften Vergleichen) viele [Dinge] (lange) und er sagte 1 zu ihnen, während er lehrte (bei/in/während seiner Lehre) 2:

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ἐδίδασκενedidaskenHe was teachingG1321V-IAI-3S
αὐτοὺςautousthemG0846P-APM
ἐνeninG1722PREP
παραβολαῖςparabolaisparablesG3850N-DPF
πολλὰpollamany thingsG4183A-APN
καὶkaiandG2532CONJ
ἔλεγενelegenHe was sayingG3004GV-IAI-3S
αὐτοῖςautoisto themG0846P-DPM
ἐνeninG1722PREP
τῇtēatheG3588T-DSF
διδαχῇdidachēateachingG1322N-DSF
αὐτοῦ·autouof Him;G0846P-GSM
  1. lehrte und sagte stehen im Imperfekt, was für eine (fortdauernde) Predigt passend ist. πολλὰ könnte daher hier nicht nur viele Dinge heißen, sondern auch ein Adverb sein und dann lange bedeuten (NSS, so EÜ).
  2. während er lehrte LUT: „in seiner Predigt sprach er zu ihnen“, GNB, NGÜ: „Unter anderem sagte er“

3 „Hört! Seht! (Einmal) Der Säende (Sämann) machte sich auf, [um] zu säen.

Original Greek

Ἀκούετε.¶Akouetedo listen!G0191V-PAM-2P
ἸδοὺIdouBeholdG2400INJ
ἐξῆλθενexēlthenwent outG1831V-2AAI-3S
ὁhothe [one]G3588T-NSM
σπείρωνspeirōnsowingG4687V-PAP-NSM
τοῦtouof theG3588T-GSN
σπεῖραι·speiraito sow;G4687V-AAN

4 Und beim Säen kam es dazu (geschah es), [dass] ein [Teil des Saatguts] ([Samenkorn]) 1 an den Wegesrand (auf den Weg) 2 fiel, und die Vögel kamen und fraßen es auf.

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ἐγένετοegenetoit came to passG1096V-2ADI-3S
ἐνenwhileG1722PREP
τῷtō<the>G3588T-DSN
σπείρειν,speireinsowing,G4687V-PAN
ὃho<the>G3739R-NSN
μὲνmensomeG3303PRT
ἔπεσενepesenfellG4098V-2AAI-3S
παρὰparaalongG3844PREP
τὴνtēntheG3588T-ASF
ὁδόν,hodonroad,G3598N-ASF
καὶkaiandG2532CONJ
ἦλθενēlthencameG2064V-2AAI-3S
τὰtatheG3588T-NPN
πετεινὰpeteinabirdsG4071N-NPN
τοῦtou<the>G3588T-GSM
οὐρανοῦouranouheavenG3772N-GSM
καὶkaiandG2532CONJ
κατέφαγενkatephagendevouredG2719V-2AAI-3S
αὐτό.autoit.G0846P-ASN
  1. ein [Teil des Saatguts] ([Samenkorn]) Gr. ὃ μὲν – ἄλλο »eins – ein anderes« oder »ein [Teil] – ein anderer [Teil]«. Für viele Übersetzungen bedeutet das: »ein [Teil des Saatguts]«. Allerdings spricht V. 8 dann von »anderen« (Plural), was darauf hindeuten könnte, dass Markus beispielhaft von einzelnen Körnern spricht. Eines fiel auf den Weg – andere fielen auf guten Boden (Guelich 1989, 193; France 2002, 191f.).Auch den Singular »Wurzel« (V. 6) könnte man so verstehen. Allerdings handelt die Geschichte von Körnern, die mit der Hand ausgestreut werden. Da würde man eher erwarten, dass Jesus vom Schicksal mehrerer Körner als Kollektiv spricht. Weiter klingt es eher nach mehreren Körnern, die am Ende des Verses gleich von den Vögeln (Pl.) gefressen werden (vgl. Stein 2008, 197). Schließlich benutzt Markus in V. 8 Zahlwörter (»ein [Korn]« usw.) für das Schicksal einzelner Körner, aber nicht hier. Es ist also wahrscheinlicher, dass erst ab V. 8 einzelne Körner in den Blick kommen.
  2. an den Wegesrand (auf den Weg) Die griechische Präposition παρά lässt beide Möglichkeiten zu, wenn Markus mit semitischem Einschlag formuliert (Guelich 1989, 193), doch für auf hätte er ἐπί verwenden können (wie in V. 7, 8), παρά heißt eher »bei« (Stein 2008, 198).

5 Und ein anderer [Teil] fiel auf felsigen Boden, wo er nicht viel Erde hatte, und [die Saat] ging schnell auf, weil sie keine tiefe Erde hatte.

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ἄλλοallootherG0243A-NSN
δὲdehoweverG1161CONJ
ἔπεσενepesenfellG4098V-2AAI-3S
ἐπὶepiuponG1909PREP
τὸtotheG3588T-ASN
πετρῶδεςpetrōdesrocky placeG4075A-ASN
καὶkaiandG2532CONJ
ὅπουhopouwhereG3699CONJ
οὐκouknotG3756PRT-N
εἶχενeichenit hadG2192V-IAI-3S
γῆνgēnsoilG1093IN-ASF
πολλήν,pollēnmuch,G4183A-ASF
καὶkaiandG2532CONJ
εὐθὺςeuthusimmediatelyG2112ADV
ἐξανέτειλενexaneteilenit sprang upG1816V-AAI-3S
διὰdiabecause ofG1223PREP
τὸtotheG3588T-ASN
μὴmēnotG3361PRT-N
ἔχεινecheinhavingG2192V-PAN
βάθοςbathosdepthG0899N-ASN
γῆς.gēsof soil.G1093IN-GSF

6 Doch (und) als (nachdem) die Sonne aufging (hochstieg), wurde [die Saat] versengt, und weil sie keine Wurzeln 1 hatte, verdorrte sie (trocknete sie aus).

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ὅτεhoteafterG3753CONJ
ἀνέτειλενaneteilenroseG0393V-AAI-3S
ὁhotheG3588T-NSM
ἥλιος,hēliossunG2246N-NSM
ἐκαυματίσθηekaumatisthēit was scorchedG2739V-API-3S
καὶkaiandG2532CONJ
διὰdiabecause ofG1223PREP
τὸto<the>G3588T-ASN
μὴmēnotG3361PRT-N
ἔχεινecheinhavingG2192V-PAN
ῥίζανrhizanrootG4491N-ASF
ἐξηράνθη.exēranthēit withered away.G3583V-API-3S
  1. Wurzeln W. »Wurzel«

7 Und ein anderer [Teil] fiel zwischen die Dornengewächse (Dornbüsche, Dornen), und die Dornengewächse (Dornbüsche, Dornen) wuchsen auf (überwucherten) und erstickten [die Saat], und sie brachte keine Frucht.

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ἄλλοallootherG0243A-NSN
ἔπεσενepesenfellG4098V-2AAI-3S
εἰςeisamongG1519PREP
τὰςtastheG3588T-APF
ἀκάνθας,akanthasthorns,G0173N-APF
καὶkaiandG2532CONJ
ἀνέβησανanebēsangrew upG0305V-2AAI-3P
αἱhaitheG3588T-NPF
ἄκανθαιakanthaithornsG0173N-NPF
καὶkaiandG2532CONJ
συνέπνιξανsunepnixanchokedG4846V-AAI-3P
αὐτό,autoit,G0846P-ASN
καὶkaiandG2532CONJ
καρπὸνkarponfruitG2590N-ASM
οὐκouknoG3756PRT-N
ἔδωκεν.edōkenit yielded.G1325V-AAI-3S

8 Und andere [Körner] ([Teile]) fielen auf {den} guten Boden (Erde) und brachten Frucht, indem (während, wobei) sie aufgingen (aufwuchsen) und wuchsen, 1 und ein [Samenkorn] ([Teil der Saat]) brachte 30, {und} eins 60 und eins 100 [Körner] hervor ([das Saatgut] trug dreißig- {und}, sechzig- und hundertfach [Frucht]) 2.“

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ἄλλαallaothersG0243A-NPN
ἔπεσενepesenfellG4098V-2AAI-3S
εἰςeisintoG1519PREP
τὴνtēntheG3588T-ASF
γῆνgēnsoilG1093IN-ASF
τὴνtēn<the>G3588T-ASF
καλὴνkalēngoodG2570GA-ASF
καὶkaiandG2532CONJ
ἐδίδουedidouwas yieldingG1325V-IAI-3S
καρπὸνkarponfruitG2590N-ASM
ἀναβαίνονταanabainontagrowing upG0305V-PAP-NPN
καὶkaiandG2532CONJ
αὐξανόμεναauxanomenaincreasingG0837V-PPP-NPN
καὶkaiandG2532CONJ
ἔφερενepherenwas bearingG5342V-IAI-3S
ἓνhenoneG1520A-NSN
τριάκονταtriakontathirtyfoldG5144A-NUI
καὶkaiandG2532CONJ
ἓνhenoneG1520A-NSN
ἑξήκονταhexēkontasixtyG1835A-NUI
καὶkaiandG2532CONJ
ἓνhenoneG1520A-NSN
ἑκατόν.hekatona hundred.G1540A-NUI
  1. indem (während, wobei) er aufging und wuchs Zwei Ptz. conj., modal-temporal Nebensatz übersetzt.
  2. 30, 60, 100 [Körner] bzw. dreißig-, sechzig- und hundertfach [Frucht]. Gr. ἔφερεν ἓν τριάκοντα usw. Die Frage ist, wie ἓν »eines« (Ntr. Sg. des Zahlworts ) zu verstehen ist. Man kann es als Subjekt verstehen: ein [Samenkorn]. Oder es könnte ein Aramaismus sein, der die Zahlen 30, 60 und 100 zu Vielfachen macht, also »mal« oder »-fach« bedeuten (wie in Dan 3,19; so die meisten Übersetzungen; nach Guelich 1989, 188). Da V. 8 von anderen im Plural spricht, sind nun vermutlich einzelne Körner als Teile des Saatguts gemeint (auch wenn der Satz genauso gut funktioniert, wenn man stattdessen von mehreren Teilen Saatgut ausgeht). Folglich ist es plausibel, ἓν als Subjekt zu verstehen. Die Annahme eines exotischen Aramaismus ist dann unnötig (so GNB nach NSS; Collins 2007, 239 Fn i; France 2002, 192f.). Die Parallelstellen sind unentschieden: Lukas formuliert freier und verwendet in Lk 8,8 ein Vielfaches. Matthäus folgt Markus sehr genau, ersetzt aber das gr. εν, εν, εν durch ὃ μὲν, ὃ δὲ, ὃ δὲ, die er deutlich auf einzelne Samenkörner bezieht. Diese Beobachtung und die Tatsache, dass der griechische Text sich auch natürlich und ohne Zuhilfenahme eines vermuteten Aramaismus erklären lässt, waren für die getroffene Entscheidung ausschlaggebend.

9 Dann (und) sagte 1 er: „Wer Ohren hat [zum] Hören, soll hören (höre)!“

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ἔλεγενelegenHe was sayingG3004GV-IAI-3S
αὐτοῖς·autoisto them:G0846P-DPM
ὃςhos[He] whoG3739R-NSM
ἔχειecheihasG2192V-PAI-3S
ὦταōtaearsG3775N-APN
ἀκούεινakoueinto hearG0191V-PAN
ἀκουέτω.¶akouetōhe should hear.G0191V-PAM-3S
  1. sagte (V. 9 sowie 21, 24, 26, 30) Imperfekt wie in V. 2, und 11. Signalisiert(e) es (ursprünglich) die Fortsetzung der Predigt aus V. 2? Oder führt Jesus seine Erklärung des Gleichnisses weiter (wie V. 11)(Guelich 1989, 228)? Zumindest in V. 9 ist beides denkbar. Markus benutzt diese Imperfektform häufig, um Sprichwörter oder markante Aussagen Jesu einzuleiten (ebd., 205), was besonders zum Gebrauch ab V. 21 passen würde. Ab V. 21 erscheint die Einleitung jedes Mal, um zwischen einzelnen Aussagen zu unterscheiden. Hier würde (wie in V. 11) die Interpretation funktionieren, dass es sich dabei um Aussagen handelte, die Jesus immer wieder machte, und die deshalb von seinen Anhängern mit dem Imperfekt bewart wurden („Jesus sagte immer...“, „Jesus pflegte zu sagen...“).

10 Und wenn (als) er für sich alleine war, fragten ihn [die Leute], die um ihn [waren], mit den Zwölfen [immer wieder 1 nach] den Gleichnissen (Vergleichen).

Original Greek

ΚαὶKaiAndG2532CONJ
ὅτεhotewhenG3753CONJ
δὲdenowG1161CONJ
ἐγένετοegenetoHe wasG1096V-2ADI-3S
κατὰkatautterlyG2596PREP
μόνας,monasalone,G3441A-APF
ἠρώτωνērōtōnthey were askingG2065V-IAI-3P
αὐτὸνautonHimG0846P-ASM
οἱhoithoseG3588T-NPM
περὶperiaroundG4012PREP
αὐτὸνautonHimG0846P-ASM
σὺνsunwithG4862PREP
τοῖςtoistheG3588T-DPM
δώδεκαdōdekaTwelveG1427A-NUI
τὰςtasabout theG3588T-APF
παραβολάς.parabolasparables.G3850N-APF
  1. fragten … [immer wieder] Das Verb steht – genau wie sagte im nächsten Vers – im Imperfekt, was den kurzen Einschub der Verse 10-12 als (sich wiederholt ereignende) Anekdote kennzeichnet (vgl. France 2002, 194), oder dass Jesus auf solche Anfragen üblicherweise dieselbe Erklärung von sich gab. Markus hat Jesu Predigt auf dem Wasser (4,1-2) hier unterbrochen und diese Anekdote hier zwischen dem Gleichnis von der Saat und dessen Erklärung als wichtige Kontextinformation untergebracht. Diese Unterbrechung erkennt man möglicherweise auch daran, dass es schwer vorstellbar ist, wie Jesus, der eben noch vom Boot aus zu einer gewaltigen Menge predigte, nun mit den Jüngern allein sein kann. Die Verse 33-34 scheinen diese Anekdote noch einmal aufzugreifen, während V. 35ff. die Haupthandlung wieder ein- und zum nächsten Ereignis überleiten.

11 Dann (und) sagte 1 er zu ihnen: „Euch ist das Geheimnis von Gottes Königreich (Königsherrschaft) gegeben, aber denen draußen (den Außenstehenden) wird alles in (mit, mit Hilfe von) Gleichnissen (Vergleichen, Rätseln) vermittelt,

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ἔλεγενelegenHe was sayingG3004GV-IAI-3S
αὐτοῖς·autoisto them;G0846P-DPM
ὑμῖνhuminTo youG4771P-2DP
γνῶναιgnōnaito knowG1097V-2AAN
τὸtotheG3588T-NSN
μυστήριονmustērionmysteryG3466N-NSN
δέδοταιdedotaihas been givenG1325V-RPI-3S
τῆςtēsof theG3588T-GSF
βασιλείαςbasileiaskingdomG0932N-GSF
τοῦtou<the>G3588T-GSM
θεοῦ,theouof God,G2316N-GSM-T
ἐκείνοιςekeinoisTo thoseG1565D-DPM
δὲdehoweverG1161CONJ
τοῖςtoiswho areG3588T-DPM
ἔξωexōoutsideG1854PREP
ἐνeninG1722PREP
παραβολαῖςparabolaisparablesG3850N-DPF
τὰta<the>G3588T-NPN
πάνταpantaeverythingG3956A-NPN
γίνεταιginetaiis doneG1096V-PNI-3S
  1. sagte Imperfekt, zur Erklärung siehe die vorige Fußnote.

12 damit [sie] sehen und (obwohl sie sehen; beim Sehen) sehen und (aber) nicht erkennen,und hören und (obwohl sie hören; beim Hören),1 hören und (aber) nicht verstehen,damit sie nicht etwa umkehren (sich bekehren) und ihnen vergeben wird.“2

Original Greek

ἵναinaso thatG2443CONJ
βλέποντεςblepontesLookingG0991V-PAP-NPM
βλέπωσινblepōsinthey may lookG0991V-PAS-3P
καὶkaiandG2532CONJ
μὴmēnotG3361PRT-N
ἴδωσινidōsinthey may perceiveG1492GV-2AAS-3P
καὶkaiandG2532CONJ
ἀκούοντεςakouonteshearingG0191V-PAP-NPM
ἀκούωσινakouōsinthey may hearG0191V-PAS-3P
καὶkaiandG2532CONJ
μὴmēnotG3361PRT-N
συνιῶσινsuniōsinthey may understandG4920V-PAS-3P
μήποτεmēpoteotherwiseG3361PRT-N + G4218
ἐπιστρέψωσινepistrepsōsinthey may turnG1994V-AAS-3P
καὶkaiandG2532CONJ
ἀφεθῇaphethēamay be forgivenG0863HV-APS-3S
αὐτοῖςautoisto them’G0846P-DPM
τὰta<the>G3588T-NPN
ἁμαρτήματα.¶hamartēmatasins.G0265N-NPN
  1. sehen und sehen und hören und hören W. »sehend sehen« und »hörend hören« (wie ZÜR, ELB). Es handelt sich um zwei Partizipien, die eine hebräische Stilfigur wörtlich übertragen. Ihre Funktion ist es, die fragliche Aussage zu verstärken – im Deutschen kann man das nur umschreiben. Der zitierte Text aus Jes 6,9 ist allerdings eine Aufforderung (EÜ: »Hören sollt ihr, hören«, GNB: »Hört nur zu … seht hin, so viel ihr wollt«). Jesus dagegen zitiert den Vers recht frei und benutzt die dritte Person Plural. Zur Intensivierung zielen viele Übersetzungen auf wiederholtes und sehr genaues Hinsehen und Hinhören: »sehen sollen sie, sehen ... hören sollen sie, hören« (EÜ), »Sie sollen hinsehen, so viel sie wollen ... sie sollen zuhören, so viel sie wollen « (GNB), »immerfort sehen ... immerfort hören« (MEN), »mit sehenden Augen sehen ... mit hörenden Ohren hören« (Luther). Nimmt man das Zitat für sich, könnte man es auch nach den Regeln der griechischen Grammatik auflösen. obwohl sie sehen und obwohl sie hören wäre die Deutung als Ptz. conj., die hier konzessiv als Nebensätze aufgelöst sind (ähnlich NGÜ). beim Sehen ... beim Hören wäre modal. Auch die wörtliche Übersetzung sieht wohl eine modale Sinnrichtung (vgl. NSS).
  2. Jesaja 6,9; Markus 8,18

13 Und er sagte zu ihnen: „Begreift ihr dieses Gleichnis (Vergleich) 1 nicht? Wie [wollt] ihr dann (und) überhaupt (all die [anderen]) 2 Gleichnisse (Vergleiche) verstehen?

Original Greek

ΚαὶKaiAndG2532CONJ
λέγειlegeiHe saysG3004GV-PAI-3S
αὐτοῖς·autoisto them;G0846P-DPM
οὐκoukNotG3756PRT-N
οἴδατεoidateunderstand youG6063V-RAI-2P
τὴνtēn<the>G3588T-ASF
παραβολὴνparabolēnparableG3850N-ASF
ταύτην;tautēnthis?G3778D-ASF
καὶkaiAndG2532CONJ
πῶςpōshowG4459PRT-I
πάσαςpasasallG3956A-APF
τὰςtastheG3588T-APF
παραβολὰςparabolasparablesG3850N-APF
γνώσεσθε;gnōsesthewill you understand?G1097V-FDI-2P
  1. dieses Gleichnis Jesus spricht nun wieder vom Gleichnis von der Saat (Mk 4,3-9). Die Beschreibung von Jesu (üblicher?) Antwort auf derartige Fragen nach seinen Gleichnissen (s. die Fußnote in V. 10) endet in V. 12.
  2. überhaupt (all die [anderen]) W. »all die Gleichnisse« (vgl. ELB). Unsere Übersetzung folgt MEN, NGÜ, ZÜR. »Überhaupt« kann ebenso umfassend gemeint sein wie »alle«. Vgl. die Definition von πᾶς »jeder« in LN 59.23: »the totality of any object, mass, collective, or extension—‘all, every, each, whole.’«

14 Der Säende (Sämann) sät das Wort (die Botschaft) 1.

Original Greek

ὁhoThe [one]G3588T-NSM
σπείρωνspeirōnsowingG4687V-PAP-NSM
τὸνtontheG3588T-ASM
λόγονlogonwordG3056N-ASM
σπείρει.speireisows.G4687V-PAI-3S
  1. Wort (V. 14ff. und 33) bezeichnet den Inhalt von Jesu Verkündigung (vgl. Mk 2,2), die bisher sein Evangelium vom nahen Reich Gottes (1,15) und die Gleichnisse (v.a. ab Kap. 4) umfasst. In der Zeit, als das Evangelium in Umlauf kam, bezeichnete Wort in christlichen Kreisen das christliche Evangelium. Der Vergleich von Mk 1,15 und 2,2 scheint darauf hinzuweisen, dass auch Markus die beiden Begriffe austauschbar benutzt (France 2002, 204; Collins 2007, 251f.).

15 {und (aber)} Die am Wegesrand (auf dem Weg) sind diejenigen, in die (wo) das Wort (die Botschaft) gesät wird, und sobald sie [es] hören, kommt der Satan und nimmt das in (auf) sie hineingesäte Wort (Botschaft) gleich (schnell) wieder weg.

Original Greek

οὗτοιhoutoiTheseG3778D-NPM
δέdenowG1161CONJ
εἰσινeisinareG1510V-PAI-3P
οἱhoitheyG3588T-NPM
παρὰparaalongG3844PREP
τὴνtēntheG3588T-ASF
ὁδὸνhodonroadG3598N-ASF
ὅπουhopouwhereG3699PREP
σπείρεταιspeiretaiis sownG4687V-PPI-3S
ὁhotheG3588T-NSM
λόγος,logosword,G3056N-NSM
καὶkaiandG2532CONJ
ὅτανhotanwhenG3752CONJ
ἀκούσωσιν,akousōsinthey may hear,G0191V-AAS-3P
εὐθὺςeuthusimmediatelyG2112ADV
ἔρχεταιerchetaicomesG2064V-PNI-3S
ὁho<the>G3588T-NSM
σατανᾶςsatanasSatanG4567N-NSM-T
καὶkaiandG2532CONJ
αἴρειaireitakes awayG0142V-PAI-3S
τὸνtontheG3588T-ASM
λόγονlogonwordG3056N-ASM
τὸνton<the>G3588T-ASM
ἐσπαρμένονesparmenonsownG4687V-2RPP-ASM
εἰςeisinG1519PREP
ταῖςtais<the>G3588T-DPF
καρδίαιςkardiaisheartsG2588N-DPF
αὐτούς.autousthem.G0846P-APM

16 Und die auf den felsigen Boden Gesäten sind diejenigen, die das Wort (Botschaft) gleich mit Freuden annehmen, sobald sie es hören 1,

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
οὗτοίhoutoitheseG3778D-NPM
εἰσινeisinareG1510V-PAI-3P
ὁμοίωςhomoiōslikewiseG3668ADV
οἱhoithoseG3588T-NPM
ἐπὶepiuponG1909PREP
τὰtatheG3588T-APN
πετρώδηpetrōdērocky placesG4075A-APN
σπειρόμενοι,speiromenoisown,G4687V-PPP-NPM
οἳhoiwhoG3739R-NPM
ὅτανhotanwhenG3752CONJ
ἀκούσωσινakousōsinthey may hearG0191V-AAS-3P
τὸνtontheG3588T-ASM
λόγον,logonword,G3056N-ASM
εὐθὺςeuthusimmediatelyG2112ADV
μετὰmetawithG3326PREP
χαρᾶςcharasjoyG5479N-GSF
λαμβάνουσινlambanousinreceiveG2983V-PAI-3P
αὐτὸνautonitG0846P-ASM
  1. die das Wort gleich mit Freuden annehmen, sobald sie es hören W. »die, sobald sie das Wort hören, es gleich mit Freuden annehmen«

17 aber (und) keine Wurzel in sich haben, sondern unbeständig sind. Wenn es dann wegen des Wortes (der Botschaft) zu Leid (Bedrängnis, Schwierigkeiten) oder Verfolgung kommt, 1 geben sie bald (schnell, gleich) auf (wenden sich/fallen ab, kommen zu Fall, ärgern sich).

Original Greek

καὶkaiandG2532CONJ
οὐκouknotG3756PRT-N
ἔχουσινechousinthey haveG2192V-PAI-3P
ῥίζανrhizanrootG4491N-ASF
ἐνeninG1722PREP
ἑαυτοῖςhe'autoisthemselvesG1438F-3DPM
ἀλλὰallabutG0235CONJ
πρόσκαιροίproskairoitemporaryG4340A-NPM
εἰσιν.eisinare.G1510V-PAI-3P
εἶταeitathenG1534ADV
γενομένηςgenomenēswhen was happeningG1096V-2ADP-GSF
θλίψεωςthlipseōstribulationG2347N-GSF
ἢēorG2228CONJ
διωγμοῦdiōgmoupersecutionG1375N-GSM
διὰdiaon account ofG1223PREP
τὸνtontheG3588T-ASM
λόγον,logonword,G3056N-ASM
εὐθὺςeuthusimmediatelyG2112ADV
σκανδαλίζονται.skandalizontaithey fall away.G4624V-PPI-3P
  1. wenn es … zu … kommt Temporal aufgelöster Genitivus absolutus.

18 {und} Andere sind die unter die Dornengewächse (Dornbüsche, Dornen) Gesäten. Es sind diejenigen, die das Wort (die Botschaft) hören (gehört haben), 1

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ἄλλοιalloianotherG0243A-NPM
εἰσὶνeisinareG1510V-PAI-3P
οἱhoithoseG3588T-NPM
εἰςeisamongG1519PREP
τὰςtastheG3588T-APF
ἀκάνθαςakanthasthornsG0173N-APF
σπειρόμενοι·speiromenoisown;G4687V-PPP-NPM
οὗτοίhoutoiTheseG3778D-NPM
εἰσινeisinareG1510V-PAI-3P
οἱhoithoseG3588T-NPM
τὸνtontheG3588T-ASM
λόγονlogonwordG3056N-ASM
ἀκούσαντες,akousanteshearing,G0191V-AAP-NPM
  1. die … hören bzw. gehört haben Als Relativsatz aufgelöstes substantiviertes Partizip. Man kann das Partizip Aorist sowohl vorzeitig wie gleichzeitig übersetzen.

19 und (aber) wenn weltliche Sorgen (Sorgen der Gegenwart, Zeit) 1 , {und} die Verlockung (Täuschung) des Reichtums und das Verlangen (die Gier, Sehnsucht) nach allem anderen dazukommen (sich breit machen), 2 ersticken sie das Wort (die Botschaft) und (sodass) es wird unfruchtbar.

Original Greek

καὶkaiandG2532CONJ
αἱhaitheG3588T-NPF
μέριμναιmerimnaicaresG3308N-NPF
τοῦtouof theG3588T-GSM
αἰῶνοςaiōnosageG0165GN-GSM
τούτουtoutouthisG3778D-GSM
καὶkaiandG2532CONJ
ἡhētheG3588T-NSF
ἀπάτηapatēdeceitG0539N-NSF
τοῦtouof theG3588T-GSM
πλούτουploutourichesG4149N-GSM
καὶkaiandG2532CONJ
αἱhai<the>G3588T-NPF
περὶperiofG4012PREP
τὰtatheG3588T-APN
λοιπὰloipaother thingsG3062A-APN
ἐπιθυμίαιepithumiaidesiresG1939N-NPF
εἰσπορευόμεναιeisporeuomenaientering inG1531V-PNP-NPF
συμπνίγουσινsumpnigousinthey chokeG4846V-PAI-3P
τὸνtontheG3588T-ASM
λόγον,logonword,G3056N-ASM
καὶkaiandG2532CONJ
ἄκαρποςakarposunfruitfulG0175A-NSM
γίνεται.ginetaiit becomes.G1096V-PNI-3S
  1. weltliche Sorgen W. »Sorgen der Welt/Zeit/Gegenwart«, appositiver Genitiv.
  2. wenn … dazukommen Temporal aufgelöstes Ptz. conj..

20 Und die auf die gute Erde gesät werden, 1 sind jene, die das Wort (die Botschaft) hören und annehmen und Frucht bringen, eines 30, {und} eines 60 und eines 100 (dreißigfach, {und} sechzigfach und hundertfach) 2.“

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ἐκεῖνοίekeinoithoseG1565D-NPM
εἰσινeisinareG1510V-PAI-3P
οἱhoithoseG3588T-NPM
ἐπὶepiuponG1909PREP
τὴνtēntheG3588T-ASF
γῆνgēnsoilG1093IN-ASF
τὴνtēn<the>G3588T-ASF
καλὴνkalēngoodG2570GA-ASF
σπαρέντες,sparenteshaving been sown,G4687V-2APP-NPM
οἵτινεςoitinessuch asG3748R-NPM
ἀκούουσινakouousinhearG0191V-PAI-3P
τὸνtontheG3588T-ASM
λόγονlogonwordG3056N-ASM
καὶkaiandG2532CONJ
παραδέχονταιparadechontaireceive [it]G3858V-PNI-3P
καὶkaiandG2532CONJ
καρποφοροῦσινkarpophorousinbring forth fruitG2592V-PAI-3P
ἓνhenoneG1520A-NSN
τριάκονταtriakontathirtyfoldG5144A-NUI
καὶkaiandG2532CONJ
ἓνhenoneG1520A-NSN
ἑξήκονταhexēkontasixtyG1835A-NUI
καὶkaiandG2532CONJ
ἓνhenoneG1520A-NSN
ἑκατόν.¶hekatona hundred.G1540A-NUI
  1. die … gesät werden Als Relativsatz aufgelöstes subst. Ptz..
  2. eines 30, {und} eines 60 und eines 100 S. die Fußnote zur gleichen Formulierung in V. 8. Wenn nicht der dort von vielen gesehene Aramaismus vorliegt (dann wie Klammer), hat Jesus die Formulierung direkt aus der eigentlichen Parabel übernommen, er meint hier also weiter »ein [Samenkorn] bringt 30 [weitere] hervor« usw. (NSS), wobei er die Metapher nicht extra ausdrücklich auf die Jüngerschaft anwenden muss.

21 Und (Dann) er sagte zu ihnen: „Bringt man 1 etwa [eine] Lampe, um sie unter [einen] Behälter (Scheffel, Gefäß, Schüssel, Eimer) oder unter das Bett (Liege, Sofa) zu stellen? Oder doch eher (Nein), um sie auf den Lampenständer (Leuchter) zu stellen 2?

Original Greek

ΚαὶKaiAndG2532CONJ
ἔλεγενelegenHe was sayingG3004GV-IAI-3S
αὐτοῖςautoisto themG0846P-DPM
ὅτι·hotithat:G3754GCONJ
μήτιmētisurely not everG3385PRT-N
ἔρχεταιerchetaiis brought inG2064V-PNI-3S
ὁhotheG3588T-NSM
λύχνοςluchnoslampG3088N-NSM
ἵναinaso thatG2443CONJ
ὑπὸhupounderG5259HPREP
τὸνtontheG3588T-ASM
μόδιονmodionbasketG3426N-ASM
τεθῇtethēait may be putG5087V-APS-3S
ἢēorG2228CONJ
ὑπὸhupounderG5259HPREP
τὴνtēntheG3588T-ASF
κλίνην;klinēnbed?G2825N-ASF
οὐχouchSurelyG3756PRT-N
ἵναinathatG2443CONJ
ἐπὶepiuponG1909PREP
τὴνtēntheG3588T-ASF
λυχνίανluchnianlampstandG3087N-ASF
τεθῇ;tethēamay it be put?G5087V-APS-3S
  1. Bringt man W. »kommt«, d.h. etwa »wird herbeigebracht«, eine gängige griechische Wendung (NSS).
  2. um zu stellen (2x) Oder etwas genauer an der griechischen Syntax orientiert: »damit … gestellt wird«

22 Denn es gibt nichts Verborgenes (Verstecktes, Geheimes), außer um es öffentlich (offenbar, sichtbar) zu machen 1 , und es ist auch nichts geheim (verborgen) geworden (geschehen), außer um ins Tageslicht (Offene) zu kommen.

Original Greek

οὐouNothingG3756PRT-N
γάρgarforG1063CONJ
ἐστινestinthere isG1510V-PAI-3S
τίtianythingG5100X-NSN
κρυπτόνkruptonhiddenG2927A-NSN
ὃhowhichG3739R-NSN
ἐὰνeanonlyG1437COND
μὴmēunlessG3361PRT-N
ἵναinain orderG2443CONJ
φανερωθῇ,phanerōthēait shall be made manifest,G5319V-APS-3S
οὐδὲoudenorG3761CONJ-N
ἐγένετοegenetohas taken placeG1096V-2ADI-3S
ἀπόκρυφονapokruphona secret thingG0614A-NSN
ἀλλ᾽all᾽butG0235CONJ
ἵναinathatG2443CONJ
ἔλθῃelthēit shall comeG2064V-2AAS-3S
εἰςeistoG1519PREP
φανερόν.phaneronlight.G5318A-ASM
  1. um zu machen Oder etwas genauer an der griechischen Syntax orientiert: »damit … gemacht wird«

23 Wer Ohren hat [zum] Hören, soll hören (höre)!“

Original Greek

εἴeiIfG1487GCOND
τιςtisanyoneG5100X-NSM
ἔχειecheihasG2192V-PAI-3S
ὦταōtaearsG3775N-APN
ἀκούεινakoueinto hearG0191V-PAN
ἀκουέτω.¶akouetōhe should hear.G0191V-PAM-3S

24 Und (Dann) er sagte zu ihnen: „Achtet auf [das], was ihr hört! Mit dem Maß, mit dem ihr messt (zuteilt), wird euch [euer Teil] zugemessen (zugeteilt) werden, und euch wird noch mehr gegeben werden.

Original Greek

ΚαὶKaiAndG2532CONJ
ἔλεγενelegenHe was sayingG3004GV-IAI-3S
αὐτοῖς·autoisto them;G0846P-DPM
βλέπετεblepetedo take heedG0991V-PAM-2P
τίtiwhatG5101I-ASN
ἀκούετε.akoueteyou hear.G0191V-PAI-2P
ἐνenWithG1722PREP
ᾧhōwhatG3739R-DSN
μέτρῳmetrōmeasureG3358N-DSN
μετρεῖτεmetreiteyou measureG3354V-PAI-2P
μετρηθήσεταιmetrēthēsetaiit will be measuredG3354V-FPI-3S
ὑμῖνhuminto youG4771P-2DP
καὶkaiandG2532CONJ
προστεθήσεταιprostethēsetaimore will be addedG4369V-FPI-3S
ὑμῖνhuminto youG4771P-2DP
τοῖςtoiswhoG3588T-DPM
ἀκούουσιν.akouousinare hearing:.G0191V-PAP-DPM

25 Denn wer hat, dem wird gegeben und wer nicht hat, {von} dem wird auch das, [was] er hat, weggenommen werden.“

Original Greek

ὃςhosWho[ever]G3739R-NSM
γὰρgarforG1063CONJ
ἂνanmaybeG0302PRT
ἔχει,echeihas,G2192V-PAI-3S
δοθήσεταιdothēsetaiit will be givenG1325V-FPI-3S
αὐτῷ·autōto him;G0846P-DSM
καὶkaiandG2532CONJ
ὃςhoshe whoG3739R-NSM
οὐκouknotG3756PRT-N
ἔχει,echeihas,G2192V-PAI-3S
καὶkaievenG2532CONJ
ὃhowhatG3739R-ASN
ἔχειecheihe hasG2192V-PAI-3S
ἀρθήσεταιarthēsetaiwill be taken awayG0142V-FPI-3S
ἀπ᾽ap᾽fromG0575PREP
αὐτοῦ.¶autouhim.G0846P-GSM

26 Und (Dann) er sagte : „Gottes Königreich (Königsherrschaft) ist so, wie wenn ein Mann die Saat ([einen] Samen) auf das Ackerland (den Boden) streut (wirft, fallen lässt).

Original Greek

ΚαὶKaiAndG2532CONJ
ἔλεγεν·elegenHe was saying;G3004GV-IAI-3S
οὕτωςhoutōsThusG3779ADV
ἐστὶνestinisG1510V-PAI-3S
ἡhētheG3588T-NSF
βασιλείαbasileiakingdomG0932N-NSF
τοῦtou<the>G3588T-GSM
θεοῦ,theouof God,G2316N-GSM-T
ὡςhōsasG5613PRT
ἐὰνeanifG1437COND
ἄνθρωποςanthrōposa manG0444N-NSM
βάλῃbalēshall castG0906IV-2AAS-3S
τὸνtontheG3588T-ASM
σπόρονsporonseedG4703N-ASM
ἐπὶepiuponG1909PREP
τῆςtēstheG3588T-GSF
γῆςgēsearthG1093IN-GSF

27 Während (dann, und) 1 er schläft und erwacht, Nacht und Tag, {und} sprießt und wächst die Saat (der Same) – wie (während), [das] weiß er selbst nicht (ohne daß er selbst etwas davon weiß) 2.

Original Greek

καὶkaiandG2532CONJ
καθεύδῃkatheudēhe may sleepG2518V-PAS-3S
καὶkaiandG2532CONJ
ἐγείρηταιegeirētaihe may be risenG1453V-PPS-3S
νύκταnuktanightG3571N-ASF
καὶkaiandG2532CONJ
ἡμέραν,hēmeranday,G2250N-ASF
καὶkaiandG2532CONJ
ὁhotheG3588T-NSM
σπόροςsporosseedG4703N-NSM
βλαστᾷblastamay sproutG0985V-PAS-3S
καὶkaiandG2532CONJ
μηκύνηταιmēkunētaiit may growG3373V-PMS-3S
ὡςhōshowG5613PRT
οὐκouknotG3756PRT-N
οἶδενoidenknowsG6063V-RAI-3S
αὐτός.autoshe himself.G0846P-NSM
  1. Während … {und} W. »und … und«. In Markus' volkstümlichem Griechisch entspricht das wohl (ähnlich wie im Hebräischen) einer temporalen Verbindung (vgl. Mk 2,23), daher die Wiedergabe als temporaler Nebensatz.
  2. wie, [das] weiß er selbst nicht bzw. ohne dass er selbst etwas davon weiß Das Gleichnis enthält einige Merkmale, die darauf hinweisen könnten, dass der Bauer unabsichtlich einen Samen hat fallen lassen (oder weggeworfen hat), der ohne sein Wissen (die Klammer folgt MEN) wächst und Frucht bringt. Dazu passt, dass der Mann sich – ganz untypisch – gar nicht mehr um die Pflanze kümmert, auch das eher harsche Wort βάλῃ (W. »wirft«) in V. 26 könnte dazu passen. Allerdings ist das Reich Gottes ja von Gott planvoll gepflanzt und angelegt, und auch das christliche Zeugnis von Gottes Reich ist eher bewusst und planvoll als unbewusst (wenn man annimmt, dass der unwissende Bauer hier noch für christliche Verkündiger steht; in V. 29 steht er für Gott). Doch das Gleichnis dreht sich eher um das passive Erleben des Bauern, was mit der Saat passiert, als um seine Identität (France 2002, 214). βάλῃ könnte hier auch einfach »fallen lassen, ausstreuen« im Sinne des Säens heißen, es steht vielleicht, um seine Sorglosigkeit und passive Rolle bezüglich der Entwicklung des Getreides hervorzuheben (Guelich 1989, 245). Auch die Ernte (V. 29) deutet eher auf ein ganzes Feld hin. Und σπόρος heißt (wie NGÜ, GNB), wenigstens in diesem Kontext, eher »Saat(gut)« als »Same« (vgl. Lk 8,5.11; 2Kor 9,10). Der Gedanke, dass der Mann einen ganzen Haufen Saatgut einfach weggeworfen (oder versehentlich fallen lassen) haben könnte, ist unplausibler als mit einem einzelnen Samenkorn. Sein Unwissen deckt sich vielmehr mit dem der Jünger, die Jesu Gleichnis vom Reich Gottes nicht verstanden haben (4,13) und es trotzdem verbreiten werden (Guelich 1989, 241), ohne Einfluss auf den Erfolg zu haben. Dass der Bauer sein Feld nicht pflegt, ist eher ein Stilmittel, das das selbständige Wachstum von Gottes Reich noch unterstreicht und dabei vielleicht hervorhebt, dass menschliche Anstrengungen damit nichts zu tun haben (so z.B. France 2002, 214).

28 Von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst einen Halm, dann eine Ähre, dann mit voll ausgereiftem Weizen 1 in der Ähre.

Original Greek

αὐτομάτηautomatēOf itselfG0844A-NSF
γὰρgarforG1063CONJ
ἡhētheG3588T-NSF
γῆgēearthG1093IN-NSF
καρποφορεῖkarpophoreibrings forth fruit —G2592V-PAI-3S
πρῶτονprōtonfirstG4413GA-ASN
χόρτονchortona plantG5528N-ASM
εἶταeitathenG1534ADV
στάχυνstachunan earG4719N-ASM
εἶταeitathenG1534ADV
πλήρηςplērēsfullG4134A-ASM
σῖτονsitongrainG4621N-ASM
ἐνeninG1722PREP
τῷtōtheG3588T-DSM
στάχυϊ.stachuiear.G4719N-DSM
  1. voll ausgereiftem Weizen bezieht sich auf die Körner in der Ähre.

29 Und (aber) sobald die Frucht es zulässt, setzt er gleich (bald) die Sichel an (sendet aus) 1 , weil die Erntezeit gekommen ist.“2

Original Greek

ὅτανhotanWhenG3752CONJ
δὲdethenG1161CONJ
παραδοῖparadoiit may produceG3860V-2AAS-3S
ὁhotheG3588T-NSM
καρπός,karposfruit,G2590N-NSM
εὐθὺςeuthusimmediatelyG2112ADV
ἀποστέλλειapostelleihe sendsG0649V-PAI-3S
τὸtotheG3588T-ASN
δρέπανονdrepanonsickleG1407N-ASN
ὅτιhotiforG3754HCONJ
παρέστηκενparestēkenhas comeG3936V-RAI-3S
ὁhotheG3588T-NSM
θερισμός.¶therismosharvest.G2326N-NSM
  1. setzt er die Sichel an (sendet aus) »Die Sichel aussenden« ist ein Semitismus (Jesus lehnt seine Formulierung an Joel 4,13 an) und heißt sie zum Gebrauch einzusetzen oder anzulegen (LN 43.17; vgl. Offb 14,15.18). Auf Hebräisch und Aramäisch »sendet« man seine Hand aus, wenn man sie ausstreckt (z.B. Ps 138,7; Esr 6,12). Es handelt sich um eine Metonymie, denn der reale Bauer erntet nicht selbst, sondern sendet seine Schnitter aufs Feld (NSS).
  2. Joel 4,13

30 Und (Dann) sagte er: „Womit können wir Gottes Königreich (Königsherrschaft) vergleichen, oder mit (in) welchem Bild (Gleichnis, Vergleich) können wir es darstellen?

Original Greek

ΚαὶKaiAndG2532CONJ
ἔλεγεν·elegenHe was saying;G3004GV-IAI-3S
πῶςpōshowG4459PRT-I
ὁμοιώσωμενhomoiōsōmenshall we likenG3666V-AAS-1P
τὴνtēntheG3588T-ASF
βασιλείανbasileiankingdomG0932N-ASF
τοῦtou<the>G3588T-GSM
θεοῦtheouof GodG2316N-GSM-T
ἢēOrG2228CONJ
ἐνeninG1722PREP
τίνιtiniwhichG5101I-DSF
αὐτὴνautēnitG0846P-ASF
παραβολῇparabolēaparableG3850N-DSF
θῶμεν;thōmenlet us presentG5087V-2AAS-1P

31 Mit einem Senfkorn 1 , das, wenn es in (auf) die Erde gesät wird, [das] kleinste (kleiner [als]) 2 aller Samenkörner ist 3 , die [man] in (auf) die Erde [sät],

Original Greek

ὡςhōsAsG5613PRT
κόκκῳkokkōa grainG2848N-DSM
σινάπεωςsinapeōsof mustardG4615N-GSN
ὃςhoswhichG3739R-NSM
ὅτανhotanwhenG3752CONJ
σπαρῇsparēait may be sownG4687V-2APS-3S
ἐπὶepiuponG1909PREP
τῆςtēstheG3588T-GSF
γῆς,gēsearth,G1093IN-GSF
μικρότερονmikroteronsmaller thanG3398A-NSN-C
ὂνonisG1510V-PAP-NSN
πάντωνpantōnallG3956A-GPN
τῶνtōntheG3588T-GPN
σπερμάτωνspermatōnseedsG4690GN-GPN
τῶνtōnwhich [are]G3588T-GPN
ἐπὶepiuponG1909PREP
τῆςtēstheG3588T-GSF
γῆς.gēsearth.G1093IN-GSF
  1. Senfkorn W. »Korn [des] Senfs«. Gemeint ist wohl der Schwarze Senf, der zwischen 30 cm und über 3 m groß werden kann. Ein schwarzes Senfkorn ist nur 1mm dick und wiegt weniger als 1/700 Gramm. Seine Kleinheit war damals in Palästina sprichwörtlich (France 2002, 216; NSS).
  2. [das] kleinste W. »kleiner«. Superlativisch gebrauchter Komparativ (NSS).
  3. ist Wohl konzessives Ptz. conj. (NSS), aus stilistischen Gründen einfach als Indikativ übersetzt. Eigentlich etwa: »das, wenn es in die Erde gesät wird, obwohl es das kleinste der Samenkörner ist, die man in die Erde sät, (V. 32) und wenn es gesät wird...« Der unsaubere Satzbau ist wohl dem einfachen Griechisch geschuldet.

32 und wenn es gesät ist, geht es auf (wächst es nach oben) und wird [die] größte (größer [als]) 1 aller Gartenpflanzen, und es treibt so große Zweige, dass in seinem Schatten 2 die Vögel des Himmels nisten (Unterschlupf finden) können.“3

Original Greek

καὶkaiandG2532CONJ
ὅτανhotanwhenG3752CONJ
σπαρῇ,sparēait may be sown,G4687V-2APS-3S
ἀναβαίνειanabaineiit grows upG0305V-PAI-3S
καὶkaiandG2532CONJ
γίνεταιginetaibecomesG1096V-PNI-3S
μεῖζονmeizongreaterG3173A-NSN-C
πάντωνpantōnthan allG3956A-GPN
τῶνtōntheG3588T-GPN
λαχάνωνlachanōngarden plantsG3001N-GPN
καὶkaiandG2532CONJ
ποιεῖpoieiit producesG4160GV-PAI-3S
κλάδουςkladousbranchesG2798N-APM
μεγάλουςmegalousgreatG3173A-APM
ὥστεhōsteso thatG5620CONJ
δύνασθαιdunasthaito be ableG1410V-PNN
ὑπὸhupounderG5259GPREP
τὴνtēntheG3588T-ASF
σκιὰνskianshadowG4639N-ASF
αὐτοῦautouof itG0846P-GSN
τὰtatheG3588T-APN
πετεινὰpeteinabirdsG4071N-APN
τοῦtouof theG3588T-GSM
οὐρανοῦouranouairG3772N-GSM
κατασκηνοῦν.¶kataskēnounto perch.G2681V-PAN
  1. [die] größte W. »größer«. Superlativisch gebrauchter Komparativ (NSS zu V. 31). Dabei handelt es sich (wie bei der ganzen Beschreibung der Senfpflanze als Baum) um eine rhetorische Ausschmückung, um den großen Gegensatz zwischen dem kleinen Senfkorn und der großen Senfpflanze zu beschreiben (Lk 13,19 und Mt 13,32 nennen sie tatsächlich »Baum«)(Guelich 1989, 250). Seltsamerweise geben die deutschen Übersetzungen den Komparativ in V. 31 durchgehend als Superlativ (bis auf ELB) wieder, den gleich aufgebauten hier jedoch als Komparativ.
  2. in seinem Schatten W. »unter seinem Schatten«
  3. Ezechiel 17,23; Daniel 4,9; Daniel 4,18

33 So (Und) erläuterte (verkündete, sagte) 1 er ihnen mit (in) vielen solchen Gleichnissen (Bildern, Vergleichen) [seine] Botschaft (das Wort) so, wie (in einer Weise, dass; in dem Maße, wie) 2 sie [sie] verstehen (hören) konnten.

Original Greek

ΚαὶKaiAndG2532CONJ
τοιαύταιςtoiautaiswith suchG5108D-DPF
παραβολαῖςparabolaisparablesG3850N-DPF
πολλαῖςpollaismanyG4183A-DPF
ἐλάλειelaleiHe was speakingG2980V-IAI-3S
αὐτοῖςautoisto themG0846P-DPM
τὸνtontheG3588T-ASM
λόγονlogonwordG3056N-ASM
καθὼςkathōseven asG2531CONJ
ἠδύναντοēdunantothey were ableG1410V-INI-3P
ἀκούειν.akoueinto hear.G0191V-PAN
  1. erläuterte Das Imperfekt drückt entweder eine grundsätzliche Gepflogenheit aus oder hat die Predigt von Mk 4,2 im Sinn. Zur Phrase erläuterte ihnen [seine] Botschaft s. die Fußnote zu Mk 2,2 und die folgende Fußnote zu Wort.
  2. so wie (in einer Weise, dass) Der Satz mit dieser Konjunktion lässt sich positiv und negativ auffassen. Die Konjunktion heißt dabei entweder so wie i.S.v. in einer Weise, dass (positiv, uneingeschränkt) oder so wie i.S.v. in dem Maße wie (negativ, mit Einschränkungen)(BA καθώς). Positiv gedeutet heißt das: Jesus benutzte die Gleichnisse als Hilfsmittel, damit ihn jeder verstehen und auf seine Botschaft reagieren konnte. Negativ verstanden bedeutet es: Jesus benutzte die Gleichnisse als nicht unmittelbar verständliche Mittel, die mehr als nur oberflächliches Hinhören, sondern eine persönliche Reaktion erforderten. Wer sich damit befasst, reagiert auch darauf und zählt zum Kreis der Leute „um ihn“, denen das wahre Verständnis von Gottes Reich/Herrschaft gegeben ist (4,10; vgl. 3,31-35). Auf das positive Verständnis deutet zunächst der Kontext des ersten Saatgleichnisses hin, denn in dessen Erklärung haben alle Gruppen die Botschaft gehört und in irgendeiner Form positiv darauf reagiert – erst an den Langzeitauswirkungen wird erkennbar, wie tief die Botschaft sie betroffen hat. (Das spricht übrigens gegen eine noch krassere Deutung: dass Jesus sie als Rätsel benutzte, sodass nur eingeweihte sie verstehen konnten.) Für das negative Verständnis spricht V. 34, der erneut zwischen Gleichnissen für die Außenstehenden und klaren Worten für den inneren Kreis unterscheidet. Bisher haben wir erfahren, dass alle die Gleichnisse hörten und zu einem gewissen Grad verstanden, aber nicht jeder gleich darauf reagierte. Es bildete sich ein „innerer Kreis“ um Jesus und die Zwölf, der positiv reagierte und mehr von Jesus erfahren wollte und Jesus folgte (4,10). Diesen Kreis bezeichnet das Wort „Jünger“ in V. 34. Dann gab es andere, die nicht zu Jesus kamen und draußen blieben (wie seine Familie in 3,31ff. oder offenbar ein guter Teil der Menschenmengen), und wieder andere, die zu seinen Feinden wurden (die Pharisäer und Schriftgelehrten aus Kap. 2 und 3). Diese unterschiedliche Reaktion hat Jesus mit dem Gleichnis von der Saat (4,3-20) erklärt. Hier scheint Markus also erneut darauf hinzuweisen, dass nicht jeder die Gleichnisse gleich aufnahm (Guelich 1989, 256; France 2002, 218).

34 Dabei sprach (verkündete) er nie ohne Gleichnis (Bild, Rätsel, Vergleich) mit (zu) ihnen, doch [wenn er] mit seinen Jüngern 1 alleine [war], erklärte er (löste auf, legte aus) 2 alles.

Original Greek

χωρὶςchōrisWithoutG5565PREP
δὲdethenG1161CONJ
παραβολῆςparabolēsparablesG3850N-GSF
οὐκouknotG3756PRT-N
ἐλάλειelaleiwas He speakingG2980V-IAI-3S
αὐτοῖς·autoisto them;G0846P-DPM
κατ᾽kat᾽inG2596PREP
ἰδίανidianprivateG2398A-ASF
δὲdehoweverG1161CONJ
τοῖςtois<the>G3588T-DPM
ἰδίοιςidioisto [His] ownG2398A-DPM
μαθηταῖςmathētaisdisciplesG3101N-DPM
ἐπέλυενepeluenHe was explainingG1956V-IAI-3S
πάντα.¶pantaall things.G3956A-APN
  1. Jünger Gemeint sind hier nicht nur die Zwölf, sondern die größere Gruppe seiner Anhänger, die schon in V. 10 im Blick war (Collins 2007, 256).
  2. sprach und erklärte stehen im Imperfekt, wie große Teile der Rahmenhandlung in Kap. 4. Dazu vgl. die Fußnoten zu V. 10 und 9 sowie V. 33.

35 Und an jenem Tag sagte er zu ihnen, als es Abend geworden war: 1 „Fahren wir doch (lasst uns) ans andere Ufer.“ 2

Original Greek

ΚαὶKaiAndG2532CONJ
λέγειlegeiHe saysG3004GV-PAI-3S
αὐτοῖςautoisto themG0846P-DPM
ἐνenonG1722PREP
ἐκείνῃekeinēthat [very]G1565D-DSF
τῇtēa<the>G3588T-DSF
ἡμέρᾳhēmeradayG2250N-DSF
ὀψίαςopsiaseveningG3798A-GSF
γενομένης·genomenēshaving come;G1096V-2ADP-GSF
διέλθωμενdielthōmenlet us pass overG1330V-2AAS-1P
εἰςeistoG1519PREP
τὸtotheG3588T-ASN
πέραν.peranother side.G4008PREP
  1. als es Abend geworden war Gen. abs., temporal als Nebensatz aufgelöst.
  2. ans andere Ufer Jesus und die Jünger hielten sich bei Kafarnaum am See Gennesaret auf (4,1-2). Das andere Ufer war also das von Nichtjuden bewohnte Ostufer (vgl. France 2002, 222), das sie in Mk 5,1 erreichen.

36 Und nachdem sie die Menschenmenge weggeschickt hatten (wobei … zurückließen), 1 nahmen sie ihn im Boot mit (zu sich ins Boot), wie er war, 2 und auch andere Boote waren bei ihm.

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ἀφέντεςaphenteshaving dismissedG0863GV-2AAP-NPM
τὸνtontheG3588T-ASM
ὄχλονochloncrowdG3793N-ASM
παραλαμβάνουσινparalambanousinthey take with [them]G3880V-PAI-3P
αὐτὸνautonHimG0846P-ASM
ὡςhōssinceG5613PRT
ἦνēnHe wasG1510V-IAI-3S
ἐνeninG1722PREP
τῷtōtheG3588T-DSN
πλοίῳ,ploiōboat,G4143N-DSN
καὶkaialsoG2532CONJ
ἄλλαallaotherG0243A-NPN
δὲdenowG1161CONJ
πλοῖαploiaboatsG4143N-NPN
ἦνēnwereG1510V-IAI-3S
μετ᾽met᾽withG3326PREP
αὐτοῦ.autouHim.G0846P-GSM
  1. nachdem sie die Menschenmenge weggeschickt hatten (wobei … zurückließen) Ptz. conj., temporal (oder modal) als Nebensatz aufgelöst. Deutsche Übersetzungen verwenden durchweg „wegschicken“, englische „zurücklassen“.
  2. im Boot mit (zu sich ins Boot), wie er war Die alternative Übersetzung „nahmen ihn in dem Boot mit, in dem er schon war“, stützt sich darauf, die Konjunktion ὡς „wie/als“ kausal zu verstehen (France 2002, 223) oder frei als Relativsatz zu übersetzen. So steht zwar wie er war nicht bedeutungslos im Raum, aber diese Deutung ist wenig elegant (so ebd.) und sprachlich möglicherweise schwierig. Ihr folgen dennoch viele Übersetzungen. Dass Jesus noch im Boot war, ist andernfalls allerdings (auch von der Wortstellung her) ebenso wahrscheinlich.

37 Da (und) kam ein starker Sturmwind 1 auf, und die Wogen schlugen [bald] so [heftig], [auch] in das Boot, dass das Boot sich schon [langsam] füllte 2.

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
γίνεταιginetaicomesG1096V-PNI-3S
λαῖλαψlailapsa stormG2978N-NSF
μεγάληmegalēviolentG3173A-NSF
ἀνέμου,anemouof windG0417N-GSM
καὶkaiAndG2532CONJ
τὰtatheG3588T-NPN
δὲdenowG1161CONJ
κύματαkumatawavesG2949N-NPN
ἐπέβαλλενepeballenwere breakingG1911V-IAI-3S
εἰςeisoverG1519PREP
τὸtotheG3588T-ASN
πλοῖονploionboatG4143N-ASN
ὥστεhōsteso thatG5620CONJ
ἤδηēdēalreadyG2235ADV
γεμίζεσθαιgemizesthaiis being filled upG1072V-PPN
τὸtotheG3588T-ASN
πλοῖον.ploionboat.G4143N-ASN
  1. starker Sturmwind W. „großer Sturmwind [des] Windes“, eine Formulierung, die sich vielleicht an Jona 1,4 anlehnt.
  2. schlugen [bald] Imperfekt, [langsam] füllte Infinitiv Präsens (im AcI). Beide Tempusformen suggerieren einen anhaltenden Vorgang, der durch die mit angegebenen Worteinfügungen kenntlich gemacht wurde.

38 Er befand sich währenddessen am Heck, wo er auf dem Kissen schlief, 1 und sie weckten ihn und riefen (sagten) {zu ihm}: „Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?“

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
αὐτὸςautosHe himselfG0846P-NSM
ἦνēnwasG1510V-IAI-3S
ἐνeninG1722PREP
τῇtēatheG3588T-DSF
πρύμνῃprumnēsternG4403N-DSF
ἐπὶepionG1909PREP
τὸtotheG3588T-ASN
προσκεφάλαιονproskephalaioncushionG4344N-ASN
καθεύδων.katheudōnsleeping.G2518V-PAP-NSM
καὶkaiAndG2532CONJ
ἐγείρουσινegeirousinthey wakeG1453V-PAI-3P
αὐτὸνautonHimG0846P-ASM
καὶkaiandG2532CONJ
λέγουσινlegousinsayG3004GV-PAI-3P
αὐτῷ·autōto Him;G0846P-DSM
διδάσκαλε,didaskaleTeacher,G1320N-VSM-T
οὐounotG3756PRT-N
μέλειmeleiis it concernG3199V-PAI-3S
σοιsoito YouG4771P-2DS
ὅτιhotithatG3754GCONJ
ἀπολλύμεθα;apollumethawe perish?G0622V-PMI-1P
  1. wo er auf dem Kissen schlief Periphrastisches Partizip (oder modales Ptz. conj.), das vielleicht den durativen Aspekt des dadurch umschriebenen Imperfekts noch verstärkt (daher die Ergänzung von [währenddessen]). Aus stilistischen Gründen ist es hier nicht einfach mit deutschem Imperfekt wiedergegeben, sondern mit „befand sich“+Nebensatz. auf dem Kissen könnte sich auf ein mutmaßliches Kissen beziehen, das damals bekanntermaßen (z.B. für Passagiere oder Ruderer) an Bord eines solchen Bootes zu finden war (Guelich 1989, 261). GNB: „auf dem Sitzkissen“

39 Da (und) wachte er auf, 1 unterwarf (fuhr an) 2 den Wind und rief (sagte) dem Meer (See) zu: „Still, sei ruhig!“ Und der Wind ließ nach, und es trat eine große Stille ein.

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
διεγερθεὶςdiegertheishaving been awokenG1326V-APP-NSM
ἐπετίμησενepetimēsenHe rebukedG2008V-AAI-3S
τῷtōtheG3588T-DSM
ἀνέμῳanemōwindG0417N-DSM
καὶkaiandG2532CONJ
εἶπενeipensaidG2036V-2AAI-3S
τῇtēato theG3588T-DSF
θαλάσσῃ·thalassēsea;G2281N-DSF
σιώπα,siōpaSilence!G4623V-PAM-2S
πεφίμωσο.pephimōsoyou must be still!G5392V-RPM-2S
καὶkaiAndG2532CONJ
ἐκόπασενekopasenabatedG2869V-AAI-3S
ὁhotheG3588T-NSM
ἄνεμος,anemoswind,G0417N-NSM
καὶkaiandG2532CONJ
ἐγένετοegenetothere wasG1096V-2ADI-3S
γαλήνηgalēnēa calmG1055N-NSF
μεγάλη.¶megalēgreat.G3173A-NSF
  1. wachte auf Ptz. conj. (Aor.), temporal, beigeordnet aufgelöst.
  2. unterwarf (fuhr an) Die meisten Übersetzungen: „(be)drohte“. Bei Markus benutzt Jesus das Wort sonst, um Dämonen göttliche Befehle zu erteilen, wie Gott das im Alten Testament mit seinen Feinden tat, daher ist die Übersetzung „(jmdn.)(mit einem Befehl) unterwerfen“, „(etw.) befehlen“ angemessen (France 2002, 224). In Ps 105,9 LXX wird mit den gleichen Worten berichtet, wie Gott sich das Schilfmeer unterwarf, um die Israeliten hindurchzuführen (Collins 2007, 262). Jesus beherrscht hier in göttlicher Manier das Wetter. Jona dagegen bleibt in Jon 1,7ff. lieber passiv und will dann lieber in den Fluten sterben, als sich Gott zu fügen. S.a. die Fußnoten zu Markus_1#note_blMk 1,25 und 3,12.

40 Und er sagte zu ihnen: „Warum seid ihr [so] furchtsam (verzagt)? Habt ihr noch keinen Glauben (Vertrauen)?“

Original Greek

ΚαὶKaiAndG2532CONJ
εἶπενeipenHe saidG2036V-2AAI-3S
αὐτοῖς·autoisto them;G0846P-DPM
τίtiWhyG5101I-ASN
δειλοίdeiloifearfulG1169A-NPM
ἐστε;esteare you?G1510V-PAI-2P
οὔπωoupōStill notG3768ADV-N
πῶςpōshowG4459PRT-I
οὐκouknotG3756PRT-N
ἔχετεechetehave youG2192V-PAI-2P
πίστιν;pistinfaith?G4102GN-ASF

41 Da (Und) fürchteten sie sich [mit] großer Furcht (Ehrfurcht) 1 und sagten zueinander: „Wer ist denn dieser [Mann], dass sogar der Wind und das Meer (der See) ihm gehorchen 2?“

Original Greek

καὶkaiAndG2532CONJ
ἐφοβήθησανephobēthēsanthey fearedG5399V-AOI-3P
φόβονphobon[with] fearG5401N-ASM
μέγανmegangreatG3173A-ASM
καὶkaiandG2532CONJ
ἔλεγονelegonwere sayingG3004GV-IAI-3P
πρὸςprostoG4314PREP
ἀλλήλους·allēlouseach other;G0240C-APM
τίςtisWhoG5101I-NSM
ἄραarathenG0686CONJ
οὗτόςhoutosthisG3778D-NSM
ἐστινestinisG1510V-PAI-3S
ὅτιhotithatG3754GCONJ
καὶkaievenG2532CONJ
ὁhotheG3588T-NSM
ἄνεμοςanemoswindG0417N-NSM
καὶkaiandG2532CONJ
ἡhētheG3588T-NSF
θάλασσαthalassaseaG2281N-NSF
ὑπακούειhupakoueiit obeysG5219V-PAI-3S
αὐτῷ;¶autōHim?G0846P-DSM
  1. fürchteten sie sich [mit] großer Furcht Wörtliche Übertragung einer hebräischen Stilfigur (figura etymologica). Im Unterschied zur Angst in V. 40 ist hier allerdings auch Ehrfurcht im Spiel (Guelich 1989, 269). Freier einfach „Da bekamen sie große Angst/Ehrfurcht“ oder „Da ergriff sie große Furcht“ (EÜ), „Sie aber fürchteten sich sehr“ (LUT), „Jetzt wurden sie erst recht von Furcht gepackt “ (NGÜ)
  2. gehorchen W. »gehorcht«